Hüte Dich vor den Iden des Märzes

08. März 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Was es heißen kann, einen “Metzger” in der Partei zu haben, davon können die GRÜNEN ein Lied singen. Ihren “Metzger” sind sie losgeworden, er wurde ironischer weise von einem “Schlachter” beerbt. Jetzt versucht auch die Hessen-SPD ihre “Metzgerin” loszuwerden, um blindlings ins offene Messer zu laufen und bei der Wahl zur Ministerpräsidentin den „Simonis-Verrat“ neu auflegen zu lassen.

Die hessische SPD ist eine Schlangengrube. Jürgen Walter ist ein Netzwerker, ein waschechter „Schröderianer“, der die Agenda 2010 verteidigt und so gar nichts von einer Annährung an die LINKEn hält. Walter hat mächtige Freunde im Bundesverband und treue Anhänger im Landesverband. Andrea Ypsilanti gehört ganz sicher nicht dazu. Sie gehört zum „linken“ Flügel der SPD und hatte im Herbst 2006 Walter den Fehdehandschuh hingeschmissen. Sie kandierte gegen ihn für das Amt der Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen 2008. Und sie siegte, mit einer denkbar knappen Mehrheit und gegen das Votum der SPD-Basis, die sich auf Regionalkonferenzen für Walter ausgesprochen hatte.

So etwas bleibt nicht ohne Folgen. Im Wahlkampf kittete der gemeinsame Feind namens Koch und der Wille zur Macht die ungleichen Flügel innerhalb der Landespartei. Nach der Wahl löste sich dieser Kitt und die alten Feindschaften brachen auf. Walter ist nicht dumm – im Gegenteil; er kennt die Methoden des politischen Kampfes hinter den Kulissen und scheut sich nicht, zum Mittel des heimtückischen Verrates und des Dolchstoßes zu greifen. Wäre Ypsilanti nur ansatzweise so „professionell“ – es hätte nie die Idee gegeben, eine Minderheitsregierung zu bilden. So aber, hat sie den Rubicon überschritten und die Netzwerker nahmen den Fehdehandschuh auf.

Dagmar Metzger ist auf landespoltischer Ebene ein Greenhorn. Sie steht dem „Netzwerker“ Walter nah und dem „linken“ Flügel skeptisch gegenüber. BILD feiert „die Metzgerin“ bereits als „ehrlichste Politikerin“ Deutschlands und auch der Rest der Medienlandschaft erhebt sie in den Status des „Unantastbaren“. Metzger mag einiges sein, aber ehrlich ist sie ganz sicher nicht. Sie ließ Ypsilanti kaltblütig ins offene Messer laufen. In einer Fraktionssitzung vor zwei Wochen wollte Ypsilanti auskundschaften, inwieweit sie auf den „Netzwerkerflügel“ zählen kann, wenn sie wirklich den Versuch unternehmen sollte, sich toleriert von den LINKEn als Ministerpräsidentin wählen zu lassen.

Die „ehrlichste Politikerin Deutschlands“ äußerte in dieser Sitzung zwar Bedenken, ließ aber keinen Zweifel erkennen, nicht im Sinne der Partei zu stimmen. Für Ypsilanti war nach dieser Sitzung klar – die Partei steht geschlossen hinter mir, was für ein naiver Trugschluss.

In Ypsilantis engeren Kreis nahm der Plan „Minderheitsregierung“ Form an und mit der Unterstützung durch die Parteispitze im Bund wagte sie den Vorstoß. Just zu diesem Zeitpunkt pirschte Rivale Walter aus seiner düsteren Versteck und geiferte als erster öffentlich von „Wortbruch“ – Feind, Todfeind, Parteifreund … Ypsilanti hätte es wissen müssen.

Walters Lippenbekenntnisse, natürlich stünde die ganze Fraktion hinter Ypsilanti und würde sie im Zweifelsfalle auch wählen, waren natürlich nicht einmal im Ansatz glaubwürdig. Aber er musste aus taktischen Gründen den Anschein erwecken, mit Zähneknirschen hinter seiner Frontfrau zu stehen. Offener Verrat wird noch nicht einmal in der SPD gerne gesehen und Walter hätte sich den Ruf des Königinnenmörders eingefangen, hätte er offen gedroht, Ypsilanti Stimmen zu verweigern. Ein Walter agiert aber lieber aus dem Hintergrund und lässt andere die Drecksarbeit machen.

Wenn Walter der Cassius im Hintergrund war, so erfüllte „die Metzgerin“ willfährig die Funktion, des Lucius Cimber, der Caesar zu den Iden des Märzes das Gewand herunterriss und den ersten Dolchstoß ausführte, bevor die Verschwörer zum Zuge kamen. Ob „die Metzgerin“ einfach nur naiv, verschlagen oder ideologisch hartgesotten ist und zum „Tyrannenmord“ aus freien Stücken bereit war, kann man nicht mit letzter Sicherheit sagen. Fest steht – als die entscheidende Abstimmung in der Fraktion durchgeführt wurde, weilte die Metzgerin mit ihrem Mann im schweizerischen Chur. Als Landtagsneuling die erste entscheidende Sitzung „schwänzen“ – ein wahrlich bemerkenswertes Verhalten der „ehrlichsten Politikerin Deutschlands“.

Ypsilanti machte zu diesem Zeitpunkt ihren zweiten schweren Fehler. Da in der Sitzung niemand gegen sie stimmte, ging sie in die Offensive und verkündete den Medien ihren Plan. Cassius Wagner telefonierte derweil mit der urlaubenden „Metzgerin“ und sein Plan „Königinnenmord“ nahm konkrete Formen an. Vor der Presse verurteilte er die Pläne Ypsilanti weiterhin aufs Ärgste, versicherte aber weiterhin, dass die Fraktion hinter ihr stünde – obgleich er es zu diesem Zeitpunkt bereits besser hätte wissen müssen.

Auf der Heimfahrt aus Chur verkündete „die Metzgerin“ auch Yspilanti ihren konkreten Entschluss, nicht für sie zu stimmen. Noch hätte Yspilanti Zeit gehabt, um hinter den Kulissen den Super-Gau zu verhindern, aber Walters Netzwerker waren schneller und ließen die sensationelle Meldung an die Presse durchsickern. Da Metzger - nach eigenem Bekunden - nur mit Ypsilanti und einem „nahestehenden Parteifreund“ über ihren Verweigerungsentschluß gesprochen hatte, kann das Leck nur bei den Netzwerkern gewesen sein.

Walter hat obsiegt – Ypsilanti ist politisch am Ende und er ist der kommende SPD-Mann in Hessen. Metzger wird als Bauernopfer von der Bühne verschwinden. Ypsilantis Mannen planen bereits den Parteiausschluss und ihren Fraktionsrauswurf. Wenn der Ypsilanti-Flügel wirklich so dumm sein sollte und nun halt ohne Metzger den Plan neu auflegen sollte, so ist die Katastrophe vorprogrammiert. Nach der Demontage der „ehrlichsten Politikerin Deutschlands“ besteht wohl kein Zweifel, dass Cassius Walter schnell neue Königinnenmörder finden wird, die Ypsilanti bei der Abstimmung den Dolch in den Rücken rammen. Ave Caesar, lucrifacturi te salutant!

Jens Berger

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  2. [...] Der Spiegelfechter: “Hüte Dich vor den Iden des März” [...]


  3. [...] hat da schon eine große Koalition, wenn beide Spitzenkandidaten zurückziehen. Dann hätte auch „SPD-Cassius“ Jürgen Walter sein Ziel erreicht und wäre als Vize dort angelangt, wo er mittelfristig hin [...]


Kommentare:

  1. · pittiplatschprotestiert am 8. März 2008 um 21:07 - Permalink

    Ich vermute der Ypsi-Flügel ist wirklich so bescheuert es nochmal zu
    versuchen…die sind einfach nicht in der Lage den knallharten
    Machtkampf der gesamten Neoliberalen-Bewegung gegen sie wahrzunehmen.

    Wahrscheinlich wird Ypsi erst, wenn sie im Parlament die Simonis macht,
    den Walter als ihren Mörder erkennen und ausrufen “Auch du, mein Sohn!”.

    Sehe gerade: Wolfram Weimer beweist im Cicero mit
    seinem Kommentar “Kant siegt gegen Nitzsche” wiedermal die Nutzlosigkeit bürgerlicher Bildungskultur.


  2. · Iris am 8. März 2008 um 21:08 - Permalink

    Mich bestätigt dieser Eiertanz der SPD momentan wieder in einem: Denen geht’s nur um die Machtverteilung. Und der Wille des Souveräns spielt dabei keine Rolle mehr. Auch programmatische Ziele werden bei dem Machtgerangel schlicht vergessen. Ich sehe auf der politischen Bühne keine ernstzunehmenden Volksvertreter mehr sondern nur noch selbstverliebte, schlechte Laiendarsteller. Und deren Show hat nicht mal unterhaltungswert.

    Ypsilanti war offenbar für viele Hessen eine Hoffnung. In den letzten Wochen nach der Wahl hat sich jedoch m.E. gezeigt, dass sie nicht den Mumm zur Ministerpräsidentin hat und auch nicht den nötigen Rückhalt ihrer Partei.


  3. · Jochen Hoff am 8. März 2008 um 21:24 - Permalink

    Es liest sich gut und schlüssig. Das Haus steht. Alles passt. Aber vielleicht hätten wir doch eine Tür einbauen sollen und Fenster. So ist irgendwie kein reinkommen mehr.

    Ich weiß nicht ob du bei solch einem Kuhhandel schon mal dabei warst. Es gibt immer Abgeordnete die sich an ihr Gewissen erinnern. Normalerweise heißt das ich will ein Pöstchen, Garantien oder einfach auf den Arm. Das regelt nicht die Spitzenkandidatin das machen die Leute die auch hinterher in der Fraktion oder gar in der Landespartei führen.

    Ein Greenhorn nimmt keiner ernst. Die Metzger hat auch keiner ernst genommen, obwohl sie immer wieder in dieser Sitzung gesagt, das sie das nicht mitträgt. Aber auf der hintersten Bank. Da wo sie hingehört. Ich habe mit jemandem telefoniert der dabei war. Auch der hat nicht damit gerechnet das die das ernst meint. Der dachte sie wäre aus ihrer Familie gut gebrieft und wolle sich gleich richtig festsetzen.

    Dann durfte sie in Urlaub gehen wie andere auch. In dieser Zeit hat jemand die Medien informiert und die Metzger hat nur ihre Haltung bestätigt. Bums das wars. Die war einfach nur ehrlich und hat die Folgen nicht einkalkuliert. Nun wird sie wohl ihr Mandat aufgeben. Eine direkt gewählte Kandidatin.

    Ich hätte gerne eine rot-grün-rote Koalition gehabt, bin mit einer Duldung nicht einverstanden, weil die Linken ernst machen müssen. Nicht nur immer rumspielen sondern auch reinmachen. In Berlin zeigen sie gerade das sie nicht viel drauf haben und froh sind zu regieren.

    Wir verlieren mit der Metzger, egal ob sie hinschmeißt oder einknickt etwas, was wir schon lange nicht mehr gehabt haben. Eine unabhängige Politikerin. Das was wir ständig wollen und fordern. Kaum ist es da, passt es uns auch nicht. Das geht so nicht.

    Die Parteisoldaten haben alles und jeden verraten. Abgeordnete die ihre Meinung morgens beim Fraktionsvorsitzenden abholen und sich dann auch noch dafür bedanken, das sie nun wissen was sie zu denken und zu sagen haben, haben wir in Massen.

    Ich will freie Politiker. Möglichst ohne diese Parteien. Aus direkter Wahl ohne Listen. Die möchte ich auch abwählen können. Dann wird auch wieder was aus unserem Land weil die eben nicht käuflich sind.

    duckhome.d...

    Ich haben fertig.


  4. · bigberta am 8. März 2008 um 21:58 - Permalink

    Wenn der Ypsilanti-Flügel wirklich so dumm sein sollte und nun halt ohne Metzger den Plan neu auflegen sollte, so ist die Katastrophe vorprogrammiert.

    Wer wettet? So wird dann Frau Y. entsorgt und man kann ohne Skrupel mit neuem Personal die große Koalition durchziehen. Mit Frau Roth an der Spitze und alle Frauen und FrauInnen in den Medien werden jubeln.


  5. · bub am 8. März 2008 um 22:04 - Permalink

    das hier ist entweder falsch oder zumindest verwirrend:

    “Die „ehrlichste Politikerin Deutschlands“ äußerte in dieser Sitzung zwar Bedenken, ließ aber keinen Zweifel erkennen, nicht im Sinne der Partei zu stimmen.”


  6. · Michael Kostic am 8. März 2008 um 22:07 - Permalink

    @Jochen Hoff:

    „Ich will freie Politiker. Möglichst ohne diese Parteien. Aus direkter Wahl ohne Listen. Die möchte ich auch abwählen können. Dann wird auch wieder was aus unserem Land weil die eben nicht käuflich sind.“

    Mit dieser Meinung stehst Du doch nicht ganz allein dar. Doch wie mach mers? Nun kenne ich ja auch den einen oder anderen Profipolitiker, aber wenn ich die dazu frage, winken die immer gleich ab. Tenor: „Die meisten Bürger sind einfach nicht engagiert genug, die interessiert doch der ganze Mist gar nicht!“

    Mein persönlicher Favorit von einem ehemaligen Diplomaten:

    „Es sollten nur die Bürger ein Wahlrecht erhalten die nachweisen können, dass sie sich in der Gesellschaft auch sonst irgendwie engagieren. Also, so in irgend einem Verein, dass täte es schon!“

    Na Mahlzeit, wie viele dürften dann noch wählen gehen?

    Ich denke das die politische Bildung in unserer 16/16tel Republik über Jahrzehnte sträflich vernachlässigt wurde. Und zwar von allen Seiten, also auch den sozialen Kräften. Das von Heute auf Morgen zu graduieren, dürfte weidlich schwerfallen.

    Ohne zu sehr frustrieren zu wollen. Als die Anti-HIV Demos in Berlin abgehalten wurden, kamen wöchentlich gerade einmal rund 50.000 Bürger dort zusammen. Und nun schau dir an wie viele Betroffene nun „Mordio“ und „Zeter“ schreien. Wie war das gleich? Rund 3.000.000 Kinder unter der Armutsgrenze? 5.000.000 Bürger die trotz Lohn und Brot noch Transferleistungen beziehen müssen um über die „Runden“ zu kommen (von müssen, nicht von wollen)?

    Gruß


  7. · Peter Frenzel am 8. März 2008 um 22:09 - Permalink

    Die SPD ist inzwischen unwählbar. Einfach nur noch peinlich, was da läuft.


  8. · bigberta am 8. März 2008 um 22:19 - Permalink

    Hach, wer wäre denn dann wählbar?


  9. · Jochen Hoff am 8. März 2008 um 22:37 - Permalink

    @BigBerta
    Du natürlich und einen schönen guten Abend nach Sonthofen.

    @Michael Kostic
    Eigentlich passiert schon einiges. Die Gegenöffentlichkeit wird stärker. Immer mehr Leser suchen in den Blogs nach echten Informationen. (natürlich gibt es auch miese Blogs). Die Leute korrigieren die Eindrücke der Leitmedien im Netz. Das ist gut. Das schafft neues Denken.

    Auf einen der kommentiert kommt bei mir mindestens einer der mir persönlich schreibt. Ich kriege Hinweise auf Missstände. Die Herde ist bereit in Stampede zu gehen. Es fehlt der Auslöser.

    Das kann irgendwas banales sein. Wie meistens. Die rufen gar nicht nach einem Führer. Die wissen so schon ziemlich genau was sie wollen.

    Natürlich demonstrieren die nicht. Wozu auch. Es interessiert doch unsere Politik nicht. Egal was gewählt wird, egal was gesagt wird, die Herrschaften haben mit dem Volk nichts mehr zu tun.

    Ich persönlich glaube das sie dem Volk die neoliberalen Dickschiffe opfern werden. Springer, Gesamtmetall, Bertelsmann, sicher den Ackermann. Sobald die Krise sich zuspitzt werden sie uns wieder eine Verfassung anbieten und vermutlich auch Direkte Wahlen. Damit glauben sie dann, sind wir ruhig gestellt. Sie glauben das sie im Grunde genommen dann weitermachen können wie bisher.

    Ich glaube das sie vom Volk gefressen werden, sobald sie den Arm aus ihrem goldenen Käfig strecken. Nicht mit Gewalt, sondern einfach weil runde Tische, lokale Entscheidung schneller über die kommen als die kucken können. Lass die Finanzkrise so weiterlaufen. Ein paar Monate lang. Es passiert was. Ich bin mir ziemlich sicher.


  10. · DDH am 8. März 2008 um 22:50 - Permalink

    Die Basisdemokratie hat sie auch schon mit Füßen getreten:
    “Obwohl Ypsilanti eine Mitgliederbefragung im Herbst 2006 gegen den Chef der Landtagsfraktion, Jürgen Walter, verlor, stellte sie sich einer Kampfabstimmung auf einem Landesparteitag und trug einen hauchdünnen Sieg davon.”
    Dann die Lüge mit ihrem angeblich unter Hessens Schulsystem leidenden Sohn (der Filius geht auf Privatschule), dann der Wortbruch und der Pakt mit Honeckers Erben, jetzt Psychoterror gegen Metzger und Gleichschaltung der Partei mit Verpflichtung aufs Führerinnenprinzip! Stalin läßt grüßen!
    Tragen wir die orangene Revolution von Kiew nach Wiesbaden! Jetzt!!!


  11. · firefly am 8. März 2008 um 23:02 - Permalink

    @ DDH

    Frau Diletanti ist so ziemlich das Gegenteil eines Stalin. Sie ist zaghaft, unentschlossen und naiv. Stalinhafte Politiker findet man in Dtl in erster Linie bei der Union.


  12. · Michael Kostic am 8. März 2008 um 23:15 - Permalink

    @Jochen Hoff:

    „…Lass die Finanzkrise so weiterlaufen. Ein paar Monate lang. Es passiert was. Ich bin mir ziemlich sicher.“

    Wie kommst Du darauf? Die weitreichenden Medien, und die braucht es nun einmal zur Änderung der Meinung einer tragfähigen Mehrheit, sind längst in der Hand der Lobbyisten der Verbände.

    Gruß


  13. · Peter Frenzel am 8. März 2008 um 23:18 - Permalink

    Ich habe bereits SPD und CDU gewählt. Beide haben mich bisher nur enttäuscht und auf den Straßen in unseren Großstädten wird es immer schlimmer (ein Beispiel von vielen: berlinonli...). Ich werde wohl Protest wählen (REP).


  14. · Fiend_THeyde am 8. März 2008 um 23:22 - Permalink

    @ 2. Iris:

    Den Mumm hatte sie wohl, wie der Aufschrei des (schwarzgelben) Wespenschwarms beweist, den Rückhalt im eigenen Lager allerdings in der Tat nicht.

    @ 3. Jochen Hoff:

    D.Metzger mag erstmals in einen Landtag gewählt worden sein, aber ein Greenhorn ist sie ganz sicher nicht, was Fraktionsarbeit etc. angeht. Schließlich ist sie seit 1997 Stadtverordnete in Darmstadt.

    In der Frankfurter Rundschau hieß es, sie habe in der betreffenden Sitzung zwar Bedenken gegen eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit geäußert, jedoch keineswegs kundgetan, sie werde Ypsilanti die Zustimmung verweigern.

    An der Sitzung, in deren Verlauf der Beschluß gefasst wurde, nahm sie angeblich aus urlaubstechnischen Gründen nicht teil. In diesem Moment hätte sie natürlich Farbe bekennen müssen.

    Den Urlaub zu verschieben, kam offensichtlich nicht in Frage. Weshalb? War die Reise schon bezahlt und sie hätte sich die Umbuchung nicht leisten können? Wohl kaum.
    Sie hätte an der betreffenden Sitzung teilnehmen müssen und somit einerseits ihrem Gewissen durch ein Nein folgen, andererseits der eigenen Partei einen Fauxpas allerersten Ranges ersparen können. Y. wäre dann nicht so medienwirksam gegen die Wand gelaufen.

    Stattdessen wählte sie einen noch verschlungeneren Weg und teilte ihre (ohnehin schon verspätete) Entscheidung zunächst telefonisch dem größten innerparteilichen Konkurrenten Y.s mit, der umgehend dafür sorgt, daß die Nachricht zunächst die Medien erreicht und erst dann die verhinderte MP in Spe. Sorry, aber mit Unerfahrenheit kann man solches Verhalten nicht erklären.

    Abgeordnete mögen nur dem eigenen Gewissen verpflichtet sein, aber das berechtigt keineswegs dazu, der eigenen Partei zu schaden. Metzger ist nicht nur Abgeordnete, sondern auch Parteimitglied. Sie hat sich mit Unterstützung der parteieigenen Organisation ins Parlament wählen lassen. Die Arbeit der vielen Helfer, die ehrenamtlich Wahlkampf betreiben, hat sie ganz selbstverständlich in Anspruch genommen. Ohne diese Helfer (als Parteilose) hätte sie bei der Wahl kaum eine Chance gehabt (erwähne ich nur, um mal die durch die Medien geisternde, irrige Ansicht zurechtzurücken, Metzger hätte Karin Wolf quasi im Alleingang besiegt).

    Es wäre daher keineswegs zuviel verlangt gewesen, wenn sich Metzger zu passender Zeit gegenüber Y. erklärt hätte und das bedeutet: in der entscheidenden Sitzung und nicht hinterher, über die Medien. Wenn es um wichtige Entscheidungen geht, kann man seinen Urlaub außerdem verschieben. Gewöhnliche Arbeitnehmer müssen dies gelegentlich tun und daher können Abgeordnete das auch. Erst recht, wenn es um Angelegenheiten geht, die angeblich eine “Gewissensfrage” sind.

    @ Spiegelfechter:
    Schön dargestellt. :-)

    Allerdings wird sich in der SPD wohl kein Octavian finden, der die “Schuldigen” bestraft und ein vierzigjähriges, goldenes Zeitalter einläutet. ;-)

    Begraben werden sie (die verhinderte) Cäsar(in), nicht (sie) preisen. ;-)

    @ DDH:

    Gmbh…

    Aprospos: wieso ausgerechnet orangefarben? Das ist die Farbe der Oligarchen, Steuerhinterzieher und Erdgaszapfer mit güldengefärbtem Haarkranz, die sich gerade nach Kräften gegenseitig bekämpfen (um die Frage zu klären, wer den längeren Löffel hat). :-)


  15. · engola am 9. März 2008 um 00:02 - Permalink

    Es geht schon los: Metzger erwägt Mandatsverzicht

    Mich wundert nur der mangelnde Machtwillen der SPD. Ein Herr Kohl z. B. hätte sich die sichere Mehrheit dort geholt, wo er sie kriegen kann.

    Es läuft wohl auf eine große Koalition in Hessen hinaus.

    Demokratie. Demokratie? Wähler? …


  16. · 7schläfer am 9. März 2008 um 02:10 - Permalink

    Diese ganze Aufregung ist natürlich auch ein bißchen heuchlerisch:

    warum wurde Frau M. wohl gewählt: sie hat sich einer Partei angeschlossen, sie hat deren Ressourcen genutzt, und wurde für nützlich befunden; darum hat man sie kandidieren lassen… ohne die SPD wäre die Frau M. politisch ein Niemand, und deshalb muss sie faule Kompromisse eingehen…. das nennt man dann “Politik”

    dass das natürlich nicht das ist, was man sich unter dem “idealen” Abgeordneten vorstellt ist ja klar, aber das ist (wenigstens z. Zt.) unser politisches System


  17. · Jochen Hoff am 9. März 2008 um 07:37 - Permalink

    @ Michael Kostic (12)

    Mit den Medien hast du recht. Aber es nutzt nichts wenn die Krise nur groß genug ist. Die Mohn/Bertelsmann, Springer, INSM können immer nur grobe Richtungen vorgeben. Aber die Propagandisten die diese Meinung verbreiten müssen, haben selber Geld in den Anlagen stecken, die gerade sterben. Die Analysten haben Angst wegen Betruges dran zu kommen. Da reißt ein Spalt auf der immer größer wird.

    Du kannst eine Talsperre nicht mit einem Finger dicht halten. Wenn Börsen Aktienkurse aussetzen muss darüber berichtet werden. Selbst die FTD hat Wahrheitstage, aber auch die anderen Medien:

    duckhome.d...

    Erst tröpfelt es nur, dann wird es ein dünner Strahl und plötzlich bricht der Damm.


  18. · Jochen Hoff am 9. März 2008 um 07:49 - Permalink

    @ Fiend_THeyd

    Das meinst du doch nicht ernst. Selbst die BVV Bezirksverodnetenversammlung Reinickendorf in Berlin ist komplexer als ganz Darmstadt. Aber da lernt keiner wie es auf medienwirksamer Ebene zugeht. In der Lokalpolitik einigst du dich mit deinem politischen Gegner, weil die Grenzen der Entscheidung so eng sind, das du außerhalb des Wahlkampfes zusammenarbeiten musst. Da gibt es sicherlich auch Parteiflügel, aber die spielen lokal keine Rolle.

    Frischlinge und Hinterbänkler sollen sogar in Urlaub gehen und sich zum einen vom Wahlkampf erholen, damit sie nicht zusammenklappen, vor allem aber damit sie nicht dem Herrn Lokalredakteur des Schulzendorfer Märchenblattes etwas erzählen, was noch nicht raus soll. Die Frischlinge machen nämlich richtig Arbeit. Dauernd muss man sie an die Hand nehmen.

    Ich schätze mal sie wird ihr Mandat niederlegen. Übrigens ist nicht klar, wer mit den Medien geredet hat. Der den du meinst, schließen andere aus, weil er viel zu beschäftigt war Pöstchen für seine Truppen zu sammeln.


  19. · Kati am 9. März 2008 um 10:40 - Permalink

    Einfach nur noch abstoßend, diese SPD. Am schlimmsten sind die Bundesfuzzis, die jetzt versuchen, sich an Ypsilanti schadlos zu halten.

    Ich weiß nicht, was die sich einbilden: Alle, wirklich alle haben bewiesen, dass sie einzig und allein den eigenen Vorteil im Auge haben und dass sie in keinster Weise die Botschaft der Bevölkerung verstehen. Faseln was von Glaubwürdigkeit und Wortbruch, meuchelmorden sich in aller Öffentlichkeit gegenseitig, lügen und betrügen, mauscheln “parteiübergreifend” und verarschen das Volk am laufenden Band. Und zur Krönung fallen diese Geier auch noch über die Ypsilanti her. Eine ekelhafte Bande ist das - durch die Bank von CSU bis SPD.

    Und zu den Medien und dem choralen Gebrüll, das die politische Berichterstattung beherrscht, fällt mir dieser Text von Glenn Greenwald ein:

    Hillary and the mean kids on the bus - Glenn Greenwald - Salon.com
    “But all of those irritants are mild when compared to the tidal wave of uncritical group-think that pours forth from our political journalists. In every media crevice, there are hordes of them — thousands — all holding forth on the most substance-free of matters in precisely the same way. They spend all of their time chatting with one another and settling on their collective script and then going into the world and evangelizing it ”
    salon.com/...

    Nach diesem Theater kann ich nur noch ein Resümee ziehen: Die Medien und Politiker, die sich an diesem Wortbruch-Wahlversprechen-Glaubwürdigkeits-Spin beteiligt haben, haben endgültig und vollständig jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Und ich wette: Sie merken es nicht einmal, die Idioten.


  20. · khh am 9. März 2008 um 11:36 - Permalink

    Gewiss, Roland Koch ist schwer zu ertragen, aber wäre es wirklich besser, wenn Frau Y. Regierungschefin wäre?

    Frage:
    Hat irgend jemand hier den Eindruck einer souveränen, kompeteten, integeren usw. politischen Person? Und selbst wenn: Ließe man sie unabhängig handeln?

    Die SPD hat es geschafft. Sie ist im Rentenalter angekommen. Wir wünschen ihr einen gesunden und frohen Lebensabend!

    Damit auch erledigt das Thema “Münte reaktivieren”. Lasst den alten Mann doch bitte in Ruhe bei seiner kranken Frau!

    @ spiegelfechter

    Wir sind wahrlich nicht immer einer Meinung, aber Deinem Mut und Deinem Engagement möchte ich heute mal ausdrücklich Respekt zollen!


  21. · effizienzcluster am 9. März 2008 um 11:46 - Permalink

    @ Frenzel

    Genau, die Araber/Türken/Musels sind unser Unglück!

    Was, es geht hier um die SPD und Metzger?

    Sag ich doch, die Araber/Türken/Musels sind unser Unglück!
    Ypsilanti, wie sich das schon anhört!
    Und nach Berlin werde ich niemals fahren, da kann ich ja gleich in den Irak gehen!

    Ich fordere Maschendrahtzaun und Schäferhund!


  22. · bigberta am 9. März 2008 um 11:58 - Permalink

    @Effizienzcluster: wie Du das wieder auf den Punkt bringst. Chapeau. Ich will auch einen Schäferhund. Nur gut, dass die ehemaligen Mauerwauwis mittlerweile tot sind. Erstens hatten die ja auch die falsche Gesinnung und zweitens sollen das echte Weicheier gewesen sein.


  23. · Karl am 9. März 2008 um 13:56 - Permalink

    @Kati, 19: Es ist zwar grundsätzlich richtig, was Du sagst, aber die Ypsilanti hat sich ebenfalls ausgesprochen blöd angestellt.

    Sie hat sich wie ein verängstigtes Mäuschen verkrochen statt zu agieren. Aus ihrer Position als bisher unbescholtene und rechtschaffene Persönlichkeit hatte sie sich gegenüber Roland Pinocchio Koch einen gewaltigen Vertrauensvorsprung. Sie hat ihn durch Untätigkeit verspielt.

    @khh, 20:
    Bisher dachte ich vorrangig “Koch muß weg”, inzwischen frage ich mich so langsam, was das kleinere Übel ist. Das ist eine fast so schöne Zickenposse wie die mit der schönen Landrätin in Bayern.


  24. · Fiend_THeyde am 9. März 2008 um 14:03 - Permalink

    @ 18 Jochen Hoff:

    Das meinst du doch nicht ernst.

    Eigentlich schon…

    Selbst die BVV Bezirksverodnetenversammlung Reinickendorf in Berlin ist komplexer als ganz Darmstadt.

    Schwer zu sagen: Die BVV in Reinickendorf Berlin kenne ich nicht…Darmstadt dagegen schon.

    Aber da lernt keiner wie es auf medienwirksamer Ebene zugeht. In der Lokalpolitik einigst du dich mit deinem politischen Gegner, weil die Grenzen der Entscheidung so eng sind, das du außerhalb des Wahlkampfes zusammenarbeiten musst. Da gibt es sicherlich auch Parteiflügel, aber die spielen lokal keine Rolle.

    Also die Darmstädter Lokalpolitik ist für ihre Turbulenzen durchaus nicht unbekannt.

    Es stimmt natürlich, daß Metzger noch kein landespolitisches Mandat bekleidet hat, aber tu doch bitte nicht so, als handle es sich bei ihr um eine knapp 20jährige Politikanfängerin; eine Art scheues Hascherl vom Lande, das von Realpolitik keine Ahnung hat und dringend in Urlaub fahren muß, weil sie - geblendet von der blitzlichtdurchtosten, großen, weiten Welt - kurz vor dem psychischen Zusammenbruch steht, bzw. damit sie nicht in Ohnmacht fällt, wenn ihr Y. vor laufenden Kameras die Hand drücken will. ^^

    Frischlinge und Hinterbänkler sollen sogar in Urlaub gehen und sich zum einen vom Wahlkampf erholen, damit sie nicht zusammenklappen, vor allem aber damit sie nicht dem Herrn Lokalredakteur des Schulzendorfer Märchenblattes etwas erzählen, was noch nicht raus soll. Die Frischlinge machen nämlich richtig Arbeit. Dauernd muss man sie an die Hand nehmen.

    Mal angenommen, das würde stimmen: hat ja prima geklappt! :-)

    Abgesehen davon: Dagmar Metzger ist Bankkauffrau, Wirtschaftsjuristin, Aufsichtsratsmitglied in der HSE und Schwiegertochter des Darmstädter OB. Die bricht nicht so leicht zusammen.

    Ich schätze mal sie wird ihr Mandat niederlegen. Übrigens ist nicht klar, wer mit den Medien geredet hat. Der den du meinst, schließen andere aus, weil er viel zu beschäftigt war Pöstchen für seine Truppen zu sammeln.

    Was ihr Mandat betrifft: Wir werden sehen.

    “Der den ich meine” dürfte für einen kurzen Telefonanruf durchaus Zeit gehabt haben. Das ginge sogar vom Klo aus, mit dem Handy bspw. Das könnte sogar einer seiner Hiwis erledigen und er wäre trotzdem verantwortlich. :-)


  25. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 14:35 - Permalink

    @bigberta

    Ich dulde in diesem Blog keine schäferhundfeindlichen Äußerungen! ;-)

    SCNR


  26. · gruschelnix am 9. März 2008 um 14:41 - Permalink

    Moooooment!!

    So hatten wir nicht gewettet: “Ich dulde in diesem Blog keine schäferhundfeindlichen Äußerungen!”

    Da muss ich jetzt protestieren, und zwar auf das Schärfste!

    Nicht nur, dass es diesem Blog schon seit langem und in eklatanter Weise an Katzencontent mangelt - wenn jetzt auch noch das letzte bisschen Schäferhundbashing hier nicht mehr möglich sein soll, dann …
    ja dann … äh - keine Ahnung was, aber irgendwas ganz doll Schlimmes wird dann passieren. Bestymmt.


  27. · effizienzcluster am 9. März 2008 um 14:57 - Permalink

    @ Bigberta

    Rüschtüsch!
    Nich mal richtig kläffen konnten die!
    Das kann der Frenzel viel besser!

    @sf

    Du solltest mal differenzieren lernen!
    Wie kann man nur die Sozi-Köter mit den ideologischkorrekten Deutschhunden in einen Topf werfen!

    Keine Autobahn für Staatsfeinde!


  28. · bigberta am 9. März 2008 um 15:51 - Permalink

    Ja; wo mangelt es nicht an Katzencontent :-)), aber schäferhundfeindlich? Nö. Ich habe bloß erwähnt, daß die Mauertölen richtige Softies waren - was die Linkspartei bis heute nicht thematisiert hat. Allerdings: die kosovarisch/mazedonischen Shar planina unet.com.m... und mymacedoni... sollen schlauer sein. Belgische Schäferhunde auch. belgischer...


  29. · Michael Kostic am 9. März 2008 um 16:05 - Permalink

    @Jochen Hoff (17):

    Hallo,

    mal davon abgesehen das Du Reinickendorfer Luxusbürger hiermit herzlich zu Kaffee und Kuchen in der „Gegend“ (Pardon das nannte man ja früher Spandow) eingeladen bist, folgendes:

    „Erst tröpfelt es nur, dann wird es ein dünner Strahl und plötzlich bricht der Damm.“

    Da muss ich dir leider widersprechen. Schon als ich ende der 80er in US war musste ich feststellen, dass die Schutzmechanismen wirklich sehr gut funktionieren. Nichts anderes ist ja derzeit beobachtbar. Schon in den 70ern gab es durch div. Verbände beauftragte Studien die sich mit dem Thema “Ab wann kippt das System“ intensiv auseinander gesetzt haben. Die Schwelle ab der es wirklich kritisch wird, ist noch lange nicht erreicht. Das träfe vermutlich erst unsere Kinder in 20 oder 30 Jahren. Eines der Kernprobleme in diesem Kontext ist nicht nur der Begriff „Würde“, sondern vor allem wodurch dieser durch die gegeben Gesellschaft ausgefüllt wird. Das sieht man mE nach auch gut an diesem Thema hier. Frau Metzger hin, die SPD her, geht es auch in vielen anderen Blogs eigentlich viel mehr um diesen Begriff, als darum ob sich die Dame korrekt verhalten hat. Doch irgendwie ist es den vielen Bloggern und auch Kommentatoren, nicht möglich die Diskussion auf diesen Punkt zu bringen.

    Wenn überhaupt kann ich dir darin zustimmen das diese Gesellschaft tatsächlich erkennen muss, dass es ohne diese geistige Konstruktion, im ethischen Kontext allgemeinverbindlich definiert, nicht geht. Wie war das gleich? Die Würde des Menschen ist unantastbar? Noch bedeutet dies das 3.000.000 Kinder unter der Armutsgrenze leben müssen. Es bedeutet das Politiker (Volksvertreter) Entscheidungen gegen die treffen können, welche sie legitimiert haben.

    Erst wenn es gelingt den unumstößlichen Beweis zu führen, das es auch ganz anders geht. Also die informationelle Gegenoffensive zur neoliberalen Bewegung. Kann sich etwas ändern, bevor unsere Generationen unter der Erde liegen. Und diesen Beweis müssen natürlich auch wir antreten, dass nimmt uns keiner ab…

    Gruß


  30. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 16:17 - Permalink

    @bigberta und alle Feinde der ordentlichen deutschen Kynologie

    Ja ja, die LINKE und ihre mangelnde Aufarbeitung der Mauerhundgeschichte … das ist ein Thema für sich.

    Aber wenn Du jetzt schon so weit gehst, zu behaupten, diese kosovarischen Tölen - übrigens alles CIA-Züchtungen! - seien schlauer als unser teutonischer Nationalhund (oder ist das der Dackel? Man(n) weiß so wenig), so verdrängst Du 1000 Jahre stolze deutsche Hundezucht!

    Wenn Ihr alle Katzencontent haben wollt … bitte:


    Quelle: Hitlerblog der TAZ


  31. · Fiend_THeyde am 9. März 2008 um 16:22 - Permalink

    @ Spiegelfechter:

    Der Kommentar einer (rötlichen) Mietze zu deinem Bild:

    youtube.co...

    ;-)


  32. · schwitzig am 9. März 2008 um 16:42 - Permalink

    @SF 30

    Und da biss es ihn in den Arsch: Godwins Law. Und diesmal sogar zu Recht :-).

    @29 Kostic

    „Erst tröpfelt es nur, dann wird es ein dünner Strahl und plötzlich bricht der Damm.“

    Da muss ich dir leider widersprechen. Schon als ich ende der 80er in US war musste ich feststellen, dass die Schutzmechanismen wirklich sehr gut funktionieren.

    Ich glaube, dass sich die Zeiten nicht zuletzt wegen des Internets und der daraus resultierenden Informationsverfügbarkeit geändert haben.
    Es brodelt auch in der Mittelschicht, egal mit wem ich rede, wo ich hingucke und was ich höre. Es entsteht Hass und Verachtung in einem Ausmass, das selbst meine Eltern und Großeltern nicht kannten.
    Ich denke, dass es bald krachen wird, denn der Bogen wird durch die Neofeudalisten seit ein paar Jahren gewaltig überspannt.

    Selbst das Neofeudalisten Brüllorgan von Merkels Gnaden (SPIEGEL) hat sich letztens dazu hinreissen lassen zu bemerken, dass die Mittelschicht schrumpft.

    Ohne Mittelschicht helfen auch Überwachungsmassnahmen nicht mehr.

    Nur sind unsere “Eliten” ganz offensichtlich zu blöde, das zu verstehen. Vielleicht sollte ihnen mal einer erklären, was ein “Brauser” ist. Wer den Kindermund kennt, weiss wovon ich rede.


  33. · Karl am 9. März 2008 um 17:03 - Permalink

    Man muß nicht all zu viele Fronten aufmachen. Hund und Katz vertragen sich bestens:

    youtube.co...

    Wir sollten von ihnen lernen!


  34. · Jochen Hoff am 9. März 2008 um 17:04 - Permalink

    Neue Entwicklungen im Fall Metzger

    duckhome.d...

    Macht euch selber einen Reim drauf. Übrigens schöne Katze.


  35. · Jochen Hoff am 9. März 2008 um 17:14 - Permalink

    @ Michael Kostic (29)

    Reinickendorf ist schon lange nicht mehr wahr. Jetzt Wilmersdorf. Wenn du aus dem Ausland mal in die Stadt kommst ruf an. Die Nummer steht im Impressum.

    In den 70er und 80er Jahre gab es keine schnellen Informationskanäle. Das was wir hier treiben, setzt alle Erkenntnisse von damals außer Kraft.

    Wir sind sicherlich noch nicht an der Stelle, an der, der Damm bricht. Aber wo wir gerade in diesem Prozess stehen, wissen wir erst nach dem Dammbruch.

    Das was jetzt noch Einzelfälle sind, die verkauften Hypothekenkredite die fällig gestellt werden, wird bald zu Regel werden. Du kannst dem deutschen Lampenputzer alles nehmen, aber nicht sein Häuschen oder seine Eigentumswohnung. Die soziale Sicherheit der anderen interessiert ihn nicht, aber wenn seine Nachbarn geräumt werden, dann beginnt er zu denken. Dann bekommt er Angst.

    Die Reserven auf der hohen Kante sind auch in Gefahr. Ich glaube wir sind weiter. Aber das ist eine Glaubensfrage.

    Ich setze da nicht auf Ethik und Moral. Ich setze auf die Angst.


  36. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 17:18 - Permalink

    @Jochen

    Du deutest es ja selbst an - ich schätze SPON und WELT interpretieren da mehr in die Aussage hinein, als in ihr enthalten ist. Der Originalartikel in der FR vermittelt nicht den Schluss, der gute Mann wolle es wie die Metzgerin machen. Es gibt ja schließlich noch die Parteidisziplin. Aber sei´s drum … die SPD wäre gut beraten, auf diesen irren Plan zu verzichten.


  37. · Michael Kostic am 9. März 2008 um 17:20 - Permalink

    @schwitzig Nr. 32:

    „Ich glaube, dass sich die Zeiten nicht zuletzt wegen des Internets und der daraus resultierenden Informationsverfügbarkeit geändert haben.“

    Glaube ab an den Altar! Um Informationen interpretieren zu können, muss man das auch erst einmal gelernt haben. Ein Bsp.:

    Am Gym. meiner drei Ältesten gab (von das war einmal) es einmal eine AG - Deutsch. Hier wurden auf der Zeitachse Lexika aus den Jahren 192x, 195x und 200x miteinander inhaltlich verglichen. Coole Sache das, möchte man meinen, weil extrem aufschlussreich. Wurde aber (soweit ich weis) mangels Beteiligung eingestellt…

    Ich kenne sogar Leute (ich verrate keine Namen) die haben sich ihr Abitur und ihr Studium durch das Internet geholt. Sprich nix verstanden, aber die Papiere in der Hand…

    Von der Menge auf den Umgang zu schließen ist irrig. Du magst Informationen trefflich bewerten können, aber eben nur, weil Du genau das gelernt hast.

    „Es brodelt auch in der Mittelschicht, egal mit wem ich rede, wo ich hingucke und was ich höre. Es entsteht Hass und Verachtung in einem Ausmass, das selbst meine Eltern und Großeltern nicht kannten.“

    Tut mir leid. Da straft dich nicht nur meine Historie der Spekulation ab. Einer noch sehr lange, sehr tragfähigen Mehrheit der Bürger geht es einfach so gut, dass das Aufstehen sich für diese schlicht nicht lohnt. Was hätte diese Menschen zu gewinnen? Etwas imaginäres was sie sich nicht vorstellen können? Ich mache dies niemanden zum Vorwurf. Man muss halt erst einmal mit dem Rücken zur Wand gestanden haben, um den Willen zu entwickeln, dort nicht noch einmal zu landen. Weitsichtigkeit in dem von dir genannten Sinn muss über Generationen hinweg dem Nachwuchs vermittelt werden. Dazu bedarf es einer großen wie einflussreichen Lobby. Fraglich ist, ob diese sich, die eigenen Eitelkeiten hinten an stellend, jemals finden wird…

    „Ich denke, dass es bald krachen wird, denn der Bogen wird durch die Neofeudalisten seit ein paar Jahren gewaltig überspannt.“

    Ja, das dachten die Aktivisten schon immer. Mir ist ja klar, das hier kaum einer den Herrn Moore mag, aber sein Zahlenmaterial spricht Bände. Davon mal abgesehen ab ich mir das ein Jahr lang in Farbe und Bunt angesehen. Man kann wirklich kaum verstehen wie viel Elend der einfache Bürger über sich ergehen lässt…

    „Nur sind unsere “Eliten” ganz offensichtlich zu blöde, das zu verstehen. Vielleicht sollte ihnen mal einer erklären, was ein “Brauser” ist. Wer den Kindermund kennt, weiss wovon ich rede.“

    Na, das war doch mal ne coole Reportage, was? Wir ham unterm Tisch gelegen, echt jetzt :-)

    @Jochen Hoff:

    Also Spandau als Ausland zu bezeichnen ist ja richtig dreist, wenn auch wahr :-)

    Gleich klingelt das Telefon…

    Gruß


  38. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 17:32 - Permalink

    @31 Schwitzig

    Es brodelt auch in der Mittelschicht, egal mit wem ich rede, wo ich hingucke und was ich höre.

    Das kann ich keinesfalls bestätigen. Ich beobachte in der Mittelschicht allenfalls den Verlust des Vertrauens in die Eliten, in die Politik und in die moderne Art des Wirtschaftens. Das was aber, kein Brodeln und schon gar kein Hass. Aber vielleicht haben wir halt unterschiedliche Peer-Groups, wobei ich sogar für mein komplettes Umfeld sprechen kann.


  39. · Michael Kostic am 9. März 2008 um 18:01 - Permalink

    @Spiegelfechter:

    Meinst Du die bekommen eine Koalition mit der FDP und den Grünen gebacken?

    Gruß


  40. · milo am 9. März 2008 um 18:03 - Permalink

    @34/ Jochen Hoff

    Ich habe mir so eben den Link angeschaut und halte das für eine unhaltbare Verschwörungstheorie.

    Natürlich ist es möglich, dass man versucht, den Nachrücker zu kaufen. Genauso denkbar ist aber auch, dass der Nachrücker tatsächlich ähnlich denkt wie Metzger und wie insgesamt nicht wenige in der SPD, die Lafontaine bis heute nicht verziehen haben. Hinzu kommt, dass manch einer sicher durch persönliche Kontakte mit den West-LINKEN in Zweifel kommt. Dort agieren ja nicht immer die integersten und verlässlichsten Figuren.

    Eigentlich machen die Medien schon genug Stimmung gegen die LINKE und gegen die Zusammenarbeit der SPD mit dieser Partei. Allein durch diese Berichterstattung werden viele in der SPD beeinflusst sein. Zugleich ist man dem Druck der Union ausgesetzt, man hat immer Pofalla vor Augen, wie er genüßlich den Vorwurf des Wortbruchs erhebt, der ja auch in den heimischen Wahlkreisen vernommen wurde und sicher dort zu Reaktionen geführt hat.

    Ich vermute (dies auch mal @Spiegelfechter), dass Metzger und ihr eventueller Nachrücker eher Amateure im politischen Geschäft sind, die daher weder viel über die parlamentarischen Gepflogenheiten wissen, noch den Mut besitzen für die unterstellten Intrigen.

    Intrigen sind in der Politik natürlich hochwahrscheinlich. Aber dieses Handwerk muss auch beherrscht werden und die Mitspieler, die man sich dafür aussucht, müssen auch plangemäß funktionieren. Ich halte es daher für durchaus denkbar, dass der Sturz Ypsilantis eher ein Produkt der Stimmung im Lande ist. Immerhin hat die Metzger sich wenigstens geoutet, was für sie viel gefährlicher ist (Rache ist süß), als wenn sie einfach in der geheimen Wahl der Parteichefin ein für alle mal durch Stimmverweigerung den Todesstoß versetzt hätte. Effektiver wäre diese Wahlniederlage jedenfalls allemal gewesen, vor allem: endgültig.


  41. · schwitzig am 9. März 2008 um 19:42 - Permalink

    @ MK 37

    @schwitzig Nr. 32:

    „Ich glaube, dass sich die Zeiten nicht zuletzt wegen des Internets und der daraus resultierenden Informationsverfügbarkeit geändert haben.“

    Glaube ab an den Altar! Um Informationen interpretieren zu können, muss man das auch erst einmal gelernt haben. Ein Bsp.:
    Von der Menge auf den Umgang zu schließen ist irrig. Du magst Informationen trefflich bewerten können, aber eben nur, weil Du genau das gelernt hast.

    Nein, das ist nicht ganz richtig. Wenn jemand immer wieder gesagt bekommt, dass a = 2 ist und es aber niemanden in seiner Umgebung gibt, der meinetwegen auch nur unbewiesen _behauptet_ dass a nicht 2 sondern 3 ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Möglichkeit der Unwahrheit von a = 2 vemutet oder auch nur die Aussage an sich hinterfragt wird, geringer.

    Das Internet hat z.B. Propaganda der Marke Reagan/McCarthy/Goebbels unmöglich gemacht.

    „Es brodelt auch in der Mittelschicht, egal mit wem ich rede, wo ich hingucke und was ich höre. Es entsteht Hass und Verachtung in einem Ausmass, das selbst meine Eltern und Großeltern nicht kannten.“

    Tut mir leid. Da straft dich nicht nur meine Historie der Spekulation ab. Einer noch sehr lange, sehr tragfähigen Mehrheit der Bürger geht es einfach so gut, dass das Aufstehen sich für diese schlicht nicht lohnt.

    HIV hat das bei vielen geändert.

    Was hätte diese Menschen zu gewinnen?

    Würde.

    Etwas imaginäres was sie sich nicht vorstellen können? Ich mache dies niemanden zum Vorwurf. Man muss halt erst einmal mit dem Rücken zur Wand gestanden haben, um den Willen zu entwickeln, dort nicht noch einmal zu landen.

    Es stehen mittlerweile immer mehr “mit dem Rücken zur Wand”. Inzwischen geht es sehr schnell von der Mittelschicht zur Unterschicht.

    Weitsichtigkeit in dem von dir genannten Sinn muss über Generationen hinweg dem Nachwuchs vermittelt werden.

    Nein, denn dank Internet, Blogs etc. gibt es mittlerweile Aufklärung über Unwahrheiten und ein Gedächtnis das länger andauert. Die Desinformation ist nur dann wirksam, wenn sie nicht den Kontrapunkt der Information hat.

    „Ich denke, dass es bald krachen wird, denn der Bogen wird durch die Neofeudalisten seit ein paar Jahren gewaltig überspannt.“

    Ja, das dachten die Aktivisten schon immer.

    Ich bin kein Aktivist.

    „Nur sind unsere “Eliten” ganz offensichtlich zu blöde, das zu verstehen. Vielleicht sollte ihnen mal einer erklären, was ein “Brauser” ist. Wer den Kindermund kennt, weiss wovon ich rede.“

    Na, das war doch mal ne coole Reportage, was? Wir ham unterm Tisch gelegen, echt jetzt :-)

    Jo :-)


  42. · schwitzig am 9. März 2008 um 19:52 - Permalink

    · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 17:32 - Permalink

    @31 Schwitzig

    Es brodelt auch in der Mittelschicht, egal mit wem ich rede, wo ich hingucke und was ich höre.

    Das kann ich keinesfalls bestätigen. Ich beobachte in der Mittelschicht allenfalls den Verlust des Vertrauens in die Eliten, in die Politik und in die moderne Art des Wirtschaftens.
    Das was aber, kein Brodeln und schon gar kein Hass. Aber vielleicht haben wir halt unterschiedliche Peer-Groups, wobei ich sogar für mein komplettes Umfeld sprechen kann.

    Wenn man im wohlbehüteten Elternhäuschen von Muttern versorgt wird/wurde und die Zukunft ermöglicht bekommen hat, ist es natürlich leicht, sich intellektuell über die Zustände zu echauffieren. Wenn das in Jahrzehnten aufgebaute Leben zerstört wird und obendrein die Altersversorgung weg ist, wird man wütend. Wenn Finanzämter mittlelständische Betriebe mit “Schätzungen” zerstören, laufen diese Gefahr, die Quittung zu bekommen.
    Hass wächst nicht, er wird geschürt. Es ist ja nett, dass es noch bürgerliche Randgebiete gibt, in denen alles eitel Sonnenschein ist, Du solltest aber nicht den Fehler begehen, das als allgemeingültig zu betrachten.


  43. · Michael Kostic am 9. März 2008 um 20:26 - Permalink

    @schwitzig Nr. 41:

    „Nein, das ist nicht ganz richtig. Wenn jemand immer wieder gesagt bekommt, dass a = 2 ist und es aber niemanden in seiner Umgebung gibt, der meinetwegen auch nur unbewiesen _behauptet_ dass a nicht 2 sondern 3 ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Möglichkeit der Unwahrheit von a = 2 vemutet oder auch nur die Aussage an sich hinterfragt wird, geringer.

    Das Internet hat z.B. Propaganda der Marke Reagan/McCarthy/Goebbels unmöglich gemacht.“

    Das ist schlicht falsch. Geh doch mal auf die Straße und frage irgendwen, warum deutsche Soldaten in EX-Jugoslawien stehen. Kein Mensch interessiert sich für Gegeninformationen wie diese hier:

    wdr.de/onl...
    wdr.de/onl...

    Damals nicht und heute auch nicht. Denn wenn es interessieren würde, käme vielleicht jemand auf die Idee zu fragen: „Wie viele Mischehen gibt es eigentlich in Deutschland?“

    Es sind rund 6.000.000! Schau dir mal die WDR Doku an, da lachst Du dich Tod. Damals haben deutsche Soldaten (Kinder dieser Mischehen) die Schwiegereltern angerufen und Bescheid gesagt, wann und wo die nächsten Luftangriffe bevorstünden. Auweia! Informationsverwertung? Das ich nicht lache…

    „HIV hat das bei vielen geändert.“

    Geh zu einer Agentur. Stell dich vor die Tür und verteile Infoblätter mit der Aufschrift:

    „Hartz IV Empfänger, helfen Empfängern!“

    Ergebnis: Nichts. Die Mehrheit wird dir sagen: „Ach das ist doch nur temporär, da bin ich bald wieder raus. Ich brauche keine Hilfe!“
    Die Minderheit wird dir sagen: „Mir können Sie auch nicht mehr helfen!“

    Ich kenne den ehemaligen Initiator und Herausgeber der Berliner „Platte“. Ein Mensch den ich hoch schätze. Aber leider ein Idealist im Sinne Hemmingways:

    „Ein Idealist ist ein Mann, der aus der Tatsache, dass die Rose besser riecht als der Kohl, darauf schließt, eine Suppe aus Rosen müsse auch besser schmecken.“
    Hier gefunden: maxst.word...

    „Würde“

    Bitte spezifiziere eine allgemein verbindliche Definition dessen…

    „Es stehen mittlerweile immer mehr “mit dem Rücken zur Wand”. Inzwischen geht es sehr schnell von der Mittelschicht zur Unterschicht.“

    Das ist so versimpelt einfach falsch. Schon immer konnte man schneller stürzen als aufsteigen. Nenn bitte seriöse Quellen.

    „Nein, denn dank Internet, Blogs etc. gibt es mittlerweile Aufklärung über Unwahrheiten und ein Gedächtnis das länger andauert. Die Desinformation ist nur dann wirksam, wenn sie nicht den Kontrapunkt der Information hat.“

    Na da schaust Du mal hier: ciez.de/ci...

    Ich bin täglich in den elektronischen Tiefen dieses und noch ganz anderer Netze unterwegs, aber Perlen im Sinne J. Weizenbaum‘s werden immer seltener.

    „Ich bin kein Aktivist.“

    Tja, Du und die anderen rund 30.000.000 Verlierer des aktuellen Kasino-Kapitalismus auch nicht. Das ist also brodeln, ja? Huu, jetzt bekomme ich Erzkapitalist aber richtig doll Angst…

    Wenn Du etwas ändern möchtest, dann musst Du zuerst einmal das System in dem Du lebst mit all seinen mannigfaltigen Funktionen erkennen (ist fast wie Programmieren). Dann kannst Du schauen wo es hakt, wo die Fehler im System wirklich verborgen sind. Und dann einen besseren, schlankeren, schnelleren, effizienteren Code erdenken. Nur, was bitte machst Du wenn Du feststellst das die Masse derer die heulen und Jammern, in Wahrheit selbst nur Scriptkiddis sind? Richtig. Du musst das ganze Rad neu erfinden. Ist mühselig, macht irre viel Arbeit, wird schlecht (bzw. zum Anfang überhaupt nicht) bezahlt und als Bonus wirst Du noch als Sektierer oder schlimmeres diffamiert. Na? wie viele Leute werden unter diesen rosigen Aussichten wohl zusammen finden?

    Gruß


  44. · Jochen Hoff am 9. März 2008 um 21:13 - Permalink

    @schwitzig und Kostic aber auch die anderen.

    Wir haben wahrscheinlich alle mal vom sogenannten morphogenetische Feld gehört.
    de.wikiped...

    Wenn wir Sheldrakes Budenzauber da mal rauslassen und uns nur darauf beschränken von einem positiven Entwicklungsklima für bestimmte Gedanken und Fähigkeiten zu betrachten, dann erkennen wir das die Verfügbarkeit von technischen Geräten, sehr schnell deren Einsatz zur Folge hatte und zwar gerade auch bei Leuten, die genau diese Geräte kurze Zeit zuvor noch als Überflüssig bezeichnet hatten. Ich nenne hier mal die Waschmaschine, den Computer und das Navigationsgerät.

    Beim Navi geht das soweit, das bestimmte Dödel ihrem Navi mehr trauen als ihrem Verstand und sogar von einem Fähranlieger in Wasser fahren, weil das Navi von einer Brücke faselt.

    Egal wie wir diese Struktur benennen. Sie lässt sich mit einigen Versuchen nachweisen, ohne dadurch wirklich sauber wissenschaftlich bewiesen zu sein. Wenn wir aber mal so tun, als Stimme sie im groben für die praktische Anwendung habt ihr beide recht.

    schwitzig misst wie ich, das ein Wandel im Gange ist, weil immer mehr Leute aufmucken. Michael Kostic ist das nicht genug, weil es eben noch haufenweise Dumpfbacken gibt, die scheinbar nichts merken.

    Ich bin da in einer schönen Zwischenposition. Mit mir redet der selbstständige, der Mittelständler und der Kleingewerbetreibenden meist auf relativ vertrauensvollem Niveau. Sobald die merken, das die mit ihren Ansichten nicht alleine sind, werden die schnell offen. Natürlich stehen die nicht für meine Extrempositionen, wie ich sie in meinem Blog vertrete. Aber vor zehn Jahren hätten die jemand der das schreibt, was auf meinem Blog steht überhaupt nicht akzeptiert.

    Nehmen wir die sogenannten Glückskinder. Die jungen Leitenden, die Finanzberater und die Werbefuzzis. Selbst die bekommen schon mit das da ein Wandel ist. Dipl. Ing., Dr. oek. na und. Ihr Wissen ihre Ausbildung, das wissen sie schon heute verschafft ihnen keine Sicherheit. Selbst in den übelsten Treiberorganisationen der Versicherungswirtschaft werden Bezirksdirektionen aus Kostengründen aufgelöst. Wirklich Peanuts eingesammelt und es wird schlimmer.

    Die Tanja-Anjas dieser Erde müssen um drinzubleiben in der kleinen Agentur am Rande der Stadt nicht nur die eigene Leitung, sondern auch die wichtigsten Kunden einer Sonderbehandlung unterziehen.

    Die Leute die geglaubt haben in der Forschung einen sicheren Platz zu haben, weil sie gut sind, müssen fürchten das sie wegrationalisiert werden, weil Forschung die keiner versteht, ja deren Ergebnisse sich Laien kaum erklären lassen, auch nicht mehr finanziert werden. Ein Freund von mir sagt immer Nanomechanics und alle kriegen glänzende Augen. Dabei entwickelt er Hochfeste Oberflächenbeschichtungen z.B. für Bleche, die sowohl den Lotuseffekt haben als auch sämtlichen Umwelteinflüssen widerstehen. Aber das ist nur gut, wenn es nano ist.

    Die Leute sammeln Wissen. Fangen an Zusammenhänge zu realisieren. Nicht schnell genug für die eiligen von uns, aber auf einer breiten Basis. Wenn die wirtschaftliche, wie die geistige Mittelschicht ins Denken kommt, ist mehr als der halbe Weg geschafft. Natürlich ist es noch viel Arbeit.

    Ich schreibe ja oft vereinfacht über komplizierte Themen. Das ist gefährlich, weil die schlauen sich veralbert vor kommen und die Dummen immer noch überfordert sind. Aber ich tue es um anzustoßen. Mein “Wollen sie Braunschweig noch mal sehen?” ist fachlich grausam, aber ein Renner. duckhome.d...

    Die Leute haben mir in Mengen dazu geschrieben. Nicht die Wissenschaftler. Die wissen was sie von dem Beitrag zu halten haben, sondern das “Volk”. Über 340 Mails alleine zu dem Ding. Weil die Leute sich informieren. Unique Mail meine ich. Fand ich irre.

    Sicher brauchen die Menschen noch Zeit. Der Spiegelfechter mit seinen Leserzahlen müsste es aber auch sehen können, das die Leute über die Suchmaschinen schon mit ausgefeilten Fragen kommen. Ich verfolge ja zusätzlich die Sucheingaben bei mir im Suchfenster. Die wissen schon was sie wollen. Das sie nicht kommentieren, nicht selber schreiben und auch sonst schweigsamer sind, als ich mir das wünsche, liegt daran das wir hier in diesem unserem Lande noch nie eine echte Opposition hatten. Wir hatten immer nur welche, die das gleiche, mit anderen Köpfen wollten. Vielleicht ein wenig bunter.

    Von der Unruhe, über den zögernden Widerstand bis zu Revolution - diesen Weg kennt bei uns doch niemand. Wir sind Lampenputzer und bestenfalls Lehrlingsrevoluzzer.


  45. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 22:30 - Permalink

    @39 Michael Kostic

    Meinst Du die bekommen eine Koalition mit der FDP und den Grünen gebacken?

    Kurze Antwort: Nein! Weil die FDP daran kein Interesse haben kann.


  46. · Michael Kostic am 9. März 2008 um 22:38 - Permalink

    @Spiegelfechter:

    Na wie denn dann bitte? Mit der CDU/CSU in die Kiste springen, so wie im Bund?

    Gruß


  47. · Spiegelfechter am 9. März 2008 um 22:44 - Permalink

    @Michael Kostic

    Yep und Jamaica als Zweitoption in der Hinterhand. Mittel- bis langfristig wird das “linke” Lager - durch eine 20% SPD ohne Profil angereichert - in der ewigen Opposition versauern.

    Never ride a dead horse, das weiß sogar die FDP.


  48. · bigberta am 9. März 2008 um 23:01 - Permalink

    Das tote Pferd heisst jetzt angeblich Ypsilanti: spiegel.de...


  49. · ibex44 am 10. März 2008 um 08:56 - Permalink

    Hallo,
    1. als in Berlin-West Aufgewachsener kann ich die Motivation von Frau Metzger gut verstehen.
    2. Als direkt gewählte gegen die schwule Bildungsministerin Karin Wolff, die Kreationismus in Hessens Schulen einführen wollte, hat sie ein starkes Votum des Wahlvolkes.
    3. In einem politischen Elternhaus aufgewachsen hat sie allen Grund einer Dylettanti die Stirn zu bieten.
    Als Mitglied der anderen Volkspartei hätte ich diese Frau in Darmstadt gewählt und würde ihr jetzt aktiv den Rücken stärken.


  50. · bigberta am 10. März 2008 um 09:22 - Permalink

    Ich denke, Frau Metzger muss niemand mehr “den Rücken stärken”. Frau Y. ist “zurückgepfiffen” (Wortwahl nicht von mir…). Um 13:10 ist die Pressekonferenz von Kurt Beck auf n-tv. Mal sehen, ob das was Neues ergibt.


  51. · Fragezeichner am 10. März 2008 um 10:49 - Permalink

    @Spiegelfechter: deine Theorie hat zwar einiges für sich. Ich verstehe aber nicht, warum Walter im Wissen um ein Scheitern bei der Wahl Ypsilantis am 5. April (zu dem er mit seiner Stimme ja ebenfalls leicht beitragen konnte) nicht einfach abgewartet hat. Warum jetzt zu diesem Zeitpunkt? Warum sollte er das Risiko eingehen, als Strippenzieher entlarvt zu werden? Ich habe nicht den Eindruck, dass hier ein Plan ausgeführt wurde, sondern eher, dass ad-hoc-Entscheidungen und Opportunismus im Kontext eines Machtkampfs innerhalb der SPD zu diesem Chaos geführt haben.


  52. · milo am 10. März 2008 um 12:35 - Permalink

    @ 51

    Ich teile diese Einschätzung.

    Denn: Woher wusste Walter, wie sich Frau Metzger entscheiden würde? Sie war bis dato eine relativ unbekannte Direktkandidatin, die nach der Wahl im Urlaub weilte. In der Regel werden diese Kandidaten von den regionalen Parteigliederungen nominiert, so dass sie - als Anfängerin in der Landespolitik - bislang nur in ihrem heimischen Wahlkreis größeren Bkeanntheitsgrad haben könnte. Spitzenleute wie Walter wissen in der Regel nicht soviel über ihr Fußvolk, weil sie es nur randständig wahrnehmen.

    Und: denkbar und wahrscheinlich ist es, dass Medienhysterie als auch die Stimmung in der SPD allein dafür gesorgt haben, dass Metzger ausschert. Unter den gegenwärtigen Umständen mit der LINKEN zusammen zu gehen, war doch von vornherein riskant. Außerdem haben die Medien die Simonis-Geschichte rauf und runter ventiliert, in der Hoffnung, mal wieder einer Sensation beiwohnen zu dürfen. Sie haben damit doch bereits die Vorlage für ein mögliches Szenario des Scheiterns geliefert


  53. · Spiegelfechter am 10. März 2008 um 13:09 - Permalink

    @51 milo

    Denn: Woher wusste Walter, wie sich Frau Metzger entscheiden würde?

    Sie hatte ständig telefonischen Kontakt zu ihm

    Sie war bis dato eine relativ unbekannte Direktkandidatin, die nach der Wahl im Urlaub weilte.

    Eben nicht - sie fuhr erst nach der Fraktionssitzung, in der das Thema “Tolerierung” diskutiert wurde in den Urlaub. Sie fehlte bei der zweiten Sitzung, in der eine Probeabstimmung durchgeführt wurde. Walter wußte zum Zeitpunkt der zweiten Sitzung, dass die Metzgerin diesen Beschluss nicht tragen würde.

    Spitzenleute wie Walter wissen in der Regel nicht soviel über ihr Fußvolk, weil sie es nur randständig wahrnehmen.

    Walter wird in der FR als “guter Parteifreund” der Metzgerin beschrieben … da wird er schon ein wenig mehr als “randständige Wahrnehmungen” von ihr haben.

    Und: denkbar und wahrscheinlich ist es, dass Medienhysterie als auch die Stimmung in der SPD allein dafür gesorgt haben, dass Metzger ausschert.

    Beides war sicher nicht ohne Einfluss. Nicht umsonst erkennt die Journallie ja auch ihre politische Entscheidung ohne jede Einschränkung als “Gewissensentscheidung” an, was grotesk ist, bedenkt man, das eben diese Medien z.B. einem Ströbele bittere Vorwürfe machten, als dieser “aus Gewissensgründen” gegen den Kosovokrieg stimmte.


  54. · Fragezeichner am 10. März 2008 um 13:41 - Permalink

    @Spiegelfechter: da du anscheinend die ganze Verschwörung aufgedeckt hast, erklär mir bitte noch ein Detail: warum haben Walter/Metzger nicht bis zum 5. April gewartet und Ypsilanti wie einst der Heide-Mörder gemeuchelt?


  55. · Spiegelfechter am 10. März 2008 um 14:03 - Permalink

    @Fragezeichner

    da du anscheinend die ganze Verschwörung aufgedeckt hast,

    … welche Verschwörung denn? Das ganze hat nicht verschwörerisches und ist alles en detail in der FR nachzulesen …

    erklär mir bitte noch ein Detail: warum haben Walter/Metzger nicht bis zum 5. April gewartet und Ypsilanti wie einst der Heide-Mörder gemeuchelt?

    Das wird wohl daran liegen, dass die Metzgerin keine Frau für Attacken aus dem Hinterhalt ist, sondern frontal auf den Feind zugeht. Außerdem bestand ja noch das Restrisiko, dass Ypsilanti und/oder die komplette Fraktion Druck auf die Metzgerin ausüben, dem sie nicht standhält. Darum hatte Walter (oder einer seiner Spießgesellen) ja auch die “Metzger-Story” sofort nach Ypsilantis Gang an die Öffentlichkeit den Medien untergejubelt.


  56. · Fragezeichner am 10. März 2008 um 14:25 - Permalink

    … welche Verschwörung denn? Das ganze hat nicht verschwörerisches und ist alles en detail in der FR nachzulesen …

    Das Wort stammt von dir.

    Das wird wohl daran liegen, dass die Metzgerin keine Frau für Attacken aus dem Hinterhalt ist, sondern frontal auf den Feind zugeht. Außerdem bestand ja noch das Restrisiko, dass Ypsilanti und/oder die komplette Fraktion Druck auf die Metzgerin ausüben, dem sie nicht standhält.

    Wie sollte die Fraktion Druck ausüben können, wenn Metzger ihre Meinung für sich behalten und sich in der geheimen Abstimmung einfach ihrer Stimme enthalten hätte? Zumal es Anzeichen dafür gibt, dass sie nicht die einzige ist, die den Schwenk zur Linkspartei nicht mitmachen will. Ihr jedenfalls scheint die ganze Sache nichts zu nützen (und es ist auch schwer vorstellbar, dass Walter ihre ruinierte Karriere wieder in Schwung bringen kann, ohne sich selbst als Königsmörder zu entlarven).


  57. · milo am 10. März 2008 um 14:34 - Permalink

    @ 53/ Spiegelfechter

    “Nicht umsonst erkennt die Journallie ja auch ihre politische Entscheidung ohne jede Einschränkung als “Gewissensentscheidung” an, was grotesk ist, bedenkt man, das eben diese Medien z.B. einem Ströbele bittere Vorwürfe machten, als dieser “aus Gewissensgründen” gegen den Kosovokrieg stimmte.”

    Die Medien verhalten sich halt konsequent inkonsequent. Es ist schon absurd, dass diese Frau Metzger jetzt zur Heldin erklärt wird. Schon deshalb, weil man in der Politik nicht mit Moral, sondern mit Geschick und Instinkt gewinnt. Mit Moral allein wird man bloß scheitern.

    Diese Stilisierung der Metzger zur letzten Heldin der Ehrlichkeit ist entweder nachträglicher Wahlkampf für Roland Koch oder aber die Stärkung des Stammtisch-”Wissens”, dass die da oben ja doch alle lügen, denn sonst wäre das Verhalten der Metzger nicht so ein Aufhebens wert, wenn es alltäglich wäre.

    In beiden Fällen würden sich die Medien anbiedern, an die Union oder an die Ressentiments des “gemeinen Volkes”. Anbiederung ist ziemlich rückgratlos, zumal von denen, die sich als Experten für Politik ausgeben und damit ihr Geld verdienen.

    “Sie hatte ständig telefonischen Kontakt zu ihm”
    Wenn das so ist, dann wird wohl was dran sein an der These, dass Walter nachgeholfen hat. Allerdinsg, wenn es so leicht zu ermitteln ist, wer der Urheber von Metzgers “Aufstand der Anständigen” war, “ist alles en detail in der FR nachzulesen …”, dann wird das ein Bumerang für den Herrn Netzwerker. Niemand liebt den Verräter. Er hat schließlich der Partei nicht minder geschadet als Kurt Beck selbst. Außerdem ist es ungeschickt, denn zu einer guten Intrige gehört es nun einmal, dass der Urheber im Dunkeln bleibt.


  58. · Spiegelfechter am 10. März 2008 um 14:56 - Permalink

    @Fragezeichner

    [Verschwörung] Das Wort stammt von dir.

    Ja, aber nur im Zusammenhang mit dem “Cäsar-Plot” als Beispiel ;-)

    Wie sollte die Fraktion Druck ausüben können, wenn Metzger ihre Meinung für sich behalten und sich in der geheimen Abstimmung einfach ihrer Stimme enthalten hätte?

    Ich schrieb ja, dass es am wahrscheinlichsten sei, sie hatte nie vor, die Sache für sich zu behalten und zu schweigen. Nach allem, was ich bis dato gehört haben, hat nie jemand das Gegenteil davon in Erwägung gezogen.

    Zumal es Anzeichen dafür gibt, dass sie nicht die einzige ist, die den Schwenk zur Linkspartei nicht mitmachen will.

    Richtig, aber da wären wir beim Heide-Mörder Szenario, da in einer Testabstimmung alle (außer der Metzgerin) für die RRG-Pläne gestimmt hatten.

    Ihr jedenfalls scheint die ganze Sache nichts zu nützen

    Abwarten - sie wird ja von Medien bereits als personifiziertes Gewissen der Politik gefeiert. Nun hat sie zumindest ihre 15 Minuten Ruhm … das ist doch nicht schlecht ;-)


  59. · Fiend_THeyde am 10. März 2008 um 14:57 - Permalink

    @ Fragezeichner:

    FOCUS:

    [...Walter hatte Kontakt zur Parteirebellin Dagmar Metzger, bevor diese die Ypsilanti von ihrer Entscheidung benachrichtigte...]

    focus.de/p...

    Frankfurter Rundschau:

    [...Aber offen finden Metzgers erboste Genossen ihr Vorgehen nicht. Am vorletzten Dienstag hat sie in einer Fraktionssitzung Bedenken vorgetragen, aber nicht angekündigt, dass sie Ypsilanti die Zustimmung verweigern könnte. Eine Woche später, als die Entscheidung für die Wahl Ypsilantis mit den Stimmen der Linken fiel, fehlte Metzger in der Fraktion.

    Sie erholte sich mit ihrem Mann im schweizerischen Chur - obwohl Ypsilanti für diesen Dienstag eine Richtungsentscheidung angekündigt hatte. Metzger aber berichtet in Raum 307 W ungerührt, sie habe nicht so schnell mit einem Entschluss gerechnet. Erst am Mittwoch habe sie davon erfahren und am gleichen Abend mit Ypsilanti telefoniert - und mit Sozialdemokraten, die ihr politisch näherstehen, wie Ypsilantis Erzrivalen Jürgen Walter.

    Als die resolute Darmstädterin am Donnerstag im Zug saß, plauderte einer der Telefonpartner in Wiesbaden ihren Entschluss aus - und so erfuhr die Öffentlichkeit davon, noch bevor sich Ypsilanti und Metzger gegenüberstanden.

    Den Schwarzen Peter für diesen Verlauf will die abtrünnige Abgeordnete aber nicht übernehmen. Seit Wochen habe die SPD- Spitze verkündet, dass die 42 SPD-Abgeordneten in jedem Fall Ypsilanti wählen würden. Aber niemand habe sie gefragt, sagt Metzger. Weder Ypsilanti noch der "Netzwerker" Walter, der die Zusicherung für den rechten Teil der Fraktion gegeben hatte. "Ich denke, man hätte es geschickter machen können", gibt Metzger Ypsilanti noch mit auf den Weg. "Man hätte zum Beispiel Probeabstimmungen machen können." Das allerdings hätte in dieser fraglichen Woche nichts mehr genutzt - Metzger war nicht da.]

    fr-online....;

    warum haben Walter/Metzger nicht bis zum 5. April gewartet und Ypsilanti wie einst der Heide-Mörder gemeuchelt?

    Möglicherweise hielten die Betreffenden diese Vorgehensweise für zu riskant oder sie lag ihnen mental nicht. Das “Heide-Mörder-Verfahren” ist schließlich nicht die einzig zugelassene Methode, nach der parteiinterne Intrigen abgewickelt werden dürfen. :-)

    Ein Nebenaspekt: die (multimediale) Stimmung ist gerade jetzt sehr günstig und die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums begrenzt, respektive nicht beliebig lange aufrechtzuerhalten. Es wäre ein Fehler zu glauben, daß Politiker auf solche Dinge nicht achten würden. Intrigen können scheitern, wenn der richtige Zeitpunkt verpasst wird.


  60. · milo am 10. März 2008 um 15:11 - Permalink

    @ 59

    “Das “Heide-Mörder-Verfahren” ist schließlich nicht die einzig zugelassene Methode, nach der parteiinterne Intrigen abgewickelt werden dürfen. :-)”

    Es ist aber das schadensfreieste für die Intriganten: es gäbe keinen Verdacht gegen Jürgen Walter und keine Königsmörderin. Und der Absturz von Ypsilanti wäre total und endgültig gewesen. So aber ist die “Königsmörderin” nun Ziel des Zorns und Walter ist offenbar hoch verdächtig, sie angestiftet zu haben.

    Meine These: die Metzger ist eher etwas naiv.


  61. · Spiegelfechter am 10. März 2008 um 15:20 - Permalink

    @milo

    Diese Stilisierung der Metzger zur letzten Heldin der Ehrlichkeit ist entweder nachträglicher Wahlkampf für Roland Koch oder aber die Stärkung des Stammtisch-”Wissens”, dass die da oben ja doch alle lügen, denn sonst wäre das Verhalten der Metzger nicht so ein Aufhebens wert, wenn es alltäglich wäre.

    Das sehe ich anders. Mit der Festlegung, jemand, der sich gegen Links stellt, sei ein Held, da er seinem Gewissen folgt, was dann auch schon mal, auf “das Gewissen” im allgemeinen und daher auch auf das Gewissen des Lesers übertragen wird, zieht man eine klare Trennlinie. Auf dieser Seite herrschen Anstand, Moral und Gewissen, auf der anderen Seite Wortbruch, Lüge und Unmoral. In der “Metzger-Diskussion” sehe ich die konsequente Fortführung der Kampagne gegen “linke” Politik in den Medien.

    Allerdinsg, wenn es so leicht zu ermitteln ist, wer der Urheber von Metzgers “Aufstand der Anständigen” war, “ist alles en detail in der FR nachzulesen …”, dann wird das ein Bumerang für den Herrn Netzwerker. Niemand liebt den Verräter. Er hat schließlich der Partei nicht minder geschadet als Kurt Beck selbst. Außerdem ist es ungeschickt, denn zu einer guten Intrige gehört es nun einmal, dass der Urheber im Dunkeln bleibt.

    Er bleibt zumindest so weit im Hintergrund, dass er nicht mit Blut an den Händen gesichtet wird. Er steht nun einmal auf seinem Standpunkt, der ja nicht so unterschiedlich von dem einiger Parteigranden ist, die der Partei natürlich auch Schaden zugefügt haben. Letztendlich bleibt es aber bei der Erkenntnis, das Politik ein schmutziges Geschäft ist und Leichen zum Geschäft gehören. Auf der Strecke bleiben immer nur diejenigen, die den Dolch in den Händen halten. Die Hintermänner bleiben meistens ungeschoren.


  62. · Fragezeichner am 10. März 2008 um 15:22 - Permalink

    @Fiend_THeyde, Spiegelfechter: mich überzeugt das alles nicht restlos. Wem nützt es, fragt man ja gerne in der Politik. Aber momentan nützt es niemandem, weder der SPD, noch Beck, noch den Netzwerkern, noch dem Seeheimer-Kreis. Alles Verlierer in der Defensive. Von Ypsilanti und Metzger gar zu schweigen. Aber auch Walter ist noch lange nicht aus dem Schneider, möglicherweise wird er im Strudel der Ereignisse auch mit wegwegspült. Ein diskreter “Heide-Mord” wäre für ihn doch die klar bessere Methode gewesen.
    Ich könnte mir vorstellen, dass Metzger wusste, dass Ypsilanti so oder so scheitern würde, und deshalb frühzeitig klare Verhältnisse schaffen wollte, sich dabei aber etwas dämlich angestellt hat.


  63. · Spiegelfechter am 10. März 2008 um 15:29 - Permalink

    @Fragezeichner

    Oh, es gibt einige, die davon einen Nutzen haben. Man muss diesen Eigennutzen nur als solchen sehen und nicht als Parteinutzen.

    Walter sollte eigentlich ganz gute Karten haben, bei der nächsten Landtagswahl als Spitzenkandidat anzutreten. Ypsilanti ist verbrannt, auch innerparteilich, daher halte ich es nur für eine Frage der Zeit, bis Walter das Amt des Fraktionsvorsitzenden übernimmt.

    Die Netzwerke in der Bundespartei sind auch klar gestärkt. “Linke Spielereien” sind spätestens seit Hessen keine ernsthaften Optionen mehr für die meisten westlichen Länder. Das ist es, was die Seeheimer und die Netzwerker haben wollen. Letzteren ist zwar eigentlich egal, da sie größtenteils ideologiefrei sein, aber die Pöstchen in der Wirtschaft kriegt man natürlich leichter, wenn man “auf der richtigen Seite” steht.


  64. · Fiend_THeyde am 10. März 2008 um 15:46 - Permalink

    @ 60 milo:

    Es ist aber das schadensfreieste für die Intriganten: es gäbe keinen Verdacht gegen Jürgen Walter und keine Königsmörderin.

    Tatsächlich?
    zeit.de/20...

    Angenommen, Stegner war es nicht, dann badet er aus, was eine andere Person eingebrockt hat. Gerüchte können verheerender sein, als die Wahrheit. Es soll Leute geben, denen es absolut nicht liegt, andere für ihre Handlungen büßen zu lassen. Was Stegner widerfahren ist, ist kein Geheimnis und sicher auch Walter/Metzger bekannt.

    Sollte Stegner jedoch die betreffende Person gewesen sein, ist das umso mehr eine Warnung für Walter/Metzger.

    Und der Absturz von Ypsilanti wäre total und endgültig gewesen.

    Also im Moment sieht es ziemlich endgültig aus, was Y. zugestoßen ist. Sie wird aller Voraussicht nach weder MP, noch jemals wieder für dieses Amt kandidieren können (dafür wird schon das multimediale Gedächtnis sorgen).

    So aber ist die “Königsmörderin” nun Ziel des Zorns und Walter ist offenbar hoch verdächtig, sie angestiftet zu haben.

    Also zunächst mal: wer Zorn fürchtet, darf natürlich kein Politiker werden. Metzger mag innerhalb der Fraktion momentan isoliert sein, aber dafür genießt sie eine Art medialen Heiligenstatu