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  • Habemus Papas

    geschrieben am 17. Januar 2008 von Spiegelfechter

    Es war eine schwere Geburt und heraus kam eine bizarre Missbildung mit zwei Köpfen und einem Rumpf. Nach einer langen Findungsphase und schmerzenden Absagen sind die SPIEGEL-Gesellschafter endlich fündig geworden und an der Hamburger Brandstwiete konnte Rauch aus dem Schornstein aufsteigen. In der Nachfolge des scheidenden SPIEGEL-Chefredakteurs Stefan Aust teilen sich zukünftig zwei SPIEGEL-Männer die Führung des Blattes, das einst als ?Sturmgeschütz der Demokratie? bezeichnet wurde, nach dem Abgang des Herausgebers Rudolf Augstein aber jäh zur ?Spritzpistole des Neoliberalismus? mutierte.

    Der erste Nachfolger ist gleichzeitig eine kleine Sensation ? Georg Mascolo ist als ernst zu nehmender investigativer Journalist bekannt. Er gilt als ein ?Ziehsohn? Austs, der nach verschiedenen Stationen im Juli 2007 gemeinsam mit Dirk Kurbjuweit das einflussreiche Berliner Hauptstadtbüro leitete. Dort trat er die Nachfolge von Gabor Steingart an ? dem neoliberalen Ikarus, der so schnell so hoch stieg, dass das Wachs, das seine Flügel zusammenhielt, schmolz und er noch schneller wieder abstürzte. Als interne Lösung kann Mascolo durchaus als gute Wahl gelten, steht er doch von den momentanen SPIEGEL-Journalisten am ehesten für die altbewährten Qualitäten des Blattes ? die Reportage, die Dokumentation und den investigativen Journalismus. Führungsqualitäten musste er allerdings bislang nie beweisen und ob er sich in diesem Punkt gegen die zweite Spitze durchsetzen kann, mag bezweifelt werden.

    Der zweite Kopf ?neben? Mascolo könnte verschiedener gar nicht sein ? es handelt sich um den Chefredakteur von SPIEGEL-ONLINE Mathias Müller von Blumencron (MvB). MvB steht für Tittitainment, Boulevard und Erfolg ? er hat SPON zur digitalen BILD gemacht. Die Mischung aus Aktualität, Boulevard, Übertreibung, Propaganda und Hetze ist sehr erfolgreich. SPON hat selbst in schlechten Zeiten pro Sekunde rund 450 Besucher, schreibt schwarze Zahlen und gilt als Leitmedium der Onlinewelt. SPON wird nicht nur häufig besucht, sondern auch von der Konkurrenz als Erfolgsmodell gesehen. Der Relaunch des Online-Angebots der Süddeutschen vereinigt zum Beispiel fast sämtliche schlechten Eigenschaften von SPON (Boulevard, Sex, Crime und sinnfreie halbseidene Photoserien) ohne die durchaus vorhandenen Qualitäten zu adaptieren. Auch SPON besteht zu rund drei Vierteln aus Agenturmaterial. SPON schafft es allerdings ?echte? Journalisten an die Texte zu lassen, die diesen einen eigenen Charakter geben (auch in Sprache und Form) und Texte auch nacharbeiten, wenn sich die Nachrichtenlage geändert hat.

    MvB ist allerdings nicht nur für die Boulevardisierung von SPON verantwortlich, sondern gab dem Online-Magazin auch einen inhaltlichen Stempel. Unter MvB wurde der unsägliche Henryk ?Millhouse? Broder Stammautor ? seine islamophobe Linie wird vom Online-Ableger wesentlich stärker aufgegriffen als vom “Mutterschiff”. Claus Christian Malzahn wurde unter MvB Politik-Chef von SPON. MvB steht für eine (beinahe bedingungslose) transatlantische Ausrichtung, eine wirtschaftspolitische Linie, die zwar mit dem Neoliberalismus ?kungelt?, ihn aber auch kritisiert, wenn er mal wieder all zu wilde Blüten treibt und eine konsequente Anti-Iran und Anti-Russland Linie. Wenn es um Quote, Page Impressions oder künftig Auflage geht, so würde MvB auch seine Mutter verkaufen, um Auflage zu erzielen – es ist also schwer, eine politische Richtung auszumachen.

    Der Print-SPIEGEL ist natürlich keinesfalls mit dem Online-Angebot zu vergleichen. Eine Mischung aus Politik, Glamour, Tittitainment und Sex & Crime wäre eine konsequente Folge von Blumencrons Politik. Dies mag Erfolg versprechen, würde aus dem SPIEGEL aber endgültig eine BILD im Magazinformat machen. Dies wollen weder die Augsteins, die immer noch mit 25% am Blatt beteiligt sind, noch die Mitarbeiter des SPIEGELS, deren KG der SPIEGEL-Verlag mehrheitlich gehört. Es ist anzunehmen, dass Mascolo als Korrektiv in die Spitze berufen wurde, um Blumencrons Niveauabsenkungen im ?erträglichen? Rahmen zu halten. Von daher hätte die Entscheidung auch wesentlich “schlimmer” ausfallen können – nicht auszudenken, was wäre, wenn Malzahn oder gar Steingart in die Chefetage berufen worden wären.

    Wer mit dem Ende der Ära Aust auf ein neues goldenes Zeitalter des SPIEGELS gehofft hat, wird vielleicht enttäuscht sein. Allenfalls eine journalistische Lichtgestalt wie Heribert Prantl hätte es vielleicht vermocht, den SPIEGEL in seine glorreichen alten Zeiten zurückzuversetzen. Ein solches Qualitätsblatt wäre aber anachronistisch, da auch der Journalismus keine Insel der Glückseligkeit im Meer der Renditeforderungen mehr ist. Die Doppelspitze könnte aus dem SPIEGEL eine renditestarke Medienmacht machen. Wer den Anspruch in Medien sucht, die für den Massenmarkt gemacht werden, wird auch künftig lange suchen müssen. Das Fernsehen hat es vorgemacht ? Quote und Anspruch schließen sich weitestgehend aus. Wer Geld verdienen will, der muss wohl den Massenmarkt abgreifen. In den Nischen können aber auch in Zukunft durchaus ansehnliche Pflänzlein gedeihen ? diese werden aber nicht SPIEGEL heißen.

    Jens Berger

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    Tags: Medien
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    40 Kommentare:

    1. Vogel schrieb am 17. Januar 2008 um 16:32 - Permalink

      Hi Jens,

      Du hast recht, “schaun merr ‘mal”

      Allenfalls eine journalistische Lichtgestalt wie Heribert Prantl hätte es vielleicht vermocht, den SPIEGEL in seine glorreichen alten Zeiten zurückzuversetzen.

      Hier hast Du nicht ganz so recht. 1. Auch H. P. hat sich, z. B. im Presseclub, Sonntags um zwölf, nicht immer sooo gut geschlagen, wie man es unter dem Titel “Lichtgestalt” vermuten könnte, und 2. auch er könnte die 70-90-er (z. B.) nicht wieder zurück bringen, obwohl er sicher ein hervorragender Mann ist.

      Ein solches Qualitätsblatt wäre aber anachronistisch, da auch der Journalismus keine Insel der Glückseligkeit im Meer der Renditeforderungen mehr ist.

      Hier hast Du wieder recht, leider, wir waren uns schon an anderer Stelle einig: Auch DER SPIEGEL kann nicht gleichzeitig gegen den Strom schwimmen und überleben. Ich sag’s gerne etwas deutlicher “Das Volk will’s nicht so genau wissen, es fühlt sich auf dem Boulevard am wohlsten” Oder, wie G.C. Lichtenberg sagte:

      ?Der Mensch kommt unter allen Tieren in der Welt dem Affen am nächsten.?

      Also, schaun merr ‘mal … und hoffen – als SPIEGEL-Freunde -, dass sich der Schaden in Grenzen hält.

      Beste Grüße
      Vogel

      PS.: Ein ganz anderer Gedanke: Es wäre schade, aber wer sagt denn, dass man nur im SPIEGEL auf Ewig und drei Zeiten nur guten Journalismus (Was ist das?) geboten kriegen muss? Die SPIEGEL kommen und gehen, lesen wir halt was anderes! Z. B. SZ, da ist ja der H. P. z. Z. zu Hause.

    2. Spiegelfechter schrieb am 17. Januar 2008 um 16:45 - Permalink

      @Vogel

      Ein ganz anderer Gedanke: Es wäre schade, aber wer sagt denn, dass man nur im SPIEGEL auf Ewig und drei Zeiten nur guten Journalismus (Was ist das?) geboten kriegen muss? Die SPIEGEL kommen und gehen, lesen wir halt was anderes! Z. B. SZ, da ist ja der H. P. z. Z. zu Hause.

      Nun ja – zunächst einmal kriegt man im SPIEGEL ja schon etwas länger keinen wirklich guten Journalismus mehr geboten. Die SZ ist noch ein Lichtblick, aber auch nicht in Gänze. Innen- und rechtspolitisch würde ich sie als vorbildliche einstufen, außenpolitisch fehlt ihr leider die eigene Linie. Sie kopieren Agenturmeldungen und reichern diese an, bleiben aber stets im Mainstream. Dokumentationen und Reportagen weichen zwar davon ab, aber im Nachrichten- und Kommentarbereich unterscheiden sich SZ und der Rest kaum.

      Den wirklich guten Journalismus entdecke ich übrigens immer wieder fern der Druckerpresse. Im Radio gibt es anscheinend noch gute Journalisten und v.a. gute Spartenleiter, die sie gewähren lassen. Radiosendungen, wie HR2-DerTag oder die Spartensender DLF, DRadio-Kultur und die Spartensender der regionalen Anstallten machen teilweise wirklich hervorragende Programme. Davor kann ich nur den Hut ziehen.

    3. Ralf schrieb am 17. Januar 2008 um 17:29 - Permalink

      Der Spiegel bleibt im Schnitt eine gute Quelle, bei der man wie bei jeder Zeitschrift die Intention hinterfragen muss. Der Vergleich von SpOn mit einer Internetbild ist fehl am Platz, obwohl SpOn eher den Boulevardjournalismus fährt sind die Berichte sachlich nicht falsch und sehr viel besser recherchiert als die der Blödzeitung.

      Broder als islamophob zu bezeichnen ist zumindest fragwürdig, da für eine Phobie eine unbegründete und übersteigerte Angst erkennbar sein muss. Broder belegt seine Thesen faktenreich, und seine Denkanstöße sind diskussionswürdig, daher zieht diese Reiztitulierung aus meiner Sicht nicht. Islamkritisch trifft es besser.

    4. Vogel schrieb am 17. Januar 2008 um 17:33 - Permalink

      Hi Jens,

      es erstaunt mich: DRadio Kultur, HR 2, DLF, auch WDR 5 … wo hast Du meine Radiosender her? Im TV gibt’s noch die 3. Programme, Phönix und arte, jaja. Trotzdem lautet oft die Regel (Zitat U. Wickert), auch im Radio: “Und ist der Korrespondent noch so fleißig, es bleibt bei einsdreißig!” (90 sec.) Die Hintergrundsendungen natürlich ausgeschlossen.

      Aber: Es stimmt: O tempora o mores, die Ende60-er bis 90-er bringt uns niemand wieder.

      Zum 3. Mal: Schaun merr ‘mal – wie’s mit “unserm” SPIEGEL weitergeht.

      Beste Grüße
      Vogel

    5. Nero schrieb am 17. Januar 2008 um 17:48 - Permalink

      @ Ralf

      Broder gehört zu den führenden islamophobischen Hetzern im deutschen Medienwald. Von Fakten kann überhaupt keine Rede sein, “Hurra wir kapitulieren” besteht hauptsächlich aus Polemik. Du scheinst nicht genug Artikel von ihm gelesen zu haben, ganz zu schweigen das er ein Bushfreund ist, die Neocons liebt und Israel fanatisch verteidigt wo es nur geht.

    6. dot tilde dot schrieb am 17. Januar 2008 um 18:23 - Permalink

      haben eigentlich alle spiegel-titel zum thema islam einen schwarzen hintergrund?

      .~.

    7. Malte schrieb am 17. Januar 2008 um 19:33 - Permalink

      “Habemus papas” ist so nicht korrekt. Wenn schon lateinisch, dann so: “Habemus papae”. Edit: doch stimmt! hehe, ist ja akkusativ.

    8. Spiegelfechter schrieb am 17. Januar 2008 um 19:38 - Permalink

      @Malte

      Echt?
      Der Akkusativ Plural von “Papa” ist aber mW doch “Papas”. Oder sollte ich mein Latinum doch lieber für einen wohltätigen Zweck versteigern? ;-)

      edit: das hatte ich vor Deinem “edit” geschrieben, sonst hätte ich es mir sparen können ;-)

    9. COPOKA schrieb am 17. Januar 2008 um 19:43 - Permalink

      ?Spritzpistole des Neoliberalismus?

      Köstlich!
      Das gehört unter Creative Commons-Lizenz!
      ;)
      Ich weiß, ist es bereits.

      Gruß,
      COPOKA

    10. Ralf schrieb am 18. Januar 2008 um 11:29 - Permalink

      @ Nero, wenn wäre er damit ein islamophober Hetzer. Ich lese ziemlich jeden Artikel von ihm und bin selten eins mit seinen Aussagen, trotzdem sind sie faktisch korrekt und nur sehr einseitig recherchiert. Vllt haben Sie aber auch einen Beleg, in wieweit er in seinem Buch über Belegbares hinausgeht?

    11. effizienzcluster schrieb am 18. Januar 2008 um 15:19 - Permalink

      @ Ralf

      “Der Spiegel bleibt im Schnitt eine gute Quelle, bei der man wie bei jeder Zeitschrift die Intention hinterfragen muss. Der Vergleich von SpOn mit einer Internetbild ist fehl am Platz, obwohl SpOn eher den Boulevardjournalismus fährt sind die Berichte sachlich nicht falsch und sehr viel besser recherchiert als die der Blödzeitung.”

      Es gibt hier beim Spiegelfechter ein paar Artikel über Spon (Malzahn und co.)
      Und sachlich falsch ist bei Spon fast jeder Artikel über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
      Beim Spiegel sieht es nicht viel besser aus und das hat jetzt nichts mit Ideologie zu tun.

      “Vllt haben Sie aber auch einen Beleg, in wieweit er in seinem Buch über Belegbares hinausgeht?”

      Nun, wo belegt er denn seine Verschwörungstheorien?
      Ein paar seltsame Einzelbeispiele, die teilweise sogar erlogen sind, reichen dir?

    12. Vogel schrieb am 18. Januar 2008 um 21:27 - Permalink

      Hi Jens,
      Du wirst es heute Morgen auch im DLF gehört haben: 15. Jahrestag des Focus. Ja, am 18.01.1993 ist dieses Blättchen zum erstenmal erschienen, und “Fakten- Fakten- Fakten-Markwort” hatte den Finger am Puls der Zeit, und es wurde bestätigt: DER SPIEGEL ist (zukünftig) zu gut für diese Welt! Und siehe: Von da an ging’s bergab …

      Grüße
      Vogel

      PS.: Können wir nicht alle, die jeweils 3. Januarausgabe eines Jahres, klauen und verbrennen? Ich könnt’ nachträglich noch den Markwort erschießen und die Leich’ ersäufen und den homo, der ein lupus ist, noch dazu!!

    13. armin schrieb am 23. Januar 2008 um 17:32 - Permalink

      Bitte nicht verpassen:
      Spon hat heute ab ca. 13 Uhr einen Artikel versteckt und textlich verändert, im Orignal gab es diesen Text zu lesen: “… Jugendliche, insbesondere Muslime bringen sich mit Tilidin in Stimmung, bevor sie Läden ausrauben oder Leute verprügeln…”
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,529907,00.html

      Der Spiegel stürmt….

      Auf verschiedenen Online blogs ist das Original noch erhalten, der hinweis auf die Glaubensgemeinschaft der Muslime wurde aber gestrichen. War “Muslime” kulturell, religiös oder ethnisch gemeint?

      Ist es die Rasse der Muslime, die sie zu Drogen und Gewalt treibt, oder liegt es an der Religion. Ist der gesamt Nahe Osten auf Tilidin? Sehen die Palästinenser deshalb so ausgezehrt aus?

      Alles Monster

    14. Fuchs schrieb am 23. Januar 2008 um 17:56 - Permalink

      Den Artikel habe ich (im Original) auch gelesen. Schade, dass Spiegel Online eingeknickt ist und aus vermutlich politischer Korrekheit den Muslime-Teil entfernt hat. Immerhin geht es hier ja um die Erfahrungen der Polizei. Warum sollten die Beamten der Presse Lügen auftischen? Wenn nunmal besonders viele Muslime sich dieses Mittel als Droge reinpfeifen, bevor sie rauben, randalieren und prügeln, sollte das benannt werden dürfen.

      In diesem Zusammenhang auch interessant: Roman Reusch wurde inzwischen zwangsversetzt (offiziell natürlich “auf eigenen Wunsch”). War offenbar unklug von ihm, seine beruflichen Erfahrungen mit Migranten (auch hier wieder vorrangig: Muslime) öffentlich zu äußern. Für die Versetzung gesorgt hat eine Senatorin (SPD!), deren Namen mir gerade entfallen ist. Wie auch immer: Jetzt ist er als potentieller Brauner gebrandmarkt und darf irgendwelche Papiere sortieren, dabei hat er nur stadtbekannte Dinge beim Namen genannt. Tolles Deutschland, tolle Meinungsfreiheit!

    15. armin schrieb am 23. Januar 2008 um 18:08 - Permalink

      Ach Fuchs,

      entgegen der landläufigen Meinung ist das Problem doch nicht zuviel Kultur oder Religion sondern zuwenig davon (das gilt Weltweit und für jeden deutschen Staatsbürger, gleich welcher Haarfarbe).

      Radaubrüder, Hooligans und Drogenschläger glauben mehr an MTV-Gangster-Videos als an Gott.

      Auf Basis deiner Analyse dürfte die morgige Schlagzeile lauten: Katholiken und Protestanten führen die Krimalstatistik in Deutschland an.

      Kann das Niveau noch tiefer sinken?

    16. salvo schrieb am 23. Januar 2008 um 18:10 - Permalink

      “Ist es die Rasse der Muslime, die sie zu Drogen und Gewalt treibt, oder liegt es an der Religion.”

      die Rasse der Muslime?

      na ja, man ersetze ‘Muslime’ mit ‘Juden’ – und schon wissen wir, wessen Geist hinter solchem Schwachsinn steckt

    17. armin schrieb am 23. Januar 2008 um 18:29 - Permalink

      Ich zitiere nochmal die Spiegel-Hetze: “Muslime bringen sich mit Tilidin in Stimmung, bevor sie Läden ausrauben oder Leute verprügeln”

      Ich würde vom Spiegel-Konzern wirklich gern erfahren, wie das gemeint ist (siehe meine rethorischen! Fragen oben). Lasst euch den Satz mal auf der Zunge zergehen:
      “Muslime bringen sich mit Tilidin in Stimmung, bevor sie Läden ausrauben oder Leute verprügeln”

      unfassbar

    18. Achim S. schrieb am 23. Januar 2008 um 18:49 - Permalink

      na ja, rasse der muslime ist in der tat sehr unglücklich forumliert. es war sicher die bevölkerungsgruppe der muslime gemeint.

      was an
      \”Muslime bringen sich mit Tilidin in Stimmung, bevor sie Läden ausrauben oder Leute verprügeln\”
      so unfassbar sein soll, erschließt sich mir allerdings nicht. würde sagen, ist halt \’n tatsachenbericht. wenn die grünen jungs ständig türken, araber & co. erwischen, die dieses zeug konsumiert haben, macht der satz doch sinn.

      würden sie den satz besser finden, wenn er in schöne, multikulti-kompatible worte verpackt gewesen wäre? z.b. \”deutsche jugendliche, vereinzelt mit migrationshintergrund, bringen sich mit…\”? nee, nee. da ist mir die benennung von tatsachen lieber. selbst wenn sie unbequem sind. sogar unser guter, alter kohl hat inzwischen in einem interview zugeben müssen, dass multikulti gescheitert ist. die erkentnis kommt dummerweise einige jahre zu spät (denn jetzt liegt das kind bereits im brunnen).

    19. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2008 um 18:56 - Permalink

      @Fuchs

      Dies ist die allerletze Warnung: Wenn Du noch einmal in diesem Blog einen Kommentar verfassen willst, dann bleib bei einem(!) Nick. Du kannst Dich für ?Vogelfresser?, ?Thomas Herre?, ?Induriona?, ?juergen? oder ?Ex-CDU Wähler? entscheiden. Ansonsten wirst Du von mir gesperrt und jeder künftige Beitrag wird unabhängig vom Inhalt sofort gelöscht. Aber dann meckere bitte nicht über “Zensur”. Ich gebe Dir die Möglichkeit, Dich zu äußern – aber Du mußt auch gewisse Regeln einhalten; das forderst Du von Jugendlichen mit Migrationshintergrund schliesslich auch.

    20. salvo schrieb am 23. Januar 2008 um 20:31 - Permalink

      @jens

      warum verschwendest du überhaupt Energie und Zeit und setzt dich mit diesen rechten Psychopathen auseinander? Die sind doch von einem einzigen Thema besessen, der Vernichtung des Volksfeindes, den sie derzeit eben mit den Muslimen identifizieren, vorher waren es die Juden, “slawischen Untermenschen”, Kommunisten, usw. Diese Leute sind austauschbar – man versetze sie in die alte Zeit zurück und die würden umstandslos Jagd auf die damals identifizierten Volksfeinde machen und dabei vor nichts zurückschrecken.

    21. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2008 um 20:53 - Permalink

      @salvo

      Ich mache mir über den Geisteszustand dieser Individuen keine Illusionen. Aber ich will dennoch mit gutem Beispiel vorangehen – hart, gerecht und ehrlich ;-)

      Was meinst Du, wie sich diese Typen ärgern, wenn man fair mit ihnen umgeht. Da hält man ihnen den Spiegel vor´s Gesicht und sie sehen das Arschloch, das sie sind. Ansonsten würden sie sich nur künstlich echauffieren “Gutmenschen”, “Zensur”, “Unterdrückung”, “Wir brechen Tabus” – Unfug, sie lärmen nur, brechen aber keine Rabus und sie werden nicht unterdrückt oder zensiert. Ich schätze, es ist das beste, sie bloßzustellen.

    22. Fuchs schrieb am 23. Januar 2008 um 21:46 - Permalink

      Vorab, hier ist Thomas Herre. Fuchs ist mein neuer (und fortan bleibender) Nick. Sorry für die Nickspielerei.

      @salvo

      Die sind doch von einem einzigen Thema besessen, der Vernichtung des Volksfeindes

      Möchte Ihr Weltbild ja ungerne beschädigen, aber stellen Sie sich mal vor: Jemand aus meiner Verwandschaft war tatsächlich im KZ und hat dieses auch nicht mehr lebend verlassen. Ich denke, dass sagt genug darüber aus, was ich von Nazis, vor denen Sie offenbar soviel Angst haben, halte. Für mich sind die heutigen “Nazis” lediglich ein unbedeutender Haufen von Schlägern. Der harte Kern (NS-Gesinnung) umfasst wahrscheinlich gerade mal so einige hundert Leute. Fast lachhaft, darüber zu reden.

      Zum Thema: Ich sehe hier keine Jagd auf “Volksfeinde”, sondern Bürger aus der sog. bürgerlichen Mitte (zu der ich mich auch zähle), die begründete und nicht zu leugnende Probleme ansprechen. Das dabei vereinzelt mal jemand über die Stränge schlägt, streite ich nicht ab. Dummerweise fällt bei vielen SPD/Gründe/PDS-Wählern bei den Begriffen “Ausländer” und “Kriminalität” sofort die Klappe und die Nazi-Keule wird ausgepackt. Dabei ist es mittelfristig viel gefährlicher, Missstände zu leugnen oder bewusst klein zu reden, als diese anzuprangern und zu lösen – auch im Interesse aller ehrlichen, anständigen Ausländer in Deutschland, die es ja zweifelsfrei gibt.

      Warum haben denn Seiten wie Politically Incorrect, Gruene Pest u.a. so einen Erfolg? So viele “rechten Psychopathen”, um mal bei Ihrer Wortwahl zu bleiben, kann’s doch gar nicht geben. Bitte unterstellen Sie jetzt nicht zehntausenden Menschen Dummheit. Ich denke, existierende Missstände wurden einfach zu lange unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit verschwiegen. Jetzt hat Roland Koch (wenn auch nur aus Wahlkampfgründen) das Thema aufgegriffen – und siehe an, die Resonanz ist da. Selbst Helmut Kohl gab kürzlich zu, dass Mulitkulti gescheitert ist.

      Mir ist völlig klar, dass ich auf dieser Seite mit meinen Ansichten ziemlich alleine darstehe. spiegelfechter.com ist nunmal eher links-liberal und nicht rechts-konservativ orientiert. Das ist OK. Ich bitte nur darum, nicht einen großen Teil der Bevölkerung als Braune abzuurteilen, weil sie z.B. die Äußerungen von Roland Koch, Roman Reusch u.a. Personen teilen. Das Bewusstsein für das Thema “kriminelle (überwiegend jugendliche) Migranten” ist in der breiten Masse schon lange vorhanden – jetzt kommt es endlich auf die Tagesordnung. Das war überfällig. Es dürfte besser sein, jetzt zu handeln, indem z.B. ausländische Intensivtäter schneller abgeschoben werden, als extremistische Parteien wie die NPD oder DVU zu stärken, weil sich ein immer größer werdener Teil der Bevölkerung von den großen Parteien nicht mehr ernst genommen fühlt.

      Danke für die Aufmerksamkeit.

    23. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2008 um 22:20 - Permalink

      @Fuchs

      Für mich sind die heutigen ?Nazis? lediglich ein unbedeutender Haufen von Schlägern. Der harte Kern (NS-Gesinnung) umfasst wahrscheinlich gerade mal so einige hundert Leute. Fast lachhaft, darüber zu reden.

      Ein paar mehr werden es schon sein. Es gibt aber nicht nur schwarz und weiß, sondern viele Schatierungen von grau. Ich bin sehr sicher, dass ein Großteil der NPD-Miglieder keine traditionellen Nazis sind, die gerne wieder einen “Führer” hätten. Dennoch haben sie ein Weltbild, dass mit meinem humanistischen nicht zu vereinbaren ist. Nenne sie meinetwegen “reaktionär” und “deutschnational” – das passt schon besser.

      Zum Thema: Ich sehe hier keine Jagd auf ?Volksfeinde?, sondern Bürger aus der sog. bürgerlichen Mitte (zu der ich mich auch zähle), die begründete und nicht zu leugnende Probleme ansprechen.

      Das Ansprechen dieser Probleme ist natürlich auch erlaubt – nur der Diskussionsschwerpunkt sollte nicht in einer Verurteilung von Ethnien liegen, sondern in einem Ausloten der Problemlösungen. Was kann man tun, um diese Probleme auszuräumen? Sich hinzustellen und (wie bei PI oder der BILD) immer nur mit dem Finger auf eine Gruppe zu zeigen ist keinesfalls zweckdienlich. Man muß der Sache auf den Grund gehen und dann gelangt man schnell zu anderen Problemen, die in unserer Gesellschaft liegen. Niemand hier vertritt eine naive Multi-Kulti Einstellung, dieser Gedanke ist längst passé. Letztendlich geht es um Gerechtigkeit – Chancengerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit. Junge Deutsche aus bildungsfernen Schichten, mit mieser Sozialisation und ohne Chancen, in ihrem Leben etwas erstrebenswertes zu erreichen, unterscheiden sich von jungen Migranten in der gleichen Situation kaum. Beide Gruppen suchen natürlich ihren Halt in der Geschlossenheit mit Gleichgesinnten. Ob das jetzt der “Machismo” der Türken ist, oder die “Rechtsradikalität” der Deutschen – die Ursache ist fast die gleiche und die Problemlösungsansätze sind ebenfalls ähnlich. Wir können das Problem nicht aus der Welt schaffen, indem wir “Anschieben” brüllen. Warum haben wir beispielsweise fast gar keine Probleme mit jungen Türken oder Iranern, deren Eltern Akademiker sind und die gut integriert sind. Wir leben nicht auf einer Insel, wir leben in einer offenen Gesellschaft, wir sind der EU und müssen lernen, mit diesen Rahmenbedingungen umzugehen. Wir können die Grenzen nicht dicht machen und müssen Migranten integrieren – das kostet Geld, aber dieses Geld ist gut investiert.

      Dabei ist es mittelfristig viel gefährlicher, Missstände zu leugnen oder bewusst klein zu reden, als diese anzuprangern und zu lösen – auch im Interesse aller ehrlichen, anständigen Ausländer in Deutschland, die es ja zweifelsfrei gibt.

      Absolut richtig – nur unterscheiden sich anscheinend unsere Lösungsansätze. Was soll es bringen, pauschal anzuklagen ohne Instrumente zu nennen, die diese Misstände beseitgen.

      Warum haben denn Seiten wie Politically Incorrect, Gruene Pest u.a. so einen Erfolg?

      Weil sie an niedere Instinkte apellieren – Hass, Angst und Fremdenfeindlichkeit. Dort werden keine Lösungen genannt, sondern die Besucher werden zu einem völkischen Brei vermengt, dem ein vermeintlicher Feind gezeigt wird. Sozialdarwinismus in Reinkultur – am unteren Ende der Gesellschaft werden Gruppen gebildet, die gegeneinander kämpfen. Divide et impera – mit einer vernünftigen Politik hätten beide Gruppen, das was sie sich wünschen.

      So viele ?rechten Psychopathen?, um mal bei Ihrer Wortwahl zu bleiben, kann?s doch gar nicht geben. Bitte unterstellen Sie jetzt nicht zehntausenden Menschen Dummheit.

      Ich würde sogar Millionen Deutschen Dummheit unterstellen – da können sie aber nichts dafür. Brot und Spiele (Hartz IV und RTL) haben sie verblöden lassen und wenn ich mir mal die Volksmedien (BILD, RTL) so anschauen, wundert mich gar nichts.

      Ich denke, existierende Missstände wurden einfach zu lange unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit verschwiegen.

      Das darf nicht sein, da es PI, NPD und Co nur Auftrieb gibt.

      Jetzt hat Roland Koch (wenn auch nur aus Wahlkampfgründen) das Thema aufgegriffen – und siehe an, die Resonanz ist da. Selbst Helmut Kohl gab kürzlich zu, dass Mulitkulti gescheitert ist.

      Multi-Kulti ist ja auch gescheitert. Das heißt aber nicht, dass Integration per se unmöglich ist. Ich habe mit Türken, Serben, Kroaten, Polen und Russen zusammen in den 90ern Abitur gemacht und mit Komilitionen aller Herren Länder zusammen studiert. Ganz normale Menschen – einige nett, andere Arschlöcher, einige aus der Mittelschicht andere aus der Oberschicht. Fast niemand aus der Unterschicht; genau so, wie bei meinen deutschen Mitabiturienten und Komilitionen. Hier ist der Kern des Problems. Migranten sind nun einmal in der Unterschicht stark verteten – wir reden hier nicht über ein Ethnien- oder Religionsproblem, sondern über ein Schichten- also Gerechtigkeitsproblem.

      Mir ist völlig klar, dass ich auf dieser Seite mit meinen Ansichten ziemlich alleine darstehe. spiegelfechter.com ist nunmal eher links-liberal und nicht rechts-konservativ orientiert. Das ist OK. Ich bitte nur darum, nicht einen großen Teil der Bevölkerung als Braune abzuurteilen, weil sie z.B. die Äußerungen von Roland Koch, Roman Reusch u.a. Personen teilen.

      Es geht hier (s.o.) nicht um “braun”, sondern um “reaktionär” kontra “liberal” und “nationalkonservativ” kontra “humanistisch”.

      Danke für die Aufmerksamkeit.

      Danke für die unaufgeregte und sachliche Darstellung Deiner Position. Auch wenn ich Deine Meinung nicht teile, finde ich den sachlichen Diskurs notwendig. Mit Grabenkämpfen erreicht man nichts.

    24. Fuchs schrieb am 23. Januar 2008 um 22:51 - Permalink

      Danke für die höfliche und nicht herabwürdigende Antwort. Leider wurde in der Vergangenheit ja oft von beiden Seiten sehr barsch argumentiert und gestritten, finde ich gut, dass wir auch anders können :-)

      Ich teile Ihre Ansichten zu einem gewissen Teil. Natürlich muss das eigentliche Problem (soziale Ungerechtigkeit) angegangen werden. Problematisch ist nur, dass alle Reformen und Verbesserungen – sofern sie denn überhaupt kommen – keine kurzfristige, sondern maximal eine mittel- bzw. langfristige Wirkung erzielen werden. Drastisch gesprochen, könnte man also sagen, dass wir uns einen Teil einer Generation an Migranten “versaut” haben (z.B. Intensivtäter, die sich meiner Meinung nach nur in Einzelfällen noch resozialisieren lassen). Von den deutschen Kriminellen fange ich jetzt gar nicht erst an, die gibt es natürlich auch in ausreichender Zahl.

      Speziell bei den muslimischen Migranten sehe ich – abgesehen von sozialen Problem – jedoch noch ein kulturelles Problem, nämlich die Religion. Wer sich mit dem Koran etwas beschäftigt hat, erkennt schnell, dass vieles, was darin geschrieben steht, nicht mit den hierzulande üblichen Wertvorstellungen vereinbar ist. Manches ist auch nicht mit unseren Gesetzten kompatibel (Beispiel: Gleichberechtigung). In gewisser Weise hat der Islam – sowit ich es interpretieren kann – einen Totalitätsanspruch und setzt “Ungläube” (also alle Nicht-Muslime) herab. Hierin sehe ich ein großes Problem; Parallelgesellschaften sind so quasi unvermeidbar. Andere Dinge, wie die Machokultur z.B. junger Türken, haben Sie ja bereits angesprochen…

      Mir ist bewusst, dass es auch moderate Muslime gibt und solche, die sich gar nicht für den Islam interessieren. Auch das hängt natürlich alles mit dem Bildungsgrad und der Sozialisierung der jeweiligen Menschen zusammen. Da aber eben leider viele Türken, Araber usw. der sog. Unterschicht angehören, ist hier einiges an sozialem Sprengstoff vorhanden. Streitigkeiten wie Kopftuchverbot und das Schächten von Tieren (finde ich übrigens als Tierfreund skandalös, egal, wer es praktziert!) belegen dies recht gut. Hier fordere ich eindeutig mit Akzeptanz unserer westlichen Lebensvorstellungen und natürlich Beachtung der hiesigen Gesetze.

      Soviel dazu von meiner Seite.

    25. armin schrieb am 23. Januar 2008 um 23:01 - Permalink

      Warum sprecht ihr von “links-liberal” und “rechts-konservativ” oder ?reaktionär? kontra ?liberal? und ?nationalkonservativ? kontra ?humanistisch??……

      …..wenn es doch nur um Recht gegen Unrecht geht. Unrecht wie Hetze, Lügen, Schmähkritik, Anstachelung zum Rassenhass, Verächtlichmachung der Religion sind schlecht, egal woher es kommt, egal wer es unterstützt, wie dieser Satz aus Spiegel-Online vom 23.1.08:

      ?Muslime bringen sich mit Tilidin in Stimmung, bevor sie Läden ausrauben oder Leute verprügeln?.

      Weder ein Konservativer, noch ein Libaraler noch ein Humanist kann Unrecht gut heißen.

      Das große Problem ist nicht zuviel Kultur und Religion, sondern zuwenig davon und……. Heuchelei! Verbrecher dienen nur den eigenen Gelüsten, nicht Gott.

    26. Spiegelfechter schrieb am 23. Januar 2008 um 23:13 - Permalink

      @Fuchs

      Koran und Bibel sind in diesen Punkten kaum unterschiedlich – es kommt auf die Auslegung an. Wie eine Religion ausgelegt und gelebt wird, hängt natürlich auch von Bildung und “Lebenserfahrung” ab. Meine Mutter wurde auch noch mit dem Katechismus erzogen. Aber das ist ein anderes Thema. Das Thema “Islam” wird maßlos überschätzt – die ganzen “Verbrechen” und “Unappetitlichkeiten”, die ihm in Deutschland zugeschrieben werden, sind meist kulturelle Angelegenheiten, die wenig bis nichts mit dem Islam selbst zu tun haben. Ehrenmorde etc. pp. sind nun mal im kurdischen Kulturkreis teilweise noch verbreitet – das ist schlimm, hat aber wenig mit “dem Islam” zu tun. Ein wenig mehr Unaufgeregtheit wäre hier von Nöten. Wenn die anderen Rahmenbedingungen stimmen (Bildungs-, Chancen-, Verteilungsgerechtigkeit) verliert der fundamentalistische Islam in Europa zwangsläufig an Bedeutung. Wenn Migranten ghettoisiert werden, links liegen gelassen werden und man ihnen Bildung und Chancen vorenthält, sind sie natürlich ein gefundenes Fressen für Rattenfänger jeglicher Couleur – dies können auch religiöse Fanatiker sein.

    27. Vogel schrieb am 23. Januar 2008 um 23:46 - Permalink

      @Fuchs
      was von “Eurer Seite” immer vergessen wird, 3 Dinge:

      1. Es gibt nicht “den Islam”! Also gibt’s auch nicht “den(die) Muslim(a)”! Die Diskussionen führen zu nix.
      2. Das Kernproblem, welches uns “anlacht” ist: Fehlende Bildung (Wissen und Sozialverhalten), sind archaische Strukturen aus z. B. Süditalien, dem Orient, der Türkei, aber auch aus unseren bildungsfernen Schichten (z. B. 3. Generation Sozialhilfe, nur drei Begriffe im Kopp: Pimpern, Saufen, Fressen (Tschuldigung) und nur eine Problemlösung: Nehm’ ich mir notfalls mit Gewalt). Und
      3. “Testosteron gegen den Rest der Welt!” Es ist vor allem Männergewalt! (Sach doch ma’ ehrlich: Kotzt Dich das nicht auch an, dass sich immer die Kerle besaufen & kloppen, mit ihren Autos andere zu Brei fahren, den Anderen ‘mal zeigen, wo der Hammer hängt, in den Krieg ziehen, auf den Wachtürmen sitzen, vergewaltigen, “den Glauben” verbreiten (welchen auch immer) und und und … [lass' uns nicht über die 3 Weiber reden, die auch 'n bisschen zuviel von dem Kram in den Adern haben]

      In allen 3 Punkten, ob man das mag oder nicht: Da muss man mit viel Geduld, viel persönlichem Einsatz, mit Vorbild (24 h – 365 d) und vor allem mit Bildung (Wissen und Sozialverhalten) hart arbeiten!

      Deshalb: 1. Bei sich selber anfangen, 2. im eigenen Umfeld wirken und dann 3. in die Ferne gucken!

      Und genau daran haperts. Zu unserem eigenen Entsetzen müssen wir z. B. immer wieder sehr deutlich erfahren, dass nur Indolenz und “Pizza iss leckerer als Sauerkraut” war, was Multikulti genannt wurde! Da gab’s kein Interesse an anderer “Kulti”, kein verstehen wollen, da gab’s nur “Sonne” und “lecker”!

      Beste Grüße
      Vogel

      PS.: Korrektur: Den Aphorismus (oder die Diatribe) von Epiktet (meine #65 im “Superteutonen” ) habe ich aus dem Kopf falsch betitelt. Muss heißen “Falscher und echter Stolz” – wär’ mir ja peinlich, falls da ‘mal jemand nachsuchen möchte …

    28. Fuchs schrieb am 23. Januar 2008 um 23:57 - Permalink

      Nun, der Unterschied zur Bibel besteht darin, dass die Bibel heute im Alltag – zumindest in Deutschland – für einen Großteil der Menschen (Christen) keine praktische Bedeutung mehr hat. Religion wird allenfalls still zuhause oder in der Kirche praktiziert. Das sage ich jetzt mal ganz wertfrei. Der Koran hingegen ist für viele Muslime wichtig, auch nach außen hin – sonst gäbe es keine so gewaltigen Proteste bei der Ausstrahlung eines Fernsehfilms, bei der Veröffentlichung von Karrikaturen, etc. Man denke zudem daran, dass bereits einige Menschen ihre öffentliche Kritik am Islam – ob sie nun angemessen war oder nicht – mit dem Leben bezahlt haben. Ein guter Artikel dazu findet sich übrigens hier: http://www.n-tv.de/629812.html

      Ich denke nicht, dass der Islam “überschätzt” wird. Ich halte ihn leider für mit westlicher Kultur größtenteils unvereinbar. Da man natürlich nicht erwarten kann/darf, dass hiesige, gläubige Muslime ihrem Glauben abschwören, besteht hier eindeutig Konfliktpotential. Doch gut, hier gehen unseren Meinungen offenbar auseinander.

      Ich wünsche eine gute Nacht :-)

    29. Fuchs schrieb am 24. Januar 2008 um 00:08 - Permalink

      @Vogel

      Bitte kein “Eure Seite” u.ä. Einlässe! Ich stehe nicht auf irgendeiner Seite. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und bilde mir meine eigene Meinung.

      Das Gewalt überwiegend von Männern ausgeht, ist nichts Neues. Das liegt wohl (leider) in der Natur der Dinge. Ebenso halte ich das meist geringe Interesse vieler Menschen für andere Kulturen für “menschlich” – eine zugegeben nicht schöne Eigenschaft, aber nunmal nicht ungewöhnlich. Der durchschnittliche US-Bürger interessiert sich auch nur für die leckeren Nachos und nicht für die mexikanische Kultur.

      Ihre übrigen Ansichten in allen Ehren, doch sie sind überzogen und weltfremd. Der Spiegelfechter argumentiert hier eindeutig sachlicher und differenzierter.

      So, nun aber wirklich gute Nacht!
      zZzZzZzZzZzZz… ;-)

    30. armin schrieb am 24. Januar 2008 um 00:23 - Permalink

      @Fuchs

      1. Die von dir angesprochene Bedeutungslosigkeit der Bibel kann logischerweise kein inhaltlicher “Unterschied zur Bibel” darstellen. Du argumentierst im Kreis, wenn nicht gar verächtlich gegenüber der Bibel.

      2. Du sagst selber, dass es hier nicht um einen Konflikt zwischen den Religionen geht.

      3. Auch die von dir ins Auge gefaßte “Gegenpartei” handelt frei von religösen Überlegungen, die Kritik bezieht sich auf einfache, herumpöbelnde Kleinkriminelle einfachen Gemüts.

      Zwischenergebnis: Du redest über einen Konflikt, der nichts mit Religion zu tun hat.

      Der Auslöser der Diskussion ist der U-Bahn Überfall durch alkoholisierte Kriminelle (bzw. Kochs Wahlkampf und das Profilierungsspiel der herrschenden Politvereine).
      Deren Problem ist, dass sie sich vor keinem Gott zu verantworten glauben, dass sie keine gute Kultur haben, Alkohol saufen, sich mit Gewalt durchsetzen, eigensüchtig Spaß haben, Drogen nehmen, herumhängen, Kriminelle als Vorbilder haben, sich gehen lassen, egoistisch sind, verwahrlost sind.

      Wo finden diese Phänome der Verwahrlosung ihren Ursprung?
      Sicher nicht in der Lektüre eines religiösen Buchs.

    31. Fuchs schrieb am 24. Januar 2008 um 00:46 - Permalink

      Mensch, Wegen Euch verschlafe ich morgen ;-) Da drückt man nochmal F5 und schon ist’s passiert…

      Nur ganz kurz:

      1. Ich bin nicht religiös und kritisiere weder die Bibel, noch den Koran als solchen. Ich sage nur, dass die Bibel keine praktische Bedeutung mehr für das Leben in Deutschland hat, der Koran für einen nicht gerade kleinen Teil der Muslime hierzulande jedoch durchaus (siehe die diversen öffentlichen Proteste). Außerdem bin ich der Auffassung, dass die Lehren des Islam nicht in eine westlich geprägte, aufgeklärte Gesellschaft passen.

      2. Einen Konflikt gibt es global gesehen sehr wohl. Der interessiert mich persönlich allerdings nicht, siehe Punkt 1.

      3. Es ging hier in der Diskussion um zwei verschiedene Dinge: a) Konfliktpotential durch zu große, teils religiös bedingte, kulturelle Unterschiede zwischen muslimischen Migranten und Deutschen, sowie b) um kriminelle, jugendliche Ausländer; letzteres Problem hat allerdings, wie der Spiegelfechter bereits schrieb, eher mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen, als mit Religion zu tun (wobei da die Grenzen natürlich nicht klar abgesteckt werden können).

      Auslöser der Diskussion in den Massenmedien ist i.d.T. der Überfall auf den Rentner in München, richtig. Die Problematik der Gewalt durch junge Ausländer ansich besteht aber schon seit Jahren, wurde bisher jedoch größtenteils tot geschwiegen; vermutlich, um keine Fremdenfeindlichkeit zu schüren. Leider löst man durch verschweigen und kleinreden keine Probleme. Jetzt sollte das Thema endlich sachlich angegangen werden und zwar bitte ohne gleich Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen.

      So, jetzt ist aber wirklich Schluss… angenehme Nachtruhe!

    32. Vogel schrieb am 24. Januar 2008 um 14:34 - Permalink

      @#29
      Lieber Herr Fuchs. Eines (vorab) iss schon ‘mal richtig: Herr Berger kann schöner antworten als ich.

      Bitte kein ?Eure Seite? u.ä. Einlässe! Ich stehe nicht auf irgendeiner Seite. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und bilde mir meine eigene Meinung.

      Eins scheint wohl auch richtig zu sein: Dass Sie nicht wissen wo Sie stehen! Kann ich mir nicht so recht vorstellen!

      Leider muss es wohl falsch sein, Argumente der Art, wie Sie sie hier – unter den verschiedensten Nicks – verbreitet haben, als “rechtsextrem” einzuordnen! (rechter “Kuschelkurs”?) Warum haben Sie denn überhaupt auf mein “Eure Seite” so heftig reagiert? Hab’ ich da auf den dicken Zeh getreten? Tschuldigung!

      Das Gewalt überwiegend von Männern ausgeht, ist nichts Neues. Das liegt wohl (leider) in der Natur der Dinge. Ebenso halte ich das meist geringe Interesse vieler Menschen für andere Kulturen für ?menschlich? – eine zugegeben nicht schöne Eigenschaft, aber nunmal nicht ungewöhnlich. Der durchschnittliche US-Bürger interessiert sich auch nur für die leckeren Nachos und nicht für die mexikanische Kultur.

      Ach Ja! Dann kann man da wohl nix machen, schade! Auch der Koch und seine Claqueure nicht? Z. B. Die Gewaltat von München – naturgegeben? Das haben Sie sicher nicht gemeint, oder etwa doch? Dann isses ja gut! Dass sich “die Amis” nicht für Kultur (z. B. in Mexiko) interessieren? Ich kann’s nicht glauben! *kicher*

      Sie haben ja recht. Mir fehlt das Instrumentarium, mich Ihnen und Ihresgleichen gegenüber verständlich zu machen. Ich guck halt erst’mal auf die Landkarte, dann in die Stadt, dann in das Viertel, dann nach der Straße … bevor ich mich auf den Weg mache. Wenn die Voraussetzung – das Land (oder: das Allgemeine) – nicht gegeben ist, brauchen wir uns über die Details – die konkrete Straße (oder: das Spezielle) – nicht mehr unterhalten. Deshalb bleibt mir nur noch ein abschließender Dank für Ihre warmen Worte!

      Beste Grüße
      Vogel

    33. Fuchs schrieb am 24. Januar 2008 um 19:56 - Permalink

      Schon wieder eine Gewalttat in der S-Bahn. Ob diesmal ein deutschfeindlicher Hintergrund vorliegt, ist unbekannt. Bericht: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,530829,00.html

      Interessanterweise fordert jetzt – im Wahlkampf – auch Christian Wagner (CDU) die Ausweisung von Ausländern, die rassischte, deutschfeindliche Äußerungen machen:
      http://www.bild.t-online.de/BILD/news/politik/2008/01/24/auslaender-poebeln-cdu/ausweisen-hessen-politiker.html

      Bin mal gespannt, ob diesen Worten auch Taten folgen werden.

    34. Spiegelfechter schrieb am 24. Januar 2008 um 20:41 - Permalink

      @Fuchs

      Nein! Da hilft nur eins!

    35. salvo schrieb am 24. Januar 2008 um 21:12 - Permalink

      also, ich fühl mich in der U-Bahn sicher

      dank

    36. noamik schrieb am 25. Januar 2008 um 21:33 - Permalink

      @Fuchs:

      Also, dass man nach solch einem Kommentar in eine bestimmte Ecke gestellt wird:

      Ob diesmal ein deutschfeindlicher Hintergrund vorliegt, ist unbekannt.

      darf einen nun wirklich nicht wundern. Der Artikel ist ein wunderbares Beispiel sinnloser Jugendgewalt, wer die S-Bahnlinie kennt, kann sich schon fast denken, welche Klientel da gesessen hat. Mit irgendwelchen rassistischen Ideologien gleich welcher Richtung hat das vermutlich nichts zu tun, der Artikel suggeriert dies auch weder, noch bietet er irgendeinen Anhaltspunkt für diese Vermutung.

      Der Kommentar hingegen enthält unterschwellig eine wertende voreingenommene Botschaft. Die klar und absichtsvoll untergebrachte Botschaft ist, dass es derartige Taten in relevantem Umfang gibt, diese auch ein aktuelles Problem darstellen würden, und dies hier nur nicht bewiesen werden könne. Dies erwächst aus dem kleinen Wort: diesmal. Darin steckt ein so gewaltiger Bedeutungsberg, dass man nur von Absicht reden kann. Ich will das gar nicht ausdiskutieren. Darüber sollte ein Fuchs mal nachdenken, hier bellt auf jeden Fall ein getroffener Hund …


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