Tabubruch reloaded

13. Februar 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Kampagnenjournalismus ist ein einträgliches Geschäft für moderne Medienhäuser. Man erzielt eine gute Auflage, setzt politische Themen und kann Bücher der eigenen Autoren „crosspromoten“. Neben der BILD und der FAZ zählt der SPIEGEL zu den Leuchttürmen des Kampagnenjournalismus. Das Thema „Integration“ eignet sich perfekt für eine Kampagne – es polarisiert, hat politische und gesellschaftliche Relevanz, eignet sich aufgrund von vorhandenen Ressentiments hervorragend für Polemiken und oberflächlichen Betrachtungen. Zudem ist ein gewisser Nachholbedarf in der Diskussion sicher vorhanden, weshalb Brodermann und die Brandstifter sich gerne als Tabubrecher aufspielen, was zwar ihrem profilneurotischen Ego schmeicheln mag, aber gänzlich falsch ist. Das Thema „Integration“ ist kein Tabu und wer sich des Themas in polemisierender Art annimmt, bricht keine Tabus, sondern verstößt höchstens gegen den guten Geschmack.

Nachdem Roland Koch mit seinem populistisch geprägten Wahlkampf rund um das Thema „Integration“ vom Wähler zu Recht abgestraft wurde, beruhigten sich die Reihen der CDU, die sich so gerne als Hüterin der deutschen Leitkultur verkauft, merklich. Natürlich wurde anlässlich des Erdogan-Besuchs pflichtgemäß an dessen „Integrationsvorschlägen“ gekrittelt, aber dies ist man seiner Basis halt schuldig – dass sich Politiker wie Bosbach oder Huber echauffieren würden, war natürlich vorhersehbar und ist nicht weiter bemerkenswert. Ob türkischsprachige Schulen und Universitäten einen Beitrag zur Integration leisten, mag natürlich angezweifelt werden – das Bundesamt für Auslandsschulwesen betreibt 117 deutsche Auslandsschulen (natürlich auch in der Türkei), die 70.000 Schüler unterrichten und es gibt 439 weitere Schulen im Ausland, die 203.000 Schüler deutschsprachig unterrichten. Ob diese Schulen unbedingt „integrativ“ wirken, mag auch dahingestellt sein, aber manche Staaten sind halt gleicher als andere und was dem Deutschen recht ist, kann dem Türken noch lange nicht billig sein.

Sogar Wolfgang Schäuble hielt sich erfreulich zurück, als es darum ging, vorschnelle Vorverurteilungen bezüglich des Brandes eines Mehrfamilienhauses in Ludwigshafen zu vermeiden, bei dem neun Menschen zu Tode kamen. Es wäre wünschenswert, wenn Schäuble beim nächsten Vorfall mit vermeintlich islamistischem Hintergrund so ruhig bliebe – aber dies ist wohl mehr ein Wunschtraum.

Während Roland Koch seinen politischen Suizid verüben durfte, führen seine Sekundanten BILD und SPIEGEL ihre Kampagne weiter. Natürlich findet SPON-Islamexperte Henryk M. Broder wieder eine Gelegenheit, sein Mantra vom Untergang des Abendlandes zu predigen – „Scharia ist für alle da!“ und Broder macht sich mit seinem kulturkämpferischen „ceterum censeo“ eigentlich nurmehr lächerlich. Der kalkulierte Tabubruch, der keiner ist, als wöchentlicher Mehrteiler? Gebt dem Mann doch endlich einen Grimme-Preis, wenn er sich dann ein neues Thema sucht.

Die Mutter aller kalkulierten Tabubrüche in der islamophoben Diskussion erlebt derweil bei SPON ihre Reinkarnation und gerade das Thema „Karikaturenstreit“ hat es wirklich in sich. Niemand hat das Recht, die Veröffentlichung einer Karikatur, die die religiösen Gefühle einiger Menschen beleidigt, verbieten zu wollen – schon gar nicht mittels Morddrohungen. Die Zeitungen, die die Karikaturen veröffentlich haben, haben insofern auch nicht grundsätzlich falsch gehandelt. Satire darf (beinahe) alles, ansonsten wäre es keine Satire. Wenn man den kategorischen Imperativ auf Satire anwendet, so gelten gleiche Rechte und Pflichten für alle Formen der Satire. Wenn man Mohammed-Karikaturen verbieten will, muss man auch jede Form der Satire, die fundamentalistische Christen beleidigt ebenfalls verbieten. Streng genommen, müsste man sogar jede Satire verbieten, die eine einzelne Bevölkerungsgruppe beleidigt – womit dann aber auch jede Satire an sich verboten wäre, da es immer jemanden gibt, der sich verletzt fühlt.

Natürlich darf auch Satire nicht alles, aber da die Karikaturen in einer europäischen Zeitung erschienen sind, gelten auch europäische Regeln. Europa hat eine lange Satire-Tradition - von den Hoffnarren, die den Herrschenden mit dem Werkzeug der Komik und Satire den Spiegel vorhielten, über die Komödie, das Kabarett bis hin zu Satirezeitschriften wie Kraus “Die Fackel” und letztendlich der Titanic. In der islamischen Welt gibt es diese abendländische Satire-Tradition und Reflektion nicht und man hebt die Karikaturen im interkulturellen Diskurs auf den Sockel der Ernsthaftigkeit. Das kann nicht gut gehen und Ärger ist vorprogrammiert. Dennoch gibt es kein universelles Recht auf „Beleidigtsein“ – in Europa gibt es Meinungs- und Pressefreiheit und diese kann und darf nicht von kulturellen Vorbehalten an anderen Stellen der Welt ausgehebelt werden.

Aber diese Diskussion wird von den Apologeten des Kulturkampfes nur vorgeschoben. Die Intention der Veröffentlichung war ja nicht, Satire auszuüben, sondern zu provozieren. Es ging um kalkulierte Provokation und dieses Ziel konnte nicht verfehlt werden, da die Kulturkämpfer der „anderen Seite“ ebenfalls die Spielregeln der kalkulierten Provokation verstehen. Kulturkämpferische Leitmedien, wie Dänemarks „Jylland-Posten“, Frankreichs „Le Soir“ und Deutschlands „Welt“ wussten, was sie mit der Veröffentlichung erreichen wollten - Auflage und Kulturkampf, eine Win-Win Situation. Natürlich agierten die „Beleidigten“ keinen Deut besser. Im Gaza-Streifen und Pakistan findet jeder Journalist mindestens einen Idioten, der dänische Flaggen (wo kommen die eigentlich bei einem spontanen Protest in der paschtunischen Pampa her?) oder Uncle-Sam Puppen verbrennt und dabei den „Großen Satan“ verflucht. Diese Leute würden auch Teletubbies verbrennen, wenn man sie ihnen reichen würde. Kalkulierte Provokation ist kein westliches Alleinstellungsmerkmal.

Die Neuauflage des Karikaturenstreits durch den SPIEGEL verfolgt die gleichen Motive – kann man sich etwa vorstellen, dass dieses Blatt für die Veröffentlichung antisemitischer Karikaturen das Schwert der Meinungs- und Pressefreiheit führt? Wäre es nicht konsequent, Karikaturisten aufzurufen, ihre „besten“ Karikaturen einzureichen, die Juden, Christen, Deutsche, Franzosen, Frauen und Behinderte beleidigen? Wenn man dem Islam eine hohe Toleranzschwelle abverlangt, so muss dies konsequenterweise auch von anderen „Gruppen“ fordern. Aber wer könnte sich einen Broder vorstellen, der für die Veröffentlichung von antisemitischen Cartoons eintritt, einen Bischoff Lehmann, der sich bei MTV für die Fortsetzung von „Popetown“ stark macht? Meinungsfreiheit ist für die Kulturkämpfer immer nur die Freiheit, ihre eigene Meinung kundtun zu dürfen – wer anderer Meinung ist, hat diese Recht noch lange nicht. Wie sagte doch einst ein Voltaire – „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Aber die Aufklärung war noch etwas für Kulturkämpfer.

Jens Berger

Bildnachweis: Alle Bilder sind Copyright des endgültigen Satiremagazins Titanic, das sich über jeden neuen Abonnenten freuen würde ;-)

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  1. [...] Nachdem Roland Koch mit seinem populistisch geprägten Wahlkampf rund um das Thema „Integration“ vom Wähler zu Recht abgestraft wurde, wurde in den Reihen der CDU, die sich so gerne als Hüterin der deutschen Leitkultur verkauft, merklich ruhig. Natürlich wurde anlässlich des Erdogan-Besuchs pflichtgemäß an dessen „Integrationsvorschlägen“ gekrittelt, aber dies ist man seiner Basis halt schuldig – dass sich Politiker wie Bosbach oder Huber echauffieren würden, war natürlich vorhersehbar und ist nicht weiter bemerkenswert.. Ob türkischsprachige Schulen und Universitäten einen Beitrag zur Integration leisten, mag natürlich angezweifelt werden – das Bundesamt für Auslandsschulwesen betreibt 117 deutsche Auslandsschulen (natürlich auch in der Türkei), die 70.000 Schüler unterrichten und es gibt 439 weitere Schulen im Ausland, die 203.000 Schüler deutschsprachig unterrichten. Ob diese Schulen unbedingt „integrativ“ wirken, mag auch dahingestellt sein, aber manche Staaten sind halt gleicher als andere und was dem Deutschen recht ist, kann dem Türken noch lange nicht billig sein. Quelle: Spiegelfechter [...]


  2. [...] Seiten wie “Der Spieglefechter” ( “Rechtspopulisten unter sich” , “Tabubruch reloaded” oder Erhard Arendts “… selber schuld , wenn Sie so schreiben Henryk M. Broder [...]


Kommentare:

  1. · mdw am 13. Februar 2008 um 23:12 - Permalink

    “Meinungsfreiheit ist für die Kulturkämpfer immer nur die Freiheit, ihre eigene Meinung kundtun zu dürfen ”
    man muss nur mal an das arme schweinchen auf der suche nach gott denken. na wenn das mal nicht schon in so manchem klösterlichen hinterzimmer heimlich verbrannt wurde. :D


  2. · Armin am 13. Februar 2008 um 23:21 - Permalink

    Sehr schöner Beitrag mal wieder, vielen Dank!

    Wie wär’s mal mit einem Stück über unsere Glaubenskrieger? Ich habe mir bei der neuerlichen Diskussion gestern mal vorgestellt, was Herr Broder schreiben würde, wenn der neue türkische Bildungsminister eine ausschließlich klerikale Ausbildung (ich sag’ nur: Islamschule) hätte… bundestag....

    Irgendwie ist das ja auch ganz angenehm, auf der gleicheren Seite zu stehen.


  3. · Spiegelfechter am 13. Februar 2008 um 23:33 - Permalink

    @Armin

    Hehe, netter Einwurf - das wußte ich ja noch gar nicht ;-)


  4. · transwarp am 13. Februar 2008 um 23:49 - Permalink

    hmm cartoons….

    Hier ein Satire link: davidduke....

    ver-tarn.d...

    en.wikiped...


  5. · Simon Columbus am 14. Februar 2008 um 00:21 - Permalink

    Du sprichst davon, dass die Mohamed-Karikaturen aufgrund mangelnder Erfahrungen in der arabischen Welt mit diesem Medium dort ernstgenommen werden - steckt dahinter nicht vielmehr politisches Kalkül einiger Anführer? Andererseits ist deine Darstellung der Proteste gegen die Karikaturen nicht ganz fair: Denn in der Tat gingen zig tausende dagegen auf die Straße - das hat mit “einem” Fahnenverbrenner wenig zu tun (obwohl Medien da natürlich nicht immer objektive Bilder sammeln).


  6. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 00:30 - Permalink

    @Simon Columbus

    Mangelnde Rezeptionsfähigkeiten und politisches Kalkül schließen sich ja nicht gegenseitig aus. Was die Anzahl der Proteste angeht, so ist es natürlich, dass Tausende auf die Strassen gingen - aber war dies ein “spontaner Protest” oder doch eher eine kalkulierte Aktion, fundamentalistischer Kreise, die sich die angesprochenen Rezeptionsdefizite zu Nutzen macht? Ich tippe doch mal stark auf letztere Variante. Das bloße Vorhandensein dänischer Flaggen in allen Ecken der arabischen Welt, lässt mich nicht an einen spontanen “Furor Arabicus” glauben ;-)


  7. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 03:32 - Permalink

    Vielleicht ist es ja Herrn Berger nicht bekannt, aber bei den Protesten in der islamischen Welt wurden nicht nur Fahnen verbrannt (schön wär’s). Es sind insgesamt einige hundert(!) Menschen ermordet worden - und das alles nur wegen einigen Zeichnungen! Der dänische Zeichner befindet sich seit Monaten unter Polizeischutz und kann kein normales Leben mehr führen.

    Wie pervers ist so etwas? Hat hier jemand überhaupt noch ein echtes Wertegefühl, oder geht hier manchen ihr Verständnis für beleidigte Religionsgruppen über alles?

    Zum Thema Erdogan sage ich mal lieber nichts weiter, außer, dass dieser Besuch eine gezielte Provokation war. Freue mich schon, wenn Merkel bei einem Hausbrand im Ausland mit deutschen Opfern dort ‘ne Rede hält…

    MfG
    Peter Frenzel


  8. · Alexander F. am 14. Februar 2008 um 07:03 - Permalink

    “[...]Satirezeitschriften wie Tucholskys “Die Fackel”[...]”

    Die Fackel wurde von Karl Kraus herausgegeben.


  9. · Stefan W. am 14. Februar 2008 um 07:14 - Permalink

    Die Fakel ließ Karl Kraus leuchten.
    Tucholskys Organ war Die Weltbühne.
    Außerdem gäbe es als Hausnummer die in dieser Reihe kaum fehlen darf den Simplicisssimus, und womöglich verdient der Eulenspiegel als Produkt der DDR Beachtung - wahrscheinlich eher nicht - vielleicht für die Zeit ab Pressefreiheit.

    @Peter Frenzel: Laut verlinktem Artikel “starben bei den Protesten etwa 150 Menschen”. Sie sprechen von “einigen hundert ermordeten”.
    Finden Sie alle Unterschiede?

    Vielleicht haben Sie auch falsche Vorstellungen davon, welcher Religion die Toten angehörten - es klingt ein wenig so.
    Hier könnten Sie nachsehen:
    dw-world.d...

    (Nr. 8: Gut - wer sich kurz faßt, der ist natürlich schneller, :) )


  10. · Kati am 14. Februar 2008 um 09:04 - Permalink

    Ich finde, bei Satire kommt es auch drauf an wer wen durch den Kakao zieht. Es ist eine Sache, wenn man als Christ oder christlich geprägte Person das Christentum oder den Papst durch den Kakao zieht. Sobald aber eine Mehrheit eine Minderheit durch den Kakao zieht, dann empfinde ich das eher weniger als mutigen Affront und mehr als überflüssige Provokation.


  11. · Stefan W. am 14. Februar 2008 um 09:40 - Permalink

    @Kati, 10: Dachte ich auch erst, aber dann fielen mir Mantafahrer ein. :)
    Satire darf alles, nur nicht langweilen.
    Da sie immer auch den entlarvt, der sie macht, ist allen mit einer Satire gedient.


  12. · Kati am 14. Februar 2008 um 09:47 - Permalink

    :D

    Okay, das war fies damals für die Vokuhila-Fraktion, ich geb’s zu.


  13. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 09:55 - Permalink

    @Peter Frenzel

    Es sind insgesamt einige hundert(!) Menschen ermordet worden - und das alles nur wegen einigen Zeichnungen!

    Mord ist immer so ein unfeines Wort und „einige“ hundert Menschen sind es auch nicht. Wenn bei gewalttätigen Aufständen Menschen den Tod finden, so ist dies natürlich bedauerlich – dafür aber Zeichnungen verantwortlich zu machen, geht am Kern vorbei. Der Krieg zwischen Honduras und El Salvador im Jahre 1969 brach nach Unruhen bei einem Fußballspiel zwischen den beiden Ländern aus und wird heute als „Fußballkrieg“ bezeichnet - über 3.000 Menschen fanden dabei den Tod. Denkst Du im Ernst, der Grund des Krieges sei wirklich ein Fußballspiel gewesen, oder kann es nicht doch sein, dass die „wahren“ Ursachen ein wenig tiefer lagen?

    Der dänische Zeichner befindet sich seit Monaten unter Polizeischutz und kann kein normales Leben mehr führen.

    Dramatisch, er sollte sich bei den Brandstiftern beschweren: „seiner“ Zeitung, rechtspopulistischen Politikern, der „Dänischen Front“, einige in Dänemark lebender Imane und der dänischen Muslimbrüderschaft.

    Der gute Mann wird sich jetzt wohl zwei mal überlegen, ob er noch einmal den Bauer in einem Schachspiel zweier Kulturkämpfer geben will.


  14. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 09:57 - Permalink

    @Stefan und Alexander

    Danke für den Hinweis - Ihr habt natürlich recht, ich habe den Absatz korrigiert.


  15. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 10:01 - Permalink

    @12 Kati

    Okay, das war fies damals für die Vokuhila-Fraktion, ich geb’s zu.

    Apropos Vokuhila - wußtest Du eigentlich, dass der gute alte Vokuhila auf italienisch “capelli alla tedesca = Frisur nach deutschem Stil” heißt, auf niederländisch “Duitse mat = deutsche Matte”, auf französisch “coiffure de footballeur allemand” und auf Dänisch “Tyskerhår = Deutsches Haar”?

    Ich schätze, es wäre an der Zeit, beleidigt zu sein ;-)


  16. · Kati am 14. Februar 2008 um 10:28 - Permalink

    WAS?

    DIE SPINNEN WOHL! SKANDAL!

    Ich erwarte, dass der italienische Botschafter vorstellig wird und er sich für diese Beleidigung entschuldigt! Wenn das nicht sofort zurückgenommen wird, esse ich keine einzige Spaghetti mehr und kaufe nie wieder italienische Pomodori.

    Ernsthaft: Mein erster Gedanke war: Wie paaaaiinlich für uns… ;(
    Ich hatte irgendwie immer gehofft, dass diese Geschmacksverirrung weltweit aufgetreten wäre…


  17. · arno am 14. Februar 2008 um 11:26 - Permalink

    Ein echter Volltreffer. Danke!


  18. · Ralf am 14. Februar 2008 um 13:21 - Permalink

    Uha, Spiegelfechter rührt sich aus Themen zu grundsätzlich verschiedenen Kernthemen wieder einen linken Einheitsbrei ;o)

    Erstens, deutsche Internate im Ausland oder Internate von dort in Deutschland sind nicht das Problem. Es ist aus meiner Sich aber ein Unterschied, ob zb. ein Goethe-Institut mit eigenen Mitteln Schulen in anderen Ländern errichtet, auch mit dem Zweck, deutschen Unterricht für Ausländer anzubieten, oder ein Erdogan in seiner Hetzrede wider “Assimilation” türkische Gymnasien für türkische Einwanderer in D fordert, und das nicht für eine Minderheit von Diplomatenkindern sondern mit dem Hintergrund, der Masse ein deutsches Abitur in türkischer Sprache zu vermitteln.

    Zwotens, die Brandkatastrophe erreicht ihre schaurigen Ausmaße aus meiner Sicht erst durch die überzogenen Reaktionen türkischer Medien und Einwanderer. Obwohl als Ursache ein defektes Kabelwerk, das zwecks Stromklau im Keller montiert war, momentan am wahrscheinlichsten erscheint titeln Hürriyet und andere türkische Blätter seit Tagen, es sei ein rassistischer Anschlag, persiflieren die Flagge der BRD mittels Hakenkreuzen und werfen der Feuerwehr mangelnde Hilfsbereitschaft vor. Hier gab es keine Zurückhaltung, einen Nazi-Anschlag klar zu benennen, hier sind an der Dummheit einzelner Hausbewohner selbige und deren Nachbarn zu Tode gekommen, was auch relativ zeitnah so feststand. Statt hier wieder die “rechtes Auge blind” Theorie rauszukramen wäre Kritik an der türkischsprachigen Presse angemessener gewesen.

    Drittens, Karikaturen provozieren immer, das ist ihr Job. Die 12 Karikaturen gingen mit dem Recht auf Meinungsfreiheit völlig konform und sie haben gezeigt, wie die Mehrheit der muslimischen Verbände zur Verfassung ihres neuen Heimatlandes steht - eher diametral nämlich. Daher sehe ich die Provokation nach wie vor als notwendig an, es war ein harmloser Kompatibilitätstest des Islams betreffs der westlichen Werte den er grandios verpatzt hat.

    Wie man in einem Satz darüber hinweggehen kann, dass ein Zeichner solcher Karikaturen seit über 30 Monaten keinen festen Wohnsitz mehr nehmen kann, unter Polizeischutz steht und den Rest seines Lebens so verbringen darf ist mir, nebenbei bemerkt, auch nicht ganz klar. Gerade nachdem du, lieber Jens, in derselben Härte, nur gegen andere Zielgruppen veröffentlichst. Morddrohungen von den Neokons schon bekommen? Ich denke mal nicht.


  19. · Kati am 14. Februar 2008 um 13:52 - Permalink

    Das Goethe-Institut finanziert sich nicht selbst, sondern zu einem Gutteil aus Steuergeldern. Bzw. durch “Angela Merkel” (wenn es “Erdogan” ist, der türkische Schulen finanzieren solle…).

    Kein Mensch würde auf die Idee kommen, seine Identität aufzugeben, nur, weil er in ein anderes Land zieht. Das will ich ja mal sehen, dass diese ganzen Deutschen im Ausland sich assimilieren. Erdogan hat in seiner “Hetzrede” übrigens die Türken aufgerufen, sich zu integrieren und die deutsche Sprache zu lernen. Assimiliation ist etwas anderes als Integration, das scheinen viele der jetzt ach so empörten Deutschen anscheinend nicht zu verstehen. Ziemlich pathetisch fand ich allerdings den Ausdruck “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Allerdings nicht mehr, wenn man sich ansieht, wie die Australier die Aboriginees assimilieren wollten. Ich habe bei dieser mal wieder relativ hysterisch geführten “Debatte” den Eindruck, dass einige von den Türken und ihren Nachkommen verlangen wollen, deutscher zu sein als jeder Deutsche.

    Dass du, Ralf, es viel schauriger findest, dass türkische Zeitungen Bild-mäßige Hetze betreiben, als dass 9 Menschen tot sind, hast du sicher nicht so sagen wollen, oder? So interpretiere ich deine Aussage nämlich. Die Toten sind schon recht schaurig, aber so richtig schaurig ist es durch die Zeitungen geworden. *kopfschüttel*

    Und zu dem Zeichner und den Karikaturen: Notwendig? Wo das denn? Was hat es denn gebracht? Ist doch eine total überflüssige Aktion gewesen. Für so ein paar Kröten (ich glaube, weniger als 200,- Euro) sich so benutzen zu lassen, ist schon ziemlich blöde. Diese Karikaturisten sind genau solche Idioten wie diese hysterischen Flaggen-Abfackler, kann ich einfach nicht anders sehen. Ich persönlich finde, eine Bande reaktionärer Provokateure, die teilweise an den Stürmer erinnernde Karikaturen unter’s Volk streuen, haben den Kompatibilitätstest nicht bestanden. Leider können wir diese Hetzer nicht ausweisen.


  20. · Kati am 14. Februar 2008 um 13:54 - Permalink

    Korrektur: …hat den Test nicht bestanden…


  21. · firefly am 14. Februar 2008 um 14:00 - Permalink

    Broder schreibt sicherlich auch viel Mist. Aber in seiner letzten Polemik trifft er durchaus den Nagel auf den Kopf. Eine Phobie kann ich darin weniger erkennen als viel mehr eine Angriff auf die Gleichgültigkeit in weiten Teilen der Gesellschaft. Und dann ist es auch nur eine Polemik. Was anderes kriege ich hier in diesem Blog zum Rauchverbot auch nicht zu lesen.


  22. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 14:15 - Permalink

    @18 Ralf

    Erstens, deutsche Internate im Ausland oder Internate von dort in Deutschland sind nicht das Problem. Es ist aus meiner Sich aber ein Unterschied, ob zb. ein Goethe-Institut mit eigenen Mitteln Schulen in anderen Ländern errichtet, auch mit dem Zweck, deutschen Unterricht für Ausländer anzubieten, oder ein Erdogan in seiner Hetzrede wider “Assimilation” türkische Gymnasien für türkische Einwanderer in D fordert, und das nicht für eine Minderheit von Diplomatenkindern sondern mit dem Hintergrund, der Masse ein deutsches Abitur in türkischer Sprache zu vermitteln.

    Na mein lieber Ralf, haben wir unsere Bildung wieder aus der BILD?
    An welcher Stelle soll er denn bitte „gehetzt“ haben? Hast Du die Rede überhaupt gehört oder verlässt Du Dich bei Deiner Interpretation auf Kommentierungen der Rede?

    Er hat keine türkischen Schulen gefordert, die in türkischer Sprache hier massenhaft Schüler unterrichten und es macht keinen Unterschied zu deutschen Auslandsschulen – weder Schulen, die vom deutschen Staat, vom Gaststaat oder von Privaten betrieben werden.

    Zwotens, die Brandkatastrophe erreicht ihre schaurigen Ausmaße aus meiner Sicht erst durch die überzogenen Reaktionen türkischer Medien und Einwanderer.

    Weil türkische Medien ja auch eine so große Rolle für uns Deutsche spielen – nicht wahr, mein lieber Ralf? Wann hast Du den Deine letzte Hürriyet gelesen?

    [] titeln Hürriyet und andere türkische Blätter seit Tagen, es sei ein rassistischer Anschlag, persiflieren die Flagge der BRD mittels Hakenkreuzen und werfen der Feuerwehr mangelnde Hilfsbereitschaft vor.

    So so, Du hast sicher einer Quelle, sie belegen kann, dass Dein Haus- und Hofblatt Hürriyet dies geschrieben hat und böse Hakenkreuzfahnen gedruckt hat – so was kennt man ja eigentlich eher von den Briten und den Polen.

    Drittens, Karikaturen provozieren immer, das ist ihr Job. Die 12 Karikaturen gingen mit dem Recht auf Meinungsfreiheit völlig konform und sie haben gezeigt, wie die Mehrheit der muslimischen Verbände zur Verfassung ihres neuen Heimatlandes steht - eher diametral nämlich.

    Quatsch – islamische Verbände in Deutschland haben die Karikaturen kritisiert, aber keinesfalls Gewalt oder ähnliches propagiert. Ihre Kritik kann ich natürlich nicht gutheißen, aber sie ist letztendlich genau das Gleiche, wie Kritik der christlichen Kirchen auf bestimmte Dinge, wie bspl. Popetown. Wie steht denn die katholische Kirche zur Verfassung ihres „alten“ Heimatlandes? Auch diametral?

    Daher sehe ich die Provokation nach wie vor als notwendig an, es war ein harmloser Kompatibilitätstest des Islams betreffs der westlichen Werte den er grandios verpatzt hat.

    Jo, ungefähr so grandios, wie einem jungen Muskelprotz vor versammelter Mannschaft auf die Füße zu pissen, um seinen Pazifismus, seine Gewaltlosigkeit und seine Gesetzestreue zu testen.

    Gerade nachdem du, lieber Jens, in derselben Härte, nur gegen andere Zielgruppen veröffentlichst. Morddrohungen von den Neokons schon bekommen? Ich denke mal nicht.

    Die hätte der Däne auch nicht bekommen, wenn er nicht zum Spielball zweier kulturkämpferischer Parteien geworden wäre. Er hat sich instrumentalisieren lassen und wird dies bereut haben. Der Vergleich mit meinen Texten ist hanebüchen – da diese nicht zum Hass aufstacheln sollen.


  23. · Armin am 14. Februar 2008 um 14:20 - Permalink

    @ 19. Kati:

    Chapeau! Aus meiner Sicht, kann man das so stehen lassen.

    @ 21. firefly:

    Zum Thema “Gleichgültigkeit” möchte ich nochmals auf die Evolution-Schöpfungslehre-Debatte in Hessen verweisen. Egal, wo der angeblich auch so militante Islam hier in Deutschland, Europa oder der Türkei noch ankommen könnte - unsere Verantwortlichen rufen in bester Hase und Igel Tradition “wir sind schon da!”.

    siehe:

    Angela Merkel: Gottesbezug in die europäische Verfassung (jaja die Trennung von Staat und Kirche)

    Anette Schavan: Kopftuch nein, Kruzifix ja

    undsoweiterundsoweiter….


  24. · Ralf am 14. Februar 2008 um 14:31 - Permalink

    @ Kati, Erdogan hat in der Vergangenheit viele dieser pathetischen Äusserungen gebracht, Integration ist von vornherein ein Fehlversuch wenn chauvinistische Aussagen von Politikern des Ursprungslandes gemacht werden. Mir ist auch klar, dass er solche Aussagen nur aus politischen Gründen, nicht unbedingt aus Überzeugung trifft, aber er fackelt an einer brandfreudigen Stelle.

    Fakt ist auch, dass von muslimischen Einwanderern nicht mehr oder weniger Integrationsbereitschaft erwartet wird als von asiatischen, russischen, europäischen Einwanderern und trotzdem allein diese Fraktion den Assimilierungsteufel an die Wand malt. Mir ist zumindest kein asiatischer Verband bekannt, der seine Mitglieder so rigoros vor dem Identitätsverlust schützen müsste. Dabei gibt es genügend asiatische Einwanderer, die meisten davon haben es sehr viel schwerer gehabt (Stichwort boat people!), hier Fuß zu fassen als zb. türkische Einwanderer, und keiner der mir bekannt ist fühlt sich um seine kulturelle Integrität gebracht.

    Wie du meine Aussage interpretierst zeigt nur, wie wenig du sie verstanden hast. Es sind neun Menschen Opfer eines selbstverursachten Unfalls geworden, sowas passiert. Es ist tragisch, aber aufgrund von Fahrlässigkeit sterben jeden Tag Tausende, ich seh nicht warum da für Neun so trara gemacht wird.
    Schauriger finde ich gerade deshalb die Berichterstattung, weil sie von einer großen Bandbreite türkischsprachiger Medien übernommen wird und das, obwohl seit Tagen genaue Informationen vorliegen die einen rassistischen Anschlag ausschließen. Das Gros der türkischen Medien stößt da in dasselbe Horn wie Erdogan mit seiner Rede, die gescholtene Seele des Türken verlangt nach deutschen Tätern, die im Nazideutschland 2008 neun Unschuldige verfeuert haben, und denen nicht einmal die Feuerwehr beistehen wollte. Man transportiert ein Klischee und garniert Fähnchen mit Hakenkreuzen um sich zu profilieren, mehr nicht. Und genau hier lässt sich erkennen, warum Europa eben nicht über die türkische Grenze hinaus geht, und nicht sollte.

    Man kann eine Aktion nicht nach ihrem Erfolg bewerten, sonst war das Flugblattverteilen der weißen Rose gemessen am Wirkungsgrad genauso überflüssig. Es ging darum, auf die Diskrepanz zwischen aufgeklärter Gesellschaft und Islam am Beispiel der Selbstkritik hinzuweisen. Dass du einen intelligenten Karikaturisten auf eine Stufe mit irgendwelchen Randalierern stellst überrascht mich nicht, trotzdem ist der Vergleich beschämend. Eine Karikatur zu zeichnen ist sehr wohl etwas anderes als Flaggen zu verbrennen, oder Botschaften.


  25. · Ralf am 14. Februar 2008 um 14:46 - Permalink

    @ SF

    Karikaturen stacheln also zum Hass auf? Interessant, komischerweise sieht das sonst wophl außer dir, Kati und den Muslimverbänden kaum jemand so, sonst wären sie nicht durch ein dänisches Gesetz als rechtmäßig und eben nicht verhetzend anerkannt worden hm?

    Quelle such ich dir, war aber auch im Frontal dieser Woche genau jenes Bild zu sehen, dass eben jene hakenkreuzbesudelte BRD-Fahne ziert. Hürryet selbst lese ich so wenig wie Bild, es geht darum, dass andere sie lesen und in Vorurteilen bestärkt werden. Selbiges zu türkischen Medien, sieh dir mal den Sendebereich türkischer Programme an und du weisst, warum ich sehr wohl an einen Einfluss der türkischen Medien auf türkischsprachige Einwanderer in D glaube.

    Jemandem auf die Füße pissen ist ein Eingriff in sein Individualrecht, karikaturenzeichnen - noch - nicht. Schön dass du offenbar regelmäßig das Grundrecht auf freie Meinung kastrierst sobald es von nicht-linkskonformer Seite verwandt wird. Zitier doch nochmal Voltaire, bitte, ich wette dann rotiert er wieder .. auch haben dänische Imame sehr wohl direkt mit den Ausschreitungen in arabischen Ländern zu tun, immerhin sind genau jene mit 15 Karikaturen, also 12 Originalen und 3 Fakes auf Rundreise gegangen und haben die dänische Beleidigung des Proleten öffentlich gemacht! Was für toll aufgeklärte, im Sinne der Demokratie handelnde Menschen, die sich die Reaktionen natürlich nicht an drei Fingern abzählen konnten.

    Die katholische Kirche ist ein Schatten ihrer einstigen Ausmaße, hätte sie heute noch ernsthaft gläubige Menschen in angemessener Zahl würde sie genau so diametral zur Verfassung stehen wie es der Islam tut. Glücklicherweise haben vernünftigere Menschen den alten Moloch schon vor Jahrhunderten herausgefordert, ich sehe nur nicht, warum wir dem Islam die selbe Pubertätsphase zugestehen müssen wie den RöKas.


  26. · baikinman am 14. Februar 2008 um 14:50 - Permalink

    Zitat:

    “Aber diese Diskussion wird von den Apologeten des Kulturkampfes nur vorgeschoben. Die Intension der Veröffentlichung war ja nicht, Satire auszuüben, sondern zu provozieren. Es ging um kalkulierte Provokation und dieses Ziel konnte nicht verfehlt werden, da die Kulturkämpfer der „anderen Seite“ ebenfalls die Spielregeln der kalkulierten Provokation verstehen.”

    Woher willst du wissen, dass das eigentliche Ziel keine Satire sondern Provokation war? Entschuldigung, aber ich verstehe die zitierte Aussage nicht, denn meiner Meinung nach sollte Satire ueber religioese Dinge moeglich sein und schlussendlich muss diese ja auch irgendwo publiziert werden. In diesem Falle von gezielter Provokation zu sprechen, kann ich nicht nachvollziehen. Aber vielleicht kann mich ja jemand aufklaeren, denn die auslaendischen Presseerzeugnisse in meinem Land sind nicht gerade umfangreich; und da mein Englisch nicht das Beste ist, kann ich die hier vorgeschlagenen Publikationen auch nicht lesen.

    P.S.: Ich wuesste immer noch zu gerne, wie man die “quote” - Funktion benutzt.


  27. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 14:55 - Permalink

    @24 Ralf

    Integration ist von vornherein ein Fehlversuch wenn chauvinistische Aussagen von Politikern des Ursprungslandes gemacht werden

    Wer hat mehr mit Integration zu tun? Die Politiker des alten oder des neuen Heimatlandes? Der Chauvinismus unser C-Politiker ist der Integration wesentlich hinderlicher … außer der „zu integrierende“ kommt aus dem Vatikan oder Bayern.

    Fakt ist auch, dass von muslimischen Einwanderern nicht mehr oder weniger Integrationsbereitschaft erwartet wird als von asiatischen, russischen, europäischen Einwanderern und trotzdem allein diese Fraktion den Assimilierungsteufel an die Wand malt.

    Und eine Asiate, Russe oder Europäer kann kein Muslim sein? Seltsam, seltsam – aber Du wiest schon wissen, was Du schreibst … oder auch nicht. Erdogan stand bei Dir gerade eben noch für die ganze Türkei, jetzt steht er schon für den kompletten Islam – das nenne ich Karriere. Wie kommst Du übrigens darauf, dass sich nichtmuslimische Asiaten, Russen und Europäer assimilieren lassen wollen? Und außerdem: Es heißt „Assimilation“ und nicht „Assimilierung“

    Mir ist zumindest kein asiatischer Verband bekannt, der seine Mitglieder so rigoros vor dem Identitätsverlust schützen müsste.

    Nein – die Chinesen, die Du persönlich kennst, werden wahrscheinlich ein bayerisches Brauhaus betreiben, in dem es Hax´n und Starkbier gibt? Nein? „Der Chinese“ ist nicht assimiliert, sondern unterhält uns mit seiner Fremdartigkeit? So geht das aber nicht!

    Dabei gibt es genügend asiatische Einwanderer, die meisten davon haben es sehr viel schwerer gehabt (Stichwort boat people!), hier Fuß zu fassen als zb. türkische Einwanderer, und keiner der mir bekannt ist fühlt sich um seine kulturelle Integrität gebracht.

    Könnte es daran liegen, dass nicht wöchentlich ein Broder über Vietnamesen hetzt und ein CDU-Hinterbänkler die Inkompatibilität von Buddha und Verfassung anmahnt?

    Wie du meine Aussage interpretierst zeigt nur, wie wenig du sie verstanden hast.

    Oh, ich denke, sie hat sie besser verstanden, als Du selbst.

    Es sind neun Menschen Opfer eines selbstverursachten Unfalls geworden, sowas passiert. Es ist tragisch, aber aufgrund von Fahrlässigkeit sterben jeden Tag Tausende, ich seh nicht warum da für Neun so trara gemacht wird.

    Und es tragen natürlich alle Mitschuld, weil einer an der Installation herumgepfuscht hat? Außerdem möchte ich Dich mal sehen, was Du für ein Gejaule machen würdest, wenn durch einen fahrlässigen Türken acht unschuldige deutsche Kindlein, mit güldenem Haar und blauen Äuglein sterben müssten.

    Schauriger finde ich gerade deshalb die Berichterstattung, weil sie von einer großen Bandbreite türkischsprachiger Medien übernommen wird …

    Sagst das Du als profunder Kenner der türkischen Medienlandschaft oder sagt das Dein Leitorgan BILD, PI oder wie es auch heißen mag?

    Eine Karikatur zu zeichnen ist sehr wohl etwas anderes als Flaggen zu verbrennen, oder Botschaften.

    Ach ja? Die Feder ist doch mächtiger, als das Schwert und jeder verbrannten Flagge geht ein hetzerischer Griff zur Feder voraus.


  28. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 15:01 - Permalink

    Mord ist immer so ein unfeines Wort und „einige“ hundert Menschen sind es auch nicht.

    Tut mir leid, wenn Sie das Wort nicht mögen. Wie darf ich es denn nennen, wenn ein von dänischen Karrikaturen aufgebrachter, muslimischer Mob Menschen tötet? Ob es nun 10, 100 oder 200 Opfer waren, tut doch nichts zur Sache. Selbst ein Mensch wäre schon zuviel!

    Dramatisch, er sollte sich bei den Brandstiftern beschweren: „seiner“ Zeitung, rechtspopulistischen Politikern, der „Dänischen Front“, einige in Dänemark lebender Imane und der dänischen Muslimbrüderschaft.

    Sie sind also allen Ernstes der Auffassung, eine europäische Zeitung sollte auf die Pressefreiheit verzichten und besser keine satirischen Karrikaturen veröffentlichen, die Muslime aufbringen könnte? Ich gratuliere zur Schere im Kopf!

    Zu dem Brand in Ludwigshafen: Da die Ursache noch nicht abschließend geklärt ist, sollten wir hier vorsichtig sein mit Spekulationen. Die von Leser “Ralf” genannte Deutschlandfahne mit Hakenkreuz gab es jedoch tatsächlich im türkischen Fernsehen zu sehen. Ich glaube, es war “Frontal 21″, wo dies zu sehen war.

    Ich muss sagen, ich bin entsetzt. Sie, lieber Herr Berger, erweisen Deutschland und Europa einen Bärendiest. Die Muslime können sich freuen, einen so engagierten Partner gefunden zu haben, der sie bei der weiteren, kulturellen Landnahme unterstützt. Und bevor wieder das übliche, linke Totschlagargument kommt: Nein, ich bin kein Ausländerfeind.


  29. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 15:03 - Permalink

    @ Ralf

    Karikaturen stacheln also zum Hass auf? Interessant, komischerweise sieht das sonst wophl außer dir, Kati und den Muslimverbänden kaum jemand so,

    Nein, das liegt an Deinem mangelnden Textverständnis – das habe weder ich noch Kati behauptet.

    Jemandem auf die Füße pissen ist ein Eingriff in sein Individualrecht, karikaturenzeichnen - noch - nicht.

    Es geht doch hier nicht um den Rechtsweg mit Einschreiben und doppeltem Rückschein, sondern um Beleidigung und die hängt nicht vom Sender, nicht vom Medium oder vom Inhalt, sondern einzig und allein von der Rezeption des Empfängers ab.

    Schön dass du offenbar regelmäßig das Grundrecht auf freie Meinung kastrierst sobald es von nicht-linkskonformer Seite verwandt wird.

    Wo habe ich dies getan?

    auch haben dänische Imame sehr wohl direkt mit den Ausschreitungen in arabischen Ländern zu tun, immerhin sind genau jene mit 15 Karikaturen, also 12 Originalen und 3 Fakes auf Rundreise gegangen und haben die dänische Beleidigung des Proleten öffentlich gemacht!

    Ja und? Bestreite ich das? Im Gegenteil, ich merke es ja selbst an.

    Was für toll aufgeklärte, im Sinne der Demokratie handelnde Menschen, die sich die Reaktionen natürlich nicht an drei Fingern abzählen konnten.

    Hmm? Das war doch ihr Ziel – entweder Du bist grundnaiv, oder Du willst mich verarschen.


  30. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 15:11 - Permalink

    Kleiner Nachtrag: Zum Thema islamische Kultur und insbesondere den “Wert” der Frau, empfehle ich das Buch “Löwenmutter” von Esma Abdelhamid (Krüger Verlag). Auszüge hieraus finden sich derzeit auf bild.de. Doch Vorsicht, dieser Biografie könnte unseren Islamfreunden aufs Gemüt schlagen.


  31. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 15:11 - Permalink

    @26 baikinman

    Woher willst du wissen, dass das eigentliche Ziel keine Satire sondern Provokation war?

    Der Erstabrdruck der Karikaturen war u.a. mit diesem Begleittext versehen: „The modern, secular society is rejected by some Muslims. They demand a special position, insisting on special consideration of their own religious feelings. It is incompatible with contemporary democracy and freedom of speech, where you must be ready to put up with insults, mockery and ridicule.“

    Das hat wenig mit Satire, aber viel mit Provokation zu tun.

    Hintergrundinfos findest Du auch hier

    P.S.: Ich wuesste immer noch zu gerne, wie man die “quote” - Funktion benutzt.

    Du benutzt folgenden Tag:

    (blockquote)TEXT(/blockquote)

    Du musst nur spitze Klammern anstatt der runden verwenden (also das „größer als“ und „kleiner als“)


  32. · Timo S. am 14. Februar 2008 um 15:16 - Permalink

    @Ralf
    Mir fällt dazu das Beispiel ein das Pispers einmal zu diesem Thema gebracht hat…
    Das mit den japanischen Schulen, japanischen Banken, japanischen Reisebüros, die Möglichkeit Shintoistische oder Buddhistische Rituale durchzuführen, ja sogar japanische Zeugen Jehovas mit nem japanischen Wachturm… und das alles in Düsseldorf… da beschwert sich auch niemand.
    Aber wenn es so einen Stadtteil mit islamischer, sprich türkischer oder arabischer Prägung gibt und die gerne ihre Kultur und ihren Glauben, und das möglichst in ihren Gotteshäusern ausleben wollen, spricht man gleich von einer “stillen Invasion” bzw. einer “schleichenden Islamisierung” Deutschlands.

    Das gläubige Christen, egal wo sie sind, ebenfalls gerne eine Kirche in Reichweite haben und bei Bedarf auch gerne eine aufbauen, sei das nun im Afrikanischen Buschland oder mitten in Tokyo muss eigentlich schon gar nicht mehr erwähnt werden…

    Das was du an den Türkischen Medien anprangerst findet sich auch hierzulande z.B. in Zeitschriften wie dem allseits beliebten Lach- und Sachblättchen namens Bild… ich erinnere nur an die tragische Geschichte vom armen kleinen Marco der voll bös lange vom bösen Muselmann voll krass lange festgehalten wurde…

    Mit Verlaub gesagt, mich kotzen alle Menschen an die versuchen diesen Streit auf eine “ach die Musellacken sollen sich mal net so anstellen, is doch alles nicht so schlimm, weiß gar net warum die sich so anstellen, man muss die Meinungsfreiheit doch akzeptieren, wir mit unserer großartigen westlichen Kultur machen das ja auch, sind halt doch nur verblendete Fanatiker und Barbaren”-Art angehen und dabei gerne mal unter den Tisch fallen lassen wie in unserem Land z.B. mit Kritik gegen Israel umgegangen wird. Ein hoch auf die Sympathiepreisträgerin Knobloch die von 06 bis heute in meinen Augen jedes Jahr aufs Neue diesen Preis verdient hat…
    und bei dem kleinsten, aberwinzigstens Hauch einer Israelkritik sofort mit dem Antisemitismus Hammer kommt und es lieber vorgestern als heute sehen würde wie Deutsche Werte und Interessen am Jordan verteidigt werden…


  33. · Timo S. am 14. Februar 2008 um 15:19 - Permalink

    Nachtrag: Ich finde übrigens nichtt das es einer besonderen Intelligenz bedarf um Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf zu zeichnen…


  34. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 15:21 - Permalink

    @Peter Frenzel

    Tut mir leid, wenn Sie das Wort nicht mögen. Wie darf ich es denn nennen, wenn ein von dänischen Karrikaturen aufgebrachter, muslimischer Mob Menschen tötet? Ob es nun 10, 100 oder 200 Opfer waren, tut doch nichts zur Sache. Selbst ein Mensch wäre schon zuviel!

    Na, zu viele waren es eh. Aber nach meinen Informationen waren beinahe alle Todesfälle auf „typische“ Unfälle bei Auschreitungen zurückzuführen (Polizeiknüppelchen auf die falsche Stelle des Kopfes, beim Wegrennen vor der Polizei vor ein Auto gerannt, von der flüchtenden Menge totgetreten, von einem Gummigeschoß „unglücklich“ erwischt etc. pp.)

    So wie Du es schreibst, würde ich mir ein Szenario vorstellen, in dem ein aufgebrachter Mob einen unschuldigen Faxe-Wikinger hinter sich her durch die Straßen zieht und in dann steinigt.

    Sie sind also allen Ernstes der Auffassung, eine europäische Zeitung sollte auf die Pressefreiheit verzichten und besser keine satirischen Karrikaturen veröffentlichen, die Muslime aufbringen könnte?

    Der Ansicht bin ich keinesfalls, was im Text eigentlich recht klar rüberkommen sollte.

    Die von Leser “Ralf” genannte Deutschlandfahne mit Hakenkreuz gab es jedoch tatsächlich im türkischen Fernsehen zu sehen. Ich glaube, es war “Frontal 21″, wo dies zu sehen war.

    Das ist mir natürlich bekannt, aber nach meinen Infos handelte es sich um einen grenzwertigen Privatsender – es macht schon einen Unterschied, ob die FAZ eine Montage von Herrn Olmert mit Hitlerbärtchen veröffentlichen würde, oder ob dies die „Junge Freiheit“ macht.

    Und bevor wieder das übliche, linke Totschlagargument kommt: Nein, ich bin kein Ausländerfeind.

    Ich dachte, das übliche Totschlagargument sei „Nazi“ – nun ja, die Zeiten ändern sich und Du hast sicher einiges an Erfahrung, was dies angeht.


  35. · firefly am 14. Februar 2008 um 15:21 - Permalink

    @ Armin

    Anette Schavan: Kopftuch nein, Kruzifix ja

    Das Kruzifix macht das Kopftuch auch nicht besser. Das hat alles nichts in der Öffentlichkeit zu suchen.


  36. · baikinman am 14. Februar 2008 um 15:23 - Permalink

    Danke fuer die Information. Der Begleittext, der mit dem Erstabdruck einher ging, war mir nicht bekannt.


  37. · Timo S. am 14. Februar 2008 um 15:24 - Permalink

    muss hier eigentlich niemand arbeiten? ich bin doch leicht verwundert was für belebte Diskussionen hier zur besten Arbeitszeit enstehen.
    oder wird hier etwa neben der Arbeitszeit gesurft? Alle Parteien fühlen bitte meinen drohend erhobenen Zeigefinger… Schüler, Studenten, Arbeitslose und Freischaffende natürlich ausgenommen…


  38. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 15:28 - Permalink

    Zu den Japanern: Das ist regional auf Düsseldorf begrenzt und nicht bundesweit. Außerdem scheinen mir diese Menschen doch sehr friedlich zu sein, ich habe aus dieser Ecke noch nie von religiös motivierten Straftaten gehört - genauer gesagt, habe ich über Japaner in Deutschland noch nie etwas Negatives gelesen. Über Türken, Araber und andere Personen aus dem muslimischen Kreis jedoch schon sehr, sehr häufig. Woran mag das liegen? Da gibt es doch auch diese interessante Kriminalitätsstatistik über Intensivtäter von Staatsanwalt Roman Reusch, der inzwischen von seiner linken Vorgesetzten abgesägt wurde. Dort ist zu lesen, dass fast 80%(!) der Intensivtäter in Berlin “Orientale” sind.


  39. · Timo S. am 14. Februar 2008 um 15:32 - Permalink

    @Peter

    Hast du dafür eine Quelle? Würde mich doch interessieren woher du diese Statistik nimmst…


  40. · Deepthroat am 14. Februar 2008 um 15:33 - Permalink

    @ Peter Frenzel

    Ich hoffe mal nicht, dass sie Rechtswissenschaftler o.ä. sind, da gemäß ihrer absurden Äußerung ganze Massen an Menschen im Gefängnis sitzen müssten, die z.B. bei Aufständen nach Fußballspielen unabsichtlich und panisch andere totgetrampelt haben. Ich wüsste jetzt auch nicht, dass jemand in Beirut (wo ich mich zu der Zeit auch aufhielt) gezielt ein Gewehr genommen und Jagd auf unschuldige Individuen gemacht hätte. Sollte es Ihnen dennoch gelingen das anhand fundierter Quellennachweise zu belegen, höre ich sofort auf über Sie und Ihre Äußerungen zu lachen.

    Wie würden Sie als Europäer reagieren, wenn die antisemtischen Karikaturen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431706,00.html) nun in einem deutschen Blatt veröffentlicht worden wären? Hätten Sie die Fahnen der Pressefreiheit hochgehalten oder sich der allgemeinen Empörungsgymnastik angeschlossen? Mit zweierlei Maß kann ich auch messen, aber wenn Sie schon Pressefreiheit fordern, dann sollte sie auch konsequent sein. Ich werde beim nächsten Popetown oder Titanic-Cover mit Kurt Beck daran erinnern.

    >Zu dem Brand in Ludwigshafen: Da die Ursache noch nicht abschließend geklärt ist, sollten >wir hier vorsichtig sein mit Spekulationen. Die von Leser “Ralf” genannte Deutschlandfahne >mit Hakenkreuz gab es jedoch tatsächlich im türkischen Fernsehen zu sehen. Ich glaube, >es war “Frontal 21″, wo dies zu sehen war.

    Tatsächlich? Ich habe im pakistanischen und chinesischen Staatsfernsehen unsere Kanzlerin als Hexe über Kashmir & Jammu nach Tibet fliegen sehen, kein Witz! Sie wollte die Integrität der Staaten stören und Unruhe stiften!

    Was ich auch gerne wissen würde: wie sieht es denn mit der Integration von Deutschen in Spanien oder der DomRep, US-Amerikanern hier in Deutschland oder Briten in Ägypten aus? Wäre überrascht zu hören sie passten sich der Gesellschaft an und blieben nicht in ihrem Kulturkreis. Nein, sowas fordert man von den bösen Gastarbeitern, die Glück haben in so ein tolles Industrieland wie unseres überhaupt kommen zu dürfen!

    Damit endet auch schon mein Kommentar zu ihrem islamo- und xenophoben Geschreib! Ich muss leider los jetzt meine Tochter von der Deutschen Schule in Ankara abzuholen.

    Liebe Grüße aus der bösen Türkei


  41. · Kristine am 14. Februar 2008 um 15:34 - Permalink

    @38 (Peter): “genauer gesagt, habe ich über Japaner in Deutschland noch nie etwas Negatives gelesen. Über Türken, Araber und andere Personen aus dem muslimischen Kreis jedoch schon sehr, sehr häufig. Woran mag das liegen?”

    Medien berichten nicht über alles gleichermaßen umfassend.

    Gruß, Kristine


  42. · firefly am 14. Februar 2008 um 15:34 - Permalink

    Der Erstabrdruck der Karikaturen war u.a. mit diesem Begleittext versehen: „The modern, secular society is rejected by some Muslims. They demand a special position, insisting on special consideration of their own religious feelings. It is incompatible with contemporary democracy and freedom of speech, where you must be ready to put up with insults, mockery and ridicule.“

    Das hat wenig mit Satire, aber viel mit Provokation zu tun.

    Das seh ich anders. Mit diesen Karrikaturen wird eine Freiheit in Anspruch genommen, die wir in Europa seit Jahrzehnten haben und damit dem Versuch entgegen getreten, durch gezielte Einschüchterung religiöse Gebote und Verbote in der Gesellschaft zu etablieren.

    Mir sind die Monty Phytons auch lieber, wenn sie diese Bastion der Freiheit einnehmen und verteidigen, als wenn es nationalistische Schwätzer tun. Nur es findet sich niemand mehr mit Vernunft, der sich dieser Aufgabe annimmt. Das ist das eigentliche Desaster dabei.


  43. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 15:37 - Permalink

    @Timo S

    muss hier eigentlich niemand arbeiten? ich bin doch leicht verwundert was für belebte Diskussionen hier zur besten Arbeitszeit enstehen.

    Das liegt an der Zeitverschiebung. Hier in Islamabad ist es schon abend ;-)

    p.s.: @Ralf und Peter -> Nein, das war ein Scherz, bei Euch weiß man ja nie.


  44. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 15:41 - Permalink

    @Timo S.

    Hier die gewünschte Quelle:
    swg-hambur...


  45. · Armin am 14. Februar 2008 um 15:56 - Permalink

    Das ist jetzt hoffentlich ein Scherz!?!

    So einen Verein de.wikiped... als Quelle nehmen?

    Warum nicht gleich “Mein Kampf”?


  46. · baikinman am 14. Februar 2008 um 16:03 - Permalink

    @ Armin

    Dieser ominoese Verein stellt die Statistik nur auf seiner Website zur Verfuegung . Verantwortlich dafuer ist Roman Reusch, ein Oberstaatsanwalt aus Berlin, der nach einem umstrittenen Interview mit dem SPIEGEL disziplinarische Konsequenzen fuerchten musste bzw. muss.


  47. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 16:06 - Permalink

    @Peter

    Dort ist zu lesen, dass fast 80%(!) der Intensivtäter in Berlin “Orientale” sind.

    Der Reusch hat ja was! Zuerst schaut man sich seine „Studie“ an und liest, dass die überwiegende Mehrheit der Intensivtäter Deutsche sind. Dann zieht er den „Globke-Joker“ und erkennt allen Deutschen, bei denen mindestens ein Elternteil aus dem Ausland stammt, ihre Staatsbürgerschaft ab und ordnet sie in „ethnische“ Gruppen (wobei lustigerweise Ost- und Westdeutsch zwei Gruppen darstellen) – darunter die ominösen „Orientalen“.

    Warum war er nicht so konsequent und hat die Einteilung in Vollorientalen, Halborientalen, Mischlinge 1. und 2. Grades und Deutschblütige vorgenommen? Dann hätte man die Aufteilung Ost-/Westdeutsch sein lassen können und würde wenigstens ordentliche Ergebnisse für Fragen der Rassenhygiene bekommen.

    Kein Wunder übrigens, dass seine „Studie“ auf den Servern der rechtsextremen SWG gehostet ist. Ein Gesindel ist das wieder, das durch den Artikel angelockt wurde *kopfschüttel*


  48. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 16:09 - Permalink

    Nein, das ist kein Scherz. Der Vortrag wurde von Staatsanwalt Reusch bei der HANS-SEIDEL-STIFTUNG gehalten. Man kann ihn auch direkt dort runterladen:

    hss.de/dow...

    Nach der Logik einiger Leser hier ist der Reusch nun sicher ein “böser Nazi” ;-)


  49. · Armin am 14. Februar 2008 um 16:17 - Permalink

    Na, na - wer wird denn da wieder das böse Wort sagen…

    Ich finde es völlig in Ordnung, wenn wir uns wieder auf die gute alte Rassenlehre besinnen dhm.de/lem...

    Erstens waren wir da mal richtig klasse drin. Und zweitens erkennt man einen Lügner ja auch an den angewachsenen Ohrläppchen.


  50. · Deepthroat am 14. Februar 2008 um 16:19 - Permalink

    @Peter Frenzel

    Ist die Hans-Seidel-Stiftung nicht CSU nah? Insofern wundert mich auch das Ergebnis der Studie nicht, das übrigens bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung anders ausgesehen hätte ;)


  51. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 16:20 - Permalink

    @48 Peter

    Tsss, Du schreibst HANS-SEIDEL-STIFTUNG so schön ausdrucksstark - schade, dass es keinen “Fraktur-Tag” gibt ;-)

    Die HSS ist eine CSU nahe Stiftung, die sich der Bewahrung christlich-nationaler Werte verschrieben hat. Sie ist zwar nicht so braun wie die SWG, aber als Think Tank aus der christlich-nationalistischen Ecke wohl kaum die richtige Quelle, wenn man neutrale Informationen über den Islam oder über Integration sucht.


  52. · Timo S. am 14. Februar 2008 um 16:23 - Permalink

    @Peter

    Warum kommen Sie eigentlich immer mit dem “jeder Linke beleidigt sofort alles und jeden der seiner Meinung widerspricht als Nazi”?

    Ist das etwa eine Masche von ihnen, und zwar die “damit auch ja keiner was gegen Reusch sagt dränge ich alle die ihn hier als nationalsozialistisch angehaucht bezeichnen in die ecke der linken Polemiker”?

    möglich, möglich…


  53. · Ralf am 14. Februar 2008 um 16:23 - Permalink

    @ SF

    Assimilation (Soziologie), die Angleichung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aneinander, auch Assimilierung

    Trotzdem netter Versuch ;o) Was du als grundnaiv deutest oder als Versuch auslegst, dich für blöd zu verkaufen, ist eigentlich als Ironie zu erkennen, ich werds in Zukunft aber markieren.

    Was mich immer noch wundert ist deine Annahme, Leute wie Broder seien Schuld am Bild des Islam. Hetzer gibt es in jede Richtung, trotzdem ist D im Schnitt nicht xenophob, nur ein Vorurteil reicht halt nicht mehr. Zudem gab es zuerst die Karikaturen, dann Broders Hetzbuch, und es wäre kein Erfolg geworden hätten die Muslime in der Welt anders reagiert. Provokation oder nicht ist garnicht der Punkt, wenn der dänische Imam nach solchen Aktionen Vergeltung fordert und mit gefaketen Karikaturen im Koffer direkt den anachronistischen arabischen Raum bereist um Stimmung zu machen generiert er doch erst die Probleme, aus denen Broder&Co dann Kapital schlagen. Broder als Aktionär hinzustellen ist einfach die Verkehrung der Tatsache.

    @ Kristine, es gab denselben, schwarz gefärbten Spiegel mit dem Titel “die gelben Spione”, trotzdem hält sich Chinesenhass bisher in engen Grenzen. Es gibt zig tausend Judenkarikaturen im Netz, mit ähnlich provokanter Message, es gibt sogar ne nette NY Zeitung in der Juden sich selber persiflieren, sicher macht auch die Reaktion auf Provokantes die Meinung über eine Fraktion aus.

    @ Deepthroat, nennen Sie doch mal ein amerikanisches Ghetto in D, ein britisches in Ägypten oder ein deutsches in der Dom-Rep! Welche mir unbekannte Auswanderungswelle genannter Industriestaaten hat sich denn in jene genannten Ziele ergossen, völlig an den Medien vorbei, und eine tiefgreifende Subkultur in den Zielländern geschaffen?

    [/Ironie on]Klar, der böse deutsche Xenophob bastelt sich sein Islammonster dank einer Broder-Merkel-CIA-Verschwörung wahrscheinlich selber, und das so effektiv, dass mittlerweile fast jedes nordeuropäische Land fleissig dabei ist, sich eigene Probleme aus der Luft zu greifen und völlig überzogen zu propagieren. ;o)


  54. · Armin am 14. Februar 2008 um 16:26 - Permalink

    Es gibt übrigens eine schöne Hausmitteilung des Reichpropagandaministeriums die Fraktur nicht mehr zu verwenden, weil nicht völlig deutsch und judenfrei…

    Und - um Peter den Gefallen zu tun - es gibt auch eine hübsche Vergleichstabelle welcher Partei der überwiegende Teil der 50er Jahre CSU vorher angehörte. Dreimal raten, bitte!

    Das hat aber alles nichts mit dem Thema zu tun - ‘tschuldigung ;-)


  55. · salvo am 14. Februar 2008 um 16:30 - Permalink

    na ja was soll man von einigen Kommentaren halten

    die Deutschen sind ein gefährdetes Volk, von Feinden umgeben, von außen, aber auch von innen

    sueddeutsc...

    -:)

    und solche Furcht vor dem Anderen führt beispielsweise zu

    holocaust-...


  56. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 16:48 - Permalink

    @53 Ralf

    Zudem gab es zuerst die Karikaturen, dann Broders Hetzbuch, und es wäre kein Erfolg geworden hätten die Muslime in der Welt anders reagiert.

    Ach Jottchen – so wichtig ist der eitle Schwätzer nun auch wieder nicht. Er ist ein strammer Philosemit und als solcher nur auf einen Zug aufgesprungen, den seine Vordenker schon Jahre zuvor angeschoben haben, wie beispielsweise Daniel Pipes. Broder ist ein guter Schreiberling, ein „guter“ Denker ist er sicher nicht. .

    Provokation oder nicht ist garnicht der Punkt, wenn der dänische Imam nach solchen Aktionen Vergeltung fordert und mit gefaketen Karikaturen im Koffer direkt den anachronistischen arabischen Raum bereist um Stimmung zu machen generiert er doch erst die Probleme, aus denen Broder&Co dann Kapital schlagen. Broder als Aktionär hinzustellen ist einfach die Verkehrung der Tatsache.

    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Die beiden Seiten gleichen doch eher Tom & Jerry und sind in inniger Hassliebe verbunden. Broder müsste einer ordentlichen Arbeit nachgehen, wenn der Imam ein aufgeklärter Mensch wäre und der Imam hätte ein leere Moschee, wenn seine „Schäfchen“ sich integrieren würden – wenn sie der Broderschen Antiislamwelle entgegentreten müssen, sind sie schneller beim Imam, als Broder „Shalom“ sagen kann.

    Es gibt zig tausend Judenkarikaturen im Netz, mit ähnlich provokanter Message, es gibt sogar ne nette NY Zeitung in der Juden sich selber persiflieren, sicher macht auch die Reaktion auf Provokantes die Meinung über eine Fraktion aus.

    Das ist jetzt nicht Dein Ernst? Oder? Schau doch mal ins StGB – dort gibt es sogar einen exklusiven Paragraphen, der das Erzählen einer bestimmten Art von Unfug mit einer Haftstrafe bedroht.


  57. · baikinman am 14. Februar 2008 um 16:50 - Permalink

    @ Deepthroat, nennen Sie doch mal ein amerikanisches Ghetto in D, ein britisches in Ägypten oder ein deutsches in der Dom-Rep! Welche mir unbekannte Auswanderungswelle genannter Industriestaaten hat sich denn in jene genannten Ziele ergossen, völlig an den Medien vorbei, und eine tiefgreifende Subkultur in den Zielländern geschaffen?

    Tolle Argumentation. Die Menschen ziehen dort hin, wo`s ihnen besser geht. Und so schlecht geht`s uns noch nicht, dass wir es noetig haetten, in die Dom Rep zu ziehen ( ohne die Dom Rep schlechtmachen zu wollen ). Viele auslaendische Mitbuerger wurden Ende der 50er und Anfang der 60er zu uns ins Land geholt, da es damals Arbeitskraeftemangel herrschte und sich der ein oder andere Deutsche mittlerweile zu fein dafuer war, sich die Haende schmutzig zu machen. Anders alle viele andere Staaten hat sich die deutsche Politik damals nicht wirklich um die Einwanderer gekuemmert. Selbst nach dem Fall der Mauer und der damit verbundenen Zuwanderung osteuropaeischer Einwanderer betrieb man eine “Politik der ruhigen Hand.” Jetzt wo Jugendliche mit Migrationshintergrund alte Menschen in U-Bahnstationen zusammenschlagen, wird wieder die “Auslaenderkeule” geschwungen, um von eigenen Versaeumnisse der Vergangenheit abzulenken. Klar, auch die Zugewanderten tragen an der Misere eine Mitschuld, bringen wird es aber niemanden etwas, wenn immer nur auf den Leuten rumgehackt wird.


  58. · Armin am 14. Februar 2008 um 17:01 - Permalink

    So schlecht geht’s uns nicht? Die DomRep hat aber eine sehr lebhafte (geschlossene) teutonische Gemeinde domrep-mag...


  59. · Peinhart am 14. Februar 2008 um 17:03 - Permalink

    @Ralf: “…nennen Sie doch mal ein amerikanisches Ghetto in D, ein britisches in Ägypten oder ein deutsches in der Dom-Rep! Welche mir unbekannte Auswanderungswelle genannter Industriestaaten hat sich denn in jene genannten Ziele ergossen, völlig an den Medien vorbei, und eine tiefgreifende Subkultur in den Zielländern geschaffen?”

    Da fiele mir schon so manches ein, von den Ghettos us-amerikanischer Streitkräfte in D, über die deutschen Siedlungen in Südamerika, mit Schwarzwaldhäusern und streng abgeschottet aber durchaus nicht ohne auch politischen Einfluss, über die deutsche Kolonie auf ‘Malle’ oder Armins Dom-Rep-Beispiel bis hin zu den deutschen Enklaven in Osteuropa, deren Nachfahren heute noch von der BRD garantierte Sonderrechte geniessen, die ziemlich einmalig auf der Welt sind. Allen würde ich auch durchaus eine ‘tiefgreifende Subkultur in den Zielländern’ bescheinigen - aber sowas war wohl nicht gemeint…?


  60. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 17:21 - Permalink

    @baikinman

    Ganz richtig - vor allem finde ich das “Wir < -> Ihr” Schema immer äußerst amüsant. Wenn z.B. ein Herr Podolsky, ein Herr Klose oder ein Herr Kuranyi ein Tor für unsere Nationalmannschaft schiessen, dann haben wir gewonnen. Wenn ein junger Mann, der weniger Glück im Leben hatte, aber ansonsten die gleiche Herkunft hat, straffällig wird, schreit die Presse, diese Männer in ihre Heimat abzuschieben, da sie hier Fremde sind.

    Deutschland sorgt also nur für gute Fußballer, versagt aber bei der Erziehung zu guten Menschen? Außerdem - was hat die Türkei mit einem Deutschen zu tun, der in Deutschland geboren wurde und dessen Eltern aus der Türkei stammen? Soll die Türkei etwa dafür gerade stehen, dass es das deutsche Bildungs-/Schul-/Zivilsystem nicht schafft, ein bestimmtes Individuum gesellschaftsfähig zu machen? Gut, dass Erdogan “uns” Schulen spendieren will ;-)


  61. · salvo am 14. Februar 2008 um 17:44 - Permalink

    der von mir verehrte Karl Kraus hat als Literat Satire als Stilmittel gegen die ihn unmittelbar umgebende Macht verwendet, gegen die Monarchie und ihre Gesellschaft, korrupte Beamte, Schriftsteller und Journalisten, später gegen die Nazis, allgemein gegen den Mißbrauch von Sprache durch und im Dienste von Macht, gerade bei den etabilierten Medien. Über die Fackel schrieb er:
    “”Das politische Programm dieser Zeitung scheint somit dürftig; kein tönendes ‘Was wir bringen’, aber ein ehrliches ‘Was wir umbringen’ hat sie sich als Leitwort gewählt”.”

    es ist ein großer Unterschied, ob der Satiriker mit dem, ‘was wir umbringen’ die ihn unmittelbar umgebenden Mächtigen meint oder lediglich eine gesellschaftliche benachteiligte Minderheit. Im letzteren Fall ist die Satire ein feiges Werkzeug im Dienste von Macht, dessen sich auch die Nazis bei ihren Judenkarikaturen bedient haben.


  62. · Mile am 14. Februar 2008 um 17:46 - Permalink

    Ein kleines Beispiel, dass Satire “Alles” darf und es vielleicht nicht immer machen muss.

    Nuhr in “Gibt es intelligentes Leben?”
    “Bei uns wird man z.B. für tot erklärt, wenn das Gehirn nicht mehr arbeitet …
    In Afrika hingegen ist man tot, wenn der Penis schlaff ist …”

    Ist das Satire? Ja!
    Ist es geschmacklos? Vermutlich!
    Sollte man es verbieten? Nein!

    Was aber, wenn z.B. die Bild (weil bekannteste Tageszeitung) als Titelbild einen Cartoon zeigt, auf dem man zwei nackte schwarzhäutige Menschen beim Verkehr zeigt (Frau mit ausladenden Rundungen und Riesenlippen, Mann mit Riesenschwanz und ebenfalls überspitzt gezeichneten Lippen und Menschenknochen ins Haar geflochten) mit dem Text: “Der Neger lebt vom Ficken allein!”, um auf einen Bericht auf Seite 5 über die AIDS-Problematik zu verweisen.

    Beides Satire und beides die gleiche Aussage.

    Ah so,
    was würde geschehen, wenn die grösste russische Tageszeitung auf ihrem Titelblatt eine Fotomontage zeigen würde, auf der man Papst Benedikt sieht wie er in einen 12-jährigen Jungen eindringt, weil man über einen Fall von Pädofilie in der katholischen Kirche berichten will?


  63. · Michael Kostic am 14. Februar 2008 um 17:53 - Permalink

    Hallo,

    Ein sehr schöner Artikel, der nicht nur für Toleranz, Aufklärung und Allgemeinbildung steht. Er vermag es durch seine eigene Sachlichkeit, die Scheinheiligkeit der genannten Protagonisten als selbige zu offenbaren. Dank dafür!

    Gruß


  64. · Biontenagent am 14. Februar 2008 um 18:16 - Permalink

    Nonnenkostüme vom Penny-Markt verärgern in Bayern die Kirche.

    orf.at/080...
    ;)


  65. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 18:32 - Permalink

    @salvo

    und solche Furcht vor dem Anderen führt beispielsweise zu
    holocaust-…[link]

    Lustig! Da ist sie schon wieder, die Angst vor einer Wiederaufstehung der NS-Zeit. Leute, aufwachen! Bevor aus Deutschland ein “viertes Reich” wird, mutieren wir eher zu einem islamischen Gottesstaat - das ist aus heutiger Sicht zumindest die realistischere Prognose!

    Ich verstehe nicht, wie so lange nach Kriegsende immer noch diese diffuse Nazi-Angst in den Köpfen vieler Linker herumspukt. Eine Gruppe nationlistisch gesinnter Glatzköpfe im Promillebereich, heftig aufgebauscht von den Medien (”NPD-Verbot!”) ist nichts gegen die Auswüchse einer mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbarenden Religion, die zunehmend aggressiver und fordernder daherkommt. Ich fürchte, die wahre Bedrohung unser Demokratie erkennen die Letzten erst, wenn es bereits zu spät ist.


  66. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 18:38 - Permalink

    @Mile

    Ah so,
    was würde geschehen, wenn die grösste russische Tageszeitung auf ihrem Titelblatt eine Fotomontage zeigen würde, auf der man Papst Benedikt sieht wie er in einen 12-jährigen Jungen eindringt, weil man über einen Fall von Pädofilie in der katholischen Kirche berichten will?

    Was geschehen würde? Ich sage es Dir: Diverse Kirchen- und Polit-Leutchen würden von einem Skandal sprechen, BILD & Co. würden dicke Schlagzeilen bringen… und nach 1-2 Wochen wäre das Thema vom Tisch. Keine Unruhen, keine Toten.

    Das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einer westlich aufgeklärten Gesellschaft und hinterwälderischen Fanatikern.


  67. · Armin am 14. Februar 2008 um 18:45 - Permalink

    Herr Frenzel,

    fehlt Ihnen eigentlich wirklich das Selbstreflexionsvermögen in Ihrem Geschwurbel dieses “Weltjudentum”-Echo zu hören? Ersetzen Sie doch in jedem Ihrer Sätze einfach mal das Wort “Moslem” durch “Jude”. Vielleicht fällt Ihnen dann ja was auf.

    Manche Menschen haben aus dem Nationalsozialismus eben nicht gelernt, dass ein paar Irre Millionen von Menschen umgebracht haben (Ups, hätten wir das gewußt.) Das wirklich Schlimme war, dass sich zig tausende - wenn nicht Millionen - vor den Hass-Karren spannen ließen.
    Um in Ihrem Gedankenkreis zu bleiben: “Hätte Hitler damals nicht eingegriffen, wir wären zu einem jüdischen Gottesstaat mutiert.” Würg!


  68. · Armin am 14. Februar 2008 um 18:50 - Permalink

    Und nochmal: die ehemaligen Mitglieder der NSDAP sind damals nicht in die NPD eingetreten. Deren neue Partei hatte vorne ein “C”.
    Mir machen nicht die paar Tausend “Glatzen” Angst, mich ängstigt Kochs “schweigende Mehrheit” (die’s ja offensichtlich glücklicherweise so nicht mehr gibt).

    Dieser latente Wille das “Böse” mit Stumpf und Stiel auszureissen…


  69. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 18:54 - Permalink

    @Armin

    Ihr Juden-Vergleich ist derart lächerlich, dass ich darauf gar nicht näher eingehen möchte, denn würde ich es tun, gäbe das Leuten wie Ihnen vermutlich nur noch Auftrieb.


  70. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 18:58 - Permalink

    Aha, NSDAP’ler sind also heute CDU/CSU-Mitglieder? Interessant. Können Sie das belegen? Rein biologisch gesehen bezweifel ich das nämlich.

    In der Tat, die schweigende Mehrheit gibt es allmählich nicht mehr. Sie artikuliert sich inzwischen auf Seiten wie PI und vielen anderen. Um’s mit Wowi zu sagen: “Und das ist gut so!”.


  71. · Armin am 14. Februar 2008 um 18:59 - Permalink

    Von “heute” hat keiner gesprochen. Aber im Gegensatz zur SED-Nachfolgepartei hat sich so manche große Volkspartei nie ihrer Vergangenheit gestellt.

    Ich sage nicht, dass Sie das sagen. Aber probieren Sie’s doch einfach mal aus. So als kleiner Selbstversuch. ;o)

    P.S.: Ich finde es auch sehr lobenswert, dass der deutsche Mob zunehmend alphabetisiert ist. Die Fähigkeit zur Artikulation ist ein wichtiges Mittel um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich aus der sozialen Isolation zu befreien. Sie und Ihre Freunde von PI assimilieren sich wirklich gut.


  72. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 19:02 - Permalink

    Nachtrag: Da mir diese Diskussion aufgrund der ständigen “Nazi-Angst-Reflexe” einiger Beteiligten inzwischen unsinnig erscheint, verzichte ich bis auf weiteres auf Beiträge. Einen schönen Abend noch.


  73. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 19:07 - Permalink

    @Peter Frenzel

    Bevor aus Deutschland ein “viertes Reich” wird, mutieren wir eher zu einem islamischen Gottesstaat - das ist aus heutiger Sicht zumindest die realistischere Prognose!

    Was für ein abstruser Unfug! Außer im PI-Blog, auf SPON und der BILD ist das “Problem” Islamismus in Deutschland doch de facto fast gar nicht vorhanden. Die Fälle, die es gibt, werden aufgebauscht und ausgeschlachtet. Wie viele Fälle von Ehrenmord (der übrigens wenig bis nichts mit der Religion zu tun hat) gibt es denn in Deutschland pro Jahr? Wie viele Steinigungen? Wie viele Genitalverstümmelungen? Das ist doch eine Scheindiskussion, die instrumentalisiert wird um Zwietracht zu sähen und von den eigentlichen Problemen abzulenken.

    Wie viele Deutsche haben Probleme mit türkischen oder iranischen Ärzten, Lehrern oder Politologen? Es geht bei der ganzen Diskussion letztendlich um Gerechtigkeit - in diesem Falle v.a. Bildungsgerechtigkeit. Das Klein-Mehmed kriminell wird und die Gesellschaft schädigt, hat die gleichen Ursachen, wie die Kriminalität von Klein-René.

    Wenn Du unter Rechtsextremismus nur “Glatzen” und “Hakenkreuze” siehst, hast Du aus der Geschichte gar nichts gelernt. Der moderene Reaktionismus kommt in einer zivilisierten Form daher, er trägt Schlips und Kragen und predigt von “kriminellen Orientalen” und “Islamofaschisten” und er ist in vielen Bereichen der Gesellschaft zu finden und keineswegs geächtet, sondern sehr anerkannt. Er bekommt sogar Kulturpreise.


  74. · Spiegelfechter am 14. Februar 2008 um 19:11 - Permalink

    @Peter

    Ihr Juden-Vergleich ist derart lächerlich, dass ich darauf gar nicht näher eingehen möchte, denn würde ich es tun, gäbe das Leuten wie Ihnen vermutlich nur noch Auftrieb.

    Natürlich, denn heute stehen wir ja alle betroffen am Mahnmal und solidarisieren uns mit Israel - wir haben aus der Geschichte gelernt. Heute sind es nicht mehr die Juden, die wir hassen, heute haben wir einen anderen Feind gefunden.

    Der Vergleich ist keineswegs abstrus - wenn man z.B. im PI-Blog das Wort “Moslem” gegen “Jude” austauschen würde, wäre das Ding von heute auf morgen dicht und Herr Herre säße im Knast.


  75. · Peter Frenzel am 14. Februar 2008 um 19:15 - Permalink

    Seltsam, ich muss nichtmal BILD oder PI lesen, um immer wieder Fälle - oft klein in der Lokalpresse - zu entdecken. “Ehrenmorde” sind nur die Spitze des Eisbergs und Gott sei Dank selten. Es fängt doch im kleinen an: Gewalt gegen Frauen, Zwänge (muslimisches Mädchen darf nicht am Sportunterricht teilnehmen), deutschfeindliche Übergriffe, etc. Für Sie alles nur Einzelfälle, ich weiß. Ich wünschte ja sogar, Sie hätten Recht. Doch für Einzelfälle sind es verdammt viele, wenn man sich mal die Mühe macht, e