Mit krimineller Energie (zurück) in die Atomkraft
geschrieben am 23. Mai 2010 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Wolf Wetzel
Wie viel kriminelle Energie war notwendig, um die Atomkraft durchzusetzen? Und wie viel kriminelle Energie braucht man, um an ihr festzuhalten? Eine Bestandsaufnahme.
Die schwarz-gelbe Regierung hat ihre Drohung mit dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie wahr gemacht: Im Koalitionsvertrag 2009 ist das Ziel der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke festgeschrieben worden. Während die neue Regierung von ?Brückentechnologie? fabuliert und gleichzeitig die Laufzeitverlängerung generalstabsmäßig plant, tauchen Akten und Dokumente auf, die belegen, dass die Entscheidung, das atomare Endlager in Gorleben zu bauen durch gezielte Manipulation von Gutachten und massive Einflussnahme von CDU-Politikern zustande kam. Seitdem ist es recht still geworden. Der Rest der Empörung wird sich ? aller Erfahrung nach – in den langen, parlamentarischen Gängen verlaufen: Ein Untersuchungsausschuss wurde eingerichtet, eine moderne Sickergrube. Während dessen nutzt die schwarz-gelbe Regierung die Zeit, um sich darauf zu einigen, ob die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke 10, 20 oder 30 Jahre betragen soll. Gleichzeitig vergibt die schwarz-gelbe Regierung erstmals wieder Hermeskredite in Höhe von 2,5 Milliarden Euro für Siemens/Areva, also Staatsgarantien für einen Atomreaktor, der in Brasilien gebaut werden soll. Damit hält sich die deutsche Bundesregierung nicht nur die Option für neue Atomkraftwerke in Deutschland offen. Mit der Atomkooperation mit Brasilien wird genau das praktiziert, was im Iran als schleichender Übergang von der zivilen zur militärischen Nutzung der Atomenergie gegeißelt wird: »Ein deutscher Militärexperte rechnet mit der Produktion der ersten brasilianischen Atombombe innerhalb der nächsten drei Jahre. Auf der Grundlage ?aller Erfahrung im Umgang mit vergleichbaren Entwicklungen? gehe er davon aus, dass die Streitkräfte Brasiliens bald über Nuklearwaffen verfügen würden, schreibt Hans Rühle, ein ehemaliger Leiter des Planungsstabs im Bundesverteidigungsministerium. Rühles Annahme kann sich auf Aussagen höchstrangiger brasilianischer Politiker stützen, die darauf hoffen, mit nuklearer Bewaffnung den weltpolitischen Aufstieg ihres Landes abstützen zu können. Offizielle Reaktionen aus Berlin sind nicht bekannt. Die Bundesrepublik unterstützt den Aufbau der brasilianischen Nuklearindustrie schon seit Ende der 1960er Jahre und hat ihren Atomvertrag mit Brasilien aus dem Jahr 1975 erst vor wenigen Wochen explizit bestätigt.«
Der Unterschied zwischen dem brasilianischen und iranischen Atomprogramm ist kein technischer, sondern ein politischer: Während der Iran als politischer Gegner des Westens eingestuft wird, will die deutsche Bundesregierung Brasilien als Gegengewicht zum bolivarianischen Venezuela und als strategischen Partner in Lateinamerika etablieren und stärken – und hilft ihr mit einem Know-How, das deutsche Atomkonzerne bereits in den 80er Jahren in den Besitz waffenfähigen Nuklearmaterials gebracht hat.
Ein Parteien-Poker (hinter verschlossenen Türen) statt lückenlose und öffentliche Aufklärung
Warum werden keine Strafanzeigen gestellt? Warum werden keine weiteren Fakten an die Öffentlichkeit gebracht? Warum nutzt die Oppositionsparteien SPD und Grüne nicht die Gunst der Stunde, um dem geplanten Bruch des ?Atomkonsenses? anzuprangern? Warum wird alles Weitere hinter verschlossenen Türen ausgehandelt?
Die Gründe dafür sind schlicht bestechend: Bei der Durchsetzung des Atomprogrammes existierte zwischen den Ex-Regierungsparteien und der aktuellen Regierungskoalition ein ?nationaler Konsens?, also weitgehendste Übereinstimmung. Um diese ?nationale Aufgabe? gegen eine große Mehrheit in der Bevölkerung durchzusetzen, bedienten sich alle Parteien rechtswidriger Praktiken, die die (zivile) Nutzung der Atomenergie für militärische Zwecke mit einschloss.
Wenn also der Ex-SPD-Umweltminister Gabriel mit Blick auf das Atomforum von ?Lug und Trug? spricht, dann weiß er, wie weit er damit gehen kann. Nicht viel weiter, eben. Denn die CSU-CDU-FDP-Regierung bräuchte nur in eine Schublade greifen, in der sich Dossiers befinden, die denselben kriminellen Umgang bei der Durchsetzung der Atomenergie aufseiten SPD geführter Regierungen beweisen würde. Im Folgenden geht es darum, einen Blick in diese Schublade zu werfen.
Im Bundestagswahlkampf 2009 stand neben der Frage: Wer bezahlt die Krise? die von FDP und CDU/CSU gestartete Kampagne zum Wiedereinstieg in die Atomenergie im Mittelpunkt. Nach gewonnener Wahl machte sich das schwarz-gelbe Lager zügig an die Umsetzung ihrer Drohung. Die Zeit brennt unter den Nägeln: Der Ausstieg aus der Atomenergie mit festgeschriebenen Restlaufzeiten hätte das alsbaldige Aus für die nächsten Atomkraftwerke bedeutet. Mit Blick auf neue Regierungskonstellationen drosselten sogar einige Energiekonzerne die produzierte Strommenge alter Atomkraftwerke (wie im ältesten AKW in Biblis, das vom RWE-Konzern betrieben wird), um sie so in die erhoffte schwarz-gelbe Ära der Atomkraftrenaissance hinüber zu retten.
Es geht um unglaublich viel Geld: Die Verlängerung der Laufzeiten würde Milliarden von Euros ? nicht nur – in die Taschen der Stromkonzerne spülen. Unter dem Titel: ?Unsere Atomkraftwerke sind noch lange nicht am Ende ihrer Laufzeit? rechnet der RWE-Chef Jürgen Großmann schon einmal laut durch: »Wir sind bereit, die Gesellschaft angemessen an diesem Mehrwert zu beteiligen ? Aber wir wollen auch ein kleines bisschen dabei verdienen ? Es wäre zu überlegen, ob wir 45, 50 oder 55 Prozent davon abgeben.« Ein Deal, der die illegalen Parteienfinanzierungen durch Industrie und Wirtschaft der letzten 30 Jahre in den Schatten stellen würde.
Während man sich offiziell in der Prüfungsphase befindet, werden die Weichen für diesen milliardenschweren Deal gestellt, wobei man sich nicht einmal mehr um den Anschein der Unparteilichkeit bemüht: Bundesumweltminister Röttgen gab bekannt, dass er die Leitung der Abteilung Reaktorsicherheit mit Gerhard Hennenhöfer besetzen will, was darauf hinausläuft, einen Waffenschmuggler damit zu beauftragen, das Verbot des Waffenbesitzes durchzusetzen: Gerhard Hennenhöfer war Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik beim Stromkonzern Viag. In dieser Funktion handelte er mit der damaligen rot-grünen Regierung den Atomkonsens aus, den er mit seiner Unterschrift besiegelte. Eigentlich verbieten die Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes eine solche Nominierung.
Dort steht recht verständlich geschrieben, dass, »wer außerhalb seiner amtlichen Eigenschaft in der Angelegenheit … tätig geworden ist« (Paragraf 20), einen solchen Posten nicht wahrnehmen kann und darf. Doch die Befangenheit des Atomlobbyisten ist für Umweltminister Röttgen weder ?böser Anschein?, noch ein Problem, sondern eine Art Garantieurkunde. Er lässt verlautbaren: »?Unser Haus teilt die Bewertung nicht?, sagte ein Sprecher von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) der FR auf Anfrage. Die Frage der Befangenheit Hennenhöfers stelle sich ?zurzeit nicht?.«
Warum ein Atommanager in dieses Amt gehievt werden soll, hat einen einfachen und durchsichtigen Grund: Diese Abteilung ist federführend bei der Entscheidung über AKW-Laufzeitverlängerungen. Mit diesem Mann an der Spitze darf das Ergebnis als gesetzt betrachtet werden.
Es geht auch um die Gesundheit der Menschen, um eine Technologie, deren Restrisiko den kalkulierten Tod von Zehntausenden vom Menschen billigend in Kauf nimmt. Ein Restrisiko, für das AKW-Betreiber mit einer Haftungspflicht bis maximal 250 Millionen Euro nur symbolisch aufkommen – was zur Konsequenz hätte, dass die Gewinne privatisiert und die Folgen eines möglichen nuklearen Unfalls durch eine Staatsgarantie sozialisiert werden würden.
Was uns mit der Aufkündigung des 2001 in Kraft getretenen ?Atomkonsens? bevorsteht, war bereits vor Ausgang dieser Bundestagswahl zu spüren: Plötzlich tauchten Akten auf, die (trotz ihrer Lückenhaftigkeit) belegen, dass die Entscheidung, das atomare Endlager in Gorleben bauen zu wollen durch gezielte Manipulation von Gutachten, Expertisen, durch massive Einflussnahme von Politikern auf wissenschaftliche Gutachten erfolgte. Man kann getrost von einer professionellen Indiskretion aus dem Lager der SPD/Grünen ausgehen, die die massiven Manipulationen durch die damalige CDU-Regierung offen legten.
Mit diesen Machenschaften befindet sich die CDU in gut dotierter Gesellschaft. Mit Blick auf das fünfzigjährige Bestehen des Atomforums fasste der Noch-SPD-Umweltminister Gabriel die Tätigkeit der »Propagandazentrale der Atomkonzerne« überraschend harsch so zusammen: »50 Jahre Atomforum – das bedeutet ein halbes Jahrhundert Lug und Trug.«
Man kann davon ausgehen, dass solch schwerwiegende und strafrechtlich relevante Vorwürfe Anzeigen und Ermittlungsverfahren zur Folge hätten, wenn sie nicht im Detail belegbar wären. Verständlicherweise schweigt die Atomindustrie, schweigt die CDU.
Sie haben allen Grund dazu. Die Tageszeitung/TAZ legte nach und veröffentlichte »streng geheime(r) Kabinettsprotokolle« , die belegen, dass bei der Standortwahl wissenschaftliche Kriterien, also ?geologische Aspekte fast keine Rolle? gespielt hatten.
Dass zivil-militärische und wirtschaftliche Entscheidungen den Ausschlag gaben, belegt ein weiteres Faktum, das 30 Jahre zu spät an die Öffentlichkeit gelangte: Um kommunale, landespolitische Entscheidungsträger für den atomaren Standort Gorleben zu ?gewinnen?, wurde mit Millionen von Mark geschmiert: Aus den der Elbe-Jeetzel-Zeitung vorliegenden Dokumenten geht hervor, dass »von den rund 500 Millionen DM, die in den Jahren 1979 bis 1982 als ?Gorleben-Gelder? vom Bund an das Land Niedersachsen, den Landkreis Lüchow-Dannenberg und die Kommunen Gartow und Gorleben flossen, 200 Millionen DM direkt von der DWK stammten.«
Die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen mbH (DWK) ist eine Vereinigung aus Energie- und Atomfirmen, deren Großaktionär die RWE ist. Sie wäre bei der geplanten atomaren Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Niedersachsen federführend gewesen.

Warum im besten Fall an einzelnen Stühlen gesägt wird, aber nicht an der ganzen (atomaren) Einrichtung
Zweifellos, der ?Gorleben-Fall? lässt sich parteipolitisch gut zuordnen und auseinander halten: Die damalige Landesregierung unter Albrecht (CDU) wollte unter allen Umständen Gorleben (und die damit verbundenen Gelder), die damalige SPD-Bundesregierung hatte Bedenken wegen der Grenznähe zur damaligen DDR und den damit möglichen internationalen Verwicklungen.
Es gibt jedoch genug ähnlich gelagerte Fälle, in denen die SPD (gelegentlich in Koalition mit den Grünen, wie in Hessen), dieselben Verflechtungen eingegangen war und dieselben Verfilzungen genutzt und gedeckt hatte, was bis hin zu strafbaren Handlungen reichte. Würden also SPD und Grüne tatsächlich das ganze Kartenspiel hinschmeißen, anstatt immer wieder eine Karte zu ziehen, wüssten sie um das entsprechende Risiko: Um die Atomprogramm durchzusetzen, bedienten sich alle Regierungsparteien krimineller Machenschaften, von der CDU/CSU über die FDP bis hin zur SPD, in deren Regierungszeit bekanntlich die maßgeblichen Entscheidungen für einen geschlossenen Atomkreislauf (einschließlich einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage bis hin zu Endlagern) fielen.
Die kriminelle Einflussnahme auf Gutachten, die katastrophale Prognosen und ?Störfälle? vertuschen, sind kein Privileg einer einzigen Partei, sondern Bestandteil der ?Großen Koalition? in Sachen Atomenergie.
Der Physiker Sebastian Pflugbeil hat in Publik-Forum 3/2009 bereits auf die massiven Manipulationen bei der Interpretation von Gutachten über Kindersterblichkeit rund um Atomkraftwerke aufmerksam gemacht.
Eine weitere Studie, die Atomkraftwerke daraufhin untersuchte, ob sie einem ?Terrorangriff? Stand halten würden und im Ergebnis u.a. das AKW Biblis als Risiko einstufte, wird seit dieser ?Indiskretion? unter Verschluss gehalten und mithilfe des Siegels ?geheim? einer rechtlichen und öffentlichen Überprüfung entzogen.
In dem hier dokumentierten ?Fall? geht es um den glücklichen und seltenen Umstand, die Manipulation von Gutachten zugunsten der Atomenergie und die massive Einflussnahme von Aufsichtsbehörden nachzuweisen ? ein ?Fall?, der nicht nur die CDU, sondern vor allem auch die SPD schwer belastet.
Die größte Leukämiedichte der Welt rund um Geesthacht
Anfang der 90er Jahre sorgte eine wachsende Zahl von Leukämiefällen nahe des AKW Krümmel und des staatlichen Atomforschungszentrum GKSS für große Unruhe. 1991 und 1992 wurden von den Landesregierungen Schleswig-Holstein und Niedersachsen Untersuchungskommissionen ins Leben gerufen. Die eine beendete ihre Arbeit ergebnislos, die zweite endete im Eklat: Die Mehrheit der darin versammelten Wissenschaftler legte ihre Arbeit nieder, nachdem sie die massiven Behinderungen durch Atomaufsichtsbehörde und Atomwirtschaft anprangerten: »Wir haben das Vertrauen in diese Landesregierung verloren.«
Seitdem herrschte Stillstand in Sachen Ursachenforschung, während sich die Leukämiefälle zum weltweit größten Cluster verdichteten. Der Vorwurf vonseiten der Bürgerinitiativen und renommierter Wissenschaftler ist gravierend: Die rund um Geesthacht gefundenen hoch radioaktiven Mikrokügelchen sind weder Wurmkot oder natürliche Nuklide, noch ?Emissionen? aus dem Atomkraftwerk Krümmel oder Fallout-Produkte aus dem AKW in Tschernobyl. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie das Ergebnis von (misslungenen) »besonderen kerntechnischen Experimenten«, die nur auf dem Gelände der GKSS stattgefunden haben konnten.
Und keiner weiß warum …
2004 begannen die Journalistinnen Angelica Fell und Barbara Dickmann mit einer ZDF-Dokumentation über die Hintergründe der tödlichen Leukämieerkrankungen rund um Geesthacht. Im Mittelpunkt stand eine erneute Probenentnahme nahe der GKSS, die sie begleiteten und filmisch dokumentierten. Mit der Untersuchung dieser Proben beauftragte man das Institut für Mineralogie der Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt. Mit der Absicht, alle Parteien an einen Tisch zu bringen, setzten sich die Redakteurinnen auch mit dem Leiter der Reaktorsicherheit in Kiel, Dr. Cloosters in Verbindung. Sie informierten ihn über das Vorhaben und boten ihm an, an der Probenentnahme teilzunehmen. Dr. Cloosters zeigte sich interessiert und nannte zwei Bedingungen. Er wollte wissen, welches Institut mit der Untersuchung beauftragt wurde und nach welcher Methode die Bodenproben untersucht werden sollten. Die ZDF-Redaktion teilte den Namen des Instituts mit ? und der Geologe Dr. Axel Gerdes, der die Untersuchung durchführte, legte schriftlich seine Untersuchungsmethode offen. Am 20.12.2004 wurden von Dr. Axel Gerdes in Gegenwart des ZDF-Teams eine Staubprobe und sechs Bodenproben aus der Elbmarsch genommen. Weder Dr. Cloosters noch ein anderer Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde waren zugegen. Begründung: »Das Sozialministerium hat eine Teilnahme an dem Drehtermin (?) vor dem Hintergrund jahrelanger Forschung und den dabei gemachten Erfahrungen nicht für zielführend gehalten und deshalb darauf verzichtet.«
Sechs Wochen später, am 4.2.2005 erschien das ZDF-Team im Institut für Mineralogie. Man wollte das Ergebnis auch im Bild festhalten und Dr. Axel Gerdes Gelegenheit zur Erläuterung geben. Fazit seiner Untersuchung war: »Die gefundenen Uran- und Plutoniumkonzentrationen sind mit einer Ausnahme als relativ niedrig im Vergleich zu typischen Konzentrationen in Böden und Gesteinen Deutschlands …«
Nach einem Moment des Schweigens und Nachdenkens bat die ZDF-Redakteurin Angelica Fell darum, Proben unter dem Mikroskop zu betrachten. Ihr Blick war auf den angeschlossenen Monitor gerichtet, als Frau Fell wenige Sekunden später rief: »Da ist eins. Das meine ich!«
Dr. Axel Gerdes schaute durchs Mikroskop. Zuerst fragte er: »Wo denn …?«
»Da, da, sehen Sie nicht?« erwiderte Frau Fell und zeigte mit dem Finger auf den Monitor. Kurz darauf räumte Dr. Gerdes ein: »Da sind erstaunlich viele, so um die hundert Stück.«
Gefälligkeitsgutachten sind nichts Ungewöhnliches. Schwer bis unmöglich ist es im Einzelfall nachzuweisen, dass wirtschaftliche und/oder politische Einflussnahmen ein erwünschtes Ergebnis vorgeben. Im Fall des Mineralogischen Instituts hätten Zuschauer die äußerst seltene Gelegenheit gehabt, bei einem solchen Vorgang dabei zu sein – wenn diese Sequenz zur Ausstrahlung gekommen wäre …
Fakt ist: Die hier beschriebene Filmsequenz wurde aus dem am 2.4.2006 im ZDF ausgestrahlten Film: »Und keiner weiß warum … Leukämietod in der Elbmarsch« herausgeschnitten. Die ZDF-Redaktion begründete diesen Schritt mit belegten Aussagen des Institutsleiters Prof. Gerhard Brey, der mit rechtlichen Schritten drohte, sollte diese Sequenz in die Öffentlichkeit gelangen.
Was versetzte den Institutsleiter Prof. Gerhard Brey in solche Panik?
Menschliches Versagen oder angewiesene Blindheit? Natürlich ist es peinlich, wenn vor laufender Kamera ein Laie ?mit bloßem Auge? etwas sieht, was ein Experte nicht finden, also auch nicht analysieren konnte. Die sichtbare Verlegenheit resultierte jedoch nicht daraus, dass Dr. Axel Gerdes ein Fehler unterlaufen war. Die Szene hält fest, dass ein Wissenschaftler vor laufender Kamera dabei ertappt wurde, eine Manipulation zu decken.
Der Leiter der Reaktoraufsichtsbehörde in Kiel schlug zwar das Angebot aus, bei der Bodenprobeentnahme teilzunehmen. Er blieb jedoch alles andere als untätig. Unmittelbar vor Untersuchungsbeginn nahm Dr. Cloosters Kontakt mit dem Institutsleiter Dr. Gerhard Brey auf. Den Inhalt des Gespräches gibt Dr. Axel Gerdes so wieder: »Inzwischen kam ein Anruf vom Ministerium (?) an meinen Chef, ob er wüsste was ich/wir machen etc. Er hat wohl meinem Chef auch über die wilden Spekulationen bezüglich der Kügelchen erzählt, daraufhin hat mein Chef befürchtet, dass unsere Untersuchungsergebnisse, falls sie nur etwas leicht Ungewöhnliches zeigen, benutzt werden, um die Kügelchenspekulationen (Sie müssen zugeben, dass die Spekulationen brisant sind, falls etwas daran wahr sein sollte)« zu erhärten. Die staatliche Intervention zeigte Wirkung. Nur drei Tage nach der Entnahme der Bodenproben ließ der Institutsleiter das ZDF-Team wissen, dass »wir nur auf dem offiziellen Weg etwas damit zu tun haben. D.h., wenn Sie an einer Untersuchung dieser Kügelchen interessiert wären, würde er Sie bitten, sich an das BKA bzw. die Polizei zu wenden. (…) Die Brisanz der Problematik ist einfach zu hoch.«
Um sicher zu gehen, dass es nichts gibt, was es nicht geben darf, rang der Institutsleiter der ZDF-Redaktion eine Erklärung mit folgendem Wortlaut ab: »Inhalt der Sendung wird u.a. eine mögliche Belastung des Bodens in dieser Region sein. Die im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in der Elbmarsch immer wieder auftretenden Vermutungen, wonach es ?Kügelchen? gäbe, die radioaktives Material enthalten sollen, wird nicht Gegenstand dieser Sendung sein.«
Doch der Institutsleiter begnügte sich nicht mit dieser Zusicherung. Er sorgte auch dafür, dass das, was nicht gezeigt werden darf, auch nicht untersucht wurde. Nach dem Gespräch mit dem Ministerium »untersagte« Dr. Brey seinem Mitarbeiter, »die Kügelchen explizit zu untersuchen« . Einen schlüssigeren Nachweis, dass zur Durchsetzung der Atomenergie Gutachten manipuliert wurden, ?unabhängige? Institute Beihilfe geleistet und staatliche Aufsichtsbehörden dazu anstiftet haben, kann man kaum liefern.
All die hier zitierten und angeführten Dokumente wurden Beteiligten der Anhörung im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit des Niedersächsischen Landtages in Hannover am 11./12.4.2007 zur Verfügung gestellt. Ebenso wurde die zensierte Filmsequenz aus der ZDF-Dokumentation ?Und keiner weiß warum ? Leukämietote in der Elbmarsch? den Ausschussmitgliedern vorgeführt. Im Zuge dieser Anhörung kann auch Prof. Vladislav P. Mironov, weißrussischer Atomphysiker der Sacharov Umweltuniversität in Minsk zu Wort, der die Bodenproben rund um Geesthacht untersucht hatte: Er belegte erneut, dass »keine einzige Bodenprobe der zu erwartenden natürlichen Zusammensetzung entspräche. Alle Proben enthielten Uran, Thorium und Plutonium künstlichen Ursprungs. Die einzig mögliche Erklärung für Funde außerhalb der atomtechnischen Anlagen an der Elbe, ist ein atomarer Unfall.«
All diese Indizien, Fakten und Dokumente sind bis heute kein Grund, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen einzuleiten. Bis heute wurde keiner der Beteiligten gerichtlich belangt. Von Rücktritten der politisch Verantwortlichen ganz zu schweigen.
Legal, illegal, scheißegal?
Mit den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen 2010 hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition ihre Mehrheit im Bundesrat verloren. Eine Mehrheit, die notwendig wäre, um den Bruch des beschlossenen Atomkonsenses parlamentarisch durchzuwinken.
Schließlich ist die Aufsicht über Atomkraftwerke Ländersache. Das sahen CDU und CSU-Landesregierungen auch so?. bis sie auf Bundesebene 2009 an die Macht kamen. 2002, als es darum ging, den ?Atomkonsens?, den Ausstieg aus der Atomenergie bindend zu machen, erklärten jene CSU-CDU-Landesregierungen, dass die im Atomkonsens festgelegte Laufzeitbegrenzung »eine grundsätzliche Umgestaltung der Verwaltungsaufgabe (bedeute); die Vorschriften über den Aufgabenvollzug ?erfahren eine neue Bestimmung« .
Nun kann man in der Tat darüber streiten, ob die 2002 beschlossene Laufzeitbegrenzung den in Länderhand liegende ?Aufgabenvollzug? umgestaltet oder vielmehr (vorzeitig) beendet hat. Gänzlich absurd wird es jedenfalls, wenn acht Jahre später die geplante Laufzeitverlängerung, die zwingend eine Verlängerung des ?Aufgabenvollzugs? nach sich ziehen würde, für nicht zustimmungspflichtig gehalten wird, da sie nicht in die Hoheitsrechte der Länder eingreife. Wie es dazu kommt, dass damals etwas Recht war, was heute kein Recht mehr ist, erklärte der Sprecher der Bundesregierung Lautenschläger wie folgt: »Unser Haus hat die Sachlage erneut geprüft , und wir sind zu der Erkenntnis gekommen: Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht notwendig.«
Mit diesem Unrechtsbewusstsein will die Bundesregierung noch vor der Sommerpause den Bruch des ?Atomkonsenses?, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, durchsetzen. Ein Paradebeispiel dafür, dass in einer Demokratie parlamentarische Mehrheiten wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig sind.
Wer der hier nur kurz angerissenen Behauptung nachgehen möchte, dass deutsche Atomkonzerne bereits in den 80er Jahren zu dem in der Lage waren, was heute zu Sanktionen und Kriegsdrohungen gegen den Iran führt, dem sei folgende Recherche ans Herz gelegt:
Tschernobyl ist überall
Wolf Wetzel
Wolf Wetzel ist Autor der dokumentarischen Erzählung Tödliche Schüsse, Unrast Verlag, Münster 2008
Bildnachweis: Photomontage (Merkel und Mr. Burns) – Lowbird, Miss Atom 2009

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Die Freiheit (und auch die Wahrheit) stirbt eben immer Stück für Stück. Denn das ist eine altbekannte Methode. Nehme ich den Menschen alles auf einmal weg, wehren die sich. Solange die noch etwas Freiheit haben, geben sie sich damit meistens zufrieden. Das war schon Sunzi – Die Kunst des Krieges – vor mehr als 2500 Jahren bekannt und wurde genutzt.
Und beim ALG2 zeigt es sich ebenfalls. Da nur ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen ist, wirkt das auf den Rest als Damoklesschwert. Und darunter will ka keiner freiwillig sitzen. Dabei müssten unsere Volksverttreter jeden Tag unter solch einem Schwert sitzen, dann würden sie vielleicht die Gefahr erkennen, in der sie schweben, wenn sie nicht im Sinne des eigenen Volkes handeln, sondern im Interesse des Kapitals.
Kunst am Bau – ein Vorschlag für den Reichstag – stellt dort als “Kunstwerk” eine Guillotine auf – und dem Text, “Das deutsche Volk erinnert die Abgeordneten an ihre Pflichten”.
Puh, in dem Text stecken ganz schøn viele Informationen – oft auch abseits des eigentlichen Themas. Daher eine Bitte: Wære es møglich fuer all die verschiedenen Abschnitte zumindest ein, zwei Links in den Text einzubauen?
Die Geschichte mit den brasilianischen Atomwaffe oder den Kuegelchen, die man als Laie auf dem Mikroskopbild gleich so erkennt kommt mir beim Lesen zumindest etwas windig vor, da hætte ich es gerne gesehen, wenn Quellen verlinkt wæren.
Ansonsten zeigen die vielen Beispiele im Artikel noch einmal deutlich, wie nachhaltig es sich die Atomwirtschaft verdient hat, dass man ihr nicht mehr glaubt.
@Blixten
Mit Links kann ich nicht dienen – aber ich habe Dir mal das Skript von Wolf mit den Fußnoten hochgeladen. Vielleicht hilft´s?
Bezüglich des Atomunfalles in Geesthacht und den Kügelchen kann ich sagen, dass alle im Text getroffenen Aussagen durch einen längeren E-Mail-Verkehr mit Dr. Gerdes dokumentiert sind. Außerdem liegen mir die Gutachten vor, die in besagtem Ausschuss vorgetragen wurden. Das hier dokumentierte ist so wasserdicht, dass es zu einer geradezu paradoxen Situation führt: Die einen wollen es nicht glauben, und andere, die’s wissen müßten, schweigen – und diejenigen, die “Skandale” eigentlich auflagesteigernd aufkaufen, lassen die Finger davon (wie die FR z.B. der das gesamte Material angeboten wurde). Es ist eben ein Skandal, der nicht eine der beiden “großen” Parteien (CDU-SPD) nutzt, sondern beiden schaden würde. Dafür gibt es kein “auflagestarkes” Interesse, daran gibt es parteipolitisch nicht das geringste Interesse.
Wolf Wetzel
Ich sehe die Ursache der politischen Liebedienerei wesentlich schlichter: Traditionell werden in den Verwaltungsetagen großer Energiekonzerne abgehalfterte Parteipolitiker verklappt. Eine solch schöne Möglichkeit der individuellen Entsorgung ohne finanzielle Einbußen versaut man sich nicht durch den argumentativen Torpedo eines Entsorgungsstreits – und sei dessen Beweisführung noch so wissenschaftlich und stringent.
Um den Begriff der kriminellen Energie zu rechtfertigen reicht eigentlich bereits der Umstand, daß der Einstieg in die Atomwirtschaft ohne ein wissenschaftlich abgesichertes Entsorgungskonzept erfolgte. Die ungebrochene Willfährigkeit des bürgerlichen Lagers bei der Installation der Atomwirtschaft 2.0 und die Andeutung einer Desinformationsstrategie hinsichtlich der statistischen Auffälligkeiten um die Atomanlage in Krümmel runden das Gesamtbild lediglich ab.
Ist es eigentlich “politisch korrekt” in diesem Zusammenhang den Begriff “Ökofaschismus” zu benutzen?
Aber egal…
Die Diskussion über Kernenergie ist ähnlich emotionsgeladen und unsachlich wie die Diskussion über Google, die sich hierzulande augenblicklich abspielt. Allerdings dürften die Anti-Kernkraftler sprich die Brokdorf-Opas und -Omas, sich wohl auf dem absteigenden Ast befinden. Die jüngere Generation lässt sich wohl kaum noch für diese Ökopaxmüsli-Ideologie aus vergangener Zeit mobilisieren. Sieht man ja an den sogenannten Menschenketten, die eher Rentnerketten ähnelten.
Und Obama müsste eigentlich vergiftet, gesteinigt, erschossen und anschliessend gevierteilt werden. Denn der pöhse, pöhse Obama aus Googleland will in den USA die Errichtung neuer Kernkraftwerke fördern.
@spiegelfechter, die mögliche Erklärung für Funde von radioaktiven Kügelchen außerhalb der atomtechnischen Anlagen an der Elbe ist ein atomarer Unfall bei geheimgehaltenen kerntechnischen Sonderexperimente auf dem GKSS-Gelände. Die Funde legen den Schluß nahe, dass dieses bombenfähige Material für militärische ?Optionen? abgezweigt?. Denkbar wären militärische Versuche auf dem GKSS-Gelände, Atombomben zu miniaturisieren.
?Für die in den Bodenproben gefundenen bis zu einen Millimeter großen radioaktiven Kügelchen, mit ihrer ausgeprägten Spezifikation, gibt es in Deutschland nur einen Hersteller: Die Plutoniumfabrik Nukem-Hobeg in Hanau. Dort wurden zwischen 1974 und 1988 für die Hochtemperaturreaktor-Linie kugelförmigen Brennelemente hergestellt: »Die Brennelemente bestanden aus tennisballgroßen Grafitkugeln (60 mm), im Inneren gefüllt mit weniger als einem halben Millimeter großen, in die Grafitmatrix eingebetteten Brennstoffteilchen.« Doch nicht nur die nuklide Zusammensetzung, das Mengenverhältnis zueinander und ihre Kugelform sind spezifisch. Was diesen zivilen atomaren Kernbrennstoff von allen anderen unterscheidet, ist sein Anreicherungsgrad: »Die Brennstoffkerne bestanden aus 93 % angereichertem Uran 235 (?) und Thorium 232 (?).« Anfang der 80er Jahre wurde das hoch angereicherte Uran-235 durch Plutonium-239 ersetzt. Beides waffenfähige Kernbrennstoffe, die bei Versuchen, Atombomben zu miniaturisieren eine wesentliche Rolle spielen. (?)
Die Brisanz dieser kugelförmigen Brennelemente liegt auf der Hand:
1. Mit diesen nuklearen Kernbrennstoffen kann man nicht nur Strom erzeugen. Es ist zugleich atomares Ausgangsmaterial für militärische Zwecke.
2. Wären die in Bodenproben gefundenen Mikrokügelchen rund um Geesthacht mit diesem bombenfähigen Material identisch, läge der Verdacht nahe, dass dieses für militärische Optionen ?abgezweigt? wurde.
3. Das staatliche Atomforschungszentrum GKSS, mit seinen ?heißen Zellen?, ist die einzige Anlage in der näheren Umgebung, die für solche Zielsetzungen gerüstet ist.
Ist das der Grund, warum bis heute alle staatlichen (Ermittlungs-)Stellen keine Erklärung für die größte Leukämiedichte auf der Welt finden können ? einen nuklearen ?Unfall? bestreiten, die Existenz dieser Mikrokügelchen entweder leugnen oder als Wurmkot abtun? (?)
Am 12./13. April fand im niedersächsischen Landtag eine Anhörung statt. Die Abgeordneten hatten zahlreiche Wissenschaftler eingeladen, um die Ursachen für die massiven Leukämieerkrankungen zu klären: »Prominentester Gast der Anhörung (?) war der renommierte weißrussische Atomphysiker der Sacharov Umweltuniversität in Minsk, Prof. Vladislav P. Mironov. Der Wissenschaftler hat den Landtagsabgeordneten seine Untersuchungsergebnisse der Bodenproben aus der Elbmarsch vorgelegt. Der ?Mironov Report? belegt, dass in dem Bodensediment aus der Elbmarsch Mini-Kügelchen mit (?) ?hochangereichertem Uran und Thoriumnukliden? vorhanden sind. Prof. Mironov führt weiter aus, dass ?die Gesamtmenge dieses runden Brennstoffes ungefähr 1,36 kg atomarem Brennstoff gleichkommt.? Der Wissenschaftler schreibt weiter, dass allgemein bekannt sei, dass zwischen 1967 und 1988 in Deutschland ein Forschungsreaktor diesen Thorium-Brennstoff mit hoch angereichertem Uran genutzt habe. Ihm sei, so Prof. Mironov weiter, nicht bekannt, dass ein Unfall mit diesem Material gemeldet wurde. (?) Die einzig mögliche Erklärung für Funde außerhalb der atomtechnischen Anlagen an der Elbe, ist ein atomarer Unfall.«
Wolf Wetzel April 2007
http://www.linksnavigator.de/node/172
@Cendrillon:
Leute, die “:gähn:”, “pöhse” und dergleichen in einer politischen Diskussion verwenden sowie hier mit uralten Stereotypen argumentieren kann man einfach nicht ernst nehmen.
Systemtreue Polemik, uiii wie mutig…
Wie kann man diese Art Politik nur verteidigen?
Wenn man hinsichtlich des Faschismusbegriffs Nachhol und -lesebedarf hat: ja.
All diese Informationen, fast jeder Spiegelfechter Artikel, sind irritierend und erschreckend. Leider wird 99% der Bevölkerung diese Informationen so nicht erhalten. Wer jetzt an Verschwörungstheorie denkt versteht mich falsch, ich glaube, die damit verbundene Mühe sich mit diesen Themen tiefgehend zu befassen, ist zu viel für die meisten.
Was mache ich? Ich sitze vor meinem PC und ärgere mich, morgen wird gearbeitet und in zwei Tagen denke ich nicht mehr daran.
Danke für diesen sehr gut recherchierten Beitrag.
Und was ist mit Barack Obama? Ist der jetzt pöhse oder nicht?
Leute, die Kernkraftwerke bauen wollen, sind doch abgrundtief pöhse, unverantwortlich sowie alles mögliche.
Was ist denn nun mit Obama? Ist das nun ein Mörder und Verbrecher oder nicht?
@ SF und Wolf Wetzel vielen Dank für den Beitrag!
Persönlich bin ich schon seit längerem gegen die Atomernergie. Und gerade wenn man die letzen zwei Jahre betrachtet hat sich viel getan das die Atomenergie ersetzen könnte. ( siehe dazu auch http://idw-online.de/pages/de/news367792 )
Und mir geht es dabei nichteinmal um die Risiken eines möglichen Tschernobyl unglücks sondern einzig um den Atommüll. Ich kann beim besten willen nicht nachvollziehen wieso nun da es genug Alternativen gibt immernoch an einem Verfahren festgehalten wird das ein Abfallprodukt erzeugt welches etrem gefährlich ist. Bis heute gibt es keine Möglichkeit diesen Atommüll zu “entschärfen” geschweige denn sinnvoll zu lagern.
Ich finde es absolut unverantworlich das die Politik stehts darauf hindeutet das zukünftige Generationen dieses Problem schon lösen werden. Wenn wir so weitermachen und unbequeme / nervige Probleme auf die nächsten Generationen schieben dann wird es irgendwann zuviel für diese werden und zu einem Kollaps kommen. Wenn es wege gibt schon heute gewisse Probleme zu lösen dann sollte es auch angegangen werden egal welche Industrie darunter leiden wird.
Aber die traurige Wahrheit ist ja das nicht die Politik entscheidet sondern grösstenteils die Wirtschaft.
schöne Grüsse,
Bonsaibäumchen
@cendrillon:
Hast Du den Artikel überhaupt gelesen? Was kommst Du hier ständig mit Obama? Hat der die Leukämie zu verantworten? Hat der hier irgendwas vertuscht? Vertuscht er hier immer noch?
Was soll dieser Quatsch? Phlöde?
@Cendrillon: Die Atomlobby muss schon ganz schön abgewirtschaftet sein, wenn sie zu einem hoch frequentierten Blog wie dem Spiegelfechter solch dilettantische Praktikantenanwärter schicken… Nur weil “lenke ab” ganz oben auf Deiner Kampfanweisung steht, heißt das doch nicht, dass Du den erstbesten Rotz schreiben musst, der Dir durch den erstsemestergeplagten Cortex Beschränktikus segelt. Lass’ das bloß den Schließer von Deiner Drückerbande nicht erfahren, sonst werden die Drogen rationiert.
@Cendrillon
Natürlich iss der Nescher pöhse, Kunststück, hiesen doch seine Großväter Adolf und Josef! Der Appel fällt halt nich weit vom Stammbaum.
Und Dich drückt der gläserne Pantoffel an der Birne, gell?
Moin,
zu welchen Machenschaften Stromkonzerne in der Lage und Willens sind, kann man sehr schön hier nachlesen: http://www.dietiwag.org/
Ich gehe davon aus, dass die (Atom|Strom)-Lobby in D-Land nach gleichem Muster verfährt.
Hobeditzn
@3 Spiegelfechter: Vielen Dank.
Den Hintergrund zur brasilianischen Atomwaffe hab ich mittlerweile gelesen und so ganz schluessig erscheint mir die Sache nicht (ausgeschlossen natuerlich auch nicht). Ich weiss, es ist nur ene Nebenhandlung im Originalartikel, aber wen es interessiert:
Der Artikel bei German Foreign Policy stuetzt sich auf eine Abhandlung von Hans Ruehle auf internationalepolitik.de. Der Originaltext ist deutlich lesenswerter und weniger ausgeschmueckt. Einige Bewertungen unterscheiden sich in der Tendenz deutlich von der Zweitverwertung bei German Foreign Policy, z.B. der deutsche Beitrag am Atomprogram Brasiliens: Ruehle schreibt:
Bei German Foreign Policy klingt das anders:
nicht falsch, aber mit nicht ganz aufrichtigem Spinn (dazu gibt es auch einen Spiegel Artikel von 1985, Kernaussage: “Die Ergebnisse des deutschen Technologietransfers sind deprimierend”)
Wie auch immer, die Argumentation funktioniert so: Brasilien hatte zu Zeiten der Militærdiktatur vielfæltige Nuklearprogramme, die zwar allesamt nicht zu Ende gefuehrt wurden, aber dem Land dennoch grosses nukleares Know-How bescherten. Danach hat Brasilien zwar den NPT unterschrieben, weigert sich allerdings, ein Zusatzprotokoll zu unterzeichnen, dass es erlaubt, eine militærische Anlage zu inspizieren. Diese Anlage dient dazu, Reaktoren fuer Atom-U-Boote zu entwickeln, was auch schon das Ziel des Marinenuklearprogramms in den 70ern bis 90ern war. Ruehle glaubt nicht, dass Brasilien nur U-Boote entwickelt und geht davon aus, dass in dieser Anlage auch Waffen produziert werden sollen. Dabei stuetzt er sich auf die auch im Artikel oben genannte ?alle Erfahrung im Umgang mit vergleichbaren Entwicklungen? und auf zwei Aussagen eines Generals und des Vizepræsidenten.
Auf politische Folgen, die ein Atomtest haben wuerde geht er nicht ein. Laut Brasiliens Verfassung sind nukleare Explosionen verboten, Brasilien ist Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags, des Vertrags von Tlatelolco, der Suedamerika zur Atomwaffenfreien Zone erklært und des Atomteststoppvertrags. Ein Atomtest wuerde sicherlich sæmtliche zivile Zusammenarbeit stoppen und Brasilien international isolieren.
Auch andere Hintergruende fuer die Wiederbelebung des Atom-U-Boot Programms werden nicht erørtert, so besitzt Brasilien z.B. grosse unterseeische Ølvorkommen, allerdings in grosser Tiefe und teilweise in internationale Gewæsser hinausreichend. Hier kønnten Atom-U-Boote Begehrlichkeiten anderer Staaten dæmpfen.
Die Zutaten für DEN Thriller: “Atombombe in der Aktentasche” und ?Uwe Barschel in der Badewanne?:
1986, das Jahr der Tschernobyl-Katastrophe. Damals – in Bonn regierte Helmut Kohl, in Schleswig Holstein Uwe Barschel – wurde die Idee einer “Atombombe in der Aktentasche” diskutiert: Eine millimetergroße Perle aus Plutonium 239 genügt. Im Brennpunkt [...] einer Eiform aus Keramik angebracht, kann die Perle mittels eines Laserimpulses so hoch verdichtet werden, dass es zu einer Mini-Atombombenexplosion kommt. [....]
Solche Experimente, so das Münchner Kommissionsmitglied, der Strahlenmediziner Edmund Lengfelder, sind damals – vermutlich mit Wissen der Amerikaner – in der GKSS (?AKW Krümmel??) gemacht worden, fabuliert die Süddeutsche Zeitung. Nun ist es an der Zeit, über PAC zu reden. Normalerweise ist das eine Art von Brennstoff für Atomreaktoren: winzige Kügelchen aus Uran- und Thorium-Oxiden. Für die Kritiker sind sie ein Hinweis auf illegale Atomversuche. Eine Forschergruppe namens Arge PhAM hatte bei Stichproben rund um Krümmel diese PAC im Boden gefunden. In den Mikrokügelchen, erklärt Arge PhAM, fänden sich Radionuklide wie Plutonium, Americium oder Curium, aber auch leichte Elemente wie Lithium oder Bor.
Sebastian Pflugbeil, Berater der schleswig-holsteinischen Kommission:
Das ist ein Verdacht, der im übrigen nicht nur von uns geäußert wurde aufgrund dieses ambivalenten Spielmaterials. Es gab zum Beispiel im Bereich des Ministeriums der Staatssicherheit eine Gruppe, die ein Gutachten geschrieben hat, über die Norddeutsche Kernphysik und die Stasi artikuliert ausdrücklich den Verdacht, dass in Norddeutschland möglicherweise an Atomwaffen gespielt wird.
Im Bericht geht es um “Fusion-Fission-Kügelchen”, einer “militärisch nutzbaren Hybridtechnik aus Kernfusion und Kernspaltung zum Einsatz in kleinen Atomwaffen”. Diese PAC sollen in Krümmel überall im Boden liegen. Allerdings haben sie eine hervorstechende Eigenschaft: Die eine Seite findet sie in jeder Schaufel. Die andere nie.
Sebastian Pflugbeil: Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei Kinder und schicken die Kinder in den Wald zum Pilze suchen. Und das Mädel kommt mit einem Korb voller Pilze zurück, und der Junge kommt mit einem leeren Korb zurück. Das Mädchen sagt, der Wald ist voller Pilze und der Junge sagt, im Wald sind keine Pilze. Natürlich ist jeder Mutter klar, dass es in dem Wald Pilze gibt, da gibt es gar keine Debatte. Aber bei den Kügelchen debattiert man jahrelang darüber, ob es jetzt Kügelchen gibt oder nicht. ?
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/406152/
Im November 2004 äußerte der Münchner Strahlenmediziner Edmund Lengfelder, Mitglied der Leukämie-Kommission, gegenüber der ?Süddeutschen Zeitung? (2.11.2004) den Verdacht, dass es sich bei den in der Umgebung des AKW Krümmel gefundenen Mikrosphären um PAC-Kügelchen handele. Die Bezeichnung PAC leitet sich ab von den drei Isotopen Plutonium, Americium und Curium. Diese oder ähnlich aufgebaute Mikrosphären könnten – so Lengfelder – auch benutzt werden, um damit unter Laser-Beschuss nukleare Mini-Explosionen auszulösen.
Klaus Schramm: ?Lengfelder vermutet, dass es am 12. September 1986 bei solchen illegalen Experimenten zu einem schweren Unfall kam. Ein solcher Hintergrund des Unfalls wäre ein plausibles Motiv für die hartnäckige “Mauer des Schweigens” (ZDF). Darüber hinaus ist es naheliegend, dass mit einem solchen Skandal 1986 in Deutschland – nur ein halbes Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – ein tatsächlicher Ausstieg aus der Atomenergie, wie er in Italien zu jener Zeit realisiert wurde, auch in Deutschland besiegelt gewesen wäre. “Das Geständnis eines Unfalls (?) hätte den Atomenergie-Konzernen das Geschäft vermutlich auf Dauer verdorben”, so die ?Frankfurter Rundschau?.
Ein weiterer Fund bestätigt die Vermutung Lengfelders: Der Berliner Physiker Sebastian Pflugbeil von der ?Gesellschaft für Strahlenschutz? stieß auf Stasi-Dokumente über bundesdeutsche Nuklearforschungen. In diesen Unterlagen der Abteilung 5 der Hauptabteilung XVIII von 1987 ist tatsächlich von “Mininukes” die Rede, an denen in der BRD gearbeitet werde und die man mit Hilfe eines Röntgen-Lasers zur Explosion bringen könne. Darin heißt es: “Interessanterweise sind in der letzten Zeit die Erfolg versprechendsten Fusionskonzepte in einer ganz anderen Richtung angelegt worden”, die ergeben haben, dass bei “Fusions-Fissions-Kügelchen eine andere Anwendung wesentlich interessanter ist”. Das werde “durch die Zielrichtung der US-amerikanischen Atompolitik unterstützt”, bei der “das Streben der Kernwaffenforschung eindeutig zu kleineren und leichteren Kernladungen (?) geht”. Weiter ist in diesem MfS-Dokument die Rede von Kügelchen mit Abmessungen im Millimeter- bis Zentimeter-Bereich, die gigantische Sprengstärken entwickeln. Gegen diesen Dokumenten-Fund des früheren DDR-Bürgerrechtlers Pflugbeil wird auffallend schnell das Totschlag-Argument in Stellung gebracht, sämtliche Stasi-Unterlagen seien allein zur Desinformation produziert worden.
Der Brand in der GKSS war nicht der einzige größere Unfall in jener Zeit, der unter den Teppich gekehrt werden sollte. Im Januar 1987 ereignete sich eine Explosion im NUKEM-Werk in Hanau, die nicht völlig vertuscht werden konnte. Nach offiziellen Angaben wurde bei der “Panne” lediglich eine Person durch Freisetzung von Plutonium aus einer kleinen Probe kontaminiert. Laut Aussagen eines mit der Untersuchung der Betroffenen betrauten Wissenschaftlers seien jedoch tatsächlich 36 Arbeiter einer Strahlendosis weit über dem zulässigen Grenzwert ausgesetzt gewesen. Viele dieser Arbeiter seien heute an Krebs erkrankt, doch sie würden nicht an die Öffentlichkeit gehen, weil sie um ihre Betriebsrente fürchteten.
Als das von der Explosion zerstörte Gebäude in Hanau 2003 abgerissen und nach den entsprechenden Entsorgungsrichtlinien abgetragen wurde, war die Beteiligung der örtlichen Behörden unvermeidbar. NUKEM-Ingenieur Paul Börner äußerte während dieser Arbeiten gegenüber einem Beamten: “Jetzt, wo es verjährt ist, kann ich es ihnen ja sagen: Das ist das Gebäude, das uns damals hochgegangen ist.” Protokolliert ist diese Aussage in den Akten der Hanauer Staatsanwaltschaft. Anfang 1987 war Joseph Fischer “Umwelt”-Minister in Hessen. Laut Zeugen war er vom Ausmaß des Unfalls in Hanau, sowohl von den Hintergründen als auch von den Folgen, umfänglich informiert. Auch er hielt dicht.
In der Umgebung der Unfallstelle in Hanau fanden sich ebenfalls ominöse Brennstoffkügelchen. Im Unterschied zu jenen in der Umgebung von Geesthacht hatten sie jedoch keine auffällige Häufung von Leukämie-Fällen zur Folge. Wurde in Geesthacht und in Hanau an verschiedenen Konzepten zur Entwicklung der Mini-Atombombe geforscht? Eine genauere Untersuchung der verschiedenen Mikrosphären mit Durchmessern von 5, 20 und 50 Mikrometern hätte längst darüber Aufschluss geben können. Doch eine Aufklärung konnte bislang von einer gemeinsamen Front aus Atom-Mafia, Behörden und Politikern jeglicher Couleur blockiert werden.?
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/003745.html
> Die Atomlobby muss schon ganz schön abgewirtschaftet sein, wenn sie zu einem hoch frequentierten Blog wie dem Spiegelfechter solch dilettantische Praktikantenanwärter schicken
Atomlobby? Hochfrequentierter Blog?
Reingefallen, Aschenputtel!
Ich muss wohl auf eine Fanfiction-Seite geraten sein. Der recht paranoide Artikel mit seinen zahllosen Verschwörungstheorien würde die These bestätigen. Manche Kommentare obendrein. Ja wenn das so ist… aber als Fanfiction-Seite ist das ganze gar nicht mal so übel. Sollte man sich vielleicht bookmarken.
Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis das Kanzelsekretariat für Agitation und Propaganda bzw. seine Nebenstellen den gemeinen Bundesdackel darüber informieren, dass die Elektromobile, insbesondere in den so elementar notwendigen sportlichen Versionen, nicht ohne Kernkraft laufen werden. Man wundert sich, dass die Volksaufklärungsnachfolge dieses Argument noch nicht gebracht hat.
Tja, ich kann immer nur wiederholen: Selbst Schuld! Wer sich alle 4 Jahre freut, “ihnen” einen mörderischen “Denkzettel” durch Nichtwählen zu verpassen, oder immer wieder das Kreuz an der gleichen Stelle wie 4 Jahre vorher macht, der darf halt nicht meckern wenn irgendwann mal die Kanzel gegrillt wird!!! So ätzend die gesamte Situation auch ist – Schuld ist letztendlich der Wähler, der diese Konsorten wählt! So einfach sehe ich das.
geht´s nicht auch mal zur Abwechslung ne Nummer kleiner ? Von Zehntausenden kann nicht mal bei Tschernobyl die Rede sein. Und dass jede defekte Glühbirne in einem AKW zum supergefährlichen Störfall hochgezazzt wird geht mir auch ziemlich auf die Nerven. Vor allem übrigens, weil ich finde dass es genug richtige Argumente gibt, die gegen die Atomkraft sprechen. Dieses ständige “Wir werden alle störben…” schwächt nur diese richtigen Argumente.
nix für ungut…
An den Lesefuchs:
Zunächst einmal glaube ich nicht an so etwas wie “Schuld”, vielleicht an juristische Schuld als notwendiges Übel, damit der “Laden läuft” und nicht “alles drunter und drüber geht”, anderes Thema…
Aber zur Antwort.
Wer bestimmt denn
a) wer zur Auswahl steht
b) wer regieren darf und
c) was letztendlich umgesetzt wird?
Antwort auf alle drei Fragen:
Das System (Mainstreammedien, Denkfabriken, Lobbyisten, Wirtschaft und deren untergebene; die Politiker).
Nehmen wir nur mal das – abwegige – Beispiel, alle würden auf einmal die Piraten wählen.
Was glaubst du wie lange es dauern würde, bis sie von den Medien als inkompetente Nerds verwurstet würden? Eine Woche? Zwei?!
Würden sie ohne die ganzen Eliten auch nur ein Gramm ihrer Agenda durchbringen?
Dann natürlich die ach-so-demokratischen Kanzlerduelle, wo Not gegen Elend aufmarschiert und der Durchschnittbürger – der nunmal nicht die Muße hat sich hier auf Blog schlau zu machen – denkt sich: Merkel ist konservativ, Frank-Walter “ich schwitz mein Seidenhemd voll und schreie also bin ich der Retter des Proletariats” Steinmeier ist sozi.
Dabei sind beide graue Einheitspampe, als einfaches Parteimitglied bekommst du die nicht weg, der deutsche Michel hat andere Probleme (ob echt oder künstlich aufgeblasene spielt keine Rolle), als sich selbst in der Politik zu engagieren, wo TINA und Basta regieren.
Welcher Mensch mit Rückgrat und Grips lässt sich in einer toten Partei verheizen?
Bleiben nur die Kleinparteien, aber…
Die großen Medien legen fest, wer zur Auswahl steht: Rot gegen Schwarz.
Alle anderen seien nicht regierungsfähig oder Freaks oder Kommunisten oder…
Letztendlich bin ich Pessimist, alles wiederholt sich und vor uns haben schon ganze Batallionen von Idealisten versucht die Welt vor den A…löchern zu befreien.
Hatten sie Erfolg?
Nein, wohl eher eine Kugel im Kopf.
Wer keine dummen Fragen stellt kommt leider (im Durchschnitt) weiter als ein unbequemer Mensch, das war schon immer so und wird so bleiben.
Aber probiert es ruhig weiter…
Nebenthema Zustimmungspflicht Bundesrat
Weiß nicht, ob ich auf dem aktuellesten Stand bin, aber wo ist denn das “Unrecht”? Juristisch ist nicht eindeutig, ob die Gesetzte zur Laufzeit zustimmungspflichtig sind oder nicht. Unrecht gäbe es nur, wenn die Beteiligten eine Zustimmungspflicht annehmen, wie es ihnen in den Kram passt.
Bund hielt Gesetz 2002 für nicht zustimmungspflichtig und 2010 ebenfalls nicht.
CDU-Länder Hessen, BaWü Bayern hielten 2002 Gesetz für zustimmungspflichtig und 2010 ebenfalls. Die anderen CDU-Länder haben sich nicht geäußert (?).
Hier kein Unrecht. Einzig die SPD-Länder haben ihre Meinung geändert. Ihnen geht es aber (angeblich?) um eine Verhinderung der Laufzeitverlängerung. Soll die Laufzeitverlängerungsverhinderung jetzt das Unrecht sein???
Ansonsten.
-Die Parteibindung von Zeitungen scheint mir auch eines der größen Probleme von investigativem Journalismus zu sein (eklatant GB, wo erst keine Zeitung über den Spesenskandal berichten wollte, da Bedingung des Informanten war, dass über die Verfehlungen aller Parteien erichtet werden solle).
-Soweit der Artikel Geheimgehaltenes behandelt, klingt er notwendig nach VT. Die Alternative wäre nur auf Grundlage von Fakten zu schreiben, über die Konsens besteht.
-Insegesamt Danke. Ich bin immer wieder froh, dass es das Internet gibt.
Ernst Albrecht. Ist das nicht der Vater von Ursula von der Leyen? Tja, der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.
@ul #24:
Nein, es geht nicht eine Nummer kleiner, weil die direkten und nachfolgenden Auswirkungen eines SuperGAUs extrem sind.
Wenn man sich die Diskussion um die Endlager mal anschaut, dann kann man nur ganz laut und lange zu lachen anfangen. Die Ministerpräsidenten, die lauthals die Atomenergie fordern, werden beim Thema Endlager ganz ruhig und klein.
Ich darf nur an Herr Söder erinnern, der lauthals die Atomenergie als “saubere” Brückentechnologie bezeichnet hat und beim Thema Endlager im Bayerwald (wäre gut geeignet, wegen Granit) sich entschieden dagegen ausgesprochen hat.
Oder Herr Öttinger/Mappus: Die Schweiz baut AKWs an der Grenze zu BaWü. Öttinger/Mappus schreien auf und möchen gleichzeitig das AKW im Erdbebengebiet weiter betreiben. Gleiches gilt für ein Endlager. Der Schwarzwald wäre durchaus geeignet (Granit, Gneis). Aber Öttinger/Mappus wollen das nicht.
Willkommen in der Lobbykratur
@ cendrillion (7): Dass du bei der Menschenkette lauter ‘alte Säcke’ geortet haben willst, zeigt eigentlich nur eins: Dass du nicht da warst! Gurgel doch einfach mal mit ‘Atomstrom’ und ‘Menschenkette’ und wasche dir angesichts der Bilder den Bullshit deiner Vorurteile endlich mal ab …
Nur mal so am rande bemerkt, in 2006 hatten wir eine Föderalismusreform !
Quelle: Holger Fröhner
?Föderalismusreform? = offener Gesetzesbruch
Für diejenigen, die Ihnen erzählen, dass alles, was Sie hier gelesen haben, völliger Unfug ist und die Sie wider besseren Wissens belügen ? und glauben Sie mir, ich habe selbst im Fernsehen oft
?Verfassungsrechtler? gesehen, die dies ohne Unterlass behaupten ? zeige ich Ihnen jetzt noch ein
Beispiel auf, das es offensichtlich nicht hätte geben können.
Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass das ?Grundgesetz? ? genau wie es die Politik behauptet ?
tatsächlich gilt und wir in einem Rechtsstaat leben. Daraus folgt, dass sich jeder an dieses höchste
Recht halten muß, oder?!
Ich erspare es mir an dieser Stelle aus Platzgründen, hier alle Verstöße der Politiker gegen das
?Grundgesetz? aufzuführen. Dies würde Seiten füllen. Auch die Widersprüche im ?Grundgesetz? selbst
lasse ich hier unkommentiert. Darüber ist schon ausreichend geschrieben worden.
Aber es gab im Sommer des Jahres 2006 (Man hatte dieses Datum während der WM sicher bewußt
gewählt, da zu diesem Zeitpunkt sowieso niemand so genau hinschaute…) einen so unglaublichen
Eingriff in das Staatsgefüge, den ich hier mit Recht als ?Freifahrtschein für die Politik? bezeichnen kann:
die so genannte ?Föderalismusreform?.
Erinnern Sie sich noch daran, dass man Ihnen immer von einer ?Gewaltenteilung? in unserer
?Demokratie? erzählte, die auch verhindern sollte, dass die Bundesregierung gegen den Willen der
Länder und die Mehrheit der Bevölkerung Gesetze durchsetzt?
Dies war auch (und ist es noch immer) im ?Grundgesetz? geregelt. Dort ist auch geregelt, dass dies nicht
abänderbar ist:
Art. 79
(2) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die
grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20
niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.
Und wenn Sie genau verfolgt haben, was in der ?Föderalismusreform? tatsächlich geregelt wurde und
welchem Zweck diese genau dient, dann werden Sie festgestellt haben, dass damit beschlossen wurde,
dass die Gesetze der ?Bundesregierung? nicht mehr zustimmungspflichtig durch den ?Bundesrat? sind,
dieser also sein Vetorecht verliert.
Natürlich haben die Länder?chefs? da nur mitgespielt, weil sie im Gegenzug auf Landesebene ebenfalls
alles selbst entscheiden können und der Bund dort keine Eingriffsmöglichkeiten mehr hat.
Auf den Punkt gebracht: Jeder kann zukünftig machen, was er will. Für mich bedeutet dies die
Darstellung des Nichtvorhandenseins einer Gewaltenteilung, die laut Art 79 ?GG? völlig unzulässig ist.
Erinnern Sie sich noch daran, dass ich im Kapitel ?Das Märchen von der Verfassung? davon sprach,
?dass das ?Grundgesetz? zu einem Ermächtigungsgesetz verkommen ist??
Brauchen Sie noch mehr Beweise?
Die Frage ist doch nun, was tun Sie jetzt? Was tun wir alle jetzt?
Die Antwort liegt auch wieder im ?Grundgesetz?:
Art. 20
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht
zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Andere Abhilfe scheint mir nicht möglich, da die ?Vertreter des Volkes? dieses fortwährend verraten und
nicht, wie gefordert, ?Schaden von ihm fernhalten?. Leisten wir also Widerstand!
Der “Artikel” ist wirklich lustig, weil er doch wirklich so ziemlich jeden Stuss der in den letzten 30 Jahren verschwurbelt wurde als “bewiesenen Fakt” aufgreift. Da weiss man gar nicht wo man anfangen soll. Zumal es vermutlich herzlich sinnlos wäre, angesichts des “Willens zum Glauben”, der hier im Raum steht…
Schon von diesen schrecklichen Schandtaten mit Katzen gehört, die man in kleine Flaschen reinwachsen lässt? Das wäre doch auch noch ein tolles Thema…
So, ich gehe jetzt erst mal eine Runde in den Keller, herzhaft lachen. In der Zwischenzeit sollte Herr Berger evt. mal drüber nachdenken, ob er seinen Blog wirklich mit so einem unreflektierten Propaganda-Mist diskreditieren will.
@Chat Atkins, sorry, für cendrillion sind die Bilder der Anti-AKW-Menschenketten nicht ?Bullshit?, sondern ?Photoshop?. Ein Klick in Photoshop, und junge Demonstranten sind um Jahrzehnte gealtert!
Kein Wunder, dass cendrillion diesen orwellianischen Plan träumt, ?Verschwörungstheorien? jedweder Art als ?Gedankenverbrechen? auszumerzen ( z.B. der Unglaube an den Segen der Atomenergie und der Glaube, bei den Menschenketten liefen nicht nur ?lauter alte Säcke? rum).
http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1084585
Aus vorauseilendem Gehorsam hat sich cendrillion schon mal selbst bei der Atommafia als Blogger angestellt. Irgendwas scheint ihn beim notorischen Dauerlügen für die Atommafia anzumachen, gell?
chat atkins, goldman sachs: don’t feed the troll!
@Dolph, an welcher Stelle hat Herr Berger in dem Artikel etwas als ?bewiesenen Fakt? bezeichnet, wie du suggerierst? Wieso weisst du “gar nicht wo man anfangen soll”?
Bring einfach NUR EIN Argument, statt von “Stuss”, “verschwurbelt” und vom angeblichen ” Willen zum Glauben” zu lallen! NUR EIN EINZIGES ARGUMENT!!
Schaffst du wohl nicht wg intellektueller Impotenz, weshalb du ja heulst: “So, ich gehe jetzt erst mal eine Runde in den Keller, herzhaft lachen”. Ach ja, bist du´s, der im “Keller diese Katzen hat, die man in kleine Flaschen reinwachsen lässt”?
Sorry goldman-sachs,
aber gegoogelt, gebingelt und yahoolt hab ich. Die Mehrzahl der abgebildeten Damen und Herren sind etwas gesetzteren Alters. Das ist doch nicht schlimm, oder? Menschen altern halt und politische Bewegungen ditto. Die Anti-Atom-Bewegung ist halt in die Jahre gekommen und man beginnt die Fältchen zu zählen.
http://sinnlichkeit.blog.de/2010/04/10/menschenkette-atomkraft-8343783/
“Nixon und der Mann im Mond” beim Spiegelfechter?
Der Artikel wirkt auf mich so. Je mehr man liest desto unglaubwürdiger wird es – fehlt nur die Steigerung ins absolut absurde.
Ich glaube dem Artikel nicht. Wobei ich nicht meine, dass die Atomlobby keinen dreck am stecken hat.
Aber an eine magische Radioaktivität, die zu einer Erhöhung von Leukämie führt ohne sich andere, ebenfalls durch Strahlung verursachte Krebsarten/Krankheiten erhöhen, glaube ich nicht. Warum gibt es keine Quellenangaben zu den Statistiken?
Wie hat mein Russischer Kollege gearbeitet um zu seinem Urteil zu kommen? Wie unterscheidet er ein künstliches Element von einem natürlichen? Das hat der so vermutlich nicht gesagt, was genau hat er gesagt?
Dann noch eine CDU/SPD Verschwörung, in der sich diese Parteien gegenseitig decken …
Das könnte stimmen, oder aber eine paranoide Verschwörungstheorie sein, oder der Spiegelfechter testet den Bullshit-Detektor seiner Leser – ohne gute Quellenangaben glaube ich so etwas aber mit Sicherheit nicht.
@Cendrillon, ganz recht, Atomkraftwerke altern, die Atommafia dümpelt im kriminellen Brackwasser; ihr strahlender Atommüll überlebt noch ein paar Millionen Jahre die Spezies.
Wenn wir Glück haben, bleiben vielleicht in der nächsten Generation leckende Fässer, eine verrottende Infrastruktur aus Stahlschrott, die ganze Kontinente durchzieht.
Die Entropie des Systems steigt. Die Energieträger Öl, Uran etc. können die Erde eben nicht, auch nicht für einen sehr begrenzten Zeitraum, zu einem geschlossenen System machen. Ein System wird durch seine Grenzen definiert. Nur die Flussenergie der Sonne erhält das Leben auf diesem Planeten auf Dauer, sie ist aber nicht in der Lage das alte industrielle System zu tragen.
Die Verlängerung der Laufzeiten von AKW können zwar die Grenze eventuell einige Jahrzehnte in die Zukunft schieben und die Strukturen der großen Energiekonzerne noch etwas erhalten, aber der Bruch wird danach um so heftiger sein. Es geht den großen Energiekonzernen hauptsächlich um die Verlängerung ihrer eigenen Daseinsweise, bis die Vorstände den Sack voll haben, alles nach dem Motto: Nach uns die Sintflut! Auch diese kriminelle Denke wird nicht aufgehen, denn die Energiekrise drückt sich auch aus in der Finanzkrise und die wird ganz andere Szenarien anstoßen!
@Eike Scholz, das Thema ist extrem komplex. Etwa fünf Prozent aller Krebserkrankungen sind Leukämien. Bei Kindern ist die akute lymphatische Leukämie (ALL) die häufigste Krebserkrankung. In Industriestaaten erkranken im Durchschnitt vier von 100000 Kindern unter 15 Jahren an Leukämie. Die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt im Durchschnitt 2,4 mSv pro Jahr.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen ionisierenden Strahlen und Leukämie ist für Strahlendosen über 200 mSv wissenschaftlich in vielen Studien nachgewiesen. Demgegenüber ist bei niedrigen Expositionswerten von unter10 mSv kein kausaler Zusammenhang für gesundheitliche Schäden, speziell auch einer Leukämieerkrankung, nachweisbar. Letzter Fall trifft für alle Untersuchungen bei kleineren Dosen (unterhalb von 10 mSv) wie über Sellafield, La Hague, Elbmarsch und andere Kernkraftwerke sowie Flugzeug-Personal zu.
Wie gesagt ist das Thema äußerst komplex. Leukämiefälle sind z.B. vermehrt festgestellt worden für Gebiete mit einer bestimmten Bevölkerungsdichte und relativ hoher Strahlenbelastung, in die Zuzüge aus Gebieten mit relativ niedriger Strahlenbelastung stattfinden. Speziell die neu zugezogenen Kinder im Wachstums-Alter zwischen 2-4 Jahren sollen bei einer verspäteten, plötzlich ansteigenden Exposition besonders stark reagieren.
@goldman sachs
Hm, ich weiß, dass das Thema komplex ist. Mir ist auch völlig klar, dass Strahlung das Risiko für Krebs (sic!) also auch für Leukämie deutlich erhöht. Wenn aber eine erhöhte Strahlung zu den erhöhten Leukämie fällen führt, müssen sich auch die Fälle von anderen Krebsarten/Krankheiten erhöhen, welche durch Strahlung verursacht werden. Ist dieses nicht der Fall, ist die Ursache für die hohe Leukämie-Dichte eine andere als Strahlung. Das ist in diesem Fall nicht komplex sondern elementare Statistik – deshalb will ich die Quellen der Statistiken sehen.
Ich habe schlicht keine Zeit den Artikel komplett zu analysieren, da sind noch einige Sachen mehr drin, die mich skeptisch machen …
@ eike scholz:
“Wie hat mein Russischer Kollege gearbeitet um zu seinem Urteil zu kommen?”
Das kann zumindest ich nicht beantworten.
Aber ich bin neugierig: Sind sie der Frauenarzt, der Vermessungstechniker oder der Professor für theoretische Elektrotechnik?
Einen Atomphysiker mit Professur Eike Scholz konnte ich jedenfalls nicht finden. Auch nicht jemanden ohne.
Was aber Ihre (sicherlich diskutablen) Einwände angeht:
“Aber an eine magische Radioaktivität, die zu einer Erhöhung von Leukämie führt ohne sich andere, ebenfalls durch Strahlung verursachte Krebsarten/Krankheiten erhöhen, glaube ich nicht.”
Radioaktivität ist keine Magie.
Anstatt sich zu fragen, warum nur Leukämie, sollten Sie sich fragen, warum nur Kinder? Dann hätten Sie sich diese Frage bereits selber beantworten können.
“Wie unterscheidet er ein künstliches Element von einem natürlichen?”
Americium ist instabil. Es kommt auf der Erde nur künstlich vor (Die Erde ist zu alt,als dass es diese Elemente noch auf ihr geben könnte). Das gleiche gilt für Plutonium. Uran 235 (das einzig natürlich vorkommende, spaltbare Element) kommt in Uran nur zu weniger als 1% vor. Wäre das aufgefundene Uran natürlichen Ursprungs (die Tatsache aussen vorgelassen, das es nicht einfach so rumliegen würde) wäre es U238.
“Dann noch eine CDU/SPD Verschwörung, in der sich diese Parteien gegenseitig decken ?”
Nicht Parteien decken sich gegenseitig, sondern Komplizen. Innerhalb der Parteien gibt es durchaus andere Bestrebungen. Allein, äussert man solche, wird mann nicht auf einen Posten befördert, der Komplizenschaft bedingt.
“Das könnte stimmen, oder aber eine paranoide Verschwörungstheorie sein.”
Sicher,sicher. Aber mal ganz ehrlich:
Als die “unabhängige” Untersuchungskommission (beinahe) geschlossen Ihre Arbeit verweigerte mit der Erklärung, sie würden von regierungsamtlicher Seite massiv behindert und Manipulationsversuchen ausgesetzt, haben Sie davon Wind bekommen? Und taten die das, um Verschwörungs-Theorien zu füttern? Denken sie wirklich, diese Leute seien zu dem Schluss gekommen, es gab keinen Unfall, aber es seien alles AKW-Gegner und sie wollten, kleinen Kindern gleich, dieses Ergebnis nicht veröffentlichen? Wir reden hier immerhin über renommierte Akademiker.
@nixx
Nein, wenn nur Kinder betroffen wären, wäre dass immer noch Suspekt. Warum sollte das meine Frage beantworten?
Der letzte Teil ist falsch. Plutonium kommt auf der Erde in sehr geringen Mengen auch natürlich vor. Schauen sie in ein Lexikon oder fragen sie Google. Es kommt sehr sehr selten vor, also ist die Statistik wichtig. Wo sind die Quellen? Abgesehen davon, was hat das mit dem Thema zu tun? Im Artikel ist das ein “Red Herring”. Dort steht:
. Das hat also mit der kommerziellen Atomkraft erstmal nichts zu tun, sondern eventuell mit Verfehlungen des GKSS.
Die politischen Argumente könnten stimmen, aber wenn man schon bei den wissenschaftlichen Argumenten schlampig arbeitet, warum sollte ich das annehmen?
@Eike Scholz, deine Überlegung zur Statistik ist nicht uninteressant. Interessant ist aber auch was ganz anderes.
1986 gab es beim Brennelementehersteller Nukem in Hanau einen schweren Unfall. In der Umgebung der Unfallstelle in Hanau fanden sich ominöse Brennstoffkügelchen (PAC) mit den Isotopen Plutonium, Americium und Curium. Diese oder ähnlich aufgebaute Mikrosphären könnten auch benutzt werden, um damit unter Laser-Beschuss nukleare Mini-Explosionen auszulösen. Es wurde jedoch keine auffällige Häufung von Leukämie-Fällen festgestellt.
Am 12. September 1986 soll es in dem in der Nähe des AKW Krümmel gelegenenen Kernforschungsinstitut in Geesthacht (GKSS) bei illegalen Experimenten zu einem schweren Unfall gekommen sein. . In der Umgebung der Unfallstelle in Geesthacht fanden sich ominöse Brennstoffkügelchen (PAC) mit den Isotopen Plutonium, Americium und Curium. Diese oder ähnlich aufgebaute Mikrosphären könnten auch benutzt werden, um damit unter Laser-Beschuss nukleare Mini-Explosionen auszulösen. Es wurde eine auffällige Häufung von Leukämie-Fällen festgestellt.
Wurde in Geesthacht und in Hanau etwa an verschiedenen Konzepten zur Entwicklung der Mini-Atombombe geforscht? Eine genauere Untersuchung der verschiedenen Mikrosphären mit Durchmessern von 5, 20 und 50 Mikrometern hätte längst darüber Aufschluss geben können.
Eike Scholz, schön, dass es dir auch auffällt: ?da sind noch einige Sachen mehr drin, die mich skeptisch machen?. Wäre hier nicht endlich eine umfassende Untersuchung angesagt, die wissenschaftlich nicht schlampig arbeitet? Hoffentlich kannst du das ausnahmsweise mal annehmen?
@goldman sachs
Eigentlich bin ich der Meinung, dass Forschung die öffentlich finanziert wird, komplett offen gelegt werden soll. Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass man Forschung überprüft – das gehört zur Wissenschaft dazu. Nur ist eine solche offene Forschung politisch nicht gewollt, da es mehr Geld kostet. Man bekommt halt leichter Geld aus der Industrie wenn man Dinge unter Verschluss halten darf.
@Eike Scholz, eigentlich bin ich deiner Meinung “was hat das mit dem Thema zu tun? Im Artikel ist das ein ?Red Herring?”.
Sorry, beim amerikanischen Geheimdienst CIA hieß das Unternehmen “Roter Hering”:
“Wenn der Parteivorsitzende Pieter Bouvé an seinem Krückstock die Kostverlorenstraat in Zandvoort an Zee herunterhumpelt und dabei die Melodie von “Der Osten ist rot” summt, dann merkt man ihm nicht an, dass er mal ein bedeutender und vielumworbener Mann war. (…) Nun, da der Kalte Krieg vorbei ist, kann er es ja sagen: Die Marxistisch-Leninistische Partei der Niederlande” (MLPN) war gar keine Partei, sondern eine Tarnorganisation des “Binnenlandse Veiligheitsdienst” (BVD), des niederländischen Geheimdienstes, und ihr Generalsekretär war auch kein Marxist, sondern ein gutbürgerlicher Mathematiklehrer ohne politische Ambitionen. (…)
Pieter Bouvé, der falsche Ex-Generalsekretär, kann sich das Grienen nicht verkneifen, wenn er an die Festbanketts denkt, die in der Großen Halle des Volkes in Peking zu seinen Ehren veranstaltet wurden, und an die Briefumschläge voll Banknoten, die ihm dabei zugesteckt wurden. Er denkt gern daran zurück. Denn: “Die Kommunistische Partei Chinas hat ganz ausgezeichnete Köche”. (…) Der Generalsekretär, der Vorsitzende, die Mitglieder des Zentralkomitees, alle waren Strohmänner. Nur damit es glaubwürdiger wurde, nahm Bouvé auch ein paar richtige Kommunisten in die Partei auf. (…) Beim amerikanischen Geheimdienst CIA, der von Bouvés Dossiers über all die Jahre Kopien erhielt, hieß das Unternehmen “Roter Hering”.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,331140,00.html
@ Eike Scholz:
“Nein, wenn nur Kinder betroffen wären, wäre dass immer noch Suspekt. Warum sollte das meine Frage beantworten?”
Eben weil es suspekt ist.
Fakt ist, dass es zu einer Häufung der Leukämiefälle in der Nähe von KKW kommt. Zu einer Häufung der Leukämiefälle bei Kindern UND Erwachsenen, wohlgemerkt.
Es kommt zwar AUCH zu einer Häufung anderer Krebsarten,aber diese wurde in den Medien mWn nicht erörtert und es wird auch weiterhin nicht erörtert.
Und dass ist auch nicht nur in Deutschland so, dies kann mann auch in den USA beobachten (Studien Mitte der 80er). Frankreich hat mWn bisher keine Studien veröffentlicht/durchgeführt.
Das Problem, mit dem alle Studien zu kämpfen haben (und aller, die aus ihnen Konsequenzen gezogen sehen wollen) ist aber folgendes: Zwar kann man eine erhöhte Gefahr an Krebs (nicht nur Leukämie) zu erkranken für die Nähe eines Wohnortes zu einem KKW statistisch nachweisen; aber mann kann nicht erklären, warum das so ist.
Unsere Mediziner können es nicht erklären! Zumindest nicht, wenn sie nicht geltende Regeln für den Umgang mit Radioaktivität (der sich in erster Linie an Menge orientiert, nicht etwa an Art und Ort der Strahlung) neu definieren wollen. Was weitreichende Konsequenzen hätte.
Oder zumindest zuzugeben, dass sie keine Erklärung kennen und ihr Wissen zu begrenzt ist.
Hören Sie die Nachtigall trapsen?
Aus einem: “Wir können nicht belegen,dass Strahlung für die Häufung von Krebs in der Nähe von KKW verantwortlich ist. Wir können aber auch nicht belegen, dass sie es nicht ist. Ehrlich gesagt: Wir wissen einen Scheiss.” wurde ein: “Kein Zusammenhang zwischen Strahlung und Krebs in der Nähe von KKW!”.
Dabei gleicht der Versuch, die Daten anders zu deuten als durch KKW verursachten Krebs dem Versuch, Ockhams Rasiermesser mit `nem Presslufthammer zu schärfen.
“Der letzte Teil ist falsch. Plutonium kommt auf der Erde in sehr geringen mengen auch natürlich vor.”
Da haben Sie mich erwischt.
Dennoch: Mit “sehr sehr geringen Mengen” haben sie Recht. Hier gilt das Gleiche wie für U235, insofern sie mit Ihrem skeptischen Standpunkt, eine etwas präzisiertere Auswertung der Untersuchungen anzumahnen, im Recht sind.
“Wo sind die Quellen?”
In Posting #3 findet sich was.
“Das hat also mit der kommerziellen Atomkraft erstmal nichts zu tun, sondern eventuell mit Verfehlungen des GKSS.”
Auch das Thema Asse/Gorleben ist Gegenstand dieses Artikels.
Und wessen die GKSS hier verdächtigt wird, wäre ohne tatkräftige sowie stillschweigende und ganz bestimmt auch gut entlohnte (wie auch immer) Unterstützung der KKW-Betreiber kaum möglich gewesen.
Was sie einen Red Herring nennen, ist ein Mosaik-Stück der Vergangenheit. Warum konnte Albrecht Gorleben durchdrücken, auch wenn die Geologen dagegen waren (ich kenne die Antwort, die Frage ist rhetorisch)?
Die Kernkraft war gewollt, wir haben uns reingestürzt und niemand wollte zugeben, dass wir sie NICHT im Griff haben.
Heute sehen wir die Folgen, und es ist frustrierend und gefährlich, wenn, anstatt die Verantwortung zu übernehmen in geradezu obszöner Weise gelogen, getrickst und Recht gebrochen wird, während Vollspacken wie z.B. Centrio im Zuge dieses Chauvi-Faschismus 2.0 auch noch die letzten Menschen, die in diesem Land für Vernunft vor Macht eintreten, zu beleidigen und lächerlich zu machen trachtet.
Niemand ist verantwortlich, und wo es einer sein könnte, ist überhaupt nichts passiert. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist gesamtgesellschaftliche Realität. Ob es Wirtschafts-, Energie-, Arbeitsmarkt-, Aussen-, Innen oder Sozialpolitik ist: Keiner hat was verbockt, niemand muss sich schämen, alles ist in Ordnung.
Und wer was anderes behauptet, der soll uns erst einmal nachweisen, dass es überhaupt ein Problem gibt, der scheiss linksfaschistische Gutmensch.
B.t.W: Als Resultat auf den Protest der Sachverständigen sind erst einmal neue Studien in Auftrag gegangen.
Langzeitstudien.
Bis die abgeschlossen sind (alles in allem so in etwa einem Vierteljahundert) bleibt auch ganz sicher alles beim alten. Bis auf den Ausstieg, weil sind ja alle sicher, die KKW.
Einige ergänzende Anmerkungen zu den Kommentaren
Es wird viel in Kommentaren gestritten, was genau rund um Geesthacht gefunden wurde, was “natürliche” Nuklide sein könnten und was nicht.
Ich biete allen an, den Mironov-Report des renommierten weißrussischen Atomphysikers der Sacharov Umweltuniversität in Minsk, Prof. Vladislav P. Mironov, zu lesen und die eindeutigen Antworten, die er in der Anhörung 2007 dazu gegeben hat. Manche Spekulationen erübrigen sich dann:
http://wolfwetzel.wordpress.com/2007/04/01/anhorung-im-niedersachsischen-landtag-2007/
Wolf Wetzel
Hallo,
die Arbeiten von Wilhelm Reich weisen eindeutig nach, dass die Lebensenergie durch (auch sehr geringe) radioaktive Strahlung (genauso wie durch hochfrequente Strahlung) geschädigt wird. Das führt, zusammen mit anderen Einflussfaktoren, zu Krebserkrankungen.
Die Lebensenergie und ihre Wechselwirkung mit der radioaktiven Strahlung lässt sich auch nicht abschirmen, mit keinen Mitteln; sie durchdringt alles, weil es ohne ihr Pulsieren kein Leben geben kann.
Und deshalb treten in der Nähe von Kernkraftwerken gehäuft Krebserkrankungen auf, auch wenn das vehement von vielen (interessierten) Leuten geleugnet wird – weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Die Leukämiefälle bei Kindern sind nur deshalb so bekannt, weil sie sich nicht so leicht unterdrücken lassen – wenn es um die eigenen Kinder geht, dann sind viele Menschen nicht mehr so leicht zu manipulieren, sondern setzen sich eher durch, auch gegen die üblichen materiellen Erpressungen (Karriereknick, Verlust des Arbeitsplatzes etc.).
Es besteht also noch Hoffnung, dass sich irgendwann seriöse Wissenschaftler (so es solche noch geben sollte) mit diesem Thema objektiv (und nicht interessengebunden) auseinandersetzen und die (bis heute nicht anerkannten) Fakten dann auch für den letzten Zweifler nachvollziehbar nachweisen.
Bis dahin sterben weiter Kinder…
@hans-im-glueck
Reich? Ist das nicht der Freak mit den Orgon-Strahlen? Na da haben “wir” ja elegant den Kreis zu den Bilderbergern geschlossen ;-) *autsch*
Also, Jens,
so gut ich Deinen Blog weitgehend finde, zu Wilhelm Reich scheinst Du etwas fehlinformiert zu sein.
Als “Freak mit den Orgon-Strahlen” scheinst du das übliche, stark verkürzte Bild von ihm zu haben.
Er war auf jeden Fall KEIN Bilderberger, sondern wurde wegen seiner umwälzenden Forschungsergebnisse in den USA eingeknastet und starb auch dort im Gefängnis.
Ich hatte das Glück, nach diversen Büchern und Schriften von Bernd Senf nun auch Bücher von WR selbst zu lesen zu bekommen; auch gibt es wieder Neuauflagen seiner Schriften. Ich kann allen nur empfehlen, sich mal damit zu beschäftigen, auch wenn die Schriften schon 50 – 80 Jhre alt sind.
Viele neue Erkenntnisse passen nämlich recht gut mit den Reich’schen Forschungsergebnissen zusammen, ob Dr. Hamers Krebstheorie oder die moderne Teilchenphysik.
@hans-im-glueck
Klar, Senf, Reich und der ganze Eso-Quatsch. Sorry, gegen derlei Beutelschneiderei und Bauernfängerei habe ich eine gaaaanz ausgeprägte Aversion. Das liegt nicht an einer Uninformiertheit, sondern an einer Informiertheit.
danke spiegelfechter auf den Punkt gebracht. danke auch an alle roland koch fans – schade das er geht – aber danke das er begreift das er ein ARSCHLOCH ist. mfg ewu
@ hans-im-glueck:
Tobi, bist Du es?
@ 30 Gegenoeffentlichkeit – Föderalismusreform
Ich sehe da nicht so wirklich den Widerspruch zum GG. Art. 79:
(2) Ein solches Gesetz bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der
Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates.
Hat damit nichts zu tun, denn diese Vorschrift wurde bei der
Föderalismusreform eindeutig eingehalten.
Der Verfasser argumentiert also eher mit:
(3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des
Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der
Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze
berührt werden, ist unzulässig.
Das bedeutet nach meiner beschränkten juristischen Sichtweise eigentlich
nur, dass Föderalismus als Staatsdoktrin anerkannt wird´und
Verfassungsverstöße gegen Art 1-20 GG durch Gesetz unzulässig sind
Ginge man mit dem Verfasser davon aus, dass IMMER ALLES was Art. 1-20 GG
berührt der Zustimmung des Bundes und der Länder bedarf, wäre das bestimmt
nicht im Sinne der GGverfasser gewesen, da dies letzlich bei allen Gesetzen
und Verordnungen der Fall ist.
Dann wären also alle Gesetze zustimmungspflichtig und das GG widerspräche
sich (auch in der alten Fassung) selbst.
Auch die Verfassung muss eben “ausgelegt” werden.
Bei der Föderalismusreform sollten die Zuständigkeiten besser verteilt und
der Staat “handlungsfähiger” gemacht werden.
Ob das wünschenswert ist oder nicht ist eine andere Frage, genauso wie die
Frage, ob die Reform wirklich ihr Ziel erreicht hat.
Ich teile die Ansicht des Verfassers wirklich nicht, da die entscheidenen
Gesetze auch weiter zustimmungspflichtig bleiben.
Die verfassungsmäßig Ordnung wird also, wenn überhaupt, nur in geringem Maße
betroffen, so dass eine Berufung auf Art. 20 Abs. 4 GG (sog. “Widerstandsparagraph”)
wirklich nicht weiterhilft.
Das GG ist durch Erfahrungen aus der Nazizeit geprägt, so dass der
Widerstandsparagraph weitestgehend leerläuft, bzw. noch nie angewendet
wurde. Darauf haben sich zum Beispiel auch die RAF-Terroristen berufen.
Die Föderalismusreform eignet sich dafür nun wirklich nicht.
Anders wäre es bei Abschaffung des Föderalismus bzw. Bund oder Länder,
Diktatur etc.
@ Spiegelfechter, Alles Gute und Danke für den Fisch…
Ich habe die Reportage damals gesehen. Spekuliert wurde auch um einen Unfall, der sich 1986 dort zugetragen haben soll. Wäre der nicht vertuscht worden, wäre das das Aus für die Kernenergie in Europa oder zumindest in Deutschland gewesen. Mit zwei Unfällen in einem Jahr hätte jeder die Kernenergie für zu riskant gehalten.
Was die ach so harmlosen Kügelchen angeht: Wenn die so harmlos sind, sollte nichts dagegen sprechen, ein paar Kilo davon in den Iran schaffen zu können.
Interessant ist auch, daß sich noch keine pauschal pöhsen Moslems gefunden haben, die das Zeug für eine schmutzige Bombe aufsammeln.