Mama Warbucks – die Unvermeidliche
geschrieben am 05. Februar 2008 von Spiegelfechter
Der heutige Tag – „Super Tuesday“ – könnte entscheidend für den Gang der Weltpolitik in den nächsten vier oder gar acht Jahren sein. Während der Präsidentschaftskandidat der Republikaner mit John McCain schon festzustehen scheint, steht es bei den Demokraten Spitz auf Knopf. Und alleine dies ist bereits eine kleine Sensation, stand Hillary Clinton, parteiintern auch gerne „die Unvermeidliche“ genannt, doch noch bis vor ein paar Wochen uneinholbar weit vorne in den Meinungsumfragen. Spätestens seit den Vorwahlen von Iowa sind die Vorwahlen der Demokraten ein echter Zweikampf geworden, in dem Obama in den jüngsten Umfragen aufgeschlossen hat und in den letzten beiden Umfragen von CNN und Cook bereits an Miss Clinton vorbeigezogen ist.

Obama steht für „das Neue“, den Wechsel, während Clinton für das Establishment steht – zumindest ist es dies, was Obamas Wahlkampfstrategen vermitteln wollen. Falsch ist dies allerdings keinesfalls – wenn man sich die Bereiche der Politik anschaut, die für Europa und die Welt am wichtigsten sind, so wird man sehr schnell desillusioniert, wenn man denkt, mit Hillary Clinton könnte sich etwas zum Guten ändern.
Außen- und militärpolitisch liegt Frau Clinton mit ihrem republikanischen Konkurrenten McCain nahezu auf einer Linie. Auch zwischen sie und den amtierenden Präsidenten passt noch nicht einmal eine Ausgabe des “Weekly Standard”. Während seiner Amtszeit konnte Bush stets auf Hillary Clinton als treue Unterstützerin der „gemeinsamen Sache“ zählen – auch wenn sie sich gegen ihre eigene Partei durchsetzen musste, Hillary Clinton hat stets im Sinne der Falken und Kriegstreiber gestimmt.
Clinton unterstützt Waffenlieferungen in Staaten mit autokratischer Führung, wie Ägypten, Saudi-Arabien, Pakistan, Aserbaidschan, den Tschad und andere. Sie weigert sich standhaft, die Forderung nach einem Verbot von Landminen zu unterzeichnen. Sie war eine der wenigen Demokraten, die eine von ihnen eingebrachte Resolution nicht unterzeichnete, die die USA aufforderte, keine Cluster-Bomben in Länder zu liefern, die diese Bomben gegen Zivilisten einsetzen. Einwände der Menschenrechtsorganistionen Amnesty International, Human Rights Watch und anderen, Israel würde im Libanonkrieg 2006 gegen das Kriegsrecht verstoßen, wurden von ihr barsch abgeblockt. Clinton lobte Israel indes, für dessen “Werte und den Respekt vor der Würde und den Rechten von Menschen”.
Das US-Militärbudget steigt in diesem Jahr auf sagenhafte 515 Mrd. US$ – das sind 1.712 US$ im Jahr pro Amerikaner, vom Säugling bis zum Greis. Zum Vergleich: Das keineswegs pazifistische Deutschland kommt mit 344 € pro Jahr und Kopf aus. Aber selbst dieser Horroretat reicht Clinton nicht aus – sie stimmte nicht nur jedem Wunsch Bushs nach Erhöhung des Militäretats zu, sie forderte sogar einen noch höheren Etat, als es selbst Bush wollte. Für den Fall ihrer eigenen Präsidentschaft, kündigte sie frank und frei weitere Ausgabenerhöhungen in den nächsten Jahren an. Kein Wunder, dass der „militärisch-industrielle Komplex“ zu ihren eifrigsten Wahlkampfspendern zählt. Bei der Village Voice hat ihr dies bereits den Spitznamen „Mama Warbucks“ eingebracht.
Außenpolitisch zählt Clinton zu den Falken. Während sich Obama beispielsweise bereiterklärte, sich mit Chavez, Castro und anderen „umstrittenen“ Staatsmännern zu treffen, um Probleme zu bereden, hielt Clinton diesen Ansatz für „unverantwortlich“ und „offen gesagt naiv“. Miss Clinton muss es wissen, zählt sie doch ganz sicher nicht zu den Denkern, sondern zu den „Doern“, die immer sehr überzeugt von sich und ihren Aktionen sind und sich auch im nachhinein nie entschuldigen, wenn es herauskommt, was die „Doer“ mal wieder verzapft haben. Neben dem Irak-Krieg war Muss Clinton die Chefeinpeitscherin hinter ihrem Mann, deren Idee auch die Bombardierung des Kosovos war.
Aktionen wie diese, werden von ihr ohne wenn und aber verteidigt, auch wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass sie falsch waren. Sie verteidigt auch noch heute die mehrfache Bombardierung Afghanistans, die Bombardierung einer pharmazeutischen Fabrik im Sudan – dort wurden 50% der dortigen Antibiotika und Impfstoffe herstellte – und die Bombardierung Iraks im Jahre 1998 (Operation Desert Fox). In keinem dieser Fälle erklang je auch nur der Hauch eines Unrechtsbewusstseins, im Gegenteil – mit verfemten, kalten Lügen baut sie sich Scheinrealitäten auf, die der Wähler irgendwann nicht mehr von der wirklichen Realität unterscheiden kann.
Bezüglich Lateinamerikas hält es Miss Clinton Bush vor, zu sanftmütig zu sein und wegzuschauen, wenn es darauf ankommt, Härte zu zeigen. „Wir müssen zurückkehren, zu einer Politik der energischen Einmischung“ – sie lässt zwar offen, was sie damit konkret meint, aber wenn man weiß, was US-Politiker jahrzehntelang unter energischer Einmischung verstanden haben, kann man für die Südamerikaner nur hoffen, Obama setzt sich durch.
Miss Clinton schließt nichts aus (außer dem Dialog), um sich nicht ihrer Optionen zu berauben. Als Obama im August anmerkte, dass Nuklearwaffen kein geeignetes Mittel seien, um gegen Terroristen vorzugehen, erhielt er von ihr prompt eine Breitseite – „ein Präsident sollte nichts ausschließen, wenn es um die Nutzung von Atomwaffen geht.“
Neben ihrem Mann gibt es nur eines, dem sie alles vergibt und verzeiht: Israel! Israelische Siedler bauen entgegen jeglicher multilateraler Abkommen neue Siedlungen im Westjordanland? Das findet Frau Clinton ganz in Ordnung so. Israel baut eine befestigte Mauer mitten durch palästinensisches Gebiet, die Palästinenser von Palästinensern trennt? Frau Clinton verteidigt diese Maßnahme aufs Schärfste – die Leidtragenden seien ja keine Palästinenser, sondern Terroristen. Na wenn dem so ist, gut das Frau Clinton 1961 noch zu jung war, um politische Statements abzugeben. Auch Israels Krieg gegen den Libanon im Jahre 2006 hat Miss Clinton in den allerhöchsten Tönen gelobt und jede offensichtliche Lüge der Israelis wurde von ihr 1:1 übernommen und weitergeplärrt. Sogar nachdem ein Untersuchungsbericht der israelischen Regierung und dem Militär schwere Versäumnisse ankreidete, verteidigte Clinton noch beide. Nur keine eigenen Fehler eingestehen und immer mit dem Kopf durch die Wand und sei es durch Lügen.
Ein Paradebeispiel für dieses Verhalten ist Clintons Einstellung zum Irak-Krieg, die keinesfalls ambivalent ist, wie es ihr einige Kritiker vorwerfen, sondern sehr stringent – stringent bellizistisch. Hillary Clinton ist die demokratische Senatorin, die Bushs Irak-Politik am überzeugtesten mitgetragen hat. Schon 1998 war sie eine der glühenden Verehrerinnen von Bombardierungen – hinter den Kulissen unterstützte sie die „Operation Desert Fox“, eine brutale viertägige Bombardierung Iraks, deren Motive erlogen waren und deren eigentliche Aufgabe es war, vom zeitgleichen Lewinski-Skandal abzulenken.
In der Folgezeit gehörte Hillary Clinton zu den Protegés Ahmad Chalabis, einer der Urheber von unzähligen Lügenkampagnen, die letztendlich zum Krieg führten. Sie zeigte sich stolz, dass ihr Mann, auf Chalabis Rat hin, die Politik vom „Containment“, welches recht gut funktionierte, hin zum „Regime-Wechsel“ geändert hat. Diesen Kurs ging Bush weiter – mit Clintons ungeteilter Unterstützung. Jede Lüge, die von Bushs Administration und den Geheimdiensten kam, wurde von Clinton nachgequakt und verinnerlicht. Sie war der einzige(!) demokratische Senator, der alle drei Lügen anerkannt hat – Irak habe ein ABC-Waffen Programm, Trägerwaffen mit großen Kapazitäten und Verbindungen zu Al-Quaida, Einwände von Friedensgruppen und Kirchen wurden von ihr abgeblockt. Hillary Clinton war zu dieser Zeit nichts anderes, als eine Marionette der NeoCons.
Daran hat sich indes wenig geändert – „Scheitern ist keine Option“, so klingt es markig aus ihrem Munde. Sie hat sich nie für ihre Kriegshetze, die Verbreitung von Lügen und die daraufhin getroffenen Fehlentscheidungen, die 650.000 Irakern das Leben gekostet haben, entschuldigt. Stattdessen beharrt sie darauf, selbst nur ein Opfer von geheimdienstlichen Fehlinformationen gewesen zu sein. Es gab allerdings auch damals immer Zweifel an den Berichten, die jeder, der sie gelesen hatte, ernst nehmen musste. Clinton hat sogar bestätigt, dass sie die Berichte nicht selbst gelesen hat, sondern gebrieft wurde – natürlich weiß sie nicht mehr von wem.
Herr Clinton hatte keinen Sex und lässt deshalb Iraker bombardieren, Frau Clinton wurde von einem boshaften Vorleser getäuscht und lässt dafür ebenfalls Iraker bombardieren. Der Zwang, notorisch zu lügen und das Schicksal der Iraker – in der Familie Clinton haben diese beiden Dinge eine blutige Koexistenz gefunden.
Dass Hillary Clinton unter den progressiven Wählern der Demokraten nicht gerade eben beliebt ist, steht außer Zweifel. Sie wäre allerdings auch taktisch eine schlechte Lösung. Clinton polarisiert und sie ist mehr oder weniger die Kopie eines überzeugenden republikanischen Kandidaten. Warum sollte der Wähler eine indifferente und unberechenbare Kopie wählen, wenn er auch das Original in Gestallt von McCain wählen kann? Aller Umfragen sehen Obama als möglichen Sieger gegen McCain und Clinton als wahrscheinliche Verliererin gegen McCain. Wer McCain zum Präsidenten haben will, muss also Clinton in den Primaries wählen. Sollte sich Clinton durchsetzten, so könnte ein weiterer Effekt die Chancen der Demokraten schmälern – der Nader-Effekt. Es ist wahrscheinlich, dass der freie Kandidat Ralph Nader antreten würde, wenn die Demokraten eine derart unglaubwürdige Person wie Clinton nominieren würden und da McCain und Clinton sich kaum unterscheiden, wird Nader sicher recht ordentlich abschneiden können. Seine Stimmen gingen natürlich fast komplett auf das Konto von Clinton und McCain wäre der ungefährdete Sieger.
Da sollte man doch eher hoffen, dass die Demokraten doch Obama nominieren.
Quellangaben: Stephen Zunes: “Hillary Clinton on Iraq”, Stephen Zunes: “Hillary Clinton on International Law”, Stephen Zunes: “Hillary Clinton on Military Policy”. Alle erschienen bei Foreign Policy in Focus
Jens Berger
Kategorien: US-Wahlen 08 USA
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Die Zusammenstellung der letzten beiden Photos ist ja schön böse.
@ Siebhirn
Ja, aber sie bringt es auf den Punkt!
just for fun: http://www.youtube.com/watch?v=E5ENwej0fpc
and he will get Binladen http://www.youtube.com/watch?v=18OAsDwrS50
Das es noch dümmer, seniler und kriegslustiger geht, haette ich nicht für möglich gehalten… Seine Wahlergebnisse sind schlicht unglaublich…
Jo, da kann man ja nur noch auf OBAMA hoffen, dem ganz anderen Kandidaten des wechsels…
Hillary Warpig finde ich besser…
http://www.liveleak.com/view?i=cda_1202055979
@all
Kennt Ihr eigentlich eine vernünftige, übersichtliche Plattform, die live die Ergebnisse bringt?
Der CNN-Stream ist ja ok, aber es muß doch auch was webbasiertes geben.
Ach und eins noch….. go RON PAUL!
@transwarp
*rolleyes*
Meinst Du eigentlich, der Spuck ist morgen vorbei oder tritt der dolle Paul als unabhängiger Kandidat an? Wieviel Geld hat der eigentlich noch?
wozu CNN stream anschauen wenn man doch mit dem tvu player auch FOX News empfangen kann ;)
http://www.tvunetworks.com/
Also Main hat er schon so gut wie gewonnen;)
http://ronpaul2008.typepad.com/ron_paul_2008/2008/02/ron-paul-beats.html
Ich seh diesen ganzen Wahlzirkus mitlerweile wie der leicht verbitterte George Carlin: (besonders 1.55)
http://www.youtube.com/watch?v=0u6lCBnRoHQ
Ob Ron Paul das ganze nen bischen aufmischen kann, bleibt abzusehen…. würde mich freuen…
@transwarp
So so, Maine hat der gute Herr Paul so gut wie sicher ;-)
Wenn AP nicht lügt, hat Romney Maine ganz locker gewonnen. Aber hey – ein dritter Platz ist auch was tolles ;-)
Wenn Paul nicht für eine derart abartige Ideologie stehen würde, hätte ich an dem ganzen Zirkus um seine Person auch meine Freude.
Ron Paul link:
While most reports about this past weekend’s Maine Caucus focused on the purely symbolic presidential preference poll, in the meaningful race to secure delegates to the state convention Ron Paul is primed to finish second with likely 35 percent of the total delegates.
Dein AP link:
Mitt Romney coasted to a win in presidential preference
Hab zwar keine Ahnung was der “purely symbolic presidential preference poll” wirklich zu sagen hat…. aber was solls, abwarten und bier trinken;)
@tranwarp
Puh, das weiß ich jetzt auch nicht, was die Paulianer sich da ausgedacht haben ;-)
Laut CNN waren die Ergebnisse von AP für die Delegierten-Wahl maßgeblich und NTV schreibt sogar Paul war dort Favorit. Interessant, was ist an Maine so besonders? Gibt es dort so viel Superreiche?
Würde sinn machen, aber evtl. liegts auch da dran.
The states with the highest death rates(iraq,afghanistan) are little changed from when the Yonder last checked in May. Vermont, North Dakota, Nebraska, Montana, South Dakota, Wyoming, Alaska, Maine, Idaho and Arkansas have the highest death rates
2005
http://www.dailyyonder.com/iraq-war-deaths-concentrated-rural-america
@Spiegelfechter
Deine Eingangsfrage betreffend:
http://www.realclearpolitics.com/
Vielleicht ist es ja hilfreich.
@PttP
Danke, die Seite kenne ich, aber sicher hilft es einigen Mitlesern.
Mit Freude habe ich auch festgestellt, dass Phoenix im TV überträgt.
@Spiegelfechter.
Keine Ursache.
Ganz interassante pundit Runde gerade auf Fox News.
Über TVU Player (installieren und Zugang zum Netz ermöglichen – das war’s).
Bill Kristol (Neokonservativer, “Weekly Standard”) glaubt das Obama heute gewinnen wird.
Und noch eine interessante Analyse (wie die zukünftige Außenpolitik eines Präsidenten der Demokraten aussehen könnte und warum sich Clinton und Obama in dieser Hinsicht nicht so sehr unterscheiden) von K. Mellenthin (jW):
http://www.jungewelt.de/2008/02-05/023.php
Super Tuesday EARLY Exit Polls:
http://www.huffingtonpost.com/2008/02/05/super-tuesday-exit-polls_n_85176.html
Wenn das der Trend wird, dann “gute Nacht” Miss Clinton.
Jo, das schaut ja recht gut aus – ich weine Miss Clinton keine Träne nach ;-)
Wow Obama gewinnt die Mehrheit an Staaten (mittlerweile 12, H. Clinton 7), verliert aber in den großen (NY, California).
Delegierte: ganz knapper Vorsprung nur noch für Hillary Clinton – weil es nach Vernältniswahlrecht geht und nach Districts.
Hochinteressant (aus strategischer Sicht) war die Rede von Barack Obama. Die sollte sich jeder mal durchlesen bzw. angucken. Habe sie live gesehen.
Einige Zitate:
Die Kommentare auf der o.a. Seite sind sehr interessant.
weitere Quellen:
http://abcnews.go.com/politics/elections/delegates?ref=ipb
http://www.cnn.com/ELECTION/2008/primaries/results/dates/index.html#20080205
http://www.huffingtonpost.com/2008/02/05/super-tuesday-results_n_85159.html
http://youdecide08.foxnews.com/2008/02/05/super-tuesday-wins-by-candidate-and-state/
Auch wenn ich mich wiederhole – sehr interressant.
http://www.mydd.com/story/2008/2/6/03937/51637#commenttop
14 Staaten gewonnen, deutlich mehr Kohle, bei den Delegierten ein leichten Vorteil bzw. unentschieden. Und der Vogel kann reden. Ich hätte es ihm fast alles abgenommen. Hehe. ;)
Ändern wird er nicht viel für die Amis, aber zumindest ist mit dem die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß er nicht neue Kriege beginnt. Und vielleicht zieht er dann auch irgendwann (besser früher als später) die US-Soldateska aus Irak und Afghanistan ab.
Viel schlimmer kann es ja nicht werden.
http://www.cbsnews.com/sections/i_video/main500251.shtml?id=3796253n
Jeff Greenfield (CBS) erklärt das sehr gut. War auch damals bei CNN einer der besten, was die Analyse betrifft.
So das war’s jetzt aber für mich.
Lange Nacht gewesen. ;)
gerade gesehen, MoveOn.org unterstützt auch Obama
die Kampagne ruft dazu auf, Unterstützungsmails zu verfassen. Leseprobe:
“People who have never cared about politics before (such as myself) are becoming involved in the democratic process for the first time, because they refuse to settle for “politics as usual”. For the first time in my life, I have hope – hope that this country can truly ban together for a common purpose. ”
http://pol.moveon.org/endorse-o-thon/membersendorse.html
hmmm.. komisch
angeblich soll Clinton vor allem unter Frauen, Älteren, Latinos und Geringverdienenden Unterstützung haben, Obama bei den Schwarzen, jungen weißen Wählern und den ‘Besserverdienenden’. Die Unterstützung der Latinos für Clinton überrascht mich. Ob Obamas Hautfarbe bei den Lations eine größere Rolle spielt als bei Weißen?
http://www.slate.com/id/2183819/
@salvo
Anscheinend schon – divide et impera scheint zu funktionieren.
Starker Tobak, sehr pointiert formuliert – aber im Ergebnis stimmen wir überein. Diese Dame ist unsäglich!!!
Als Libertärer bin ich ja eigentlich von Haus aus auf Ron Paul verpflichtet, aber auch ich hoffe mittlerweile immer stärker darauf, daß Barack Obama à la longue das Rennen doch noch für sich entscheidet.
Er ist der inspirierendste und faszinierendste Politiker, den die USA seit Jahrzehnten aufzubieten haben, und das sagt mit mir einer, der mit Obama inhaltlich eine Menge Differenzen aufzuweisen hat!
Das erste, was er jetzt tun muß, um den Wiedereinzug der schrecklich netten Familie C. zu verhindern, ist eine Brücke bauen zu den entscheidenden Latino-Wählern. Hier hat er seine größte strukturelle Schwäche.
Naja, letzten Endes läuft es auf Pest oder Cholera hinaus, lauter liberale, lupenreine Demokraten da drüben….
@salvo und PttP
Ich teile den Obama-Optimismus nicht. Bei den restlichen Primaries muß er fast alle kleinen Staaten holen, da Clinton in den verbleibenden großen Staaten (Pennsylvania, Texas) eigentlich gesetzt sein sollte. Die größeren Südstaaten (Louisiana, North Carolina) sollte Obama holen Ich schätze mal, die Entscheidung fällt in den größeren Staaten des Ostens – Maryland, Virgina und Ohio könnten den Ausschlag geben. Und hier liegt Miss Clinton recht gut. Abwarten – mich würde es nicht wundern, wenn Obama in den nächsten Tagen seinen “Running Mate” aus dem Hut zaubert und der könnte dann Tim Kaine heißen, der in genau diesen Staaten Stimmen bringen könnte.
Worin besteht eigentlich der Witz diese Frau als Miss Clinton zu bezeichnen? Muss sich ja irgendwie um eine Verballhornung handeln.
Ich kann mir ja nicht verkneifen, an dieser Stelle mal aus dem Eulenspiegel zu zitieren (Ausgabe 2/08):
Preisfrage
Welches der in den Medien heiß diskutierten aktuellen Themen interessiert Sie am allerwenigsten? (Mehrfachnennungen möglich)
Die Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur in den USA
Der Caucus in den Vereinigten Staaten
Der Wahlkampf Barack Hussein Obamas
John McCain, Mike Huckabee und Mitt Romney
Wieviel Wahlkampfspendengeld Hillary Clinton gesammelt hat
Der Super-Dienstag
Ob Michael Bloomberg jetzt doch noch antritt oder nicht
Die Brüste der Gattin des Kandidaten der Republikaner,
der mal Schauspieler war, und die Frau von Dennis Kucinich
Zutreffendes bitte ankreuzen, das Ganze ausschneiden und an eine Zeitung Ihrer Wahl schicken!
Nach dem “Super Tuesday” ist ja anscheinend immer noch alles beim alten. Wenn das weiterhin so knapp bleibt, muss Hillary Obama demnächst wohl die Vize-Präsidentschaft anbieten.
Bis dahin: http://popschmecker.blogspot.com/2008/02/der-spiegel-gegen-barack-obama.html
@Spiegelfechter
Jeff Greenfield und Bob Schieffer (von CBS, sicherlich keine Obama Freunde) meinten die nächsten Wochen bis in den März hinein seien besonders günstig für Obama. In all diesen kommenden Staaten sei er der klare Favorit (angeblich wg. der demographischen, sozialen und ethnischen Zusammensetzung). Das würde bedeuten, daß er bis dahin bei den Delegierten (deutlich) vorne liegen und das immer wieder vielzitierte “Momentum” auf seiner Seite haben würde.
Ganz wichtig (wenn nicht entscheidend): er sammelt im Verhältnis 3:1 Spenden.
Ohio und PA sollen sehr umkämpft sein und ähnlich knapp wie Missouri werden. Und wenn der Typ im TV läuft (und das tut er ja rund um die Uhr), zieht er alle in seine Bann. Wie schon mal erwähnt, ich nehm ihm nix ab, aber darum geht es ja auch nicht nicht, die Wähler und Wählerinnen sollen ja glauben. ;)
Und wie man anhand von New Mexico sieht, er kann auch bei den Hispanics/Latinos punkten. Allerdings, in Texas ist die politische Machinerie auf Seiten von Miss Clinton.
Ich setze trotzdem auf Obama:
1. wegen der euphorischen Stimmung (die muss er natürlich aufrecht erhalten können)
2. wegen des Spenden.
3. weil er zweifellos außerordentlich charismatisch und rhetorisch genial ist (was zu siehe 1. führt)
4. weil er jung und “neu” ist (wofür er wenig kann), er und sein ganzes Auftreten ensprechen offenbar dem Zeitgeist.
Alles neben dem sieht “alt” aus und steht vemeintlich für puren Anachronismus (auch wenn die Menschen überwiegend positive Erinnerungen an die Regierungszeit der Clintons in den neunzigern haben).
Die Konsequenz wird sein, daß jetzt und mittelfristig viele taktisch denken und in sich gehen werden, wer John McCain wirklich schlagen kann.
@firefly
Guck mal in die Kommentare unter dem aktuellen John McCain Artikel. Da erklärt es der Spiegelfechter. Ich stand auch erst auf dem Schlauch. ;)
Jung, dynamisch, “we can do” usw klingt ja vielversprechend, aber ich hab da so meine Zweifel.
Hat Obama irgendwelche Leichen im Keller?
Bekannt ist ja dass er Mitglied der Trinity United Church of Christ-TUCC ist und diese wiederum hat ihren alljährlichen award 2007 ausgerechnet an einen gewissen Louis Farrakhan verliehen:
Zitat: Barack Obama is a member of Chicago’s Trinity United Church of Christ. Its minister, and Obama’s spiritual adviser, is the Rev. Jeremiah A. Wright Jr. In 1982, the church launched Trumpet Newsmagazine; Wright’s daughters serve as publisher and executive editor. Every year, the magazine makes awards in various categories. Last year, it gave the Dr. Jeremiah A. Wright Jr. Trumpeter Award to a man it said “truly epitomized greatness.” That man is Louis Farrakhan.
Was soll man davon halten?
Was soll mit Farrakhan sein? Der Preis wurde ihm wohl nicht verliehen, weil er umstritten ist oder polarisiert, sondern weil Louis Farrakhan und die NOI viel für die Schwarzen gemacht haben und anscheinend noch tun, völlig unabhängig von dem ganzen alten Stress mit den Lobbyorganisationen der US-amerikanischen Juden.
Klar können die die US-Reps jetzt die vorhersehrbare ausgeleierte Tour >>er lässt sich mit vermeintlichen Antisemiten, Judenhassern etc..etc.. ein<< fahren. Ich glaub sowas verfängt nicht, es wirkt doch sehr an den Haaren herbeigezogen.
Erst soll er Muslim sein, dann ist er in der “falschen” Christenvereinigung.
Sie könnten auch seinen Drogenkonsum in der Jugend zum Thema machen (dummerweise hat das damals, 1992, schon bei Bill Clinton nicht gezogen).
Selbst das ist ja mittlerweile bekannt, weil ein Topberater von Hillary Clinton diesen Schlag unter die Gürtellinie landen wollte. Folge: die Wähler und Wählerinnen sowie die Medien solidarisierten sich mit Obama und der Topberater wurde abberufen.
Die Gefahr ist einfach für die Republikaner, daß alles was irgendwie nach übler Schmutzkampagne mit dem gewissen diskriminierenden “Geschmäckle” aussieht, sofort als blanker Rassismus interpretiert werden würde. Egal wie berechtigt das im Einzelfall ist oder nicht. Es führt zu Solidarisierungseffekten.
Man konnte das wiederum gut beobachten als die Clintons Obama als “schwarzen” Kandidaten abstempeln wollten und die Verdienste von Martin L. King relativierten.
Kam alles nicht wirklich gut an und führte, wie gesagt, zur Solidarsierung, also dem genauen Gegenteil von dem was die Clintons erreichen wollten.
Falls John McCain (ein 71-Jähriger weißer Südstaatler) zusammen mit der extremen Rechten bei den US-Reps das probieren sollte, geht es erst richtig nach hinten los.
Irgendwelche miesen Aktionen werden kommen, aber die werden peinlichst drauf achten, daß es eben nicht dieses “Geschmäckle” beeinhaltet.
Es wäre eben auch eine Premiere, einen afro-amerikanischen Präsidentschatskandidaten, der wirklich der Herausforderer für den republikanischen Kandidaten ist, gab es halt noch nie.
Barack Obama wird man ganz schwer zu fassen bekommen, mit seiner “Ein-Amerika-blabla-Versöhnungs-alles-wird-Gut”-Rhetorik.
“…Und schließlich hat Obama bei all dem eisigen Wind, der ihm jetzt entgegenblasen wird (unterschwellige Rassendebatten, Latrinenparolen seinen zweiten Vornamen, die Phonetik seines Nachnamens oder die insinuierte Konfessionszugehörigkeit betreffend) eine Wunderwaffe auf seiner Seite. Nein, ich rede nicht von Ted Kennedy, der sich eher als Senkblei erwiesen hat, sondern vom Obama-Girl…”
http://dominikhennig.blogspot.com/2008/02/day-after-super-tuesday.html
@PttP
Das halte ich mal für arg übertrieben. An diesem Wochenende stehen u.a. Washington und Maine auf der Liste – ich glaube nicht, dass Obama in einem dieser Staaten gewinnen wird. Natürlich hätte ich auch nichts dagegen ;-)
@DDH
Das Argument “Obama-Girl” zieht natürlich ;-)
@DDH und PttP
Trotzdem würde ich nicht den Einfluss der “konservativen” Demokraten unterschätzen. Ich beobachte vielmehr, dass der Obama-Hype sich auch in vielen Prognosen in einer autosuggestiven Siegessicherheit niederschlägt. Obama hat in CA sehr schlecht abgeschnitten, in NY hat er ebenfalls keinen Fuß auf den Boden bekommen (ja – Latinos und Hillary-Heimspiel sind ein hartes Brett, ich weiß). Viel schwerer dürften aber seine Niederlagen in TN, OK und vor allem in NJ wiegen. Er liegt bei den Delegierten recht deutlich zurück, d.h. er muß Clinton in einigen Staaten deklassierend besiegen und der letzte “fette Fisch” Texas wird auch noch in Hillarys Netz gehen. Ich bin mal mutig und wage eine Vorhersage:
Bis zum 4. März wird kein “Coupe de grace” gesetzt werden können, dafür sind es einfach zu wenig Punkte die verteilt werden. Am 12. Februar könnte Obama sicher einen deutlichen Sieg erzielen (MD und VA) wird aber bei der Zahl der Delegierten wohl immer noch hinter Clinton liegen. Am 4. März sind die wichtigen Wahlen in OH und TX – in TX ist Clinton gesetzt und wenn sie in OH nicht verliert, dann war´s das für Obama. In PA wird er keinen “Landslide” schaffen können und die kleinen Staaten reichen nicht, um seinen Rückstand wett zu machen. OH könnte also in die Rolle des “Königinnenmachers” rutschen und hier hat Obama nach den jüngsten Umfragen noch sehr viel Arbeit vor sich. Ich bin da eher skeptisch.
Das macht überhaupt keinen Sinn. Auch Südstaatler aus dem vorletzten Jh reden diese Frau nicht als Miss an. Als Mutter einer Tochter hat sie ziemlich öffentlich den Anspruch auf diesen Titel verloren. Oder ist diese Tochter etwa nicht von ihr?
@Spiegelfechter
Ich denke er wird allen dreien (Washington State, Nebraska und Maine) gewinnen.
Das sind, so weit ich das verstanden habe, alles Caucauses, sowas wie ein ganz spezielles internes Parteiding und dort dürfen meist nur registered Dems teilnehmen dürfen (es gibt dann auch noch die sog. open Caucuses wo dann alle teilnehmen dürfen).
Und bei der Basis scheint er im Moment im Vorteil zu sein, dazu kommt noch dieser “overcross-appeal” zu indepentents und moderaten Republikanern (sowas soll es ja geben;)).
Klar, diverse Parteiapparatschiks in der Führungsebene haben sicherlich für Hillary ihr Votum abgegeben.
Aber das hat ihr in Missouri aber auch (im umgekehrten Fall) Obama in Massachussets nicht viel gebracht.
Gerade aber bei diversen Caucuses hat Obama ziemlich heftige Ergebnisse eingefahren z.T. oberhalb der 60-74% (North Dakota, Idaho, Alaska, Colorado, Minnesota, Kansas).
Überhaupt ist mir aufgefallen, wenn er gewinnt, putzt er die Hillary ziemlich klar. Umgekehrt ist es meist deutlich enger (Arkansas ist wirklich der einzige Ausreisser oberhalb der 70%).
Selbst in Kalifornien ist der Abstand nachher auf 10% zusammengschmolzen und die Delegierten werden ja nicht nach Mehrheitswahlrecht verteilt. Das bedeutet, der sammelt immer schön mit ein, selbst wenn er dann mal verliert.
PS: Übrigens danke für den Link zu dieser Foreign Policy Website. Die ist erste Klasse!
Sollte eigentlich crossover-appeal heissen. Kleinen Dreher dringehabt. ;)
@Spiegelfechter
Viele was Du in Deinen letzten post geschrieben hast macht Sinn. Ich stimme Dir aber ausdrücklich nicht zu, was Deine Beurteilung des angeblich schlechten Abschneidens von Obama in CA. Dort lag er zwischenzeitlich mit bis zu 30% hinter Hillary Clinton. Das Ding war nie in der Diskussion, daß es einmal richtig knapp werden würde. Richtig knapp wurde es ja auch nicht, aber es gab auch keinen Erdrutschsieg für Hillary Clinton.
Allerdings plötzlich haben die Medien Obama gehyped und dort hochgeschrieben. Auf einmal soll er 13% Vorsprung gehabt haben. Da wurden plötzlich Erwartungen regelrecht geschürt, die er realistisch betrachtet hätte nie erfüllen können.
Ich glaube der hat es nicht mal selber geglaubt, daß er Hillary dort wirklich noch einholen kann.
Den Media Spin gerade im Vorlauf zu CA ist komplett ausser Kontrolle geraten, ähnliches gilt für diverse Meinungsforschungsinstitute und deren Umfragen in einigen Staaten (u.a. CA).
@firefly
Der englischsprachige Ausdruck “Miss” ist nicht mit dem deutschen “Fräulein” zu verwechseln.
Schauen wir doch mal in die alte Tante Wiki:
“In the American South, Miss is also traditionally used irrespective of marital status and added to a woman’s first name in direct or indirect address, as Miss Ellen from Gone with the Wind or Miss Ellie from Dallas. This form was also used in upper class households in all English-speaking countries by servants to address or refer to the unmarried ladies of the household, and occasionally in family-run businesses in the same manner, though more commonly it was used to address servants if they were addressed by title at all.
Miss was formerly the default title for a businesswoman, but it has largely been replaced by Ms. in this context. It was (and to some extent remains) also a default title for celebrities, such as actresses (Miss Helen Hayes, Miss Amelia Earhart). [] Later in the century, the use of “Miss” or “Mrs” became a problem for the New York Times in referring to political candidate Geraldine Ferraro, a married woman who did not use her husband’s surname, since Mrs has only been used with a woman’s maiden name in limited circumstances in public life before the 1980’s.[]
The prescription that all women (regardless of marital status, profession or age) should use Ms., has been mooted. However, in actual contemporary usage, many women still prefer to be referred to as Miss, for example the American media personality, Miss Jones. An example of Miss used in a contemporary formal setting, and to address a woman considerably older than 18, is found in the 2007 film Lions for Lambs. []“
@PttP
Da würde ich doch glatt eine Wette eingehen ;-)
Das stimmt idT – bis auf NM hat er mW alle Caucuses gewonenn.
Aber reicht das? Es stehen noch 1378 „verpflichtete“ Delegierte aus. Obama muß mindestens 80 Stimmen aufholen, nur um ein Unentschieden zu erreichen. Wenn wir jetzt einmal die drei „großen“ Staaten, die noch ausstehen (OH, TX, PA) in einen Topf werfen und mal unterstellen, in diesem Topf wird das Ergebnis 50:50 sein, sind nur noch 893 Stimmen „offen“. Obama muß also mindestens 10% besser als Clinton sein, wenn er nur gleichziehen will. Von einem Sieg ist hier noch nicht einmal die Rede.
Du kennst Dich doch aus: Was passiert eigentlich mit den „verpflichteten“ Stimmen, die Edwards gesammelt hat? Verfallen diese Delegiertenstimmen, sind sie „frei“ oder kann der Kandidat entscheiden, wer sei bekommt?
@Spiegelfechter
Ich schätze sie sind nicht verpflichtend. So wie auch bei der eigentlichen Präsidentenwahl die Wahlmänner auch nicht verpflichtet sind.
Muss aber nicht so sein
In englisch-sprachigen Ländern entspricht Miss der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Fräulein.
Ist nur mein Fehler. Ich hatte mal wieder angenommen, dass man in Amerika English spräche. Dem ist aber nicht so. Das muss ich jedesmal auf’s Neue fest stellen.
Die Delegierten, die Edwards gewonnen hat, sind frei.
Außerdem gibt es noch eine beträchtliche Anzahl an generell freien Delegierten. Viele glauben mittlerweile, daß es auf dem Nominierungsparteitag zu einer Kampfabstimmung kommen könnte.
@46 SwENSKE und Spiegelfechter
Jo, das wird ne ganz knappe Kiste. Dann ist da noch die Florida und Michigan Geschichte (Delegierte die bis dato nicht zählen für den Wahlparteitag).
Interessant: bei CNN ist Obama nur noch neun “verpflichtete Delegierte” hinter Hillary Clinton.
Und das Obama Camp hat Berechnungen vorgelegt, wonach er sogar vor Hillary Clinton liegen soll.
Drei weitere interessante Artikel…
Der CNN Link:
ein Hinweis dazu
nach Juan Gonzales sieht es bislang gut aus für die Demokraten, wenn man ihre Mobilisierungsfähigkeit mit der der Republikaner vergleicht. Allerdings sollte bis April die Frage der Kandidatur entschieden sein, da ansonsten der Kampf zwischen Obama und Clinton den Wahlkampf der Demokraten lähmen könnte.
Es wird auch das bei den Demokraten geltende System der ‘delegates’ und ’superdelegates’ erklärt. Dh nur 80 % der ‘delegates’ für die ‘convention’ werden direkt von den Wählern durch ‘primaries and caucuses’ bestimmt. Der Rest (superdelegates) wird von Parteifunktionären bestimmt.
http://www.democracynow.org/2008/2/7/with_obama_clinton_race_deadlocked_focus
Paul Krugmann scheint übrigens nicht viel von Obama zu halten
http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2008%2F02%2F08%2Fa0195&src=GI&cHash=bf43540fae&type=98
Spiegelfechter sagte:
Abgesehen von Texas und Ohio bleiben für Clinton im verbleibenden Rennen kaum noch Staaten, wo die “big states”-Strategie ihrer teuren Berater Früchte tragen kann. Dass sie in Pennsylvania automatisch vorn liegen würde, kann man auch ganz gut bestreiten. Aber selbst, wenn es War-Mama Clinton gelingen sollte, Texas mit mehr als 15% Stimmenunterschied zu gewinnen, so zieht sie bei der Delegiertenzählung gerade mal pari…
(Vorsicht! Meine Vorhersagen waren zwar bislang relativ gut – aber diesmal ist meine Datenbasis ausgesprochen mau)
Aber, was ist nach den Vorwahlen in Texas?
Danach geht Clinton unter. Und ihre “big states”-Strategie wird sich m.E. schon vorher rächen. Dafür zwei Argumente:
1. Schon jetzt ist es die Stimmung bei vielen Demokraten in den kleineren Staaten, “anders” als New York/Kalifornien wählen zu wollen. Das ist m.E. ein bedeutender Erklärungsfaktor für die – nirgends prognostizierten (!) – Erdrutschsiege für Obama in vielen kleinen und mittleren Staaten.
2. Clinton fehlt für die kleinen und mittleren Staaten die notwendige Basisorganisation. Das Obama-Camp hat diese schon vor einem Jahr – und in allen Staaten – aufgebaut. Und nun liegt Obama, auch dank seiner Graswurzelaktivisten, beim Spendenaufkommen weit vorn.
Dennoch ist die Lage für die Obama-Kampagne durchaus fragil: Der Neuigkeitswert des Kandidaten Obama nimmt ab, die anfängliche Euphorie flaut ab. Latinos und Asiaten, obwohl bei den verbleibenden Vorwahlen weniger bedeutend als bislang, stellen einen stabilen Anti-Obama-Block dar. Und, nicht weniger bedeutsam:
Obama profitierte in der Woche vor dem Supertuesday von einer sehr günstigen Nachrichtenlage sowie überraschenden, Aufsehen erregenden Endorsements. Das ist – mutmaßlich – nicht wiederholbar. Der Wert der “Clinton-Maschine” könnte im Laufe der künftigen Vorwahlen wieder ansteigen. Mag das Clinton-Camp, zur eigenen Verblüffung, bei den Wahlkampfmitteln zurück liegen: Ausreichend wettbewerbsfähig ist man hier allemal, zumal die letzten 48 Stunden (rund 7 Millionen Spendenaufkommen für Clinton) zeigten, dass die Clinton-Anängerschaft durchaus mobilisierbar ist.
(Ich gehe ich von einem Obama-Sieg aus. Seine Februar-Erfolge und die Nachhaltigkeit der Graswurzel-Unterstützung werden ihm eine dritte Welle verschaffen. Er wird m.E. in der der Endabrechnung bei den Delegierten vorn liegen, und dies trotz eines zum Schluss ca. 200 Delegierte betragenden Vorsprungs für Clinton bei den Superdelegierten)
http://www.msnbc.msn.com/id/23068044/
http://www.cnn.com/ELECTION/2008/primaries/results/scorecard/#D
Das Ding bekommt eine Eigendynamik, die Hillary gar nicht gut bekommen wird.
Allerdings nimmt Obama den Mund ganz schön voll: von wegen in einer Legislaturperiode zur Krankversicherung für ALLE US-Amerikaner. Das ist ein bisschen zu heftig für meinen Geschmack: unseriös.
Aber gut, im Moment ist wirklich TINA angesagt.
Ein Kucinich steht ja leider nicht mehr zur Wahl (auch nicht gerade hilfreich, daß er nicht so gut aussieht wie Obama). :-/
In der Delegiertenzählung (zuverlässigste Quelle) zieht Obama gerade an Clinton vorbei, trotz ihres Vorsprungs bei Superdelegierten. Dazu kommen für noch rund rund 20 Delegiertenstimmen Vorsprung aus diversen Auszählungen, die formal noch nicht abgeschlossen sind (v.a. democrats abroad, Colorado und Washington). Apropo Washington: Allein hier gab die Clintonkampagne 4,5 Mio Dollar für Fernsehwerbung mit dem Thema Krankenversicherung aus: Wirkung null. Am Dienstag könnte Clinton bereits 100 Delegiertenstimmen zurück liegen. Soeben warf Clintons Kampagnenmanagerin Patti Solis Doyle frustriert hin.
Was für Obama m.E. eine schlechte Nachricht ist: Denn es war die alte big-states-Strategie der Clintonkampagne, mit der die Wahlchancen von Hillary Clinton beschädigt wurden. Oder derartige Dämlichkeiten wie die, Chelsea Clinton nach Nebraska zu schicken, und Bill Clinton nach Loisiana, statt selbst Wahlkampf zu betreiben.
http://www.msnbc.msn.com/id/23098411/
Wer sind die Superdelegierten und welchen Präsidentschaftskandidaten bevorzugen sie zum jetzigen Zeitpunkt:
http://demconwatch.blogspot.com/
THE DEMOCRATS’ CLASS WAR
http://www.inthesetimes.com/article/3519/the_democrats_class_war/