Koch geht ? das System Koch bleibt
geschrieben am 26. Mai 2010 von Spiegelfechter
ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat gestern seinen Rücktritt erklärt. Bevor man über diese Ankündigung jubelt, sollte man sich die Worte seiner Rücktrittsrede auf der Zunge zergehen lassen: Süffisant zitiert er eingangs aus seiner Geburtstagrede aus dem Jahr 2008, in der er im Gangsterjargon hat verlautbaren lassen, dass er in seiner Arbeit »noch etwas zu erledigen« hätte?. Dann schaut er auf seine »Arbeit« zurück und lässt uns wissen, dass alles »zu meiner vollsten Zufriedenheit geschehen« sei. »Mehr als zwölf Jahre ?(und) eine wirklich tolle hessische CDU« liegen bald zurück und ein Wechsel in die Wirtschaft als Belohnung warten auf ihn. Was und wen hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch »erledigt«?
Rückblick
Obwohl sich die hessische CDU im Wahlkampf 2008 noch steigerte, ihre rassistische Kampagnen (z. B. die Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsangehörigkeit 1999) mit dem Kampf gegen ?ausländische Kriminelle? zu krönen wusste, von ?Kuscheljustiz? fabulierte und mit ?Warnschussarrest? drohte, musste sie massive Verluste (minus 12 Prozent) hinnehmen. Ihr Wahlkampfmotto: »Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen«, eine Mischung aus Deutschtum und Kommunistenphobie ging nicht auf. Selbst mit der FDP zusammen hatte sie keine Regierungsmehrheit mehr. Die SPD hingegen konnte gegen den bundesweiten Abwärtstrend 7,6 Pozent zulegen und hatte sogleich ein Problem: Auch mit den Grünen zusammen wäre sie auf eine Tolerierung durch die Partei DIE LINKE angewiesen gewesen. Genau diese schloss sie jedoch aus ? in der Hoffnung, so den Einzug der LINKEN verhindern zu können. Um dennoch rot-grüne Regierungspolitik machen zu können, brach sie ihr Wort und handelte ein Tolerierungsabkommen mit der Partei DIE LINKE aus.





Ein gebrochenes Versprechen ist ein gebrochenes Versprechen ist ein gebrochenes Versprechen. Koch und sein System verabscheue ich zutiefst, und Wortbrüchige wie Ypsilanti ebenso.
Das Hauptproblem (nicht nur in Hessen) ist IMO, dass einem keine Person und auch keine Partei einfällt auf Fragen nach Anstand, Integrität, Glaubhaftigkeit, Klüngelfreiheit…
Wir haben leider keine Wahl, egal wen wir wählen.
Wahlbetrug: Hat Koch eigentlich vor der Wahl gesagt, dass er nicht für die volle Amtszeit zur Verfügung steht?
@elwu: Die Grenzen zum gebrochenen Versprechen sind eben viel zu fließend, als dass es Sinn macht, über Ypsilantis Gesinnungswechsel zu reden. Sorry, aber nach der Wahl ist immer anders als vor der Wahl. Siehe Krafts “Man muss jetzt das Wahlprogramm an die Realität anpassen.” (oder so ähnlich).
Nun ja, viel lustiger wäre doch jetzt, mal zu raten, wohin Koch demnächst geht. Naheliegend wären ja vor allem FRAPORT oder ein Energiekonzern. Wann wissen wir mehr? Am Ende des Jahres?
@Alexander
Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust. Teils neige ich Deiner Meinung zu, teils iss aber auch richtig, dass vor der Wahl und nach der Wahl an einer anderen Stelle auseinanderfallen. Vor der Wahl iss: Alles alles Wissen und alles gegen besseres Wissen versprechen. Nach der Wahl iss: Wissen, was man schon immer wusste, auch und gerade vor der Wahl, aber sagen DAS hätte man nich gewusst, ein Kassensturz muss her, ungeschminkte Wahrheit … Fließende Grenzen könnten da doch zu euphemistisch gesehen sein.
Beste Grüße
@WW
Boahejh!
Ich hab’ jetzt noch eine Gänsehaut. Ein tolles Kondensat! Da gibt’s ja nix, was man noch zufügen könnte außer vielleicht….
…. was Schönes von Marx : Dixi et salvavi animam meam; ich habe gesprochen und meine Seele gerettet; finitum
Kopfschmerzen bereitet mir jetzt, dass man all das offenbar wissen kann …
… und wir zumindest über so viel “vierte Gewalt” verfügen, dass ihr (Wolf und Jens) das hier publizieren könnt, und trotzdem nichts daraus folgt.
Der ganze Text liest sich schaurig wie das Drehbuch für ‘Der Pate IV’ … und am Ende ein Happy-End für den Don.
Da findet sich kein Lichtblick am Ende des Tunnels, der einem Hoffnung machen könnte, es ließe sich etwas Wirkungsvolles gegen solche kriminellen Seilschaften unternehmen, im Gegenteil …
der gesunde Menschenverstand müsste ja meinen, nun würde es ausreichen einen short-link zu diesem Artikel an die hessische Staatsanwaltschaft zu schicken, und Gerechtigkeit nehme ihren Lauf …
Dass soviel im Staate D. faul ist, dass dem natürlich nicht so sein wird, hinterlässt bei mir v.a. eins:
Ohnmacht!
@ Cosmo, #5:
Oh, man kann vieles wissen, wenn man nur will ;-) Ein Großteil von dem, was Wolf hier zusammengefasst hat, stand über die Jahre in der überregionalen und der Lokalpresse. Geschehen ist leider nicht viel bzw. das Falsche, wie man am Fall der zum Schweigen gebrachten Steuerfahnder gut sehen kann. Wir werden es dennoch mal wieder durch die Blogosphäre jagen, damit die ganze Angelegenheit nicht in Vergessenheit gerät.
Hervorragender Artikel! Auch wenn das Rätsel, warum der hessischen Opposition alle Zähne ausgefallen sind, leider nicht gelöst wird.
wenn man so etwas liest gibt es doch eigentlich nur 3 Möglichkeiten:
1. die genannten Fakten entsprechen der Realität und die Exekutive muss einschreiten.
2. die Fakten sind erfunden und SF und WW könnten wegen Verleumdung verfolgt werden.
3. der Staatsanwaltschaft ist es wayne und/oder sie hängt selbst mit drin.
omg, wie kann denn zb ein einzelner psychiater gleich mehrere steuerfahnder, welche auch noch mit den gleichen themen betraut waren, krankschreiben?
@ Mordred, Nr. 8
Und wenn das dann auch noch auffliegt. Wie kann die läppische Konsequenz dann lediglich in einer Geldbuße von 12.000 Peanuts Euro ausfallen …oO( ?? )
Hoffnungen auf die
mach ich mir da irgendwie keine.
Die sind längst alle mit vermachtet. & wenn es ihnen gelingt, Amtsärzte, Oberfinanzdirektoren, SPD- und Gewerkschaftsfunktionäre zu bestechen, dann haben sie damit auch bei Öko-Liberalen und chronisch klammen Salon-Marxisten leichtes Spiel.
Verflixt und zugenäht!
Fragmentarisch hatte ich diese Geschichte aus den zeitnahen Medienberichterstattungen noch in Erinnerung. Aber in diesem Zusammenhang und so komprimiert beweist es mir wieder einmal, dass diese Form “unserer ” Demokratie nichts anderes ist, als dass 9 Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendbrot gibt. Und es macht mir Angst.
Adorno hat unter anderem gesagt: Ich fürchte mich nicht so sehr vor der Rückkehr des Faschismus in der Maske des Faschismus wie vor der Rückkehr des Faschismus in der Maske der Demokratie.”
@elwu
Was soll denn schon wieder der Wortbruch-Blödsinn?
Der notorische Lügner Koch hat haufenweise Wahlversprechen gebrochen, z.B. zur Startbahn (hat Wolf Wetzel an anderer Stelle schon ausführlich geschildert). Auf Bundesebene damals der doppelte Wortbruch zur Mehrwertsteuererhöhung. Vor-der-Wahl-Aussagen zu Koalitionen werden immer wieder gekippt. Inhaltliche Zusagen sind nie das Papier wert.
Müntefering hat klar gesagt, es sei unfair(!), an Wahlprogrammen zu messen.
Man nehme nur mal die Schröder-Regierung:
Im SPD-Partei-Programm stand das Verbot der Leiharbeit – spielte bei Hartz I keine Rolle.
SPD-Wahlprogramm enthielt kaum Aussagen, und die spielten auch keine Rolle.
Nicht mal die Koalitionsvereinbarung hielt viel:
Echten Atomausstieg? – Die Konzerne sagten: mögen wir nicht. – Schröder: na gut, dann eben nicht.
@wolf welzel ein Tip!
Roland Koch hat erst ab 2012 ?noch was zu erledigen?. Vorher wird Roland Koch von Dr. Merkels Co-Mentor Ackermann noch eingestimmt, das Leben auf diesem Planeten von der Warte der internationalen Finanzelite aus zu beurteilen. In den nächsten zwei Jahren wird sich Roland Koch im Umfeld der Bundesbänker noch etwas warmlaufen!
2012 wird die kommende Regierung der Großen Koalition mit der Unterstützung der EU und der USA Roland Koch zum Nachfolger des scheidenden IWF-Direktors Dominique Strauss-Kahn machen. Das ist No-Problem, denn lt. einer informellen Vereinbarung zwischen den USA, Deutschland und Frankreich ist der Direktor des IWF immer ein Europäer und der Nachfolger eines Franzosen immer ein Hesse.
Roland Koch muß dann mit Hilfe der IWF-Weltregierung seinen total korrupten hessischen Sumpf global verbreiten. Psychiatrisierung von Finanzbeamten, das gab den Ausschlag für Roland Kochs Auswahl zum künftigen IWF-Direktor. Selten wurde an der Wallstreet und bei Ackermanns so gelacht. Ackermann gefiel besonders die Vorstellung, Roland Koch mit seinem sinnlichen Bulldoggen-Mund auf Frau Dr. Angela Merkel zu hetzen.
Roland Koch tritt sein Amt als IWF-Direktor zum 1. November 2012 an, rechtzeitig vor den Bundestagswahlen gegen das linke Lager 2013, wetten?
@elwu: Sorry, aber du wirkst auf mich wie gehringewaschen, wenn du ob die im Artikel beschriebene Korruption mit einer nicht eingehaltenen Koalitionsaussage gleichsetzt (!!!)
Ich habe die Sache mit den Steuerfahndern letztes Jahr auf WDR3 in der Sendung “tag7″ gesehen.
(ich mußte natürlich an die psychatrischen Kliniken für Systemabweichler in der DDR oder der Sowjetunion denken) Anscheinend hat die politische Macht generell eine Tendenz in diese Richtung. Damals war der Psychiater noch nicht verurteilt. Mich wundert, daß er nur eine Geldstrafe bekommen hat.
Einer der betroffenen Steuerfahnder kam in der Sendung begleitend zu Wort.
Er wollte sich nach dem zwangsweisen Ausscheiden aus dem Dienst als Steuerberater selbständig machen. Da er frühzeitig in den Ruhestand versetzt worden war, war die Pension zu niedrig. Da er aber für unzurechnungsfähig erklärt war, konnte er sich wohl zunächst nicht als Steuerberater niederlassen.
Er mußte also zunächst um seine Rehabilitation kämpfen. Daran anschließend wurde der Psychiater dann wohl verurteilt.
Ich bin ja kein Anhänger von Verschwörungstheorien und glaube auch nicht das die Gesellschaft am “linken Wesen” genesen wird, aber die Sache mit den Steuerfahndern ist schon starker Tobak und kann einen schon zusätzlich verunsichern. Andererseits ist es für mich auch nicht überraschend, das Politik und Verbrechen eng miteinander verbunden sind.
Schade das hier kaum Anhänger des “Bestehenden” kommentieren. Es wäre interessant zu erfahren, wie die Vorgänge gerechtfertigt würden. Das sei nun mal so! Es sei der Preis der Demokratie?
Ich habe nie verstanden, wie jemand, wie ich das immer wieder privat erlebe solche “Mißstände” bei der Betrachtung des Systems ausblenden bzw. relativieren kann. Aber so sind die Menschen im Lande nun mal.
Zu 14 Axel:
Wie ist das in diesem konkreten Zusammenhang zu verstehen: Bist du trotz der im Artikel ausgebreiteten Details (die ja durchaus noch mehr Dinge abdecken als nur die Steuerfahnder-Geschichte) der Meinung, es handele sich in Hessen nicht um eine “Verschwörung” zwischen Politik und Wirtschaft, evtl. sogar der Medien? Oder, wenn wir das böse V-Wort weglassen, sagen wir mal “dicker Filz”? Dann wüsste ich gerne, womit du dies begründest? Einfach weil das aufgrund unserer Sozialisierung im “sauberen” Deutschland so unglaublich klingt und der menschliche Geist auf Weltbild-Zerstörung mit Ablehnung/Ignoranz reagiert (kein Vorwurf, davon ist jeder Mensch betroffen)? Oder hast du da auch konkretere Gründe?
Ich will hier überhaupt nicht Flamen, ich frage aus echtem Interesse.
Was meinst du denn eigentlich mit dem “linken Wesen”? Und welche Aspekte des “linken Wesens” stören denn den Genesungsprozeß bzw. was käme deiner Ansicht nach Heraus, würde das “linke Wesen” wirklich mal das Ruder in der Hand halten? Die Beantwortung der zweiten Frage ist IMO unnötig, falls die Antwort auf die erste Frage so was wie “Stalinismus” sein sollte, denn das wäre zumindest aus meiner Sicht gerade nicht ein Ausdruck des “linken Wesens”, sondern das Resultat der Machtergreifung des “rechten Wesens, anfänglich im Linkspelz”.
Stimmt die Geschichte mit den Steuerfahndern tatsächlich? Wenn ja, finde ich es unglaublich, dass das nicht bekannter ist.
Dieser Artikel und der zum Atomausstieg wirken allgemein nämlich wie Verschwörungstheorien, d.h. ziemlich unglaubwürdig.
@ Sebastian am 26. Mai 2010 um 16:16
“Stimmt die Geschichte mit den Steuerfahndern tatsächlich? Wenn ja, finde ich es unglaublich, dass das nicht bekannter ist.”
Schauen Sie einfach unter:
http://www.sueddeutsche.de/politik/schwarzgeld-steuerfahnder-aus-dem-amt-gemobbt-1.130750
Der Spiegel hat die Geschichte nach meiner Erinnerung auch gebracht.
@elwu: Dann aber bitte für alle. Alle Politiker, die ihr Wort brechen müssen zurücktreten. Wäre herrlich leer in den Parlamenten…
@16 Sebastian: Das ist alles bekannt. Allein der Umfang und ob alles abgestimmt und abgesprochen ist, ist nicht 100% klar. Die Fragen: Arbeitet Koch für Finanzplatz Frankfurt/FRAPORT in der Regierung? Wird alles abgesprochen und handelt er immer Vergünstigungen/Geld für sich und seine Amigos aus?
Oder versteht man sich nur gut, verkehrt in den gleichen Kreisen und hat die gleichen Anschauungen? Sind Drehtüreffekte zwischen Politik und Wirtschaft Folge von korrupten Deals oder ergeben sie sich aus ungeplanter Vetternwirtschaft?
Diese Fragen lassen sich wohl nie restlos klären, aber ich persönlich halte die deutschen Eliten für durch und durch korrupt.
Das bleibt auch nicht bei Koch. Das kann man gut auch auf Merkel, Schäuble, Schröder, Clement, Fischer, Kohl, Strauß, Möllemann, Westerwelle, Schily und vielen vielen anderen sehen. Und auch da ist das Meiste bekannt, nur Konsequenzen hat es nicht. Ach, wäre das schön in einem Rechtstaat zu leben…
Ziemlich heftig, aber vor allem erschreckend, was hier geschildert wird :/
@Sebastian
sry, nich böse sein, aber DU bist unglaublich. Wie Frank #6 schon gesagt hat: Man kann vieles wissen, wenn man nur will … und das ist der Flaschenhals, das vorurteilslose “Ich will Wissen”!
Geh doch einfach ‘mal den entsprechenden Links in der FR nach, fang hier an. Wie oben beschrieben iss die FR das einzige Blatt, dass sich nachhaltig dem hessischen Afärensumpf widmet.
Also, Sebastian, tapfer wollen! ;-)
Allerbeste Grüße
Wikipedia:
“Als Verschwörungstheorie bezeichnet man im weitesten Sinne jeden Versuch, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem illegalen oder illegitimen Zweck, zu erklären.
Der Begriff Verschwörungstheorie wird oft kritisch oder abwertend verwendet. In der Rhetorik ist die mediale Diskreditierung des Gegners vermittels eines solchen Vorwurfs ein erprobtes Instrument. Die Charakterisierung als Verschwörungstheoretiker ist Gegenstand von Diskussionen.”
Regierungsbeteiligung in den USA seit 1980er Jahre (Reagan):
Alle Kabinettsmitglieder, ausschließlich zwei, in entscheidenden Positionen (Wirtschafts-, Innen-, Finanz-, Verteidigungs-, Außenministerium) entstammten der Upper Class, den oberen 10 Prozent der
Bevölkerung, oder der Upper Middle Class, den folgenden 3 Prozent der USBevölkerung.
–> Politik: reaganomics… Stichwort: Laffer Kurfe
–> Verlauf/Tendenz bis heute/für die Zukunft ? Was für eine Frage…
Großbritannien:
Seit Thatcher über 2/3 der Mitglieder in den Kabinetten brittische Upper Class
–> Politik: Thatcherismus, Monetarismus, Privatisierung ohne Gleichen
–> Tendenz ? ….. City of London?
Deutschland:
Seit 1999 alle Kernministerien der Innenpolitik aus dem Großbürgertum (obere 5 Promille) oder den folgenden 3 Prozent des Bürgertums
–> Politik: Nur zwei Wörter: Lambsdorff Papier (endlich konnte es angegangen werden)
Ach halt. Schröder Blair Papier gabs ja auch noch… aber das war nur abgeschrieben.
–> Tendenz ? Studiengebühren…..Unternehmerische Hochschulen…..Privatschulen…….Wird sich was ändern? Ja, es wird schlimmer.
Verschwörung oder Alltag?
Was erwartet ihr?
Ich empfehle Professor Michael Hartmann und sämtliche Ausarbeitungen/Bücher zur Elitenforschung/Elitensoziologie (Elitensoziologie: Antonymie in einem Wort :)
Danke für die Links, diese Affäre ist echt interessant.
Gratulation! Sehr schön beschrieben. Knackig, kurz, prägnant. Rechtsstaat, Gewaltenteilung, parlamentarische Demokratie. Genau so funktioniert dieses Gemeinwesen. Aber, und das möchte ich ausdrücklich betonen, nicht nur in Hessen. Das hessische System ?Koch? ist, im Gegensatz zu den meisten anderen ?Systemen? in diesem Land, professioneller, effektiver, rigoroser, schlicht: erfolgreicher. Es wird vielleicht nur noch von dem System Strauß in Bayern der 60er,70er und 80er Jahre erreicht. Aber das ist da schon lange passe.
Nun nehme man diesen Beitrag von Herrn Wetzel und lese dann die Begründungen derer, die in NRW das Gespräch mit der ?Linken? in NRW im Bezug auf eine wie auch immer geartete parlamentarische Zusammenarbeit platzen ließen. Die DDR war ein Unrechtsstaat, den dort herrschte nur eine Partei allein. Sie war deshalb auch ein Unrechtstaat, weil in der DDR z. B. Kritiker des Systems in Gefängnisse geworfen wurden. Die DDR war ein Unrechtsstaat, weil z. B. dort die Post der Bürger ohne gesetzliche Grundlage von staatlichen Stellen gelesen wurde. Und sie hatte keine freie Presse. Die Medien berichteten nur das, was den dort damals Herrschenden recht war. Nein, dieses Bekenntnis wollten die VertreterInnen der ?Linken? ihren Gesprächsgegenübern nicht ablegen. Wie kindlich. Sehen sie denn nicht den Unterschied zwischen Rechtsstaat und Unrechtsstaat? In einem Rechtsstaat wie diesem herrscht das System Koch. Und wenn durch einen Wahlakt das System mal zu kippen droht, nun, dann kommt einer mit dem Scheckbuch und kauft sich einen Parteivorsitzenden und dessen Schäfchen folgen ihm dann bereitwillig, um das System wieder zu stabilisieren. So wie im Saarland. In einem Rechtsstaat wie dem unseren wird ein politisch Missliebiger nicht ins Gefängnis geworfen, er wird zu einem Psychiater geschickt. Der erklärt dann als unabhängiger Sachverständiger ihn für psychisch gestört und Schluss ist. In einem Rechtsstaat gibt es dafür, dass die Post der Bürger gelesen werden kann, ein Gesetz. Und in einem Rechtsstaat sind die Medien frei und unabhängig. Frei käuflich und unabhängig von Titel steht in allen eigentlich mehr oder weniger dasselbe.
Wenn aber mal Wahlen und deren Ergebnisse die Gefahr heraufbeschwören, dass ein System Koch oder ähnlich abgewählt werden könnte, na dann wird diese Wahl eben wiederholt, solange bis es passt. So wie in Hessen und vielleicht ja auch bald in NRW. Die Instrument stehen in diesem Rechtsstaat zur Verfügung. Das System Koch wirkt nämlich Personen- und Parteienübergreifend.
@ Sebastian und Julian und alle anderen Interessierten:
Da es für Jens und mich zu aufwendig war, die vielen Fußnoten hier für’s Blog aufzubereiten, habe ich mal Wolfs Originalskript als PDF bei mir hochgeladen. Da stehen dann diverse von ihm verwendete Quellen drin. HTHY.
@Ekelfranz, ein ?System Koch? kann auch in Hessen nur vorübergehend funktionieren.
Im Grunde erzählt Kochs Weg an die Macht, wie sich eine konservative Partei CDU in einem sozialdemokratisch geprägten und historisch extrem zerklüfteten Land Hessen einbonkert. Da wuchern Ideologien wie: ?Entweder du bist für mich oder gegen mich? und ?Eine Hand wäscht die andere? . Politisch entsteht ein provinzieller Sumpf, in dem eine CDU-Nomenklatura von Absahnern wuchert, die sich zum Absahnen ihre CDU-Einparteienherrschaft zusammenmauschelt. Genau genommen ist die hessische CDU Roland Kochs aber auch nur die Fortsetzung der zerfallenden SPD Holger Börners, nur mit anderen Mitteln.
Der hessische Sumpf funktionierte, weil in der hessischen CDU-Einparteienherrschaft Roland Kochs innerparteilich die Kritiker ihr Hirn abschalten mußten. Dann mußten auch Kritiker außerhalb nach dem Motto “eine Hand wäscht die andere” kaltgestellt werden. Das funktionierte eine Zeitlang. Speziell die CDU ist nur noch ein Haufen toter Seelen, da ist kein Feuer mehr, nur alte Asche.
Dass der Nachfolger Roland Kochs der 6 Jahre ältere Mentor Roland Kochs wird, sagt alles über die düstere Zukunft der CDU in Hessen. Wenn der Nachfolger in wenigen Jahren aussteigt, stürzt die völlig ausgehöhlte CDU in Hessen wie ein schlaffer alter Sack in Roland Kochs eigenen Sumpf . Roland Koch wird dann schon längst Direktor beim IWF spielen.
Aus der Asche steigt eine Neue Linke!
Chapeau, ein ganz hervorragend recherchierter Artikel!
zu 5, 6, 8 16, 19 und den Antworten darauf: U.a. in der Frankfurter Rundschau wurde dem Thema Steuerfahnder & Co über Monate regelmäßig Rechnung getragen.
@Jens, Herrn Wetzel: Warum werden bei den Artikeln keine oder kaum Quellen verlinkt? Gerade bei solchen Artikeln, die voller Infos stecken und einen gewissen “review” Charakter haben ist das sehr schade. Durch Quellen würde zum einen die Glaubwürdigkeit steigen, zum anderen wäre der Artikel dann auch “zitierfähig” – weg von VT und hin zu Qualitätsjournalismus, wie man Ihn so selten findet. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Quellen eh vorhanden sind, der Aufwand würde sich daher – in Relation zum Schreiben und Recherchieren – in engen Grenzen halten. Bisher habe ich auch nicht den Eindruck gewonnen, dass Jens sich um Quellenschutz kümmern muss ;-)
Ansonsten wäre eine Kurzbio über Gastauthoren nice to have… ARMK?
Wer trägt die Hauptschuld am “System Koch”?
Einen Hinweis gibt es hier:
http://pcast.sr-online.de/play/fragen/2010-05-24_herrmann230510.mp3
PS: Die Illuminaten sind es diesmal nicht!
@goldman sachs
in the long run we are all dead …
So ein System kann verdammt lange funktionieren und die “Neue Linke”,
die vielleicht irgendwann “aus der Asche steigt” sehe ich noch nicht.
@ Terzebacher, #26:
Kuckst Du bitte bei meinem Kommentar #24 – da habe ich das Originalmanuskript samt Quellen verlinkt.
Verfassungsschutz wird die Linkspartei weiter beobachten.
Ich hoffe mir schließen sich weitere 100000 Linke an.
Kurze Mail an den Verfassungsschutz genügt:
Ich bin Linker und ich trete für für die Verstaatlichung der Banken und Energiekonzerne ein.
Ich möchte dass dreiklassen Schulsystem abschaffen.
Und ich möchte mehr Transparenz bei der Besetzung von Stellen in der öffentlichen Verwaltung, z.B. des Präsidenten des Verfassungsschutzes.
Bitte lassen sie mich beobachten.
So verhelfen wir 100000 anderen zu einem Arbeitsplatz.
@Troubadix, man wird sehen.
Ein ?System Koch? kann sich nicht andauernd erneuern. Es hat einen Anfang und ein Ende, auch weil es getragen wurde vom Aufstieg z.B. der Frankfurter Finanzindustrie, dem Flughafen usw.. Da hat sich schon vieles gedreht.
Wir sehen überal extreme Beschleunigung, so oder so. Wer hätte im Mai 1989 gedacht, dass das ?System Honegger? vor dem Quick-Exit steht?
Niemand kann das wissen. Prinzipiell hast du recht, dass Systeme Krisen jeder Art zur permanenten Erneuerung brauchen und auch produktiv nutzen können. Ein Wechsel in einen neuen Modus setzt immer viele innere Alternativen und heftige äußere Stösse voraus.
Wenn ich schreibe
warum lesen dann ausweislich ihrer Antworten etliche Mitschreiber hier ausschließlich den Randsatz zu Ypsilanti? Nun ja, jeder filtert wie er kann :)
@elwu, die Deutschen haben ein seltsames Verständnis von Politik! Politik ist NICHT “Anstand, Integrität, Glaubhaftigkeit, Klüngelfreiheit”.
Immerzu diese moralischen Extreme der Deutschen! Manchmal ist es das alles, aber meistens ist es das eben nicht. So gesehen ist Roland Koch eine richtig gute Anschauung in Politik.
Roland Koch ist NICHT Adolf Hitler, nur ein kleines bischen. Für manche ist das viel schon zuviel, daher auch der titanische “Hessen-Hitler”
Soll es nicht heißen “Genosse der Bosse” statt “Eine SPD-Landespolitik, ein wenig links von ?Agenda 2010? und einer ?Boss der Bosse? Politik, sollte es nicht geben.”?
@ Benjamin, #34:
Habe ich mich beim Lektorat ebenfalls gefragt (Wolf war nicht zur Hand), aber ein “Capo di tutti capi” ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen ;-) Da bin ich dann großzügig :-D
@Sebastian #16
Hier der Stern-Artikel, der die Steuergeschichte wohl als erstes gebracht hat:
http://www.stern.de/politik/deutschland/steuerfahndung-frankfurt-eiskalt-abserviert-649420.html
Ach Mensch. Ich hab mich gestern so gefreut. Ein kleiner Lichtblick im düsteren Politikalltag. Musstet ihr mir meine Laune heute schon wieder verderben? Hätte nicht nächsten Montag gereicht? :(
Nein, im Ernst: Danke für diesen Artikel, ich reiche ihn mit Freude weiter. Die Ohnmacht und die Wut, die man beim Lesen verspürt, ist einfach unbeschreiblich.
Was zum Henker ist FNP? Das steht normaler Weise für Flächennutzungsplan. Das passt hier aber irgendwie nicht.
<strong>Einige Anmerkungen zu den Kommentaren:
Erst einmal herzliche Dank für das (gelegentliche) Lob. Einige halten verständlicherweise das für so unglaublich, dass sie nur noch an Verschwörungstheorien denken. Ich möchte dazu sagen, dass all das natürlich nicht auf der Strasse liegt und dass man sich Mühe geben muss, herzubekommen, ob es es nur eine Anhäufung von (bedauerlichen) Einzelfällen oder um ein System handelt. Ich darf alle beunruhigen: Das ist nur ein Teil des Gesamten. Wer Interesee daran hinter die hier skizzierte “Steuerfahnder-Affaire” zu schauen, dem empfehle ich einen weiteren Text: http://wolfwetzel.wordpress.com/2010/02/18/18-2-2010-eine-reise-durchs-organisierte-verbrechen-mit-staatstragenden-aufgaben/
Wer alle Fussnoten des Koch-Textes einsehen will, der möge dies hier tun: http://wolfwetzel.wordpress.com/2010/05/26/26-5-2010-koch-geht-%E2%80%93-das-system-koch-bleibt/
Wolf Wetzel
@firefly, Nr. 38
;-)
Ach, ja …
Warum fehlt jetzt gerade bei diesem ziemlich guten Artikel der Flattr-Button?
Dieses ganze Gerede von “VT” ist selber eine VT, nur andersrum. Diese besteht darin, sich von Verschwörungstheorien verfolgt zu fühlen. Aber natürlich gilt der berühmte Satz (dessen Urheber mir leider gerade entfallen ist):
Mal wieder so ein Artikel welcher die Pharmaindustrie (zumindest geringfügig) unterstützt!
Ich muss meine Antidepressiva-Dosis erhöhen…
Glücklicherweise befreit einen die AOK als Hartz4-Empfänger ab ca.80? von der Arzneimittelzuzuahlung.
Ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken.
Ich habe einen Sohn.
Der ist etwas über zwei Jahre alt.
Wie, gottverdammtnochmal, könnte ich ihm ein Prinzip wie Verantwortung beibringen? Ohne das der mich kurz darauf auslacht?
Mal daran gedacht?
@nixx, #44
^^
Woran sollen wir denn nachdenken ???
@elwu #32
… weil Du einen Absatz gemacht hast. Der gliedert (filtert?) Deinen Vortrag … ;-)
Gut’s Nächtle
@ copoka #45:
Darüber, dass die Scheiss-Blagen nicht mit Gebrauchsanweisung daherkommen.
Es gibt doch keinen Knopf für unpopuläre, unverstandene Verhaltensweisen.
Ich liebe meinen Sohn,aber wie soll ich ihm vermitteln, dass es böse ist, was Koch tut?
Wie, gottverdammtnochmal, könnte ich ihm ein Prinzip wie Verantwortung beibringen? Ohne das der mich kurz darauf auslacht?
Indem du versuchst, das Prinzip erstmal selber zu verstehen, und zwar bevor dein Sohn lernt, was es heisst, Papa auszulachen.
Hast also noch ein bisschen Zeit, bei einem 2jährigen. Das nützt aber nichts, wenn du diese Zeit nicht besser verbringst als damit, mit vulgären Aufforderungen deine eigene geistige Insuffizienz zu kaschieren. Da hat dein Sohn auch nix davon. Mal daran gedacht?
@WW #39
Iss schon recht, gelle? Isch habb’ hessische Wozeln (Oberhessen/Philippseck) unn nach wie vor reschelmäsische Gontagde dohi. Irschendwie basst dess alles berfeggt zusamme. Dess iss wie bei de rischtische Hesse: “Alle Hesse sinn Verbrescher denn se glaue Aschebescher. Glaue se kaa Aschebescher, sinn se Messerstescher! Gell?” So rischtische hessische Dreggspazze!
Chapeau, sehr gute Arbeit (soweit ich’s beurteilen kann).
Beste Grüße
@snort:
Selbst, wenn Ich hier das Problem wäre:
Wurden wir verraten? Sollte mein Sohn auch nur darüber nachdenken, wen er wählt?
Und warum sollte er das tun?
Verstehen wir uns nicht falsch: Mein Sohn ist real. Er ist verführbar.
Um das mal ganz deutlich zu sagen (für Väter):
Ich sehe etwas, was ganz entschieden vorhanden ist.
Ich sehe wenig, was sich dem entgegenstellt.
Und ich will da nicht mitspielen. Nicht so.
@nixx
Wir wurden nicht verraten. Wir wollten es nicht besser wissen.
Und dein Sohn sollte nicht zuerst darüber nachdenken WEN er wählt, sondern WOZU er wählt und was er wählt. Als verführbar erweist man sich immer erst im nachhinein, wenn die Erfahrung oder auch nur der Argwohn die Irrtümer aufgeklärt hat oder zu haben scheint.
Aber man kann auch vieles vorher besser wissen, wenn man es denn wissen will.
Es nicht wissen zu wollen, sondern lieber die bequemen Ausreden zu glauben, macht gerade die Verführbarkeit aus.
Das kannst du deinem realen Sohn beibringen, der macht gerade schon als 2jähriger entscheidende Erfahrungen damit, wie Verführung funktioniert. Besonders seitens der Eltern.
Ich habe auch Kinder, die waren auch mal 2…
@ nixx:
Stellst Du Dich dem nicht entgegen (ich hoffe, wir sprechen vom selben), überläßt Du Deinem Sohn die Trümmer. Auch Du hast die Wahl …
@nixx, #47
Es ist zwar total am Thema vorbei, dennoch …
Ich würde an deiner Stelle zumindest in den nächsten 10 Jahren weder dich selbst noch dein Kind mit der Frage bzw. mit dem Thema quälen. Sorg’ zunächst mal dafür, dass er gesund, gebildet und aufgeweckt aufwachst – der wird es schon selber kapieren, wenn es soweit ist. Und versau ihm bitte nicht seine Kindheit mit politischen Fragen – alles zu seiner Zeit.
@Frank, #53
Wie stellst du dir das denn vor? Ich mein’ das mit dem “sich entgegenstellen”.
Und ob man dabei wirklich eine Wahl hat, ist auch so’ne Frage.
Jedes politische System wird durch selbstsüchtige, machtgeile testosterongeladene Alpha-Männchen und -Frauchen dominiert. Das lässt sich leider nicht ändern – es liegt schlicht in sozialer Natur der Menschen. Es lässt sich bestenfalls eindämmen, schon dadurch, dass man nicht alles mitmacht und sich nicht einspannen lässt.
“Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut”
Lord Actons Dictum, 1887
Zitat,
Ein Tag vor der entscheidenden Wahl Andrea Ypsilantis zur Ministerpräsidentin entdeckten vier SPD-Abgeordnete in einer Pressekonferenz im Dorinthotel ihr Last-Minute-Gewissen und verweigerten Ypsilanti ihre Stimme……ich konnte nie Verstehen wie man sich darüber auch noch freuen konnte, sicher die CDU hat es gefreut, für mich waren diese Abweichler jedoch “Verräter” und für diese habe ich nun mal nichts übrig.
Die SPD hat nichts aus ihren Fehlern gelernt oder will/kann es nicht, naja und Herr Koch hat sicher einen Nachfolger ausgewählt, der seinen Kurs strikt weiter verfolgt, also kaum ein Grund zur Freude!
@elwu 32 & 1 Warum? Warum ? Warum ? – Darum ! Darum ! Darum!
Ich hoffe das bringt etwas Licht ins Dunkel.
Zum Thema, diese Geschichte ist hier schön zusammengefaßt.
Man konnte sie über die Jahre eigentlich gut in der online-Presse mitverfolgen. Es gab an sich immer mal wieder Artikel zum Thema.
Ich weiss nicht mehr genau wann ich darauf stieß, aber wenns interessiert findet man ja auch wenn man mitten drin darauf stößt die Anfänge beim Recherchieren.
Über die politische Wirkung hinaus hat mich dabei auch das menschliche Schicksal der Steuerfahnder betroffen gemacht.
Alles in dem Wissen dass Unrecht wohl bekannt ist und dennoch dreist besteht.
Und das ist ja nicht der einzige Sumpf den wir haben.
Oder den andere europäische Länder haben.
Manchmal denke ich es ginge mir besser ich wüßte von all dem nichts…..
@ COPOKA, #55:
“Die Masse macht’s”, mein alter Freund ;-) Das hat sich zuletzt 1989 gezeigt und da bedurfte es auch keiner Alphatierchen um festzustellen, daß nun wohl genug ist.
@Frank
Ja, die Masse macht’s und hat sofort andere Alphatierchen am Hals.
Sind etwa ggw. Parteigenossen wesentlich besser als die alten?
Sind etwa die ggw. Verfassungsschützer besser als die alten StaSi-Mitarbeiter?
Die einen wie die anderen sind den Parteibossen unterstellt – Koch ist ja auch Dienstherr von Verfassungsschutz und schützt so seine Amigos aus Hochfinanz und Industrie.
@#15 Karsten Bier
Zum einen wollte ich sagen, es sei angesichts der Ungeheuerlichkeit der Vorgänge nicht leicht, nicht zum Anhänger von Verschwörungstheorien zu werden.
Andererseits wollte ich aber deutlich machen, das ich auch angesichts der Ungeheuerlichkeit der geschilderten Vorgänge keine Veranlassung sehe, den in diesem Blog häufiger geäußerten weitergehenden Verschwörungstheorien das Wort zu reden, bzw. die BRD mit einem Unrechtsstaat gleichzusetzen.
Für mich bleibt es ein Unterschied, ob in einem Rechtsstaat das Recht gebeugt wird oder ob es wie in einem Unrechtsstaat überhaupt nicht existiert bzw. nur propagandistisch auf dem Papier besteht.
Was Besseres als diesen Unterschied haben wir nicht. Und dieser Unterschied ist dafür verantwortlich, das die Vorgänge jedenfalls nicht völlig unter den Tisch gekehrt werden konnten.
Und in #18 (Kalle) wird recht schön beschrieben, wie “alles mit rechten Dingen zugehen kann”, ohne das man auf Verschwörungstheorien zurückgreifen muß.
Was das “linke Wesen” anbelangt so greift es mir u. a. eben zu oft unbewiesenermaßen (bzw. unangemessen) auf Verschwörungstheorien zurück und verschließt auch vor bestimmten Aspekten der Realität, wenn diese nicht ins politisch ideologische Bild passen, die Augen.
Im Thread “Der Hessen-Hitler räumt seinen Bonker” bringt Cornelius in #7 ein Beispiel:
Ich verstehe nicht, warum diese Probleme von “Linken” immer in Abrede gestellt werden und wenn man sie anspricht, man als fremdenfeindlich denunziert wird. Das sind so einige Probleme die ich mit “links” habe, ohne das ich einem Großteil der Kritik von links widersprechen könnte.
Also so ungefähr war mein Beitrag gemeint.
@ Axel, #60:
Großenteils d’accord. Man kann derlei aber auch wohl wirklich als “Verschwörung” bezeichnen.
Das Problem mit der mangelnden Erwähnung der Migranten, welches Du erwähnst, besteht sicherlich, nur ist es vor “unserem” historische Hintergrund diffizil, das anzusprechen. Zu leicht gerät man dabei in die “Ausländerfeindlichkeitsfalle” und es ist ja auch generell schwierig: Gibt es nun eine höhere Kriminalitätsrate unter Migranten, weil sie sich “nicht in diese Gesellschaft einfügen, oder weil sie nicht genügend akzeptiert und integriert werden? Das Kriminalitätsproblem stellte sich auch immer schon in den Staaten, besonders im “Melting Pot” New York. Die Banden waren einst häufig irisch, dann italienisch, dann kamen die Afroamerikaner und heute ist es ein internationales Gemisch.
Da besteht imo kein Problem damit, daß man es als “Linker” nicht sehen könnte.
Zum Thema Migration ist es in meinen Augen sehr einfach zu beschreiben, ohne Ausländer-feindlich zu sein. Reichere Länder mit generösen Einwanderungsbestimmungen und Wohlfahrtsstaat ziehen nunmal insbesondere die Schicht aus einem Land an, die schon in ihren Heimatland eher für Kriminaltät verantwortlich war. Ironisch ist nur, dass die Verweigerung der Erkenntnis, dass wir ein Einwanderungsland sind es viel schwieriger macht die Zuwanderung in Bahnen zu lenken, die für das Land besser wären. Zum Beispiel gibt es in einigen Bereichen Fachkräftemangel und unsinnigerweise ist es oft besonders für qualifizierte Ausländer sehr schwierig hierher zu kommen. Da sind andere Länder attraktiver. Man müsste auch einfach einmal öffentlich darüber diskutieren dürfen. Ich teile die Meinung von Koch absolut nicht aber nur durch Diskussionen können reale Lösungen gefunden werden und zur Diskussionsanregung sind solche kruden Dinge à la Koch doch manchmal ganz sinnvoll. Das die meisten Leute ihm nicht zustimmen konnte man ja auch an seinen damaligen Wahlergebnis sehen.
@ 60 Axel (OT)
”
Ich verstehe nicht, warum diese Probleme von ?Linken? immer in Abrede gestellt werden und wenn man sie anspricht, man als fremdenfeindlich denunziert wird.
”
Fremdenfeindlichkeit fängt dort an wo die Argumente geliefert werden Fremden feindlich gegenüber zu stehen und sie hat kein Ende.
Kriminalität befremdet gesetzestreue Menschen egal ob mit oder ohne Integrationsproblem.
Sorry, aber der Sachverhalt ist echt banal.
Bin ich links weil ich zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft keinen Unterschied mache?
Sorry, versteh ich nicht.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rechtsstaat, in dem Gesetze umgangen, ignoriert und missbraucht werden im Vergleich zu einem Unrechtsstaat, in dem Gesetze umgangen, ignoriert und missbraucht werden?
Ich sehe bisher nur den Unterschied, dass man in einem Rechtsstaat den Euphemismus “Recht beugen” benutzt, um denselben widerlichen Sachverhalt darzustellen.
@Axel
Was ist das denn für ein Quatsch? Für denjenigen, den das Unrecht betrifft, gibt es keinen Unterschied.
Thx für den super Artikel und die sinnvolle Zusammenfassung der letzten Jahre.
Hier fehlt definitiv der flattr-Button, aber irgendwo hattest Du ja einen (werd ich schon finden)
Ich will ja nicht nörgeln, aber hast Du Dir mal Gedanken gemacht, warum das System Koch so erfolgreich ist? Das kann ja nicht daran liegen, daß Deine Vorwürfe eigentlich korrekt sind.
Nur: Wenn sämtliche Vorwürfe nicht ziehen, was ist es, was sämtliche (berechtigte und bescheuerte) Kritik daran so ins Leere laufen läßt?
Kann man sich tatsächlich auf den Standpunkt stellen, daß die Wähler ALLE so sind, wie derjenige, den man (als Ministerpräsident) kritisiert?
Demokratieverständnis fängt damit an, zu respektieren, daß andere Menschen nicht die eigene Meinung teilen. Sind letztere damit schon ein Teil dessen, was als, möglicherweise fehlgeleitete, Politik diffamiert werden kann?
Sind hier nicht vielleicht persönliche Animositäten am Werk? Wenn nicht, warum ist es nicht möglich, aus demokratie-selbstverständlichen Gründen zu akzeptieren, daß ein Koch, wie auch immer, seine Mehrheiten zusammenbringt. Ist denn hier das Vertrauen in die Demokratie schon erledigt? Dann muß man das auch sagen!!!
@enigma
Eine Demokratie, in der ein System Koch möglich ist, ist keine Demokratie. Der Zustand unserer “Demokratie” läßt sich an vielen Indikatoren ablesen: Saarland, Hessen, NRW usw. – in allen drei Fällen regiert eine Regierung, die mehrheitlich nicht gewollt ist. Folglich sind es keine demokratischen Regierungen und daraus folgt, dass es sich hier mitnichten um ein demokratisches System handelt.
Dafür spricht auch der Glitsch-CCC-Skandal in Berlin, das Afghanístan-”Mandat”, die Gestaltung der “Rettungsschirme” und wenn man es genau nimmt, fast ausnahmslos jede politische Entscheidung der Regierungen der letzten 20 Jahre, die dazu führten, dass es mittlerweile 40% Nichtwähler gibt.
Wir leben in einer Demokratiesimulation.
@ 68 schwitzig
Guten Morgen!
Demokratie ist doch nur ein Oberbegriff, der, in meinen Augen, nie die Rechtfertigung für bestehende Verhältnisse sein darf.
-ex ante versus ex post-
Demokratie kann unzählige Formen annehmen.
Ohne eine offene, allgemein kritische Auseinandersetzung mit den bestehenden Verhältnissen erreicht Demokratie einen Status entsprechend der Bereitschaft ihrer Individuen sich dieser zu öffnen.
Die Suppe ist versalzen, der Koch ist in sich selbst verliebt, das will keiner essen.
Ist eigentlich noch keinem aufgefallen, daß Fraport überwiegend Frankfurt, dem Land Hessen und der BRD gehört?
Stand 2001 nach dem Börsengang:
* 31,94 % Land Hessen
* 20,40 % Stadt Frankfurt
* 18,27 % Bundesrepublik Deutschland
* 29,39 % Streubesitz
Quelle: Wikipedia
Fraport ist ein Politikum. Da muss man schon mal ein paar “Opfer” für bringen. Wann immer Politik und Wirtschaft so eng miteinander verzahnt sind, gibts einen großen Sumpf an Bestechung und Gefälligkeitsgutachten. So etwas wie Fraport + Stadt Frankfurt + Hessen will man nicht zum Feind haben.
Nur scheinbar funktioniert in Deutschland die Kontrolle dieser Verquickungen von Legislative + Wirtschaft nicht. Siehe Landesbankrottbanken. Ackermann auf Merkels Schoß (der hat auch bestimmt einen eigenen Schlüssel für die Waschmaschine), Fraport und viele andere.
Man versucht ja nicht mal mehr den Schein zu wahren. Ganz offen wird hier geklüngelt.
Unfassbar.
gruß, Frank
Moin, moin,
erstmal, auch wenn es wohl ein wenig spät kommt, möchte ich mich doch für den wirklich außergewöhnlich guten Artikel bedanken. Investigativer Journalismus eben, wie man ihn sich vorstellt!
Diese Darstellung und auch die Kommentare von 67ff. zeigen eigentlich, dass es mit nur wählen gehen nicht getan ist. “Würden Wahlen etwas ändern, wären sie nicht erlaubt!” Das ist nicht ironisch gemeint! Ich möchte in diesem Zusammenhang auf meinen Kommentar (Nr.28) zum Beitrag “Fünf Narren auf hoher See” hinweisen. Hier nun ein paar Gedanken meinerseits, die dem einen oder anderen Kommentatoren vielleicht am Thema vorbei erscheinen, aber ich denke, dass sie genau hier hin gehören, wie auch in die anderen Kommentarspalten, der restlichen Artikel!
Man kann und sollte sicherlich auf all die Dinge, die nicht ok sind hinweisen, und das auch an einzelnen Personen fest machen. Darüber hinaus darf man aber nicht vergessen, zu untersuchen, was denn die eigentlichen Ursachen sind! Das System Koch ist natürlich durch ihn und seinen Mitarbeitern und Freunden im Geiste entstanden. Wenn ich mir aber vergegenwärtige, dass es ja auch eine Amigo-Affäre in Bayern gab, das System Strauss, den Sachsensumpf, die Zusammenarbeit von Politikern mit krimminellen Banden in Rostock, aber auch die Skrupellosigkeit von offizieller Stelle (Kafor), mit krimminellen Organisationen im Kosovo zusammen zu arbeiten etc., dann lässt die Verengung des Problems auf eine Person oder Gruppe dann doch eher ein Gefühl des Entsetzens, Hasses und der Hilflosigkeit zurück.
Man könnte natürlich als Pessimist durch die Welt wandeln und auf dem Sterbebett resümieren, ich habe es schon immer gewusst und gesagt. Mein intellektueller Pessimismus war berechtigt, sozusagen Pessimist=Optimist+Information. So weit, so schlecht, wenn man nicht doch noch ein Fünkchen Hoffnung hätte, etwas verändern zu können.
Es ist ja sicherlich nicht so, dass die Natur jetzt, so wie das Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts oder auch in anderen Epochen war, in periodischen Abständen besonders böse Menschen hervorbringt, sozusagen ein “Böse-Gen” generiert wird.
Es muss also andere Ursachen dafür geben, warum es soweit gekommen ist, möglicherweise kommen musste. Den einzelnen Systemen wurden unterschiedliche Namen gegeben wie Plutokratie in der Römischen Republik, Militärdiktatur im Römischen Prinzipat, Monarchie im Imperium Romanum, Feudalismus im Mittelalter, Absolutismus in der Neuzeit, Demokratie in der Weimarer Republik, Demokratie oder Diktatur des Proletariats im Ostblock und auch hier spricht man von Demokratie. Nichts, aber auch gar nichts hat funktioniert. Es scheint, wie schon Oswald Spengler festgestellt hat, ein natürliches Auf und Ab zu geben. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die Gesellschaft als Naturereignis. Vielleicht ist das ja so? Dann wären all die Diskussionen in Foren, Blogs, Konferenzen etc. aber sinnlos. Man kann ja soundso nichts ändern. Diskussion als Freizeitgestaltung zwischen den Untergängen!
M. E., wie ich das auch schon in dem o.a. Kommentar geschrieben habe, liegt es daran, dass alle die aufgeführten Gesellschaftsformen und -typen letztlich einen entscheidenden gemeinsamen Fehler aufweisen, das ist der des Eigentums! Dieser hat zur Folge, dass man Geld einführen muss, um handeln zu können. Daraus wiederum generiert sich Profitstreben. Schon im kleinsten oder niedrigsten Bereich sind wir davon betroffen. Warum? Weil Geld scheinbar Sicherheit ermöglicht! Ich werde nicht obdachlos, weil ich meine Miete bezahlen kann. Ich brauche Geld! Ich werde nicht verhungern, weil ich Lebensmittel kaufen kann. Ich brauche Geld! Ich kann mich weiterbilden, weil ich mir Theater-, Kinokarten, Zeitungen, Internetzugang kaufen kann. Ich brauche Geld! Ich werde nicht sozial ausgegrenzt, da ich mit Freunden oder auch allein in die Kneipe gehen kann und mir ein Bier kaufen kann. Ich brauche Geld! Man zollt mir Anerkennung, ich gelte etwas, bin etwas wert. Ich habe Geld! Es ist immer wieder der gleiche Kreislauf, mit dem unser Leben abgefüllt wird. Ist das gesichert, kann man sich dann wirklich um sich und seine Interessen kümmern.
Folgeerscheinungen: Neid, Betrug, Hass, Raub, Mord, Krieg!
Ich könnte mir aber vorstellen, wenn es eine andere Werteskala geben würde, wie irgend eine Form von gesellschaftlicher Anerkennung, welche sich nicht auf materieller Art Ausdruck verleiht, dass dies allgemein akzeptiert wird. Allerdings habe ich keine Rezept dafür, wie man dahin gelangen kann! Das Konzept für einen Übergang fehlt! Katastrophen natürlicher (Day after tomorrow) oder selbstgemachter Art (GroKo, Krieg) sind sicherlich nicht die erwünschenswerten Schnitte. Vor allen Dingen dann nicht, wenn die Vorstellungen eines Danach eher verschwommen sind. Diesem Irrtum unterlagen schon viele Intellektuelle vor, während und nach dem 1. Weltkrieg.
Aber nichts für Ungut. Ich wollte nur ein paar Gedanken äußern, da mir immer wieder auffällt, dass es viele engagierte Leute gibt, die versuchen andere Leute aufzuklären, wie das hier z.B. Jens Berger oder auf den Nachdenkseiten Albrecht Müller und Wolfgang Lieb und von vielen anderen gemacht wird, aber man das Gefühl hat, das sich nichts ändert. Im Gegenteil, von der Politik wurde erst versucht, die wahren Absichten zu verschleiern, aber jetzt sind wir schon in der Phase, wo nicht einmal mehr das versucht wird, sondern man sich einfach hinstellt und sagt: Scheiß drauf!
Wonderer
@Frank Schenk, das ?System Koch? hat vergleichsweise nur recht kleine Melkmaschinen, die z.B Fraport melken.
Roland Koch wird ab September 2012 als künftiger Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine richtig große Melkmaschine in die Finger bekommen. Die IWF-Melkmaschine wird künftig dank Dr. Merkel auch ganz Deutschland melken!
Roland Koch war jetzt kurz vor Bundespräsident Horst Köhler in Brasilien. Vor vier Jahren verordnete Horst Köhler als damaliger Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kürzungen der Sozialausgaben und Streichung der Erziehungs- und Gesundheitsprogramme in Brasilien, damit die wieder vom IWF Kredit bekommen. Deshalb freute sich Köhler jetzt in Brasilien so über die immer ungleicher werdende Einkommensverteilung in Südamerika, die vielen Slums in Brasilien und die wuchernden Drogenkriege.
Roland Koch lief sich als künftiger IWF-Direktor (ab 2012) schon mal warm und wie Ex-IWF-Direktor Köhler für Brasilien forderte Roland Koch schon mal auch für Deutschland Kürzungen der Sozialausgaben und Streichung der Erziehungs- und Gesundheitsprogramme.
Roland Koch freut sich schon auf seine neue globale Melkmaschine IWF, Ackermann und Dr. Merkel haben es geschaukelt.
@ enigma, Nr. 67
Warum nicht?
Wo ist denn da die Logik?
Ganz offensichtlich ist es möglich, auf der einen Seite ein erfolgreicher Machiavellist und gleichzeitig im Sinne demokratisch-rechtsstaatilicher Kultur ein politischer Totalausfall zu sein.
Genau das hat uns Roland Koch noch einmal glänzend vor Augen geführt.
@Wonderer, es ist zugegeben nicht ganz einfach zu lesen, aber das Buch von Elmar Altvater, “Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen: Eine radikale Kapitalismuskritik”, bringt einige Sachen auf den Punkt.
http://www.amazon.de/Das-Ende-Kapitalismus-kennen-Kapitalismuskritik/dp/3896916270
Hier noch ein Link, der zu einem kurzen Film leitet, wo es hingeht, wenn wir uns weiterhin nur mit einzelnen Personen und Skandalen beschäftigen und nicht nach Ursachen suchen und diese beseitigen.
http://www.nuoviso.tv/krieg-und-frieden/wehret-den-anfaengen.html
Pflaster für alle!
Wonderer
@ golmann sachs
Danke für den Tip.
Bitte weiterverbreiten, falls sich wieder irgendeine naive Pappnase über “Verschwörungstheoretiker” oder “Verschwörungstheorien” aus Prinzip lustig machen sollte:
(Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank)
@toiletman
“Reichere Länder mit generösen Einwanderungsbestimmungen und Wohlfahrtsstaat ziehen nunmal insbesondere die Schicht aus einem Land an, die schon in ihren Heimatland eher für Kriminaltät verantwortlich war.”
generöse einwanderbestimmungen?
kriminelle schicht?
waren beispielsweise die meißten türken nicht gastarbeiter als sie kamen?
gibts für deine these einen beleg?
“Jedes politische System wird durch selbstsüchtige, machtgeile testosterongeladene Alpha-Männchen und -Frauchen dominiert. Das lässt sich leider nicht ändern ? es liegt schlicht in sozialer Natur der Menschen.”
testosterongeladene alphamännchen!
ich hau mich weg, das sollen unsere politikclowns sein?
ich behaupte jetzt einfach mal das es genau umgekehrt läuft:
es ist doch eher so dass diese parteiendemokratie angepasste, rückratlose beta-vollpfosten produziert die uns dann von der kapitalistischen einheitspresse als alpha-männchen präsentiert werden.
glaubst du das auch nur einer dieser pofallas, merkels und wie sie alle heißen im REALEN leben, ohne schützenhilfe der presse, es zu etwas gebracht hätten oder sich gar als alphatier durchgesetzt hätten?
die elite/die parteispitzen der kapitalistischen einheitsparteien brauchen abhängige, manipulierbare und merkbefreite duckmäuser, am besten noch ein bißchen gefrustet, die sind am skrupellosesten.
Es können Alphatierchen mit ausgeprägtem Ego an der Spitze stehen. Koch würde ich dazu rechnen.
Wenn wir aber schon archaische Verhaltensmuster heranziehen, sollten wir das auch archaisch betrachten.
Im Wolfsrudel gibts Alphamännchen. Die setzen sich intern durch und entscheiden, wo es langgeht.
Drechsarbeit machen sie nicht.
Dann gibts die Betamännchen. Die machen die Drecksarbeit. Rudel zusammenhalten, Revier verteidigen, Eindringlinge vertreiben, Nahrung suchen, Beute machen. Den Erstzugriff auf Beute und Weibchen hat aber das Alphamännchen. Dieses Alpha/Beta kann man auch bei Hunden und deren Besitzern beobachten. Herrchen ist Alpha (sollte es zumindest sein), Hund ist Beta.
So gesehen sind viele der Politikerfiguren Betatierchen, wer dann Alpha ist, kann jeder für sich beantworten. “Wir müssen das Vertrauen der Märkte wiedergewinnen.”
Das ist aber so nicht allgemeingültig.
Wenn man die CSU in Bayern als Beispiel nimmt, ist die Partei kein homogenes Rudel. Es sind viele Rudel, die eine Spitze brauchen. Da gabs mal ein Alphatierchen Strauss. Seitdem aber verfährt man eher nach der Regel: die Fürsten wählen den schwächsten unter ihnen zum König (um besser eigene Interessen durchzusetzen).
Wer sich vertiefend damit beschäftigen möchte: “Organisationssoziologie” ist ein gutes Stichwort.
interessanter Artikel, weiter so