The Manchurian Candidate
geschrieben am 04. Februar 2008 von Spiegelfechter
Schaut man sich die jüngsten Prognosen der Demoskopen an, so käme es einer Sensation gleich, wenn nach dem morgigen „Super-Tuesday“ der Kandidat der Republikaner nicht John Sidney McCain III hieße. Würde McCain, der bei den Demoskopen auch vor Miss Clinton liegt, tatsächlich Präsident, wäre nicht nur der erste Amtsinhaber, der außerhalb der 50 US-Staaten geboren wurde, sondern auch mit 72 Jahren der älteste Präsident der USA sein, der neu vereidigt wird.
Die Vita von John McCain könnte auch dem Drehbuch einer patriotisch gesinnten US-Fernsehserie entstammen, die von der Army gesponsert wurde, um den moralischen Unterbau der Nation zu festigen: Großvater Vier-Sterne Admiral, Vater Vier-Sterne Admiral und Johnny Junior Marineflieger, der über Nordvietnam abgeschossen wurde – ein Kriegsheld, der fünf Jahre in Gefangenschaft war und vom Vietcong gefoltert wurde. Glory, Glory, Hallelujah!
McCain überlebte den Friendly-Fire Beschuss einer Rakete, die sein Flugzeug auf dem Deck eines Flugzeugträgers traf, was 134 Seemänner das Leben kostete – McCain kam mit ein paar Splittern im Hintern davon. Da ein echter Patriot sich von so etwas nicht nieder kriegen lässt, bat McCain gleich nach dem Vorfall um Versetzung, um den Charlie richtig einheizen zu können. Das rächte sich. Beim Versuch ein gut geschütztes nordvietnamesisches Kraftwerk zu bombardieren, traf McCains Jäger eine Abwehrrakete. Er konnte sich allerdings aus dem brennenden Wrack herauskatapultieren und konnte von einer „freudigen“ Menge aus dem Wasser gezogen werden. Zu den Brüchen beider Arme und eines Beins kamen so durch die Begrüßungsriten der Vietnamesen noch etliche innere Verletzungen hinzu.
Sogar während des Aufenthaltes im berühmt berüchtigten Hanoi-Hilton blieb McCain ein echter amerikanischer Held – er lehnte eine vorzeitige Entlassung ab, was ihm neben fünf zusätzlichen Jahren in Hanoi auch bleibende Behinderungen einbrachte. Es dauerte Jahr, bis er seine Beine wieder beugen konnte und mit den Armen kommt er immer noch nicht über Kopfhöhe. Neben diesen alten Verletzungen leidet McCain auch an einem bösartigen Hautkrebs, der in bereits drei mal zu schaffen machte. Nach eigenem Bekunden fühlt er sich allerdings fit fürs Amt.
Seit seiner Niederlage in den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2000 gegen George Bush den Jüngeren, ist der „Maverik“McCain politisch schwer festzulegen. Im 2000er Wahlkampf gegen George Bush präsentierte er sich als „liberale Alternative“ zu Bush. Sein Abstimmungsverhalten als Senator war allerdings erzkonservativ und sein einzig „liberales“ Moment war seine schlechte Beziehung zur Religiösen Rechten. Er nannte dass Sprachrohr Gottes Jerry Falwell 2000 einen „Agenten der Intoleranz“ – damit war klar, er würde die Vorwahlen gegen Bush verlieren. Dies kam auch so, nachdem sich sämtlicher Dreck über ihm ergoss – seine Frau sei drogensüchtig, er sei schwul und von den Kommunisten während der Folter in Vietnam zu einem „Manchurian Candidate“ gemacht wurden – ein Wunder, dass Bush sich mit ihm ohne Personenschutz traf. Im Jahre 2005 hat McCain seinen Fehler endlich eingesehen und musste verblüfft feststellen, dass Falwell gar nicht so übel und schon gar kein „Agent der Intoleranz“ mehr sei. Auch für andere Positionen der christlichen Rechen fand er plötzlich Sympathien. McCain weiß, dass er relativ einfach Präsident werden kann, aber bei den Vorwahlen muss er gegen die christliche Rechte bestehen – da liegt sein Problem und dieses Problem hat er anscheinend 2008 gemeistert.
Wer will, dass sich nichts ändert, muss McCain wählen. Mit seinem hohen Alter ist McCain ein mit allen Wassern gewaschener Politprofi. Vor 9/11 versuchte er das liberale Korrektiv zu George Bush darzustellen, nach 9/11 überholte McCain ihn bellizistisch auf dem Standstreifen, peitschte den Senat für den Afghanistan-Krieg, die Home-Security Gesetze und schließlich den Krieg gegen Irak ein. Dabei steckte auch McCain, der im Militär-Ausschuss des Senats sitzt und demnach wissen musste, welche Qualität die „Beweise“ über Saddams WMDs hatten, vor keiner noch so dreckigen Lüge zurück, um sein Land in den geliebten und lang ersehnten Krieg zu schicken. McCains Hauptkritikpunkt an Bush und vor allem an Rumsfeld war die Truppenstärke. McCain hätte sich von Beginn an drei mal so viele US-Soldaten im Irak gewünscht. Er war konsequenterweise auch der größte Unterstützter von Bush „Surge-Strategie“. Ohne McCains unerbittlichen Einsatz hätte es Bush sehr schwer gehabt, 2004 ein zweites Mal die Wahl zu gewinnen.
McCain bezeichnet den Islamismus als „überweltliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts“, kündigt auf Wahlkampfveranstaltungen an, es werde weitere Kriege geben. Auf die Frage, wie man mit Iran umgehen solle, singt er schon mal lustig „Bomb bomb bomb bomb Iran“ zur Melodie des Beach Boys Klassikers „Barbara Ann“. Wenn es einen Kandidaten gibt, der für “Krieg” steht, dann ist dies McCain. Dies kommt, allen Aussagen der Amerikaner zum Trotz, auch hervorragend an. Bei den Wählern, für die die Themen “Terrorismus” und “Irak” am wichtigsten sind, liegt McCain weit vor seinem wichtigsten Konkurrenten Romney. Umgekehrt sieht es aus, wenn es um das Thema “Wirtschaft” geht – hier hat McCain nicht all zu viel zu bieten und liegt weit hinter Romney. Vielleicht reicht es daher am “Super-Tuesday” sogar für eine Senation. Durch die schwache Wirtschaft und die drastischen Meldungen bezüglich einer möglichen Rezession in den letzten Wochen, könnte Romney vielleicht noch wichtige Stimmen aufholen.
Die NeoCon-Elite hat sich wohl oder übel bereits mit McCain abgefunden. Schon im letzten Jahe, als nahezu alle Ratten das sinkende NeoCon-Schiff verließen, sind bedeutende “Vordenker” auf McCains Seite gewechselt. Sein aussenpolitischer Berater ist das PNAC-Urgestein Randy Scheunemann, seines Zeichens Präsident des “Committee for the Liberation of Iraq” und ehemaliger Berater von Donald Rumsfeld. Ein weiterer “neuer” Freund von McCain ist Bill Kristol, Chefdenker der NeoCons. Diese Freundschaft ist gegenseitig – heute gab Kristol in der New York Times eine denkwürdige Wahlempfehlung für McCain:
If, by contrast, McCain wins the presidency — and all the polls suggest he’d be the best G.O.P. bet to do so — he’ll be able to shape a strong American foreign policy, nominate sound justices and fight for parts of the conservative domestic agenda.
Sollte jedoch, McCain die Präsidentschaft gewinnen – und die Umfragen, die sagen, dass er der aussichtsreichste Kandidat der Republikaner ist, legen das nahe – wird er in der Lage sein, eine starke amerikanische Außenpolitik zu formen, tüchtige Oberste Richter zu nominieren und Teile der konservatien innenpolitischen Agenda durchzukämpfen.
Wie sagte einst Lenin? Sag mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.
Jens Berger
Bildnachweis: Wikicommons
Kategorien: Ausland US-Wahlen 08 USA
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Ich glaube die NeoCons können sich nur deshalb mit McCain arrangieren, weil die Alternativen derart dürftig sind. (Man darf nicht vergessen, dass sie ihn bei seinem letzten Anlauf bis aufs Blut bekämpft haben.) Aber so einen willigen Erfüllungsgehilfen wie George Walker gibt es diesmal nicht. Romney starrt nur wie das Kaninchen auf die Umfragewerte und würde ihnen bei irgendwelchen unpopulären Aktionen sofort abspringen. McCain forderte mehr Truppen im Irak und verkündet auch jetzt die bittere Pille von den “100 Jahren”, die es noch dauern könnte.
Man könnte auch sagen der Subtext lautet: Wenn schon, dann auch richtig!
Im Irak würde das natürlich für weiteren Ärger mit der muslimischen Welt Sorgen – schließlich ist eine der Ursachen des Ganzen die Truppenpräsenz der Amis in Saudi-Arabien.
“Echte” Militärs wie McCain ziehen aber normalerweise nicht so euphorisch und blind in neue Kriegsabenteuer wie die jetzige Regierung. Sein großer Vorteil: er ist kein alter Schreibtischtäter wie Rumsfeld und Cheney.
Fox News hat auch diesmal wieder die ganze Zeit versucht ihn abzuschießen. Was wäre denn passiert, hätte er sich klar gegen die Iran- und Islamophobie gestellt? Ohne dumpfe Töne wird man nunmal nicht Prasidentschaftskandidat. Bei der Frage, was davon in die Regierungsarbeit einfließen würde, muss man abwarten. Echte Sorgen machen mir (nach Bush) bei den jetzigen Kandiaten nur Hillary Clinton (die neue Thatcher?) und Mike Huckabee (Jesus lebt! – und ich habe ihn gesehen).
Zudem ist er der einzige Republikaner (neben Ron Paul), der nichts von Folter hält.
Moin Spiegelfechter,
ich schätze Deine Berichte sehr. Leider ist mein Englisch ziemlich schlecht, so das ich manchen englischen Abschnitt in Deinem Text nicht ganz verstehe. Ist es möglich, die Übersetzung darunterzuschreiben? Wäre klasse, vermutlich auch für andere Leser.
Gruß Elvloots
@ElvLoots
Kein Problem ;-)
@all
Gerade ist mir noch ein interessanter Artikel des “Steinzeitkonservativen” Pat Buchanan in die Hände gefallen, der gar keinen Gefallen an McCain findet:
The Great Betrayal
@Armin
Nun ja – ich schätze seine Haltung zum Thema “demokratisierter Naher Osten” schon wesentlich schärfer ein, als Du. Iran betreffend, ließ er sich z.B. auch nicht treiben, sondern war der Treiber. Auch in puncto Irak war er Treiber – nur (wie Du richtig sagst) wollte er es alles ein wenig umfangreicher angehen.
Was Deine Meinung zu Ms. Clinton angeht, so teile ich sie. Mehr dazu morgen … so Bob will ;-)
Der lustige Redneck-Guru Rush Limbaugh ist offensichtlich vor kurzem mal in die Zivilisation empor gestiegen und schreibt dazu auf seiner Internetseite:
“Everybody seems to hate Romney. I think they’re just jealous, you know, when that kind of hatred comes up. I think in McCain’s case he hates him because he runs ads that tell the truth about McCain’s record, but more interesting to me, why all these types love McCain. I figure it’s gotta be the POW story, they find that honorable, but I also think that they hate Bush, and McCain hates Bush, or McCain’s opposed Bush in a whole lot of things. Plus, McCain is on their side of the aisle a lot of times on issues. I also think, this is tough, because it’s all anecdotal, but a couple people made mention of the fact that they feel safer as Americans with a guy like McCain in the Oval Office in case there’s another attack, which does not bode well for Hillary. So I think that’s part of it, too.”
http://www.rushlimbaugh.com/home/daily/site_013108/content/01125107.guest.html
Menschen, die Limbaugh nicht mag. können so schlecht nicht sein…
Von der McCain-Seite:
“John McCain believes Syria and Iran have aided and abetted the violence in Iraq for too long. Syria has refused to crack down on Iraqi insurgents and foreign terrorists operating from within its territory. Iran has aided the most extreme and violent Shia militias, providing them with training, weapons, and technology that they have used to kill American troops.
The answer is not to enter into unconditional dialogues with these two dictatorships from a position of weakness. The answer is for the international community to apply real pressure to Syria and Iran to change their behavior. The United States must also bolster its regional military posture to make clear to Iran our determination to protect our forces in Iraq and to deter Iranian intervention in that country.”
Auch für mich klingt das natürlich nach Sabelrasseln – aber (und natürlich kann ich nur hoffen) es klingt auch nach einer eher defensiv ausgerichteten Haltung.
@6: Nun ja, wie defensiv das ist, steht für mich schon in Frage. Wenn man schon gezielt Truppen für die Verteidigung gegen den Iran abstellt, ist der Schritt zum “großflächigen Ausbau” einer “Interventionstruppe” wohl nicht allzu groß.
Das Problem ist halt nach wie vor das Weltbild. Das ganze Arabergesocks ist halt niemand, mit dem man irgendwie vernünftig reden kann, denen muss man schon erst mal die Kanone auf die Brust setzen oder am besten zwingt man sie gleich in die Knie. Keine Schwäche zeigen und so. Das gibt ja auch wieder Arbeitsplätze und so. Erst mal bei Lockheed und dann bei den Internationalen, wenn mal wieder mal ein Land zusammengeflickt werden darf, in dem der Ami drin war.
Sorry, Polemik. Eigentlich mag ich ja Amerika. Tolles Land. Zur Zeit gehen die mir nur tierisch auf den Sack mit ihrer ewigen Starker-Mann-Markiererei. Mal schaun, ob die Wahlen was bringen.
Bei dem Namen McCain war doch was:
http://www.youtube.com/watch?v=E5ENwej0fpc
Keep up the good work SF!
salvatore
Moin Spiegelfechter,
aufschlussreicher Artikel. Einige Sachverhalte waren mir geläufig, andere weniger.
Daher vielen Dank!
Eine Frage habe ich allerings noch, was hat es von Deiner Seite mit dem regelmäßigen bezeichnen von Hillary Clinton als “Miss Clinton” auf sich? Die ist doch verheiratet, also wenn schon, Misses Clinton (ich weiß ist ‘ne Korinthe) oder habe ich den Insider vorher verpasst? Nett gemeint ist es doch sicherlich nicht, oder (wobei ich die milde ausgedrück auch total daneben finde)?
[Off Topic Modus on]Übrigens Paul Krugman findet ihren Gesundheitsplan deutlich besser als den von Obama, auch wenn er vermutet, dass er sich nicht politisch durchsetzen lassen wird.[Off Topic Modus off]
PS: Für’s Lenin zitieren, egal wie häufig der Recht hatte, wirst Du heute noch virtuelle Dresche beziehen. Wollen wir wetten? ;)
@PttP
So wie ich das jetzt verstanden habe, wird Mrs. für verheiratete Frauen verwendet, Miss bzw Ms für verheiratete und unverheiratete…
Christian
@PttP
-> Miss, Misses oder Mistress?
Hillary Clinton ist eine “Wahl”-Südstaatlerin und nebenbei eine selbstbewusste (ältere) Dame, die gesellschaftliches Ansehen hat. Für so jemanden wäre im vorletzten Jahrhundert die Anrede “Miss” üblich gewesen und an diesen aristokratischen Südstaatenhabitus will ich erinnern. Wo ihr aber recht habt: Miss Clinton ist falsch, da sie keine geborene Clinton ist.
@9 PttP
Dies war wohl ein strategischer Fehler von Obama – weder er,noch Miss Clinton werden ihren Gesundheitsplan durchsetzen können, da hätte er auch das Blaue vom Himmel versprechen können … aber ne, dann wäre er in den Staaten ja so etwas wie ein Kyrptokommunist ;-)
@ 7 David:
Schon mal den Boeing-Werbespot gesehen, wo sie damit werben, wie sicher ihre Militärmaschinen die Welt machen? Toll!
Natürlich hätte ich lieber jemand anderen als nächsten US-Präsidenten. Oder zumindest McCain2000. Aber erstens fragt mich ja niemand und zweitens wird es John Edwards nun definitv nicht mehr…
Ich würde Obama bevorzugen. Bei der Frage Hillary Clinton vs. John McCain jedoch drücke ich eher McCain die Daumen. Frau Clinton stünde wahrscheinlich binnen 24 Stunden mit ihren Soldaten im Iran…
Zum Thema McCain und Romney:
http://www.youtube.com/watch?v=8ZjtFNktPLA
zu den militärischen Wurzeln des McClains Clans
scheinbar wissen viele Menschen wieder nicht, wem sie ihre Stimme geben
“Not only were his parents—father and grandfather in the military, but his father used to go around giving these lectures about how, you know, the naval gap between the US and the Soviet Union was threatening democracy, how we—his nickname was Mr. Sea Power. You know, he would recite British colonialist poetry around the dinner table. They were constantly talking about the necessity for just a huge US navy to guarantee the world’s security. That is the background that John McCain was just marinating in from the time he was a child. And for much of that period, whenever his father or grandfather was not out at sea, they were living on Capitol Hill, usually in some Washington, D.C. capacity. So he was sitting around the breakfast table with senators and congressmen from the time he was a kid. There’s this big notion that he’s a man of the people, which is actually the name of a biography of him, when in fact, down the line, he’s been very much an elitist his entire life, for both good and for ill. He has just been surrounded by, you know, top historians, top senators and congressmen and top military brass.
But this tradition that he comes from is incredibly interventionist and expansionist. It’s really interesting that in the primaries so far, if you look at the exit polls, among people who voted in the GOP primaries who consider themselves antiwar, anti-the-Iraq-war, and among voters who consider themselves angry at George Bush—and that’s a quote—and among independents, McCain is beating his opponents by two-to-one. If you actually look at people who describe themselves as just Republicans, McCain has not yet won a single primary. So he is basically winning the GOP primaries on the back of the antiwar vote, when in fact he would be the most explicitly interventionist president since Teddy Roosevelt, and he certainly makes George Bush look gun-shy by comparison.”
http://www.democracynow.org/2008/2/4/the_myth_of_a_maverick_matt
@Spiegelfechter
Jo, jetzt ergibt es Sinn.
Ack auch was die Aussichten der Umsetzung eines Universal Health Care Plans in den USA angeht.
Eher bekommen wir hier den allgemein gültigen Mindestlohn von 8-9 Euro und ein Tempolimt 120 auf der Autobahn.
Werde nie vergessen wie Robert Novak damals noch bei CNN also sog. Experte in Anspielung auf Howard Dean meinte: “that guy from the Peoples Republic of Vermont”.
Bizarr, absolut bizarr.
Ach so sowas ähnliches haben wir ja auch…den angeblichen Linksruck. Verflucht nur ich merk davon nix.
@salvo
Yep, eine richtige Schlussfolgerung. McCain hat das echte Kunststück geschafft, dass es genau die Kriegsgegner und Kriegstreiber sind, die ihn wählen – ziemlich “strange” das Ganze.
Meine persönliche Hoffnung (im Angesicht einer möglichen Präsidentin Clinton) war ja eigentlich ein Republikaner, der es (analog zu Nixon) schaffen würde, die Truppen aus Nahost abzuziehen (z.B. Giuliani). Damit ist es jetzt vorbei. McCain will die Truppen nicht abziehen, Clinton will und kann dies nicht Obama mag es zwar vielleicht wollen, kann es aber nicht. Der Krieg wird also endlos weitergehen :-(
@ 16 Spiegelfechter:
Ich glaube nicht, dass Giuliani irgend jemanden abgezogen hätte. Noch nicht mal kurz bevor er über ihren Köpfen die A-Bombe geworfen hätte, hätte er “seinen” Soldaten ein Rückfahrtticket gegönnt. Frag’ mal New Yorker Feuerwehrleute und Polizisten.
@17 Armin
Giuliani ist ein eitler Geck und ein Opportunist vor dem Herrn, aber er ist willensstark und aktionistisch – hätte er sich von einem Abzug PR und Stimmen versprochen, so hätte er ihn durchgezogen (gegen das rechte/NeoCon Establishment). Natürlich spielen die Soldaten da nur eine Statistienrolle, es ginge nur um ihn, seine Wiederwahl und seinen Platz in der Geschichte.
Aktionistisch? Wie wahr… http://www.youtube.com/watch?v=ldUSa0tYdLw
@sf
nach Matt Welch ist McCain das Produkt der Medien schlechthin, ein Mythos
“Before you get to any of that, you have to peel back all of these incredible layers of mythology that have happened– been erected around him by a largely adoring press. He is probably the most adored Republican by the media of the last 25 years, if not 30 or 40. It is astonishing how much he is liked. He has been given endorsements in something like 90% of the top newspapers in the country that have endorsed Republicans in the primaries.
So, I mean, just the idea that he is a big man of the people, totally mythological. He is very much an elitist in stead. The idea that he is some kind of a preternatural straight talker, this is not true…..”
seine Nähe zu den Neocons (laut Welch) rührt daher, dass er noch vor Bush die Idee der USA als ‘Weltpolizisten’, also einer militaristischen und interventionistischen Außenpolitik adaptierte
@Armin
Ein YouTube Clip einer Komikertruppe? Nun ja ;-)
Na gut, ich habe auf die Schnelle keinen besseren Clip gefunden. Aber Guliani hat wirklich wiederholt gesagt, er wolle den Iran bombadieren. Auch mit der Atombombe. Und in einem Interview mit dem Oberkomiker Bill O’Reilly beharrte er darauf, nur den Meinungsumfragen zu folgen, die er für richtig halte. Das erinnert mich stark an den “Decider”…
zumindest soll einer seiner Berater, der Neocon Podhoretz, das gesagt haben
“A senior foreign policy adviser to the Republican frontrunner Rudy Giuliani has urged that Iran be bombed using cruise missiles and “bunker busters” to set back Teheran’s nuclear programme by at least five years.”
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/10/27/wbomb127.xml
und nach dieser Quelle meint Podhoretz, dass Giuliani das ebenso sieht
http://matthewyglesias.theatlantic.com/archives/2007/08/would_rudy_giuliani_bomb_iran.php
Gut, McCain ist also deiner Auffassung nach wenig geeignet, gut, nach meiner auch. Er ist eher konservativ-rechts, wundert mich beim republikanischen Kandidaten jetzt eher weniger. Zumindest sagt er ehrlich, wie er zum Irak-Konflikt steht und hat nicht, wie Clinton oder Obama bis Mitte letzten Jahres alle Entwürfe für den Krieg durchgewunken um dann auf der Zielgerade wieder populistisch dagegen zu wettern.
Warum man sich über seine Behinderungen aus der Folter amüsieren soll wird mir dennoch nicht klar .. Humanismus nicht für Konservative?
Serientipp für heute, die Southparkfolge “Vote or Die”, die entsetzlich realistisch das Demokratieproblem karikiert.
@Ralf
Wo amüsiere ich mich denn?
Wo ist der Unterschied zwischen Rudy Giuliani und George Bush?
http://www.youtube.com/watch?v=aenmPc-zCyY
Zum Thema “Bomb Iran” gibt es dieses nette Machwerk zu bestaunen:
http://www.youtube.com/watch?v=s6X8qYcJdvA
Was ist das denn für ein Terrorkanninchen (das letzte Bild)?
Ich meine – OK – wir sprechen über ein Land, in dem auch drittklassige Westernschauspieler Präsident werden und wo Leute wie Bush “gewählt” werden – aber gibt es nicht auch bei Psychosen Zulassungsgrenzen?
Nachher beisst der den pöhsen PinnLaden noch zu Tohode …
Man muss aber McCain zugute halten, dass er vom Anfang an gegen Guantanamo war.
@Neuraum
Sicher – dieses “Alleinstellungsmerkmal” habe ich absichtlich weggelassen, da ich es eigentlich selbstverständlich finde.
@SF (Guantanamo)
Ich finde es erschreckend, dass es nicht mehr selbstverständlich ist. Die Salami wird immer kürzer.
Das ist eben genau der Punkt, den ich meine: McCain hat noch ein paar dieser Selbstverständlichkeiten. Keine Folter, kein Guantanamo…
Bei den anderen Kandidaten ist leider nichts mehr selbstverständlich.
“Hillary Clinton ist eine “Wahl”-Südstaatlerin und nebenbei eine selbstbewusste (ältere) Dame”
?? Senator(in) von New York, in Chicago geboren, Studentin an Wellsley – eher eine klassische Nordstaatlerin. Meine Prognose: Obama gewinnt heute die Suedstaat-Vorwahlen (Florida ist kein echter Suedstaat).
@DavidV
Gattin des Gouverneurs von Arkansas – Du weißt doch, alte Chauvinisten, wie ich einer bin, definieren Frauen über ihre Männer ;-)
Ich schätze (und hoffe) übrigens auch, dass Obama (nicht nur) die Südstaaten holt.
@Jens
geile Informäischen, besonders Du und Armin (und salvo und Schwitzig und …), das mit Miss, das Thema hatten wir ja auch ‘mal, iss genial, dieserart an ihre arrogante Südstaatenherkunft zu erinnern … Lob, Lob, Lob!
Grüße
Vogel
PS.: Miss C. wird nicht binnen 24 h im Iran stehen, das geht nicht mehr, keine ammunition any more, not enough vehicles etc. Was glaubt Ihr, warum Rummmmsfeld den Krieg via Blackwater & Co. privatisiert hat, nicht nur wegen der Folgelasten für die (privaten) Invaliden …
“McCain kam mit ein paar Splittern im Hintern davon.”
aus dem davor angegebenen Link: “He barely escaped.”
“Da ein echter Patriot sich von so etwas nicht nieder kriegen lässt, bat McCain gleich nach dem Vorfall um Versetzung, um den Charlie richtig einheizen zu können.”
Das hat zu dem Vorfall gesagt: “It’s a difficult thing to say. But now that I’ve seen what the bombs and the napalm did to the people on our ship, I’m not so sure that I want to drop any more of that stuff on North Vietnam.”
@Feynman
Und das steht in seinem Buch:
“[] McCain was upset with the idea of waiting that long. An officer from the USS Oriskany requested volunteers for combat duty aboard his ship. They had lost a number of pilots and were undermanned. McCain signed up immediately. [] On Sept. 30, 1967, McCain requested immediate duty on the Oriskany.The Oriskany during Operation Rolling Thunder lost 38 pilots and 60 aircraft. In 1967 alone one third of the squadrons pilots were either killed or captured. Of the 60 planes lost 29 were A-4s. Every one of the original fifteen A-4s were destroyed. It was indeed a very dangerous ship for McCain to transfer to.”
@Spiegelfechter
Zum meinem McCain-Zitat: Das hat er (lt. Wikipedia) 1 oder 2 Tage nach dem Feuer gesagt.
@Feynman
Ja ja, ich weiß – aber seine “sentimentale” Ader scheint ja nicht lange gehalten zu haben, wenn er sich wenige Tage später freiwillig auf einen Träger versetzen lässt, dessen Piloten extra harte Aufgaben zu erfüllen haben.
McCain, der nächste US-Nazi. Massenmörder, ungebildet und gewalttätig. Einfach der nächste Betreiber eines ‘Projekt Weltherrschaft’. Kennen wir Europäer und Asiaten zur Genüge aus der Geschichte und deshalb kann man solche Typen eigentlich nur hassen.
@antonym
Warum gleich so extrem? Er ist ein gemäßigt konservativer Politiker mit recht konkreten Vorstellungen einer “richtigen” Sicherheits- und Außenpolitik – so wie alle US-Präsidenten seit Roosevelt (wenn man Carter mal herauslässt, der keine konkreten Vorstellungen hatte). Bei ihm weiß man, woran man ist. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Miss Clinton, die militärisch ebenfalls “proakitv” denkt, aber unduchschau- und unberechenbar ist. McCain wird ein typischer US-Präsident werden, da ist mir nicht bange. Wer hat die USA aus Vietnam heraus geholt? Richtig – Nixon, ein waschechter Konservativer. Kennedy, Johnson oder McGovern hätten dies nicht getan. Also, abwarten.
“Kennedy, Johnson oder McGovern hätten dies nicht getan”
McGovern waere in Vietnam geblieben? I don’t think so…
@DavidV
OK – das ist hypothetisch. Hätte er es gekonnt? Wollen ist das eine, können das andere.
Aktuelles zu McCain
“We speak with investigative reporter Robert Dreyfuss about Senator John McCain’s vision for foreign policy. “McCain is drawing up plans for a new set of global institutions,” Dreyfuss writes, “from a potent covert operations unit to a ‘League of Democracies’ that can bypass the balky United Nations, from an expanded NATO that will bump up against Russian interests in Central Asia and the Caucasus to a revived US unilateralism that will engage in ‘rogue state rollback’ against his version of the ‘axis of evil.’ In all, it’s a new apparatus designed to carry the ‘war on terror’ deep into the twenty-first century.””
http://www.democracynow.org/2008/3/26/a_century_in_iraq_replacing_un
und hier
http://www.thenation.com/doc/20080324/dreyfuss