Direkt zum Inhalt
  • Newsletter
  • Über mich
  • Kontakt

  • Jeden Monat wieder! Ein zweiter Klick abonniert den Blog-Flattr.

  • Werbung

    Fernseher Preisvergleich

  • Partner

    OA Logo
  • Archiv

  • Kategorien

    • Afghanistan
    • Afrika
    • Allgemein
    • Ausland
    • Bildungssystem
    • Blogintern
    • Blogs
    • Buchvorstellungen
    • Bundespräsident
    • CDU
    • China
    • Deutschland
    • Energie
    • Europa
    • FDP
    • Finanzkrise
    • Frankreich
    • Geopolitik
    • Georgien
    • Gesundheitssystem
    • Glosse
    • Great Game
    • Großbritannien
    • Grundlagen
    • Grüne
    • Irak
    • Iran
    • Israel
    • Kampagnenjournalismus
    • Lesebefehl
    • Linke
    • Medien
    • Menschenrechte
    • Nahostkonflikt
    • Neoliberalismus
    • Panik
    • Podcasts
    • Polen
    • Politclowns
    • Politischer Diskurs
    • Russland
    • Schwarz-Gelb
    • Sicherheitspolitik
    • Sozialpolitik
    • Sparen
    • SPD
    • Spezialdemokraten
    • Südamerika
    • Superwahljahr 09
    • Türkei
    • Unsympathen
    • US-Wahlen 08
    • USA
    • Verschwörungstheorien
    • Volkswirtschaft
    • Wirtschaft
  • Blogroll

    • 7Schläfer
    • Ad Sinistram
    • AllesDrehtSichImKreis
    • Blogsgesang
    • Chefarztfrau
    • Egghat
    • Feynsinn
    • FixMBR
    • Foreign Policy Watch
    • Geschichtsblog
    • Guardian of the Blind
    • Jacob Jung Blog
    • Maiak
    • Maskenfall
    • Michael Schöfer
    • NachDenkSeiten
    • Notizen aus der Unterwelt
    • Oeffinger Freidenker
    • Philibuster
    • Sargnagelschmiede
    • sp!ked
    • Spiegelkritik
    • Spreeblick
    • Tautenhahn
    • TomDispatch
    • Transatlantikblog
    • uiuiuiuiuiuiui
    • Unser globales Dorf
    • Wolfgang Michal
  • Quellen

    • AG Friedensforschung
    • Alternet
    • Asia Times
    • Common Dreams
    • Das Dossier
    • Economist´s View
    • FinanceScout24 Versicherungsvergleich
    • Foreign Policy in Focus
    • Freitag
    • German-foreign-policy
    • journalismus – nachrichten von heute
    • Junge Welt
    • Kontaktlinsen Preisvergleich
    • NachDenkSeiten
    • Net News Global
    • Neue Rheinische Zeitung
    • Open Democracy
    • Ossietzky
    • Project Syndicate
    • Russland-Aktuell
    • Russland.ru
    • Telepolis
    • Vox
  • RSS Nachdenkseiten

    • Stuttgart 21 – Offener Brief an den Ministerpräsidenten
    • Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens
    • Hinweise des Tages
    • Angie im Wunderland
    • Hinweise des Tages
  • RSS ad sinistram

    • Noch'n Bild
    • Nomen non est omen
    • Der kommunistische Körper
    • Diese EU hat keine Berechtigung mehr
    • Nicht rechts, nicht links
    • Sit venia verbo
    • Und dann fehlen uns die Worte
    • Der vage Ausdruck
    • Finanzmärkte als Gegner
    • Ridendo dicere verum
  • RSS binsenbrenner.de

    • “Linke” Kanzlerin unter rechtem Beschuss
    • Den Worten ein Gewissen …
    • Amazon und Hungerlohn
    • Ein Volk von Bundestrainern?
    • Sie haben Post! (II)
  • RSS Feynsinn

    • Leistungssport muss sich wieder lohnen
    • Enteignung der Leistungsträger
    • Nichts zu verbergen
    • Humanistische Solidarität
    • 2000 – Ich widerrufe alles
  • RSS Oeffinger Freidenker

    • Ooooooooh wie süß!
    • Nachtrag zu Steinbach
    • Konservativer Zwergenaufstand
    • Die Schuldenschnitter
    • Zur Steinbach-Debatte
  • RSS Jacob Jung

    • Merkel und die Diktatoren: Rohstoffe gegen Menschenrechte
    • Das Imperium schlägt zurück: Anstieg linksmotivierter Straftaten
    • Es ist besser, als ein Wulff zu sterben, denn als Hund zu leben
    • Jacobs Woche (29.1. – 4.2.2012)
    • Mitbestimmung oder Mogelpackung: Merkels Zukunftsdialog
  • Suchen

  • RSS Feeds

    • Artikel
    • Kommentare
    • eMail-Abo
  • Dein Shop für Outdoor Ausrüstung und Bekleidung. Zweimal südlich Münchens, Einmalig im Internet.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Letzte Kommentare

      Joachim Endemann bei zur Steinbach-Debatte:

      Für mich besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Anspruch...

      Joachim Endemann bei zur Steinbach-Debatte:

      … So muß es einfachheitshalber sein …

      Truvor bei zur Steinbach-Debatte:

      @ Oppi Sachte, sachte, Du hast in Deinem Beitrag “einen (heute) 24 jährigen...

      gebintit bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Der Grundaussage des Artikels, dass der Westen...

      Jacques Roux bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      “Kein zweites Staatswesen bzw. Volk ist so...

      ADunK bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Zu der aktuellen Diskussion und den in dem Medien...

      Bakunin bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Ich halte diesen Beitrag zu den Ereignissen in Syrien zun...

      Sergio bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Nehmt diesen Link, der ist etwas umfassender:...

      Sergio bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Ein sehr guter Artikel wie ich finde, da auch über das...

      Ranger bei Punk Economics – Europe’s austerian state of play:

      Ich bin sicher nicht pro-Banken. Aber der Staat...

      Vogel bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      @leslie Danke für den Tipp, kannte ich noch nich, direkt...

      Shitop bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      Der Druck des Westens auf das syrische Regime begann schon...

      Vogel bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      @FetteBeute Erst wenn alle ehemals “prosozialistischen...

      zeno(bit) bei Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens:

      “in all ihrer “linken” Empörung über den...

      Oppi bei zur Steinbach-Debatte:

      Hitler war Österreicher. Wenn wir schon klugschei**en dann richtig, ja ? Meine...

  • Twitter Contact News Spenden Login Anmelden

  • Werbung

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Facebook

  • Leseempfehlungen

    An dieser Stelle stehen hier normalerweise Leseempfehlungen mit einem Link auf Amazon. Da Amazon, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, offenbar ein überaus unsozialer Konzern ist, der sich an den Schwächsten der Gesellschaft bereichert, hat sich der SPIEGELFECHTER entschlossen, die Zusammenarbeit mit Amazon mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Es ist natürlich klar, dass dieser Boykott mit spürbaren finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir würden uns daher freuen, wenn Ihr unsere Unabhängigkeit durch eine kleine Spende unterstützen könntet.
  • Para-democracia in Kolumbien

    geschrieben am 05. Juni 2010 von Spiegelfechter

    ein Gastartikel von Wolf Wetzel

    Wahlen und Staatsterrorismus sind in Kolumbien kein Widerspruch

    Am 30.5.2010 fanden in Kolumbien Präsidentschaftswahlen statt. Nachdem der amtierende Präsident Álvaro Uribe vergeblich versucht hatte, die Verfassung zu ändern, um eine dritte Amtszeit zu legalisieren, stehen neue Gesichter zur Wahl. Als Nachfolger hat Uribe den bisherigen Verteidigungsminister Juan Manuel Santos auf den Schild gehoben, der sogleich versprach, die para-democracia mit mörderischer Konsequenz fortzusetzen. Unter sein Kommando fallen unter anderen die ?falsos positivos?. Der ?grüne? Herausforderer Antanas Mockus gilt als schrill und exzentrisch: »So erfand er den männerfreien Abend, an dem Bogota den Frauen gehört, und posierte mit einer schusssicheren Weste, die ein Loch hat – damit er sich auf das Herz greifen kann.«

    Absehen von diesen bunten Details ist Antanas Mockus im Kern erschreckend alternativlos: »Er hat in Wahlkampfveranstaltungen versprochen, nichts zu zerstören, was die Regierung Uribe aufgebaut hat.«
    Nach Auszählungen der meisten Stimmen bekam ? egal wie ? der Verteidigungsminister Juan Manuel Santos 46,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der ?grüne? Herausforderer Mockus kam auf 21,5 Prozent. Es wird also am 20. Juni zu einer Stichwahl kommen. Erklärtermaßen wird sich am Regime der Angst, am System der ?Parapolíticas?, ein blutiges Wortspiel aus Paramilitärs und Staatspolitik, nichts Gravierendes ändern.

    Die Ära der Para-Politik

    Als Álvaro Uribe 2002 mit 53 % der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt wurde, kündigte er eine neue ?demokratische? Ära, eine ?Politik der demokratischen Sicherheit?, an, was auch Putschgeneräle für sich in Anspruch nehmen (wie der an die Macht geputschte Millionär Micheletti in Honduras). Tatsächlich hat sich in den letzten acht Jahren in Kolumbien einiges verändert: Allein durch seine Person als ?Parteiloser? hat er bewiesen, dass das seit 60 Jahren herrschende Zwei-Parteiensystem aus Konservativen und Liberalen lediglich Wahloptionen suggerierte, die es nicht gab. So setzte auch die Regierung unter Álvaro Uribe genau das fort, was alle Vorgängerregierungen – wie in keinem anderen Land Lateinamerikas ? vorangetrieben hatten: Bis auf die kolumbianische Armee ist alles in Privatbesitz nationaler und multinationaler Konzerne.

    Dazu tragen neben verschiedenen Freihandelsabkommen vor allem investitions- und unternehmerfreundliche Gesetze bei: »Kolumbianische Regierungen unterstützen traditionell Privatunternehmen und begrüßen Privatisierung sowie ausländische Investitionen im Land. Diese Haltung wurde verstärkt, als Mitte der 90er der kolumbianische Markt international geöffnet wurde. Diese Öffnung brachte wesentliche Änderungen in der Gesetzgebung für Auslandsanlagen und im Finanzsektor mit sich.«

    Was sich hinter diesem Understatement verbirgt, sind paradiesische Zustände (auch) für ausländisches Kapital: minimale Steuersätze, minimale Sozialstandards, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und lebensbedrohliche Umstände für Gewerkschaftsvertreter. Während die Profiteure dieses Regimes gar keine Steuern oder nur noch zum Spaß zahlen, lebt über die Hälfte der kolumbianischen Gesellschaft in Armut. Und damit sich diese Staatsgeschenke auch exorbitant lohnen, wird jede gewerkschaftliche Organisierung zur Lebensbedrohung: Über 800 Gewerkschafter wurden seit 2002 umgebracht ? in einigen Fällen durch die Polizei, in aller Regel durch Paramilitärs ? privatisierter Terror, der so lange existiert, wie das formale Recht auf gewerkschaftliche Organisation und Streiks durch straffreien Terror de facto außer Kraft gesetzt wird.

    Der Krieg im Inneren hat auch ein offizielles Gesicht: In gerade einmal zwei Amtszeiten hat die Regierung Uribes die Armee um die Hälfte erhöht: von 190.000 auf 250.000 Soldaten. Dazu kommen über 150.000 Polizisten und mindestens eine genauso große Anzahl an privaten Sicherheitsdiensten. Selbst die Regierung Uribe konnte diese gewaltige Militarisierung nicht ganz verbergen: Was sich hinter dem Gesicht der ?Politik der demokratischen Sicherheit? verbirgt, hat die kolumbianischen Juristenkommission CCJ in beängstigenden Zahlen zusammengefasst: Seit dem Amtsantritt des Staatspräsidenten Álvaro Uribe im August 2002 verschwanden 14.000 Kolumbianer oder kamen gewaltsam ums Leben. In 75 Prozent aller Fälle waren staatliche Institutionen (Armee/Geheimdienst) direkt oder indirekt involviert.

    Der ?Plan Colombia? – der ?Plan Colonia?

    Der im Jahr 2000 geschlossene Vertrag mit der US-Regierung sah als oberstes Ziel die Zerschlagung der Drogenkartelle, die Zerstörung der Anbauflächen (?narcotráfico?), die Demobilisierung der Paramilitärs und die Vernichtung der Guerilla/FARC vor. Um die Militarisierung im Inneren zu kaschieren, war gerade auch im westlichen Ausland viel von Stärkung der Menschrechte, vom Aufbau einer unabhängigen Justiz und vom Ausgleich maßloser sozialer Ungerechtigkeiten die Rede. Geht man davon aus, dass ein Kernpunkt des ?Plan Colombia? tatsächlich die Zerschlagung der Drogenkartelle zum Ziel hatte, so sieht die Bilanz verheerend aus: Der Drogenanbau, die Gewinne aus dem Drogengeschäft sind seit 2000 konstant geblieben. Der größte Wirtschaftsfaktor ist ungebrochen der Kokainhandel. Kolumbien bleibt weiterhin Exportweltmeister im Kokaingeschäft.

    Ganz nüchtern stellen EBDD und Europol in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 29.4.2010 fest: »Der Großteil des derzeit weltweit verfügbaren Kokains stammt von Kokapflanzen, die in Kolumbien angebaut werden und die einen erheblichen Beitrag zur dortigen Wirtschaft leisten.« Was sich hinter dieser lapidaren Äußerung verbirgt, lässt sich sehr anschaulich darstellen: Weltweit wird die Kokain-Produktion auf ca. 800 Tonnen jährlich geschätzt. Geht man von einem kolumbianischen Marktanteil von rund 70 Prozent und einem Marktpreis von 100 US-Dollar pro Gramm aus, kommt man auf die Summe von 56 Milliarden US-Dollar. Wenn man (legalen) Außenhandel aus dem Jahre 2008 mit 37,62 Milliarden US-Dollar dagegenhält, bekommt man eine Vorstellung davon, welche ökonomische und politische Macht sich dahinter verbirgt.

    Daran ändern spektakuläre Festnahmen von ?Drogenbaronen?, die Beschlagnahmung ihrer Vermögen und gelegentliche Auslieferungen an die US-Justiz nichts. Im Gegenteil, man darf sie als integralen Bestandteils eines äußerst profitablen Geschäftszweiges der kolumbianischen Wirtschaft begreifen: Zahlreiche CIA-Berichte und US-Untersuchungsausschüsse stimmen darin überein, dass sich weder am Drogengeschäft, noch an der Macht der Kartelle etwas geändert hat. Die Erfolge gegenüber den Drogenkartellen ähneln vielmehr denen der ?Abberufung? und Versetzung krimineller Wirtschaftsbosse in westlichen Ländern. Sie sind reine Kosmetik. Aufgrund dieser katastrophalen Bilanz wurden vom US-Kongress US-Gelder für den ?Plan Colombia? eingefroren. Haben solche politische Divergenzen zwischen US-Regierung und US-Kongress ernsthafte Konsequenzen? Sind diese bilateralen Verstimmungen gar Teil eines gut inszenierten Theaters?

    Man kann die (Drogen-)Kuh nicht schlachten und gleichzeitig melken

    Die Gewinne aus Drogengeschäften übersteigen die legalen Exporterlöse der kolumbianischen Wirtschaft bei Weitem. Dass Geschäfte mit illegalen Drogen immer auch Quellen ?extralegaler Finanzierungen? verdeckter Kriegsführung sind, beweisen US-Regierungen seit Jahrzehnten: In den 80er Jahren wurden durch Erlöse aus Drogengeschäften (?Irangate?) terroristische Kriegshandlungen durch ?Contras? und illegale Tarn-Organisationen der CIA finanziert, um so die 1979 an die Macht gekommene sandinistische Regierung in Nicaragua zu stürzen. »Gerade am Beispiel der Contras läßt sich am schlüssigsten belegen, weshalb der von Präsident Reagan und seiner Ehefrau Nancy so vollmundig beschworene (?Just say no?) und von seinem Vize Bush aufgenommene Krieg gegen das Rauschgift nichts als Wortgeklingel ist. Denn ausgerechnet in den acht Reagan-Jahren haben sich die Drogenmultis zum weltweiten Imperium entwickelt, und das mit tatkräftiger Unterstützung Washingtons (?) : Jene Flugzeuge, die Waffen für die Contra-Verbündeten in den mittelamerikanischen Busch brachten, flogen von dort aus randvoll mit Rauschgift in die USA zurück. Zum Dank für diese Amtshilfe beim Drogenschmuggel spendeten die Kokainbarone dann reichlich für die Sache der Contras – einmal zum Beispiel zehn Millionen Dollar auf einen Schlag. (?) Wo Rauschgift und Politik derart intim werden konnten, dass es zu einem staatlich sanktionierten ?guns-for-drugs program? (so die US-Journalistin Leslie Cockburn in ihrem Buch ?Out of Control?) kommen konnte, verwischen sich naturgemäß auch die Grenzen zwischen legalen und illegalen Geschäften.«

    Wenn also die Regierung Uribe einen Krieg gegen die Drogen verkündet und gleichzeitig an diesen Geschäften partizipiert, dann betritt sie damit weder Neuland, noch leidet sie unter einer besonderen lateinamerikanischen Krankheit. Mittlerweile haben namhafte Drogenbosse und Paramilitärs bestätigt, dass sie Uribes Wahlkampf mit Millionen-Beträgen unterstützt haben: »Am 22. April (2008) ließ die Staatsanwaltschaft selbst Mario Uribe, den Vetter des Präsidenten, der mit ihm zusammen die Demokratische Partei gegründet hatte, festnehmen. Sie beschuldigte ihn, sich mehrmals mit dem vormaligen AUC-Chef und bekennenden Massenmörder Salvatore Mancuso getroffen und über eine Unterstützung bei den Wahlen 2002 verhandelt zu haben. Mancuso dazu: ?Wir haben ihm Stimmen beschafft!?« Und als wäre dies nicht Farce genug, belegen Dokumente, dass der bekannteste und sagenumwobenste unter ihnen, Pablo Escobar, Boss des Medellín-Drogenkartells beste Beziehungen zu Uribe unterhielt: »Ein Bericht des US-Geheimdienstes Defence Intelligence Agency von 1991 nennt Uribe einen ?engen persönlichen Freund? von Pablo Escobar.«

    Wenn also Drogenanbau und ?handel seit 2002 konstant geblieben sind, die zerstörten Kokainfelder nur medial ins Gewicht fallen, dann liegt das nicht an den fehlenden Mitteln, die für den Kampf gegen die Drogenkartelle bereitgestellt wurden: Das Uribe-Regime braucht die Bilder von zerstörten Kokainfeldern genau
    so wie die Gewinne aus dem Kokaingeschäft, um jenseits des offiziellen Haushaltes Milliarden an Pesos bereitzustellen, um entmachte Drogenbosse zu institutionalisieren, unzufriedenes Personal ?abzufinden?, um terroristische Organisationen und Aktionen zu finanzieren ? ganz abgesehen von der normalen Korruption und der Bereicherung innerhalb des Uribe-Apparates selbst. Der fingierte Drogenkrieg lässt sich also am besten so einordnen: Während westliche Ökonomien Renditeerwartungen von 10 – 25 Prozent realisieren können (was mühelos ?schwarze Kassen? füllt und andere Formen der Bestechung erlaubt), greifen subalterne Ökonomien auf beschlagnahmte oder abgeschöpfte Drogengelder zurück, um besagte ?Kriegskassen? zu füllen, die auch in Deutschland einen guten Ruf genießen.

    Die Paramilitärs – Die Eingliederung terroristischer Gewalt in den kolumbianischen Staatsapparat

    Die Paramilitärs, auch Todesschwadrone genannt, wurden in den 70er Jahren von Großgrundbesitzern und Firmen ins Leben gerufen. Sie agierten zunächst lokal, an ihren Auftraggeber gebunden. In den 80er Jahren wuchsen diese paramilitärischen Gruppierungen derart an, dass sich ein Großteil landesweit koordinierte und sich den bizarren Namen: Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) – Vereinte Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens – gaben. Zum einen richteten sie sich gegen Landarbeiter, die sich gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen zur Wehr setzten und von der Regierung eine Agrarreform verlangten: »Der weltgrößte Bananenproduzent Chiquita Brands International hat eingeräumt, die rechtsextremen Paramilitärs in Kolumbien jahrelang finanziert zu haben.«

    Zum anderen wurden sie von Firmen und ausländischen Konzernen finanziert und angeheuert, um Angriffen der Guerilla militärisch zu begegnen, Gewerkschafter zu ermorden und Arbeiter einzuschüchtern. Man schätzt ihre Zahl auf ca. 100.000, was der Stärke der kolumbianischen Armee entspricht. Von Anfang an waren diesen Todesschwadronen die Unterstützung durch Militär, Polizei und die jeweiligen Regierungen sicher: Auch international genossen diese Mordkommandos breite Unterstützung: »Die Anregung zu ihrer Gründung kam aus Washington, wie inzwischen freigegebene Dokumente von CIA und Pentagon belegen.« Mit der Zeit wurden die Paramilitärs zu einer politischen und militärischen Größe: Zum einen agierten sie zunehmend systematisch mit der kolumbianischen Armee zusammen, zum anderen entwickelten sie eigene ?Geschäftsfelder? wie Prostitution und Drogenhandel.

    Mit dem ?Plan Colombia? aus dem Jahr 2000 war auch das Ziel verbunden, die paramilitärischen Verbände zu demobilisieren. Mit dem Versprechen auf fortgesetzte Straffreiheit und Integrationsangebote für das Zivilleben sollte der Privatisierung herrschender Gewalt Einhalt geboten werden. Das hat(te) nicht nur eine propagandistische Seite, es hatte auch systemische Gründe. Wie immer, wenn sich die herrschende Klasse eigenmächtig der Gewalt bedient und paramilitärische Gruppen als Privatarmeen unterhält, sind damit systemische Risiken verbunden. Ab einer bestimmten Größe verselbständigen sich diese paramilitärischen Strukturen. Anfangs agieren sie als Söldner und erfüllen lediglich Aufträge. Mit ihrer Größe und ihrem Einfluss steigt automatisch auch die Bereitschaft, selbst Politik zu machen. Aus Handlagern und willigen Vollstreckern werden selbst politische Akteure, was zweifellos in Kolumbien der Fall ist. Wenn also seit 2002 von ?Demobilisierung? die Rede ist, dann ist damit nicht das Ende von Terror gemeint, vielmehr seine Integration und Eingliederung in den staatlichen Machtapparat. Wie erfolgreich und mörderisch diese Verzahnung von Paramilitärs, Militärs und Regierungspolitik funktioniert, zeigt kaum eindrucksvoller das System der ?falsos positivos?.

    ?Los falsos positivos? – gefälschte Erfolgsmeldungen

    Im September 2008 gelangte das System der gefälschten Erfolgsmeldungen an die Öffentlichkeit. Der Begriff ?falsos positivos? geht auf den Jargon der Militärs zurück, die tote Guerilleros als ?positivos? verbuchen. Wie dieses System funktioniert beschreibt der UNO-Sonderberichterstatter Professor Philip Alston so: »Ein ?Rekrutierender? täuscht das Opfer mit falschen Versprechen und bringt es an einen entfernten Ort. Dort wird es kurz nach seiner Ankunft von Mitgliedern der Armee getötet. Danach wird der Tatort verändert, so dass die Person als legitim bei einem Gefecht getötet erscheint. Oft werden Fotos gemacht, auf der das Opfer in der Uniform eines Guerillero erscheint und mit einer Waffe oder Granate in der Hand. Die Opfer werden anonym in Massengräbern bestattet und die Mörder aufgrund ihrer Erfolge im Kampf gegen die Guerilla belohnt.« So erging es mindestens 13 Jugendlichen aus dem Stadtviertel Soacha in Bogotá, die Anfang 2008 spurlos verschwanden und vermisst gemeldet wurden. Die kolumbianische Juristenkommission CCJ und die anderen Anwälte der Organisation haben »insgesamt 1205 Fälle aus der Zeit zwischen Juli 2002 und Juni 2008 dokumentiert. Gewerkschafter, Menschenrechtsaktivisten, Gemeindeführer ? alle tot.«

    Die Opfer der ?falsos positivos? sind nicht nur Opfer sozialer Säuberungen. Diese Politik des falschen Totenscheines trifft genauso Menschen, die sich den Paramilitärs in den Weg stellen und so straffrei und lukrativ zugleich aus dem Weg geräumt werden können. Zu den Opfern zählen auch politisch Aktive, denen keine strafbare Handlung nachgewiesen werden kann bzw. deren Verurteilung unnötige Publizität verursachen würde und die man auf diese perfide Art zum Schweigen bringt. »Die Anzahl der Fälle, ihre geografische Verteilung und die Verschiedenheit der in die Fälle verwickelten Militäreinheiten weisen darauf hin, dass diese auf eine mehr oder weniger systematische Weise von einer bedeutenden Anzahl von Elementen innerhalb der Armee verübt wurden.«

    Parapolíticas des Uribe-Regimes

    Nicht nur die systematischen Verbindungen zwischen Militärs und terroristischen Paramilitärs sind damit belegt und dokumentiert worden. Mit dem im selben Jahr öffentlich gewordenen ?Parapolítica-Skandal? – in Anspielung auf ?Irangate? auch als ?Paragate? Skandal bezeichnet – wurden zugleich die engen Verbindungen zwischen Paramilitärs und der Regierung Uribe offen gelegt: Nach vorsichtigen Schätzungen sind bis zu einem Viertel der Mitglieder des Regierungslagers in Praktiken der Paramilitärs verwickelt: »33 Kongressmitglieder sind inzwischen wegen ihrer Zusammenarbeit mit den rechtsradikalen Milizen inhaftiert, gegen weitere 31 wird ermittelt.«

    ?Yes we can? ? der privat-staatliche Terrorismus als eine der letzten Bastionen des Westens in Lateinamerika

    Warum unterstützen gerade westliche Länder dieses staatsterroristische Regime? Warum setzten sie ihren ?Kampf gegen Terrorismus? mit einem derartigen Komplizenstatus der Lächerlichkeit aus? Nachdem in den letzten Jahren in Venezuela, Bolivien, Nicaragua, Ecuador und zuletzt in Honduras linke Regierungen an die Macht gekommen sind, antikapitalistische Ideen nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch machtpolitische Basis in Lateinamerika bekamen, zählt Kolumbien mittlerweile zu den wenigen Regimen auf diesem Kontinent, die mit mörderischer Konsequenz am subimperialen Konzept festhalten: Die fast vollständige Privatisierung des öffentlichen, staatlichen Sektors ist nach der ?Öffnung? Anfang der 90er Jahre so gut wie abgeschlossen. Der Terror gegen jede Form gewerkschaftlicher Organisierung verspricht traumhafte Profite. Was für die Mehrheit in Kolumbien barbarische Arbeitsverhältnisse sind, garantiert im Wirtschaftsdeutsch ein ?sicheres Investitionsklima? – was die rot-grüne und später die schwarz-gelbe Regierung in Deutschland zufrieden zur Kenntnis nahmen. Während diese ?Große Koalition? in Afghanistan mit militärischem Einsatz für das kämpft, was in Kolumbien längst Realität ist, zeigt man sich gegenüber dem Staatsterrorismus der Uribe-Regierung aufgeschlossen und verständnisvoll. Natürlich gäbe es Defizite, aber die Bemühungen seien spürbar und vor überzogenen Erwartungen warne man bekanntlich überall auf der Welt. Man ist realistisch, man weiß, dass man Armut als Existenzgrundlage, Terror als alltägliche Drohung nicht nur mit Wahlen sichern kann. Was im zivil-gesellschaftlichen Diskurs gerne zusammengedacht wird: Sicheres Investitionsklima in rohstoffreichen ?Zukunftsmärkten? und Menschen- wie Grundrechte ist eine Schimäre. Mit Menschenrechten kann man Kriege begründen, aber keine glänzenden Gewinne machen ? so einfach ist das, auch wenn die Welt immer komplizierter geworden sein soll.

    Kolumbien- eine schwimmende US-Militärbastion

    Es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Uribismus (auch ohne Uribe) in Kolumbien weder bei der US-Regierung, noch bei europäischen Regierungen zur Disposition steht. Der blutige Kampf um die verbliebenen Ressourcen dieser Welt macht – nach der weitgehenden Aufteilung osteuropäischer Staaten und erschöpfter Rohstoffquellen – wieder Appetit auf Kolumbien. Man vermutet dort viel – Erz, Uran, unerschlossene Ölfelder. Eines ist man sich dabei sicher: Solange der Uribismus an der Macht bleibt, liegen diese Schätze auf dem Silbertablett multinationaler Konzerne: »Uribes Kolumbien ist für Washington in Südamerika von entscheidender strategischer Bedeutung. Eingeklemmt zwischen linksnationalistischen und USA-feindlichen Regierungen in Venezuela und Ecuador und einem linksliberalen großen Nachbarn wie Brasilien, bleibt Kolumbien der einzige Staat in der Region, der den USA auf Schritt und Tritt folgt und über den die US-Regierung ihre Politik in der Region zu Gehör bringen kann.«

    Wolf Wetzel

    Wolf Wetzel ist Autor der dokumentarischen Erzählung Tödliche Schüsse, Unrast Verlag, Münster 2008

    63 Kommentare Print This Post
    ein Gastartikel von Wolf Wetzel Wahlen und Staatsterrorismus sind in Kolumbien kein Widerspruch Am 30.5.2010 fanden in Kolumbien Präsidentschaftswahlen statt. Nachdem der amtierende Präsident Álvaro Uribe vergeblich versucht hatte, die Verfassung zu ändern, um eine dritte Amtszeit zu legalisieren, stehen neue Gesichter zur Wahl. Als Nachfolger hat Uribe den bisherigen Verteidigungsminister Juan Manuel Santos auf den ...
    Tags: Ausland Südamerika
    Werbeblog
    Partnersuche im Internet
    Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
    Wissenschaftlich fundierter Test!
    www.PARSHIP.de

    Trackbacks:

    1. Tweets that mention Der Spiegelfechter» Blog Archive » Para-democracia in Kolumbien — Topsy.com

    63 Kommentare:

    1. Bernie schrieb am 5. Juni 2010 at 15:13 - Permalink

      Hallo zusammen,
      informativer Text, danke.
      Es scheint eben auch unter Obama zu heißen: “Es sind zwar Terroristen, aber es sind UNSERE Terroristen”.

      Dazu paßt auch der Umgang mit Terroristen in den USA, die gegen Kuba Terror ausgeübt haben – Die gelten dort, nicht allein bei der rechtsextremen exilkubanischen Gemeinde des Ex-Diktators Batista, als Helden der “Freiheit”.

      Mehr dazu z.B. hier:

      “[...]Vollkommen absurde Strafen«New York. Der bekannte kubanische Sänger und Liedermacher Silvio Rodríguez hat einen umjubelten Auftritt in New York genutzt, um die Freilassung der fünf Kubaner zu fordern, die seit mehr als einem Jahrzehnt in US-Gefängnissen inhaftiert sind, weil sie antikubanische[...]”

      Quelle und ganzer Text:

      http://www.jungewelt.de/2010/06-04/030.php?sstr=Cuban%7CFive

      …was andere Terroraktivitäten gegen Kuba angeht erfährt man auch einiges in den Bücher “KUBA – Nachrichten von der Schurkeninsel: Episoden aus einem Feldzug für die Freiheit” sowie “Märchen von Kuba: Insel zwischen Lüge und Wahrheit” des dt. Rechtsanwaltes Hans Weiss.

      …auch dort gilt: Es sind zwar Terroristen, die kubanische Zivilflugzeuge abstürzen lassen, aber es sind UNSERE Terroristen….

      …so kann man, nicht allein die USA, sondern überhaupt die westl. Welt, den Kampf gegen den internationalen Terrorismus auch alleine schlecht machen….

      Gruß
      Bernie

    2. Vogel schrieb am 5. Juni 2010 at 16:38 - Permalink

      Südamerika, der Hinterhof der USA, Kolumbien, da isset aber schööön!
      Als Ergänzung zu dem obenstehenden Artikel:
      Aus einem Beitrag im DLF

      “Erfolgsmodell” Kolumbien. Mit organisiertem Verbrechen zur Inneren Sicherheit.

      Gegen 70 Abgeordnete der Regierungsparteien laufen heute Strafprozesse wegen ihrer Verbindungen zu Todesschwadronen.

      Für die Bevölkerung der Armenviertel jedoch hat sich in den letzten 20 Jahren kaum etwas geändert. Die Banden sorgen für Disziplinierung und Kontrolle. Und es gibt keine Möglichkeit, sich politisch zu äußern oder zu organisieren.

      Wir können das nicht im Einzelnen beweisen, aber wir denken, dass das eine spezielle Form von Governance ist, die sich in Kolumbien durchgesetzt hat. Die Banden garantieren die Macht, und sie sind billig. [...] Die organisierte Kriminalität sorgt dafür, dass eine bestimmte Form von Kontrolle gewahrt bleibt. Und so spart sich die Regierung die Gehälter der Polizisten. Es ist viel ökonomischer, Armenviertel von ein paar
      Jugendlichen in Schach halten zu lassen, die dort ihren illegalen Geschäften nachgehen können.

      Vorbild für andere Länder? Bolivien? Peru? …

      Allerbeste Grüße

    3. Schneemann schrieb am 5. Juni 2010 at 16:47 - Permalink

      Guter Artikel, der die Hintergründe verständlich herausarbeitet. Bloß hier seh ich was anders:

      Eingeklemmt zwischen linksnationalistischen und USA-feindlichen Regierungen in Venezuela und Ecuador…

      Sowohl Venezuela als auch Ecuador hatten ursprünglich Regierungen, die sich mehr um die Behebung der Notstände, unter denen das Volk litt, kümmerten, und weniger die Interessen des Großkapitals vertraten. Deshalb wurden sie – vom Westen – als ‘USA-feindlich’ betrachtet, gebrandmarkt, in eine Ecke gedrängt. Erst danach kam die Reaktion scharfer Worte gegen die Imperialisten, die den Hals nie genug voll kriegen.

      Beispielsweise hat (Boliviens) Evo Morales als erste Amtshandlung sein geringes Salär halbiert, während sich die internationalen Großbanker in den USA grade mit Billionen auf Volkskosten dicke Boni gönnten und im Handumdrehen weitere Milliarden forderten. Die Clique ist klein, man kennt sich vom gemeinsamen samstäglichen Beten. Da darf man etwas forscher rangehen, zumal diese Leute den US-Kongress, die Regierung sowie die Medien komplett kontrollieren.

      Und sowas macht

      Appetit auf Kolumbien. Man vermutet dort viel ? Erz, Uran, unerschlossene Ölfelder.

      Zumal die Ölvorkommen Ecuadors und Perus bisher meist relativ nahe an der kolumbianischen Grenze gefunden wurden.

    4. Omom schrieb am 5. Juni 2010 at 18:47 - Permalink

      Hier noch ein interessanter Beitrag aus der Le Monde diplomatique zu Kolumbien:

      “Im Namen der inneren Sicherheit: Wozu Kolumbiens Regierung die Guerilla braucht”

      http://www.monde-diplomatique.de/pm/2009/02/13/a0049.text.name,askqiAoWl.n,16

    5. Mr Grudenko schrieb am 5. Juni 2010 at 20:59 - Permalink

      Für Zyniker: Kolumbianische Geschichte aus Sicht eines Gringos: http://exiledonline.com/colombia-a-hundred-years-of-slaughtertude/

      it seemed like a good time to give you a little briefing on Colombia, our new pal. (…) the short version (for MTV victims with the attention span of fruit flies) (…)
      Colombian History and Culture in Three E-Z Steps!
      Step 1: Rent Scarface.
      Step 2: Fast-forward to that scene where Pacino and his friends try a coke deal with some Colombians. The Colombians want to take the money and keep the coke. They try to persuade Pacino to tell them where the money is by handcuffing him and his buddy to the wall, revvin? up a chainsaw and sawing off his friend?s arms and legs till the whole room is so splattered with blood you can?t see who?s killing who any more.
      Step 3: Replay this scene over and over. And over.

    6. R_Winter schrieb am 5. Juni 2010 at 21:25 - Permalink

      Bis auf die kolumbianische Armee ist alles in Privatbesitz nationaler und multinationaler Konzerne.

      wenn es nicht so traurig wäre, könnte man meinen, Westerwelle hat seine Vorstellungen dort umgesetzt.

      Die Feststellung

      Ganz nüchtern stellen EBDD und Europol in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 29.4.2010 fest: »Der Großteil des derzeit weltweit verfügbaren Kokains stammt von Kokapflanzen, die in Kolumbien angebaut werden und die einen erheblichen Beitrag zur dortigen Wirtschaft leisten.«

      bestätigt meine Meinung, daß am weltweiten Drogenhandel sehr viele Politiker (auch in so genannten westlichen Demokratien) direkt profitieren. Nur die bedingungslose Freigabe der Drogen kann denn Sumpf austrocknen. Alles andere ist verlogen.

    7. Benjamin schrieb am 5. Juni 2010 at 22:18 - Permalink

      Was sich hinter diesem Understatement verbirgt, sind paradiesische Zustände (auch) für ausländisches Kapital: minimale Steuersätze, minimale Sozialstandards, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und lebensbedrohliche Umstände für Gewerkschaftsvertreter. Während die Profiteure dieses Regimes gar keine Steuern oder nur noch zum Spaß zahlen, lebt über die Hälfte der kolumbianischen Gesellschaft in Armut. Und damit sich diese Staatsgeschenke auch exorbitant lohnen, wird jede gewerkschaftliche Organisierung zur Lebensbedrohung: Über 800 Gewerkschafter wurden seit 2002 umgebracht ? in einigen Fällen durch die Polizei, in aller Regel durch Paramilitärs ? privatisierter Terror, der so lange existiert, wie das formale Recht auf gewerkschaftliche Organisation und Streiks durch straffreien Terror de facto außer Kraft gesetzt wird.

      Das sind dann wohl die vielgerühmten “westlichen Werte”…

    8. Schneemann schrieb am 5. Juni 2010 at 23:09 - Permalink

      Nur die bedingungslose Freigabe der Drogen kann denn Sumpf austrocknen.

      Wegen dem eintretenden Preisverfall bräuchten wir dann auch keinen Bankenrettungsschirm mehr – das Finanzgebäude würde über Nacht zusammenbrechen:

      seen evidence that the proceeds of organised crime were “the only liquid investment capital” available to some banks on the brink of collapse last year. He said that a majority of the $352bn (£216bn) of drugs profits was absorbed into the economic system as a result…

      Übrigens: in Spanien brüten grad’ wieder die Bilderberger.

    9. Chris W. schrieb am 6. Juni 2010 at 05:14 - Permalink

      Guter Artikel, si señor

      Kolumbien und Kokain ist wie Afghanistan und Heroin/Morphin: the drugs-money makes the world go round

      Nach Familientradition, damals in Medellin war der Vater Alvaro Uribes noch ein Marihuana-Händler, bis er – von wem und warum auch immer – ermordet wurde (aber das ist eine andere interessante Geschichte). Nun ist Kolumbien zwar nicht die einzige, aber die lukrativste Geldbeschaffungsquelle durch den Drogenhandel, auch für USA natürlich. Denn dass die DEA fleißig mitverdient ist ja wohl kein Geheimnis mehr.

      Und diese fatale Situation erlaubt die US-Administration auch noch obendrein aus Kolumbien eine Art X-ten Staat/star zu machen, voll gepackt mit Militärbasen dirigiert nach Süden, die sozialistische Gefahr anpeilen und notfalls nach Kissinger-Art ausschalten (was immer das auch beinhalten könnte).

      Legalisiert die Drogen und der “Sumpf” trocknet von selbst aus und in Kolumbien könnte es auch wieder einmal sowas wie freie Wahlen geben und die Nato müsste ihr Pseudo-Antiterror-Getue endlich vergessen – wohl aus Mangel an Beweisen ^^

      my 50 cents

    10. Wettervorhersage schrieb am 6. Juni 2010 at 08:39 - Permalink

      Zwei Fragen an den Autor:

      Die 100 $/g sind der durchschnittliche Endverbraucherpreis.
      Hier ist aber der Großhandelspreis der Drogenbarone
      zu nehmen, denn der Drogenschmuggel über Ciudad
      Juarez usw. liegt doch nicht in ihren Händen und ist
      allein wegen der Schmiergelder preistreibend.

      Wie groß ist der Anteil der FARC an der Wertschöpfung
      im Kokainanbau, z.B. über Schutzgelder?

      Sicher nicht einfach zu beantworten. Gibt es überhaupt
      Schätzungen dazu?

      Gruß aus Kiel

    11. Bernie schrieb am 6. Juni 2010 at 09:40 - Permalink

      Noch ein Hinweis, und zwar darauf, dass man Nachrichten über andere Länder, die aus den USA stammen – gelinde geschrieben – mit Vorsicht wahrnehmen sollte:

      “[....]US-Regierung finanziert Propaganda gegen Kuba
      Pressekonferenz in Washington: Solidaritätsgruppen enthüllen Propagandakampagne Washingtons im Fall der “Cuba Five”

      Von Josie Brüning
      amerika21.de
      [....]”

      Quelle und ganzer Text:

      http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jun/cuban-9264654-five

      …auch über Kolumbien erfährt man dort so einiges:

      “[...]Verdacht: Uribes Bruder Chef von Paramilitärs
      Santiago Uribe Vélez soll in Kolumbien rechtsgerichtete Milizen geleitet haben. Polizei-Major sagt aus[...]”

      Quelle und kompletter Text:

      http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jun/uribes-7263839-paras

      Wie bereits erwähnt, es sind zwar Verbrecher und Terroristen, aber die stehen auf der “richtigen Seite”, der der fdp-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, für die “Freiheit” nur ein Feigenblatt für ihre wahre Demokratiefeindlichkeit ist, ebenso wie der USA, die die Sache wohl ähnlich sehen wie die FDP.

      Gruß
      Bernie

    12. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 13:00 - Permalink

      Hetze gegen die Gesellschaft eines Entwicklungslandes mit einer komplexen Gewaltgeschichte.

      Die Mehrheit der Kolumbianer hat Santos gewählt. Und das sollte respektiert werden. Bevor man hier große Reden schwingt, über ein Land, das man nicht kennt, sollte man vielleicht erstmal versuchen zu verstehen.
      Unter Uribe ist die Gewalt zurückgegangen. Erstmals seit langer Zeit. Es gibt deutlich weniger Entführungen, Ermordungen von Gewerkschaftern und sonstige Gewaltopfer. In der gleichen Zeit haben Entführungen und Gewaltopfer im Nachbarland Venezuela deutlich zugenommen.

      Die Wahlen waren frei und geheim. Man sollte den Kolumbianern schon zugestehen, dass sie Santos aus Überzeugung gewählt haben. Auf dem Land mögen einige Stimmen gekauft worden sein. Nur hat Santos überall, auch in den Städten, gewonnen.

      Selbstverständlich gibt es Verbindungen aus dem Umfeld der Partido de la U mit der Parapolítica. Nur sind solche Einzelfälle halt nicht repräsentativ für die Partei selbst. Santos bezeichnete die Parapolítica in Fernsehdebatten vor der Wahl (sehr gut übrigens, s. youtube Colombia elecciones presidenciales) als einen der 3 Reiter der Apocalypse, die die Entwicklung des Landes behindern. Insbesondere gibts in Kolumbien eine unabhängige Justiz, die viele Protagonisten der parapolítica ins Gefängnis gebracht hat. Ebenfalls wird in den Medien sehr, sehr offen über die Skandale der Uribe Regierung informiert.

      Neben Antanas Mockus gabs auch andere linke Kandidaten. Die eigentliche linke Partei ist der Polo Democrático Alternativo. Daneben noch die z.T. ebenfalls eher linken Liberalen. Die Vertreter dieser Parteien, die nicht wirklich schlecht waren, erhielten weniger Stimmen als der unter Grünen-Ticket laufende Antanas Mockus. Mockus hatte als Außenseiter eine ungewöhnliche aber erfolgreiche Periode das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt Bogotá inne. Es gelang ihn, das Verantwortungsbewußtsein der Bürger für die gemeinsame Stadt dramatisch zu heben. Vielleicht schaut sich hier mal einer diese Dokumentation an (http://www.youtube.com/watch?v=5OdhD5D5its). Sein Vize-Präsident Sergio Fajardo war ebenfalls sehr erfolgreicher Bürgermeister in Medellín.

      Es geht hier nicht um Lateinamerika. Es geht hier um eine Projektionsfläche für irgendwelche durchnächtigten und ausgelutschten Theorien. Natürlich stecken die Amerikaner dahinter. Märchenhafte Gewinne. Rohstoffe. Nur investieren in Kolumbien Unternehmen aus Lateinamerika, Europa, Asien UND den USA. Die Gewinne sind auch nicht märchenhaft sondern normal.

      Natürlich wird in Kolumbien viel Geld mit Kokain gemacht. Nur nutzt das halt nicht der Entwicklung des Staates. Das Geld geht weitgehend an Gruppen, die den Staat schwächen: Die FARC, die Parpolítica und “normale” Kriminelle ohne ernsthafte Pläne zur politischen Zukunft des Landes. Kolumbien ist mit seinen Urwäldern und 3 Andenkordilleren seit der Kolonialzeit sehr schwer zu kontrollieren. In den letzten Jahren konnte die FARC in Randbereiche abgedrängt werden. Das gibt den Kolumbianern ganz offenbar Hoffnung, irgendwann in einem Land ohne Krieg zu leben. Der Krieg ist ein guter Humus für das Drogenbusiness. Die Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador haben sich auf eine Zusammenarbeit mit der FARC eingelassen. Dafür gibts es massig Indizien:
      - Aussagen von übergelaufenen Farcistas,
      - FARC-Kommandeure, die in Venezuela/Ecuador offen rumliefen,
      - Aussagen des spanischen Günther Walraff Antonio Salas, der jüngst ein Buch herausgegeben hat, indem er schildert wie er sich als angeblich islamistischer Terrorist von Offizieren der venezoelanischen Armee zum Terroristen ausbilden ließ.
      - Aussagen von Mitgliedern der Partei Rafael Correas, dass sie Gelder von der FARC für den Wahlkampf erhielten
      - Dateien auf dem Laptop Raul Reyes, die nach einer Untersuchung von Interpol als authentisch bezeichnet wurden
      - und und und

      Die FARC selber wird von 98% der kolumbianischen Bevölkerung abgelehnt. Als Einstieg für das Wesen dieser Organisation könnte der Bericht 2er deutscher Entwicklungshelfer dienen, die von der FARC entfführt worden sind (farc.de). Die FARC:
      - nimmt Schutzgelder von armen Campesinos
      - zwingt Söhne und Töchter von Campesinos dazu, als Kindsoldaten für die Organisation tätig zu werden
      - macht Töchter von Campesinos zu Sexsklavinnen
      - entführt Kolumbianer aus allen Gesellschaftsschichten und aller politischen Richtungen (z.B. die linke Ingrid Betancourt) und hält sie über viele Jahre in konzentrationslager-ähnlichen Dschungelcamps.
      - die FARC finanziert sich durch Entführungen und Drogen.

      Teile der kolumbianischen Linke zeigten lange Zeit eine hohe Bereitschaft mit der FARC zusammenzuarbeiten. Auf dem pazifizierten Camp von Raul Reyes kurz hinter der Grenze in Ecuador befanden sich auch 2 kolumbianische Gewerkschafter. Natürlich bedeutet das nicht, dass alle kolumbianischen Gewerkschafter FARCistas sind. Selbstverständlich wird das von extrem rechtsgerichteten Kräften in Kolumbien auch ausgenutzt, um unliebsame Leute zu beseitigen. Nur geht die Justiz dagegen vor und die Partido de la U verdammt solche Praktiken.

      In einer Zeit, in der die Chávez-Rakete – wie viele populistische Regierungen der Region vor ihm – hochgeschossen, geleuchtet, ausgebrannt ist. Und nun abstürzt. Tauschen gewisse Leute das Zujubeln zu Chávez gegen Hetze gegen Kolumbien aus. Ich kann jeden nur empfehlen, sich da selbstständig über die tragische Geschichte Kolumbiens zu informieren. Ich kann da einige interessante Bücher nennen, falls das jemanden interessiert. Keine theoretischen Erörterungen.

      Kolumbien produziert übrigens nicht nur Drogen. Es gibt eine sich dynamisch entwickelnde Industrie und Landwirtschaft. 1998 war der Aussenhandel zwischen Venezuela und Kolumbien noch ausgeglichen. Bevor Chávez einseitig die Grenze für viele kolumbianische Produkte zum Schaden der venezoelanischen Bevölkerung 2009 dicht machte, exportierte Kolumbien 20x mehr Waren nach Venezuela als umgekehrt. In Kolumbien diversifiziert sich halt die Wirtschaft, während in Venezuela bald nur noch Erdöl ausgegraben und in die USA, nach China und sonstwo geschickt wird.

    13. Bernie schrieb am 6. Juni 2010 at 13:27 - Permalink

      “[...]Hetze gegen die Gesellschaft eines Entwicklungslandes mit einer komplexen Gewaltgeschichte[...]”

      So können nur offensichtlich rechtsextrem Eingestellte argumentieren. Das kenne ich ja schon von Gudio Westerwelle (neoliberal-rechtsextrem FDP), und Konsorten.

      Dennoch danke für die aufschlußreichen, geschichtsfälschenden Worte, die mehr über den Schreiber Lemmy Caution verraten, und einen schönen “Deutschen Gruß” noch an Lemmy Caution. Oder soll ich gleich “Sieg Heil, lieber Lemmy Caution” schreiben?

      Schönen Tach noch wünscht der Rechtsextremisten-Fresser
      Bernie

    14. salvo schrieb am 6. Juni 2010 at 13:31 - Permalink

      na ja, LC fand ja auch Pinochets Chile nicht so schlimm, wie manche böse Linke es gemacht haben

      etwas ganz anderes

      kapitalistische Lebensvernichtung

      http://www.boston.com/bigpicture/2010/06/caught_in_the_oil.html

    15. Bernie schrieb am 6. Juni 2010 at 13:35 - Permalink

      @salvo

      “[...]na ja, LC fand ja auch Pinochets Chile nicht so schlimm, wie manche böse Linke es gemacht haben[...]”

      Es scheint sich wohl wirklich um den üblichen, altbekannten Foren-Troll hier zu handeln?

      Der Mann wechselt nur seine Pseudonyme, um seine offensichtlich rechtsextreme Gesinnung an den Mann/die Frau zu bringen?

      Kennt man ja auch aus anderen Foren solche wackeren “Herr-Der-Ringe-Trolle” bzw. “-Orks” ;-) *grins*

      Lieber Gruß
      Bernie

    16. salvo schrieb am 6. Juni 2010 at 13:40 - Permalink

      p.s.

      eine gute Sammlung deutschsprachiger Artikeln zu Kolumbien findet sich hier

      http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Kolumbien/Welcome.html

      die Wahlbeteiligung lag übrigens unter 50%

      und zu den angeblich paradiesischen Verhältnissen unter uribe schreibt die Menschenrechtsorganisation CODHES

      “Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation CODHES wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 286000 Menschen von ihrem Grund und Boden vertrieben, vor allem indigene und afrikanischstämmige Gemeinschaften sowie Kleinbauern.”

    17. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 14:18 - Permalink

      Faschistisch sind andere. Und Pinochet fand ich immer sehr schlimm. Aber etwas anderes als Unterstellungen, erwarte ich von gewissen Leuten auch nicht. Unhaltbare persönliche Anschuldigungen nach Art des Volksgerichtshofes.

      Für mich ist das hier faschistisch:
      - Wahlwerbung eines chavistischen Abgeordneten:
      http://tinyurl.com/32r6zsc
      In Puente Llaguna wurden am 11. April 2002 friedliche Demonstranten niedergeschossen. Der Herr Abgeordnete wirbt mit einem “Action-Foto” (schiessend, mit Gewehr)
      - Chávez: Ich bin keine Person. Ich bin ein Volk.
      - Chávez hält eine Rede vor seinen Milizen. Im Hintergrund ein übergrosses Plakat des Führers.
      http://tinyurl.com/y229okl

      In Kolumbien existiert Gewaltenteilung. Eine unabhängige Justiz verbot Uribe eine weitere Wiederwahl. Skandale werden aufgedeckt, in Medien und Gerichtssälen verhandelt. Natürlich liegt in dem Land einiges im argen. Nur gibts dort wenigstens Pluralismus und Hoffnung.

      Aber solche “Kleinigkeiten” fliegen halt unter der Aufmerksamkeitsschwelle unserer lieben im wahren Leben frustrierten 100prozentigen.

    18. OAlexander schrieb am 6. Juni 2010 at 14:24 - Permalink

      Ein sehr trauriger Bericht aus einem sehr schönem Land, das mit seinem natürlichen Reichtum eigentlich allen seinen Bürgern hinreichend Wohlstand bieten könnte. Besten Dank an Wolf Wetzel, der sich hier sehr viel Mühe gegeben hat, das moderne Kolumbien, das sich in den letzten Jahren zu einer Art unsinkbaren Flugzeugträger der USA in Südamerika entwickelt hat, etwas vorzustellen.

      Einige kurze Anmerkungen zum Thema Drogen. Dort befolgt Kolumbien nur die gleiche angebotsorientierte Marktwirtschaft – ein Begriff, der spätestens seit den Tagen des Gewinners des Preises für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel, Milton Friedman, im Zentrum wirtschaftpolitischen Denkens steht – wie Afghanistan, Myanmar, etc.

      Zu diesem Thema einige Cut and Pastes aus einem Interview des australischen ÖR-TV ABC mit dem vormaligen Obersten Gerichtshof Richter Ken Crispin (Video – Transkript):

      Drug usage has exploded during the war on drugs. To quote one British figure ‘the number of heroin users over about 30 years increased from 2000 to 300,000.’ The prevalence of drugs has exploded to the point that the prices have fallen so cocaine, in real terms,[after inflation] now costs about a sixth of what it did at the start of the war on drugs. Heroin costs about a tenth of what it did on the start of the war on drugs.

      The simple fact though is that the war on drugs has failed. We’ve pursued a policy now for 40 years and in the course of that period things have got steadily worse. Not only have they got steadily worse but they’ve got worse in the countries that have pursued it than in the ones that have adopted a more liberal approach and there are terrible costs that have been paid as a consequences.

      Ich empfehle jedem, der sich für dieses Thema interessiert sich das ganze Interview durchzulesen, da es zahlreiche weitere gute Argumente beinhaltet.

      Da es keine rational bestandsfähigen Argumente für die Weiterführung des “Krieges gegen die Drogen”, der ja zumal vordergründig sehr kostspielig ist, gibt muss es da also in der Tat anderweitige starke Gründe geben. Mangelnde Intelligenz und Einsichtsfähigkeit bei fast allen Regierungen der Welt lasse ich da nicht gelten.

    19. Name schrieb am 6. Juni 2010 at 14:28 - Permalink

      Wie groß ist den jetzt die kolumbianische Armee und wie groß die Guerilla?

      Der Krieg im Inneren hat auch ein offizielles Gesicht: In gerade einmal zwei Amtszeiten hat die Regierung Uribes die Armee um die Hälfte erhöht: von 190.000 auf 250.000 Soldaten.

      Zum anderen wurden sie von Firmen und ausländischen Konzernen finanziert und angeheuert, um Angriffen der Guerilla militärisch zu begegnen, Gewerkschafter zu ermorden und Arbeiter einzuschüchtern. Man schätzt ihre Zahl auf ca. 100.000, was der Stärke der kolumbianischen Armee entspricht.

      Auch finde ich, wie auch Wettervorhersage die Rechnung mit 100 $/g fragwürdig. Wenn man von den einem Großhandelspreis von 10 $/g ausgeht, kommt man auf 5,6 Milliarden USD.

      Geht man von einem kolumbianischen Marktanteil von rund 70 Prozent und einem Marktpreis von 100 US-Dollar pro Gramm aus, kommt man auf die Summe von 56 Milliarden US-Dollar. Wenn man (legalen) Außenhandel aus dem Jahre 2008 mit 37,62 Milliarden US-Dollar dagegenhält, bekommt man eine Vorstellung davon, welche ökonomische und politische Macht sich dahinter verbirgt.

    20. OAlexander schrieb am 6. Juni 2010 at 14:55 - Permalink

      Zum Kokain-Preis: $ 100 ist der Großhandelspreis (Back to the Drug War: The Street Price of Cocaine).

    21. OAlexander schrieb am 6. Juni 2010 at 15:27 - Permalink

      Einiges zu Militär und Kolumbien:

      The BICC Global Militarization Index (GMI) / Rang (2007):
      Chile: 22
      Colombia: 48
      Brazil: 87
      Venezuela: 120
      Argentina: 137
      (s. Bonn International Center for Conversion)

      Militärpersonal – Wachstum 1985 – 2003: 66.000 auf 200.000
      (s. SIPRI)

      Sieben US Militärbasen
      3 x Lufwaffe
      2 x Marine
      2 x Heer
      (s. The Fellowship of Reconciliation)

      Die Frage nach dem Sinn US-Amerikanischer Militäreinrichtungen in Mittel- und Südamerika kann sich jeder selbst stellen. Ich kann es nur als eine gezielte Vorneverteidigung zum Resourcenraub ansehen, vergleichbar mit der strategischen Einkreisung Russlands. Ich sehe keinerlei Bedrohungsszenarien innerhalb der Region, und auch potentielle Angriffe Chinas halte ich für ausgeschlossen, das ist für die technisch auf absehbare zu schwierig. Technisch wird der Ursprung der US-Militärpräsenz in der Mithilfe beim Kampf gegen die Drogen begründet. Plausibel?

    22. goldman sachs schrieb am 6. Juni 2010 at 16:15 - Permalink

      @OAlexander

      Technisch wird der Ursprung der US-Militärpräsenz in der Mithilfe beim Kampf gegen die Drogen begründet. Plausibel?

      “Hat die Bankenbranche während der Finanzkrise 2008 massiv von Geld aus kriminellen Quellen profitiert? Nach Recherchen des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (ONUDC) flossen im vergangenen Jahr Millionen und Milliarden aus dem internationalen Drogenhandel ins Finanzsystem.

      Die Mittel aus der internationalen Kriminalität seien für manche Banken “in vielen Momenten das einzige flüssige Investitionskapital” gewesen, das zur Verfügung stand, sagte ONUDC-Leiter Antonio Maria Costa dem britischen “Observer”. “Das war zu der Zeit, als das System praktisch paralysiert war wegen der Weigerung der Banken, sich untereinander Geld zu leihen.”

      Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 war der sogenannte Interbankenmarkt, auf dem sich die Geldinstitute gegenseitig mit Kapital versorgen, schlagartig ausgetrocknet. Dabei ist der ständige Finanzfluss überlebenswichtig für die Branche, oft wird er als Blutkreislauf der gesamten Wirtschaft bezeichnet. In dieser Situation sollen Drogengeldern einigen Geldhäusern über die Runden geholfen haben.

      Costa sagte, er sei zum ersten Mal vor 18 Monaten von Nachrichtendiensten und Ermittlern darauf aufmerksam gemacht worden, dass Milliardengelder aus krimineller Herkunft auf diesen Markt geflossen seien. “Es gab Hinweise, dass manche Banken auf diese Weise gerettet wurden.” Das Geld, das vornehmlich aus dem Drogenhandel stamme, sei auf diese Weise auch gewaschen worden. Nach Schätzungen der Uno werden weltweit im Drogenhandel weit mehr als 300 Milliarden Euro jährlich verdient.”
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666799,00.html

    23. goldman sachs schrieb am 6. Juni 2010 at 16:31 - Permalink

      @OAlexander,

      Peter Dale Scott : ?Die Drogen, das Öl und der Krieg?, Verlag Zweitausendeins, 2003
      Peter Dale Scott : ?The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America?

      ?Laut Scott ist der Krieg gegen Drogen ein Vorwand, um den Militärisch-industriellen Komplex zu bedienen und die strategische Versorgung mit Erdöl aus Lateinamerika, vor allem aus Kolumbien, mit militärischen Mitteln zu sichern. Scott sieht dieses Muster auch in Südostasien in den 1960er und 1970er Jahren gegeben. Zu Scotts zentralen Themen gehört die erwiesene Kooperation der CIA mit den Drogenproduzenten und -händlern in Mittelamerika, dem Goldenen Dreieck und Afghanistan.

      Diese Förderung des internationalen Drogenhandels zur Sicherstellung der Ölversorgung ist für Scott auch im Hinblick auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 von Bedeutung. Scott hebt die Kooperation zwischen Al-Qaida und den USA während des Afghanischen Bürgerkriegs hervor. Die Gruppierung wurde demzufolge zum Zwecke US-amerikanischer Interessen in Zentralasien eingesetzt; zu ihrer Finanzierung wurde afghanisches Heroin verwendet. Al-Qaida-Mitglieder wurden Scott zufolge auch im Kosovo-Krieg von den USA unterstützt.?
      http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Dale_Scott

    24. Schweigsam schrieb am 6. Juni 2010 at 16:45 - Permalink

      Vielleicht ist Kolumbiens gegenwart unsere Zunkunft.
      Ausbeutung Total!

    25. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 16:51 - Permalink

      Lieber OAlexander,

      der Konsum harter Drogen ist in den letzten 20 Jahren in jedem lateinamerikanischen Land gestiegen.
      Niemand stellt in Frage, dass der war on drugs gescheitert ist.
      Ursache ist die hohe Nachfrage insbesondere aus sogenannten entwickelten Ländern. Kolumbien bezahlt für diese Spaßkultur einen sehr hohen Preis.
      Der Plan America dient halt nicht seinem eigentlichen Ziel. Wohl aber für eine Abdrängung und hoffentlich irgendwann Terminierung einer steinzeit-kommunistischen Guerrilla namens FARC.

      Selbstverständlich besitzt Kolumbien eine vergleichsweise große Armee. In Kolumbien findet ein Bürgerkrieg gegen kommunistische Guerrilleros statt! Chile kann sich eine vergleichsweise große Armee leisten. Angesichts der in den Nachbarländern verbreiteten Neid- und Minderwertigkeits-Komplexe gibt es leider auch gute Argumente dafür.
      Hier etwa die Aussagen eines peruanischen Generals, der während einem geselligen Beisammensein, folgenden Spruch abließ:
      Jeder Chilene, der ins Land kommt, kehrt nicht mehr zurück. Oder genauer: Er kehrt in einer Kiste zurück. Und wenns nicht mehr genug Kisten gibt, nehmen wir halt Plastiktüten. Er wurde dabei gefilmt:
      http://www.youtube.com/watch?v=qcB5OXQnkLQ
      … und nicht entlassen.
      Chiles Lateinamerika-Politik ist sehr friedlich. Schliesslich möchte man die Bürger der Region als Kunden an Bord von Lan Chile Flugzeugen oder in Jumbo Supermärkten und Falabella/Paris Kaufhäusern begrüssen.
      Permanent von Krieg redet dagegen Hugo Chávez.. Im Zusammenhang des kolumbianischen Wahlkampfes, meinte er etwa, dass es Krieg geben würde, wenn Santos gewinnen würde. Als er dann selbst von dem linkslastigen OAS Präsidenten Insulza aufgefordert wurde, solche Äusserungen zu unterlassen, polterte er rum, Insulza solle sich nicht in innere venezoelanische Angelegenheiten einmischen.

      Kolumbien hat den USA die Benutzung einiger Basen eingeräumt, damit die USA Kolumbien im Kampf gegen die FARC unterstützt. Ausserdem ist das eine günstige Abschreckung gegen die venezoelanische Aufrüstung der letzten Jahre. Kolumbiens Streitkräfte sind für einen Angriffskrieg einfach nicht ausgerüstet. Die besitzen nicht einmal Panzer. Venezuela kauft sich für teures Geld U-Boote.

      Lieber name,

      man geht heute davon aus, dass es noch 8.000 zu befriedene FARC-Terroristen gab. Am Ende des letzten brutal von der FARC ausgenutzten Versuchs einer Verständigung hatte die FARC noch 18.000 Kämpfer. Zweifelsfrei gelang es der Kolumbianischen Armee die FARC in die Randbereiche des Landes abzudrängen.

    26. name schrieb am 6. Juni 2010 at 17:36 - Permalink

      Sehr, sehr guter Artikel – Danke dafür! – mit dem Kommentator von 19 habe ich nichts zu tun.

    27. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 17:38 - Permalink

      @Spiegelfechter: Ich versteh auch nicht so ganz, warum zu Türkei-Themen hier Türken eingeladen werden, während zu Kolumbien irgendwelche dahergelaufenen turdburglars eine Bühne gegeben wird. Besser wäre es, jemanden direkt aus dem Land zu bekommen.
      Wolf Wetzel kann ja historische Artikel über die Unterstützerszene der RAF schreiben. Über dieses Thema verfügt er offenbar mehr gelebte Erfahrung, wenn man sich mal seine Publikationen ein wenig genauer anschaut.

    28. OAlexander schrieb am 6. Juni 2010 at 17:49 - Permalink

      @ Lemmy Caution

      der Konsum harter Drogen ist in den letzten 20 Jahren in jedem lateinamerikanischen Land gestiegen.

      Nicht nur in Lateinamerika, sondern global.

      Niemand stellt in Frage, dass der war on drugs gescheitert ist.

      Dann sollte man die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.

      Kolumbien hat den USA die Benutzung einiger Basen eingeräumt, damit die USA Kolumbien im Kampf gegen die FARC unterstützt.

      Ein Land mit über 40 Millionen Einwohnern sollte keine Schwierigkeiten haben eine Truppe von 8.000 “Revolutionären” ohne Hilfe einer Supermacht zu besiegen.

      Die FARC sind auch nicht besonders “kommunistisch” – die sind heutzutage schlicht und einfach eines der am Drogengeschäft beteiligten Großunternehmen.

      Ausserdem ist das eine günstige Abschreckung gegen die venezoelanische Aufrüstung der letzten Jahre.

      Die Streitkräfte sind etwa ein Drittel so groß wie die kolumbianischen, Die Militärausgaben Venezualas (1,2 % des BIP) liegen Prozentual und absolut weit hinter den kolumbianischen (5 % des BIP).

    29. OAlexander schrieb am 6. Juni 2010 at 17:58 - Permalink

      An SPIEGELFECHTER
      Betr.: Lemmy Caution / # 27

      Wolf Wetzel = “dahergelaufener turdburglar“

      Das ist eine Beleidigung in einer Stärke die ich einem Gast meines Hauses in keinstem Fall zumuten würde. Das ist weit jenseits dessen was man als “Ausrutscher” abtun könnte. Sollte das es dir schwer fallen das sprachlich eindeutig zu bewerten, stehe ich gerne zur Verfügung, allerdings erspare ich mir hier gerne die Übersetzung.

      Dieser Beitrag kann nach Beurteilung entfernt werden.

    30. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 18:32 - Permalink

      @OAlexander
      War on Drugs: Dann sollte man die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.

      Die FARC wird in Randbereiche Kolumbiens abgedrängt. Dieses empfinden sehr, sehr viele Kolumbianer als eine Verbesserung ihrer Situation.

      Ein Land mit über 40 Millionen Einwohnern sollte keine Schwierigkeiten haben eine Truppe von 8.000 ?Revolutionären? ohne Hilfe einer Supermacht zu besiegen.

      Doch das ist schwierig. In Kolumbien gibts halt sehr viel unwegsames Gelände. Auf Grund dieser geologischen/botanischen Faktoren ist das Land wie geschaffen für einen Guerrilla-Kampf. Die FARC existiert bereits schon seit 40 Jahren oder länger.

      Die FARC sind auch nicht besonders ?kommunistisch? ? die sind heutzutage schlicht und einfach eines der am Drogengeschäft beteiligten Großunternehmen.

      Die FARC redet nicht viel anders als Hugo Chávez oder Sarah Wagenknecht. Sie glauben sich im Kampf gegen das Böse und berufen sich auf Marx. Also sind es Kommunisten. Sie geben auch Propaganda-Videos raus, in denen sie sich als Bauern darstellen, die gegen Grossgrundbesitzer kämpfen. Diese Filme werden in linken Begegnungsstätten häufiger gezeigt. Hab Aufnahmen aus Buenos Aires gesehen, in denen die dortige links-Bourgoisie ganz angetan war.

      Aus welchem Jahr stammt die Zahl von 1,2% BIP für die venezoelanischen Militärausgaben. Und was ist in dieser Zahl enthalten? Ich zweifele sie für die letzten Jahre stark an. So hat Rußland alleine Venezuela einen Kredit über 5 Mrd $ rein für Waffenkäufe gewährt. In den letzten Jahren wurden auch stets die Besoldungen der Soldaten um 40% erhöht (bei einer Inflation von zumindest über 35% und einem Anstieg des Mindestlohns um 20%).

      Kolumbien zählt fast doppelt so viel Einwohner wie Venezuela und ist ärmer, weil man nicht solch große Erdölvorkommen besitzt. Das war seit den 60ern immer so. Allerdings holt Kolumbien nun auf. Aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Situation Venezuelas wäre es allerdings schlimm, wenns anders wäre.

    31. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 19:13 - Permalink

      Den Turdburglar meinte ich in Kontext einer gewissen Art der Lateinamerika-Berichterstattung, die sich weitgehend von jeglicher journalistische Ethik längst verabschiedet hat. Die sehr komplexen gesellschaftlichen, poltischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen einer Region wird nur noch als Projektionsfläche benutzt, um naive Euro-Kids in eine ultra-fanatische Haltung bezüglich der regionalen Realitäten zu verleiten. Aus den oben von mir angeführten Gründen ist dieser Artikel ein gutes Beispiel für diese Schule. Man sollte zumindest genug Respekt aufbringen, um das Wahlergebnis zu verstehen. Herr Wetzel unternimmt nicht einmal einen entsprechenden Versuch. Die von einer sehr, sehr, sehr großen Anzahl von Kolumbianern unterstützten Santos und Mockus werden als Scharlatane dargestellt, die ihr Land an die USA verkaufen. Warum erhalten sie dann Stimmen? Sind die Kolumbianer dumm? Der eigentliche Beleidiger bin nicht ich.
      Weitere Artikel in Herrn Wetzels Blog über Nicaragua und Venezuela strotzen ebenfalls nur so von Triumphalismus, Arroganz, Einseitigkeit, Pharisäertum und einen brutalen Verzicht auf jegliche Hinterfragung der eigenen Position.

    32. Schneemann schrieb am 6. Juni 2010 at 19:46 - Permalink

      Lemmy, der Artikel beschreibt die Scheinheiligkeit der Regierung Kolumbiens, nicht die eines Haufens versprengten Freiheitskämpfer.

      Die Venezuelaner erhalten einen Kredit über 5 Milliarden Dollar von den Russen, während die Amerikaner die gleiche Summe bereits in die Aufrüstung Kolumbiens gesteckt haben — allein in den letzten 10 Jahren.

      Obgleich die Aktivitäten der FARC zurückgehen, steigt der Kriegsanteil am kolumbianischen Budget auf rund 14% – einmalig in Lateinamerika. Doch wo Unruhen und Unterdrückung herrschen, bleiben des Kapitalismus Renditen ohne Gefährdung.

      Während die sprudelnden Gewinne in sichere Steueroasen exportiert werden, leben laut Wikipedia 11 Millionen von 21,5 Millionen arbeitsfähigen Kolumbianos von weniger als 1$ pro Tag – 2/3 davon in den lukrativen Bergbaugebieten.

    33. Cornelius schrieb am 6. Juni 2010 at 20:18 - Permalink

      Mir hat er gefallen, der Artikel. Danke. Schon länger wollten wir mal einen kleinen Denkanstoß geben, was der CIA mit “Ihrem” letzten Wohnungseinbruch oder Fahrraddiebstahl zu tun hat. Ne Menge …

    34. exName schrieb am 6. Juni 2010 at 20:23 - Permalink

      Zum Kokain-Preis: $ 100 ist der Großhandelspreis (Back to the Drug War: The Street Price of Cocaine).

      Das ist der Großhandelspreis in den USA oder auch in Europa. Der Großhandelspreis in Kolumbien liegt bei 9,63 USD/g, zufinden im WORLD DRUG REPORT 2009 (S.67) aus dem in der obengenannten Quelle zitiert wird.

      Laut dieser Quelle wurde auch nicht 70% der 800 Tonnen weltweit produzierten Kokains in Kolumbien hergestellt, sondern 430 Tonnen von 845 Tonnen (in Peru, Bolivien und Kolumbien hergestellten).

    35. Bernie schrieb am 6. Juni 2010 at 20:35 - Permalink

      “[...]Faschistisch sind andere. Und Pinochet fand ich immer sehr schlimm. Aber etwas anderes als Unterstellungen, erwarte ich von gewissen Leuten auch nicht. Unhaltbare persönliche Anschuldigungen nach Art des Volksgerichtshofes[...]”

      Lieber Lemmy Caution, oder wie auch immer Sie sich sonst zu nenne pflegen,

      ich betrachte die Diskussion mit Ihnen als beendet, denn gerade obiger Satz kommt in rechtsextremen Kreisen sehr gerne vor.

      Frei nach dem Motto:

      Vorneverteidigung bzw. Tatsachenumkehr, wenn man erkannt ist *grins* ;-)

      Übrigens woher kennen Sie die “Art des Volksgerichtshofes”?

      Ich kenne die nämlich nicht, und lasse mich gerne von “einem alten Kameraden” aufklären, was damit gemeint ist mit der “Art des Volksgerichtshofes”.

      Schönen Tach noch
      ein alter Forenhase, und Rechtsextremistenfresser,
      namens Bernie

    36. Bernie schrieb am 6. Juni 2010 at 20:37 - Permalink

      Ach, noch eins Sie können die Geschichte umschreiben wie Sie sie gerne hätten, aber ich halte mich im Fall Kolumbien an historisch erwiesene Tatsachen von Fachhistorikern, und nicht von sonstigen Geschichtsverdrehern…..aller Coleur….

      Wie schon gesagt, ich betrachte die Diskussion mit Ihnen als beendet, und wünsche Ihnen dennoch einen schönen Tach….
      Gruß
      Bernie

    37. salvo schrieb am 6. Juni 2010 at 20:41 - Permalink

      zur Menschenrechtslage in Kolumbien ein Bericht vom HRW

      “This 122-page report documents widespread and serious abuses by successor groups to the paramilitary coalition known as the United Self-Defense Forces of Colombia (Autodefensas Unidas de Colombia, AUC). The successor groups regularly commit massacres, killings, forced displacement, rape, and extortion, and create a threatening atmosphere in the communities they control. Often, they target human rights defenders, trade unionists, victims of the paramilitaries who are seeking justice, and community members who do not follow their orders. The report is accompanied by a multimedia presentation that includes photos and audio of some of the Colombians targeted by the successor groups.”

      http://www.hrw.org/node/88060

      ein Auszug daraus, aus dem klar wird, dass im Gegensatz zu dem, was etwa LC behauptet, sich die Menschenrechtslage verschlechtert hat:

      “Between 2003 and 2006 the Colombian government implemented a demobilization process for 37 armed groups that made up the brutal, mafia-like, paramilitary coalition known as the AUC (the Autodefensas Unidas de Colombia, or United Self-Defense Forces of Colombia). The government claimed success, as more than 30,000 persons went through demobilization ceremonies, pledged to cease criminal activity, and entered reintegration programs offering them training, work, and stipends. Since then, the government has repeatedly said that the paramilitaries no longer exist.

      But almost immediately after the demobilization process had ended, new groups cropped up all over the country, taking the reins of the criminal operations that the AUC leadership previously ran.

      Today, these successor groups are quietly having a dramatic effect on the human rights and humanitarian situation in Colombia. Of particular concern, as documented extensively in this report, the successor groups are engaging in widespread and serious abuses against civilians, including massacres, killings, rapes, threats, and extortion. They have repeatedly targeted human rights defenders, trade unionists, displaced persons including Afro-Colombians who seek to recover their land, victims of the AUC who are seeking justice, and community members who do not follow their orders. The rise of the groups has coincided with a significant increase in the rates of internal displacement around the country from 2004 through at least 2007. And in some regions, like the city of Medellín, where the homicide rate has nearly doubled in the past year, the groups? operations have resulted in a large increase in violence. To many civilians, the AUC?s demobilization has done little to change the conditions of fear and violence in which they live.

      The threat posed by the successor groups is both serious and steadily growing. Colombia?s National Police estimates that they have more than 4,000 members. Non-governmental estimates run as high as 10,200. According to conservative police figures, the groups are quickly increasing their areas of operation and as of July 2009 had a presence in at least 173 municipalities in 24 of Colombia?s 32 departments. They are actively recruiting new members from among teenagers, demobilized individuals, and young men and women. In several cases, they have been known to recruit members from distant regions of the country, displaying a high level of organization at a national level. Increasingly, the successor groups have merged or have absorbed one another, so that fewer groups are operating in a more coordinated manner, covering a larger territory.”

    38. salvo schrieb am 6. Juni 2010 at 21:04 - Permalink

      gerade unter der indigenen Bevölkerung in Kolumbien hat sich in den letzten Jahren die Anzahl der Opfer durch Übergriffe seitens Paramilitärs aber auch der Armee erhöht

      “Amnesty said all warring factions, including right-wing paramilitary groups, drug gangs and Colombia’s security forces, were guilty of committing human rights violations against indigenous tribes such as kidnappings and the sexual abuse of women.

      Fighting killed 114 indigenous people last year, a 40 percent rise in comparison to 2008, according to the National Indigenous Organisation of Colombia (ONIC). It estimates armed groups have killed more than 1,400 indigenous Colombians over the last decade. ”

      http://www.alertnet.org/db/an_art/59877/2010/01/23-160800-1.htm

    39. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 21:06 - Permalink

      @Bernie: Welche Diskussion?
      @Schneemann. Die nach wie vor verheerenden Aktivitäten der FARC gehen nicht zuletzt deshalb zurück, weil eben die kolumbianische Armee heute professioneller agiert und besser ausgestattet ist. Ein Land im Bürgerkrieg hat nun einmal ein höheres Militärbudget. Im übrigen sind auch zumindest Teile der Armee damit beschäftigt, die AUC zu bekämpfen, obwohls da natürliche an anderer Stelle auch Verbindungen gibt. Es ist nur zu hoffen, dass Justiz und Presse ausreichend Druck machen. Santos hat jedenfalls in Fernsehdebatten vor der Wahl gesagt, dass die AUCs ebenfalls mit aller Macht bekämpft werden müssen. Mit einer schwächeren FARC besitzen die auch weniger “Legitimation”, die für mich ohnehin immer nur ein Schein darstellte. Die AUCs entstanden in den 80ern als eine Gegenbewegung gegen eine immer stärker werdende FARC. Von Anfang an eine schlechte Idee. Leider war das kolumbianische Establishment aufgrund ihrer ebenfalls gewalttätigen und opressiven Tradition sehr anfällig für diese Lösung. Kolumbien ist – neben Paraguay, El Salvador, Honduras – eines der wenigen lateinamerikanischen Staaten, in dem sich die Eliten des 19. Jhdts. recht gut durch die Umbrüche in Folge der Weltwirtschaftskrise von 1930 mogeln konnten. Nur heute sehe ich da durchaus einige ermutigende Modernisierungsansätze.

      @salvo: Nie wurden so viele AUC Leute rechtskräftig verurteilt. Sicherlich finden in vielen ländlichen Gegenden Kolumbiens nach wie vor entsetzliche Verbrechen statt. Nur hat eben die Mehrheit der Kolumbianer offenbar der Meinung, dass der Kurs der Partido de la U der richtige ist. Auch wenn es persönliche Verbindungen einiger Mitglieder der Partido de la U und dem Militär mit dem AUC gibt, so bezeichnet der nächste Präsident Santos die AUC als einen der Reiter der Apokalypse. In den letzten Jahren haben sich auch Presse und Justiz als recht stark in der Aufklärung der Verbindungen erwiesen.

      Nun kannst du/ich als gringo die Politik der Partido de la U als falsch bezeichnen. Trotzdem wird Santos von einer Mehrheit der Kolumbianer zum Präsidenten gewählt. Freiwillig. Auch in Städten, in denen die AUCs nicht aktiv sind. Man sollte zumindest so viel demokratischen Anstand haben, das zu akzeptieren, ohne da die Wirtschaftsinteressen der USA im Spiel zu sehen. Gewählt haben nämlich die Kolumbianer und nicht irgendwelche US-Firmen, die in Kolumbien auch in einem harten Wettbewerb mit lateinamerikanischen, europäischen und asiatischen Firmen stehen.

      Kann dir sehr dieses Buch empfehlen. Stephen Dudley, Walking Ghosts: Murder and Guerrilla Politics in Colombia. Es behandelt so etwa die vorletzte Phase des Konflikts und die Entstehung der AUCs. Ich selbst revidiere gewisse Meinungen über chilenische Politik in einigen Gesprächen eigentlich ständig. Seit 15 Jahren. Deshalb vertraue ich bzgl. anderen lateinamerikanischen Gesellschaften weniger irgendwelchen starken Meinungen, sondern Personen, die intensiv über eine längere Zeit im Land gelebt haben. Vieles ist dort aus deutscher Perspektive fremd. Und vieles in Kolumbien btw. selbst aus einer chilenischen Perspektive.

    40. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 21:18 - Permalink

      @Salvo: Indianer leiden tendentiell unter Konflikten. Oder der unregulierten Expansion. Wie sie etwa gerade in Venezuelas Süden stattindet. Natürlich müssen solche Amnesty Berichte ernst nehmen.

      Für die Wahlentscheidungen der überwiegenden Mehrheit der Kolumbianer waren jedoch andere Dinge entscheidend: Die Anzahl der Entführungen und der Morde sind unter Uribe dramatisch zurückgegangen. Übrigens auch die Morde an Gewerkschaftern. In den Ballungszentren gibts seit langer Zeit wieder so etwas wie ein Gefühl der relativen Sicherheit. So äußern sich übrigens auch Deutsche, die in Kolumbien leben. 114 Indianer? So viele Menschen sterben in Caracas an einem Wochenende durch Schusswaffen. Womit ich nicht sage, dass 114 Indianer egal wären. Das ist ein untragbarer Zustand. Nur sollte man halt alle Gewalt-Opfer betrachten und nicht nur die, die einem in sein Weltbild passen.

    41. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 21:58 - Permalink

      @Salvo: War eigentlich Human Rights Watch nicht eine faschistische Organisation des Westens? Oder gilt das nur dann, wenn sie über Menschenrechtsverletzungen auf Kuba, in Nikaragua, Bolivien und Venezuela. Darüber würd ich an deiner Stelle vielleicht einmal nachdenken.

    42. salvo schrieb am 6. Juni 2010 at 22:05 - Permalink

      wo habe ich denn geschrieben, dass HRW eine faschistische Organisation ist? Bei AI findet man übrigens ähnliche Berichte. Und, überlass bitte mir, worüber ich nachzudenken habe

      es wurde oben bereits geschrieben, dass die Wahlbeteiligung unter 50% lag. Wenn ich zeit habe, werde ich versuchen herauszufinden, wie denn das Wahlverhalten bei der indigenen Bevölkerung oder den Kleinbauern, Landlosen und Arbeitern ausgefallen ist, ob nicht die Mehrzahl von ihnen gar nicht zur Wahl gegangen ist.

    43. Lemmy Caution schrieb am 6. Juni 2010 at 22:31 - Permalink

      50% Wahlbeteiligung sind für Kolumbien hoch. Es existiert ein allgemeines Wahlrecht. Wie in allen Ländern Lateinamerikas lebt die Mehrheit der Kolumbianer in Städten:
      http://es.wikipedia.org/wiki/Demograf%C3%ADa_de_Colombia
      In den Umfragen vorher wurde damit gerechnet, dass Mockus in den großen Städten gewinnen würde und Santos auf dem Land. Tatsächlich hat Santos überall gewonnen. Besonders stark in den eher menschenleeren Gebieten, in denen die FARC noch aktiv ist.
      Die lateinamerikanischen Verhältnisse spiegeln in keiner Weise romantische Vorstellungen von linken Kleinbauern, Landlosen und Arbeitslosen wieder. Nicht wenige dieser Leute sind eher konservativ. Selbst Mockus hat klar geäußert, dass er die entschlossene Politik gegen die FARC fortführen werde. Von den Wählern haben nur 15% für Parteien gestimmt, die diese Politik in Frage stellen (Polo Democratico Alternativo und Teile der Liberalen). Daraus Mehrheiten gegen Santos zu konstruieren, ist schon sehr zynisch.

    44. OAlexander schrieb am 7. Juni 2010 at 00:13 - Permalink

      Betr.: Lemmy Caution / # 31

      Den Turdburglar meinte ich in Kontext einer gewissen Art der Lateinamerika-Berichterstattung, …

      Nach dieser außerordentlich vulgären persönlichen Beleidigung ist die Diskussion für mich beendet. Mit oder ohne Referenz auf eine “gewisse Art der Lateinamerika-Berichterstattung” bleibt das unentschuldbar.

    45. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 08:16 - Permalink

      als Quelle ist LC in meine Augen irrelevant. Wenn ich Zeit finde werden ich selbst geeignete Quellen konsultieren. Für mich ist der Umstand einer solch niedrigen Wahlbeteiligung durchaus fragwürdig und wirft durchaus berechtigte Fragen über die Legitimität institutioneller Machtbildung, nicht nur in Kolumbien. Anders als mir unterstellt, geht es nicht darum, irgend etwas zu konstruieren, da ich nicht wissen kann, was denn so viele Menschen von der Wahl abgehalten hat. Interessant wäre für mich die Frage, inwieweit die Wahlbeteiligung auch die sozialen Widersprüche im Land abbildet. Als zynisch erachte ich hingegen die Haltung, diese Widersprüche nicth hinterfragen zu wollen und die institutionell begründete Gewalt gegen die Bevölkerung zu bagatelliesieren bzw zu relativieren mit dem Verweis auf die Menschrechtslage in anderen Ländern. Übrigens, was HRW angeht, ist es so, dass die Finanzierungsgrundlage der Organisation in der Tat einige Fragen hinsichtlicher ihrer Ziele und Unabhängigjeit wirft, dass aber der Umstand, dass selbst diese Organisation die Menschrechtslage in Kolumbien als keinefalls verbessert beurteilt, gewisse andere Leute zum Nachdenken bewegen sollte.

    46. Lemmy Caution schrieb am 7. Juni 2010 at 09:37 - Permalink

      Lieber salvo,

      sofern die Wahlberechtigten mit einer Präsidentschaft Santos nicht einverstanden sind, können sie dies an den Wahlurnen Ausdruck verleihen. NIEMAND hindert sie daran. Die Wahlen sind geheim und frei. Auf dem Land gibt es vereinzelt Fälle von Stimmenkäufen. Die überwiegende Mehrheit lebt allerdings in den Städten.

      Die Gewalt ist auch nicht “institutionell begründet”. Sie wird ausgeübt von
      a) den Kommunistischen Guerrilleros der FARC
      b) den AUCs
      c) Teilen der Armee
      d) Kriminellen ohne ernsthaftes politisches Projekt

      All das wird von ALLEN Präsidentschaftskandidaten verurteilt. Die Gewalt ist illegal.
      Die Wahlen legen in jedem Fall den Schluss nahe, dass die Kolumbianer dem Uribismo das größte Vertrauen hinsichtlich der Lösung der Probleme des Landes entgegenbringt.

      Ich habe die Menschenrechtslage auch nie als verbessert erklärt. In keinem Fall ist sie zufriedenstellend. Allerdings perzepieren halt die Mehrzahl der Wähler die Lebensbedingungen heute als besser als vor 8 Jahren. Dies ist insbesondere der dramatisch verbesserten Sicherheitslage in den zentralen Regionen des Landes geschuldet.

    47. SubcommandanteMarkus schrieb am 7. Juni 2010 at 09:43 - Permalink

      Lemmy relativiert halt gerne die Verbrechen seiner geschätzten, faschistischen Juntas,Paras und pseudo Demokraten, in dem er sie mit vermeintlichen, teils erfundenen und tatsächlichen , Verbrechen,Fehlleistungen , jeder anderen irgendwie “linken” Orga , oder Regierung in Südamerika vergleicht.

      Achso und natürlich ist die Gewalt dort institutionell die AUC und deren venezuelanischer Ableger haben nachweislich beste Kontakte zum Militär, zu Uribe und praktisch der halben Nationlaverssamlung Kolumbiens.

      Der “Laden” ist bestenfalls eine Plutokratie , Demokratie ist da nur ein Euphemismus, angesichts der tartsächlichen Machtverhältnisse und der Vermögensverteilung.

      Das der “Laden” eine Bande von Kriegstreibern und Verbrechen ist (Uribes Famillie selbst kommt ja auch aus dem Drogenhandel) zeigt ja auch der Fall des ehemaligen (mittlerweile natürlich ermordeten) AUC chefs der offen Zugab das es deatllierte Pläne zur Destabilisierung Venezuelas und Ermordung von Chavez gab.
      Dazu wurden z.B auch kolumbianische Paras in venezuelanische Uniformen gesteckt.

      Sicher bei den Vebrechen dort die jeden tag in Kolumbien seitens der AUC verübt werden nur eine Annekdote, zeigt aber das Kolumbien beileibe keine Demokratie mit funktionierender Gewaltenteilung ist.

    48. Lemmy Caution schrieb am 7. Juni 2010 at 10:04 - Permalink

      Querido amigo Subcomandante,

      und warum wählen sich dann die Kolumbianer keinen anderen Präsidenten?

      Saludos cordiales

      Lemmy

    49. Lemmy Caution schrieb am 7. Juni 2010 at 10:17 - Permalink

      Das Ding mit den angeblichen kolumbianischen Paramilitärs mit venezoelanischen Uniformen stammt aus dem Jahre 2004. Bereits damals wurd das sehr angezweifelt.
      Seit ungefähr 8 Jahren hört man ständig Gerede um eine bevorstehende kolumbianische Invasion Venezuelas. Die kolumbianische Armee besitzt nicht mal Panzer. Als Chávez nach dem Schlag Kolumbiens gegen das Lager Raúl Reyes versuchte seine Armee zur Grenze zu mobilisieren, antwortete Uribe damit, dass er es nicht kommentiert und seinerseits nichts mobilisiert. Suchte Kolumbien nach dem Vorwand eines Angriffes. Es hätte dazu reichlich Gelegenheit gegeben. Das ganze kann nur den Schluß nahelegen, dass das ganze Gerede über einen kolumbianischen Angriffs seit inzwischen 8 Jahren eben reines Gerede ist.

      Bzgl. Venezuela nähert sich inzwischen auch amerika21.de der Lemmy Caution Linie an. Langsam wirds auch denen zu viel. 2795 Container mit verfaulten Lebensmitteln. Genug um 91.000 Menschen ein Jahr lang zu ernähren. http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jun/container-82672-venezuela/

    50. SubcommandanteMarkus schrieb am 7. Juni 2010 at 10:37 - Permalink

      In feudalen Systemen würden wahrscheinlich auch die Feudalherren wiedergewählt werden, das hat was damit zu tun , das es eine Demokratie des Volkes nicht geben kann , wenn nicht auch die soziale Freiheit gewahrt bleibt .
      Die Ungleichverteilung von Vermögen und Besitz an Produktionsmitteln also der Mangel an wirtschaftliche Partizipation schränkt auch die Möglichkeiten politischer Partitzipation ein.
      Arbeitnehmer haben desweiteren auch praktisch keine Rechte in Kolumbien, die Macht geht dort ausschlieslich von Drogenbaronen, Paras und Wirtschaftseliten aus , die auf engstes miteinander und mit der Regierung verzahnt sind.
      Mal ganz davon abgesehn das “Linke” obgleich sie nicht mit der FARC oder ELN zusammenarbeiten , in Kolumbien, sich in ständiger Lebensgefahr befinden.
      Die zahlreichen Morde jedes Jahr z.B an Gewerkschaftlern zeigen dies nur zu gut .
      Das diszipliniert natürlich , und nicht zu vergessen das die AUC auch bei jeden Wahlen massiv mit Mitteln des Terrors Druck macht um eventuelle Ergebnisse die nicht im Sinne des Systems sind zu verhindern.

      Und wenn du dich schon auf vermeintlich freie Wahlen beziehst, dann gestehe das den Venezuelanern doch auch zu , denn die Wahlen dort sind ja immerhin sogar international als frei und fair , geprüft und annerkannt.
      Das kann man von Kolumbien nun kaum behaupten.

      Hast du den Artikel von Amerika21 überhaupt gelesen ? Wenn das jetzt die offizielle Lemmy Linie ist , dann hast du dich ja tatsächlich weiterentwickelt.

    51. Lemmy Caution schrieb am 7. Juni 2010 at 12:28 - Permalink

      Muy estimado Subcomandante,

      Kolumbien war nie ein Feudalstaat. Kein einziger der aus dem spanischen Kolonialreich hervorgegangene Republik war das je. Das sind europäische Konzepte.

      Die Ungleichverteilung von Vermögen und Besitz an Produktionsmitteln also der Mangel an wirtschaftliche Partizipation schränkt auch die Möglichkeiten politischer Partitzipation ein.

      Warum das? Mit dem Polo Democratico Alternativo existiert eine linke Partei. Die Armen unter den Kolumbianern wählen sie aber nicht. Sie könnten es aber, sofern sie von deren Ideen überzeugt wären.

      ie Macht geht dort ausschlieslich von Drogenbaronen, Paras und Wirtschaftseliten aus , die auf engstes miteinander und mit der Regierung verzahnt sind.

      Das stimmt so einfach nicht. Es existiert eine unabhängige Justiz. In der Partido de la U existieren von Einzelnen ein paar Verbindungen zur Parapolítica und auch zu unpolitischen Drogenhändlern. Nur ist das nicht die entscheidene Linie der Partei. Während der Präsidentschafts Uribes wurden eine Menge Paras vor Gericht gebracht, verfolgt und verurteilt. Unter Santos wird das nicht anders sein. Die Zukunft Kolumbiens liegt nicht im Drogenhandel. Im Gegenteil behindert dieser die weitere Entwicklung des Landes.

      Der in Kolumbien lebende makopp5 sagte in Amerika21
      2001 gab es ca. 30.000 Gewalttote.
      Im Jahr 2009 waren es ca. 18.000.
      Entfuehrungen zurueck von 3.000 (2000) auf ca. 300
      Auch die Anzahl der ermordeten Gewerkschaftler ging zurück. Es gab einige Fälle, in denen diese Fälle von der Justiz aufgeklärt wurden und die Straftäter ins Gefängnis landeten. Es gab andere Fälle, in denen Gewerkschaftler plötzlich in FARC-Camps auftauchten. Vieles ist halt sehr ambivalent. Die einzigen, die wissen können wie man eine stabilere, friedlichere und glücklichere kolumbianische Gesellschaft aufbaut, sind die Kolumbianer selber. Und die werden sich halt für Santos als Präsidenten entscheiden. Dieser Volkswille sollte respektiert werden.
      Wo haben denn die AUC Druck auf die aktuellen Wahlen ausgeübt?

      Ich habe nie angezweifelt, dass die Mehrheit der Venezoelaner Chávez gewählt hat. Viele Dinge waren in Venezuela nicht demokratisch:
      - Lista Tascón
      - offene der Entzug von Regierungsgeldern an Bundesstaaten, die sich für einen Oppositionskandidaten entschieden haben
      - Chávez Kriegsdrohungen falls die Opposition gewinnt
      - das ständige Zurechtschneidern von Wahlbezirken, damit Chavéz auch gewinnt, wenn er nicht die Mehrheit der Stimmen erhält
      - und und und

      Nur komm ich halt nicht mit Argumenten, dass ja bei der letzten Präsidentschaftswahl 2006 (während des Höhepunkt des Ölbooms) eben nur 74% der Venezuelaner an den Wahlen teilgenommen haben. Würde man die nicht-Wähler mitzählen, hätte Chávez selbst 2006 keine absolute Mehrheit. So argumentiere ich aber nicht. Chávez hat die venezoelanischen Präsidentschafts-Wahlen 2006 gewonnen wie Santos die kolumbianischen des Jahres 2010 gewinnen wird.

      Was ich seit 2 Jahren über Venezuela sage, ist etwas anderes:
      Das Regime ist selbstzerstörerisch, wahnsinnig und faschistisch.

    52. Myron L. Fox schrieb am 7. Juni 2010 at 17:45 - Permalink

      @Lemmy Caution

      Das stimmt so einfach nicht. Es existiert eine unabhängige Justiz. In der Partido de la U existieren von Einzelnen ein paar Verbindungen zur Parapolítica und auch zu unpolitischen Drogenhändlern. Nur ist das nicht die entscheidene Linie der Partei. Während der Präsidentschafts Uribes wurden eine Menge Paras vor Gericht gebracht, verfolgt und verurteilt. Unter Santos wird das nicht anders sein. Die Zukunft Kolumbiens liegt nicht im Drogenhandel. Im Gegenteil behindert dieser die weitere Entwicklung des Landes.

      Sieht die Kolumbianische Staatsanwaltschaft anders:

      Die Ermittler nennen aber konkrete Zahlen zu den Auftraggebern der paramilitärischen Verbrechen: 28 Senatoren, 16 Mitglieder des Repräsentantenhauses, 18 Gouverneure, 128 Bürgermeister und 28 Stadträte arbeiteten direkt mit den paramilitärischen Verbänden zusammen. Auch hier dürfte die Dunkelziffer weit über den aktuellen Angaben liegen. Sie gehören fast ausschließlich zu den konservativen Parteien, die Kolumbiens Präsidenten Alvaro Uribe unterstützen.”

      Francisco Santos[Cousin des Präsidentschaftskandidaten] habe ihn beauftragt in der Hauptstadt Bogota Todesschwadrone aufzubauen. Der spätere Verteidigungsminister, Juan Manuel Santos, habe ihn gebeten, zu helfen den damaligen liberalen Präsidenten Ernesto Samper zu stürzen. Alonso Salazar habe die AUC politisch und finanziell unterstützt, um zum Bürgermeister gewählt zu werden. Inzwischen suspendierte der AUC-Kommandant seine Zusammenarbeit mit der Sonderstaatsanwaltschaft. “Don Berna”, den die kolumbianischen Behörden wegen Drogenhandels an die USA überstellten, erklärte seine Familie werde in Kolumbien bedroht und die Sonderstaatsanwaltschaft gehe seinen Aussagen nicht ernsthaft nach. Er bezeichnete die Auslieferung von Paramilitärs an die USA als eine Verdunkelungsaktion, um die Verantwortung hoher Funktionäre der Regierung Uribe zu vertuschen.

      Quelle: http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2009/okt/corte_293847_para

      Unabhängige Justiz? Der mann macht belastende Aussagen über Parteiangehörige und Befürworter Uribes, wird einfach mal ausgeliefert und seinen Anschuldigungen wird nicht nachgegangen. Da weiß man ja wo der Hase lang läuft.

    53. Wolf Wetzel schrieb am 7. Juni 2010 at 18:37 - Permalink

      Einige Ergänzungen zu den vielen Kommentaren.

      Est einmal herzlichen Dank für den Zuspruch mancher KommentarorInnen.
      Zum letzten Kommetar, dem ich ich danke, sei hinzugefügt, dass die Quote der unaufgeklärten Gewaltverbrechen bei 97 oder 98 Prozent liegt. Wenn man davon ausgeht, dass viele im Leben nicht auf die Idee kämen, eine Anzeige zun erstatten, die mehr ihr Leben gefährdet, als zur aufklärung führt, dann kann man sich die Angst vorstellen, die dort herrscht.
      Ich sage das nicht nur aus sicherer Distanz und anhand vorliegender Quellen. Ich war letztes Jahr mehrere Wochen in Kolumbien und ich habe noch nie so viel Angst erlebt: Viele wollten ihre Erfahrungen nicht im Interview und schon gar nicht auf Video dokumentiert sehen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen und möchten auf jeden Fall anoym bleiben – was sehr gut zu verstehen ist.
      Was die Summe des Wirtschaftssektor “Kokoain” angeht, so ist es selbstverständlich wahr, dass der Kokain-Preis in Kolumbien viel niedriger ist. Der allergrößte Anteil der Kokain-Produktion wird jedoch ions Ausland exportiert. Natürlich bleibt nicht der gesamte Gewinn bei den Drogenkartellen in Kolumbien. Die astronomische Summe soll nur deutlich machen, dass natürlich auch im Ausland große “Unternehmen” Interesse daran haben, dass dieser Drogenhandel weiterläuft. Und das Beispiel “Irangate” zeigt, dass auch Regierungen mit diesem Drogengeld “terroristische” Aktivitäten finanzieren, die sie (verständlicherweise) nicht im Haushalt ausweisen müssen.
      Eine spannede Frage wäre in diesem Zusammenhang der Afghanistan-Krieg: Warum ist dort der Drogenhandel auf dem Höchststand, während er unter der Taliban-Herrschaft auf dem niedrigsten Niveau lag? Wie kann man einen sinnlosen, wahnwitzigen Krieg führen, den man (aus eigenen Mitteln) nicht mehr bezahlen kann?

      Die Frage, wieviel die Guerilla/FARC am Drogenanbau verdient, läßt sich bereits geographisch leicht eingrenzen: Sie ist lediglich in einigen unzugänglichen Regionen präsent und in der Lage, dort “Schutzgelder” zu verlangen. Da sie keinerlei “Handelswege” besitzt und vor allem keine staatsaffinen Verbindungen, die dafür notwendig sind, dürfte ihr Anteil sehr gering sein.
      An Myron L. Fox hätte ich die Bitte, mir die Quelle für das Zitat der kolumbianischen Staatsanwaltschaft zu nennen. Vielen Dank.

      Wolf Wetzel

    54. Myron L. Fox schrieb am 7. Juni 2010 at 18:56 - Permalink

      Ich muss noch ein wenig weiter kommentieren.

      Kolumbien war nie ein Feudalstaat. Kein einziger der aus dem spanischen Kolonialreich hervorgegangene Republik war das je. Das sind europäische Konzepte.

      Hat auch nie jemand behauptet.

      Markus sagte: “In feudalen Systemen würden wahrscheinlich auch die Feudalherren wiedergewählt werden, das hat was damit zu tun , das es eine Demokratie des Volkes nicht geben kann , wenn nicht auch die soziale Freiheit gewahrt bleibt .”

      Warum das? Mit dem Polo Democratico Alternativo existiert eine linke Partei. Die Armen unter den Kolumbianern wählen sie aber nicht. Sie könnten es aber, sofern sie von deren Ideen überzeugt wären.

      Medien? Erziehung? Direktes Umfeld? Sozialisation?

      Das stimmt so einfach nicht. Es existiert eine unabhängige Justiz. In der Partido de la U existieren von Einzelnen ein paar Verbindungen zur Parapolítica und auch zu unpolitischen Drogenhändlern. Nur ist das nicht die entscheidene Linie der Partei. Während der Präsidentschafts Uribes wurden eine Menge Paras vor Gericht gebracht, verfolgt und verurteilt. Unter Santos wird das nicht anders sein. Die Zukunft Kolumbiens liegt nicht im Drogenhandel. Im Gegenteil behindert dieser die weitere Entwicklung des Landes.

      Und wie sieht es mit Drahtziehern und Verbündeten in Wirtschaft und Politik aus? Wurden die auch verfolgt oder nur die kleinen Fische, welche sich von den Terroristen einwickeln lassen und dann im Glauben an eine besssere Zukunft morden?

      Wo haben denn die AUC Druck auf die aktuellen Wahlen ausgeübt?

      edit: es geht möglicherweise um die Wahlen 2006.

      http://colombiareports.com/colombia-news/news/4258-auc-supported-uribes-election-mancuso.html

      “We asked the people whether they had heard of Uribe and what he was committed to. They told us yes and then we told them that we would support him and ‘direct’ the people to vote for him.”

      The former paramilitary leader said that there are still many Congressmen who were involved in ‘parapolitics’, the use of intimidation by the paramilitary to force the people to vote for certain politicians, that had not been named.

      Mancuso had said previously that he was willing to name those politicians who had benefited from ties to the AUC.

      Zur Person: http://en.wikipedia.org/wiki/Salvatore_Mancuso

      “Salvatore Mancuso Gómez, also known as “el Mono Mancuso”,”Santander Lozada” or “Triple Cero”, among other names (born August 17, 1964 in Montería, Córdoba) is a Colombian paramilitary leader, once second in command of the United Self-Defense Forces of Colombia (AUC) paramilitary group. “

    55. Myron L. Fox schrieb am 7. Juni 2010 at 19:04 - Permalink

      @ Wolf Wetzel

      Ich habe grade schon ein wenig gegoogelt ob es nicht unabhängigere Quellen als Amerika21 zu diesem Thema gibt. Wohlmöglich haben sie aber auch noch gar nicht gesehen, dass ich die Quelle nachträglich hinzugefügt habe. Über google konnte ich aber so ziemlich nichts über diese Sonderstaatsanwaltschaft für Frieden und Gerechtigkeit herausfinden. Wenn man spanisch beherrscht findet man sicherlich mehr (wohlmöglich ja auch die Dokumente oder Pressemitteilungen der Staatsanwaltschaft)

      Hier ist der Link noch mal: http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2009/okt/corte_293847_para

      Ich muss mich übrigens korrigieren. Die Aussagen Salvatore Mancusos sind vermutlich zur Präsidentschaftswahl 2006

      Ich bin mir sicher, dass das dieses mal ganz anders abgelaufen ist. ;)

    56. chapultepec schrieb am 7. Juni 2010 at 20:56 - Permalink

      3796 “Verschwundene” (ejecuciones extrajudiciales) sind von der Coordinación Colombia Europa seit 1994 dokumentiert worden.

      3084 davon (also 95%) seit 2002 (also während der “demokratischen Sicherheit”)

      s. Denuncian más de 3 mil ejecuciones extrajudiciales entre 2002 y 2009

      “….Según el organismo, desde 1994 han sido documentados 3.796 casos, de los cuales 3.084, más del 95 por ciento, se han producido en los últimos siete años, es decir, a partir de la entrada en vigencia de la seguridad democrática…”
      http://www.elespectador.com/noticias/judicial/articulo-204807-denuncian-mas-de-3-mil-ejecuciones-extrajudiciales-entre-2002-y-20

      ****
      “…Last year (2005) 103 trade unionists were killed around the world. This chart (s. p. 7) shows which country they were killed in ? 72% of them were killed in Colombia

      http://www.justiceforcolombia.org/upload_resources/JFCissue_11.pdf

      ****

      “…Bei der Wahl am 28. Mai 2002 wurde Álvaro Uribe mit 53 % der Stimmen als erster Präsident Kolumbiens bereits im ersten Wahlgang gewählt (Wahlbeteiligung 46,471%)…” d.h. 24,63% der bevölkerung wählen Uribe…
      http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahlen_in_Kolumbien_2002

    57. Lemmy Caution schrieb am 7. Juni 2010 at 22:37 - Permalink

      Liebe(r) Myron,

      Sieht die Kolumbianische Staatsanwaltschaft anders:

      Die Ermittler nennen aber konkrete Zahlen zu den Auftraggebern der paramilitärischen Verbrechen: 28 Senatoren, 16 Mitglieder des Repräsentantenhauses, 18 Gouverneure, 128 Bürgermeister und 28 Stadträte arbeiteten direkt mit den paramilitärischen Verbänden zusammen. Auch hier dürfte die Dunkelziffer weit über den aktuellen Angaben liegen.

      Aber das bestätigt doch genau meine Aussagen. Ein Teil der Mitglieder der Partido de la U arbeitet mit den AUCs zusammen. Das ist aber nicht die Linie der Partei. Santos hat sich im Wahlkampf eindeutig dazu verpflichtet, die parapolítica ebenso zu verfolgen wie die FARC. Die unabhängige Justiz, die Presse sowie Opposition werden weiter Fälle aufklären.
      Weiterhin arbeiten Teile des linken Polo Democratico Alternativo mit der FARC zusammen. Sogar Antanas Mockus, der von den Stimmen der Polo Wähler ja profitieren will, hat das gesagt. Im übrigen liefen im Lager von Raul Reyes so einige angeblich “zivile” Linke herum (“Gewerkschaftler”, “Studentinnen”, etc.). Im Idealfall beenden Politiker der Partido de la U und der Linken ihre Verbindungen mit Gruppen, die das Gewaltmonopol des Staates unterlaufen.
      Es existiert keine Identität zwischen Staat und parapolítica, allenfalls Verbindungen. Santos hat sich verpflichtet, diese Verbindungen zu kappen.
      Der Souverän, d.h. das Volk der Kolumbianer, wird Santos ein Mandat geben, die sehr alten Probleme des Landes zu lösen.

      Medien? Erziehung? Direktes Umfeld? Sozialisation?

      Die realen Menschen in Kolumbien. Ich respektiere ja auch, dass die realen Venezuelaner einen Präsidenten wählen, der das Land in einen apokalyptischen Strudel führt.

      Das ist ja alles nix neues. In den 80ern wurde mit der Union Patriotica eine ganze Partei von der Parapolítica praktisch ausgelöscht. Diese Partei war allerdings der politische Arm der FARC (s. http://www.amazon.de/Walking-Ghosts-Guerrilla-Politics-Colombia/dp/0415933048 )

      Und wie sieht es mit Drahtziehern und Verbündeten in Wirtschaft und Politik aus? Wurden die auch verfolgt oder nur die kleinen Fische, welche sich von den Terroristen einwickeln lassen und dann im Glauben an eine besssere Zukunft morden?

      Es wurden Generäle, Politiker und Unternehmer verurteilt. Und es wird weiter ermittelt.

      Mockus steht für eine sehr strikte Durchsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien. Allerdings wird er nicht gewählt. Vielleicht leider.

      Der Druck der parapolítica in Wahlen fand nur in ländlichen Umgebungen statt. Die Mehrheit der Kolumbianer lebt aber in Städten. Und in den Städten hat Santos eben halt auch gewonnen.

      Lieber Wolf,

      Kolumbien befindet sich in einem Bürgerkrieg. Selbst unter den recht gut unter den Daumen meines Staates, der Bundesrepublik Deutschland, gehaltenen Unterstützerzirkel der RAF gabs eine Menge Angst und Paranoia. Dir dürfte das ja näher bekannt sein als mir.

      Die FARC hat Verbindungen mit staatlichen Stellen in Ecuador und Venezuela. UNO Kommissionen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass heute das meiste des lateinamerikanischen Kokains über Venezuela geht. Ecuador hat sich zu einem Zentrum der Geldwäsche entwickelt. Geldwäsche und Drogenhandel gehen Hand in Hand.

      Die wirtschaftlichen Aussichten Kolumbiens sind nicht schlecht. Es gibt eine Friedens-Dividende. Es finden kaum noch Entführungen statt. Die Gewaltverbrechen nehmen ab. Dann existieren noch eine Menge potentieller Bergbauprojekte. Dafür gibts eine Menge interessierte Investoren aus unterschiedlichen Ländern (Lateinamerika, China, restliches Ost-Asien, USA, Europa). Im Grunde haben Unternehmer des Landes Möglichkeiten und ein Interesse, um in einem Land mit geordneteren Verhältnissen zu leben. In Chile votierten ja 1988 auch viele Unternehmer für eine Re-Demokratisierung. Neben der Überzeugung spielten halt auch die Hoffnung eine Rolle, sich mit der Beendigung des paria-Status des Landes auch neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschliessen.

      Die Verbindung mit Afganistan und somit der westlichen Welt eine grundsätzliche Koalition mit dem Drogenhandel zu unterstellen, ist mal wieder so ein Gedanke, der mir die “Neue Linke” so unfreiwillig komisch macht.

    58. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 23:13 - Permalink

      eine erste Antwort auf die geringe Wahlbeteiligung. nach diesem bericht der Menschenrechtsorganisation CODHES haben viele der vertriebenen nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Nach dem Bericht gingen gerade diesen aktuellen Wahlen massive Vertreibungen voraus

      http://www.codhes.org/images/stories/pdf/desplazados%20por%20fuera%20democracia.pdf

    59. Lemmy Caution schrieb am 8. Juni 2010 at 05:50 - Permalink

      Salvo,

      das kann aber in keiner Weise entscheidend für das Ergebnis sein. Die Regierung gibt die Zahl von 111.000 Vertriebenen an. Davon sind 54.000 in einem Wahlalter. Codhes spricht von 286.000 Vertriebenen. Sie geben aber nicht an, wie viele dieser Personen sich im Wahlalter befinden. Und dann geht aus den Text nicht hervor, inwieweit sich die bereits etwas länger Vertriebenen sich nicht doch irgendwie in die Wahllisten ihres neuen Aufenthaltsortes eintragen konnten. Cofres nennt nämlich noch eine weitere Zahl von 3.310 in jüngster Zeit Vertriebenen.
      Der Text redet nicht davon, dass Vertriebene grundsätzlich nicht an den Wahlen teilnehmen konnten. Allenfalls von Behinderungen. Und es gab Fälle, in denen die Vertriebenen zur Wahl bestimmter Parteien gezwungen wurden. Das bestätigt einmal wieder meine Aussagen. Ich hab oben bereits angeführt, dass es auf dem Land sehr wahrscheinlich Fälle gegeben hat, in denen Personen zur Wahl bestimmter Parteien gezwungen wurden.
      Das alles stellt den Wahlsieg von Santos aber nicht in Frage. Er hat im ganzen Land gewonnen. Insbesondere in den dichter besiedelten Zentren.

      Ich bin sehr dafür, dass sich Organisationen für diese Leute einsetzen und das sie ihr Wahlrecht voll in Anspruch nehmen können. Ich stell ja überhaupt nicht in Frage, dass in Sachen Menschenrechte in Kolumbien vieles im argen liegt. Nur kann das nicht wahlentscheidend sein.

      Vertriebene kommen aus dünner besiedelten Regionen. Sie werden im Kontext der Kämpfe gegen die AUC/FARC sowie gegen den Koka-Anbau vertrieben.

      Gruß Lemmy

    60. Lemmy Caution schrieb am 8. Juni 2010 at 20:01 - Permalink

      bug

    61. name schrieb am 9. Juni 2010 at 10:45 - Permalink

      Lemmy Lemmy, man kennt dich ja hier, nur du hast einen wichtigen, veränderenden Umstand völlig übersehen bzw unerwähnt gelassen:

      Seitdem der Kolumbienkonflikt direkt über amerikanischen Waffenhilfen globalisiert wurde, Kolumbien ökonomisch am Tropf des amerikanischen Militärs henkt, ist der politische Einfluß der AUC anders in die staatlichen Strukturen Kolumbiens eingebunden geworden. Der Krieg ist immer noch da, in einer viel schärferen Form als vorher.

      Und noch etwas hat sich verändet: Mexico trägt heute in Südamerika den Hauptanteil des drogenbasierten Hauptlieferanten. Da gab es eine Verschiebung zu ungunsten Kolumbiens.

      Nur durch diese militärökonomische Basis und die Veränderung auf diese Basis, gibt es diese andere Form der politischen Verschiebung in Kolumbien.

      Sollte es wieder ein Verschiebung der Finanzierung Kolumbiens durch die Vereinigten Staaten geben, so wird dieser sozialer Krieg in Kolumbien wieder eine andere politische Form annehmen.

    62. Lemmy Caution schrieb am 10. Juni 2010 at 11:52 - Permalink

      Lieber name,

      Kolumbien ist *deutlich* weniger von den USA abhängig als Venezuela. Kolumbien besitzt eine diversifiertere Wirtschaft. Es exportiert nicht nur Öl sondern auch landwirtschaftliche Erzeugnisse und ein paar Industrieprodukte. Während Kolumbien sich wieder im Aufschwung befindet, dreht sich Venezuela immer tiefer in die Stagflation. In dem immer seltsamer werdenden Devisensystem Venezuelas, hängt man von ausländischen Bank-Konten von Venezuelanern ab.
      Die Verbindungen der AUCs mit bestimmten konservativen Kreisen bestanden seit deren Gründung in den 80ern. Die Bande sind eher fragiler geworden, weil das von Teilen des kolumbianischen Establishments eben auch bekämpft wird.
      Durch Mexiko läuft der Handel in die USA. Der Handel nach Europa läuft über die Venezuela West-Afrika Route. Mexiko und Venezuela sind keine Lieferanten sondern Verteilungsknotenpunkte. Das Kokain wird v.a. angebaut in Kolumbien, Bolivien und Paraguay. Der linksliberale paraguayanische Präsident arbeitet mit Kolumbien zusammen, weil die nun selbst im Norden eine Guerrilla haben.

      Ausser pseudo-intelektuellen Sprüchen und eigen-haluzinisierte Zusammenhänge, hast du nichts anzubieten.

      Die Internationalisierung des FARC Konfliktes ist insbesondere Ecuador und Venezuela anzulasten. Vertreter von Correas Partei hat inzwischen zugegeben, dass sie 300 Mio $ von der FARC für den Wahlkampf nahm. Venezuela arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit der FARC zusammen. Dafür gibt es mehr als genug Indizien.


    Der Spiegelfechter läuft mit WordPress
    und benutzt Icons von DryIcons
    Copyright © Spiegelfechter.com | Impressum
    Wikio - Top Blog - Politik