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  • Töte einen Türken, und dann ruh dich aus !

    geschrieben am 07. Juni 2010 von Spiegelfechter

    ein Gastbeitrag von Uri Avnery

    AUF HOHER See wurde in internationalen Gewässern ein Schiff von der Marine gestoppt. Militär stürmte es. Hunderte an Deck widersetzten sich. Die Soldaten wandten Gewalt an. Einige der Passagiere wurden getötet, viele verletzt. Das Schiff wurde in den Hafen gebracht.
    Die Passagiere wurden gewaltsam vom Schiff geführt. Die Welt sah sie auf dem Kai gehen, Männer und Frauen, junge und alte, alle müde und ausgemergelt, einer nach dem anderen, von Soldaten auf beiden Seiten gestützt?

    Das Schiff wurde ?Exodus 1947? genannt. Es verließ Frankreich in der Hoffnung, die britische Blockade zu brechen, die verhängt war, um Schiffe voller Holoaustüberlebender daran zu hindern, die Küste Palästinas zu erreichen. Wenn es ihm erlaubt worden wäre, das Land zu erreichen, wären die illegalen Immigranten gelandet, und die Britten hätten sie in Haftlager nach Zypern gesandt, wie sie es vorher getan hatten. Keiner würde sich an die Episode vor mehr als zwei Tagen erinnert haben.

    Aber die verantwortliche Person war Ernst Bevin, ein Führer der Laborpartei, ein arroganter, grober und machthungriger britischer Minister. Er hatte nicht vor, sich von einem Haufen Juden etwas sagen zu lassen. Er entschied sich, ihnen eine Lektion zu erteilen, und die ganze Welt wäre Zeuge davon gewesen. ?Dies ist eine Provokation!? erklärte er, und natürlich hatte er Recht. Das Hauptziel des Schiffes war tatsächlich, eine Provokation zu schaffen, um die Augen der Welt auf die britische Blockade zu richten.

    Was dann folgt ist allen wohlbekannt: die Episode zog sich hin ; eine Dummheit folgte der anderen; die ganze Welt sympathisierte mit den Passagieren. Aber die Briten gaben nicht nach und zahlten den Preis. Einen hohen Preis.

    Viele glauben, dass der ?Exodus?-Vorfall der Wendepunkt im Kampf um die Schaffung des Staates Israel war. Die Briten brachen unter dem Gewicht der internationalen Verurteilung zusammen und entschieden, das Mandat über Palästina aufzugeben. Es gab natürlich noch viele andere gewichtigere Gründe für diese Entscheidung, aber die ?Exodus? schien der Strohhalm zu sein, der dem Kamel den Rücken brach.

    ICH WAR nicht der einzige, der in dieser Woche an diese Episode erinnert wurde. Tatsächlich war es fast unmöglich, nicht daran erinnert zu werden, besonders von denen von uns, die damals in Palästina lebten und Zeugen davon wurden.

    Da gibt es natürlich große Unterschiede. Damals waren die Passagiere Holocaustüberlebende, dieses Mal waren es Friedensaktivisten aus aller Welt. Aber damals wie heute sah die Welt, wie schwer bewaffnete Soldaten unbewaffnete Passagiere brutal angriffen, die mit allem, was sie in die Hände bekommen konnten – mit Stöcken und bloßen Händen – sich wehrten. Damals wie jetzt ereignete es sich auf hoher See ? damals 40 km von der Küste entfernt, jetzt 65 km.

    In der Rückschau erscheint das britische Verhalten während der ganzen Affäre unglaublich dumm. Aber Bevin war kein Dummkopf, und die britischen Offiziere, die die Aktion kommandierten, waren keine Trottel. Schließlich hatten sie gerade den 2.Weltkrieg siegreich beendet.

    Wenn sie sich vollkommen töricht von Anfang bis Ende verhielten, war es die Folge von Arroganz, Gefühllosigkeit und grenzenloser Verachtung für die öffentliche Meinung der Welt.

    Ehud Barak ist der israelische Bevin. Auch er ist kein Dummkopf, genau so wenig wie unsere hohen Offiziere. Aber sie sind verantwortlich für eine Reihe törichter Handlungen mit verheerenden Auswirkungen, die kaum abzuschätzen sind. Der frühere Minister und jetzige Kommentator Yossi Sarid nannte das ministerielle ?Komitee der Sieben?, das über die Sicherheitsbelange entscheidet, ?sieben Idioten? ? und ich muss protestieren. Es ist eine Beleidigung der Idioten.

    DIE VORBEREITUNGEN für die Flotille dauerten länger als ein Jahr. Hunderte von E-mail-Botschaften gingen hin und zurück. Ich selbst erhielt Dutzende. Es war kein Geheimnis. Alles wurde offen vorbereitet.

    Es war also viel Zeit für alle unsere politischen und militärischen Institutionen, sich für die Ankunft der Schiffe vorzubereiten. Die Politiker berieten sich. Die Soldaten trainierten. Die Diplomaten berichteten. Die Leute vom Nachrichtendienst taten ihren Job.

    Nichts half. Alle Entscheidungen waren falsch vom ersten Augenblick an. Und wir sind noch nicht am Ende.

    Die Idee einer Flotte als Mittel, die Blockade zu brechen, ist genial. Sie bringt die israelische Regierung in eine Zwickmühle ? die Wahl zwischen mehreren Alternativen, die alle schlimm sind. Jeder Feldherr hofft, seinen Gegner in solch eine Lage zu bringen.

    Die Alternativen waren:

    (a) Die Flotille ohne Hindernis Gaza erreichen zu lassen. Der Kabinettssekretär schlug vor, dies zu tun. Dies würde zum Ende der Blockade geführt haben, weil danach weitere und größere Flotten gekommen wären.
    (b) Die Schiffe in territorialen Gewässern zu stoppen, ihre Fracht zu kontrollieren und sicher zu gehen, dass keine Waffen oder ?Terroristen? an Bord sind, und sie dann ihren Weg fortsetzen zu lassen. Das hätte einigen vagen Protest in der Welt gegeben, aber das Prinzip einer Blockade aufrecht erhalten.
    (c) Sie auf hoher See gefangen zu nehmen, sie nach Ashdod zu bringen und eine direkte Schlacht mit den Aktivisten an Bord zu riskieren.

    Wie alle Regierungen es bis jetzt getan haben, als sie mit verschiedenen schlechten Alternativen konfrontiert waren, hat die Regierung Netanyahu die schlimmste gewählt.

    Jeder, der den Vorbereitungen folgte, wie sie in den Medien berichtet wurden, hätte voraussehen können, dies würde dazu führen, dass Menschen getötet und verletzt würden. Man stürmt kein türkisches Schiff und erwartet niedliche kleine Mädchen, die einen mit Blumen begrüßen. Die Türken sind nicht dafür bekannt, dass sie leicht aufgeben.

    Die Befehle, die dem Militär gegeben und der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurden, schlossen die drei schicksalsvollen Worte ein: ?um jeden Preis?. Jeder Soldat weiß, was diese schrecklichen Worte bedeuten. Außerdem stand die Rücksicht gegenüber den Passagieren erst an dritter Stelle auf der Liste der Ziele, nach der Gewährleistung der Sicherheit der Soldaten und der Erfüllung der Aufgabe.

    Wenn Binyamin Netanyahu, Ehud Barak, der Stabschef und der Kommandeur der Flotte, nicht verstanden hatten, dass dies zum Töten und Verletzen von Menschen führt, muss die Schlussfolgerung gezogen werden ? selbst von jenen, die zögerten, dies so zu sehen ? dass sie vollkommen inkompetent sind. Ihnen muss mit den unsterblichen Worten Oliver Cromwells zum Parlament gesagt werden: ?Im Namen Gottes geht!?

    DIESER VORFALL weist wieder auf einen der ernsthaftesten Aspekte unserer Situation: wir leben in einer Seifenblase, in einer Art mentalem Ghetto, das uns abschneidet und uns daran hindert, eine andere Realität zu sehen, die vom Rest der Welt wahrgenommen wird. Ein Psychiater könnte dies als Symptom einer ernsten psychischen Erkrankung sehen.

    Die Propaganda der Regierung und der Armee erzählt eine einfache Geschichte: unsere heldenhaften Soldaten, entschlossen und sensibel, die Elite der Elite, kamen auf das Schiff, um zu ?reden?, und wurden von einer wilden und gewalttätigen Menge angegriffen. Offizielle Sprecher wiederholten immer wieder das Wort ?lynchen?.

    Am ersten Tag akzeptierten dies fast alle israelischen Medien. Schließlich ist klar, dass wir, die Juden, die Opfer sind. Immer. Das gilt auch für jüdische Soldaten. Es stimmt zwar, dass wir ein ausländisches Schiff stürmten, wurden aber gleich zu Opfern, die keine andere Wahl hatten, als sich selbst gegen gewalttätige und aufgehetzte Antisemiten zu verteidigen.

    Es ist fast unmöglich, sich nicht an den klassischen jüdischen Witz zu erinnern: an die jüdische Mutter in Russland, die sich von ihrem Sohn verabschiedet, der aufgerufen wurde , dem Zar im Krieg gegen die Türkei zu dienen: ?Überanstreng dich nicht!? fleht sie ihn an, ?Töte einen Türken, und dann ruh dich aus! Dann töte einen anderen Türken und ruh dich wieder aus??
    ?Aber Mutter,? unterbricht sie der Sohn. ?Was, wenn die Türken mich töten??
    ?Dich?? ruft die Mutter aus, ?Aber warum? Was hast du ihnen getan??

    Für eine normale Person mag dies verrückt klingen. Schwer bewaffnete Soldaten eines Elitekommandos greifen ein Schiff auf hoher See mitten in der Nacht vom Meer und aus der Luft an ? und sie sind die Opfer?

    Aber es stimmt, doch in anderer Weise: sie sind die Opfer eines arroganten und inkompetenten Kommandeurs, unverantwortlicher Politiker und der Medien, die von ihnen gefüttert werden. Und tatsächlich auch von der israelischen Öffentlichkeit, da die meisten diese Regierung und diese Opposition gewählt haben, die auch nicht anders ist.

    Die ?Exodus?-Affäre wurde wiederholt, aber mit vertauschten Rollen. Nun sind wir die Briten.

    Irgendwo wird ein neuer Leon Uris sein nächstes Buch planen, ?Exodus 2010?. Ein neuer Otto Preminger wird einen Film planen, der ein Knüller werden wird. Ein neuer Paul Newman wird darin ein Star sein ? schließlich gibt es keinen Mangel an talentierten türkischen Schauspielern.

    VOR MEHR als 200 Jahren erklärte Thomas Jefferson, dass jede Nation mit einem ?dezenten Respekt gegenüber den Meinungen der Menschheit? handeln müsse. Die israelischen Führer haben nie die Weisheit dieser Maxime akzeptiert. Sie halten sich an das Diktum von David Ben-Gurion: ?Es ist nicht wichtig, was Nicht-Juden sagen, wichtig ist, was Juden tun? Aber er setzte voraus, dass die Juden nicht töricht handeln würden.

    Die Türken zu Feinden zu machen, ist dumm. Seit Jahrzehnten ist die Türkei unser engster Verbündeter in der Region gewesen, viel mehr als allgemein bekannt ist. Die Türkei könnte in der Zukunft eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Israel und der arabisch-muslimischen Welt spielen, zwischen Israel und Syrien, und sogar zwischen Israel und dem Iran. Vielleicht ist es uns jetzt gelungen, das türkische Volk gegen uns zu vereinigen ? und einige sagen, dass dies die einzige Sache sei, die die Türken nun verbindet.

    Dies ist das 2. Kapitel von Cast Lead ( 2008/09). Damals erhoben sich die meisten Länder gegen uns, wir schreckten unsere wenigen Freunde auf und erfreuten unsere Feinde. Nun haben wir dasselbe noch einmal getan und vielleicht mit größerem Erfolg. Die öffentliche Meinung der Welt wendet sich gegen uns.

    Es ist ein langsamer Prozess. Es ähnelt der Ansammlung von Wasser hinter einem Damm. Das Wasser steigt langsam, still, und die Veränderung ist kaum zu bemerken. Aber wenn es einen kritischen Punkt erreicht, bricht der Damm, und eine Katastrophe folgt. Wir nähern uns immer mehr diesem Punkt .

    ?Töte einen Türken und ruh dich aus?, sagt die Mutter in dem Witz. Unsere Regierung ruht sich nicht einmal aus. Es scheint, sie wolle nicht aufhören, bis sie auch die letzten unserer Freunde zu Feinden gemacht hat.

    Uri Avnery

    (Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert)

    95 Kommentare Print This Post
    ein Gastbeitrag von Uri Avnery AUF HOHER See wurde in internationalen Gewässern ein Schiff von der Marine gestoppt. Militär stürmte es. Hunderte an Deck widersetzten sich. Die Soldaten wandten Gewalt an. Einige der Passagiere wurden getötet, viele verletzt. Das Schiff wurde in den Hafen gebracht. Die Passagiere wurden gewaltsam vom Schiff geführt. Die Welt ...
    Tags: Israel Nahostkonflikt Türkei
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    95 Kommentare:

    1. Hendrik schrieb am 7. Juni 2010 at 16:25 - Permalink

      Es ist interessant, durch Uri Avnery eine neue Perspektive auf die Vorfälle zu erhalten. Es gibt mir ein wenig das Gefühl, mit meinen Ansichten über diese Zwischenfälle nicht alleine zu stehen und ich finde es gut, dass es auch Stimmen in Israel gibt, welche die Regierung ähnlich kritisieren, wie Stimmen im Ausland.

    2. Blockpartei schrieb am 7. Juni 2010 at 16:46 - Permalink

      Wer das englische Original lesen will:

      http://zope.gush-shalom.org/home/en/channels/avnery/1275739480/

      Avnery wurde auf einer Friedensdemo von rechten Israelis angegriffen:

      http://zope.gush-shalom.org/home/en/events/1275859507

    3. Gideon schrieb am 7. Juni 2010 at 16:50 - Permalink

      gut übersetzt und echt interessant. mir fehlen immer noch die konsequenzen aus diese törichten tat, aber wer weiß, vielleicht bewegt sich da was.

      noch ein kleiner tippfehler: zweiter absatz steht “Holoaustüberlebender”, hier ist ein wenig ungünstiger Tippfehler, normalerweise sage ich da nichts.

    4. Kalle schrieb am 7. Juni 2010 at 17:03 - Permalink

      (b) Die Schiffe in territorialen Gewässern zu stoppen, ihre Fracht zu kontrollieren und sicher zu gehen, dass keine Waffen oder ?Terroristen? an Bord sind, und sie dann ihren Weg fortsetzen zu lassen. Das hätte einigen vagen Protest in der Welt gegeben, aber das Prinzip einer Blockade aufrecht erhalten.
      (c) Sie auf hoher See gefangen zu nehmen, sie nach Ashdod zu bringen und eine direkte Schlacht mit den Aktivisten an Bord zu riskieren.

      Naja, wo ist da der Unterschied? Auch bei (b) hätten sie eine “Schlacht” mit den Aktivisten riskiert.
      Die israelische Regierung hat mit Sicherheit eine der schlechtesten Optionen gewählt, aber “gut” wären sie aus der Sache nie rausgekommen.
      Wer Gewalt nutzt um seine Ziele durchzusetzen, hat es numal schwer als “Guter” dazustehen.

      Aber ein interessanter und gutübersetzter Artikel.
      Führt mir wieder vor Augen, dass Rechte an die Macht kommen, indem sie Ängste schüren und damit vorhandene Probleme nur schlimmer machen.

    5. Florian Schmitt schrieb am 7. Juni 2010 at 17:06 - Permalink

      Vielleicht könnte man Gastautoren kurz mal vorstellen?
      Mir sagt der Name Uri Avnery überhaupt nichts.

    6. Toiletman schrieb am 7. Juni 2010 at 17:22 - Permalink

      Uri Avery war einmal Terrorist für die jüdische Sache bevor es Israel gab. In Israel hat er sich aber letztlich zum Friedensaktivisten gewandelt, der als einer der wenigen in Israel die Wahrheit klar aussprechen. Er war auch mal parlamentarier in einer zeit, als israel noch linke parteien hatte.

    7. Spiegelfechter schrieb am 7. Juni 2010 at 17:25 - Permalink

      @Florian Schmitt

      Schau doch mal in die Wikipedia ;-)

    8. firefly schrieb am 7. Juni 2010 at 17:34 - Permalink

      Laborpartei – hier fehlt ein Buchstabe.

    9. homedude schrieb am 7. Juni 2010 at 18:54 - Permalink

      Engl. “decent” heißt im Deutschen natürlich “anständig” und nicht “dezent” (im Jefferson-Zitat)

    10. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 7. Juni 2010 at 19:21 - Permalink

      Gibt es auch Palästinenser, die so kritisch über ihre Herrschenden schreiben?

    11. Sandsturm schrieb am 7. Juni 2010 at 19:35 - Permalink

      @Carsten Penkella (Westerwellenreiter)

      Gibt es auch Palästinenser, die so kritisch über ihre Herrschenden schreiben?

      Gut getrollt aber um dir deine Frage zu beantworten: Ja, die gibt es.

    12. Groo schrieb am 7. Juni 2010 at 19:47 - Permalink

      Mir geht immer das Herz auf, wenn ich was von Uri Averny lese.

      Als chronisch Überinformierter kenne ich den Text naürlich schon.
      (Doll, eh?) — http://www.counterpunch.org/avnery06072010.html

      Aber schön, dass es eine zeitige deutsche Übersetzung gibt.

      Man sollte allerdings zur Kenntnis nehmen, dass Averny <<1% der israelischen Meinung repräsentiert.

      Vgl Moshe Zimmermann:
      "Für die Opposition gibt es keine Chance"

      …"Moshe Zimmermann: Das Traurige ist, dass der Konsens so stark ist, dass man die Kritiker ignorieren oder gar zur Lachnummer machen kann. "…

      http://www.heise.de/tp/blogs/6/147768

      Averny füllt die traurige Rolle eines Feigenblatts für ein scheinbar meinungsplurales Israel aus, wie etliche andere.
      Wie Haaretz ungefähr den Status des ‘Neuen Deutschland’ bei uns hat. Motto: Lass die Kasper nur reden. Ob sie recht haben oder nicht, spielt keine rolle.
      (Uri weiss das sicher besser. Wäre schön, wenn er hier kommentieren würde!)

      Wer das dominierende Meinungsbild in Israel studieren möchte, schaue sich mal israelische Meinungsumfragen an!
      Siehe zB http://www.israelnationalnews.com/More/Poll.aspx/42
      (Die polls bitte durchklicken. Dann bekommt man ein provisorisches Bild, was da vorgeht! )

      Wer wirklich wissen will, was (mE, natürlich erstmal) vorgeht, setze sich mal mit Jeffrey Blankfort (selbst jüdisch) auseinander.
      (Einstieg wikipedia, oft auch auf mondoweiss zu finden.)
      Mein jüngster Favorit zu ihm:
      'Whither the Israel Lobby?' (April 9, 2010, ist aber zeitlos)
      Blog-Interview mit George Kenney.
      http://www.electricpolitics.com/podcast/2010/04/whither_the_israel_lobby.html
      (im Link: 1Std mp3, ca 50MB)
      Wer Blankfort nicht kennt:
      Er nimmt ggf auch Chomsky auf die Hörner.

      Hoffe geholfen zu haben

    13. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 7. Juni 2010 at 19:57 - Permalink

      @Sandsturm: Ich habe eine ganz einfache Frage gestellt. Ich empfinde es als unfair, deshalb als Troll hingestellt zu werden.

    14. moppel schrieb am 7. Juni 2010 at 20:19 - Permalink

      @Carsten Penkella (Westerwellenreiter)
      nicht wundern – pawlow lässt grüßen ^^

      Ach und das Satiremagazin “LATMA” ist auch gut :
      http://www.youtube.com/watch?v=RBuAr7jzeiM

      Gibt es etwas ensprechendes auf der arabischen Seite?

      Über Satire Magazine kann man auch einen gewissen Zeitgeist erkennen.

    15. Jörg schrieb am 7. Juni 2010 at 20:54 - Permalink

      Schöner Artikel, danke Jens.

    16. GrooveX schrieb am 7. Juni 2010 at 20:55 - Permalink

      westerwellendingens, sei doch nicht so empfindlich. er hat ja sogar ‘gut’ getrollt geschrieben. ich hätte das nicht so ausgedrückt, ehrlich.

      und moppel, satiremagazin? wtf??? das ist ein schlechter, erzkonservativer abklatsch von ingolf lück, soweit ich das beurteilen kann. kann ich, glaub’ ich. das dümmliche gehabe von zu den gewinnern gehören wollenden gibt es überall. davon sind auch die araber nicht verschont. aber so blöd, nee, ne?

    17. Truvor schrieb am 7. Juni 2010 at 21:03 - Permalink

      Erstmals, ein interessanter Artikel. Danke !

      “Die Türken zu Feinden zu machen, ist dumm”.

      Das meine ich auch.
      Insbesondere für Israel.
      Die Feinde Israels freuen sich schon und bedanken sich offensichtlich bei der isrelischen Regierung für diese “ausgeklügelte” Operation.

      Übrigens, apropo Operation: Die israelische Elite-Soldaten kritisieren den israelischen Militärgeheimdienst http://www.rosbalt.ru/2010/06/07/743356.html dafür, daß sie einen nicht ausgekundschaften Auftrag ausführen mußten.
      Die Soldaten wußten einfach nicht, was sie dort erwartet.
      Die Friedensaktivisten hatten im Vorfeld im INet angekündigt, daß sie sich, im Falle eines Angriffs, wehren würden.
      Und da besteht der Kritikpunkt der Soldaten, daß der Geheimdienst das nicht gewußt hat.
      Oder hat er (Geheimdienst) das doch gewußt ?

      PS. Ein guter Witz (aus dem Artikel). Den kenne ich noch aus Russland. Klasse !

    18. wischofbixa schrieb am 7. Juni 2010 at 21:08 - Permalink

      Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Passagiere der Mavi Marmara, die israelische Soldaten mit Knüppeln, Messern und möglicherweise sogar Schusswaffen angegriffen haben, waren nichts anderes als Selbstmordattentäter. Dass sie sterben würden, muss ihnen angesichts ihres Handelns und der militärischen Übermacht der israelischen Truppen klar gewesen sein. Anders als ihre Gesinnungs- und Kampfgenossen, die sich in Bussen und Einkaufszentren in die Luft sprengen, zielten sie jedoch nicht auf Zivilisten, sondern auf Israels Image. Dabei nahmen sie ihren eigenen Tod wissentlich in Kauf. Israels Feinde haben mittlerweile verstanden, dass es in einem asymmetrischen Krieg darum geht, den Hebel zu finden, mit dem man den überlegenen Gegner zu Fall bringen kann. Dieser Hebel sind Medien und Weltmeinung, die dazu benutzt werden sollen, Israel zu isolieren und zu schwächen. So sind diese Selbstmordattentäter der neuen Generation in ihrer mittelbaren Wirkung für Israel nicht minder gefährlich als ihre Vorgänger. (Spirit of Entebbe, 2. Juni 2010)

      Stellungnahme der BAK Shalom

      Eine beträchtliche Anzahl von Aktivist_innen der Free Gaza-Flotte dürfen keine Partner_innen für die Linke sein. Es muss daher schonungslos aufgeklärt werden, warum die drei Teilnehmer_innen aus unserer Partei trotz eklatanter Gegensätze hinsichtlich der politischen Vorstellungen sich dieser Schiffsmannschaft vollkommen kritiklos angeschlossen hatten.

      So bestand die ägyptische Delegation der Flottenbesatzung aus zwei Mitgliedern der islamistischen Muslimbrüderschaft: Muhammad Al-Baltaji und Hazem Farouq. Ersterer machte aus seiner Begeisterung für den ?Märtyrertod? kein Geheimnis: ?Eine Nation, die sich durch Todesmut auszeichnet, wird von Allah durch ein Leben in Erhabenheit im ewigen Paradies gesegnet sein.? Er sagte zudem, dass seine Bewegung das Existenzrecht Israels niemals anerkennen werde.ii

      Abbas Nasser – Mitglied der libanesischen Delegation – arbeitete von 1997 bis 2003 für den Hisbollah-Propagandasender Al-Manar. Hussein Shaker – auch bekannt als ?Vater der Märtyrer? – ist ebenfalls dem libanesischen Lager der Islamisten zuzurechnen. Er wollte durch seine Teilnahme an der Gaza-Flottille seine Verwandten wiedertreffen, die den ?Märtyrertod? im Libanonkrieg 2006 gestorben sind.iii

      Auch in der jordanischen Delegation waren Top-Mitglieder der Muslimbrüderschaft zu finden: Unter ihnen Salam Al-Falahat – Anführer der jordanischen Muslimbrüderschaft von 2006 bis 2008. In einem Interview erklärt er seinen radikal-islamischen Standpunkt:

      ?Wir in der jordanischen Muslimbrüderschaft sehen Palästina als einen Teil der islamischen und arabischen Welt an, der nicht aufgegeben werden kann. Im Gegenteil: Die Verteidigung ist eine nationale und rechtliche Pflicht. Hamasiv ist für uns die Spitze der Bewegung in Palästina, für dessen arabisch-islamische Befreiung die Muslimbrüderschaft aufruft. Wir unterstützen daher Hamas und jeden weiteren arabischen Widerstand in der Region, der der Befreiung nützlich ist.?v

      Auch aus dem Jemen kamen fundamentalistische Aktivisten; unter anderem drei Parlamentsabgeordnete der islamistischen Partei Al-Islah. Ein Abgeordneter von ihnen – Sheikh Muhammad Al-Hazmi – gelang in die Öffentlichkeit, als er sich auf dem Schiff Mavi Marmara mit einem Dolch fotografieren ließ.vi Hazza? Al-Maswari – ebenfalls Parlamentsmitglied der gleichen Fraktion – besuchte nachweislich 2004 Gefangene von Al-Kaida.vii

      Walid Al-Tabtabai und Dr. Osama Al-Kandari aus Kuwait, die ebenfalls auf den Schiffen waren, sind bekannt für ihre Unterstützung für die islamistische Terrororganisation Hamas. Al-Kandari begründet seine Unterstützung damit, dass Hamas den Dschihad in Palästina gegen ?jüdische Feinde? führe. Der ebenfalls aus Kuwait stammende Mubarak Al-Mutawa sagte seiner Frau vor der Abreise, sollte er nicht wiederkommen, so müsse sie nicht traurig sein, da er für den Dschihad und Allah gestorben sei und daher ins Paradies komme.viii

      Auch der Antisemit und ehemalige Erzbischof Hilarion Capucci war mit der ?Friedensflotte? unterwegs. Nach eigener Aussage warte er auf den Tag, an dem er nach Palästina zurückkehren und die Kirchenglocken und Muezzine ?Allah Akbar? unter dem freien Himmel Palästinas rufen und hören könne.ix ?1974 [wurde er] wegen Schmuggels von Sprengstoffen und Waffen für radikale Palästinenser zu einer zwölfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.?x

      Friedliche Absichten wurden beim Algerier Dr. Abd Al Razzaq Maqri – auch Mitglied einer Islamistischen Partei – alles andere als erkennbar. Ziel sei es, die Blockade zu brechen. Folglich gäbe es seiner Auffassung nach nur drei Möglichkeiten: Märtyrertum, Gefängnis oder Erfolg.

      http://bak-shalom.de/index.php/2010/06/06/stellungnahme-des-bak-shalom-zu-den-reaktionen-auf-den-stopp-der-free-gaza-flottille/

    19. Spiegelfechter schrieb am 7. Juni 2010 at 21:14 - Permalink

      @wischofbixa

      Na Du bist mir ja ein Spavogel – im Nebenthread kreidest Du (vollkommen zu Recht!) unseriöse Quellen an und hier kommst Du mit Spirit of Entebe und BAK Shalom – mei, mei, was für ein Quark.

    20. Axel schrieb am 7. Juni 2010 at 21:17 - Permalink

      Ungeachtet der Schleifung der jüdischen Siedlungen feuerten extremistische Palästinenser seit 2006 mehrfach vom Gazastreifen, insbesondere von Bait Lahiya, Kassam-Raketen auf israelisches Gebiet ab. Ziele waren meist Sderot, Aschkelon und die umliegenden Kibbuzim. Abbas forderte im Juni 2006 militante palästinensische Gruppen auf, den Waffenstillstand mit Israel einzuhalten. Jeder, der weiterhin Raketen Richtung Israel abschieße, werde von ihm für die Zerstörung und Opfer als Folge eines drohenden israelischen Angriffs verantwortlich gemacht.

      In gewisser Weise könnte man Abbas ob dieser Aufforderung als Kritiker palästinensischer Aktionen bezeichnen. Aber hier liegt das “Problem”: Die Zivilregierung (soweit diese damals bzw. heute überhaupt als Regierung bezeicnet werden kann) hatte und hat die militanten Palästinenserorganisationen (oder auch Terror-Organisationen) nicht unter Kontrolle.
      Schlechte Voraussetzungen für seriöse Friedensverhandlungen. Israel betrachtet Gaza wegen der Anwesenheit der Hamas als Kriegsgebiet.

    21. wischofbixa schrieb am 7. Juni 2010 at 21:21 - Permalink

      @Spiegelfechter Interessiert Dich das? Du läßt doch sonst jeden rechtsextremen hier links posten? Über ‘Spirit of Entebbe’ kann man denken was man will. Aber die Stellungnahme der BAK Shalom listet ja nur Fakten auf, die scheinbar von Dir, sagen wir mal “ignoriert” werden.

    22. Spiegelfechter schrieb am 7. Juni 2010 at 21:25 - Permalink

      @wischofbixa

      Na ja, mit dem Posten rechter Quellen hältst Du Dich nicht eben zurück – Deine impliziten Rufe nach Zensur machen das nicht besser … im Gegenteil. Wen man solche Links postet, um seine Position zu erläutern, scheint die Position an sich nicht sonderlich durchdacht sein. Da soll sich aber jeder sein eigenes Bild machen.

    23. wischofbixa schrieb am 7. Juni 2010 at 21:30 - Permalink

      @Spiegelfechter Welche rechten Quellen meinst du genau? Du brauchst von mir aus gar nichts zensieren, aber dann bitte auch nicht über Gegenkritik rumjammern.

    24. Spiegelfechter schrieb am 7. Juni 2010 at 21:44 - Permalink

      @wischofbixa

      Nun ja, wenn SOE nicht “rechts” ist, was ist dann rechts? Und die Antideutschen vom BAK Shalom würde ich auch als “rechts” bezeichnen. Wie gesagt – wer so was braucht, der soll es verlinken, natürlich lässt das tief blicken. Aber so ist das bei diesem Thema wohl – da kommen die Extremisten jeder Couleur unter ihren Steinen vorgekrochen. Schade eigentlich.

    25. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 21:57 - Permalink

      @oh je Jens

      da hast Du Dir was zugezogen, na ja, viel Spaß dabei

    26. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 22:01 - Permalink

      p.s.

      Max Blumental auf democracy now

      http://www.democracynow.org/2010/6/7/israel_rejects_call_for_international_probe

    27. Max Krapp schrieb am 7. Juni 2010 at 22:04 - Permalink

      @ wischofbixa

      Ich weiß nicht, was für Fakten Sie dort zu präsentieren glauben, aber alleine die Herkunft, da stimme ich dem SF zu, macht eine Auseinandersetzung m.E. unnötig. Die Israel-Fanboys sind, wie Ihre Hamas-Counterparts, unerträglich in ihrem Geschrei und der Verdrehung und selektiven Auswahl von Fakten. Wenn ich jetzt bei der Hamas-Fraktion schauen würde, bekäme ich den gleichen Müll aber halt in Grün.

      Wenn Ihnen etwas an einer Diskussion liegt, dann unterlassen Sie einfach einige Dinge:
      - Riesenposts, die aus kopierten Inhalten bestehen
      - Linkspamming
      - Unverschämtes Angemaule des Hausherren…nicht, dass sich der SF davon auch nur im mindesten Beeindrucken lassen würde (im Vergleich zu einigen VTlern sind Sie ne ziemlich kleine Leuchte was das angeht)
      Es stärkt eben nur nicht Ihre “Argumentation”.

      Ist Ihre Entscheidung…Sie können hier mitmachen oder mittrollen. In letzterem Fall müssen Sie Sich halt auf selektive Fütterung gefasst machen…

      @ SF

      Schön, dass der Text des bewundernswerten Uri Avnery seinen Weg hierher gefunden hat. Wie einigen Vorpostern kann ich nur meinen tiefen Respekt vor diesem Mann (und seinen Mitstreitern) ausdrücken.
      Ich würde weder diese Geduld noch diese Aufrichtigkeit mein eigen nennen können. Leider geht es den meisten Israelis wahrscheinlich ähnlich.
      Das es hier allerdings gleich von Trollen wimmeln wird, ist ja nichts Neues…und wahrscheinlich auch kalkuliert ;- )

    28. Peleo schrieb am 7. Juni 2010 at 22:13 - Permalink

      @ Westerwellenreiter

      Diese gefühlten Denkverbote hier irritieren und stören mich auch. Wenn man für eine berechtigte Frage sofort als ?Troll?, für einen von der SF-Gemeinde abweichenden Gedanken als ?Israel-Groupie? geschmäht wird, dann stimmt etwas nicht.

      Auch beim Spiegelfechter selbst meine ich im Laufe der Diskussion eine deutliche Anpassung an seine Stammleser bemerkt zu haben, bevor die Vorgänge auf der ?Marmara? auch nur annähernd aufgeklärt waren. Nach und nach gibt nun doch Informationen, die die einen Teil der ?Friedensaktivisten? anders aussehen lassen – und die israelischen Soldaten nicht nur als feige und brutale Mörder.

      Zum Artikel: Uri Avnery hat sicher in vielen Punkten recht. Auch die Parallelen zur britischen Kolonialpolitik (wie in Jens´ Artikel) sind frappierend und gelten auch für die Militäraktion jetzt: Es war schlimmer als ein Verbrechen – es war ein (schwerer) Fehler.

      Trotzdem wage ich noch einmal die Frage zu stellen, ob die Abriegelung des Gaza-Streifens wirklich rein gar und überhaupt nichts mit der Angst vor Angriffen mit weitreichenden und zielgenauen Waffen zu tun hat. Wenn das Paranoia ist/wäre, würde ich doch gern seine Sicht dazu kennen. In beiden Artikeln fand ich dazu kein Wort.

      Das ?tapfere Völkchen unter dem Davidstern? hat sich sicher verändert. Aber dass die gewählte Regierung Israels ohne Grund, nur aus niederen Motiven, die Menschen in Gaza gleichsam wie im Experiment leiden lässt, das kann ich mir nun doch nicht vorstellen.

    29. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 22:24 - Permalink

      Gibt es auch Palästinenser, die so kritisch über ihre Herrschenden schreiben?

      merkwürdige Fragestellung. Da fragt tatsächlich jemand, ob es kritisch denkende Palästinerser gibt. Gibt es denn kritisch denkende Deutsche? Meinem Vor-Urteil nach, viel zu wenige. Was für ein Bild der Mann wohl von den Palästinensern hat?

    30. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 22:31 - Permalink

      was Denkverbote anbetrifft, meine ich eher, dass jemand, der zu solcher Frage (wie gibt es kritisch denkende Palästinenser?) fähig ist und es fertig bringt, solche Frage zu veröffentlichen und sich auch noch über das Unverständnis der Anderen beschwert, zunächst eimal die eigene intellektuelle Beschränktheit überwinden sollte, ehe er sich über angebliche Denkverbote echauffiert

    31. DerFlaschengeist schrieb am 7. Juni 2010 at 22:41 - Permalink

      Interessanter Artikel, auch wenn ich nicht wirklich alles verstanden habe, da ich mit vielen “Details” und/oder genannten Personen nicht vertraut genug bin.
      Letzten Endes spielt das aber auch keine Rolle. Ein Jeder bildet sich seine Meinung und nicht immer geschieht das auf wirklich objektiver Basis. Wie bildet man sich eigentlich eine objektive Meinung?
      Also ich fasse kurz und knapp die Masse der Informationen zusammen, ziehe einen gewissen Teil Unglaubwürdigkeit ab und denke dann noch an etwas schlimmeres…voila…heraus kommt so eine Art eigene Meinung. Die letzten Jahre hat Israel in dieser Beziehung nicht gerade Pluspunkte bei mir gesammelt. Im Gegenteil…ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass “die Juden” im dritten Reich verfolgt und ermordet wurden. Das ihnen alles genommen wurde, sie in Ghettos eingesperrt und getötet wurden. Das kann und will ich nicht leugnen. Mir ist nur schlichtweg unbegreiflich, dass ein Volk nun wiederholt, was ihm selber wiederfahren ist und was sie selber anprangern. Heute werden Palästinenser verfolgt, ermordet und es wird ihnen alles genommen. Sie werden jeder Lebensgrundlage beraubt, so wie es im dritten Reich den Juden wiederfahren ist. Der Spruch der Israelies “wir verteidigen uns nur” hört sich für mich langsam so an wie “wir brauchen Lebensraum im Osten”. Wir verteidigen uns nur…wir wollen ja nur leben…wir brauchen Lebensraum im osten..ist ja nichts schlimmes dabei…der Zweck heiligt die Mittel.
      Nagelt mich ruhig ans Kreuz, aber für mich ist Israel die Verlogenheit in Person. Sie sollten es doch aus eigener leidlicher Erfahrung besser wissen und langsam handeln sie genauso, wie das Naziregime. Mit denselben verlogenen Argumenten, dessen Opfer sie gewesen sind (und nebenbei…auch nicht müder werden, dies immer wieder hervorzuheben, wenn es ums Geld geht).
      Zugegeben..ich bin wirklich kein Israelspezialist…auch ich kenne nur das, was ich mir aus Blogs und Berichten zusammengelesen habe und das mag wenig genug mit der Realität zu tun haben…nichts desto Trotz sind das meine Eindrücke. Vielleicht kann mir mal irgendjemand erklären, warum Israel sich gegen die Palästinser ähnlich verhält, wie die Nazis damals gegenüber den Juden?
      Ganz im Ernst…auch wenn es sich vielleicht so anhört…die Frage ist nicht sarkastisch, sondern absolut ernst gemeint. Ich kann das wirklich nicht verstehen.

    32. salvo schrieb am 7. Juni 2010 at 22:47 - Permalink

      Mir ist nur schlichtweg unbegreiflich, dass ein Volk nun wiederholt, was ihm selber wiederfahren ist und was sie selber anprangern.

      Israel tut nur das, was der Westen seit Jahrhunderten tut – lese Chomskys Wirtschaft und Gewalt.

    33. GrooveX schrieb am 7. Juni 2010 at 22:49 - Permalink

      okay, du kannst es nicht verstehen, schreibst du. das ist dein gutes recht. aber vergiss niemals, die juden wurden im dritten reich sozusagen ausgerottet. mit technischer rafinesse und unter beteiligung des ganzen deutschen volkes.

      das ist schon mal was ganz anderes, und du solltest dir solche gedanken besser zweimal durch den kopf gehen lassen.

      vergiss es einfach nie: der holocaust ist ein deutsches phänomen!

    34. Axel schrieb am 7. Juni 2010 at 22:58 - Permalink

      @Peleo

      ….gelten auch für die Militäraktion jetzt: Es war schlimmer als ein Verbrechen ? es war ein (schwerer) Fehler.

      Ich kann Peleo nur zustimmen. Ich wüßte jetzt nicht, was ich am Beitrag von Uri Avnery grundsätzlich (nach dem ersten Überfliegen) kritisieren sollte. Israel hat mit der “Marmara-Aktion” die schlimmste aller Möglichkeiten gewählt. Ohne Zweifel! (Paradoxerweise könnte das jetzt Bewegung in die Sache bringen.)

      Aber das darf nicht davon ablenken, das Israel aus dem Gaza-Streifen konkret von der Hamas bedroht wird. Und die Hisbollah gibts ja auch noch. Ich habe nicht viel Hintergrundwissen und stütze mein Urteil auf das was ich so im Laufe der Jahre mitbekommen habe und lese in der Wikipedia nach. Gerade deshalb würde ich mich hier gerne vorzugsweise vom Spiegelfechter weitergehend aufklären lassen. Die letzten 3 Beiträge zum Thema haben mich nicht eigentlich weitergebracht.

      Wie soll Israel mit Hamas und Hisbollah umgehen? In die Grenzen von 1967? Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?

    35. er schon wieder schrieb am 7. Juni 2010 at 23:10 - Permalink

      @peleo

      Auch beim Spiegelfechter selbst meine ich im Laufe der Diskussion eine deutliche Anpassung an seine Stammleser bemerkt zu haben, bevor die Vorgänge auf der ?Marmara? auch nur annähernd aufgeklärt waren. Nach und nach gibt nun doch Informationen, die die einen Teil der ?Friedensaktivisten? anders aussehen lassen ? und die israelischen Soldaten nicht nur als feige und brutale Mörder.

      da kann ich Ihnen weiterhelfen, mit einem Augenzeugen.
      Ken O’Keefe war einer der Passgiere ,
      die einen der israelischen Soldaten überwältigte, ihm die Pistole wegnahm , das Magazin herausnahm
      um es unschädlich zu machen und als späteren Beweis vorlegen zu können – das die Soldaten mit scharfer Munition an Bord kamen – (das alles geschah nachdem schon zwei Aktivisten erschossen wurden) ich hoffe sie können englisch – man wird von diesem Mann aber noch hören.
      Und ich denke auch Uri Avnery wird nichts an seinem Verhalten auszusetzen haben.
      http://www.paltelegraph.com/diaries/85-diaries/6326-ken-okeefe-speaks-out-as-a-witness-of-flotilla-attack
      Der Mann sah vor der Gefangennahme natürlich anders aus …

    36. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 7. Juni 2010 at 23:10 - Permalink

      @31 DerFlaschengeist: Seit dem 14. Mai 1948 existiert der Staat Israel. Die Nazis regierten in Deutschland von 1933 bis 1945. Von 1939 bis 1944/1945 beherrschten sie weite Teile Europas.
      Wie viele Juden lebten 1939 in Europa? Wie viele waren es 1945?
      Und nun darfst Du Deinen Vergleich mit Juden und Arabern in Palästina/Israel selber zuende denken.

    37. GrooveX schrieb am 7. Juni 2010 at 23:11 - Permalink

      möglichkeiten gibt es. den gazastreifen aufmachen, das westjordanland aufmachen, illegalen siedlungsbau stoppen, landraub stoppen, zugang zu wasser, qualifizierter arbeit, lebensqualität gewähren… da gibt es richtig viel zu tun für die israelische regierung. außenpolitisch vielleicht den druck auf die nachbarn jordanien, syrien, libanon, ägypten, saudi arabien, auf die entfernteren iran und libyen abbauen, auf kriegerische überfälle verzichten, ach, auch da gibt es viel. sicherheitspolitisch auf atomwaffen verzichten, auch auf attentate in der ganzen welt, so zeug halt.

      israel hat sich langsam aber sicher in eine unhaltbare situation gebracht. das problem bei unhaltbaren situationen ist jedoch leider, dass sie immer weiter eskalieren, entweder bis zum kollaps oder bis zum großen bäng. das sieht alles nicht gut aus dort.

    38. Lennard schrieb am 7. Juni 2010 at 23:25 - Permalink

      @28 (Peleo):

      Diese gefühlten Denkverbote hier irritieren und stören mich auch. Wenn man für eine berechtigte Frage sofort als ?Troll?, für einen von der SF-Gemeinde abweichenden Gedanken als ?Israel-Groupie? geschmäht wird, dann stimmt etwas nicht.

      Ach ja? Was Jan äh Carsten hier veranstaltet ist klassisches Trollen. Unterkategorie “Ablenken”.
      Es geht hier um die israelische Friedensbewegung und er kommt mit einer Frage nach kritischen Palaestinensern. Im anderen Thread versuchte er auf den Kurdenkonflikt der Türkei auszuweichen (der nochmal was genau mit dem Vorfall der letzten Tage zu tun hat?).
      Für jeden, der schon länger im Netz unterwegs ist, ist das so trollige so klar erkennbar, dass man sich halt einfach nicht mehr großartig zurückhält. Ich bewundere da Jens Bergers Geduld (und die einiger Kommentatoren wie salvo oder Linus). Schade um den ganzen Fisch. Früher hat man solchen Pfeifen direkt ein *PLONK* um die Ohren gehauen. Insofern ist man heutzutage sogar geduldiger als früher im #efnet oder usenet.
      Nach dem Geschwurbel mit den 3 Oswald-Pfeifen vom Focusblog ist man hier halt nicht mehr ganz so fluffig drauf. (bei Jens Berger ist eher das Gegenteil eingetreten, der Hausherr erscheint mir seit dem deutlich liberaler im Umgang mit Störenfrieden) Das mag mancher Care Bear bedauern. Der Rest hat sich angeschnallt und das Rauchen eingestellt.

      Auch beim Spiegelfechter selbst meine ich im Laufe der Diskussion eine deutliche Anpassung an seine Stammleser bemerkt zu haben, bevor die Vorgänge auf der ?Marmara? auch nur annähernd aufgeklärt waren. Nach und nach gibt nun doch Informationen, die die einen Teil der ?Friedensaktivisten? anders aussehen lassen ? und die israelischen Soldaten nicht nur als feige und brutale Mörder.

      *ROFL*
      Na dann mal her mit Deinen “Informationen” – bis jetzt kam da nichts großartiges bei rum. Weder hier noch in den anderen Threads. Wenn Du meinst ich hätte was übersehen – verlinke doch bitte ein paar Deiner Informationen. Oder zeig mir nochmal dir Kommentarnummern Deiner Infos. Ich stehe grad etwas auf dem Schlauch was Deine kritischen Einwürfe betrifft.

      @salvo: Bei Dir denk ich manchmal “Kunstperlen vor Bioschweine”. Wie haltet Ihr das nur durch.

      Edit:
      Spirit of Entebbe – ekelhaft. Was kommt als nächstes? Lizas Welt? Honestlyconcerned?

    39. franzlinus schrieb am 8. Juni 2010 at 00:52 - Permalink

      Dieser ewige Nahostkonflikt ist wirklich eine sonderbare Sache, die eigentlich ohne monatelange, gründlichste Recherche überhaupt nicht zu verstehen ist. Das ist jedenfalls mein Eindruck, nachdem ich eigentlich erst angefangen habe, mich für das Thema zu interessieren, als das israelische Massaker im letzten Jahr im Gaza-Streifen stattfand. Damals ist mir dieses wirklich saudumme Geschwätz der israelischen Regierung aufgefallen, die von menschlichen Schutzschilden sprach hinter der sich angeblich irgendwelche ?feigen? Hamas-Kämpfer verborgen haben sollen. (Die IDF-Kampfpiloten waren natürlich die Tapferen in diesem Fall. Die haben sich der ?offenen Feldschlacht? gestellt.) Gemeint waren Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen, die nach allen Regeln der Kunst zerbombt wurden. Die Ermordung von 1400 Menschen und die Verstümmelung einer noch größeren Zahl als ?Verteidigung? auszugeben, weil man hin und wieder von ein paar Raketen Marke Eigenbau angegriffen wird, das zeugt einfach von einer Mentalität, die schlicht paranoid ist. Verrückter kann man sich heute nicht aufführen. Irgendwie amerikanisch das Ganze. Das Blöde ist, dass die ganze Diskussion um diesen dämlichen ?Friedensprozess? in einer Weise mit Affekten und Gefühlen befrachtet ist, wie bei kaum einem anderen politischen Thema.

      Als Einstieg für Leute, die wenig Ahnung haben (ich selber zähle mich auch noch dazu), vielleicht diese echt gut geschriebene Reportage eines FAZ-Journalisten, der dabei war, wie die IDF die Schiffe unter Kontrolle gebracht hat. Teil 2 ist entweder online zu lesen oder in der FAZ vom 7.6.10. Ich musste hier sogar mehrmals lachen, weil sich offenbar auch sehr komische Szenen abgespielt haben. Die Reportage scheint mir völlig unverdächtig zu sein und auch sehr authentisch. Zwei Dinge sollte man aber dazu wissen. 1. Der Journalist gehörte zu Leuten, bei denen sich die Israelis nicht viel getraut haben. 2. Es hat eindeutig schlimmere Sache gegeben, als die, die er geschildert hat. Dennoch scheint gerade in dieser relativ harmlosen Szenerie, die er berichtet, etwas durch, was wirklich erstaunlich ist. Da ist zum Beispiel die Selbstverständlichkeit, mit der die Würde der Gefangenen von den Soldaten und Polizisten missachtet worden ist. Nicht dass die Betroffenen jetzt unbedingt einen Psychiater brauchen würden, aber das ist schon eine sehr eigenartige Sache. Oder die Selbstverständlichkeit, mit der die Aktivisten, von denen man wissen konnte, dass sie später einmal vor irgendwelchen Fernsehkameras stehen oder in der Zeitung schreiben würden, von Soldaten schlicht beklaut worden sind. Die Herrschaften haben sich hier bedient wie die letzten Wegelagerer. Hier ist einfach eine Schamlosigkeit vorhanden, die mit Zivilisation nur sehr schwer in Verbindung zu bringen ist?.

      Jetzt kann man eine interessante Frage stellen: Was passiert eigentlich mit Arabern oder Palästinensern, die in der Gewalt der gleichen Sicherheitskräfte sind aber anders als die Aktivisten auf See keine Weltöffentlichkeit im Hintergrund haben?

      http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E349C269DDDB94D7DAC9636A93B191E31~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    40. egal schrieb am 8. Juni 2010 at 01:17 - Permalink

      Gibt es auch Palästinenser, die Hamas so kritisieren, wie Avnery die israelische Politik kritisiert? Und was ist mit den Kurden?

      Diese Fragen zielen darauf ab, die Opfer moralisch zu diskreditieren (blaming the victims). Das ist legitim. Denn bei politischen Disskusionen geht es nunmal größtenteils um moralische Deutungshoheit.
      Nicht legitim ist es, die moralische Disskusion mit dem Trollereivorwurf ad hominem zu führen. Denn das ist die gleiche Argumentationsstrategie wie beim blaming the victims. Es gilt hier, tu quoque: wer Trollerei schreit, kann dem Kurdenargument mit Berechtigung nichts mehr entgegensetzen und muss daher nach Meinungsverbot rufen.

      Finde auch, dass der SF zunehmend auf die Positions seiner Leser eingeschwenkt ist. Aber was ist das Problem daran?

    41. caf schrieb am 8. Juni 2010 at 01:52 - Permalink

      Gibt es auch Palästinenser, die Hamas so kritisieren, wie Avnery die israelische Politik kritisiert?

      Ich denke, es gibt in jedem Kulturkreis wirklich kritische Meinungen. Das Problem ist, dass diese Meinungen oft ohne Stimme sind, bzw. nicht gehört werden – wie z.B. auch vielerorts in Deutschland.

      Wenn jemand bei einem ganzen Volk einen existierenden kritischen Geist in Frage stellt, in welcher Dimension auch immer, dann ist das einfach nur dumm oder fanatisch => troll

    42. Truvor schrieb am 8. Juni 2010 at 03:48 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Jens, hast Du was von diesem Mann http://www.israelshamir.net/index.htm gehört ?

    43. Groo schrieb am 8. Juni 2010 at 07:40 - Permalink

      @franzlinus,

      recht ehrlich bist Du!

      ‘Gesunder’ Menschenverstand und ‘gesundes’ moralisches Empfinden führen Dich erstmal in einen Irrgarten.
      Da darfst Du Dich dann nicht selber irre machen lassen.

      Bist Du dann nach einiger Zeit nicht zum Zyniker geworden oder hast Du nicht aufgegeben, führt Dich das zwangsläufig zu gewissen Schlussfolgerungen.

      zB musst Du das Geschwätz um Dich herum in neue Kategorien einordnen.

      Deinen Humor hast Du Dir offenbar noch bewahrt.
      Bei mir ist er ziemlich grimmig geworden.

      —
      Die Frage von egal#41
      …”Gibt es auch Palästinenser, die Hamas so kritisieren, wie Avnery die israelische Politik kritisiert? “…
      hat mich über Nacht beschäftigt.

      Gegenfrage: Soll es sie geben?
      Manche rufen nach einem ‘palästinensischen Ghandi’.
      Andere dagegen sagen: Wenn es einen gäbe, hätten ihn die Israelis längst umgebracht.

      Das Modell Ghandi hat sich historisch (leider) überlebt.
      Vgl, was Arundhati Roy Kritisches zu Ghandi zu sagen hat.

      Ansonsten gibt es/gab es einen Edward Said.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Said

      Zur ‘Toleranz’ der Ansichten von Averny in Israel habe ich ja schon was gesagt.

      Man schaue sich die ‘Toleranz’ im Fall der Knesset-Abgeordneten Hanin Soabi an.
      (War Sonntag, wenn ich mich recht erinnere, bereits in den Tagesthemen zu sehen)

      Aktuell:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,699223,00.html

    44. Klaus schrieb am 8. Juni 2010 at 09:01 - Permalink

      Uri Avnery – alles prima – ich freue mich immer über Ihre Artikel, fliege schnell über Ihre Zeilen, weil ich schon weiß, daß es so angenehm weitergeht.
      Wenn Sie aber gemerkt haben, dass sich die Israelis nicht bessern, müssen Sie deren Auswanderung fordern.

    45. Peleo schrieb am 8. Juni 2010 at 09:31 - Permalink

      Kurdenkonflikt der Türkei auszuweichen (der nochmal was genau mit dem Vorfall der letzten Tage zu tun hat?).

      Es hat zu tun mit dem Völkerrecht (Hauptargument von SF), der moralischen Autorität der türkischen Regierung und der Objektivität der Berichterstattung/Kommentierung in Medien und Blogs.

      Heute in der Regionalzeitung:

      Vierspalter: “Der Druck auf Israel nimmt zu – Türkei und UNO drängen auf Untersuchung”

      Einspalter, 9 Zeilen: “Die türkische Luftwaffe hat am Montag zum zweiten Mal in weniger als drei Wochen Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak angegriffen”.

      Man könnte daraus auch eine Schlagzeile machen: Töte einen Kurden – dann ruhe dich aus.

    46. Klaus schrieb am 8. Juni 2010 at 09:53 - Permalink

      @ 45 Peleo
      Da muß ich aber mit meiner Israelkritik vorsichtig sein; denn ich bin moralisch nicht makellos (auch meine Vorfahren nicht). Und welcher Staat wäre dann mit solch’ moralischem Anspruch zur Israelkritik berechtigt?
      @ alle anderen, die reinen Herzens sind:
      Was soll denn dieser dümmliche Vorwurf an die Friedensaktivisten, sie hätten die übrigen auf ihre reine / friedliche Gesinnung komplett vorher überprüfen müssen?

    47. er schon wieder schrieb am 8. Juni 2010 at 10:50 - Permalink

      Grundsätzlich: zu Hasbara (zionistische Propaganda) gibt es ja schon diverse artikel im Internet .
      Im speziellen Peleo’s letzter Eintrag :

      Wenn irgendjemand hier glaubt sein Fundstück

      Heute in der Regionalzeitung:

      Vierspalter: ?Der Druck auf Israel nimmt zu ? Türkei und UNO drängen auf Untersuchung?

      Einspalter, 9 Zeilen: ?Die türkische Luftwaffe hat am Montag zum zweiten Mal in weniger als drei Wochen Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak angegriffen?.

      entspräche irgendeiner geistigen Eigenleistung, weit gefehlt !
      - die Typen sind vernetzt und kriegen ihre
      rethorischen argumentationslinien via sms oder email – am anderen ende der Leitung ein ganzer stab
      zusammengesetzt aus Spezialisten die versuchen alle Kritikpunkte ins lächerliche zu ziehen, Kritiker mit Dreck zu bewerfen usw. usf .

      hier mal ein kleiner Blick in ihren werkzeugkasten, für manche vielleicht ein Deja vu erlebnis :

      http://www.verschwoerungen.info/index.php/15_Regeln_des_Desinformanten

      Wer näheres über Hasbara erfahren möchte schaue hier

      http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10656.html

      ein zugegeben langer Artikel, aber gehen Sie zu dem Abschnitt “das Krawall Netzwerk elfter Finger” und sie werden mit einer kompakten Schilderung der Arbeitsweise dieses Netzwerkes bedient.

      Fragen sie Peleo zum Beispiel in welcher Tageszeitung er das gelesen hat, wird’s wahrscheinlich schon eng für ihn.
      Mit der Wahrheit nehmen sie es eh nicht so genau .

      Die Leute sind wie ein Schwarm Papageien, erscheinen aber in ihrem jeweiligen persönlichen Auftritt wie vereinzelte Individuen , die ihre Meinung sagen.
      Sie sind die willigen Helferlein, die dem Dreck der in den Massenmedien verbreitet wird zur Glaubwürdigkeit verhelfen sollen, weil der Eindruck fabriziert werden soll, sie seien in der Überzahl .
      Wenn man sich ein Narrenschiff in voller Fahrt anschauen möchte, die Papageien artig auf der Stange sitzend und Kostproben ihres Können liefernd, schaue man mal kurz in eine der vielen Kinderstuben hinein.
      Ich hätte hier anzubieten :
      fox news erklärt den Kindern, dass die ganze Friedensflotilla aus Terroristen besteht

      (kritische Kommentare werden kaum zu gelassen wenn überhaupt dann nur solche die irrelevant sind und zeigen sollen das Kritiker Idioten sind ) .

      Ich glaube es hat überhaupt keinen Zweck sich mit ihnen argumentativ auseinanderzusetzen,
      sie erfinden immer wieder neue finten, und versuchen einen abzunutzen.

      Ich unterhalte mich nicht mehr mit ihnen sondern nur noch über sie .

      .

    48. er schon wieder schrieb am 8. Juni 2010 at 11:03 - Permalink

      @franzlinus #39
      der artikel ist gut, war auch ganz überrascht ihn in der FAZ zu finden.
      Hebt sich wohltuend ab von dem üblichen Geschnatter.
      auch deine Schlussfolgerung – “das ist noch gar nichts , man sollte sich mal vorstellen wie es denen ergeht, die keinen westlichen Presseausweis haben”, kann ich gut nachvollziehen.

    49. Florian Schmitt schrieb am 8. Juni 2010 at 11:40 - Permalink

      @Spiegelfechter (#7)
      Dann schreib doch über den Artikel: “Ihr wollt wissen, wer das hier schreibt? Einfach den Namen googlen!”

    50. Lennard schrieb am 8. Juni 2010 at 13:17 - Permalink

      @48 (Florian):

      Du darfst davon ausgehen, dass Uri Avnery dem Großteil der Kommentatoren hier bekannt ist. Der andere Teil sucht sich fehlende Informationen meist selbstständig – ohne Aufforderung vom Hausherr.
      Deine Bewerbung als Gastautor nimmt er bestimmt auch gern entgegen.

      mfG

    51. OAlexander schrieb am 8. Juni 2010 at 13:46 - Permalink

      Auch ich habe ja mal als Freund Israels das Leben begonnen. In meiner Jugend war das Wort Palästinenser schier ein Synonym für Terrorist. Da waren zum einen die berühmten Flugzeugsprengungen in der Jordanischen Wüste, und dann natürlich das Massaker bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Die Gründe wurden da seinerzeit nicht wirklich hinterfragt, und auch das gute Aussehen der Erzterroristin Leila Khaled (Photo) konnte die Situation für die Palästinenser nicht retten.

      Meine Unterstützung für Israel entschwand in Gefolge der Osloer-Abkommen, als ich Israel eine systematische Sabotage des Friedensprozesse zu attestieren begann. Problematisch wurde die Sache, als Israel in Reaktion auf die Zweite Intifada und methodisch zivile Einrichtungen wie Bildungseinrichtungen und das Pressewesen zu zerstören schien. Nach dem Libanonkrieg 2006 war mein Verständnis erschöpft. Bereits dort wurden auch Einrichtungen der Vereinten Nationen in einem Ausmaß zerstört, das einem doch daran Zweifeln ließ, ob dies jetzt alles nur unglückliche Umstände waren. Danach sind wir bei einem Embargo angekommen, das den Bewohnern des Gazastreifens unter anderem Koriander, Esel, Zement und Dosenobst verweigerte – alles Dinge, die mir als militärisch irrelevant erscheinen..Sprecher der israelischen Regierung, wie bspw. der allgegenwärtige Mark Regev, betonen einstweilen, dass sie Maßnahmen gegen die Flotille einzig auf militärische Güter abzielten.

      Ich bin anderweitig bereits darauf eingegangen, und wiederhole deswegen nicht – aber nachdem er hier irgendwo geschrieben hat, er mal bei der Bundesmarine war, sollte Jens Berger vielleicht einmal die NATO Richtlinien für das Aufbringen von zivilen Schiffen auf Hoher See zitieren. Beim kürzlichen Fall wurden diese alle aufs Schäbigste missachtet.

      Evolution Israels

      Israel hat sich in den letzten Jahren militaristischen Staat entwickelt. die meisten Führungspositionen in Staat und Gesellschaft werden an Helden aus dem Militär vergeben. In der 36-monatigen Zeit der Wehrpflicht, 24 Monate für die weibliche Jugend, müssen die Soldaten natürlich beschäftigt werden. Hier geht es dabei nicht mehr um das physische Überleben des Staates Israel, das seit dem Jom Kippur Krieg und den anschließenden Friedensabkommen mit Jordanien und Ägypten – einem Staat mit 80 Millionen Einwohnern der zu 100% wirtschaftlich von den USA abhängig ist; Weizen für Wohlverhalten – gesichert ist.

      Die Jugend des Landes verbringt also einen Gutteil ihrer Zeit in was in Israel als die “Territorien” bezeichnet wird. Sie treten dort als Besatzungsmacht auf und bewachen dort völkerrechtswidrige Siedlungen und Straßen, den Mauerbau, kontrollieren Autos und treten Türen von des Terror Verdächtigten ein. Dazu kommt das Vertreiben der einheimischen Bevölkerung um Raum und Sicherheit für Siedler alt und neu zu gewährleisten. Hin und wieder gibt es größere Kampfeinsätze wie Libanon und Gaza. Wie sich das Ganze nach einigen Jahren auf den Nationalcharakter der Bürger Israels auswirkt, das brauche ich hier nicht zu beschreiben.

      Der einst von vielen als soziales Experiment mit Interesse beäugte Staat Israel hat sich kollektiv nach Rechts entwickelt, selbst die einst von Progressiven hoch angesehene Arbeiterpartei mutierte zur Unkenntlichkeit. Leute wie Uri Avneri, Amos Oz und einige andere (hier eine komplettere aber immer noch arg dünne Liste Israelischer Friedensaktivisten) spielen im realen Tagesgeschäft Israels keine Rolle und sind dort bestenfalls Sektierer des Friedens.

      Eine Veränderung durch amerikanischen Einfluss ist nicht zu erwarten. Selbst der liberale Konservative David Brooks tat den Flotillen Vorfall bei seinem wöchentlichen Streitgespräch mit dem liberalen Mark Shields in der ÖR-PBS Newshour with Jim Lehrer lapalisch mit einem “die Israelis hatten moralisch natürlich recht, haben sich aber dumm angestellt” ab. Shields widersprach nicht. Hoffnungen müssten also von der Haltung Europas kommen, doch es kann schon klar gesagt werden, dass der Nahe Osten nicht am deutschen Wesen genesen wird.

      Was bleibt also den Palästinensern übrig die nach internationalem Recht Eigentümer des Westjordanlandes und des Gazastreifens sind, wenn man hier nicht, wie von einigen israelischen Argumentatoren dies betrieben wird, annimmt, dass diese Territorien bei deren Übernahme durch Israel Terra Nullius, also Niemandsland waren.

      Die Palästinenser haben in diesem Zusammenhang einige UN-Erklärungen und ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs zu ihren Gunsten, was aber international weitgehend nicht beachtet wird. Was sollen die also tun? Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sehr in gewissen Fällen ein Recht auf Widerstand vor. Was übrigens die liebreizende Geschichte vom friedliebenden Gandhi de Indien befreite anbelangt, die grenzt an Geschichtsklitterung: Indien wurde von den Briten auf amerikanischen Druck hin aufgegeben.

      Bemerkenswert ist, das Israel in den letzten 43 Jahren auch keinen einzigen Friedensplan veröffenticht hat. Am nächsten kommt wohl der sogenannte Barak Plan, der gerüchteweise eine Art von versprengten Bantustans vorsah, wobei sich Israel die Kontrolle der Außengrenzen sowie der Verbindungsstraßen ausbedingte. Eine solchen Vorschlag könnte die westliche Welt wohl nur akzeptieren wenn sie als Resultat einer Verhandlung mit den Palästinensern präsentiert würde, aber nicht als offiziellen Vorschlag, da dies sonst zusehr nach – zurecht – schroff abgewiesenen Ideen Südafrikas in der Ära der Apartheid schmecken würde, könnte Auch beinhaltete der die Aufgabe Ost-Jerusalems durch die Palästinenser – etwas das diese wohl nicht hinnehmen könnten, da sie sonst in der islamischen Welt als Verräter dastehen würden.

      Ich nehme mal an, dass sich Israel mit gutem Grund der Offenbarung seiner realen Absichten widersetzt. Am Ende steht wohl ein Bantustan-Diktat das den Palästinensern in einem geeigneten Moment nach dem Motto “die verdienen es nicht besser” aufgezwungen werden wird. Eine andere Möglichkeit wäre eine Vertreibung der Palästinenser nach Jordanien und Ägypten. Beide Vorschläge sind am geeignetsten nach einem beeindruckenden Terroranschlag zu implementieren.

    52. Peleo schrieb am 8. Juni 2010 at 14:35 - Permalink

      @ Klaus, 46

      Was soll denn dieser dümmliche Vorwurf an die Friedensaktivisten, sie hätten die übrigen auf ihre reine / friedliche Gesinnung komplett vorher überprüfen müssen?

      Okay, und im Rückblick?

      http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=6481392/pv=video/nid=233454/qsb6iy/index.html

      Frau Groth “beendet das jetzt”, wenn sie -nachträglich- zu Erkenntnissen ihrer eigenen Fraktion (!) zur BBP und deren Verbindung zu den Grauen Wölfen (“rechtsextremistisch, gewaltbereit, Führerprinzip”) befragt wird.

    53. Klaus schrieb am 8. Juni 2010 at 14:53 - Permalink

      @Peleo, 50
      Im Rückblick auf meine Studentendemos Ende 1960er muß ich feststellen, dass da einige mitgelaufen waren, die man mit intensiver Voruntersuchung schon damals als gefährlich hätte einstufen können.
      Im Ernst: Was soll die Herabwürdigung von mutigen Leuten, in deren zusammegewürfelter Gruppe auch Arschlöcher dabei waren?

    54. Florian Schmitt schrieb am 8. Juni 2010 at 15:12 - Permalink

      @Lennard
      Was soll denn das Getrolle?
      Für dich mag gutes Design überflüssig sein, ich verdiene damit meinen Lebensunterhalt.

    55. Lennard schrieb am 8. Juni 2010 at 15:29 - Permalink

      @52 (Florian):
      Na Du bist ja nen Scherzkeks.
      Wenn Du konkrete Kritikpunkte hast – sprich sie direkt an und eier hier nicht mit Fangfragen rum. Oder schicke dem Hausherr eine E-Mail und klär das unter 4 Augen.
      Design, schmopein…ja ich bin wegen der Texte und Informationen hier.
      Und woraus Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest interessiert mich by the way mal so gar nicht.

    56. Thomas schrieb am 8. Juni 2010 at 16:20 - Permalink

      wenn es zutrifft, was Report Mainz berichtet, dann stellt sich der Sachverhalt anders da, als hier beschrieben. siehe dort.

    57. Florian Schmitt schrieb am 8. Juni 2010 at 17:31 - Permalink

      @Lennard
      Was, wie? Was für Fangfragen? ^^

      Ich hab Jens darauf hingewiesen, dass eine Vorstellung der Gastautoren sehr schön wäre. Wenn dich meine Posts nicht interessieren dann warum zum Geier schaltest du dich in unser “Gespräch” ein? Einfach mal kurz nachdenken, bitte! ^^

    58. Peleo schrieb am 8. Juni 2010 at 17:34 - Permalink

      @ Klaus, 53

      Eine Frage ist keine “Herabwürdigung”.

      @ OAlexander, 51

      Deiner Darstellung der Entwicklung der israelischen Politik kann man, leider, nicht widersprechen. Das ist wohl auch der Grund, warum Frank Benedikt nicht mehr “Shalom” sagen mag. Uri Avnery wurde jetzt sogar von militanten Siedlern körperlich angegriffen.

      Deine Schlussfolgerung ist, hoffentlich, zu pessimistisch. Auch Netanyahu/Lieberman werden nicht ewig regieren, Bush ist ja auch weg.

      Noch eine Frage (falls Du noch mit mir sprichst ;-))

      Wie ist Deine Einschätzung der Frage, wieweit die Gaza-Blockade durch (ehrliche) Sicherheitsbedenken begründet ist? Diese Frage beschäftigt mich immer noch. Denn so weit, dass die Menschen dort gleichsam aus Sadismus gequält werden, ist die Entwicklung doch wohl nicht.

    59. Lennard schrieb am 8. Juni 2010 at 18:01 - Permalink

      @57(Florian):

      Privatgespräche? Im Darkroom oder was? Zutritt nur mit Schlüssel und Reservierung?
      Das dürfte hier schwierig werden. Wir alle führen hier nämlich Privatgespräche. Die meisten stören sich nur nicht an den Zaungästen dabei. Die dürfen dann sogar ab und zu anfeuern.
      Und warum glaubst Du, dass mich Deine Posts nicht interessieren? Immerhin kommentiere ich die ja. :P

      Nachdenken und so…gerne auch kurz.

      SCRBWN

    60. Dietrich schrieb am 8. Juni 2010 at 19:09 - Permalink

      @wischofbixa am 7. Juni 2010 um 21:08 –

      Immerhin, dein Schreiben hat mir einiges klargemacht.
      Man könnte sich ja eigentlich freuen, dass die von dir beschworenen angeblich so gefährlichen Selbstmordattentäter sich damit begnügen, lediglich mit Knüppeln und Flitschen gegen hoch trainierte Elitesoldaten in gepanzerter Kampfmontur anzutreten, die völkerrechtswidrige Verbrechen gegen Zivilistenschiffe begehen. Insgesamt also ein intelligenter und vor allen Dingen auch effizienter Einsatz der eigenen Opferbereitschaft. Die Brutalität des israelischen Militärs wird entlarvt.
      Es gab da mal einen Mann namens Gandhi, der hatte einige zündende Ideen zu diesem Thema und war recht erfolgreich.
      Man kann aus deinen Ausführungen jedoch auch heraushören, wie dringend die Hasbara sie will und braucht, die monströsen Attentäter, die sich am besten mit einem Bus voller Kinder selbst in die Luft jagen. Wie also bastelt man sie sich zurecht?
      Man nehme: eineinhalb Millionen Menschen. Sperre sie auf engstem Raum ein. Sorge für eine systematische Mangelernährung, die nicht nur die physische sondern auch die psychische und intellektuelle Leistungsfähigkeit auf Dauer beeinträchtigt. Verweigere ihnen alles, womit sie sich ablenken oder aufbauen könnten, wie zum Beispiel Papier, Stifte, Spielzeug, Kommunikationsmittel etc. etc. Man schieße außerdem Woche für Woche über Monate und Jahre hinweg immer einige wenige tot, Fischer beim Fang, Kinder beim Ziegen hüten, Bauern auf dem Feld oder was einem ansonsten noch so vor die Flinte läuft, um alle in immerwährendem Entsetzen und Grauen zu halten. Damit ist dann wirklich sichergestellt, dass einem in Gaza gar nichts anderes übrig bleibt, als von den 72 Jungfrauen im Paradies zu träumen.
      Und schon hat man für gesicherten Nachschub an durchgeknallten Attentätern gesorgt, sollten die ursprünglich militanten Kämpfer tatsächlich klug genug sein, sich auf die Vorteile des friedlichen Widerstands zu besinnen.
      Das scheint mir der eigentliche Grund zu sein, warum die Blockade von Gaza unbedingt aufrechterhalten werden muss.
      Übrigens es waren gerade solche Kommentare wie deiner, die mich gegenüber der in Deutschland verbreiteten pro Isreal Propaganda überhaupt erst mistrauisch gemacht haben. Manchmal geht der Schuß halt nach hinten los.
      Dietrich

    61. OAlexander schrieb am 9. Juni 2010 at 09:14 - Permalink

      @ Peleo / # 58

      Ich spreche mit jedem, gehe aber grundsätzlich nicht auf Propagandagewäsch ein. Dafür fehlt mir die Zeit, dafür bin ich zu alt. Was Frank Benedikt anbelangt, der sagt mittlerweile gar nichts mehr, der hat den Büttel hingeworfen.

      Auch Netanyahu/Lieberman werden nicht ewig regieren, Bush ist ja auch weg.

      Man darf nicht vergessen, dass Netanyahu ins Amt kam, weil Tzipora “Tzipi” Livni, trotz ihrer brutalen, völkerrechtswidrigen Vorgehensweise im Gaza-Krieg 2007/08 vom Volk als anscheinend zu milde abgewählt wurde. Die Bewegung in der israelischen Politik führt eher weiter nach Rechts.

      Wie ist Deine Einschätzung der Frage, wieweit die Gaza-Blockade durch (ehrliche) Sicherheitsbedenken begründet ist? Diese Frage beschäftigt mich immer noch. Denn so weit, dass die Menschen dort gleichsam aus Sadismus gequält werden, ist die Entwicklung doch wohl nicht.

      Gut, ich akzeptiere mal, dass generell gesehen, Importe in Gaza ein Sicherheitsrisiko für Israel darstellen können: Bausätze für bessere Raketen, Geschütze, Munition und was sonst auch immer.

      Ein vernünftiges Land würde das wohl im Gefolge des Gaza-Krieges so gregelt haben, dass alle humanitären Lieferungen im relativ grenznahen israelischen Hafen Ashdod ankommen müssen, im Idealfall unter Beteiligung der UN, auf sicherheitsbedenkliche Inhalte überprüft werden und dann unverzüglich ohne Abzug weitergeleitet werden. Dem war aber nicht so.

      Man war also voll und ganz darauf angewiesen was Israel qualitativ und quantitativ willens war zu schicken. Nachdem das hinten und vorne nicht reichte ergänzte man mit was man durch prekäre Löcher unter der Grenzmauer mit Ägypten unter Lebensgefahr besorgen konnte. Insgesamt sorgte das dafür, dass sich bspw. innerhalb der letzten Jahre unter dem Embargo laut UN Zahlen die Verbreitung von Blutarmut im ohnehin schon bettelarmen Gazastreifen von 22% auf 66% verdreifachte.

      Ob die Israelis die Gazaner nun aus Sadismus quälen, oder um sie zu radikalisieren, oder aus sonst einem Grund heraus, brauche ich nicht zu beurteilen. Mir genügt die Feststellung, dass die Praxis nicht nur illegal sondern auch zutiefst menschenverachtend ist.

      Wie die Praxis der Lebensmittelverteilung 2007 aussah, also vor dem Krieg 07/08, kann man aus einem Exzerpt eines Mainstream-Travelogues von Diego Buñuel (Enkel von Luis) ersehen, das ich als Food Delivery in Gaza auf youtube hochgeladen habe. Das ganze stammt aus einer Infotainment Serie Dont’t tell my mother that I am in …. Ich brauche das nicht weiter zu kommentieren, Bild und Ton sprechen hier für sich selbst. Dass ich wegen des Fokuses auch die Szene von der Rückfahrt in die Stadt ausgelassen habe wo rein zufällig schon wieder ein Hamas Unterhäuptling von Israel illegal ermordet wurde, merke ich nur kurz an.

      Desweiteren verweise ich auf den Beitrag von Dietrich (# 60), der zu einem guten Teil sehr trefflich beschreibt, was ich denke. Zum Thema religiöse Radikalisierung aber doch noch einen Satz: Wer auf Erden gewinnt ist weniger mit dem Leben danach beschäftigt, wer keine Angst um das tägliche Überleben haben muss, der braucht keinen Gott zum Festhalten.

      Eine interessante Lektüre in diesem Zusammenhang ist Better off without Him – Research suggests that the Christian virtues are best represented in godless societies von George Monbiot, bei dem noch viele weitere Artikel zum Lesen einladen.

    62. wischofbixa schrieb am 9. Juni 2010 at 20:26 - Permalink

      @OAlexander scheint Fakenresistent zu sein, weder herrscht in Gaza bittere Armut, weder war die israelische Regierung nicht willens Gueter nach Gaza zu lassen. Die israelische Regierung ist auch nicht ‘rechts’ man vergleiche nur mal mal die paranoiden Reaktionen der Bundesregierung auf die RAF, mit denen der israelischen Regierung auf jahrzentelangen Terrorismus.

    63. NDM schrieb am 9. Juni 2010 at 20:35 - Permalink

      Nur kurz:

      Aber damals wie heute sah die Welt, wie schwer bewaffnete Soldaten unbewaffnete Passagiere brutal angriffen

      Bullshit!

      Schwer bewaffnete Soldaten eines Elitekommandos greifen ein Schiff auf hoher See mitten in der Nacht vom Meer und aus der Luft an

      Bullshit!

    64. Genix schrieb am 10. Juni 2010 at 01:06 - Permalink

      Beim Nahostkonflikt stellen viele Leute ihre Maßstäbe auf den Kopf, verfallen in Schwarzweißdenken, können vor Wut kaum noch geradeaus gehen und lassen selbst gegenüber dem politischen Feind keinerlei Berührungsängste erkennen.

      Uri Avnery ist einer der Helden dieser Leute, weil er, wie oft ausdrücklich betont wird, ?als Jude? diese Haltung legitimiert. Die anderen Helden kann man in den Listen der in Deutschland vergebenen Friedenspreise finden.

      Anders als sich viele Linke einbilden, sind diese Leute in Deutschland keine Außenseiter, sondern Mainstream. Selbst eine Kommunistin ist vom ehemaligen Bundespräsidenten, der bekanntlich kein Linker war, geehrt worden. Sie ist eben Jüdin und zieht in recht plumper Weise über Israel her. Das kommt an.

      Paul Spiegel hatte erkannt, dass sich hinter dem Ruf nach Frieden die Mörder verschanzen. Eine eigentlich recht einprägsame Formel. Wieso kann man sich damit nicht auseinandersetzen? Wenn mir irgendwelche Aktivisten, wozu offensichtlich auch Gruppen gehörten, die man ungefähr mit den deutschen Nazis vergleichen kann, mit medienwirksamen Aktionen nahelegen wollen, dass das Elend der Welt in Gaza zu finden sei, muss ich mir doch ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel warum sie nicht auf die Lage in Kairo aufmerksam machen. Das ist gleich nebenan. Und dass es in Gaza nicht allen gut geht und nicht alle mit Luxuskarossen durch die kleine Gegend fahren, könnte ein wenig daran liegen, dass die aus eben diesem Ägypten stammende Muslimbruderschaft es sich lieber selbst gut gehen lässt. Nützliche Idioten aus Europa sind da natürlich herzlich willkommen.

    65. wischofbixa schrieb am 10. Juni 2010 at 01:18 - Permalink

      Die Nachrichtenagentur Reuters hat Bilder von der Stürmung der Gaza-Flotte so geschnitten, dass Waffen in den Händen der Aktivisten nicht mehr sichtbar waren. Reuters bestreitet eine Manipulationsabsicht. http://www.diepresse.com/text/home/politik/aussenpolitik/572094

    66. Peleo schrieb am 10. Juni 2010 at 10:55 - Permalink

      @ Genix

      Leider verfällst du auch in Schwarz-Weiß-Denken und hast offenbar Mühe, geradeaus zu denken.

      Für die Resignation von Paul Spiegel am Ende seines Lebens habe ich viel Verständnis, wenn ich mir die Neo-Nazi-Seiten im Internet und die Ergebnisse von Umfragen in Schulen ansehe. Aber mit diesem Zitat diskriminierst Du viele Menschen guten Willens.

      Und offensichtlich willst Du auch den Anteil der israelischen Regierung an der Situation dort nicht sehen. Heute las ich in der Zeitung, dass keine Spielzeuge und keine Musikinstrumente nach Gaza eingeführt werden dürfen. Was soll das?

      Weiter oben in diesem Thread kannst Du das Argument finden, dass eine vernünftige Regierung die Einfuhr von Waffen nach Gaza verhindern und trotzdem eine menschenwürdige Versorgung ermöglichen könnte. Das wäre auch im Interesse Israels.

    67. FS schrieb am 10. Juni 2010 at 13:22 - Permalink

      @Lennard
      Ich würd dir ja gerne antworten und versuchen, ein bischen Licht in deinen dunklen Polemikerschädel zu tragen, aber Jens löscht einfach zu gern meine Beiträge. ;)

      Gruß.

    68. Dietrich schrieb am 10. Juni 2010 at 13:54 - Permalink

      @Genix am 10. Juni 2010 um 01:06
      Lieber Genix,
      Dein Kommentar ist ein sehr schönes Beispiel für das, was ich für die größte Gefährdung der Existenz Israels halte.
      Die Verleugnung der Tatsache, dass aus Opferschutz längst Täterschaft geworden ist.
      OAlexander kann noch so viele verlässliche Quellen nachweisen, Du wirst weiterhin alles leugnen.
      Die Verleugnung der Realität hat jedoch immer Konsequenzen und löst Reaktionen aus.
      Meine Reaktion hat mir letzte Woche untenstehendes Schreiben abgerungen.

      IPPNW
      Angelika Wilmen
      Deutsche Sektion der internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges,
      Ärzte in sozialer Verantwortung
      Körtestr.10
      10967 Berlin
      Donnerstag, 3. Juni 2010
      Sehr geehrte Frau Wilmen,
      ich begrüße den Einsatz Ihrer Organisation für die Menschen in Gaza.
      Trotz unbestreitbarer palästinensischer Verbrechen, bin ich in den letzten Jahren zu der Überzeugung gelangt, dass es auch von israelischer Seite keinerlei Bereitschaft gibt, sich an den UN-Teilungsplan von 1947 zu halten, sondern, dass es vielmehr Ziel israelischer Politik ist, unter welchem Vorwand auch immer, möglichst alle Palästinenser zu vertreiben.
      Die Menschenverachtung und Brutalität, mit der dieses Ziel verfolgt wird, ist mir nur vor dem Hintergrund des unermesslichen Leides erklärbar, welches die Deutschen mit dem Holocaust über die Juden gebracht haben. Ich sehe hier also eine direkte moralische Mitverantwortung Deutschlands.
      Der hiesigen Öffentlichkeit werden Informationen über Ihre Organisation und die Hilfsgütertransporte nach Gaza, insbesondere aber auch mahnende jüdische Stimmen, wie beispielsweise von Prof. Noam Chomsky oder von Prof. Rolf Verleger, weitestgehend vorenthalten.
      Dies mag die geringe deutsche Beteiligung, gerade mal etwas mehr als ein Prozent, an dem auf grausame Weise gescheiterten Hilfsgütertransport nach Gaza erklären.
      Tragischer Weise haben wenige getötete Friedensaktivisten in der Weltöffentlichkeit mehr bewirkt, als tausende tote und gequälte Palästinenser in den vergangenen Jahren.
      Ich bin etwas über 60 Jahre alt, gehöre keiner Partei oder sonstigen Organisation an, bin ungebunden und kurzfristig abrufbar und gerne bereit, sollte dies aus Sicht Ihrer Organisation als sinnvoll und nützlich erscheinen, als menschliches Schutzschild humanitäre Hilfsgütertransporte nach Gaza zu begleiten. Über die damit verbundenen Risiken, bin ich mir selbstverständlich im Klaren.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Dietrich

      Und jetzt denk mal scharf darüber nach. Sind es solche Reaktionen, die Du – vielleicht unbewusst – erreichen willst?

    69. Klaus schrieb am 10. Juni 2010 at 15:43 - Permalink

      @ 60 Dietrich
      Gute Analyse, welche die Handlungen in den Vordergrund stellt und von ihr rückschliesst auf die Gesinnung der Täter. Der heutige Zustand Palestinas entspricht dem, was die Zionisten wollten und vorangetrieben haben. Die Verantwortung des isrealischen Wahlvolkes muß deutlicher benannt werden.
      Letztlich liegt der Schlüssel in USA, von dessen Wahlvolk immer häufiger gefordert wird, über die Unterstützung Israels abzustimmen. Wenn die fällt, fällt Israel – und dann endlich wieder ein rückständiges Palestina ohne Atomwaffen.

    70. er schon wieder schrieb am 10. Juni 2010 at 18:18 - Permalink

      Dieser SWR – report mainz – Bericht über die Gaza-Flotilla transportiert neben den Tatsachen
      natürlich ganz klare subtexte:
      * naive Linke die sich haben einspannen lassen
      * Vorsicht Leute, seid nicht so naiv alles zu glauben was diese Friedensmenschen von sich geben
      * Im Grunde genommen handelt es sich vor allem um Dschihadisten die auf Konfrontation aus waren, so what ? sie haben’s nicht anders verdient.

      Also ich denke wenn sich ein ‘normaler’ Bürger diesen Beitrag angeschaut hat , kann er sich ruhigen Gewissens wieder schlafen legen und hat die Sache damit abgehakt. Er weiss jetzt, dass Akivisten nur vorgeben pazifistisch zu sein , in Wirklichkeit aber mit islamistischen Hasspredigern, ja sogar
      grauen Wölfen anbandeln, aus Naivität oder weil sie insgeheim sogar deren Ziele verfolgen.

      Dass diese bunt zusammengefürfelte Gruppe aber ein bestimmtes Anliegen hatte, auf die Not der Menschen im Gazastreifen aufmerksam zu machen, ging bei diesem tendenziösen Bericht völlig
      verloren.

      Es ist doch erstaunlich wie schnell man aus Opfern Täter machen kann.

      Als nächsten Beitrag erwarte ich einen Vor-Ort-Bericht eines Korrespondenten, vielleicht über Lastwagenfahrer, die täglich in den Gazastreifen fahren und sich darüber aufregen dass diese Palästinenser so undankbar sind und sich noch nicht einmal bedankt haben bei ihm und seinen Kollegen.

      Somit wäre dann die Ausgewogenheit der Berichtbestattung wiederhergestellt.

    71. er schon wieder schrieb am 10. Juni 2010 at 18:56 - Permalink

      Zu #65 – Reuters schnitt bei einem Bild einem Mann die Hand ab (in dieser, ein Dolch)
      (Vorwurf Verharmlosung der original Bildaussage)
      http://www.foxnews.com/world/2010/06/08/reuters-fake-photos-ihh-gaza-blockade-commandos/

      und die israelischen Medien ?
      sie schneiden bei einem anderen Bild
      einem Mann die Beine ab und erwecken den Eindruck, der Mann wäre
      bereit jeden Moment einen der umstehenden Personen “abzustechen”
      (Vorwurf Aufbauschen der originalen Bildaussage)
      http://aliabunimah.posterous.com/hasbara-comedy-video-further-exposes-idf-knif

      Klarer Fall von 1 : 1 würde ich mal sagen .

      ;-)

    72. Peleo schrieb am 10. Juni 2010 at 19:04 - Permalink

      @ er schon wieder, 47

      Fragen sie Peleo zum Beispiel in welcher Tageszeitung er das gelesen hat, wird?s wahrscheinlich schon eng für ihn.
      Mit der Wahrheit nehmen sie es eh nicht so genau .

      Wer das nachprüfen will: Rhein-Neckar-Zeitung (Mannheim/Heidelberg) vom 8. Juni 2010.

    73. er schon wieder schrieb am 10. Juni 2010 at 19:24 - Permalink

      @OAlexander

      Wie die Praxis der Lebensmittelverteilung 2007 aussah, also vor dem Krieg 07/08, kann man aus einem Exzerpt eines Mainstream-Travelogues von Diego Buñuel (Enkel von Luis) ersehen, das ich als Food Delivery in Gaza auf youtube hochgeladen habe.

      Danke für das Video, bin zwar erst seit einer Woche hier im Forum, aber ihre Beiträge hier zum Thema lese ich immer wieder mit Neugier !
      Leider habe ich das video erst nach meinem Beitrag angeschaut und damit meine Ahnungslosigkeit , was den Ablauf der Hifslieferung nach Gaza betrifft, deutlich gemacht.
      Das schikanöse procedere habe ich mir schon irgendwie vorgestellt , aber in dieser Deutlichkeit …
      Ich frage mich manchmal ob die Palästinenser mit einem XXL-Leidens- ,oder Geduldsgen ausgestattet sind, diesen Gemeinheiten jeden Tag aufs Neue zu trotzen.

    74. er schon wieder schrieb am 10. Juni 2010 at 19:37 - Permalink

      @Peleo #72 durch Ihren Beitrag #66 , habe ich Sie bereits,
      aus dem üblichen Kreis der Verdächtigen ausgeschlossen.

      ;-)

      http://www.theregister.co.uk/2006/09/06/giyus_megaphone/

    75. Genix schrieb am 10. Juni 2010 at 23:21 - Permalink

      @ Peleo

      Leider verfällst du auch in Schwarz-Weiß-Denken und hast offenbar Mühe, geradeaus zu denken.

      Aha.

      Für die Resignation von Paul Spiegel am Ende seines Lebens habe ich viel Verständnis, wenn ich mir die Neo-Nazi-Seiten im Internet und die Ergebnisse von Umfragen in Schulen ansehe.

      Paul Spiegel wandte sich in diesem Fall aber nicht gegen Nazis. Und Antisemiten sind auch nicht immer Nazis. Paul Spiegels Resignation beruhte hauptsächlich auf dem Antisemitismus der Mitte, zu dem die Friedensaktivisten oft genug beitragen.

      Aber mit diesem Zitat diskriminierst Du viele Menschen guten Willens.

      ?Menschen guten Willens? sind meines Wissens keine Minderheit, die man gruppenspezifisch benachteiligen könnte.

      Abgesehen davon wüsste ich nicht, was daran anstößig sein soll, ?Menschen guten Willens? einen Denkanstoß zu geben. Gerade die Deutschen neigen dazu, sich verführen zu lassen und stellen dann erst viel zu spät fest, was sie alles angerichtet haben.

      Und offensichtlich willst Du auch den Anteil der israelischen Regierung an der Situation dort nicht sehen.

      Mit der Offensichtlichkeit ist es wie mit der Meinungsbildung im Nahostkonflikt: Was sich nicht beweisen lässt, denkt man sich halt aus.

      Heute las ich in der Zeitung, dass keine Spielzeuge und keine Musikinstrumente nach Gaza eingeführt werden dürfen. Was soll das?

      Weiter oben in diesem Thread kannst Du das Argument finden, dass eine vernünftige Regierung die Einfuhr von Waffen nach Gaza verhindern und trotzdem eine menschenwürdige Versorgung ermöglichen könnte. Das wäre auch im Interesse Israels.

      Was hat das mit meinem Beitrag zu tun?

    76. Truvor schrieb am 10. Juni 2010 at 23:56 - Permalink

      http://www.eastwest-review.com/article/about-relations-between-initiators-humanitarian-convoy-gaza-and-chechen-fighters

    77. OAlexander schrieb am 11. Juni 2010 at 12:37 - Permalink

      According to figures published by Gisha in coordination with the United Nations, Israel allows in 25 percent of the goods it had permitted into Gaza before the Hamas takeover. In the years prior to the closure, Israel allowed an average of 10,400 trucks to enter Gaza with goods each month. Israel now allows approximately 2,500 trucks a month.

      The figures show that Israel also has limited the goods allowed to enter Gaza to 40 types of items, while before June 2007 approximately 4,000 types of goods were listed as entering Gaza.

      Israel expanded its list slightly Wednesday to include soda, juice, jam, spices, shaving cream, potato chips, cookies and candy, said Palestinian liaison official Raed Fattouh, who coordinates the flow of goods into Gaza with Israel.

      http://www.mcclatchydc.com/2010/06/09/95621/israeli-document-gaza-blockade.html#ixzz0qXVpYNFW

      PS: Gruss an Dietrich, Peleo, er schon wieder, et al.

    78. OAlexander schrieb am 11. Juni 2010 at 12:59 - Permalink

      @ Truvor et al.

      Das mag schon sein, dass die Teilnehmer an der Flotille nicht alle bona fide Heilige waren. Ich nehme mal an, dem hungrigen Gazaner, der eineinhalb Winter im Zelt oder den zugigen Überresten eines Hauses verbracht hat und keinen Zugang zu einfachsten Medikamenten wie Schmerzmitteln hat, ist es recht egal, wer das Zeug ankarrt.

      Papst Benedikt XVI. oder Patriarch Kyrill I. haben leider keine Lösungen angeboten.

    79. salvo schrieb am 11. Juni 2010 at 13:17 - Permalink

      “In a Democracy Now! exclusive, we bring you a sneak preview of previously unseen raw footage from the Mavi Marmara that will be formally released at a press conference at the United Nations later in the day. The footage shows the mood and the activities onboard the Mavi Marmara in the time leading up to the attack, and the immediate reaction of the passengers during the attack. We are joined by filmmaker and activist Iara Lee, one of the few Americans on the Mavi Marmara ship. Her equipment was confiscated, but she managed to smuggle out an hour?s worth of footage. ”

      http://www.democracynow.org/2010/6/10/exclusive_journalist_smuggles_out_video_of

    80. Peleo schrieb am 11. Juni 2010 at 13:48 - Permalink

      @ Genix, 75

      Paul Spiegels Resignation beruhte hauptsächlich auf dem Antisemitismus der Mitte, zu dem die Friedensaktivisten oft genug beitragen.

      Du hast recht. Ich lerne dazu, indem ich mich wieder genauer erinnere.

      ?Menschen guten Willens? einen Denkanstoß zu geben

      Du hast zitiert, die “Mörder ….” Das rechtfertigt meinen Vorwurf. Viele sind naiv und/oder nicht gut informiert.

      Was hat das mit meinem Beitrag zu tun?

      Viel. Ich hielt die Klagen über die “humanitäre Situation” in Gaza lange Zeit für antiisraelische Propaganda und habe nicht hingehört. So wie andere nicht mehr hinhören, wenn man die Position Israels verstehen oder gar verteidigen will. Das ist nicht gut.

      Wenn Israel blockiert, dachte ich, dann nur weil es zur Sicherheit nötig ist und auch nur soviel wie unbedingt erforderlich . Inzwischen habe ich gelernt, dass man (auch offizielle Begründung) damit Druck auf die Bevölkerung ausüben wollte, um die Hamas zu schwächen. Deshalb keine Spielsachen und Instrumente, deshalb eine entwürdigende Vergabepraxis? Diese Politik widerspricht der Menschenwürde und dem Völkerrecht. Und sie ist kontraproduktiv, wie auch immer mehr israelische Stimmen sagen. Und sie befördert Antisemitismus, auch in der “normalen” Bevölkerung, wie man sieht. Ich weiß, dass eingefleischte Antisemiten für ihren Hass keine Juden brauchen. Um die geht es nicht. Da ist Dein Hinweis auf die “Mitte” l hilfreich.

      Natürlich kann man auch fragen, warum die Gazaner nicht ihr Wohlergehen und das ihrer Kinder höher bewerten als den Kampf gegen Israel und eine andere Regierung wählen, die Israel anerkennt und den Raketenbeschuss beendet. Golda Meir soll mal gesagt haben: Frieden wird es erst geben, wenn die Palöstinenser ihre Kinder mehr lieben als sie uns Juden hassen.

      Natürlich kann man den “Rechtsruck” in der israelischen Politik zu erklären versuchen, indem man auf die versuchten Vernichtungskriege und die Bomben in Bussen und Diskotheken hinweist, die völlig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.

      Wenn man aber bestehendes Unrecht nicht benennt, wird man keine Zuhörer mehr finden. Was ist dann gewonnen?

    81. Genix schrieb am 11. Juni 2010 at 16:30 - Permalink

      @ Dietrich

      Und jetzt denk mal scharf darüber nach. Sind es solche Reaktionen, die Du ? vielleicht unbewusst ? erreichen willst?

      Etwas merkwürdige Frage, wenn sich aus meinem Beitrag schon so ziemlich das Gegenteil ergibt.

      Bleib zu Hause und lies Dir lieber mal die Diskursanalyse vom DISS über die Medienberichterstattung zum Nahostkonflikt durch. Etwas versteckt zu finden unter http://www.diss-duisburg.de/Arbeitsbereiche/Medienbild%20Israel.htm (dort dann unten ?Deutschsprachige Fassung? anklicken für die PDF-Datei).

      Danach wirst Du hoffentlich erkennen, welchen Beitrag die deutsche Berichterstattung zu Deiner Wut geleistet hat. Wut ist ohnehin ein schlechter Ratgeber. Sie löst solche Konflikte nicht und führt in der politischen Diskussion lediglich dazu, dass man sich im Lagerdenken verschanzt und seine Geschütze auf alle richtet, die nicht alles nachplappern, was das eigene Lager vorgibt.

      Die Lehre aus Auschwitz darf nicht sein, dass man den Aufpasser über die Juden abgibt und dann hemmungslos über sie herfällt, wenn sie sich daneben benehmen, sondern dass man beim Antisemitismus und Rassismus noch genauer hinsieht und sich auch selbst bemüht, auf all die Stereotype zu verzichten, wie sehr sie sich auch immer mit gewandelten und harmlos erscheinenden Umschreibungen getarnt haben mögen.

      Dass Israels Existenzrecht wegen des Verhaltens der israelischen Regierung in Frage gestellt wird, dass man das abwandelt und seine Sorge um Israel aus diesem Grund ausdrückt, all das geht zurück auf das Stereotyp, die Juden seien selbst schuld, dass man sie hasst.

    82. er schon wieder schrieb am 11. Juni 2010 at 20:55 - Permalink

      @Genix
      also diese rethorische Figur
      “die Juden seien selbst schuld, dass man sie hasst” hat doch Henryk Broder aufgebracht.
      Das Ding ist wirkich gut denn es funktioniert auch in der anderen Richtung – Israel kann machen was es will es wird immer gehasst also Kann Israel machen was es will.

      Das ist einfach perfekt , Libanon pulverisieren , Gazastreifen platt machen , Pässe fälschen ,
      ein bisschen Piraterie im Mittelmeer und schon kommen sie angeflogen die stereotypen. Und die Krönung ist dieses trotzig vorwurfsvolle – “keiner liebt mich ich kann machen was ich will” -
      kein Wunder das Finkelstein von einem Staat von Verrückten spricht – der bedauerlicher weise auch noch im Besitz von Atomwaffen ist.

      Die von vielen Antifa – Gruppen übernommene Aufgabe der israelischen Politik die Stange zu halten amüsiert mich zusehends mehr – ein Blick in die Haaretz und man merkt: Antideutsche und Antifagruppen haben wirklich keine Ahnung. Da gibt es Journalisten und Leser die würden über diese Irregeleiteten nur verständnislos den Kopf schütteln .

      Aber auch das würde natürlich diese Leute nicht von ihrer grimmig behaupteten Beschützerrolle abbringen: das sind halt selfhating jews selfhating jews – diese Leute finden immer Gründe :
      sich die Ohren zuzuhalten und laut : stimmt ja garnicht ! zu rufen.

      Das ist für mich durchaus nachvollziehbar, hat man diesen mühsamen Prozess der “richtigen Bewertung ” der Ereigniss durch nächtelanges Studium sperriger Texte erst einmal abgeschlossen , gibt man keinen Jota seiner Position mehr auf. Denn diese System ist in sich so geschlossen, fällt ein Stein bricht der ganze Ding in sich zusammen.

      Von aussen erscheinen die Leute wie Geisterfahrer, aber diese Geisterfahrer wissen es besser und bei jeder Raststelle rufen sie die 110 an und melden – Herr Wachtmeister – Geisterfahrer auf der Autobahn !

    83. wischofbixa schrieb am 11. Juni 2010 at 21:23 - Permalink

      @erschonwieder Hier mal ein paar Finkelstein Zitate: ?I don?t believe there is another way. I wish there were another way. Who wants war? Who wants destruction? Even Hitler didn?t want war. He would much prefer to have accomplished his aims peacefully, if he could.” oder das ?I am going to honor the hizbullah; they show courage, and they show discipline, I respect that.? Norman Finkelstein behauptet des Weiteren, Israel habe in Gaza eine ?Kristallnacht? verübt und der Landstrich würde nun einem ?große[n] Konzentrationslager? ähneln.Israel nutze den ?Holocaust für seine mörderische Politik? aus, ?jüdische Organisationen? würden Deutsche und Österreicher erpressen. Wer vom Holocaust rede, hätte in Wahrheit ein ?finanzielles oder politisches Interesse?.Im Film ?American Radical: The Trials of Norman Finkelstein? ist er vor dem israelischen Konsulat in New York zu sehen mit dem Transparent ?Israeli Nazis? und ?Stop the Holocaust in Lebanon?.Was sagst du dazu?Wie ist das zu rechtfertigen?

    84. Dietrich schrieb am 12. Juni 2010 at 05:16 - Permalink

      @Genix am 11. Juni 2010 um 16:30 – - Permalink
      1.zu deinem wissenschaftlichen Hinweis:
      Professor Jäger schreibt zu Recht ” je nach wissenschaftlicher Schule und nationaler oder auch historischer Bezogenheit changieren Begriffe, mit denen man unterschiedliche Formen von Antisemitismus zu erfassen versucht, inhaltlich erheblich. Die Untersuchung verwendet deshalb die entsprechende Begrifflichkeit, wie sie im deutschen wissenschaftlichen Diskurs als zurzeit relativ konsenual gelten kann. Danach wird unterschieden zwischen rassistischem Antisemitismus, christlichem Antijudaismus, sekundärem Antisemitismus und Anti-Zionismus.?
      Professor Jäger entscheidet völlig selbstständig, mithilfe welcher Kategorien er seine Untersuchung aufbauen will. Was er als ?zurzeit relativ konsenual? bezeichnet, ist seine subjektive Bewertung.
      Zu den Kriterien, die er für die Kategorie Anti- Zionismus aufstellt fügt er an,? “Auch Aussagen wie: “ich bin kein Antisemit, findet die Besatzungspolitik der Israelis aber schlecht; die von Deutschen durchgeführte Vernichtung der europäischen Juden finde ich abscheulich, sie rechtfertigt aber nicht die israelischen Militäreinsätze gegen die Palästinenser” gehören in diesem Bereich.? ” Auch das, seine subjektive Einschätzung. Dass er sich diesbezüglich mit zahlreichen Quellenhinweisen absichert, ist völlig normal. (Ich habe einfach keinen Bock, jetzt auch noch die Quellenhinweise auf Nähe zum Zionismus zu prüfen.)
      Entsprechend seiner Kategorien, und entsprechend der von ihm definierten Kriterien, führt er dann seine Untersuchung durch und kommt zu einem Ergebnis. Wissenschaftlich absolut korrekt. So macht man Inhaltsanalysen halt nun mal.
      Bei einem anderen Sprachwissenschaftler, nehmen wir zum Beispiel Professor Chomsky, immerhin einer der berühmtesten Sprachwissenschaftler dieser Welt (ich wusste bis vor kurzem noch nicht einmal, dass er Jude ist), ist es fraglich, ob die Kategorie Antizionismus überhaupt unter dem Begriff Antisemitismus subsummiert werden würde. Noch viel fraglicher ist es, ob er Professor Jägers letztes Kriterium dieser Kategorie überhaupt aufnehmen würde. Und schwupps hätten wir ein völlig anderes Ergebnis. So ist Wissenschaft halt nun mal.
      Die Studie von Professor Jäger wurde im Auftrag des Berliner Office des American Jewish Committee durchgeführt. Wer zahlt hat recht.
      2.: Du sprichst von Wut. Welche Wut bitte? Ich gebe ja zu, als ich heute zufällig erfahren habe, dass einem alten Studienkollege von mir, dessen arabische Familie, nachweislich in den Annalen der Stadt Jerusalem, seit Jahrhunderten dort lebte, sein Haus gestohlen werden soll, ich ein gewisses Grollen verspürte. Allerdings habe ich ihn seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesehen, so dass der Begriff Wut reichlich übertrieben wäre. Immerhin ist es ja nicht mein Haus. Zurzeit meines Schreibens, hatte ich jedoch davon noch keine Ahnung.
      3. Ich hab wirklich Null Bock Aufpasser über die Juden zu sein. Ich denke allerdings, möglichst jeder sollte darauf aufpassen, dass Menschen- und Völkerrechte eingehalten werden.
      4. Zur Erläuterung meiner Frage, die Du am Anfang Deines Schreibens als ziemlich merkwürdig bezeichnest.
      Wenn es jemanden gibt, der wirklich ganz genau weiß, in welchem Umfang die Israelis gegen Menschen und Völkerrechte verstoßen, dann bist das gerade Du. Du bastelst schließlich Tag für Tag an den Gegenargumenten.
      Die Verleugnung der Realität zwingt Dich, wissenschaftliche Beweise zu sehen, wo gar keine sind, die Morde der Israelis als ” sich daneben benehmen” zu miniaturisieren und Wut wahrzunehmen, wo gar keine ist.
      Und ganz genau so, wie der Geisterfahrer von “er schon wieder?#82, sich mit seinen Anrufen bei der Polizei , als der wahre Geisterfahrer outet, so verstärkst Du mit jeder Minute, während der ich mit Schmerzen im Rücken (der Orthopäde hat mir gestern einen vierfachen Bandscheibenvorfall attestiert) vor dem Computer sitze, um mit Dir zu argumentieren, meinen Entschluss eben gerade nicht zuhause zu bleiben. Dies nennt man einen paradoxen Effekt. Die Realität bricht sich einfach irgendwie Bahn.
      Shalom

    85. er schon wieder schrieb am 12. Juni 2010 at 10:36 - Permalink

      @wischofbixa
      Nun sie zitieren Finkelstein in der Absicht – ihn als Holocaustrelativierer und Hisbollah -Versteher vozuführen. Und vielen Menschen reichen die angeführten Zitate mit dem oben verbundenen Vorwurf ja auch völlig aus, um zum Beispiel bei Ankündigungen er wolle hier einen Vortrag halten, wie auf Knopfdruck, hysterisch zu werden mhhh…
      ;-)
      Lassen wir mal einen Zeitzeugen zu Wort kommen :

    86. Genix schrieb am 12. Juni 2010 at 14:07 - Permalink

      @ Peleo (80)

      +Du hast zitiert, die ?Mörder ?.? Das rechtfertigt meinen Vorwurf. Viele sind naiv und/oder nicht gut informiert.

      Genau das ist die Aussage, und mehr habe ich auch nicht gesagt.

      +Wenn Israel blockiert, dachte ich, dann nur weil es zur Sicherheit nötig ist und auch nur soviel wie unbedingt erforderlich . Inzwischen habe ich gelernt, dass man (auch offizielle Begründung) damit Druck auf die Bevölkerung ausüben wollte, um die Hamas zu schwächen.

      Das hat immer noch nichts mit meinen Ausführungen zu tun, weil ich die Blockade gar nicht gerechtfertigt habe.

      Die israelische Blockade ist einer von mehreren Faktoren dafür, dass es den ärmeren Bewohnern im Gazastreifen schlecht geht. Und es gibt offensichtlich auch einige Leute dort, denen es ziemlich gut geht und die für fünfstellige Dollarbeträge Autos kaufen können. Das sind alles Dinge, die man dabei berücksichtigen und über die man aufklären müsste, wenn man den Leuten hier ein realistisches Bild vermitteln wollte. Denn genau so wie man bei anderen Hilfsmaßnahmen zuerst überlegt, ob sie überhaupt bei den Bedürftigen ankommen und welche Widerstände man dabei noch überwinden müsste, wäre auch hier zu fragen, ob das alles wirklich den Bedürftigen hilft.

      Stattdessen stelle ich nur fest, dass die Lage meist maßlos übertrieben wird und man den Eindruck haben muss, dass dort ausnahmslos Verwahrloste unter zerfetzten Zeltdächern hausen und von den skrupellosen Israelis willkürlich in den Hungertod getrieben würden. Woanders gibt es ja wirklich solche Zustände, aber dort kann man sich nicht vor der Weltpresse als Helden aufspielen, indem man eine nette Schiffsreise übers Mittelmeer macht und davon ausgehen kann, dass einem nichts Gravierendes passiert, solange man sich friedlich verhält.

      +Diese Politik widerspricht der Menschenwürde und dem Völkerrecht.
      Und sie ist kontraproduktiv, wie auch immer mehr israelische Stimmen sagen. Und sie befördert Antisemitismus, auch in der ?normalen? Bevölkerung, wie man sieht. Ich weiß, dass eingefleischte Antisemiten für ihren Hass keine Juden brauchen. Um die geht es nicht. Da ist Dein Hinweis auf die ?Mitte? l hilfreich.

      Es gibt keinen Grund, sich wegen der Verfehlungen der israelischen Regierung antisemitisch zu verhalten. Vergleichbare Aussagen über den Rassismus würden doch gerade hier auf heftigsten Widerspruch stoßen. Oder ist es hier neuerdings üblich, den Rassismus damit zu rechtfertigen, dass irgendwo in der Welt ein Regime die Leute gnadenlos massakriert? Das Unrecht kann um ein Vielfaches höher sein und es würde trotzdem jeder angegriffen, der auf diese Weise Rassismus erklären würde.

      +Natürlich kann man auch fragen, warum die Gazaner nicht ihr Wohlergehen und das ihrer Kinder höher bewerten als den Kampf gegen Israel und eine andere Regierung wählen, die Israel anerkennt und den Raketenbeschuss beendet. Golda Meir soll mal gesagt haben: Frieden wird es erst geben, wenn die Palöstinenser ihre Kinder mehr lieben als sie uns Juden hassen.

      Die Gazaner sind keine einheitliche und willenlose Masse. Einige von ihnen wollen Erdbeeren verkaufen. Nach Israel. Und das nicht, weil sie die Israelis vergiften und jeden Juden töten wollen, wie es sich die Hamas ja offiziell vorgenommen hat, sondern weil sie ein normales Leben ohne Krawall führen wollen.

      Das Bild der Intifada (Kinder, die mit Steinen auf Panzer losgehen) beherrscht hier immer noch die Köpfe und lässt sich ja auch in den Medienberichten überall nachweisen. Von diesem Medienbild lassen sich die Antizionisten hier dann leiten, für die es offensichtlich nur einheitlich kampfbereite Palästinenser gibt, die in ihrer Verzweiflung ?Widerstand? leisten und sich dem Märtyrer-Kult der Hamas hingeben. Man sieht das daran besonders deutlich, wie die vernünftigen Leute marginalisiert werden, indem man sich ausschließlich negativ über Israel identifiziert. Und dann kommt sogar noch dieser für das rechte Lager so typische Abwehrreflex mit der Antisemitismuskeule, wenn man mal darauf hinweist, dass sie sich im Ton vergriffen haben oder Gerüchte verbreiten. Wenn es um die Juden geht, stellen Linke ihre Maßstäbe auf den Kopf und merken noch nicht einmal, wie sehr sie sich damit den Rechten annähern.

      +Natürlich kann man den ?Rechtsruck? in der israelischen Politik zu erklären versuchen, indem man auf die versuchten Vernichtungskriege und die Bomben in Bussen und Diskotheken hinweist, die völlig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.

      Ich verteidige die israelische Regierung gar nicht. Du brauchst mir also gar nicht so etwas wie ein Zugeständnis anzubieten. Es wäre nur schön, wenn wenigstens in den Berichten der Mainstream-Medien häufiger darauf geachtet würde, den Anlass israelischer Militärschläge zu erwähnen. Dass über den Anlass aktuell berichtet wird, erwartet man ja schon gar nicht mehr.

      +Wenn man aber bestehendes Unrecht nicht benennt, wird man keine Zuhörer mehr finden. Was ist dann gewonnen?

      Das kannst Du ja mal am Beispiel PI oder Ulfkotte weiter ausführen. Die ?benennen? auch Unrecht.

      +++

      Edit: Hatte die Zitate nicht rechtzeitig gekennzeichnet und kriege die Kodierungen nicht hin. Zitat mit + davor.

    87. Genix schrieb am 12. Juni 2010 at 14:37 - Permalink

      @ er schon wieder (82)

      also diese rethorische Figur
      ?die Juden seien selbst schuld, dass man sie hasst? hat doch Henryk Broder aufgebracht.

      Soweit ich weiß, stammt diese Formulierung nicht von Broder, aber ich wüsste auch nicht, welchen Unterschied das in sachlicher Hinsicht ergeben sollte. In Umfragen wurde die Formulierung ?Durch ihr Verhalten sind die Juden an ihrer Verfolgung nicht ganz unschuldig? verwendet (siehe http://www.ida-nrw.de/Diskriminierung/html/fantisem.htm). Das ist ja so ziemlich das Gleiche. Es gibt auch noch zurückhaltendere Formen wie ?Damit tun Sie den Juden keinen Gefallen.?, die so harmlos daherkommen, dass einem ohne nähere Beschäftigung damit überhaupt nichts mehr auffällt, die aber eben trotzdem diesen Ursprung haben und von den Betroffenen auch zielsicher erkannt werden.

      Und auf diese Betroffenensicht, genau darauf sollte es im emanzipatorischen Umfeld eigentlich ankommen, oder?

    88. Genix schrieb am 12. Juni 2010 at 15:13 - Permalink

      @ Dietrich (84)

      1.

      Judenfeindliche Einstellungen lassen sich nicht bis ins kleinste Detail messen. Wie sollte das denn auch gerade beim Antisemitismus gehen? Der hat sich andauernd gewandelt und ist gerade in Deutschland durch die Tabuisierung auf immer harmloser erscheinende Formen ausgewichen.

      Der (aktuelle) Antizionismus trägt den Antisemitismus beinahe schon in der Bezeichnung. Denn wenn man sich vor Augen hält, dass es zig Nationalbewegungen gibt, die alle nicht in Frage gestellt werden und es im Vergleich dazu keinen sachlichen Grund gibt, den Juden ihre nationale Identität rundweg abzusprechen, muss man doch wohl davon ausgehen, dass an Juden andere Maßstäbe angelegt werden. Und das ist dann eben judenfeindlich.

      Das Zitat ist insoweit problematisch, als damit eine direkte Verbindung zwischen Holocaust und israelischen Militäreinsätzen hergestellt wird. Auch wenn der Sprecher das zurückhaltend ausdrückt, greift er damit etwas auf, was so auch auf Anhieb verstanden wird, also gewissermaßen kodiert ist.

      2.

      Wut zeigt sich in Übertreibungen und dass man nicht mehr genau unterscheidet und wahrnimmt, was andere wirklich gesagt oder getan haben.

      Oben (60) sagst Du zum Beispiel über Israels Strategie:

      ?Man schieße außerdem Woche für Woche über Monate und Jahre hinweg immer einige wenige tot, Fischer beim Fang, Kinder beim Ziegen hüten, Bauern auf dem Feld oder was einem ansonsten noch so vor die Flinte läuft, um alle in immerwährendem Entsetzen und Grauen zu halten.?

      Die Juden sind also wieder die Kindermörder, die wahllos jeden abknallen. Kannst Du das beweisen oder räumst Du ein, dass Du gelegentlich übertreibst?

      3.

      Ich zitiere Dich:

      ?Die Menschenverachtung und Brutalität, mit der dieses Ziel verfolgt wird, ist mir nur vor dem Hintergrund des unermesslichen Leides erklärbar, welches die Deutschen mit dem Holocaust über die Juden gebracht haben. Ich sehe hier also eine direkte moralische Mitverantwortung Deutschlands.?

      Du willst da runter, um Deiner ?Mitverantwortung? gerecht zu werden.

      4.

      Was Du über mich zu wissen glaubst, ist schon erstaunlich. Es bestätigt nur, dass Du von Wut geleitet bist.

      Was für Gegenargumente überhaupt?

      Und was wäre daran so schlimm, sich, mit welchem Eifer auch immer, Gegenargumente zu überlegen. Wenn man diskutieren will, ist das doch eher nützlich.

      … während der ich mit Schmerzen im Rücken (der Orthopäde hat mir gestern einen vierfachen Bandscheibenvorfall attestiert) vor dem Computer sitze …

      Gute Besserung!

      Der Eifer liegt dann aber wohl doch eher bei Dir.

    89. er schon wieder schrieb am 12. Juni 2010 at 16:01 - Permalink

      Geht nix ?

      Viel Spass bei Ihren Monologen
      und möge Allah ihnen immer genau die Worte in den Mund legen
      denen Sie so gerne zuhören.

      Auch von dieser Stelle

      Beste
      Genesungswünsche !

    90. Peleo schrieb am 12. Juni 2010 at 19:40 - Permalink

      @ Genix, 86

      Du brauchst mir also gar nicht so etwas wie ein Zugeständnis anzubieten.

      Um “Zugeständnisse anzubieten” geht es mir nicht. Ich versuche mir das wirklich zu erklären. Eine Erklärung ist noch keine Rechtfertigung und auch keine Entschuldigung.

      Es wäre nur schön, wenn wenigstens in den Berichten der Mainstream-Medien häufiger darauf geachtet würde, den Anlass israelischer Militärschläge zu erwähnen. Dass über den Anlass aktuell berichtet wird, erwartet man ja schon gar nicht mehr.

      Hier kann ich wieder nur zustimmen. Die Berichte beginnen immer mit “die israelische Lufwaffe hat..” oder “die israelische Armee hat…”. Der Grund kommt dann in einem Nebensatz, wenn überhaupt. Das ist auch dokumentiert, interessiert aber kaum jemand.

    91. Truvor schrieb am 13. Juni 2010 at 16:56 - Permalink

      @ OAlexander #78

      Bin auch Deiner Meinung.

      Habe nur eine weitere Sicht (unter vielen Anderen) zu diesem Thema verlinkt.

    92. Ismail Celik schrieb am 26. Juni 2010 at 10:23 - Permalink

      Lieber Herr Uri Avnery,
      wunderbar wie Sie die Sache schildern. ?Töte einen Türken, und dann ruh dich aus!? Ich hoffe trotzdem das die Regierende in Israel aus dieser Idiotie etwas dazu gelernt haben.
      Ismail Celik


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