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  • Lübke 2.0?

    geschrieben am 31. Mai 2010 von Spiegelfechter

    Der Krieg in Afghanistan fordert ein weiteres Opfer – Horst Köhler tritt überraschend von seinen Ämtern zurück

    Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein amtierender Präsident noch vor dem Ende seiner Amtszeit freiwillig das Schloss Bellevue räumt. Auch Heinrich Lübke verkürzte zwar seine Amtszeit ebenfalls freiwillig und übergab sein Amt zwei Monate früher an seinen Nachfolger ? er blieb allerdings bis zur offiziellen Amtsübergabe in Amt und Würden. Lübke stolperte über seine Unterschrift, die sich unter Bauskizzen für NS-Zwangsarbeiterlager fand. Doch Lübke und Köhler haben noch mehrere Gemeinsamkeiten ? beide Präsidenten waren keine Intellektuellen und eher schwache Redner, die sich gerne einmal verbal vergaloppierten. Beide Präsidenten hatten eine relativ solide und unprätentiöse erste Amtszeit und wären der Nachwelt als farblose Erscheinungen in Erinnerung geblieben, wenn sie doch nur auf ihre zweite Amtszeit verzichtet hätten. Lübke und Köhler verpassten den richtigen Zeitpunkt und scheiterten letztendlich an sich selbst.

    Si tacuisses philosophus mansisses

    Noch überraschender als Köhlers Rücktritt ist jedoch der vorgeschobene Grund: Horst Köhler fühlt sich unverstanden. Da hatte er einen Journalisten des Deutschlandfunks auf dem Rückflug aus dem fernen Afghanistan ein Interview gegeben und womöglich ein wenig zu freimütig drauflosgeplappert:

    “Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.?
    Horst Köhler im DLF

    Hat Horst Köhler diese Worte ernst gemeint? Hat er sie auf Afghanistan bezogen? Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Köhler diese Worte nicht ernst gemeint haben könnte. Wahrscheinlich entdeckte Köhler die Sprengkraft seiner Worte erst, nachdem die Regierungsparteien und vor allem die Oppositionsparteien SPD und Grüne Zeter und Mordio schrien. Vor allem die klassischen Medien überboten sich gegenseitig mit aufgeregten Schmähartikeln über den Präsidenten ? die SZ nannte ihn einen ?Schwadroneur?, der SPIEGEL setzte dem sogar noch einen drauf und unterstellte Köhler im Artikel ?Horst Lübke? nicht nur Tapsigkeit, sondern rückte Köhlers Geisteszustand gleich auch in die Nähe des schwer kranken späten Lübke. Diese Töne sind ein Novum, gilt der Präsident doch, ganz anders als Kanzler oder Minister, als Hoheitssymbol, dem man Ehrfurcht entgegenbringen sollte.

    Tabu

    Dabei ist die Kritik aus der Position der Leitartikler sachlich durchaus verständlich. Deutschland tut sich sehr schwer mit seiner ?neuen? Rolle als kriegführende Großmacht und reagiert nicht nur auf Kritik am Krieg allergisch ? als Tabu gilt vor allem die allzu offene Legitimation der Krieges mit rationalen Argumenten. Deutschland strickt an einer Lebenslüge. Die demokratische Bundesrepublik, so wollen es die Legendenschreiber, betreibt eine Art bewaffneter Aufbauhilfe ? altruistisch, großzügig, sympathisch. Ein Präsident, der diese Legenden Lügen straft, begibt sich natürlich in das Sperrfeuer der Schmähkritik der bürgerlichen Kriegsbefürworter.

    Köhlers Amt distanzierte sich schnell von seinem Chef und beharrte auf der Alternativinterpretation, Köhler hätte sich in den umstrittenen Zeilen auf die Operation Atalanta bezogen. Diese Erklärung ist jedoch wenig stichhaltig, fragte der Interviewer doch explizit nach Köhlers Haltung zum Krieg in Afghanistan. Köhler hat also entweder zu frank und frei seine Meinung kundgetan, oder sich grob vergaloppiert. Im letzteren Falle wäre Köhler in der Tat ein zweiter Lübke ? ein Präsident muss seine Worte gut abwägen und kann nicht einfach so unwirsch Brainstorming betreiben. Es ist vollkommen unverständlich, warum das Presseamt des Bundespräsidenten ein solches Interview freigeben sollte, wenn Köhler diese Worte nicht ernst gemeint haben sollte. Wenn sich der Präsident nun als beleidigte Leberwurst aufspielt und wegen ein paar kritischer Töne aus dem Blätterwald zurücktritt, ist dies keinesfalls löblich konsequent, sondern blamabel ? für die Person Köhler und noch mehr für das oberste Amt im Lande.

    Abgesang auf das Mittelmaß

    Horst Köhler war immer der personifizierte Sparkassendirektor. Er war nie ein Intellektueller vom Schlage eines Richard von Weizsäcker, nie eine Respektsperson wie Roman Herzog und auch nie ein Präsident zum Anfassen wie Johannes Rau. Köhler war Zeit seiner Präsidentschaft ein farbloser Verwalter. Mal kritisierte er das ?Monster der Finanzmärkte?, ohne je konkrete Schritte zur Bändigung dieses Monsters anzusprechen. Er war nie ein Präsident des ganzen Volkes, sondern immer ein Mann der Wirtschaft und des Geldes. Köhlers Mantra war stets die Effizienz der Märkte. Hätte die Politik Köhler durch halbgare Misstrauensvoten oder verunglückte Gesetzesvorlagen nicht immer wieder ins Rampenlicht gezerrt, hätte man glatt vergessen können, dass Deutschland überhaupt einen Präsidenten hat. Vor allem in den letzten zwei Jahren hat Köhler durch intellektuelle und physische Abwesenheit geglänzt – die einende Vorbildfunktion, die ein Präsident verkörpern sollte, konnte er nie einnehmen. Statt Alternativen zum Casinokapitalismus anzumahnen, streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe – das ist eine Art der inneren Emigration eines Marktfundamentalisten. Ein Mann wie Horst Köhler ist austauschbar, die Republik wird sicher nicht eben in ein geistiges Vakuum fallen, wenn er Schloss Bellevue verlässt.

    Wie geht es weiter?

    Nun muss sich die Politik innerhalb von 30 Tagen auf einen Nachfolger Köhlers einigen. Doch das Personaltableau von Schwarz-Gelb ist bereits stark ausgedünnt. Wer käme als Nachfolger in Frage? Norbert Lammert? Kurt Biedenkopf? Edmund Stoiber? Gerhard Baum? Lassen wir uns überraschen. Die geistig verwirrte Nation wird wahrscheinlich nun nach der ersten Frau für das oberste Amt im Staate verlangen, gerade so, als habe Angela Merkel nicht allen bewiesen, dass Frauen per se weder bessere Menschen noch bessere Politiker sind.

    Mit seinem Rücktritt schwächt Köhler die schwarz-gelbe Regierung abermals. Es wird einsam um Angela Merkel. Erst Rüttgers, dann Koch und nun Köhler ? es ist wenig wahrscheinlich, dass die desolate Regierungskoalition überhaupt noch bis 2013 durchhält. Die Wahl des Bundespräsidenten könnte der Beginn einer Wende sein – die SPD stünde einer großen Koalition sicherlich nicht im Wege. So verwundert es auch nicht, dass niemand anders als Guido Westerwelle heute wohl das längste Gesicht zum Rücktritt machte.

    P.s.: Schon vor Köhler forderte das Afghanistan-Desaster des Präsidenten ein erstes Opfer. Wer mag, kann sich als neuer Redenschreiber im Bundespräsidialamt bewerben. Der Nachfolger wird gute Leute in seinem Amt brauchen und die läppischen Anforderungen sind leicht zu erfüllen.

    Jens Berger


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    181 Kommentare:

    1. genova schrieb am 31. Mai 2010 at 17:15 - Permalink

      Interessant, dass der Spiegel Köhler als geisteskrank hinstellte. Das ist offenbar die nach deren Maßstäben verdiente Strafe für jemanden, der einfach die Wahrheit gesagt hat. Das darf man halt nicht.

      Andererseits ist er intellektuell wirklich übefordert gewesen, da er sich ja vorgenommen hatte, zu lügen (Friedensmission, Frauenemanzipation etc.) und ihm die Wahrheit versehentlich rausgerutscht ist. Immerhin wissen wir jetzt von ganz oben, dass Deutschland “auf einem nicht so schlechten Weg” ist, was die militärische Vorbereitung eines noch größeren Außenhandelsüberschusses angeht.

    2. demokratie-ist-wichtig.de schrieb am 31. Mai 2010 at 17:38 - Permalink

      Ich glaube nicht, dass der Ruf nach einer Frau allzu laut wird, aus den im Artikel besagten Gründen und einer daraus folgenden, eher zunehmenden Merkel-Ernüchterung. Die Deutschen sehnen sich in diesen Zeiten unsicheren Fahrwassers meines Erachtens nach heimlich schon lange wieder nach einem starken Mann an der Spitze, Luftnummern wie Schröder oder Fischer werden trotz ihrer Verfehlungen ja dieser Tage genügend hoffiert. Zumal aktuelle Töne aus der Jungen Union, Eurovisions-Lena für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen, in der Tat einen ziemlichen Tiefpunkt politischer Kultur verdeutlichen – vielleicht besteht hier gar ein geheimer Zusammenhang, immerhin wäre der zurückgetretene Horst Köhler dafür der Ansprechpartner gewesen.

    3. schwitzig schrieb am 31. Mai 2010 at 17:44 - Permalink

      Schöner Artikel – nun, was ist passiert? Der bis dato aktuelle Grüßaugust mit der Gesetzestextunterschrifthand muß ersetzt werden. Da kommt halt irgendein anderer überflüssiger Geldverbrenner. Vielleicht einer, der nicht als IWFler in Südamerika bestialisch gewütet hat …

      Ich interpretiere das als “die Ratten verlassen das sinkende Schiff”.

      Es bleibt die Frage, ob die Nachfolgepenner weniger korrupt als die aktuellen sind.

    4. flexxx schrieb am 31. Mai 2010 at 17:54 - Permalink

      “Die geistig verwirrte Nation wird wahrscheinlich nun nach der ersten Frau für das oberste Amt im Staate verlangen”

      Geistig verwirrte Nation? Leben wir im selben Land?

      Und was hat es mit geistiger Verwirrung zu tun, siche eine Frau als Bundespräsidentin zu wünschen?

    5. Cosmo schrieb am 31. Mai 2010 at 18:03 - Permalink

      @demokratie-ist-wichtig.de

      Ach, ich denke Margot Käßmann wäre durchaus geeignet für das jetzt vakante Amt.

      Würde der Bundespräsident vom Volk direkt gewählt, hätte sie wahrscheinlich große Chancen.

      Ob unsere Eliten allerdings dafür den Mumm in der Hose haben, kann bezweifelt werden.

    6. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 18:04 - Permalink

      Guter Artikel bis auf das hier:

      Statt Alternativen zum Casinokapitalismus anzumahnen, streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      Das ist rassistisch. Ja, ich weiß, es war ironisch gemeint. Macht’s aber nicht besser. Auch ein Webpublizist sollte sich imo gut überlegen, wie er etwas sagt und auf Rassismen verzichten.

    7. goldman sachs schrieb am 31. Mai 2010 at 18:04 - Permalink

      @spiegelfechter, natürlich tritt jetzt mehr nicht die Bundeswehr vom ISAF-Mandat zurück, da ja schon Horst Köhler vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten wurde!

      Nach dem Rücktritt von Roland Koch, der sich schon als IWF-Direktor 2012 warmläuft und dem Rücktritt Horst Köhlers kommt jetzt auch der Rücktritt Guido Westerwelles als Außenminister in Bewegung. Die Regierung Merkel-Westerwelle ist jetzt auch ganz offiziell nur noch ein Intermezzo und Bundeskanzlerin Merkel kriegt eine Standleitung zu Joe Ackermann in die Deutsche Bank. Berlin wird jetzt von Kunduz aus regiert.

      Köhler heulte schwer beleidigt, ihm werde ?unterstellt?, er ?befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären?! Hatte er nicht folgsam gesungen, der Einsatz der Bundeswehr im ?Krieg? in Afghanistan sei vom ?Grundgesetz ? gedeckt?? Reingefallen, wer hat Horst nur so schrecklich heiß gemacht? Wer hat Horstl in Afghanistan diesen “schwarzen Afghanen”, diesen fetten Mega-Joint reingeschoben?

      Aber jetzt mal im Ernst! Neue Bundespläsidentin wird diesmal extra eine Frau aus der SPD, nennen wir sie Gesine S. Es muß jemand aus der SPD sein und es muß eine Frau sein, denn zwei Frauen, Bundespräsidentin und Bundeskanzerlin, gleichzeitig, da geht nicht. Die Bundeskanzlerin muß wieder ein Mann sein.

    8. Uli schrieb am 31. Mai 2010 at 18:06 - Permalink

      “Edmund Stoiber?”
      Oh mein Gott, das wäre ja wirklich ein Coup.
      Als Frauen wurden laut “Zeit” schon Annette Schavan, Maria Böhme, Gesine Schwan und Margot Käßmann auserkoren. Man darf gespannt sein, viel schlechter kann es ja nicht werden.

    9. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 18:10 - Permalink

      @Iris

      Das hat sich der Web-Publizist sogar sehr gut überlegt. Ich bin ein ausgesprochener Gegner politisch korrekter Wortpanschereien. Wörter haben immer eine Funktion, sie beschreiben einen konkreten Umstand. Wenn Köhler nach Afrika reist, gibt er nicht MenschInnen afro-afrikanischer Herkunft Ratschläge, wie sie der Globalisierung ein Schnippchen schlagen können. Er gibt den weißen Onkel, der Negerkindern den Kopf tätschelt. Hier passt nur dieses Wort, sonst würde die Aussage verloren gehen. Es ist nicht rassistisch, rassistische Denke mit Worten offenzulegen.

    10. Spumant schrieb am 31. Mai 2010 at 18:11 - Permalink

      “Statt Alternativen zum Casinokapitalismus anzumahnen, streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe…”

      Auch wenn die Kritik an Herrn Köhler berechtigt sein mag,
      sollte man die obige Formulierung bezüglich der
      Wortwahl überdenken. Sie stößt in ein völlig unangmessen
      abfällig klingendes und der Sache wenig dienendes Horn.

      Kritik an Symbolpolitik hin oder her wird hier im günstigsten
      Fall dem zurückgetretenen Präsidenten ein latenter Rassismus
      unterstellt. Man muss wahrlich kein Freund der Euphemismus Tretmühle sein um auf gewisse Begriffe verzichten zu können.
      Mir leuchtet jedenfalls nicht ein was die Bezugnahme auf die Hautfarbe in diesem Zusammenhang inhaltlich oder
      rethorisch bringt.

    11. Geheimrätin schrieb am 31. Mai 2010 at 18:14 - Permalink

      Los los, weiter – Verfassungsfeinde jagen!

      http://grundgesetzfeinde.wordpress.com/

    12. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 18:17 - Permalink

      @Uli

      Annette Schavan?

      OMG! Das wäre ein christlich-konservativer Rückfall in die 50er.

      Maria Böhme?

      OMG! Das wäre ja Schavan² – Schade, dass Ratzinger ein Mann ist und einen besseren Job hat ;-)

      Gesine Schwan?

      Das wäre dann die Wende. Die SPD hat nun einmal keine Mehrheit und warum sollte sich Schwan zum dritten Mal als Zählkandidatin hergeben?

      Margot Käßmann?

      Ich möchte ja mal wissen, von wem dieser kühne Vorschlag kam. Nun ja, als Präsidentin hätte sie zumindest einen Fahrer.

    13. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 18:18 - Permalink

      @10 Spurmant

      siehe #9

    14. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 18:21 - Permalink

      @Spiegelfechter (#9):

      Nein, ich bin der Ansicht, ein so wortgewandter Schreiber wie Du könnte das durchaus auch so formulieren, dass er rassistische Menschenbezeichnungen nicht weitertragen muss. Mit politisch korrekten Wortpanschereien hat das imo nichts zu tun, sondern mit verantwortungsbewusstem Sprachgebrauch (Auch Du hältst das Wort am Leben!). Wenn Du eine (vermutete) rassistische Haltung mit der Sprache der Rassisten kritisiert, besudelst Du imo Deine Kritik.

    15. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 18:30 - Permalink

      @Iris

      Das sehe ich (erwartungsgemäß) ganz anders – ein Wort sollte immer auch zum Kontext passen. Ich persönlich finde auch nicht, dass ein Wort als solches “rassistisch” sein kann, es kommt immer auf den Kontext an und da kann – nein, da darf! – vor allem ein sprachsensitiver Schreiberling sich nicht zum Diener einer, wie auch immer gearteten – Weltanschauung machen. Ansonsten landen wir in einer Euphemismus-Tretmühle, was niemanden hilft.

    16. elwu schrieb am 31. Mai 2010 at 18:33 - Permalink

      Ich halte den Rücktritt für völlig indiskutabel. Ein geradezu grotesk mimosenhaftes Verhalten, das dem Amt weit mehr Schaden zufügt als die als Rücktrittsgründe angegebenen kritischen Kommentare zu dem Interview, die “den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen” lassen. Unglaublich. Damit hat Köhler zwar bewiesen, dass er für das Amt nicht das nötige Rückgrat hatte, aber zugleich dem Ansehen des Landes und des Amtes unermesslichen Schaden zugefügt.

    17. Uli schrieb am 31. Mai 2010 at 18:37 - Permalink

      @Spiegelfechter:

      Der neue niedersächsische SPD-Vorsitzende Olaf Lies hat Margot Käßmann als mögliche Nachfolgerin des zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler ins Spiel gebracht.

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article7862156/SPD-Politiker-schlaegt-Kaessmann-als-Nachfolgerin-vor.html

    18. Ralf17 schrieb am 31. Mai 2010 at 18:38 - Permalink

      Nach dem Wochenende und dem aktuellen Geisteszustand der Republik kann es eigentlich nur EINE Nachfolgerin geben: Lena.

      Ansonsten natürlich der Kaiser.

      :-)))

      Grüße,
      Ralf

    19. Elbarto schrieb am 31. Mai 2010 at 18:43 - Permalink

      Köhler hat eindeutig grundgesetzwidrige Äußerungen zum Besten gegeben. Er hat damit allerdings nur die politische Realität in Deutschland widergegeben.

      Ein Testballon der von den Qualitätsmedien mit entsprechender Verzögerung aufgegriffen wurde.

      Absolut belanglos aber auch erschreckend bezeichnend für den Status dieser “Demokratie”.

    20. Diskussionsteilnehmer schrieb am 31. Mai 2010 at 18:47 - Permalink

      Vielleicht sollte generell mal über die Abschaffung bzw. Umgestaltung des Amtes nachgedacht werden.

      Rein unrepräsentativ hält sich hier nicht nur das Bedauern, sondern auch das Interesse in engen Grenzen…

      Er: “Alter der Präsident ist zurück getreten!”
      Sie: “Wegen dem Ölunfall?!?!?!!!”
      Er: “Ne unser Präsident, Bundespräsident Köhler!”
      Sie: “Achso. Erschreck mich doch nicht so!”

    21. Jörg schrieb am 31. Mai 2010 at 18:59 - Permalink

      Natürlich war von Weizsäcker der bessere Redner, Herzog vielleicht mehr respektiert (warum eigendlich, weil er so schön wie eine Bulldogge gucken kann?) und Rau volksnäher.

      Und was haben sie mehr bewirkt als Horst Köhler?

      Im Endeffekt, nix.

    22. schwitzig schrieb am 31. Mai 2010 at 19:03 - Permalink

      @20 Diskussionsteilnehmer

      Ja, der Grüßonkel ist ein ähnliches Schwergewicht wie die BP-”Massnahmen”.

    23. Elbarto schrieb am 31. Mai 2010 at 19:05 - Permalink

      @21 sehe ich auch so. Ein Präsident in Deutschland ist zu 100% auschtauschbar. No big Deal.

    24. schwitzig schrieb am 31. Mai 2010 at 19:05 - Permalink

      @21

      Das kann man so nicht sagen- Weizäcker zum Beispiel hat unzählige Pflanzen zertreten und Eichhörnchen verjagt.

      Und Roman Herzog hat entscheidende Beiträge zur Unterstützung privater Renten”vorsorger” geleistet.

    25. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 19:08 - Permalink

      @Spiegelfechter (#15):

      Wieso ‘erwartungsgemäß’? Korrigierst Du Dich nie?

      Ich persönlich finde auch nicht, dass ein Wort als solches ?rassistisch? sein kann

      Doch, das Wort Neger ist eine rassistische Beleidigung von Menschen mit schwarzer Haut. Das ist keine Ansichts- sondern eine Tatsache! Und ich finde es wirklich bedauerlich, dass Du meinst, derartige Menschenbezeichnungen nötig zu haben, um Dich unmissverständlich auszudrücken. Mit der Sprache drücken sich unsere Welt- und Menschenbilder aus und werden auch durch sie an nachfolgende Generationen überliefert.

      Abschließend noch ein Zitat aus einem Artikel zum Thema bei der-braune-mob.de:

      Keinem ernstzunehmenden Journalisten oder Redakteur würde es heutzutage noch einfallen, Menschen als ?Neger? zu bezeichnen.

    26. schwitzig schrieb am 31. Mai 2010 at 19:12 - Permalink

      @Iris

      Doch, das Wort Neger ist eine rassistische Beleidigung von Menschen mit schwarzer Haut

      In diesem Kontext nicht, denn es wird dazu benutzt, das Überlegenheitsgefühl eines Herrn Köhler zu illustrieren.

      Auch das Wort “Nigger” ist z.B. im Kontext eines Rapgesangs sehr selten rasssistisch, sondern durch seine Expressionskraft eher das genaue Gegenteil.
      Man darf Metaphern und Expressionen niemals aus dem Kontext reissen, denn dann sind sie immer falsch.

      Vergleiche z.B. den Clawfinger-Song “Nigger” und die lächerlichen bis peinlichen Reaktionen darauf.

    27. El Fabo schrieb am 31. Mai 2010 at 19:16 - Permalink

      Hochverehrter Spiegelfechter,

      ich bitte künftig Formulierungen wie “Negerkinder” zumindest zu überdenken. Ich bin mir der Streitbarkeit eventueller Gegenpositionen durchaus bewußt, möchte jedoch darauf hinweisen, dass der Terminus in seiner Genese vorrangig herabwürdigend konnotiert ist. Die Verwendung des Wortes kann ich durch “seine Expressionskraft” (siehe oben) ebenfalls nicht rechtfertigen, da hierdurch derlei Bezeichnungen lediglich weiter in den Sprachgebrauch einsickern. So spricht man heute auch nicht von “entarteter Kunst” oder einer “Endlösung der was-auch-immer Frage”. Einzig in bestimmten gesellschaftlichen Milieus werden derartige Ausdrücke verwendet, um ihre Nähe zur Geisteshaltung der begriffsprägenden Zeit/Gesellschaft/Ideologie zu verdeutlichen. Daher halte ich es in diesem Zusammenhang für unangemessen.
      Mein Vorschlag: künftig könnte man entweder die Hautfarbe (schwarz) oder die Nationalität anmerken. Da es auch in Frankreich, Deutschland und den USA schwarze Kinder gibt, würde dies einerseits zu weniger Missverständnissen führen und könnte andererseits Kritikern von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen.

      Besten Dank, El Fabo

    28. goldman sachs schrieb am 31. Mai 2010 at 19:19 - Permalink

      @spiegelfechter, sagenhaft! Nach Bundespräsident Horst Köhler hat jetzt auch Bundesverteidigungsminister Guttenberg das Handtuch geworfen!

      Guttenberg hatte nur Minuten nach seiner Vereidigung ausgesprochen: “Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Teilen Afghanistans abspielt, umgangssprachlich von Krieg reden”.

      “Umgangssprachlich”!!! Was sich “in Teilen abspielt”!!! Ganz schön tricky!! Ölig wie Haargel!!

      Guttenberg geheimnisvoll raunend: “Ich will ganz offen sein: In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände” und hinzugefügt, er verstehe jeden Soldaten, der sage: “In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde”.

      Das wars jetzt eigenlich mit Guttenberg als Minister! Aber nein, er windet sich wie ein gegeelter Aal: “Ich verstehe jeden Soldaten, der sagt: “In Afghanistan ist Krieg”. Echt clever Guttenbergs Spruch, auch “Taliban-Terroristen” würden von “Krieg” sprechen, wenn sie “angegriffen, verwundet oder getötet” würden.

      Auch Dirk Niebel, Guido Westerwelle hart im Rücken, bleibt ganz im Nebel: “Ich wünsche mir mehr Verständnis dafür, dass Soldaten sich, manchmal auch präventiv, wehren müssen”

    29. gerdos schrieb am 31. Mai 2010 at 19:22 - Permalink

      Kannst ja beim N…..-Wort ja noch “……….” distanzierende Gänsefüßchen einsetzen (ist mir beim Lesen auch “nega”tiv aufgefallen). Ansonsten wie üblich ein guter Text.

    30. MarkusK schrieb am 31. Mai 2010 at 19:30 - Permalink

      An die folgenden Bundespräsidenten kann ich mich persönlich erinnern:
      Walter Scheel: War für mich als junger Heavy-Metal-Fan ein Heino-Verschnitt und damit unten durch.
      Karl Carstens: Hmm war der nicht noch blasser als Köhler? Gab es diesen Präsidenten überhaupt?
      Richard Weizsäcker: Intelektueller und brillianter Redner mit einer Abneigung gegen den Dicken (na ja und damit war er mir irgendwie sympatisch).
      Roman Herzog: Polternder Bayer (und das nicht mal negativ gemeint).
      Johannes Rau: Aufs Altenteil geschobener Ministerpräsident.
      Und damit schließe ich mich Jörg an: Was haben diese Herren denn mehr bewegt als Köhler?

      Der Bundespräsident ist in Deutschland nicht wirklich was wert. Und jetzt aus diesem Rücktritt ein baldiges Ende der schwarz-gelben Koalition zu interpretieren. Spiegelfechter, das Ende dieser Koalition interpretierst du ja schon seit dem Beginn dieser Regierung an jedem noch so kleinen Ereigniss herbei. Aber glaub mir: diese Regierung klebt auf den Stühlen auf denen sie jetzt sitzen. Das einzige was diese Regierung vielleicht stürzen könnte, wäre eben jetzt die Personalie des Bundespräsidenten.
      Bisher wurde der Bundespräsident immer in irgendwelchen Hinterzimmern duch unsere allmächtigen Parteibosse ausgekungelt. Köhler war von der CDU, also sollte jetzt wieder jemand aus einer anderen Partei dran sein. Nur welche? Ein Mann (oder Frau natürlich) der SPD – das wird mit Westerwelle nicht zu machen sein. Jemand aus der FDP (außer Merkel schiebt Westerwelle auf diesen Posten ab, und dann werden wir alle Herrn Köhler dankbar für seinen Rücktritt sein) wird der bayerischen CSU nicht passen. Ein Grüner dürfte (bis auf Joschka Fischer) wahrscheinlich genauso unwahrscheinlich sein, wie jemand von den Linken.
      Daran könnte durchaus ein heftiger Streit in dieser Regierung ausbrechen können, vor allem weil Frau Merkel ja nicht auf den Tisch klopfen kann und mal die Richtung angeben kann.
      Na aber ist ja auch egal wer da wieder ausgekungelt wird. Das Volk hat ja ohnehin bei dieser Personalie nichts zu melden – kommt halt die nächste Marionette auf diesen eher unbedeutenden Posten und wird wahrscheinlich noch viel farbloser als Herr Köhler sein.

    31. lebowski schrieb am 31. Mai 2010 at 19:30 - Permalink

      Man kann sich schlecht als Präsident aller Deutschen bezeichnen, wenn man als Ergebnis eines politischen Kuhhandels unter Umgehung eben dieser Bevölkerung ins Amt gekommen ist.

      Was wir jetzt brauchen ist ein Präsident für alle Deutschen. In diesem Sinne schlage ich die Phäton-Fahrerin Käßmann vor: links reden, rechts leben; damit ist die ganze Spannbreite der Bevölkerung abgedeckt.

    32. m schrieb am 31. Mai 2010 at 19:31 - Permalink

      GEILOMAT!!!1

    33. lebowski schrieb am 31. Mai 2010 at 19:36 - Permalink

      “Hochverehrter Spiegelfechter,

      ich bitte künftig Formulierungen wie ?Negerkinder? zumindest zu überdenken.”

      Hochverehrter El Fabo,

      sagt ihnen das Wort “Ironie” etwas?

    34. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 31. Mai 2010 at 19:37 - Permalink

      Ich kann Herrn Köhler nur beglückwünschen, dass er so schnell vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten ist. Die Kampagne, ihn als Widergänger Heinrich Lübkes zu diffamieren, hatte gerade erst begonnen. Spiegel, SZ und Trittin haben sich bereits entsprechend geäußert. Auch der Spiegelfechter ist auf diesen Zug aufgesprungen, wie dieser Artikel zeigt.

    35. rauskucker schrieb am 31. Mai 2010 at 19:40 - Permalink

      zur “Negerfrage”
      ich finde den Gebrauch des Wortes im Artikel völlig korrekt. Und zwar ohne Tüttelchen.
      SF zitiert ja nicht Köhlers Worte, sondern er macht dessen Haltung deutlich.
      So ähnlich, als wenn er geschrieben hätte:
      “Köhler forderte beim Rückflug aus den afghanischen Ostgebieten, das Massakrieren von orientalen Untermenschen doch bitte im gesamtvolkswirtschaftlichen Kontext zu sehen.”

      PC sollte nicht nach “bösen” Wörtern suchen. Sondern nach böser Gesinnung.

      In der Öffentlichkeit gilt Köhler tatsächlich als einer, der sich ehrlich für die armen Afrikaner eingesetzt habe. Das als eklatanten Unsinn zu entlarven und Köhler als Rassisten kenntlich zu machen war Zweck der Passage. Und dafür danke ich dem SF.

    36. Elbarto schrieb am 31. Mai 2010 at 19:43 - Permalink

      Reminds me of Southpark … hf

      http://www.youtube.com/watch?v=s-3fIbt7XNI

    37. Jan Reiter schrieb am 31. Mai 2010 at 19:57 - Permalink

      Herr Köhler hat Selbstverständlichkeiten ausgesprochen, die bisher jede Bundesregierung als ihr sicherheitspolitisches Interesse dargestellt hat. Der Wohlstand Deutschlands und damit nicht zuletzt auch sein Fortbestand als moderne Gesellschaft (Sozialleistungen) sind von einem funktionierenden Welthandel abhängig, nichts wäre für Deutschland schädlicher als ein Zustand wie zur Zeit des Heiligen römischen Reiches mit unzähligen Zollschranken (Protektionismus) und Raubrittertum (Piraterie).
      Globalisierungsgegner behaupten gerne, dass die militärische Sicherung wirtschaftlicher Interessen moralisch verwerflich sei. Allerdings beruht auch der Wohlstand von Staaten wie Taiwan, Brasilien oder auch Südafrika darauf, dass diese in Sicherheit Handel treiben können. Keineswegs dient ja die Sicherung von Handelswegen nur deutschen Interessen, auch andere Nationen profitieren davon.
      Die wirtschaftliche Bedeutung Afghanistans ist völlig unerheblich und wird dies auch für Jahrzehnte bleiben. Allein das Bruttosozialprodukt Österreichs ist circa 38 mal so hoch wie das von Afghanistan.

    38. Peleo schrieb am 31. Mai 2010 at 19:58 - Permalink

      @ Iris

      Warum ist “negroes” eigentlich rassistisch, das gleichbedeutende “Schwarze” aber nicht?

      Die “armen Negerkinder” waren ein Topos der aggressiv-überheblichen christlichen Missionierung Afrikas und des Kolonialismus. Das hat Jens mit seiner Formulierung wohl gemeint. Hätten Anführungszeichen Deinen kritischen Verstand besänftigt?

      Für mich wäre die Frage interessanter, ob Afrika wirklich wichtig war für Köhler (kam so in den Medien rüber) oder ob das nur PR-Getue war, wie Jens meint.

    39. Heldentasse schrieb am 31. Mai 2010 at 19:58 - Permalink

      Meine bescheidene spekulative Meinung zum Rücktritt des Bundespräsis ist, dass *viel*mehr dahinter stecken muss als die “mainstream” Medien z.Z. berichten. Auf mich machte Köhler einen total hilflosen Eindruck bei seiner Rücktrittsansprache. Als Mensch tut er mir wirklich leid!

      Bemerkenswert ist in Stichpunkten:
      - Er musste wissen das er die Regierung in schwerer Zeit durch seinen fristlosen Rücktritt sehr schwächt. Das macht man nicht ohne gewichtigen Grund, zumal die Regierung von seinen Leuten gestellt wird!
      - Der Grund (Interview mit dem DLF über “Krieg und Frieden”) mit ist m.E. fast eine Nichtigkeit. Der Bundeshorst hat eigentich nur (etwas durch die Blume) die Wahrheit gesagt – [Wer es noch nicht wusste: Kriege werden nämlich auschleisslich aus wirtschaftlichen/ stratigischen bzw. machtpolitischen Gründen geführt. Die Kunst ist es, da eine richtige Verpackung zu finden die man dem gemeinen Volk verkaufen kann]
      - Das Bundespräsidialamt hatte ja diesen “Ausrutscher” von Köhler schon relativiert und werbewirksam von “Er meint Piratenbekämpfung damit” geredet. Die Kuh war damit schon so gut wie vom Eise. In zwei Wochen hätte niemand mehr davon Notiz genommen
      - Die Ausführungen vom Respekt bzw. der Respektlosigkeit vor dem Amte ist doch wohl zu sehr an den Haaren herbeigezogen bzw. 100% vorgeschoben. In einer Demokratie darf sogar der höchste Vertreter des Staates kritisiert und bewusst missverstanden werden. [Was anderes wäre es natürlich wenn andere hohe Organe (z.B. die Bundeskanzlerin) öffentlich gegen den Ersten stellung bezogen hätten - haben sie aber m.W. nach nicht]

      Meine ganz persönlichen durch nichts zu beweisenden Spekulationen gehen dahin, dass da irgentwein grossen europäisches bzw. globales Ungemach aufzeiht, und Köhler sein persönliches “last exit brooklyn” gesucht und gefunden hat.

      Gruß von
      Der Heldentasse

    40. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 19:58 - Permalink

      @21 Jörg

      Natürlich war von Weizsäcker der bessere Redner, Herzog vielleicht mehr respektiert (warum eigendlich, weil er so schön wie eine Bulldogge gucken kann?) und Rau volksnäher.

      Und was haben sie mehr bewirkt als Horst Köhler?

      Im Endeffekt, nix.

      Ich bitte Dich – Weizsäcker hat während seiner Amtszeit Deutschland stärker geprägt als jeder “Politiker” vor ihm und auch Herzog (Ruckrede) hat leider sehr viel bewirkt.

    41. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 20:14 - Permalink

      @Iris

      Wieso ?erwartungsgemäß?? Korrigierst Du Dich nie?

      Oh doch – häufig und gerne. Aber natürlich nur, wenn ich falsch liege.

      Doch, das Wort Neger ist eine rassistische Beleidigung von Menschen mit schwarzer Haut.

      Wenn man einen Menschen face to face als Neger bezeichnet, ist dem sicher so. Um eine bestimmte Haltung zu beschreiben, kann man natürlich das “Negerkinder” verwenden – warum auch nicht? Wenn der Präsident als lieber Onkel durch Afrika tourt, kleinen Kindern den Kopf tätschelt und ansonsten nichts unternimmt, um die Situation zu ändern, ist dies genau das Wort, das im Kopf jedes Beobachters herumspukt. Alles andere wäre eine Fleißleistung in kognitiver Dissonanz.

      Das ist keine Ansichts- sondern eine Tatsache! Und ich finde es wirklich bedauerlich, dass Du meinst, derartige Menschenbezeichnungen nötig zu haben, um Dich unmissverständlich auszudrücken.

      Nun, das hebt mich vielleicht von so manchen taz-Redakteur ab ;-)

      Abschließend noch ein Zitat aus einem Artikel zum Thema bei der-braune-mob.de:

      Im Text kommt rund 100mal das Wort “Neger” vor – böse, böse ;-)

    42. Sukram71 schrieb am 31. Mai 2010 at 20:17 - Permalink

      Zur Nachfolge springen 2 Politiker geradezu ins Auge:
      Roland Koch oder Guido Westerwelle muss es werden! :D

    43. Sockenfabrikant schrieb am 31. Mai 2010 at 20:18 - Permalink

      Meine ganz persönlichen durch nichts zu beweisenden Spekulationen gehen dahin, dass da irgentwein grossen europäisches bzw. globales Ungemach aufzeiht, und Köhler sein persönliches ?last exit brooklyn? gesucht und gefunden hat.

      Und zwar noch rechtzeitig gefunden hat – volle Zustimmung. Das Ungemach braut schon eine ganze Weile, doch der Druckanstieg im europäischen Kessel geht langsam ins exponentiale. Vielleicht erleben wir ja eine Art zivilisatorischen Urknalls?!

    44. Rossi schrieb am 31. Mai 2010 at 20:24 - Permalink

      @SF: Deine erste Erläuterung zu der Verwendung des Begriffes “Negerkinder” entspricht ziemlich genau dem, wie ich es aufgefasst habe. Es trifft IMO den Kern des Problems sehr gut.
      Die Art und Weise wie der Westen in Afrika in Form seiner Repräsentanten und auch oft in Form seiner Bürger auftritt, assoziiert bei mir genau solche Bilder: Negerkindern die Köpfe tätscheln und dabei kann wirklich nur der Begriff Neger angemessen die Geisteshaltung herüberbringen, die da eigentlich hintersteht. Entweder ist es ein Überlegenheitsgefühl aus dem heraus man meint den Negern erklären zu müssen wie die Welt funktioniert oder ein unsägliches Helfersyndrom, welches die Menschen gnadenlos in das Klischee der Opferrolle draengt. Beides erzeugt bei mir immer wieder aufs neue Würgereize. Ehrlichkeit im Umgang sieht anders aus. Das bedingt nämlich dem Gegenüber auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Allerdings gibt das wohl leider keine so tollen Bilder ab…

    45. egal schrieb am 31. Mai 2010 at 20:27 - Permalink

      Ist der Rücktritt nicht vielleicht einfach nur dem Fahrstuhleffekt geschuldet? Neben Herzog gab es keinen Präsidenten, der von den neoliberalen Meinungsmachern derart verklärt wurde. Wen Bild und Spiegel hochschreiben, den schreiben sie aber auch meistens wieder runter.
      Was macht eigentlich Roland Koch?

    46. fellow passenger schrieb am 31. Mai 2010 at 20:28 - Permalink

      Wer demnächst den Grüßaugust geben darf, hat doch auf die Regierung keinen Einfluß. Oder wie sollte das gehen? Gesetze nicht unterschreiben? So lange die Luft anhalten, bis der verlängerte Arm der Industrie freiwillig abfällt?

    47. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 20:34 - Permalink

      @Peleo (#38):

      Warum ist ?negroes? eigentlich rassistisch, das gleichbedeutende ?Schwarze? aber nicht?

      Diese rhetorische Frage hättest Du mir nicht stellen müssen, wenn Du dem Link gefolgt wärst, den ich in meinem letzten Kommentar hinterlies und den Inhalt des verlinkten Artikels nachvollziehen könntest.

      Hätten Anführungszeichen Deinen kritischen Verstand besänftigt?

      Nein. Das wäre in diesem Kontext imo eine unzureichende Krücke. Er hätte es ganz vermeiden können, da bin ich sicher. Schade finde ich, dass er diesen Anspruch an seine Wortwahl offensichtlich nicht hat.

    48. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 31. Mai 2010 at 20:37 - Permalink

      Die CDU sollte Ole von Beust nominieren. Oder Ursula von der Leyen.

    49. Outlook schrieb am 31. Mai 2010 at 20:41 - Permalink

      Hi, Iris

      statt hier rum zu zicken, solltest Du Dich lieber am Thema abarbeiten.
      Das ist belangloses interpretieren.

      Die da oben sind nicht zimperlich in der Volksverarscherei.
      Das kann man auch mal bunt bemalen.

    50. unschuldvomland schrieb am 31. Mai 2010 at 20:49 - Permalink

      Köhler ist nach eigener Aussage in Zusammenhang mit seinen Äußerungen zum Afghanistan-Krieg zurückgetreten. Das finde ich super.
      Ich hoffe, es werden noch andere zurücktreten. Ferner hoffe ich, dass es künftig zumindest aus Karrieregründen unterlassen wird, sich a, für den Afghanistan-Krieg, b, für die Legalisierung von Krieg ganz allgemein auszusprechen.
      Art. 24 GG muss gegenüber Art. 26 GG zurücktreten. Wer Krieg (oder militärische Einsätze oä) als unvermeidbar ansieht, muss den Weg der Art 115 a ff. GG gehen. Wenn die Gründe vorliegen, wo liegt das Problem ?

    51. Markus schrieb am 31. Mai 2010 at 20:50 - Permalink

      Ich glaub nicht, dass man Köhler direkt rassismus untestellen muss (zumindest wüsste ich nicht, was dafür spricht). Aber wenn jetzt die Medien so etwas meinen wie “Afrika lag Köhler sehr am Herzen”, dann ist das doch angesichts dessen, was er als IWF-Direktor zu verantworten hat, mindestens zynisch. Da helfen auch ein paar nette Fotos oder warme Worte nicht viel, seine Bilanz ist wahrhaft nicht schmeichelhaft.

    52. Jörg schrieb am 31. Mai 2010 at 21:00 - Permalink

      Spiegelfechter@40

      Ich bitte Dich ? Weizsäcker hat während seiner Amtszeit Deutschland stärker geprägt als jeder ?Politiker? vor ihm und auch Herzog (Ruckrede) hat leider sehr viel bewirkt.

      Weizsäcker hat mit seiner Rede zum “Jahrestag der Befreiung” was gutes, moralisches gesagt, genauso wie mit dem “machtversessen und machtvergessen” über die Parteien, aber letztendlich groß ge-/verändert hat sich meiner Empfindung nach nichts. Weder wurde dadurch z.B. der rechte Sumpf ausgetrocknet, der 1945 immer noch als Niederlage empfindet, noch sind die Parteien weniger korrupt, machtversessen und -vergessen geworden.

      Weizsäcker hat den dicken Kohl gepiesackt, das fand ich damals richtig gut :)

      Und die Ruckrede, nunja, wenn sie denn etwas bewirkt hatte, ist sie wohl in die falsche Richtung geruckt.
      Aber ich glaube, eher weniger, da Onkel Hotte noch im Jahr 2004 in seiner Berliner Rede sagte: ?Warum bekommen wir den Ruck noch immer nicht hin? Weil wir alle noch immer darauf warten, dass er passiert!?

      Ich bleibe bei meiner Einschätzung, Bundespräsidenten können gut aussehen, moralische Reden halten, das Land gut repräsentieren, aber letztlich *BEWIRKEN* können sie nur sehr wenig bis fast gar nichts.

      Aber ich möchte auch mal einen konstruktiven Vorschlag machen. Warum nehmen wir als Nachfolger nicht einfach einen weiteren Horst Köhler? Keine Briefköpfe, die geändert werden müßten, Namensschilder an Türen könnten bleiben, und man müßte sich auch nicht umgewöhnen. :)
      http://de.wikipedia.org/wiki/Guildo_Horn

    53. Paranoid Android schrieb am 31. Mai 2010 at 21:01 - Permalink

      Haben der Deppendorf oder die Schausten im Prime Time Interview eigentlich unsere Kanzlerin nach einem Statement zum viel zitierten Radiointerview gefragt? Für was oder für wen führen wir jetzt Krieg, Frau Merkel?

    54. Admiral Awesome schrieb am 31. Mai 2010 at 21:03 - Permalink

      Die von Iris begonnene Diskussion sollte sofort beendet werden. Sie trägt nicht dem Thema bei (ist dem Lesefluss in den Kommentaren so abträglich, wie die Beiträge von diesem Stefan-irgendwas waren), und niemand, der bereits mehr als – sagen wir 3 – SF-Artikel gelesen hat, würde meinen, hier müsse man erklären, was rassistisch ist oder Nachhilfe in Sprachunterricht geben zu müssen.

    55. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 21:04 - Permalink

      @Spiegelfechter:

      Wenn der Präsident als lieber Onkel durch Afrika tourt, kleinen Kindern den Kopf tätschelt und ansonsten nichts unternimmt, um die Situation zu ändern, ist dies genau das Wort, das im Kopf jedes Beobachters herumspukt.

      Hast Du Dich mal gefragt, warum Dir bei diesem Bild dieses Wort in den Sinn kommt? Vielleicht, weil es vor Dir auch schon Generationen von Publizisten mit diesem Bild verbanden? Oder weil Deine Ahnen Dir damit die armen Kinder aus Afrika vorhielten, wenn Du Dein Butterbrot nicht aufessen wolltest? Und Du trägst hier Deinen Teil dazu bei, dieses herabwürdigende, rassistische Wort als Bezeichnung für schwarze Menschen im Gedächtnis der Menschheit zu verankern. Manchmal ist es besser, nicht alles rauszulassen, was einem so im Kopf rumspukt – z.B. um es nicht in anderen Köpfen weiterspuken zu lassen.

      Nun, das hebt mich vielleicht von so manchen taz-Redakteur ab ;-)

      Fragt sich nur in welche Richtung…

    56. elwu schrieb am 31. Mai 2010 at 21:05 - Permalink

      Ob eines der vielen Netzwerke gegen rechts eine seriöse, geschweige denn eine verbindliche Deutungshoheit über Begrifflichkeiten beanspruchen kann, darf stark bezweifelt werden. Jedenfalls trägt diese -interessante- Nebendiskussion IMO nichts zum aktuellen Blogthema bei.

    57. ZeitGenossin schrieb am 31. Mai 2010 at 21:07 - Permalink

      Betr. Hottes Hinschmiß

      Hieß es nicht zutreffend: Da sagt der Köhler einmal die Wahrheit und alle regen sich auf … und jetzt der Hinschmiß? Unterstellt, es wär “sein Dink” – dann zeigt Hottes Hinschmiß vor allem seine turkifizierte Mentalität (der auch die NRWE-SPD im Wahlkampf April/Mai öffentlich das Wort redete): Hotte einfordert, ganz vordemokratisch, Respekt nicht wegen des sachlichen Gehalts seiner Aussage/n, sondern weil er der Staatspräsident ist, also wegen dem, was er ?sein Amt? nennt ?

      ZG´in 31. Mai 2010

    58. Michael Wallner schrieb am 31. Mai 2010 at 21:09 - Permalink

      @ Heldentasse 39.
      @ Sockenfabrikant 43.

      Ich möchte Euch unbedingt zustimmen, und mal auf die Parallele mit Lafontaine hinweisen. Der ist damals auch für viele völlig überraschend ohne nachvollziehbaren Grund zurückgetreten. Heute weiß man, dass er den Nato-Angriff auf Serbien nicht mittragen konnte. Das er dies damals nicht öffentlich äußerte, war der Tatsache geschuldet, dass er, als Parteisoldat, nicht seine Partei beschädigen und kein Chaos in der deutschen Politik auslösen wollte.
      Was steckt nun hinter diesem Rücktritt? Ich weiß es nicht aber war da nicht heute ein übermotivierter Angriff auf ein Schiff.

    59. charaktersau schrieb am 31. Mai 2010 at 21:29 - Permalink

      Iris, Deine Aufgeregtheit geht völlig an dem vorbei, das hier Sache ist. Gerade durch den Gebrauch des Wortes wird doch klar gestellt, wie der Spiegelfechter dazusteht.

      Kontextsensitives Lesen wäre angebracht.

      CS

    60. Luam schrieb am 31. Mai 2010 at 21:37 - Permalink

      @ Iris, El Fabo und co

      Ich möchte hier mal ein bischen das Eis brechen.

      Ich bin schwarz und finde die Ausdrucksweise von SF bezüglich “die Köpfe von Negerkindern streicheln” absolut passend (ins schwarze getroffen) und fühle mich persönlich nicht beleidigt. Eure political correctness Forderungen sind hier völlig fehl am Platz.

      @ SF:

      Weiter so!

      Gruß an alle
      Luam

    61. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 21:39 - Permalink

      @Iris

      Hast Du Dich mal gefragt, warum Dir bei diesem Bild dieses Wort in den Sinn kommt? Vielleicht, weil es vor Dir auch schon Generationen von Publizisten mit diesem Bild verbanden? Oder weil Deine Ahnen Dir damit die armen Kinder aus Afrika vorhielten, wenn Du Dein Butterbrot nicht aufessen wolltest? Und Du trägst hier Deinen Teil dazu bei, dieses herabwürdigende, rassistische Wort als Bezeichnung für schwarze Menschen im Gedächtnis der Menschheit zu verankern.

      Und dieses Menschenbild verschwindet aus den Köpfen, wenn man ein neues Wort benutzt? Das erinnert mich ein wenig an Orwell. “Leider” funktioniert das aber nicht.

      Manchmal ist es besser, nicht alles rauszulassen, was einem so im Kopf rumspukt ? z.B. um es nicht in anderen Köpfen weiterspuken zu lassen.

      Zum Glück schreibe ich nicht für BILD oder taz und kann meinen Lesern reflektiertes Denken abverlangen. Nenn´ es Konfrontationstherapie ;-)

    62. Kommentator schrieb am 31. Mai 2010 at 21:47 - Permalink

      Margot Käßmann wird sicher nicht der neue Bundeshorst. Denn ihre Äußerungen zum Afghanistankrieg sind ja genauso ehrlich wie die vom beleidigten Leberhorst, nur sympathischer. So hat sie z.B. gesagt: ?Wir verdienen auch noch an den Kriegen, die wir dann beklagen?. Und wer sowas sagt wird garantiert nicht von CDU/FDP gewählt. Und außerdem: Ein Pfaffe als oberste Frau im Staat? Gott bewahre.

    63. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 22:06 - Permalink

      @Spiegelfechter:

      Und dieses Menschenbild verschwindet aus den Köpfen, wenn man ein neues Wort benutzt?

      Nein, allein dadurch wahrscheinlich nicht. Es verschwindet aber ganz sicher nicht, wenn man es publizistisch weiter zementiert. Im übrigen brauchen wir imo kein neues Wort. Du konntest das Bild ja in Deinem letzten Kommentar auch mit bereits bekannten beschreiben ;o).
      Aber schreib, was Du für richtig hältst. Ich kommentiere es, wie ich es für richtig halte. Den einen oder anderen regt es vielleicht zum Reflektieren an. Damit wäre imo schon viel gewonnen.

      btw etwas amüsant finde ich ja einen Teil Deiner Fanboys hier, die mir erklären wollen, in welchem Sinne Du es gemeint hast (ohne zu bemerken, dass das überhaupt nie strittig war) und mir Lesekompetenz absprechen.

      ————————————-

      @Luam:

      Ich bin schwarz und finde die Ausdrucksweise von SF bezüglich ?die Köpfe von Negerkindern streicheln? absolut passend (ins schwarze getroffen) und fühle mich persönlich nicht beleidigt.

      Na und? Roberto Blanco ist auch schwarz.

    64. Dirk schrieb am 31. Mai 2010 at 22:08 - Permalink

      Was soll denn dieses Rumgereite auf dem N-Wort?? Es ist wirklich albern wie sich Leute an Worten und Symbolen aufhängen. Diese politische Korrektheit ist wirklich die Pest… wie kann ein Wort per se schlecht sein? Jens hat sehr wohl Recht, wenn er den Kontext in dem ein Wort benutzt wird hervorhebt. Sind wir Sprachroboter, die Worte blacklisten oder wie?
      Was bringt es uns das Hakenkreuz als Symbol zu verbieten?Das ist doch nichts als oberflächliche Kosmetik. Jemand hat den Verweis schon gebracht, aber Southpark hat wie so oft alles nötige zu dieser Absurdität gesagt:

      http://www.southpark.de/alleEpisoden/1101?lang=en

    65. Spiegelfechter schrieb am 31. Mai 2010 at 22:14 - Permalink

      @Iris

      btw etwas amüsant finde ich ja einen Teil Deiner Fanboys hier, die mir erklären wollen, in welchem Sinne Du es gemeint hast (ohne zu bemerken, dass das überhaupt nie strittig war) und mir Lesekompetenz absprechen.

      Nun ja, woher das wohl kommt? ;-)

      Na und? Roberto Blanco ist auch schwarz.

      Diesen Satz finde ich um Längen beleidigender, als Alles, was ich geschrieben habe. Aber lassen wird das.

    66. Celtas schrieb am 31. Mai 2010 at 22:16 - Permalink

      Guildo Horn (“Guildo hat dich lieb”) heißt mit bürgerlichem Namen doch auch Horst Köhler, vielleicht wäre er kostengünstig einzusetzen.

      Wahrscheinlich hat Köhler aber gehört, daß er “SparkassenDirektor” genannt wird, das mag er bestimmt nicht. Er wird als der leiseste Präsdent in die Annalen der Geschichte eingehen.

      Was wir aber bräuchten ? Eine Mischung aus Nena und Vaclav Havel.

    67. COPOKA schrieb am 31. Mai 2010 at 22:18 - Permalink

      @Iris

      Dein übertriebenes political correctness erinnert mich schon an “Life of Brian”: http://www.youtube.com/watch?v=SohMW2aa9IQ
      Auch in dem von dir verlinkten Artikel kommt das Wort Neger mehrmals vor.

      Wenn der Mob “Juden”, “Neger”, “Kanaken” oder “Untermenschen” hetzt, dann wäre es auch durchaus angemessen zu schreiben, dass sie eben “Juden”, “Neger”, “Kanaken” oder “Untermenschen” gehetzt haben, weil es genau die geistige Haltung von dem Mob beschreibt. Und PR-mässiges Streicheln von Negerkindern entspricht genau der geistigen Haltung des Bundeshorsten. Zumindest als geschäftsführender IWF-Direktor konnte er für sie so einiges bewirken, wenn er sie wirklich so lieb hätte.

      Im Übrigen war z.B. in der Sowjetunion das Wort Neger politisch korrekte Bezeichnung für die schwarzen Afrikaner, das Wort “der/die Schwarze” (auf Russisch, versteht sich) dagegen – eine herablassende Bezeichnung für ebendiese.

      ===============
      @SF

      Jens, wo blieb denn dein Avatar?
      Jehova, Jehova!

    68. FDPWaehler schrieb am 31. Mai 2010 at 22:28 - Permalink

      Zum Artikel:

      Zwei Sachen stören mich:

      Zum einen ist Deutschland ist immer noch keine “kriegsführende Großmacht” auch wenn Möchtegern-Liebknecht G. Schramm das allen seit jeder propagiert.
      Denn erstens ist D keine Großmacht, das ist für China oder Russland reserviert. Zweitens ist die Konfliktintensität im Vergleich mit wirklichen Kriegen wie in Vietnam nicht wirklich hoch im Norden Afghanistans.

      Zum anderen hatte Köhler durchaus seine Momente in denen er wichtig war: Zweimal hatte er Gesetze an das Parlament zurückgeschickt, weil sie verfassungswidrig waren und er hat lauf Wiki den Tag der Deutschen Einheit gerettet. Der ist zwar gefühlt bisher immer am Wochenende gewesen, aber immerhin.
      Und bürgernah war er alle mal. Immer unterwegs, und während der Großen Koalition hielt er dieser die anhaltende Politikverdrossenheit vor, als sie phlegmatisch vor sich hin dümpelte.

      Im Vergleich zu Bruder Johannes fand ich ihn aber außenpolitisch schwach, dieser hatte sich stark für Israel und Afrika engagiert.

    69. Comicfreak schrieb am 31. Mai 2010 at 22:52 - Permalink

      Sie sind hier:
      Start Dienstleistungen Servicezentrum Personalgewinnung Stellenangebote Leiter / in Planungsgruppe, Reden und Texte –

      Besondere Hinweise

      Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden Frauen nach Maßgabe des Bundesgleichstellungsgesetzes, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des § 2 des Sozialgesetzbuches IX bevorzugt berücksichtigt.

      ..also, wieso ein gleichstellungsgesetz fordert, dass Gruppen bevorzugt werden, entzieht sich immer noch meinem verstaendnis..

    70. Winne2 schrieb am 31. Mai 2010 at 23:00 - Permalink

      Kann mal einer diese PC-versessene, rechthaberische Fraktion abstellen? Seit 35 Jahren muss ich diese möchte-gern-besserwisserischen theorienachwuchspolitiker/Innen ertragen. Es nervt derart… Neulich habe ich Alice Schwarzer in einer Talkshow gesehen – und schöpfte Hoffnung, dass diese Art von engstirnigen humor-, ironie- und kulturfreien Fundamentalisten/innen langsam aber biologisch sicher dem Altenheim und der Zeit danach entgegenstrebt. Und jetzt das. Hier war es noch nichtmal beleidigend, die hats einfach nur nicht verstanden und ihr antrainiertes Ritual ablaufen lassen. Da könnte man sich negerärgern. Achja ich bin auch farbig, schwerbehindert und schwul. Ich darf das schreiben. How.

    71. Iris schrieb am 31. Mai 2010 at 23:20 - Permalink

      @Winne2:

      Wenn ich Du wäre, hätte ich das auch anonym gepostet. Im übrigen: Du musst mich genauso ertragen wie ich Leute wie Dich. Das ist Demokratie, doll nech ;o)?

    72. rauskucker schrieb am 31. Mai 2010 at 23:24 - Permalink

      @Winne2
      ey, “farbig” geht überhaupt nicht. Wenn schon, dann “bunt”.
      How.

    73. Jörg schrieb am 31. Mai 2010 at 23:25 - Permalink

      Iris, zu dir fällt mir nur noch eines ein:

      Mach’s gut und Danke für den Fisch..

    74. Cornelius schrieb am 31. Mai 2010 at 23:25 - Permalink

      Horst Köhler wird längst bemerkt haben, dass sein hohes Amt den größten Irrsinn nicht verhindern kann. Er war – in meinen Augen – auch nur ein Durchschnitts-Bundespräsident. Ein wirklich Weiser (mit Rückgrat) hätte längst die haushohen Schwächen unserer Demokratie analysiert, öffentlich gemacht und auf die notwendigen Änderungen gedrungen. Das brachte Köhler nicht, und auch kein anderer Berufspolitiker. Und darum wird unser Land, Europa und die Welt noch sehr schwer zu tragen haben ?

    75. Erik schrieb am 31. Mai 2010 at 23:28 - Permalink

      Zum Abgesang auf Köhler ist ein Audio-Kommentar des Tagesspiegel-Chefredakteurs Maroldt außerordentlich zu empfehlen. Dokumentiert hier: http://www.bleib-passiv.de/beitraege/staatisches/175-heinrich-luebke-der-zweite.html

    76. Ranger schrieb am 31. Mai 2010 at 23:48 - Permalink

      Köhler hat zwar nur die von unserer Politik gelebte Wahrheit ausgesprochen, aber was mich hier wundert: niemanden scheint es zu interessieren dass Deutschland solche Einsätze nicht durchführen dürfte, geschweige denn jene von welchen Köhler gesprochen hat. Was spielen wir eigentlich in diesem Land, “Die Maus erklärt das Grundgesetz?”.

      “Das ist das Grundgesetz. Klingt komisch, ist aber so. Da drin is’ nur der Verteidigungsfall erlaubt nicht der Angriffskrieg. Klingt komisch, ist aber so. Aber weil der Verteidigungsfall ja auch am entlegensten Winkel der Welt stattfinden kann, wenn der deutsche Handel und damit die Bundesrepublik auf ihrem Hoheitsgebiet direkt betroffen ist darf die deutsche Armee Deutschland überall auf der Welt prophylaktisch verteidigen. Klingt dämlich, ist auch so.”

      Das Grundgesetz scheint den Politikern das Papier nicht wert auf dem es gedruckt ist – ein Spiegel deren Sicht auf das Volk, meiner Meinung nach!

      So nett es von Horsti auch war uns die Wahrheit zu sagen (ist ja Westerwelle fast auch mal passiert) – seine Aussage ist brandgefährlich.

    77. Gustav schrieb am 31. Mai 2010 at 23:50 - Permalink

      Ich finde der Artikel ist auf eine unerträgliche Art und Weise von Abfälligkeiten gegen Horst Köhler durchsetzt. Erst das zwangsläufige Reduzieren auf den Sparkassendirektor (Welche negativen Assoziationen muss man eigentlich mit einem Sparkassendirektor verbinden?). Das ist der gleiche abfällige Blödsinn wie Schröders “Professor aus Heidelberg”. Da weiß man ja gleich in welche Schublade man schauen muss.

      Schön einfach macht es sich der Spiegelfechter und seinen Lesern. Und konkrete Maßnahmen hätte er doch forden müssen. Sein Amt ist überparteilich, jede Forderung nach konkreten Maßnahmen würde dieser essentiellen Bestimmung zu wiederlaufen und dafür ist er auch gar nicht legitimiert. Dem Spiegelfechter fehlt aber eine konkrete Forderung, wie z.B. die nach einem Ruck durch Deutschland. Ich kann mir nichts Allgemeineres vorstellen, vielleicht “Alle müssen jetzt anpacken!”. Soweit ich weiß ist Köhler bei der Mehrheit der Bürger auch recht beliebt gewesen. Wieso dann nicht Bürgernah? Hätte er mehr weißen Kindern die Köpfe streicheln sollen, statt den ollen Niggerkindern (nur um den widerwärtigen Rassismus des Sparkassendirektors auch richtig zu entlarven)? Vielleicht aber auch dem Spiegelfechter die Hand schütteln?

      Die Spitze ist dann natürlich die Unterstellung des Rassismuses. Man hat ja seine Schublade und da greift man raus was sich so findet. Und was gibt es schöneres als die Rassismuskeule. Der Spiegelfechter, mit seiner Passion für das ganz große Kino, kann den Horst nicht einfach Sparkassen-Horst sein lassen. Nein! Rassist muss er sein! Was auch sonst?

      Im Übrigen finde ich es gut, dass er, wenn er der Meinung ist sein Amt nicht mehr ausfüllen zu können zurücktritt. Gerade damit wird er dem Amt erst gerecht. Das Amt erfordert jemanden, der sich im vollem Umfang darin engagiert und von seiner Tätigkeit überzeugt ist.

      Man kann nur hoffen, der/die Nächste wird auch wieder ein richtig guter Rassist. Aber warum auch nicht, schließlich sind doch alle Rassisten außer Mutti.

      @Iris

      Das du dich an dem Wort “Neger” so aufziehst ist mehr als übertrieben. Früher war das der allgemeine sprachliche Begriff für Afrikaner, der sich aus ihrer schwarzen Hautfarbe ableitet. Das es jetzt ein Buhwort ist, stimmt zwar und dessen sollte man sich vielleicht auch bewusst sein, aber eigentlich finde ich das Wort in seiner Herkunft nicht verunglimpfend. Gerade da der Spiegelfechter es auch nicht auf eine Verunglimpung dieser Menschen abgesehen hat. Du reibst dich an Öberflächlichkeiten auf, die vielleicht dein Gutmenschengewissen beruhigen, aber an Zuständen absolut nichts ändern. Ein neues Wort macht die Welt nicht besser.

      Stattdessen benutzt du das Wort “Schwarze” was sich eigentlich in keinster Weise von Neger unterscheidet, da es eine Gruppe von Menschen nach ihrer Hautfarbe separiert. Ich denke man kann beide Begriffe abwertend benutzen.

    78. Winne2 schrieb am 1. Juni 2010 at 00:04 - Permalink

      @Iris
      “Anonym”??? Mensch Iris – der Karl May hat dutzende von Büchern incl. Email Account, Profil etc. geschrieben und Old Chatterhand weiss immer wo ich bin! Weisse Squaw kann von alten Indianerhäuptling noch viel Internet lernen – schliesslich kommt “windows” aus der Siouxsprache und bedeutet: “Weisser Mann (und Frau) starren durch Glasscheibe auf Eieruhr”. Und zur Einführung und Einübung von Demokratie hatten wir eben keine Zeit, vorher hatte der Weisse Mann uns schon fast ausgerottet und besoffen gemacht. Sorry. Aber jetzt machen wir mit Köhler weiter oder?? Oder mit Kässmann?? Das wär wirklich lustig und mächtig spannend. Oder ner spontanen Verfassungsänderung! Wenn Lena in drei Monaten Oslo gewinnen kann, dann könnten doch auch Millionen Deutsche auf der Straße mal ruckzuck ne Verfassungsänderung durchdrücken. Es sind ungewöhliche Zeiten – die sollte man nutzen. Mehr direkte Demokratie kann man ja mal wagen.

    79. Jörg schrieb am 1. Juni 2010 at 00:06 - Permalink

      Ich wette mal, Käßmann wird’s.

      Die haben 30 Tage Zeit, nen Kandidaten zu finden, den man

      a) der Bevölkerung und
      b) vor allem allen Mitgliedern der Bundesversammlung in der Kürze vermitteln kann.

      SPD-Mitglied ist sie ja, glaub ich, nicht, und den Parteien mit dem “C” wie “C”äuflich, “C”orrupt würde es doch schwer fallen, eine ehemalige Bischöfin gnadenlos abzulehen, evtl. noch den bajuwarischen Schwarzkitteln, weil sie halt bei der Konkurrenz ist.

      Von der SPD vorgeschlagen, die Linkspartei könnte sie wegen ihrer sozialen Einstellung wohl auch schwerlich ablehnen, die Grünen wohl ebenso, scheint sie doch die ideale Kandidatin zu sein.

      Und die FDP, nuja, halt ein paar Sünder, die sie zum Besseren bekehren kann und auf deren Stimmen sie nicht wirklich angewiesen ist :D

      Welchen Kandidaten kann man schneller aufbauen in 30 Tagen?

      Die anderen, die so durch die Medien geistern? So einen vertrockeneten Richard Schröder, von dem die Welt seit Jahrzehnten nix mehr gehört hat?

      Rüttgers, Wulf, Schäuble, Schavan?

      Wenn die SPD, Grüne und LINKE nicht völlig verblödet sind, sind sämtliche Unionskandidaten durch eine Rot/Rot/Grüne Koalition in NRW zu verhindern.

      Sonst noch wen? Lena? Bräuchte ne Grundgesetzänderung, sollte aber auch in 30 Tagen machbar sein :D

      Also bleibt nur Käßmann übrig. ;)

      Und Zeit hat sie ja wohl, abgesehen von ein paar Referaten an ‘ner Uni in Amerika.

      PS: Aha, ich hab die Rechenaufgabe falsch gelöst. Was ist denn 3+5? 8 war’s offensichtlich ja nicht.

      Ja, Pisa ist überalll…

    80. Rossi schrieb am 1. Juni 2010 at 00:22 - Permalink

      @Gustav:

      Im Grunde genommen erklärst du in deinem ersten Absatz sehr präzise, warum das Amt des Bundespräsidenten eben doch mehr sein kann. Eben dadurch, dass er überparteilich sein sollte (wobei das wohl eher graue Theorie ist) und dass er schlussendlich eigentlich so gut wie keine politische Macht hat (ausser ein paar Unterschriften abzuliefern) ist eigentlich genau dieses politische Amt prädestiniert dafür gesamtgesellschaftliche Missstände anzusprechen. Was hat er denn zu fürchten? Eben! Schlussendlich hat er nur Kritik zu fürchten. Angenehm ist das sicher nicht, das mag wohl sein, aber entweder will man was bewegen und das Amt mit einer sinnvollen Aufgabe belegen oder halt nur mitschwimmen.
      Da wir offensichtlich durchaus in krisenhaften Zeiten leben kann man da wohl schon ein wenig was erwarten, sofern dieser Präsident es denn wirklich ehrlich meinen sollte mit dem GESAMTEN Volk. Aufgrund seiner Biographie sollte man auch annehmen können, dass er durchaus die Zusammenhänge sieht.
      Nur wo blieb denn am Ende der angeblich unbequeme Präsident, der er auch sein wollte, wobei das “auch” es wohl am ehesten trifft, denn schlussendlich lief es in seiner Amtszeit doch darauf hinnaus, dass das unbequem sich immer nur im Vagen bewegt hat? Das ist nicht unbequem sondern konformistisch.
      Schlussendlich hat er doch nie wirklich so tief angesetzt als dass es wirklich irgend jemanden ernshaft weh getan hätte. Bei einer solchen Amtsauffassung kann man auch gleich komplett auf das Amt verzichten. Wobei ich natürlich fairerweise zugestehen muss, dass die Amtsinhaber in der Vergangenheit eigentlich auch fast alle nicht mehr geleistet haben. Das alleine ist allerdings keine Rechtfertigung für eigene Fehlleistungen.

      Und noch was zum Thema Iris: Leute kommt mal wieder runter! Ihr vergreift euch hier teilweise echt arg im Ton. Den Fanatismus, den ihr Iris vorwerft, habt ihr offensichtlich teilweise selbst in euch…

    81. Fareus schrieb am 1. Juni 2010 at 00:26 - Permalink

      Er ist als Bundespräsident ungeeignet, schaust du hier:

      http://www.youtube.com/watch?v=2cCBtGcTjYA

    82. 7schläfer schrieb am 1. Juni 2010 at 00:40 - Permalink

      Bei mit ist der Eindruck entstanden, dass der Bundeshorst mit seinem Rücktritt lediglich der Entwicklung vorrausgegriffen hat. Jemand, hier das Staatsoberhaupt, das vor allem repräsentative Aufgaben und eine Abnickfunktion innehat(te), der die Wahrheit sagt, ist untragbar.

      Wenn er selbst nicht das Handtuch geworfen hätte (falls er nicht dazu gedrängt wurde), hätte diesen Job die Spiegel/Bild/etc. Landschaft erledigt, flankiert von einigen Politikern.

      Und? Wer wirds? Unser Schwarzgeldverwalter hätte ja jetzt Zeit… Erfahrung auf der politischen Bühne hat er auch schon gesammelt… ist letztendlich aber auch vollkommen egal… wer nicht funktioniert wird niedergemacht, und wer funktioniert ist beliebig austauschbar.

    83. Jan Kohnert schrieb am 1. Juni 2010 at 00:49 - Permalink

      Horst Köhler hat seine Meinung gesagt. Es ist nicht so, dass ich sie teile, nein wir sollten unsere Interessen – und dabei ist es sogar irrelevant, ob sie wirtschaftlicher Natur sind – nicht mit Waffengewalt durchsetzen. Unabhängig davon tun wir es aber, und nicht nur, wie es die Alibiausrede des Bundespräsidenten a.D. erklärt, vor Somalia, sondern auch in Afghanistan, wozu sonst fliegen unsere Wirtschaftsrepresentanten mit Kanzlerin und Außenminister wohl dahin… Natürlich erzwingen wir nicht ausschließlich, vielleicht nicht einmal vordergründig, Wirtschaftsinteressen, aber wer immer noch glaubt, wir bauen in fremden Ländern lediglich Brunnen, weil wir so nette Menschen sind, ist bestenfalls blind.

      Den wirtschaftlichen Eliten dieses Landes, die – unter anderem über Lobbyisten oder den Lebensgefährten unseres Außenministers – durchaus Einfluss auf das Tagesgeschäft der Politik haben, kann die Aussage des Präsidenten nicht egal sein, ganz gleich, ob er sie in einer Phase geistiger Umnachtung oder ganz bewusst provozierend formuliert hat. Vielleicht hat Köhler angenommen, seine Provokation würde die verlogene politische Bewertung unserer Kriegseinsätze in etwas reellere Bahnen lenken – was die Linken hätte eigentlich jubeln lassen müssen -, oder aber er wollte die neue offensive Haltung der deutschen Außenpolitik endlich präzisieren, was bei der staatstragenden Position der SPD und dem Opportunismus der Grünen, die – aus Sicht Köhlers – die Kröte vielleicht geschluckt hätten, das bürgerliche Lager hätte aufatmen lassen. Alles in allem hat er jedoch wohl nicht mit der massiven Kritik aus allen politischen Lagern – von den Schmierenjournalisten von Spiegel, SZ und FAZ mal abgesehen – gerechnet.

      Aber selbst angenommen, er hätte Rückhalt aus den eigenen Reihen erwartet, der ihm offensichtlich nicht gewährt wurde: seine Äußerungen haben eine Debatte angestoßen, die längst überfällig war; sie wird von der vierten Gewalt aufgegriffen und sie sollte auch durchaus kontrovers diskutiert werden. Wenn nun aber den Medien nichts anderes einfällt, als zu schreiben, man dürfe so etwas nicht sagen oder über den Geisteszustand des Staatsoberhauptes zu spekulieren, und der Bundespräsident daraufhin seinen Hut nimmt, kann man annehmen, dass sein Rückzug nicht nur die Verlogenheit der Politik karikiert, sondern auch die der Medien. Und ich weiß im Moment nicht, was ich schlimmer finden soll: die Politik, die sich mit ihren verbalen Nebelschleiern in bester Eintracht mit den westlichen Demokratien befindet, so dass nicht einmal die Opposition sich traut, eine Meinung abseits des Mainstreams zu äußern, oder die Medien, die in ihrer Aufgabe der Überwachung der Politik geradezu desaströs versagt haben.

      Wir reden immer wieder von Überwachung, Einschränkung der Persönlichkeitsrechte, Zensur. In allen diesen Fällen ist es in einer Demokratie Pflicht der Politik, und – wenn die Opposition zu schwach oder nicht willens ist – der Medien, die Menschen dieses Landes bestmöglich über Vor- und Nachteile verschiedenster Positionen aufzuklären, so dass sich jeder mündige Bürger eine Meinung bilden kann. Somit ist der Rückzug vielleicht auch eine Kapitulation vor einem System, das Köhler einst ins Amt gebracht hat. Dies würde Köhlers Rückzug zwar in gewisser Weise feige erscheinen lassen, aber er wäre nicht nur nachvollziehbar, sondern konsequent. Natürlich nur, wenn Köhler diese Einsicht – zumindest privat – eingestehen würde, was ich hier nur unterstellen kann.

    84. Gustav schrieb am 1. Juni 2010 at 01:12 - Permalink

      @Rossi

      Einerseits hat er durch die mehrmalige Verweigerung seiner Unterschrift unter ein Gesetz, seine Amtbefugnis durchaus auf eine Weise genutzt, wie wenige (keiner?) vor ihm. Das kann man unbequem nennen. Aber das ist ihm nur so zugefallen, wie der Spiegelfechter weiß.

      Auf seine Weise hat er durchaus auch Missstände angesprochen. Das sich seine Weltsicht nicht deckungsgleich mit deiner oder meiner ist, sollte klar sein.

      Ich hatte den Eindruck, dass mehrmals z.T. recht heftige Kritik für seine Äußerungen oder Handlungen geübt wurde. Kann mich nicht daran erinnern, dass es bei Rau ebenso war. Schließlich wurde er mehrmals aufgefordert, das Wirken der Politik positiver zu vermitteln. Das kann ich nicht als konformistisch bezeichnen.

      Das Präsidentenamt ist nicht einfach so ein Amt und darin muss sich der jeweilige Amtsträger fügen. Dieses herausragende Amt bekleidet ein Mensch und wenn dieser zu der Überzeugung (was vollkommen allein seine Entscheidung ist) gelangt ist, seinem Amt nicht mehr gerecht werden zu können (aus welchem Grund auch immer), muss die Konsequenz der Rücktritt sein. Alles andere wäre verantwortungslos. Oder willst du einen Bundespräsidenten, der mit seinem Amt hadert?

      Du vergisst ein wenig, dass seine Legitimation aus dem politischen Betrieb selbst und nicht aus dem Volk kommt. Deshalb erwartest du von ihm eine Art Volkstribun zu sein, der er aber nicht sein soll. Er ist eher der Repräsentant der herrschenden Politik und nicht des Volkes.

      Wenn er weniger vage und zu konkret wäre, würde er sich ins politische Tagesgeschäft einmischen und wäre zwangsläufig nicht mehr überparteiisch. Er könnte jetzt nicht einfach sagen, man sollte eine Transaktionsteuer einführen, da er sich damit auf die Seite eines polit. Lagers begeben würde. Er kann aber z.B. entschiedenes Handeln einfordern oder Diskussionen anstoßen. Mehr gibt das Amt nunmal nicht her. Ob das nun schlimm ist, darüber kann man sich wiederum streiten.

    85. Peter schrieb am 1. Juni 2010 at 01:23 - Permalink

      Sehr feiner Text wie immer. Lass dich um Himmels Willen nicht von den Heinis, die zu blöd sind komplette Sätze zu parsen und die stattdessen über einzelne Wörter stolpern, unterkriegen oder auch nur beeinflussen.

    86. Frank Benedikt schrieb am 1. Juni 2010 at 01:34 - Permalink

      @ Iris und alle, die sich an den “Negerkindern” stossen:

      Jens und ich haben das vorhin im Lektorat diskutiert und absichtlich dringelassen, denn erstens ist es eine Anspielung auf die berühmt-berüchtigte Lübke-Rede (“Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Neger”) und zweitens gibt es ganz gut das Paternalistische wieder, das auch unsere heutigen Politiker noch gerne an den Tag legen.

      Ich hoffe zur Klärung beigetragen zu haben ;-)

    87. Gideon schrieb am 1. Juni 2010 at 01:56 - Permalink

      wie man sich an einzelnen wörtern aufhängen kann finde ich super! schwarz ist natürlich auch sehr rassistisch, es muss heißen: stark pigmentierte Menschen!

      alles imo nicht so wild, natürlich nicht gut für Merkel aber lang nicht so tragisch wie einiges andere, das schon passiert ist.

      Stoiber als Nachfolger fände ich super, wäre auch gut für das Kabarett. :D

    88. WhiteTrash schrieb am 1. Juni 2010 at 02:06 - Permalink

      http://www.youtube.com/watch?v=usgasTxZ-Os
      Aber Vorsicht: Auch der verwirrte Künstler in dem Video benutzt nicht das gute Neusprech und sagt schamlos “Neger”! (Und wir wissen ja, schlecht ist: So bleibt das böse Pfui-Wort im Umlauf!)

    89. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 02:08 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich bin sprachlos. Und ärgere mich, dass ich ihn kritisiert hatte. Verdammt, wenn selbst der Hunold ihn kritisiert, dann war m.E. der Herr Köhler einer Kamarilla ein Dorn im Auge.
      Herr Köhler war eigentlich einer besten Präsidenten der BRD.
      - er hat sich mit allen Kritiker auseinandergesetzt
      - er hat sich -trotz grosser Widerstände- mit Klar getroffen, ihn angehört und wollte ihn nicht vorverurteilen
      - er hat eine tolle Rede in Winnenden gehalten
      - er hat eine tolle Rede vor Bankern gehalten http://www.stern.de/politik/deutschland/finanzkrise-koehler-fordert-radikale-banken-reform-646506.html
      -er hat im Mai 2008 eine geniale Berliner Rede gehalten
      -er hat tolle Anregungen bezüglich der Besteuerung von Flugbenzin gegeben.
      http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/koehlerwill-steuer-flugbenzin-781771.html

      Ich bin bei der Bewertung Köhlers diesen nicht unkritisch zu sehenden Nachdenkseiten und ähnlichen Seiten wie Jahnke und dem spiegelfechter auf dem Leim gegangen. Ich bin ziemlich wütend auf mich selbst.
      Was für ein Dreck.

      Ja ja. Ich weiß.

      http://www.bild.de/BILD/politik/2010/05/23/bundespraesident-horst-koehler-sorgt-fuer-irritationen/bei-soldaten-in-afghanistan.html

      Ich denke, dass Köhler der bis jetzt schlechteste Bundespräsident der BRD ist.

      Das war ein vorschnelles Urteil, fremd-geleitet durch die Meinung Anderer.
      Trotzdem sollte ich mich fragen, warum ich so schnell zu vorschnellen, heftigen Wertungen über andere komme.
      Ich rate dem Spiegelfechter, sich die selbe Frage zu stellen.

      streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      Sorry, das ist wirklich ein erbärmlicher Satz. Herrn Köhler war an Afrika m.E. wirklich viel gelegen.

      Sorry, irgendwie finde ich deine Artikel in letzter Zeit, naja……. Ich urteile ja auch im Internet gerne vorschnell in heftiger Weise über andere: Du jedoch auch!
      Ich finde dies nicht so schön.
      Ich versuche daraus meine Lehren zu ziehen.
      Vielleicht tust Du es ja auch?

      PS: Glaubst Du wirklich, dass Herr Köhler in den letzten Jahren noch Teil einer -der Demokratie/dem Volk als Gesamtheit schadenden und sich der Mittel des Lobbyismus bedienenden – Gruppe war?
      Hast Du Dich gefragt, warum die Bildzeitung -wie es mir scheint- in den letzten Monaten einige -Herrn Köhler im schlechten Licht erscheinende- Artikel gedruckt hat?

      PPS: Ich schäme ob meines vorschnellen Urteils bezüglich Herrn Köhler.

      PPPS: Ich halte Herrn Köhler eigentlich für einen sehr guten Präsidenten. Für einen der besten, wenn nicht den besten.

      Ja, ja, ich weiß:

      Ich denke, dass Köhler der bis jetzt schlechteste Bundespräsident der BRD ist.

      Dafür schäme ich mich.
      Mir hat die Zeit gefehlt, mich mit Herrn Köhler eingehender zu befassen und ich habe es -auch dadurch bedingt- nicht geschafft, mich in diesem Punkt medial nicht fehl leiten zu lassen.

      Es wird mir eine Lehre sein.

    90. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 02:09 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Ich bin sprachlos. Und ärgere mich, dass ich ihn kritisiert hatte. Verdammt, wenn selbst der Hunold ihn kritisiert, dann war m.E. der Herr Köhler einer Kamarilla ein Dorn im Auge.
      Herr Köhler war eigentlich einer besten Präsidenten der BRD.
      - er hat sich mit allen Kritiker auseinandergesetzt
      - er hat sich -trotz grosser Widerstände- mit Klar getroffen, ihn angehört und wollte ihn nicht vorverurteilen
      - er hat eine tolle Rede in Winnenden gehalten
      - er hat eine tolle Rede vor Bankern gehalten http://www.stern.de/politik/deutschland/finanzkrise-koehler-fordert-radikale-banken-reform-646506.html
      -er hat im Mai 2008 eine geniale Berliner Rede gehalten
      -er hat tolle Anregungen bezüglich der Besteuerung von Flugbenzin gegeben.
      http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/koehlerwill-steuer-flugbenzin-781771.html

      Ich bin bei der Bewertung Köhlers diesen nicht unkritisch zu sehenden Nachdenkseiten und ähnlichen Seiten wie Jahnke und dem spiegelfechter auf dem Leim gegangen. Ich bin ziemlich wütend auf mich selbst.
      Was für ein Dreck.

      Ja ja. Ich weiß.

      bild.de/BILD/politik/2010/05/23/bundespraesident-horst-koehler-sorgt-fuer-irritationen/bei-soldaten-in-afghanistan.html

      Ich denke, dass Köhler der bis jetzt schlechteste Bundespräsident der BRD ist.

      Das war ein vorschnelles Urteil, fremd-geleitet durch die Meinung Anderer.
      Trotzdem sollte ich mich fragen, warum ich so schnell zu vorschnellen, heftigen Wertungen über andere komme.
      Ich rate dem Spiegelfechter, sich die selbe Frage zu stellen.

      streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      Sorry, das ist wirklich ein erbärmlicher Satz. Herrn Köhler war an Afrika m.E. wirklich viel gelegen.

      Sorry, irgendwie finde ich deine Artikel in letzter Zeit, naja……. Ich urteile ja auch im Internet gerne vorschnell in heftiger Weise über andere: Du jedoch auch!
      Ich finde dies nicht so schön.
      Ich versuche daraus meine Lehren zu ziehen.
      Vielleicht tust Du es ja auch?

      PS: Glaubst Du wirklich, dass Herr Köhler in den letzten Jahren noch Teil einer -der Demokratie/dem Volk als Gesamtheit schadenden und sich der Mittel des Lobbyismus bedienenden – Gruppe war?
      Hast Du Dich gefragt, warum die Bildzeitung -wie es mir scheint- in den letzten Monaten einige -Herrn Köhler im schlechten Licht erscheinende- Artikel gedruckt hat?

      PPS: Ich schäme ob meines vorschnellen Urteils bezüglich Herrn Köhler.

      PPPS: Ich halte Herrn Köhler eigentlich für einen sehr guten Präsidenten. Für einen der besten, wenn nicht den besten.

      Ja, ja, ich weiß:

      Ich denke, dass Köhler der bis jetzt schlechteste Bundespräsident der BRD ist.

      Dafür schäme ich mich.
      Mir hat die Zeit gefehlt, mich mit Herrn Köhler eingehender zu befassen und ich habe es -auch dadurch bedingt- nicht geschafft, mich in diesem Punkt medial nicht fehl leiten zu lassen.

      Es wird mir eine Lehre sein.

    91. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 02:17 - Permalink

      Ausserdem kann sich jeder einmal nach einem anstrengenden Tag in Afghanistan in einem Interview mal ungeschickt und missverständlich ausdrücken.
      Gerade wenn man mit guter Absicht ein guter Präsident sein will. Herrn Köhler waren gute Absichten wichtiger als feige, ihn ja nicht angreifbar machende “taktisch-opportunistische” Äußerungen.

      Ich schäme mich wirklich, dass ich mich bei der Bewertungen Köhlers so fehl leiten lassen habe.

    92. istdasernst? schrieb am 1. Juni 2010 at 02:19 - Permalink

      Ist das Euer Ernst?
      Schämt Ihr Euch nicht? Frei nach Köhler… Im Laufe des Artikels wohl etwas vergaloppiert!!!!!!!!!!!!! Die dem Ex-Bundespräsidenten angeblich so fremde angemessene Wortwahl und Redegewandheit ansprechen und selber von kleinen Negerköpfen oder ähnlichem schreiben. Wer hat Euch “Idioten” gekauft? Den Leser in den Glauben versetzen, man empöre sich über die Kritik der Opposition und der Journallie an Herrn Köhler, um eine nie gelesene und dennoch offensichtliche Kehrtwende hin zu den Bösen zu machen, die Kritik aufzunehmen und anschließend bedürftige Kinder auf ihre Hautfarbe und den Einsatz des Ex-Bundespräsidenten auf etwas “Lächerliches” zu beschänken. Wenn Ihr mal keine Politiker seid, oder nur Parteimitglieder – blind der Macht unterlegen…
      Ihr werdet einmal ganz groß und sehr einsam

    93. Hanny schrieb am 1. Juni 2010 at 02:26 - Permalink

      Na ja, sooo geil war der Bundeshorst nun auch wieder nicht, Wandschrank.

    94. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 02:34 - Permalink

      @istdasernst, 91

      Ich finde den Satz

      streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      auch unter aller Sau.

      Der Artikel ist nicht viel besser. Sorry. Aber ist halt meine Meinung.

      Ich denke, dass Herr Köhler ein sehr guter Präsident war.

      Er war vielleicht als Bundespräsident nicht so abgebrüht, zynisch und macht-versessen wie andere “tolle” Politiker.
      Dies gereicht ihm jedoch nur zur Ehre.

      Die Hetze gegen Herrn Köhler ist ein tolles Beispiel dafür, wie sich links gerierende, angeblich das Gute wollende Blogs den Boden für die Machtinteressen einflussreicher Seilschaften und großer Medienkonzerne bereiten können.
      Ich bin auf diesen Mist reingefallen.

      PS:
      Was ist denn mit Deinen Artikeln los, spiegelfechter?

    95. Jakob schrieb am 1. Juni 2010 at 02:43 - Permalink

      da muss ich Iris zustimmen,
      erst kommt das Wort…

    96. Mason schrieb am 1. Juni 2010 at 02:51 - Permalink

      @Iris & Konsorten

      Auch wenn ich den vor erscheckend kurzer Zeit erst geposted habe, muss ich den aus gegebenem Anlass doch nochmal loswerden.

      Ein Text nach Dietmar Wischmeyer
      http://www.wischmeyer.de/

      Political Correctness, dafür gibt es kein Wort im Deutschen, was ausnahmsweise mal FÜR dieses Land spricht. Dennoch ist das angeschwult begriffliche Herumlavieren um harte Worte auch hier zu einem gesellschaftlichen Muss geworden. Der Neger und der Krüppel schieden zuerst dahin, aus Lehrling und Student wurden alsbald Azubi und Studierender.
      Der Idiot mauserte sich schließlich zum ?geistig Andersbefähigten?. Gastarbeiter heißen ausländische Arbeitnehmer und Asylanten Asylbewerber. Als ob sprachliche Tünche auch nur ein Deut die Realität verbessern würde. In Lübeck brannte das Asylantenheim genau so gut, wie es das Asylbewerberheim getan hätte. Wenn die Menschen sich in die political Correctness fliehen, dann um in der Sprache eine heile Zuckerbäckerwelt zu erschaffen. Dieses heuchlerische Umrubeln der alten Wörter leugnet die Identität der Bezeichneten. Was soll man von einem Farbigen halten, der gestern noch Neger hieß, heute Afrikaner und morgen womöglich ?pigmentmäßig Andersgeformter?? Immer war es ein Zeichen der totalitären Staatsgewalten, die Sprache nach ihrem Gusto zu formen: Aus dem fettwanstigen Deutschen wurde der Arier, aus dem Todesstreifen der antifaschistische Schutzwall. Heutiger Träger der totalitären Gewalt ist nicht mehr eine Partei oder eine Klasse, sondern der gesellschaftliche Konsens, dieses breiige Gefühl des irgendwie Zufriedenseins. Es ist das Gefühl nach einer McDonalds-Mahlzeit, das Gefühl nach dem RTL-TV-Roman oder dem Besuch eines Freizeitparks. Irgendwie nicht wirklich toll, aber auch nicht total Scheiße, es war halt ok, wie man heute so sagt, wenn man sich gelangweilt fühlt und man nicht weiß warum. Auf diesem Nährboden des schwiemeligen Gefühlsmorastes muss ein Neusprech für die fadenscheinige Oberfläche entstehen, die political correctness eben. Gebt dem irgendwie Gebeutelten die Illusion der Anerkennung, gebt ihm neue Wörter und er wird eine Zeitlang seine Schnauze halten. Noch gar nicht lange ist es her, da wurde aus den Eskimo die Inuit. Was war schlecht am Eskimo und wer weiß, ob Inuit in der Sprache der Eskimo nicht doch heimlich ?Herrenrasse? heißt? Gerade beim kulturell gemordeten Arktisbewohner jedoch wird deutlich, wie die neuen Wörter der finalen Entmündigung nur um den Wimpernschlag der Geschichte vorausgehen. Drum seid lustig und seid froh, ihr Hottentotten, Kaffern und Kanaken und gebt Obacht, wenn sie Euch die neuen schönen Namen geben, denn dann geht es Euch gewiss recht bald an den Kragen!

    97. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 03:01 - Permalink

      Vor allem von den Nachdenkseitenseiten und dem spiegelfechter bin ich irgendwie enttäuscht, da sie doch gewisse journalistische Ansprüche erfüllen wollten.

      Der Spiegel titelt “horst lübke”.
      Der Spiegelfechter : “Lübke 2.0″.

      Keine tolle Leistung.

    98. Wandschrank schrieb am 1. Juni 2010 at 03:55 - Permalink

      @Jens Berger

      Es ist vollkommen unverständlich, warum das Presseamt des Bundespräsidenten ein solches Interview freigeben sollte, wenn Köhler diese Worte nicht ernst gemeint haben sollte.

      1. Das war kein schriftliches Interview mit langer Vorlaufzeit ala “Wir stellen ein paar Fragen, danach wird verhandelt, was freigegeben wird, und dann bekommen wir den freigegebenen Teil nach ein paar Tagen vom Interviewten zugeschickt, damit wir es endlich veröffentlichen können”

      2. Politiker werden unablässig zu Stellungsnahmen aufgefordert und mit irgendwelchen Fragen bombardiert. Da kann dies in einem nicht schriftlichen Interview ala dem oben Aufgeführt wirklich mal passieren.

      Yves Leterme stimme mal -nachdem er aufgefordert wurde, die belgische Nationalhymne zu singen, die Marseillaise an. Auch beantwortete er die Frage nach dem Anlass des belgischen Nationalfeiertags falsch.

      3.Auch Mitarbeiter des Bundespräsidialamt können mal einen schlechten Tag haben und eine missverständliche Formulierung übersehen. Gerade da es kein wie unter Punkt 1 aufgeführtes Interview war.

      4.

      Presseamt des Bundespräsidenten

      Es gibt kein “Presseamt des Bundespräsidenten”. Von dir aufgeführtes fällt unter die Verantwortung des Referat 02 des Bundespräsidialamt/ bzw. des Sprechers des Bundespräsidenten.

      5. Nachdem Martin Kothé einen Posten in der Wirtschaft übernommen hat, war Herr Köhler seit Wochen ohne eigenen Sprecher. Die neue Sprecherin – Petra Diroll- sollte/wird erst am 1. Juni anfangen. Dass die sprecherlose Zeit nicht gerade zuträglich für die Vermeidung eines solchen Fauxpas war, muss man nicht gesondert erwähnen.

      6. Es ist ein kein Geheimnis, dass das Bundespräsidialamt vor allem in den letzten Monaten ein starkes, der Person Köhlers nicht zuträgliches Eigenleben entwickelt hat. Sprich: Da wurde von außen ins Bundespräsidialamt gegen Köhler hinein intrigiert. Vielleicht erklärt dies die ein oder andere -das Ansehen Herrn Köhlers beschädigende- Fehlleistung von Mitarbeitern des Bundespräsidialamt.

      7. Was ist nur los mit Dir, Spiegelfechter?
      Ich vertraue eigentlich Deinen Artikeln und denen der nachdenkseiten. So sehr, dass ich – wenn mir die Zeit fehlt- vieles in mein Denken übernehmen, was ich nicht mal ansatzweise selbst überprüft habe. Und dann kommt ein Ereignis, was so gar nicht in die Logik der Artikel, denen man vertraute, passt. Dann erkundigt man sich selber und stellt fest, dass gewisse Artikel von denen, denen man vertraute, sehr schlecht und nicht richtig sind. :-(

    99. anobo schrieb am 1. Juni 2010 at 03:58 - Permalink

      “Unser” Herr Koehler fuehlt sich also auf die Krawatte getreten, wenn er berechtigter Weise kritisiert wird. Wahrscheinlich hat er nur vergessen, dass die Zeiten eines “L’État c’est moi” schon lange vorbei sind.

      Ob nun das einfache Volk allerdings Besserung erwarten darf, ist stark zu bezweifeln. Man koennte ja schon mal drauf wetten und das Kasino wieder befeuern.

      Viele Gruesse

      anobo

    100. Lupin schrieb am 1. Juni 2010 at 04:09 - Permalink

      Hi Spiegelfechter und alle die bis zu diesem Kommentar gekommen sind ^^

      ich hab einen Kritikpunkt und einen Vorschlag. Zunächst zur Kritik.

      Dabei ist die Kritik aus der Position der Leitartikler sachlich durchaus verständlich. Deutschland tut sich sehr schwer mit seiner ?neuen? Rolle als kriegführende Großmacht und reagiert nicht nur auf Kritik am Krieg allergisch ? als Tabu gilt vor allem die allzu offene Legitimation der Krieges mit rationalen Argumenten. Deutschland strickt an einer Lebenslüge. Die demokratische Bundesrepublik, so wollen es die Legendenschreiber, betreibt eine Art bewaffneter Aufbauhilfe ? altruistisch, großzügig, sympathisch. Ein Präsident, der diese Legenden Lügen straft, begibt sich natürlich in das Sperrfeuer der Schmähkritik der bürgerlichen Kriegsbefürworter

      Ich glaube nicht, dass das Tabub darin lag einen Krieg mit rationalen Argumenten zu begründen, denn z.B. die Intervention im ehemaligen Jusgoslawien oder zumindest die Einrichtungen von Schutzzonen für Flüchtlinge kann man ja durchaus mit rationalen Argumenten begründen. Außerhalb humanitärer Gründe gibt es für präventive Kriege m.M.n. kaum rationale Argumente.

      Das Tabu das er gebrochen hat, war Kriege aus ökonomischen Gründen rechtfertigt hat und letzteres ist doch aus gutem Grund ein Tabu oder sollte es sein… Das wir Kriege aus ökonomischen Gründen führen oder die gute Mine zum bösen Spiel machen will ich ja nicht bestreiten, aber zum Glück ist das der “Öffentlichtlichkeit der Medien” nicht vermittelbar.

      Der Tabubruch untergrub widerum natürlich die Lüge bzw. Pseudolegitimation von Aufbauhilfe, Demokratie ect. mit der ein Großteil der Medien und die Parteien von FDP bis Grünen den Afganistaneinsatz legitimieren. Wie ja auch angemerkt wurde fragte der Interviewer explizit nach Afganistan, Mit seiner Äußerung demaskierte er sie zwar nicht ganz, aber er überschritt weit die Grenze und lies die bisherige “Nation-Building” Argumentation und ihre Vertreter ziemlich dumm da stehen.

      Und dann wundert er sich über die Reaktion von allen Seiten. Ist irgendwie ein bißchen wie Realsatire ;-)

      Zum Abschluß noch mein Vorschlag für den neuern Bundespräsidenten:

      Heiner Geißler

      Heiner Geißler wäre der perfekte SPD-Kandidat und könnte auf Stimmen aus dem CDU Lager hoffen. Er ist integer, streitbar und gerade jetzt der perfekte Kandidat, der auch mal wieder einen wirklichen DIskurs über ein zukunftsfähiges, nachhaltiges und gerechtes Gesellschaftsmodell inizieren könnte. Also falls ihr das lest schreibt eurem SPD Abgeordneten doch mal ne Mail ^^

    101. daniel m. porcedda schrieb am 1. Juni 2010 at 08:02 - Permalink

      Köhler machte ab und an eine unglückliche Figur in der Ausübung seines Amtes. Aber immerhin machte er mal eine Figur, was nicht von allen seinen Vorgängern behauptet werden kann. Ja, ziemlich blass wirkte er auch meist. Als präsidialen Haudegen jedoch hätte man ihn medial auch gleich in der Luft zerrissen.

      Das Problem ist nicht Köhler, sondern das Amt in seiner derzeitig festgelegen Form. Das Amt läßt wenig Handlungsraum für kritische Einmischung ins Politikgeschäft. Irgendwie muß das Köhler aber bereits vor Antritt seines Postens klar gewesen sein, denn wenn ich mich richtig entsinne, hat er sich für diesen Job damals nicht angebiedert, sondern wurde von Merkel und Co. dazu “überredet”. Die Argumente, die dieser Überredungskunst Pate standen sind in der Öffentlichkeit nie bekannt geworden. Köhler wurde vielleicht mit leeren Versprechungen geködert. Und hat nun die Nase voll, immer wieder als Oberdepp der Nation hingestellt zu werden. Ein undankbarer Job für einen, der in diesen Job hineingedrängt wurde.

      Das Amt des Bundespräsidenten könnte für den jeweiligen Inhaber attraktiver werden, wenn höhere Befugnisse hinzukämen. Denn so wie es gestaltet ist, braucht ein Bundespräsident eigentlich bloß eine funktionierende Hand: zum Händeschütteln und zum Unterschreiben. Nun gut, das Gehalt für diesen Minimaljob ist mehr als akzeptabel. Wird aber für einen Mann oder eine Frau, die kreativ und gestalterisch in die Politik eingreifen möchte, dies aber von Amts wegen nicht darf, unbefriedigend sein.

      Ach ja, vielleicht befürchtete Köhler auch bloß, daß er tatsächlich der “singenden” Lena das Bundesverdienstkreuz anheften müsste. Das wäre dann der totale Tiefpunkt seiner Präsidentenkarriere. Also dann besser mal prophylaktisch abdanken. Dafür hätte er sogar mein vollstes Verständis.

      @ iris und co.:
      Eure Einlassungen sind nachvollziehbar und sicher nicht uninteressant, behindern jedoch die Lektüre dieses Threads. Und da eine “Einigung” eher nicht zu erwarten ist, wäre es nett und respektvoll (gegenüber den anderen Forumsteilnehmern), dieses Thema auszuklammern und zum eigentlichen zurückzukehren. Danke für euer Verständnis.

    102. ChrisKoe82 schrieb am 1. Juni 2010 at 08:06 - Permalink

      Man mag meiner Meinung nach darüber diskutieren, ob Köhlers plötzlicher Rücktritt nicht zu überstürzt und Produkt in diesem Maße ungerechtfertigter Kritik und einer gewissen Dünnhäutigkeit ist.

      Woran ich mich stoße ist aber überhaupt die Kritik an seinen Aussagen. Er hat doch schließlich nichts anderes wiedergegeben, als das, was offiziell seit 2006 Teil unserer Außen- und Sicherheitspolitik ist.

      Zitat aus dem Weißbuch:
      “Die Sicherheitspolitik Deutschlands wird von den Werten des Grundgesetzes und dem Ziel geleitet, die Interessen unseres Landes zu wahren, insbesondere: [...] den freien und ungehinderten Welthandel als Grundlage unseres Wohlstands zu fördern und dabei die Kluft zwischen armen und reichen Weltregionen überwinden zu helfen.”

      Dass Deutschland willens ist, wirtschaftliche Interessen mit militärischen Mitteln zu verteidigen ist also nichts neues. Schließlich tun deutsche Marineschiffe seit 2008 am Horn von Afrika genau das.
      Aber kaum, dass sich die Möglichkeit bietet, wird unser Bundespräsident von machtgeilen (Oppositions-)politikern und der sensationsgesteuerten Medienlandschaft vorsätzlich fehlinterpretiert und als gieriger Verfassungsfeind dargestellt.
      Dass Köhler da den Respekt seinem Amt gegenüber vermisst, kann ich nur zu gut nachvollziehen.
      In was für einer Bananerepublik leben wir eigentlich, wenn so – unabhängig von der Person – mit unserem Staatsoberhaupt umgegangen wird?

      Das Bild das Deutschland im Moment bietet ist ein trauriges.

    103. gerdos schrieb am 1. Juni 2010 at 08:36 - Permalink

      Hallo???
      Lese ich da wirklich: “……eine Respektperson wie Roman Herzog”? Dann möchte ich Dich ein wenig aufklären. Von Roman Herzog zieht sich eine direkte ideologische Linie über die Gemeinsamkeit des Grundgesetzkommentars Maunz, Dürig, Herzog über den 1993 verstorbenen Maunz zu Dr. Gerhard Frey (DVU). Näheres unter diesem Link:
      http://www.freitag.de/2005/05/05050301.php

      Der Historiker Otto Köhler hat auch in einer älteren Konkret-Ausgabe anlässlich der damaligen Wahl Herzogs ausführlich über diesen Präsidenten geschrieben.

      Gruss von gerdos

    104. ZeitGenossin schrieb am 1. Juni 2010 at 08:53 - Permalink

      Hottes Hinschmiß …

      macht doch Sinn: Solln´se doch, die Damen & Herren der “politischen” Klasse, den Bonner Rechtsadvokatensohn von der F.D.P. Ende jetzt Juni als Hotte-Nachfolger wähln´, das wär der jüngste und erste schule Bundespräsident überhaupt, der fliegt dann mit seinen Freunden, der sogenannten “Lumpenelite auf Reisen”, durch die Welt … und eins ist doch klar: runter kommse alle – fragt sich nur wann und wo

      meint
      Die ZeitGenossin
      1. Juni 2010

    105. Teja552 schrieb am 1. Juni 2010 at 09:01 - Permalink

      Das Volk sollte endlich mal den Bundespräsidenten wählen können, schließlich soll er ja auch das Volk repräsentieren!

    106. Stefan schrieb am 1. Juni 2010 at 09:01 - Permalink

      Hallo Spiegelfechter,
      vielen Dank für den Artikel. Wie immer eine gute Analyse :-)
      Ich glaube das mit den Negerkindern solltest du dir nochmal durch den Kopf gehen lassen – Für viele afrodeutsche ist diese Bezeichnung egal in welchem Kontext, allein durch das ständige wiederaufwärmen der alten Soße, idT kränkend. My 2 Cents. Aber mach dir nichts draus – der Deutschlandfunk macht das auch ständig. (Schwadroniert z.B. im Kontext zu den Koalitionsverhandlungen in NRW von rot-rot-grün über 3 kleine “Negerlein”)

      Viele Grüße

    107. schwitzig schrieb am 1. Juni 2010 at 09:03 - Permalink

      @90 Wandschrank

      Wandschrank am 1. Juni 2010 um 02:17 – - Permalink

      Ausserdem kann sich jeder einmal nach einem anstrengenden Tag in Afghanistan in einem Interview mal ungeschickt und missverständlich ausdrücken.
      Gerade wenn man mit guter Absicht ein guter Präsident sein will. Herrn Köhler waren gute Absichten wichtiger als feige, ihn ja nicht angreifbar machende ?taktisch-opportunistische? Äußerungen.

      Ich schäme mich wirklich, dass ich mich bei der Bewertungen Köhlers so fehl leiten lassen habe.

      Jetzt rabulisiere hier mal nicht so herum.

      1)
      Köhlers Äußerungen waren nicht “mißverständlich”, sondern eindeutig.

      2)
      Erst fuhr Köhler auf der “Mißverstandnoß”-Welle, bis die erste Klage gegen ihn angestrengt wurde. Ganz plötzlich meinte er mit diesen Äußerungen dann plötzlich die Situation in Somalia.

      3)
      Kurz darauf fühlt sich der Softie-Horst nicht mehr “respektiert” und schmeisst das Handtuch.

      Er lügt also, ist nicht kritikfähig und pflichtvergessen.

      Abgesehen davon denke ich allerdings auch, dass die Gründe nur vorgeschoben sind und er entweder Dreck am Stecken hat und erpresst wird oder den Schwanz einzieht und vielleicht auswandern möchte, weil unsere Superregierungen dieses Land hier restlos vor die Wand fahren.

      Übrigens: Sigmar Gabriel sagt in letzter Zeit auch ganz tolle Sachen. Ich bin aber der Meinung, dass ich die Taten aussagekräftiger als die Worte finde.

    108. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 09:21 - Permalink

      @76 Ranger

      Mir ist die ganze Aufregung im Netz natürlich nicht entgangen, aber ich teile ich sie keinesfalls. Es ist ziemlich egal, was Köhler sagt – der ISAF-Einsatz ist nun einmal von der UN mandatiert und damit auch vom Grundgesetz legitimiert. Ob er deshalb auch richtig ist, ist eine ganz andere Frage.

    109. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 09:23 - Permalink

      @Jörg

      Ich wette mal, Käßmann wird´s

      Und ich halte jede Summe dagegen. So chancenreich wie Käßmann sind wohl sonst nur Franz Beckenbauer und Henryk M. Broder.

      Meine Kandidaten wären Biedenkopf. Töpfer, Lammert und Stoiber.

    110. Rossi schrieb am 1. Juni 2010 at 09:31 - Permalink

      @Gustav:
      Ich glaube du hast mich ein wenig falsch verstanden oder ich habe es falsch formuliert, denn: Ich erwarte von dem Amt ehrlich gesagt erst einmal gar nix. Die politische Macht, die von ihm ausgeht, ist nunmal sehr eingeschraenkt und aufgrund dessen kann man in diesem Amt viel Moral vergiessen. Taten braucht und kann man eher nicht folgen lassen.
      Auf der anderen Seite kann man sich -nachdem man einmal gewaehlt wurde- aber auch recht entspannt zuruecklehnen und ohne politische Konsequenzen fuerchten zu muessen, frei reden. Wenn nun ein Bundespraesident von sich selbst den Anspruch hat unbequem sein zu wollen und diesen hatte er ja durchaus damals selbst fuer sich erhoben, dann hat er dazu eigentlich alles was er braucht: relative Unabhaengigkeit! Was das Amt zu sein hat und was nicht kann der Bundespraesident dadurch doch recht frei selbst definieren, sofern er sich denn von dem Konsensgedanken, der dem Amt offensichtlich anhaftet, loest. Das bedarf Mut, zweifelsohne, aber angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Lande, waere es sehr wuenschenswert genau so jemanden mal zu haben. Aufgrund seines eigenen Anspruches haette da mehr kommen muessen.
      Soviel zur Theorie. Praktisch habe ich das natuerlich nicht erwartet, denn ein Bundespraesident legt ja nicht auf einmal seine Biographie ab, wenn er sein Amt antritt und eben diese Biographie liess und laesst nunmal kein wirklich unbequem erwarten.
      Ich meine uebrigens mit dem Vagen keineswegs, dass er sich zu konkreten Massnahmen auessern sollte/muesste wie z.B. der Transaktionssteuer. In der Hinsicht muesste ich dir dann Recht geben, dass er ganz schnell das unparteiisch verlaesst. Ich wuerde aber von ihm erwarten, dass er die sozialen Probleme dieses Landes sehr konkret benennt und Stellung bezieht gegen ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft in 2 oder 3 Klassen, denn dorthin bewegen wir uns nunmal. Fuer die Starken muss er sich nicht stark machen. Die koennen das sehr wohl selbst, aber fuer die Schwachen haette da wesentlich mehr mit durchaus konkreten Mahnungen Richtung der sogenannten Elite kommen duerfen. Nur da sind wir wieder bei dem Thema von oben: seiner Biographie, die dem wohl einfach ziemlich heftig im Wege steht.
      Was z.B. waere daran seinem Amt nicht angemessen gewesen, wenn er einem Herrn Westerwelle zu seinen unsaeglichen “spaetroemischen Dekadenz” Anfeindungen gegen die Schwaechsten in unserer Gesellschaft mal was passendes erwidert haette? Oder hat er es? (die Frage ist ehrlich gemeint)

    111. elwu schrieb am 1. Juni 2010 at 09:40 - Permalink

      Mir wird gerade ganz schwummrig wenn ich die Namen potentieller Kandidaten durch die Medien geschoben sehe. Schäuble, Lammer, Schavan, Rüttgers, Stoiber, Käßmann, Wullf, Steinmeier, Scherf, von Beust, Böhmer, vd Leyen, Schwan, Simonis, Schröder, Müntefering, Fischer… Ach du Sch…

    112. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 09:41 - Permalink

      @Wandschrank

      Ich bin sprachlos. Und ärgere mich, dass ich ihn kritisiert hatte. Verdammt, wenn selbst der Hunold ihn kritisiert, dann war m.E. der Herr Köhler einer Kamarilla ein Dorn im Auge.
      Herr Köhler war eigentlich einer besten Präsidenten der BRD.
      - er hat sich mit allen Kritiker auseinandergesetzt

      Hat er das? Wäre mir neu.

      - er hat sich -trotz grosser Widerstände- mit Klar getroffen, ihn angehört und wollte ihn nicht vorverurteilen

      Das hat er fein gemacht.

      - er hat eine tolle Rede in Winnenden gehalten
      - er hat eine tolle Rede vor Bankern gehalten http://www.stern.de/politik/deutschland/finanzkrise-koehler-fordert-radikale-banken-reform-646506.html
      -er hat im Mai 2008 eine geniale Berliner Rede gehalten
      -er hat tolle Anregungen bezüglich der Besteuerung von Flugbenzin gegeben.
      http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/koehlerwill-steuer-flugbenzin-781771.html

      Na Wahnsinn, wenn das für Dich schon reicht, um Köhler als “einen der besten Präsidenten” charakterisiert, kann ich Dir wohl auch nicht mehr helfen ;-)

      Köhlers Finanzmarktkritik war stets vorgeschoben und ging nie ins Detail. Sonntagsreden von pöhsen Spekulanten helfen aber niemanden. Das ist billiger Opportunismus. Wenn ich Köhler einmal mit einem Intellektuellen vom Schlage Weizsäckers vergleiche, dessen Reden die Republik wirklich geprägt haben, egal wie man inhaltlich zu ihnen steht, sieht Köhler mehr als blaß aus.

      Ich bin bei der Bewertung Köhlers diesen nicht unkritisch zu sehenden Nachdenkseiten und ähnlichen Seiten wie Jahnke und dem spiegelfechter auf dem Leim gegangen. Ich bin ziemlich wütend auf mich selbst.

      Und ich sage immer – lest nicht dieses böse Internetz, da steht nur Mist drin ;-)

      Das war ein vorschnelles Urteil, fremd-geleitet durch die Meinung Anderer.
      Trotzdem sollte ich mich fragen, warum ich so schnell zu vorschnellen, heftigen Wertungen über andere komme.
      Ich rate dem Spiegelfechter, sich die selbe Frage zu stellen.

      Glaube mir, ich begleite das politische Geschehen schon mehr als zwei Tag und muss mir zu solchen Dingen nicht mal schnell eine Meinung bilden.

      streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      Sorry, das ist wirklich ein erbärmlicher Satz. Herrn Köhler war an Afrika m.E. wirklich viel gelegen.

      Ja, süß. Dem Papst ist auch sehr viel an Afrika gelegen. An ihren Taten sollt ihr sie messen. Außer Gutmenschen-Symbolismus, kam bei Köhlers Afrika-Touren nichts … aber auch gar nichts … rüber. So what?

      Hast Du Dich gefragt, warum die Bildzeitung -wie es mir scheint- in den letzten Monaten einige -Herrn Köhler im schlechten Licht erscheinende- Artikel gedruckt hat?

      Und? Seit wann richte ich mein Weltbild an der BILD aus? Ich nehme dieses Blatt noch nicht einmal zur Kenntnis.

      Mir hat die Zeit gefehlt, mich mit Herrn Köhler eingehender zu befassen und ich habe es -auch dadurch bedingt- nicht geschafft, mich in diesem Punkt medial nicht fehl leiten zu lassen.

      Und nun bist Du zu dem Schluß gekommen, dass Köhler ein toller Präsident sein muss, weil die BILD ihn nicht mag? Interessante Logik ;-)

    113. daniel m. porcedda schrieb am 1. Juni 2010 at 09:42 - Permalink

      Meine Kandidaten wären Biedenkopf. Töpfer, Lammert und Stoiber.

      oha, das Rätselspiel ist in vollem Gange. Nun denn …

      Heiner Geissler wäre vielen Politikern vermittelbar, und in der Bevölkerung ist er zumindest reichlich bekannt. Klar hat er als CDU-Mann in seiner aktiven Zeit auch kräftig austeilen können. Nunmehr im vorgerückten Alter kann er tatsächlich Angriffe auf teils schon höfliche Art fahren. Und auf Überraschungseffekte kann man bei ihm hoffen. Er wird den Mund auf tun, wenn er es für nötig hält. – Einer der wenigen CDU-Leute der vergangenen Jahrzehnte, die ich respektieren kann.

      Joschka Fischer, warum nicht! Ein rhetorisches Schwergewicht. Und unbequem kann er für alle werden. Er würde Politik wieder verstärkt zum Tagesgespräch nicht nur an Stammtischen werden lassen. Fischer als Mittel gegen Politikverdrossenheit.

      Gesine Schwan wäre auch keine wirklich schlechte Wahl. Die Frau hat was und würde zweifelsohne frischen Wind ins Amt bringen.

      Deutschland scheint leider keinen geeigneten Kandidaten aus der Kulturwelt zu haben. Schade. Peter Sodann war ja leider nicht die geeignete Person beim letzten Kandidatenrennen, so sehr ich ihn als Schauspieler und als Theatermensch schätze.

      Wie würde eigentlich ein entsprechendes Jobprofil aussehen? Welche Eigenschaften sollte ein Bundespräsiedent mit sich bringen? Wer möchte ein solches Profil erstellen? Nette Aufgabe, oder? ;-)

    114. Gegenwartsanalyst schrieb am 1. Juni 2010 at 09:48 - Permalink

      Achtung! Köhler’s Abgang überschattet die Rezeption seiner eigentlichen Aussage!
      Als wäre der Skandal damit erledigt und hinfällig. Guttenberg zum Beispiel hatte in sehr ähnlichem Wortlaut verlangt, diese Debatte “nicht schüchtern” zu führen.

      http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag52624_res-.html – bei 06:55min

      Schwer zu glauben aber möglich, dass Köhler ein Bauernopfer war, um nicht die gesamte Regierung an dieser Debatte zerbrechen zu lassen. Noch schwerer zu glauben, dass er wirklich so eine Mimose wäre, wie er vorgibt. Vielleicht hat er auch einfach keinen Bock, den ganzen Mist zu unterschreiben, der demnächst auf seinen Schreibtisch gekommen wäre.

    115. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 09:52 - Permalink

      @Wandschrank

      7. Was ist nur los mit Dir, Spiegelfechter?
      Ich vertraue eigentlich Deinen Artikeln und denen der nachdenkseiten. So sehr, dass ich ? wenn mir die Zeit fehlt- vieles in mein Denken übernehmen, was ich nicht mal ansatzweise selbst überprüft habe. Und dann kommt ein Ereignis, was so gar nicht in die Logik der Artikel, denen man vertraute, passt. Dann erkundigt man sich selber und stellt fest, dass gewisse Artikel von denen, denen man vertraute, sehr schlecht und nicht richtig sind. :-(

      Lieber Wandschrank, Du sollst doch Deinen Kopf nicht ausschalten und das Denken an den SF und die Nachdenkseiten outsourcen. Wenn Du denn der Meinung bist, Horst Köhler sei ein toller Präsident, dann sei Dir diese Meinung gegönnt, auch wenn ich diese Meinung, ebenso wie Wolfgang Lieb, noch nicht einmal im Kern nachvollziehen kann. Wenn Du in einigen Punkten anderer Meinung bist, dann ist doch schön – nur über die Kontroverse kann man sich Meinung bilden und sie hinterfragen.

    116. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 09:55 - Permalink

      @gerdos

      Wenn ich Herzog eine Respektsperson nenne, meine ich damit nicht, dass ich Respekt vor ihm habe. Die politische Klasse und die Medien hatten jedoch Respekt vor ihm, das kann man kaum abstreiten.

    117. Peleo schrieb am 1. Juni 2010 at 10:15 - Permalink

      Noch schwerer zu glauben, dass er wirklich so eine Mimose wäre, wie er vorgibt.

      Wichtiger Punkt.

      Wenn Mimose, dann ist das der Beweis, dass er tatsächlich ungeeignet ist für das Amt.

      Wenn nicht, dann noch mehr: Dann hätte er die wahren Gründe nennen müssen. Rücksicht auf die Regierung? So schadet er ihr auf jeden Fall am meisten – und dem Land, dem zu dienen ihm doch angeblich eine Ehre war.

      In beiden Fällen: Eine fristlose Kündigung in der gegenwärtigen Lage ist das ultimative Zeugnis der Unreife für das Amt.

      Damit entwertet er auch das “Gute”, das man, wie Wandschrank, nachträglich-reumütig an ihm entdecken wollen könnte.

    118. DerOnkel schrieb am 1. Juni 2010 at 10:32 - Permalink

      Haha, und die Titanic hat schon Jahre vorher von der Bundespräsidenten vs Neger-Debatte beim Spiegelfechter gewusst:

      http://tinyurl.com/3afpv5v

      Ansonsten möchte ich mich ausdrücklich dem Kommentar von 73, Jörg, anschliessen…

    119. gerdos schrieb am 1. Juni 2010 at 10:33 - Permalink

      Hallo Jens!
      Die etwas längeren Kommentare von Gustav und Mason sind Dir wohl “durchgerutscht”. So etwas möchte ich in einem Forum wie diesem eigentlich nicht lesen. So schnell konnte ich das Kotztütchen gar nicht aus der Schublade holen. Jetzt ist die ganze Küche versaut.

      Literaturtipp für die beiden: “Deutschland schwarz weiss” von Noah Sow. (Rassismus kleidet sich neuerdings gern im Gewand von Kabarret, Witz und Unterstellung von Gutmenschentum.)

    120. Peleo schrieb am 1. Juni 2010 at 10:43 - Permalink

      @ SF

      Dem Papst lag Afrika auch am Herzen

      Pardon, aber dieser Vergleich ist falsch.

      Im Gegensatz zum deutschen Bundespräsidenten hätte der Papst durchaus die Möglichkeit und die Macht, massenhaftes Elend und Tod durch AIDS zu verhindern. Er tat und tut es nicht. Seine Verantwortung (Schuld) ist deshalb unvergleichlich viel größer.

    121. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 10:48 - Permalink

      @spiegelfechter, Horst Köhler hätte deutsche Geschichte schreiben können, wenn er einen logischen Meter weitergegangen und die Frage gestellt hätte, ob die Realität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan (?KRIEG?) möglicherweise nicht mit dem Mandat des Bundestages abgedeckt ist und somit womöglich grundgesetzwidrig ist.

      Köhler hätte auch einfach nur die SPD-Forderung vom 22.4.2010 erwähnen können, dass die Bundesregierung den ?Einsatz in Afghanistan unabhängig und wissenschaftlich evaluieren? solle. Von dem Ergebnis hänge ab, ob das ?Parlament erneut über das Mandat entscheiden muss.?HÖRT, HÖRT!!

      Bundespräsident Köhler wurde wohl auch vor dem Hintergrund der aktuellen Rede SPD-Gabriels vom 22.42.2010 vom Deutschlandfunk gefragt, ob das Mandat in Afghanistan vom Grundgesetz gedeckt sei. Darauf gab Köhler keine direkte Antwort sondern qualifizierte nach einem nebulösen gedrechselten Wortschwall den ?Einsatz? in Afghanistan als ?Krieg?. Indirekt hat Köhler mit dem Begriff ?Krieg? den ?Einsatz? der Bundeswehr in Afghanistan als nicht vom Grundgesetz qualifiziert und damit die Rede Gabriels vom 22.4.2010 beantwortet.

      Als Köhler merkte, dass er den Kriegspolitikern mit seinem Wortschwall vom “Krieg” voll ins Bein geschossen hat, hat Köhler sich selbst mit seinem Rücktritt als Nebelkerze missbrauchen lassen! Es ist unfassbar, derartig feige Figuren an der Spitze dieses Staates zu sehen!!!

      PS:
      ?Am 22. April 2010 fand auf Grund der aktuellen Angriffe auf Soldaten der Bundeswehr eine Regierungserklärung zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan durch Bundeskanzlerin Merkel im Parlament statt. In seiner Erwiderung machte der SPD-Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sigmar Gabriel deutlich, dass die SPD das ISAF-Mandat weder ?semantisch noch faktisch? ändern wolle. Gleichzeitig kritisierte Gabriel die Kriegsrhetorik der Kanzlerin und ihres Verteidigungsministers. Er forderte die Bundesregierung auf, den Einsatz in Afghanistan unabhängig und wissenschaftlich zu evaluieren sowie eine internationale Debatte über die innerafghanische Versöhnung zu führen. Beides sei wichtig, wenn das Parlament erneut über das Mandat entscheiden muss.?
      http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,51824,00.html

    122. Vogel schrieb am 1. Juni 2010 at 10:55 - Permalink

      @Iris
      Spätestens in #63 hast Du Dich geoutet: Was Du sagst iss richtig, immer! Selbst wenn alle Neger frei nach Luam sagen würden: Natürlich bin ich Neger! Würdest Du sagen: Nee, mein Kleiner, das siehst Du falsch, darf ich Dir da ‘mal helfen …

      Beste Grüße

      PS.: SF ist meine erste Adresse. Trotzdem verwahre ich mich gegen den diffamierenden Begriff “Fanboy” – oder bist Du nur ‘ne rechthaberische “Zicke”?, dann iss egal!

    123. Bokatov schrieb am 1. Juni 2010 at 11:01 - Permalink

      Horst Köhler hätte deutsche Geschichte schreiben können, wenn er einen logischen Meter weitergegangen und die Frage gestellt hätte, ob die Realität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan (?KRIEG?) möglicherweise nicht mit dem Mandat des Bundestages abgedeckt ist und somit womöglich grundgesetzwidrig ist.

      Genau diese Frage hat er doch gestellt! (Kopfschüttel)

      Bokatov

    124. ZeitGenossin schrieb am 1. Juni 2010 at 11:12 - Permalink

      Hallo Herr Berger

      betr. Hottes Hinschmiß …
      und was die Zukunft zeigen könnte

      Es macht doch Sinn: Solln´se doch, die Damen & Herren der “politischen” Klasse, den Bonner Rechtsadvokatensohn von der F.D.P. jetzt Ende Juni als Hotte-Nachfolger wähln´, das wär der jüngste und erste unverheiratete schwule Bundespräsident überhaupt, der fliegt dann mit seinen Freunden, der sogenannten “Lumpenelite auf Reisen” (SPD-Gabriel, durch die Welt … und eins ist doch klar: runter kommse alle – fragt sich nur wann und wo …

      meint, Sie grüßend,

      Die ZeitGenossin
      1. Juni 2010

    125. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 11:22 - Permalink

      @Bokatov, hast du Tomaten auf deinen Matzeäuglein? Köhler hat genau diese Frage NICHT gestellt. Schnallst du es nicht?

      Köhler hat weder den Begriff “Grundgesetz” noch den Begriff “Mandat” in den Mund genommen! Köhler hat die Realität in Afghanistan als “Krieg” qualifiziert und und eben nicht die Frage gestellt, ob diese Realität mit dem Mandat des Bundestages abgedeckt ist!!! Köhler hat eben nicht den Begriff “Grundgesetz” in den Mund genommen. Köhler trommelte für den “Krieg” und wollte überspielen, dass genau ein “Krieg” in Afghanistan eben nicht vom Mandat des Bundestages abgedeckt ist!!!

      Köhler hat dabei scheinbar nicht gecheckt, dass er damit die Kriegsfraktion in der Regierung Schachmatt gestellt hat, denn jetzt müßte ein neues Mandat für den “Krieg” vom Bundestag abgestimmt werden!!!

      Köhler ist so unfassbar unbeleckt und so unfaßbar feige, dass ihm plötzlich nebulös dämmerte, dass er sich selbst jetzt als NEbelkerze zünden muß, um die Debatte über “Krieg”, “Afghanistan” und “Grundgesetz” abzuwürgen. Jetzt wird gelabert über den neuen Bundespräsidenten, aber nicht darüber, ob Köhlers “Krieg” in Afghanistan mit dem Mandat und mit dem Grundgesetz vereinbar ist. SCHANDE!! Dieser Ex-Präsident ist das Allerletzte!!

      Hier das Originalinterview:
      http://www.dradio.de/aktuell/1191138/

      Noch was: SPD-Gabriel hat am 22.4.2010 im Bundestag gedroht: “Beides sei wichtig, wenn das Parlament erneut über das Mandat entscheiden muss.? Vor schlotternder Angst wird jetzt die Kriegsfraktion der SPD ganz tief in den Arsch kriechen und damit die SPD das mit dem Mandat NICHT tut, darf die SPD als Gegenleistung den nächsten Bundespräsidenten stellen. Wetten daß?

    126. Wanderprediger schrieb am 1. Juni 2010 at 11:26 - Permalink

      hätte der Papst durchaus die Möglichkeit und die Macht, massenhaftes Elend und Tod durch AIDS zu verhindern.

      Der Papst tut doch alles was in seiner Macht steht: Er betet täglich für die bedauerlichen AIDS-Betroffenen!

    127. Iris schrieb am 1. Juni 2010 at 11:34 - Permalink

      @Vogel (#120):
      Nein, entschuldige, Du bist natürlich kein bloßer Fanboy. Du hast Dich mit Deinem Kommentar in meinen Augen als rassistischer Idiot geoutet. Und dagegen kannste Dich so viel verwahren, wie Du willst, das ändert daran nicht das Geringste. Verklag mich doch. Und wenn so Leute wie Du mich für eine ‘rechthaberische Zicke’ halten, weil sie sich von meinen Fingerzeigen auf Rassismen angepisst fühlen, ist das für mich ein Kompliment.

      @Spiegelfechter:
      Ich würde mich schämen, wenn ich von solchen Leuten und mit solchen Kommentaren Rückendeckung bekäme. Und spätestens dann wäre mir auch klar, dass ich was falsch gemacht hab. Aber Du musst selbst wissen, wem Du nach dem Munde schreibst. Ich weiß allerdings nach dieser Diskussion auch, wie ich es einzuordnen habe, wenn Du Dich einerseits abschätzig über das intellektuelle Niveau eines Herrn Köhler auslässt, im selben Artikeln dann aber selbst von “kleinen Negerlein” schwadronierst und – was für mich persönlich wesentlich schwerer wiegt – offensichtlich zu stur oder eitel bist, zugeben zu können, dass Du Dich im Ton vergriffen hast.

    128. Jack Bauer schrieb am 1. Juni 2010 at 11:37 - Permalink

      “Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt!” Berliner Rede 2009.

      sagte ein neoliberaler Bundestralala. Dafür hätte der Rücktritt schon gereicht. Aber nein.
      Der Herr wollte das ganz große Kino. … ich bin stolz blabla diesem Land blabla…

      Er wollte Deutschland nicht mehr dienen. Er wollte und hat Deutschland eins ausgewischt. Wie auf dem Schulhof. Nachtreten und anspucken. Die Tränen in seinen Augen sich geheuchelt und voller Selbstmitleid. Für sich selbst. Nicht für Deutschland. Ohne Rücksicht und mit brutalst möglichen Egoismus hat er gehandelt.

      Wir könnten durch seinen Schritt in eine Staatskrise laufen. Tausende Probleme sind in diesem Land zu lösen und wir werden die nächsten 30 Tage nichts hören ausser: Wer wird der nächste Bundes-Horst oder Horstin. Es wird uns lähmen und die Parteien werden sich bis aufs Blut streiten. Macht, Macht. Wer darf den August stellen, den unwichtigsten August im Staate.

      Ich empfinde einen abgrundtiefen Ekel für diese Kaste. Merz, Clement, Koch, Köhler. Und das Volk?

      Gestern SWF1. Leute ruft an und sagt und die Meinung über den Rücktritt: Schwäbelnde Hausfrauen. Ach, er war ja scho ein netter und er tut mit ja scho leid!

      Gute Nacht, Jack.

      BTW: Der Bundes Jogi tut mir leid. Jetzt hat er schon wieder einen weniger. Lena wird es richten. Geil, geil. Ganz total verrückt so ein Ball.

    129. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 11:50 - Permalink

      @Jack Bauer, der “abgrundtiefe Ekel für diese Kaste ” kann nur noch übertroffen werden! Vollkommen richtig: “Tausende Probleme sind in diesem Land zu lösen”

      Horst hat es geschafft und sich in die lebende Nebelbombe verwandelt: “die Parteien werden sich bis aufs Blut streiten. Macht, Macht. Wer darf den August stellen, den unwichtigsten August im Staate”. Dafür streiten sie sich nicht mehr über den “Krieg” der Bundeswehr in Afghanistan, das allerunwichtigste vom Unwichtigen!

    130. Bokatov schrieb am 1. Juni 2010 at 11:56 - Permalink

      …hast du Tomaten auf deinen Matzeäuglein? Köhler hat genau diese Frage NICHT gestellt. Schnallst du es nicht?

      Spätestens, wenn die Bundeswehr dort raus ist, hast Du es geschnallt.

      Bokatov

    131. Lemmy Caution schrieb am 1. Juni 2010 at 12:01 - Permalink

      Wegen mir können die Käßmann, Rütgers oder Kermit der Frosch als Bundespräsident vereidigen

    132. Jack Bauer schrieb am 1. Juni 2010 at 12:08 - Permalink

      @Iris (# 125)

      Was für eine Zugenähte bis du denn? Ich habe von Dir noch keinen Satz über das Thema gelesen. Statt dessen nur blödes Emanzenzeug, Gutmenschengelaber, vollkommen an der Sache vorbei.

      Hast du keinen Mann, den du auf den Sack gehen und als Idiot beschimpfen kannst?

      Bäh, der hat Neger geschrieben! Und er hat es auch noch erklärt, warum er es geschrieben hat. Das reicht nicht, gell?

      Was willst Du?

      Du erinnerst mich an jemanden aus der Schulzeit. Muss nachdenken. Die hatte immer so eine Brille auf…
      Ich komm noch drauf.

      Jack.

    133. schwitzig schrieb am 1. Juni 2010 at 12:11 - Permalink

      @125 Iris

      Zu Deinem Geschreibsel fällt mir nicht mehr viel zu ein – nur eines noch: Clawfinger, Geschichte und Bedeutung des Songs “Nigger”, insbesondere die Textzeile “you’re the real Niggers”.

      Wenn Du es dann immer noch nicht begreifst, sitzt die Borniertheit zu tief.

    134. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 12:19 - Permalink

      @Bokatov , raffs doch endlich! Die Bundeswehr soll mitnichten “dort raus”!

      Die Bundeswehr ist grad dabei, WÜSTENTAUGLICH gemacht zu werden und dieser Grüßaugust Köhler malt uns schon die Begründungen DAFÜR aus! War das etwa jetzt schon nötig? Kann der Horst nich die Klappe halten?

    135. H. Müller schrieb am 1. Juni 2010 at 12:20 - Permalink

      @ Wandschrank Nr. 92

      Ich finde den Satz

      streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe

      auch unter aller Sau.

      Dabei war er so mutig und hat das ohne Aids-Handschuhe getan. Ein wahrer deutscher Held.

      Ich schäme mich wirklich, dass ich mich bei der Bewertungen Köhlers so fehl leiten lassen habe.

      Schämen alleine nützt nichts. Das schreit förmlich im gut christlichen Sinne nach Strafe. Mindestens 8 Wochen in den Wandschrank und absolutes Schreibverbot.

      H. Müller

    136. J.Schiffmann schrieb am 1. Juni 2010 at 12:21 - Permalink

      Dem Artikel kann ich voll zustimmen. Als ich das gestern auf Spätschicht im Radio hörte dachte ich auch nur “Ach, und?!”. Danach auf SpOn sowas zu lesen wie “Ganz Deutschland ist schockiert” – ups, bin ich Ausgebürgert worden?

    137. Iris schrieb am 1. Juni 2010 at 12:22 - Permalink

      @Jack Bauer (#130):

      Oh, ich hab mich wohl gestern auch zum Rücktritt von Herrn Köhler geäußert – allerdings anderswo, in besserer Gesellschaft. Hier wäre jedes weitere Wort von mir m.E. Zeitverschwendung.
      In diesem Sinne: Prollt mir ruhig noch ein bisschen hinterher und verteidigt mit fletschenden Zähnen Euer vermeintliches ‘Recht’, schwarze Menschen als “Neger” zu bezeichnen. Jeder halbwegs aufgeklärte intelligente Leser wird das schon entsprechend zu bewerten wissen. Und Tschüss!

    138. loewie schrieb am 1. Juni 2010 at 12:24 - Permalink

      Der Rücktritt Köhlers hat vor allem eins bewirkt, die Diskussion der letzten Woche, in wieweit sind die Einsätze Afghanistan und Somalia mit dem Grundgesetz zu vereinbaren, ist beendet. Schon beim Rücktritt von Frau Käßmann, beschlich mich das Gefühl, dass das auch Zersetzung gewesen sein könnte.

    139. Lennard schrieb am 1. Juni 2010 at 12:25 - Permalink

      @131 (schwitzig):
      Alternativ würde eventuell auch ein Artikel über Projektion (Psychologie) helfen. Danach kann man ja immer noch Clawfinger hören.

      Zum Thema Bundeshorst ist eigentlich alles gesagt. Ich würde Ihn, ganz undiplomatisch, als Feigling oder Mimose bezeichnen, sofern sein Rücktritt keine Nebelkerze war und wirklich aus persönlichen Gründen erfolgte.

      mfG

    140. Sandsturm schrieb am 1. Juni 2010 at 12:31 - Permalink

      @ Iris (125)
      Ich habe mir deine Aussagen durchgelesen und finde, dass du recht gut die deutsche Linke repräsentierst. Politisch korrekt und immer um den richtigen Begriff bemüht aber ansonsten ein komplett zahnloser Tiger. Im Grunde sind wir hier wieder bei dem eigentlichen Thema des Blogbeitrages. Die Begriffe. Da tritt ein Politiker zurück weil er die Wahrheit unverblümt ausgesprochen hat und es der bürgerlichen “Mitte” nicht passt das dies geschehen ist. Denoch hat er der Friedensbewegung damit einen weitaus größeren Dienst erwiesen als tausend von deiner Sorte welche die Welt durch eine Änderung von Begrifflichkeiten kunterbunt erscheinen lassen wollen.

    141. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 12:34 - Permalink

      Wie kann man so blind sein: “streichelte der erste Mann im Staate kleinen Negerkindern die Köpfe” so mißzudeuten!

      Also mit “erster Mann im Staate” ist unser Horsti gemeint.

      Mit den “kleinen Negerkindern” sind diese kleinen Bundeswehrsoldaten in Kunduz gemeint, denen unser Horsti kürzlich bei seinem Zwischenstop in Afghanistan die grünen Baretts (“Köpfe”) streichelte.

    142. meuma schrieb am 1. Juni 2010 at 12:35 - Permalink

      @Iris

      http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur)

      So konsequent wie Du am Thema dieses Blogbeitrags vorbeiredest, musst Du Dich nicht wundern, wenn man Dich zuerst anmacht und dann ignoriert. Spätestens ab #125 ist allen klar, dass von Dir nichts mehr zu erwarten ist, was zur Diskussion beitragen könnte.

      Oder machst Du das absichtlich?

    143. H. Müller schrieb am 1. Juni 2010 at 12:35 - Permalink

      @ Lupin Nr. 98

      Zum Abschluß noch mein Vorschlag für den neuern Bundespräsidenten:

      Heiner Geißler

      Heiner Geißler wäre der perfekte SPD-Kandidat und könnte auf Stimmen aus dem CDU Lager hoffen.

      Ja, ja der Geißler, der alte Schlingel. Attac – Mitglied und findet bis heute die Merkel und ihre Politik in Ordnung. Jetzt auch noch SPD-Kandidat. Alles etwas Schizo oder?
      Es sollte schon ein Kandidat sein, bei dem die Wahrscheinlichkeit größer ist, seine erste Amtszeit auch zu überleben.

      H. Müller

    144. H. Müller schrieb am 1. Juni 2010 at 12:47 - Permalink

      Meine Kandidaten wären Biedenkopf. Töpfer, Lammert und Stoiber.

      Alles Quatsch mit Soße.

      Laßt das Mal den Oscar machen. Dann geht auch ein Ruck durchs Land. Ruckiger geht’s nicht.

      H. Müller

    145. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 12:47 - Permalink

      @137 Lennard, sorry, der Rücktritt von Horst war “keine Nebelkerze”, sondern war eine SCHWALBE.

      “Eine Schwalbe will gelernt sein. Gelingt sie, ist sie das perfekte Verbrechen. Gelingt sie nicht, gerät das Unterfangen zur bodenlosen Peinlichkeit:

      Berühmte Schwalben:
      Rudi Völler, Deutschland ? Argentinien, 1990. Völler wehrte sich nicht gegen die Schwerkraft, als Roberto Sensini neben ihm dezent grätschte. Völler sah es später realistisch: »Das war ein Elfmeter, den kannst du pfeifen, den musst du aber nicht pfeifen.«

      Rivaldo, Brasilien ? Türkei, 2002. Das Stadion lachte, nur die Referees blieben ernst, als Rivaldo sich in der 89. Minute die Hände vor das Gesicht schlug und sich mit irrsinnigen Leibschmerzen auf dem Boden wälzte. Dabei war ihm der Ball des Türken Ünsal lediglich ans Bein gesprungen.

      Norbert Meier, MSV Duisburg ? 1. FC Köln, 2005. Keine richtige Schwalbe, aber großes Autorenkino: Meier stand Stirn an Stirn mit Kölns Albert Streit, dann fiel Meier plötzlich, drehte dabei noch eine halbe Pirouette und warf theatralisch die Arme in die Luft ? warum auch immer. Streit blieb zunächst stehen, fiel dann aber auch zu Boden wie eine alte Dame mit akuter Herzschwäche.

      Knut A. Fostervold, Molde FK, ca. 2002. Knut Fostervold wurde vom norwegischen Fernsehen zum »schlechtesten Diver der Welt« gewählt. Muss man in der Tat erst mal hinbekommen, allein auf dem Rasen zu stehen und plötzlich den Kopf nach hinten zu schmeißen wie nach einem schweren Kopftreffer beim Kirmesboxen. ”
      http://www.11freunde.de/geschichtsstunde/102067?page=2

    146. daniel m. porcedda schrieb am 1. Juni 2010 at 12:53 - Permalink

      um nach meinem letzten (eher ironisch gemeinten, bis auf den Hinweis an iris) Kommentar wieder einen ernsthaften Kontrapunkt zu setzen:

      Köhler scheint menschlich verletzt zu sein, wenn man mal davon ausgehen könnte, daß er kein guter Schauspieler ist. So vermessen, ihm in Ferndiagnose ein psychologisches Gutachten zu erstellen, bin ich aber nicht.

      Dennoch schließt das nicht aus, daß dahinter auch Kalkül steht. Zieht es ihn in die Wirtschaft, oder wurde er bereits dorthin gezogen?

      Oder, was zu seiner Person sicher passen würde: Weiß er über geplante Zumutungen, die die Regierung dem Volk in Bälde vor den Latz knallen wird, Bescheid und möchte diese Entscheidungen nicht mittragen? Das wäre allerdings weise und nur allzuverständlich. Überhaupt, inwieweit ist Köhler jeweils im Vorfeld in Regierungsarbeit zumindest informell bedrücksichtigt worden? Oder war er für Merkel und ihr Team immer bloß der willenlose Unterschriftsheini danach? Immerhin hat er zumindest zwei Mal (korrigiert mich, wenn ich irre) die Unterschrift verweigert und es musste daraufhin nachgearbeitet werden.

      Denkbar ist aber auch, daß wir alle einer Schmierenkommödie (gespieltes Entsetzen usw.) aufsitzen und das ganze eine nette Inszenierung ist und mit Köhlers Rückzug nur die Weichen für irgendwas oder irgendjemanden gestellt werden? Ein wenig Bange wird einem schon an den Gedanken, daß Merkel und ihre Mannen das deutsche Wahlvolk mal wieder hinters Licht führen werden.

      Politik ist ja leider nicht straight, wie es man von einer wahren Demokratie im sinne des Wahlvolks erwarten wollte, sondern es wird mit allen möglichen Tricks die Bevölkerung desinformiert und teils manipuliert. Und die Medien sind ganz oft miese Handlanger der Politbestimmer.

    147. daniel m. porcedda schrieb am 1. Juni 2010 at 13:03 - Permalink

      @ Sandstrum 138

      Ich habe mir deine Aussagen durchgelesen und finde, dass du recht gut die deutsche Linke repräsentierst.

      Oh, wer ist die deutsche Linke? Bin politisch zwar (denke ich) eher neutral mit leichtem Linkshang, würde mit iris letzten Kommentaren dennoch nicht konform gehen, sie aber auch nicht verurteilen. Freie Meinungsäußerung ist ja auch in Foren erwünscht, sofern diese nicht zu Hartnäckigkeit und persönlichen Angriffen mutiert, wie leider hier geschehen.

      Zur Kandidatenschau: Wie würde Deutschland auf einen Bundespräsidenten mit Migrationshintergrund reagieren?

    148. Lennard schrieb am 1. Juni 2010 at 13:08 - Permalink

      @143 (goldman sachs):

      Deine Fußballmetapher geht an mir, als (Männer-)Fußballverächter, leider vorbei. :) Kunstperlen vor die Bio-Schweine sozusagen.
      Das mit der Nebelkerze ist ja nur eine Theorie, die durch einige Medien geistert. (für mich mehr VT als T)

      mfG

    149. Bokatov schrieb am 1. Juni 2010 at 13:10 - Permalink

      …Die Bundeswehr soll mitnichten ?dort raus?!

      Wenn heute im Bundestag abgestimmt würde, denkst du im Ernst, da wäre noch eine Mehrheit vorhanden?

      Bokatov

    150. Vogel schrieb am 1. Juni 2010 at 13:13 - Permalink

      @Iris #125

      … rassistischer Idiot …

      … Verklag mich doch …

      Alles klar!

      Und wenn so Leute wie Du mich für eine ?rechthaberische Zicke? halten …

      Willste selbst noch ‘mal nachlesen, oder soll ich Dir die Stelle vorlesen? Tipp: Fängt mit Oder an und hört mit ? auf.

      Jezz isses klar für mich: Lesen? Nein Danke, ich weis auch so! Interpretieren! Auch notfalls ohne Sinnzusammenhang und all so’n belastenden Kram!

      Kannst Dich ruhig noch ‘n bisschen reiben, ohne mich. So iss halt Demokratie, gelle?

      Allerbeste Grüße

      PS.: #135

      …allerdings anderswo, in besserer Gesellschaft. Hier wäre jedes weitere Wort von mir m.E. Zeitverschwendung.

      Glaub ich nich, dat mit der “besseren Gesellschaft” wenn dat man nich ‘ne Fehlinterpretation iss.

      Sorry, meuma, Du hast Recht, aber die gute Iris hat mich direkt angesprochen, daher …

    151. goldman sachs schrieb am 1. Juni 2010 at 13:18 - Permalink

      @Bokatov, “Wenn heute im Bundestag abgestimmt würde, denkst du im Ernst, da wäre noch eine Mehrheit vorhanden?” Ja WENN, das Wörtchen WENN nicht wär!!

      Bokatov, SPD-Gabriel hat ja schon vor Köhlers Schwalbe am 22.4.2010 im Bundestag gedroht: ?Beides sei wichtig, wenn das Parlament erneut über das Mandat entscheiden muss.? Liest du etwa auch das Wörtchen WENN???

      Vor schlotternder Angst wird jetzt die Kriegsfraktion der SPD ganz tief in den Arsch kriechen und damit die SPD das mit dem Mandat NICHT tut, darf die SPD als Gegenleistung den nächsten Bundespräsidenten stellen.

      Wetten daß?

      Ex-Landesbischöfin Margot Käßmann (?Dann kam der 19. Februar, 1,54 Promille, eine rote Ampel ? und einer der konsequentesten Rücktritte, den die Republik erlebt hat?) wird nächste Bundespräsidentin der Bundesrepublik Deutschland.

      PS:
      Ex-Bundespräsident Horst Köhler (?einer der konsequentesten Rücktritte, den die Republik erlebt hat?) muss zur Strafe für seine Schwalbe den Landesbischof in Hannover machen.

    152. schwitzig schrieb am 1. Juni 2010 at 13:27 - Permalink

      @144

      Oder, was zu seiner Person sicher passen würde: Weiß er über geplante Zumutungen, die die Regierung dem Volk in Bälde vor den Latz knallen wird, Bescheid und möchte diese Entscheidungen nicht mittragen? Das wäre allerdings weise und nur allzuverständlich. Überhaupt, inwieweit ist Köhler jeweils im Vorfeld in Regierungsarbeit zumindest informell bedrücksichtigt worden? Oder war er für Merkel und ihr Team immer bloß der willenlose Unterschriftsheini danach? Immerhin hat er zumindest zwei Mal (korrigiert mich, wenn ich irre) die Unterschrift verweigert und es musste daraufhin nachgearbeitet werden.

      Das erscheint mir auch die wahrscheinlichste Erklärung. Der Mumpitz mit “mangelndem Respekt” dürfte eher für BILD/SPIEGEL-Leser gedacht sein.
      Oder er wurde mit irgendetwas erpresst.

      Verständlich finde ich das allerdings nicht, denn als Bundeshorst mit Arsch in der Hose, hättte er die Aufgabe gehabt, für das Wohl seines Landes zu kämpfen und zu reden und nicht bei der ersten Gelegenheit den Schwanz einzuziehen.

    153. Ragnar schrieb am 1. Juni 2010 at 13:46 - Permalink

      Sorry, bin in den Kommentaren nur bis ca 40 gekommen, da hat es mir dann gereicht. Hier in den Kommentaren passiert in Teilen genau das gleiche, wie in der Politik bzw. in den Medien: da gibt es “hoch-sensible”, oder auch nur politisch korrekte Menschen, die sich ein einziges Wort herauspicken und dann drauf rumreiten, als würde das eine Wort den gesamten Inhalt des Artikels ausmachen (den ich übrigens für hervorragend halte).
      In meinen Augen ist das mit ein Grund, warum es mit den Debatten in D-Land nicht weit her ist, denn man verliert das Gesamtbild aus den Augen, da man sich ja nur noch an einen winzigen Aspekt klammert. So werden Debatten über wichtige Themen bzw. der Austausch über selbige abgewürgt.

      Danke an die Kommentatoren, die sich wirklich inhaltlich mit dem Artikel auseinandersetzen, und Danke an Jens für Artikel solcher Qualität. :)

    154. Don Marcello schrieb am 1. Juni 2010 at 13:48 - Permalink

      Leute Leute !

      Was wird hier und anderswo für ein Bohei gemacht über den Grußonkel der bürgerlichen Nation ist beschämend und traurig zugleich.
      Ein solches PR-Amt hat doch nur noch eine Bedeutung in neoliberal-reaktionären Kreisen, und auch dort nur nach Außen.
      Selbstverantwortlich denkende und handelnde Zeitgenossen haben das illusionäre, pseudobedeutungsschwangere Auftreten der Politapparatschiks längstens entlarvt.
      Sämtliche Beteiligten drehen sich um sich selbst und überhöhen ihr Dasein bei jeder Gelegenheit.
      Macht euch nicht lächerlich, in dem Ihr über Horstis Demission diskutiert.
      Fragt Euch lieber was Ihr tun könnt, um Herr und Frau Eures eigenen Daseins zu werden.

      Mit hochverehrten Wählern und Politikdiskutanten verhält es sich so wie mit der Bullenhaltung: wüsste ein Bulle auch nur ansatzweise über welche Kraft er verfügt, kein Bauer auf dieser Erde wäre in der Lage einen zu halten.
      Wüssten das lieb-dumme Wahlvieh auch nur ansatzweise, wie beschränkt, egomanisch, selbstbezogen, geistig limitiert und moralisch degeneriert diese Wahlkaste in Wahrheit ist, sie würde diese mit Schimpf und Schande aus dem dorf treiben UND dafür sorgen, dass ab sofort niemand mehr über sie fremdbestimmt.
      Dort oben werden Pöstchen für intrigante Egomanen verteilt – that’s it.
      Die Lächerlichkeit dessen, was gemeinhin als ‘Parlamentarische Demokratie’ tituliert wird, offenbart sich jedem, welcher bereit ist sich Lehmann, EU, Griechenland, Afghanistan und EURO näher anzuschauen.
      Leute Leute – all dies könnt ihr MINDESTENS genauso gut und/oder schlecht, fangt endlich damit an, Euch im Leben zu emanzipieren.

    155. elwu schrieb am 1. Juni 2010 at 14:00 - Permalink

      Mannomann. ‘Neger’ kömmt vom lateinischen ‘Niger’ und bedeutet schwarz bzw. von dunkler Farbe. Man kann sich auf die Verwendung von ‘Neger’ natürlich einen abbrechen, wenn man sonst keine Hobbies hat.

    156. 7schläfer schrieb am 1. Juni 2010 at 14:15 - Permalink

      @Vogel #148

      Lieber Vogel, das bringt nichts. Mit solchen Menschen kann man nicht diskutieren. In deren Auffassung hat jeder, also auch Afrikaner, die dies anders sehen, nicht das nötige Verständnis bzw. Einsicht.

      Bestes Beispiel dafür: die USA…. dort hat nach dem Selbstverständnis der entsprechenden Feministinnen jede Frau nicht die nötige Einsicht, wenn sie nicht die Positionen der Feministinnen vertritt (ohne jetzt im Detail darauf einzugehen).

      Political “Correctness” ist eine geistige Einbahnstraße, die Semantik stört da nur. Aber das weißt Du ja, und Du wolltest Dich nur ein bißchen kabbeln, gelle?

    157. ZEITungsleser schrieb am 1. Juni 2010 at 14:21 - Permalink

      Zu Köhler ist eigentlich alles gesagt, da will ich mich nicht wiederholen. Jedoch liegt mir seine Nachfolge doch sehr am Herzen. Ich bin der Meinung, dass wir einen sehr unbequemen Präsidenten brauchen, der in unbequemen Zeiten auch unbequeme Fragen aufwirft.
      Nach einer Nachricht von fixmbr’s Chris, und einer kurzen Denkpause, stand für mich der Wunschkandidat fest: Hans-Jürgen Papier. Ich glaube er wäre der unbequeme Präsident, welchen dieses Land braucht. Alle befürchte ich, dass die Legeslative in den vergangenen Jahren seiner Amtszeit als oberster Verfassungsrichter zu “schlechte” Erfahrungen mit ihm gemacht hat. Aber genau deshalb, ist er meiner Meinung nach genau der richtige Kandidat. Anscheinend sieht das der Leitartikel der FTD heute genau so, dass er zumindest auf die Liste der möglichen Kandidaten gehört. Die Ursel lassen wir an dieser Stelle gleich mal außen vor, weil ich glaube, dass sie keine integrative Figur ist.

      Papier4praesident

    158. Müller schrieb am 1. Juni 2010 at 14:39 - Permalink

      Warum wird der wirkliche Skandal nur höchst selten und recht verklausuliert angesprochen? Köhler wusste sehr wohl, was er sagte und meinte. Weißbuch der Bundeswehr, NATO und Lissabon-Vertrag sehen die Bundeswehr als möglicherweise im Ausland kämpfende Truppe zur Sicherung des freien Handels, der sicheren Rohstoffversorgung, zur Verteidigung von Demokratie und Freiheit. Alle Parteien des Bundestages außer der Linken stimmen dem zu. Ist es da nicht durchaus verständlich, dass dieser erste Repräsentant Deutschlands verzweifelt das Handtuch wirft, wenn er endlich mal Klartext redet und niemand von Deutschlands Spitzenpolitikern den Mut hat zu sagen, dass der Bundespräsident nur Tatsachen benennt, um das große Wort Wahrheit zu vermeiden. Deutschland wird halt am Hindukusch verteidigt, und wir verteidigen überall auf der Welt alles, was wir gern hätten, obwohl es uns nicht gehört, mit und ohne UN-Auftrag.
      Bin mal gespannt, ob dieser Aspekt in der nächsten Zeit ausführlich diskutiert wird in den Medien, nein, eher sicher, dass nicht.

    159. Bonsaibäumchen schrieb am 1. Juni 2010 at 14:44 - Permalink

      #152 Don Marcello
      [...]
      Mit hochverehrten Wählern und Politikdiskutanten verhält es sich so wie mit der Bullenhaltung: wüsste ein Bulle auch nur ansatzweise über welche Kraft er verfügt, kein Bauer auf dieser Erde wäre in der Lage einen zu halten.
      Wüssten das lieb-dumme Wahlvieh auch nur ansatzweise, wie beschränkt, egomanisch, selbstbezogen, geistig limitiert und moralisch degeneriert diese Wahlkaste in Wahrheit ist, sie würde diese mit Schimpf und Schande aus dem dorf treiben UND dafür sorgen, dass ab sofort niemand mehr über sie fremdbestimmt.
      [...]

      Eine der besten und deutlichsten Erläuterungen die ich jemals gelesen habe.
      Vielen dank. Dieser kleine Text sollte jedem Bürger ausgehändigt oder am besten gut lesbar auf den Körper tätowiert werden.

      Was in den Medien wiedergekaut wird ist wiedermal so irreführend und ablenkend das man sich nur den Kopf halten kann.

      Schöne Grüsse,
      Bonsaibäumchen

    160. Spiegelfechter schrieb am 1. Juni 2010 at 14:49 - Permalink

      @119 Goldman Sachs

      @spiegelfechter, Horst Köhler hätte deutsche Geschichte schreiben können, wenn er einen logischen Meter weitergegangen und die Frage gestellt hätte, ob die Realität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan (?KRIEG?) möglicherweise nicht mit dem Mandat des Bundestages abgedeckt ist und somit womöglich grundgesetzwidrig ist.

      Aber das war doch nie seine Intention. Der Krieg in Afghanistan lässt sich mit vielen Gründen erklären, von denen einige sogar der Verfassung genügen. So what?

    161. Granado schrieb am 1. Juni 2010 at 15:01 - Permalink

      Zur Farbenlehre:
      “Political correctness” begann meines Wissens in einem kalifornischen College (oder einem Uni-Seminar?), als Studierende aus vielen Weltteilen den eurozentristischen Lehrplan in Frage stellten. Solche Umsicht gegenüber bornierter Blickrichtung halte ich für richtig und wichtig. Als solche Hinweise hierher gelangten, fühlte sich der Typ FAZ-Leser schnell bedroht; damit begann eine Welle von konformistischen Tabubrechern: “Man muß doch mal eine heilige Kuh schlachten dürfen!” bis zu höhnischem “political incorrect”. Sich weltoffen zu fühlen, wenn man mal indisch essen geht, finde ich genauso absurd.
      Kurios fand ich immer: “die damals bekannte Welt” – mit in abendländische Tradition sich erheblich verschiebendem Focus. Gut auf die Schippe genommen finde ich das in “Ein Mann, der sich Kolumbus nannt’… Da schrieen alle Wilden: Oh weh, wir sind entdeckt!”
      Offenere (neutralere?) Bezeichnungen zu suchen, sonst eben konkurrierende Blickrichtungen nebeneinander zu stellen, begrüße ich; eindeutige Diffamierungen sind zu beseitigen; Worte austauschen ist aber noch lange kein Begriffe-Wechseln. Man denke nur an die Kaskade der Bezeichnungen für manche Körperteile, gar noch die Bezeichnung für Hose als die “Unaussprechlichen”.
      Lateinisch “niger” heißt auch nur “schwarz”. Schwarz/braun|rot/gelb/weiß ist grob, ungenau/veränderlich.
      Ich würde vorrangig Eigenbezeichnungen suchen: “Eskimo” ist indianisch (“Rohfleischesser”), Inuit ist Eigenbezeichnung (“Menschen”), schwierig wird die Suche nach umfassenderen Bezeichnungen (falls wirklich erforderlich) – gewöhnlich setzen dann die Nachbarn einen Stammesnamen für alle dahinterliegenden: Alemannen, Schwaben, Franken… Absurd ist, wenn “Aborigins” (Ureinwohner) in Australien für einen Stammesnamen gehalten wird. Ländernamen sollten wir jedenfalls aus der Kolonialtradition lösen (Myanmar!).
      Kolonialistisches Gehabe sollten wir auch entsprechend kennzeichnen (und das hat SF hier mE richtig getan).

    162. Sockenfabrikant schrieb am 1. Juni 2010 at 15:05 - Permalink

      Wie würde Deutschland auf einen Bundespräsidenten mit Migrationshintergrund reagieren?

      Noch einen? Köhler ist, zumindest laut Wikipedia, doch eigentlich ein Pole.

    163. Jazz schrieb am 1. Juni 2010 at 15:28 - Permalink

      Schade dass durch due ‘gute’ Iris ein Drittel der Kommentare garnix mit dem Thema zu tun haben ;(

      (und jetzt mach ich da auch noch mit, pffft)

    164. Irreversibel schrieb am 1. Juni 2010 at 15:36 - Permalink

      Oh Gott, jetzt kommen auch diejenigen aus ihren Löchern, die das Wort “Neger” eben nicht nur – wie im Artikel geschehen – als Ausdrucksmittel von Ironie bzw. der Sichtbarmachung von Rassismus (worüber man ja streiten kann) okay finden sondern grundsätzlich kein Problem damit haben. Na herrlich.

      Ich teile den Standpunkt von Iris zu dem Thema nicht wirklich, aber dass die Verwendung des Begriffs im Kontext des obigen SF-Textes eben auch Vollpfosten wie #153 dazu animiert hier einen eindeutig rassistisch konnotierten Begriff mit einer strunzdoofen “Das-heißt-doch-nur-schwarz-und-ist doch-gar-nicht-schlimm”-Argumentation als Teil der Alltagssprache zu verteidigen, sollte zu denken geben.

      Offenbar sind eben nicht alle Leser dieses Blogs in der Lage hinsichtlich des Kontextes, in dem das Wort verwendet wird zu differenzieren und so sorgt man mit dessen Verwendung unbeabsichtigt eben doch dafür, dass rassistisches Vokabular ein Stück normaler wird.

      ich will gar nicht leugnen, dass man sich auch bei der Wortwahl nicht immer am dümmsten anzunehmenden Leser orientieren kann bzw. sollte aber dass die Verwendung rassistisch besetzter Begriffe in ironischer Absicht solche widerlichen Nebeneffekte haben kann bzw. hat sollte man schon realisieren. Das hat Nix mit übertriebener PC oder der taz (peinliches Gebashe btw.) zu tun.

    165. daniel m. porcedda schrieb am 1. Juni 2010 at 16:45 - Permalink

      @ Sockenfabrikant 160
      huch, war mit entgangen. Habs eben nochmals selber nachrecherchiert. Du hast selbstverständlich recht. Köhler hat einen polnischen Hintergrund. Sorry für diese Bildungslücke! Und Danke für den Hinweis.

      @ schwitzig 150

      Oder er wurde mit irgendetwas erpresst.

      DER Gedanke war mir noch nicht gekommen. Auszuschließen ist es nicht.

      @ Don Marcello 152

      Fragt Euch lieber was Ihr tun könnt, um Herr und Frau Eures eigenen Daseins zu werden.

      na ja, mit so einer Aussage ist die Diskussion im Keim erstickt ;-) Diskutieren um des Diskutieren willens, auch gerne Philosophieren genannt, hat den positiven Aspekt, daß man während einer Themenbehandlung einige hochinteressante Aspekte mitbekommt, die den eigenen Horizont erweitern. Was nicht heißen soll, man müsste sich alles zu eigen machen was andere absondern, aber nachdenken über anderer Gedankengänge, so abstrus sie einem anfangs erscheinen mögen, kann manchmal überraschend positive Erkenntnisse bringen. Zumindest wenn man offen an einer Diskussion teilnimmt.

      “Herr und Frau des eigenen Daseins werden” ist ein hehres Ziel. Um es zu erreichen wäre Auswandern ein probates Mittel. Am besten irgendwohin, wo es sonst keine Menschen gibt die einen mit ihren Regeln und Gesetzen das Leben schwer machen wollen ;-) Aber ehrlich, sein Leben selbstbestimmend zu gestalten dürfte innerhalb einer sozialen Gesellschaft unmöglich sein. Sogar, wenn man über genügend finanzielle Mittel verfügen würde, einige “Regeln” missachten zu können. Das ist wieder die Sache mit der Freiheit, die da aufhört, wo … ;-)

    166. Lupin schrieb am 1. Juni 2010 at 17:22 - Permalink

      @ H.Müller 141

      Ja, ja der Geißler, der alte Schlingel. Attac ? Mitglied und findet bis heute die Merkel und ihre Politik in Ordnung. Jetzt auch noch SPD-Kandidat. Alles etwas Schizo oder?
      Es sollte schon ein Kandidat sein, bei dem die Wahrscheinlichkeit größer ist, seine erste Amtszeit auch zu überleben.

      Das Geißler Angela Merkel und ihre Politik gutheißt ist nun wirklich ein Euphemismus. Wenn er heute seine Partei auffordert zuzugeben, dass Kommunismus wie Kapitalismus gescheitert sind, ist das Lichtjahre entfernt von Merkel und ihrem Leibziger Programm.

      Ihn von Seiten der SPD als Kandidat vorzuschlagen wäre nicht schizophren sondern eine kluger politischer Schachzug, der wenn überhaupt daran scheitern würde, dass er für die heutige SPD zu sozial und vielleicht “radikal” – im positiven Sinne des Wortes – ist. Und das er die erste Amtszeit überleben sollte ist ziemlich wahrscheinlich, denn das wir alle immer älter werden ist doch das große Problem vor dem alle warnen ;-)

      Deinen Lafointaine-Vorschlag finde ich ja sympatisch, aber als Bundespräsident könnte Lafointaine genau das nicht machen, worin er am besten ist, nämlich als Anwalt der "kleinen Leute" agieren. Ein Bundespräsident sollte eine gesellschaftliche Diskussion anregen und begleiten, dabei aber grundsätzlich oberhalb gesellschaftlicher Gruppierungen und ihrer Interessen bleiben.

      P.S.:

      Schau Dir doch mal z.B. diese Rede an:

      Der Tanz ums goldene Kalb

    167. elwu schrieb am 1. Juni 2010 at 17:51 - Permalink

      ich will gar nicht leugnen, dass man sich auch bei der Wortwahl nicht immer am dümmsten anzunehmenden Leser orientieren kann

      Also an solchen wie dir. Denn wer nach einen banalen Hinweis auf den Ursprung und die ursprüngliche Bedeutung von ‘Neger’ mit Beschimpfungen hantiert und baren Unsinn von wegen ‘eindeutig rassistischer Konnotationen’ schwadroniert, ist in der Tat kein intelligenter Leser, geschweigen denn Schreiber.

    168. H. Müller schrieb am 1. Juni 2010 at 18:28 - Permalink

      @ Lupin Nr. 164

      Ihn von Seiten der SPD als Kandidat vorzuschlagen wäre nicht schizophren sondern eine kluger politischer Schachzug

      Das Geißler Angela Merkel und ihre Politik gutheißt ist nun wirklich ein Euphemismus. Wenn er heute seine Partei auffordert zuzugeben, dass Kommunismus wie Kapitalismus gescheitert sind, ist das Lichtjahre entfernt von Merkel und ihrem Leibziger Programm.

      Das Schizo bezog sich auf Geislers Vielseitigkeit.
      Nix Euphemismus. Der steht voll hinter Merkel und Ihrer Politik, egal was er über Kommunismus und Kapitalismus abläßt.
      Er ist ein “altes Schlitzohr” und man sollte sich nicht von ihm täuschen lassen. Er sammelt auch nur Wähler für die CDU ein.

      Gruß

      H. Müller

    169. Jeckyl schrieb am 1. Juni 2010 at 18:32 - Permalink

      Hallo Iris,

      zum Thema Rassismus.

      ich verstehe sowohl dich als auch den Spiegelfechter. Negros kommt von schwarz, wörtlich aus dem Altgriechischen übersetzt. Also ist Neger das gleiche wie Schwarzer oder Farbiger, eben ein Mensch mit besonders schöner, samtiger Haut, die reich an Melanin ist, das aus dem Hormon Seretonin gebildet wird.

      Das Kernproblem liegt nicht in der Oberfläche, nicht in der Denotation, sondern in den Konnotationen, die nach wie vor mit der schwarzen Haut in Verbindung gebracht werden: Unwertigkeit, Schmutz, Sklaverei, Unverantwortlichkeit, Unterwürfigkeit, Affennähe, der Teufel usw. All diese Vorstellungen finden sich in der deutschen Herren-Geschichte. Darum tut uns der mit persönlichen Bewertungen und leidvoller Geschichte verknüpfte Begriff “Neger” weh, wir selbst wollen nicht “Neger” sein, suchen die Abgrenzung, die Distanzierung, nur dadurch verursacht das Verdrängte Bauchschmerzen oder warum sonst, etwas nur, weil der Begriff der Zugehörigkeit zur überlegenen Herrenrasse diente?

      Liegt es am Afrikaner – aha, schon wieder die Implikation zum verwundeten Kontinent? Schwingen da nicht schon wieder die selben Bilder? Der Franzose, der Deutsche, der Mensch – wertende Verallgemeinerungen, Stempel? Muss der Deutsche die Sprache abschaffen, weil Arbeit eben nicht frei macht?

      Ich finde nun, man sollte halt auch mal solche Begriffe etwas tiefer betrachten in ihrer Kontext-Abhängigkeit und Kontext-abhängigen Bedeutung verstehen, und, ob etwas mit Herz geschrieben wurde oder nur aus purer Eitelkeit und Rechthaberei. Vielleicht verstehen wir dann, dass wir auch noch die selben Vorurteile haben, trotz politischer Korrektheit und insofern ist Spiegelfechters Anspielung auf Orwel nicht unbegründet.

      In diesem Sinne, wir sollten Frieden mit den afrikanischen Völkern machen und sie in einem besseren Licht sehen und als gleichwertig und nicht auf Wortklaubereien zu sehr wert legen.

      Wieder mal ein toller Artikel. Weiter so!

    170. Granado schrieb am 2. Juni 2010 at 04:51 - Permalink

      @Jeckyl #169
      Nu glaub’s mir doch: “niger” ist lateinisch, auf Griechisch “mélas” – daher Melanesien.

      @Andere: Genauer lesen – Köhler ist so polnisch wie Erika Steinbach. Seine “volksdeutschen” Eltern wurden “Umsiedler” in Polen nur mit der Nazibesatzung.

    171. Wandschrank schrieb am 2. Juni 2010 at 12:48 - Permalink

      @Jens Berger

      Vergiss meine in diesem Thread geposteten Kommentare. :-)

      Ich bin wohl ein wenig überarbeitet.

      Ich denke nicht, dass Köhler einer bester Präsidenten war.
      Aber ich befürchte, dass er wohl dem Kommenden vorzuziehen wäre.

    172. egalitarist schrieb am 2. Juni 2010 at 13:49 - Permalink

      betroffen wirken, ja das kann unser Hosen-Anzug aus der Utter-Mark!

    173. egalitarist schrieb am 2. Juni 2010 at 14:10 - Permalink

      Ucker-Mark mein ich.. – zum Thema Rassismus:
      Da kann man wohl in Deutschland machen, was man will..

      Am Besten, man unterscheidet die Menschen gar nicht – denn alles Andere bringt nur Ärger ein…wenn der / die Betreffende auf Ärger aus ist!

      Ob Neger, Afro oder Schwarzer …(für Juden analog)… Man darf diese Akronyme nicht verwenden, denn es kann immer gegen einen ausgelegt werden! :(
      – fast genauso gut kann man gleich auf Nigga zurück greifen (ich habe da Erfahrungen mit..)

    174. Outlook schrieb am 3. Juni 2010 at 00:30 - Permalink

      Eine Laudatio für Abwickler 2.0
      http://www.aussenpolitikforum.net/forum/viewtopic.php?p=48216&sid=c79e00f582642ae74096fb1054232f1b#48216

      Er war kein Spaßverderber.

    175. goldman sachs schrieb am 3. Juni 2010 at 17:54 - Permalink

      29. Mai.2010: Verfassungsbeschwerde gegen IWF- Ermächtigungsgesetz
      29. Mai 2010: Bundespräsident Köhler erklärt sofortigen Rücktritt

      “Die offizielle Version, Bundespräsident Horst Köhler sei vor allem wegen seiner Äußerungen gegenüber dem Deutschlandfunk vom 22.05.2010 in Afghanistan zu Militäreinsätzen für Wirtschaftsinteressen zurückgetreten, vermag nicht zu überzeugen.

      Denn als Bundespräsident hat er eine strafrechtliche Immunität genossen wie kein anderer Mensch in unserem Land. Gerade angesichts eines Aufrufs auf dem Blog ?Bundeshorst?, ihn wegen seiner Äußerungen bzgl. Militäreinsätzen und Wirtschaftsinteressen anzuzeigen, wäre es doch wesentlich logischer gewesen, wenn er die Argumente des / der Anzeigeerstatter(s) ignoriert oder zurückgewiesen hätte. Aber genau in der Situation die Immunität aufzugeben, scheint vollkommen unlogisch.(…)

      Dafür lohnt es sich, seine Rede vom 14.05.2010 vor dem Bundesverfassungsgericht anlässlich des Festaktes zur Verabschiedung des alten und zur Amtseinführung des neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts anzusehen. In seiner Rede hat Köhler damals für den ?Euro-Stabilisierungsmechanismus? geworben. Zu dem Zeitpunkt lag der deutsche Gesetzentwurf dafür vom 11.05. 2010 (Bundestagsdrucksache 17/1685) erst seit drei Tagen vor. Am 21.05.2010 wurde er von Bundestag und Bundesrat in einer schwindelerregenden Geschwindigkeit beschlossen. Laut der Rede des Abgeordneten Dr. Jürgen Trittin ohne, dass den Abgeordneten der Text zu dem ?Stabilisierungsmechanismus?, dem sie mit dem Gesetz blanko zugestimmt haben, vorgelegen hätte.

      Genau dieses Gesetz soll dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erstmals die Möglichkeit geben, auf eu-rechtlicher Grundlage Kreditauflagen zu machen, und damit aller Voraussicht nach mit eu-rechtlichem Rang. Normalerweise ist IWF-Recht ganz normales Völkerrecht und damit gleichrangig mit den meisten anderen internationalen Verträgen. Die meisten völkerrechtlichen Verträge stehen über den nationalen Gesetzen (Art. 27 Wiener Vertragsrechtskonvention, WVRK), aber unterhalb aller nationalen Verfassungen und auch unterhalb der zum ?ius cogens? gehörenden internationalen Verträge (Uno-Charta, Menschenrechte der Uno und humanitäres Kriegsvölkerrecht) und unterhalb des nicht zur GASP gehörenden EU-Rechts. (…)

      Wenn nun IWF-Kreditauflagen mit eu-rechtlichem Rang transportiert werden sollen, dann fordert das die Fähigkeit der Menschenrechte der Uno, der Umsetzung dieser Kreditauflagen Grenzen zu setzen, heraus. Und auch die Grundrechte der Verfassungen anderer Euro-Mitgliedsstaaten, in denen die Grundrechte nicht klar über dem EU-Recht stehen, wie am deutlichsten in Irland.

      Am 14.05.2010 hat der damalige Bundespräsident vor dem Bundesverfassungs-gericht für dieses Gesetz, welches dem IWF erhebliche zusätzliche Macht geben würde, geworben. Und er hat auf emotionale Weise Druck ausgeübt, nicht übermäßig durch Urteile in die Aufgaben des Gesetzgebers einzugreifen.

      Er hat am 14.05.2010 mitten aus einem Interessenkonflikt heraus gehandelt. Denn Horst Köhler ist in den Jahren 2000 bis 2004 geschäftsführender Direktor des IWF gewesen und ist danach in die immunste Position der gesamten Bundesrepublik Deutschland gewechselt.

      Als Bundespräsident hätte er das Gesetz zu Drucksache 17/1685 von sich aus dem Bundesverfassungsgericht vorlegen müssen bereits angesichts der Blankett-Ermächtigungen zu einem Stabilisierungsmechanismus, dessen Regelungen den Abgeordneten bis heute nicht vorgelegt wurden. Stattdessen warb er rhetorisch trickreich ausgerechnet vor dem Bundesverfassungsgericht in einer Einfluss nehmenden Rede für den Mechanismus. Welche Gedanken er dabei auch gehabt haben mag, seine Rede war ganz im Sinne des IWF und der diesem nahe stehenden Bankhäuser und nicht im Sinne des Grundgesetzes.

      Die Verfassungsbeschwerde vom 29.05.2010 weist ihm genau diesen Interessenkonflikt nach. ”
      http://unser-politikblog.blogspot.com/2010_06_01_archive.html

      29. Mai 2010: Köhler erklärt sofortigen Rücktritt.

      Koinzidenz der Ereignisse …


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