Affentheater und Dilettantismus in Reinkultur

07. März 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Sie tut es nicht, Sie tut es, Sie tut es nicht?!? Andrea Ypsilanti wird immer mehr zur tragischen Figur. Zunächst machte sie im Wahlkampf Koalitionsaussagen, die sie nach der Wahl nur dann würde halten können, wenn andere Parteien ihre eigenen Koalitionsaussagen brechen würden. Das geschah nicht und darum brach Frau Ypsilanti halt ihre eignen Versprechungen und stürzte damit die gesamte Partei in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise, in der sich auch Parteichef Beck selbst schwer beschädigte. Nun stellte sich heraus, dass eine hessische SPD-Abgeordnete sich standhaft weigert, einer rot-grünen Minderheitsregierung ihre Stimme zu geben. Auch wenn die SPD-Fraktion rein rechnerisch eine Stimme hätte abgeben können, so zog Ypsilanti in weiser Voraussicht die Reißleine und sagte das Projekt „Minderheitsregierung“ ab.

Dagmar Metzger heißt die Dame, die seit heute in aller Munde sein dürfte. In den Medien wird sie bereits als „Rebellin“ und „Aufrechte“ gefeiert, die „Lügen“ und „Zynismus“ ablehnt und wegen ihrer Berliner Vergangenheit eine Art „Mauerallergie“ hat, die sie unverständlicherweise auf die hessische LINKE projiziert. Selbstverständlich ist es Frau Metzgers gutes Recht, eine offensichtliche Lüge ihrer Landesparteichefin nicht mit zu tragen. Respekt vor so viel Standhaftigkeit und Charakterstärke. Ungläubiges Staunen indes, vor so viel Naivität und Kurzsichtigkeit.

In ihrem Kandidatenbogen auf den Internetseiten des HR gibt Frau Metzger neben den üblichen Hohlsätzen und Plattitüden an, sie sehe in der Schul- und Bildungspolitik, so auch in der Abschaffung der Studiengebühren, das dringendste Problem Hessens. Das Kenkraftwerk Biblis sieht sie zum Ende der Legislaturperiode nicht mehr am Netz. Diese Ziele hätte die SPD in einer Minderheitsregierung alle samt umsetzen können, aber für eine standhafte Politikerin vom Schlage einer Frau Metzger heiligt der Zweck keinesfalls die Mittel. Das muss man akzeptieren; genau so wie Frau Metzger nun akzeptieren muss, dass sie es ist, die die Steigbügelhalterin eines Roland Kochs ist, der dank ihr wohl im Amt bleiben kann. Frau Metzger sagt, sie denke sich, in einem Landtag ohne Mehrheiten würde die FDP schon irgendwann auf Rot/Grün zukommen, und ein Koalitionsangebot machen. Das ist natürlich grundnaiv, eher werden Teile der SPD Schwarz/Gelb stützen, um nicht als vaterlandslose Gesellen dazustehen, dieser Trick funktionierte bei der SPD schon immer.

Hessen 2008 wird in die deutsche Politikgeschichte eingehen – zum zweiten Mal regiert dort ein Ministerpräsident samt Kabinett, ohne Mandat vom Volk. Die Regeln sind einfach – wenn kein Kandidat bei der ersten Landtagssitzung die absolute Mehrheit bekommt, um als neuer Ministerpräsident ein Kabinett zu bilden, dann regiert das alte Kabinett kommissarisch weiter. Und dies, so lange, bis es neue Mehrheiten oder die nächste Landtagswahl gibt. Dies führt zu einer geradezu grotesken Situation – im Landtag gibt es eine rot-rot-grüne Mehrheit, die thematisch ähnliche Standpunkte vertritt. Anträge dieser drei Fraktionen müssen, nachdem sie mehrheitlich beschlossen wurden, dann von der alten schwarz-gelben Regierung umgesetzt werden. Das heißt konkret, die rot-rot-grüne Mehrheit könnte einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Studiengebühren mehrheitlich beschließen und es wäre dann an der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU), dieses Gesetz zu formulieren. Da Frau Wolff den Braten aber schon gerochen hat und rechtzeitig abgesprungen ist, müsste Roland Koch persönlich einspringen und dieses Gesetz formulieren. Als geschäftsführende Regierung ohne Mehrheit darf die alte Regierung nämlich keine neuen Minister ernennen – was für ein Affentheater.

Die entscheidende Frage beim hessischen Laientheater ist aber eine ganz andere: Was hat die SPD geritten, sich derart dilettantisch aufzuführen? Frau Metzger ist nicht erst seit heute standhaft borniert, sie war es auch schon vor zwei Wochen, als Ypsilanti und Beck gegen die vereinigte Medienmacht den „Wortbruch“ exerzierten. Kann es sein, dass die hessische SPD derart unprofessionell ist, dass sie die Fraktionsmitglieder nicht im Vorfeld befragt hat, ob diese einer Minderheitsregierung überhaupt zustimmen? Dies gleicht einer Fahrt mit 250km/h durch einen Autobahntunnel, bei der man das Licht ausschaltet und sich die Augen zubindet. Eigentlich ist es unvorstellbar, dass ein Parteichef der SPD sich ohne Not derart blamiert und diskreditiert. Hätten Beck und Ypsilanti sich vor zwei Wochen vor die Kameras gestellt und mit Krokodilstränen gesagt, man könnte es sich ja schon vorstellen, sich von der LINKEn tolerieren zu lassen, aber nun habe man sein Ehrenwort gegeben und könne dies nicht brechen – das sei man dem Wähler schuldig. Aber für die Zukunft würde die SPD-Spitze diese Fragen ganz föderalistisch den Landesverbänden überlassen … Applaus! Pofalla hätte für lauter Ärger seine schwarz-gelbe Krawatte gegessen und Westerwelle hätte stundenlang bitterlich auf dem Klo geheult. Aber die Zeiten der Politstrategen Wehner, Brandt und Schmidt sind lange vorbei.

Jens Berger

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Trackbacks:

  1. 1 · mein-parteibuch.com » Politik der Saboteure am 7. März 2008 um 22:02

    [...] Dilletantismus hat die hier vorgeführte Sabotage nichts zu tun. Die konservativen Seilschaften pfeifen wieder [...]


  2. [...] Spiegelfechter: Affentheater und Dilettantismus in Reinkultur [...]


  3. [...] wird aus absolutem Machtwillen kleingeistiger Ambitionierter der verfassungsrechtlich festgeschriebene Gedanke des [...]


Kommentare:

  1. · Karl am 7. März 2008 um 15:48 - Permalink

    Hegel war ein Genie. Schopenhauer hat seine Ansichten über Frauen noch zu sanft formuliert. Welcher Teufel hat uns Männer nur geritten, als wir diesen Dummheiten Tür und Tor geöffnet haben?

    Nicht nur, daß die Ypsilanti sich mädchenhaft anstellt, nein, …

    weingeist....


  2. · Alexander am 7. März 2008 um 15:51 - Permalink

    “zum ersten Mal regiert dort ein Ministerpräsident samt Kabinett, ohne Mandat vom Volk.”

    Holger Börner hat von September 82 bis September 83 ebenfalls einer geschäftsführenden Landesregierung vorgestanden.


  3. · Carl Heinz am 7. März 2008 um 15:59 - Permalink

    Den Nichtwähler freut es: Die Kraft für Streiks nimmt zu, je deutlicher den Menschen wird, welche Farcen Wahlen im Kapitalismus sind.


  4. · Kati am 7. März 2008 um 16:12 - Permalink

    Hey, Karl, kein Grund, gleich persönlich zu werden. Ich kann da auch nichts für!

    Schopenhauer… Pff!


  5. · Fragezeichner am 7. März 2008 um 16:26 - Permalink

    Du magst die gute Frau als naiv oder borniert bezeichnen - was sie von der Perspektive längst deformierter Berufspolitiker auch sein mag, weil sie sich ans Lügen noch nicht gewöhnt hat. Die ist gerade das erste Mal für den Landtag angetreten und hat während des Wahlkampfs hunderten oder tausenden von Freunden, Bekannten und potentiellen Wählern, die ihr die Frage stellten, voller Überzeugung ins Gesicht gesagt, dass SPD und Linke nicht koalieren werden. Ich finde das verständlich. Und deine Einstellung zynisch.

    Ich glaube sogar, dass sie ihrer Partei einen grossen Gefallen getan hat. Warten wir doch mal ab, wie es weiter geht. Koch wird sicher nicht ewig wursteln können.


  6. · Fragezeichner am 7. März 2008 um 16:35 - Permalink

    Ich habe im Spiegel gerade Gerüchte gelesen, dass die Grünen mit Petra Roth als CDU-Kandidatin sich eine Zusammenarbeit mit der CDU vorstellen könnten. Das wäre allerdings in der Tat der Super-GAU für die SPD.


  7. · Fritz am 7. März 2008 um 16:56 - Permalink

    Transmediale Hysterie und die eigenen “Parteifreunde” haben Ypsilanti gestürzt. Doch auch den Seeheimern wird noch bewusst werden, dass die SDP als CDU light keine Zukunft hat. Vielleicht ist das gerade das Ziel der Rechten in der SPD.


  8. · pittiplatschprotestiert am 7. März 2008 um 17:07 - Permalink

    Da hat die Linke in Hessen noch gar nichts gemacht,
    und trotzdem hat die SPD sich schon selbst demontiert.

    Ypsilanti ist für die gebeutelte SPD ein Hoffnungsträger
    gewesen (was schon bezeichnend ist).

    Was wird nur werden, wenn die Linke erst richtig schlagkräftig wird?!

    Die fähigen linken SPD-Strategen sind eben mit der Zeit Oskar zur
    Linkspartei gefolgt, die fähigen rechten Strategen (Schröder, Münte etc.)
    inzwischen folgerichtig in der Wirtschaft oder sonstwo.
    Geblieben sind nur die unfähigen Karrieristen und Funktionäre und
    Versager, denen die große Koalition nun eine Heimat bietet.

    Nachtrag: Als Beispiel für nen fähigen Kopf steht
    Rudolf Dressler, gerade auf Phoenix.


  9. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 17:14 - Permalink

    @2 Alexander

    Ooops - natürlich *schäm*

    Ich ändere das mal im Text ab.


  10. · Fiend_THeyde am 7. März 2008 um 17:16 - Permalink

    @ Fragezeichner: Daß die Grünen zukünftig generell den Mehrheitsbeschaffer für die CDU spielen werdem, weil das den Mitarbeitern der Ex-Augsteinpostille so in den selbsternannt-bürgerlichen Kram passen würde, halte ich in der Tat für ein Gerücht.

    Daß Koch den Ministerpräsidentenstuhl für Petra Roth räumen wird, nachdem er ihn für sich selbst so liebevoll mit “Zehntelprozentkleber” bestrichen hat, bezweifle ich ebenfalls. Koch sieht sich als “Wahlsieger” und Sieger treten nicht zurück. Seine Position ist doch sehr bequem: er darf weiterregieren und kann sämtliche Fehlentwicklungen auf die Opposition abwälzen, die ihn angeblich nicht so regieren läßt, wie es angebracht wäre. Auf die multimediale Unterstützung der Häuser Gruner&Jahr und Springer kann er sich dabei gewiß verlassen.

    Bevor Koch freiwillig abtritt, um ausgerechnet P.Roth Platz zu machen, wird er eher Neuwahlen anstreben. Aber soweit ist es noch lange nicht. Imübrigen hat P.Roth meines Wissens bislang weder Bereitschaft, noch Interesse bekundet, Koch zu ersetzen. Von daher erübrigen sich die Spekulationen der Spiegel-Redakteure erst recht.


  11. · Tim am 7. März 2008 um 17:21 - Permalink

    @ SF

    die umfrage ist ja erschreckend. 57 % glauben dass ypsilanti den wählerwillen vertritt, indem sie nicht antritt ;-)
    verwirrung pur, jetzt muss ich nochmal abstimmen und das gegenteil wählen…


  12. · Me am 7. März 2008 um 17:33 - Permalink

    Lustig, wie von allen Seiten auf diese Frau (Metzger) eingedroschen wird. Die andere liebe Frau (Ypsilon) stellt sich gar nicht erst zu Wahr …ups, Wahl, weil sie “die Mehrheit nicht GARANTIEREN kann”. Und dann ist ja auch der entscheidende Abgeordnete krank. Tz, tz. Das ist Demokratie in Deuchtland: Wer nicht stramm an der Parteilinie steht, gehört als Abweichler gebrandmarkt und vom SPIEGEL verfolgt und verfechtert. Derweil bejubeln die meisten FAZ-Leser die Metzgerin der bunten Gefahr, aber die wählen ja eh alle CDU.

    Sieht so aus, als würden jetzt doch alle vernünftig und es werden baldmöglichst Neuwahlen angesetzt. So erhält u.a. auch Frau Ypsilon Gelegenheit zu neuen Wahlverbr… versprechern.


  13. · Fragezeichner am 7. März 2008 um 17:33 - Permalink

    @Fiend_THeyde: Ist die Position von Koch denn wirklich bequem? Die CDU geht auch ein erhebliches Risiko ein, als Blockierer und Verantwortliche für die Lähmung Hessens gebrandmarkt zu werden, wenn sie (zu lange) an Koch als geschäftsführendem Ministerpräsidenten festhalten. Wenn die CDU Koch opfern würde und Petra Roth ins Spiel brächte (eine ausgewiesene Koch-Gegnerin), ergäben sich wieder völlig neue Optionen, eine grosse Koalition oder auch Jamaika. Aber momentan wissen die Akteure wohl selbst nicht, was sie glauben sollen. Die Überschrift “Affentheater und Dilettantismus in Reinkultur” trifft den Nagel in der Tat auf den Kopf.


  14. · Carsten am 7. März 2008 um 18:13 - Permalink

    Hier mal ein weiteres Zitat:
    Frage : “Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?”
    Dagmar Metzger : “Bereitschaft, politische Lösungen auch über Parteigrenzen hinweg zu suchen. “


  15. · Dagmar Brandt am 7. März 2008 um 18:22 - Permalink

    Gerne würde ich diesen Artikel ohne die Teile des Textes überblendende Riesenwerbung von “AS Treck the online game lesen.

    Mfg - DB


  16. · Fiend_THeyde am 7. März 2008 um 18:37 - Permalink

    @ Fragezeichner: Das Risiko, daß die CDU als Blockierer dastehen würde, dürfte - zumindest derzeit - ziemlich gering sein, da sich die sog. Leitmedien gerade einträchtig am angeblichen Linksruck der SPD abarbeiten, bzw. moralische Entrüstung über Ypsilantis realpolitische Kehrtwende simulieren, sich doch eine eigene Mehrheit unter Einschluß der Linkspartei zu suchen (nachdem die FDP als “Partner” ausfällt und die CDU Anspruch erhebt, den MP zu stellen).

    Die Hessen-CDU wird Koch nicht opfern, schon gar nicht für Petra Roth. Koch hat sämtliche selbstverschuldeten Skandale nur deshalb aussitzen können, weil er den unbedingten Rückhalt seiner Partei besitzt und außerdem frei ist von hinderlichen, moralischen Prinzipien (wie bspw. Unrechtsbewußtsein). Petra Roth mag für die Grünen annehmbar sein, aber in der Hessen-CDU besitzt sie nicht den Einfluß, der notwendig wäre, um Koch gegen dessen erklärten Willen abzulösen.

    Momentan sehe ich keinerlei Anzeichen dafür, daß sich daran etwas ändert.

    Was die Jamaikaoption betrifft: bezeichnenderweise sieht es der Spiegelchor nicht als moralisch verwerflich an, wenn die Grünen ihr Wahlversprechen (weg mit Koch, CDU ablösen) brechen würden. Ebensowenig stören sich die Chormitglieder daran, daß Koch sich trotz seiner Abwahl und fehlenden Mehrheit am Sessel des MP festgeleimt hat.

    Interessant ist, daß jetzt plötzlich wieder der “Wählerwille” besungen wird, der doch sonst nur ein Hindernis ist, das ein wahrer Politiker umschiffen muß, um die höheren Weihen der Politik zu erlangen und den Ruch des “Populismus” zu vermeiden…bspw. wenn es um Kriegseinsätze in Krisengebieten oder “schmerzhafte Reformen” geht. Hat nicht kürzlich erst ein Chormitglied namens Ma(h)lzahn eine zweite Umerziehung im Nachkriegsstil gefordert, weil die Wähler nicht so denken wollen, wie er es gerne hätte? :-)

    Imübrigen glaube ich nicht daran, daß Ypsilanti dillettantisch vorgegangen ist. Ich vermute eher, daß gewisse (Seeheimer)-Kreise innerhalb der SPD sie bewußt gegen die (multimediale) Wand haben laufen lassen, um einer möglichen Zusammenarbeit mit der Linkspartei zukünftig jede Attraktivität zu nehmen. Wie das Verhalten des Herrn Clement zeigt, lassen diese Leute eher die eigene Partei vor die Hunde gehen, als zuzulassen, daß an ihrer “Agenda” auch nur ansatzweise Abstriche gemacht würden.

    In der Tat ein Affentheater ersten Ranges… :-)


  17. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 18:38 - Permalink

    @Dagmar

    Danke für den Hinweis - anscheinend bin ich Opfer eines Exploits geworden. Ich habe den aktuellen Fall behoben und werde mal schauen, wie sich das “Loch” schließen lässt.


  18. · Peter am 7. März 2008 um 18:49 - Permalink

    Bei Neuwahlen würde die SPD noch mehr verlieren und DIE LINKE noch mehr Stimmen bekommen. Jetzt werden noch mehr SPD-Links-Wähler erkennen, dass sie mit dieser Partei wohl falsch liegen.
    Die SPD schlachtet sich selbst.
    Metzger .. Nomen est omen


  19. · Matthias am 7. März 2008 um 19:06 - Permalink

    Danke für diesen lesenswerten Beitrag. Da ich selbst gerade keine Zeit für größere Ausführungen habe, war ich so frei Werbung für deine beiden letzten Beiträge zum Thema zu machen: bloeser.bl...


  20. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:27 - Permalink

    @5 Fragezeichner

    Nicht nur Ypsilanti, sondern auch Frau Metzger ist eine tragische Figur. Natürlich handelt sie ehrenvoll; aber für diese Ehre verkauft sie ihre politischen Ziele. Und ich rede hier nicht vom kalten Machterhalt, sondern von den Sachthemen. Sie hat sich nun so entschieden, was ihr sicher nicht leicht gefallen ist, aber ihren Wählern hat sie damit einen Bärendienst erwiesen. Die wollten Koch nämlich loswerden, die Studiengebühren abschaffen, aus der Atomkraft aussteigen und den Mindestlohn. Zumindest hat sie ihnen das versprochen. Nun stand Wort gegen Wort - eine schwere Entscheidung, die sie für sich entschieden hat.


  21. · Karl am 7. März 2008 um 19:28 - Permalink

    @Fragezeichner 13, Fiend_THeyde 16:
    Die Ypsilanti hat sich mit ihrer mädchenhaften Zickerei selbst demontiert und Koch kann sich erst mal entspannt zurücklehnen.

    Kommt es zu Neuwahlen besteht die Gefahr einer weiteren Polarisierung. Koch kann es nicht wagen, noch einmal die Ausländerkarte zu spielen, die muß er nun dem rechten Flügel überlassen. Das unsäglich stümperhafte und wehleidige Gezappel der Ypsilanti treibt der Linken weitere Wähler zu.

    Ich kann nur hoffen, daß die SPD das Mädchen in die Wüste schickt.

    @Spiegelfechter: Daß die Metzger ehrenvoll handelt, kann ich nicht sehen. Sie zieht der Ypsilanti kurz vor der Wahl den Stuhl unterm Hintern weg.

    Die SPD hat der Union die rhetorische Führerschaft überlassen statt ihre Reaktion ganz einfach mit den Mehrheitsverhältnissen zu erklären. Statt zu klüngeln und Stimmen zu zählen, hätte die Ypsilanti sich der Wahl stellen müssen. Dann ist es am Parlament, seine Entscheidung zu fällen.

    Warum sollte nicht auch in der Union der eine oder andere seinem Chefkoch eins auswischen wollen?


  22. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:32 - Permalink

    @11 Tim

    Stimmt - ich habe die Umfrage geschlossen und ihr eine andere Überschrift gegeben.


  23. · Kil am 7. März 2008 um 19:42 - Permalink

    Tja, die CDU hat keine Probleme mit den Grünen und wirft der SPD Wortbruch vor. Die Konservativen waren halt schon immer einfach frecher und die SPD nimmt gerne die Rolle des Schuldigen ein. Diese Selbstzerstörung wird nochmal in der Katastrophe enden. Der lachende Dritte könnte am Ende doch noch Koch sein. Ich frag mich ja warum plötzlich alle auf ehrlichkeit in der Politik beharren? Wahlversprechen hat noch nie einer gehalten, jedenfalls nicht alle.

    Eine dauerhafte Weigerung der SPD sich nicht zumindest von der Linken tolerieren zu lassen, führt nur zu einer automatischen Machtübernahme der CDU auf Länderebene, sofern die FDP sich weiterhin weigert mit der SPD zu koalieren.


  24. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:42 - Permalink

    @16 Fiend

    Diletanttisch oder nicht, sagt Euch gleich das Licht!

    Anders als Du, schätze ich das Vorgehen von Ypsilanti (aber auch von Beck!) schon diletanttisch ein. Wenn ich die Meldungen so verfolge, war die Metzgerin bei der entscheidenden Sitzung nicht da (mW hat sie Urlaub ;-)). Bei einer solchen Frage, bei der es Spitz auf Knopf steht und bei der es für die Partei und Frau Y um sehr viel geht, würde ich als Parteisekretär alles daran hängen, die gute Metzgerin anzurufen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Ich habe vorhin die PK im Radio gehört und Frau Y sagte (sinngemäß) nicht sie sei in der Holschuld gewesen, sondern die Metzgerin in der Bringeschuld. Damit hat sie sicher nicht unrecht, aber(!) das reicht nicht.

    In einer so elementaren Frage darf man sich nicht derart gutgläubig verhalten. Da hätte man auch ins Auto steigen und nach Darmstadt fahren können, um ein Gespräch unter vier Augen zu führen. Sie hätte sich damit eine Menge Demütigungen ersparen können.


  25. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:44 - Permalink

    @18 Peter

    Metzger .. Nomen est omen

    In BaWü ist für den INSM-Metzger ein Schlachter nachgerückt ;-)

    SCNR


  26. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:44 - Permalink

    @19 Matthias

    war ich so frei Werbung für deine beiden letzten Beiträge zum Thema zu machen:

    Na, Werbung - zumal kostenlose - nehme ich doch immer gerne an ;-)


  27. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 19:48 - Permalink

    @21 Karl

    Daß die Metzger ehrenvoll handelt, kann ich nicht sehen. Sie zieht der Ypsilanti kurz vor der Wahl den Stuhl unterm Hintern weg.

    Du darfst nicht vergessen, sie ist Direktkandidatin und als solche nur ihrem Gewissen verantwortlich. Ob man ihr Gewissen nachvollziehen oder gar gutheißen kann, oder nicht, steht dabei nicht zur Debatte.

    Ich kann mich auch noch an einen Direktkandidaten namens Ströbele erinnern, der Rot/Grün ganz schön zum Schwitzen brachte ;-)


  28. · Peter Frenzel am 7. März 2008 um 20:12 - Permalink

    [ZENSUR!/sf]

    Edit: Ach komm, Jens… das ist jetzt aber arm.

    [WENN DU WAS ZUM THEMA ISLAM LOSWERDEN WILLST, MACH DAS IN EINEM PASSENDEN THREAD/sf]


  29. · pittiplatschprotestiert am 7. März 2008 um 20:15 - Permalink

    In einer so elementaren Frage darf man sich nicht derart gutgläubig verhalten. Da hätte man auch ins Auto steigen und nach Darmstadt fahren können, um ein Gespräch unter vier Augen zu führen. Sie hätte sich damit eine Menge Demütigungen ersparen können.

    Es ist immerhin möglich, dass Ypsi schon rechtzeitig von Metzgers Ablehnung
    gewusst hat und trotzdem doch noch vor der Presse ihren Tolerierungs Kurs verkündet
    hat, um Metzger so unter Druck zu setzten. Doch es hat nicht gewirkt - wäre also auch dilletantisch gewesen.


  30. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 20:27 - Permalink

    @Pittplatsch

    Ich lese gerade folgendes Zitat auf SPON:

    “Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” hatte sich Metzger bereits vor zehn Tagen an Ypsilanti wenden und ihr erklären wollen, dass diese nicht mit ihrer Stimme rechnen könne. Abgeordnete hielten Metzger zurück - zu fragil die Lage, zu sensibel das Thema Kooperation mit den Linken.”

    Ja ja, Feind, Todfeind, Parteifreund - die alte Komparation ;-)

    Dennoch entlastet sie das nicht; sie kannte die Situation in der Partei, seit sie ihren Vorgänger Walther “gestürzt” hat.

    Dennoch ist die Kampagne der Medien an Abartigkeit kaum zu überbieten. Aus einem Kommentar auf SPON:

    Eigentlich müsste Dagmar Metzger am Montag im Willy-Brandt-Haus einen riesigen Blumenstrauß bekommen

    Man spürt nun eine kollektive Erleichterung in der SPD, das alte Sprichwort macht die Runde: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Eine von den Linken abhängige Minderheitsregierung in Hessen wäre ein ständiger Alptraum gewesen.


  31. · Deepthroat am 7. März 2008 um 20:38 - Permalink

    Kann sich die SPD nicht bitte wie damals spalten, damit der Seeheimer-Kreis endlich Dauerkoalitionen mit der CDU eingehen kann und der linke Rest dem “S” in SPD gerecht wird (welches nicht für Seeheim stehen sollte). Auch wenn sie ihn alle beschießen, die Basis wird Beck nochmal dankbar sein für diese Notbremse nach links. Andere Partner hat die SPD auch gar nicht mehr, denn die Grünen können ja mittlerweile auch mit jedem.


  32. · Fiend_THeyde am 7. März 2008 um 21:30 - Permalink

    @Spiegelfechter:

    Was Beck betrifft: Dilletantismus gälte für ihn nur dann, wenn du meinst, daß er eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ernsthaft erwägt hätte, respektive du ihm den angeblichen Linksschwenk abkaufst. Der letzte SPD-Parteitag zeichnete sich bekanntlich dadurch aus, daß Beck ein Votum gegen die Bahnprivatisierung mittels Vertrauensfrage abgebogen hat. Beck gehört daher eindeutig zur Clique um Steinmeyer, Schröder, Steinbrück, Clement, Tiefensee und wie sie alle heißen. Woran Beck absolut kein Interesse hat, ist eine MP Ypsilanti, die - wohlmöglich erfolgreich - einen tatsächlichen Linksruck vollzieht.

    Kaum hatte Beck Yspilanti sein OK wg. Tolerierung durch die Linkspartei signalisiert, wird er krank…so krank, daß er nicht sprechen kann (die Hände waren wahrscheinlich ebenfalls temporär gelähmt, sodaß er sich in keiner Weise äußern konnte, nicht mal schriftlich, der arme Mann :-) ).

    Ne, Sorry. Wäre die Sache mit Clement vor und kurz nach der Wahl nicht gewesen, der bekanntlich gezielt gegen Ypsilanti geschossen hat, hätte ich wohlmöglich ebenfalls an Dilletantismus geglaubt. Aber so? No way!

    Das Fräulein Metzger ist übrigens Bankkauffrau und Wirtschaftsjuristin. Ich muß dir nicht sagen, daß Ehrlichkeit in dieser Berufsgruppe keine überragende Rolle spielt… ;-)

    Mal ganz abgesehen davon, daß ich - wenn ich ehrenvoll handeln will - kaum in die Parteipolitik einsteige und wenn doch keine Karriere mache. Erst recht nicht in so kurzer Zeit (Eintritt in die SPD 1990; erstes Mandat als Stadtverordnete sieben Jahre später).


  33. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 21:44 - Permalink

    @Fiend

    *g* Ja, diese Theorie hat was.

    Aber sie hat einen kleinen Haken. Beck ist ein bodenständiger Pfälzer und kein Hasardeur. Das ganze Affentheater hat die SPD massiv geschwächt und die LINKE gestärkt. Und das war erst der erste Schritt. Das SPD-Dilemma, das ich ja schon in einigen Artikeln beschrieben habe, verstärkt sich dadurch noch einmal.

    Natürlich denkt Beck nicht einmal im Ansatz an einen Linksruck. Sein “Linksruck” ist natürlich virtuell. Er will die LINKE imitieren un Wahlvieh sammeln, das der SPD seit der Agenda 2010 den Rücken zugewandt hat. Das ist reine Taktik, nicht mehr aber nicht weniger. Der Plan Y passt da recht gut rein. Er ist gescheitert und mit ihm Beck. Adios Kurt, Bienvenido Walter, Bienvenido 20% ;-)


  34. · milo am 7. März 2008 um 22:01 - Permalink

    Man kann sagen, was man will: Die SPD ist immerhin eine Partei, von der man noch mitbekommt, dass sie eine Partei ist. Vielleicht ist die SPD-Politik derzeit falsch, tragisch oder sonstwie zu kritisieren. Aber zumindest medial ist sie die einzige Partei, in der noch Kämpfe ausgefochten werden, die interessant sind. Wäre ich Parteienforscher und auf der Suche nach Spaß am Beruf, ich würde die SPD erforschen.

    Denn wo bleiben die anderen Parteien? Wann gab es den letzten CDU-Parteitag, der die politischen Analysten heftig interessierte und zu Spekulationen verführte? Wo sind die Grabenkämpfe bei der Konkurrenz? Nicht einmal die Grünen sorgen diesbezüglich derzeit noch für Schlagzeilen. Wenn es um Drama oder Tragödie geht, dann ist die SPD weit vorn.

    Die anderen Parteien verdanken ihre Schattenexistenz aber kaum ihren großen ERfolgen oder ihrer gefestigten Identität. Die Union weiß z.B. nicht, ob sie konservativ oder Partei der Mitte sein soll. Doch wo bleiben die Köpfe, die für ihire Überzeugung auch öffentlich zu streiten wagen? Fehlanzeige.

    Grüne und FDP sind liberal solange, wie sie in der Opposition nur Verantwortung für ihre Reden tragen müssen. Wenn es hart auf hart kommt, sind sie für die Law-and-Order-Fraktion kein ernstzunehmender Gegner mehr.

    Man muss sich fragen, warum gerade die SPD derzeit im Mittelpunkt des Interesses steht. Vielleicht werden die grundlegenden Fragen des Landes hauptsächlich in Gestalt der Sozialdemokratie bearbeitet. Der Kampf darum, was echt sozialdemokratisch ist und wieviel Reform die Sozialdemokratie verträgt, steht womöglich stellvertretend für die gesamte gesellschaftliche Auseinandersetzung um die Sozialpolitik.


  35. · Peter Paul am 7. März 2008 um 22:24 - Permalink

    Das Problem liegt in den Personen: Weder Andrea Ypsilanti noch Kurt Beck sind besondere Leuchten - und weit entfernt von den großen Politikern, die die SPD vor einigen Jahrzehnten noch vorweisen konnte. Sehr lesenswert ein Artikel über Kurt Beck im SPIEGEL vor einer Woche. Oder auch mein (bescheidener) Beitrag unter polemik-pu... :-)


  36. · misterL am 7. März 2008 um 23:26 - Permalink

    Nenene…

    Was für eine Komödie wird denn da geboten?

    Ich habe im Spiegel gerade Gerüchte gelesen, dass die Grünen mit Petra Roth als CDU-Kandidatin sich eine Zusammenarbeit mit der CDU vorstellen könnten. Das wäre allerdings in der Tat der Super-GAU für die SPD.

    Dazu passen dann solche Gerüchte. Aber die Konsequenz ist eine falsche. Die Grüne in die Arme von Schwarz und ggf. Blau/Gelb zu treiben wird die Grünen zerreissen und zum anderen zusammen mit einer liberalisierten FDP zu einer neuen gänzlich bürgerlichen Partei vereinen. Der linke Rest der Grünen Wählerschaft wird dann entweder bei der SPD, bei der Linken oder im politischen Niemandsland seinen Platz finden.

    Innerhalb der SPD wurde ein Tabu gebrochen. Die “Schmuddelkinder” als Option zusehen. Dabei sprang Frau Ypsilanti nur zu früh. Aber jemand musste springen, damit das Tabu gebrochen wird. Die sicher nicht beendete Debatte innerhalb der SPD hat nun die Zeit, die es braucht, um zu gedeihen ohne in Regierungsverantwortung schaden zu nehmen. Aus der Opposition heraus zusammen mit der Linken und (falls sie keinen Fehler machen) den Grünen in Hessen die Themen zu bestimmen unter einem MP Koch ohne Mehrheit ist ein Schlüssel für die Einbindung der Linken in die Verantwortung ohne sich selber (die SPD) zu zerreissen und gleichzeitig die “Linken” Themen umzusetzen.

    Ich denke ab heute hat die CDU mit Koch den schwarzen Peter und die Komödie beginnt erst noch.

    Irgendwie freue ich mich auf dieses Stück hessischer Realsatire.


  37. · Spiegelfechter am 7. März 2008 um 23:33 - Permalink

    @misterL

    Ich finde die Position des SPIEGELS (und der anderen) auch sehr bemerkenswert. Die SPDler sind die großen Verräter am vaterländischen Erbe, da sie sich von der LINKEn tolerieren lassen wollen. Die GRÜNEN sind erwachsen und vernünftig, da sie sich vom Ole freien lassen … kein Wort davon, dass auch die GRÜNEN sich in Hessen von den “kommunistischen Schmuddelkindern” dulden lassen wollten. Kein Wort vom SPIEGEL, kein Wort von der CDU. Das sagt ja irgendwie alles.


  38. · misterL am 7. März 2008 um 23:40 - Permalink

    @SF

    Was der Spiegel meint, geht mir an sich am Dingens vorbei. Das Blatt war mal gut (oder meine Wertschätzung ein Fehler), ist es aber nicht mehr (oder ich habe eine andere Sicht bekommen).

    Falls die GRÜNEN in Hessen mit der CDU und mit der FDP in die Kisten springen, dann wars das mit den GRÜNEN (so hoffe ich). Insofern muss ich mich korrigieren. Den schwarzen Peter haben CDU und GRÜNE aus sehr unterschiedlichen Gründen, die CDU weil wie oben beschrieben und die GRÜNEN, weil sie in der hessischen Jamaikakiste mehrfach Wortbruch betrieben würden.

    Dass das die bürgerlichen dann nicht mehr als Wortbruch, sondern als Verantwortung unter Demokraten verkaufen werden (inkl. Spiegel) ist für mich keine Frage. Ich hoffe nur die GRÜNEN Wähler sind nicht so doof.


  39. · Kati am 7. März 2008 um 23:42 - Permalink

    @Jens:

    Zum Thema fehlen mir die Worte, aber ich mach mal kurz die Lektorin: In der Überschrift sollte sicher “Dilettantismus” stehen. Habe ich vorhin vergessen drauf hinzuweisen. Gruß!


  40. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 00:01 - Permalink

    @Kati

    Yep ;-)


  41. · Peter am 8. März 2008 um 00:49 - Permalink

    #25 spiegelfechter

    In BaWü ist für den INSM-Metzger ein Schlachter nachgerückt ;-)

    SCNR

    BaWü is klar, INSM auch klar (Metzger/Schlachter muss ich erst recherchieren) .. aber WTF ist SCNR ?


  42. · flatter am 8. März 2008 um 01:03 - Permalink

    Ich habe viel Spaß am Dilettantismus in Hessen. Selbst die Dauertiraden des Q-Journalismus machen mir keine Sorgen, denn die Reflexschreiberlinge werden wie immer der Realität hinterher hecheln und schon bald vergessen haben, was sie derzeit verzapfen.
    Eine gut organisierte Vorbereitung der Regierungsbildung, gekonntes Geschacher hinter den Kulissen und schließlich ein Gekungel, wie wir es seit jeher kennen - das wäre professionell gewesen. Niemand würde sich auf jedes Detail, jeden Einzelakteur und jede Äußerung stürzen, um ein wohlfeiles Artikelchen zu schreiben. Aber was hätten wir davon?
    Die parlamentarische “Kultur” wird derzeit geschüttelt und muß sich neu sortieren. Wenn sich das in tolpatschigen Anläufen angemessen repräsentiert, finde ich das duchraus begrüßenswert. Da ist Leben in der Bude, ganz anders als seit Jahrzehnten routinierter Absprachen, die von Ghostwritern und Lobbyisten beeinflußt werden. Respekt vor denen, die unsicher agieren und dabei auf die Schnauze fallen. Viel peinlicher finde ich diejenigen, die mit lautem Getöse auf der Stelle verharren und glauben, sie gäben eine bessere Figur ab. Skanadalös an der ganzen Sache ist nur der Umgang mit Roland Koch. Daß nicht einmal das Angebot zu einer große Koalition ohne ihn gemacht wird, ist kaum zu fassen. Einer, dem jeder Dreck lieb ist, wenn er damit punkten kann und dann trotzdem verliert, erhebt Anspruch auf die Chefrolle. Seine Parteifreunde, allen voran Allroundgenie Pofalla, sanktionieren das, und dieses Schmierentheater ist dem Q-Journalismus kaum eine Zeile wert.
    Da lob ich mir die Dilettanten.


  43. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 01:23 - Permalink

    @Peter

    Ich merke schon … ich spreche in unverständlichen Wortfetzen ;-)

    Metzger/Schlachter

    SCNR

    CU & Good N8 ;-)


  44. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 01:25 - Permalink

    @flatter

    Hmm, erinnert mich an Schlingensiefs Chance 2000 … Scheitern als Chance ;-)


  45. · firefly am 8. März 2008 um 02:04 - Permalink

    @ misterL

    Ich denke ab heute hat die CDU mit Koch den schwarzen Peter und die Komödie beginnt erst noch.

    Koch hatte den schwarzen Peter seit dem Wahlkampf. Nur die dumme Frau Y musste ihm denn ja unbedingt wegnehmen.

    Wer zum Henker hat die Frau geritten, Mehrheit jenseits ihrer Wahlaussagen zu suchen. Politische Schnittmengen hin oder her. Die linke Mehrheit, die alle zu sehen glauben, gibt es nicht. Es gibt eine linke Partei und zwei Parteien, die eine linke Vergangenheit haben und derzeit höchstens teilweise links sind. Bei zwei Stimmen Vorsprung ist das keine linke Mehrheit. Das hat Frau Metzger ja nun jedem offenbart.

    Es ist einfach törricht von Y nach Mehrheiten zu suchen, die für sie nicht zu erreichen sind. Koch ist es, der auf seinem Stuhl klebt und selbst keine Mehrheit mehr hat. Er hätte jetzt der Dumme sein können. Nein, Frau Y musste ihm ja unbedingt noch einmal Luft verschaffen.

    Ich könnte sie einfach nur nüscheln. Glaubt sie wirklich die Wahl gewonnen zu haben? Damit wär sie dann die Einzige. Wegen der hat der Kotzbrocken nun Zeit gewonnen. Schönen Dank auch, Frau Ypsilanti


  46. · flatter am 8. März 2008 um 02:06 - Permalink

    @ Spiegelfechter Weia, da fällt mir nu wieder “100 Jahre Adolf Hitler” ein. Vielleicht macht er ja noch “Kochs Keller”? Möge er vor allem gesunden!


  47. · Athe100 am 8. März 2008 um 05:10 - Permalink

    @Spiegelfechter (37)
    @misterL (38)

    Einen Aspekt halte ich bei der Frage des Verhaltens der Presse noch für wichtig.
    Die Grünen haben in Hamburg ebenfalls Wortbruch begangen.

    In der “Welt”: vom 6.2.2008 stand unter der Überschrift “”Hamburger Grüne lehnen Koalition mit CDU ab”":
    “Die Hamburger Grünen haben nach den jüngsten schwarz-grünen Koalitionsspekulationen das Nein zu einem Bündnis mit der CDU bekräftigt……” und
    “Der Landesvorstand hält diese eindeutige Aussage notwendig für die Wähler. “.
    Bei einer unabhängigen Presse hätte auch dieser Wortbruch zumindest thematisiert werden müssen.

    Allerdings waren die Hamburger Grünen so clever sich ein Hintertürchen offen zu halten:
    “Zugleich wurde aber betont, dass das letzte Wort über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen die Landesmitgliederversammlung habe.”

    Und genau d a s macht den Unterschied zur Ypsilanti/Beck-SPD aus.
    Es fehlte der Frau Ypsilanti und Herrn Beck das Quentchen Cleverness, die Wähler wissentlich so gekonnt zu betrügen.
    Ob man das bedauern oder begrüßen sollte, liegt im Auge des Betrachters.

    P.S.:
    Der WahlOmat hat für die Hamburger Grünen nur 6 Übereinstimmungen mit der CDU erbracht, dagegen 20 mit der Linken.
    Ein Redner, der dies auf der Landesmitgliederversammlung vorbrachte, wurde von der Landesvorsitzenden Anja Hajduk unwirsch zurückgewiesen.
    Die Versammlung folgte dem Einwand von Landesvorstand und schmetterte das Anliegen ab.


  48. · Karl am 8. März 2008 um 08:46 - Permalink

    Diese ganze Wortbruchkampagne konnte nur so gut funktionieren, weil sich die Ypsilanti im Mauseloch verkroch, statt Tacheles zu reden.

    Wir wollen doch mal nicht vergessen, daß sie einst antrat, um den brutalstmöglichen Aufklärer, Roland Pinocchio Koch, aus dem Amt zu scheuchen. Das ausgerechnet aus dieser Ecke jetzt ein Lügengezeter angestimmt wird, ist schon mehr als lächerlich.

    Zudem ist die Diskussion weitestgehend überflüssig. Warum, zum Teufel, hat die gute Frau nicht einfach gesagt: “Die Mehrheitsverhältnisse sind verworren. Ich werde bei der Wahl zum Ministerpräsidenten als Kandidatin antreten, und wer immer mich wählen will, der soll das tun.”

    So hätte ich mir Demokratie gewünscht. Das wäre ehrlich gewesen. Statt dessen wird geklüngelt, gemauschelt und taktiert.

    Bockmist hoch drei! Ich bin ganze einfach sauer und enttäuscht. Warum haben unsere Väter nur all die intelligenten Aussagen unserer großen Philosophen zu Frauen ignoriert?


  49. · Vogel am 8. März 2008 um 13:47 - Permalink

    @all
    Wozu die Aufregung? Nix iss passiert!!

    1. Dass Ypsilanti, vor und nach der Wahl, richtig gehandelt hat, iss ja wohl klar. Vor der Wahl: Sie konnte doch wohl schlecht die LINKE stärken; nach der Wahl (siehe auch das Votum oben) konnte sie genauso wenig den Wählerwillen missachten! Manöverkritik hinterher iss billig: “Wenn Du vom Rathaus kommst bist Du klüger!”

    2. Dass Metzger vorher sagt, dass sie Ihrem Gewissen in eine andere Richtung folgt, als die Hessen-SPD das gerne möchte, iss 1. völlig in Ordnung (sie ist halt nur ihrem Gewisen verpflichtet, sonst nix) und 2. fair! (vergleiche: Sch.-H., “Heide-Mörder”)

    3. Die Sacharbeit mit den von SPD, Grünen & LINKE so verstandenen “richtigen Inhalten” kann nun beginnen!

    Und: Isses nich schön: Der Roland muss das schön umsetzen, das iss doch besser als Knast für diesen Schlingel! Ich gönn’s ihm! *g*

    Was mich stört iss der Begleitlärm: Das Rumgeeiere der SPD auf allen Ebenen, die gespielte Empörung bei den Christlichen (und fast noch schlimmer bei den Freien) und das wiederliche Gebell der Journaille, der Medien, sowohl vor als auch nach den Geschehnissen!

    Grüße
    Vogel


  50. · Fiend_THeyde am 8. März 2008 um 14:06 - Permalink

    @ Spiegelfechter:

    [...*g* Ja, diese Theorie hat was.

    Aber sie hat einen kleinen Haken. Beck ist ein bodenständiger Pfälzer und kein Hasardeur...]

    Eben!

    Und wie du auf SPON heute lesen kannst, ist Ypsilanti ab sofort allein Schuld an dem Desaster…

    Zitat: [...Der Fraktionsvorsitzende Struck hält ihr vor, gegen den Willen von Kurt Beck und anderen Parteispitzen gehandelt zu haben...]

    spiegel.de...

    An gleicher Stelle heißt es:

    [...der als Kritiker des Kurses von Ypsilanti hervorgetretene stellvertretende hessische Partei- und Fraktionschef Jürgen Walter räumte im "Focus" ein, vor Metzgers Ankündigung Kontakt mit ihr gehabt zu haben...]

    Und wie du in der Rundschau lesen kannst, denkt der Seeheimer Kreis keineswegs, daß König Kurt tot ist:

    [...Unterstützung erhielt er am Wochenende jedoch vom konservativen Seeheimer Kreis der SPD. Der Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs versicherte Beck seine Solidarität: "Beck hat einen Fehler gemacht - aber Fehler machen wir alle. Ich habe Beck gewählt und ich werde es wieder tun. Ich stehe hinter ihm."

    Ähnlich äußerte sich Klaas Hübner, der ebenfalls Mitglied des Seeheimer Kreises ist. "Kurt Beck bleibt Parteivorsitzender. Das ist für mich keine Frage", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabmeldung. Die gesamte Verantwortung für die Probleme liege bei der hessischen SPD...]

    fr-online....

    Noch Fragen, Kienzle? :-)

    Achja, an gleicher Stelle heißt es, dpa hätte geschrieben, daß “ein Sprecher von Frau Roth gesagt hätte, daß diese über die nötigen Qualifikationen verfüge, um eine Zusammenführung (Anm. Jamaikakoalition) zu begleiten. Sie könne in der Lage sein, eine Jamaika-Koalition herbeizuführen”.

    Dpa hat allerdings nur die Leipziger Volkszeitung zitiert, die wiederum den Namen des “Sprechers” nicht genannt hat und sich auf Gerüchte über Jamaika bezieht (”…dem Vernehmen nach”).

    presseport...

    bzw.

    lvz-online...

    Es war die Nachtigall und nicht die Lerche…


  51. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 14:32 - Permalink

    @Fiend

    Noch Fragen, Kienzle? :-)

    Fragen nicht, lieber Hauser, aber Anmerkungen ;-)

    Folgende Punkte sind für mich ohne Zweifel:

    - In der hessischen SPD gibt es einen Machtkampf und Y hat viele Gegner
    - Innerhalb der Bundes-SPD geht es weniger um Parteilinke kontra Seeheim, sondenr um den Kampf der Netzwerker, die Partei zu entideologisieren.

    Meine These ist daher eher, dass man die ganze Sache auf zwei Ebenen betrachten muß:

    1) Die hessische Ebene: Y hat sich in Hessen zu weit aus dem Fenster gelehnt und ihren Parteifeinden so eine perfekte Möglichkeit gegeben, sie abzuschießen. Die Metzgerin war entweder naiv und leiß sich willfährig einspannen, oder sie war ein aktiver Teil der Umstürzler. Das ist aber letztendlich unwichtig, denn der Coup ist geglückt. Y ist politisch tot und ihr Konkurrent Walther hat obsiegt. Koalitionen und Machtanspruch hin oder her, es geht den Y-Feinden mE mehr um deren Vernichtung als um landespolitische Fragen.

    2) Die Bundesebene: Beck und die Netzwerker sind unideologisch. Ob rechts ob links, Hauptsache sie kommen an die Macht. Das “neue” 5-Parteiensystem verwirrt diese Herren, da ihr Machtanspruch sich schlecht umsetzen lässt. Ob sie mit der LINKEn zusammenarbeiten, ist ihnen absolut egal. Ob sie durch diese Option mehr Stimmen und mehr Möglichkeiten bekommen, Macht auszuüben, das ist relevant. Beck und seine Bagallie haben sich nun die Variante “Y” zunutze gemacht, um machtpolitisch besser agieren zu können. Die Clique um die beiden “Steine” setzt da eher auf “bürgerliche Bündnisse”, wobei es auch ihnen nicht um ideologische Fragen geht, sondern um rein machtarithmetische Fragen. Beck hat aufs falsche Pferd gesetzt und ist nun politisch tot. Die “Steine” haben obsiegt und werden wohl das Schicksal der Partei in die Hand nehmen. Kampf gegen “links” und Verteidigung der Agenda - die Medien und die Wirtschaftsverbände jubeln und der Wähler nimmt lieber das Original … auf beiden Seiten. Adé SPD.

    Ob es Querverbindungen zwischen den “Steinen” und der “Kampfgruppe Walther” gab, kann ich Dir nicht sagen … Deine Links lassen dies vermuten.

    P.S. Bezüglich Webadressen in Kommentaren verlinken: funktioniert http?

    Yep und das zu noch die Funktionen der HTML-Tags, die Du hier findest (Spalte: HTML-Äquivalent)


  52. · Fiend_THeyde am 8. März 2008 um 15:01 - Permalink

    Nochwas:

    Schau mal, wer hier im Aufsichtsrat sitzt?

    hse.ag/ind...

    Die “redliche Dagmar” aus Darmstadt…

    Anteilseigner an der HSE ist zu vierzig Prozent die Thüga AG, in deren Aufsichtsrat wiederum Leute der EON sitzen und ein gewisser

    Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn

    thuega.de/...

    Zu 1. Da die “redliche Dagmar” nun von allen Seiten zur “Heiligen der ehrlichen Abgeordnetenhaut” (v)erklärt wird, ist es ganz und gar nicht unwichtig, was sich da im Einzelnen abgespielt hat. Naivität ist jedenfalls keineswegs im Spiel…diesen Glauben solltest du dem Jörg überlassen. ;-)

    Zu 2. Beck ist keineswegs tot…die Verantwortung wird - wie du miterleben kannst - jetzt ausschließlich Ypsilanti aufgehalst…die ist dagegen mausetot und damit ein möglicher Wandel der SPD hin zu den Wurzeln ebenso.

    Muß man sich mal vorstellen: da gewinnt eine SPD-Kandidatin nach langer Zeit mal eine Wahl (oder besser ausgedrückt: verliert sie nicht haushoch, sondern könnte sogar MP werden) und die SPD-Spitze hat nichts anderes im Sinn, als diese Kandidatin so schnell wie irgendmöglich zu “entsorgen”.


  53. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 15:18 - Permalink

    @Fiend

    Oha - da würde ich aber keine Trugschlüsse draus ziehen. Sie sitzt ja mW als Vertreterin der öffentlichen Hand in diesem AR. Ein sehr guter Freund von mir, der in seinem “Linkssein” gerade mal von Marx höchstpersönlich überholt wird saß beispielsweise als Vertreter einer Bürgerliste in unserem Stadtrat und ließ als Vertreter der Stadt in den AR der lokalen Stadtwerke wählen, bei denen auch eine EON-Tochter einen hohen Anteil hat. Es nervte die Vertreter dort nur mit Fragen und lehnte fast alles ab … ok, er wurde überstimmt. Aber Du siehst, das alleine heißt gar nichts.

    -> Beck

    Ja, natürlich übertrifft sich die Beck-Kamarilla momentan in Schuldzuschreibungen Richtung Y. Struck ist ja schon kräftig vorgeprescht … war er es nicht, der letzte Woche noch am meisten Sympathien für dieses Modell hatte? Vielleicht distanziert er sich ja jetzt von sich selbst - so etwas kann nicht nur Oettinger ;-)


  54. · pittiplatschprotestiert am 8. März 2008 um 15:18 - Permalink

    Tja, tatsächlich wird Ypsi jetzt geopfert
    um einen (klitzekleinen) Kurswechsel in der SPD zu verhindern.
    Die Agenda-Leute und die Medien haben es nochmal geschafft, das Ruder,
    dass Ihnen nach dem Erfolg der “linken” Ypsi beinahe
    entglitten war, wieder herumzureißen. TINA-Prinzip gilt weiter.

    Zudem haben sie es nun auch geschafft Kurt Beck ruhigzustellen.
    Er wird nun es nicht mehr herumeiern und (freilich nur
    aus taktischen Gründen) ein bisschen links blinken können.
    Er ist zu geschwächt, wie die SPD auch insgesamt.
    Aber das ist den Medien und den Schröderianern ja egal.


  55. · name am 8. März 2008 um 16:00 - Permalink

    Tja, ob die Konservativen über diesen Schachzug noch lachen werden können ist mehr als zweifelhaft: die Strategie der SPD, die “Die Linke” aufsaugen zu können ist damit genauso erledigt, wie die SPD selbst. Die Leiche Müntefering soll es nun richten. Man fragt sich echt, was der führerlose, charakterlose Haufen SPD, von denen alle nur jammern können und keiner mal auf den Tisch zu schlagen warnt und klare Standpunkte einnimmt, noch so alles anstellen wird, um sich selbst zu vernichten. Das Schrödergen wirkt direkt nach und keiner in der Partei vermag den Konservativen mal richtig die Fresse zu polieren. Proletarische Abreibungen gibt es ja für die Dauerlächler als politisches Kampfmittel schon lange nicht mehr.

    Etwas gutes hat dieses ganze Komödie: die sozialdemokratische Partei “Die Linke” wird weiter nach links rücken müssen, und die sozialen Feigenblätter aus der CDU und SPD können ganz getrost in diese überwechseln.

    Gute Nachrichten in noch besseren Zeiten ;)


  56. · Hannah am 8. März 2008 um 16:27 - Permalink

    @Karl: “Hegel war ein Genie. Schopenhauer hat seine Ansichten über Frauen noch zu sanft formuliert. Welcher Teufel hat uns Männer nur geritten, als wir diesen Dummheiten Tür und Tor geöffnet haben?”
    „Die Ypsilanti hat sich mit ihrer mädchenhaften Zickerei selbst demontiert(…)“
    ” Warum haben unsere Väter nur all die intelligenten Aussagen unserer großen Philosophen zu Frauen ignoriert?”
    Ich finde das ziemlich traurig und irgendwie auch erbärmlich, wenn ein Mann im 21. Jh. so rückständige, dümmliche Kommentare abgibt. Selbst wenn diese Aussagen in irgendeiner Form einen ironischen Unterton transportieren sollten, sind sie nicht in Ordnung.

    @Spiegelfechter: Warum werden fremdenfeindliche/islamophobe Kommentare gelöscht, aber Sexismus unkommentiert stehen gelassen??
    Mich enttäuscht das. Ein Blog das immer wieder Diskriminierung von Muslimen (Muslimminen wahrscheinlich ausgenommen) anprangert, sollte auch vor Sexismus nicht die Augen verschließen. Für mich erweckt dieses Vorgehen oder vielmehr das
    Ignorieren von sexistischen Aussagen den Eindruck, dass Sie Sexismus ebenfalls gutheißen.


  57. · Fiend_THeyde am 8. März 2008 um 16:35 - Permalink

    @ Spiegelfechter:

    Trugschlüsse? Ich doch nicht. ;-)

    Ernsthaft: Die Tatsache für sich genommen, hieße natürlich noch nichts. Der Unterschied zwischen einer Bürgerliste und einer der beiden großen Volksparteien springt allerdings ins Auge. :-)

    Das Ergebnis der Addition aller Umstände: die “redliche Dagmar” ist Bankkauffrau und Wirtschaftsjuristin, Aufsichtsratmitglied bei der HSE (an der EON beteiligt ist) und hat innerparteilich in ziemlich kurzer Zeit (sieben Jahre bis zum ersten Mandat) eine recht steile Karriere gemacht (wie schon erwähnt: Leute mit Prinzipien machen - wenn überhaupt - in politischen Parteien nicht so schnell Karriere).

    Der stellvertretende hessische Partei- und Fraktionschef (!) Herr Walter (seines Zeichens Gegner des Projekts rot-rot-grün!!) hatte Kontakt zur “redlichen Dagmar” vor deren Ankündigung und hätte Y. warnen können, unterließ dies jedoch. Beck ließ durchblicken, es sei den Landesverbänden selbst überlassen, welche Option sie wählen und wurde plötzlich “krank” (konnte weder sprechen, noch schreiben, der arme Kerl).

    Ein gewisser Clement (seines Zeichens RWE-Lobbyist) agitierte vor und nach der Wahl gegen Y./rot-rot-grün , die (Energie)wirtschaft insgesamt tat ebenfalls ihr Mißfallen an Y. /rot-rot-grün kund und nun ist es wiederum eine Abgeordnete, die im Bereich Energiewirtschaft tätig ist, die Y. endgültig abschießt (inkl. der Option rot-rot-grün).

    All daß von einer schrillen Kampagne der “Leitmedien” (pro: Jamaika; contra: rot-rot-grün) begleitet, bei der nur noch der Aufruf “hängt die Verräterin” gefehlt hat.

    Ich bin nicht unbedingt geneigt, das alles für bloßen Zufall zu halten oder gar an die Ehrlichkeit der “redlichen Dagmar” zu glauben.

    Und da war noch was:

    [...Der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn hat Landtagsabgeordnete von SPD und Grünen aufgefordert, Andrea Ypsilanti bei der Wahl der Ministerpräsidentin die Gefolgschaft zu verweigern. «Ich baue darauf, dass es in den Fraktionen von SPD und Grünen Politiker gibt, die das nicht mitmachen», sagte Hahn. ...]

    netzeitung...

    Und wie auf Bestellung taucht die “redliche Dagmar” auf und gibt die “Jeanne d´Arc” der Vorderhäuser. :-)

    Wie du ja selbst weißt, sind Politik und Wirtschaft mittlerweile so sehr verflochten, daß man mit den Umdrehungen der berüchtigten Drehtür einen Generator betreiben könnte. :-)


  58. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 16:40 - Permalink

    @Hannah

    Nein nein, ich ordne Karls “Ergüße” mal in die Kategorie “Satire” ein.


  59. · Athe100 am 8. März 2008 um 16:43 - Permalink

    wie man hier Beispiel sehen kann

    [KOMMENTAR SF: Bitte benutze HTML-TAGS UND KEINEN BBCODE]


  60. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 16:50 - Permalink

    @Fiend

    Zufälle, Koinzidenzen und gar lustige Narreteien … willkommen im hessischen Lobbyistenpark ;-)

    Nee, die Zusatzkomponente “Energiemonopolisten” kann man da glaube ich draußen lassen. Es wird schwer sein, in einer der im Landtag vertretenen Parteien (außer der LINKEn) keine Lobbyisten zu finden und das Hahn gerne RRG torpedieren würde, ist ja wohl klar.

    Von meiner oben genannten These, der redlichen Metzgerin bin ja schon längst wieder weg. Da gebe ich Dir schon recht, aber das da jetzt E.ON, RWE und Co die Fäden gezogen haben sollen … ne, so phantasievoll bin ich nicht ;-)

    Würde man nur suchen, würde man sicher noch zig andere Zusammenhänge entdecken. Die Metzgerin, Clement und Koch sind katholisch und Y und Beck Protestanten? Dann muß der Papst oder seine P1-Loge dahinter stecken :-) Letzterer Satz ist natürlich nicht ernst gemeint.


  61. · Fiend_THeyde am 8. März 2008 um 17:56 - Permalink

    @ Spiegelfechter:

    So weit, daß die Energiemonopolisten die Fäden gezogen hätten, will ich natürlich nicht gehen. Ich wollte nur darlegen, daß Metzger einen deutlichen Stallgeruch hat, der nicht nach Gewissen duftet. :-)

    Es ist auch weniger die Tatsache, daß M. rot-rot-grün nicht mittragen will, die ich kritisiere, sondern daß sie es Y. nicht bei passender Gelegenheit mitgeteilt hat, obwohl dazu ausreichend Gelegenheit bestand. Sie hat sie eindeutig vorsätzlich gegen die Wand rennen lassen.

    fr-online....

    …Über Andrea Ypsilanti spricht Metzger am Freitag nicht viel. “Ich arbeite nicht gegen Andrea Ypsilanti”, versichert sie. Doch die Abgeordnete verkneift sich nicht den Hinweis darauf, dass die linke SPD-Spitzenkandidatin trotz acht Prozentpunkten Gewinn nur “das zweitschlechteste SPD-Ergebnis, das es hier in Hessen gab”, eingefahren hat. Daran erinnern in Raum 307 W sonst nur Politiker von CDU und FDP…

    Schon eine seltsame Art und Weise, sich öffentlich (!) über die Möglichkeit zur Regierungsbildung zu freuen, die letztendlich das Ziel parlamentarischer Arbeit ist. :-)

    …Dagmar Metzger will nicht hinterhältig sein wie jene anonymen Abgeordneten, die die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) vor drei Jahren in geheimer Abstimmung zu Fall brachten. Sie gehe lieber “den unbequemen Weg”, sagt die Abgeordnete…

    Sehr “unbequem”, als “Heilige Dagmar der Demokratie” gefeiert zu werden, die den rot-rot-grünen Drachen im Alleingang besiegte. :-)

    …Aber offen finden Metzgers erboste Genossen ihr Vorgehen nicht. Am vorletzten Dienstag hat sie in einer Fraktionssitzung Bedenken vorgetragen, aber nicht angekündigt, dass sie Ypsilanti die Zustimmung verweigern könnte. Eine Woche später, als die Entscheidung für die Wahl Ypsilantis mit den Stimmen der Linken fiel, fehlte Metzger in der Fraktion…

    Wenn diese Darstellung den Tatsachen entspricht, durfte Y. davon ausgehen, daß die Fraktion hinter ihr steht und ihr Vorgehen war keineswegs dilettantisch.

    Übrigens noch so eine Koinzidenz: zwei wichtige Akteure sind im entscheidenden Moment nicht anwesend (der eine krank, die andere auf Erholung). ;-)

    …Sie erholte sich mit ihrem Mann im schweizerischen Chur - obwohl Ypsilanti für diesen Dienstag eine Richtungsentscheidung angekündigt hatte. Metzger aber berichtet in Raum 307 W ungerührt, sie habe nicht so schnell mit einem Entschluss gerechnet. Erst am Mittwoch habe sie davon erfahren und am gleichen Abend mit Ypsilanti telefoniert - und mit Sozialdemokraten, die ihr politisch näherstehen, wie Ypsilantis Erzrivalen Jürgen Walter.

    Als die resolute Darmstädterin am Donnerstag im Zug saß, plauderte einer der Telefonpartner in Wiesbaden ihren Entschluss aus - und so erfuhr die Öffentlichkeit davon, noch bevor sich Ypsilanti und Metzger gegenüberstanden…

    Die Vermutung, es handelte sich bei der Plaudertasche um Herrn Walter oder eine ihm nahestehende Person, ist natürlich reine Spekulation.

    …Den Schwarzen Peter für diesen Verlauf will die abtrünnige Abgeordnete aber nicht übernehmen. Seit Wochen habe die SPD- Spitze verkündet, dass die 42 SPD-Abgeordneten in jedem Fall Ypsilanti wählen würden. Aber niemand habe sie gefragt, sagt Metzger. Weder Ypsilanti noch der “Netzwerker” Walter, der die Zusicherung für den rechten Teil der Fraktion gegeben hatte…

    Einerseits ist sie “resolut”, die Darmstädterin, andererseits äußert sie sich zu wichtigen, tagespolitischen Fragen nur dann, wenn sie “gefragt” wird. So soll auch Herr Walter sie nicht gefragt haben, als er Y. den Rückhalt des rechten Teils der Fraktion zusicherte.

    Sorry, aber die Angelegenheit stinkt zum Himmel:

    Die SPD-Chefin wusste, dass es in ihrer Landtagsfraktion erhebliche Bedenken gab gegen das Zusammengehen mit den Linken. Aber am Ende habe man sich einstimmig dafür entschieden. Dagmar Metzger fehlte. Es gebe eine ungeschriebene Regel in der Fraktion, sagt Ypsilanti: “Wer nicht da ist, trägt die Entscheidung mit.” Das sah Metzger anders.

    fr-online....

    Wirklich!


  62. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 18:31 - Permalink

    @Fiend

    Ich wollte nur darlegen, daß Metzger einen deutlichen Stallgeruch hat, der nicht nach Gewissen duftet. :-)

    Nee, das ist schon klar. Wer von der BILD zu Deutschlands … (in diesem Falle “ehrlichste Politikerin”) erhoben wird, hat immer Dreck am Stecken. Die Metzgerin scheint mir ein Agent Provocateur der “Kampfgruppe Walther” zu sein.

    Es ist auch weniger die Tatsache, daß M. rot-rot-grün nicht mittragen will, die ich kritisiere, sondern daß sie es Y. nicht bei passender Gelegenheit mitgeteilt hat, obwohl dazu ausreichend Gelegenheit bestand. Sie hat sie eindeutig vorsätzlich gegen die Wand rennen lassen.

    Yep, die hat eine fiese Charakter, die Äppelwoi Jean d´Arc. Heute habe ich leider keine Zeit mehr, aber morgen werde ich mal einen bösen Artikel über die Metzgerin schreiben ;-)

    Aber(!) dennoch entlastet das die Y-Fraktion nicht vom Vorwurf des Dilettantismus - sie hätten doch wissen müßen, dass es nicht nur Y-Freunde in der Fraktion gibt.

    Wie ich gerade in unser aller Leitmedium lesen mußte, schreit die Y-Fraktion gerade Zeter und Mordio und will die Metzgerin zum Rücktritt zwingen … entweder die sind noch blöder und dilettantischer, als ich dachte, oder SPON phantasiert mal wieder. Wenn die Y-Fraktion das wirklich durchziehen würde, wäre die Niederlage bei der Abstimmung vorprogrammiert.

    Wenn diese Darstellung den Tatsachen entspricht, durfte Y. davon ausgehen, daß die Fraktion hinter ihr steht und ihr Vorgehen war keineswegs dilettantisch.

    Keinesfalls, damit hätte man rechnen müssen! Die SPD ist eine Schlangengrube und kein Handarbeitskränzchen, das weiß auch Frau Ypsilanti. Dies ist keine Ausrede.

    Sorry, aber die Angelegenheit stinkt zum Himmel.

    Ja ja, die Iden des Märzes ;-)


  63. · Lago am 8. März 2008 um 18:33 - Permalink

    Dilettantismus? Aber woher denn. Läuft doch alles optimal für alle Beteiligten.

    Koch wird bei der Neuwahl grandios wiedergewählt (bei deutlich geringerer Wahlbeteiligung). Die Linken müssen nicht regieren. Walther führt die SPD in eine glorreiche Opposition, wo sie ein blasses Spiegelbild der Linken geben darf.

    Und die 5-Parteiensystem-Dämmerung hat kurz nach ihrem Beginn bereits wieder eingesetzt. Frau Y. wird vermutlich von der Geschichte rehabilitiert, sobald die SPD endlich das Zeitliche gesegnet hat. Besser gehts nicht.

    @SF “Die Metzgerin scheint mir ein Agent Provocateur der “Kampfgruppe Walther” zu sein.”

    Halte ich für unwahrscheinlich. Denn die ganze Sache trägt derart deutlich die Unterschrift Walthers (er verbürgt sich für den rechten Flügel, fragt aber nicht und schiebt den Abweichler rechtzeitig aus der entsprechenden Sitzung …), _zu_ deutlich. Walther hätte wohl kaum auf so offenkundige Weise intrigiert.


  64. · Chris am 8. März 2008 um 18:35 - Permalink

    Wie ich gerade in unser aller Leitmedium lesen mußte, schreit die Y-Fraktion gerade Zeter und Mordio und will die Metzgerin zum Rücktritt zwingen … entweder die sind noch blöder und dilettantischer, als ich dachte, oder SPON phantasiert mal wieder.

    Ich zitiere mich mal von nebenan selber… :D

    “Das glaubt kein Mensch: der dpa-Ticker vermeldet gerade, dass die gute Frau Metzger aus der SPD, die die Träume der guten Frau Ypsilanti zum Einsturz gebracht hat, nun zurückzieht - entweder will sie sich dem Mehrheitswillen beugen oder das Mandat zurückgeben. Damit ist Rot-Rot-Grün wieder möglich…

    Herr schmeiß Hirn vom Himmel. Besonders in Hessen…”


  65. · Spiegelfechter am 8. März 2008 um 18:42 - Permalink

    @Chris

    Wieso hast Du einen DPA-Ticker und ich nicht? ;-)


  66. · Karl am 8. März 2008 um 18:56 - Permalink

    @ Hannah:
    Ich weiß, daß meine Ansichten nicht der Norm entsprechen, aber ich sehe sie immer wieder bestätigt, und ich bin durchaus nicht der einzige, der solche Ansichten vertritt. Allerdings sind viele zu feige, zu einer solchen Ansicht zu stehen.

    Typisch Frau: Du setzt Dich nicht inhaltlich mit meiner Ansicht auseinander, sondern nennst sie erbärmlich. Ich dagegen finde es unmöglich, wie sich die beiden Damen aufführen.

    @ Spiegelfechter:
    Schau Dir unter diesem Gesichtspunkt mal Angela Merkels und Ulla Schmidts Biografie an, dann reden wir weiter.

    Eine Grundsatzdiskussion zu dem Thema kannst Du hier nachlesen: romanmoell...


  67. · Chris am 8. März 2008 um 18:59 - Permalink

    *g*

    Unter uns: Ich war gerade zufällig zu dem Zeitpunkt auf einer Seite, die den Ticker einblendet… :D


  68. · Karl am 8. März 2008 um 19:26 - Permalink

    Na Jens, glaubst Du immer noch, daß all dieser Klamauk ein Zufall ist? :D

    Hallo Hannah, was sind wohl die Hintergründe für diese DPA-Meldung?

    Ihr könnt ja vielleicht bei scusi! mal nachlesen, vielleicht kommt Euch diese Interpretation näher:
    scusi.twod...


  69. · danielj am 8. März 2008 um 22:18 - Permalink

    @Karl:

    ich bin durchaus nicht der einzige, der solche Ansichten vertritt. Allerdings sind viele zu feige, zu einer solchen Ansicht zu stehen.

    Die Zustimmung der schweigenden Masse für sich in Anspruch zu nehmen ist immer ein Indikator für richtig guten Stil!

    Du setzt Dich nicht inhaltlich mit meiner Ansicht auseinander

    Deine Ansicht enthält leider überhaupt keinen Inhalt der es wert wäre sich damit auseinanderzusetzen.

    sondern nennst sie erbärmlich.

    Ja, das trifft es recht gut.

    Ich dagegen finde es unmöglich, wie sich die beiden Damen aufführen.

    Da stimme ich Dir sogar zu. Einen Rückschluss auf grob 50% der Weltbevölkerung lässt das trotzdem nicht zu.


  70. · Karl am 8. März 2008 um 22:59 - Permalink

    Deine Ansicht enthält leider überhaupt keinen Inhalt der es wert wäre sich damit auseinanderzusetzen.

    Die typische Argumentation der Armen im Geiste, die nicht in der Lage sind, die Hintergründe ihrer Vorurteile zu überprüfen.

    Einen Rückschluss auf grob 50% der Weltbevölkerung lässt das trotzdem nicht zu.

    Ich gedachte auch niemals, aus einem Beispiel einen Beweis zu machen.


  71. · Chris am 9. März 2008 um 19:28 - Permalink

    Es tickert wieder…

    Die hessische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wird sich vorerst nicht der Wahl zur hessischen Ministerpräsidentin stellen. Das erklärte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil in Berlin unmittelbar vor einem Spitzentreffen der SPD. „Jetzt, nachdem wir keine Basis haben, wird Herr Koch bis auf weiteres als geschäftsführender Ministerpräsident im Amt bleiben. Aber die SPD wird ihre Inhalte einbringen“, sagte Heil.

    Na dann… :D


  72. · misterL am 9. März 2008 um 20:38 - Permalink

    @all

    Ich will mal den ganzen HickHack um Ypsilanti, Beck, die Bundes-?PD, ob Verschwörungstheorie oder nur Machtgehacke unter “Freunden” mal gänzlich aussen vor lassen. Das Ergebnis an der Nummer ist, das Inhalte gar keine Rolle spielen und dass heisst dann ganz ohne Werbung für eine bestimmte Partei zu machen (meinerseits), die ?PD dafür sorgt, dass, wenn man “linke” (also soziale) Inhalte in den Parlamenten haben will die Linkspartei wählen muss.

    Möglicherweise geht danach dort das Gescharre genau so los wie es derzeit bei ?PD zu bemerken ist. Aber das zählt vor einer Wahl kaum. Drollig ist dabei die Rolle der Medien. Propagandierten sie noch vor Ypsilantis Schlappe von dem schlimmsten nur vorstellbaren Wortbruch, so beschreiben sie die wahrscheinlich integrante Niedertracht von Machtgeilen “Freuden” als wäre es das normalste von der Welt.

    Wir leben in seltsamen Zeiten “zusammen” mit einer ?PD, die sich einer linken Mehrheit vor Augen selber filetiert. Diese Partei sollte sich auflösen.


  73. · Karl am 9. März 2008 um 20:41 - Permalink

    Die Frau ist ganz einfach feige. Ich hätte wissen wollen, wieviele Abgeordnete der CDU und / oder der FDP dem brutalstmöglichen Aufklärer die Gefolgschaft verweigern.

    Ich könnte vor Zorn in den Teppich beißen, wenn ich betrachte, wie sich Koch wegen der Dummheit und der Feigheit der Genossen die schmierigen Tatzen reibt.

    Ich bin wirklich kein Linker, aber ich werde demnächst die Linke wählen, ganz einfach um meine Stimme der Demokratie zu geben. Und zwar der Form von Demokratie, bei der alle Macht vom Volke ausgeht und nicht von Parteitaktierern und Erbsenzählern.


  74. · Peter Frenzel am 9. März 2008 um 21:15 - Permalink

    @Karl
    Ja, schön links wählen und den Kuchen sozial verteilen lassen… oh Moment mal, welcher Kuchen? Die Leistungsträger wandern angesichts des Linksrucks bereits ab. Bald ist kein Kuchen mehr da, der verteilt werden könnte. Na so etwas dummes aber auch!

    Die sozialen und kulturellen Probleme (Überfremdung in den Großstädten, Islamismus) werden die Linken auch nicht lösen, im Gegenteil, wir werden uns an noch mehr nicht integrierbaren Ausländern erfreuen dürfen. Gepaart mit sozialer Verelendung und ausufernder Kriminalität platzieren linke Kräfte ein großes Bündel sozialen Sprengstoff genau in der bürgerlichen Mitte unserer Gesellschaft. Na, Mahlzeit.


  75. · Karl am 9. März 2008 um 21:54 - Permalink

    @Peter Frenzel
    Wenn es sich bei den Leistungsträgern um Gestalten wie Roland Koch handelt, habe ich nichts gegen deren Abwanderung. In Berlin wurden die Herren Diepgen und Landowski sehr erfolgreich durch rot-rot ersetzt. Nach der barabarischen Schuldenpolitk des schwarzen Sumpfs legte rot-rot in 2007 einen ausgeglichenen Haushalt hin.

    Die Zuwanderung erreichte unter einem CDU-Kanzler ihr Maximum. Warum sollte ich der Union zutrauen, die daraus resultierenden Probleme zu lösen? Zumal diese Probleme nicht neu sind, und völlig unabhängig von der jeweiligen Regierungspartei existieren. Koch hat in zwei Amtsperioden nichts in dieser Hinsicht getan, er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in weiteren Wahlperioden nichts tun.

    Aber davon ganz abgesehen: Ich will nicht links wählen, weil ich den Linken mehr Fähigkeiten zutraue, sondern weil sie den Sumpf noch nicht derartig verinnerlicht haben, wie die Union. Selbst die SPD ist noch mit weitem Abstand ehrlicher, als der schwarze Sumpf, das Geklüngel, Geschiebe und Geschachere.

    Allerdings ist das Zickentheater nur bei den Grünen noch ausgeprägter, als in der SPD. Ob es ein Zufall ist, daß Dagmar Metzger Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ist? Oder ist es ein Zufall, daß Ypsilanti sich ausgerechnet Hillary Clinton als Gesprächspartner wünscht, und mit ihr über den Wahlkampf, über Frauen und Macht reden und auch ein wenig persönlich plaudern will?

    Das könnte zum Grund werden, daß ich mich für eine Protestwahl des anderen Flügels entscheide. ;)


  76. · Peter Frenzel am 9. März 2008 um 23:41 - Permalink

    @Karl

    Ja, dann wählen Sie mal DIE LINKE… ich wähle dann DIE REPUBILKANER - welche ja bekanntlich rechts von der CDU stehen ;-) Habe mich mit deren Wahlprogramm mal beschäftigt und es erschien mir sogar recht ordentlich. Leider wird diese Partei durch die Medien oft mit der NPD gleichgesetzt, was m.E. aber Blödsinn ist.


  77. · soimar am 10. März 2008 um 01:22 - Permalink

    Auf Wikipedia ist nachzulesen dass Dagmar Metzger (Schwiegertochter des ehemaligen Oberbürgemeisters von Darmstadt) im Aufsichtsrat der HEAG (Hessische Elektrizitäts-AG) sitzt, bei der E.ON über die Tochter Thüga eine 40 prozentige Beteiligung hat, für die wiederum Clement kürzlich erst Werbung gemacht hat.
    echo-onlin...
    Wenn die SPD nicht ausmistet können wir uns auf 16 Jahre Merkel gefasst machen.


  78. · Karl am 13. März