Totgeburt eines Staates

21. Februar 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Ramush Haradinaj (38) ist das, was man weitläufig als Mafia-Paten bezeichnen würde. Sein Clan befasst sich – laut eines Berichts des BND – „mit dem gesamten Spektrum krimineller, politischer und militärischer Aktivitäten, die die Sicherheitsverhältnisse im gesamten Kosovo erheblich beeinflussen“ und „kontrolliert die kommunalen Regierungsorgane.“ Laut der Kfor hat Haradinaj „die Verteilung humanitärer Hilfsgüter kontrolliert und als Machtinstrument missbraucht“. Seit 1998 organisierte er die militärischen Operationen der UÇK – ihm werden gute Beziehungen zu US-Offiziellen nachgesagt, mit denen er während des Kosovo-Krieges militärisch und nachrichtendienstlich zusammengearbeitet haben soll. 2005 erhob der Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) Anklage gegen Haradinaj. Er soll vor und während des Kosovo-Krieges schwere Verbrechen an Zivilisten begangen, befohlen oder geduldet haben – so z.B. Verschleppung von Zivilisten, Entführung, Freiheitsberaubung, Folter, Mord und Vergewaltigung. Haradinaj wurde Premierminister des Kosovo. Er war der Wunschkandidat der USA für eine Präsidentschaftskandidatur, wenn der Kosovo unabhängig ist.

Agim Çeku (47) ist gebürtiger Kosovare. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens diente er als General in der kroatischen Armee, wo er von amerikanischen Militärberatern ausgebildet wurde. Aus dieser Zeit werden ihm Massaker und ethnische Säuberungen an der serbischen Bevölkerung in der Kraijna vorgeworfen. Er gilt als Chefplaner der Operation „Oluja“, bei der mehrere hunderttausend Serben aus der Kraijna vertrieben wurden. 1999 wurde er militärischer Chef der UÇK und ihm wird vorgeworfen, sowohl an Kriegsverbrechen gegen Serben, als auch an Folter und Straftaten der organisierten Kriminalität beteiligt zu sein. Auf Bitten der USA und NATO wurde er von der UN zum Kommandeur der kosovarischen Schutztruppe gemacht und auf Intervention der UNO und ihrer Organisationen wurde nie Anklage gegen ihn erhoben und er wurde in Slowenien und Ungarn von UN-Vertretern aus der U-Haft geholt. Çeku folgte Haradinaj als Premierminister des Kosovo, hat immer noch OK-Verbindungen.

Hashim Thaçi (39) trägt den Spitznamen „die Schlange“. In den 90er Jahren verdingte er sich als Waffen- und Drogenschmuggler zwischen der Schweiz und dem Kosovo. Er war einer der Gründer der UÇK und später ihr politischer Anführer. Während seiner Zeit als UÇK-Führer baute Thaçi einen “Sicherheitsdienst” auf, der im gesamten Kosovo als aktives kriminelles Netzwerk operierte. 1999, trat er als Delegationsleiter der kosovo-albanischen Seite bei den serbisch-albanischen Friedensverhandlungen von Rambouillet auf. 2000 wurde laut einer Meldung der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug auf Anweisung von US-Aussenministerin Albright das Verfahren gegen ihn in Den Haag eingestellt. Thaçi gilt als Verbindungsglied von organisierter Kriminalität und Politik - er kontrolliert einen bedeutenden Teil der kriminellen Aktivitäten im Kosovo. Hashim Thaci ist amtierender Premierminister des Kosovo.

In den Glückwünschen der deutschen Presse zur Geburt des jüngsten Staates Europas, wird man vergebens nach Hinweisen zum kriminellen Leben der kosovarischen Eliten suchen. Der Kosovo ist das ärmste Land Europas – die rund 2,7 Mio. Einwohner haben ein durchschnittliches Einkommen von 150 € pro Monat. Aber dies betrifft nur die offizielle Wirtschaft, die im Kosovo kaum vorhanden ist. Der eigentlich Wirtschaftsfaktor des Kosovo ist Kriminalität – organisierte Kriminalität, die nicht nur im Kosovo selbst, sondern vor allem in den westeuropäischen Staaten stattfindet. Als Hauptbetätigungsfeld und lukrative Einnahmequelle dienen den BND-Berichten zufolge, Drogenhandel, Menschenhandel, Waffenschmuggel und Geldwäsche.

Der BND schreibt weiter:

Über die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können. Deshalb streben massgebliche Akteure der OK auf dem Balkan entweder in hohe Regierungs- oder Parteiämter und/oder pflegen gute Beziehungen zu diesen Kreisen.

Auf der globalen Korruptionsskala von Transparency International belegt der von NATO und UN mitverwaltete Kosovo den viertletzten Platz - nur Irak, Myanmar und Haiti sind noch korrupter. Setzte sich die Justiz vor dem Kosovo-Krieg beispielsweise zu großen Teilen aus Serben zusammen, so besteht sie heute zu 99% aus albanischen Kosovaren, die (wie bei den Polizei- und Zollbehörden auch) bei der Verfolgung der OK und kosovarischer Kriegsverbrechen schon mal Fünfe gerade sein lassen. Die Verwaltungsbeamten des Kosovo werden derweil von der UN auf Demokratie geschult – von Lehrern aus Pakistan und Ägypten.

Eine Regierungs- und Verwaltungselite, die entweder der OK angehört, oder ihr nahe steht, ein Staatsapparat, der bis in die Knochen korrupt ist – das sind nicht eben die Grundvoraussetzungen, um erfolgreich einen neuen Staat ins Leben zu rufen und es bestehen beste Aussichten für die EU, dass nicht einmal Bruchstücke von den anberaumten 500 Mio. € Soforthilfe beim Volk ankommen. Der Kosovo hat bereits eine bessere Tankstellendichte als Deutschland – an diesen Tankstellen tankt zwar niemand, sie dienen nur der Geldwäsche, aber wenn die EU schon mal Gelder zur Verfügung stellt, um Geldwäschetankstellen zu bauen, dann schlägt der gewiefte kosovarische Mafiosi natürlich zu.

Warum also sind USA und EU so scharf darauf, den Kosovo von Serbien abzuspalten, so dass sie in bester Choreographie die Geburt eines neuen Staates planten, und dabei nebenbei gegen die Schlussakte der KSZE und die UNO-Charta verstoßen?

Bei ihrer Einflusspolitik nutzt die EU vor allem das Dogma, dass die alten Verwaltungsgrenzen Vorrang haben und ethnische Grenzen keine Rolle spielen. Multiethnische Kunstgebilde habe für die EU daher Vorrang – dies war schon zu alten Kolonialzeiten so.

Entweder eine Regierung unterwirft sich letztlich den Regeln der europäischen Union, oder sie wird wirtschaftlich und militärisch in jeder Beziehung an den Rand gedrückt - Serbien hat verloren. Es erhebt zwar immer noch Ansprüche auf den Kosovo, der als historische „Wiege Serbiens“ gilt, weiß aber selbst, dass es diese Ansprüche nicht mehr geltend machen kann. Hier gilt die normative Kraft des Faktischen und seit die NATO mit ihrem unter Lügen herbeigeführten Krieg dazu beigetragen hat, dass rund 250.000 Serben aus dem Kosovo nach Serbien umgesiedelt wurden, ist der Kosovo (bis auf die nördlichen Gebiete) eine der „ethnisch saubersten“ Regionen Ex-Jugoslawiens - die Weichen standen schon lange auf „Unabhängigkeit“.

Serbien wurde vom Westen nie eine Chance gegeben. Boris Tadić, der prowestliche Präsident Serbiens, hat den Westen angefleht, Serbien und ihm diese hochemotionale Ehrverletzung zu ersparen. Man stelle sich vor, Russland würde über Jahre hinweg die ETA finanzieren und ausrüsten und dann Spanien bombardieren, sich im Baskenland festsetzen und schließlich einseitig die Unabhängigkeit des Baskenlandes verkünden lassen – Spanien hätte zu recht einen Casus Belli, Serbien ist für den Westen allerdings ein Schurkenstaat und für den gelten andere Regeln.

Es gibt keine Notwendigkeit für die EU, Völkerrecht zu brechen und Serbien vor den Kopf zu stoßen. Unter dem Schutz der EU als halbselbständige Provinz Serbiens kann die Bevölkerung des Kosovo ohne Probleme ruhig weiterleben.

Europa hat sich ohne Not auf Dauer einen Todfeind innerhalb seiner Grenzen geschaffen. Tadić hat getan, was er konnte. Er hat dem Kosovo einen weiträumigen Autonomiestatus zugestanden, hat die Öffnung der serbischen Märkte für die EU angeboten und wollte Serbien näher an den Westen anbinden. Der Westen wollte nicht zuhören und spuckte Tadić ins Gesicht – für lange lange Zeit wird es in Serbien keine prowestliche Politik mehr geben. Dafür hat die EU ja mit den Mafiaclans im Kosovo neue Freunde gefunden.

Unabhängig ist der Kosovo aber noch lange nicht - als unabhängigen Staat kann man ihn erst dann bezeichnen, wenn Serbien die Loslösung anerkannt hat – und dies wird nie geschehen. Eine faktische Unabhängigkeit wäre auch möglich, wenn die Autoritäten des Kosovo die Macht haben, die Unabhängigkeit gegen Serbien durchzusetzen. Die Autoritäten des Kosovo können ohne die EU und die UN aber gar nichts durchsetzen. Der Kosovo ist faktisch ein Protektorat der EU, weit davon entfernt, irgendwann einmal selbstständig zu sein.

Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo kann allerdings Signalwirkung für die ganze Welt haben. Noch nie gab es ein internationales Recht, nach dem Minderheiten in multiethnische Staaten ein Anrecht auf Unabhängigkeit hätten – im Gegenteil, die UN-Charta widerlegt diese Rechtsaufassung, womit die Unabhängigkeitserklärung völkerrechtswidrig ist.

Dies alles verwundert kaum, wenn man bedenkt, dass die treibenden Kräfte hinter den Kulissen keine Probleme mit ethnischen Minderheiten haben. Sowohl die USA, als auch Deutschland kennen diese Probleme gar nicht und Frankreich und Großbritannien habe sie nur in kleinerem Maßstab. Ganz anders sieht es bei den Gegenspielern dieser Staaten aus – Russland ist ein Multiethnienstaat par excellence, der schon blutige Kriege führen musste, um die Einheit zu bewahren und in China ist es vor allem der totalitäre Staatsapparat, der bis jetzt die ethnischen Konflikte gedeckelt hat. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich dies ändert. Auch der Mittlere Osten, feuchter Traum westlicher Weltherrschaftsphantasien, ist ein multiethnisches Gebilde, das nur darauf wartet von dollarstrotzenden Freischärlern zerschlagen zu werden.

Wenn der Wille der Kosovaren zur Unabhängigkeit als Maßstab gilt, warum gilt er dann nicht für Kurden? Warum wird Kosovaren erlaubt, was Palästinensern, Nordiren oder türkischen Zyprern verwehrt bleibt? Und mit welcher Begründung kann die Europäische Union der Abspaltung Abchasiens von Georgien widersprechen?
Kommentar in der Leipziger Volkszeitung

Dank des europäisch-/amerikanischen Schmierentheaters rund um das Kosovo, wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der die Welt wesentlich unsicherer gemacht hat. Serbien wird als nächstes am Dayton-Vertrag rütteln und mit der gleichen Argumentation eine Heimkehr der autonomen serbisch bevölkerten Republika Srpska ins Reich fordern. Russland hat bereits der ersten Schritt gemacht und lässt die Südosseten um ihre Anerkennung als unabhängiges Gebiet von Georgien kämpfen. Abchasien, Transnistrien und Kurdistan werden folgen. Auch im benachbarten Flandern wird man den Ruf gehört haben. Die Welt ist wieder ein Stück unsicherer geworden – Danke Deutschland, Danke USA, Danke Frankreich.

Jens Berger

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Trackbacks:

  1. 1 · Totgeburt eines Staates | NIGHTLINE am 21. Februar 2008 um 18:51

    [...] Unabhängigkeit Kosovos schreibt der Spiegelfechter In den Glückwünschen der deutschen Presse zur Geburt des jüngsten Staates [...]


  2. 2 · paxx:blog » Blog Archive » Sezession süss-sauer am 21. Februar 2008 um 19:08

    [...] eines neuen Staates verbunden. Lustigerweise besteht dieser im Falle des Kosovo sogar offiziell aus einer Bande kaltblütiger Krimineller. Das kann man natürlich auch als einen Akt politischer Ehrlichkeit [...]


  3. 3 · Zumwinkel nur die Spitze des Eisbergs - Seite 5 am 21. Februar 2008 um 22:08

    [...] gleichgeschaltete Verbldungs Staatspropaganda bentigt, ich glaub das gengt wohl. Ach ja Kosovo Der Spiegelfechter Blog Archive Totgeburt eines Staates Ein Staat mit Drogenbaronen und Kriminellen an der Spitze, die richtigen Partner fr die EU und [...]


  4. 4 · Totgeburt eines Staates - Pax Aeterna am 21. Februar 2008 um 23:11

    [...] · tar, den 21.02.08 in Europa, Amerika, Deutschland, Verschwörung, Probleme, Krise, Geschichte, Politik, Krieg Quelle: spiegelfechter.com [...]


  5. [...] sehr interessante und kritische Auseinandersetzung mit der kosovarischen Elite findet sich im Spiegelfechter. Eine Regierungs- und Verwaltungselite, die entweder der OK angehört, oder ihr nahe steht, ein [...]


  6. [...] Spiegelfechter: Totgeburt eines Staates [...]


  7. 7 · Hupen für die Unabhängigkeit am 25. Februar 2008 um 00:45

    [...] früh gefreut, meinen andere Blogger. „In den Glückwünschen der deutschen Presse zur Geburt des jüngsten Staates Europas, wi…“, wird die mangelnde Hintergrundinformation der Medien kritisiert. Es werde übersehen, dass [...]


  8. 8 · Marodeure unter sich « Kurokasai am 27. Februar 2008 um 21:36

    [...] die im Baskenland willkürliche Verhaftungen durchführen und Gefangene foltern lassen. Auch das organisierte Verbrechen im Kosovo ist unserer Elite so sympathisch, dass dieses dank deutschem Engagement gleich mal das ganze Land [...]


  9. [...] gewichtiges Problem der Selbstbestimmung der Völker lässt sich am Beispiel des Kosovos aufzeichnen. Nach der Staatstheorie aus dem Völkerrecht muss ein Staat aus drei Merkmalen [...]


Kommentare:

  1. · Schwitzig am 21. Februar 2008 um 18:04 - Permalink

    @SF - Danke für die Hintergrundinfos.

    Und was mich am meisten erschreckt:

    In den Glückwünschen der deutschen Presse zur Geburt des jüngsten Staates Europas, wird man vergebens nach Hinweisen zum kriminellen Leben der kosovarischen Eliten suchen.

    Dass die EU und die USA mit Schwerkriminellen ins Bett gehen, ist ja nun keine Überraschung. Was ich wirklich erschreckend finde ist, dass es ganz offensichtlich keine Pressefreiheit mehr gibt - ob durch Gleichschaltung oder Repression ist egal - in den deutschen Medien habe ich darüber genau nichts (!) gelesen.


  2. · HerrHorst am 21. Februar 2008 um 18:54 - Permalink

    Stimmt nicht ganz, in der jungen Welt waren massig Artikel über die Abspaltung des Kosovo, ich könnte mir vorstellen, dass auch dieser Artikel die Quelle JW genutzt hat.

    Die Zeitung ist wirklich sehr brauchbar, nur die dauernden Jubelorgien auf die DDR sind mehr als unnötig


  3. · Simon Columbus am 21. Februar 2008 um 18:54 - Permalink

    Bei aller Kritik an den kosovarischen Eliten - deine pro-serbische Haltung kann ich nicht verstehen. Denn auch dort läuft es alles andere als prächtig - und Tadić hat bei weitem nicht so viele Zugeständnisse gemacht wie du behauptest. Er hat vielmehr alles getan, um den Kosovo doch irgendwie als Teil Serbiens erhalten zu können - und ihn nicht, wie Montenegro, zu verlieren. Die Unabhängigkeit des Kosovo ist der normale Status, nicht seine Existenz als Teil Serbiens. Und an der Stelle widersprichst du dir selbst: Denn du sagst, die EU würde multi-ethnische Staaten in ihrer Politik bevorzugen - ist der Kosovo also multi-ethnischer als Serbien? Vielmehr hat die EU ja ihren deutlichen Anteil daran gehabt, den Vielvölkerstaat Jugoslawien zu zerschlagen - die Unabhängigkeit des Kosovo ist da nur der bisher letzte Schritt in diesem langwierigen Projekt. Wieder ein neuer Nationalstaat mehr - auf der Basis ethnischer Zugehörigkeit gegründet, wenn auch seine Grenzen das nicht voll deutlich machen.

    @ Schwitzig:

    “dass es ganz offensichtlich keine Pressefreiheit mehr gibt - ob durch Gleichschaltung oder Repression ist egal”

    Du wählst zwei Möglichkeiten, die im Grunde redundant sind. Schonmal auf die Idee gekommen, dass die deutschen Medien einfach von sich aus kein Interesse daran haben, darüber zu berichten? Man sollte nicht immer gleich alles schlechte beim Staat suchen. Und selbst der sind immer noch wir.


  4. · Schwitzig am 21. Februar 2008 um 19:12 - Permalink

    @ SC

    @ Schwitzig:

    “dass es ganz offensichtlich keine Pressefreiheit mehr gibt - ob durch Gleichschaltung oder Repression ist egal”

    Du wählst zwei Möglichkeiten, die im Grunde redundant sind. Schonmal auf die Idee gekommen, dass die deutschen Medien einfach von sich aus kein Interesse daran haben, darüber zu berichten? Man sollte nicht immer gleich alles schlechte beim Staat suchen. Und selbst der sind immer noch wir.

    2 x falsch, weil:
    Warum berichten die MM dann elegisch über den Kosovo, aber lassen genau DIESE Aspekte aus? Eine bewusste Aussparung ist eine Lüge.

    Und in einer repräsentativen Demokratie sind eben _nicht_ wir der Staat. Erst recht nicht, wenn sie so ausgehöhlt und zur Farce gemacht wurde, wie unsere.

    Wenn jemand oder eine Institution verfälscht, wegläßt oder lügt, steckt da eine Intention und ein Ziel dahinter. Eine andere Frage ist es, welches Ziel dahinter steht und wem es nützt, aber diese Tiefe der Betrachtung beabsichtigst Du ja gar nicht erst zu erreichen, nicht wahr?


  5. · Elvloots am 21. Februar 2008 um 19:20 - Permalink

    Kleine Staaten lassen sich besser beherrschen. Und mit der Unabhängigkeit des Kosovo wollen die Strategen in den USA andere Bevölkerungsgruppen ebenfalls zur “Unabhängigkeit” und damit zu Kampfmaßnahmen ermuntern. Dieses richtet sich in erster Linie gegen Russland. Die Welt wird gefährlicher werden Dank Bush, Merkel und andere.


  6. · Spiegelfechter am 21. Februar 2008 um 19:35 - Permalink

    @2 HerrHorst

    Stimmt nicht ganz, in der jungen Welt waren massig Artikel über die Abspaltung des Kosovo, ich könnte mir vorstellen, dass auch dieser Artikel die Quelle JW genutzt hat.

    Die Junge Welt ist aber kein nennenswertes Massenmedium. Genau so wie auch im Freitag erscheinen dort zwar auch differenzierte Artikel, aber sie erreichen auch nur eine verschwindend kleine Leserschar.

    Was das Thema Kosovo und Serbien angeht, ist mir die jW ein wenig zu proserbisch. Mittlerweile hat sich das gegeben, aber zu Zeiten Milosevics fand ich einige Artikel mehr als grenzwertig.

    Ich habe mich im Artikel zwar nicht auf die jW bezogen, aber einige jW Autoren schreiben ja auch woanders, so dass ich sicher auch einen jW Artikel zur Recherche benutzt habe.


  7. · otti am 21. Februar 2008 um 19:42 - Permalink

    My home is mei castle - und mei Staat.
    Fröhliches Zusammenleben!
    Machen wir uns alle unabhängig.


  8. · Spiegelfechter am 21. Februar 2008 um 19:49 - Permalink

    @3 Simon Columbus

    Tadić hat bei weitem nicht so viele Zugeständnisse gemacht wie du behauptest. Er hat vielmehr alles getan, um den Kosovo doch irgendwie als Teil Serbiens erhalten zu können - und ihn nicht, wie Montenegro, zu verlieren.

    Nun ja, die Unabhängigkeit war aber eine Maximalforderung. Was will man denn Serbien abverlangen? Serbien hat eine weitfassende Autonomie angeboten (Zitat Kostunica: “Die Kosovo-Albaner wären dann die privilegierteste Minderheit der Welt) - darauf ist die Troika aber noch nicht einmal eingegangen, der Fahrplan stand fest.

    Interessant dazu ist die Meinung vom Völkerrechtsexperten Daniel-Erasmus Khan - kein “linker Serbienfreund”, sondern Prof an der Universität der Bundeswehr in München. Einige Aussagen aus meinem Artikel beziehen sich auf ein Interview mit ihm im Rundfunk, das ich leider nicht näher verlinken kann ;-)

    Die Unabhängigkeit des Kosovo ist der normale Status, nicht seine Existenz als Teil Serbiens.

    Und wie kommst Du darauf? Der Kosovo war immer Teil Serbiens/Jugoslawiens und des osmanischen Reiches. Mit der gleichen Logik könntest Du die Selbstständigkeit Wales, Nordirlands, Schottlands, Kataluniens, Galiziens, des Baskenlandes, Korsikas, Flanderns usw. usf. fordern - und dies ist nur Europa, wenn man sich die afrikanische Landkarte anschaut, so könnte fast jeder Staat umgestrickt werden. Hier gilt mE die Normativität des Faktischen und das Völkerrecht sieht das genau so.

    Und an der Stelle widersprichst du dir selbst: Denn du sagst, die EU würde multi-ethnische Staaten in ihrer Politik bevorzugen - ist der Kosovo also multi-ethnischer als Serbien?

    Damit meinte ich z.B. die Teilung des Staates zwischen Serbien und Albanien, die auch eine Option wäre. Die Kosovaren sprechen ja auch bereits von einem Großalbanien.

    Vielmehr hat die EU ja ihren deutlichen Anteil daran gehabt, den Vielvölkerstaat Jugoslawien zu zerschlagen

    Indem sie ethnische Säuberungen geduldet, wenn nicht sogar unterstützt hat.


  9. · Simon Columbus am 21. Februar 2008 um 20:01 - Permalink

    @ Schwitzig:

    2 x falsch, weil:
    Warum berichten die MM dann elegisch über den Kosovo, aber lassen genau DIESE Aspekte aus? Eine bewusste Aussparung ist eine Lüge.

    Daraus ergibt sich allerdings noch nicht, dass diese Lüge von irgendeinem anderen als dem Lügenden ausgeht.

    Und in einer repräsentativen Demokratie sind eben _nicht_ wir der Staat. Erst recht nicht, wenn sie so ausgehöhlt und zur Farce gemacht wurde, wie unsere.

    Definiere Staat:

    Die klassische und juristisch beeinflusste Definition sieht den Staat als „eine politisch-rechtliche Ordnung, die eine Personengemeinschaft auf der Grundlage eines Staatsvolkes innerhalb eines räumlich abgegrenzten Gebietes zur Sicherstellung bestimmter Zwecke auf Dauer bindet und einer souveränen Herrschaftsgewalt unterwirft“. (…)
    Nach einer wissenschaftlich beeinflussten Annäherung ist der Staat „ein klarer Satz politischer Institutionen (im Namen des öffentlichen Interesses innerhalb eines begrenzten Territoriums) dessen spezielles Interesse in der Organisation der Herrschaft liegt.“ (Wikipedia: Staat)

    Insofern sind wir, da zwingend Teil dessen, der Staat (wenn “wir” = Bürger).

    Wenn jemand oder eine Institution verfälscht, wegläßt oder lügt, steckt da eine Intention und ein Ziel dahinter. Eine andere Frage ist es, welches Ziel dahinter steht und wem es nützt, aber diese Tiefe der Betrachtung beabsichtigst Du ja gar nicht erst zu erreichen, nicht wahr?

    Die alleinige Tatsache, dass hinter einer Verfälschung (angeblich) eine Intuition stehen muss, bedingt immer noch nicht, dass diese vom Staat ausgeht. Also wieder wie im ersten Absatz: Warum sollte die von dir wahrgenommene Lüge (d.h. die Verfälschung der Berichterstattung) von irgendeiner anderen Gewalt als den Lügenden (d.h. der Presse) ausgehen? Warum siehst du zwingend, aber (zumindest von dir nicht begründet) den Staat hinter dieser Verfälschung?

    Ich bin durchaus nicht von einer absoluten Unschuld der politischen Machthaber in diesem Fall überzeugt - aber die Verantwortung für die Berichterstattung liegt immernoch bei der Presse. Daraus, dass diese ihre Möglichkeiten nicht ausnutzt, einen Mangel an Pressefreiheit abzuleiten, ist in meinen Augen ein deutlicher Trugschluss.

    @ Spiegelfechter:

    Nur einige Stellen:

    Zur Unabhängigkeit des Kosovo als “normalem Status”: Der Kosovo ist der letzte bei Serbien verbliebene, ethnisch nicht dazugehörige Teil der ehemaligen Vielvölkerdiktatur Jugoslawien. Wenn alle anderen Teile des Landes sich abspalten dürfen - warum nicht der Kosovo? Wenn die Mehrheit der Bewohner eine eigenständige nationale Identität empfindet, sollte dem auch Rechnung getragen werden.

    Großalbanien: Ein Teilmeinung - von “den” Kosovaren zu sprechen ist dabei nur bedingt richtig.

    Und was die ethnischen Säuberungen angeht, kann ich dir natürlich nicht widersprechen. Allerdings ging es mir nicht um das Wie, sondern um das Ob der Unterstützung der EU für die Aufteilung Jugoslawiens.


  10. · Spiegelfechter am 21. Februar 2008 um 20:08 - Permalink

    @Simon Columbus

    Definiere Staat:

    Nach der gültigen Staatstheorie gibt es drei Säulen:

    -> Staatsvolk -> Ist im Kosovo gegeben
    -> Staatsgebiet -> Ist im Kosovo nicht(!) gegeben. Laut UN-Resolutionen gehört das Gebiet zum souveränen Staat Serbien
    -> Staatsmacht -> Ist im Kosovo ebenfalls nicht gegeben. Das Kosovo ist immer noch ein Protektorat der UN, die ihre Truppen ja nicht abzieht. Es gibt auch (noch) keine funktionierende Verwaltung, keine Judikative und das Kosovo ist wirtschaftlich nicht autark.


  11. · Simon Columbus am 21. Februar 2008 um 20:18 - Permalink

    @ Spiegelfechter:

    Mir sind die drei (manchmal auch vier…) Säulen der Staatstheorie durchaus bekannt - mein Beitrag bezog sich allerdings auf Schwitzigs Zweifel daran, dass “wir” (aka Bürger) der Staat seien, nicht auf Kosovo.


  12. · Mile am 21. Februar 2008 um 20:18 - Permalink

    Zum Thema “Russland”:

    Wieso soll man es als direkter Angriff auf Russland sehen?
    Ohne allzugrosse Verränkungen kann es eher als Steilvorlage zugunsten Russlands gesehen werden.
    Denn jetzt hat Russland alle Trümpfe in der Hand, wenn sie “ihre” Gebiete in Georgien und Rumänien für unabhängig erklären wollen.


  13. · Carl Heinz am 21. Februar 2008 um 20:28 - Permalink

    Ich wünsche der EU noch viele, viele Kosovos in Europa.


  14. · Simon Columbus am 21. Februar 2008 um 20:29 - Permalink

    @ Mile:

    Ich glaube, Russland dürfte sich mehr Sorgen um seine diversen autonomen Republiken machen, von denen nicht nur Chechenien nach Unabhängigkeit strebt - da sind eigenen Interessen im Ausland wohl eher von geringerer Bedeutung.


  15. · effizienzcluster am 21. Februar 2008 um 21:08 - Permalink

    @Columbus

    “Daraus ergibt sich allerdings noch nicht, dass diese Lüge von irgendeinem anderen als dem Lügenden ausgeht”

    Stellt sich nur die Frage WARUM sie alle lügen.
    Was ist eigentlich mit der BND-UCK-Connection und was ist mit den BND-Beziehungen vieler Redaktionen bzw. BND-Mitarbeitern in eben solchen?

    Denkst du auch mal nach oder was soll das hier?


  16. · Simon Columbus am 21. Februar 2008 um 22:05 - Permalink

    @ effizienzcluster:

    Denken? Sehr wohl. Aber anders als du stütze ich mich dabei auf Fakten und einen gesunden Menschenverstand. Belege deine Verschwörungstheorien doch wenigstens, anstatt sie hier nur von Beleidigungen begleitet in den Raum zu stellen.


  17. · COPOKA am 21. Februar 2008 um 22:28 - Permalink

    Ich frage mich die ganze Zeit, warum die s.g. EU-Elite dieses faule Kuckucksei von Neocons so hartnäckig durchboxt hat und nun so bereitwillig mit Steuerngeldern überhäuft. Man braucht offensichtlich diese hauseigenen Talibans, um lukratives Geschäft namens “Krieg gegen Terror” aufrecht zu erhalten.

    Russland hat bereits der ersten Schritt gemacht und lässt die Südosseten um ihre Anerkennung als unabhängiges Gebiet von Georgien kämpfen. Abchasien, Transnistrien und Kurdistan werden folgen.

    Nicht zu vergessen, Krym und große Gebiete von Ostukraine sind immernoch mehrheitlich von ethnischen Russen besiedelt. Nordkasachstan zwar auch, aber da gibt’s für Russland z.Z. noch kein Handlungsbedarf.
    Das wären auch denkbare Optionen, wenn einer oder der andere Staat sich zu sehr der US-Macht/NATO unterwirft.


  18. · Mile am 21. Februar 2008 um 23:37 - Permalink

    Simon Columbus,

    welche Gebiete sind das denn? Ich weiss nur von Tschetschenien und das läuft schon lange unter “Kampf gegen den islamischem Terrorismus”.

    Wenn ich micht nicht irre, steht die russische Armee mitten in der EU und hat nun durch die Anerkennung Kosovos, einen Grund mehr, dort auch zu bleiben.

    Ah ja,
    da ich doch ein wenig davon persönlich betroffen bin, will ich doch noch anmerken, dass man beim Thema “ethnische Säuberung” unter Ceku etwas vorsichtig sein sollte.
    Und es wäre nett, wenn man es nicht Krajina nennen würden. So heisst die Gegend nicht und wurde so von den Aggressoren genannt, um ihren Anspruch darauf zu demonstrieren.
    Sogar historsich betrachtet war es nicht berechtigt.


  19. · chillis am 21. Februar 2008 um 23:57 - Permalink

    hola, nett, mal etwas kritisches zum thema zu lesen, aber an paar stellen komme ich nicht ganz mit:

    oben wurde schon angesprochen, wie ist bitte der verweis auf suedossetien, und dann ja wohl auch abchasien zu verstehen…ich sehe da keine irgendwie vergleichbare interessenlage von seiten des westens, oder wie auch immer Du deutschland, frankreich, usa da (ein klein bisschen zweifelhaft) verblockst…insofern erscheint mir das beispiel im kontext Deiner argumentation sehr fraglich…die territoriale integritaet von georgien ist ja wohl eher im europaeischen interesse, ein praezendenzfall kaeme europa ungelegen, und wird meines wissens auch diesbezueglich nicht wirklich angenommen.

    im uebrigen hab ich manchmal den eindruck, dass begriffe wie voelkerrechtswidrigkeit in solchen fragen besser klingen, als dass sie erkenntnis schaffen….gerade in fragen wie der des kosovos oder der georgischen frozen conflicts legt das voelkerrecht doch ergebnisse nahe, die bisweilen auesserst fragwuerdig sind…und an der einen ecke vehement bestehende internationale vereinigungen wie die eu zu kritisieren, dann aber das voelkerrecht in minderheitenfragen unhinterfragt als rueckzugsort der voelkergerechtigkeit zu sehen - ich weiss nicht…

    das problem mit den kriminellen eliten in transformationsstaaten schließlich scheint mir auch ein schwer zu nutzendes argument zu sein: im regelfall ist das angebot an wirklich integren und gleichzeitig faehigen (intellektuell, charismatisch, wie auch immer) leuten nach langen opressions-, umbruchphasen eher gering, siehe zum beispiel auch wieder georgien…und ob Du fuer irgendeine andere position bessere repraesentanten faendest, steht in den sternen..


  20. · Fiend_THeyde am 22. Februar 2008 um 03:00 - Permalink

    @17 Copoka:
    Gewisse Kreise der sog. Eliten dürften u.a. eine Demütigung Putins/Russlands (und natürlich Chinas) beabsichtigt haben. Die Botschaft lautet: ihr könnt ruhig euer Veto einlegen, wir machen trotzdem, was wir für richtig halten. Die Transatlantiker innerhalb der großen Koalition haben offensichtlich vergessen, daß Russland energiepolitisch am längeren Hebel sitzt ( Dank der “genialen” Politik von IM Merkel, aufgrund des Drucks der Neocons auf iranisches Erdgas weitgehend zu verzichten, wodurch die Abhängigkeit von russischem Gas noch vergrößert worden ist, wie SF es hier in einem anderen Artikel bereits anschaulich dargelegt hat). Vielleicht erhoffen sie sich sogar, einen Keil in die Beziehungen zwischen Serbien und Rußland getrieben zu haben. Daß Rußland die einseitige Abtrennung des Kosovo nicht verhindern hat können, dürfte der serbischen Regierung allerdings klar gewesen sein. Ich kann mir daher kaum vorstellen, daß sie vorzugsweise Rußland die Schuld gibt und sich daraufhin der USAEU/NATO in die Arme wirft.

    M.E. gibt es allerdings (noch) andere Gründe für das Vorgehen der “westlichen Wertegemeinschaft”. Im Kosovo gärt die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlich desolaten Situation, für die in erster Linie die UNMIK-Verwaltung verantwortlich gemacht wird (jedenfalls wenn man den verschiedenen Medienberichten darüber glauben kann). Eine nominelle Unabhängigkeit wird für eine gewisse Zeit die Unzufriedenheit mit nationalem Pathos übertünchen können. Faktisch ändert sich an den Verhältnissen im Kosovo wenig. Die Verwaltung wird nachwievor von UNMIK/EU/NATO kontrolliert. Die nominelle Unabhängigkeit ist eine Beruhigungspille, die nichts kostet; abgesehen von dem Risiko, daß es andernorts Nachahmer finden könnte oder Begehrlichkeiten nach Unabhängigkeit weckt. Da man jedoch die Leitmedien weitgehend kontrolliert, glaubt man wohl, solche Bestrebungen propagandistisch und letztlich militärisch kontrollieren zu können (zumal es prima in die Agenda passen würde, wenn es in Rußland zu derartigen Unruhen kommt, woraufhin man Putin ein weiteres Mal als bösen Diktator hinstellen könnte, wenn er gegen solche Unruhen vorgehen läßt).

    Nicht vergessen wollen wir außerdem, daß die Vertriebswege für afghanisches Opium/Heroin zusätzlich abgesichert werden (die Produktion wird ja schon geschützt).

    Thaci genießt darüberhinaus diplomatische Immunität, was einerseits seine “Geschäfte” erleichtert, andererseits verhindert, daß er irgendwann doch noch in Den Haag landet. Dürfte in ähnlicher Weise für die übrigen UCK/Regierungsmitglieder gelten.


  21. · schwitzig am 22. Februar 2008 um 06:08 - Permalink

    @9 SC

    @ Schwitzig:

    2 x falsch, weil:
    Warum berichten die MM dann elegisch über den Kosovo, aber lassen genau DIESE Aspekte aus? Eine bewusste Aussparung ist eine Lüge.

    Daraus ergibt sich allerdings noch nicht, dass diese Lüge von irgendeinem anderen als dem Lügenden ausgeht.

    Ja und? Wenn “der Lügende” z.B. aus einem Grund freiwillig lügt, der auch jemand anderen nutzt, kommt es doch auf das Ziel und nicht auf den Weg an. Wem nutzt es. Darum geht es. Oder willst Du etwas erzählen, dass die Medien in diesem Fall kollektiv wichtige Informationen einfach nur so aus Spass an der Lüge verschweigen? Sorry - da kann ich wirklich nur noch zynisch werden.

    Und in einer repräsentativen Demokratie sind eben _nicht_ wir der Staat. Erst recht nicht, wenn sie so ausgehöhlt und zur Farce gemacht wurde, wie unsere.

    Definiere Staat:

    Die klassische und juristisch beeinflusste Definition sieht den Staat als „eine politisch-rechtliche Ordnung, die eine Personengemeinschaft auf der Grundlage eines Staatsvolkes innerhalb eines räumlich abgegrenzten Gebietes zur Sicherstellung bestimmter Zwecke auf Dauer bindet und einer souveränen Herrschaftsgewalt unterwirft“. (…)
    Nach einer wissenschaftlich beeinflussten Annäherung ist der Staat „ein klarer Satz politischer Institutionen (im Namen des öffentlichen Interesses innerhalb eines begrenzten Territoriums) dessen spezielles Interesse in der Organisation der Herrschaft liegt.“ (Wikipedia: Staat)

    Ja schön. Du hast jetzt einen theoretischen Ansatz aus wikipedia zitiert. Und wo soll jetzt bitte der Realitätsbezug sein? Nach Deiner Logik dürfte es z.B. weder Umstürze, Putsche, Befreiungen noch Diktaturen geben.

    Insofern sind wir, da zwingend Teil dessen, der Staat (wenn “wir” = Bürger).

    Wir sind auch zwingend Teile des Sonnensystems. Dennoch hat das Sonnensystem Aspekte, die wir ändern können und Aspekte, die uns zu etwas zwingen.

    Wenn jemand oder eine Institution verfälscht, wegläßt oder lügt, steckt da eine Intention und ein Ziel dahinter. Eine andere Frage ist es, welches Ziel dahinter steht und wem es nützt, aber diese Tiefe der Betrachtung beabsichtigst Du ja gar nicht erst zu erreichen, nicht wahr?

    Die alleinige Tatsache, dass hinter einer Verfälschung (angeblich) eine Intuition stehen muss, bedingt immer noch nicht, dass diese vom Staat ausgeht.

    Mir ist scheissegal, von wem das ausgeht. Mich interessiert, wohin das führt. Wie kommst Du übrigens auf das Geschwurbel, dass hinter einer Verfälschung eine Institution stehen muss? Eine “Institution” mit fataler Wirkung kann auch ein einzelner Mensch sein. Du erfindest selbst Bedingungen, die Du dann zu entkräften versuchst - ein ziemlich tautologischer Ansatz.

    Also wieder wie im ersten Absatz: Warum sollte die von dir wahrgenommene Lüge (d.h. die Verfälschung der Berichterstattung) von irgendeiner anderen Gewalt als den Lügenden (d.h. der Presse) ausgehen? Warum siehst du zwingend, aber (zumindest von dir nicht begründet) den Staat hinter dieser Verfälschung?

    Ich argumentiere mal wie Du: Wir sind die Presse. Normalerweise berichten wir in 2-Seitern, wenn Paris Hilton im Parkverbot ein Knöllchen bekommen hat. Wenn allerdings ein neuer Staat aus Staatsoberhäuptern gebildet wird, die fast alle kleine Al Capones sind, verschweigen wir das kollektiv. Warum? Ganz klar - einfach so! Aus Spass an der Freude und der Verschweigungslüge.

    Ich bin durchaus nicht von einer absoluten Unschuld der politischen Machthaber in diesem Fall überzeugt - aber die Verantwortung für die Berichterstattung liegt immernoch bei der Presse.

    Wie kommst Du zu dieser Überzeugung? Schon mal etwas von indirekter Beeinflussung, Druck oder Gleichschaltung durch Besetzungsstrategien gehört? Hast Du Indizien dafür, dass die Presse frei berichten kann? Viele Vorfälle und auch Deutschlands internationales Ranking bei der Pressefreiheit weisen eher darauf hin, dass die sogenannte Pressefreiheit ausgehöhlt wird, bzw. dass es wirtschaftliche Akkumulationen gibt, die tendenziöse Berichterstattung zur Folge haben.

    Daraus, dass diese ihre Möglichkeiten nicht ausnutzt, einen Mangel an Pressefreiheit abzuleiten, ist in meinen Augen ein deutlicher Trugschluss.

    Bei einem Magazin, Sender oder Kanal ja, bei allen - nein.


  22. · schwitzig am 22. Februar 2008 um 07:14 - Permalink

    @19

    das problem mit den kriminellen eliten in transformationsstaaten schließlich scheint mir auch ein schwer zu nutzendes argument zu sein: im regelfall ist das angebot an wirklich integren und gleichzeitig faehigen (intellektuell, charismatisch, wie auch immer) leuten nach langen opressions-, umbruchphasen eher gering, siehe zum beispiel auch wieder georgien…und ob Du fuer irgendeine andere position bessere repraesentanten faendest, steht in den sternen..

    Du hast Recht damit, wenn Du zu bedenken gibst, dass besondere Umstände wie z.B. Kriege dazu führen können, dass ein bestimmter Menschenschlag versucht, Kontrolle auszuüben. Allerdings finde ich es befremdlich, wenn z.B. Prozesse international vermieden werden, während andere Verbrecher wie Milosevic völlig zu Recht zur Verantwortung gezogen werden. Das riecht.


  23. · chaolan am 22. Februar 2008 um 08:59 - Permalink

    Guten Morgen Jens,
    vielen Dank für den SUPER-ARTIKEL. Dem ist nichts hinzuzufügen, man kann ihn ohne Wenn und Aber unterschreiben. Die Leute können hier und anderswo rumnörgeln wie sie wollen, es ändert nix an der Tatsache, dass dort die grössten Verbrecher an die Macht gepusht wurden. Weiterhin wurde hier klar gegen das Völkerrecht verstossen. Auch wenn man uns einhämmern will, dass es nur eine Ausnahme und mit anderen Fällen nicht zu vergleichen sei. Für mich wurde hier mal wieder, durch Regie unseres guten Weltpolizisten eine Lunte gezündet, die für SEHR VIEL Unruhe in Europa sorgen wird.
    Was kommt dann als Nächstes?
    BASKENLAND, NORDZYPERN, SCHOTTLAND, KORSIKA, ABCHASIEN UND SÜDOSSETIEN, NAGORNY-KARABACH, TRANSNISTRIEN, TSCHETSCHENIEN, SERBISCHE REPUBLIK, KATALONIEN, SZEKLERLAND, TAMILEN….?????
    Schlimm finde ich auch mal wieder das Verhalten unserer Bimbesregierung. Wie ein reudiger Köter legen sie sich auf den Rücken wenn die US-Regierung einen Furz lässt.
    Danke für Deine ehrlichen Worte.
    Beste Grüße


  24. · Nikopol am 22. Februar 2008 um 09:26 - Permalink

    Mal wieder ein super Artikel. Ich stelle gerade fest, dass ich inzwischen auf Spiegelfechterartikel zu bestimmten Themen regelrecht warte - und nie enttäuscht werde.

    Was mir weiterhin ein Rätsel ist, und wohl auch bleiben wird, ist, was genau die EU und Deutschland zu so einer kriegstreiberischen Politik bringt, die im Grunde 1991 mit der schnellen Anerkennung Kroatiens angefangen hat. Irgendwie ergibt das nur halbwegs Sinn, wenn es um wirtschaftliche Einflußzonen geht.

    (Übrigens stelle ich gerade fest, dass Google zwei Suchergebnisse zu Kroatien zensiert, vgl. google.de/... und, ohne nähere Erklärung, chillingef.... Weiß da jemand näheres zu?)


  25. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 09:46 - Permalink

    @17 COPOKA

    Ich frage mich die ganze Zeit, warum die s.g. EU-Elite dieses faule Kuckucksei von Neocons so hartnäckig durchboxt hat und nun so bereitwillig mit Steuerngeldern überhäuft.

    Neben die Fiend schon genannt hat, kommt auch noch ein ganz traditionell machtpolitischer hinzu: Hegemonialpolitik. Wenn durch globalpolitische Umwälzungen neue Kräfteverhältnisse ergeben, streben kleinere Staaten oft unweigerlich zum macht- und wirtschaftspolitischen Hegemon. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der offenen Seperationstedenzen der jugoslawischen Republiken, hat Deutschland schon früh seine Rolle als neuer Hegemon übernommen – Deutschland war es, dass mit der Anerkennung Kroatiens und Sloweniens die Grundlagen für die moderne Geschichte auf dem Balkan geschaffen hat; inkl. aller Begeleitumstände, wie den ethnischen Säuberungen und den Massenmorden. Slowenien und Kroatien sind „im Sack“, bei den restlichen Teilrepubliken bahnt sich ähnliches an. Sicher weißt Du, dass in Bosnien und im Kosovo die DM-Mark „offizielle“ Währung war, heute ist es im Kosovo und in Montenegro der Euro und Bosniens Währung ist fest an den Euro gekoppelt.

    Der einzige Staat der sich nicht in den deutschen Hegemonialbereich integrieren wollte, ist Serbien – und dafür wird es abgestraft. Die Causa „Kosovo“ ist aus dieser Sicht eher ein klassischer Hegemonialkonflikt, in dem Deutschland (in Union mit der EU) sich ein Stück „Serbien“ als Protektorat einverleibt und dem Land „Serbien“ und dessen Protege Russland signalisiert – wir sind es, die hier die Hosen an haben. Früher gab es ein Wort für eine solche Politik: Imperialismus


  26. · Jörg Friedrich am 22. Februar 2008 um 09:53 - Permalink

    Nur am Rande: “Menschen- und Frauenhandel” das sind die Formulierungen, die den Blogger vom seriösen Journalisten unterscheiden.


  27. · Schwitzig am 22. Februar 2008 um 10:04 - Permalink

    Nur am Rande: “Menschen- und Frauenhandel” das sind die Formulierungen, die den Blogger vom seriösen Journalisten unterscheiden.

    Pruuust :-) - aber leider hast Du dabei unrecht. In den letzten Jahren ist mir immer häufiger aufgefallen, dass z.B. Einrichtungen wie die Tagesschau, SPIEGEL, Zeitungen und speziell Lokalzeitungen ein immer schlechter werdendes Deutsch pflegen und oft sogar völlig sinnentstellende Ausdrucksfehler wie in dem obigen Beispiel völlig enthemmt in die Welt kotzen.
    Über ein “dass”, DAS eigentlich ein “das” sein müßte, rege ich mich da schon gar nicht mehr auf :-).
    Und am Rande bemerkt: “Seriösen Journalisten” glaube ich mittlerweile kein Wort mehr, egal wie orthographisch, grammatikalisch und im Ausdruck perfekt ihre Artikel formuliert sind. “Seriöse Journalisten” haben bei mir mittlerweile den selben Ansehensgrad wie z.B. Politiker.
    Es mag daran liegen, dass ich weder Radio- noch Fernsehpropaganda ausgesetzt bin. Das läßt einen die Dinger unabhängiger und klarer sehen.


  28. · name am 22. Februar 2008 um 10:33 - Permalink

    Sehr guter Artikel. Das Thema Jugoslawien und deren Zerstörung ist eines der größten Verbrechen in den letzten 25 Jahren in Europa. Das schlimme ist, mit der einseitigen Anerkennung des Kosovo schaffen sie einen Kriegs- und Konfliktherd, den sie überhaupt nicht erahnen und beherrschen können.

    Ob es eine russische Reaktion darauf geben wird, und wie diese aussehen wird, lässt sich nur erahnen. Als nächstes wird der Balkan in Kroatien und in Bosnien instabil werden. Es würde mich nicht wundern, wenn Serbien als Reaktion darauf ankündigt, Russland eine eigene Militärbasis auf serbischen Gebiet anzubieten. So, wie man selbst die “westenlichen serbischen Politiker” gedemütigt hat, gibt es für sie überhaupt kein Weg nach “Europa”.

    Eingekauft haben sie russische Konzerne in die ehemaligen serbischen jugoslawischen Konzerne ja schon.


  29. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 10:56 - Permalink

    @26 Jörg

    *fg*

    Ja, 1:0 für Dich ;-)


  30. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 11:00 - Permalink

    @19 Chillis

    oben wurde schon angesprochen, wie ist bitte der verweis auf suedossetien, und dann ja wohl auch abchasien zu verstehen…ich sehe da keine irgendwie vergleichbare interessenlage von seiten des westens, oder wie auch immer Du deutschland, frankreich, usa da (ein klein bisschen zweifelhaft) verblockst…insofern erscheint mir das beispiel im kontext Deiner argumentation sehr fraglich…die territoriale integritaet von georgien ist ja wohl eher im europaeischen interesse, ein praezendenzfall kaeme europa ungelegen, und wird meines wissens auch diesbezueglich nicht wirklich angenommen.

    Das hast Du mich falsch verstanden, ich meinte das Beispiel mit umgekehrter Rollenverteilung. Russland als „Spieler im Hintergrund“ und Staaten aus dem russischen Einflussbereich und die SCO als willfährige diplomatische „Anerkenner“.


  31. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 11:12 - Permalink

    @chaolan

    Schlimm finde ich auch mal wieder das Verhalten unserer Bimbesregierung. Wie ein reudiger Köter legen sie sich auf den Rücken wenn die US-Regierung einen Furz lässt.

    Fragt sich nur, wer hier der Hund und wer der Schwanz ist, mit dem gewackelt wird. Ich persönlich halte die EU resp. Deutschland für den treibenden Faktoren. Der USA passt das ganze natürlich ins grobe Schema, aber ihre Interessen auf dem Balkan sind nicht fürchterlich ausgeprägt - das sieht bei D ganz anders aus.


  32. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 11:41 - Permalink

    @18 Mile

    Ah ja, da ich doch ein wenig davon persönlich betroffen bin, will ich doch noch anmerken, dass man beim Thema “ethnische Säuberung” unter Ceku etwas vorsichtig sein sollte. Und es wäre nett, wenn man es nicht Krajina nennen würden. So heisst die Gegend nicht und wurde so von den Aggressoren genannt, um ihren Anspruch darauf zu demonstrieren. Sogar historsich betrachtet war es nicht berechtigt.

    Das erläutere doch bitte ein bisschen näher – ich gebe zu, ich bin mir nicht sicher, ob meine Bezeichnung richtig ist. „Krajina“ heißt mW so viel wie „Grenzmark“ und das Gebiet, um das es ging, stellte unter K+K Zeiten, die kroatische Grenzmark zum Osmanischen Reich dar und wurde „Krajina“ genannt. Das die Serben im Jugoslawienkrieg vor den Kroaten dort „gesäubert“ haben, ist natürlich richtig. Richtig ist auch, dass die „Krajina“ kein historisches und schon gar kein historisch serbisches Gebilde war. Darum ging es mir aber nicht – mir ging es darum, dass bei der Rückeroberung der „Krajina“ seitens der Kroaten massive Kriegsverbrechen begangen wurden und ethnische Säuberungen stattfanden – das ICTY spricht mW von über 220.000 Serben, die vertrieben wurden.

    Diese Vorkommnisse sind ja auch Grundlage des ICTY Prozesses gegen den kroatischen General Ante Gotovina.

    Anklageschrift

    Anklageschrift II

    Hier geht es um die Operation “Oluja” – wenn Ceku nun der Kopf dieser Operation war, ist es nicht glaubwürdig, anzunehmen, er sei nicht in Kriegsverbrechen involviert.


  33. · name am 22. Februar 2008 um 11:44 - Permalink

    @Jens & Wag the dog

    Würde ich auch so einschätzen:

    die treibende Kraft in Europa hinter dieser Sezessionspolitik ist die Bundesrepublik Deutschland: angefangen von Kohl, Genscher, Schröder bis Merkel.

    Das deutsche Kapital hat sich den Osten Europas, den Balkan (bis aus Serbien) unter den Nagel gerissen, auf- und leergekauft und übernommen. Da sind die politischen Mäntel, in denen diese ökonomische Expansionspolitik gekleidet wurden und werden, nur eine logische Folge, mit allen widerlichen Begleiterscheinungen und den mafiösen Statisten aus der UCK.


  34. · chaolan am 22. Februar 2008 um 12:08 - Permalink

    @ 31 Jens : Die Interessen der USA auf dem Balkan sind nur punktuell identisch den denen der Europäischen Union. Die Bush-Regierung plant schon seit Jahren, sich den strategischen Korridor Bulgarien-Mazedonien-Albanien zu sichern - den Weg des Öls vom Schwarzen Meer zur Adria. Die Kleinstaaterei und wirtschaftliche Abhängigkeit ist da von Vorteil. Pläne eines Großalbanien, wie sie Teile der aufgelösten UÇK vertraten, schaden den ökonomischen Interessen, die sich die Rohstoffe sichern wollen. Eine [extern] geplante Pipeline etwa führt vom bulgarischen Hafen Burgas bis Vlora in Albanien und wird von der Albanian Macedonian Bulgarian Oil Corporation [extern] verwaltet, die in den USA registriert ist. AMBO steht in enger Verbindung mit dem internationalen Konzern Halliburton. US-Vizepräsident Dick Cheney war zeitweilig Aufsichtsratpräsident.
    Im Nordkosovo lagern laut russischen Geopolitikern reichhaltige Vorkommen an Chrom, Wolfram, Nickel und Blei. Insgesamt 35 Prozent der Weltvorräte an Chrom liegen in Albanien und im Kosovo. Chrom, Wolfram und Ferrochrom haben zentrale Bedeutung für die internationale Rüstungsindustrie. Auch das dürfte von großem Interesse sein.

    Zitat aus : radio-utop...
    Erst vor ein paar Tagen war ein geheimes Protokoll aus Slowenien bekannt geworden, nach denen die Anerkennung des Kosovo nach einem strengen Fahrplan aus Washington abgelaufen ist. Das gesamte neunseitige Dokument gelangte Mitte Januar durch die slowenische Tageszeitung Delo an die Öffentlichkeit.
    Dabei wurde auch öffentlich, dass so etwas wie eine eigenständige EU nicht existiert.
    Auszug des Original-Protokolls über geheime Gespräche zwischen US-Regierung und Slowenien:
    “Nach der Meinung von DiCarlo (Anm.: Stellvertreter des für Europa zuständigen Beamten im US-Aussenministerium) wäre es sinnvoll, wenn die Tagung des Kosovo-Parlaments, auf der die Unabhängigkeitserklärung angenommen werden wird, auf einen Sonntag festgelegt werde, weil dadurch die Russische Föderation keine Zeit zur Einberufung der UN-Vollversammlung hätte. Zwischenzeitlich wären dann auch die ersten Anerkennungen erfolgt.”

    Ich habe hier noch ein paar Artikel dazu:
    heise.de/t...
    Zitat: Aus den Protokollen lassen sich die Prinzipien der Lobby-Arbeit der USA auf dem Balkan erkennen. Die Regierung Bush macht Druck auf Slowenien, möglichst bald innerhalb der Europäischen Union vollendete Fakten zu schaffen. Einige Mitgliedstaaten gelten als zögernd, insbesondere die Niederlande geben den Hardliner gegen die Autonomie-Pläne ohne Zustimmung der UN (laut [extern] Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates). Staatssekretär Fried soll sich bemühen, den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dazu zu bewegen, sich positiv zu einer Mission der EU in den Kosovo zu äußern. Es soll vermieden werden, dass der UN-Sicherheitsrat sich zuungunsten einer Unabhängigkeit des Kosovo einmischt.

    german-for...
    news.web-h...
    wsws.org/d...
    hintergrun...
    schweizmag...

    Soll erst mal reichen. ;-)


  35. · salvo am 22. Februar 2008 um 12:21 - Permalink

    es dürfte zwar hier allgemein bekannt sein, wem durch die völkerrechtliche Anerkennung politische Legitimation zuerkannt worden ist, aber ein weiterer Hinweis kann nicht schaden

    “Mafiabosse ergreifen Macht im Kosovo - mit Hilfe des Westens”
    uni-kassel...


  36. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 12:30 - Permalink

    @ 34 chaolan

    Ich kenne diese „Theorien“ und halte nichts von ihnen.

    Die Bush-Regierung plant schon seit Jahren, sich den strategischen Korridor Bulgarien-Mazedonien-Albanien zu sichern - den Weg des Öls vom Schwarzen Meer zur Adria.

    So stand es in einigen Publikationen zu lesen – aber das ist recht unwahrscheinlich.
    Welches Öl soll denn da transportiert werden? Das kaspische Öl der Azeris, das die USA bekommen, landet bereits in Ceyhan. Öl, das über eine „Transbalkan“-Pipeline (AMBO) tranportiert wird, kann nur aus Russland kommen und um einen Korridor für russisches Öl zu errichten, wäre es nicht eben von Vorteil, Russland ins Gesicht zu spucken. Eine solche Pipeline kann auch nur als Umgehung des Bosporus Sinn machen. Das tut sie für die USA aber nur dann, wenn man die Türkei als „feindliches Land“ betrachten würde – aber, wo käme dann das Öl her? Russland gut, Türkei böse? Dann gäbe es aber schon eine Lösung – und zwar die Burgas-Alexandroupolis Pipeline, die mW 2009 eingeweiht werden soll.

    Kurz – das Ganze macht keinen Sinn.

    Eine [extern] geplante Pipeline etwa führt vom bulgarischen Hafen Burgas bis Vlora in Albanien und wird von der Albanian Macedonian Bulgarian Oil Corporation [extern] verwaltet, die in den USA registriert ist. AMBO steht in enger Verbindung mit dem internationalen Konzern Halliburton. US-Vizepräsident Dick Cheney war zeitweilig Aufsichtsratpräsident.

    Ich kann mich erinnern, dies irgendwann mal auf TP gelesen zu haben. Klar, so eine Wildwest Geschichte ist er dann perfekt, wenn Dick Cheney und Halliburton drin vorkommen ;-)

    Ansonsten: siehe oben

    Im Nordkosovo lagern laut russischen Geopolitikern reichhaltige Vorkommen an Chrom, Wolfram, Nickel und Blei. Insgesamt 35 Prozent der Weltvorräte an Chrom liegen in Albanien und im Kosovo. Chrom, Wolfram und Ferrochrom haben zentrale Bedeutung für die internationale Rüstungsindustrie. Auch das dürfte von großem Interesse sein.

    Von so großem Interesse, das trotz riesiger Anstrengungen der EU und der UNO in 9 Jahren kein einziger Investor gefunden wurde – nicht einmal unter den reichen Exil-Albanern in der USA.

    Die Story mit dem Chrom halte ich für eine Erfindung von Radio-Utopie – nirgends gibt es eine seriöse Quelle, die dies bestätigen würde.

    Zitat aus : radio-utop…

    Das ist kein Zitat aus Radio Utopie, sondern aus einem TP-Artikel ;-)


  37. · name am 22. Februar 2008 um 12:32 - Permalink

    @Chaolan Danke für die Links!

    Mal sehen, was passiert, wenn die UCK Statisten in die Frontlinie zwischen deutsch-europäische und amerikanische Interessen geraten und sich dieser Widerspruch nicht mehr (friedlich) lösen lässt.

    Wenn man sich die Opfer dieser Politik anschaut, wird einem nur noch übel.


  38. · salvo am 22. Februar 2008 um 12:45 - Permalink

    zu den in den Medien nicht erwähnten Verbrechen gehört

    “Laut Schätzung des European Roma Rights Center in Budapest wurden nach dem Nato-Bombardement über zwei Drittel der etwa 120.000 im Kosovo lebenden Roma und Ashkali aus der Provinz vertrieben. Es war die umfassendste ethnische Säuberung von Roma nach dem Zweiten Weltkrieg.”

    wsws.org/d...

    zu den Interessen der USA an Kosovo schreibt der Artikel

    “Die Kontrolle über den Balkan ist sowohl für die USA als auch für die europäischen Mächte von großer strategischer Bedeutung. Die gezielt betriebene Auflösung Jugoslawiens, die mit der Abtrennung Kosovos ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, bildet die Voraussetzung für diese Kontrolle.

    Die USA unterhalten im Kosovo mit Camp Bondsteel bei Urosevac einen ihrer größten Militärstützpunkte auf europäischem Boden. Camp Bondsteel dient auch als Stützpunkt für die so genannten Renditions, bei denen Terrorverdächtige illegal entführt und gefoltert werden. Die militärische Präsenz auf dem Balkan und in Osteuropa ist Bestandteil der US-Strategie, Russland durch das Vordringen in die ehemaligen Einflussgebiete der Sowjetunion einzukreisen. Gleichzeitig dient sie dem Erhalt des amerikanischen Einflusses in Europa. Die europäischen Mächte und vor allem Deutschland versuchen mit der Anwesenheit auf dem Balkan ihr Gewicht in Europa zu stärken. Dass die USA dort als Ordnungsmacht auftreten, wird von den europäischen Medien immer wieder als schmerzlicher Beweis für die eigene Ohnmacht empfunden.

    Hinzu kommt, dass der Kosovo und der Balkan insgesamt einen wichtigen Zugang zum Schwarzen Meer und den Energieressourcen des Kaspischen Meers bilden. Derzeit gibt es Pläne für mehrere konkurrierende Gas- und Ölpipelineprojekte, bei denen der Kosovo eine wichtige Rolle spielt. Außerdem verfügt der Kosovo über Vorkommen an Gold, Blei, Zink und Braunkohle.”

    wsws.org/d...


  39. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 12:54 - Permalink

    @salvo

    Die geostrategischen Motive für die USA, die dieser Artikel nennt, erscheinen mir glaubhaft, während ich bei den wirtschaftlichen Motiven immer noch meine Zweifel habe. Die Goldvorkommen, die genannt werden, sind mW nicht fürchterlich relevant. Was relevant ist, sind idT die Braunkohlevorkommen. Aber Braunkohle ist nicht so ein US-Schlager, ich könnte mir allerdings sehr gut vorstellen, dass die RWE bald dort unten auftaucht. OK, erstmal muß sie mehrere Tochtergesellschaften gründen, über die die Schmiergelder laufen können - man ist ja nicht so blöd, wie Siemens ;-)


  40. · Norbert am 22. Februar 2008 um 13:01 - Permalink

    Ich war erstaunt, als ein Artikel mit gleichem Tenor im Stern erschien. Mal schauen wann er wieder von der Website verschwindet, von der Startseite verschwand er ja relativ schnell …

    “Mafia-Staat von UN Gnaden

    Von Christoph Reuter

    Der Ex-Regierungschef sitzt in Den Haag auf der Anklagebank, auf dem Korruptionsindex liegt der Kosovo mit Kambodscha und Kamerun an der Spitze und die Mafia wäscht dort ihr schmutziges Geld - alles unter den Augen der UNO, die den Ministaat nach ihren Vorstellungen aufbauen wollte.
    …”

    stern.de/p...

    Falls der Artikel hier schon verlinkt wurde sorry für meine Unachtsamkeit ;-)

    Gruß


  41. · chaolan am 22. Februar 2008 um 13:25 - Permalink

    @ 36 Jens : “Die Story mit dem Chrom halte ich für eine Erfindung von Radio-Utopie – nirgends gibt es eine seriöse Quelle, die dies bestätigen würde.”

    Wie jetzt?? Wieso Erfindung??

    Dann lies mal hier : Sorge um die Serben und um Rohstoffe 15.06.1999
    berlinonli...

    Radio Utopie hatte das ja schon hier geschrieben:
    radio-utop...

    Die Links sind wie immer unter dem Artikel.


  42. · chaolan am 22. Februar 2008 um 13:42 - Permalink

    @Jens: Auch sehr interessant:
    Zitat: Dass Brzezinskis Vorliebe für die Geopolitik keine Schrulle eines elder statesman ist, zeigen auch die Ausführungen Peter Scholl-Latours in der Welt am Sonntag (2.5.99). Er erwähnt einen Film im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen, in dem unverblümt von einer Strategie der Nato in Richtung Osten gesprochen wurde - und zwar nicht nur im Sinne der bisherigen Osterweiterung nach Tschechien, Polen und Ungarn.
    Das Ziel sei vielmehr, “Russland von den Erdöl- und Erdgas-Vorkommen des Kaukasus und Turkestans abzuschneiden. Die zentral-asiatischen GUS-Republiken würden Schritt für Schritt in die Nato einbezogen, um eine geographische Barriere zwischen Russland, Persien und dem Indischen Ozean aufzurichten.”
    Ist das der tiefere Grund für die Feindschaft zwischen dem Iran (Persien) und den USA? Brzezinski sieht die größte Bedrohung für die Vormachtstellung der USA im eurasischen Raum in einer Allianz zwischen Russland, China und - dem Iran. Usbekistan und Aserbeidschan, die er - neben der Ukraine - den USA als vorrangig unterstützenswert empfiehlt, würden in der Tat Russland von Persien abriegeln - und damit den Amerikanern den alleinigen Zugang zu den immensen Ölvorkommen rund um das Kaspische Meer sichern.
    das-weisse...

    Ach so, definiere doch mal bitte seriöse Quelle , ich glaube nicht, dass Radio Utopie nun unseriös arbeitet!


  43. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 14:09 - Permalink

    @chaolan

    Wow! Chromkrieg! Ein bisschen kleiner geht´s nicht?

    Ich hatte da gleich so einen gewissen Verdacht, der sich auch bestätigen liess. Ich halte die ganze Sache, die Radio Utopie da aufgegriffen hat, für eine kapitale Ente. Ich habe mal schnell „seriöse“ Quellen durchforstet und konnte diese sagenhaften Chromreserven keinesfalls bestätigt wissen. In Albanien und im Kosovo gibt es Chrom – keine Frage, aber die Mengen sind eher gering.

    Quellen:

    -> U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries, January 2008 - Chromium
    World Resources: World resources are greater than 12 billion tons of shipping-grade chromite, sufficient to meet conceivable demand for centuries. About 95% of the world’s chromium resources is geographically concentrated in Kazakhstan and southern Africa

    -> Wochenbericht des DIW Berlin 23/00 - Entwarnung auf dem Welt-Chrommarkt?
    Der Welt-Chrommarkt wird wesentlich bestimmt durch die hohe regionale Konzentration der Erz-Lagerstätten. Rund 88 % der sicheren und wahrscheinlichen Weltvorräte befinden sich in den stratiforen Lagerstätten des Bushveld-Komplexes (Republik Südafrika) und des Great Dyke (Simbabwe). Nur etwa 5 % der Vorräte liegen in den wesentlich kleineren und absetzigeren, “podiformen” Lagerstätten Europas und Asiens, die schwierig zu explorieren sind. Damit ist Südafrika wie keine andere Region als Chromversorger prädestiniert. Sonst sind nur noch in Kasachstan bedeutende Lagerstätten anzutreffen.

    Im gesamten Kontext von besonderen Interesse ist dieser Bericht. Der Bericht stammt nicht von der Pravda (wo wir gerade bei seriösen Quellen waren ;-)), sondern nur die Übersetzung. Das Original ist von Mikhail Gurevich:

    „[] However, the economic implications are no less important: what resources and assets does Kosovo have?

    [] The topic of Kosovo’s “magical riches” was first raised ten years ago when Kosovo-Albanians decided to separate from Yugoslavia. At the time information about the region’s resources was revealed; its huge quantity of chromium (20% of the world’s), nickel, zinc, magnesium, copper, mercury, silver, gold, bismuth and other rare metals.

    [] Is there actually anything of worth in Kosovo? First of all, there is practically no chromium there and in actual fact over 90% of the world’s stock of this metal is found in South Africa , Kazakhstan and Zimbabwe . The largest reserve in the Balkans is in Albania where 0.19% of the world’s chromium is to be found. In Serbia the figure is yet lower. There is of course some chromium in Kosovo, but they have been extracting it for over a hundred years and so the reserves have almost run out.


  44. · effizienzcluster am 22. Februar 2008 um 14:13 - Permalink

    @Columbus

    ” Aber anders als du stütze ich mich dabei auf Fakten”

    Ah ja, BND-Verbindungen zur UCK und BND-Mitarbeiter bei der ach so freien Presse sind also keine Fakten sondern “Verschwörungstheorien”.

    “und einen gesunden Menschenverstand.”

    Wie wärs wenn du dich erstmal informieren würdest, bin gespannt was dir dein “gesunder Menschenverstand” dann sagt

    “Belege deine Verschwörungstheorien doch wenigstens, anstatt sie hier nur von Beleidigungen begleitet in den Raum zu stellen.”

    Warum sollte ich diese belegen?
    kann man nachlesen wenn man denn wollte, brauchst du dafür fremde Hilfe?


  45. · Spiegelfechter am 22. Februar 2008 um 14:16 - Permalink

    @42 Chaolan

    Das ist seit langem “Big-Z´s” These, die er auch in seinen früheren Büchern (v.a. im “Grand Chessboard”) artikuliert hat - mittlerweile haben sich allerdings die Parameter geändert und auch Big-Z ist anderer Meinung, wie er u.a. im Buch “The Choice” ausführt.

    Ich weiß auch nicht, auf was Du hinaus willst. Die USA und die EU haben am Kaspischen Meer verloren - außer Aserbaidschan gibt es dort keinen Staat, der ihnen nennenswerte Mengen liefern könnte. Turkmenistan und Kasachstan haben langfristige Verträge mit Russland geschloßen.

    Le jeux sont fait, lieber Chaolan

    p.s.: Nein, ich halte Radio Utopie nicht für seriös. Zu oft habe ich dort schon Enten gelesen.


  46. · Simon Columbus am 22. Februar 2008 um 14:21 - Permalink

    @ schwitzig:

    Wenn jemand oder eine Institution verfälscht, wegläßt oder lügt, steckt da eine Intention und ein Ziel dahinter. (schwitzig am 22. Februar 2008 um 06:08)

    Wie kommst Du übrigens auf das Geschwurbel, dass hinter einer Verfälschung eine Institution stehen muss? (Schwitzig am 21. Februar 2008 um 19:12)

    Da du dir mittlerweile sogar ganz eklatant selbst widersprichst, brauche ich wohl kaum mehr antworten… Man sollte schon lesen, worüber man sich echauffiert.


  47. · Deepthroat am 22. Februar 2008 um 14:34 - Permalink

    Ungeachtet der hier dargebotenen Meinungsunterschiede haben die den Kosovo anerkennenden Staaten Pandoras Büchse so weit geöffnet, dass man in den nächsten Jahrzehnten hoffen kann, dass Spanien, Frankreich oder Deutschland nicht durch aus dem asiatischen Ausland finanzierte Separatistenbewegungen auseinanderfallen wie zu heiß gebackene Muffins. Abchasien und Südossetien machen es in Georgien bereits vor, andere werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachziehen. Ich würde es Moskau noch nicht mal für übel nehmen, die Unabhängigkeit dieser Zwergabspaltung militärisch zu unterstreichen und sich ebenso wie USA und EU über internationales Recht hinwegzusetzen, da es mit diesem Fall ja nun offiziell in die Tonne geworfen wurde.

    Erlogene Resolutionen gegen Teheran werden jetzt genauo unmöglich, es sei denn man setzt sich wie schon im Fall Kosovo über andere Sicherheitsratsmitglieder hinweg. Wenn keine internationalen Regeln mehr gelten, die doppelzüngig von Brüssel und Washington eingefordert werden, wäre Iran schlecht beraten dem Gesülze zu trauen anstatt sich genügend nukleare Abschreckungskapazität zu schaffen.

    Die welt ist wieder ein Stück weit unsicherer geworden und die Seifenblase zu einem Krieg zwischen Russland gegen das Relikt des Kalten Krieges namens NATO hauchdünn. Bleibt nur noch die Frage, welche europäischen Hauptstädte nuklear zuerst ausradiert werden würden. Wenige hier erkennen die Dimensionen, die dieser schwerwiegende Rechtsbruch hat. Bin mal gespannt wie lange die Großmäuler noch rumschwadronieren bis es zwischen Korsika und Frankreich, Katalonien/ Galizien/ País Basco und Spanien oder zwischen dem wirtschaftlich autarken Bayern und Berlin zu einem blutigen Konflikt kommt.

    Traurig, traurig, soviel Dummheit und Ignoranz die man hier auch in manchen Kommentaren lesen darf. Da geht die Realität doch an vielen leider vorbei.


  48. · Schwitzig am 22. Februar 2008 um 15:07 - Permalink

    @SC 46

    · Simon Columbus am 22. Februar 2008 um 14:21 - Permalink

    @ schwitzig:

    Wenn jemand oder eine Institution verfälscht, wegläßt oder lügt, steckt da eine Intention und ein Ziel dahinter. (schwitzig am 22. Februar 2008 um 06:08)

    Wie kommst Du übrigens auf das Geschwurbel, dass hinter einer Verfälschung eine Institution stehen muss? (Schwitzig am 21. Februar 2008 um 19:12)

    Da du dir mittlerweile sogar ganz eklatant selbst widersprichst, brauche ich wohl kaum mehr antworten… Man sollte schon lesen, worüber man sich echauffiert.

    Oh Mann - muss ich Dir jetzt auch noch den Unterschied zwischen “und” und “oder” erklären? Das ist ja direkt peinlich. Oder kennst Du etwa die unterschiedliche Bedeutung der Wörter “Intention” und “Institution” nicht? Es würde mich nicht überraschen.

    Übrigens beeindruckend, wie Du es konsequent vermieden hast, auch nur auf ein einziges Argument einzugehen. Auch bei den anderen Postings.


  49. · Deepthroat am 22. Februar 2008 um 15:28 - Permalink

    “Serbiens Präsident Boris Tadic rief zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Die Serben im benachbarten Bosnien-Herzegowina verabschiedeten eine Resolution, in der sie ihrerseits mit der Abspaltung von Bosnien drohen.”

    taz.de/1/p...

    Wie das ganze dann aussehen könnte:
    upload.wik...

    Man darf gespannt sein wie schnell der Balkan kollabiert und wie schnell wieder die NATO draufballern muss. Und es wird noch schlimmer kommen:

    upload.wik...

    mzd.sr.gov...

    Und mehr:

    de.rian.ru...

    de.rian.ru...


  50. · Fiend_THeyde am 22. Februar 2008 um 15:58 - Permalink

    Daß westliches Interesse an Rohstoffvorkommen im Kosovo hinter der nominellen Unabhängigkeitserklärung stecken soll, ist wenig wahrscheinlich.
    Die Verwaltung des Kosovo ist jetzt bereits seit gut zehn Jahren in Händen der UNMIK & Co. Das Sagen hatte (und hat) der Leiter der UNMIK. Niemand hätte ihn gehindert oder auch nur hindern können, die Ausbeutung dieser angeblichen Rohstoffe westlichen Firmen zuzuschanzen. Wäre dort etwas nennenswertes zu holen, hätten sich längst geeignete “Investoren” angesiedelt, was außerdem propagandistisch als wirtschaftliche “Entwicklung” hätte verkauft werden können.

    Was auch immer an wirtschaftlichen Interessen kolportiert wird, die angeblich zur nominellen Unabhängigkeit des Kosovo geführt hätten: diese wären auch ohne eine solche problemlos durchzusetzen gewesen. Der Westen hatte über den Leiter der UNMIK bereits absolute Handlungsfreiheit im Kosovo (und behält sie auch weiterhin).


  51. · schwitzig am 22. Februar 2008 um 17:45 - Permalink

    @50

    Daß westliches Interesse an Rohstoffvorkommen im Kosovo hinter der nominellen Unabhängigkeitserklärung stecken soll, ist wenig wahrscheinlich.

    Kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich würde Handelswege oder spezielle topografische Bedingungen für wahrscheinlich halten. Man sollte mit Logik an die Sache herangehen:

    1) Die Staatsgestaltung stinkt zum Himmel.
    2) Wer hat etwas davon?
    3) Was hat er/sie/es davon?


  52. · Neuraum am 22. Februar 2008 um 21:54 - Permalink

    Es ist zwar erfrischend diesen Beitrag zu lesen, weil darin viele Sünden des Westens aufgezählt werden: man hat sich dummmerweise auf die UCK-Mafia als Partner eingelassen - und das ist schlimm und zeugt von der Blindheit und Inkompetenz der US- und EU-Politiker. Aber vielleicht besteht noch die Chance, im Laufe der nächsten Jahre die “Elite” des Landes zugunsten der europäischen Interessen zu “korrumpieren” - sprich, den Clans schmackhaft zu machen, sich vom Narcotraffic abzuwenden und sich den weniger kriminellen Tätigkeiten zu widmen. Man braucht nur EU-Gelder in den Bau zu pumpen, schon vergessen alle Gangster die jämmerlichen Geschäfte mit Drogen. Das ist nun mal die oft im negativen Sinne erwähnte “Realpolitik”. Denn was wäre die Alternative? Die Serben werden nicht mehr ins Kosovo zurück kehren. Die Kosovo-Albaner werden nicht mehr unter Serbiens Obhut zurück wollen, das ist ausgeschlossen. Wozu also diese Versuche, Jungfräulichkeit vorzutäuschen, und das vor all denen, die entweder selber zum Stich gekommen sind oder einfach unmittelbar dabei waren?

    Und Serbien trägt nun mal die größte Schuld an dem, was in Kosovo in den 90-ern passiert ist, genau genommen sogar seit der Zeit nach Titos Tod 1980. Alles falsch gemacht, und immer aus falschem Kalkül. Ich sehe in der Anerkennung der Provinz keine Katastrophe und keinen Prezedenzfall. Es wäre auch lächerlich angesichts des schrittweise erfolgten Zerfalls von Jugoslawien in den letzten 18 Jahren. Alles nur Rhetorik. Absolut kein Problem.


  53. · corax am 22. Februar 2008 um 22:29 - Permalink

    @ Neuraum

    Die Serben werden nicht mehr ins Kosovo zurück kehren.
    [..]
    Ich sehe in der Anerkennung der Provinz keine Katastrophe und keinen Prezedenzfall. Es wäre auch lächerlich angesichts des schrittweise erfolgten Zerfalls von Jugoslawien in den letzten 18 Jahren. Alles nur Rhetorik. Absolut kein Problem.

    Ich glaub nicht, dass die Serben den 15. Juni 1389 einfach vergessen werden.

    Jegliches hat seine Zeit …

    Pax


  54. · name am 23. Februar 2008 um 12:12 - Permalink

    So, oder so ähnlich könnten die News aussehen, wenn es mal ganz übel wird

    Vertreter der unterdrückten sorbischen Minderheit haben sich erneut über die Art und Weise, wie ein sorbischer Nationalstaat auf dem Gebiet Berlin, Sachsen und Brandenburg geschaffen werden soll, öffentlich geäußert.

    Man werde, so ein Vertreter, neben militärischen Mitteln die Strategie der Ethnisierung des Sozialen mit Strukturanpassungsprogrammen des IWF in Deutschland über eigene Kontakte erzwingen und so einen sorbischen Nationalstaat möglich machen.

    Im hoch verschuldeten Deutschland erklärte ein deutscher Vertreter aufgeregt zu dieser gefährlichen und wirkungsvollen Methode:

    “Allen sind die guten Kontakte der sorbischen Separatisten zum IWF und zur Weltbank bekannt. Sollten sie in der Lange sein, ein Strukturanpassungsprogramm zu erzwingen, so werden die Zustände in Deutschland denen gleichen, wie sie ab Mitte der Achtziger Jahre erfolgreich von uns auf dem Balkan gegen Jugoslawien angewendet wurden.”

    Er führte weiter aus: “Wir werden gezwungen werden, die sozialen Staatsausgaben, die Löhne, und die Beschäftigung im öffentlichen Dienst zu senken, Subventionen im Nahrungsmittelbereich zu eliminieren und die Abwertung der Landeswährung zu vollziehen, Devisenbeschränkungen aufzuheben, die letzten staatlichen Betriebe zu privatisieren. Die sozialen Auswirkungen werden erschreckend sein. Ein Bürgerkrieg wird dann dadurch nicht mehr ausgeschlossen werden können.”

    Die sorbische Seite kommentierte diese sozialen Auswirkungen nicht.

    Sorbischer Widerstand vermeldet: Strukturanpassungsprogramm wird durchgesetzt: Bürgerkrieg erwartet

    Wie aus Berlin so eben zu erfahren war, hat der IWF ein Strukturanpassungsprogramm für die Bundesrepublik Deutschland auf Druck und Einfluss der sorbischen Freiheitskämpfer, auferlegt. Berlin müsse demnach sämtliche öffentliche Beteiligungen privatisieren, die Renten aussetzen und alle sozialen Programme sofort einstellen.

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