Raser Ackermann auf der Finanzlandstraße
21. März 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Eine goldene Regel des Finanzsystems besagt, dass man zusätzliche Rendite nur über ein gesteigertes Risiko erkaufen kann. Wer sein Erspartes auf ein Sparbuch bei der heimischen Sparkasse bringt, bekommt dafür nur 4% Zinsen; ähnlich verhält es sich bei Staatsanleihen von solventen und politisch stabilen Staaten. Dafür hat man allerdings eine nahezu 100% Sicherheit, dass man das Geld samt Zinsen auch wirklich ausbezahlt bekommt. Wer einem politisch und wirtschaftlich instabilen Staat Geld leiht, bekommt dafür eine Risikoprämie. Statt der 3,5%, die der deutsche Staat an Zinsen für geliehenes Geld bezahlt, muss beispielsweise Venezuela 11,2% Zinsen zahlen. Der Sparer bekommt deutlich mehr, wenn er das Geld denn auch ausbezahlt bekommt. Bei Aktienfonds oder abenteuerlichen Konstrukten auf dem Offenmarkt bekommt man zwar keine feste Rendite, hat aber – je nach Risikoneigung – die Chance wesentlich mehr Rendite zu erzielen. Aber je riskanter die Anlagestrategie ist, desto höher ist auch das Risiko, dass man am Ende mit leeren Händen dasteht, oder gar noch drauf bezahlen muss.
Auf deutschen Landstraßen gibt es ein Tempolimit von 100 km/h. Dieses Tempolimit wurde aufgestellt, um risikofreudige Raser davon abzuhalten, sich selbst und andere zu gefährden. Bei normalem Verkehr erreicht man eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 bis 80 km/h. Wer diese Durchschnittsgeschwindigkeit steigern will, muss sowohl das Risiko eingehen, geblitzt zu werden, als auch mit seinen Wagen zu verunglücken. Wer beispielswiese sagt, ich will eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h erreichen, der erkauft diesen Geschwindigkeitsvorteil mit dem Risiko, bei einem riskanten Überholmanöver in der Kurve, frontal mit dem Gegenverkehr zu kollidieren.
Die Investmentabteilung der Deutschen Bank und andere Investmentbanken rühmen sich damit, 25% Kapitalrendite zu erzielen. Verglichen mit Omas sicherem Sparbuch ist das immens viel. Wenn Omas Sparbuch der sichere Fahrer im Volvo-Kombi ist, so stellt Ackermanns Investmentgeschäft einen BMW-Raser dar, der gewillt ist, Risiken einzugehen, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Wer, wie Ackermann, 25% als Vorgabe nimmt, der überholt auch auf nasser Fahrbahn in der Kurve – anders kann er die Vorgaben nicht erreichen. Das Ganze geht vielleicht auch eine Zeit lang gut, und Ackermann hat den Ruf eines Teufelsfahrers, der in kritischen Momenten seinen Wagen recht gut beherrscht. Aber irgendwann passiert es einmal – ein Crash, der nicht nur Joe Ackermanns BMW zerfetzt, sondern auch die entgegenkommende langsam fahrende Oma in ihrem Volvo.
Jahrelang hat der Staat meist darauf verzichtet, auf der „Finanzstrasse“ Geschwindigkeitsbegrenzungen aufzustellen. Dort, wo er doch mal tätig wurde, kontrollierte er die Einhaltung aber nicht. Bestimmte Fahrer, wie Hedge-Fonds, hatten sogar die staatliche Genehmigung, so schnell zu fahren, wie sie wollten. Man sagte sich in Berlin und anderen Hauptstädten – „dann geht es halt etwas zügiger zu auf unseren Straßen – da passiert schon nichts“.
In den letzten Monaten herrschen sehr schlechte Straßenverhältnisse. Einige Raser sind schon im Straßengraben gelandet – manchmal sogar mit tödlichen Folgen. Joe Ackermann hält allerdings nicht viel von Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber ein wenig mulmig wird auch ihm, zumal andere Raser, die nicht so gut fahren können wie er, mittlerweile auch ihn gefährden. Daher hat Ackermann nun Berlin vorgeschlagen, der Staat könne doch für die Unfallkosten seiner Raserei aufkommen, so dass er sich im Falle eines Crashs gleich wieder in einen neuen BMW setzen kann. Jeder Verkehrspsychologe würde Herrn Ackermann wahrscheinlich den Führerschein wegnehmen, da er mit seinem Verhalten und seiner Einstellung sich und andere gefährdet.
Finanzminister Steinbrück scheint von Ackermanns Vorschlag aber recht angetan zu sein. Man verständigte sich schon darauf, dass die Raser auch ein wenig Eigenbeteiligung leisten müssten, aber da es auch auf deutschen Landstraßen flott zugehen muss, kann man den Rasern kaum Vorschriften machen.
Das ist natürlich falsch – rigide Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen her und an jeder Ecke sollte eine Radarfalle stehen. Notorische Raser wie Ackermann könnte man sogar mit einem GPS-Gerät pausenlos kontrollieren. Natürlich kann sich Raser Ackermann dann nicht mehr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h rühmen, aber die Sicherheit auf deutschen Straßen hätte dadurch gewonnen. Und wenn niemand mehr schneller als 80 km/h ist, dann können die Raser um Ackermann auch nicht mehr in ihren Cliquen mit ihren Raserabenteuern angeben und können so resozialisiert werden.
p.s.: Der Vergleich stammt vom Wirtschaftsweisen Bofinger. Er hat ihn in der Radiosendung “HR2-Der Tag: Ackermann, geh Du voran” geäußert, die auch Podcastempfehlung der Woche ist.
p.p.s.: Mit diesem Artikel verabschiede ich mich in die Osterfeiertage und tauche auch so schnell nicht wieder auf ;-)
Allen Lesern wünsche ich “Frohe Ostern!
Jens Berger
Posted in Deutschland, Glosse, Podcasts, Wirtschaft |















































































Klasse Artikel. Nur eine Einschränkung. Die Unbelehrbaren wie Josef Ackermann müssen komplett von der Straße genommen werden, da sie sich und andere gefährden. Letztendlich hat Josef Ackermann nämlich alles was Oma für 3,5 Prozent erspart hat gleich mitvernichtet, weil er andere zu seiner Fahrlässigkeit verleitet hat.
Wie immer - grandios. Dir und Deinen Lieben auch frohe Ostertage. Lass Dich verwöhnen. :)
@Chris
Das werde ich machen ;-)
Auch Dir und den Deinen frohe Ostertage!
@ Jens:
Ich möchte nicht versäumen, mich den frohen Osterwünschen anzuschließen. :)
Greets
Was bitte ist Hyman Minsky’s “Magic Moment”
Minskys Idee ist relativ einfach: In einer langen, stabilen Aufschwungphase werden die professionellen Anleger zu wagemutig. Um immer höhere Renditen zu erzielen, gehen sie immer höhere Risiken ein, ohne sich ausreichend abzusichern. Daraus entsteht eine spekulative Blase, deren Platzen unausweichlich ist.
Deutschland ist auf besten Weg das Rennen zu gewinnen Steinbrück sei Dank endlich mal erster..
kingbalanc...
@Fiend
Auch Dir ein Frohes Fest und Danke für die stets durchdachten Kommentare!
Und jetzt bin ich wech, der Flieger wartet schon ;-)
Der Ackermann… der soll erst mal schauen dass er seine Bank wieder alleine erfolgreich führen kann. hat er doch noch vor paar Monaten gesagt die Banken die Hilfe vom Staat benötigen wissen nicht wie man richtig “haushaltet” - jetzt schreit der nach Unterstützung vom Staat. Klar, wenn man paar Milliarden Gewinn im Jahr macht und davon 50 Mio Steuern zahlen muss tut das ja ganz schön “weh”…. man man man - die haben sorgen - und ein geiles Leben… ;o( Grüße aus München.. Meg24
Der Vergleich stimmt leider nur zum Teil und führt meiner bescheidenen Meinung nach auch nur zu einer Teillösung, die sicherlich nicht falsch ist (Geschwindigkeitsbegrenzung).
Ein wesentlicher Grund, warum Banken solch riesige Renditen einfahren können, ist ihr Insiderwissen, über dass sie verfügen und mit dem sie andere Marktteilnehmer übervorteilen. Gegenmaßnahme hier: die Möglichkeiten des Investmentbanking einschränken oder sogar ganz abschaffen, da die Marktfunktion von Banken eigentlich nur das Geldverleihen ist und sonst nichts. Beispiel:
Eine Bank kauft einen Wohnungsbestand von 40.000 Wohnungen von einem Großkonzern für 2 Mrd. Euro. Sie leiht sich das Geld in Japan für 0.5 Prozent (oder demnächst wieder in den USA). Damit sind die gekauften Wohnungen das Vermögen eines Hedge-Fonds der Bank geworden. Nach zwei Jahren nimmt sich die Bank 16 Prozent Rendite aus der Schatulle des Hedge-Fonds ohne das Vermögen nennenswert bewirtschaftet zu haben und wandelt den Hedge-Fond in einen REIT um (indem sie in’s Ausland ausweichen, denn hierzulande sind solche REITs verboten. Soviel nur zur Wirksamkeit von Steinbrücks Verbot!). In den 2 Jahren der Existenz des Hedge-Fonds wurden 20 Prozent der Mitarbeiter der Wohnungsverwaltung entlassen, die Mieten um 15-20 Prozent erhöht wodurch viele Mieter ausgezogen sind, deren Wohnungen verkauft wurden an Leute, die dann Wohnungen, welche 10 Prozent unter Standard liegen für 10 Prozent überdurchschnittliche Preise kaufen. Ein weiteres Geschäft machen die Banken dann mit Provisionen durch die Plazierung der Anteile am Kapitalmarkt (REITs). Dort werden die Anteile zu einem Preis von 30 Euro vertickert und haben nach einem weiteren Jahr nur noch einen Wert zwischen 15 und 20 Euro. Die Markkapitalisierung beträgt zu diesem Zeitpunkt zuletzt nur noch etwa 1 Mrd.
Übervorteilt werden bei solchen Geschäften alle Marktteilnehmer außer der Bank. 20 Prozent Mitarbeiter der Wohnungsgesellschaft entlassen, der Rest schafft die Dienstleistung kaum noch wodurch sich der Service für die Mieter verschlechtert. Die Mieter müssen ausziehen oder 20 Prozent zu hohe Mieten bezahlen. Die neuen Eigentümer kaufen die Wohnungen 20 Prozent überteuert und zwar ohne vorherige Energiesanierung, so dass sie in den nächsten Jahren noch einmal 25 Prozent des Wohnungswertes investieren müssen. Davon wird ihnen bei Verkauf natürlich nichts gesagt. Die Kapitalanleger verlieren innerhalb eines Jahres 50 Prozent ihrer Anlage.
Das alles hat nichts mit dem Risiko der Bank zu tun, denn die Risiken werden rechtzeitig an die Anleger weitergegeben, man könnte auch sagen “sozialisiert”. Die strategischen Vorteile der Bank ergeben sich durch die Möglichkeit der billigen Refinanzierung und die riesigen Geldsummen, die sie für solche große Geschäfte aufgrund ihres leichteren Zugangs zu liquiden Mitteln aufbringen kann. (leichter gegenüber “echten” Investoren, die sich erst Geld bei der Bank für “teureren” Zins und gegen Sicherheiten leihen müssen um so einen Deal machen zu können). Damit kann man dann die auf Renditen von bisher vielleicht 5 Prozent funktionierenden Dienstleistungs- und Produktionssysteme ausnehmen, Kunden übervorteilen und Risiken an Anleger weitergeben.
Genau deshalb haben große Banken wie die Deutsche Banke oder Morgan Stanley Gewinne gemacht in der Immo-Krise, die ihre Verluste aus der Hypothekenkrise mehr als ausgleichen.
@ BrainBomb 8
Das hättest du jetzt aber nicht sagen dürfen. Denn erstens ist es die Wahrheit und zweitens könnten so simple Seelen wie ich das ganze mit legalem Betrug übersetzen und sich dann wieder fragen, welches Interesse denn Herr Steinbrück haben könnte so mit den Banken zu kuscheln und warum er Ackermann so bereitwillig seine Verluste bei der IKB ersetzte.
Aber du hast das bestimmt ganz anders gemeint. Da bin ich mir sicher.
Danke, BrainBomb, für deine Infos. Für mich sind sie einmal mehr ein Indiz dafür, wie sehr bisweilen betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Belange mitunter auseinanderklaffen: die Deutsche Bank gewinnt, die Gesamtgesellschaft trägt die Kosten für die Arbeitslosigkeit der Mitarbeiter in der Immobilienverwaltung. Ebenso bleiben langfristige Konzepte der Nutzung oder Umnutzung von Immobilien auf der Strecke, weil manch Investor einfach kurzfristig Geld verdienen und die Immobilien dann wieder abstoßen möchte: an sinnvollen Konzepten, etwa, wie man Immobilien zu etwas macht, was Menschen ein Miteinander, was ein angenehmes und bezahlbares Leben für Viele ermöglicht, besteht dann kein Interesse. Schade eigentlich… irgendwie…
Schöne Ostern wünscht… Ansgar
Ich wollte nur mal auf die mediathek des zdf hinweisen. Wahrscheinlich ist es der falsche Ort. Aber ich finde die doku zu den 68igern ganz gut wo man sich gegen soetwas aufgelehnt hat. und immerhin ist die und andere dokus dort durchgehend kostenlos in guter quali abrufbar. Viele wissen das nicht daher mal der link: zdf.de/ZDF...
Ist vielleicht knapp am thema vorbei der admin kanns ja löschen tut mir leid ich find gerade nix besseres.
Ausserdem sind dort einige ganz gute Beiträge über genau das Theme und Bankenkriese. Und das obwohl ich das zdf eher neoliberal einschätze. Ist immerhin von Adenauer als rechter gegenpol gegründet worden ^^.
keine Sorge, Benzin wird knapp.
Um im Bild zu bleiben, sollte dem Raser, insbesondere dem besoffenen, die Fahrerlaubnis entzogen und eine umgangssprachlich als Idiotentest bekannte Untersuchung durch den TÜV angeordnet werden.
Wer 20 bis 30% Rendite fordert, der schädigt letztlich die gesamte Gesellschaft. In einem solchen menschenverachtenden Kapitalismus kann die Mehrheit nur verlieren. Wenige, Leute ohne Anstand und Moral, gewinnen (s. Aasgeier-Fonds).
Hi Jens,
wünsch Dir erst’mal schöne Ostern (verbrenn’ Dir nich den Hintern!). Der “Bofinger” iss natürlich gut, auch die #8 von BrainBomb. Trotzdem frag’ ich mich, wie’s anders sein soll: Es iss immer so, war so, wird so sein, dass Menschen für die Folgen von Mensch bezahlen … oder kann da jemand ‘nen anderen Mechanismus begründen? Natürlich muss man versuchen zu regulieren, bloß wie? Auf die internat. Schwierigkeiten/unterschiedlichen Sichtweisen betreffend Regulierungen hat BrainBomb ja auch hingewiesen. Ich wees et nit … und außer einer Variante meines ceterum censeo fällt mir nix ein: “Es gibt kein größer Leid …!”
Hat jemand Ideen, Vorschläge, mit denen wir heute wieder auf die Straße gehen können? Es gibt genügend! Warum tun wir’s nicht! Weil bloggen und kommentieren bequemer iss? Weil … ?
Beste Grüße
Vogel
Leider hast du - wie die meisten anderen - dich einen feuchten Kericht darum geschert, was und in welchem Zusammenhang Ackermann wirklich gesagt hat. Wäre ja auch blöd, dann könnte man nicht mehr so klasse polemisieren und das ganze Feindbild wäre infrage gestellt.
@ Jörg Friedrich 15
Du hast recht. Immer meckern die an dem armen Herrn Ackermann rum, dabei will er doch nur alle Steuern gleich direkt an die Deutsche Bank überwiesen haben. Was mich allerdings interessiert, ist die Frage welche Aussage von Ackermann du denn meinst. Ich kenne alleine drei unterschiedliche, die er getätigt hat. Die erste entspricht dem was der Spiegelfechter aufgegriffen hat und ich hier nochmal verschärft habe.
Dann haben Ackermann und Walter festgestellt, das sich das Volk über ihre Aussagen ärgert und sind das erstemal ein Stück zurückgerudert. Dann hat Steinbrück sich eingemischt und Ackermännchen getröstet worauf er noch ein Stück weiter zurückgerudert ist, weil er ja Steinbrücks Zusage hatte, das alles gut wird, und er wieder einmal nicht die Verantwortung tragen muss. Dann durften die Presseleute der Deutschen Bank noch mal dran und haben das daraus gemacht, worauf du dich beziehst, nämlich das natürlich nur die anderen Länder gemeint sind.
Das kennen wir aber schon von Ackermanns Bankenschelte. Gleiches Spiel. Allerdings haben wir auch gelesen das die Notenbanken die faulen Papiere die Herr Ackermann und andere Kriminelle unters Volk gebracht haben nun übernehmen werden, auf das der Steuerzahler wieder einmal zahlt.
Erstens: Nicht die Deutsche Bank bekommt irgendwelche Steuergelder, die Behauptung wird von Wiederholen auch nicht richtiger. Im Gegenteil: Die Deutsche Bank ist einer der größten Steuerzahler in Deutschland.
Zweitens: Alle Recherchen nach dem, was Ackermann auf der Podiumsdiskussion tatsächlich gesagt hat, weisen darauf hin, dass er wohl von einer begrenzten Aktion in Amerika in einem begrenzten Marktsegment gesprochen hat, um Auswirkungen auf die Realwirtschaft gering zu halten. Ausdrücklich hat er wohl abgelehnt, dass Investoren, die sich verspekuliert haben, irgendwelche Steuermittel zukommen sollten.
Das wäre auch ganz sinnlos, weil es ja nicht der Deutschen Bank, sondern nur den Wettbewerbern nützen würde.
@17
die Deutsche Bank kann sich gewiss viel bessere Apologeten leisten
im Verhältnis zu ihrer ökonomischen Macht ist die Steuerlast (Körperschaftssteuer Gewerbesteuer) der Deutschen Bank geradezu lächerlich
siehe das Steueraufkommen nach Steuerarten
bpb.de/wis...
“Allein die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer machen zusammen mehr als zwei Drittel des Gesamtsteueraufkommens aus, wobei die Einkommensteuer wiederum zum großen Teil von der Lohnsteuer der Arbeitnehmer bestimmt wird. Die anderen Steuerarten fallen in ihrer Bedeutung weit dahinter zurück. “
@ Jörg Friedrich
Dadurch, das sie die Tatsache das der Chef der Deutschen Bank, Herr Josef Ackermann den Chef der Bafin an einem Freitag Nachmittag nach Feierabend persönlich in Betrieb setzte wurde Herr Steinbrück veranlasst die KfW zu veranlassen, bisher rund 8,7 Milliarden Euro freizugeben, die direkt an die deutsche Bank flossen um deren Kredite für den Verkauf fauler Papiere an die IKB abzudecken. Wie bitte schön möchten sie Subvention denn noch genauer definieren.
Die deutsche Bank hat weiterhin diverse Kommunen in Deutschland betrogen oder doch zumindest über Geschäftsrisiken im unklaren gelassen, die jetzt zu Milliardenaufwendungen durch den Steuerzahler führen.
Herr Ackermann hat die Devise von 25 Prozent Rendite ausgegeben was dazu geführt das Investition in Arbeit unwirtschaftlich wurde, weil solche Renditen nur durch Spekulation auf einem weitgehen von der Deutschen Bank beeinflussten Markt möglich sind. Dadurch wurden Arbeitsplätze ohne Ende vernichtet.
Herr Ackermann hat die deutschen Steuerzahler 75 Milliarden Euro gekostet, weil er unter Verstoß gegen das Aktienrecht und durch Zahlung von Schmiergeldern für einen seiner Kunden (Hutchinson Whampoa) den Deal Mannesmann Vodafone eingefädelt hat, der zu einer hundertprozentigen Abschreibung des Kaufpreises führte.
Möchten sie noch mehr Beispiele? Ich hätte noch ein paar hundert. Die Deutsche Bank ist vermutlich nichts anderes als eine kriminelle Vereinigung, die nur mittels Betrug und Subvention überleben kann. Leider ist das schwer zu beweisen, weshalb sich immer wieder Leute finden, die in ihrer Art argumentieren um die Wahrheit zu verschleiern.
Guter Beitrag, den Vergleich finde ich aber unpassend. Gewschindigkeitsbegrenzungen werden eher rückwirkend aufgestellt, wenn sich wieder irgend ein Vollidiot mit 130 in sein nächstes Leben katapultiert hat. Darunter leiden dann normal tickende Menschen, die die Strecke durchaus mit 110 fahren können, aber dank eines solchen Vorreiters, den die Evolution so oder so irgendwann aussortiert hätte, nun auf 70 reduziert werden. ;o)
@18: Du weißt aber schon, wer den größten Teil der Lohnsteuer in Deutschland zahlt?
xn--jrg-fr...
@21
Oswald-Metzger-’Argumentation’.
Nichts als die übliche neoliberale Propaganda.
@21
Lenk nicht ab! Du sprachst von der Deutsche Bank. Die zahlt keine Lohnsteuer
jetzt fang auch noch zu jammern an, dass die Spitzenverdiener zuviel Steuer zahlen - wenn der Abstand zwischen oben und unten in der Einkommensverteilung nicht immer weiter wachsen würde, würde er es auch der in der Steuerbelastung nicht.
lies dir die Statistiken auf Jahnkes Seite an, die geben darüber Aufschluss, wie die Verteilung der Einkommen immer mehr auseinander driftet
p.s
in unserer Gesellschaft lohnt sich ein Verbrechen um so mehr, je größer er ausfällt
“Deutsche-Bank-Chef Ackermann verdiente laut dem Geschäftsbericht 2007 knapp 14 Mio. Euro und zählte damit erneut zu den Spitzenverdienern in Deutschland. Seine Vergütung stieg mit gut sechs Prozent aber nur halb so stark wie im Vorjahr.”
ftd.de/unt...
die andere Seite, zu der Leute wie Ackermann mit ihrer ‘Leistung’ entscheidend beitragen
“Immer mehr Bedürftige werden über die hohen Preisanstiege von den Nahrungsmittel-Märkten ausgeschlossen”
heise.de/t...
@Jörg, 21: Das will hier keiner wissen, es kann nicht sein, was nicht sein darf.
@Salvo, 23: Du solltest nicht auf Blöd-Zeitungsniveau herumlabern:
geschaefts...
Wie Du sehen kannst zahlte die Deutsche Bank in 2006 2,186 Mrd. Euro Ertragssteuern.
Klickst Du Dich auf den Querverweis, wirst Du sehen, daß diese Steuern im Ausland gezahlt wurden. Dort ist der Fiskus nicht so gierig.
@25
was willst du denn damit sagen, dass die DB und Achkermann zu viel von ihren Profiten der Gesellschaft bzw dem Staat abgeben müssen
erklär mir doch mal, was die DB und Ackermann für diese Gesellschaft denn leisten und warum es auf ‘BLÖD-Niveau’ sein soll hinzuweisen, dass für die Spekulationsgewinne solcher Verbrecher Millionen Menschen hungern müssen
solchen zynischen Apologeten wie du und jörg wünsche ich vom ganzen Herzen, diesen Hunger teilen zu müssen - sei es auf ‘Zeit’ bzw FTD(INSM)-Niveau
ps
siehe dazu die Rezension von “die Dax-Ritter” auf den nachdenkseiten
nachdenkse...
und siehe auch hier
“Nach einem neuen Diskussionspapier des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zahlen die 450 deutschen Höchstverdiener (ohne Berücksichtigung von Steuerflucht) im Durchschnitt nur 34 % ihres Bruttoeinkommens als Einkommenssteuer (Abb. 15012). Bei dem obersten Zehntel der Einkommensbezieher (4,5 Millionen) liegt der Durchschnittssatz bei knapp 22 %. Der Unterschied zwischen dem Spitzensteuersatz von 42 % und dem tatsächlich entrichteten Steuersatz liegt daran, daß durch zahlreiche Abzugsmöglichkeiten die tatsächlich zu verteuernden Einkommen weit unter dem Bruttoeinkommen liegen.”
jjahnke.ne...
@ salvo 26
Reg dich nicht auf. Karl hat sich in dieser und anderen Diskussionen ja schon als Neoliberaler geoutet. Natürlich als ein besserer Neoliberaler der die anderen nicht ohne Bedauern verhungern und versklaven lässt, aber eben zu seinem Handeln gezwungen ist. Sozusagen ein innerer Befehlsnotstand, bei dem es um ein hehres Ideal geht, für das eben das Unwichtige, wenn auch schweren Herzens geopfert werden muss.
Karl merkt auch nicht das die Steuern die Ackermann im Ausland (Schweiz) zahlt, hier fehlen und er sie selbst als Mehrzahlung bringen muss, oder eben auf ihm zustehende Leitungen verzichten muss. Karl wird auch nicht begreifen, das wir zwar für Ackermann die Straßen und die Abwässerkanäle bereithalten müssen, ihm Polizeischutz zu gewähren haben, aber nicht verlangen dürfen das er die Steuern auch hier bezahlt.
Karl wird auch nie verstehen, das die nominalen Steuern deshalb so hoch sind weil Leute wie Ackermann und die Deutsche Bank keine Steuern bezahlen.
Aber genausowenig wie Neoliberale Verantwortung übernehmen können, genausowenig sind sie in der Lage die Folgen ihres Handelns abzuschätzen. Das ist scheinbar ein vererbbarer Defekt, da Neoliberale auch nicht schuld sein können.
Der große Fehler aber liegt bei uns salvo, wir sind mit dem Herzen dabei. Wir sind verwundbar und fühlen mit, wo Leute wie Karl nur lächelnd eine Situation analysieren und sich über ihre Analyse freuen. Das Erkenntnis ohne Anwendung nutzlos ist, kannst du Neoliberalen nicht klar machen.
Ja, das will ich sagen. Allerdings beschränke ich mich dabei nicht auf Ackermann und die Deutsche Bank, sondern beziehe mich ganz allgemein auf jeden, der hier in Deutschland arbeitet und Steuern zahlt.
Der Staat ist zu gierig. Früher ritten die Mannen des Königs über die Dörfer und holten den Zehnten ein. Heute will Papa Staat mehr als die Hälfte, und wir sollen es auch noch klaglos abliefern. So nicht!
Aus der FAZ unter dem Titel “Die Notwehr der Leistungsträger“
nochmals zur Ergänzung
“Seit etwa 2002 öffnet sich die Schere zwischen Arbeitseinkommen einerseits und Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen sehr stark (Abb. 14045). Etwa zur gleichen Zeit begann der Anstieg der Eigenkapitalrendite in Westeuropa auf fast 17 % in 2006 (Abb. 12987). Die deutschen Unternehmen und Selbständigen haben den Anteil ihrer Gewinne am Bruttoinlandsprodukt besonders stark ausweiten können (Abb. 12986). Renditeforderungen haben sich in vielen Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren von 6 % über 12 % auf 15 % und nunmehr auf über 25 - 30% ständig erhöht. ”
jjahnke.ne...
“Wie paßt das alles noch zusammen? Die Produktivität pro Beschäftigten ist in den ersten 10 Monaten dieses Jahres laut Bundesbank um sage und schreibe 5,5 % gestiegen und hat damit große Spielräume für Lohn- und Gehaltssteigerungen aufgemacht.
Doch in der Industrie, und die zahlt noch besser als die Dienstleistungsbranche, stieg das Entgelt pro Beschäftigten inflationsbereinigt nur um 0,4 % und ging pro Arbeitsstunde sogar um 0,3 % zurück”
jjahnke.ne...
“Auch die neueste OECD-Statistik vom 17. Oktober zum internationalen Steuervergleich zeigt, wie niedrig in Deutschland inzwischen der Anteil der Steuern und Sozialabgaben am Bruttoinlandsprodukt geworden ist. Mit 37,5 % wird die Quote nur von wenigen der größeren Vergleichsländer unterboten und liegt erheblich unter dem ungewichteten Durchschnittswert für die Alt-EU”
jjahnke.ne...
“Nach der DIW-Ermittlung für 2004 hat die untere Hälfte der Einkommensbezieher nur noch 8,9 % der Einkommen bezogen. Rechnet man mit den Veränderungsraten zwischen 1992 und 2004 weiter, so würde deren Anteil bis 2010 auf 7,3 % fallen
Allerdings hat sich seit etwa 2003 eine erhebliche Öffnung der Schere zwischen Unternehmens- und Vermögenseinkommen einerseits und Arbeitseinkommen andererseits ergeben (Abb. 04054) und ebenso zwischen der oberen Gruppe der Bezieher von Arbeitseinkommen, zu denen auch die Top-Manager zählen, und dem Rest ergeben. Rechnet daher man die Veränderungen mit der doppelten Rate derer zwischen 1992 bis 2004 auf 2010 hoch und die oberste Gruppe der Einkommensbezieher dabei mit der dreifachen Rate, so wird das oberste Zehntel mehr als 41 % aller Einkommen beziehen und die untere Hälfte nur noch 5,8 %”
jjahnke.ne...
@Jochen
du hast recht, solche Leute sind keine Gefühlsregung wert, schon gar keine Aufregung - aber es ist nicht leicht, mitansehen zu müssen, welche Verbrechen hier gutgeheißen werden und dabei ‘cool’ zu bleiben
@Jochen
Ja, Karl ist bekennender Neoliberaler. Er hat sich Gedanken über die herrschenden Mißstände gemacht, in die Welt geschaut, sich die historische Entwicklung verschiedener Gesellschaftsordnungen betrachtet, und ist zu dem Schluß gekommen, daß freiheitliche Systeme mit weitem Abstand am lebenswertesten sind.
Karl weiß sehr wohl, daß uns Steuern, die im Ausland gezahlt werden, nichts nützen. Deshalb plädiert Karl auch für eine vernünftige Besteuerung und fordert den Verzicht auch Neidabgaben. Karl weiß auch, daß höchstens 10 Prozent seiner Steuern für die Aufgaben verwendet werden, für die er gerne Steuern zahlt. Karl weiß zum Beispiel auch, daß Papa Staat gerade mal knappe 10 Mrd Steuern in eine kaputte Bank geschoben hat.
Karl hat auch verstanden, daß Steuern im Ausland gezahlt werden, weil unsere nominalen Steuersätze zu hoch sind. Diese Ei / Henne- Frage ist nun wirklich der dümmste Einwand, der kommen konnte, und möglicherweise sogar noch unterhalb des Blödzeitungsniveaus.
Verantwortung, mein lieber Jochen, ist so eine Sache für sich. Verantwortung kann nur der übernehmen, der die Macht hat. Machtorientierte System lehne ich ab. Gestalten wie Mao oder Stalin haben die Welt nicht wirklich vorangebracht. Ich bin mehr für selbstregulierende Systeme wie den freien Markt.
Nein, Jochen, es ist kein Fehler, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Das Herz ist aber kein Grund, den Verstand auszuschalten. Das Lächeln ist mir übrigens schon lange vergangen. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie sich ein Land mit besten Voraussetzungen zu Grunde richtet. Es kommt mir oft so vor, wie bei Don Camillo und Peppone, aber mit einem entscheidenden Unterschied:
Don Camillo und Peppone haben ihre Ideologien immer wieder der Sache untergeordnet und kamen zu einem vernünftigen Ergebnis. Das fehlt heute. Hier und heute wird die gute Sache auf den Altären von Parteipolitik, Populismus und Ideologie verbrannt.
@ Karl 31
Karl ich glaube dir. Ich bin steuerlich ein Kirchhoff Anhänger würde aber noch weiter gehen wollen und die Steuer am EBITDA ansetzen, weil viele Zinslasten eher virtuell sind. Ach ja, ich kann das Spiel selber sehr gut. Wir können uns sofort auf einen einheitlichen Steuersatz für alle einigen. Richtig gemacht kämen wir mit 12,5 Prozent aus und müssten noch einmal 7,5 Prozent für Soziale Lasten tragen. Keine sonstigen Lasten beim Arbeitgeber beim Arbeitnehmer bleibt die Krankenversicherung sowie die Rentenversicherung, wie bei jedem Menschen. Kinder bis zum Abschluss der Ausbildung werden von der Allgemeinheit in allen Kosten getragen. Ein Mindestlohn, der ein Leben in Würde garantiert, ist die Grundlage der Arbeit.
Arbeitszeit auf ein Konto, festgelegte Jahresmaximalarbeitszeiten die runtergebrochen werden auf Quartale. Mehrarbeit wird gutgeschrieben in Geld und Zeit, nur die Zuschläge werden ausbezahlt. Der Arbeitnehmer kann zusätzlich auch noch Lohnverzicht leisten um sein Konto aufzustocken. Ich gehe mal von 36 Stunden Grundarbeitszeit aus und einer Maximalarbeitszeit von 70 Wochenstunden. Ab der 40. Stunde werden Zuschläge fällig. Sonn- und Feiertagszuschläge wie bisher. Durchschnittliche Maximalarbeitszeit pro Woche bei 56 Wochenstunden.
Im Fall von Arbeitslosigkeit greift ein Grundeinkommen (80 Prozent des Mindestlohns) das der Arbeitnehmer durch die Ansparung auf dem Lebensarbeitskonto verbessern kann. Diese Ansparung lässt sich auch für Bildungjahre oder vor Beginn des Renteneintritts nutzen.
Dazu eine allgemeine Weiterbildungsmöglichkeit in der jeder Abschluss im wesentlichen über Internetunterrricht und Internettutorien mit Test, sowie Präsenztutorien und Prüfungen nachgeholt oder erweitert werden kann.
Neue Berufsbilder müssen sofern sie alte Berufsbilder übertreffen dadurch abgemildert werden das die Unternehmen auf eigene Kosten die Weiterbildung bis zum Umfang des neuen Berufsbildes finanzieren.
Wenn wir dann noch Abschreibungen auf den realen Wertverlust beschränken und Anlagevermögen in festen Zusammenhang mit dem Nutzungswert bringen, haben wir viel Geld gespart.
Dazu bitte noch ein Gesetz, das wie es beim Tankstellenräuber üblich ist, dem Täter das Tatwerkzeug, also dem Tankstellenräuber das Auto und dem Firmenchef die Firma nimmt. Nicht damit der Staat sie führt, sondern um sie sofort wieder an die Börse zu bringen oder zu verkaufen. Ach ja. Selbstverständlich haften die Aktionäre für die Arbeit der von ihnen bestimmten Vorstände auch mit dem vollen Aktienwert. Bricht ein Vorstand Gesetze ist das Aktienvermögen mit weg.
Nach ein paar Jahren könnten wir richtig Staatsschulden abbauen. Aber das würden die Leute die ich als neoliberal bezeichne genau nicht wollen. Die Quandts, Ackermanns, Mohn, Springers und all die vielen kleinen und mittleren Abzocker.
Über die Kosten für Bildung brauchen wir nicht zu reden, die kommen schnell wieder rein. Mindestlohn schadet auch keinem wenn er für alle gilt. Gerade im Bau oder in Schlachthöfen würden viele Arbeitsplätze zurückgewonnen.
Aber es sind die Neoliberalen die nein sagen werden. Weil sie keine fairen Bedingungen ertragen können.
der Glaube, auf dem ‘freien’ unregulierten Markt käme es zu keiner Konzentration ökonomischer Macht verweist auf ein beachtliches Maß ideologischer Borniertheit
@ salvo 33
Der Begriff eines freien unregulierten Marktes ist schon ein Witz an sich. Frei und unreguliert sind Tautologien, wenn man die Freiheit als Abwesenheit von Regularien und Regelinstrumenten betrachtet.
Aber schon der Begriff Markt führt uns dann ins absurde. Ein Markt ist geregelt. Es gab ihn nie anders. Beginn und Ende, Art der Waren die feilgeboten werden dürfen, Herkunft der Waren, Verzollung und Aufbietungsabgaben, Zunftregeln. Märkte sind strenger geregelt seit ewigen Zeiten als es zum Beispiel die Ehe jemals war.
Ein freier Markt ist also nichts anderes als Leuteverdummung. Genau wie das freie Spiel der Kräfte nichts anderes bedeutet als der stärkste, bedenkenloseste und gierigste gewinnt wenn er schnell genug ist.
@Jochen
klar, der freie Markt ist nur ein Ideal, hinter dem sich materielle Interessen verbergen - seinen Apologeten geht es nur um eine idelogische Rechtfertigung der Unterwerfung der Ökonomie unter die den eigenen Interessen entsprechend definierten Regeln - deshalb wird die angebliche Freiheit des Marktes von denen gefordert, deren ökonomische Macht durch regulative Maßnahmen des Staates beschränkt wird
es trifft darauf wohl die Dialektik zu, dass je ‘freier’ der Markt ist (für einige), umso unfreier (umfassend, dh nicht nur im ökonomistisch verkürzten Sinne von Freiheit) ist es real für die anderen
ganz abgesehen davon, dass der ökonomistische Begriff der Freiheit strikt eindimensional ist und erst kritisch reflektiert werden müßte
In diesem Falle würde ich als Techniker nein sagen. Ich bezweifle, daß ein beliebiges System derartig harte Eingriffe überlebt. Nach jedem steuernden Eingriff kommt nämlich ein Einschwingvorgang, und der kann heftig werden.
Unsere Progression ist durchaus richtig und auch wünschenswert, sie muß nur noch ein wenig flacher werden und sollte die Sozialabgaben einbeziehen. Tatsächlich ist nämlich Jörgs Einwand zum Beitrag der Besserverdienenden zur Einkommenssteuer richtig, allerdings wird dieser Beitrag durch den unterproportionalen Beitrag zur Sozialversicherung mehr als ausgeglichen.
Nach den schröderschen Reformen hat Deutschland übrigens wieder einen Platz im unteren Mittelfeld bei der Staatsquote. Damit sollten wir insgesamt im internationalen Wettbewerb eigentlich hinkommen.
Meine Maßnahme wäre es, die Einkommenssteuer insgesamt noch ein wenig abzusenken, gleichzeitig aber die Sozialabgaben besser zu verteilen. Die “Reformen” der Ulla Schmidt waren alles, nur keine Reform. Es wurde mehr Geld in ein krankes System gepumpt. Tatsächlich ist es so, daß besser Verdienende nicht nur aus Deutschland, sondern vor allem aus der Sozialversicherung fliehen.
In Bezug auf die Bildung stimme ich Dir zu. Ich betrachte Bildung als eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft. Deutschland hat keine Rohstoffe, es kann nur durch Innovation überleben. Dazu wird in erster Linie Bildung benötigt. Leider wird genau an dieser Stelle gespart. Schau hier: bmbf.de/pr... und beginne zu rechnen: Die Banken der öffentlichen Hand haben im letzten Jahr mehr Geld in den Sand gesetzt als das Budget des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beträgt.
Restriktive Maßnahmen gegen Unternehmer und Kapital halte ich eher für kontraproduktiv. Selbst wenn es Dir gelänge, hier einen schönen neuen Staat zu schaffen, so muß er doch mit dem Rest der Welt konkurrieren. Der alte Spruch vom Kapital und dem Reh behält seine Gültigkeit.
In Bezug auf die “Abzocker”: Ich hätte gerne mal eine Spitzenkraft wie Ackermann als Regierungschef. Du solltest mal betrachten, daß er einen ordentlichen Ertrag vorweisen kann in einer Zeit, da staatliche oder halbstaatliche Banken Milliarden in den Sand setzen. Mir scheint, hier hat eine Spitzenkraft Spitzenleistung gebracht. Vielleicht sollten wir eine solche Spitzenkraft für die Deutschland AG rekrutieren und das Parteiengeschwür operativ entfernen.
@Salvo, 33: eben deshalb neoliberal: de.wikiped...
“In Bezug auf die “Abzocker”: Ich hätte gerne mal eine Spitzenkraft wie Ackermann als Regierungschef. Du solltest mal betrachten, daß er einen ordentlichen Ertrag vorweisen kann in einer Zeit, da staatliche oder halbstaatliche Banken Milliarden in den Sand setzen. Mir scheint, hier hat eine Spitzenkraft Spitzenleistung gebracht. Vielleicht sollten wir eine solche Spitzenkraft für die Deutschland AG rekrutieren und das Parteiengeschwür operativ entfernen.”
es zeigt sich immer wieder, dass hinter der angeblichen Freiheit, die die ‘Neoliberalen’ fordern, extrem unfreiheitliche undemokratische Gesellschaftsvorstellungen stecken, die am Liebsten das ganze Leben den autoritären Kommandostrukturen der kapitalistischen Wirtschaft unterwerfen möchten - eine ganze Gesellschaft unter dem Diktat eines Managers als Führers, der allein der Renditenmaximierung verpflichtet ist und sonst durch nichts legitimiert zu werden braucht - das ist Wirtschaftsfaschismus und zeigt wie gefährlich die Propagandisten des “Neoliberalismus” sind
@28 Karl
Dummes Geschwätz - früher verhungerten die Armen, es gab kein öffentliches Bildungswesen, kein öffentliches Gesundheitswesen etc. pp.. Wenn Ihr diese Zustände wieder haben wollt, so ist Eure Forderung schon ganz richtig formuliert. “Dummerweise” leben wir in einer Demokratie und Eure egoistischen Triebe sind nicht mehrheitsfähig - auch wenn Ihr alles probiert, dies zu erreichen.
@Salvo, 38: Blödzeitungsniveau. Auch eine AG ist demokratisch. Ackermann ist Angestellter der Aktionäre, genau wie das Merkel Angestellte des Volkes ist.
@Spiegelfechter: Ja, wir leben in einer Demokratie. Allerdings läßt die Qualität dieser Demokratie immer mehr zu wünschen übrig. Der Artikel 14 GG wird oft auf eine Weise ausgelegt, die mir sehr fragwürdig vorkommt.
@Karl
Artikel 14 GG fristet eher ein Mauerblümchendasein, wenn es nicht gerade eben um Startbahnverlängerungen oder Neubauten von Infrastruktur geht. Ich finde es da schon merkwürdiger, mit welcher Inbrunst von den sog. Neoliberalen am Art. 20 GG herumgeschraubt wird.
Welcher Neoliberale schraubt denn an Artikel 20?
An solchen Artikeln schrauben doch üblicherweise lieber alte Genossen.
@Karl
Kennst Du einen INSM-Jünger, der ernsthaft am Sozialstaatsprinzip festhalten will? Und damit meine ich das Sozialstaatsprinzip echter Neoliberaler, wie Erhardt, und nicht den INSM-Klamauk á la “sozial ist, was Arbeit schafft”?
Ich kenne keine INSM-Jünger. Kennst Du Neoliberale, die Arme verhungern lassen wollen?
Obwohl ich Dich sonst sehr schätze, sollten wir diese Diskussion hier abbrechen. Das Niveau fällt ins Bergwerk.
@Karl
du scheinst aber eine innige Beziehung zur Bildzeitung zu haben, da du so oft darauf verweist - ist ja auch ein ‘neoliberales’ (besser wirtschaftsreaktionäres) Blättchen
eine Gesellschaft ist eben keine AG, da sie nicht einer eindimensionalen irrationalen Zielsetzung wie der unbedingten Renditenmaximierung unterworfen werden kann
und man mag von den real existierenden Demokratie halten, was man mag, aber das System demokratischer Parteien wegfegen, das haben schon andere große deutsche Führer angekündigt und realisiert
ps
es ist amüsant zu sehen, mit welcher Penetranz und Inbrunst einige verworrene Missionare versuchen, die angeblich ursprüngliche reine Bedeutung des Wortes ‘Neoliberalismus’ durchzusetzen. Vom etymologischen Aspekt der Sprache haben diese drolligen ‘Idealisten’ wohl noch nichts gehört.
Bildzeitungsniveau nicht wegen der Richtung, sondern wegen der Aufmachung. Fette Schlagzeilen, viele Schlagworte, wenig bis kein Inhalt.
Gesellschaften können sehr wohl “eindimensionalen irrationalen Zielsetzungen” unterworfen werden. Immer wieder schön zu beobachten bei sozialistischen Regimen.
Beim System demokratischer Parteien habe ich so meine Zweifel, ob diese ihrem Anspruch noch gerecht werden. Es steht im Grundgesetz:
Betrachten wir das im Einzelnen:
Bei mir bilden die Parteien keinen politischen Willen, sondern nur noch Unwillen. Ich vermute, daß es sich dabei um ein allgemeines Phänomen handelt.
Wenn eine neue Partei gegründet wird, wird sie üblicherweise erstmal von allen vorhandenen Parteien als rechtwidrig und verfassungsfeindlich diskriminiert. Aktuell sehr schön an der Linken zu beobachten, insbesondere bei der Auseinandersetzung in Hessen.
Die innere Ordnung von Parteien entspricht bestenfalls sehr eingeschränkten demokratischen Grundsätzen. So werden beispielsweise herausragende Positionen mehr ausgeklüngelt als demokratisch ermittelt.
Die Herkunft der Mittel einer Partei stammt nicht selten aus jüdischen Vermächtnissen. Ehrenworte fetter Bonzen schützen Herkunft und Verwendung des Vermögens vor allzu großer Öffentlichkeit.
Wenn Du Deine Unkenntnis der Bedeutung eines Wortes hinter den “etymologischen Aspekten der Sprache” verbergen möchtest, darfst Du das gerne tun. Wenn Du eine sinnvolle Diskussion führen willst, verwendest Du Worte besser so, wie sie in Nachschlagewerken definiert sind. Von der Allgemeinheit zu fordern, sie möge sich Deines Rotwelsch bedienen, ist je nach Blickwinkel entweder als dumm oder als unverschämt zu bezeichnen.
Unter Rotwelsch verstehe ich (wie auch Wikipedia) den Sammelbegriff für geheimsprachliche Soziolekte sozialer Randgruppen auf der Basis des Deutschen, wie sie seit dem späten Mittelalter besonders bei Bettlern, fahrendem Volk (Vaganten), Vertretern sogenannter unehrlicher Berufe und in kriminellen Subkulturen in Gebrauch kamen und seit dem 17. Jahrhundert mit der Ansiedlung von Gruppen Nichtsesshafter auch regionalsprachlichen Niederschlag fanden.
@ Karl 46
Dies ist mein letzter Beitrag in einer Auseinandersetzung mit dir, weil ich sehe, das es sinnlos.
Aber zum Thema Sprache und der Verwendung von Worten muss ein Neoliberaler schweigen. Mit dem geklauten und hinterzogenen Geld das dein Herr Kanngiesser verwendet hat um gute Worte ihrer Inhalte zu entkleiden und das verbrecherische Gedankengut eurer religiösen Sekte darin zu verstecken, seid ihr die größte Gefahr für die Sprache die es gibt. Neoliberalismus ist in seinen Auswirkungen auf die Menschen wie eine Kombination von Ebola und Krebs.
Man muss euch reden lassen, bis das Volk euch einsperrt. Aber komm mir bitte nicht mit Sprache, das Recht habt ihr auf alle Zeiten verwirkt.
@Jochen: Ich nehme Deine Kapitulation entgegen. ;)
Habt Ihr schon ein Wörterbuch Eures Neusprech aufgelegt?
@46
“Bildzeitungsniveau nicht wegen der Richtung, sondern wegen der Aufmachung. Fette Schlagzeilen, viele Schlagworte, wenig bis kein Inhalt”
- es ist wohl dein Problem, wenn du keines begrifflichen Denkens fähig bist
- der Begriff ‘neoliberal’ ist nunmal wie jeder andere dem historischen Wandel unterworfen, es bleibt nun mal im Laufe der begrifflichen Auseinanderstzung nicht bei einer allgemein gültigen Bedeutung. Dass sich eine kritische Definition des Begriffes Neoliberalismus herausgebildet hat, der nicht nur einen marginalen Anwendungsbereich hat, gehört eben zur historischen Realität dieses Begriffs. Frag mal drei Marxisten, was sie denn unter Marxismus verstehen - je nach Schule wirst du eine andere Antwort erhalten
- dein Verständnis politischer Willensbildung ist bestenfalls vordemokratisch und hört sich nach den undifferenzierten Hasstiraden an, mit denen Rechtsextreme auf das ‘System’ schimpfen und die Reste von Demokratie zugunsten eines Führersystems (in deinem Falle aus der Wirtschaft) beseitigen wollen. Dass man die realen Parteistrukturen kritisch betrachten soll, steht außer Frage. Das bedeutet aber nicht, dass man deshalb das ganze System demokratischer Willensbildung beseitigen und Politik einem Führer aus der Wirtschaft unterstellen soll.
@ karl 48
Das hast du falsch verstanden. Ich kapituliere nicht, ich lehne es nur ab meine Zeit mit einem anonymen Karl zu verschwenden. Sie ist sinnvoller genutzt wenn ich auf meinem Blog und in meinen Kommentaren dazu verwende das neoliberale und wirtschaftsfaschistische Pack zu bekämpfen und das Volk dazu aufzurufen diese Leute in den Knast zu bringen, wo sie hingehören.
Das Ziel besteht eben nicht darin dich zu bekehren sondern die Krankheit Neoliberalismus zu bekämpfen.
Ach Salvo, lern’ lesen. Vorzugsweise beginnst Du mit einem Konversationslexikon, die Verwendung allgemeingültiger Begriffe erleichtert das Verständnis ungemein.
Wenn ich wissen will, was Marxismus ist, dann frage ich nicht irgendwelche Leute, dann lese ich Marx.
Mein Verständnis von politischer Willensbildung ist sicherlich etwas anderes, als das, was unsere politischen Parteien betreiben. Für mich gehört zur politischen Willensbildung nämlich auch Hintergrundwissen, nicht nur Schlagworte. Das mag ein wenig altmodisch sein, aber “vordemokratisch” ist das nicht, eher eine Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie.
Mein Wunsch nach einem qualifizierten Bundeskanzler entstammt keineswegs dem Wunsch nach Abschaffung der Demokratie zu Gunsten eines Führersystems. Ich hätte lediglich gerne eine höhere Qualifikation (als den langen Marsch durch die Instanzen einer Partei) für die Person, die in unserem Lande die Richtlinienkompetenz ausübt.
Die Strukturen, die politische Parteien in diesem Lande aufgebaut haben, fördern geradezu Dummheit, Duckmäusertum und Mittelmaß. Das Ergebnis sehen wir nicht nur im Kanzleramt, sondern überall in den Führungsebenen der Bürokratischen Republik Deutschland.
Ach Jochen, Dein Heilmittel ist schlimmer als die Krankheit.
Das Problem ist weder ein neuer, noch ein alter Liberalismus, das Problem sind Populisten, die dauernd an Hebeln zerren, von deren Wirkung sie nicht die geringste Ahnung haben.
Hier kannst Du eine liberale Ansicht lesen:
Wolfgang Münchau: Sag einfach Nein
ftd.de/mei...
Münchau vertritt die Ansicht, es lohne sich auf keinen Fall, öffentliche Gelder für die Rettung von Investmentbanken locker zu machen.
Er hat zweifellos recht, denn es kann nicht richtig sein, wenn der Staat das Riskio gewissenloser Spekulanten übernimmt. Das aber ist es, was bei uns geschieht. Der Staat hat knapp 9 Mrd in die IKB gepumpt, ich weiß nicht wieviel in die SachsenLB, Bayern und WestLB haben ebenfalls ordentlich Geld versenkt, aktuell macht die NordLB Schlagzeilen, und nirgends rollt ein Kopf.
In einer liberalen Struktur müßte sich der Staat heraushalten. Bei uns schiebt er Geld nach. Steuergeld.
Der Kampf, den Du zu führen glaubst, ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn Du gehst gegen den falschen Gegner an. Du beißt in die Hand, die Dich füttert, und Du ignorierst die Blutegel, die an Deinem Körper hängen.
@Salvo (#23) der Steuersatz für Einkommens- und für Gewerbesteuer liegt in der gleichen Größenordnung, wenn das Steueraufkommen so unterschiedlich ist, liegt das einzig daran, dass es wesentlich mehr Einkommen aus nicht-selbständiger Arbeit als aus Gewerbebetrieb gibt.
@Karl: In diesem Blog wird ein ganz spezieller Begriff von Neo-Liberalismus verwendet, und es interessiert hier niemanden, dass der Begriff einerseits etwas ganz anderes bedeutet und dass es das, was die Leute hier gerne darunter verstehen, in Wirklichkeit nicht gibt. Sie alle leben letztlich ganz gut davon, dass unsere Gesellschft halbwegs neoliberal organisiert ist, sonst könnten sie kaum an der Diskussion hier teilnehmen. Aber das muss ja niemanden davon abhalten, an dem Ast zu sägen, auf dem er sitzt - schon gar nicht mit einer Plastik-Säge.
@Spiegelfechter: Mich würde einmal interessieren wie du über Begriffe wie “Wirtschaftsfaschisten” und “verbrecherisches Gedankengut” im Zusammenhang mit Neoliberalen denkst, hältst du die für angemessen?
@Jörg
Papperlapapp - ich hatte das Thema mit Karl schon durch und hatte ihn auch explizit auf den Unterschied des Sozialstaatsbegriffs Erhards, wie er in Art 20 GG interpretiert wird, und dem Begriff der INSM hingewiesen.
Ah Jörg, dass Du mit so armen Argumenten kommst, ist traurig. Früher hat man jeden, der für ein wenig mehr Freiheit eingetreten ist, mit dem Argument “wenn´s Dir hier nicht passt, geh doch rüber” und “ohne uns, könntest Du gar keine Kritik üben” abgekanzelt. Wahrlich - tolle Argumente.
Ich halte sie nicht für angemessen. Aber Du und Karl diskutiert hier dermaßen neben der Spur, dass ich mich aus der Diskussion ausgeklinkt habe.
“Wenn ich wissen will, was Marxismus ist, dann frage ich nicht irgendwelche Leute, dann lese ich Marx.”
auch das ist ein Beleg, dass du in deiner Selbstherrlichkeit nicht weißt, wovon du redest. Selbst wenn du Marx lesen würdest (welchen den? den ökonomischen oder den philospphischen, den frühen oder den späten?), würdest du nicht den Begriff ‘marxismus’ in seiner ganzen historischen Tragweite kennen. Dazu müßtest du die theoretisch-praktische Auseinanderstzung um den Begriff kennen, dh von Bloch, Althusser, Lenin, Trotzki, Gramsci und was weiß noch, was lesen. Du hast keien Ahnung.
Dir ist wohl in deiner grenzenlosen Arroganz (die ja nur die Kehrseite der Ignoranz ist) der sprachtheoretische Unterschied zwischen Zeichen und Begriff entweder nicht bekannt oder du hast es nicht verstanden. Setzte dich zunächst mit dem Wesen der Sprache auseinander, das würde dir und deinesglecihen helfen, nicht bereits im Denken totalitären Tendenzen zu erliegen.
Im Übrigen beende ich das jetzt, ich habe schon jetzt zuviel meiner Lebenszeit damit verschwendet und wundere mich darüber, über welche immense zeitliche Ressourcen unsere selbsternannten Leistungsträger verfügen.
@Spiegelfechter:
Zu 1: eben dieser Unterschied existiert mE nicht wirklich, sondern nur in deiner Interpretation.
Zu 2: Da verstehst du mich falsch. Aber dass man mich da falsch verstehen kann, geb ich zu. Was ich meine ist: Aus meiner Sicht liefert die neoliberale Verfassung unseres Landes letztlich sowohl die Infrastruktur als auch die materielle Sicherung eines jeden dafür, dass er sein Recht auf Meinungsfreiheit (das ich sehr schätze) wahrnehmen kann. Es gehört zu den Eigenheiten unseres Systems, dass es damit die Möglichkeit zu seiner eigenen Aushöhlung schafft, aber es ist stark.
zu 3. Das beruhigt mich, ich hatte das auch angenommen.
Nein, mein lieber Spiegelfechter, den Begriff hatten wir noch nie “durch”.
Allerdings weiß ich, daß der Begriff Neoliberalismus von verschiedenen Knallköpfen gern als Ersatz für das Böse im Allgemeinen verwendet wird. Es widerstrebt mir, einen Begriff, der sehr ordentlich in verschiedenen Nachschlagewerken definiert ist, so abwegig zu verwenden.
Wenn Du aber auf Deiner Deutungshoheit über solche Begriffe bestehst, wäre es hilfreich, wenn Du auch ein Wörterbuch herausgäbst. Anders bleibt es Spiegelfechterei.
@jens
wie würdest du denn eine politische Struktur nennen, in der ein ‘Manager’ eine Deutschland AG führt und aus der alle politischen Parteien weggefegt wurden?
und wie würdest du übrigens solche Wendung nennen, die ich in meinem Blog nicht dulden würde?
“Die Herkunft der Mittel einer Partei stammt nicht selten aus jüdischen Vermächtnissen. Ehrenworte fetter Bonzen schützen Herkunft und Verwendung des Vermögens vor allzu großer Öffentlichkeit.”
@Jörg
Dann lies Dir die Positionen der INSM durch und vergleiche sie mit den Schriften Erhards.
Z.B. kannst Du dieses Erhard-Zitat nehmen:
So wollt ich jeden Zweifel beseitigt wissen, dass ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.
Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung musste also die Voraussetzung dafür schaffen, dass dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zustand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen „arm“ und „reich“ überwunden werden konnten. Ich habe keinerlei Anlaß, weder die materielle noch die sittliche Grundlage meiner Bemühungen mittlerweile zu verleugnen. Sie bestimmt heute wie damals mein Denken und Handeln.
@57 Karl
Du weißt so gut wie ich, dass es einen “Neoliberalismus” gibt, der in den Lexika definiert wird (und keineswegs(!) homogen ist) und einen “Neoliberalismus”, der allgemeinsprachlich als Sammelbegriff verwandt wird, um marktradikale und angebotsorientierte Bestrebungen in der Politik zu kennzeichnen, obgleich diese eher neoklassisch sind. Dein kindisches Beharren auf die Interpretationshoheit über diesen Begriff ist dümmlich. Over and Out!
@58 salvo
Faschistisch schon mal gar nicht, dieser Begriff ist politologisch klar definiert. Wenn es denn so wäre, wie Du mutmaßt, so würde der Begriff Lobbykratie wohl passen.
Ich weiß nicht, worauf Du hinaus willst.
es gibt auch keine eindeutige lexikalische Definition von Neoliberalismus, lies mal in einem marxistischen Lexikon nach
‘Neoliberalismus’ wird auch nicht nur allgemeinsprachlich anders definiert und verwendet, als einige hier es gerne haben möchten - es ist ein wissenschaftlicher Begriff, den zB Butterwegge in seiner Kritik des Neoliberalismus verwendet, da er mit diesem Begriff einen genau definierten Gegenstand abgrenzt
- ein poliitsches System, aus dem alle politischen Parteien weggefegt wurden und in dem die politische Willensbildung von einem ‘Manager’ ausgeht, eine Lobbykratie? Na ja ich will das nicht weiter erörten, wobei ich mit Wirtschaftsfaschismus nicht den ‘Neoliberalismus’ gemeint habe, sondern Karls Vorstellung eines politischen Systems (dafür dass der sich als Neoliberaler bezeichnet kann ich nichts)
- meiner Ansicht nach, ist die Wendung antisemtisch (ich bin sonst sehr zurüchhaltend bei der Verwendung dieses Begriffs) , aber vielleicht habe ich sie nicht richtig verstanden
Selig sind die Armen im Geiste.
Verzeiht mir, aber ich wußte nicht, daß Marx ein Lexikon herausgab und den Neoliberalismus definierte.
Salvo, wenn Du Dein Geschreibse in 62 mit dem vergleichst, was ich schrieb, wirst Du sehen, daß Du nicht meine Aussage, sondern Deine Interpretation verteufelst. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn ich meine Aussage nicht noch erläutert hätte. Da ich das tat, muß ich Deinen Satz wohl als böswillige Unterstellung interpretieren.
Antisemitisch, wahrscheinlich meinst Du den Prinzen:
tagesspieg...
Lässt sich in einer Kommentarschiene nicht eine Weiche einbauen, welche die eingleisigen Wortklauber aus dem Hauptthema ablenken? Mit derartiger Spiegelfechterei (Schattenboxen) hat man mich schon vor 40 Jahren aus den Republikanischen Clubs und dem SDS geekelt. Entschuldigung, aber das ist reine Hirnwichserei, sich seitenlang darüber auszulassen, inwieweit ein anderer zu blöd ist, einen Begriff zu verstehen bzw dessen Bedeutung. Wenn ich so etwas zu Gesicht bekomme, verstehe ich immer wieder aufs Neue, wieso Mao die Intellektuellen auf die Felder geschickt hat.
Nein! ich möchte keinen totalitären Staat errichten, ich sage nur, ich verstehe manche Maßnahmen, die sich aber “gottseidank” nur totalitär durchsetzen lassen. (Wenn das mal gut geht)