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  • Frankreich gegen Deutschland – Krieg der Ideologien

    geschrieben am 09. Juni 2010 von Spiegelfechter

    Was wurde sie nicht gefeiert – BILD kürte Angela Merkel zur “Miss World” und im Forbes Magazine wurde die deutsche Regentin gleich viermal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt ernannt. Diese Zeiten sind passé. Nicht nur im eigenen Lande, sondern vor allem im Ausland ist die deutsche Kanzlerin momentan einem Sperrfeuer der Kritik ausgesetzt. Allen voran unser Nachbar Frankreich stilisiert sich ganz offen zum Anwalt aller Europäer und fährt Berlin in die Parade. Anstatt sich mit dem Freund im Westen besser abzustimmen, agiert Merkel wie ein uckermärkischer Elefant im europäischen Porzellanladen und verstört Europa durch einen Fauxpas nach dem anderen. Doch diese Krise der Kern-EU geht weit über Personalien hinaus, sie ist vielmehr eine systemische Krise, in der es um die Überwindung ideologischer Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland geht.

    So nah und doch so fern

    Frankreich und Deutschland – zwei enge Partner, die sich zwar in vielem nah, doch auch in vielem sehr fremd sind. Frankreich ist im Herzen immer noch die “Grande Nation”. Man hat sich zwar vernunftbedingt damit abgefunden, dass man als Siegernation von britischen (und noch mehr sowjetischen) Gnaden sowohl in machtpolitischen als auch in wirtschaftlichen Fragen schon lange weit hinter den ewigen Konkurrenten Deutschland zurückgefallen ist. Französische Eliten verstehen es jedoch ganz hervorragend, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch in Zusammenhängen zu denken. Anders als in Deutschland züchtet man in französischen Eliteuniversitäten seinen eigenen Verwaltungsnachwuchs. Hierzulande zieht es die Eliten stattdessen in die Wirtschaft und daher wird bereits bei der Ausbildung Wert darauf gelegt, Eigeninteressen ohne die Betrachtung des größeren Zusammenhangs zu verfolgen und einen reglementierenden Staat als potentiellen Feind anzusehen. Während das französische Denken “volkswirtschaftlich” ist, bestimmen in Deutschland “betriebswirtschaftliche” Gesichtspunkte den politischen Konsens. Dies ufert im Extremfall im volkswirtschaftlichen Idealbild der “schwäbischen Hausfrau” aus – eine Absurdität, die nicht nur französische Volkswirte bestenfalls den Kopf schütteln lässt.

    Der europäische Motor stottert und bockt

    Obgleich sowohl Angela Merkel als auch Nicolas Sarkozy auf dem Papier Konservative sind, haben sie ansonsten beinahe nichts gemeinsam. Adenauer und de Gaulle, Schmidt und Giscard d´Estaing, Kohl und Mitterand und auch Schröder und Chirac – enge personelle Verbindungen zwischen dem deutsch-französischen Doppelgespann haben jahrzehntelang jene ideologische Kluft überbrückt, die nun immer offener zu Tage tritt. All diese Zeit galt jedoch auch: Was gut für Frankreich ist, ist gut für Deutschland – und umgekehrt. Die D-Mark wertete gegenüber dem Franc regelmäßig auf, die französische Inflation war regelmäßig höher als die deutsche und doch profitierten beide Länder voneinander. Die Einführung des Euro, ohne gleichzeitige Koordinierung der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, beendete diese Erfolgsgeschichte jedoch abrupt. Seit dem schicksalhaften 1. Januar 2002, an dem der Euro offizielles Zahlungsmittel wurde, wuchs die deutsche Wirtschaft rasant, während die Einkommen der deutschen Arbeitnehmer stagnierten. Frankreichs Wirtschaft wuchs jedoch im Gleichklang mit den Einkommen – eine Abwertung des Franc war nicht mehr möglich und so entstand eine tiefe Kluft zwischen der “schwäbischen Hausfrau” und dem “gallischen Lebemann”. Frankreich ist jedoch nicht alleine mit diesem Problem – ganz Südeuropa und vielen neuen Eurozonenmitgliedern geht es ähnlich. Deutschland ist Exporteuropameister und Europa guckt in die Röhre.

    Bei der Analyse dieser Schieflage liegen Franzosen und Deutsche traditionsgemäß diametral auseinander. Während die deutschen “Betriebswirte” eine Neiddebatte anzetteln und ganz Europa auf Sparkurs trimmen wollen, sehen die französischen “Volkswirte” die Schuld bei den deutschen Sparfanatikern, die nicht nur die eigene Binnennachfrage abwürgen, sondern sich selbst Konkurrenzvorteile auf Kosten der anderen Europäer verschaffen. Die französische Argumentation ist natürlich wesentlich stichhaltiger als die deutsche, zumal es bei dieser Frage eben nicht um Betriebswirtschaft, sondern um Volkswirtschaft geht. Deutschland bleibt jedoch stur und blind. Zwar erkennt man hierzulande durchaus, dass beispielsweise das Schweizer Bankgeheimnis zwar den Schweizern nützt, dem Rest Europas jedoch schadet. Parallelen zur deutschen Angebotspolitik sieht man hierzulande jedoch nicht. Wenn französische Kommentatoren nun das deutsche Spardiktat für ganz Europa mit dem Einwand kritisieren, dass es volkswirtschaftlich fatal sei, wenn alle gleichzeitig sparen, ist dies nicht nur logisch, sondern auch volkswirtschaftlich unbestreitbar. Fast scheint es so, als seien die Deutschen die Kreationisten der Wirtschaftswissenschaften. Das alles wäre fürchterlich amüsant, wenn nicht ganz Europa unter der deutschen Borniertheit leiden würde.

    Rückenwind für Monsieur Sarkozy

    Im Windschatten der Wirtschaftskrise wurde offenbar, was sich lange angekündigt hatte. Die Schieflage im europäischen Haus mag zwar im Sommer zu kitten sein, sobald es die ersten Herbststürme gibt, droht den besonders gefährdeten Staaten an der europäischen Peripherie jedoch der Staatsbankrott. Während ganz Europa zur Sturmprophylaxe rief, wollte Angela Merkel den nahenden Orkan jedoch aus wahltaktischen Gründen aussitzen. Die Tatenlosigkeit von “Madame Non” forcierte die Krise jedoch ungemein. Plötzlich musste Europa klotzen und nicht nur kleckern und auf einmal wurde offenbar, dass Merkel die Krise instrumentalisieren will, um die Eurozone “einzudeutschen”. Der Deutschlandkorrespondent der Libération schrieb, “Merkel träum(e) von einem Heiligen Germanischen Euroreich”. Anstatt die Krise durch “Deficit-Spending” abzumildern, will Deutschland ganz Europa dazu zwingen, die Konjunktur durch Sparmaßnahmen abzuwürgen und geht dabei selbst mit “gutem” Beispiel voran.

    Dieser fortgesetzte Zweckmasochismus kommt allerdings in Europa erwartungsgemäß nicht gut an. Schnell konnte Merkels ideologischer Gegenspieler Sarkozy Verbündete gegen Deutschland sammeln. Mit Spanien, Italien und Portugal im Rücken forderte er die deutsche Kanzlerin am 7. Mai in Brüssel bei den Verhandlungen über das “Euro-Stabilitätspaket” offen heraus. Bereits das Vorgespräch unter vier Augen artete in ein Schreiduell aus und bei den eigentlichen Verhandlungen schlug Sarkozy nicht nur mit der Faust auf den Tisch, sondern drohte – spanischen Presseberichten zufolge – sogar mit dem Austritt Frankreichs aus der Eurozone. Deutschland stand plötzlich allein und musste den Franzosen in vielen Punkten entgegenkommen. Das verabschiedete Paket und vor allem die sanfte Neuaufstellung der EZB trägt eine deutliche französische Handschrift.

    Ein diplomatischer Affront

    Doch mit dem Stabilitätspaket war das deutsch-französische Duell über die Meinungsführerschaft im europäischen Krisenpoker noch lange nicht beendet – im Gegenteil. Als Angela Merkel Mitte letzten Monats den Europäern das Sparen beibringen wollte und dies mit dem Satz “der Euro ist in Gefahr” begründete, gingen die Franzosen erneut auf Konfrontationskurs. Bereits am nächsten Tag konterte Finanzministerin Lagarde: “Ich denke nicht, dass der Euro in Gefahr ist”. Von Sparorgien in Krisenzeiten halten die Franzosen auch ansonsten nicht viel. Erst gestern kommentierte der französische Konjunkturminister – ein solches Amt wäre in Deutschland absolut undenkbar – Patrick Devedjian, er sehe für sein Land keine Notwendigkeit für ein drastisches Sparprogramm. Wenn man bedenkt, dass Frankreich auch im nächsten Jahr einen Spitzenplatz in der europäischen Neuverschuldungshitparade einnehmen wird, ist dies freilich ein offener Angriff auf Deutschlands Blut-Schweiß-und-Tränen-Rhetorik, mit der die gesamte Eurozone zur schwäbischen Hausfrau umerzogen werden soll.

    Der französische Flankenangriff kam jedoch nicht aus dem luftleeren Raum, sondern kann als Reaktion auf einen beispiellosen diplomatischen Affront des Bundeskanzleramtes gewertet werden. Eigentlich wollten sich Merkel und Sarkozy am Montag Abend in Berlin treffen, um Differenzen im Vorfeld des Treffens des Europäischen Rates am 17. Juni beizulegen. Dieses Treffen wurde von den Stäben der beiden Staatschefs minutiös vorbereitet und der französische Tross traf bereits im Vorfeld in Berlin ein. Um 15.00 Uhr – Sarkozy war bereits auf dem Weg zum Flugfeld – fiel der Kanzlerin dann urplötzlich ein, dass sie den Abend lieber in Gesellschaft ihrer Parteifreunde, denen sie das Sparpaket schmackhaft machen müsse, verbringen wollte. Das Kanzleramt ließ ausrichten, dass es jetzt gerade eben doch nicht so gut passe und ob Sarkozy nicht vielleicht in der nächsten Woche einmal vorbeischauen wolle. In der Welt der Diplomatie, in der bereits eine falsch aufgestellte Standarte zum Staatsaffront hochgespielt wird, ist ein solches Vorgehen natürlich unentschuldbar.

    Natürlich lag es nicht an Terminproblemen des Kanzleramtes, sondern an den tiefen ideologischen Gräben zwischen den beiden europäischen Großmächten, dass der hibbelige Franzose, dem die Kanzlerin Gerüchten zufolge bereits jeglichen körperlichen Kontakt zu ihr untersagte, stante pede ausgeladen wurde. Sowohl das Kanzleramt als auch der Élysée-Palast wissen nur allzu genau, dass es momentan keine Chancen gibt, die ideologischen Gräben zu überwinden. Die von Frankreich propagierte europäische “Wirtschaftsregierung”, bei der alle Euroländer ihre Wirtschaftspolitik untereinander abstimmen müssten, gilt in Deutschland als absolutes Tabu.

    Deutschland isoliert sich

    “Miss World” hat es binnen weniger Monate geschafft, dass Deutschland auf dem internationalen Parkett einsam dasteht. Bis auf die Niederlande, Dänemark und Finnland stehen alle Euroländer eher auf der französischen Seite. In einem Punkt sind sich die Kommentatoren in Spanien, Österreich und Frankreich einig – der deutsche Weg schadet Europa.

    Wenn alle Staaten ihre Ausgaben gleichzeitig reduzieren, gibt es keine Möglichkeit für den Wiederaufschwung der europäischen (und globalen) Wirtschaft (…) Spaniens Chancen, über die Außenwirtschaft Wirtschaftswachstum zu erlangen, verringern sich, wenn Deutschland die Ausgaben kürzt.
    El País – Spanien

    Die deutsche Neigung zum Fleiß und zum Selbstverzicht schafft genau jene globalen Ungleichgewichte, die zuerst das internationale Finanzsystem und dann die europäische Gemeinschaftswährung ins Wanken gebracht haben. Diese Botschaft wird seit Jahren von führenden Ökonomen getrommelt. (…) Doch die Deutschen wollen es nicht hören. Ihre Angst vor “griechischen Verhältnissen” führt dazu, dass sie genau diese Verhältnisse hervorrufen.
    Der Standard – Österreich

    Der letzte Avatar dieser Kakophonie ist das sich gegenseitige Überbieten mit Sparplänen unter dem doppelten Druck durch die Märkte und von Deutschland.
    Le Monde – Frankreich

    Auch in Großbritannien und vor allem den USA blickt man mit äußerster Sorge nach Berlin. Bereits im Vorfeld des deutschen “Spargipfels” mahnte US-Finanzminister Geithner in ungewohnt scharfen Tönen davor, die deutsche Binnenkonjunktur durch Sparprogramme abzuwürgen. Sowohl in der EZB als auch im IWF sind die Spitzenpositionen strategisch klug mit Franzosen besetzt, während deutsche Zentralbanker wie Axel Weber international einen Ruf wie polnische Autohändler genießen. Will sich Deutschland international nicht vollends isolieren, sollte es vielleicht wenigstens einmal prüfen, ob dem Land, seinen Bürgern und vielleicht nicht sogar ganz Europa am ehesten damit geholfen wäre, wenn man ein wenig “französischer” würde. Frankreich hat keine gigantischen Exportüberschüsse, eine stabile Binnennachfrage und hat dank dieser Faktoren sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise wesentlich besser gemeistert als sein östlicher Nachbar. Wenn es ein Land gibt, das Deutschland von seiner Geisterfahrermentalität, die nicht nur für Deutschland selbst, sondern für die gesamte Welt gefährlich ist, abbringen kann, dann ist dies wohl Frankreich. Bonne chance!

    Jens Berger

    154 Kommentare Print This Post
    Was wurde sie nicht gefeiert - BILD kürte Angela Merkel zur "Miss World" und im Forbes Magazine wurde die deutsche Regentin gleich viermal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt ernannt. Diese Zeiten sind passé. Nicht nur im eigenen Lande, sondern vor allem im Ausland ist die deutsche Kanzlerin momentan einem Sperrfeuer der Kritik ...
    Tags: Deutschland Europa Frankreich Neoliberalismus Volkswirtschaft Wirtschaft
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    6. Aufgelesen und kommentiert 2010-06-09
    7. NachDenkSeiten – Die kritische Website » Hinweise des Tages

    154 Kommentare:

    1. Chr.Bolz schrieb am 9. Juni 2010 at 16:45 - Permalink

      Jens, bitte bitte bitte. Mach sofort den Scheiss von der Startseite weg. Will gleich auf den Text. Das nervt

      Oha, sorry. Jetzt ist wieder normal. Warst wohl gerade am umstellen. Bis denne

    2. Steffen schrieb am 9. Juni 2010 at 17:07 - Permalink

      Köstlich und leider nur allzu wahr, ABER

      Bis auf die Niederlande, Dänemark und Finnland stehen alle Euroländer eher auf der französischen Seite

      1. Dänemark hat gar keinen Euro nicht.
      2. Österreich mal ausgenommen, ist das doch der alte D-Mark-Block. Wen wundert’s also.

    3. il lucre schrieb am 9. Juni 2010 at 17:19 - Permalink

      Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, mhm?
      Mit unwohlem Gefühl las ich Mitte März noch die Lobhudeleien des Economist auf Merkeldeutschland und seine Sparwut und dachte: Hoffentlich liest das die Merkel nicht!
      Um polemisch zu werden: wo früher der preußische Kadavergehorsam in Militärakademien zu einem gußeisernen Annexionssystem zusammegeschmiedet wurde, wird heute exzessiv BWL gepaukt.

      Trauriger, aber sehr interessanter Artikel, Herr Berger!

    4. elwu schrieb am 9. Juni 2010 at 17:24 - Permalink

      Merkel, Schäuble, de Maizere usw. sind bei den beiden Rettungspaketen für die PIIGS doch dem Triumvirat Sarkozy, Trichet und Strauss-Kahn mit unzähligen Milliarden deutscher Steuergelder zu Hilfe gesprungen. Denn französische Banken haben mit Abstand am meisten zu verlieren bei einem hair-cut für Anleihen dieser Länder. Und für Franzosen gilt wie seit jeher: zuerst kommen französische Interessen. Daran ändern auch all die hohlen Phrasen von wegen guter Europäer etc. nichts. Die Pläne dieser Leute gehen eindeutig dahin, die Transferunion zu Lasten der deutschen Bürger noch weiter auszubauen. Und es steht zu befürchten, dass Merkel weiter und weiter einknickt.

      Das ändert alles nichts daran, dass ich aus vielen Gründen mit der deutschen Finanz- Steuer- und Wirtschaftspolitik völlig unzufrieden bin. Allerdings schon seit Anfang der 80er, egal wer da gerade in der Regierung herumdilletiert hat.

    5. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 17:29 - Permalink

      @Chr Bloz

      Jens, bitte bitte bitte. Mach sofort den Scheiss von der Startseite weg. Will gleich auf den Text. Das nervt

      Oha, sorry. Jetzt ist wieder normal. Warst wohl gerade am umstellen. Bis denne

      Ich weiß leider nicht, was Du meinst. Ich habe heute auch nicht herumgespielt. Um einen Bug o.ä. auszuschließen, kannst Du mir ja mal mailen, was Dich da so gestört hat.

    6. Truvor schrieb am 9. Juni 2010 at 17:32 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Der Artikel ist ein Treffer.
      Ähnliches habe ich im russischen Raum gelesen.
      Bitte, weiter so !

    7. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 17:32 - Permalink

      @Steffen

      Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte natürlich nicht die Eurozone, sondern das EWS bzw. WKM II.

    8. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 17:37 - Permalink

      @elwu

      Natürlich handeln die Franzosen nicht aus Altruismus oder blauäugiger Europafreundlichkeit. Wie es die Umstände wollen, sind die Interessen der Franzosen allerdings mit denen der allermeisten EU-Staaten (und auch der deutschen Bevölkerung) deckungsgleich, weshalb ich hier nicht trennen will.

      Die Pläne dieser Leute gehen eindeutig dahin, die Transferunion zu Lasten der deutschen Bürger noch weiter auszubauen. Und es steht zu befürchten, dass Merkel weiter und weiter einknickt.

      Das hoffen wir doch mal. Vergleichen wir das doch mal mit einem Dorf mit eng aneinander stehenden Häusern, bei dem nur ein Hausbesitzer einen Brunnen hat. Es ist durchaus im Sinne aller (aus des Brunnenbesitzers), dass er etwas von seinem Wasser abgibt, da im Falle eines Brandes alle Häuser niederbrennen.

    9. goldman sachs schrieb am 9. Juni 2010 at 17:39 - Permalink

      @spiegelfechter, Ex-BDI Präsident Hans-Olaf Henkel hat 11 Jahre lang in Frankreich gelebt, trotzdem zog er neulich im TV ne Schnüte und drohte, dass ?geheime Kreise? sehr sehr ?unzufrieden? seien, das deutsch-französische Verhältnis schwer gestört sei und Frankreich ?dafür? bezahlen werde. Es klang nach einer Vergewaltigung der stämmigen Madame Merkel durch den zappeligen Monsieur Sarkozy. Übrigens, Sarkozy wird auf einem deiner Fotos mit seiner ziemlich krummen Nase im Profil gezeigt. Muss das sein, wird der BDI bald mit der Hakennase Sarkozys kommen?

      Nach meinem Eindruck ist Henkels Fleppe ein Zeichen, dass die Entscheidungsschlacht um Europa schon geschlagen und das Zentrum Europas endlich unsichtbar dahin gewandert ist, wohin es gehört, zur ?Grande Nation?! Merkel, die dt. Bundesbänker, die dt. Exportindustrie, die dt. Finanzindustrie sind strategisch in der Defensive und machen wilde taktische Ausfälle!

      Sowohl in der EZB als auch im IWF sind die Spitzenpositionen strategisch klug mit Franzosen besetzt, während deutsche Zentralbanker wie Axel Weber international einen Ruf wie polnische Autohändler genießen. Will sich Deutschland international nicht vollends isolieren, sollte es vielleicht wenigstens einmal prüfen, ob dem Land, seinen Bürgern und vielleicht nicht sogar ganz Europa am ehesten damit geholfen wäre, wenn man ein wenig ?französischer? würde. Frankreich hat keine gigantischen Exportüberschüsse, eine stabile Binnennachfrage und hat dank dieser Faktoren sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise wesentlich besser gemeistert als sein östlicher Nachbar.

      Wenn es ein Land gibt, das Deutschland von seiner Geisterfahrermentalität, die nicht nur für Deutschland selbst, sondern für die gesamte Welt gefährlich ist, abbringen kann, dann ist dies wohl Frankreich. Bonne chance!

      Ein ganz entscheidender Punkt, den du übrigens nicht angeschnitten hast, ist Merkels Entscheidung, den US-Laden IWF im Kontext EUR 750 Mrd.-Rettungspaket mit ins Boot zu nehmen! Das ist eine verfassungsrechtliche, eine europarechtliche Bombe! Daher die Auswechslung von 3 deutschen Verfassungsrichtern im Mai 2010 und der Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten im Mai 2010. Nehmen wir an, das deutsche Verfassungsgericht würde noch verfassungsgemäß funktionieren und der neue bzw. der Interims-Bundespräsident würde noch verfassungsgemäß funktionieren, würde es gaanz heiß. Man will sich diesen Fall kaum ausmalen, die deutsche Generalwende vorwärts oder rückwärts! Europa oder nichts! Die Atlantikbrücke glüht!

    10. elwu schrieb am 9. Juni 2010 at 17:53 - Permalink

      @ Spiegelfechter:

      Das hoffen wir doch mal. Vergleichen wir das doch mal mit einem Dorf mit eng aneinander stehenden Häusern, bei dem nur ein Hausbesitzer einen Brunnen hat. Es ist durchaus im Sinne aller (aus des Brunnenbesitzers), dass er etwas von seinem Wasser abgibt, da im Falle eines Brandes alle Häuser niederbrennen

      Dazu wäre dann zu präzisieren, dass die Bürgermeister des Dorfes mit Brunnen die allermeisten Bürger jahrzehntelang dazu gezwungen haben, Wasservorräte anzulegen, die Häuser und die Straßen nicht allzu groß und prächtig zu bauen, und überhaupt die Gürtel schön eng zu schnallen. Während die Bürgermeister der anderen Dörfer drumherum so ziemlich das Gegenteil betrieben.

      Es wäre den Bürgern des Brunnendorfes gegenüber noch ungerechter als bislang, ihnen zu den Entbehrungen der Vergangenheit künftig auch die Finanzierung des Prassens der umliegenden Dörfer aufzuerlegen.

    11. elwu schrieb am 9. Juni 2010 at 18:00 - Permalink

      @ goldman sachs

      Daher die Auswechslung von 3 deutschen Verfassungsrichtern im Mai 2010

      Die Amtszeit von Verfassungsrichtern beläuft sich auf 12 Jahre. So zielgenau wie du es hier darstellst, ist eine ‘Auswechslung’ schwer möglich. Und wer waren denn die drei, außer Andreas Paulus fällt mir niemand ein, der im März (nicht Mai) dieses Jahres sein Amt angetreten hat?

    12. goldman sachs schrieb am 9. Juni 2010 at 18:17 - Permalink

      @etwu 11#
      “Dazu wäre dann zu präzisieren, dass die Bürgermeister des Dorfes mit Brunnen die allermeisten Bürger jahrzehntelang dazu gezwungen haben, Wasservorräte anzulegen, die Häuser und die Straßen nicht allzu groß und prächtig zu bauen, und überhaupt die Gürtel schön eng zu schnallen. Während die Bürgermeister der anderen Dörfer drunherum so ziemlich das Gegenteil betrieben. Es wäre den Bürgern des Brunnendorfes gegenüber noch ungerechter als bislang, ihnen zu den Entbehrungen der Vergangenheit künftig auch die Finanzierung des Prassens der umliegenden Dörfer aufzuerlegen.”

      Nehmen wir mal an, die Dörfer heißen Deutschland, Frankreich und Griechenland. Der Bürgermeister des Dorfes Deutschland (mit Brunnen) hat die allermeisten Bürger jahrzehntelang dazu gezwungen, Wasservorräte anzulegen, die Häuser und die Straßen nicht allzu groß und prächtig zu bauen, und überhaupt die Gürtel schön eng zu schnallen. Einen immer größeren Teil des Wassers verkaufte der Bürgermeister Deutschlands an das Dorf Griechenland. Damit das Dorf Griechenland das Wasser aus Deutschland kaufen konnten, liehen ihm einige Bank-Einwohner des Dorfes Deutschlands und einige Bank-Einwohner des Dorfes Frankreich das Geld dafür.

      Der Bürgermeister des Dorfes Frankreichs liefert so gut wie kein Wasser an das Dorf Griechenlands, da es ja schon genug Wasser aus dem Dorf Deutschlands hatte.

      Plötzlich hatten die Bürger des Dorfes Griechenland kein Geld mehr, um das Wasser aus Deutschland an die Bank-Einwohner im Dorf Deutschland und im Dorf Frankreich zu bezahlen.

      Also beschlossen die Bürgermeister der Dörfer Deutschland und Frankreich, ihre Einwohner zu Geldzahlungen zu zwingen, dann dieses Geld an die Einwohner des Dorfes Griechenlandes geben, damit sie das Geld an die Bank-Einwohner in den Dorfern Deutschland und Frankreich geben, als Bezahlung für das vom Dorf Deutschland gelieferte Wasser an das Dorf Griechenland.

    13. R_Winter schrieb am 9. Juni 2010 at 18:17 - Permalink

      Der Artikel trifft voll.
      Doch SF sage mir, wo soll bei Merkel und den Ossis den volkswirtschaftliches Denken herkommen?
      Aus Moskau und Leningrad?
      Und jetzt noch noch Gauck …. Schreck lass nach…..

      Den ganzen Artikel kannst Du in einem Satz zusammenfassen

      Während das französische Denken ?volkswirtschaftlich? ist, bestimmen in Deutschland ?betriebswirtschaftliche? Gesichtspunkte den politischen Konsens. Dies ufert im Extremfall im volkswirtschaftlichen Idealbild der ?schwäbischen Hausfrau? aus ? eine Absurdität, die nicht nur französische Volkswirte bestenfalls den Kopf schütteln lässt.

    14. Bonsaibäumchen schrieb am 9. Juni 2010 at 18:26 - Permalink

      Vielen dank für den guten Artikel SF.
      Für mich war das alles nicht so leicht ersichtlich und überschaubar wie von dir dargestellt.

      Schöne Grüsse,
      Bonsaibäumchen

    15. Lago schrieb am 9. Juni 2010 at 18:27 - Permalink

      @R_Winter

      Also ich kann dich beruhigen, die meisten unfähigen Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland sind nicht die späte Rache Stalins, sondern Hessen …

    16. goldman sachs schrieb am 9. Juni 2010 at 18:39 - Permalink

      @elwu 11#

      Die Amtszeit von Verfassungsrichtern beläuft sich auf 12 Jahre. So zielgenau wie du es hier darstellst, ist eine ?Auswechslung? schwer möglich. Und wer waren denn die drei, außer Andreas Paulus fällt mir niemand ein, der im März (nicht Mai) dieses Jahres sein Amt angetreten hat?

      1. Dr. Kirchhof ist seit März. 2010 neuer Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Vorsitzender des Ersten Senats
      2 Prof. Dr. Voßkuhle ist seit März 2010 Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Vorsitzender des Zweiten Senats,
      3. Prof. Dr. Paulus seit März 2010 Richter des Bundesverfassungsgerichts (Erster Senat)

      Bei den Angaben zum Monat habe ich mich auf die Amtseinführung bezogen, wobei Bundespräsident Köhler am 14. Mai 2010 die Rede hielt.

      Natürlich ist die Auswechslung von 3 Richtern nicht geplant. Sie ist aber schon lange bekannt. Das Datum (relevant wäre für Dr. Merkel der Mai 2010) könnte z.B. die Zeitplanungen (Verzögerungen) bei Dr, Merkels verfassungsrelevanten Entscheidungen zum Thema Rettungspaket, zusätzlich zur NRW-Wahl, beeinflusst haben.

    17. Skythe schrieb am 9. Juni 2010 at 19:06 - Permalink

      Geld rauswerfen ist natürlich viel einfacher als sparen, lieber Jens, lieber Nicolas, und nebenbei macht man sich auch beliebt bei den Wählern. Klasse! Aber effektiver in der Krise?

      Wahrscheinlich zeigen uns Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich auch, was eine tolle Wirtschaft ist, weil die so gut Geld ausgeben können!

    18. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 19:08 - Permalink

      @R_Winter

      Der Artikel trifft voll.
      Doch SF sage mir, wo soll bei Merkel und den Ossis den volkswirtschaftliches Denken herkommen?
      Aus Moskau und Leningrad?
      Und jetzt noch noch Gauck ?. Schreck lass nach?..

      Ach watt – Merkel hat für so etwas doch unzählige “Berater”, oder denkst Du, sie verstünde auch nur irgendwas von derlei Fragen? Die Frage, warum ihre Berater derart schief liegen, ist schon interessanter.

    19. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 19:14 - Permalink

      @16 Goldman Sachs

      Na, Du bist mir so ein Früchtchen ;-)

      Da machst Du aus dem altersbedingten Ruhestand von Hans-Jürgen Papier gleich eine dreifache “Auswechslung” von Richtern.

      Und dann klaust Du dem guten Ferdinand Kirchhof auch gleich noch den Professorentitel ;-)

    20. elwu schrieb am 9. Juni 2010 at 19:16 - Permalink

      @ goldman sachs 12

      Also beschlossen die Bürgermeister der Dörfer Deutschland und Frankreich, ihre Einwohner zu Geldzahlungen zu zwingen, dann dieses Geld an die Einwohner des Dorfes Griechenlandes geben, damit sie das Geld an die Bank-Einwohner in den Dorfern Deutschland und Frankreich geben, als Bezahlung für das vom Dorf Deutschland gelieferte Wasser an das Dorf Griechenland.

      So ungefähr. Wobei die Bürger des Dorfes Deutschlands die größten Zahldeppen an die Bank-Einwohner Frankreichs (und in geringerem Maß?) Deutschlands sind. Unterm Strich haben durch die (zum guten Teil von den eigenen Bürgermeistern und deren Kompagnons in Gewerkschaften und Unternehmen aufgezwungene) Sparsamkeit der Dorfbürger Deutschlands alle gut gelebt und profitiert. Außer den Zahlemännern selbst. Die dennoch laut allseitigem Geschrei ‘über ihre Verhältnisse’ gelebt haben sollen.

    21. Lazarus09 schrieb am 9. Juni 2010 at 19:23 - Permalink

      Amuesant zu lesen und ich will fast sagen “leider” nur zu wahr….

      Unsere Kanzlerette die Perle der Uckermark ist nun mal eine traege ferngelenkte Drone.
      Stehts bereit du einem entschiedenen VIELLEICHT oder einem klaren und deutlichen JAIN.

      Das Schiff der Kanzlerette ist am sinken ,das pfeiffen die Spatzen schon vom Kraehennest .Vor allem das Springer-Flaggschiff WELT hat sich längst auf die Kanzlerin eingeschossen, BILD laesst es nicht an Haeme fehlen.
      Es waehre nun Zeit für die Vertrauensfrage und fuer Neuwahlen, die “vorgezogen” zu nennen niemand ernsthaft wagen würde, denn sie sind seit spaetestens einem halben Jahr ueberfälllig.

    22. W.B. schrieb am 9. Juni 2010 at 19:37 - Permalink

      Lieber ein ?gallischer Lebemann? als ?schwäbische Hausfrau? .

      Doch SF sage mir, wo soll bei Merkel und den Ossis den volkswirtschaftliches Denken herkommen?

      Die Unterstellung, dass (makro-)ökonomischer Sachverstand qua Herkunft vorhanden / nicht vorhanden wäre, ist kompletter Schwachsinn.
      Wo findet man denn bitteschön das volkswirtschaftliche Denken bei Sinn, Westerwelle, Henkel … und wie die üblichen Verdächtigen mit West-Herkunft alle heißen?

    23. Keynesianer schrieb am 9. Juni 2010 at 19:40 - Permalink

      Die Geschichte klingt zwar schön rund, dass halt die Franzosen volkswirtschaftlich denken könnten und die Deutschen beschränkte Betriebswirte wären. Aber das war es dann auch schon.

      Eigentlich ist Deutschland die zweite oder sogar erste Heimat des Keynesianismus. Die Neoliberalen, die mit Stabilitätspolitik die Konjunktur abwürgen wollen, um durch Massenarbeitslosigkeit die Löhne zu senken und die Sozialleistungen abzubauen, stammen ja aus England und den USA.

      Daher kann ich mich des Verdachts nicht ganz erwehren, dass uns hier ein Theater aufgeführt wird. Die Deutschen sollen weiter Lohnverzicht üben und sich dumm und dusslig schuften, für den Titel des Exportgroßmeisters aller Klassen, und mit ihrem Warenüberschuss und dem erwirtschafteten Geld die anderen Staaten auf ihre Kosten leben lassen.

      Dem einfältigen Michel wird das aber so verkauft, als wäre es seine eigene verblödete Regierung mit ihren Beratern, die unbedingt darauf bestünden, dem Michel den Gürtel noch enger zu schnallen, um anschließend ein Vielfaches der an Arbeitern und Erwerbslosen eingesparten Gelder an die EU und USA zu verschenken.

    24. goldman sachs schrieb am 9. Juni 2010 at 19:44 - Permalink

      @spiegelfechter 19#

      @16 Goldman Sachs
      Na, Du bist mir so ein Früchtchen ;-)
      Da machst Du aus dem altersbedingten Ruhestand von Hans-Jürgen Papier gleich eine dreifache ?Auswechslung? von Richtern.

      Hmmm, du wirst nicht rot bei dieser sündigen Lüge? Reifer (?) Mann und Früchtchen. Ist des etwa die Formel, die dich taufrisch hält? Ich kann es nicht glauben!

      Sportlich gesehen ist Auswechslung eine Einwechslung. Auf drei Spielpositionen stehen drei neue Namen, also unterstell nix von Früchtchen und so!

      Wir haben eine “Verfassungsgerichtsmannschaft” und eine ?Regierungsmannschaft. Die Aufstellung der “Verfassungsgerichtsmannschaft” wurde auf drei Positionen neu besetzt, der Spieler “Papier” ging altersbedingt ab und wurde durch einen Auswechslungsspieler ersetzt..

      Die ?Regierungsmannschaft? ist komplett reif für die Auswechslung, sitzt überhaupt noch einer auf der Ersatzbank?

    25. almabu schrieb am 9. Juni 2010 at 19:46 - Permalink

      Der Artikel ist leider völlig wahr und die gezogenen Schlüsse sind richtig! Es ist schon absurd, dass volkswirtschaftliche Selbstverständlichkeiten wie die geforderte Ankurbelung der deutschen Binnenkonjunktur, sprich der Löhne und Gehälter, heute eher von der Regierung unseres Nachbarlandes Frankreich kommen als zum Beispiel von unseren Gewerkschaften. Wie viele Jobs in Deutschland werden nach Tarif oder besser bezahlt und wie viele Jobs werden durch Flächentarifverträge geregelt?

      Frankreich macht auch in den internationalen Institutionen eine bessere Personalpolitik. Sie haben exzellent ausgebildete, blendend vernetzte Fachleute an die richtigen Positionen gebracht. Das ist richtig, wichtig und legitim. Was haben wir? Woher stammt der deutsche Personal-Pool für internationale Top-Jobs, wer beurteilt sie “kompetent” und wählt sie aus?

      Wenn Koryphäen vom Schlage Merkel eifersüchtig und misstrauisch ihre Macht absichern und sonst nix tun, dann kommt halt so etwas dabei raus…

    26. pantoffelpunk schrieb am 9. Juni 2010 at 19:48 - Permalink

      Jens, Deine Beiträge beeindrucken mich immer wieder schwer. Hut ab.

    27. schwitzig schrieb am 9. Juni 2010 at 20:36 - Permalink

      @10 elwu

      Dazu wäre dann zu präzisieren, dass die Bürgermeister des Dorfes mit Brunnen die allermeisten Bürger jahrzehntelang dazu gezwungen haben, Wasservorräte anzulegen, die Häuser und die Straßen nicht allzu groß und prächtig zu bauen, und überhaupt die Gürtel schön eng zu schnallen.

      Dummerweise wurde der Gürtel dann so angezogen, dass die Bürger die Wasservorräte zwecks Überleben aussaufen mussten.

      Und jetzt bin ich wirklich mal gespannt, wie StefanP(light) erklärt, wie etwas wachsen kann, wenn alle damit beschäftigt sind, einzusparen.

      Ein interessanter Text zu “Savings”:

      A short story about savings

      Once upon a time, the leaders of “Fly Dipstick”, one of the smallest airlines of “dipstick country”, decided that they need to save money, a lot of money. They sat together and after nights of debating they came up with the ultimate saving project.

      The program was named “Fly big and safe” – short form: FBAS-Project.

      They bought one Airbus A380 which replaced all small Pipers and Embraers. After a while, they discovered that only a few young urban people were booking flights and all children and elderly people didn’t.

      The over-night-elaboration of this issue shown some easy solutions, so called “quick wins”. The reason must be the gangways for the A380 which have been identified as much to long. So, they decided to dismantle the wheels and the landing gears. By this they could make the gangways shorter for the kids and the older ones.

      Also, another saving could be realized. They didn’t need to spent big money for the tires anymore and the gangway could be shortened by 4 steps, which gave another remarkable saving of 12 %. This should give the boost for becoming the world leader in air transportation.

      Another 6 month later, after having disappointed incentive payout, the next step,
      “evolution-FBAS” has been brought to life. While the A380 still standing on the park position, without wheels and with the shortest gangway in the world, the customer satisfaction survey onboard shows, that the travel time is too long, at that day already 6 month for a single travel to the neighbor country.

      The leaders decided to fire the pilots and replacing them by an external crew. As further studies of the current situation shows, which the A380 cannot take off without wheels, they lowered the skill profile for the pilots, because take off and landing is unlikely to be happen. By downgrading the pilot’s skills another saving of 30% was achieved.

      Unfortunately the financial situation of the “Fly Dipstick” airline did not improve significantly so that another new program “lean operation 2010″ was invented. This program was designed to bring the airline back to growth. Many intelligent measures had been taken. They made the airplane lean by cutting off the wings. This allows them in future to utilize smaller and cheaper park positions on the airfields. Also as an add-on they found out, that without wings, they don’t need the maintenance branch for jet engines anymore which went along with the biggest headcount reduction in the history of the airline.

      The next passenger satisfaction survey was scheduled already and the cash flow was still negative. So, they decided to lower the air fare to attract the passengers, which were still sitting in the airplane for now 10 months. Even some seats are still empty; the low price was expected to fill them shortly. Also low costs are making customers happy, so for the next survey everybody was very optimistic. The reviews of fuel bills of the last 3 consecutive quarters were promising as well.

      After the chairman has announced the measures to increase profitability of the airline, all analysts were extremely happy, the stock market reflected the good news in raising stock prices and the shareholder were prepared for a good dividend.

      Based on the positive signs the leaders decided to call an investor meeting to suggest another investment into two more A380. The already taken actions on the first airplane should be taken into consideration and an external consulting company has been tasked to negotiate the pricing for the “lean” version of the new jets with Airbus Company.

      This success story became public and many companies in the world, even working in totally different fields than “Air traffic” have adopted the principles accordingly.

    28. Dr.Evil schrieb am 9. Juni 2010 at 20:41 - Permalink

      Eine Frage zum besseren Verständnis:
      Wenn Frankreich “einen Spitzenplatz in der europäischen Neuverschuldungshitparade” auch im nächsten Jahr und in den vergangenen Jahre inne hat, warum sollte dann Deutschland sich ebenso verhalten und aufs Sparpaket verzichten?

      Oder missverstehe ich den Satz und Frankreich ist deshalb Spitzenreiter, weil sie durch die Wirtschaftskrise viele Schulden aufbauen um “volkswirtschaftlich” denkend ihre Binnenkonjunktur zu stärken bzw zu beleben und in den kommenden Jahren wird dadruch die Neuverschuldung sinken?

      Bin erst vor kurzem hier unterwergs und daher sind mir manche Begrifflichkeiten und Geschehnisse (noch) nicht bekannt. :)

    29. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 20:57 - Permalink

      @Dr. Evil

      Eine Frage zum besseren Verständnis:
      Wenn Frankreich ?einen Spitzenplatz in der europäischen Neuverschuldungshitparade? auch im nächsten Jahr und in den vergangenen Jahre inne hat, warum sollte dann Deutschland sich ebenso verhalten und aufs Sparpaket verzichten?

      Ich meinte damit natürlich einen Spitzenplatz in Sachen Verschuldung – bin gerade zu faul, nachzuschauen, aber das fr. Defizit 2011 wird so zwischen 8% und 9,5% liegen.

    30. Christian Walde schrieb am 9. Juni 2010 at 21:32 - Permalink

      Sehr schöner Artikel, hat mir äusserst gefallen, vor allem da ich den auch Verwandschaft nahelegen kann. Aber genauso wie Dr.Evil verwirrt mich die Frage der Verschuldung.

      Warum ist es nicht schlimm dass Frankreich sich mehr und mehr verschuldet?

    31. FDPWaehler schrieb am 9. Juni 2010 at 21:55 - Permalink

      Zu einfach gedacht. Es ist nicht nur die Mentalität, die die Politik von Deutschland und Frankreich bestimmten, sondern die grundlegende Situation.

      Die stabilere Binnennachfrage in Frankreich kommt auch daher, dass die Franzosen noch demographisch gesund sind. Ein alternde Gesellschaft mit weniger Kinder konsumiert einfach weniger und investiert lieber in Versicherungen und sonstige finanzielle Sicherheiten. Ein einfacher Kurswechsel wie hier gefordert, “Löhne rauf und ferddisch” ist leider nicht drin.
      Zudem muss Deutschland seine Schulden niedrig halten, um nicht in die Knie zu gehen, wenn die Baby Boomer in Pension gehen. Dies gilt auch für die Südeuropäer, die ähnlich niedrige Geburtenraten aufweisen. Vor allem Portugal wird dafür abgestraft, weil die Märkte glauben, dass die Alterung und Pensionierung dem Land das Genick brechen könnte.

    32. Aurisa schrieb am 9. Juni 2010 at 21:57 - Permalink

      Man man man…

      Ich schätze diesen Blog hier wirklich… aber über die hier immer wieder vertretene Meinung:

      “Wir müssen nur mehr Geld ausgeben und alles wird gut!” (Bisschen überspitzt auf den Punkt gebracht).

      Darüber kann ich einfach nur den Kopf schütteln!

      Klar kann man Schulden machen = Geld ausgeben, das man nicht hat, um Probleme zu lösen, womit man die Probleme aber IMMER NUR in die Zukunft verlagert.

      Ist das wirklich SO schwer zu verstehen…?

      Das kann eine Weile gutgehen, aber nicht, wenn man nicht nur Geld ausgibt, das man – noch – nicht hat, sondern sogar schon Geld, das man NIE haben wird!

      Wir alle leben schon seit Jahrzehnten nicht nur auf Kosten der Umwelt und der Entwicklungsländer – was einigen ja herzlich egal ist… – sondern auch auf Kosten der Zukunft.

      Man kann aber nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben…

      Wir dachten immer, wir könnten die Probleme (Schulden) immer weiter in die Zukunft verschieben… auf unsere Kinder und deren Kinder…

      Aber diese Kinder auf, die wir – unsere Gesellschaften – die Probleme in der Vergangenheit verschoben haben… das sind WIR!

      WIR sind die Kinder, die die für die Sünden (Schulden) unserer Eltern und Großeltern werden bezahlen müssen… und bald ist Zahltag!

      Weiter Schulden machen…?

      Vergesst es!

    33. Matti schrieb am 9. Juni 2010 at 22:07 - Permalink

      Klasse Artikel.
      Immer wieder lesenswert die Kommentare von goldman sachs & schwitzig.

      Macht weiter so.

    34. schwitzig schrieb am 9. Juni 2010 at 22:08 - Permalink

      @Aurisa

      Man kann aber nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben?

      WER lebt hier “über seine Verhältnisse”? Das ist wieder so ein typischer Propagandaspruch.

      Ausserdem geht es nicht direkt um Mehrausgaben, sondern eher darum, dass Deutschland seit Jahrzehnten die Staatseinnahmen reduziert und zwar nur zum Vorteil der Oberschicht. Es geht darum, dass die Binnenwirtschaft inklusive Lebensmittel (!) immer mehr den Bach heruntergeht. Immer wenn ich das Propagandageschwalle von “über den Verhältnissen leben” höre, könnte ich dem Schwaller ganz unverhältnismäßig eine reinhauen …
      Was ist denn das genau für eine “Verhältnismäßigkeit”, wenn die schon produzierten (!) Produkte auf Halde liegen, weil nicht genügend Geld zum Kauf dieser in der Masse des Volkes vorhanden ist? Wenn Produktivität heruntergefahren wird! Ja, wenn es sogar – man kann es ja kaum glauben – “Arbeitslose” gibt?
      Solange es in einer Gesellschaft einen Grundstock an dauerhaft “Arbeitslosen” geben kann, leben wir unter “unseren Verhältnissen”.

    35. Brettermeier schrieb am 9. Juni 2010 at 22:11 - Permalink

      Schicker Artikel, der die Problematik treffend zusammenfasst. Zwei Anmerkungen hab ich trotzdem:
      1. “Grande Nation” – die Verwendung dieses stereotypen Begriffs in jedem zweiten deutschen Artikel über Frankreich kann schon etwas nerven. Den Begriff kennt dort keine Sau (zumindest nicht in dem Zusammanhang, wie er hier gebräuchlich ist à la französische Großmannssucht), verwendet wird er schon gar nicht. Geprägt hat ihn glaub ich Goethe, die Geschichte war mal in ner karambolage-Sendung gut erklärt.

      2. Dass Deutschalnd soo isoliert ist, scheint mir leider auch etwas zu optimistisch. Bin grad in Prag im Auslandssemester und hier hat man nicht den Eindruck, dass Sparpolitiken so abgelehnt werden (nach den Parlamentswahlen sagte der konservative Gewinner z.B. so was in der Richtung “dass wir jetzt an der Macht sind, verhindert für Tschechien das Schicksal Griechenlands” (die Sozialdemokraten hatten versprochen, Ausgaben zu erhöhen). Auch bei unseren polnischen Nachbarn ist neoliberale Sparpolitik hoch im Kurs, die hatten während der gesamten Krise z.B. kein Konjunkturpaket, wenn ich recht informiert bin. Überhaupt scheinen mir die osteuropäischen Länder für die “deutsche Diät” empfänglicher zu sein. Aber gut, das is ne subjektive Einschätzung, die etwas empirischer Untermauerung bedarf…

    36. Schneemann schrieb am 9. Juni 2010 at 22:52 - Permalink

      Ein alternde Gesellschaft mit weniger Kinder konsumiert einfach weniger und investiert lieber in Versicherungen und sonstige finanzielle Sicherheiten.

      Die Knackis in meinem Umfeld geben mehr Geld aus als alles Jungvolk zusammen. Von ständig neuen Computern über Reisen hin zu häufigen Konzertbesuchen sind die fast das Idealbild eines Konsumenten. Dazu kommt der Druck der vermeintlichen sozialen Stellung: Pensionist Felix hat wat neuet, brauch ich sofort auch, egal ob er’s bedienen kann oder nicht. Den Jüngeren fehlt dazu schlicht das Geld.

      Weiter Schulden machen??

      Vergesst es!

      Hast recht. Nachdem

      * 500+ Mrd. für die Großbanken
      * 150+ Mrd. für Rettungsaktionen von EU-Staaten resp. Großbanken
      * 30…70 Mrd. für Afghanistanfeldzug
      * 6 Mrd. für Wohnungseigentümer
      * 6 Mrd. für Autofahrer
      * 1 Mrd. für Hotelliers

      ohne verzögernde Bedenken locker gemacht wurden, ist es Zeit, bei denen, die das Land tragen, endlich mit massiven Einsparungen zu beginnen.

      Jens: Klasse Artikel, Danke!

    37. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 23:14 - Permalink

      @Christian Walde

      Warum ist es nicht schlimm dass Frankreich sich mehr und mehr verschuldet?

      Wenn man die Wahl zwischen Schulden und keine Schulden hat und der Rest im luftleeren Raum schwebt, ist es natürlich besser, keine Schulden zu machen. Die Frage stellt sich aber nicht. Momentan geht es darum, die Konjunktur zu beleben und dabei kurzfristig auch mehr Schulden aufzunehmen, die man dank steigender Einnahmen auch zurückzahlen kann oder durch Sparen die Konjunktur abzuwürgen und damit auch zu riskieren, dass die Steuereinnahmen zurück und die -ausgaben hoch gehen, was auch die Staatsfinanzen nicht entlastet.

    38. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 23:17 - Permalink

      @FDPWähler

      Die stabilere Binnennachfrage in Frankreich kommt auch daher, dass die Franzosen noch demographisch gesund sind. Ein alternde Gesellschaft mit weniger Kinder konsumiert einfach weniger und investiert lieber in Versicherungen und sonstige finanzielle Sicherheiten. Ein einfacher Kurswechsel wie hier gefordert, ?Löhne rauf und ferddisch? ist leider nicht drin.

      Das ist schlichtweg Blödsinn *kopfschüttel*

      Du solltest nicht so viel Miegel lesen ;-)

    39. Spiegelfechter schrieb am 9. Juni 2010 at 23:24 - Permalink

      @Aurisa

      Klar kann man Schulden machen = Geld ausgeben, das man nicht hat, um Probleme zu lösen, womit man die Probleme aber IMMER NUR in die Zukunft verlagert.

      Nein, auch wenn das vielleicht schwer zu verstehen ist. Das Geld verlässt ja nie den Kreislauf. Wenn ich dem Staat 1.000 Euro leihe, habe ich 1.000 Euro weniger, die ich verkonsumieren oder sparen kann. Der Staat gibt das Geld aber fast im gleichen Moment weiter, z.B. an einen Hartz-IV-Empfänger, der – an meiner statt – das Geld ausgibt. Nun kommen nur noch die Zinsen ins Spiel. Aber das ist ebenfalls nicht das Problem. Dann wird mir als Steuerzahler im nächsten Jahr 1.003 Euro abgenommen, die ich weniger ausgeben kann, um mir als Anleihenbesitzer 1.003 Euro zurückzugeben, die ich ausgeben kann.

      Das ist ja das “Schöne” an Volkswirtschaft – alles dreht sich im Kreis ;-)

      Zukunft, Kinder … alles Quatsch. Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen! Das wird immer gerne vergessen. Aber da mache ich Dir gar keinen Vorwurf – warum solltest Du verstehen, was noch nicht einmal unsere Talkshow-Ökonomen verstehen?

    40. Graureiher schrieb am 9. Juni 2010 at 23:56 - Permalink

      “Zukunft, Kinder ? alles Quatsch. Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen!”
      Vielleicht ist da der Kern des Problem: Frau Westerwelle und Herr Merkel haben keine Kinder; vielleicht ist deren Weltsicht deswegen so beschränkt?

    41. Peleo schrieb am 9. Juni 2010 at 23:57 - Permalink

      @ Spiegelfechter, 39

      Nun kommen nur noch die Zinsen ins Spiel. Aber das ist ebenfalls nicht das Problem

      Wenn die Zinssätze nun aber (stark) steigen, dann hat der Staat doch ein Problem, oder?

    42. Graureiher schrieb am 9. Juni 2010 at 23:59 - Permalink

      Nachtrag: von Schröder und Fischer sind auch keine bekannt…

    43. Christian Walde schrieb am 10. Juni 2010 at 01:01 - Permalink

      @37 Spiegelfechter
      Danke für die Erklärung. Das macht Sinn. :)

    44. SinusDurchCosinus schrieb am 10. Juni 2010 at 01:36 - Permalink

      Die stabilere Binnennachfrage in Frankreich kommt auch daher, dass die Franzosen noch demographisch gesund sind. Ein alternde Gesellschaft mit weniger Kinder konsumiert einfach weniger und investiert lieber in Versicherungen und sonstige finanzielle Sicherheiten.

      Da musste ich auch kurz zwinkern. Den Quark von der Demographie versucht man uns doch seit Jahren einzutrichtern, aber selbst wenn es stimmen würde, die Altersverteilung hat nichts mit der Geldverteilung zu tun.

      Die Generation die jetzt schon ihre Rente bezieht hat sich ihre Rücklagen in einer der stärksten Phasen Deutschlands aufgebaut und weiss noch von früher wie das mit dem Sparen funktioniert. Von dem Geld haben sie dann nen dicken Mercedes in der Garage stehen und sind jedes Jahr teilweise monatelang auf Reisen. Solches Geld verlässt dann den inländischen Kreislauf.

      Demographie, so ein Blödsinn …

    45. Gideon schrieb am 10. Juni 2010 at 01:49 - Permalink

      guter Artikel, weiter so!

      Wenn ich höre wir leben über unseren Verhältnissen, dann wird mir schlecht, wie kann man nur drauf sein um sowas ernsthaft zu behaupten.

      Irgendwie stellt sich mir jedoch immer die Frage bei wem haben wir diese Millarden und Aber-Millarden an Schulden? Wer leiht uns das und wo kommt es her? Wenn man alle Schulden in Euro-Raum zusamen zählt, wer glaubt ernsthaft, dass die irgendwann zurück gezahlt werden? Außer vielleicht durch eine “kleine” Inflation? Die Amerikaner drucken schon wie wild Dollar und sind auch über beide Ohren hinweg verschuldet dennoch ist der Dollar “plötzlich” soviel stärker als der Euro. Steht das noch in irgendeiner sinnvollen Relation? Vielleicht weil der Dollar so eng ans Öl gekuppelt ist aber das nun auch schon alles.

      Was passiert denn wenn z.b. Deutschland pleite geht? Das würde doch mit Sicherheit einige Euro-Länder mit in die Pleite reißen.
      Aber die Menschen hören ja nicht auf zu arbeiten und zu essen etc. pp.. Würden plötzlich wirklich 10.000.000 Menschen arbeitslos? Wäre plötzlich keine Arbeit mehr da und kein Geld um irgendwas zu kaufen? Würde es uns plötzlich schlechter gehen als Menschen in “ärmeren” Ländern wie in Afrika oder in Südamerika? Klingt irgendwie sehr unwahrscheinlich.

      Die momentan Situation ist ja ganz gut erfaßt aber ein Ausweg wäre nicht verkehrt, euroweit “eXtreme-Sparing” ist nicht die richtige Lösung, was auch durch den Artikel deutlich wird. Was wären denn die anderen Möglichkeiten?

    46. Jason schrieb am 10. Juni 2010 at 02:26 - Permalink

      Der Tanz ums goldene Kalb nimmt wieder ?vernichtende? Züge an.

      Mehr als drei Jahrzehnte Angebotsideologie, von Reagan, Thatcher, Blair, Schröder und Merkel als alternativlos verkauft, haben uns finanzpolitisch an den Anfang der dreissiger Jahre zurück geworfen.

      Die von dieser Politik ermöglichte grenzenlose Freiheit des Kapitals, – und dieses grenzenlos gilt in mehrfacher Hinsicht -, beschert uns heute eine mehr als verheerende Bilanz.

      Wir haben ein Geldsystem geschaffen von Bankern für Banker.

      Das Kreditwesen ist kein Zauberwerk, auch wenn alle daran Beteiligten einen mathematischen Popanz mit Formeln und Fachbegriffen aufbauen der an Kreativität kaum zu überbieten ist.

      Dazu muss man wissen, wie Geld entsteht.

      Einlagen bei Banken werden nicht als Kredite weitergereicht, sondern sie dienen nur als Sicherheit. Es ist also nur eine naive Vorstellung, daß der Banker an den Safe geht, dort das Geld heraus nimmt und an den Kreditkunden übergibt.

      Kredite werden grundsätzlich aus dem Nichts geschöpft, sie sind nichts anderes als zwei Buchungen, einmal als Guthaben für den Kunden und einmal als Forderung für die Bank. Nach der Rückzahlung des Kredites verschwinden beide wieder im Nichts.

      Nur hat jeder Kredit die unangenehme Eigenschaft, daß er gleichzeitig eine Zinsforderung gebiert.
      Der Kredit kann zurück gezahlt werden. Die Zinsforderung nicht, denn dafür ist eben kein Kapital geschaffen worden. Die Zinsforderung kann immer nur durch einen neuen Kredit beglichen werden.

      Am Anfang eines “Kapitalzyklus” sind die Zinsansprüche noch gering, durch den Zins- und Zinseszinseffekt entwickelt sich jedoch eine exponentielle Kurve, irgendwann sind diese “Ansprüche” dann so groß, daß sie jede andere Entwicklung abwürgen, denn jeder neue Kredit enthält einen größeren Anteil an Zinsforderungen.
      Dieses ist das “Perpeteum mobile” der Banken. Aber wie alle “Perpeteum mobiles” die bis jetzt erfunden wurden, hat es die Eigenschaft, nicht auf Dauer zu funktionieren.

      Einfachste Bilanztechnik:
      Einer exorbinanten Staatsverschuldung stehen exorbinante Geldakkumulationen gegenüber.

      Riesige Zinsschulden treffen auf riesige Zinsforderungen, die sich im Laufe der Jahrzehnte exponentiell aufgebaut haben, hinter denen aber keinerlei reale Werte mehr stehen. Die Volkswirtschaften sind immer weniger in der Lage selbst die Zinsforderungen zu erfüllen.
      Es muss also beides vernichtet werden. Schulden UND Guthaben.
      Die Frage ist nur wie???
      Die schlechteste Lösung: Kriege (Europäische Königshäuser ab 1914, Hitler ab 1939)
      Die schlechte Lösung: Abschreibung mit dem Zusammenbruch von Banken und entsprechenden Auswirkungen auf die Wirtschaft (Argentinien etc.)
      Die relativ beste Lösung, mit Rückblick auf die Geschichte:
      Sehr hohe Besteuerung von Vermögen und aus diesen Bestuerungen Direktinvestionen des Staates. (Roosevelt ab 1935 mit dem New deal in den USA)

      Ein ?Bretton Wood 2.0? unter Beteiligung von Wirtschaftswissenschaftlern aller Richtungen ist eigentlich mehr als überfällig.

      Das Ungleichgewicht das sich zwischenzeitlich zwischen realer Welt, die die Kredite und Zinsforderungen in Anspruch genommen hat, und der Finanzwelt die auf den, durch nichts gedeckten Zinsforderungen besteht, ist wieder einmal bis zur Zerreissgrenze gestiegen.

      Entweder wir bauen extreme Verschuldung und extreme Guthaben über entsprechende staatliche Maßnahmen ab, oder uns fliegt wieder einmal, wie in den dreissiger Jahren eine Volkwirtschaft nach der anderen um die Ohren.

      Die derzeitige Politik ist mehr als kontraproduktiv, sie verschärft die Probleme nur noch. Brüning reloaded nützt noch nicht einmal dem Großkapital.

      Dirk Müller, der bekannte TV-Börsenanlyst bestätigt hier meine Meinung:
      http://www.youtube.com/user/froxyhn#p/a/u/1/CndjH0qfA7I

    47. Bakunin schrieb am 10. Juni 2010 at 02:33 - Permalink

      Hallo Jens Berger, das Problem der französischen Bourgeoisie, der französischen Eliten ist doch nicht, dass sie “klüger”, “weltoffener”, “demokratischer”, gar “revolutionärer” sind als ihre “harten” teutonisch-deutschen Klassenbrüder von der rechten Rheinseite, die deren “Klugheit” einfach nicht schnallen wollen oder können, “tumbe” sind…, sondern vielmehr, dass sie es mit einem anderen VOLK, kulturell ganz anders gearteten “Untertanen” zu tun haben als die deutschen Eliten..
      Völker, ihre Kulturen, ihre Mentalitäten sind das Resultat der Geschichte, einer Geschichte, die sich über viele Jahrhunderte erstreckt, ziemlich willkürlich und planlos verläuft.
      Es gibt weniger ein kulturelles oder auch “intellektuelles” Problem zwischen den Eliten beider Länder als vielmehr eines zwischen den eigentlichen Völkern, d.h. der großen Masse der “einfachen” Leute in Deutschland und Frankreich.
      Psychologisch gesehen bewundert und hasst die französische Elite die deutsche Elite quasi zeitgleich.
      Warum? Weil die deutsche Eliten auf Grund ihrer mittlerweile wieder viel größeren ökonomischen Macht und ihrer fast TOTALEN , fast schon “feudalistisch” anmutenden Macht über das “eigene”, d.h. “gute deutsche Volk” und der Masse der importierten “Migranten” auch über eine so große politische Macht WEIT über Deutschland hinaus verfügt, welche ihre gallischen Klassenbrüder vor Neid erblassen lässt, bei ihnen zumindest in diesem Punkt aber auch uneingeschränkte Bewunderung hervorruft.(D A S, diese MACHT hätten die nämlich selbst gern!!)
      Dieses ganze Gerede von der deutsch-französischen “Aussöhnung”, war das jemals was anderes als ein Komplott der Eliten beider Länder gegen die MASSE der eigenen Bevölkerungen?
      Die “Freudschaften” von Adenauer- De Gaulle, Kohl – Mitterand, Chirac/Sarkozy- Schröder/Merkel…., wovon unterschieden/unterscheiden sich diese “Freundschaften” von den einstigen “Freundschaften”, den weitgehenden Einvernehmlichkeiten zwischen Marschall Foch, Premier Pierre Laval UND Adolf Hitler und seinen Kumpanen?
      Und besonders peinlich für die französische Bourgeoisie, die französichen Eliten: Wenn immer sie Angst bekamen vor dem EIGENEN VOLK, es bei ihnen mächtig brodelte, so flohen sie immer schnellstens unter die Rockschöße der verhassten und zugleich bewunderten teutonisch-deutschen Eliten.
      Ob 1870/71(Pariser Kommune) 1940(Hitlers scheinbarer baldiger Triumph über ganz Europa) oder auch 1968(Unruhen in Paris, De Gaulle floh ausgerechnet aus Paris zu den “boches” über den Rhein ins HQ der frz. Armee in Baden-Baden)…..
      Diese sonderbare deutsch-französische “Freundschaft”, d.h. der herrschenden Eliten beider Länder: Mir kann sie gestohlen bleiben!

    48. OAlexander schrieb am 10. Juni 2010 at 07:54 - Permalink

      Der ganze Artikel ist essentiell eine Spiegelfechterei. Das unterliegende Problem bleibt, dass ein gemeinsamer Währungsraum ohne einheitliche Wirtschaftspolitik mit eben entsprechendem Regionalausgleich nicht funktioniert. Sowas ist in der Eurozone nicht durchsetzbar -noch weniger in einer Krisensituation.

      Vor irgendwelchen 15 Jahren war ich mal für geraume Zeit im Exil im wunderschönen Argentinien der Ära Menem. Der Argentinische Peso war da mit dem USD 1:1 festgezurrt. Alles war gar fürchterlich teuer. Wohltuende Ausnahmen waren da nur die Flasche “Breeders Choice” Whisky – in der familienfreundlichen Literflasche – zu rund DM 4,– und die Schachtel “Jockey Club” zu DM 1,20. Das berühmte bonarenser Nachtleben, das irgendwann zwischen 23:00 und 5:00 in der Früh seinen Höhepunkt nehmen sollte, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Einige faselten was, wie wundervoll stabil das Land nunmehr sei, und wie wundervoll alsbald daher ein Megaufschwung der Wirtschaft einsetzen müsste. Andere klagten, dass das Wirtschaftsleben immer mehr zum erliegen kommt. Wie auch immer, 18 Monate später hat ganz Argentinien zugesperrt und auch die Banken die Rolläden nicht mehr hochgezogen.

      Der Peso war dann nur mehr 33 Cents wert. und das war das gute daran. Schulden in Peso waren plötzlich entwertet. Regierung, Unternehmen und Wohnungsabzahler waren entlastet, Neuer Konsum konnte wieder stattfinden, Waren konnten wieder zu wettbewerbsfähigen Preisen im Ausland abgesetzt werden.

      Es wird unmöglich bleiben in der europäischen Währungsunion nationale Schulden, Aussenwert des Euro und Inflationsziele in einer Weise zu koordinieren die allen hinreichend gerecht wird und nicht zwangsweise den einen oder anderen Totalruin unter den Partnern verursacht. Wahrscheinlich wird sich die Politik die eine oder andere hilflose Übergangslösung ausdenken, ehe die Notbremse gezogen wird. Der Euro so wie er ist liegt bereits im Sterbebett – und wird möglicherweise als die Währung einer recht kleinen Gruppe von Staaten überleben. Da ist es essentiell auch wenig hilfreich noch versuchen diverse Partner gegeneinander auszuspielen.

      Nur kurz angemerkt, ich bin in keinster Weise ein DM Nostalgiker. Auf der anderen Seite, mir ist auch keine langfristig erfolgreiche Währungsunion bekannt.

    49. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 08:11 - Permalink

      @ Jason

      Etwas vorweg:

      Das ist ja das ?Schöne? an Volkswirtschaft ? alles dreht sich im Kreis ;-)

      Hut ab SF: Die WiWi hat als eine Wissenschaft mit dem Kreislaufmodell (Quesnay) begonnen; irgendwann ist man auf das partikel-mechanische Modell (Walras) übergegangen, damit alles auch die ?schwäbische Hausfrau? versteht. Seitdem hatten wir 2 Weltkriege, den Kommunismus und den Faschismus! Und die Geschichte wiederholt sich. Seitdem geht nicht mehr.

      Aber ich wollte mir jetzt einen anderen, den Zinseszins-Dummkopf vorknüpfen. Sein dummes Zeug lässt sich schnell erklären, so dass es auch einer versteht , der kein Fachökonom ist. (Man hat mir seit einer Ewigkeit nachgesagt, dass ich fähig bin, auch einem Nichtfachmann die fachspezifischen Zusammenhänge zu erklären.)

      Einlagen bei Banken werden nicht als Kredite weitergereicht, sondern sie dienen nur als Sicherheit. Es ist also nur eine naive Vorstellung, daß der Banker an den Safe geht, dort das Geld heraus nimmt und an den Kreditkunden übergibt. Kredite werden grundsätzlich aus dem Nichts geschöpft, sie sind nichts anderes als zwei Buchungen, einmal als Guthaben für den Kunden und einmal als Forderung für die Bank. Nach der Rückzahlung des Kredites verschwinden beide wieder im Nichts.

      Bis da alles OK. Weiter:

      Nur hat jeder Kredit die unangenehme Eigenschaft, daß er gleichzeitig eine Zinsforderung gebiert. … Der Kredit kann zurück gezahlt werden. Die Zinsforderung nicht, denn dafür ist eben kein Kapital geschaffen worden. Die Zinsforderung kann immer nur durch einen neuen Kredit beglichen werden.

      Das ist jetzt ein kompletter Schwachsinn. Worum geht es?

      Ja, Kredite erden grundsätzlich aus dem Nichts geschöpft, aber sich werden nicht für Nichts geschöpft bzw. betätigt. Sie dienen zum Zweck das Kapital zu kaufen!

      Also noch einmal: Man kauft Kapital!
      Also noch einmal: Man kauft Kapital!
      Also noch einmal: Man kauft Kapital!
      Also noch einmal: Man kauft Kapital!
      Also noch einmal: Man kauft Kapital!
      …
      Ich hätte es gern, der Gesellianer würde dies irgendwann verstehen – viele Hoffnungen mache ich mir aber nicht. Die Dummhiet lässt sich nicht ausrotten.

      Also hinhören! Jemand hat Kredit aufgenommen und Kapital dh Produktionsmittel gekauft. Man nennt ihn Unternehmer. Nehmen wir an:

      Kredit == Kapital == 100 Mill.

      Der Kapitalkoeffizient der westlichen Wirtschaften beträgt seit fast einem Jahrhundert ca. 4. Was bedeutet es? Es bedeutet, dass dieses Kapital bzw. die Produktionsmittel einen Mehrwert (Nettoeinkommen) erwirtschaften wird von 25%. (Ja, alles Durchschnittwerte)

      Also noch einmal:
      Kredit == Kapital == 100 Mill.
      100 + 25 = 125
      25 ist ein NEUER WERT

      Bemerkung: Die Lohnquote beträgt seit Jahrhunderten ca 50% (so wie es noch Marx in seinen Produktionsschemata angenommen hat). Die letzte Formel schreibt man dann also:

      100 [Kapital] + 12.5 [Löhne] + 12.5 [Gewinn] = 125 Mill.

      Nun den Kredit hat man nicht umsonst bekommen. Man Zahlt zB 5%. Also:

      100 [Kapital] + 12.5 [Löhne] + 7.5 [Gewinn] + 5 [Zinsen] = 125 Mill.

      (Nächstes Jahr zahlt man wieder dieselben 5% dem Kreditgeber (?Bankster?) – Zinseszinsen GIBT ES NICHT, sie sie nur ein Fantasieprodukt der Dummköpfe, die keine Ahnung von der Mathe haben.)

      Nachwort (für SF):
      Der neue Wert ist ein Quantum, das früher nicht in dem Kreislauf existierte. Nur das Kapital war zuerst in dem Kreislauf. Der neue Wert (25 Mill.) ist etwas, was sozusagen aus NIX entstanden ist. (Natürlich, es ist alles andere als nix, weil die Menschen wie Sklaven dafür geschuftet haben.) Der Kreislauf wurde aber dadurch größer/dicker/voluminöser. Zusammengefasst:

      Das Kreislaufmodell erklärt alles, das partikel-mechanische Modell NIX. Das partikel-mechanische Modell wurde erfunden (dh die Neoliberalen haben es Newton geklaut), damit auch die einfältige ?schwäbische Hausfrau? etwas versteht, und Dummköpfe wie @Aurisa und @FDPWähler auch – aber sie werden gar nichts verstehen. Weil das partikel-mechanische Modell eine akademische und ideologische Idiotie ist.

    50. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 08:38 - Permalink

      @Graureiher

      ?Zukunft, Kinder ? alles Quatsch. Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen!?
      Vielleicht ist da der Kern des Problem: Frau Westerwelle und Herr Merkel haben keine Kinder; vielleicht ist deren Weltsicht deswegen so beschränkt?

      Kaum, wenn Angie und Guido Kinder hätten, würden diese zu den Kindern gehören, die mehr Forderungen als Schulden erben ;-)

    51. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 08:41 - Permalink

      @Peleo

      Wenn die Zinssätze nun aber (stark) steigen, dann hat der Staat doch ein Problem, oder?

      Na klar, aber ein solcher Anstieg kann eigentlich nur zwei Gründe haben:

      - Unsicherheit: Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass Staaten wie Deutschland, Frankreich oder die USA an den Märkten “abgestraft” werden. Und wenn dies geschieht, gibt es immer noch die “nuclear option”, Anleihen von der Zentralbank kaufen zu lassen.

      - Inflation: Das wäre aus Verschuldungssicht aber durchaus positiv, da der nominelle Wert der Altschulden relativ an Wert verliert.

    52. Fian schrieb am 10. Juni 2010 at 09:01 - Permalink

      @Spiegelfechter:
      Also ich schließe mich dennoch Aurisa (32) an.

      Schulden werden eben doch zu einem Problem, wenn sich der Staat durch die Zinslast den Handlungsspielraum für neue Investitionen nimmt.
      Schulden kann man machen – auch oder gerade in schwierigen Zeiten, aber irgendwann hat man den Bogen zwangsläufig überspannt, wenn man nicht in “guten Zeiten” entgegensteuert.

      Das Geld verlässt ja nie den Kreislauf. Wenn ich dem Staat 1.000 Euro leihe, habe ich 1.000 Euro weniger, die ich verkonsumieren oder sparen kann. Der Staat gibt das Geld aber fast im gleichen Moment weiter, z.B. an einen Hartz-IV-Empfänger, der ? an meiner statt ? das Geld ausgibt.

      Das stimmt doch nur, sofern das Geld nicht ins Ausland wandert…

      Dann wird mir als Steuerzahler im nächsten Jahr 1.003 Euro abgenommen, die ich weniger ausgeben kann, um mir als Anleihenbesitzer 1.003 Euro zurückzugeben, die ich ausgeben kann

      Eben das ist auch nicht so “einfach”. Will man mit Steuererhöhungen nicht wieder die Konjunktur lahm legen…

      Dennoch ist das Sparpaket sozial total unausgewogen und unvernünftig. Warum der erm.-MwSt.-Satz für die Hotelbranche nicht zurückgenommen wird und die Vermögenden, sowie die Finanzbranche stärker zur Kasse gebeten werden, ist m.E. überhaupt nicht nachzuvollziehen.

      Umgekehrt könnte man anhand unserer Schulden auch so argumentieren, dass die in einer Krise notwendigen “Mehrinvestitionen” darin liegen, dass nicht noch mehr gespart wird.

      @andere:
      Über seine Verhältnisse hat man gelebt / lebt man, wenn man einen riesen Schuldenberg angehäuft hat und mit den regelmäßigen Einnahmen die regelmäßigen Ausgaben nicht bedienen kann. Damit ist sicher nicht der einzelne Arbeitslosengeld2-Empfänger gemeint, sondern die Gesellschaft an sich.

    53. Keynesianer schrieb am 10. Juni 2010 at 09:14 - Permalink

      @Systemfrager

      Deine Kritik an dem “Zinseszins-Dummkopf” ist nicht sehr überzeugend. Du übersiehst nämlich die Seite der Eigentümer der Geldvermögen, also der Rentiers, die immer mehr Geldvermögen anhäufen, auch über den Zinseszinseffekt, in dessen Umfang sich andere ja verschulden müssen.

      Diese Rentiers versuchen immer, eine deflationäre Politik durchzusetzen, damit möglichst noch die Kaufkraft ihrer Geldvermögen steigt. Wir haben jetzt 30 Jahre Erfahrung mit der “Stabilitätspolitik”. In diesen 30 Jahren ist tatsächlich eine Überschuldung der Ökonomie eingetreten, also des Staates, der Bürger und der Betriebe, während das reichste Zehntel davon profitiert hat.

      Wenn das Geld stabil ist, fließen die Einkommen des reichsten Zehntels zu einem großen Teil in ihre Geldvermögen, was einen Verschuldungszwang für den Rest der Ökonomie auslöst. Die müssen sich entsprechend verschulden, wenn die Ökonomie nicht durch das exponentielle Wachstum der Geldvermögen einbrechen soll.

      Es gibt dazu nur zwei Alternativen. Die eine heißt Inflation und ist ganz einfach, aber nicht im Interesse der Rentiers. Das Problem ist also, diese Inflation durchzusetzen. Wie schwierig das politisch wird, lässt sich schon daran ersehen, dass diese einfache Lösung nicht einmal von den Freiwirten auch nur gedacht werden darf. Inflation ist sowas von unmöglich und pfui, behaupten die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung, dass sogar die Freiwirte stattdessen lieber an ihrem Schrumpfgeld arbeiten, das sich natürlich nicht realisieren lässt, während Inflation eine ganz einfache Sache ist.

      Die zweite Alternative ist der Zusammenbruch der Ökonomie, bis selbst dieses reichste Zehntel so sehr verarmt ist, dass es sein Geldvermögen nicht mehr erhöhen kann und alles für Essen und Trinken braucht. Das ist das makroökonomische Gesetz, unter dem es zur Großen Depression gekommen ist. Denn wenn sich wegen hoher Zinsen oder Deflation niemand mehr verschulden kann oder will, müssen selbst die härtesten “Sparer” so weit verarmen, dass ihnen zum Sparen nicht mehr genug Einkommen bleibt.

    54. OAlexander schrieb am 10. Juni 2010 at 09:15 - Permalink

      Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen!?

      Derzeit sind wir dabei weitere Schulden aufzunehmen, so dass unsere Schuldner unsere Forderungen bezahlen können. Volkswirtschaftlich hat das wiederum den Vorteil, dass sich unsere Forderungen im gleichen Masse erhöhen.

      … gibt es immer noch die ?nuclear option?, Anleihen von der Zentralbank kaufen zu lassen.

      In der Fachsprache heisst das auch “Quantitative Easing”. Im Endeffekt läuft das daraufhin hinaus, dass jemand bei Giesecke & Devrient sagt, “Heinz, hau mal Papier rein für 800.000 Ries Fünfhunderter.”

      @ Keynesianer / # 53

      10/10! Volle Zustimmung. Das Problem ist, dass seit Milton Friedman Inflation als das Megatabu der Wirtschaftspolitik gilt. Das ist schade. Ich halte sie in einen wachstumsorientierten Kapitalismus für ein unabdingbares wirtschaftspolitisches Instrumentarium, welches verantwortungsbewusst angewendet werden muss. Sie hat aber eben auch den Effekt einer Vermögenssteuer, was wiederum denen mit Vermögen nicht gefällt. Die mögen eher eine Erhöhung des Leitzinses.

    55. Observer_X schrieb am 10. Juni 2010 at 09:29 - Permalink

      Selbstverständlich sollte man zum jetzigen Zeitpunkt die Ausgaben nicht reduzieren, das ist sonnenklar. Offensichtich ist es aber auch so, dass nicht einmal in Zeiten der Hochkonjunktur Schulden signifikant reduziert werden, auch in Deutschland nicht und noch nicht einmal in der Schweiz! Eigentlich kann daher weder das Deutsche noch das Französische Modell die Lösung sein. Keines der beiden bringt einen neuen (funktionierenden) Ansatz und das Dilemma bleibt. Vielmehr bewegen sich Deutschland und Frankreich innerhalb der gleichen Grenzen nur in entgegengestzte Richtungen. Über kurz oder lang wird man die Systemfrage stellen müssen.

      @ Spiegelfechter

      “Nein, auch wenn das vielleicht schwer zu verstehen ist. Das Geld verlässt ja nie den Kreislauf. Wenn ich dem Staat 1.000 Euro leihe, habe ich 1.000 Euro weniger, die ich verkonsumieren oder sparen kann. Der Staat gibt das Geld aber fast im gleichen Moment weiter, z.B. an einen Hartz-IV-Empfänger, der ? an meiner statt ? das Geld ausgibt. Nun kommen nur noch die Zinsen ins Spiel. Aber das ist ebenfalls nicht das Problem. Dann wird mir als Steuerzahler im nächsten Jahr 1.003 Euro abgenommen, die ich weniger ausgeben kann, um mir als Anleihenbesitzer 1.003 Euro zurückzugeben, die ich ausgeben kann.

      Welcher Kreislauf? Innerhalb Deutschlands? Oder innerhalb der EU? Oder global? Und sollte Geld langfristig gesehen nicht vorallem durch Leistung oder Produktion entstehen?

    56. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 09:29 - Permalink

      @ Keynesianer

      Du übersiehst nämlich die Seite der Eigentümer der Geldvermögen, also der Rentiers, die immer mehr Geldvermögen anhäufen.

      Ich übersehe gar nichts! Die Umverteilung von unten nach oben ist eine Sache (ja, eine katastrophale), die Funktionalität der Marktwirtschaft eine völlig andere. Das erste war (obent) nicht mein Thema. Übrigens: Trennt man dies nicht, kann man sich von der Wissenschaft verabschieden. Was dann bleibt, ist nur ein dummes Geshwätz über alles und nichts.

      Der Rest … da sind wir uns 100% einig:

      Es gibt dazu nur zwei Alternativen: Die eine heißt Inflation … Die zweite Alternative ist der Zusammenbruch der Ökonomie,

    57. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 09:30 - Permalink

      @Fian

      Schulden werden eben doch zu einem Problem, wenn sich der Staat durch die Zinslast den Handlungsspielraum für neue Investitionen nimmt.

      Das ist klar, daher sollen Schulden ja auch bei einer soliden Konjunktur abgebaut werden. Aber eben nur bei einer soliden Konjunktur und die haben wir momentan keinesfalls.

      Das stimmt doch nur, sofern das Geld nicht ins Ausland wandert?

      Wenn man das Ausland mit einbezieht, erweitert sich lediglich der Kreislauf, es ändert sich aber nichts Grundsätzliches. Für einen “Exportweltmeister”, der eine Art Kapitalstaubsager ist, sollte das auch ganz sicher nicht das Problem sein. De facto ist es ja genau umgekehrt – das Ausland verschuldet sich bei deutschen Haushalten, um deutsche Produkte zu kaufen, die deutsche Arbeitnehmer aufgrund der niedrigen Löhne und der hohen Sparquote nicht mehr kaufen können.

    58. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 09:35 - Permalink

      @OAlexander

      In der Fachsprache heisst das auch ?Quantitative Easing?. Im Endeffekt läuft das daraufhin hinaus, dass jemand bei Giesecke & Devrient sagt, ?Heinz, hau mal Papier rein für 800.000 Ries Fünfhunderter.?

      Ach was, Papiergeld braucht man dafür gar nicht mehr. Die Staatsfinanzierung über die Zentralbank ist natürlich nicht problemlos – das liegt aber weniger an der Inflationsgefahr per se, sondern an der mangelnden Disziplin der Politik.

    59. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 09:39 - Permalink

      @Observer_X

      Welcher Kreislauf? Innerhalb Deutschlands? Oder innerhalb der EU? Oder global? Und sollte Geld langfristig gesehen nicht vorallem durch Leistung oder Produktion entstehen?

      Klar – nehmen wir mal ein “Idealbeispiel”:

      Neuverschuldung: 5%
      Inflation: 5%
      Wirtschaftswachstum: 2%

      Die Neuverschuldung wird durch die Inflation “aufgefressen”, was bleibt sind die 2% Wirtschaftswachstum, die zu round about 2% Mehreinnahmen in der Folgeperiode führen. Wohlgemerkt(!!!): Wenn das Wachstum unter der Inflation liegt, ist es eigentlich ein Minuswachstum.

    60. OAlexander schrieb am 10. Juni 2010 at 09:51 - Permalink

      SF / # 58 + # 59

      Ach was, Papiergeld braucht man dafür gar nicht mehr.

      Mir schon klar, bloß hört sich das so elendiglich dröge an an wenn ich formuliere, “dann setzt sich jemand im frisch gestärkten weissen Hemd mit einer grau-blau schräggestreiften Krawatte vor den Computer und tippt eine Zahl mit zwölf Nullen ein.”

      Derzeit besteht übrigens real die Situation, dass selbst wesentliche Geldmengenerhöhungen keine Inflation zu verursachen scheinen – Friedman kratz sich wahrscheinlich gerade darüber im Grab den Schädel wund. Wahscheinlich hat das was damit zu tun, dass Myriaden, oder vielleicht auch nur Trillionen in irgendwelchen Anlagen rumlungern und Buchzinsen ansammeln, aber ansonsten nicht mehr Bestandteil des wahren Wirtschaftskreislaufes sind.

      Wenn das Wachstum unter der Inflation liegt, ist es eigentlich ein Minuswachstum.

      Dann befinden wir uns derzeit also wieder in einer Phase des Plusschrumpfens.

    61. Geronimo schrieb am 10. Juni 2010 at 10:10 - Permalink

      Während das französische Denken ?volkswirtschaftlich? ist, bestimmen in Deutschland ?betriebswirtschaftliche? Gesichtspunkte den politischen Konsens. Dies ufert im Extremfall im volkswirtschaftlichen Idealbild der ?schwäbischen Hausfrau? aus ? eine Absurdität, die nicht nur französische Volkswirte bestenfalls den Kopf schütteln lässt.

      netter Kalauer ;-)
      aber mal im Ernst: kann mir jemand erklären, warum stets behauptet wird, Länder stünden im wirtschaftlichen Wettbewerb miteinander? Konkurriert da wirklich ein Unternehmen “Deutschland” gegen ein Unternehmen “Frankreich”? Die geläufigen Statistiken zu Im- und Export von Volkswirtschaften sind doch nicht mehr als recht willkürliche Aufsummationen der Wirtschaftsleistungen von Wirtschaftsakteuren eines geographischen Wirtschaftsraumes, nicht aber die Bilanzen der jeweiligen “Staaten”. Was haben Staatsverschuldung und Exportbilanz miteinander zu tun? Da gibt es keine Kausalitäten.

      Also vergesst einmal ideologischen Dogmen und wirtschaftswissenschaftliche Axiome und wendet euch der Realität zu.

    62. AndreasM schrieb am 10. Juni 2010 at 10:17 - Permalink

      Eine reine Kreislaufbetrachtung des Geldes unterschlägt, dass Transaktionen nicht in Nullzeit vollzogen werden und insbesondere auch Zeit vergeht, bis in einer Transaktion erhaltenes Geld wieder in eine andere Transaktion gesteckt wird.
      Dadurch wird aus dem statischen Kreislauf ein dynamisches System mit Wellen aller Art.

      Dazu kommt noch, dass es nicht ein großer Kreislauf ist. Zwar verhält sich der Teil des Geldkreislaufs, den man zur Realwirtschaft zählen kann, noch weitestgehend wie ein richtiger Kreislauf. Für das globale Finanzcasino gilt das aber nicht. Dort entstehen zyklische Forderungsverzahnungen und Schneeballsysteme, in denen das Geld, trotz dauernder Bewegung, mehr oder weniger versumpft.

      Zu der Schuldenanhäufung:
      Zwar sind Staatsschulden nicht per se ein Problem, aber ich halte über einen Konjunkturzyklus hinaus andauernde Staatsschulden für ein Zeichen, dass Belastungen und Verteilungen im Jetzt nicht sauber aufgelöst wurden und so das Verteilungsproblem auf die Zukunft verlagert wird.
      Denn Forderungen der Gegenwart, die in der Zukunft erst erfüllt werden, sind ja die Aussage, dass eine Bevölkerungsgruppe (die Gläubiger) im Jetzt zu kurz gekommen ist.

    63. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 10:19 - Permalink

      @ Systemfrager

      Mhmm…dann bin ich wohl auch einer der Dummköpfe…..vlt handelt es sich aber auch nur um ein Terminologie-Mißverständnis.

      1000 Euro geliehen zu 5% Zinsen pA = 1050 Euro Gesamtschuld – nach einem Jahr – also 50 Euro Zinsen.

      Von den 50 Euro werden auch Zinsen genommen und diese Zinsen sind mit “Zinseszins” gemeint. Man kann aber auch nur von Zinsen der vergrößerten Gesamtschuld sprechen.

      Wie man es auch nennt, der Effekt bleibt der gleiche, eine expotientielle Kurve von benötigtem Kapital um diese Zinsen begleichen zu können. Nach 10 Jahren beträgt die Gesamt-Schuld schon 1628,89 Euro (+62,889%) und dieses kann man nicht mehr mit den von dir behaupteten 25% erwirtschafteten Mehrwert bezahlen (wenn es den überhaupt noch gibt). Dieser Effekt tritt schon nach ca. 4 Jahren Laufzeit ein, bei höheren Zinsen – sagen wir mal 7,5 % – schon nach ca. 3 Jahren.

      Also bleibt wieder nur ein weiterer Kredit übrig und ein zerstörerische Kreislauf beginnt, bei dem – vorerst – nur die Kreditgeber gewinnen, bis auch sie pleite gehen, weil die Zinsen von keinem Schuldner mehr bezahlt werden können.

    64. Aklash schrieb am 10. Juni 2010 at 10:25 - Permalink

      @Caana:
      Wer sagt denn, dass die Zinsen nicht bedient werden? Im Bsp. von Systemfrager werden die Zinsen bedient und es bleibt auch noch ein Gewinn übrig, der z.B. zur Tilgung der Schulden verwendet werden kann.

    65. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 10:26 - Permalink

      @ Caana 63

      Ja, du sagst es …

      Es gibt Ökonomen, die nur die Mathematik verstehen (etwa die exponentielle Funktion), die aber keine Öknomen, sondern nur Matheamtiker sind (Sie waren für die Mathematik einfach zu dumm, zB Walras, so dass sie begonnen haben, in der Ökonomie zu mathematisiern – eigentlich sehr raffiniert)

      Und es gibt Ökonomen, die von der Mathe nix verstehen. Wenn man ihnen die exponentielle Funktion vor der Nase hält, dann fallen sie irgendwann um

    66. AndreasM schrieb am 10. Juni 2010 at 10:33 - Permalink

      @OAlexander #60:
      Ja, das einzige Notenbankinstrument, das momentan richtig inflationär wirken kann, ist Quantitative Easing, da nur dieses Geld wirklich den Realwirtschaftskreislauf erreicht. Vertrauen limitiert den Fluss des Geldes von den Banken an die Konsumenten, nicht Leitzins oder die Geldmenge im Finanzsystem.

      Zwar sollte man annehmen, dass Vermögenspreisinflation sich einstellt, wenn mehr Geld billiger an die Banken geht, aber der Grossteil davon bewirkt nur eine Vergrösserung des Finanzsektors, um es besser vor sich selber verstecken und damit versumpfen zu können. Wobei dieses Geld aber trotzdem im Fluss bleibt.

    67. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 10:35 - Permalink

      @Caana

      Dann gebe ich da doch auch mal meinen Senf dazu ;-)

      Du vergisst bei Deiner Berechnung zwei Dinge:

      - die Inflation: Selbst wenn die Inflation nur bei den momentan angestrebten 2% p.a. rangieren würde, bliebe bei einer Zinslast von 3,2% für Bundesanleihen netto nur noch 1,2% p.a. über.

      - das Wirtschaftswachstun: Jede Staatsausgabe hat konjunkturelle Effekte – einige mehr, andere weniger. Ausgaben erzeugen also Wachstum. Wachstum erhöht die Staatseinnahmen und senkt die Staatsausgaben, womit Raum zur Defizitminderung geschaffen wird,

      Man höre und staune – bei dem Sparpaket geht es ja auch “nur” um die strukturellen Defizite, die konjunkturunabhängig sein sollen (es aber nicht sind).

    68. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 10:39 - Permalink

      @ Aklash

      Im Bsp. von Systemfrager werden die Zinsen bedient und es bleibt auch noch ein Gewinn übrig, der z.B. zur Tilgung der Schulden verwendet werden kann.

      Nein, nein! Nicht falsch verstehen! Das Kapital (100 Mill.) bekommt der Unternehmer/Kreditnehmer zurück. Die Produktion wird für 125 Mill verkauft, 100 Mill davon ist die sog Ammortisation, dafür kauft der Unternehmer wieder das Kapital für die nächste Reproduktionsperiode. (Oder er gibt den Kredit zurück, und ein anderer Unternehmer bekommt ihn wieder.)

      Das haben auch die Gesellianer noch richtig verstanden. Gott sei dank! Sie haben nicht verstanden, dass mit Hilfe des Kredits/Kapitals ein völlig neuer Wert – aus NIX – entstanden ist, etwas was inm Kreislauf zuvor nicht vorhanden war, was aber vom Kreislauf aufgenommen/aufgesaugt wird. Aus diesem NEUEN WERT werden die Zinsen ausbezaht.

      Nebenbei gemerkt: Die klassischen Ökonomen – von Petty bis Mill – haben dies immer richtig verstanden. Die Dummköpfe kamen erst später. Die Früliberalen würde es nicht begreifen können, wie ihre Kollegen später irrsinnig geworden sind ;-)

    69. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 10:40 - Permalink

      @OAlexander

      Derzeit besteht übrigens real die Situation, dass selbst wesentliche Geldmengenerhöhungen keine Inflation zu verursachen scheinen ? Friedman kratz sich wahrscheinlich gerade darüber im Grab den Schädel wund. Wahscheinlich hat das was damit zu tun, dass Myriaden, oder vielleicht auch nur Trillionen in irgendwelchen Anlagen rumlungern und Buchzinsen ansammeln, aber ansonsten nicht mehr Bestandteil des wahren Wirtschaftskreislaufes sind.

      Sehr richtig – der Zusammenhang von M2 oder gar M3 und der Inflation ist heutzutage kaum noch messbar.

      Dann befinden wir uns derzeit also wieder in einer Phase des Plusschrumpfens.

      So kann man es sagen – aber das ist nicht unbedingt schlimm. Solange ein Plus bei der Inflation und dem Wirtschaftswachstum steht, ist das halb so wild. Wenn das Plus kleiner wird (siehe Japan) kommen wir schon in die Problemzone.

    70. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 10:44 - Permalink

      @Geronimo

      Auf der einen Seite konkurrieren tatsächlich Unternehmen aus verschiedenen Ländern miteinander – immer dann, wenn man die Produktion nicht so einfach verlagern kann. Ein Beispiel ist das PSA vs. VW. Natürlich passiert es nur sehr selten, dass die Produktion aus Kostengründen von F nach D verlegt wird. Ob ein Unternehmen nun aber seine Produktion von F oder D nach PL verlegt, hat sehr viel mit den Lohnstückkosten zu tun, die in D sehr niedrig sind. Auch spielt es bei Neuinvestitionen eine Rolle, wenn man sich die Frage stellt, ob man in F oder in D Kapazitäten aufbaut.

    71. Experte schrieb am 10. Juni 2010 at 10:46 - Permalink

      Vielen Dank für den interessanten Artikel!

    72. Fian schrieb am 10. Juni 2010 at 10:52 - Permalink

      Hm? Kann mir eigentlich jemand sagen, warum wir uns Frankreich, England oder die USA als Beispiel für eine bessere Gesellschaft vornehmen sollten? Würden wir deren Sozial- und Gesundheitssysteme übernehmen, hätten wir vermutlich sofort Bürgerkrieg. Jedenfalls bei der amerikanischen oder enlischen “Lösung”…

      Auch in diesen Ländern wandert das Geld immer schneller von unten nach oben.

      Ein Vergleich mit der Lohnstruktur von Frankreich hinkt ebenfalls dadurch, dass diesen eben nicht Polen und Tschechien neben sich haben.

    73. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 10:52 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Darum ging es mir gar nicht, sondern nur zu zeigen, dass es egal ist ob man nun von Zinsen einer vergrößerten Gesamtschuld oder von Zinseszins spricht. ;)

      Aber wenn du schon dabei bist ;) Die Inflation würde diesen Effekt nur aufheben, wenn diese gleich den Zinsen für die Kreditaufnahme wäre. Das ist sie aber nicht, sie liegt – im Regelfall – immer (weit) darunter und verzögert somit nur. Das Nullsummenspiel zwischen Zinsen, Inflation und Wachstum funktioniert nicht, da die Zinsen numal expotentiell steigen.

      Mhmm…Ausgaben erzeugen also immer Wachstum? Sind die Vermeidung von Einnahmen nicht auch gleichzeitig Ausgaben (analog zum Rechtsbegriff: Vermeidung von Ausgaben = Bereicherung)? Also sorgen Steuersenkungen für die Reichen doch für Wachstum und damit wieder für Einnahmen? *hust* *pfiffel* ;-)

      @Systemfrager

      “Aus diesem NEUEN WERT werden die Zinsen ausbezaht.”

      Wie ich in meinem Beispiel gezeigt habe, übersteigen die Zinsen sehr schnell die – angebliche – Wertschöpfung aus dem Nichts. Davon, dass ja schon im Kredit selber Zinsen vorhanden sind, die nix mit dem eigentlichen Kredit zu tun haben, will ich erst gar nicht anfangen ;)

    74. Aklash schrieb am 10. Juni 2010 at 10:53 - Permalink

      @Systemfrager[68]
      Danke für die Klarstellung. Hatte mich schon gefragt, wo der Profit sonst bliebe, wenn noch getilgt werden müsste.

    75. Fian schrieb am 10. Juni 2010 at 10:58 - Permalink

      @Systemfrager: Du gehst also davon aus, dass aus deiner “Kreditsumme” immer ein “Mehrwert” entsteht…

      In der Theorie mag das klappen, hat doch aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun oder habe ich dich missverstanden?

    76. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 11:03 - Permalink

      @Caana

      Aber wenn du schon dabei bist ;) Die Inflation würde diesen Effekt nur aufheben, wenn diese gleich den Zinsen für die Kreditaufnahme wäre. Das ist sie aber nicht, sie liegt ? im Regelfall ? immer (weit) darunter und verzögert somit nur. Das Nullsummenspiel zwischen Zinsen, Inflation und Wachstum funktioniert nicht, da die Zinsen numal expotentiell steigen.

      Genau aus diesem Grund bin ich ja auch ganz bei Krugman und Co., die die Zielinflation von 2% für viel zu niedrig halten und 4% für angemessener halten. So könnte man sogar mit einer “moderaten” Neuverschuldung den Anteil des Schuldendienstes am Haushalt verringern.

      Mhmm?Ausgaben erzeugen also immer Wachstum? Sind die Vermeidung von Einnahmen nicht auch gleichzeitig Ausgaben (analog zum Rechtsbegriff: Vermeidung von Ausgaben = Bereicherung)? Also sorgen Steuersenkungen für die Reichen doch für Wachstum und damit wieder für Einnahmen? *hust* *pfiffel* ;-)

      Neee – natürlich ist dies immer nur im Vergleich zu sehen. Ich wollte Dich nur darauf aufmerksam machen, dass diese Wechselwirkungen auch berechnet werden müssen, wenn man sich mit dieser Frage beschäftigt.

      Zur Sache: Es kommt nun einmal darauf an, ob das “abgeschöpfte” Geld konjunkturell effektiver eingesetzt würde als das “ausgeschüttete” Geld. Bei “Besserverdienern”, die eine hohe Spar- und eine geringe Konsumquote haben, sieht dies freilich anders aus als beim Prekariat.

    77. Linus schrieb am 10. Juni 2010 at 11:04 - Permalink

      @SF:

      Die Geldmenge (M3) hat schon immer kontinuierlich zugenommen – in den letzten Jahren im Schnitt 10% (im Moment ist sie leicht rückläufig!). Die Geldmenge ist aber i.W. nichts anderes als offene Schulden, nämlich die Gesamtverschuldung von Privatleuten, Unternehmen und Staat.

      Dieses Zunahme der Geldmenge/Schulden liegt weit über dem nominalen Wirtschaftswachstum und ist stets zu beobachten, unabhängig davon, wer gerade den schwarzen Peter hat und sich verschulden muß.

      Der Grund ist folgender: Durch ‘Sparen’ wird dem Wirtschaftskreislauf Geld entzogen (Sparquote derzeit ca. 11%). Dieses muß reponiert werden – sonst bleibt die Wirtschaft stehen -, und das geschieht eben durch die Aufnahme neuer Schulden.

      Dieser ‘Fehler’ liegt im System. Es ist im Prinzip völlig egal, wer der Beteiligten die Schulden macht. Der Effekt ist immer der gleiche, nämlich eine zunehmende Umwandlung von als Sicherheit einzusetzenden Sachwerten in Geld (sprich Monetarisierung), die dann der Umverteilung von unten nach oben zur Verfügung stehen.

      In diesem Zusammenhang Inflationsdaten zu verwenden, ist irreführend, denn hierbei werden wesentliche Teile, z.B. der Finanzsektor nahezu komplett ausgeblendet.

    78. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 11:06 - Permalink

      @ Caana

      Das Nullsummenspiel zwischen Zinsen, Inflation und Wachstum funktioniert nicht, da die Zinsen numal expotentiell steigen.

      1)
      Natürlich nicht (habe ich nie was anderes behauptet!)
      2)
      Du sprichst von Staatsschulden. Ja, du hast Recht, dies ist eher das Thema, als die theoretische Erklärung der Zinsen. Hier wird man dem “Keynesianer” zustimmen müssen:

      Unsere rücksichtslosen, raffgierigen und räuberischen Eliten haben uns gesagt, wir senken die Steuer, damit sie Arbeitsplätze bekommen. Und das war ein Mega-Betrug. Was ist wirklich passiert?

      Die Steuersenkungen haben der Staatskasse gefehlt. Also der Staat musste das, was er den Reichen nachgeschmissen hat, sich von ihnen borgen – mit Zinsen natürlich. Im Endergebnis:

      KEINE ARBEITSPLÄTZE, SONDERN NUR SCHULDEN. UND DAS WAR ABSICHT!

      Jetzt gehe ich aber offline – ich komme aber ;-)

    79. memoon schrieb am 10. Juni 2010 at 11:11 - Permalink

      @Systemfrager:

      Warum werden bei dir die Löhne aus dem neuen Wert bezahlt? Ich hätte gedacht, sie seien Teil des Kapitals, denn ohne sie, kann die Produktion ja nicht losgehen, der neue Wert nicht entstehen.

      Nochetwas, dass ich nicht verstanden habe: Irgendwem gehören die ganzen 100M. Gibt er sie jemandem, um sie zu vermehren, dann bleibt der Eigentümer der 100M der Protagonist. Derjenige, der sie zur Vermehrung überantwortet bekommen hat, ist doch nur ein besserer Direktor. Er zahlt sich selbst ein Gehalt und gibt dem Eigentümer der 100M die Dividende, bzw. die Zinsen, je nach Art der Überantwortung.

      Ich hätte in Deinem Beispiel geschrieben:

      100M Kapital (25M Löhne + 75M Produktionsmittel) + 25M Neuer Wert = 125M neues Kapital

      Der neue Wert (25M) bedient die Gruppe der einzelnen Kapitalgeber, wobei es mehrere Gruppen gibt:
      - die Fremdkapitalgeber, die Zinsen bekommen
      - die Eigenkapitalgeber, die eine Dividende bekommen

      Wo liegt mein Denkfehler?

    80. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 11:23 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Genau aus diesem Grund bin ich ja auch ganz bei Krugman und Co., die die Zielinflation von 2% für viel zu niedrig halten und 4% für angemessener halten. So könnte man sogar mit einer ?moderaten? Neuverschuldung den Anteil des Schuldendienstes am Haushalt verringern.

      Das würde die Problematik aber nicht auflösen, sondern nur verzögern. Auch hier bleibt es dabei, die Zinsen übersteigen irgendwann die Inflation/Wachstum/Wertschöpfung. Das heutige System hat ja auch eine zeitlang gut funktioniert, bzw. funktioniert immer eine gewisse Zeit, bis eben dieser point of no return erreicht wird. Danach geht es nur noch bergab, wie man sieht. Dann folgt entweder ein Krieg oder eine Währungsreform um alles quasi wieder auf 0 zu setzten oder – wenn man endlich mal wirklich etwas “nachhaltiges” (kicher) schaffen will – ein zinsloses Geldsystem, was ja auch nicht wirklich neu ist. ;-)

    81. Geronimo schrieb am 10. Juni 2010 at 11:24 - Permalink

      @ Spiegelfechter #70

      Auf der einen Seite konkurrieren tatsächlich Unternehmen aus verschiedenen Ländern miteinander ? immer dann, wenn man die Produktion nicht so einfach verlagern kann. Ein Beispiel ist das PSA vs. VW. Natürlich passiert es nur sehr selten, dass die Produktion aus Kostengründen von F nach D verlegt wird. Ob ein Unternehmen nun aber seine Produktion von F oder D nach PL verlegt, hat sehr viel mit den Lohnstückkosten zu tun, die in D sehr niedrig sind. Auch spielt es bei Neuinvestitionen eine Rolle, wenn man sich die Frage stellt, ob man in F oder in D Kapazitäten aufbaut.

      richtig – aber es konkurriert nicht “Deutschland” mit “Frankreich”. Lohnstückkosten in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen werden primär durch Wirtschaftsakteure und kaum durch die “Staaten” bestimmt. Die Politik ist an Tarifverhandlungen ebensowenig beteiligt wie an Investitionsentscheidungen zur Erhöhung der Produktivität in den Unternehmen.

      Diese Darstellung – ist nach meinem Geschmack zwar ein wenig zu philosophisch – verdeutlicht aber, worum es geht
      http://geld-arbeitet-nicht.jimdo.com/globalisierung/

    82. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 11:38 - Permalink

      @Linus

      Die Geldmenge (M3) hat schon immer kontinuierlich zugenommen ? in den letzten Jahren im Schnitt 10% (im Moment ist sie leicht rückläufig!). Die Geldmenge ist aber i.W. nichts anderes als offene Schulden, nämlich die Gesamtverschuldung von Privatleuten, Unternehmen und Staat.

      Richtig, man sollte auch tunlichst nicht Geld und Vermögen verwechseln. Wenn ich eine Hypothek auf mein bereits abbezahltes Haus aufnehme, vergrößere ich die Geldmenge, wenn eine Kommune ihren Bauhof privatisiert, vergrößert sie die Geldmenge.

      Der Grund ist folgender: Durch ?Sparen? wird dem Wirtschaftskreislauf Geld entzogen (Sparquote derzeit ca. 11%).

      Naja, so pauschal kann man das nicht sagen. Beim ordentlichen Banking entzieht das Sparen dem Wirtschaftskreislauf keinen Cent, da das gesparte Geld natürlich von der Bank an andere Stelle wieder in Kreislauf gegeben wird. Wenn die Banken allerdings im luftleeren Raum synthetische Papiere handeln, kann das Geld idT auch aus dem realwirtschaftlichen Kreislauf verschwinden.

    83. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 11:41 - Permalink

      @Caana

      Das würde die Problematik aber nicht auflösen, sondern nur verzögern. Auch hier bleibt es dabei, die Zinsen übersteigen irgendwann die Inflation/Wachstum/Wertschöpfung

      Warum? Die Inflation kennt ebenfalls Zins und Zinseszins ;-)

      Das heutige System hat ja auch eine zeitlang gut funktioniert, bzw. funktioniert immer eine gewisse Zeit, bis eben dieser point of no return erreicht wird

      Nein, das stimmt so nicht, auch wenn dies vor allem im Netz immer wieder von den sog. “Debitisten” und anderen “Finanzesoterikern” behauptet wird ;-)

      *duckundweg*

    84. Spiegelfechter schrieb am 10. Juni 2010 at 11:43 - Permalink

      @Geronimo

      richtig ? aber es konkurriert nicht ?Deutschland? mit ?Frankreich?. Lohnstückkosten in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen werden primär durch Wirtschaftsakteure und kaum durch die ?Staaten? bestimmt. Die Politik ist an Tarifverhandlungen ebensowenig beteiligt wie an Investitionsentscheidungen zur Erhöhung der Produktivität in den Unternehmen.

      Der Staat bestimmt zwar nicht die Löhne, wohl aber die Lohnnebenkosten und den Unterschied zwischen Brutto und Netto. Er gibt auch durch die Lohnrunden im ÖD ein klares Signal für die Tarifrunden in der Privatwirtschaft.

    85. Linus schrieb am 10. Juni 2010 at 11:49 - Permalink

      @SF:

      Naja, so pauschal kann man das nicht sagen. Beim ordentlichen Banking entzieht das Sparen dem Wirtschaftskreislauf keinen Cent, da das gesparte Geld natürlich von der Bank an andere Stelle wieder in Kreislauf gegeben wird.

      Da liegst du meiner Ansicht nach falsch. Dieses Geld, was angeblich wieder in den Kreislauf gegeben wird, ist tatsächlich NEU geschöpftes Geld, denn es wird durch Kredit erzeugt!
      Wäre es das ‘alte’ Geld, dann würde es nicht in die Sparquote eingehen.

    86. Bakunin schrieb am 10. Juni 2010 at 11:59 - Permalink

      Fian am 10. Juni 2010 um 10:52 – - Permalink

      “Ein Vergleich mit der Lohnstruktur von Frankreich hinkt ebenfalls dadurch, dass diesen eben nicht Polen und Tschechien neben sich haben.”

      Sorry Fian, was hat die deutsche “Lohnstruktur” , d.h. der riesenhafte deutsche Niedriglohnsektor mit der “Nähe” zu Polen und CZ zu tun?
      Drücken etwa massenhaft zugewanderte Polen und Tschechen bei uns die Löhne? Wo sind bzw. sollen diese Leute überhaupt beschäftigt sein?
      Alles Unfug mit dieser “Nähe”!
      Der riesige deutsche Niedriglohnsektor ist das Ergenis einer seit Jahren anhaltenden Massenarbeitslosigkeit PLUS den “Arbeitsmarktreformen” names Agenda 2010, Hartz 4 von “Rot” – “Grün” U N D dem F E H L E N von echten Gewerkschaften in Deutschland..(Schon vergessen, wie viele “Reformen” in Frankreich “gescheitert” sind?)
      Dieser riesenhafte Niedriglohnsektor ist also keinesfalls dem “Ausland” geschuldet sondern vor allem der seit Jahren kapitalhörigen deutschen Politik.

      C’est tout!!!

      Nachtrag zu meiner Geschichte der deutsch-französischen “Freundschaft: Ich meinte nicht wirklich Marshall Foch sondern Marschall Petain!!! (Verwechselung)

    87. Jason schrieb am 10. Juni 2010 at 12:04 - Permalink

      @ Systemfrager am 10. Juni 2010 um 10:26 – - Permalink

      @ Caana 63

      Mit WAS wollt Ihr die Zinsen bedienen???
      Es wurde nie die die entsprechende Kapitalmenge geschaffen, es ist nur die Menge des Kredits im Raum.
      Was in der realen Welt der Waren geschaffen wurde ist ein Mehrwert der als größere Sicherheit dient.
      Die 100 Geldeinheiten für einen Kredit bleiben 100 Geldeinheiten, daraus werden nun einmal nicht 105 Geldeinheiten, die ich zur Begleichung von Kredit und 5Prozent Zins benötige.

    88. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 12:06 - Permalink

      Warum? Die Inflation kennt ebenfalls Zins und Zinseszins ;-)

      Ich ahne zwar worauf du hinaus willst, aber bevor wir aneinander vorbeireden, bitte ich dich dieses kurz zu präzisieren. ;).

      Nein, das stimmt so nicht, auch wenn dies vor allem im Netz immer wieder von den sog. ?Debitisten? und anderen ?Finanzesoterikern? behauptet wird ;-)

      *duckundweg*

      *über die Mauer schau und wieder hervorzerr* ^^

      Auch diese Behauptung würde ich von dir gern genauer erklärt bekommen.

    89. goldman sachs schrieb am 10. Juni 2010 at 12:10 - Permalink

      @geronimo 81#

      Lohnstückkosten in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen werden primär durch Wirtschaftsakteure und kaum durch die ?Staaten? bestimmt.

      Richtig, aber man darf das organisierte Verbrechen nicht vergessen. Aus eigener Anschauung kenne ich den Fall eines deutschen 250MA-Unternehmens, das stark unter Preisdruck geriet, weil sich die Wettbewerber schneller globalisert hatten. Es wurde ein schneller Personalabbau um 200 Mitarbeiter in Deutschland geplant und die Verlagerung der Produktion nach Rumänien. Dazu wurden in Rumänien wurden Gespräche mit “Kreisen” geführt, die offerierten, dass eine ihrer Gesellschaften eine komplette Betriebsstätte gegen Miete 3 Jahre fest zur verfügung stellt, dass eine andere ihrer Gesellschaften mindestens 300 Mitarbeiter flexibel gegen Rechnung zur Verfügung stellt, zahlbar sind nur die in Anspruch genommen Stunden, das eine andere ihrer Gesellschaften die Logistik gegen Pauschalrechnung zur Verfügung stellt. Darin eingeschlossen waren auch der Transport der kompletten Fertigung von Deutschland nach Rumänien. Eine weitere Gesellschaft sollte neu die Zulieferungen der Komponenten in Ukraine, Weißrußland und Russland übernehmen. Das deutsche Unternehmen sollte nur noch die ihnen gehörenden Fertigungsstraßen in Rumänien von Deutschland aus steuern und alle üblichen Services übernehmen. In einem gesonderten Vertrag wurde ferner ein Fixum für die Verlagerung der kompletten Fertigung nach Ukraine, Weißrußland oder Russland vereinbart, falls dies von Deutschland gefordert werden sollte. (Ich spreche definitiv NICHT von Nokia etc)

      Unterm Strich wurde der deutsche Staat mit 200 Arbeitslosen belastet, deutsche Zulieferer wurden um Umsatzerlöse von ca. TEUR 15.000 entlastet, das deutsche Unternehmen konnte den Umsatz mit 1/5 der deutschen Mitarbeiter verbessern, den EBIT fast verdoppeln. Der Verlustvortrag konnte genutzt werden, um den Liquiditätsabfluss an den Fiskus zu vermeiden..

    90. Aklash schrieb am 10. Juni 2010 at 12:16 - Permalink

      @Jason[87]
      Vielleicht werden die 100 GE in Produktionskapital und Arbeitslöhne investiert, mit welchen Waren produziert werden, die dann für 125 GE verkauft werden? Nach Abzug von 105 GE für Tilgung + Zinsdienst bleiben 20 GE übrig. Natürlich muss die Fiskalpolitik dafür sorgen, dass die Geldmenge mit dem Wirtschaftswachstum Schritt hält.

    91. goldman sachs schrieb am 10. Juni 2010 at 12:22 - Permalink

      @spiegelfechter, bei den ?ideologischen? Differenzen zwischen ?Deutschland? und ?Frankreich? sind fundamentale Dinge im Spiel.

      Im deutschen Modell führen steigende Exporte und steigende Importe mutmaßlich zu sinkenden Steuerzahlungen, steigender Arbeitslosigkeit, höheren Sozialausgaben, steigender Staatsverschuldung. Steigende Exporte führen bei der Exportindustrie und den finanzierenden Banken zu steigenden Unternehmensgewinnen bei den Aktionären/Gesellschaftern der Exportindustrie zu steigenden Einkünften. Nun gab es ja diverse deutsche Unternehmenssteuerreformen (z.B. Körperschaftssteuer 25%, Steuerbefreiung Verkaufsgewinne etc.) und div. Einkommenssteuerreformen (z.B. Senkung des Spitzensteuersatzes auf 42%, optisch korrigiert durch ?Reichensteuer? 45% ab TEUR 250 p.a.). Ergebnis ist eine stark steigende Umverteilung, ein inneres Ungleichgewicht, mit den entsprechenden Folgen.

      Die deutsche Fixierung auf den Export ist Augenwischerei. Wäre das Export-Deutschland ein Unternehmen, würde es ca. 75% seines Umsatzes mit nur ca. 15 Kunden erzielen. Deutschlands 4 wichtigste Kunden sind Frankreich, die USA, Großbritannien und Italien. Risikofaktor Nr. 1 sind die USA. Nicht nur Deutschlands 4 wichtigsten Kunden sind mittlerweile Risikofaktoren, sondern fast alle.

      Als z.B. China bei Siemens 60 ICE-Züge für 700 Mio. ? kaufte, war das für deutsche Arbeitnehmer irrelevant. Bis auf die Steuerungssoftware und einzelne Komponenten erfolgt die komplette Produktion in Asien. Die 700 Mio. ?, die in Deutschlands Exportbilanz verbucht wurden, verschleierten die Realität. Je weiter der Anteil deutscher Arbeitsplätze und Steuereinnahmen an den Exporten absinkt, desto irrelevanter werden die verbuchten Exportsteigerungen.

      Der Exportüberschuß verschleiert auch, daß Billigimporte ein Vielfaches der im Inland Deutschland hergestellten Waren ersetzen und ganze Industriezweige zerstören. Neben den Inlands-Umsatzverlusten sind auch die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste, Steuerausfälle, Sozialversicherungsausfälle etc. ein hoher Preis. Der volkswirtschaftliche Verlust durch Importe ist mutmaßlich weitaus höher als der Exportüberschuß.

      Logisch bedeutet dies, daß die Zukunft der deutschen Bevölkerung im Binnenmarkt liegen muß. Der einzige nachhaltige Weg für Deutschland besteht darin, den riesigen Binnenmarkt auszubauen, den Spitzensteuersatz signifikant zu erhöhen, die Löhne signifikant zu erhöhen und den Aussenhandel in Richtung Gleichgewicht zu bringen. Die Exportüberschüsse innerhalb Europas müssen zur Finanzierung des Finanzausgleichs innerhalb des Euro-Raums herangezogen werden.

      Das exportbasierte Wirtschaftsmodell Deutschlands wirkt im Inneren und innerhalb Europas auf mittlere Sicht extrem zerstörerisch. Es ist letztlich ein Modell, das Deutschland im Interesse der USA ausführen muß. Dass Merkels Deutschland mit dieser zerstörerischen Tour weitermacht, beweist Merkels Hereinnahme des amerikanischen IWF in das sog. Rettungspaket, wo die Transatlantikern Merkel den Bock zum Gärtner macht.

    92. tcltk schrieb am 10. Juni 2010 at 12:24 - Permalink

      Ach was! Das ist alles bloß Theater und ganz großes Kino. Wenn überhaupt, dann findet dieser ideologische Krieg vielleicht innerdeutsch statt. Aber doch nicht international! Warum denn auch? Solange der (dumme) Deutsche hochwertige Produkte fertigt, die er sich mittlerweile selber kaum noch leisten kann, diese dann ins Ausland exportiert und den dortigen Abnehmern auch noch bezahlt, ist aus Sicht eben dieses Auslands doch alles in bester Ordnung, oder nicht? Die PIIGS, oder Teile davon, für die Frankreich angeblich spricht, lachen uns doch jetzt schon beinahe öffentlich aus.

    93. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 12:27 - Permalink

      @Aklash und Jason

      Jupp, so das theoretische Modell. Allerdings funtz das nur wenn 1. tatsächlich ein umfassender Gewinn erwirtschaftet wird und 2. die Tilgung so schnell erfolgt, dass der Gewinn nicht von den Zinsen aufgefressen wird.

      Sobald nur ein Kredit da ausschert zieht er automatisch alle anderen mit, da dann schon in dem Kredit Zinsen für andere Kredite enthalten sind.

    94. Linus schrieb am 10. Juni 2010 at 12:27 - Permalink

      @goldman sachs #91:

      Es ist letztlich ein Modell, das Deutschland im Interesse der USA ausführen muß.

      Das mußt du bitte erklären.

    95. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 12:28 - Permalink

      @ memoon

      Ich weiß nicht, ob dies deine zufällige Bemerkung ist, oder ob es dir bekannt ist, dass dies zeitlang ein Thema war (dann willst du mich testen – warum nicht):

      Sind die Löhne vorgeschossen oder nicht?

      Bei Petty bis Mill sind die Löhne NICHT vorgeschossen. Danach schon, weil es zu der idiotischsten Erfindung aller Zeiten, also zum partikel-mechanischen Modell, NICHT PASSTE. Das nur nebenbei. Worum geht es. (Bin gespannt, ob ich es wirklich kurz und klar erklären kann.)

      Nehmen wir an, ein Unternehmen produziert Würstchen und das andre Schweinchen.
      Das erste Unternehmen verkauft täglich, am Ende des Monats hat es genug ?beiseite?, die Arbeiter auszuzahlen. Wir haben da:
      100 [Kredit/Kapital] + 12.5 [Löhne] + 7.5 [Gewinn] + 5 [Zins]= 125

      Das zweite Unternehmen züchtet Scheinchen 6-8 Monate (Häng davon ab, was das Futter ist.) Es bekommt seine Investitionen, die jetzt auch Löhne betreffen, erst nach 6-8 Moanten zurück. Wir haben da:
      112.5 [Kredit/Löhne&Kapital] + 7.5 [Gewinn] + 5 [Zins]= 125

      Im ersten Fall sind Löhne nicht vorgeschossen, im zweiten sind sie. Es ändert aber nichts daran, dass die Zinsen aus dem NEUEN WERT ausbezahlt werden. Am Anfang hat die Wirtschaft nur den (realen) Wert 100 produziert. Später den realen Wert 125. In beiden Fällen. Bitte nicht vergessen: DAS WAR DAS THEMA Die Gesellianer behaupten, der Zins kann man nie bezahlen.

      (Bemerkung: Ja, die Zahlen müsste man ein bisschen anpassen, die Kreditsumme ist nicht gleich, das wäre jedoch kein Problem – ich war in der Mathe schon immer weit und breit der Beste, also bitte diesbezüglich nicht meckern.)

    96. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 13:03 - Permalink

      @Systemfrager

      Der strittige Punkt ist wohl, dass du sagst, die Zinsen können von der Wertschöpfung beglichen werden und die andere Seite (z.B. meine Wenigkeit) sagt, die Zinsen wachsen schneller als die – mögliche – Wertschöpfung, was eben daran liegt, dass Zinsen expotentiell wachsen, die Wertschöpfung aber eben nicht.

      Mich würde interessieren, warum du (und wohl auch Spiegelfechter?) glaubst, das wäre nicht der Fall, wo du doch selber angibst ein Mathe-Ass zu sein. :)

      Es ist ja nicht so, dass ich glaube 100%ig im Recht zu sein, nur habe ich bis gezz kein wirkliches Gegenargument gehört, was aber auch an meiner selektiven Wahrnehmung liegen kann. ^^

    97. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 13:18 - Permalink

      @ Caana

      Jetzt aufpasen. Schritt für Schritt. Also nicht dass du später sagst, habe ich vorhin “doch nicht so” gemeint!

      Schritt 1:
      Wenn eine Wirtschaft mehrere Jahre zB 2% wächst, ist dieses Wachstum ein exponentielles Wachstum? JA oder NEIN?

    98. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 13:28 - Permalink

      rofl…..ok ich spiele da mal mit. :)

      Jupp, ist es. Jeder prozentualer Zuwachs ist erstmal expotentiell (Wobei schon hier die Frage gestellt werden muss, ob es unbegrenzt Wachstum geben kann, bei endlichen Ressourcen, oder auch Sättigungseffekte?)

    99. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 13:35 - Permalink

      @ Caana

      Bingo!

      Schritt 2:
      Wenn die Preise mehrere Jahre zB 2% wachsen, ist dieses eine exponentielle Inflation? JA oder NEIN?

      Schritt 3:
      Wenn die Produktivität mehrere Jahre zB 2% wächst, ist dies ein exponentielles Produktivitätswachstum? JA oder NEIN?

    100. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 13:45 - Permalink

      Wie ich schon schrieb, wächst ein Wert pro Zeiteinheit um einen prozentualen Faktor und nicht um einen festen Betrag, handelt es sich – erstmal – um eine Expotentialfunktion.

    101. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 13:54 - Permalink

      @ Caana

      Lemma 1:

      Zinsen, Realwachstum, Preise, Produktivitätswachstum sind Größen, die alle exponentiell wachsen können. Wenn jemand nur vom exp. Wachstum des Zinsen spricht, hat er was nicht verstanden oder er will verar…..

      Lemma 2:

      Dem exp Wachsum des Zinsvolumens steht exp Wachst des Realwachstums, Preise und Prod-wachstum entgegen.

      Schirtt 4:
      Warum sollte exp Wachstum der Zinsen, stärker als das exp Wachst der anderen 3 Größen sein? Du bist derjenige, der etwas behauptet, du musst es beweisen! (Also nicht nach dem Trick: Wenn es Gott nicht gibt, dann sollte man dies beweisen!)

    102. Linus schrieb am 10. Juni 2010 at 13:58 - Permalink

      Ergänzung zu #77:

      http://energie-engelke.bplaced.net/e107_files/downloads/grenzprobleme_wirtschaft.pdf

    103. Lennard schrieb am 10. Juni 2010 at 14:20 - Permalink

      @5 (Spiegelfechter): Betrifft Kommentar Nr.1 von

      Evtl. meint er das ab und zu auftretende (zumindest bei mir) semitransparente schwarze Fenster, welches sich über den Artikel legt. Da steht irgendwas drin mit “Javascript is required for Mobile Safari” oder so ähnlich. Ohne Javascript ist nix zu lesen, da man weder scrollen noch kommentieren kann. Wenn man dann Javascript einschaltet, geht zwar das schwarze Fenster weg, aber das Layout der Seite ist anders (ungünstiger Font und die Kommentare sehr kompakt und zum aufklappen). Evtl. ein Modus der für mobile Geräte gedacht ist (you can call me sherlock).

      Mein Standardbrowser ist Opera v10.53. Den “Bug” (so es denn einer ist) gab es aber auch schon bei früheren 10-ern.

      mfg

    104. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 14:34 - Permalink

      Im Prinzip hast du da durchaus Recht. Aber wie ich auch schon schrieb, wie kann es unendliches Wachstum bei endlichen Ressourcen geben?

      Zudem gibt es einen riesen Unterschied zwischen Wachstum, Preise/Inflation und Zinsen.

      Die ersten beiden sind – normalerweise – an die Realwirtschaft gekoppelt, wärend die Zinsen quasi “Luftbuchungen” sind.

      Das bekannte Luftballon-Beispiel: Der Luftballon hat ein Volumen von 1 Liter, der Faktor ist 2. Also muss ich in der 1. Zeiteinheit 1 Liter zugeben, dann schon 2, dann 4, dann 16, 32 usw. um den Faktor beizubehalten.

      Es wird also in der Realwirtschaft immer schwieriger den Faktor der benötigt wird um den Zins auszugleichen beizubehalten, meiner Meinung ist das schlicht unmöglich. Deshalb gibt es auch immer Zeiten von Minuswachstum, etwas versteckt vlt, z.B wenn die Inflation die Wachstumsrate übersteigt.

      Die Zinsen dagegen können – da sie physisch keinerlei Bezug zur Realität haben – unendlich (bzw. bis zum Crash) und ohne Schranken wachsen und das passiert dann auch. Dadurch kommt es immer zu einer Verlagerung der Waagschale zugunsten der Zinsen und damit auch zu der Schieflage.

    105. Lago schrieb am 10. Juni 2010 at 14:47 - Permalink

      @SF

      Der Staat bestimmt zwar nicht die Löhne, wohl aber die Lohnnebenkosten und den Unterschied zwischen Brutto und Netto. Er gibt auch durch die Lohnrunden im ÖD ein klares Signal für die Tarifrunden in der Privatwirtschaft.

      Darüber hinaus bestimmt der Staat auch über den gesetzlichen Mindestlohn. Wenn z.B. wie im Moment in China die Mindestlöhne mal eben um 10-20% steigen, dann hat das einen deutlichen Effekt auf das Lohnniveau …

    106. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 14:53 - Permalink

      @ Caana

      Ja die Zinsen können im Prinzip aber genauso müssen sie gar nichts. Du erinnerst dich an Malthus, der behauptet hat, die Nahrungsproduktion wächst linear, die Bevölkerung exponentiell. Und er ließ sich als Gutmensch und der Retter der Menschheit feiern, indem er empfohlen hat, dass man die Armen einfach verhungern lässt. Und wie war es? Wir wissen, dass wir heute nicht das geringste Problem mit der Ernährung der ganzen Menschheit haben. Unser Problem ist das alte: Plutokratie!

      Ist etwa die Energie unser Problem? Die Sonne liefert etwa 20.000 mal mehr Energie als die ganze Menschheit verbraucht. (Als ich jung war, war meine “Liebe” die Naturwissenschaft. So dass ich glaube, dass wir irgendwann lernen, die H2-Verschelzung zu nutzen. Dann gibt es Energie wie Heu!)

      Und wenn wir bei den Zinsen sind. Das Kapital gehört größtenteils den ?Kapitalisten?, nur ein kleinerer Teil der Unternehmen braucht Kredite. Deshalb sind Zinsen in der Wirtschaft nur ein kleiner Teil der Kosten.

      Wir haben ein GIGANTISCHES Zinsproblem (Zinseszins-Problem – wenn dein Herz dies so begehrt) beim Staat, weil die rrr-Eliten es so eingerichtet haben, dass eine Zinsknechtschaft entsteht. DAS IST DAS WAHRE PROBLEM DER MENSCHHEIT – VOR ALLEM DES WESTLICHEN KAPITALISMUS!

    107. FDPWaehler schrieb am 10. Juni 2010 at 15:07 - Permalink

      Spiegelfechter – N° 38

      Das ist schlichtweg Blödsinn *kopfschüttel*

      Du solltest nicht so viel Miegel lesen ;-)

      Leute mit Kinder müssen einfach mehr konsumieren, einfach weil sie mehr Personen zu versorgen haben. Singles oder Paare ohne Kinder haben die Wahl das sonst konsumierte Geld zu sparen oder ebenfalls auszugeben. Bei einem Unterschied der Geburtenraten von 1,4 zu 2 dürfte das einiges ausmachen, ohne dass ich jetzt hier irgendwelche Zahlen nennen könnte.

      BTW Miegel lese ich nicht, das sagt einem einfach der Menschenverstand

    108. Caana schrieb am 10. Juni 2010 at 15:12 - Permalink

      @Systemfrager

      Da bin schon größtenteils bei dir, aber du widerlegst meine These nicht im geringsten. Du “behauptest” nur, dass diese nicht richtig ist und wir nur deshalb ein Zinsproblem hätten, weil das Kapital dieses so eingerichtet hätte. (Im übrigen hatte ich schon im 1. Post geschrieben, dass es mir herzlich egal ist, ob man das nun Zinsen oder Zinseszins nennt ;))

      Zinsen können nicht nur, sondern müssen und werden sich immer so bewegen, sonst wären es keine Zinsen….^^

    109. OAlexander schrieb am 10. Juni 2010 at 16:11 - Permalink

      @ Ungefähr ein halbes dutzend verhinderter Rezipienten des Preises für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel:

      It is better to keep your mouth shut and appear stupid than to open it and remove all doubt.

    110. Frank Powers schrieb am 10. Juni 2010 at 16:22 - Permalink

      @SF: Danke für den interessanten Artikel, der in der Diskussion wieder einmal in eine ganz andere Richtung gelaufen ist – aber warum nicht. Die Zins- und Zinseszins-Diskussion einmal außen vor, möchte ich den hier versammelten inklusive dem Fechter selbst das Buch “Greed and Good” von Sam Pizzigati ans Herz legen, das zum Thema “ungleiche Verteilung von Vermögen”, “Rentiers” und grundsätzlich den meisten neoliberalen Wirtschaftsmythen ganz interessante Einsichten bietet, also zu Themen, die hier im Forum auch immer wieder anklingen.

      Grundsätzlich nimmt sich Pizzigati sämtliche Thesen und Mythen unseres realexistierenden Wirtschaftssystems bzw. von dessen Profiteuren vor und schaut sie sich ganz unvoreingenommen an (z.B. den berüchtigten trickle-down-effect). Dann betrachtet er die realexistierenden Daten und widerlegt mit ihrer Hilfe diese Mythen einen nach dem anderen, stichhaltig und konzise. Am Ende kommt er selbst mit ganz interessanten Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen aus dem Gebüsch, diese wiederum auf der Grundlage von Daten und nicht Ideologien (auch wenn er selbst aus seiner Nähe zu den (amerikanischen) Gewerkschaften keinen Hehl macht). Diese Empfehlungen sind dann sicherlich diskutabel, aber auf jeden Fall sehr interessant und “outside the box”.

      Entschuldigt diese Lobeshymne, aber bei mehreren der SF-Artikel in letzter Zeit musste ich an Pizzigati und sein Buch denken, und jetzt wollte ich es einfach mal anpreisen, weil es, wie ich denke, endlich einmal interessante Lösungsvorschläge statt nur den üblichen Problemanalysen bietet.
      Das Beste freilich: Unter http://www.greedandgood.org ist das Buch kostenlos als PDF herunterladbar – wer es unbedingt in Papierform in Händen halten will, muss es als BoD bestellen – da warte ich jetzt aber schon mehrere Monate drauf…

      Ich hoffe, das Interesse des einen oder anderen und bestenfalls auch des Spiegelfechters ist geweckt,
      beste Grüße
      Frank

    111. memoon schrieb am 10. Juni 2010 at 16:27 - Permalink

      @Systemfrager

      Es ändert aber nichts daran, dass die Zinsen aus dem NEUEN WERT ausbezahlt werden.

      Absolute Zustimmung.

      Kann man nicht soweit gehen, zu behaupten, dass die Zinsen dem neuen Wert entsprechen? Denn ob es sich um Rendite der Bank oder des EK-Gebers (Gewinn) handelt ist doch Schnuppe.

      (Gib mir mal den Link auf Deiner Seite, wo Du erklärst, warum der Lohn Teil des neuen Wertes ist und nicht, wie ich gedacht habe, Teil des Kapitals)

      @Caana:
      Ich kann Dich beruhigen: Geld ist nur das Zeichen des Wertes, nicht der Wert selber. Im Beispiel von Systemfrager wurde der neue Wert auch nicht aus dem Nichts geschaffen, sondern erarbeitet.

      Die Zinsen dagegen können ? da sie physisch keinerlei Bezug zur Realität haben ? unendlich (bzw. bis zum Crash) und ohne Schranken wachsen und das passiert dann auch.

      Meiner Meinung nach wachsen die Schulden nur dann in ungesunde Bereiche, wenn der Schuldner unmündig oder blöd ist. Nicht aus einem ominösen Automatismus heraus.

    112. zumerstenpost schrieb am 10. Juni 2010 at 16:48 - Permalink

      @103Lennard @5Spiegelfechter

      Es gab hier gestern kurzzeitig ein hässliches schwarz-rotes design. Der leser wurde auf der startseite mit 8+ bildschirmbreiten überschriften und einzeiligen anreißern in dicken rahmen begrüßt. schlimm.

    113. Gideon schrieb am 10. Juni 2010 at 16:58 - Permalink

      @112 bzw das problem “bug” however you call it

      lag sicher am gewitter.

    114. Geronimo schrieb am 10. Juni 2010 at 18:07 - Permalink

      @ GS #91

      Im deutschen Modell führen steigende Exporte und steigende Importe mutmaßlich zu …. steigender Staatsverschuldung.

      diese Kausalität erschließt sich mir nicht, im griechischen Modell haben offenbar Exportdefizite zu höheren Staatsschulden geführt, bitte um Aufklärung!

      Steigende Staatsausgaben, und sei auch nur für Soziales, müssen nicht ausschließlich mit Krediten finanziert werden, höhere Steuern tun es auch ;-)

    115. Systemfrager schrieb am 10. Juni 2010 at 18:21 - Permalink

      @ memoon

      Ich habe dies nicht so explizit thematisiert: vorgeschossen/nichtvorgeschossen intressiert kaum jemanden mehr. Wenn du aber etwas über Gesell lesen willst:

      Johann Silvio Gesell: Das Nachfrageproblem als Geldhortungsproblem
      mehr >>>
      Die Staatsschulden als der letzte Rettungsversuch der Freiwirtschaftslehre
      mehr >>>
      Die selbst gebastelte Weltphilosophie eines Autodidakten und Krämers
      mehr >>>

    116. Jason schrieb am 10. Juni 2010 at 18:41 - Permalink

      #
      Aklash am 10. Juni 2010 um 12:16 – - Permalink

      @Jason[87]
      Vielleicht werden die 100 GE in Produktionskapital und Arbeitslöhne investiert, mit welchen Waren produziert werden, die dann für 125 GE verkauft werden? Nach Abzug von 105 GE für Tilgung + Zinsdienst bleiben 20 GE übrig. Natürlich muss die Fiskalpolitik dafür sorgen, dass die Geldmenge mit dem Wirtschaftswachstum Schritt hält.

      Auch die 125 GE die zum Kauf verwendet wurden, wurden aus Kredit geschaffen. Es gibt kein Geld, das nicht aus Kredit besteht. Auch wenn Sie Guthaben haben, ist dieses nichts anderes als ein Kredit, nur mit umgekehrten Vorzeichen.
      Wenn die Fisikalpolitik die Geldmenge erhöht, ist dieses wiederum nichts anderes als ein neuer Kredit der wiederum mit Zinsen belastet ist. Was anderes wäre, wenn die Zentralbank direkt Geld an den Staat zu Null Prozent verleiht. Dieses gibt es in der derzeitgen Realität aber nicht, da der Staat sein Geld über Staatsanleihen von den Geschäftsbanken bezieht, und diese verlangen dafür Zinsen.
      Nicht umsonst der Spruch von Anselm Rothschild: Das 8.Weltwunder

      @ SF
      Wir kommen nicht aus der Zinsfalle, denn das reale Wachstum kann nicht mit der gleich exponentiellen Kurve steigen wie die Zinsansprüche.

    117. Karl Heinrich schrieb am 10. Juni 2010 at 18:51 - Permalink

      Will sich Deutschland international nicht vollends isolieren, sollte es vielleicht wenigstens einmal prüfen, ob dem Land, seinen Bürgern und vielleicht nicht sogar ganz Europa am ehesten damit geholfen wäre, wenn man ein wenig ?französischer? würde.

      Genau, der Staat soll für mich die Kohle raushauen! Wenn er die nicht hat, soll er sie sich borgen. Denn – jetzt kommt das geniale Argument der Sozialdemokraten aller Schattierungen – det is jut für’t Janze! Binnennachfrage, jawoll, ha’k mir jemerkt.

      Die Killerapplikation beim Stimmenfang. Der richtig gute Twist kommt aber bei der Frage: Was wird denn aus den Schulden?

      Das ist klar, daher sollen Schulden ja auch bei einer soliden Konjunktur abgebaut werden. (Sf, #57)

      Oh ja:

      Bevor man überhaupt damit anfangen kann, bestehende Schulden zurückzahlen, müsste man daher erst einmal die rasant steigenden Defizite abbauen, um die Schuldenspirale zu stoppen. [...] Als Königsweg bliebe daher lediglich die schleichende Enteignung aller Forderungen an den Staat. Dieser Weg trägt den Namen "Inflation" und ist nach dem momentanen Sachstand auch der wahrscheinlichste Ausweg aus der Schuldenproblematik. (Jens Berger, Königsweg Inflation)

      Dies zum Thema: Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen! (Sf, #39)

    118. Peleo schrieb am 10. Juni 2010 at 19:19 - Permalink

      Unsere Kinder erben nicht nur unsere Schulden, sondern auch unsere Forderungen!

      Also ich würdedas endlich gern einmal verstehen:

      Ist die Staatsverschuldung des Teufels, weil “unsere Kinder und Kindeskinder……”
      oder kann sie doch durch Produktivätszuwächse in der Zukunft zurückgezahlt werden, ohne die “künftigen Generationen” zu belasten?

      Ist das wie bei der Rente, dass nur aus dem jeweiligen Sozialprodukt geleistet werden kann?

      Und welche Rolle spielt der Anteil inländischer und ausländischer Gläubiger? Offenbar weiß darüber niemand so richtig Bescheid (hab früher mal nachgefragt – keine Antwort bekommen, auch nicht vom SF).
      Warum ist das so? Desinteresse oder absichtliches Nichtwissen(wollen)?

      Bei der Bedeutung des Schuldenthemas in der Politik (“wir versündigen uns an unseren Kindern….”, s. o.) sollte das auch ein Normalbürger verstehen können. Die gelehrten Diskussionen über M1 und M3 sind mir leider zu hoch.

    119. an0nym schrieb am 10. Juni 2010 at 21:39 - Permalink

      @gideon

      wer hält die staatsschulden:
      http://www.weissgarnix.de/2009/11/26/wer-halt-eigentlich-die-staatsschulden/

    120. Der Schachspieler schrieb am 10. Juni 2010 at 22:19 - Permalink

      Mal an den Spiegelfechter gerichtet,

      du hast schon Recht wenn du es volkswirtschaftlich siehst, und es ist auch in “diesem Falle” falsch es betriebswirtschaftlich zu sehen, aber ökologiewirtschaftlich gesehen ist sparen angesagt und zwar weltweit.

    121. AndreasM schrieb am 11. Juni 2010 at 02:46 - Permalink

      @Der Schachspieler #120:
      Ökologiewirtschaftliches Sparen bedeutet aber nicht unbedingt, die Volkswirtschaft zu verkleinern.
      Ich würde sogar sagen, oft ganz im Gegenteil. Für die Lösung der ökologischen Probleme brauchen wir die volle Leistung der Volkswirtschaft. Die Ausrichtung ist dabei das Entscheidende.

    122. salvo schrieb am 11. Juni 2010 at 09:37 - Permalink

      @Jens, Linus & andere

      was haltet Ihr eigentlich von der MMT (Modern Monetary Theory)? Ich arbeite mich im Moment da rein. ich bin über den Blog von Bill Mitchell auf diesen Ansatz aufmerksam geworden, den ich vorher fälschlicherweise für einen Keynsianer gehalten habe.

      Für wen es interessiert, hier eine kurze Einführung

      http://agonist.org/bolo/20100426/modern_monetary_theory_an_overview

      einige Blogs dazu

      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/
      http://www.newdeal20.org/author/marshall-mauer/
      http://www.cfeps.org/

      @Jens

      macht es nicht Sinn, einen Artikel darüber zu veröffentlichen? Ich meine, die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit findet gerade hierzulande zwischen den Monetaristen und den (Neo-)Keynisianern (abgesehen den marginalisierten Freigeldern) statt. Aber von der MMT habe ich hier noch nie was gehört. So wie ich diesen Ansatz verstanden habe, gehört er aber unbedingt in die öffentliche Diskussion. Was meinst Du dazu?

    123. Teja552 schrieb am 11. Juni 2010 at 10:39 - Permalink

      Danke für diesen sehr gelungen Beitrag, tja man könnte in der Tat etwas von den Franzosen lernen wenn wir hier eine andere Regierung an der Macht hätten, mit diesen Kurs des weiter so und deren Sparpakete zu Gunsten der vermögenden kann man von der Lumpenelite jedoch nichts für das Volk und das Wohl Deutschlands erwarten, man bringt höchstens das Volk gegen sich auf!

      Es ist an der Zeit Flagge zu zeigen!

      http://teja552.blog.de/2010/05/21/bloggen-bekenntnisse-flagge-zeigen-8639563/

      zumindest habe ich es mit meinen bescheidenen Mitteln versucht, das muss auch nicht jeder verstehen oder so akzeptieren, es ist nur meine Meinung und auch nur eine Möglichkeit…….

      Habe mir erlaubt in meinen Blog auf diesen Beitrag zu verlinken!

      Beste Grüße

      Teja

    124. Karsten Bier schrieb am 11. Juni 2010 at 12:26 - Permalink

      Zu 117 Karl-Heinrich:

      Bei Inflation sinkt der Kaufkraft-Wert der vererbten Forderungen. Gleichzeitig können aber doch auch die vererbten Schulden leichter zurückgezahlt werden. Die hier diskutierte “Belastung der nachfolgenden Generationen” dürfte daher also vom Faktor Inflation nicht in der Art einseitig berührt sein, die du hier implizierst. Daher:

      1. Wo genau siehst du das Problem?

      2. Was hat das mit der Binnennachfrage zu tun, die du im ersten Teil deines Beitrags erwähnst?

    125. Kiat Gorina schrieb am 11. Juni 2010 at 14:01 - Permalink

      An alle! So, jetzt habt ihr alle Luft abgelassen und mehr oder weniger analysiert. Und was passiert jetzt? Geht ihr wieder zur “Tagesordnung” über oder werdet ihr aktiv, um diese Missverhältnisse zu ändern?

    126. salvo schrieb am 11. Juni 2010 at 14:16 - Permalink

      Paul Krugman fordert seine Landsleute auf sich gegen China und Germany zu verteidigen

      And it?s also important to send a message to the Germans: we are not going to let them export the consequences of their obsession with austerity.

      http://krugman.blogs.nytimes.com/

      hmmm

      @Jens

      hast Du nichts zu MMT zu sagen?

    127. an0nym schrieb am 11. Juni 2010 at 14:51 - Permalink

      Mal eine kurze Frage: Kreislauf vs partikel-mechanisches Modell – habt ihr da vielleicht mal eine Leseempfehlung für Laien?

    128. Großbritannien schrieb am 11. Juni 2010 at 15:09 - Permalink

      Hinweis: Großbritannien.

      In GB macht die konservative Tory-Regierung unter David Cameron (Prime Minister) und George Osborne (Chancellor, auch zuständig fürs Finanzielle), jetzt ernst und macht “austerity cuts”, etwa: kühne Einschnitte, auch: kühne (also drastische) Einsparungen, selbstverständlich auch keine Steuererhöhungen und keine Bankenabgaben, nicht mal für Reiche oder ab bestimmter Höhe, denn dergleichen haben die rechtslastig-konservativen Tory-Hinterbänkler gerade verhindert, obwohl Cameron genau das im Wahlkampf eigentlich versprochen hatte.

      Die Briten machen es also wie Deutschland. :-) Juchhuuuuu.
      Wieso kriegen die eigentlich keine Dresche für ihre Sparprogramme vom Rest der Welt?

      eigentlich sollte man meinen, dass sie daher mit uns verbündet wären.

      Mitnichten.

      Irgendwann letztes Jahr (?) hatte Cameron seine Europaparlaments-abgeordneten-irgendwas-Tories aus der Koalition der europäischen konservativen Volkspartei abgezogen, wo wohl auch die deutschen Konservativen zusammenglucken und das stört Merkel wohl immernoch.
      Und dann war da noch irgendwas beim Antrittsbesuch des frischgebackenen PM Cameron in Berlin …

      Neuwahlen!!! Neuwahlen!!!

      Leider fürchte ich, dass Merkel nicht mal soviel Charakter hat wie der eigentlich schon nicht sehr … Gerhard Schröder, der seinerzeit die Vertrauensfrage stellte…

    129. Systemfrager schrieb am 11. Juni 2010 at 18:52 - Permalink

      @ an0nym 127

      Ich werde an diesem Abend keine gute Laune mehr bekommen :((

      Ich dachte mir, dass ich die Frage: Kreislauf vs partikel-mechanisches Modell so klar behandelt habe, dass auch den Laien alles verständlich ist

      Aber langfristig ist jede Kritik für den Kritisierten gut ;-)

    130. Jason schrieb am 11. Juni 2010 at 22:32 - Permalink

      @Großbritannien

      Was sollen denn Neuwahlen, solange die “Springer-Burda-Bertelsmann-Einheitspresse” in Tateinheit mit den sogenannten “Wirtschaftsinstituten” weiterhin die “freien Märkte” predigen, und das Volk “glaubt”.

    131. an0nym schrieb am 12. Juni 2010 at 08:15 - Permalink

      @Systemfrager (129)
      ich hoffe, du konntest trotzdem gut schlafen ;o)
      nein, ich glaube, ich konnte dir so einigermaßen folgen – hab es eben auch nochmal gelesen.
      Aber es ergeben sich halt Anschlußfragen, die mir jetzt nicht klar sind. Ich versuche sie mal aufzuschreiben.

      Also, das System in deinem Beispiel ist ja 25 “dicker” geworden.

      1. Wo erklärt jetzt das partikel…Modell etwas und was eigentlich anders ?

      2. Die 125, die der 1. erhält, sind ja, wie oben 116 sagt, ihrerseits durch 2 Buchungen aus dem Nichts entstanden und auch mit einer Zinserwartung verknüpft. Sind wir da denn nicht bei dem Zinsproblem, weil die sind ja jetzt noch nicht im System und die Zinserwartung ist auch gestiegen, weil ja auch mehr Geld ausgereicht wurde? Oder greift da deine Aussage “Man kauft Kapital” und in der nächsten Runde wird dieser Zins dann notwendig miterschaffen?

      3. Wie ist das denn, wenn konsumiert wird und nicht Kapital gekauft? Der Unternehmer war dein Würstchen-Produzent und hat für 125 verkauft?

      Gruß, an0nym

    132. Systemfrager schrieb am 12. Juni 2010 at 09:34 - Permalink

      @ an0nym 131

      Gott … so viel auf einmal … !!!!!!!!!

      Vorweg: Mit einem “idioteneinfachen” Beispiel können wir nicht ?alles? klären. Außerdem kann man das Ganze nicht aus einem Teil erklären, wie es die ?schwäbische Hausfrau? es gerne haben will. Deshalb habe ich (systemfrage21.de) zuerst den thematischen Punkt: Die begriffliche und methodische Gestalt der realen Nachfragetheorie geklärt, in den nächsten Wochen beginne ich mit Die wellenförmige Funktionsweise der (laissez-faire) Marktwirtschaft …

      Zu deinen Fragen:
      Was haben die Monetaristen – dazu gehören heute die Neoliberalen (Hayekianer und Friedmanianer), Keynesianer und erst Recht Gesellianer – durcheinander gebracht?

      Eine Bank kann ?unendlich? viel Kredite schaffen. Man schreibt auf der Soll/Haben-Seite:
      100/100, 200/200, 1000/1000, 10000/10000, … usw

      Aber diese Buchung ist NOCH NICHT ein Kredit.

      Ein Kredit muss jemand aufnehmen. Und wenn dies jemand bereit ist (nachdem man ihm einen günstigen Zins angeboten hat), kauft er damit Kapital. Erst dann haben wir einen (realisierten) Kredit.

      Lemma:
      Jede Bank kann unendlich viele Kredite schaffen, aber die Summe aller Kredite aller Banken kann nur dem Wert des insgesamt hergestellten (realen) Kapitals gleich sein. (Übrigens, Keynes wusste es, zB der Vollidiot Schumpeter hat da nur Unsinn verzapft.)

      PS
      Die kriminellen Machenschaften der BAnken – die alles andere als unwichtig sind – habe ich jetzt absichtlich weggelassen.

    133. Andreas schrieb am 12. Juni 2010 at 16:56 - Permalink

      @13

      Doch SF sage mir, wo soll bei Merkel und den Ossis den volkswirtschaftliches Denken herkommen?

      Ich bin Ossi und kann volkswirtschaftlich denken, sogar ohne Studium.
      Das neoliberale Gedankengut haben wir solchen Experten aus dem Westen, wie Sinn usw. zu verdanken.

    134. salvo schrieb am 16. Juni 2010 at 08:47 - Permalink

      ein Bißchen MMT by Martin Wolf:

      ” ?if we divide the economy into three sectors ? the domestic private (households and firms), government, and foreign sectors, the following identity must hold true:

      Domestic Private Sector Financial Balance + Fiscal Balance + Foreign Financial Balance = 0

      Note that it is impossible for all three sectors to net save ? that is, to run a financial surplus ? at the same time. All three sectors could run a financial balance, but they cannot all accomplish a financial surplus and accumulate financial assets at the same time ? some sector has to be issuing liabilities [borrowing].

      Since foreigners earn a surplus by selling more exports to their trading partners than they buy in imports, the last term can be replaced by the inverse of the trade or current account balance. This reveals the cunning core of the Asian neo-mercantilist strategy. If a current account surplus can be sustained, then both the private sector and the government can maintain a financial surplus as well. Domestic debt burdens, be they public or private, need not build up over time on household, business, or government balance sheets.

      Domestic Private Sector Financial Balance + Fiscal Balance ? Current Account Balance = 0

      Again, keep in mind this is an accounting identity, not a theory. If it is wrong, then five centuries of double entry book keeping must also be wrong.”

      http://www.nakedcapitalism.com/2010/06/martin-wolf-austerity-is-risky-business.html

    135. salvo schrieb am 17. Juni 2010 at 13:12 - Permalink

      100 italienische Ökonomen veröffentlichen einen Brief, in dem sie warnen, dass die in der Eurozone durchgesetzten Austeritätsmaßnahmen in eine Abwärtsspirale und zum Bruch der Eurozone führen könnten. Als primäre Ursache der Krise in der Eurozone sehen die die Ungleichgewichte, für die vor allem Deutschland verantwortlich ist.

      Der offene Brief wurde in der Tageszeitung Il Sole veröffentlicht:

      http://www.ilsole24ore.com/art/economia/2010-06-15/lettera-economisti-contro-manovra-183000.shtml?uuid=AYSLvsyB

      Der US-Blog nakedcapitalism nimmt auf den Brief Bezug und übersetzt wesentliche Aussagen :

      “The fundamental point to understand is that the current instability of monetary union is not just the result of accounting fraud and over-spending. In reality, it stems from a profound interweaving of the global economic crisis and imbalances within the eurozone ?..

      It blames the crisis on the ?deflationary economic policies? of the richer states. ?Especially Germany, geared for a long time to holding down salaries in relation to productivity, and to the penetration of foreign markets, gaining European market share for German companies?

      They say the policy has led to growing surpluses in Germany, offset by growing debts in Southern Europe. The adjustment mechanism has not only failed. Matters have got worse, and worse.”

      http://www.nakedcapitalism.com/2010/06/more-calls-of-alarm-about-eurozone-austerity.html

    136. R_Winter schrieb am 17. Juni 2010 at 13:26 - Permalink

      @salvo #135

      Als primäre Ursache der Krise in der Eurozone sehen die die Ungleichgewichte, für die vor allem Deutschland verantwortlich ist.

      Ist es neu oder eine Überraschung? Nein.
      Der offene Brief ist lange durch Fakten belegt.
      Die Ursache liegt bei Merkel, die BWL und VWL , Export mit Binnennachfrag gleichsetzt oder nicht unterscheiden kann oder will.

      Deutschland hat seit dem Jahr 2000 einen kumulierten Leistungsbilanzüberschuß mit Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland von nicht weniger als 611 Mrd Euro aufgebaut (Abb. 14236). Das ist praktisch eine Gläubigerposition, da diese Länder nicht oder kaum mit Leistungsbilanzüberschüssen mit dem Rest der Welt verrechnen können. Alle fünf Länder hatten in vergangenen Jahren Außenhandelsdefizite mit dem Rest der Welt von zusammen zwischen 2000 und 2009 990 Mrd Euro

      Quelle: der von SF ” Heißgeliebte” Jochen Jahnke

    137. Linus schrieb am 17. Juni 2010 at 14:12 - Permalink

      @salvo #134:

      Das ist erstmal pure Saldenmechanik, sauber!

      s. dazu auch http://www.weissgarnix.de/2010/06/16/stutzel-entlarvt-das-sparpaket-als-irrtum/

      Apropos: Dankeschön für den Link bzgl. MMT. Ich werde mich damit auseindersetzen, sobald ich Zeit dafür finde. Btw möchte ich klarstellen, daß ich ökonomisch in keiner Weise den Durchblick habe. An deiner Stelle würde ich also nicht so viel auf Linus’ Meinung geben ;-).

      Gruß

    138. salvo schrieb am 18. Juni 2010 at 12:45 - Permalink

      Paul Krugmann über den deutschen Austeritätsfundamentalismus

      http://www.nytimes.com/2010/06/18/opinion/18krugman.html?partner=rssnyt&emc=rss

    139. Outlook schrieb am 19. Juni 2010 at 18:01 - Permalink

      Neue Europa-Perspektiven von Sarkozy in St. Petersburg geäußert. Na dann los! Zeit wirds.
      “Sarkozy sprach sich für die Gründung einer neuen Organisation aus, die Europa und Russland zu einem riesigen gemeinsamen Wirtschaftsraum vereinigen würde, wo Menschen absolute Freizügigkeit genießen würden. “Auf diesem Territorium könnten wir gemeinsam unsere Sicherheit organisieren, so auf der Grundlage der von Präsident (Dmitri) Medwedew unterbreiteten Vorschläge.”

      http://de.rian.ru/world/20100619/126768827.html

      Frankreich und Russland verstärken massiv die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es wurden eine ganze Reihe von Verträgen abgeschlossen.
      EdF ist nun auch in der South Stream drin. Auch im russischen Atomsektor.
      Europa bekommt mit Russland und Eurasien eine neue Perspektive.
      Russische Weltraumraketen für französiche Hubschrauberträger?

      Merkel muß aufpassen!!!! Sie wirkt verwirrt.

      Auch die Statoil geht zunehmend auf Partnerschaft mit Gazprom.
      Die Chevron ist auch im Gespräch mit Gazprom

      Die mexikanische Golfküste wirft ihre Schatten voraus.
      Sie muß nicht nur eine Katastrophe sein.

    140. goldman sachs schrieb am 19. Juni 2010 at 18:40 - Permalink

      @Outlook 139#

      Frankreich und Russland verstärken massiv die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es wurden eine ganze Reihe von Verträgen abgeschlossen.
      EdF ist nun auch in der South Stream drin. Auch im russischen Atomsektor.
      Europa bekommt mit Russland und Eurasien eine neue Perspektive.
      Russische Weltraumraketen für französiche Hubschrauberträger?
      Merkel muß aufpassen!!!! Sie wirkt verwirrt.
      Auch die Statoil geht zunehmend auf Partnerschaft mit Gazprom.
      Die Chevron ist auch im Gespräch mit Gazprom
      Die mexikanische Golfküste wirft ihre Schatten voraus.
      Sie muß nicht nur eine Katastrophe sein.

      Mit dem Einstieg der französischen EDF ist ?Frankreich? mit 20% an einer Pipeline für russisches Erdgas beteiligt, die etwa 35 Prozent des gesamten europäischen Gasbedarfs liefern wird, ab 2015. Damit verschieben sich globale Gleichgewichte dramatisch.

      Zufällig ist, dass sich ca. 6 Tage nach der Ankündigung des Einstiegs der französischen EDF beim russischen Gasmonopolisten und damit in das russische das Gasprojekt South Stream im Golf von Mexico der Super-Gau ereignete, am 20. April, sinnigerweise zu Hitlers Geburtstag.

      Die Katastrophe im Golf von MExixo entwickelt sich inzwischen zum zentralen Drehpunkt der globalisierten Geschichte. In Russlands ?Think tanks? wurde schon lange angenommen, dass die Krisen des westlichen Kapitalismus jetzt nicht mehr nur Transformationskrisen sind, sondern Krisen in Form von Desastern hervorbringen.

      Wissenschaftler glauben, dass die Katastrophe im Golf von MExico die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Menschheit werden wird und das nachfolgende Ausbringen von Millionen Litern des Gifts Corexit 9500 in das Meer durch Verdunsten und regen das Leben in der östlichen Hälfte des nordamerikanischen Kontinents total vernichten könnte. Es wird jetzt offen sichtbar, dass Konzerne terroristische Angriffe auf das Leben selbst verüben!! Damit wird die DNA des kapitalistischen Systems offen sichtbar!

      ?Russian scientists are basing their apocalyptic destruction assessment due to BP?s use of millions of gallons of the chemical dispersal agent known as Corexit 9500 which is being pumped directly into the leak of this wellhead over a mile under the Gulf of Mexico waters and designed, this report says, to keep hidden from the American public the full, and tragic, extent of this leak that is now estimated to be over 2.9 million gallons a day.

      The dispersal agent Corexit 9500 is a solvent originally developed by Exxon and now manufactured by the Nalco Holding Company of Naperville, Illinois that is four times more toxic than oil (oil is toxic at 11 ppm (parts per million), Corexit 9500 at only 2.61ppm).

      In a report written by Anita George-Ares and James R. Clark for Exxon Biomedical Sciences, Inc. titled ?Acute Aquatic Toxicity of Three Corexit Products: An Overview? Corexit 9500 was found to be one of the most toxic dispersal agents ever developed. Even worse, according to this report, with higher water temperatures, like those now occurring in the Gulf of Mexico, its toxicity grows.?
      http://atomicnewsreview.org/2010/05/29/toxic-oil-spill-rains-warned-could-destroy-north-america/

    141. Outlook schrieb am 19. Juni 2010 at 19:47 - Permalink

      @ 140 goldman sachs, danke, dass Du dieses Thema mit aufgreifst.
      Der Golf von Mexiko wird ein Haupt- Richtblock für den transatlantischen US-Imperialismus.
      Die Wassereinbrüche in den US-Baustellen werden immer dramatischer.
      Eine logische Konsequenz des imperialen Größenwahns.

      Bedauerlicherweise gibt es in der CDU-Führung (auch in der SPD) sehr viele ideologische Betonköpfe.
      Die Ordensverleihung des sächs. MP Tillich an Putin stellt hier eine Ausnahme dar.
      Putin wirds nicht vergessen.

      Verwirr-Merkel ist den geopolitischen Zusammenhängen aus meiner Sicht nicht mehr gewachsen.

      “Sarkozy äußerte, Russland und Frankreich seien Befürworter einer ?neuen Weltordnung” im Finanzbereich”
      Das wird näher zu untersuchen sein. Vielleicht hier im Blog.
      Solche Worte hat Merkel meines Wissens noch nicht gebraucht. Oder?

      “Medwedew betont “proeuropäische Haltung” zu globalen Reformen”
      http://de.rian.ru/business/20100619/126769926.html

      Keine Proamerikanische!!!!!!

      Hier läuft sich ein neues europäisches Kraftzentrum warm. Auch zur Rettung des Euros.
      Für Alt-Europa ist es natürlich auch ein holpriger Weg, sich aus den Fängen der USA zu lösen.

      Wenn im Euro der Rubel eingebunden wäre, beisen sich die Amerikaner und die Royales Zähne aus.
      Überlegung von mir.

    142. goldman sachs schrieb am 19. Juni 2010 at 20:36 - Permalink

      @Outlook 141#, ich fürchte mit dem Öldesaster im Golf von Mexiko ist das System, so wie wir es heute kennen, in seine finale Phase eingetreten.

      Es übersteigt jede Vorstellungskraft. Es ist ein globaler terroristischer Angriff des Systems auf das System, ja auf das Leben von Milliarden Menschen selbst! Die Hauptweichen für die Abwehr des Finanzterrorismus wurden ja schon im April/Mai 2008 gestellt und ich bin überzeugt, dass die Eurozone stabilisiert wurde. Aber jetzt findet der Terrorismus auf einer ganz anderen Stufe statt und alles könnte dabei auf der Strecke bleiben.

      Was du über “ein neues europäisches Kraftzentrum” schreibst ist sicher ganz richtig, aber die französische EDF und die russische Gazprom sind ja auch nur eine andere Version von Shell und BP, nur mit anderen Kapitalbesitzern im Hintergrund.

      Shell und BP verhandelten ja schon jahrelang über eine Fusion, wobei Shell 35% höher als BP bewertet wurde. Problem könnte gewesen sein, dass die Aktionäre (Rothschild-Banken, Haus Windsor, Königshaus Niederlande) unterschiedliche Anteile hielten. Nach dem Crash im Golf von Mexico hat BP schon über $ 40 Mrd. Marktwert verloren und wird an den Börsen schon unter dem Substanzwert bewertet. Allerdings hat Goldman Sachs schon vor dem Crash im Golf für die o.g. Aktionäre 44% der BP-Aktien verkauft, was denen $ 70 Mrd. gebracht haben dürfte. Nun hat BP lt. Internet $ 15 Mrd. liquide Mittel und wenn BP wegen des Crashs nur $ 20 Mrd. in einen Fonds einzahlen muß, würden in den nächsten Jahren die Dividenden etwas niedriger ausfallen, was den Kurs weiter fallen läßt. Kurzum, wir werden eine ÜBernahme von BP (Umsatz ca. $ 280 Mrd.) durch Shell sehen, wobei die ehemaligen Aktionäre von BP (Rothschild-Banken, Haus Windsor, Königshaus Niederlande) einen gigantischen Gewinn sehen werden. Daß die USA dabei draufgehen, dürfte die nicht so sehr interessieren.

    143. Outlook schrieb am 19. Juni 2010 at 21:07 - Permalink

      BP der globale Brunnenvergifter – lesenswert!!!!
      http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/fakten-zur-umweltkatastrophe-von-bp

    144. Outlook schrieb am 20. Juni 2010 at 21:46 - Permalink

      “Gehört Deutschland bald zur Russischen Föderation?
      http://matrixwarriors.blogspot.com/2010/05/gehort-deutschland-bald-zur-russischen.html
      Ein sehr provokanter Artikel.

    145. Truvor schrieb am 20. Juni 2010 at 22:44 - Permalink

      @ Outlook #144

      Unterhaltsamer Artikel, höchstwahrscheinlich von einem Verschwörungstheotetiker geschrieben.
      Dem fehlt aber ein bißchen das Wissen über Russland.

    146. Outlook schrieb am 21. Juni 2010 at 09:20 - Permalink

      BP-Chef Hayward reist nach Russland
      http://de.rian.ru/business/20100621/126775711.html
      Gehen die BP-Anteile bald an Total, Statoil, RWE oder BASF?

      Wenn die BP wird ihr strategisches Potential verliert, wird sie wertlos.

      Die anglo-amerikanischen Geostrategen würden eine Finanzierungsquelle verlieren.

      Die Russen werden für Eurasien ihre Wünsche postulieren.

    147. Outlook schrieb am 21. Juni 2010 at 09:59 - Permalink

      Wir brauchen einen internationalen Krisengipfel zur BP-Katastrophe.
      Das Ding ist bedrohlicher als mancher Konflikt, zu dem der UNO-Sicherheitsrat tagt.
      Die Weltgemeinschaft muß aktiv werden, und BP und den USA die Leviten lesen.
      Der Changer scheint überfordert zu sein.


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