Passivraucher gegen die Welt
geschrieben am 25. Januar 2008 von Achel
Es ist soweit, die militanten Nichtraucher zeigen ihr wahres Gesicht. Bisher ist es ihnen gelungen, sich als Opfer einer immer und überall qualmenden Gesellschaft darzustellen. So bezeichnen sie sich auch nicht mehr als Nichtraucher, was irgendwie eine unsympathische Verweigerungshaltung impliziert, sondern als Passivraucher. Passiv, klingt schon besser und erinnert an Gandhi. Der Raucher gehörte fortan zur Achse des Bösen, schließlich pustet er seinen Qualm ständig in das Gesicht der armen, wehrlosen Passivraucher.
Andererseits ist der Begriff „Passivraucherschutz“ ein klassisches Oxymoron. Anders als der Nichtraucher ist der Passivraucher nur existent, wenn es aktive Raucher gibt. Verbietet man nun aber den Rauchern ihre existenzgebende Tätigkeit, gibt es auch keine Passivraucher mehr. Es geht also streng genommen nicht um den Schutz, sondern um die Abschaffung der Passivraucher – aber „Passivraucherbeseitigungsgesetz“ hört sich auch nicht so toll an.
Die armen, wehrlosen Opfer sind aber nun in der Rolle der Machthabenden. Sie haben die Raucherlobby besiegt und aus den Gaststätten der Republik verwiesen. Und das muss gefeiert werden. Allerdings nicht in den jetzt rauchfreien Gaststätten, denn die besucht der Passivraucher eigentlich aus Prinzip nicht. Deswegen wird in den Städten mangels Kundschaft ein Kneipensterben eintreten, vor allem die kleineren Pinten sind davon heute schon betroffen.
Also sitzt der Passivraucher zu Hause bei einem Glas Sekt und sieht fern. Und erblickt Helmut Schmidt sowie seine Frau Loki, die dreisterweise bei einer Hamburger Neujahrs-Gala ihre Zigaretten wegquarzen. Das passt dem Passivraucher nun gar nicht. Er ist so erbost, dass er sich Nichtraucherinitiative nennt und den Uralt-Kanzler wegen Körperverletzung anzeigt. Da ist es ihm auch egal, dass er in Wiesbaden saß, während Helmut Schmidt in Hamburg rauchte. Von Passivrauchen kann da ja keine Rede sein. Aber so ist er, der Passivraucher, geht nicht in Kneipen und zeigt alte Männer an.
Doch warum wurde Helmut Schmidt in Hamburg nicht daran gehindert, in der Öffentlichkeit zu rauchen? Erst einmal, weil man gar nicht die Möglichkeit dazu hat, weder finanziell noch personell. Auf Hamburg.de gibt es einen Frage-Antwort-Katalog zum „Passivraucherschutzgesetz“. Auf die Frage „Gibt es eine Raucherpolizei“ ist die Antwort zu lesen: „Nein. Die Ordnungsbehörden führen keine speziellen Kontrollen durch, sondern werden anlassbezogen bzw. im Rahmen der ordnungsrechtlichen Kontrollen tätig.“ Das heißt, die Behörden werden nur tätig, wenn ein Denunziant sie einschaltet, wie eben jene Nichtraucherinitiative aus Wiesbaden.
„Wie wird das Gesetz dann umgesetzt?“ fragt der Fragekatalog. Die Antwort: „Die Verantwortlichen der Einrichtungen bzw. die Betreiber sind verpflichtet, das Rauchverbot durchzusetzen… Für die Verfolgung und der Zuwiderhandlung sind die Ordnungsbehörden zuständig“, die allerdings nicht speziell kontrollieren.
Übrigens darf in Wasserpfeifencafés keine Wasserpfeife mehr geraucht werden. Denn „ein Wasserpfeifencafé fällt unter den Begriff Gaststätte.“ Zumal entstünden durch das Glimmen der Wasserpfeife krebserzeugende Stoffe, was das Passivrauchen ähnlich gefährlich machen würde wie das Passivrauchen von Zigarettenqualm. Da können sich die vielen Passivraucher, die Wasserpfeifencafés besuchen, ja glücklich schätzen. Geraucht werden darf allerdings in Friseursalons. Es sei denn, hier würden Getränke verkauft, dann wäre es nämlich eine Gaststätte.
Zurück zu Helmut Schmidt. Hätte er nicht draußen rauche können? Im Prinzip ja, aber was das Aufstellen von Heizstrahlern angeht, sagt die Stadt Hamburg folgendes: „Für das Aufstellen von Heizstrahlern auf öffentlichem Grund der Gaststätte wäre eine Genehmigung des zuständigen Bezirksamtes einzuholen. Manche Bezirke genehmigen aufgrund der Menge von Heizstrahlern das Aufstellen vor Lokalen nicht mehr.“ Man weiß nicht, vor allem nicht die Denunzianten in Wiesbaden, ob vor der Tür ein Heizstrahler stand. Aber ganz ehrlich, einen alten Mann (89) nach draußen in die Kälte zu schicken, grenzt wahrscheinlich eher an Körperverletzung als das Rauchen des Alt-Kanzlers.
Doch das ist dem Passivraucher schlicht egal. Auch, dass die Anzeige keine Auswirkungen haben wird, sondern nur ärgerlich für die Staatsanwaltschaft ist. Hauptsache laut sein und die netten Genussmenschen ärgern.
Achel
Montagen: Spiegelfechter (CC)
| Tags: Glosse | |
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Kommentare
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Ich weiß nicht ob die Konfrontationshaltung hier sinnvoll ist. Über so eine Anzeige sollte man sich lustig machen, das ist klar, aber dieses Lagerdenken ist irgendwie seltsam. Warum sind Raucher Genussmenschen? Warum Nichtraucher die langweiligen, öden Typen? Ich genieße anderes (zugegeben wohl ähnlich ungesundes). Das ist auch kein Problem. Dieses hochstilisieren der Raucher zum eigenen Menschenschlag halte ich für sehr bedenklich.
Die Gesetze die es gibt sind zu streng. In Kneipen ist Rauchen sicher eine Sache die man nicht verbieten müsste. Ich kann damit leben, fände es auch lächerlich sich darüber aufzuregen. Andererseits finde ich das immer extrem lustig wenn es Raucher nicht schaffen auch nur mal 2, 3 Stunden auf eine Zigarette zu verzichten. Ist das wirklich so schlimm? Ich kann auch ohne Bier Spass haben in einer Kneipe. Warum der Raucher nicht ohne Zigarette? Wenn ich in einer Kneipe bin, dann wegen der Atmosphäre und vor allem den Leuten die ich treffe. Beides kann man ohne den Genuss von irgendwas bekommen. (Leider fehlt mir persönlich die Vorstellung wie man Zigaretten genießen kann. Allerdings leite ich daraus nicht ab, dass man sie nicht genießen könnte. Da würde ich zugegeben zu sehr nur von mir persönlich ausgehen.)
Raucher sind keine anderen Menschen. Ob jemand Raucher ist oder nicht kann ich niemanden ansehen. Höchstens noch riechen.
@michael
Nun ja – vielleicht hast Du recht, aber letztendlich ist es ein Abwehrhaltung. Die Abwehrhaltung, vor (mehr oder weniger) militanten Nichtrauchern, die zunehmend die öffentliche Diskussion bestimmen und im Raucher die Personifikation des “Unvernünftigen” sehen. Da hätte ich nichts dagegen, ich bin gerne unvernünftig, nur will ich mir meine Unvernunft nicht verbieten lassen.
Nein – darum geht es nicht. Ich könnte auch ein Jahr ohne gutes Essen und Sex auskommen. Aber warum sollte ich?
Ich kann auch ohne Spaß Spaß haben – über diesen Satz denke ich gerade eben selbst nach, ich finde ihn ziemlich gut ;-)
Das können nur Nichtraucher riechen :-)
Naja, soll ich jetzt zum Rauchen anfangen, damit ich Raucher nicht mehr rieche oder wie? Kann ich doch nix für. Is ja auch nicht so schlimm, wäre nur übertrieben zu behaupten, dass das ein extrem angenehmer Geruch ist.
Ich hab mir auch viele Gedanken darüber gemacht ob es nun wirklich sinnvoll ist Raucher aus Kneipen hinauszuzwingen, das ist sicher bedenklich. Ich kann mit den Rauch leben – aber irgendwie auch wieder nicht. Die Anwesenheit von Rauchern wäre für mich nie ein Grund nicht in eine Kneipe zu gehen. Schädlich ist vieles, und irgendwie muss man da so kleinlich nicht sein. Es käme mir auch extrem heuchlerisch vor beim Rauchen den großen Gesundheitsapostel zu spielen und ansonsten eher lässig mit meiner Gesundheit umzugehen.
Andererseits fand ich es extrem befreiend als ich kurz nach Silvester in meinen Lieblingscafe war, dass auf einmal völlig rauchfrei war. Aber ich frage mich auch: Wenn ich den Rauch zwar als unangenehm empfand, das aber trotzdem mein Lieblingscafe war (obwohl es rauchfreie gab), ist es dann nicht übertrieben wie man gegen Rauchen in der Öffentlichkeit vorgeht? Das ist irgendwie zwiespältig. So richtig konnte ich mich da noch nicht entscheiden. Aber Kneipen sind sowieso sicher wieder was anderes als Cafes.
@michael
Du argumentierst ja auch recht vernünftig – da will ich gar nichts sagen. Was mich halt wirklich stört, ist es, dass man immer gleich zu “Verboten” greifen muß.
Ein peinlicher Beitrag, der sehr anschaulich zeigt, wie manchen Leuten das differenzierte Denken abhanden kommt, wenn es um die eigenen (schlechten) Gewohnheiten geht.
Genauso lächerlich und Ãrgerlich wie die Anzeige ist das, wie soll man sagen, irgendwie pubertäre (???) starrsinnige Verhalten des Herrn Alt-Bundeskanzlers mit seiner Loki.
Mein Gott, der arme Herr Bundeskanzler – das ist doch nicht mein Problem! Soll er sich gefälligst an die Gesetze halten.
Ihm wird die Anzeige gepflegt egal sein (können). Zu befürchten hat er sowieso genau gar nix. Also lasst mal ein bisschen nach mit den Wutreden.
Und die Aussage “Deswegen wird in den Städten mangels Kundschaft ein Kneipensterben eintreten, vor allem die kleineren Pinten sind davon heute schon betroffen.” – Ja, dafür hätte ich doch gerne einen Beleg.
@Kaputnik
Du kennst doch sicher das schöne Sprichwort “Was stört es die Deutsche Eiche, wenn das Schwein sich an ihr reibt” – Du glaubst doch nicht im ernst, dass ein 85jähriger (?) Altkanzler sich ernsthaft Gedanken über diesen lächerlichen Schnickschnack der übersättigten Pisa-Gesellschaft macht?
Ich finde es auch herrlich, dass niemand der Fit-for-Fun Deppen ernsthaft auf die Idee kommt, diesem alten Mann das Rauchen im TV-Studio zu untersagen. Man schämt sich sicher ob seiner eigenen Intoleranz.
Sehr schade, auf einer Seite wo normalerweise gut recherchierte Artikel erscheinen, plötzlich mit den gleichen rhetorischen Mitteln nur noch peinlichsten, blindes Niveau verschleiert wird. Zigtausend Menschen sterben jedes Jahr am Rauch, und viele davon unschuldig…aber nimmt man einem Menschen ansatzweise das Recht, andere zu schädigen, dann gehts aber ab…
Man hätte einfach eine andere Lösung finden müssen die beiden Seiten entgegenkommt, also es dem Gastwirt freizustellen ob er eine Raucher oder Nichtraucherlokal betreiben will.
Wenn 2 Räume zur Verfügung stehen sollte dann einer per Gesetz den Nichtrauchern zustehen. So würden weder die Raucher , Nichtraucher als auch die Gaststättenbesitzer beeinträchtigt. Auch hätte man für Raucherkneipe über die Pflicht einer Belüftungsanlage nachdenken können. Allerdings handelt nun der Gesetzgeber sehr einseitig. Selbst das aufstellen von Heizkörper vor den Lokalen wird zb in der Stadt Nürnberg (in der ich lebe)
aus Umweltschutzgründen untersagt.
Das eine derartig scheinheilige Begründung nun den Zorn der Raucher auf sich sieht
sollte auch ein Nichtraucher nachvollziehen können.
Was mich allerdings noch bedenklicher stimmt , das obwohl ich mich an das Rauchverbot halte bzw. einfach keine Gaststätten mehr besuche , ist die Zunahme der Aggressivität gegen Raucher. Ich musste es selbst schon mehrmals erleben, das ich als ich eine Lucky
unter freiem Himmel genossen habe grundlos angemacht wurde.
Das kommende Beispiel hat allerdings meine sehr tolerante Haltung verändert.
Ich stand an einer Bushaltestelle ( außen ) und rauchte eine Zigarette. Plötzlich wurde ich von jemanden in einem sehr aggressiven Ton angesprochen meine Zigarette auszumachen und mich “zu verpissen”. Als ich ihm dann sagte das ich hier das Recht habe zu rauchen , versuchte diese Person mir die Zigarette aus dem Mund zu schlagen, allerdings hat er dummerweise meine Nase getroffen. Ich hab die Sache auf sich beruhen lassen , da der Mann über seine Handlung wohl selbst überrascht schien.
Allerdings das hat nun ein Ende , sollte ich wieder in derartige Situationen geraten, werde ich dann dem Angreifer zeigen weshalb sich 4 Jahre Boxtraining lohnt , dabei habe ich mittlerweile kein schlechtes Gewissen mehr.
Es scheint zu funktionieren,
egal wer dafür verantwortlich ist, egal wer irgendwie aus der ganzen Sache Kapital schlägt, hier wird über ein Tehma disskutiert das genauso unwichtig wie das Dschungel-Camp ist. Hauptsache der Mensch wird davon abgehalten sich Gedanken über die wichtige Tehmen zu machen.
Jedes mal wenn solch ein Thema wie Raucherschutz… in den Medien auf die Titelseiten gebracht wird würde ich mir lieber Gedanken darüber machen was dann gerade im Verborgenen abläuft.
Raucht der Altkanzler nicht inzwischen Mentholzigaretten (sonst wäre er ja sicher schon unter
der Erde, bei seinem Konsum)? Fallen die auch unter das Rauchverbot?
Ich finde diese Glosse auch skandalös. Vor allem weil das Alter des Exkanzlers nicht unkenntlich gemacht wurde!!
Welche Signalwirkung hat es denn verdammt nochmal auf unsere Jugend sich trotz Kettenrauchen mit 89 noch bester Gesundheit erfreuen zu können…
Rauchern sollte es per Gesetz verboten werden älter als Nichtraucher zu werden. Differenziert betrachtet.
War das nicht eher so, das die beiden Raucher, vor kurzem erst , dem älteren Nichtraucher in der Münchner U-Bahn klargemacht haben, was sie von Passivrauchern halten ?
Aber möglicherweise bringe ich da jetzt wieder was durcheinander.
Eigentlich halte ich auch nix von Verboten. In der Tat, würde ich es begrüßen, wenn das endlich mal verboten würde !
Ich bin froh hier vom Spiegelfechter noch einmal einen Eintrag zum Thema vorzufinden, in der Tat schwieriges Thema, verhärtete Fronten, auf einen Eintrag in meinem Blog, zum selben Thema kommentierte ein Freund (fRED) ziemlich treffend, das möchte ich hier zitieren:
“für mich ist die debatte ums rauchen komplett irrelevant, die diskussion darum und wie sie geführt wird, ein weiterer beweis für die these, das der versuch gesetzgebung als gesellschafftlichen konsens zu verstehen, in den größenordnungen von 80 millionen bürgern, zwangsläufig in einen demokratischen absolutismus führt. in jedem einzelfall gibts gute und schlechte argumente und menschen denen es dann besser geht und solche die glauben schaden zu erleiden.
nur übereinkünfte von kleinere konsengruppen können dauerhaft dazu führen das menschliche individuen sich aus freiem willen sozialen zwängen unterwerfen und damit nutzen aus diesen ziehen, ohne dabei gleichzeitig in ihrem freiheitswillen eingeschränkt zu werden.”
Das in D-land mal wieder besonders radikale Rauchverbot ist schon ein Stück verwirklichter Bolschewismus – sinnlose Tyrannei einer vermeintlichen Mehrheit und unter fadenscheinigen Begründungen. Das hätte in einer freien Gesellschaft niemals passieren dürfen.
Kinder, Kinder, was ist denn los?! Wie kann man sich denn nur so sehr über ein schlecht gemachtes Gesetz aufregen? Ich mein, der Kern der Debatte sollte doch sein, wie man zwischen den Interessen der verschiedenen Seiten vermitteln kann, welche Lösungen also die Beteiligten zufriedenstellen können. Ich kann verstehen, daß die Raucher sich in ihren Freiheiten beeinträchtigt fühlen. Ebenso kann ich nachvollziehen, daß einige Nichtraucher rauchfrei in die Kneipe gehen wollen. Aber wie man diesen Gegensatz lösen kann, da gäbe es doch zich Möglichkeiten. Es wurde sich halt für eine möglichst einfache Lösung entschieden, und einfache Lösungen sind halt gerne mal schlechte Lösungen.
Zu dem Gesetz kann man stehen wie man möchte (ich finds doof, da ich rauche, aber gut). Aber das ist doch kein Grund einander so anzugehen. Ab davon ist das, was der Herr Schmidt macht, sowat von egal. Wen juckts?
@ Achel: gutes Gespür für wunde Punkte. Hätte nie gedacht, daß man die Leute so leicht auf 180 bekommt. Wie nett ;-)
gruß,
nebu
Es ist eine wahre mit anzuschauen, mit was man heutzutage einige Zeitgenossen so auf die Palme bringen kann. Wie war das mit den getroffenen Hunden? *g*
@ isularossa
Man kann nicht nur E-Musik hören, manchmal darf es auch U-Musik sein. Außerdem halte ich ein Gesetz gegen die freie Selbstbestimmung nicht für eine Lapalie.
@antonym und Student25
Volle Zustimmung!
Oha wie kann man sich denn so künstlich hier in den Kommentaren aufregen. Ist eh alles wieder hinfällig da das ganze wohl nach Hamburger Ordnugsamt eine Privatparty war. Also von vorne herein Blödsinn. Der Staatsanwalt erwartet auch das die Klage wegen Körperverletzung bald eingestellt wird da sie jeder Grundlage entbehrt.
Aber mehr und mehr fällt auf das wir in Deutschland ein Spiesserproblem haben. Wenn sich der Nebenman vom Ehepaar Schmidt belästigt gefühlt hätte und der Meinung gewesen wäre dies ihnen mitteilen zu müssen hätte ich das ja akzeptiert aber der arme Passivraucher ohne Raucher muss natürlich von zu Hause eine Anzeige erstatten. Noch nicht einmal gleiche Stadt oder Bundesland.
Glawen
Kann #5 nur zustimmen ^^
Wobei die Anzeige an den Altkanzler den Artikel schon wieder wert gemacht hat. Man kann halt auf jeder Ebene borniert sein. Lasst den alten Mann doch qualmen, lange macht er das eh nicht mehr ^^
Und das Wasserpfeifen-Lokalitäten zu Restaurants zählen ist fast so lustig, wie das Karotten Obst sind, weil die Portugiesen daraus Konfitüre machen, und Konfitüre ja bekanntermaßen ausschließlich aus Obst gemacht wird ;-)
Was ist denn hier los?
Wird Schmidt jetzt zur Gallionsfigur, der Raucherbewegung, die für Genuss und grenzenlose Freiheit steht,wie einst der (mittlerweile tote) Marlboro-Mann?
Schmidt ist einfach ein arroganter, starsinniger alter Mann, der eben mal Bundeskanzler war. Das macht die lächerliche Anzeige allerdings auch nicht besser.
Das Einzige was mich an diesem ganzen “Nichtraucher-Schutz-Schauspiel” stört ist einfach die Tatsache das Ich in meinem Haus, meinem Besitz nicht selber bestimmen darf ob geraucht wird oder nicht.
“Also sitzt der Passivraucher zu Hause bei einem Glas Sekt und sieht fern.”
Wie wahr, wie wahr. Von denen die sich an den Rauchern stören, steht bei mir keiner Tresen! Basta Isso!
Und dann hat dieser Unmensch (Raucher!) auch noch die unglaubliche Impertinenz und wird als Raucher 90 Jahre und vielleicht noch mehr!
Eine Frechheit – dagegen MUSS es doch ein Gesetz geben, denn es kann ja nicht sein, dass Raucher sogar älter als die meisten Nichtraucher werden.
Da allerdings auch viele Nichtraucher hier mitlesen, möchte ich denen noch sagen, dass ich die Ironietags nicht gesetzt habe. Da Nichtraucher von Natur aus ja ziemlich dämlich und borniert zu sein scheinen, betone ich das extra noch einmal: Hallo Nichtraucher. DAS WAR EINE ÜBERZEICHNUNG! DAS IST NICHT ERNST GEMEINT! DU DARFST DIR DEINEN ICH-BIN-EIN-BESSERER-MENSCH-SABBER JETZT ABWISCHEN.
Übrigens: Ich habe, nachdem ich 29 Jahre lang genussvoll geraucht habe, vor knapp 8 Monaten damit aufgehört und in letzter Zeit reizt es mich tatsächlich, schon aus Protest gegen diese Nichtrauchervollpfosten wieder damit anzufangen.
Deren Leid ist mir meine Gesundheit wert :-)
Obwohl Helmut Schmidt der beste Kanzler war, den ich bewußt erlebt habe, und der einzige ist, den ich respektiere und von dem ich glaube, das er Deutschland wirklich voranbringen wollte, ist sein starkes Rauchen so abstoßend für mich, das ich nie in einen Raum mit ihm gehn würde.
Ich habe immer großes Mitleid mit seinen Interview-Partnern, die sich die Schwaden um die Ohren paffen lassen müssen.
Gut, wenn das Schmidts einzige Sünde ist, dann soll man sie ihm durchgehn lassen, als Vorbild taugt das nicht, ist heute aber auch schon egal, da Schmiergeld-Kohl, Russen-Schröder und die FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda im Gegensatz zu Schmidt wirklich Schaden anrichten!
@22
“Da allerdings auch viele Nichtraucher hier mitlesen, möchte ich denen noch sagen, dass ich die Ironietags nicht gesetzt habe. Da Nichtraucher von Natur aus ja ziemlich dämlich und borniert zu sein scheinen, betone ich das extra noch einmal: Hallo Nichtraucher. DAS WAR EINE ÜBERZEICHNUNG! DAS IST NICHT ERNST GEMEINT! DU DARFST DIR DEINEN ICH-BIN-EIN-BESSERER-MENSCH-SABBER JETZT ABWISCHEN.”
Also wenn ich mir diesen Kommentar so durchlese, dann bin ich mir nicht mehr so sicher, wer hier wirklich dämlich und borniert zu sein scheint.
@ all
Ich halte diese ganze Diskussion für eine künstlich hochgepuschte “Schaut wie wir Raucher unterdrückt werden”-Kampagne. Die Anzeige ist doch eh lächerlich und wird wohl folgenlos bleiben. Ich hab auch nix gegen Raucher in Kneipen. Wenn ich aber z.B. in einem Cafe frühstücke oder in einem Restaurant Mittag esse, dann ist es schon ziemlich nervig gewesen, wenn am Nebentisch jemand in dem Moment anfing zu rauchen, wo ich mein Essen bekommen hab. Wir Nichtraucher sind jetzt die Bösen, die alles über Gesetze regeln müssen aber ich hab es NIE erlebt, dass auch nur ein Raucher aus Rücksicht am Essenstisch nicht geraucht hat. Und mal ganz ehrlich, wenn es nicht verboten wäre würde sich doch eh keiner dran halten oder?
@Jens:
Danke, Danke , Danke für diese wunderbare Glosse – und für die erneut schöne Gelegenheit, die betroffenen Passivraucher-Aktivisten aus den nunmehr wie Ambrosia duftenden Kneipentempeln hervorkommen zu sehen (ha!) und Ihre Intoleranz erneut zur Schau zu stellen. Danke also nochmals :-)
@24
Ich schon – dieser Absatz ist nicht ohne Grund von mir geschrieben worden. Ohne jetzt dder Rabulistik fröhnen zu wollen: Die meisten Nichtraucher, die sich wegen der Raucher echauffieren, sind ein militantes, dämliches, besserwisserisches Pack mit Messiaskomplex und sollten ihre klinisch reine, Sex- und Vergnügungsfreie Welt meiner Meinung nach am besten in der Antarktis aufbauen.
Da habe ich nichts dagegen, da sie dort nicht das Leben anderer Menschen regeln, zerstören und lebensunwert machen.
Das sage ich als Nichtraucher.
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)
Hmmm was ich hier vermisse, gerade in Bezug auf H. Schmidt und seine Frau ist die Sache der Sucht. Wenn im 1. Posting geschrieben wird:
‘Andererseits finde ich das immer extrem lustig wenn es Raucher nicht schaffen auch nur mal 2, 3 Stunden auf eine Zigarette zu verzichten. Ist das wirklich so schlimm? Ich kann auch ohne Bier Spass haben in einer Kneipe. Warum der Raucher nicht ohne Zigarette?’
dann frage ich mich, ob sich von den Lesern und Postern schon mal jemand mit dem Thema Sucht befasst hat, oder auch selbst Raucher war. Wenn jetzt auch die Nichtraucher anfangen: “Aufhören ist so leicht!” dann haben die Raucher wirklich ein Problem.
Ich selbst habe 14 Jahre geraucht und gerade erst vor zwei Jahren (zur Schwangerschaft meiner Frau) aufgehört und kann die Frage mit den 2, 3 Std. ganz leicht beantworten: NEIN. Versuch mal einem Alkoholiker das Bier in der Kneipe zu verbieten, aber zieh dir vorher bitte einen Ganzkörper-Schutzanzug an, denn das überlebst du sonst nicht.
Um zu den Schmidts zu kommen: Loki ist bekanntermaßen 88 Jahre; sie erzählte sie raucht seit ihrem 10. Lebensjahr, sprich nun schon seit 78 Jahre. Da ist härteste Sucht angesagt, sicher auch ein Grund warum die beiden immer und überall rauchen (dürfen). Da kann ich mir sehr gut vorstellen wie wahr das ist wenn sie sagt, vom Rauchenaufhören hätte ihnen der Arzt abgeraten, da der Körper diese Umstellung nicht verkraften würde. DAS wäre wirklich Körperverletzung.
Also nochmal: Rauchen ist eine Sucht, und von einer Sucht wegzukommen ist nicht so einfach. Nach 70 Jahren würde ich sogar sagen unmöglich. Das sollten all die Nichtraucher mal bedenken, wenn sie so gedankenlos die Schmidts borniert und starrsinnig etc nennen.
Entweder sind alle Pintenbesitzer (die werden es schon weniger, auch vor dem Verbot) und andere Gastwirte nicht sehr einfallsreich oder der Italiener bei mir im Einkaufszentrum zu schlau.
Was hat er gemacht. Einfach einen durchsichtigen Vorhang aufgehängt. Das war’s!
Mehr nicht und so hat er einen abgebrenzten Raucherabteil.
Ah ja, denkt doch einmal an das Arbeitsschutzgesetz.
Wenn das Rauchergesetz nicht so wäre, wie es jetzt ist, wäre eines baldigen Tages eine Bedienung auf die Idee gekommen zu klagen. Und sie hätte vor Gericht gewonnen.
@Titus Andronicus
Just for the record – der Artikel ist nicht von mir, sondern von “Achel”, einem RL-Freund, der sich standhaft weigert, in das digitale Zeitalter einzutreten ;-)
Aber ich werde ihm Dein Lob gerne ausrichten.
@29 Mile
Das ist ungefähr so schlau, wie sich selbst eine TÜV-Plakette aufs Nummernschild zu malen. Das Gesetz schreibt exp.ver. eine zuschliessbare Tür vor – der Wirt meiner Stammkneipe hat schon Ärger bekommen, weil er eine (fest schliessende) Schiebetür eingebaut hat.
Mag sein – das werden sie aber heute (bis auf Bayern) immer noch, da Rauchen ja nicht verboten ist, sondern nur in bestimmten Räumen erlaubt ist. Wenn Du schon einmal in einem separaten Raucherraum mit eigener Theke und eigener Musik warst, so weißt Du, dass die Luft dort (natürlich) schlechter ist, als sie es vor dem Raucherverbot war. Und die Angestellten müssen dort freilich auch arbeiten. Das Argument zieht nicht.
Zu den Nichtraucher-Bashern:
Die militantesten Nichtraucher, dich ich kenne, sind Raucher, die aufgehört haben.
Besonders witzig sind die, die lang genug aufgehört haben und über Raucher übel hergezogen sind, und dann wieder angefangen haben.
Und: es ist wirklich fast unmöglich, Raucher in _Restaurants_ zu bitten, nicht zu rauchen. In Kneipen würde ich sowas nie tun, aber wenn ich einmal wirklich gut zum Essen gehe (was ich mir nur sehr selten leisten kann), finde ich es schade, wenn mein Essen verstänkert wird.
Und, liebe Raucher: Ja, es macht einen Unterschied. Ich war selber sehr erstaunt, als ich einmal “rauchfrei” mein Essen angefangen hatte, sich dann ein Raucher an den Nebentisch setzte, eine Zigarette ansteckte, und plötzlich mein Essen nach nichts mehr schmeckte.
Ich denke, wir sind uns einig: Das Gesetz, so wie es ist , ist bescheuert. Aber Raucher sind definitiv nicht die höflicheren Menschen, die man nur um Rücksicht bitten muss, und schon machen sie die Zigaretten aus.
Eigentlich ist es doch ganz einfach: Der Raucher möchte rauchen und der Nichtraucher möchte nicht belästigt werden. Beides unter einen Hut zu bekommen ist nunmal nicht so ganz einfach. Also muss man nach Kompromissen suchen.
Und es gibt doch nun auch überhaupt keine zwei Meinungen, was die gesundheitlichen Aspekte des Rauchens angeht. Es geht also nicht nur darum, dass es einfach stinkt, oder dass der Nichtraucher dem Raucher aus Boshaftigkeit seinen Genuss verleiden will. Soll doch jeder mit seinem Körper machen, was er will. Aber wenn es um die Gesundheit der Mitmenschen geht, hört nunmal der persönliche Spaß auf.
P.S. Ich fand den Artikel schlecht. :)
Ich weiß nicht, ob sich die Geschichte von Helmut Schmidt wirklich dazu eignet, über Sinn und Unsinn eines Rauchverbots zu polemisieren.
Schmidt ist seit vielen Jahren durch seinen Eigensinn in der Öffentlichkeit aufgefallen, vor dem auch couragiertere Leute zurückgewichen sind. So hat er schon viele Jahre als Einziger an Orten geraucht, wo das Rauchen ausdrücklich auch vor dem Eingreifen des Staates untersagt war. Für meine Begriffe hat er damit eine ziemlich starke Ignoranz gegenüber den gesellschaftlichen Regeln bewiesen. Damit wäre er eher Symbolfigur für die Aggressivität und Rücksichtslosigkeit gewisser Raucher und eher ungeeignet als Symbolfigur für die Opfer eines fragwürdigen staatlichen Verbots.
Mit Helmut Schmidt assoziiiere ich einen alten Mann, der sich um die Regeln, an deren Erlass er eine Zeitlang selber mitwirkte, nicht schert. Da fällt es mir etwas schwer, MItleid mit ihm zu empfinden.
In der ganzen Raucher-Debatte fehlt mir übrigens Verständnis. Ich selber bin seit Jahren Ex-Raucher und stolz darauf, dass ich es nicht nötig habe, mich mit Militanz gegen die aufkommende Lust zu rauchen wehren zu müssen. So kann ich die Gegenwart von Rauchern sehr gut ertragen, hätte aber auch nichts gegen rauchfreie Umgebungen. Diese Kluft zwischen “den” Rauchern und “den” Nichtrauchern ist mir fremd.
Ich denke auch, sie lenkt ab von den wesentlichen Problemen, die zu den Verboten führen. Das Rauchverbot ist in erster Linie ein Verbot im Geiste der Prävention. Dieser Geist treibt auch in der Innenpolitik und auf anderen Feldern der Gesundheitspolitik Blüten. Es geht hier um die prinzipielle Ansicht darüber, inwieweit der Staat Privatangelegenheiten seiner Bürger regulieren darf.
Daher ist die Frontstellung zwischen Rauchen und Nichtrauchern genauso falsch wie die zwischen Ausländern und Deutschen in der Frage der Arbeitslosigkeit.
ich mag deine artikel, wirklich!
aber zum rauchen solltest du dich besser nicht mehr äußern :-)
dat is eher peinlich :-(
da du eher im freund feind denken verankert bist hier mal nen tip:
sätze die mit die… anfangen sind meistens falsch
(die nichtraucher, die militanten nichtraucher (whow nen neues feindbild ein bischen wie die moslems, die islamofaschisten :-))
glaub mir: die meisten nichtraucher wollen ganz einfach nur nicht zugequalmt werden.
ich lade sogar raucher zu mir nach hause zum essen ein, da hab ich absolut nix dagegen.
sie dürfen halt nur nicht bei mir zu hause rauchen.
wir haben ne bank vor der haustür stehen wo die suchtkranken ihrem laster fröhnen dürfen.
ich hab auch nix gegen heroinsüchtige.
würde sie sicher auch zum essen einladen.
hätte aber eher was dagegen wenn sie sich bei mir im esszimmer nen druck setzen.
mit ihrer idee das rauchen etwas mit freiheit und abenteuer zu tun hat wie ein pawloscher hund nur ein altes programm ab dass ein sehr sehr guter propagandist mit viel werbeaufwand in ihren hirnen verankert hat:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/04/edward-bernays-die-gehirnwsche-einer.html
traurig so etwas
@Uwe Weißmann
Chapeau! Bei so viel Großmütigkeit rinnt Dir bestimmt eine Träne durchs Knopfloch ;-)
Welchem Satz soll ich jetzt glauben? ;-)
glaub mir: die meisten nichtraucher wollen ganz einfach nur nicht zugequalmt werden.
ich habs doch durch ein “meisten” entschärft :-)
vermutlich gibts auch den einen oder anderen nichtraucher der raucher angreift.
einen gibts, das hab ich mal in der s bahn erlebt.
einige!!! raucher würden ohne verbote buchstäblich überall rauchen und deswegen finde ich es ganz gut das in der
u bahn
s bahn
in zügen
am arbeitsplatz
rauchen verboten ist.
in kneipen und da stimme ich dir zu ist es vieleicht nicht so wichtig, die die ich besuche sind eh schon rauchfrei, fitness club und wellnessoasen die ich frequentiere sinds ja sowiso.
Hi,
so gut ich deine Beiträge finde – dieser ist wirklich schlecht bzw. mir wird schlecht dabei. Ich bin Exraucher – im Rückblick wäre es für mich besser gewesen, es hätte schon lange einen unfassenden Nichtraucherschutz gegeben. Das ich 25 Jahre geraucht habe tut mir im Rückblick gesehen wirklich weh und ist eins der wenigen Dinge die ich in meinen Leben wirklich bereue. Ich bin einfach auf ein, von der Werbung erzeugtes “Männerbild”, reingefallen.
Ich war mal in einer Lungenkrank. Da konnte ich die Raucher mit der Diagnose Lungenkrebs erleben. Der Krebs kommt meist wenn man die 50 gerade überschritten hat. Es gibt eine Chemotherapie, die Lebenserwartung ist 1 Jahr und dann wird gestorben. Eine Heilung ist nicht möglich, weil die Lunge unglücklicherweise schmerzunfindlich ist. Wenn jemand merkt das er Krebs ist es somit schon zu spät. Die Menschen die es erwischt waren wirklich geschockt.
@Spiegelfechter
Die Formulierung “immer gleich” ist in diesem Fall eventuell ein klitzekleines bißchen übertrieben.
Es ist ganz einfach. Rauchen ist dumm, stinkt und macht hässlich. Wer das für sich toll findet, Stichwort “Selbstverwirklichung”, bitte, jedem sein Recht auf Selbstzerstörung. Ob das nun durch den täglichen Lungenzug Straßenbelag passiert oder ob man immer mal wieder in ne Tischkante beißt oder gegen Bäume fährt, ist mir erst mal egal. Nur: Lasst mich bitte dabei raus. Ich will nur in Ruhe meine Pizza genießen. Da das in 90% aller Fälle nicht ohne Belästigung durch den nikotinsuchtelnden Nachbarn möglich war, finde ich es nur fair, dass bis auf weiteres erst mal ich dran bin.
Zum Thema “schlechtes Gesetz”: Macht mal konstruktive Vorschläge. Welche, die wir nicht irgendwann schon mal erfolglos probiert haben. Also z.B. nicht das Modell “ich nehme auf meine Mitmenschen Rücksicht”. Darauf konnten wir uns ja leider nie wirklich einigen.
Was war noch das eigentliche Thema? Ach ja, der Artikel. Stimmt, ich finde es auch ganz furchtbar, dass man vom Schmidt erwartet, dass er sich an Gesetze hält. Der arme alte Mann, wie gemein.
Zwischen
“netten Genussmenschen” und
“Also nochmal: Rauchen ist eine Sucht, und von einer Sucht wegzukommen ist nicht so einfach.”
ist für mich irgendwie ein Unterschied. ;) Danke für die Klarstellung.
Ich finde, dass jeder der vorsätzlich andere schädigt, und dafür Toleranz einfordert, die grundlegendsten Voraussetzungen für menschliches Zusammenleben auch nicht im Ansatz verstanden hat.
@bernd 39
Das war übrigens nicht der SF :-). Dennoch finde ich den Artikel nicht schlecht, weil er aufzeigt, in welche Hölle uns Gutmenschen führen.
Warum?
Kann ja sein, aber was hat das mit dem Raucherdiskriminierungsgesetz zu tun? Nur so zur Info: Ich habe nach 29 Jahren Rauchens vor ca. 8 Monaten damit aufgehört. Ich habe nicht wegen dem Gesetz, meiner Gesundheit, dem Gestank oder sonst etwas aufgehört – ich habe aufgehört, weil ich mit dem Rauchen vermeidbar diesen Staat, den ich verachte, mit meinen Steuern unterstütze, weil ich Unternehmen unterstütze, die ich nicht unterstützen will, weil ich die Freiheit meines Tagesablaufes durch meine Sucht fremdbestimmen liess.
Ich habe NICHT aufgehört, weil es meiner Gesundheit schadet. Dazu sage ich: Scheiss drauf! Lieber genußvoll und reichhaltig kurz gelebt, als ein langes Leben als bornierter Nichtraucherarsch, der anderen sagt, was sie tun dürfen und was nicht.
Da musste man aber selbst vor 30 Jahren schon ein ziemlich einfach gestricktes Gemüt zu haben …
Ist doch toll! Was habe ich davon, wenn ich halb verfault bis ins hohe Alter unter Schmerzen dahinvegetiere?
Wuah, schnüff, eine Runde Mitleid. Jaaaa, es ist ja auch so unwahrscheinlich, dass man Lungenkrebs bekommt, wenn man im Bergwerk gearbeitet hat, in der Stadt wohnt oder eben Raucher war.
Herrgott noch mal – wer soviel Schiss vor’m Sterben hat, soll halt alle 2 Monate zum Arzt rennen. Dieses selbstmitleidige “ich habe Krääääbs, heul” finde ich einfach nur würdelos.
Nee, nee …
@ 41: David
Da fallen mir ad hoc verschiedene Möglichkeiten ein
1) monatlich wechselnde Raucherlaubnis (genauso wie für die Frauensauna), Funktioniert doch auch recht gut
2) Wirte müssen sich verbindlich festlegen, ob bei ihnen geraucht werden darf. Da maximal 30% der Leute rauchen, kann man (vielleicht naiv) schließen, daß es genügend Nichtraucher gibt, die eine rauchfreie Kneipe bevorzugen. Daher sollte es für bestimmte Wirte auch einen finanziellen Anreiz darstellen, auf Nichtraucher umzusteigen
3) getrennte Raucherbereiche (so wie jetzt) in Gaststätten über einer bestimmten Gästezahl. Kleinere Gaststätten müssen über Filteranlagen dafür sorgen, daß die durchschnittliche Nikotin- und Feinstaubbelastung (und so weiter) nicht über einem bestimmten Grenzwert liegt
warum das Gesetz schlecht ist: weil es ein pauschales Verbot ist. Mir geht es nicht darum, daß die Nichtraucher nicht geschützt werden sollten, das sollen sie auf jeden Fall. Was ich problematisch daran finde, ist, daß der Gesetzgeber meint, darüber entscheiden zu müssen, was Leute mit ihrem Körper anstellen. Ich habe einfach das ungute Gefühl, daß als nächstes Alkohol und dann die Dicken (gab es nicht mal in England Überlegungen, eine Steuer auf hochkalorische Lebensmittel einzuführen?) dran sind.
In einem Punkt hast Du Recht: Raucher werden auf Nichtraucher wahrscheinlich keine Rücksicht nehmen. Daher ist eine gesetzliche Regelung schon sinnvoll.
gruß,
nebu
Rauchen ist für mich keine Sucht. Ich war mein Leben lang Gelegenheitsraucher und bin nie abhängig davon geworden. Die bisherigen Rauchverbote im ÖPNV und am Arbeitsplatz waren auch völlig OK, aber in den Kneipen, das ist einfach nur ein Rückfall in den alt-europäischen Obrigkeitsstaat.
Die angebliche Schädigung durch “Passivrauchen” mit x-tausend Toten ist auch so eine Verschwörungstheorie mit der dieser Neo-Bolschewismus vorangetrieben wird. Jeder Stadtbewohner wird viel mehr durch ständig vorhandene Autoabgase geschädigt, als das durch Kneipenbesuche im normalen Rahmen möglich wäre.
Ich habe NICHT aufgehört, weil es meiner Gesundheit schadet.
ich schon.
ich war es einfach leid mich ständig wie 85 zu fühlen und wie schwer erkältet (husten, kurzatmigkeit etc.)
ich habe ja schon geröchelt wenn ich mal etwas eilig in den dritten stock gegangen bin.
wo bleibt denn da die lebensqualität?
@ 46: antonym
auf die Gefahr hin, kleinkariert zu wirken. was soll ich mit einem Begriff wie “Neo-Bolschewismus” anfangen? Die Überlegung, daß hier wie dort eine Gruppe Menschen meint, zu wissen, was gut für andere ist, als alleinige Begründung für den Vergleich zu nehmen finde ich ein wenig stark. Außerdem ist mir noch nicht so ganz klar, welchen Beitrag die Beschmimpfung der Gegenseite zur Lösung des Problems liefern soll.
gruß,
nebu
Bolschewismus war nicht als Beschimpfung, sondern ganz sachlich gemeint. Das ist eben der Punkt wo ein demokratisches System versagt, heutzutage werden diese Entwicklungen eben von neokonservativen Weltverbesserern vorangetrieben. Nachdem deren alte Ideale wie der Maoismus ja kläglich versagt hatten.
Ich bin jetzt etwas verwirrt: Einer sieht in “Gutmenschen” die Ursache, jetzt macht jemand Neo-Cons verantwortliche, die eigentlich Maoisten waren und heute Neo-Bolschewisten sind.
Viele Kategorien, die mich an die typische Kampfrhetorik linker Splittergruppen erinnert, wo die Volksfront von Judäa ja stets in ärgster Feinschaft zur Judäischen Volksfront liegt ;-)
Möglicherweise ist aber das Rauchverbot gar kein Produkt des Lobbyismus einer bestimmten Grupppierung? Vielleicht sind die Leute, die dieses Gesetz durchgesetzt haben, nur deshalb erfolgreich, weil es einen gewissen Zeitgeist gibt, der solche Verbote plausibel macht?
Dann müsste man aber doch zuerst fragen, worin dieser Zeitgeist besteht und warum ausgerechnet Verbote gegenwärtig plausibel erscheinen (solange sie einen nicht selber betreffen). Dahinter steckt doch eine gewisse Vorstellung über das Wesen des Staates, welcher diese Verbote ja ausspricht.
@50
Michael L.
Das ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Hast Du Dir mal angesehen, was sogenannte “Entwöhnungshilfen”, “Antirauchermedikamente” und “Wie werde ich Nichtraucher?-Bücher” kosten?
Z.B. die Pharmakonzerne verdienen sich dumm und dämlich daran.
Hier wird immer der “rücksichtslose Raucher im Restaurant” thematisiert. Da nun meine Lebensrealität (Ruhrgebiet) sich mit diesen angeblichen Rauchern in Restaurant überhaupt nicht deckt, halte ich das schlicht für eine Erfindung einer Nichtraucherlobby.
Wenn man natürlich die Stehpommesbude am Puff oder Spelunken wie das Mandragora in BO als “Restaurant” definiert, kann das schon zutreffen.
Allerdings auch dann verstehe ich die Nichtraucher nicht, die sich einerseits Fressen reinschaufeln, das quasi aus dem klo recycled wurde, sich andererseits aber über Raucher beschweren, die den Müll wenigstens ein wenig desinfizieren.
Und zum Thema Gesundheit: Wenn man raucht, aber keinen Sport macht, nimmt die Kurzatmigkeit rapide zu. In Verbindung mit Sport allerdings fast gar nicht. Und selbst als ich noch Kettenraucher war, habe ich die häufig überfetteten ach so gesunden Nichtraucher meistens mit einem Bein stehen lassen.
Mir ist übrigens aufgefallen, dass speziell Nichtraucher beim Sport zu diesen superpeinlichen Radlerhöschen tendieren. DAS sollte man mal verbieten – da bekommt man ja Augenkrebs.
Obwohl … nö … ich als ehemaliger Raucher bin für solche bornierten Blockwartgesetze zu toelerant. Lasst die Nichtraucher schlecht riechen, peinlich aussehen und an Überfettung leiden; wenn sie es denn wollen.
@ 34 Michael L.
“Damit wäre er eher Symbolfigur für die Aggressivität und Rücksichtslosigkeit gewisser Raucher und eher ungeeignet als Symbolfigur für die Opfer eines fragwürdigen staatlichen Verbots. ” (sorry, kann nicht quoten…)
die opfer des staatlichen verbots sind zunächsteinmal nicht die raucher sondern z.b. die gastwirte. was ich meinen gästen erlaube oder nicht erlaube ist einizig und allein meine entscheidung. wenn ich z.b. einen ü30 abend veranstalte, dann sollte es mein recht sein jedem unter 30 den einlass zu verbieten. genauso sollte es mein recht sein, zu entscheiden ob in meiner kneipe geraucht werden darf oder nicht.
das perverse am rauchverbot ist der wiederspruch zwischen der behauptung die geamte westliche welt lebe in freiheit und der praktizierten sklaverei unserer gedanken und tätigkeiten. ich weiß nicht wie es euch geht, aber in einer welt voller schilder und verbote fühle ich mich nicht besonders frei. politiker fordern den gläsernen bürger, warum fordern die bürger keine gläserene politik? warum gab es beim g8 gipfel keine richtige berichterstattung? eigentlich müsste die gesamte besprechung gefilmt und live in jedem sender ausgestrahlt werden. wenn mein chef mir bei der arbeit zusehen will ist es sein gutes recht. wir sind der arbeitgeber unserer politiker und haben somit dasselbe recht. vom g8 gipfel weiß ich nur, dass sie gans gegessen haben. und merkel sagt sie haben ernsthaft erwogen über etwas nachzudenken.
wenn george bush behauptet nur durch krieg kann es im irak frieden geben, sollten nicht nur 1984 leser mit dem kopf schütteln.
dasselbe gilt für politiker die behaupten, ihr seid das freieste volk der welt, aber wir bestimmen eure freiheiten. das sind wiedersprüche die uns eigentlich zum aufstehen bringen sollten.
damit wäre schmidt eher die symbolfigur für den letzten freien geist eines ideologisch versklavten volkes.
entschuldigung wenn ich hier ein wenig auschweife, aber das rauchverbot ist nur die spitze des eisbergs, nur ein symptom einer rundum kranken gesellschaft.
grüße,
ehle
Hierzu und zu dem Rest uneingeschränkte Zustimmung.
Denn genau DAS ist der Punkt.
In diesem Sinne:
Krieg ist Frieden
Ignoranz ist Stärke
Sklaverei ist Freiheit
Als ich das Buch das erste Mal als 10-Jähriger gelesen habe, dachte ich, dass es ja reichlich kindisch und unrealistisch sei.
Heute denke ich, dass Gehirnwäsche verdammt effektiv sein kann.
Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Ja ja.
oder so …
@schwitzig
Deine Kommentare werden immer niveauloser! Erst waren alle Nichraucher dumm, jetzt sind sie Fett und stinken. Sorry aber das ist keine Grundlage für eine sachliche Diskussion. Um es mal mit deinen Worten auszudrücken: “An dir scheint das Rauchen nicht spurlos vorbeigezogen zu sein!”
Dass die Neokonservativen früher häufig Maoismus und anderen Zwangsvorstellungen angehangen haben, ist leider eine Tatsache. Das ist keine linke Splittergruppen-Rhethorik sondern steht in jeder Biographie von denen. Es geht den Leuten halt nur um Macht, das ist eine Art Narzissmus.
Noch was zum Bolschewismus, z.B. Gary Kasparov der “westliche Demokrat” in Russland marschiert mit den Nationalbolschewisten und ihren Nazifahnen.
Und klar ist der “Zeitgeist” knallhart rechts. Im Fernsehen zeigt man uns dass Arme und Andersgläubige hinter 5m hohe Betonmauern mit Stacheldraht gehören und die Leute werden durch gross angelegte Medienkampagnen rassistisch aufgehetzt.
@55 Micha
Ich kann Dich auch nicht ausstehen :-)
@Jeden der mir das erklären kann:
Da ja große geistige Distanzen nicht so meine Sache sind, bitte ich mir hier mal kurz beim Überbrücken selbiger zu helfen:
1. Ich betreibe eine Gaststätte in der reichlich geraucht wird.
2. Es wird ein Gesetz verabschiedet, welches das Rauchen in Gaststätten unter Strafe stellt.
3. Ich gehe zum Gewerbeamt und ändere meine Gewerbemeldung von „Betrieb einer Gaststätte“ in „Betrieb einer Zielgruppenorientierten Gaststätte“.
4. Ich lasse die Eingangstür so umbauen, dass sie nur noch von Innen durch Druck zu öffnen ist. Montiere gut sichtbar eine Klingel, mit einem ebenso gut sichtbaren Schild darüber, welches die folgende Aufschrift trägt: „Zum Einlass bitte klingeln!“
5. Ich verteile im näheren Umfeld um meine Gaststätte Info-Bögen in den Briefkästen und weise somit auf die Eröffnung meiner Gaststätte hin, mit dem deutlichen Hinweis „ACHTUNG! Zielgruppenorientiert – Nur für Raucher“.
6. Ich bereite DIN A5 Zettel vor auf denen steht, dass die unterzeichnende Person an Eides statt versichert Raucher zu sein.
7. Wenn es an der Tür klingelt, öffne ich, lächle ein wenig und lass mir den Zettel unterschreiben, bevor ich die Person einlasse.
Vom Aufwand der ganzen Sache einmal abgesehen, kann mir doch als Gewerbetreibender niemand (nicht einmal die Verwaltung) vorschreiben, mit wem ich Geschäfte mache, und mit wem nicht. Oder?
U.U. habe ich da im Unterricht kurz gedöst, oder einfach in den letzten 20 Jahren ein paar Entwicklungen verpasst. Kennt hier irgend jemand ein Gesetz, dass mich als Gewerbetreibenden direkt dazu zwingt an jeden Kunden Ware zu verkaufen, bzw. für jeden Kunden eine Leistung zu erbringen? Ich selbst kenne nämlich nur die allgemeine Vertragsfreiheit. Auch war ich bisher davon ausgegangen, dass ich als Betreiber/Bewirtschafter einer Gewerbefläche dort das Hausrecht innehabe. Sprich ich z.B. jedem (auch potenziellen) Kunden, so es mir gefällt, Hausverbot erteilen kann.
Wie gesagt: „Bitte helft mir, dass zu verstehen. Danke.“
@58 Gaststättenbeispiel
Zu den juristischen Aspekten kann ich Dir nichts sagen, denke aber, dass es bestimmt irgendeinen Diskriminierungsparagraphen gibt, der Dir das Genick brechen kann. Spätestens wenn die EU-Antidemokratiescheisse Pflicht geworden ist.
Generell sehe ich in Deinem Ansatz aber das Problem der Separation. Ich kenne viele Nichtraucher, denen die Separation durch dieses Drecksgesetz gegen den Strich geht. Soziale Bande werden durch puritanische USA-Gesetzgebung zerstört -> “saubere” Menschen zu “sauberen” Menschen, der Rest wird ausgegrenzt, diskriminiert und demnächst vielleicht wieder als “Volksschädling” beschimpft bzw. mindestens dazu gezwungen, ökonomische Nachteile zu erleiden (Stichwort Krankenversicherung, obwohl vieles dafür spricht, dass Raucher tatsächlich günstiger für KV sind).
Es muss eine Sau durch’s Dorf getrieben werden, ein Feind wird gebraucht, damit nicht etwa jemand zum Denken kommt.
Raucher sind doch wohl immer nur die wenigste Zeit Raucher. Meistens werden die doch wohl nicht rauchen, oder? Wo wird da getrennt? Es wird doch eben gerade nicht getrennt, oder? Es gibt weder extra Räume noch Raucher- oder Nichtraucherkneipen.
Mir unverständlich wie man sich über so was so aufregen kann. Wie sieht das mit Gras aus? Ist dessen komplettes Verbot auch Symbol für undemokratische Strukturen, eine intolerante Gesellschaft? Warum diese Aggression? Diese polemische Scheisse?
@Michael
Ich habe dafür eine recht grenzwertige Erklärung: Das ist der kleine Blockwart in allen von uns, der irgendwann an die Schädeldecke klopft und in der Welt für “Ordnung” sorgen will. Wären es bei der Nichtraucherdiskussion nur die üblichen Verdächtigen, die sich hauptberuflich über Falschparker, bunte Haare und Hundescheiße im Park aufregen, wäre es ja nicht so schlimm – a) kennt man das ja von denen, b) werden sie eh nicht ernst genommen und haben daher c) nichts zu sagen. Klar – diese Menschen sind militante(!) Nichtraucher … alleine schon diese Kippen auf dem Gehsteig.
Aber bei dieser Diskussion, kommen diejenigen hinzu, die unsere “rechten” Freunde immer so gerne “Gutmenschen” nennen. In einem Gutmenschen sammeln sich in seinem Leben so einige Aggressionen. Klar, gegen Skins und das Bürgertum kann man immer was sagen. Aber man muß immer den Anschein erwecken, “sozial” und “progressiv” zu sein. Nun ist eine Randgruppe in den Fokus geraten, an der man sich “ungestraft” abarbeiten kann … denn die sind ja tendenziell unvernünftig, sie verschmutzen die Umwelt und haben (das ist das schlimmste) dabei auch noch Spaß und gar kein Unrechtsempfinden. Und da kommt so einiges hoch, inklusive dem kleinen Blockwart im Kopf ;-)
Duck wech! *lol*
@58 Michael Kostic
Ich bin auch kein Jurist und habe ähnliche Gedanken. Es ist ja allgemein akzepiert, dass gewisse Etablissements, in denen jeder 17jährige schwerste traumatische Schäden erleiden würde, da er mit nackten Brüsten konfrontiert wird, nur für eine bestimmte Gruppe zugänglich sind. Das ganze schimpft sich Jugendschutz und wird so definiert, dass Jugendlichen das Rechte beschnitten wird, sich im öffentlichen Raum frei bewegen zu dürfen – aus Eigenschutz. Beim Nichtraucherschutz geht man genau den anderen Weg. Ein Wirt, der aus ehrlich empfundener Sorge für seine nichtrauchenden Mitmenschen, seine Gaststätte zum Raucherlokal erklärt und den Nichtrauchern den Eintritt verwehrt, handelt widerrechtlich. Klar, hier greift, wie Schwitzig schon schrieb, Diskrimmierung. Ein echter teutonischer Wirt darf ja auch keine Ausländer vor der Tür stehen lassen, obwohl das in unzähligen Clubs und Diskotheken genau so gehandhabt wird.
@SF 51
Hmmm – “Gutmensch” – diese Bezeichnung ist abwertend gemeint, jedoch sollte man bei Gebrauch nicht auf rechte Gesinnung schließen.
Ein Gutmensch ist auch jemand, der davon überzeugt ist, etwas “gutes” zu tun, während er genau damit etwas “schlechtes” bewirkt.
Die Leute, die die Totalüberwachung in Staatshänden gutheißen, sind ebenfalls “Gutmenschen”, denn sie würden niemals auf die Idee kommen, dass die Daten a) vom Staat mißbraucht werden könnten oder b) z.B. die ReGIERung mal welchseln und vielleicht eine Partei wie die NPD an die Macht und damit an die Datennutzung kommen könnte – obwohl genau betrachtet sind die Unterschiede der CD(S)USPDGRÜNELINKE-Partei zur NPD immer marginaler; aber das ist ein anderes Thema.
@Schwitzig
Ja ja, der Streit um das Wort “Gutmensch” ;-)
Früher habe ich diese Wort sehr gerne benutzt – im Kontext von Wiglaf Droste, der damit die desilluionierten Ex68er beschrieb, die zu domagtischen Spießern mutiert sind und ihre alten Ideale ad absurdum führen.
Das die Reaktionären dieses Wort “verbrannt” haben, ist schade, da mir kein Pendant einfällt, das in der öffentlichen Diskussion benutzt werden kann, ohne falsche Assoziationen zu wecken.
Das würde ich nicht so sehen, da “Gutmenschen” per. def. Droste ihre “Mission” gutes zu tun, moralisch herleiten. Überwachungsapologeten argumentieren nicht moralisch, sondern sehen sich als Beschützer von Leuten, die “die Bedrohung nicht sehen”. Sie sind die “einsamen Einäugigen unter Blinden”. “Gutmenschen” erheben ihren moralischen Anspruch zum allgemeingültigen Standard. Eine Art kategorischer Imperativ, der allgemeingültig sein soll – ein anderes Wort dafür wäre Gesinnungsdiktatur.
Die Lage ist eigentlich eine ganze andere: Rauchen hätte man nicht noch verbieten müssen. Körperverletzung (und das ist es, wenn man die Atemluft mit Giftgas versetzt wird) war immer schon verboten.
@nebu/45 bzw. Michael Kostic mit seiner zielgruppenorientierten Gaststätte:
Es ist ja nicht so, dass das Gesetz so wie es jetzt ist vom Himmel gefallen ist.
Wie lange ist es denn her, dass abgetrennte Raucherbereiche geplant waren? Da hies es von allen Seiten, das wäre zu teuer und aufwändig, außerdem diskriminierend, Zweiklassengesellschaft usw. Wie lang ist es her, dass spezielle Raucherlokale geplant waren? Da hies es dann völlig nachvollziehbar, dass die große Mehrheit der Lokalbesitzer natürlich nicht auf die rauchende Kundschaft verzichten wolle und schnellstens eine “Rauchlizenz” beantragen werde. Was bleibt also effektiv?
Den Vorschlag mit wechselnden “Rauchermonaten” finde ich interessant. Wie stellst du dir das vor? Haben wir dann ein Verzeichnis im Internet, wo ich nachklicken kann, welches Restaurant der Landesküche XY mir in diesem Monat mein Mittagessen garantiert rothändlefrei serviert? (Dass in den Lokalen, wo man rauchen darf, dann auch verstärkt geraucht werden wird, ist ja klar.) Und wer sorgt dafür, dass das Verhältnis ausgewogen ist und nicht alle Lokale im ersten Monat gleich die grüne “Raucherfreund” Lampe einschalten und der Rest in die Röhre guckt? Da wäre doch glatt ne neue Behörde drin. Ne, mal ganz im Ernst, ich habe meine Zweifel, ob das funktionieren würde.
So wie ich das sehe, gibt es leider wirklich nur die Wahl zwischen Selbstregulierung alá “ich nehme Rücksicht und Rauche nur, wenn es keinen stört” und generellem Verbot. Dass ersteres nicht funktioniert hat, scheint gerade gängiger Konsens zu sein, damit bleibt nur letzteres. Schade einerseits, ich bin auch kein Fan von Verboten, aber wie gesagt, mach einer nen brauchbaren Vorschlag…
Ist bis jetzt der erste schlechte Artikel den ich von dir gelesen habe,
aber das kann man auch als Kompliment sehen :)
@david(66): Den brauchbaren Vorschlag hat uns doch Spanien schon längst vorexerziert.
Natürlich ist es nicht nötig, dass in Restaurants geraucht wird, dort soll natürlich gegessen werden und im besten Fall wird dort gut gekocht, im übertriebenen Fall reicht der (Molekular)koch zur Speise ein Kraut, eine Wurzel oder eine sonstige Geruchsquelle um den Sinneseindruck zu verstärken. Dort haben störende Rauchschwaden überhaupt nichts verloren.
Aber in der Mehrzahl handelt es sich bei den Gaststätten dann doch wohl eher um inhabergeführte Einraumkneipen, in denen der rauchende oder nichtrauchende Wirt alleine seine Gäste bedient. Warum will man diesen Steuerzahlern verbieten, in ihren eigenen (gekauften oder gepachteten) vier Wänden zu entscheiden, ob sie das Rauchen (das per se ja keine kriminelle Tat darstellt) zulassen wollen oder nicht? Warum überlässt man ihnen nicht die eigene Entscheidung über ihre Räume? Warum vertreibt man sie selbst aus ihren eigenen Räumen, wenn sie rauchen wollen? Würde sich irgendein Nichtraucher unter Strafandrohung aus seiner eigenen Wohnung vertreiben lassen wollen, wenn er z.B. Backofenspray oder WC-Reiniger verwendet und damit sich und alle in seiner Umgebung eventuell schädigen könnte?
@david(66): Den brauchbaren Vorschlag hat uns doch Spanien schon längst vorexerziert.
Natürlich ist es nicht nötig, dass in Restaurants geraucht wird, dort soll selbstverständlich gegessen werden und im besten Fall wird dort gut gekocht, im übertriebenen Fall reicht der (Molekular)koch zur Speise ein Kraut, eine Wurzel oder eine sonstige Geruchsquelle um den Sinneseindruck zu verstärken. Dort haben störende Rauchschwaden überhaupt nichts verloren.
Aber in der Mehrzahl handelt es sich bei den Gaststätten dann doch wohl eher um inhabergeführte Einraumkneipen, in denen der rauchende oder nichtrauchende Wirt alleine seine Gäste bedient. Warum will man diesen Steuerzahlern verbieten, in ihren eigenen (gekauften oder gepachteten) vier Wänden zu entscheiden, ob sie das Rauchen (das per se ja keine kriminelle Tat darstellt) zulassen wollen oder nicht? Warum überlässt man ihnen nicht die eigene Entscheidung über ihre Räume? Warum vertreibt man sie selbst aus ihren eigenen Räumen, wenn sie rauchen wollen? Würde sich irgendein Nichtraucher unter Strafandrohung aus seiner eigenen Wohnung vertreiben lassen wollen, wenn er z.B. Backofenspray oder WC-Reiniger verwendet und damit sich und alle in seiner Umgebung eventuell schädigen könnte?
@64 SF
Schön auf den Punkt gebracht – und genau das ist einer der schlimmsten Krankheiten, die uns gerade mit ihrer Schwester, der Intoleranz, heimsucht.
OT: Ja, die “Verbrennung” des Wortes Gutmensch durch Rechte und Neokonservative ist auch so eine Sache – wir haben hier Deutschland ja das Dritte Reich gehabt und sind bemüht, dies nach aussen aufzuarbeiten – bis auf Mitglieder der Politik und Justiz.
Das schlägt so skurrille Blüten wie dass man als Antisemit beschimpft wird, wenn man den Völkermord durch Israel in Palästina nicht super-duper findet. Parallel hetzen in diversen Foren begeisterte Kriegstreiber für ein “hartes Durchgreifen”, weil ansonsten die “Gutmenschen” erstaunt feststellen würden, dass sie von den “Bösen” oder “Palis”, “Moslems” ermordet werden. Derselbe Stil wird in Deutschland bei “Multikulti” heruntergebrochen …
Ich muss sagen, dass mich diese Bornierten, begleitet von Spindoctoren, von Tag zu Tag mehr anwidern. Unsere Zivilisation wird mal an Ignoranz und Dummheit zugrunde gehen. Um mal Ray Bradbury zu zitieren: “Das ist ungefähr so, als wären die römischen Armeen an Fusspilz zugrunde gegangen.”
Grüsse
@ 52 / ehle
“damit wäre schmidt eher die symbolfigur für den letzten freien geist eines ideologisch versklavten volkes.”
Ich bleibe dabei, dass die Person Schmidt eher eine offene Flanke ist. Schmidt hat schon immer, auch vor dem Rauchverbot, ÜBERALL geraucht, auch in eigentlich rauchfreien Zonen. Und das erklärt sich allein aus Ignoranz.
Denn: Die Kneipe kann man ja als einen Ort ansehen, an dem traditionell geraucht wurde. Der Kneipengänger weiß also, worauf er sich einlässt, weshalb man ihm vielleicht noch zumuten könnte, den Qualm zu ertragen.
Es muss aber darüber hinaus trotzdem rauchfreie Räume geben, denn schließlich haben auch Nichtraucher Bedürfnisse und etliche empfinden den Qualm als Belästigung.Diese rauchfreien Räume gab es, z.B. Vortragssäle, Theater und was auch immer. Nur hat Helmut Schmidt auch an diesen Plätzen stets geraucht und damit hat er nur gezeigt, dass ihm die bestehenden Regeln egal sind und damit verbunden auch die Bedürfnisse derer, die gerne qualmfreie Zonen aufsuchen.
Ein Alt-Bundeskanzler ist wie jeder andere auch zu allererst Bürger und damit nicht gleicher als alle anderen, er muss sich ebenso den geltenden Regeln unterwerfen. Er tut dies nicht, nur warum? Hält er sich für etwas besseres? Seine anarchische Verweigerung mögen die einen als heldenhaften Kampf für den unbeschränkten Rauchgenuss interpretieren, ich sehe aber auch die andere Seite, nämlich das es keinen einsichtigen Grund dafür gibt, die Präsenz von Helmut Schmidt in Form seines Qualms uneingeschränkt ertragen zu müssen.
Denn dies hieße, die Freiheit des Rauchens tatsächlich auf Kosten der anderen zu überdehnen.
Deshalb ist Helmut Schmidt eine verfängliche Symbolfigur, er repräsentiert zu sehr die mangelnde Sensibilität gegenüber Nichtrauchern.
Und wäre er denn der Vorkämpfer für die liberalen Freiheiten, dann hätte er sicher auch die Stimme lauter erhoben gegen viele andere Einschnitte in die Bürgerrechte. Doch gehört habe ich da nichts. Von seiner Biografie her ist Schmidt eben auch kein Liberaler, sondern eher einer, der die Regelstrenge des Militärs schätzt.
Wie gesagt, Verbote finde ich unsinnig, sie sind ein Problem, aber Helmut Schmidt ist nicht der Garant einer liberalen Politik, folglich arbeitetn wir uns an einem Nebenkriegsschauplatz ab.
@70 und 64
““Gutmenschen” erheben ihren moralischen Anspruch zum allgemeingültigen Standard. Eine Art kategorischer Imperativ, der allgemeingültig sein soll – ein anderes Wort dafür wäre Gesinnungsdiktatur.”
Die Definition ist schwammig. Denn welche Gruppe von ieologisch geprägten Menschen erhebt denn nicht den eigenen moralischen Anspruch zum allgemeingültigen Standard? Das tun alle, ob Grüne, Linke oder Konservative.
“Gutmensch” war meines Wissens einst eine Bezeichnung für Linksalternative. Das Wort hob ab auf die starke Moralisierung des Lebens durch diese Szene, die stets das Gute wollte, die Welt verbessern und darum um eine ethisch korrekte Lebensweise bemüht war. Das schloss ein, dass man Minderheiten nicht diskriminierte, dass man nicht sexistisch ist, dass man ökologisch lebt und dass man eine eigenen Interessen in demokratischer Abstimmung verfolgt.
Dahinter steckte ein bitterer Ernst, eine sehr pastörlich strenge Disziplin und Verneinung der spontanen Sinnesfreude.
Genau das hat dann den Spott angezogen und genau das hat dazu geführt, “diese Gruppe als “Gutmenschen” zu bezeichnen. Das Etikett drückt ja das verkrampfte Bemühen aus, stets “gut” zu sein.
Aber Leute wie Peter Hahne und andere konservative Ikonen fordern ja auch, dass ihre Ansichten über Werte und Moral von aller Welt geteilt werden, sie sind ebenfalls im Kern etwas humorlos. Aber sie sind nicht die klassischen “Gutmenschen” mit Multikulti, Ökologie usw., sondern eben Konservative.
Im Fall des Rauchens bin ich mir übrigens gar nicht so sicher, ob es nun die “Gutmenschen” oder die Konservativen sind, die die Sache voran treiben.
Möglicherweise ist das Rauchen heute aus ökonomischer Sicht nict mehr opportun. es schadet der Gesundheit, was heißt: es schadet der Arbeitskraft. Bei Jakob Schrenk (“Die Kunst der Selbstausbeutung”) las ich, dass es mittlerweile viele Unternehmen gibt, die die Fitness ihrer MItarbeiter zum Programm erhoben haben. Dazu gehört auch, dass man die Angestellten dazu bewegt, das Rauchen aufzugeben. Vielleicht weht daher der Wind und “Gutmenschen” oder Konservative sind vielleicht nur die nützlichen Lautsprecher anderer Leute, ohne es zu merken.
@28
Wahre Worte. Ich war selbst starke Raucherin und habe vor ca. 10 Jahren aufgehört, d.h. ich kenne diese Sucht ganz gut. Ebenso wie die Rationalisierungen, die ich hier auch immer lese — warum rauchen im Grunde gut für einen ist, der Raucher als Genussmensch vs. den verkniffenen, asketischen Nichtraucher, etc. pp. Ich amüsiere mich immer köstlich über diesen Selbstbetrug :-).
@83
Ich bin Ex-Raucher, nachdem ich zuvor 17 Jahre lang geraucht habe und mit 14 anfing damit. Ich kann für meinen Teil den Suchtcharakter dennoch nicht bestätigen.
Allerdings finde ich die Dichotomie zwischen asketischem Nichtraucher und dem rauchenden Genussmenschen falsch. Ich war auch als Raucher eher norddeutsch puritanisch und viele Raucher, die ich so kenne, sind eher hastige Raucher. Der Genussmenschn solte doch eher unter den Zigarrenrauchern zu finden sein?
Wie dem auch sei, diese Zuschreibungen sind so falsch.
Denkbar ist allerdings, dass ein bestimmter Geist der Askese den Politikern die Feder führte beim Erlass des Rauchverbots.
@74
Naja, da warst Du dann wohl eher die Ausnahme. Oder hast Dich ausserordentlich effizient selbst betrogen ;-).
Nikotin hat ein extremes Suchtpotenzial. Die meisten Raucher kennen sicherlich die Situation (oder eine ähnliche), dass man mitten in der Nacht nochmal zur Tanke fährt, weil man keine Kippen mehr hat. Die wenigsten rauchen, weil sie Lust dazu haben; die meisten *müssen* rauchen.
Sehr guter Artikel Jens! Mit welch anderem Stilmittel als der Polemik kann man dieses äußerst dämliche (sorry mir fällt gerade kein anderes adäquates Eigenschaftswort ein) Gesetz und die Anzeige Gartenzwergs aus Wiesbaden entlarven? Sorry, wer für dieses Denunziantentum auch nur geringstes Verständnis aufbringen kann, sollte sich nicht wundern, wenn er nach seiner nächsten Grillparty auch eine Anzeige wegen Körperverletzung in seinem Briefkasten findet. Der Rauch, das verkohlte Fleisch, die gereichten Alkoholika – alles krebseregend. Wirklich ein Angriff auf die körperliche Unversehrtheit der Gäste und Nachbarschaft.
Menschen, die sich über Rauch in der Gaststätte aufregen bestellen auch eine Pizza Salami Mozzarella mit doppelt Käse und beschweren sich hinterher beim Wirt über Gallenbeschwerden nachdem sie noch fünf Ramazotti nachgekippt haben.
Man darf einen Raucher ruhig ansprechen, wenn er einem im Restaurant, in der Kneipe oder sonstwo den Qualm ins Gesicht bläst. In den meisten Fällen wird man eher nicht krankenhausreif geschlagen… O.K. Kommt natürlich auch auf das Etablissement an.
Also ich warte auch noch auf den ersten Zigarettenraucher, der mir glaubhaft machen kann, er rauche aus Genuss. Jemandem mit Pfeife oder Zigarre glaube ich das vielleicht sogar, aber die üblichen Glimmstängel aus Supermarkt und Automat sind wirklich gößtenteils Dreck am Stil. Das sagen zumindest alle meine Bekannten, die aufgehört haben. (Ach ja, unter “Genuss” fällt natürlich nicht die Erleichterung, die der Süchtling verspürt, wenn er nach einer Zwangspause endlich den ersten Zug tun darf. Das nennt man schlicht Entzugserscheinungen)
@Verschwender:
Du hast natürlich Recht. Wir Nichtraucher sind alle ganz gemeine Doppelmoralisten. In der Abschaumkette gleich bei den Terroristen, Nazis und Kinderpornosammlern anzusiedeln. Außerdem treten wir immer kleine Hunde.
Und zum Thema “Nachfragen”: Ich frage normalerweise nicht nach. Das hat einen ganz einfachen Grund. Ich gehe nämlich davon aus, dass jeder weiß, dass die große Mehrheit der Leute beim Essen keinen Rauch in der Nase haben will. Das gilt ja sogar für die meisten Raucher. Was signalisiert mir also jemand, der sich am Tisch neben mir eine Kippe ansteckt, obwohl ich noch esse? Entweder ist er so begrenzt, dass er den Zusammenhang nicht kapiert, oder es ist ihm schlicht egal. Da ich nicht gern andere als Dumm darstelle, und auch kein Interesse habe, mich anmotzen zu lassen, sage ich also nichts. Außerdem: Wenn die Zigarette schon brennt, ist es eh zu spät. Also: Wenn jemand nachfragen sollte, dann eindeutig der Raucher. Zumindest im Gasthaus. Mit Kneipen kenne ich mich noch nicht so aus, da gehe ich erst öfter hin, seit ich nicht mehr danach jedesmal meine Klamotten drei Tage an die frische Luft hängen muss, bevor ich sie wieder riechen kann.
Wir wohnen hier halb im Wald . Dennoch muss man um wirklich frische Luft zu bekommen erstmal eine halbe Stunde gehen um wenigstens ein paar 100 Meter zur nächsten Autobahn zu haben.
Davon abgesehen sind unsere Flüsse seit jeher verseucht und in unmittelbarer Nähe steht eine Müllverbrennungsanlage.
ABER DAS ALLES SIND PEANUTS IM GEGENSATZ zu den Billliarden Rauchern die überall die Lust verpesten und zu 1000% dafür verandworlich sind das unsere armen Naturkinder später einmal Lungenkrebs belkommen !
Die unendliche Weite des Passivrauches hinter dem Link…
@david
“Und zum Thema “Nachfragen”: Ich frage normalerweise nicht nach. Das hat einen ganz einfachen Grund.”
So ein Quatsch. Du traust Dich einfach nicht einen Fremden anzusprechen. Daß man nicht rauchen sollte, wenn am Nebentisch gegessen wird steht außer Frage. Dafür braucht es aber kein Gesetz.
Den Rest meines Kommentares hast Du anscheinend überhaupt nicht verstanden. Ich habe nicht Nichtraucher im allgemeinen kritisiert, sondern die Gartenzwerge. Und ob Raucher aus Genuß rauchen oder nicht, kann Dir doch eigentlich egal sein. Brauchst ja nicht rauchen. Warum soll man sich eigentlich ständig für irgendeinen Mist der einem gefällt, anderen aber nicht, rechtfertigen?
@80:
Richtig, du schreibst nicht über Nichtraucher allgemein sondern nur über Leute, die sich über Rauch in der Wirtschaft aufregen. Bitte, das sei hiermit präzisiert. Ist aber ziemlich egal, dein Absatz ist trotzdem keine Kritik sondern Unfug. Wenn das wirklich jemand so macht, wie du das beschreibst, ist er ein Armleuchter, keine Frage. Oder Gartenzwerg, meinetwegen. Zu behaupten, dass das alle so machen, ist Quatsch, genauso wie ich ja auch nicht behaupte, dass es nur rücksichtslose Raucher gibt. Da du dich über meine Verallgemeinerung so aufregst, gehe ich mal davon aus, dass du das auch nicht polemisch gemeint hattest.
Und es ist wohl eben nicht klar, dass am Nebentisch nicht geraucht werden sollte, sonst würde es ja nicht so oft passieren. Über was anderes beschwere ich mich ja auch nicht.
Dass du dich für deine Vorlieben nicht rechtfertigen musst, ist ja außer Frage. Rechtfertigen musst du dich nur, wenn du mit deinen Vorlieben andere belästigst bzw. schädigst, und du es trotzdem machst. Ob du nun einem Asthmatiker deinen Rauch ins Gesicht bläst, in einen Fahrstuhl furzt oder das Fenster des Nachbarn als Dunstabzug für deinen Grill benutzt, ist da einerlei.
Was habe ich bitte nicht verstanden?
“Menschen, die sich über Rauch in der Gaststätte aufregen bestellen auch eine Pizza Salami Mozzarella mit doppelt Käse und beschweren sich hinterher beim Wirt über Gallenbeschwerden nachdem sie noch fünf Ramazotti nachgekippt haben.”
Das nervt schon mächtig, das Nichtrauchergesetz, dieses lächerliche Paragraphenwerk in all seinen förderalistisch-bunten Varianten. Aber wir haben es jetzt nun mal. Und darum frage ich mich schon, warum Helmut Schmidt auch weiterhin überall rauchen dürfen soll, ich dagegen nicht. Bei allem Respekt vor unserem Altbundeskanzler, aber vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Oder sollten es wenigstens sein.
Aber, bitte, bitte: Lieber Helmut, rauch weiter! Qualm’, soviel und so öffentlich Du kannst – vielleicht kommt so nochmal Bewegung in die Legislative, und diese absurde Spaltung der Gesellschaft durch den massiven Eingriff in die Gewerbefreiheit wird wenigstens etwas gelockert.
Und wenn auch das nichts hilft, dann hilft uns ja vielleicht das Bundesverfassungsgericht…
Stichwort Eingriff in die Gewerbefreiheit:
Was genau sind eigentlich die Argumente dagegen? Es gibt doch auch sonst genügend Dinge, die auch innerhalb der eigenen vier Wände strafbar sind, ganz zu schweigen von Lokalen. Das sind alles Eingriffe in die Gewerbefreiheit. Trotzdem regt sich ja niemand darüber auf, dass man auch beim Wirt um die Ecke nicht einfach jemandem die Faust ins Gesicht pflanzen darf. Klar ist das nicht dasselbe, wie wenn jemand an seiner Kippe zieht und mir seinen Rauch ins Gesicht bläst, aber für ne Lappalie halte ich das auch nicht.
@david
“@Verschwender:
Du hast natürlich Recht. Wir Nichtraucher sind alle ganz gemeine Doppelmoralisten. In der Abschaumkette gleich bei den Terroristen, Nazis und Kinderpornosammlern anzusiedeln. Außerdem treten wir immer kleine Hunde.”
Habe ich dies auch nur ansatzweise behauptet? Ich denke nicht. Warum dann so aggressiv? Ich kann nichts dafür, wenn Du meinst jeder müsse wissen wie er sich zu benehmen hat. Nach Deiner Argumentation müßte man dann ja gleich den ganzen Knigge ins Grundgesetz aufnehmen.
Es geht um die Kriminalisierung eines Teiles der Gesellschaft. Da zeigt jemand einen Menschen, den er im TV sieht, wegen Körperverletzung an weil derjenige in der Öffentlichkeit raucht. Geht es noch? Da wird ein Gesetz erlassen, weil einige Menschen meinen anderen ihre Lebensweise aufzuzwingen, der Rest der Befürworter freut sich gegebenenfalls über nur noch nach Schweiß und Küchengerüchen, anstatt auch noch nach Teer und Nikotin stinkende Klamotten. Sorry, zu der These, daß Passivrauchen krank macht, gibt es bisher lediglich genauso viele im Ergebnis unterschiedliche Untersuchungen, wie zu den Thesen, daß Ego Shooter Amokläufer produzieren oder Handys Gehirntumore erzeugen. Das Aktivrauchen krank macht ist sicherlich unumstritten. Aber auch als Raucher kann man lange leben, siehe unseren Uralt – Kanzler und seine Frau. Daß sie vielleicht stinken ist ein anderes Thema, ihrer Beliebtheit schadet es offensichtlich nicht.
@Alle die sich diesen Schuh anziehen:
Es typisch für geistig kurzsichtige Menschen nicht zu verstehen, dass es in solcherlei Fragen einzig um das PRINZIP der Sache selbst geht.
“Heute verbietet mir XYZ das Rauchen. Morgen schreibt mir XYZ vor was ich zu Essen bzw. zu Trinken habe. Übermorgen befiehlt mir XYZ was ich zu DENKEN habe.”
Und genau DAS hatten wir doch schon mal, oder?
@84 Ich hatte eigentlich geglaubt, dass mein von dir zitierter Absatz so offensichtlich überzeichnet ist, dass jedem klar sein sollte, dass ich das nicht wortwörtlich und bierernst meine. Vor allem du, wo du dich doch gerade noch so für die Polemik eingesetzt hattest. Nun, das hast du dann wirklich in den falschen Hals gekriegt, sorry.
Von Knigge ins Grundgesetz redet auch keiner. Es ist ja wohl noch ein Unterschied, ob man nicht nach allen Regeln der Kunst höflich ist, oder ob man aktiv die Mitmenschen stört. Und auch das ist ja noch jedem selbst überlassen. Dass das Passivrauchen nicht krank macht, darüber kann man, wie du selbst schreibst, geteilter Meinung sein. Ich finde aber schon, dass ich das Recht habe, mich als Betroffener eher für die eigene körperliche Unversehrtheit zu entscheiden, als für die uneingeschränkte Selbstverwirklichung anderer. Wie schon gesagt, mir geht es da in erster Linie darum, in Ruhe essen zu können, und auch mal in die Kneipe gehen zu können, ohne danach wie ein Aschenbecher zu stinken. Der einzige Grund, warum ich ansatzweise -für- das Gesetz bin, ist, dass ich wie Eingangs gesagt keine Alternative dazu sehe, die bei uns durchführbar wäre. Abgesehen von der Gegenseitigen Rücksichtnahme, die, wie gesagt, leider auch nicht ausreichend zu funktionieren scheint.
Aber all diese Diskussion ist ja müssig, die Argumente und “Argumente” (je nach Sichtweise) kennen wir ja alle. Ich hätte mal gern einen fundierten und polemikfreien Artikel, der Beweise für und gegen Gesundheitsschäden durch Passivrauchen aufführt, damit man eine brauchbare Diskussionsgrundlage hat.
@Michael Kostic:
“Heute verbietet mir XYZ das Rauchen. Morgen schreibt mir XYZ vor was ich zu Essen bzw. zu Trinken habe. Übermorgen befiehlt mir XYZ was ich zu DENKEN habe.”
Sorry, der Spruch ist zwar kurz und knackig, ich finde ihn hier aber inhaltlich völlig deplatziert. Der Spruch bezieht sich einzig auf den Eingriff in Grundrechte, und das Grundrecht auf Selbstverwirklichung galt seit jeher nur soweit, wie man damit andere nicht schädigt. Um genau diese Schädigung geht es, und im Moment hat sich der Gesetzgeber entschieden, von einer solchen auszugehen. Solange also eine Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen nicht ausreichend ausgeräumt werden kann, finde ich es grundsätzlich nicht falsch, eher die Nichtraucher zu schützen, als den Rauchern unbegrenzte Selbstverwirklichung zuzusichern. Siehe mein Beitrag gleich zuvor, Ende erster Absatz.
@David
Ich schlage vor Du liest mal ein wenig Asimov, oder schaust dir diese nette Verfilmung „I, Robot“ an. Ich will nicht in dieser ART vor mir selbst beschützt werden. Niemand mit Vernunft und Verstand, sollte dies wollen!
„Solange also eine Gesundheitsgefährdung durch Autofahrer nicht ausreichend ausgeräumt werden kann, finde ich es grundsätzlich nicht falsch, eher die Fussgänger zu schützen, als den Autofahrern unbegrenzte Selbstverwirklichung zuzusichern. Siehe Adolf Hitler gleich zuvor, Ende der Vernunft…“
;-)
@ 85
genau so schauts aus
ich besitze kein auto, fahre viel mit dem fahrrad, bus, bahn und gehe auch gerne mal zu fuß. wenn ich auf die straße gehe könnte ich kotzen vor lauter abgasen und lärm. autofahrer sind schuld am klimawandel. autofahrer sind schuld am irak krieg. autofahrer sind schuld an meinem asthma. obwohl die meisten fahrten gar nicht nötig wären.
im durchschnitt verprügeln alkoholisierte leute öfters andere als nüchterne. also lass uns verbieten in einer kneipe bier zu trinken. statt dessen gibts ab jetzt tomatensaft mit ner gurkenscheibe als deko. fette leute sehen echt scheiße aus. ich fühle mich dadurch belästigt und ausserdem sind sie teuer für unsere krankenkassen. es sollte also nicht nur eine steuer für essen mit vielen kalorien eingeführt werden, sondern auch ein verbot von fettleibkeit. jeder bürger muss einmal pro monat zum amt für wiederrechtlich aufgenommenes fett um sich wiegen zu lassen, erst dann wird ihm wieder erlaubt im supermarkt was einzukaufen.
und wo wir schon dabei sind, lasst uns doch den rauchern das rauchen verbieten
vielleicht hats jemand bemerkt, das ist alles totaler schwachsinn. aber wenigstens konsequent. wenn ich das schon höre, “körperverletzung”. die dummheit anderer fügt mir einen seelischen schaden zu, verklage ich deshalb bild leser? alle leute die privatfernsehen gucken? was ist schlimmer, in ner kneipe neben nem raucher zu sitzen oder im televisor der kneipe zu erfahren das knut höchst wahrscheinlich schwul ist?!
es gibt nun wirklich schlimmeres als raucher, z.b. die gezielte verdummung unserer kinder. wie kann es sein das ich in 10 jahren schullaufbahn kein einziges mal von bertolt brecht gehört habe? das kulturelle erbe des 20. jahrhunderts und meine lehrer kommen nicht auf die idee es könnte interessant sein. statt dessen bezeichnet sich meine deutschlehrerin als hebamme die mich an das licht des wissens führt. ich könnte kotzen.
1984, das totenschiff, brave new world und der steppenwolf. dafür musste ich die privatbibliothek meines vaters durchforsten, mit schule hat das nix zu tun.
“Der Alkoholkonsum bei zahlreichen Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren in Deutschland steigt einer Suchtstudie zufolge besorgniserregend.”
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index_rss.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=4581&Nachricht_Title=Nachrichten_Alkoholkonsum+Jugendlicher+erregt+Besorgnis
Verbieten!
Ich muss leider sagen das dieser Artikel , auch wenn er aus fremder Feder stammt , dem Blog , welches ich gerne lese , in keiner weise entspricht . Der Beitrag ist ,um es grob und einfach zu sagen , unglaublich einseitig. Beitrag und anschliessende Diskussion scheinen mir “Spiegelfechterrei” zu sein .
Grüße Bakunin
@90
Das ist bereits verboten. Verkauft werden darf an Jugendliche zwischen 11 und 15 zumindest kein Alkohol. Was für ein selten dämliches Argument. Auch weil die Begründung für das Gesetz, so weit ich weiß, nie der Konsum selbst war.
Sorry, im Moment bin ich nicht mehr wach genug, um wirklich weiterzudiskutieren. Nur noch soviel:
@weg damit/90:
Ja, verbieten. Ohne wenn und aber. Alkohol gehört nicht in die Hände von 11jährigen. Verbieten und präventieren. D.h. aufklären, Bildung und Erziehung verbessern, dafür sorgen, dass ein Jugendlicher was Besseres mit sich anzufangen weiß, als sich ins Koma zu saufen.
@ehrle / 89: Stimmt, das ist wirklich Schwachsinn. Vor allem, weil das meiste entweder totaler Mist ist, oder tatsächlich aus gutem Grund in der einen oder anderen Art entweder schon geregelt ist oder durch “common sense” und gegenseitige Rücksichtnahme gehandhabt wird/werden soll. Wie übrigens auch ursprünglich die Raucherei.
Und zum Abschluss noch zu deinem Schulproblem: Stimmt, das ist besch***, das muss geändert werden. Also, was machst du dagegen? Und: nicht jeder Lehrer hat so ein krudes “Sendungsbewusstsein” wie die deinen. Diese Anmerkung sei mir als angehendem Deutschlehrer erlaubt. Bertolt Brecht und die von dir erwähnten Bücher sind bei mir übrigens allesamt im Unterricht aufgetaucht. Bis auf 1984, das habe ich damals selbst mit einem Referat erledigt.
So. Nacht zusammen.
Clever, Godwins Law im Bild unterzubringen ;-)
Na wie wär`s noch mit 2 Bildchen von Stalin und Mao für die Raucherabteilung, nach dem Motto Nichtraucher sind Nazis und Raucher sind Kommunisten…
Schließlich führen die neuen Rauchverbote geradewegs in die nächste totalitäre Diktatur, wenn man den Slippery Slope Argumenten mit den Dicken und den Biertrinkern folgt…
Nun zum ernsthaften Teil:
Die Gewerbefreiheit im Gaststättenbereich unterliegt bereits jetzt vielfachen Einschränkungen, z.B. Jugendschutz, Hygienevorschriften, Brandschutz, etc. Nun kommt eine weitere hinzu.
Privat wird niemand gehindert, Jugendlichen indizierte Medien oder Alkoholika zugänglich zu machen, anderen Gammelfleisch vorzusetzen, sich in Räumen ohne Fluchtweg zu treffen oder Tabakbrandgase zu konsumieren (aber selbst dort ist z.B. der Konsum von THC verboten, also laßt euch nicht daheim erwischen ;-).
Die neuen Regelungen zum Rauchen haben Gewinner und Verlierer:
Verlierer sind Raucher, welche ihrem Laster in einem weiteren Bereich des öffentlichen Raums nicht mehr nachgehen dürfen.
Verlierer sind Gaststättenbetreiber, die Umsatzeinbußen oder Strafgelder hinzunehmen haben.
Verlierer sind Gaststättennachbarn, denen die Straßenunterhaltungen und Rauchfahnen in die Wohnungen wehen.
Gewinner sind Raucher und Nichtraucher, welche in einem weiteren Bereich des öffentlichen Raums rauchfrei atmen können.
Die ersteren verlieren ihre Freiheit zum rauchenden Gaststättenbesuch, die letzteren gewinnen die Freiheit zum rauchfreien Gaststättenbesuch.
Und eine Lösung für beide gäbe es nur mit getrennten Räumen.
Die Vorschläge, den Wirten zu überlassen reine Raucher- oder Nichtraucherlokale einzuführen, denken
a) allein großstädtisch – als ob es keine Dörfer mit gerade mal 1-2 Gaststätten gäbe und
b) war dies bereits die Lage vor der Gesetzeseinführung mit bekanntem Ergebnis.
Schlußfolgerung:
Die hier verbreitete Weltuntergangsstimmung unter den Rauchern ist objektiv nicht haltbar, sondern wohl dem subjektiven Verlustempfinden (Entzugserscheinungen?) geschuldet. Ob groteske Übertreibung tatsächlich geeignet ist, eine Raucherfront gegen die Gesetze aufzubauen? Ich bin gespannt und amüsiere mich solange weiter.
Ich finde diese Glosse auch skandalös. Vor allem weil das Alter des Exkanzlers nicht unkenntlich gemacht wurde!!
Welche Signalwirkung hat es denn verdammt nochmal auf unsere Jugend sich trotz Kettenrauchen mit 89 noch bester Gesundheit erfreuen zu können…
Rauchern sollte es per Gesetz verboten werden älter als Nichtraucher zu werden. Differenziert betrachtet.
Er hat 4(!!!!) Bypässe und ein herzschrittmacher :-)
Ich bezweifel dass man sich damit bester Gesundheit erfreut.
ich denke mal man fühlt sich noch nichtmal besonders gut
Ich kann einigen nur empfehlen, den Begriff “Glosse” einmal im Lexikon nachzuschlagen. :-)
ja die über 90 Kommentare durchzulesen war mir dann zu lang, aber ich freue mich gerade über meine Zigarette und sterbe mein liebes Leben dann gerne wenn ich bis dahin rauchen kann…
es lebe Guy Fawkes
endlich darf mensch wieder frei atmen in diesem Land, dessen Alltag zeigt, dass es vorwärts geht: Reine Luft für reine Deutsche:
“Vor allem aber werden wir noch lange Probleme haben wegen der neuerlichen Kampagne des hessischen Ministerpräsidenten, die jugendliche Ausländer als kriminell stigmatisiert und von der Bild-Zeitung mit viel Sympathie begleitet wurde. Nur soviel: Neulich erzählte ein schwarzer Afrikaner, er habe einer älteren Frau helfen wollen, ihre Einkaufstasche zu tragen. Diese sei schreiend weggerannt. Bis wir all diese von den politisch Verantwortlichen geprägten Vorurteile wieder aus der Welt geschafft haben – das kann dauern.”
http://www.jungewelt.de/2008/01-28/029.php
zum Thema “Politik verordnet Volksgesundheit” siehe zB hier
“Kleinkinder, die näher an deutschen Atomkraftwerken wohnen, erkranken häufiger an Krebs und an Leukämie, als Kleinkinder, die weiter von Atomkraftwerken entfernt wohnen. Die Krebsrate ist um 60% und die Leukämierate um etwa 120% erhöht.”
und
“Nur wenig beachtet von der Öffentlichkeit wurde im Juli 2001 die Strahlenschutzverordnung geändert. Die Änderungen führen zu einer Verschlechterung des Strahlenschutzes für Schwangere, Jugendliche und die allgemeine Bevölkerung. Sie ist die Voraussetzung für eine preiswerte Unterbringung von Atommüll zu Lasten des Strahlenschutzes.”
http://www.ippnw.de/Atomenergie/Atomkongress/
@salvo
“endlich darf mensch wieder frei atmen in diesem Land, dessen Alltag zeigt, dass es vorwärts geht: Reine Luft für reine Deutsche:”
Da wird doch einiges verrührt, was nicht zusammengehört. Das Rauchverbot ist nicht in erster Linie ein CDU-Projekt, sondern wurde parteiübergreifend entworfen. Es geht auch nicht um Rassismen, um die Stigmatisierung der Raucher als schlechtere Menschen. deshalb ist der Vergleich mit Kochs rechtspopulistischer Kampagne falsch.
Denn wenn ich Ausländer rassistisch betrachte, so sind diese von Geburt an eben anders und sie können sich nie ändern. Aber der Raucher, den man als Süchtigen oder als rücksichtslos sich verhaltenden Menschen beschreibe, hat keinen Geburtsfehler, sondern einen Entwicklungsfehler. Hier lege ich mit meiner Beschreibung des Rauchers als pathologische Person die Grndlage für den therapeutischen oder erzieherischen Eingriff. Das heißt, dass ich versuche, den Raucher nach einer Norm umzuformen.
Rassismen dagegen richten sich eher auf die Vernichtung oder wenigstens dauerhafte Ausgrenzung und Unterdrückung des als rassisch minderwertig Beschriebenen. Die als minderwertig beschriebene Rasse kann per definitionen ihren Status nicht ändern. Aber der Raucher kann als verlorener Sohn reumütig in die Arme der guten Gesellschaft zurückkehren. Und dabei wird er dann begleitet von gut bezahlten freundlichen Menschen, die ihm bei seiner menschlichen Besserung zur Seite stehen.
Ich glaube jedenfalls nicht, dass die Entdeckung der präven tiven Gesundheitspolitik eine Politik des gesunden deutschen Volkskörpers ist. Es ist eher eine puritanische Politik, die auf die Erhöhung der Leistungsfähigkeit zielt.
Ich bin Nichtraucher, bin aber schon immer gerne in Restaurants und Kneipen gegangen und habe mich am Rauch nicht weiter gestört. Seit ich Kinder habe, sehe ich das etwas anders.
Zwei kurze Erlebnisse von mir, so oder ähnlich sicher jedem Nichtraucher gut bekannt:
1. Wir sitzen zu viert inkl. zwei kleinen (!) Kindern im Restaurant und sind beim Essen. Am Nebentisch (Abstand 1 Meter) ist er gerade fertig mit Essen. Er fragt sie (Abstand auch 1 Meter), ob er rauchen kann. Sie nickt, er zündet sich wie selbstverständlich eine Zigarette an, ohne uns auch nur im Geringsten zur Kenntnis zu nehmen.
2. Gleiche Situation, an den Tisch neben uns setzen sich zwei neu angekommene Gäste, zünden sich sofort Zigarette plus Zigarillo an.
Meine Fragen an alle lieben Raucher: Sind diese Erlebnisse aus eurer Sicht die große Ausnahme? Wie sollen Nichtraucher eurer Ansicht nach in solchen Situationen vorgehen? Ansprechen, mit dem Risiko von Konfrontation? Wegsitzen? Die Situation einfach hinnehmen? Von vorneherein nur in NR-Lokale gehen?
Also ich bin sehr froh, dass die Sache endlich gesetzlich geregelt wurde.
@ 93 david
“Und zum Abschluss noch zu deinem Schulproblem: Stimmt, das ist besch***, das muss geändert werden. Also, was machst du dagegen? Und: nicht jeder Lehrer hat so ein krudes “Sendungsbewusstsein” wie die deinen. Diese Anmerkung sei mir als angehendem Deutschlehrer erlaubt. Bertolt Brecht und die von dir erwähnten Bücher sind bei mir übrigens allesamt im Unterricht aufgetaucht. Bis auf 1984, das habe ich damals selbst mit einem Referat erledigt.”
stimmt, es gibt natürlich auch gute lehrer, selbst unter den deutschlehern ;). die ausnahme bestätigt die regel.
wenn bertolt brecht in deinem unterricht in der sekundarstufe I aufgetaucht ist, musst du auf einer sehr guten schule gewesen sein. ich weiß das die von mir genannten bücher durch das kultusministerium als oberstufen stoff festgelegt wurden. warum ist bildung ein privileg der obeschicht, bzw. warum ist es notwendig das proletariat auf der geistigen entwicklungstufe eines kleinkindes zu halten?
das problem liegt natürlich nicht bei den lehrern, auch nicht bei den schülern, sondern beim bildungssystem. beim versuch wissen zu rationalisieren.
was ich dagegen unternehme? aufklären.
@ 94 zaphodia
“Schlußfolgerung:
Die hier verbreitete Weltuntergangsstimmung unter den Rauchern ist objektiv nicht haltbar, sondern wohl dem subjektiven Verlustempfinden (Entzugserscheinungen?) geschuldet. Ob groteske Übertreibung tatsächlich geeignet ist, eine Raucherfront gegen die Gesetze aufzubauen? Ich bin gespannt und amüsiere mich solange weiter.”
genau da liegt mein problem. diese spalterei zwischen nichtrauchern und rauchern ist das letzte. das problem des nichtrauchergesetzes ist doch nun wirklich nicht der arme raucher sondern der arme wirt. man braucht keine raucherfront gegen gesetze, sondern eine volksfront gegen die beschneidung meiner ureigensten rechte, meiner freiheit zu entscheiden was meine gäste in meinem haus tun oder nicht tun dürfen.
wenn hier leute schreiben so einen artikel hätte ich beim spiegelfechter nicht erwartet, kann ich nur sagen eine solche diskussion hätte ich beim spiegelfechter nicht erwartet, sie ist auf bild niveau. natürlich kann man niemals objektiv sein, aber warum sollte man es nicht anstreben?
ich weiß nun wirklich nicht wer mir hier mehr leid tun muss. der arme raucher dem man seine glimmstengel weg nimmt und der immer vom bösen nichtraucher diskriminiert wird oder der arme nichtaucher, der vom bösen raucher 24 stunden/7 tage die woche zugequalmt wird.
ich glaube beide tun mir gleich leid. und zwar nicht weil sich ihnen gegenüber jemand falsch verhält, sondern weil sie sich selbst gegenüber falsch verhalten. was ist daran so geil sich wie ein opfer zu fühlen? steht auf. opfer haben verloren.
grüße,
ehle
ps:
“Glosse”
-ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift.
soviel zu leuten die meinen dieser artikel sei ja furchtbar polemisch
@Michael
deiner Analyse stimme ich an sich zu. Über diesen Zusammenhang lohnt es sich weiter nachzudenken. Es sind zwei unterschiedliche Formen der Ausgrenzung, die sich
aber möglicherweise wohl ergänzen, da sie mE ökonomistisch motiviert sind. Dazu vielleicht später mehr – wenn ich es schaffe. Meine Absicht war es, durch eine polemische Überspitzung auf die Widersprüchlichkeit der öffentlichen Diskussion hinzuweisen, die sich auch hier fortsetzt.
@ ehle
“steht auf. opfer haben verloren.”
Wenn man zugequalmt ist, dann ist das Erleiden des Zugequalmtwerdens keine Frage der Einstellung. Der Rauch ist ja vorhanden und stört ganz greifbar.
Aber ich gebe Dir in einer anderen Hinsicht recht. Wenn ich in der Kneipe sitze und mich stört der Rauch meines Tischnachbars, dann ist es Quatsch, hinter dieser Qualm-Belästigung die Aktivität einer gesellschaftlichen Großgrupper “der” Raucher zu vermuten, die ihre Interessen rücksichtslos und quasi-organisiert gegen mich durchsetzen. Der konkrete Mensch in der Kneipe ist einfach ein Individuum und kein Vertreter einer Organisation. er mag sich typisch verhalten, aber in ihm die Raucherfront sehen zu wollen, die einen an allen Orten verfolgt, ist überinterpretiert.
Sofort mit der Wumme die dumme Fresse des Scheissrauchers wegballern! NULL-Toleranz gegenüber Volksschädlingen. Jaaaaa. Kreiiiiiisch! Gröööööööhl!
“Sofort mit der Wumme die dumme Fresse des Scheissrauchers wegballern! NULL-Toleranz gegenüber Volksschädlingen. Jaaaaa. Kreiiiiiisch! Gröööööööhl!”
Ein Beitrag der geradezu beispielhaft das Niveau dieser „Diskussion“ aufzeigt.
Wer sich zur Ausnahme mal ein paar Fakten zum Thema Nichtraucherschutz antun möchte, der lese mal den Artikel „Protect me from what I want“ auf http://www.heise.de/tp/
@92/michael”Das ist bereits verboten. Verkauft werden darf an Jugendliche zwischen 11 und 15 zumindest kein Alkohol. Was für ein selten dämliches Argument. Auch weil die Begründung für das Gesetz, so weit ich weiß, nie der Konsum selbst war.”
Achso, deswegen trinken die Jugendlichen so viel. Es ging natülkich um ein Komplettverbot, aber nachdenken scheint nicht deine Stärke zu sein.
Ausserdem solltest du nicht von dir auf andere schließen. Du bist nämlich zu dämlich ein einfaches Argument zu verstehen. Dann würdest du uns auch diese peinliche Einblicke in deine erbärmliche Psyche ersparen.
Kleiner Tipp: erst denken, dann posten
@106
Nett, diese persönlichen Beleidigungen. Das macht den Vergleich, der nach wie vor selten dämlich ist nicht besser.
Seit 10 Jahren wandern jährlich zwischen 100.000 und 150. 000 Bundesbürger aus.
Einige Gründe dafür werden auf dem thread deutlich. Wir streben in deutschen Landen wieder ein Ideal an. Gott bewahre!
Denn:
” Eine “ideale Gesellschaft” wäre der Friedhof menschlicher Größe.”
Nicolas Gomez Davila
@107
Wer hat hier zuerst jemanden als “dämlich” bezeichnet?. Schon interessant, dass du dein eigenes Vokabular als beleidigend empfindest.
Naja, da bestätigt sich mal wieder die alte Weisheit: Wenn du keine Argukmente hast, stelle die Intelligenz des gegenüber in Frage.
Also melde dich wiede, wenn du gelernt hast zu Argumentieren ohne gleich Worte wie “dämlich” zu verwenden. Die lediglich dein Niveau bestätigen.
ps: kann natürlich sein, dass du das von zu Hause nicht anders gewohnt bist, dann wäre das natürlich zu verstehen, aber trotzdem nicht zu entschuldigen
@”weg damit”: Herzlich willkommen bei “Neulich im Kindergarten”. Kann mal jemand den Thread hier zumachen? Ach so, kein Forum. Schade.
Wow.
Ich lese hier wirklich gerne, aber wenn es auf das Thema “Nichtraucherschutzgesetz” kommt, zuckt mein Finger regelmäßig über der entf-Taste in der Lesezeichenverwaltung. Diese Lagerbildung ist, Polemik hin oder her, direkt mit den Thesen eines Herrn Koch vergleichen. Da zeigt ein geistig völlig umnachteter Vollidiot einen hunderte Kilometer entfernt rauchenden, starrsinnigen alten Mann an, und das wird dann als Aufhänger für den Kulturkampf genutzt. Ja, super, wir haben noch nicht genug Gräben in der Gesellschaft.
DIE Raucher und DIE Nichtraucher.
Das ist, Entschuldigung, an Dummheit kaum zu überbieten.Die “Diskussion” der Kommentatoren bewirkt ein übriges – es regt sich in der Tat der Wunsch, dieses Land zu verlassen. PI lässt grüßen.
Mit trotzdem freundlichem Gruß
Anne, die sich jetzt erstmal eine Zigarette ansteckt – draußen.
@109
Ich hab dich nie als dämlich bezeichnet. Das nun wirklich nicht. Das warst schon du.
Toller Artikel! Ich habe herzlich gelacht und das, obwohl ich seit 32 Jahren leidenschaftlich rauche und “erst” 42 Jahre alt bin. Geht doch noch alles! Ich war deswegen auch noch nie krank. Wer deswegen um mich herum tot umgefallen ist, weiß ich nicht.
Zwischendrin habe ich hier auf der Seite irgendwo gelesen, dass man ohne Rauchen und Bier in der Kneipe Spass haben kann. Na, super! Da wird sich der Gastwirt über einen schönen Umsatz freuen.
Mir geht das mit dieser Nicht-Raucher-Sache ordentlich auf den Sack. Sind alle kein Stück besser!
Wie ist es denn mit dem eingeflogenen Obst? Kommen die im Flugzeug, die mit Wasserstoff betrieben werden oder gar mit Windkraft? Oder vielleicht doch Kerosin?
Haben die alle kein Auto, die Raucher-Gegner? Bestimmt fahren alle vorbildlich mit dem Rad!
Genau! Alle bauen ihre Nahrungsmittel selber an, wohnen auf dem Land, benutzen kein Dünger, schlachten selber, räumen sofort die Kuhfladen (Methan) weg!
So entstehen dann auch keine oder wenige Energien, deren Reststoffe in die Umwelt geblasen werden.
Die Liste ist lang!
Tatsächlich glauben aber auch viele, Nicht-Rauchen sei schick, hipp und in… gerne, aber ohne mich!
Ich gehe jedenfalls nicht mehr aus und bin prima über Vereine und privat organisiert. Sollen doch alle Gastronomen Konkurs machen und die militanten Nichtraucher Angst um ihren Arbeitsplatz haben.
Es sei denn, sie sind in der Unterhaltungselektronik tätig. Da könnte was gehen, denn der Raucher will ja zu Hause seinem Amüsement nachgehen dürfen. Solange sie noch dürfen….
Nichtrauchen ist vor allem vieles mit “Ü” – nämlich klüger, gesünder, günstiger!
Aber wer an Horoskope glaubt, glaubt auch daran, dass man wirtschaftlich und sozial notwendinge Dinge wie Mobilität (Autos, Flugzeuge) mit nicht notwendingen und sogar schädlichen Dingen (genau: rauchen, saufen, etc.) vergleichen kann. Besonders erschreckend finde ich die Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber, welche die unnötigen, giftigen Dämpfe unfreiwillig mit einatmen sollen.
Ich glaube unseren militanten Anti-Rauchern (um mal die toleranten Nichtraucher rauszunehmen) kein Wort, solange sie sich über den Rauch in Kneipen beschweren, den Smog in den Städten aber nicht bemerken. Im Gegensatz zu den Kneipen kann ich nicht einfach so sagen “da gehe ich nicht hin, weils da Smog gibt”
Wer schützt mich denn nun vor den Autoabgasen??
@ 115
“Ich glaube unseren militanten Anti-Rauchern (um mal die toleranten Nichtraucher rauszunehmen) kein Wort, solange sie sich über den Rauch in Kneipen beschweren, den Smog in den Städten aber nicht bemerken.”
Das Problem ist ja, Rauchen oder Nichtrauchen zu einer Ideologie hochzustilisieren. Dabei geht es doch dem, der in einer Kneipe den Qualm unerträglich findet, nicht um die Rettung der Welt, sondern lediglich um das persönliche Empfinden. So ist es zumindest im Kneipenalltag.
@100
“Wie sollen Nichtraucher eurer Ansicht nach in solchen Situationen vorgehen? Ansprechen, mit dem Risiko von Konfrontation?”
Genau. Weil weite Teile unserer Gesellschaft anscheinend Defizite in ihrer Konfliktfähigkeit aufweisen bedarf es immer mehr Gesetze und Verbote.
Schätzen wir einmal das Risiko einer Konfrontation mit einem Raucher ab. Was könnte passieren wenn man ihn freundlich um ein wenig mehr Rücksicht bittet. a.) Er stellt das Rauchen ein und entschuldigt sich für seine Unaufmerksamkeit. b.) Er ist uneinsichtig und schert sich nicht weiter. c.) Er empfindet die Bitte um ein wenig mehr Rücksicht als Angriff und wird dem Bittsteller gegenüber handgreiflich.
In der überwiegenden Mehrzahl wird wohl Möglichkeit a.) eintreffen. Denn auf Freundlichkeit reagieren Menschen normalerweise freundlich. Sollte Fall b.) eintreten könnte man den Kellner um Hilfe bitten oder gegebenen Falles um einen anderen Tisch bitten. Sollte beides nicht von Erfolg gekrönt werden, einfach die Lokalität wechseln. Der Restaurantbesitzer und sein Personal scheinen sich nicht um das Wohlbefinden aller Gäste zu bemühen. Dort würde ich nicht mein Geld lassen wollen. Ehrlich. Sollte wider Erwarten Fall c.) eintreten, was ich allerdings nicht glaube, hat man wirklich einmal großes Pech gehabt. Die Wahrscheinlichkeit, daß Fall c.) eintritt würde ich jedoch eher im Promillebereich von 1 bis 2 einordnen. Ungefähr die gleiche Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft trotz ordnungsgemäßer Einnahme der Anti-Baby-Pille.
@Swa
Wer schützt mich denn nun vor den Autoabgasen??
Diejenigen, die den Leuten seit Jahren predigen, das Auto stehen zu lassen und sich öfter mal per pedes, Rad oder ÖnV zu bewegen?
Aber hey, ich fahre solange mit meinem dicken Benz, bis die Raucher endlich das Rauchen lassen. Mir mein Auto nehmen wollen, wo doch andere viel schlimmerer sind. Genauso wie ich weiter Haribo fresse, bis endlich jemand die Filterpflicht für flatulente Boxerrüden einführt. Hugh.
@ 114/R.
“Aber wer an Horoskope glaubt, glaubt auch daran, dass man wirtschaftlich und sozial notwendinge Dinge wie Mobilität (Autos, Flugzeuge) mit nicht notwendingen und sogar schädlichen Dingen (genau: rauchen, saufen, etc.) vergleichen kann. ”
natürlich ist es sozial und vor allem wirtschaftlich notwendig einen suv zu fahren. sozial, weil man sich ja sonst nicht von der breiten masse abheben kann. wirtschaftlich, da so die großen ölkonzerne nen spitzen profit machen. das ich für 19 € mit dem flugzeug von d-dorf nach berlin komme, während ich bei der d-bahn 45 € bezahlen muss, halte ich auch für wirtschaftlich notwendig, sonst hätte ich am ende noch 2 stunden weniger zeit, um mit dem gesparten geld den nächsten puff zu besuchen.
“Besonders erschreckend finde ich die Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber, welche die unnötigen, giftigen Dämpfe unfreiwillig mit einatmen sollen.”
was heißt denn hier unfreiwillig? unfreiwillig erfahre ich das knut schwul ist. unfreiwillig sehe ich ein plakat welches mich zum spenden auffordert, während direkt daneben eine saturn werbung “geiz ist geil” in die welt schreit (na schön, zugegeben, das ist vorbei… dann schnapp dir nen afrikanisches kind, drück ihm nen schild mit der aufschrift “wir hassen teuer” in die hand). unfreiwillig wähle ich die spd, da mir die medien suggerieren ich würde meine stimme sonst der cdu schenken.
aber unfreiwillig in die kneipe gehen? wer ist denn hier der süchtige? setz ich dir ne wumme an den kopf und sag “los schlampe, atme!”? wobei ich dir in einem punkt recht gebe, es ist gesetzlich verboten sich selbst umzubringen (ist wahrscheinlich schlecht für die wirtschaft oder so), du kannst also nicht sagen ich höre freiwillig auf zu atmen.
@ 117/verschwender
“Genau. Weil weite Teile unserer Gesellschaft anscheinend Defizite in ihrer Konfliktfähigkeit aufweisen bedarf es immer mehr Gesetze und Verbote.”
tja das ist wie mit antibiotika, je mehr du nimmst desto mehr brauchst du. dazu und zu dem rest: 100% zustimmung!
@114/R
darauf habe ich gewartet: man wird angeprangert wegen einer Glaubensfrage. Wo steht hier eigentlich wer an was glaubt – speziell ich? Und warum wird das zum Thema gemacht? Steht nicht schon im Grundgesetz, dass jeder glauben darf was er will?! Und immer wieder gibt es Krieg wegen irgendwelchen Glaubensfragen…
Wer sich hinter einem Buchstaben versteckt Und eben nicht den Mumm hat mit seinem Namen, Tun und Wirken auf zu treten, andere Leute vorverurteilt, bekundet damit Intoleranz, Kleinkariertheit und Dummheit.
Nicht-Rauchen ist gesünder und günstiger? Gesünder – das sei dahin gestellt und ist bis jetzt nicht wissenschaftlich erwiesen. Und günstiger? Raucher sind sozial, sie leisten erhebliche Zahlungen an Steuern und wenn sie das Geld nicht für Tabak ausgeben, dann eben für anderen Unsinn.
Wie gesagt, Nichtraucher haben KEINEN Grund sich den Heiligen-Schein auf zu setzen – es sei denn, sie leben wie Heilige – im 21. Jahrhundert sehr unwahrscheinlich!
@Nichtraucher:
Wer sich hier ernsthaft um einen sachlichen Blickwinkel bemüht, der sollte mal auf der Straße die Augen aufmachen und einen Blick für‘s Detail entwickeln. Gerade in dieser Jahreszeit kann man gut sehen wen die Schwaden der Automobilabgase hauptsächlich treffen:
Unseren Nachwuchs!
Wer als Erziehungsverpflichteter einmal einen Blick dafür entwickelt hat, der geht plötzlich ganz anders durch die Straßen. Wenn ein Auto aus einer Einfahrt kommt, bleibt man nunmehr „auf Distanz“ stehen, damit die Dunstschwaden dem Kind nicht direkt in die Atemwege geblasen werden. An Ampelanlagen achtet man auf die Windrichtung und verändert seine Position. Auch der Kindergarten direkt an der Hauptstraße (mochte das Kind ihn auch noch so sehr), kommt nicht mehr in Frage.
Ja, ich fühle mich durch solcherlei Dinge in meinem Leben sehr viel eingeschränkter, als durch Raucher.
Die kommen nicht in die Kita und pusten ihren Rauch in die Gänge, die gehen auch nicht in die Knie um mein Kind zu „nikotinieren“ und wenn ich sie darum bitte verpesten sie auch keine öffentlichen Räume.
Ich bleibe dabei. Diese ganzen Gesetze zeugen lediglich von einem irrationalen Kontrollwahn der Verwaltung, gegenüber denen die sich nicht sofort wehren. Wenn diese Leute auch nur den Hauch von Rückrad hätten, würden sie ihre Kräfte darauf konzentrieren gravierende Missstände zu beseitigen. Einfach nur peinlich!
Ich hätte es kaum für möglich gehalten aber es ist einigen tatsächlich noch möglich das Niveau dieser Diskussion zu senken. Man kann gegen das Rauchverbot einiges ins Feld führen, aber die negativen Folgen des Rauchens für die Gesundheit zu bezweifeln ist grotesk albern.
Das ist doch was, Kommentar 123. Ich möchte gratulieren, eine kleine Masse ist gut stimuliert das eigene Kommentar abzugeben. Ich finde Deinen Artikel locker und frisch, danke. Das Lesen war eine Freude, doch das Thema an sich ist langweilig. Es ist nun einmal 2008 Jahresanfangs-Thema und jeder versucht überzeugender, intellektueller, wortgewandter und mit den neusten Geschichten, seine Meinung darzustellen. Ich bleibe bei: Zigarette zünden wo’s geht und meine Unterschrift leisten. Zu viel Worte, so viel Meinung und so viel Gedankenverschwendung, doch die Menschen stehen drauf. Dies soll der aktive Kampf (oder auch nicht) der Kneipen und Gaststätten Besitzer sein, sich für ihre eigenen Interessen und ihre Gäste einzusetzen und ich gebe ihnen gern meine Stimme. Dann wird sich hoffentlich von selbst eine Balance zwischen Raucher/Nichtraucher Kneipen eeinstellen und wir kommen endlich zu: sein und sein lassen.
@ 122
Tja, genau das ist auch ein Punkt den ich beobachte. Vor dem “Nichtraucherschutzgesetz”, als es also erstmal nur um das Rauchen ging, hatten viele ja noch ein schlechtes Gewissen, weil man eben (meinte?) zu wissen, das Rauchen schädlich ist. Da hat es der Raucher auch als Laster empfunden.
Und nun? Sieh dir an was die Anti-Raucher erreicht haben. Durch das Nichtraucherschutzgesetz wurde erstmal die Bevölkerung gespalten (Raucher vs. Anti-Raucher), jetzt geht es nicht mehr gegen das Rauchen, sondern gegen die Raucher. Und da uns die Geschichte lehrt, dass wenn Themen nur in schwarz/weiß- bzw. gut/böse- sicht diskutiert werden irgendetwas nciht stimmen an der “herrschenden” Meinung, fangen jetzt die Raucher an zu zweifeln, ob es denn wirklich soooo schädlich ist. Dazu kommt, dass die Anti-Raucher die Zigarette wieder zu einer Art “Freiheitssymbol” erhoben haben. Nach dem Prinzip: “Ich lass mich doch nicht von lustfeindlichen Puritaniern terrorisieren, die gegen das Rauchen wettern, aber an Autoabgasen nichts finden. Ich rauche weiter”. So sehe ich das auch. Wenn sich wirklich jemand am Rauchen stört, bin ich ja bereit Rücksicht zu nehmen. Auf militante Anti-Raucher habe ich schon vor dem Verbot keine Rücksicht genommen. Bei denen gehts ja nicht um Gesundheit etc. (wie gesagt, wenns darum ginge, müsste das nächste Ziel z.B das Auto sein), sondern um eine persönliche willkürliche Präferenz und Blockwartmentalität.
Also, allzuviel erreicht habt ihr nicht. So gut wie jeden Kneipengast stört das Verbot, die wenigsten hören auf zu rauchen, viele Raucher beginnen an der “Schädlichkeit” des Rauchens zu zweifeln.
Wahrlich eine beachtenswerte Leistung, ihr Verbotsfanatiker.
Und ich sage es nochmal: Solange die Anti-Raucher sich nicht an den Autoabgasen stören, verdienen sie die Bezeichnung Heuchler. Ihr habt das Spielchen eröffnet, jetzt spielt es auch zuende. Mittendrin aufhören gibt es nicht. Un früher oder später werdet ihr die Bösen sein, die irgendein Laste haben das verboten werden soll. Und mag dieses LAster noch so klein sein. Aber schreit dann nicht nach Solidarität!
Viel Spaß noch
Um noch einmal auf das „untere Niveau“ meines Einwands zum Gesundheits-Aspekt zurück zu kommen: „rauchen sei (nicht) ungesund“
Rauchen „kann“ ungesund sein und kann eine Raucherlunge begünstigen, muss aber nicht. Es gibt genügend Menschen die nicht geraucht, aber eine Raucherlunge haben. Vielleicht ist es aber auch nur die „Pommes“ die den Auslöser für Krebs in sich trägt. Das kann man nur individuell betrachten.
Es ist eben nicht erwiesen, dass nur das Rauchen zu Impotenz und Tod führt. Meist rühren Krankheiten der eigenen persönlichen Umständen her (falscher Partner, falscher Job, zuwenig Persönlichkeit usw., das geht jetzt aber zu sehr in die Psychologie).
Zu viele Autoabgase können aber direkt zum Tod führen. Wieviele Zigaretten müsste man für so einen Tod rauchen? Wer einen Selbstmord plant, wird wohl kaum auf die Idee kommen Tonnenweise Nikotin zu inhalieren.
Fakt ist: man kann der Vorhersehung nicht ins Handwerk pfuschen. Der Sensenmann kommt wann und wie es ihm beliebt.
Vielmehr gilt es in unserer Gesellschaft endlich mal zu akzeptieren, dass das Altern und der Tod zum Leben gehören.
Der hysterische Wahn gegen Tabak wird von der Werbung geschürt. Hier sind alle jung, dynamisch, schön und erfolgreich. Sie trinken Hohes C, sitzen fröhlich am Frühstückstisch mit Müsli und rechtsgedrehtem Joghurt, die Sonne schein, der Hund (mit Pedigree) spielt im Garten mit den Kindern, zwei Neuwagen stehen auf der Auffahrt. All das will man natürlich auch.
Deshalb gibt es Schönheits-OPs, Cremes, um den Alterungsprozess auf zu halten, Diäten, um mit der Jugend mit zu halten. Vor allen Dingen gibt es keinen Genuss, denn wer schön und gesund sein will, muss sich in Disziplin üben.
Wir werden von Werbung und Propaganda manipuliert und merken es nicht einmal.
Wer von uns hat jemals ein entspanntes Frühstück innerhalb der Familie (am frühen morgen) genossen (Ostern ausgeschlossen)? Es gibt nur Stress!
Und dann wäre da noch:
Nach den Rauchern kommen die Dicken, dann die Dummen, dann die Schwulen und dann wird noch einmal die Glaubensfrage geklärt.
…das kommt mir aus der Geschichte irgendwie bekannt vor…
@124
Das mit der Heuchelei gefällt mir :-)
Unglaublich. Jetzt wird hier geleugnet, dass Rauchen schädlich ist. Das ist doch auf einer Ebene mit Mondlandungsverschwörungsfanatikern.
Nochmal: Grundsätzlich habe ich das immer so verstanden, dass der Konsum nie verboten werden sollte. Es ging immer nur darum andere zu schützen. Inwiefern das im Fall von Kneipen sinnvoll ist sei mal dahingestellt. Nur: das Rauchen wollte niemand verbieten. (Es behauptet doch auch keiner man wolle Fahrradfahren verbieten weil es Fußgängerzonen gibt. Das ist doch absurd.)
Natürlich hat jeder doch etwas gegen Autoabgase. Du wirst niemanden finden der Autoabgase in Ordnung findet. Nur kannst du das eine nicht mit den anderen vergleichen. Äpfel und Birnen.
Immerhin gibt es Verbote für Hersteller von Autos was Autoabgase angeht. Nur ganz krasse Lobbyisten von der Autoindustrie würden auf die Idee kommen darin eine Einschränkung der Freiheit zu sehen. Katalysator, Abgasnormen, alles Einschränkungen der Freiheit.
@126 bitte genau lesen was ich geschrieben habe. Hier wird nichts geleugnet, es fehlt aber der Beweis. Das sind nun einmal die Tasachen.
Zu den Autoabgasen: es gibt schon längst die Möglichkeiten Autos mit Wasserstoff zu betreiben.
Frage: Warum wird das nicht gemacht?
Antwort: aus wirtschaftlich-politischen Cliquenwirtschafts-Gründen
Ja, tolle Begründung: weils bei Autos so scheisse is, solls beim Rauchen auch nicht gehn.
Das ist bestimmt kein gutes Argument. Ich wollte eigentlich nur zeigen, dass dieses herbeizerren der Freiheit irgendwie, naja, komisch ist. Erinnert mich immer an andere Menschen, die gerne und oft Freiheit erwähnen. Dieses hochstilisieren hier finde ich ziemlich unerträglich.
Wie man 2008 noch behaupten kann, dass es keine Beweise gibt, dass Rauchen schädlich ist finde ich nach wie vor unglaublich.
Gut – noch einmal:
Wenn da steht, Raucher sterben früher, weil sie eben geraucht haben, dann ist das eine Spekulation und zugleich anmaßend. Wer kann denn sagen, wann, wer, wie zu sterben hat?
Eine Person wird krank und stirbt. Zufällig hat diese Person geraucht. Aha! Sie stirbt also, weil sie geraucht hat. Man suggeriert damit, dass Rauchen den Tod ausgelöst haben soll. Vielleicht war es aber doch etwas anderes?
Aber warum der Ursache auf den Grunde gehen, wenn diese Person doch geraucht hat? Die Statistiken die veröffentlicht werden, verheimlichen auch, dass ¾ der rauchenden Personen die durch Tabak angeblich umgekommen sind, dass diese älter als 75 Jahren waren.
Vielleicht wäre diese Person auch krank geworden und wäre gestorben, auch wenn sie nicht geraucht hätte. Das weiß aber keiner so genau. Vielleicht wäre sie auch zum gleichen Zeitpunkt durch einen Autounfall ums Leben gekommen, weil ganz einfach die Uhr abgelaufen ist.
Eben! Alles Spekulation.
Einer stirbt direkt bei der Geburt, ein anderer wird 105, obwohl er geraucht, gesoffen und herum gehurt hat.
Wo ist da bitte schön die Logik?
Es gibt keine. Der Tod zeigt sich willkürlich!
Wer hat den behauptet, dass Raucher immer sterben? Klar können Raucher 100 Jahre alt werden. Warum nicht?
Nur genauso wie bei mir mit meinen Übergewicht steigert sich bei dir durch dein Rauchen die Wahrscheinlichkeit früher zu sterben. Muss ja nicht so kommen. Kann aber.
Schön, dass Du mich bestätigst.
Aber wer will wissen wie alt ich werden würde, wenn ich nicht geraucht hätte? Es ist reine Spekulation.
Vielleicht lebe ich auch länger, weil ich mit dem Rauchen meine kreative Arbeit fördere, was zu mehr Zufriedenheit führt und damit mein Leben verlängert wird?
Das kann keiner beantworten.
Ergo: Raucher sterben früher? Ist alles Quatsch!
Ach Iris… um das noch mal festzuhalten – Streitpunkt war nicht, ob Raucher früher sterben sondern die Frage ob rauchen schädlich ist. Diesen Nebenschauplatz zu eröffnen hat natürlich prima davon abgelenkt.
Und es hat Dir auch niemand das Rauchen verboten! Es ist lediglich für einige (mehr oder weniger öffentliche) Bereiche ein Rauchverbot erlassen worden, über das man tatsächlich diskutieren kann und sollte. Aber davon abgesehen darf jeder weiterhin rauchen, meinetwegen bis – buchstäblich – der Arzt kommt.
Das ist doch alles müßig.
Nikotin ist ein starkes Nervengift. Natürlich ist das gesundheitsschädlich. Von all den Zusatzstoffen ganz zu schweigen. Ob man nun daran stirbt oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig, nicht zuletzt von der körpereigenen Gifttoleranz und davon, ob man vorher mit dem Auto gegen einen Baum fährt oder nicht.
Trotzdem sollte klar sein, dass man erstens andere vor den schädlichen Auswirkungen des eigenen Lasters schützen sollte, und dass man das Rauchen nicht als besser darstellen sollte, als es ist. Ob sich Raucher nun an die Hoffnung “mein kettenrauchender Nachbar ist auch 100 geworden” klammern und lieber das Beste daraus machen, oder versuchen, ihr Laster loszuwerden, ist letztlich jedem selbst überlassen. Nur die Augen verschließen sollte man nicht.
Altbundeskanzler Helmut Schmidt zeigt sich als jemand, der für seine Lebenseinstellung nicht einmal den Konflikt mit der Justiz scheut. Wie soll man dagegen die Reaktion dieser militanten „Nichtraucher Initiative Wiesbaden“ einordnen? Ein Beleg für eine notorische deutsche Intoleranz? Hat die deutsche Gesellschaft zu viele gängelnde, spießige Besserwisser?
Um der Diskussion mal wieder ein bißchen Futter zu liefern:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,533257,00.html
Oder, in einem Satz zusammengefasst:
Nach einer aktuellen niederländischen Studie rauchen wir nicht nur für die Rente, wir verursachen auch deutlich niedrigere Gesundheitskosten und ersparen der Gesellschaft obendrein durch unser allzu frühes Ableben durchschnittlich sieben (!) Jahre Rentenbezug.
Ich fordere eine Extrasteuer für Nichtraucher!
Sprachkürze schafft Denkweite!
Nur so viel zum Stil, denn: Style First…
so…
ich, selber Nichtraucher…, finde diesen Artikel einen der besten die ich bzgl des sog. “Nichtraucherschutzes” gelesen habe. Welchen Schwachsinn wollen die Politiker eigentlich noch umsetzen?
Es ist doch wie immer:
Gute Idee an sich so ein Nichtraucherschutz.
Umsetzung schlichtweg katastrophal und schlecht.
Restaurants, normale Cafes ( damit meine ich solche ,die nur sachen zum trinken und essen verkaufen), Kinos, Theathersäle, Krankenhäuser etc. Hier kann ich den Nichtraucherschutz verstehen. Man besucht >diese< Läden bzw..[allgemeiner]..öffentlichen Gebäude & Einrichtungen ja schließlich auch nicht zum Rauchen.
Jetzt haben sich militante Nichtraucher jedoch erfolgreichdurchgesetzt, dass man das Rauchen nicht nur in oben genannten Einrichtungen verbietet, sondern auch in Kneipen & Shisha-Cafes [Wasserpfeifen-Cafes]. Was soll das?
Vielen Kneipen wird eine Menge Umsatz verloren gehen, Schuld daran sind die Nichtraucher. Dabei gehört es einfach dazu, dass man zu einem Bierchen eine Zigarette / Zigarre o.ä. genießen kann als Raucher. Abgetrennte Räume sind eine Möglichkeit, jedoch nicht in jeder Kneipe umzusetzen. Wenn Nichtraucher ein Problem damit haben, in einer Kneipe Rauch in ihre wertvollen Lungen zu atmen, sollen sie doch einfach draußen bleiben. Unfair? Nein. Schließlich trinken Nichtraucher auch Alkohol in den Kneipen, die ja immer noch ab 16 zugänglich sind (womit ein “zuqualmen” stark Minderähriger im Idealfall sowieso ausgeschlossen wäre), und schädigen sich damit auch. Jaa…sie tun das dann frewillig… aber da kommt es dann auf das bisschen Qualm auch nicht an, unsere Umwelt ist voller Schadstoffe.
Das, worüber ich am meisten den Kopf schüttle, ist jedoch die Tatsache, dass auch in Shisha-Cafes das Rauche verboten wird. Ahja,die Arbeitslosigkeit die dadurch entsteht, da diese ganzen Shisha Cafes wohl schließen müssen , intressiert also nicht. Es besuchen ja auch so überaus viele Leute Shisha Cafes ohne selber Shisha zu rauchen und ohne sich bewusst zu sein dass sie sich mit dem Betreten einer solchen Einrichtung frewillig in eine eigens fürs Shisha rauchen ausgezeichnete Einrichtung begeben.
Bin mal gespannt wie lange dieses Gesetz Bestand haben wird, ohne dass sich die Massen beschweren.
Liebe Grüße,
Sina G. (18) aus dem Saarland
Für das weitere Vorgehen zum Schutze der Bevölkerung und der Senkung der Gesundheitsausgaben sowie der Abwendung eines volkswirtschaftlichen Schadens, schlage ich folgende zusätzlichen gesetzlichen Regelungen vor:
- Antiautofahrergesetz: Gerade Nicht-Autofahrer werden durch Feinstaubbelastungen sehr stark geschädigt. An den Auswirkungen von Feinstaub sterben nach Hochrechnungen pro Jahr ca. 60000 Menschen. Autofahren sollte deshalb im öffentlichen Raum gänzlich verboten werden.
- Anti-Fastfood-Gesetz: Hieran sterben zugegebenermaßen nur die Konsumenten selbst, verursachen aber durch Übergewicht und damit ausgelöste Krankheiten einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden.
- Anti-Alkohol-Gesetz: Siehe oben.
- Infektions-Preventions-Gesetz: Prinzipiell sollte jeglicher zwischenmenschlicher Kontakt unterbunden werden, da dies zur Übertragung von Infektionskrankheiten führt. Besondere Vorsicht ist hierbei unter Anderem bei Aufenthalten in Krankenhäusern geboten. Hier sterben in der EU ca. 50000 Menschen pro Jahr durch ungewollte Infektionen aufgrund mangelnder Hygienemaßnahmen. Die Kosten hierfür werden aber zum Glück von der Krankenkasse getragen. Generell sollten öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel mit Desinfektionsschleusen ausgestattet sein.
- Anti-Kriegs-Gesetz: “Ich denke, Krieg ist ein gefährlicher Ort.”, wie der ehemalige amerikanische Präsident Bush richtig bemerkte. Deshalb sollte er generell verboten werden, da er auch unbeteiligte ohne ihr Verschulden in Mitleidenschaft zieht.
- Anti-Klimawandel-Gesetz: Siehe oben.
- Anti-Arbeits-Gesetz: Da auch sehr viele Menschen an den Folgen ihres langen Arbeitslebens sterben, was natürlich stark von der Art der Tätigkeit abhängt, sollte ein partielles Arbeitsverbot für bestimmte Arbeitsgruppen in Betracht gezogen werden.
Diese Liste könnte nach Belieben fortgesetzt werden, da ich aber noch durch meine berufliche Tätigkeit an meinem sozialverträglichen Frühabsterben arbeiten muß, beende ich das an dieser Stelle mal.
Mein Mitleid gilt all denen, die durch das rücksichtslose Verhalten Dritter vom qualvollen Tod dahingerafft werden. Seien es Autofahrer, Raucher, Klimasünder, Lebensmittelvergifter, Pharmazeuten, Krankenhauspersonal, Ärzte oder der Nachbar. Oder gehören Sie etwa selbst zu einer dieser Gruppen???
Und, es lebe die Wissenschaft, vor allem die Medizin, die uns immer noch die kompliziertesten Vorgänge im menschlichen Körper versucht monokausal zu erklären, und die Statistik, die ihr dabei hilft.
So, soweit mein zynischer Kommentar zu dieser im Großen und Ganzen sinnfreien Diskussion.
Auf ein freundliches Zerreißen
Der Dr. aus Trier
Da hab ich doch einen wunderbaren Gegenvorschlag: Wie wäre es mit dem Happyslappinggesetz? Geht es euch nicht auch auf die Nüsse ständig auf andere Rücksicht zu nehmen? Dabei könnte man so schön einem wahllos vorbeikommenden mitten in die Fresse schlagen, wenn man gerade etwas Aggro drauf ist. Das hat gleich zwei Vorteile. 1. wird Aggressivität abgebaut, was dann weniger Schlägereien zur Folge hat. 2. florieren Schönheitschirurgen und Zahnärzte und kurbeln so die Wirtschaft an.
Ja, auf etwa dem Niveau war deine Antwort Madlux, wie schon die meisten Antworten vorher und der Artikel selbst …
….was mir nun lediglich ein müdes Lächeln entlockt. Aber lassen wir das.
Sind wir alle dankbar, dass uns noch Menschen wie Du auf unsere intellektuellen Unzulänglichkeiten und unser primitives Denken hinweisen. Leute wie Dich brauchen wir! Moralische Leitfiguren! Intellektuelle Instanzen!
Rauchen ist faktisch eine Sucht, was gibt es da zu diskutieren?
Beim Tanzen z.B. braucht man Sauerstoff wie beim Sport und Profi-Sportler dürfen erst gar nicht rauchen. Vielleicht hilft Rauchen aber beim Vertuschen von Blähungen, stinkt ja auch! Schön sind auch die Nikotinbeläge in Fernsehern, die zur Reparatur in die Werkstatt kommen. Woanders gibt es ja keine Auswirkungen… Sowas gelangt doch niemals in die Lunge und schnell weglaufen vor wilden Tieren brauchen wir ja auch nicht mehr, die haben wir ja anders ausgerottet. Dafür können wir jetzt “immernoch” fast überall Clubrauchen, Alkohol und Kaffee trinken, alles was uns persönlich ja niemals süchtig macht. Und den noch wachsenden Menschen müssen wir früh daran gewöhnen. Wir sind halt intelligent als Menschen.
lies nochmal den Artikel, inklusive aller Kommentare.
Danke
Das wird wohl nichts helfen. Ich rauche nun auch nicht mehr, habe aber immer noch ein gewaltiges Problem mit Gesetzen die das Konsumverhalten von Menschen regeln sollen.
Jetzt in der Krise sollte die Regierung ein Gesetz schaffen, dass alle Sparer dazu zwingt ihre Sparguthaben in die Wirtschaft zu pumpen. Wer das unterlässt macht sich strafbar und wird selbst nach den USA exportiert ;-)