Blutige Niederschlagung oder Pogrom?

20. März 2008 von Spiegelfechter - Drucken

“Was ist Wahrheit? - Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.“
Oswald Spengler

Die ganze Welt schaut momentan mit Verachtung auf China und der Boykott der Olympischen Spiele wird offen angedacht. Ähnlich wie bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste der buddhistischen Mönche in Myanmar im letzten Jahr, steht der Schuldige an der Eskalation und der Gewalt anscheinend fest. In den Köpfen der Medienkonsumenten schwirrt die Vorstellung, die chinesische Soldateska hätte friedliche Proteste tibetischer Mönche mit Gewalt niedergeschlagen. Dabei sollen über 100 Tibeter den Kugeln der in die Menge feuernden Besatzer zum Opfer gefallen sein - ein Massaker!

Diese Darstellung entspricht im Wesentlichen den Versionen der tibetischen Exilanten in Nordindien und des amerikatreuen Radiosenders „Free Asia“. Beide Versionen werden in den Medien immer wieder gerne zitiert – freilich ohne zu erwähnen, dass beide Quellen nicht eben neutral sind. Aber was ist eigentlich am Wochenende im tibetischen Lhasa passiert, dass die Weltöffentlichkeit derart schockiert hat, dass Peking am Pranger steht?

Es ist sehr schwer, die Ereignisse zu rekonstruieren, wenn man die Darstellungen der beiden Konfliktparteien und offensichtlicher Propagandamedien - wie „Radio Free Asia“ - nicht berücksichtigt. Die seriösesten Quellen sind in diesem Falle Korrespondenten angesehener Zeitungen, die direkt vor Ort waren und nicht „Informationen“ aus zweiter oder dritter Hand wiedergeben. Direkt vor Ort war der Korrespondent des britischen Economist und seine Schilderungen weichen in entscheidenden Punkten von der Version der meisten Berichterstattungen, die sich auf Informationen aus zweiter und dritter Hand stützen, deutlich ab.

Ausgebrochen sind die gewaltsamen Proteste, als Gruppen von meist jungen Tibetern sich zusammengerottet haben und mit Pflastersteinen und Betonbrocken in die Gassen der Altstadt von Lhasa zogen und die Schaufenster chinesischer Geschäfte einwarfen. Auch (ethnische) Chinesen, die nicht schnell genug fliehen konnten, wurden mit Steinen beschmissen – darunter auch Kinder, Fahrradfahrer, Taxifahrer und Busreisende. Die meisten Chinesen haben daraufhin ihre Geschäfte geschlossen und sind geflohen. Daraufhin wurden die Geschäfte von den tibetischen Demonstranten geplündert und einige wurden in Brand gesteckt. Es ist wahrscheinlich, dass auch einige Chinesen in ihren Geschäften verbrannten. Der Korrespondent wurde auch Zeuge einer Szene, in der ein kleiner chinesischer Junge, in Todesangst vor dem Mob, Schutz bei einem tibetischen Mönch suchte, den er gerade interviewte.

Die chinesischen Sicherheitskräfte haben sich nach den Angaben des Economist-Korrespondenten zurückgehalten und sich auf passive Abwehrmaßnahmen beschränkt. Rettungskräfte- und Feuerwehr wurden ebenfalls von den Demonstranten angegriffen, so dass mit Beginn der Nacht die Feuerwehrwagen von gepanzerten Militärfahrzeugen eskortiert wurden, in denen bewaffnete Soldaten saßen. Von Schüssen auf Demonstranten ist dem Korrespondenten nichts bekannt.

Diese Version der Geschichte teilt auch der ZEIT- und TAZ-Korrespondent Georg Blume, der als einer der letzten ausländischen Journalisten Tibet verlassen musste.

Heute hat mir ein Tibeter geschildert, wie er die Aufstände beobachtet hat: Er konnte die Szenerie sehr genau beschreiben, brachte seinen ganzen Hass auf China zum Ausdruck - wie unmöglich sich die Chinesen aufführen, wie sie die Tibeter ökonomisch und religiös unterdrücken. Der nahm kein Blatt vor den Mund. Trotzdem sagte er: Die chinesischen Polizisten haben nicht geschossen am vergangenen Freitag, dem Ausbruch und vorläufigen Höhepunkt der Unruhen. Er vermutete, dass unter den Toten vor allem Chinesen waren, die in ihren Läden verbrannt sind.

Im Moment können wir einfach nicht belegen, wer für die Toten am Freitag verantwortlich ist. Auch ich hielt am Anfang die Militärpolizei für schuldig. Zumal die ganze Stadt voller Uniformierter ist, da liegt der Schluss natürlich sehr schnell nah, dass scharf geschossen wurde. Je öfter ich aber mit Zeugen der Unruhen rede, desto unwahrscheinlicher scheint mir das.

“Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch Handeln, sondern durch Unterlassung erreicht. Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen von Wahrheit“
Aldous Huxley

Wenn man sich diese Schilderungen anschaut, so fragt man sich, warum in den Medien nie das Wort Pogrom zu hören ist – nichts anderes war es, dass die Tibeter in Lhasa durchführten. In den Medien spricht man lieber von „anti-chinesischen“ Protesten. Angesichts dieser Vorkommnisse fällt es auch schwer, Solidarität mit den Tibetern zu empfinden. Natürlich haben die Pogrome nicht den tibetischen Anspruch auf Autonomie diskreditiert. Aber mit uneingeschränkter Unterstützung können die „Free Tibet“ Aktionen nicht rechnen, so lange sie sich nicht eindeutig von diesen Gewaltorgien distanzieren.

Tibet ist nicht Myanmar und die jungen zornigen Tibeter sind nicht die friedlichen Mönche aus Yangon. Natürlich sollte China endlich den Dialog mit dem Dalai Lama eröffnen, um eine Verbesserung der Situation in Tibet für die Tibeter und die dort lebenden Han-Chinesen zu erwirken. Bei aller berechtigter Sorge um die kulturelle Identität sollte man aber auch nicht die chinesischen Menschen in Lhasa vergessen, die vom aufgebrachten Mob umgebracht wurden.

Jens Berger

p.s.: Der Bericht des ZEIT-Korrespondenten Blume ist übrigens sehr empfehlenswert: Die Zornigen und die Frommen

Empfehlenswert ist auch dieser Beitrag, über YouTube Propaganda in der Tibet-Diskussion.

Update: Unbedingt empfehlenswert ist auch der Blogbeitrag von Stefan Niggemeier - Ein Nepal fuer ein Tibet vormachen

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Trackbacks:

  1. 1 · Aggressor China - Seite 2 am 20. März 2008 um 20:12

    […] Wenn man sich diese Schilderungen anschaut, so fragt man sich, warum in den Medien nie das Wort Pogrom zu hren ist nichts anderes war es, dass die Tibeter in Lhasa durchfhrten. In den Medien spricht man lieber von anti-chinesischen Protesten. Angesichts dieser Vorkommnisse fllt es auch schwer, Solidaritt mit den Tibetern zu empfinden. Natrlich haben die Pogrome nicht den tibetischen Anspruch auf Autonomie diskreditiert. Aber mit uneingeschrnkter Untersttzung knnen die Free Tibet Aktionen nicht rechnen, so lange sie sich nicht eindeutig von diesen Gewaltorgien distanzieren. Tibet ist nicht Myanmar und die jungen zornigen Tibeter sind nicht die friedlichen Mnche aus Yangon. Natrlich sollte China endlich den Dialog mit dem Dalai Lama erffnen, um eine Verbesserung der Situation in Tibet fr die Tibeter und die dort lebenden Han-Chinesen zu erwirken. Bei aller berechtigter Sorge um die kulturelle Identitt sollte man aber auch nicht die chinesischen Menschen in Lhasa vergessen, die vom aufgebrachten Mob umgebracht wurden. Quelle: Der Spiegelfechter Blog Archive Blutige Niederschlagung oder Pogrom? […]


  2. […] Antworten - die Tibet-Debatte im Internet. Interessante Beiträge sind auch wieder beim Spiegelfechter und bei Stefan Niggemeier zu lesen, beide mit deutlich kritischem Blick auf die bisherigen […]


  3. 3 · Schwertfischphilosphie » Tibetkrise am 21. März 2008 um 00:37

    […] eine andere Sichtweise vom Spiegelfechter. Sollte man auf jeden Fall unter diesem Gesichtspunkt […]


  4. 4 · Was passiert da eigentlich bei euch? am 21. März 2008 um 07:09

    […] an den Kopf. Manche ziemlich niveaulos andere sensibler. Interessant fand ich einen Beitrag im Spiegelfechter, auch wenn dort die chinesische Seite für meinen Geschmack etwas zu unkritisch betrachtet wird. […]


  5. 5 · Webzettel » Hyperlink-Falle und Webpranger am 21. März 2008 um 15:17

    […] Das chinesische Regime dagegen inszeniert das Internet nicht als Falle, aber als Pranger und Erweiterung des Fahndungsappartes mit Hilfe von yahoo.com und Bildern von Überwachungskameras : China fahndet im Internet nach Verdächtigen für die Unruhen in Lhasa. Apropos Unruhen in Lhasa: Der Spiegelfechter fragt: Blutige Niederschlagung oder Pogrom?. […]


  6. […] vor vier Tagen von Bloggern aus dem Krisengebiet. Und heute fand ich bei Stefan Niggemeier und dem Spiegelfechter zwei Artikel, die eine andere, meiner Meinung nach richtigere weil ausgewogenere Sichtweise auf die […]


  7. […] Zum Thema der Polarisierung zur aktuellen Lage in Tibet, habe ich vorhin ja schon etwas geschrieben. Nun bin ich auf zwei lesenswerte Beiträge zu den Unruhen in Tibet gestossen. Bei Stefan Niggemeier wird ein Blick auf die Berichterstattung der Medien geworfen. Dabei wird deutlich, daß die gezeigten Bilder fast alle nicht aus Tibet stammen. Da wollen uns die etablierten Medien wohl Nepal für ein Tibet vormachen. Schon merkwürdig was passiert, wenn keine Fotos oder Videos aus dem eigentlichen Konfliktgebiet rauskommen und die Medien andere Bilder umdeklarieren und als dort entstanden vermarkten. Der Spiegelfechter dagegen wirft einen Blick auf die Quelle der Berichte über die Unruhen und stellt die Frage, ob die Randale gegen chinesische Geschäfte nicht auch als Progrom zu verstehen sein kann. […]


  8. 8 · mein-parteibuch.com » Wenn Bilder lügen am 21. März 2008 um 22:19

    […] gerade passiert ist: CIA und MI6 versuchen mit antikomministischer Propaganda, für die sie den Tod zahlreicher unschuldiger Menschen in Kauf nehmen, das Ansehen der Regierung von China zu schädigen und dabei sowohl von ihren […]


  9. 9 · Der Blogbeutel am 22. März 2008 um 10:50

    Kriegsreport…

    Kriegsberichterstattung ist immer gelogen oder halbwahr, dient nicht der Information sondern der Manipulation. Das nicht erst seit heute, sondern seit der erste Mensch die Keule nahm und auf einen anderen losging. Mal sind es versehentlich durchgesicke…


  10. […] zur allgemein hinterfragenswerter Pressedarstellung mangels vorliegender Fakten auch unter “Blutige Niederschlagung oder Pogrom” (Jens Berger, spiegelfechter.de Blog) […]


  11. […] habe lange nachgedacht über die Diskussion beim Spiegelfechter, bei der es u.a. um die Frage geht, ob man Chinas Vorgehen in Tibet mit “europäischen” […]


  12. […] Und hier … und auch da … […]


  13. […] Spiegelfechter, Jens Berger, spricht von einem Pogrom gegen die ethnische chinesische Bevölkerung. Seine […]


  14. […] das es für die USA gar nicht gut wäre, wenn >>> Hussein jetzt draufgehen würde.. Dann wären die Gründe für die USA, >>> den Irak zu besetzen schon dünner, und ich denke mal, dann würde auch >>> kein […]


  15. 15 · Herr(e) La(h)ma am 25. März 2008 um 14:32

    […] der deutschen Öffentlichkeit Informationen vorenthalten werden. Stefan Niggemeier (20. März), der Spiegelfechter (20. März) und auch die taz (heute) - um mal drei Beispiele zu nennen - haben die Ungenauigkeiten […]


  16. […] neuen Wettbewerb gestartet. Mitten in der Debatte, ob die olympischen Spiele in Peking wegen der Ereignisse in Tibet boykottiert werden sollten oder nicht, möchte er die Aufmerksamkeit zurück auf das eigentliche […]


  17. […] mit anderen Mitteln. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen der letzen Woche, die stellenweise Pogromcharakter hatten, waren es nicht nur zornige junge Männer, die Gewalt als Mittel des Widerstandes wählten, […]


  18. […] Menschen in Lhasa vergessen, die vom aufgebrachten Mob umgebracht wurden. Toller Artikel: Der Spiegelfechter Blog Archive Blutige Niederschlagung oder Pogrom? __________________ MfG […]


  19. […] Aussage ist absolut richtig, verstößt aber gegen die Interpretationshoheit der Politik, die sich bereits darauf eingeschossen […]


  20. 20 · Vergaloppiert am 4. April 2008 um 15:02

    […] den Spiegelfechter an und für sich sehr, aber in Sachen Tibet und China hat er sich jetzt leider nicht zum ersten Mal heftig […]


  21. […] westliche Freund-Feind Unterscheidung Rücksicht, so dass im Falle der Unruhen in Lhasa nur schwer zu erkennen war, ob es sich um ein Pogrom oder eine Niederschlagung friedlicher Demonstrationen durch die […]


  22. 22 · Tibet II « Moppelkotze::Blog am 15. April 2008 um 19:48

    […] (Ein Nepal für ein Tibet vormachen) schreiben über Medienmanipulationen - nicht nur bei Springer. Der Spiegelfechter fragt: Blutige Niederschlagung oder Pogrom? und die Telepolis lässt Edle Wilde gegen eine […]


  23. 23 · Free Tibet (II) at sondala am 17. April 2008 um 19:24

    […] - Blutige Niederschlagung oder Pogrom?. Auch Instant-Karma gegen das Reich der Mitte ist lesenswert, insbesondere die Kommentare. Beide […]


Kommentare:

  1. · Ralf am 20. März 2008 um 17:16 - Permalink

    Moin!

    Entschuldige, aber nach meiner Meinung ist das keine “neutrale Sicht” auf die Dinge. Eine neutrale Sicht wäre es gewesen, sowohl die friedlichen Demonstrationen für ein - zumindest kulturell - unabhängigeres Tibet als auch die Ausschreitungen im Zuge dieser Kundgebungen zu beschreiben, gleichzeitig aber auch auf die unverhältnismäßige Härte einzugehen, die chinesische Sicherheitskräfte - auch - gegenüber offenkundig friedlichen Protestanten zeigen.

    Mir war bisher auch nicht bewußt, dass die Ausschreitungen einzelner Gruppierungen die Ausschreitungen der Ordnungskräfte irgendwie legitimieren.


  2. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 17:20 - Permalink

    @Ralf

    []gleichzeitig aber auch auf die unverhältnismäßige Härte einzugehen, die chinesische Sicherheitskräfte - auch - gegenüber offenkundig friedlichen Protestanten zeigen.

    Und wo (in Lhasa) gab es am Wochenende diese “unverhältnismäßige” Härte?


  3. · firefly am 20. März 2008 um 17:47 - Permalink

    Es ist schön, wenn du Gewaltverzicht forderst und einen Dialog einforderst. Nur wird es keinen Dialog geben, solange eine KP in Peking fest im Sattel sitzt und die Sinisierung Tibets vorantreibt. Den Tibetern bleibt doch nicht viel mehr als zu randalieren. Auf die Weise werden sie wenigstens mal wahr genommen, sowohl in Peking als auch im Rest der Welt.


  4. · Stefan am 20. März 2008 um 18:20 - Permalink

    Endlich mal eine andere Sicht auf die Ereignisse in Tibet. Ich hatte seit Beginn der Unruhen meine Zweifel, ob wir nicht mal wieder von unseren Medien “gehirngewaschen” werden, denn alles was Gewaltbeschreibungen anging, kam aus dritter Hand und die rausgeschmuggelten Videos zeigen zwar viele Polizisten und Soldaten, aber mehr nicht. Manchmal denke ich, dass China als “Sowjetunionersatz” herhalten soll, um uns immer wieder vor Augen zu führen, wie überlegen doch unser jetziges Gesellschaftssystem ist.
    Schöne Ostern
    Gruss Stefan


  5. · firefly am 20. März 2008 um 18:29 - Permalink

    Ob Hirnwäsche oder nicht. Fakt ist, dass die Chinesen alle Ausländer ausgewiesen haben. China KP ist weder für Dialog-Bereitschaft bekannt, noch anderweitig durch Toleranz und Achtung von Menschenrechten aufgefallen. Und das alles deutet darauf hin, dass es in Tibet nun rund geht.
    Es ist qualitativ immer noch ein grosser Unterschied, ob ein kleiner Mob randaliert oder eine Staatsmacht Terror verbreitet.


  6. · Martin am 20. März 2008 um 18:33 - Permalink

    Seit der Besetzung Tibets vor über fünfzig Jahren wird dieses von China systematisch ausgebeutet. Ressourcen werden dabei schon seit langem ohne jegliche Rücksicht abgebaut, Wälder abgeholzt, die Umwelt zerstört.

    Tibet wurde und wird systematisch seiner Religion und Traditionen beraubt. Nach der Niederschlagung der Aufstände von 1958 waren im Jahr 1961 von den ehemals 2500 Klöstern noch 61 übrig geblieben, von ehemals 110.000 Mönchen noch etwa 7.000. Bilder des Dalai Lama (als religiöser Führer wohl ungefähr mit dem Papst zu vergleichen) öffentlich zu zeigen ist bis heute in Tibet verboten. All das in einem Land, das tief von seiner Religion geprägt ist.

    Darüber hinaus wurde bereits unter Mao begonnen das Land mit etnischen Chinesen zu besiedeln. Diese Bestrebung setzt sich bis heute fort.

    Meinst du wirklich, dass man den momentanen Gewaltausbruch nur jungen, überreagierenden Tibetern anlasten kann?

    Ich möchte damit die Gewalt in keiner Weise gut heißen. Gewalt kann kein Mittel sein solche (und auch andere) Probleme zu lösen. In diesem Fall kann ich ihre Motivation zumindest verstehen.


  7. · Stefan am 20. März 2008 um 18:35 - Permalink

    Nur dass es für diesen Terror keine belastbaren Beweise gibt (und keine, dass er nicht stattfindet) …

    P.S.: Bezog sich auf Nummer 6


  8. · Simon Columbus am 20. März 2008 um 18:53 - Permalink

    Ich muss sagen, dass deine Texte zu dem Aufstand in Tibet zum in meinen Augen schlechtesten gehören, was bisher hier erschienen ist.

    In deinem letzten Beitrag kam ja schon eine deutliche Abneigung gegenüber dem Dalai Lama zur Sprache (begründet vor allem mit seiner westlichen Gefolgschaft). Und dieser Beitrag hier ist, anders als vieles vorher, das Gegenteil eine objektiven Berichterstattung.

    Das beginnt schon damit, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Tibet nicht mit den Ausschreitungen am Freitag begonnen haben. Tatsächlich gingen dem nämlich friedliche Proteste voraus, die allerdings durch die chinesischen Behörden mit Massenverhaftungen beendet wurden. Erst daraufhin kam es zu den beschriebenen Ausschreitungen.

    Und hier die Tibeter als alleinige Täter darzustellen ist eben nicht richtig. Denn es handelt sich immernoch um einen Aufstand gegen eine Besatzungsmacht, welche die tibetische Bevölkerung auf diktatorische Weise und mit repressiven Mitteln unterdrückt und ausbeutet. Die Tibeter werden in ihrer gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Situation gegenüber den angesiedelten Han-Chinesen von der Staatsmacht gezielt benachteiligt.

    Und auch die Reaktionen der chinesischen Regierung auf die Ausschreitungen sind alles andere als angemessen, da hier pauschal gegen die Tibeter vorgegangen wird, u.a. mit Massenverhaftungen.

    Nichts dagegen, dass du auch die Verfehlungen der Tibeter darstellst. Aber so einseitig wie das hier geschieht, ist das nicht korrekt.

    Und @ Stefan:

    Es soll keine belastbaren Beweise für die von Martin / 6 beschriebenen Aktionen der chinesischen Staatsmacht in China geben? Das ist, mit Verlaub, lächerlich.


  9. · Martin am 20. März 2008 um 19:04 - Permalink

    @Stefan / #7: Ich kann dir gern eine Liste meiner Quellen zukommen lassen.


  10. · Stefan am 20. März 2008 um 19:23 - Permalink

    @8: Na, wo sind die denn (ich meine so richtig neutrale Sachen, weder von Chinesen, noch von Tibetern)?
    @9: Gerne.
    Gruss Stefan


  11. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 19:49 - Permalink

    @3 firefly

    Den Tibetern bleibt doch nicht viel mehr als zu randalieren. Auf die Weise werden sie wenigstens mal wahr genommen, sowohl in Peking als auch im Rest der Welt.

    Ich kann nicht eben feststellen, dass die Tibeter ein Wahrnehmungsproblem haben. Die “tibetische Sache” braucht nun einmal Zeit, so bitter das auch ist. Und natürlich spielt die Zeit gegen sie (Sinisierung). Nur bezweifele ich, dass antichineschische Pogrome der Sache dienlich sind. Wer Peking kennt, weiß dass daraus genau das Gegenteil resultiert. In den Augen der Weltöffentlichkeit sind Tibeter vielleicht ein Stück weiter gekommen - in den Augen von Chinakennern ist das Gegenteil der Fall.

    Da kann ich nur den ZEIT-Korrespondenten Blume zitieren:

    Der ganze Rummel um den Dalai Lama, seine hohe politische Wertschätzung in den westlichen Hauptstädten ändern nichts daran, dass die Tibeter es vor allem mit den Chinesen zu tun haben. Und zwar jetzt wieder mit den schlimmsten, den Militaristen in der Pekinger Führung. Die Tibeter brauchen eine China-, keine Anti-China-Strategie.


  12. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 19:59 - Permalink

    @6 Martin

    Tibet wurde und wird systematisch seiner Religion und Traditionen beraubt.

    Jein - die Tibeter können heute ihre Religion relativ(!) frei ausleben, nur der Dalai Lama als Person ist für die Besatzer tabu. Nach all meinen Informationen werden die Traditionen auch nicht all zu arg beschnitten. Was aber in jedem Fall beschnitten wird, ist die ökonomische Situation der Tibeter. Es ist vollkommen klar, dass es nicht gut gehen kann, wenn chinesische “Kapitalisten” sich in Tibet ansiedeln und den Tibetern immer höhere Preise für Lebensmittel etc. abknüpfen. China hat eine gewaltige Inflation und die Lohnsteigerungen der Tibeter sind nicht festzustellen. Tibet floriert (v.a. durch den chinesischen Tourismus), nur die Tibeter bekommen davon nichts ab.

    Die Aufstände sind daher meiner Meinung nach auch primär ökonomisch bedingt und weniger kulturell oder gar religiös. Was gerne übersehen wird, ist das z.B. auch die Aufstände in Myanmar ökonomisch bedingt waren (Preissteigerungen) und nicht religiös.

    Nach der Niederschlagung der Aufstände von 1958 waren im Jahr 1961 von den ehemals 2500 Klöstern noch 61 übrig geblieben, von ehemals 110.000 Mönchen noch etwa 7.000. Bilder des Dalai Lama (als religiöser Führer wohl ungefähr mit dem Papst zu vergleichen) öffentlich zu zeigen ist bis heute in Tibet verboten. All das in einem Land, das tief von seiner Religion geprägt ist.

    Ich werde einen Teufel tun und die grausame “Kulturrevolution” relativieren oder gar verteidigen. Da sind wir sogar einer Meinung.

    Meinst du wirklich, dass man den momentanen Gewaltausbruch nur jungen, überreagierenden Tibetern anlasten kann?

    Nein - aber die Wahl der Mittel und die Art der Gewalt kann ich sehr wohl kritisieren und tur das auch (und nichts anderes)

    Ich möchte damit die Gewalt in keiner Weise gut heißen. Gewalt kann kein Mittel sein solche (und auch andere) Probleme zu lösen. In diesem Fall kann ich ihre Motivation zumindest verstehen.

    Darum geht es mir aber nicht - mir geht es um die verkürzte bis verbogene Darstellung in den Medien. Hätten die Medien die Vorfälle so dargestellt, wie es der ECONOMIST oder auch die NZZ getan haben und dies mit Hintergrundinfos versehen, die eben diese Motivation begreifbar machen - ich hätte nichts gesagt.


  13. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 20:13 - Permalink

    @7 Simon Columbus

    Das beginnt schon damit, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Tibet nicht mit den Ausschreitungen am Freitag begonnen haben. Tatsächlich gingen dem nämlich friedliche Proteste voraus, die allerdings durch die chinesischen Behörden mit Massenverhaftungen beendet wurden. Erst daraufhin kam es zu den beschriebenen Ausschreitungen.

    Das ist vollkommen richtig.

    Und hier die Tibeter als alleinige Täter darzustellen ist eben nicht richtig. Denn es handelt sich immernoch um einen Aufstand gegen eine Besatzungsmacht, welche die tibetische Bevölkerung auf diktatorische Weise und mit repressiven Mitteln unterdrückt und ausbeutet. Die Tibeter werden in ihrer gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Situation gegenüber den angesiedelten Han-Chinesen von der Staatsmacht gezielt benachteiligt.

    Auch das ist richtig.

    Nichts dagegen, dass du auch die Verfehlungen der Tibeter darstellst. Aber so einseitig wie das hier geschieht, ist das nicht korrekt.

    Dass die Chinesen alles andere als Engel sind, ist unzweifelhaft und es liegt mir fern, sie zu verteidigen. Aber eine einseitige antischinesische Berichterstattung, wie sie in den großen Medien und vielen Blogs betrieben wird, ist mE die falsche Wahl. Sorry, wenn das pathetisch klingen sollte, aber ich habe kein Verständnis, Pogrome, bei denen Zivilisten einer ethnischen Minderheit umgebracht werden, totzuschweigen oder zu verteidigen, nur weil die Täter eine verständliche Motivation zum Widerstand haben. Das ist der falsche Weg.

    Erstaunlicherweise bin ich da ja mit dem Dalai Lama absolut einer Meinung - die radikaleren Free-Tibet Bewegungen sehen dies anders und daher hat ersterer auch mit seiner Position mein Placet, letztere nicht. Man muß da differenzieren.

    Auch Dir kann ich nur den Bericht in der ZEIT nahelegen.


  14. · Sansturm53 am 20. März 2008 um 20:18 - Permalink

    Schöner Artikel - passt zwar dem einen oder anderen Esotheriker nicht aber zeigt ein realistischers Bild von der Lage als der Mist der bei den Stille-Post-Medien rüberkommt.


  15. · Martin am 20. März 2008 um 20:27 - Permalink

    @#13:

    Jein - die Tibeter können heute ihre Religion relativ(!) frei ausleben, nur der Dalai Lama als Person ist für die Besatzer tabu. Nach all meinen Informationen werden die Traditionen auch nicht all zu arg beschnitten

    Die Traditionen werden schon dadurch beschnitten, dass die Religion Beschränkungen unterliegt. Beide Sachen sind in einem solch religiösen Land eng miteinander verknüpft.

    Stell dir einfach mal vor irgendwer hätte Bayern vor 50 Jahren besetzt und annektiert, Kirchen geschlossen und würde bis heute den Besitz von Papsbildern unter Strafe stellen. Meinst du nicht, dass damit auch die örtliche Traditionen gefährdet wären?

    Das Problem ist doch, dass in verschiedenen Abstufungen seit über 50 Jahren die Tibeter im eigenen Land unterdrückt werden. Zudem gehört die Region (wie fast alle westlichen Provinzen Chinas) zu den armen des Landes. Vom Wohlstand der westlichen Provinzen ist man weit entfernt. Damit bekommt das Ganze sehr wohl eine wirtschaftliche Motivation. Und auch diese kann ich verstehen.

    Bei meinem letzten Besuch in China hat mir jemand erzählt, dass China einige Regionen am Rand eines Aufstands stünden, was allerdings in den chinesischen Medien totgeschwiegen wird (die westlichen erfahren davon gleich gar nichts). Gerade die wachsende Ungleichverteilung des Reichtums heizt diese Situation an. Leider kann ich mich nur auf diese Aussage verlassen (der ich durchaus Glauben schenke) und nicht mit eigenen Beobachtungen dienen.

    Ich kann nicht eben feststellen, dass die Tibeter ein Wahrnehmungsproblem haben.

    Wenn ich mir dein Eingangszitat anschaue, hatten sie sehr wohl ein Wahrnehmungsproblem. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, wann ich den letzten Artikel über Tibet in den Medien gesehen habe, bevor die Krawalle begannen. Und was nicht in den Medien ist, ist auch sonst nicht präsent.

    Und was die China-Strategie der Tibeter angeht…wenn man in einem besetzten Land lebt, ist die Strategie im allgemeinen gegen die Besatzer gerichtet. Alles andere käme der Akzeptanz des Staus Quo gleich.

    @#14: Vielleicht gibt der Artikel ein realistischere Bild der Lage wieder, vielleicht auch nicht. Woher weißt du das?


  16. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 20:42 - Permalink

    @15 Martin

    Die Frage sollte doch lauten “wie schaffen es die Tibeter mehr Autonomie zu bekommen?” und nicht “wie schaffen sie es in die westlichen Medien zu kommen?”.

    Es gibt in China Think Tanks, die (v.a. wegen der Taiwanfrage) Konzepte für einen verstärkten Föderalismus erarbeitet haben, die in den Schubladen in Peking liegen. Kooperativ ließe sich etwas erreichen, wenn man in Peking den Anschein erweckt, mit einem “Mehr” an Föderalismus und Autonomie fliegt der KPC der Laden um die Ohren, wird nie etwas passieren.

    Auch ich war d.ö. in China und hatte sehr enge Kontakte zu systemkritischen Studenten (ich war drei Jahre mit einer Hong-Kong Chinesin liiert) und bin (wer mich kennt, weiß das) ein absoluter Gegner der chinesischen Regierung; aber, wenn man sich ernsthaft mit dem Status-Quo auseinandersetzt, weiß man, dass es gar nichts bringt, sich gegen die Betonköpfe zu erheben. Damit erreicht man das genaue Gegenteil. Eine Unterwanderung des Systems durch zivilgesellschaftlich geprägte Menschen verspricht mehr Hoffnung. Dies ist ein langer Weg - das wissen die chinesischen Dissidenten, dass wissen kritische chinesische Studenten, das weiß der Dalai Lama.

    Was ist Dir also wichtig? Eine Verbesserung der Lage in Tibet (und China) oder die Stärkung der reformfeindlichen Elemente in der KPC?

    Und was die China-Strategie der Tibeter angeht…wenn man in einem besetzten Land lebt, ist die Strategie im allgemeinen gegen die Besatzer gerichtet. Alles andere käme der Akzeptanz des Staus Quo gleich.

    Betrachte den Freiheitskampf in Indien. Hat Gandhi etwa den Status Quo akzeptiert? Wäre Indien so reibungslos selbstständig geworden, wenn die Inder mit Waffengewalt gegen die Briten vorgegangen wären?


  17. · Spiegelfechter am 20. März 2008 um 20:48 - Permalink

    @all

    Lesetipp: Der Dalai Lama tritt von allen Ämtern zurück


  18. · Schwitzig am 20. März 2008 um 21:05 - Permalink

    Erinnert mich irgendwie an Israel und die Palästinenser.

    Wie auch immer - den MM glaube ich gar nichts, dazu ist eine viel zu klar erkennbare Linie in der Berichterstattung. Danke für die andere Sicht der Vorkommnisse.

    Ich glaube nicht, dass es einen logischen Grund für die Chinesen gibt, mit unverhältnismäßigen Reaktion die Olympiadevisen zu riskieren. Daher wirkt das MM-Bild China==Böse und Tibetanische “Widerstandskämpfer”==Gut auf mich ähnlich unrealistisch, wie der SPON-Kasparov-ist-super-Putin-ist-böse-Spin.

    Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

    Wie hätten unsere MM wohl geschrieben, wenn die Opfer nicht Chinesen sondern Menschen jüdischen Glaubens gewesen wären?

    (Und übrigens: Mit den Zinsen habe ich _doch_ recht - aber dazu später :-).

    Grüsse


  19. · Martin am 20. März 2008 um 21:08 - Permalink

    Die Frage sollte doch lauten “wie schaffen es die Tibeter mehr Autonomie zu bekommen?” und nicht “wie schaffen sie es in die westlichen Medien zu kommen?”.

    Sollte sie das? Die westlichen Medien an sich können den Tibetern herzlich egal sein, das stimmt wohl. Aber ohne diese Medien wird auch keine Druck von außen auf China entstehen. China von innen zu unterwandern, klingt schön, halte ich aber für sehr optimisch gedacht bei der langen Tradition von Repression gegen das eigene Volk in China.

    Anyway…ich glaube wir sind grundsätzlich gar nicht so verschiedener Meinung. Auch mir wäre eine gewaltfreie Lösung viel lieber. Nur für mich klang dein Artikel eben auch nicht wirklich ausgewogen ;)

    Und was die Medien angeht…da glaube ich schon lange so gut wie nichts mehr, ohne selbst nachzuforschen. Ja die Berichterstattung war überwiegend einseitig. Ob die Medallie eine Kehrseite hat wurde nicht nicht gefragt.
    Aber was will man von Redakteuren erwarten, die unter Zeitdruck stehen und gezwungen sind zu veröffentlichen, weil es die anderen auch tun? Was Menschenrechtsdinge angeht hat China nun mal nicht die beste Reputation erworben. Also liegt es nahe, auch hier darauf zu schließen. Wirklich objektive Berichte aus Tibet zu erhalten ist ja für die Medien leider nicht möglich, da man ja nicht mal eben jemanden hinschicken kann.

    Nein, das sollte die Medien nicht entschuldigen. Es ist vielmehr einer der Gründe, warum ich solchen Berichten grundsätzlich zweifelnd gegenüberstehe. Auch die Artikel im Guardian und der Zeit sind da keine Ausnahmen, wissen wir doch z.B. nichts über die zitierten Zeugen. Diese mögen authentisch gewesen sein, vielleicht waren sie es aber auch nicht. Solange ich nicht dabei war, maße ich mir nicht an das zu beurteilen.

    EDIT
    @17: sehr schön =)


  20. · stefan ingmann am 21. März 2008 um 00:11 - Permalink

    Du zeigts interessante aspekte der mediale “Aufbereitung” des Aufstandes in Tibet auf. Ich finde nur dass du es mit dem Verständnis für die Unterdrücker etwas übertreibst. Selbstverständlich sind alle Greultaten an der chinesischen Bevölkerung zu verurteilen, aber sie kommen als Besetzer und sind sich des Risikos durchaus bewußt. Das wahre Drama Tibets ist es, daß die Linke aus billigem China Opportunismus sich nie für Tibet eingesetzt hat und durch die heutigen Ereignisse überall das schlechte Gewissen und der Wunsch “die sollten doch endlich aufgeben” in der Kommentierung vorherrscht.


  21. · Stacheldraht am 21. März 2008 um 00:48 - Permalink

    die armen tibeter. jetzt sind auch wir konsumenten gefragt! beim türken kaufe ich schon seit jahren aus prinzip nicht mehr (kein döner, kein obst), um die islamisierung europas nicht finanziell zu unterstützen. na gut, dann gibt es ab jetzt halt statt chinaente wieder deutsche currywurst. man muss gezielt handeln um die feinde der westlichen demokratie - seien es messterstechende muselmänner oder gelbe kommunisten - in schach zu halten.


  22. · Olle Berta am 21. März 2008 um 01:03 - Permalink

    Vorschlag: Wir legen für den Jens Berger alle ein bischen zusammen und der kann sich dann ja in sein Traumland nach China verpissen und seinen Blog von dort aus betreiben.

    Es ist anzunehmen das sich daraufhin in der “bösen westlichen Welt” bald wieder jemand über eine frische Organspende freuhen kann.

    Ach Ihr lieben Genossen von Jens, bitte gehts doch mit, Träume sollten Wirklichkeit werden!


  23. · AAA am 21. März 2008 um 01:42 - Permalink

    einsatz von scharfen waffen bestätigt?

    sagen laut spon die chinesen

    so ein mist - vorhin noch rumdisktutiert vonwegen perspektiven und so …
    nun hab ich mich einmal auf die seite der großen gestellt, naja

    go tibet, go tibet


  24. · flatter am 21. März 2008 um 01:59 - Permalink

    @ Spiegelfechter: Ich muß leider Simon Columbus zustimmen. In bezug auf Tibet stelle ich Ähnliches fest wie in bezug auf deine Artikel zu Putin: Deine sehr berechtigte Distanz zur hiesigen “Berichterstattung” (die sich der Merkel-Doktrin anschmiegt) läßt eine deutliche Position zu bürgerrechtlichen Forderungen in diesen Zusammenhängen und das Verständnis für Aufstände gegen brutale Unterdrückung vermissen. Allein die Tatsache, daß als erstes jede journalistische Berichterstattung von den Machthabern verhindert wird, zwingt m.E. zu einer anderen Haltung, wenn man denn demokratischer, resp. rechtsstaatlicher Gesinnung ist. Wenn ich den Tenor deiner Kommentare zur Lage in Tibet auf hiesige Zustände anwende, überholst du Schäuble rechtsaußen. Mißverstehe ich dich so sehr? Kann es sein, daß dir entgeht, wie du quasi voraussetzt, daß man deine “Denke” schon kennt und du daher gelegentlich Artikel postest, die sich lesen, als sanktioniertest du Diktaturen?


  25. · wobble am 21. März 2008 um 02:51 - Permalink

    Wenn du eine neutrale Berichterstattung über Tibet forderst, kannst du lange warten, denn Chinas Strategie ist es genau diese nicht zuzulassen indem sie das ganze Gebiet abschotten!

    Man sollte sich also fragen, wieso die Chinesen denn das machen. Vielleicht wollen sie nur, dass die anderen Chinesen sich nichts bei den Tibetern abgucken, oder sie haben wirklich etwas vor, was so mit unseren Vorstellungen von Menschenrechten unvereinbar ist, dass wir da nicht mehr weggucken können.

    Egal, was dort passiert, wir werden nur spekulieren können. Die einzige Chance der Tibeter, falls China wirklich aktuell sehr menschenverachtend handelt, ist die olympischen Spiele zu nutzen, um z.B. bei dem Fackellauf durch Tibet, wo bestimmt die ausländischen Medien nicht ausgewiesen werden, ihre Situation der westlichen Welt zu zeigen. Ich denke bei einem solchen Event werden die chinesischen Sicherheitskräfte es nicht schaffen darauf aufzupassen, dass nicht doch ein paar Reporter ausbüchsen um Interviews zu machen.

    Ein entsprechendes Olympiaboykott oder ähnliches wäre fatal, weil dann können wir auch nur weiter zu Tode diskutieren.


  26. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 02:58 - Permalink

    @flatter und andere

    Wenn ich den Tenor deiner Kommentare zur Lage in Tibet auf hiesige Zustände anwende, überholst du Schäuble rechtsaußen.

    Das denke ich doch mal nicht ;-)

    Aber gut, dass Du es so formuliert hast, denn ich denke, dort ist der Kern des Missverständnisses.

    China ist nicht Deutschland und es macht einen großen Unterschied, ob man gegen einen (verhältnismäßig) reaktionären und kontrollsüchtigen deutschen Poltiker argumentiert, oder gegen das chinesische Regime. Und ich finde es sehr wichtig, diesen Unterschied klar zu stellen. Wenn ich an China (oder auch Russland) die gleichen Maßstäbe anlegen würde, die ich an (relativ) alte Demokratien anlege, deren geistiger Hintergrund auch den Humanismus und die Aufklärung umfasst, so wüßte ich gar nicht, wo ich mit der Kritik anfangen sollte. Aber das ist ja der Punkt - China ist nicht Deutschland, China war nie demokratisch, China hat nie die Gedanken der Demokratie oder der Aufklärung genosssen. Ein Sinologe sagte mal: “In China gab es entweder autoritäre Regime oder Chaos - wie soll China zu einem humanitären und demokratischen Selbstverständnis finden?”.

    Mißverstehe ich dich so sehr?

    Nicht nur Du - mich beschleicht das Gefühl, viele Leser denken, ich sei prochinesisch - was definitiv falsch ist. Ich versuche nur die Situation wertneutral und realistisch zu betrachten. Ist es denn falsch, den Fokus auf realisierbare Ziele zu legen?

    Vielleicht verstehst Du mich besser, wenn ich Dir von meiner China-Erfahrung erzähle.
    Als Angehöriger der westlichen Boheme ist man es gewohnt, für andere Kulturen Ideen zu haben, wie diese sich verhalten oder entwickeln sollten. Wenn Du mit der chinesischen Kultur in Kontakt kommst, kannst Du diesen Gedanken schon mal komplett vergessen. China ist stolz und sehr(!) selbstbewußt. “Unsere” Ideale, Philosophien und Gedanken haben dort den Wert, den z.B. das Koranverständnis gläubiger Saudis auf Deutsche hat - eine bestenfalls interessante Sicht der Dinge, die aber eher in die Kategorie “weltfremd” eingeordnet wird. Von daher muss man mit Chinesen auf ihrer Ebene argumentieren, was für “babarische Langnasen” nahezu unmöglich ist. Wie will man aber eine Position über den Tibet-Konflikt beziehen, wenn man (nur) aus europäischer Sicht argumentiert? Man kann dies machen, aber letztendlich ist diese Argumentation dann eher ein “intellektuelles Eierschaukeln” ohne Substanz.

    Vielleicht sehe ich die Sache ja zu “realistisch” und zu wenig “idealistisch”. Aber mein Anspruch (an mich selbst und an den Blog) ist es, über eben diese kulturellen Denkbarrieren hinaus zu denken. Vielleicht ist es mir nicht in den zwei “Tibet-Artikeln” nicht gelungen, dies zu kommunizieren.

    Kann es sein, daß dir entgeht, wie du quasi voraussetzt, daß man deine “Denke” schon kennt und du daher gelegentlich Artikel postest, die sich lesen, als sanktioniertest du Diktaturen?

    Das mag sein. Vielleicht bin ich auch unfähig, die Gedanken meiner Leser zu antizipieren. Wenn ich diesen Artikel lese, so sehe ich kein Indiz, daraus eine “Diktaturen sanktionierende” Botschaft zu lesen. Im Gegenteil - ich zitiere mich mal selbst:

    “Natürlich haben die Pogrome nicht den tibetischen Anspruch auf Autonomie diskreditiert.”

    “Natürlich sollte China endlich den Dialog mit dem Dalai Lama eröffnen”

    Herrjeh - muss ich wirklich unter jeden Artikel mein “ceterum censeo” setzen?


  27. · Fiend_THeyde am 21. März 2008 um 03:04 - Permalink

    @ AAA:

    “go tibet, go tibet”

    Falls du es noch nicht mitbekommen haben solltest: das ist kein Fußballspiel!


  28. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 03:09 - Permalink

    @25 wobble

    Man sollte sich also fragen, wieso die Chinesen denn das machen. Vielleicht wollen sie nur, dass die anderen Chinesen sich nichts bei den Tibetern abgucken

    Vielleicht auch das, aber ich denke eigentlich berührt das mehr das Selbstverständnis der Chinesen. In ihrer Sichtweise ist der Tibet-Konflikt eine interne Angelegenheit und man bevorzugt Mittel und Wege zur Klärung dieser Angelegenheit, die bei den “Langnasen” nicht unbedingt hoch im Kurs stehen.

    Im Fall, den ich in diesem Artikel aufgreife, ist dies für die Chinesen sogar kontraproduktiv, wie auch der Augenzeuge Blume anmerkt. Den Falken der KPC ist die Postion und Interpreationshoheit der westlichen Medien aber ziemlich schnuppe. Dies ist vielleicht(!) vergleichbar mit dem Selbstverständnis von Frau Merkel bzgl. der Kosovo-Anerkennung. Schert es sie, was die serbischen Medien schreiben?


  29. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 03:30 - Permalink

    @all

    Update: Unbedingt empfehlenswert ist auch der Blogbeitrag von Stefan Niggemeier - Ein Nepal fuer ein Tibet vormachen


  30. · salvo am 21. März 2008 um 09:31 - Permalink

    der Beitrag Niggemeiers belegt wieder einmal die Selbstdemontage der gesteuerten Massenmedien eindrucksvoll. Es ist nicht zu fassen, dass die Menschen hier eine solche Manipulation und Mißbrauch der medialen Macht zulassen und nicht auf die Barrikaden gehen und sich stattdessen als serviler virtueller Mob gegen einen projizierten Feind instrumentalisieren lassen. Es ist auch geradezu lächerlich zu sehen, wie sich hier Menschen, die nicht einmal die Strukturen überwunden haben, die den deutschen Nazismus erst ermöglicht haben, hier über strukturelle Gewalt echauffieren, die anderswo ausgeübt wird. Leute, wenn ihr wirklich ernst genommen werden wollt, kümmert euch erst einmal um die Situation der Migranten hier in diesem Land. Eure heuchlerische Scheinheiligkeit ist ja mehr als abstoßend.


  31. · Kai am 21. März 2008 um 11:15 - Permalink

    Beim Thema Tibet sollte man sich weder die chinesische noch die Sichtweise des Dalai Lama kritiklos zu eigen machen. Dass China keine Demokratie ist und die Tibeter bis heute diskriminiert sowie offensichtlich von Han-Chinesen wirtschaftlich an den Rand gedrängt werden - keine Frage. Doch seit ich weiß, wie die die übergroße Mehrheit der Tibeter früher unter dem Dalai Lama lebte, nämlich als bettelarme Leibeigene mit der Aussicht, etwa 35 Jahre alt zu werden, sehe ich die ganze Sache ein wenig differenzierter.

    Das gilt auch für immer wieder zu hörenden Vorwürfe, die Tibeter seien mittlerweile eine Minderheit in ihrem eigenen Land. Für das Autonome Gebiet Tibet trifft das definitiv nicht zu, nur für „Großtibet“, dass die benachbarten chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan ganz oder teilweise einschließt. Das ist ein riesiges Gebiet, flächenmäßig nahezu ein Drittel Chinas, in dem nach exiltibetischer Auffassung möglichst keine anderen Volksgruppen, vor allem keine Han-Chinesen, sondern nur die 6 Millionen Tibetern siedeln sollen. Tut mir leid, aber das hat schon was von „Blut und Boden“.


  32. · Ralf am 21. März 2008 um 12:20 - Permalink

    “Leute, wenn ihr wirklich ernst genommen werden wollt, kümmert euch erst einmal um die Situation der Migranten hier in diesem Land. Eure heuchlerische Scheinheiligkeit ist ja mehr als abstoßend.”

    Ich sehe nicht, wo Migranten in diesem Land nicht nach dem Grundgesetz gerichtet werden und nicht dieselben Rechte auf freie Religion, freie Meinung und Individualität haben. Falls du dazu konkrete Beispiele hättest, wäre die Nennung mal angebracht.
    Es gibt sicher noch Probleme hinsichtlich der Auslegung von Toleranz, auf beiden Seiten, zusammen leben ist nunmal kein Kindergeburtstag. Aber das ist zum einen nicht das Thema, und zum anderen kein Argument, sich nicht auch gegen Gewaltausbrüche in Tibet zu äußern.

    @ Jens, nachdem es mittlerweile kaum noch Beobachter in Tibet gibt kann ich dir die Frage schlecht beantworten, Fakt ist, denke ich, dass zumindest in Sichuan auf Demonstranten geschossen wurde. Und wenn das chinesische Regime Schusswaffengebrauch offen eingesteht, will ich nicht wissen, was es da noch verschweigt. Generell gibt die Partei selten etwas zu, was sich noch irgendwie verschleiern ließe. Ganz abgesehen davon, dass es neben den Aufnahmen von marodierenden Tibetern auch genügend von Mönchen gibt, die mit Knüppeln gejagt oder verhaftet werden. Oder hat jemand ein Video vom randalierenden Mönch?

    Mit derselben Haltung hätte man am letztjährigen G8-Gipfel ja direkt in die Menge ballern dürfen..


  33. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 12:45 - Permalink

    @32 Ralf

    Ganz abgesehen davon, dass es neben den Aufnahmen von marodierenden Tibetern auch genügend von Mönchen gibt, die mit Knüppeln gejagt oder verhaftet werden.

    Und dies wohl in Nepal und Indien, wie Nieggemeiers Beitrag belegt.

    Oder hat jemand ein Video vom randalierenden Mönch?

    Videos nicht, aber Augenzeugen berichten dies - Quelle. Ich will das jetzt gar nicht überbewerten.

    Mit derselben Haltung hätte man am letztjährigen G8-Gipfel ja direkt in die Menge ballern dürfen..

    Sorry Ralf, aber der Vergleich ist derart hanebüchen, dass ich darauf gar nicht weiter eingehen will.


  34. · flatter am 21. März 2008 um 12:54 - Permalink

    @Spiegelfechter: So dachte ich mir das. Aber nein, ein “ceterum censeo” ist nicht immer nötig. Vielleicht aber, gerade aus der genaueren Kenntnis chinesischer Verhältnisse, eine pointierte Kritik, wie du sie gegenüber den tibetfreundlichen Schreibern auch übst. Daß China nie demokratisch war, sei geschenkt. Wo aber wird die rote Linie überschritten? Und wo beginnt die Notwendigkeit zur Kritik aus dem “Westen”? Daß die Machthaber zuerst bemüht sind, alle neutralen Zeugen loszuwerden, ist ein sehr böses Zeichen. Ich finde, dieser Gedanke gehört ins Zentrum der Auseinandersetzung mit der “Berichterstattung” aus Tibet. Da ist es auch wurscht, ob es die Chinesen sind oder die Amerikaner mit ihrem “embedded journalism” - so etwas ist immer Auftakt zu einem Gemetzel. Und so gesehen ist mir die falsche Empörung der Unwissenden beinahe lieber, als eine sich objektiv wähnende Stellungnahme, die das Mißverständnis provoziert, der Autor relativiere, was da passiert. Ich finde das auch handwerklich ungeschickt. In diesem speziellen Fall wäre gar ein ceterum censeo ganz passend gewesen.
    Ich versuche, das ohne Vorwurf anzumerken. Ich kritisiere dich an dieser Stelle vor allem deswegen, weil ich mir vorstelle, wer deinen Artikel aus welchen Motiven zitieren könnte. Er könnte ein gefundenes Fressen sein für Leute, die zum Beispiel wirtschaftliche Interessen über Menschrechte stellen.


  35. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 13:12 - Permalink

    @flatter

    Ich versuche, das ohne Vorwurf anzumerken.

    Konstruktive Kritik ist mir sehr lieb und Deine Kritik ist ja sehr konstruktiv.

    -> chinesische Medien

    Nun ja - ich glaube eigentlich nicht, dass irgendwer die Meldungen von Xinhua oder die Verlautbarungen offizieller Quellen wirklich für neutral hält und ihnen glaubt. Diese Distanz ist aber bei vielen Lesern (und Medien) bei Meldungen der Exiltibeter keinesfalls so ausgeprägt. Ich möchte die beiden Lager auch nicht 1:1 vergleichen, natürlich gibt es auch aus den Kreisen der Exiltibeter korrekte Informationen. aber es ist nicht möglich, dass eine von dem anderen zu trennen.

    Einen Artikel zu schreiben, der die KPC und Xinhua Lügen straft, ist mE eigentlich überflüssig. Außerdem sind die etablierten Medien auf diesem Auge ja keinesfalls blind.

    -> Abriegelung Tibets

    Das ist idT beunruhigend, aber ich würde es nicht so schwarz sehen. China ist nun einmal unglaublich arrogant und schert sich nicht mal im Ansatz um die “Meinung” westlicher Medien. Ein Herauswerfen westlicher Journalisten liegt zu 100% in der “normalen” chinesischen Krisenpolitik, da muss kein Massakerplan dahinterstehen.

    Im übrigen geht der im Artikel verlinkte Blume sehr ausführlich auf dieses Thema ein.

    -> Ceterum Censeo

    OK - ich sehe es ein. Ich werde bei mißverständlichen Themen künftig mein Ceterum Censeo setzen ;-)


  36. · transwarp am 21. März 2008 um 13:45 - Permalink

    lustig wie spiegel online sich verteidigt

    spiegel.de...

    “Eines der neuesten Videos greift westliche Medien an, auch SPIEGEL ONLINE, und beschuldigt sie, mit verfälschenden Bildunterschriften und Filmtexten Propaganda zu betreiben. Bei näherem Hinsehen erweisen sich allerdings eher die Vorwürfe als Propaganda - und die jubelnden Kommentatoren als mutmaßliche regierungstreue Claqueure. Eine auffällig große Zahl von Nutzern hat ihren YouTube-Account erst am 17. März oder danach eingerichtet und interessiert sich dort für nichts anderes als chinesische Propagandavideos”

    youtube.co...

    So ich hab mir das Video angesehen… Musik suckt…. die Hauptaussage ist das auf den meisten Bildern nicht die chinesische Polizei zu sehen ist…

    So will spiegel online magazin dieses video entlarfen, reicht eine Aussage: Doch darauf ist die Chinesische Polizei zu sehen…

    Aber so what, spiegel hat das doch gar nicht nötig….argumente….pah…. propaganda….leicht zu erkennen…


  37. · 7schläfer am 21. März 2008 um 14:02 - Permalink

    ein Vorschlag @SF

    OK - ich sehe es ein. Ich werde bei mißverständlichen Themen künftig mein Ceterum Censeo setzen ;-)

    das ist nicht einmal unbedingt erforderlich: vielleicht solltest Du mehr eine “moderierende” Position einnehmen und klarmachen, welchen Standpunkt Du gerade beschreibst; wenn Du dann willst, kannst Du ja auch noch Deine eigene Meinung dazu kundtun.

    Da Du ja auch neue Leser erreichen möchtest, und diese sich nicht erst durch sämtliche Artikel und Kommentare kämpfen wollen, entsteht bei diesen dann auch kein falscher Eindruck, und Du musst Dich dann nicht rechtfertigen ;)


  38. · antonym am 21. März 2008 um 14:04 - Permalink

    Gebt den Chinesen noch 20-30 Jahre und der Laden wird auch ‘demokratisch’. Auf den untersten Ebenen bei Bürgermeistern und so wird ja schon abgestimmt, diese Programme laufen schon seit einigen Jahren. Eine gelenkte Demokratie wie in Russland oder England ist kein so grosser Zivilisationsprung und wirkt stabilisierend, also ganz im Sinne der Machthaber.

    ‘Ceterum Censeo’ finde ich traurig, das ist also der unter westlichen ‘Demokraten’ verpflichtende Wille zur totalen Unterwerfung und Vernichtung des Gegners… Ich glaube, solange der Westen diesen tiefen, irrationalen Hass nicht irgendwie loswird, wird man wie auch jetzt als überhaupt nicht kommunikationsfähig wahrgenommen werden. Mit Leuten wie dem saudischen Königshaus klappts beim demokratischen Westen deshalb ja auch am besten.


  39. · Michael Kostic am 21. März 2008 um 15:47 - Permalink

    @Spiegelfechter:

    Hallo,

    Vielleicht solltest Du dir mal die Mühe machen wenigstens deine Leser, über die prägnantesten Kulturdifferenzen zwischen Asien und Europa aufzuklären. Z.B. was es in Asien bedeutet jemanden auf Lebenszeit verpflichtet sein, bzw. welche Konsequenzen es für einen hat, wenn man sich nicht daran hält ;-)

    Gruß


  40. · GoeZz am 21. März 2008 um 16:48 - Permalink

    Hallo,

    ein Punkt der zwar in dieser debatte schon genannt wuerde aber immmerwieder vergessen wird moechte ich nochmal anmerken. Man muss was in Tibet passiert absolut verurteilen, von unserem von westlichen Wertvorstellungen gepraegten Standpunkt aus!
    Das Problem an der Sache ist, der Chinese argumentiert und handelt nicht von einem westlichen Standpunkt aus! Sondern von seinem Chinesischen aus. Und dieser ist so grundlegend verschieden von unserem das es jeglichen Rahmen sprengen wuerde diesen hier zu erklaeren!
    Fuer die Chinesen ist von absoluter Bedeutung so schnell wie moeglich Ruhe in Tibet zu haben. Die MIttel um dieses Ziel zu erreichen sind der chinesischen Regierung wahrscheinlich ziemlich egal.
    Man muss sich immer klar machen das es in China zahllose Minderheiten gibt die gerne Autonom waeren, und der absolute Supergau fuer China, und im uebrigen auch fuer uns, waere es, wenn diese Zahlreichen Minderheiten auf die Idee lkaemen sich den (gewaltaetigen?) Protesten anzuschliessen.
    Ich habe im Sommer in Sichuan eine aehnliche Situation live miterlebt. Bei einem jahrlichen Reiterfestival in Litang haben einige Moenche die Buehne “gestuermt” und die Rueckkehr des Dalai Lama gefordert.
    Dauraufhin ist die Militaerpolizei massiv eingerueckt und hat das Festivall aufgeloest und es wird wohl auch nicht wieder stattfinden, da es schon oefters solche Vorfaelle gab. Nach meinen Beobachtungen war die Polizei damals sehr darauf bedacht es zu keiner Eskalation kommen zu lassen, sondern durch schiere Praesenz fuer Ruhe zu sorgen.
    Auch damals gab es das Geruecht es waere jemand erschossen worden, was zur einzigen wirklichen gefaehrlichen (von mir direkt miterlebten) Situation fuehrt als aufgebrachte Buerger durch die Strassen zogen. Und auch in diesem Fall absolute Zurueckhaltung seitens der Polizei.
    Damit will ich nochmal auf den zentralen Punkt in SF Artikel hinweisen. Keineswegs darf man dem Bild glauben schenken welches uns hier in den Massenmedien aufgezeigt wird. Natuerlich werden die Chinesen nicht gerade mit Samthandschuhen vorgegangen sein.
    Man sollte sich aber zumindest die Muehe machen, fuer sich ein differenzierteres Bild zu “erarbeiten”
    Ich sag immer, die Chinesen wissen wenigstens, dass sie von ihren Medien nur die “passende” Wahrheit zu hoeren bekommen, viele hier muessen sich dieses “Wissen” erst noch aneignen!

    Gruesse


  41. · David am 21. März 2008 um 17:28 - Permalink

    Lieber Spiegelfechter, ich teile zwar deine Abneigung gegen tendentiöse Berichterstattung und finde es gut, dass du die andere Seite beleuchtest, muss aber sagen, dass deinem Artikel definitiv der Hinweis auf die Ereignisse vor den gewaltsamen Protesten fehlt. Im Moment liest sich dein Text so, als ob dort ganz spontan und unmotiviert die Tibeter angefangen hätten, den Han die Köpfe einzuschlagen, und dass die Berichte über friedliche Demonstrationen alle von der gleichgeschalteten Mediengehirnwäsche erstunken wären. Das ist so definitiv nicht richtig.


  42. · Vogel am 21. März 2008 um 18:46 - Permalink

    Hi Jens,
    Gottseidank, ein nicht unerheblicher Teil Deiner Kommentatoren lässt sich nicht so leicht von Nancy Pelosi (hab’keine Lust nachzugucken, wie die Deern sich schreibt), Richard Geere (nobles Anliegen) und unserem Steinmeier auf den Leim locken:

    Klare Worte der Bundesregierung: ”Schaffen Sie Klarheit”, forderte Außenminister Steinmeier die chinesische Regierung auf. ”Wir wollen genau wissen, was in Tibet geschieht.” China schade sich selbst, wenn es ausländische Reporter daran hindere, sich selbst ein Bild zu machen.

    Was soll das? Wollen wir, will er, Schiri spielen und Gelbe Karten verteilen oder ggf. auch ‘mal die Rote ziehen (!! :) ), woll’n wir am Spielfeldrand stehen und Pfeifen, oder Klatschen, oder woll’n wir mit mischen, damit wir in zwei Jahren fordern können: “Raus aus Afghanistan Tibet!” Natürlich: Was die Chinesen veranstaltet haben und veranstalten, iss nich schön, aber normal! So sind Menschen mit Menschen umgegangen, gehen um und werden umgehen … dat iss halt so bei den Menschen!! (leider - ich hab’s 30 Jahre lang beklagt und dagegengehalten wo’s ging, hat nix genutzt - jetzt kann ich damit besser umgehen).

    Hier ‘mal zu Tibet aus dem KStA, Nr. 68, Do./Fr. 20./21.3., Prof. Helwig Schmitz-Glintzer, u. a. Autor der “Kleinen Geschichte Chinas”:

    Tibet ist seit dem 17. Jahrhundert [seit 16hundertund …!] ein Teil der mongolisch-mandschurischen Welt und damit Teil des chineseischen Reiches. Im neunzehnten Jh. war Tibet relativ unberührt von der chinesischen Kultur, weil China selber dabei war, sich zu modernisieren. Erst als man in China feststellte, dass sich fremde Mächte auf Tibet stürzen, England und Russland insbesondere, ist es aktiv geworden. Und Trotzdem ist es dann, auch wenn 1912 Tibet einseitig die Unabhängigkeit erklärte, in der Folgezeit nie zu einem unabhängigen Tibet mit internationaler Anerkennung gekommen. Die Staatengemeinschaft, einschließlich der USA, hat die Unabhängigkeit Tibets nie anerkannt.

    Noch Fragen? Finger weg! Die Verbraucher der ach so entwickelten 1. Welt sind doch nicht blöd, und außerdem geil vor Geiz! Btw.: Bericht im Fernsehen (vor ca. 2 Jahren, Weltspiegel am So.-abend): Chinesen leiden unter der Drückermentalität der (bleichgesichtigen) Einkäufer!! Viele chinesische Arbeitgeber möchten ihre Arbeitnehmer besser behandeln und die Umwelt schonen. Wir sind es auch, die da schon ‘mal im Weg stehen!! Usw. usf.

    Jens: Halt’ durch! Es geht um “bessere” Information und Denkanstöße als Sie auf dem Boulevard und von Politiker - die ja wieder nur glauben, eine Rolle für uns erfüllen zu müssen - geboten werden!

    Was das Abholzen tibetischer Wälder angeht: Tibet liegt im Durchschnitt 4.500 m hoch (!!) und nicht am Amazonas oder in Indonesien! Dort werden die Urwälder für (unseren) Biosprit und für Papier für unsere Drucker abgeholzt. Das Umweltproblem in Tibet ist, soweit ich weiß, die chinesische Zementindustrie!

    Das gebildete Halbwissen, (’mal eben gugeln, ‘mal eben im Netz nachgucken, ‘mal eben “ablinken”) ist eine Pest!! Mag sich angesprochen fühlen wer will!

    Beste Grüße
    Vogel


  43. · Vogel am 21. März 2008 um 19:09 - Permalink

    Jens,
    Hab’ noch ‘was vergessen vom Prof. Schmidt-Glintzer:

    […] Auch wenn man alle Fehler Chinas eingesteht, sich gegen den Einsatz des Militärs und polizeistaatliche Methoden wendet, muss man doch eingestehen, das Tibet vor 1959 ein Feudalsystem war, in dem die Führungsschicht die Mehrheit die Mehrheit der Bevölkerung als Leibeigene gehalten hat. […]

    Jawoll: Freiheit für die tibetischen Menschen!!

    Grüße
    Vogel

    PS.: Den Dalai Lama halte ich trotzdem, im positiven Sinne, für eine bemerkenswerte Person. Natürlich: Jeder Mensch hat Fehler, und wenn’s nur der Fehler ist, falsch verstanden zu werden!


  44. · Michael Kostic am 21. März 2008 um 19:27 - Permalink

    @Vogel:

    Zum Thema deutsche Werte in China:

    stoibaer.d...

    LG ;-)


  45. · Vogel am 21. März 2008 um 19:36 - Permalink

    @Michael
    *loooool* Genial!

    Grüße
    Vogel


  46. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 19:46 - Permalink

    @39 Michael

    Vielleicht solltest Du dir mal die Mühe machen wenigstens deine Leser, über die prägnantesten Kulturdifferenzen zwischen Asien und Europa aufzuklären

    Vielleicht sollte ich das. Das ist aber kein einfaches Unterfangen - ich war geschätzte 50mal dort unten und verstehe trotz intensiver Kontakte zu Chinesen deren Menatlität und Kultur immer noch nicht wirklich ;-)


  47. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 19:46 - Permalink

    @40 GoeZz

    Volle Zustimmung - danke für den Kommentar


  48. · Spiegelfechter am 21. März 2008 um 19:51 - Permalink

    @Vogel

    Jens: Halt’ durch!

    Na aber sicher ;-)
    Ich werde nur in Zukunft versuchen, ein wenig mehr kulturelle Hintergrundinformationen einzubringen und die Gesamtsituation mehr einbeziehen.

    -> Dalai Lama

    Ich kenne seine Lehre kaum, halte ihn aber für einen sympathischen älteren Herren, der pazifistisch und vernünftig argumentiert - die Aufstände in Lhasa haben auch recht wenig mit ihm und sehr viel mit den “wütenden Jugendlichen” zu tun.

    Ich finde nur seine deutschen Anhänger mehr als lächerlich - das mag auch daran liegen, dass ich gegen Esoteriker allergisch bin ;-)


  49. · Vogel am 21. März 2008 um 20:16 - Permalink

    @Jens
    !

    Die aller besten Grüße
    Voegl


  50. · Michael Kostic am 21. März 2008 um 21:31 - Permalink

    @46 Spiegelfechter:

    Yep, da hält eben die eigene Prägung dagegen :-)

    Interessant:

    „Weil ich die Summe all meiner eigenen Erfahrungen bin.“

    Aussage eines 15 Jahre jungen Menschen zu der Frage:

    „Was denkst Du weshalb Du handelst wie Du handelst?“

    Um es mal mit Lübke zu sagen:

    „Ich bin erstaunt über das Niveau der Vorträge, die hier gehalten werden. Aber man ist ja auch nicht verwöhnt.“

    Quelle: heinrichlu...

    Gruß


  51. · Vogel am 21. März 2008 um 22:30 - Permalink

    PS. Zur #49: Das ist ein Schreibfehler!

    Grüße
    Vogel!


  52. · Michael am 22. März 2008 um 01:20 - Permalink

    In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass hier manchmal in dem Bestreben die breite Masse der Medien kritisch zu betrachten übers Ziel hinaus geschossen wird. Es entsteht der Eindruck, als würde versucht mit allen Mitteln zu jedem mehr oder weniger tragendem politischen Thema eine Gegenmeinung zu dem in den Massenmedien vertretenem Standpunkt heraus zu arbeiten, auch wenn die Objektivität leidet..
    Ein wichtiger Punkt ist doch, dass China scih abschottet. Stellte sich die Situation so wie oben beschrieben dar, müsste es doch im Sinne der Chinesen sein, Aussenkorrespondenten vor Ort zu haben, die eben jene Situation jenseits von chinesischen Medien in die Welt tragen. Dass man das Medienecho mit einer Ausweisung der Korrespondenten nicht verbessert, ist den Chinesen ja klar.

    Das ist idT beunruhigend, aber ich würde es nicht so schwarz sehen. China ist nun einmal unglaublich arrogant und schert sich nicht mal im Ansatz um die “Meinung” westlicher Medien. Ein Herauswerfen westlicher Journalisten liegt zu 100% in der “normalen” chinesischen Krisenpolitik, da muss kein Massakerplan dahinterstehen.

    Ich glaube, dass man es sich damit etwas zu einfach macht. Un die Olympischen Spiele (ja, auch ich hasse es eigentlich die Olympischen Spiele in diesem Konflikt zu instrumentalisieren) werden zeigen, dass man durchaus an positivem westlichem Medienecho interessiert ist.
    Einen Massakerplan zu vermuten, ist sicherlich übertrieben. Aber in der Ausweisung der Journalisten ein rein konsequentes Festhalten an chinesischem Kriesenmanagement zu sehen, halte ich wiederum für zu unkritisch.


  53. · Schwitzig am 22. März 2008 um 07:57 - Permalink

    @52 Michael am 22. März 2008 um 01:20

    In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass hier manchmal in dem Bestreben die breite Masse der Medien kritisch zu betrachten übers Ziel hinaus geschossen wird. Es entsteht der Eindruck, als würde versucht mit allen Mitteln zu jedem mehr oder weniger tragendem politischen Thema eine Gegenmeinung zu dem in den Massenmedien vertretenem Standpunkt heraus zu arbeiten, auch wenn die Objektivität leidet..

    Ich bin der Meinung :-), dass es bei Themen, zu denen man sich eine Meinung bilden kann, nur subjektive Meinungen geben kann :-).

    Ernsthaft: Die Medienkritik ist meiner Meinung nach nicht übertrieben, sondern resultiert daraus, dass man einem überführten und vor allem organisierten Lügner nicht mehr nicht nur nicht mehr glaubt, sondern zu Recht _jedes_ einzelene Wort nach der versteckten Intention untersucht.
    Das Ausmass der Gleichschaltung ist mittlerweile durchaus mit dem Dritten Reich vergleichbar, nur wurde es nicht mittels direkter Repression, sondern mittels gezielter Strukturierung und Protektion durchgesetzt.

    Ich benutze die MM mittlerweile als Anstoss, _wonach_ ich in den Blogs mal suchen sollte und irgendwo in der Mitte findet sich dann oft die Wahrheit, denn auch Blogs sind prinzipbedingt subjektiv.

    Zu China:
    Die Abschottung ist dort übliches Prozedere - man will sich nicht auf die Finger schauen lassen. Sie impliziert also nicht automatisch eine böse Absicht. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Chinesen nicht zimperlich sein werden, wenn man betrachtet, wie menschenverachtend sie schon mit ihrem eigenen Volk umgehen. Man sollte allerdings auch nicht vergessen, dass die “revoltierenden” Tibeter durchaus Merkmale des Rassismus und Faschismus favorisieren.
    Ich fand es gut, dass zumindest der Dalai Lama Gewaltanwendung abgelehnt hat.


  54. · flatter am 23. März 2008 um 01:25 - Permalink

    Ich habe noch einiges über den Tellerrand dazu geschrieben.


  55. · Nolamys am 23. März 2008 um 13:48 - Permalink

    Zynischerweise könnte man sagen “China hat das Recht sich zu verteidigen” …


  56. · Schwitzig am 24. März 2008 um 12:30 - Permalink

    @55

    Zynischerweise könnte man sagen “China hat das Recht sich zu verteidigen” …

    Bei israelischen Invasionen und Okkupationen wird das aber immer als “Recht auf Selbstverteidigung” bezeichnet :-)


  57. · naphta1 am 24. März 2008 um 13:21 - Permalink

    Die Vergabe der Spiele an China war vielleicht von Anfang an eine schlechte Idee. China hat zwar eine enorme ökonomische Entwicklung durchlaufen, aber die politische Kultur ist immer noch die einer Diktatur.
    Ein kleines Beispiel:
    In der Ausgabe Nr. 27 der Zeitschrift XiuCai der FH Ludwigshafen ( s. www) wurde 2004 der offene Brief von Dr.Jiang Yanyong veröffentlicht.
    Dr. Yonyong ist ein alter Parteikader und schrieb als Arzt, der am 04.06. 1989 Leiter der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Nr.301 in Peking war.
    Er berichtet detailliert, dass die bei ihm eingelieferten verletzten Studenten vom Platz des Himmlischen Friedens nur kleine äußere Wunden hatten, aber wegen des Einsatzes von Dum-Dum-Geschossen im Inneren zerfetzt waren. Sein offener Brief hatte eine Inhaftierung ohne Prozess zur Folge.
    Als verdienter und bekannter Parteikader wurde er nach 7 Wochen wieder freigesetzt, aber eine öffentliche Debatte seiner schweren Vorwürfe fand nicht statt. Alles vergessen?


  58. · Frederike am 24. März 2008 um 14:57 - Permalink

    Hallo naphta 1,

    finde Deinen Beitrag, im Gegensatz zu den meisten anderen, wertvoll. Ersteinmal ist es doch wichtig, sich die gesicherten Menschenrechtsberichte durchzulesen und sich ein Bild zu machen. Mao hatte es geschafft, als Bauernsohn, die größte, weltweit je dagewesene Hungersnot auszulösen und hat es (in Friedenszeiten) geschafft 60 Mio. seiner eigenen Landsleute zu töten.

    Die durch seinen hemmungslosen Egoismus eingeleitete Kulturrevulotion führte er gegen die bürgerlichen humanistischen Werte seiner Landsleute und löschte eine Jahrtausendealte Weisheitskultur aus.

    Das paramilitärische Regime besteht bis heute fort und nach wie vor wird in China ein Menschenleben gering geschätzt. Die Menschenrechtsverstöße gegen das eigene Volk sind unsäglich. Wer das bezweifelt, sollte sich mit den gesicherten Berichten auseinandersetzen.

    Tibet wurde von Seiten Chinas, aufgrund geopolitischer und strategischer Gesichtspunkte annektiert. Weiter geht es um die Ausbeutung der Rohstoffe, z.B die Waldbestände wurden systematisch vernichtet, die Flüsse sind atomar verseucht etc…

    Die Tibeter sind mitlererweile in Ihrem eigenen Land die Minderheit und werden aufs schlimmste unterdrückt (schlimmer als die KP ihre eigene Bevölkerung unterdrückt).

    Sie haben seit fünfzig Jahren friedvollen Protest bekundet, dieser wurde von der Weltgemeinschaft kaum wahrgenommen obwohl es einen schleichenden progressiven Genoizid an den Tibetern gab.

    Es bleibt zu hoffen, das sich die chinesische Nation wieder an Ihr Weisheitserbe erinnert, welches den Westen mittlererweile wohl mehr geprägt hat als das Ursprungsland selber.

    Es bleibt zu hoffen das die chinesische KP Maos paramilitärischen Weg gegen die eigene Bevölkerung abbaut so daß die chinesen zu Ihren wahren Wurzeln zurückfinden.

    Grüße Frederike


  59. · duck am 24. März 2008 um 15:52 - Permalink

    Es gab also doch Journalisten, da tatsächlich da waren. Danke für die Information und den Link. Es war wohl seit Planung der Olympischen Spiele klar, dass Tibet wieder zum Thema werden würde. Nach Olympia kräht kein Hahn mehr danach. Jetzt ist die Zeit, die chinesische Regierung unter Druck zu setzen.


  60. · Vogel am 24. März 2008 um 16:45 - Permalink

    @duck
    hast Du die #42 und 43 gelesen? Stell’ Dir vor, da iss ‘was dran, stell’ dir vor, ich hätte mir das nich aus den Fingern gesaugt! Du willst also die chinesische Regierung noch vor Olympia unter Druck setzen? Damit das tiebetische Feudalsystem wieder erichtet werden kann und die Tibeter wieder Leibeigene ihrer (tibetischen) Herrschaft werden können? Geile Vorstellung von Freiheit für Tibet!

    Beste Grüße
    Vogel


  61. · naphta1 am 24. März 2008 um 18:53 - Permalink

    @vogel

    Hast Du Dir den von mir angegebenen Artikel mal angeschaut?
    Bist Du Dir sicher, dass Du als kritischer Zeitgenosse in China nicht schon lange zumindest
    ausdauernd mit dem Knast Bekanntschaft gemacht hättest?
    Schau Dir mal die folgende Meldung an:
    tagesspieg...
    Denkst Du, dass ist eine Fake? Ich nicht, leider.


  62. · Vogel am 24. März 2008 um 21:24 - Permalink

    @naphta1,
    1. Natürlich gelesen (hab’ mir das Link gespeichert), 2. kein Fake (glaub’ ich) 3. ich bitte Dich: Natürlich säß ich in China im Knast, höchst wahrscheinlich wäre ich unter Folter zusammen gebrochen und hätte alle meine Freunde verraten (ohne Smiley, ich meine, was ich sage - hoffentlich fragt mich nie einer ob ich hinter den Stacheldraht will oder doch lieber auf den Wachturm!) - China ist nach unserem Maßstab (nach welchem sonst) ein Unrechtsregime erster Güte und hat den Tibetern Gewalt angetan, tut ihnen Gewalt an und wird ihnen Gewalt antun. Das ist nicht nur dort so üblich,