Machtarithmetik
geschrieben am 25. Februar 2008 von Spiegelfechter
Es war nicht wirklich spannend und letztendlich kam es zu genau dem Wahlergebnis, das alle erwartet hatten und in der gesamten Presse wird bereits verächtlich von einer undemokratischen Wahlfarce geschrieben. Die Wahlfarce fand natürlich nicht hier in Hamburg statt, sondern auf Kuba, wo Fidels jüngerer Bruder Raul einstimmig zum neuen Staatschef gewählt wurde. In Hamburg wird es noch ein paar Wochen dauern, bis sich das neue Traumpaar der deutschen Politszene trauen wird. Damit wächst endlich zusammen, was zusammen gehört.

Die CDU agiert in letzter Zeit immer geschickter und verbessert ihre Position von einer verlorenen Wahl zur nächsten. Natürlich trägt eine profillose, uninspirierte SPD ohne Visionen und Perspektiven mit aller Macht dazu bei, sich immer mehr ins politische Abseits drängen zu lassen. Die LINKE ist endgültig im Westen angekommen. Mit ihrem Stimmpotential von 7 – 15% stellt sie nicht nur eine veritable linke Alternative zum alten Parteienspektrum dar, sondern sie verunmöglicht auch in den meisten Fällen Regierungen, in denen die SPD den Seniorpartner stellt. Eine Konstellation, in der SPD und Grüne mehr Stimmen bekommen, als CDU, FDP und LINKE wird auf absehbare Zeit eher selten zu beobachten sein.
Wenn die SPD sich vor der LINKEn wie ein tugendhafte Jüngling geriert, die von der leicht verrufenen Dorfschönheit umgarnt wird, endet sie letzten Endes als Hagestolz, der an jedem Wahlabend misanthropisch mit anschauen muss, wie sich die Schwarzen, Gelben und Grünen lebensfreudig unter einander paaren. Sollten die GRÜNEN Gefallen an ihrem neuen schwarzen Partner finden, so kommt der SPD auch mittel- bis langfristig der letzte Juniorpartner abhanden, da im Osten die LINKE in den Umfragen die SPD bereits überholt hat. Eine Volkspartei ohne Ministerpräsidenten zu sein, die allenfalls bei den Wahlergebnissen, bei denen die LINKE zu gut abgeschnitten hat, als kleiner Partner in einer unbeliebten Großen Koalition in die Regierungsverantwortung kommt, ist keine attraktive Zukunft für die SPD.

Selbstverständlich wäre es ein leichtes, dies zu ändern – nur müsste die SPD dann endgültig mit der Schröder-Ära abschließen und sich ihrer Traditionen zurückbesinnen. Als im Jahre 1985 in Hessen das erste rot-grüne Bündnis geschlossen wurde und Joschka Fischer in Turnschuhen vereidigt wurde, standen die GRÜNEN politisch auch „links“ der SPD und galten der wutschnaubenden bürgerlichen Presse als „Enfants terribles“. Diese Zeiten sind lange vorbei, die GRÜNEN sind bürgerlicher als die SPD und die muss sich neue Mehrheiten suchen. Wahrscheinlich stünden die GRÜNEN als ökologisches und liberales Korrektiv auch einer rot-roten Koalition zur Verfügung, obgleich sie bei der CDU oder in Jamaika besser aufgehoben wären.
„Das Streben nach Macht um nahezu jeden Preis als angebliche Schicksalsfrage der GRÜNEN ist … für die auf grundlegende Veränderung der Gesellschaft zielende Politik der GRÜNEN nicht akzeptabel“, so hieß es auf der Bundesversammlung der GRÜNEN im Jahre 1985. Die grundlegenden Ziele wurden teils erreicht und teils aufgegeben und somit können sich die GRÜNEN endlich dem Streben nach Macht um (fast) jeden Preis widmen. Natürlich sind die GRÜNEN nicht umsonst zu haben, der Preis müsse stimmen und er sei hoch, wie Generalsekretärin Lemke in der gestrigen Elefantenrunde anmerkte, so als handele es sich bei den GRÜNEN um Edelprostituierte. So hoch wird der Preis sicher nicht sein – die beiden wichtigsten Streitpunkte zwischen „Kohle von Beust“ und den GRÜNEN sind die Elbvertiefung und ein geplantes Kohlekraftwerk in Hamburg. Als Kommpromis wird wahrscheinlich die Elbvertiefung durchgewunken, aber die grünen Klimaretter werden den riesigen Erfolg feiern können, das unbeliebte Kohlekraftwerk verhindern gekonnt zu haben. Dieses wird dann halt ein Jahr später außerhalb der Hamburger Stadtgrenzen in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein gebaut. Wer interessiert sich denn schon für Sachfragen, hier geht es um Machtarithmetik.
Zwischen dem schwarzen Bräutigam und der grünen Braut steht eigentlich nur noch eine Befragung der Basis – eine Reminiszenz an alte Tage, als die GRÜNEN in der Basisdemokratie noch eine ihrer Säulen sahen. Die grüne Basis hat die Beteiligung Deutschlands an zwei völkerrechtswidrigen Kriegen beschlossen, dagegen ist das Durchwinken einer schwarz-grünen Vernunftehe schon eher ein Bagatellvergehen, das die grüne Basis sicher gerne begeht.

Für die Medien ist neben der schwarz-grünen Ehe natürlich vor allem die Tugendhaftigkeit von Frau Ypsilanti von Interesse. Wird sie es mit den „stalinistischen Stasi-Kommunisten“ tun, oder wird sie nicht? Sie wird es nicht, da ein solches Vorhaben nicht mehrheitsfähig bei der SPD ist, und sie am Ende des Wahltages nicht wie ein begossenes Lamm dastehen will, das von selbstgerechten Seeheimern, Schröderianern und sonstigen Parteifeinden symbolisch geopfert wird. Daher wird es in Hessen – egal wie – nur noch zu absurden Machtkonstellationen kommen können. Die FDP wird ganz sicher nicht ins rot-grüne Boot springen, weshalb es keine Ministerpräsidentin Ypsilanti geben wird. Die SPD wird aber aller Voraussicht nach auch nicht Junior-Partner der CDU werden – die Gräben sind zu tief und unter einem Ministerpräsidenten Koch wird ein solches Zweckbündnis nicht möglich sein. Die abstruseste und dennoch wahrscheinlichste Lösung wird eine geschäftsführende Regierung „Koch“ ohne eigene Mehrheit sein. Wenn am 5. April kein Kandidat mit parlamentarischer Mehrheit zum Ministerpräsidenten gewählt wird, bleibt die alte Regierung im Amt und muss die legislativen Beschlüsse des Landtags umsetzen. Da es thematisch ja durchaus rot-rot-grüne Mehrheiten gibt, wird dann Herr Koch persönlich „linke“ Politik machen müssen – ein Bild, das symbolischer kaum sein könnte, um das momentane Chaos zu beschreiben.
Jens Berger
| Tags: Deutschland | |
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Wetten, dass Koch nicht an der Macht bleibt?
Wenn Koch im April zur Wahl antritt, wäre das für die SPD der Freifahrtsschein, Ypsilanti mithilfe der Linken zu wählen. Ich glaube eher an eine grosse Koalition in Hessen mit einem noch zu findenden CDU-Ministerpräsidenten oder gar an eine “israelische Lösung”.
*wuhaaa*
Endlich ist es passiert: Das ganze – selbstgefällige gewordene –
Parteisytem der BRD muss sich endlich mal umorientieren.
Die Elefantenrunde beim ZDF gestern war jedenfalls die unterhaltsamste,
die es je gab. Alle etablierten Parteien lagen sich in den Haaren.
Ebenso bei Anne Will, wo nur noch Chaos herrschte. Dazu noch der abstruse
Auftritt von Beck mit seinen bleichen Stellvertretern im Hintergrund (“Wir
sind die Zukunftspartei!”) und heute der Auftritt von
Westerwelle, nah an der Weinkrampf-Grenze. FDP-Spitzenkandidat
Hinnerk Fock schob die Schuld übrigens auf die vier verschiedenen
Wahlzettel – offenbar überfordert sowas den durchschnittlichen
FDP-Wähler, oder was?
Ich tippe auch auf eine große Koalition, aber ohne Koch, in Hessen.
“Edel” ist an der Grün-Prostituierten nichts. Jedenfalls, wenn man dem deutschen Pressekanon lauscht. Quasi: “Geh’ zu der die macht’s umsonst und ohne Gummi”. Das klingt nicht nur geschmacklos, dass ist es auch. Sollten die GRÜNEN mit der CDU koalieren, sind sie bei der nächsten Wahl mindestens 50% ihrer Wähler los. Es gibt keine wirklichen Gemeinsamkeiten – gerade in Hamburg. Und im Gegensatz zur SPD wissen das die GRÜNEN.
Also wird in beiden Fällen die SPD einspringen. Naumann wird igendeinem bleichgesichtigen Hamburger SPDler (was macht Ortwin Runde eigentlich gerade?) Platz machen, der dann den Juniorpartner gibt. Koch wird aus Hessen nach Berlin oder Brüssel abberufen (diese Läuterungsschlaufe aus der Hinze gerade wieder auftaucht), dann ist auch dort der Weg frei.
Die GRÜNEN werden sich schon deshalb in Zukunft sehr teuer verkaufen, weil sie gesehen haben, dass mittlerweile sogar die FDP “standhaft” bleibt und die LINKE trotz ewiger Opposition die Themen setzt.
Ich tippe für ca. 2010 auf einen Parteitagsbeschluss der Rest-SPD, in dem der Beitritt zur CDU beschlossen wird.
Ach was.
Schwerfällig ist das veröffentlichte Kasperltheater darum.
So gross würde die Umorientierung gar nicht sein. Das ist doch bloss for show für die vielen Kameras, wo man sagen muss, dass man ja gar nicht mit den anderen kann oder nur wenn es ‘teuer’ wird. Macht korrumpiert, die Möglichkeit auf Macht, machts möglich dabei zu sein beim Spiel, wie verwirkliche ich den anderen.
OK, da schwang Sarkasmus mit, aber ich kann solche Debatten nicht mehr ernst nehmen, wenn Politclowns mit durchsichtiger Rhetorik versuchen aus dem Wahlergebnis in HH Optionen in Hessen durchzusetzen. Da wirft sich die CDU in grüne Schale aus Berlin begleitet durchs die Cheffin der Schwarzen, um damit in Hessen mit oder ohne Koch eine Jamaikasuppe mit grüner Einlage zu servieren. Falls man in HH schon Schwarz/Grün versucht, kann man das ja in Hessen auch. Ggf. opfert Merkel Koch, was ihr bestimmt weniger schwer fallen wird. Kaum erscheint diese Option gefährlich Möglich, wendet sich die SPD aus dem Fenster zu den “Liberalen” und zeigt mit dem Finger auf HH mit dem Hinweis auf eine missliche Lage unter Verlierern. Man darf (und da bin ich es dann ausnahmsweise auch), ob der merkelsche Aussenposten bei der FDP tatsächlich das Fracksausen bekommt und den “Liberalen” in Hessen die Freigabe zur Verhandlung für eine Ampel erteilt.
Falls das alles zu zwei Grossen Koalitionen führen sollte, so bleibt alles beim Alten. Da wohl alles beim Alten bleiben wird, bleibt auch die “Berichterstattung” darüber ein sich stets wiederholender alter Käse der mehr und mehr stinkt.
Die CDU verliert mal mehr, mal weniger, die SPD bleibt in sich heimatlos, die GRÜNEN suchen dringend einen Partner, die FDP hofft darauf, dass sie a) in die Parlamente kommt und b) zusammen mit der CDU zumindest einen Sitzplatz mehr bekommt, die LINKE weiss dass sie alles Schmuddelkind mit jeder nur möglichen Missachtung belohnt wird und der Wähler, dass er beim nächsten mal besser was anderes macht – zu hause bleiben oder etwas anderes Sinnvolles.
“das von selbstgerechten Seeheimern, Schröderianern und sonstigen Parteifeinden”
Man merkt das du ein (ehemaliger) SPD-Wähler bist ;)
Die SPD wurde spätestens mit der Weimarer Republik geopfert und Willy Brandt ist nur eine Ausnahme die die Regel bestätigt, die SPD war nie wirklich etwas Anderes als eine Farce.
@effizienzcluster
*g*
Da liegst Du aber falsch, wenn man meine allererste Wahl 1990 mal raus lässt. Ich bin aber (so würde ich es ausdrücken) in einer Art mitleidiger Freundschaft mit der Basis verbunden und muss mir das Gejammer immer anhören ;-)
Die Geschichte der SPD kenne ich gut, nicht umsonst nenne ich sie ja häufiger sarkastisch “Mehrheitssozialisten” – wobei die SPD bereits bei ihrer Parteigründung die Interessen der Arbeiter aus Machtkalkül verkauft hat; z.B. bei klassischen Arbeiterforderungen im Bergbau und der Schwerindustrie, die von der SPD “moderiert” wurden. Auch im 1. WK waren die Sozen staatstragend, in dem sie patriotischer als der Kaiser waren ;-)
Aber Deine Einschätzung teile ich dennoch nicht – die SPD war nie eine Partei der Kleinen und der Gerechtigkeit. Sie war traditionell die Partei der Facharbeiter und nicht die der Tagelöhner und schon immer sehr staatstragend, darüber mag die traditionell reaktionäre Haltung der bürgerlichen Presse ihr gegenüber vielleicht hinwegtäuschen. Aber(!) in einer Demokratie ist und bleibt die SPD nun einmal das einzige Mehrheitsvehikel über das “soziale” und “gesellschaftlich progressive” Inhalte transportiert werden können. Mit der konservativen CDU wird dies nie möglich sein und eine Mehrheit ohne die beiden Volksparteien erscheint mir all zu illusorisch.
Mich hat das (verhältnismäßig) schlechte Abschneiden der Linken doch sehr gewundert, anscheinend hat die “DKP-Affäre” doch stärker geschadet als erwartet
@HerrHorst
Na darauf kannst Du Gift nehmen – ein feines Kuckucksei, dass man sich da ins niedersächsische Nest hat legen lassen.
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mit freundlicher Unterstützung durch Claudia Roth
zu 7 + 8
sie sollten dankbar sein. vermutlich sind sie es sogar. jedenfalls schätze ich sie an der spitze so ein. rein in die parlamente, erfahrungen sammeln, maul halten lernen – all das taktische und strategische handwerkszeug des politischen arbeitsalltags. die leute brauchen erst mal eine gründliche praxisschulung. in bremen kann man das gerade gut verfolgen.
Na ja, ich sagte ja auch spätestens, spätestens da hätte auch dem letzten Idioten klar werden müssen was die SPD darstellt.
Ganz zu schweigen vom roten Faden.
Nur “Parteifeinde” sind die Seeheimer und Schrödianer, genau deswegen, nicht.
Diese stellen doch nur die konsesequente (Weiter)entwicklung dar.
ok, ich bin Erbsenzähler aber auch das ist wichtig ;)
Nur: “Parteifeinde”
Deutsch kann schon ganz schön mißverständlich sein…
zu 3.
dass mittlerweile sogar die FDP “standhaft” bleibt
Die FDP kann nicht mehr umfallen, selbst wenn sie es wollte, es gibt schon lange keinen linken Flügel mehr in der FDP. Zuletzt umgefallen vor ca. 25 Jahren. Damals gab es noch zwei Flügel, inzwischen hat sich das komplett rausgewachsen. Leutheuser-Schnarrenberger noch, aber eine Person macht noch keinen Flügel. FDP ist auf der rechten Seite aufgrund ihres Personals gefangen und kann von der Union überflüssig gemacht werden.
Lieber Spiegelfechter,
müsste es im Claim des dritten Bildes nicht eher heißen: “Wir lassen uns bezahlen?” Oder prägnanter: “Wir nehmen das!” …
Aber das mal beiseite.
Zur Hamburg-Wahl fällt mir nur Folgendes ein: Prozentuale Gewinner sind SPD, Linke und Nichtwähler, Verlierer CDU und Grüne (und die FDP, aber die vermisst ja keiner wirklich). Die Gewinner haben nicht genug gewonnen, um als Senior in eine Koalition zu gehen. Stärkste Fraktion ist die CDU. Nun, denke ich mir, dann lasst die das doch machen. Als Minderheitenregierung, die sich für ihre Ideen stets die demokratische Parlaments-, hier Bürgerschaftsmehrheit beschaffen muss. Und die kann nur aus Reihen von SPD, Linken und Grünen kommen, mit deren Konkurrenz ja wieder die CDU mehrheitsbeschaffend spielen kann. In so einer Konstellation hätten alle genügend Möglichkeiten, sich programmatisch zu profilieren, als staatstragend zu beweisen, es gäbe möglicherweise endlich mal wieder diplomatisch klug ausgereifte Entscheidungsvorlagen und der Demokratie wäre auch noch Genüge getan – Leider wird die Fantasie der Gewählten so weit wohl nicht reichen. (alternativ könnte es natürlich auch zum beliebten Hamburger Klüngel kommen; aber ich schätze, der Wettbewerb der potentiellen Opposition untereinander würde das weitgehend verhindern.)
Zu den Nichtwählern: Neben allgemeiner Politikfrustration hat sicher das allgegenwärtige Gerede vom “komplizierten” Wahlverfahren eine Rolle gespielt. Man stelle sich vor: Sechs Kreuzchen!. Fünf davon darf man beliebig auf Parteien und Kandidaten vertielen, mit dem sechsten soll man eine Partei wählen. Das ist die ganze Regel, und wurde auch vom Wahleiter so sehr kompliziert erklärt, dass selbst Menschen, die mit der Auswahl von Mobilfunk- und Stromtarifen normalerweise keine Probleme haben, das Verfahren als “kompliziert” bezeichnen. Ein Schelm, wer Absicht darin sieht, ein Wahlverfahren, das den Parteien partiell in ihre Listenplanung dreinfunkt, zu diskreditieren …
@14:
Das mit der Minderheitsregierung scheint in Deutschland irgendwie so gar nicht zu funktionieren. Zuletzt habe ich Burda-Kettenhund Markwort wieder über die “Ehrlichkeit” schwadronieren hören. Gerade die “Konservativen” sind sehr für Transparenz, wenn sie nicht selber betroffen sind.
“Minderheitsregierung” klingt für die immer so nach “dark room” –
womit wir wieder bei von Beust wären;-)bei den nachdenkseiten gibt es derzeit zum Thema viel zu lesen
“Die SPD in einer strategischen Falle”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3011#more-3011
“Anti-Rot-Rot-Kampagne der herrschenden Meinungsmacher in Deutschland auf vollen Touren. Und nun Pro Schwarz-Grün.”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3007#more-3007
“Hamburg: Wenn drei Parteien die vierte ausgrenzen, gewinnt die CDU”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3009#more-3009
“SPD im politischen Schachmatt”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3003#more-3003
“Was Clement mit Ypsilanti macht, haben die Rechten in der SPD schon immer mit Kandidaten gemacht, deren Richtung ihnen nicht passte”
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2908
Gleichgültig wie sich die Wählergunst am Wahltag 2009 verteilen wird, die Koalitionsfähigkeit mit der Linken ist bundespolitisch eine Conditio sine qua non für Kurt Becks Ambitionen.
Die strategische Antwort der Union ließ zwar nicht lange auf sich warten: aber mal ehrlich, die Paarung Roth/Pofalle findet doch nur in der Schmuddelpresse Freunde oder entwickeln die Grünen jetzt suizidale Neigungen? Für den Kurt-Plan wäre eine Schwächung der Grünen womöglich sogar äusserst hilfreich. Bräsigkeit siegt: Kurt Beck auf dem Weg ins Kanzleramt http://chefarztfrau.de/?p=134
Ich fürchte Sie fallen auf die Propaganda der Medien herein. Es wird keine Schwarz-Grüne Koalition in HH geben. Es gibt seit Jahren eine Strategie der Konservativen bzw. Neoliberalen für einen “Notanker”, falls die SPD ihre Rolle als Verhinderer von linker Politik aufgibt. Dieser Notanker ist das Herausbrechen der Grünen aus dem Linken Spektrum.
Allerdings hat die Grüne Basis auf der letzten Bundesdelegiertenkonferenz allen “Funktionsträgern” die mit der Schwampel sympathisierten, kräftig den Marsch geblasen.
Und die Spitze der Grünen wird IMHO einen Teufel tun, und auf die Schalmeienklänge der CDU hereinfallen. Das Gesprächsbereitschaft signalisiert wird, ist IMHO geschickt und richtig. Die Grünen haben gerade heute ebenfalls Gesprächsbereitschaft bezüglich Rot-rot-grün signalisiert. Also Gemach …
War ja klar, dass die Olivgrünen sich nicht zu schade sind, für Ole von Beust den Schill zu machen. Wenn ich die Kommentare und Interviews der letzten Tage lese, wird mir nur noch schlecht. Journalisten (!) befragen Politiker (!) über Ehrenhaftigkeit (!) und Wortbrüchigkeit (!). Und am besten wird es, wenn sich ein Journalist und ein Politiker über die Moral der Manager mokieren. Bizarr und abstoßend. Ich schmeiß den Fernseher bald raus, sowas will ich nicht mehr mit ansehen müssen.
Die Artikel der Nachdenkseiten, die @salvo verlinkt hat, sagen eigentlich schon alles über die Bredouille, in die sich die SPD freiwillig manövriert hat. Ich kann gar nicht fassen, wie sich Beck, Ypsi et al von rechts vorschreiben lassen, wie sie Politik zu machen haben. Wie war das noch bei der letzten Bundestagswahl? Die STÄRKSTE FRAKTION stellt den Kanzler. Und nun will sich die CDU plötzlich doch auf Wählerstimmen berufen? Weil es dieses Mal passt? Und seit wann ist Wählerbetrug verwerflich? Das machen sie doch alle immer wieder und das ist einer der Gründe, warum der gemeine Politiker nichts weniger besitzt als die Glaubwürdigkeit, die jetzt angeblich durch Ypsis “Wortbruch” gefährdet wird. Ich sag nur: Kohl Ehrenwort. Also bitte mal schön den Ball flach halten, verehrte CDU-Schwarze-Kassen-jüdische-Vermächtnisse-Inhaber. Man kann es auch übertreiben mit der Verlogenheit.
So, das wollte ich nur mal gesagt haben.
Na da vergleicht mal wieder jemand Äpfel mit Birnen (harharhar).
Im Ernst, das eine hat doch mit dem anderen gar nix zu tun.
Kohl ist jetzt fast 10 Jahre weg, ja solange ist das schon her, da müssen doch mal langsam andere Aufreger her.
Ach, das ist nur das krasseste Beispiel gewesen. Und so weit entfernt ist es auch nicht – es war ja Koch, der die jüdischen Vermächtnisse als Ausrede für die schwarzen Kassen angeführt hat (oder nicht?). Dass Koch sich nicht geändert hat, hat er ja auch wieder mit seinem Wahlkampf bewiesen: Einerseits Stellen und Gelder kürzen, wo es nur geht (und eben auch da, wo es eigentlich nicht gehen sollte) und andererseits die Auswirkungen zur Stimmungsmache gegen Migrantenkinder benutzen. Und Kohl? Ist der nicht immer noch Ehrenvorsitzender der CDU? Also, bitte. Solange sie sich von diesen Leuten nicht distanzieren und sie sogar für ehrwürdig halten, kann ich das moralisierende Geschwafel von denen nicht ernst nehmen. ;)
Der größte Betrug am Wähler allerdings ist der Umbau des Staates mit einer deutlichen Tendenz zum Polizeistaat. Und daran sind alle beteiligt und nicht zuletzt daher halte ich die alle – durch die Bank – für unglaubwürdig.
Ist das aktuell genug? ;)
off topic: Wieso bist du eigentlich “verifiziert”? Muss man sich dazu irgendwo einloggen?
@Kati
Exactement ;-)
Dies ist eine Art Trollschutzmaßnahme, die ich eingeführt habe, nachdem ein Troll unter meinem Namen hier im Kommentarbereich xenophoben Unfug gepostet hat. Die “Registrierung” bzw. der “Login” sind identisch mit dem Forum.
@21 Kati,
mir hängt das mit Kohl und der dauernden Reduzierung auf das “Ehrenwort” bloß zum Hals raus. Erstens wegen der Zeit, und zweitens weil er sich bei allen Missliebigkeiten imo unbestritten um zwei bedeutende Einheiten verdient gemacht hat.
@22 Kati,
hier hat neulich ein Spinner unter Jens’ Namen gepostet, um das zu verhindern “kann” man sich registrieren. Am einfachsten gehst du dazu in das Forum, und meldest dich da an.
Das funktioniert dann auch hier, du musst dich dann lediglich kurz bei Wordpress anmelden und gilst dann als ‘verifiziert’ wie dir der Cheffe auch soeben mitteilte. ;-)
Pax
Aha, Danke, Jungs! Im Forum habe ich mich ja schon letzte Woche registriert. Meine Antwort auf Kohl wäre vielleicht auch besser dort aufgehoben. Aber eigentlich willst du wahrscheinlich auch nicht unbedingt darüber diskutieren und deswegen nur kurz meine Meinung dazu:
Zum Ehrenwort: Für mich war das damals ein Schlüsselerlebnis. Ich habe das als moralische Bankrotterklärung der gesamten Politik gesehen. Dass Kohl damit davongekommen ist, war einfach armselig für eine angebliche Demokratie. Zusätzlich hat sich dadurch auch eine gewisse Teflon-Mentalität breit gemacht: Wozu zurücktreten, man kann es auch einfach aussitzen. Wenn einer wie Kohl oder auch einer wie Koch jahrelang einfach weitermachen kann, trotz derartiger Machenschaften, was sind denn dann eigentlich ausreichende Gründe für einen Rückzug aus der Politik.
Und zur Einheit: Nee, also, das war keine Leistung von ihm. Weder seine Leistung (sondern die derjenigen DDR-Bürger, die den Herren gezeigt haben, dass das Volk auch in einer DDR der Souverän ist/war) noch hat er das, was er machte, besonders gut gemacht. An diesen handwerklichen Fehlern knabbert die Republik noch heute. Immerhin hat es ihm damals einen einzigen Wahlsieg erbracht. Das war für einen Politiker eine saubere Leistung. Für einen Staatsmann jedoch nicht.
Das nur kurz, aber wenn du wider Erwarten doch weiterdiskutieren möchtest und keine extrem hohe Antwortfrequenz verlangst, dann sollten wir im Forum weiter machen.
So, mal schauen, ob ich jetzt auch verifiziert bin…
@ 5vor12
nein natürlich nicht. denn wie wir alle wissen, sind alle muslime schächtende christenmordende terroristen, die man an die wand stellen sollte, stimmts? alles andere wäre eine reine verschwörungstheorie. oder welches bild versucht man da zu malen?
Immer wieder nett hier. Ein Hoch auf Jens Berger. Vielleicht ist er ja so anständig und schaltet mich mal frei (unmoderiert), da ich ja auch brav meinen Nick beibehalte. Ich meine, Jens kann doch kontroverse Meinungen sicher aushalten, oder? ;-)
Roland Koch als ausführendes Organ der Linken … Ach, wie schön könnte Deutschland sein …
http://germankazak.blogspot.com/2008/02/roland-karl-koch.html
“Selbstverständlich wäre es ein leichtes, dies zu ändern – nur müsste die SPD dann endgültig mit der Schröder-Ära abschließen und sich ihrer Traditionen zurückbesinnen”
Genau das ist der springende Punkt. Es wird noch einige Zeit dauern, bis das passiert, aber es wird eher passieren als dass die SPD der CDU beitritt.