Chinesische Kampfroboter
10. April 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Mit der Diskussion über den Tibet-Konflikt und die Olympischen Spiele in Peking breitet sich in den westlichen Medien eine undifferenzierte bis xenophobe Stimmung gegenüber China aus, die momentan in der Berichterstattung über die Proteste im Rahmen des Fackellaufs wilde Blüten treibt. Wer sich in den auflagenstarken Zeitungen über den Fackellauf in Paris und London ein Bild macht, wird Mühe haben, auf den veröffentlichten Bildern die Tausende Chinesen zu finden, für die dieser Fackellauf ein besonderes Ereignis war, welches sie fahnenschwenkend bejubelten. Auch neutrale Besucher, die - aus welchen Gründen auch immer - diesem Spektakel beiwohnten, wird man lange suchen müssen. Pro-tibetische Aktivisten haben die Schlacht um die Bilderhoheit klar gewonnen.
Sinophobie scheint momentan auch im linksalternativen Spektrum ähnlich populär zu sein, wie im rechten Spektrum Islamophobie. Die liberalen Kräfte haben ebenfalls Bauchschmerzen für China Partei zu ergreifen, da China zweifelsohne die Menschenrechte seiner Bürger verletzt – und zwar die aller Chinesen und nicht nur die der Tibeter. Niemand soll eine prochinesische Kampagne starten, aber ein wenig Differenziertheit und Neutralität wäre wünschenswert, zumal die Sinophobie keineswegs nur gegen die kommunistische Partei Chinas oder deren Polizei- und Militärapparat gerichtet ist, sondern bereits rassistische Züge annimmt. Ein besonders scheußliches Beispiel für diesen Trend ist die Berichterstattung über die chinesischen Sicherheitskräfte, die die Fackel während des Fackellaufes schützen.
In London hatte der britische Staat sich am Sonntag in voller Stärke präsentiert - Kilometerlange Barrikaden, Helikopter und ein riesiges Aufgebot an Polizei, in der Downing Street mit Sturmgewehren bewaffnet. Das ganze Spektakel wurde lückenlos mit Videokameras aufgezeichnet, die Londoner werden jeden Tag von rund 500.000 Kameras überwacht. Nach den neuen Antiterrorgesetzen dürfen die Londoner Polizisten Demonstranten ohne Begründung festnehmen, sie zwingen Plakate zu entfernen und T-Shirts auszuziehen, die sie unschicklich finden. Von diesen Rechten haben die Polizisten auch Gebrauch gemacht - 37 Demonstranten wurden zunächst niedergeknüppelt und dann festgenommen. 1 Mio. Pfund haben die Sicherheitsmaßnahmen für diesen Fackellauf gekostet. Aber gibt es in den Medien Kritik an dem rigiden Vorgehen der Londoner Polizei oder gar den Antiterrorgesetzen, die gegen die Bürgerrechte verstoßen? Mitnichten, den es gab noch 15 Chinesen, die unbewaffnet im Trainingsanzug neben der Flamme her joggten, um sie bei Bedarf neu anzuzünden und zu schützen. Das unglaubliche Verbrechen dieser Chinesen war es, dass sie irgendwie seltsam aussahen, was die Medien zu eigenwilligen Spekulationen verleitete.
Bei diesen Chinesen handelt es sich wohl um chinesische Polizisten, die als Sicherheitskräfte vom chinesischen NOK angeheuert wurden, um einen reibungslosen Fackellauf zu gewährleisten. Bewaffnet sind die mit einer kleinen schwarzen Tasche, in der nichts anders ist, als ein Zippo-Feuerzeug, mit dem sie die Fackel bei Bedarf neu entzünden können. Dies ist international so üblich, vor vier Jahren waren es griechische Polizisten, die neben der Fackel joggten und dieses Vorgehen ist wohl auch notwendig, da niemand garantieren kann, dass die lokalen Ordnungshüter ein Feuerzeug haben - vor allem nicht im raucherfeindlichen Großbritannien. Im britischen Medientenor waren diese Sicherheitsbeamten allerdings “widerwärtige”, “schreckliche”, “roboterhafte”, “mysteriöse” und “zurückgebliebene” “Schlägertypen” (alles Originalzitate), die die rechtschaffene edle Insel mit Tyrranei überzogen haben.
Die Spekulationen waren bunt und medienübergreifend. “Wer waren die mysteriösen Männer in Blau”, fragte der Independent. “Wer hat die Chinesen reingelassen”, wollte die Times wissen und stellte kühn fest, dass “der schockierendste Aspekt” des Fackellaufs die “Anwesenheit und das Benehmen einer Gruppe chinesischer Schlägertypen sei - dieser mysteriöser Trainingsanzugsmänner”. Man sollte dabei erwähnen, dass die Chinesen keinesfalls handgreiflich zur Sache gingen, sondern die britische Polizei es war, die die Demonstranten verprügelte. Es ist auch weder unüblich, noch “mysteriös”, wenn ausländische Sicherheitskräfte auf Großbritanniens Strassen ihren Dienst tun. In London gibt es unzählige Sicherheitsbeamte ausländischer Botschaften und Unternehmen, die sogar bewaffnet Dienst tun. Als die “Tour de France” in London weilte, taten 80 französische Gendarme dort in paramilitärischer Kleidung ihren Dienst und sorgten motorradfahrend für einen störungsfreien Ablauf des Prologs. Natürlich fragte damals niemand, wer denn “die Froschfresser reingelassen hat” - für Chinesen gelten andere Regeln, was kein Wunder ist, sehen diese doch irgendwie “mysteriös” aus und wer weiß schon, was die so planen?
Sebstian Coe, der Planungschef für Olympia 2012 in London, beschrieb die Chinesen als “furchterregende Schlägertypen”, ein britisches TV-Sternchen meinte, sie seien “Roboter”. In den Medien wurden sie als “humorlos” beschrieben und man echauffierte sich über die schwarzen Handschuhe, die sie trugen - bei spätwinterlichen Temperaturen mit Schneeregen ist das Tragen von Handschuhen natürlich unüblich. In London wurden schon Brasilianer von der Polizei hingerichtet, da sie für das Wetter unübliche Kleidung trugen und irgendwie “mysteriös” aussahen. So gesehen, ist es den Chinesen noch glimpflich ergangen. Der Guardian hielt die Handschuhe, in Kombination mit den Ohrstöpseln der Funkgeräte und der Konzentration auf die Flamme, für eine “sichtbare Demonstration chinesischer Polizeistaatsmentalität mitten in London”. Sky-News wies darauf hin, dass der Unterschied zwischen den “chinesischen Armeeschwergewichten im himmelblauen Trainingsanzug” und den “Bobbies mit Fahrradhelm” kaum größer sein könnte - und das meinen die wahrscheinlich sogar ernst.
Anders als die “seriösen” Medien schlug der Boulevard natürlich mit der üblichen Zielsicherheit unter die Gürtelline. “Stramme Handlanger, die sich durch die Hauptstadt rempeln” sah die Daily Mail. Natürlich “befolgten die Rowdies nur ihre Befehle, da sie nicht daran zweifeln können, dass ihre Organe “geerntet” werden, wenn sie Demonstranten mit der Fackel entkommen lassen”. Es ist schließlich bekannt, dass Chinesen, die nicht spuren, die Organe entnommen werden. Oh Großbritannien, wie tief bist Du gesunken?
Die Kritik der Liberalen und der Exiltibeter an einer solchen Berichterstattung blieb freilich aus - die Kritik der Exiltibeter fokussierte sich wundersamerweise ebenfalls auf die “mysteriösen Kampfroboter”. Die britische Polizei knüppelte 37 Demonstranten nieder und nahm sie fest, riss ihren Leuten die Plakate herunter und hinderte sie am Protest, aber die joggenden Chinesen sind es, die für die Exil-Tibeter die Personifikation des Bösen sind? So einfach kann man sich unglaubwürdig machen. Über so viel fehlgeleitete Larmoyanz kann sich die Londoner Polizei natürlich nur freuen. “Wir sind hier auf dem Trafalgar Square und nicht auf dem Tiananmen Square” blödelte ein Londoner Polizeisprecher.
Natürlich blieb der Wahn von Kampfrobotern, denen bei Versagen die Eingeweide ausgeschlachtet werden, nicht auf die Insel beschränkt. Ein amerikanischer Kolumnist fragte aufgeregt, wie Amerika es denn zulassen könne, “dass diese Monster, die Chinas grauenhaften Organhandel durchführen” nach San Francisco kommen. Auch die Blogger machen beim China-Bashing fröhlich mit: Ein britischer Blogger phantasiert, “chinesische Schlägertypen würden Großbritannien übernehmen”, ein amerikanischer Kollege fragt, ob “die Demonstranten nicht Betäubungsgewehre oder Schlagstöcke bräuchten, um sich gegen die chinesischen Schläger durchzusetzen” - “so etwas könnten die Chinesen zwar in Tibet tun, aber nicht in einem zivilisierten Land”. Man staune, dass dieser Blogger keine Sturmgewehre gegen die “gelbe Gefahr” empfiehlt - ist so etwas in einem zivilisierten Land nicht auch möglich?
Aber auch deutsche Medien glänzen mit Unwissen, das sie aber durch starke Worte wettmachen. Die TAZ fragt sich wer “Chinas Schläger” im Ausland” sind und gibt ungeniert die britischen Medienberichte wieder. In der DPA-Version taucht die “Zusatzinformation” auf, die Fackelwächter hätten ein Gardemaß von mindestens 1,90m. Ein einziger Blick auf die Photos hätte genügt, dies in das Reich der Mythen zu verbannen. Die abgebildete britische Fackelläuferin Denise Lewis mißt 1,73m und ist sogar größer als der “hühnenhafte Roboter”, der neben sich neben ihr “durch die Hauptstadt prügelt”. Natürlich hinderte das weder SPON, die Frankfurter Rundschau noch den Kurier, diese Mär zu verbreiten. Dagegen wirkt das ZDF schon beinahe seriös, das zwar auch den Agenturtext bringt, aber es vermeidet, die offensichtlich falschen “Zusatzinformationen” 1:1 zu übernehmen. Beim ZDF formulierte man lieber: “Die Rekruten sollen “groß, kräftig, gut aussehend und in athletischer Körperverfassung sein”, was allerdings auch in einer internen Stellenausschreibung der Landeskriminalämter für Personenschützer stehen könnte.
NTV beschreibt die “Schläger” als “Sicherheitskräfte, die wie eine Mischung aus Marathon-Olympiasiegern und Geheimagenten wirken”. Die Süddeutsche empört sich über die “Männer, die nicht lange fackeln” und fragt, warum “sich China [wieder einmal] auf tapsige Weise als Polizeistaat offenbart, anstatt im Ausland um Sympathien zu werben”. BILD findet das alles unfassbar und titelt “Prügel-Chinesen beschützen das olympische Feuer”, ohne freilich belegen zu können, was “Chinas brutale Blau-Männer” eigentlich so schlimmes getan haben sollen, außer mysteriös auszusehen.
Natürlich greift auch SPON dieses Thema auf, wie könnte es auch anders sein. Laut SPON sind die “ominösen Fackelwächter” darauf trainiert zu töten - als wäre dies bei deutschen Polizisten anders. SPON mag es martialisch, wenn es um China geht - darum zitiert man den Mirror, die Sicherheitskräfte seien aus den gefürchteten “Fliegenden Drachen” und dem “Schwert Südchinas” rekrutiert und einen nicht näher genannten “europäischen Militär” (das könnte auch der Gefreite Müller sein), die Ausbildung dieser Soldaten “sei so blutig und brutal, das viele Rekruten innerhalb weniger Wochen sterben”. Kein Wunder - werden doch ihre Eingeweide bei Versagen geerntet. OK, diese Dümmlichkeit konnte SPON sich zum Glück verkneifen.
Folgende Bilder aus Paris wird man in den großen deutschen Medien auch vergebens suchen. Tibetaktivisten wollten der chinesischen Rollstuhlfahrerin Jin Jing, die bei den Paralympics im Fechten startet, die Fackel entreißen. Aber Gewalt gegen Behinderte? Das passt nicht ins Bild - dann doch lieber über chinesische Schläger mit Roboterblick berichten, die zwar keine unbotmäßige Gewalt angewendet haben, aber irgendwie seltsam mysteriös aussehen. Es lebe das Feindbild und langsam kann man die resignierte chinesische Bloggerin verstehen, die in Deutschland lebt und sich über die “gehirngewaschenen Deutschen” aufregt, freilich nicht ohne ihre eigene Propaganda loszuwerden. Ein bisschen mehr Sachlichkeit - ist das denn zu viel verlangt?



Jens Berger






















































































“Ein bisschen mehr Sachlichkeit - ist das denn zu viel verlangt?”
Ja ist denn heut schon Weihnachten?
Ein rundum gelungener Text. Herzlichen Glückwunsch!
Wenn Bush mit 1000 Mann an “Sicherheitspersonal” in Europa einfällt, kräht kein Hahn danach. Und 30 sportliche Chinesen in Trainingsanzügen bei einer Veranstaltung mit Sportbezug werden jetzt als Bedrohung dargestellt. Kaum zu glauben, wie plump dabei argumentiert wird.
Ich verfolge das Medienspektakel auch schon seit Tagen und ich schaeme mich zutiefst fuer meinen europaeischen und nordamerikanischen Kulturkreis, der sich mit rassistischen Phobien und Luegen zum Gespoett der Rationalitaet und Wahrheit macht.
Wenn die Spiele vorbei sind wird die Post richtig abgehen, China wurde schon zu oft gedemuetigt und das wird Konsequenzen haben.
Ich schaeme mich fuer das Verhalten dieser Leute zutiefst und kann es gar nicht oft genug betonen.
In gut zwei Wochen werde ich mich in China als revisionistischer Waiguoren (Ausländer) bespucken lassen müssen. Die den Tibetern wohl bekannte buddhistische Lehre vom Karma, nach der alle Taten in ihrer Wirkung wieder zurückkommen zum Handelnden (wir würden vielleicht neudeutsch “Feedback” sagen) lässt sie anscheinend nicht fragen, was ihnen diese Unterdrückung beschert hat, noch scheinen sie daraus zu lernen. Meist sind es ja gutgläubige arme Wichte, die sich da missbrauchen lassen für einen Chauvinismus, der ausschließlich den Interessen Amerikas dient. Du glaubst es nicht? Es ist ganz offiziell und öffentlich. Im Zen - Buddhismus nennt man sowas ein Koan; einen “öffentlichen Aushang”. Alle könnten es sehen, aber alle rätseln lieber rum.
@Konfusius
Ich kann mich auch immer nur über meine Landsleute wundern. Klar, es ist wunderbar billig und einfach, sich irgendwie “für Tibet” zu “engagieren” - der Chinese ist ja bös, das wissen wir doch alle. Klar, die USA und GB morden fröhlich im Irak, aber das Thema ist irgendwie ausgelatscht und vor allem so kompliziert. Der Gutmensch (ja - ich darf das sagen ;-)) mag es lieber digital 10101010 gut böse gut böse. Klar, er ist gut und der Tibeter ist auch gut, da er ja Buddhist ist und Gewalt ablehnt und den ganzen Tag nur Liebe und Ehrfurcht in sich trägt. Der Chinese ist da schon anders - irgendwie wirklich anders und da man es ja lieber einfach liebt und der Tibeter schon gut ist, muß der Chinese folglich böse sein.
Und wer was dagegen sagt, ist ein “chinesischer Mietsöldner” - dies wurde mir tatsächlich im ZEIT-Forum vorgeworfen. Gut, dass es nicht um Israel ging, sonst wäre ich wahrscheinlich ein “zionistisches Mietmaul, angeheuert vom Finanzjudentum” … ach, das ist was ganz anderes? Wirklich?
Lustig auch, dass die vereinte britische Presse und Aktionistenschar Brown gängelt, er solle die Eröffnungsfeier boykottieren … sollte er nicht vor der eigenen Haustür kehren und seine Soldaten erst einmal aus dem Irak abziehen? Ach nee, das ist ja wieder sooo kompliziert.
Hallo Jens,
ich habe dein Blog vor einigen Wochen entdeckt und bin seitdem fleißiger Leser. Du schaffst es einfach, ein etwas anderes Bild auf gewisse Zusammenhänge zu werfen, und auch dieser Artikel ist wieder sehr gelungen.
Zu zonaeuropa...
Was mich selbst schon etwas betroffen macht, ist die Übersetzung der Erfahrungen des Chinesischen Angestellten mit seinen Kollegen. Natürlich gibt es viele tumbe Köpfe, aber dass man so störrisch sein muss, ist mir immer wieder schwer begreiflich. Schönes Bild, dass sich dann so langsam von der gesamten “westlichen” Welt in China bilden muss.
Dennoch war ein Aspekt dabei, der auch mir auffiel: Die Abneigung gegen chinesische Studenten in der deutschen Gesellschaft, bzw. unter den Kommilitonen. Mir ist ähnliches auch schon aufgefallen, und ich will mich von einer gewissen Sinophobie auch nicht frei sprechen, aber es ist halt subjektiv so, dass viele der Chinesen leider wieder in ihre Heimat fahren, mit dem Wissen, dass sie hier sehr günstig gekriegt haben. Nicht nur an unserer Uni werden denn auch Ausländer aus Nicht-EU-Ländern von den Studiengebühren befreit - die Gründe dafür sind mir allerdings auch bewusst. Der Effekt ist dennoch der gleiche: Man denkt sich “Die zahlen hier weniger als ich, und dann hauen sie ab und nehmen die Arbeitsplätze gleich mit”.
Das ist natürlich stark vereinfacht, doch meine Erfahrung mit meinen Kommilitonen zeigt, dass auch unter Akademikern der Abstraktionsgrad lange nicht so hoch ist wie der Ruf immer sagt.
Ich weiß, erster Beitrag direkt Off-Topic. Danke für die tollen Artikel
hm mich verwundert nur das zippo. ich dachte bis eben dass das feuer nicht wieder angezündet werden darf sondern von einem notfeuer neu geholt werden muss
@Jonas
So Off-Topic ist das gar nicht und ich bin da sowieso eher locker, da ich die Diskussion unter den Artikeln immer sehe schätze ;-)
Was die chinesischen Studenten angeht, so ist das sicher im Kern verständlich, nur zahlen sich diese “Stipendien” natürlich auch aus, da man später sicher lieber Geschäfte mit einem Land macht, das man gut kennt, als mit einem x-beliebigen. Die Sprache spielt da auch eine Rolle. Letztendlich ist es bei den afrikanischen Studenten ja ähnlich und die zahlreichen Stipendien der Kirchen und der Parteien (über Stiftungen) sind ähnlich zu bewerten. Aber was soll man da machen? Die richtige Lösung (mE) wäre es eher, die Studiengebühren für “normale” Studenten wieder abzuschaffen.
@7 Nico
Das dachte ich ursprünglich auch, bis ich irgendwo (ich glaube auf Rian) gelesen habe, dass die Fackel eh nur 15 (oder 18?) Minuten brennt. Es wäre ja auch ein energetisches Wunder, wenn das Ding nicht ausgehen würde ;-)
Und ich wünschte SPON haette recht, und die Prügelchinesen würden die Redaktion besuchen und ein paar Presseorgane ernten…
“[...]mag es lieber digital 10101010 gut böse gut böse. ”
Wider die Digitalmoral. Das ist doch mal ein nettes Motto fuer den Tag.
Gruss,
Sorry, aber ich finde anti-chinesische Berichterstattung momentan gerechtfertigt. Wenn man sich anschaut, wie westliche Journalisten in China gegängelt und natürlich vollständig überwacht werden; welches Ausmaß an Zensur und Gleichschaltung in den chinesischen Medien üblich ist und mit welchen stalinistischen Methoden man sich Dissidenten vom Halse hält, da muss man umgekehrt auch was einstecken können. Wenn die Chinesen “da das Gesicht verliert”, haben die das selber zu 100% zu verantworten.
China hat im Tibet-Konflikt bisher jede Möglichkeit zur objektiven Berichterstattung unterbunden bzw. überhaupt alle Nachrichten nach draußen. Absolut fair, wenn man die chinesischen Maßnahmen umgekehrt auch nicht so neutral bewertet. Herr Berger wäre für seinen Blog schon zigfach im chinesischen Folterkeller gelandet, wäre der in China veröffentlicht. Also wer die Neutralität westlicher Medien kritisiert, sollte sich die andere Seite auch mal genauer anschauen.
Bin müde…
…schreibe morgen.
hannilein
Schon die Bibel lehrt uns, dass man Gleiches nicht mit Gleichem vergelten sollte. In meinen Augen ist die Berichterstattung der westlichen Medien ein Armutszeugnis sondergleichen, denn eine objektive Betrachtung der Ereignisse, die zweifelsohne wuenschens- und erstrebenswert waere, findet einfach nicht statt. Es ist mir beispielsweise voellig unverstaendlich, warum die “Knueppelaktion” der englischen Polizeikraefte in einem Blog Erwaehnung findet, in den grossen Newsportalen jedoch nicht. Stattdessen wird eine antichinesische Hetzkampagne angeleiert, derentwegen dem Westen irgendwann die Rechnung praesentiert wird.
Kritik an Menschenrechtsverletzungen und anderen Verbrechen, die in China passieren, ist wichtig und richtig. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass man es im Falle Chinas mit einer anderen Kultur, einer anderen Mentalitaet, zu tun hat und in dieser gilt es als demuetigend, den Gegenueber blosszustellen und offen zu kritisieren. Ich hoffe, das wird den Presseleuten und Politikern irgendwann einmal bewusst. Des Weiteren waere es wuenschenswert, wenn der Rechtsstaatsdialog zwischen China und Deutschland, der wegen der Privataudienz Frau Merkels beim Dalai Lama ausgesetzt wurde, wieder aufgenommen wuerde.
Zitat Artikel:
Ja … der Geist von Olympia. Auch in Heiligendamm durften wir die Roboter bewundern. Aber, ach ja, halt, DAS waren ja die GUTEN!
Schöner Artikel, der mit beissendem Sarkasmus die abstossende Heuchelei bloßlegt. Mittlerweile habe ich persönlich den Eindruck, dass bei vielen die Propaganda aber nicht mehr so toll wirkt, dass viele dieses nette Sau-durchs-Dorf-treiben mit Schwarz-Weiss-Betrachtung einfach nicht mehr glauben.
Ich selbst muss mich immer beherrschen, nicht loszugackern, wenn mal wieder irgendein Politiker droht, nicht nach China zu fahren. Ich bin mir sicher, dass 90% der Menschen diese Korruptis und Idealfreien Heuchler nicht vermissen würde.
Und was ist das bitte für eine Drohung, wenn eine der Marionetten und Lügner damit droht, ausnahmsweise mal nicht auf Kosten des Steuerzahlers Halligalli zu machen?
Woran erkennt man, dass ein Politiker lügt? Der Mund bewegt sich.
Warum wird eine Zweit-Flamme mitgeführt, wenn die Polizisten Feuerzeuge haben?
Ich finde Tibet und China sind wunderbare Themen. Dieses Rumgerenne mit offenem Feuer durch die ganze Welt - darf man das eigentlich, wegen der Brandgefahr - kann das Thema in sehr vielen Ländern erneut aufgewärmt werden und die Kameras und Schreiberlinge haben etwas worüber sie berichten dürfen und sollen.
Natürlich verhält sich China falsch. Und überhaupt die armen Tibeter. Ich bin ja nun schon alt. Aber so fangen gute CIA-Märchen immer an. Dabei ist der Ausgang eigentlich schon lange klar. Entweder China findet zu einem föderalistischen System in dem sich die unterschiedlichen Völker inkl. Taiwan in einem säkularen China wiederfinden können, oder China zerbricht.
Interesse an einem zerbrechenden China haben vor allem die USA, denn ein zerfallendes China wäre gut für schnelle Geschäfte zum totalen Nachteil der Menschen dort und zu immerwährenden Kriegen gegen die bösen Russen, die dann von Polen und Tschechien auf der einen Seite aus durch die US-Amerikaner bedroht wären, auf der anderen Seite durch ein zerfallendes und kriegerisches China in der Klemme eines Zweifrontenkrieges säße. Zusätzlich könnten noch ein paar Tan-Republiken aufgehetzt werden, gegen Rußland vorzugehen. Damit wäre gleichzeitig die “relativ sichere” Energieversorgung Europas mit Gas beendet und Europa erneut geschwächt.
Das wird natürlich auch von anderen so gesehen, den lieben Qualitätsjournalisten. Aber auch die sind froh über China und Tibet berichten zu können, weil sie sich damit am momentan dicksten Problem vorbeimogeln können, nämlich bei der Finanzkrise.
Gäbe es nicht die geopolitischen Langfristziele der USA könnte man den ganzen Kram als reines Ablenkungsmanöver sehen, damit solche Themen nicht diskutiert werden:
duckhome.d...
Das Thema wird uns erhalten bleiben. Bis zur Eröffnungsfeier.
@anindo: Es stimmt so nicht, dass China jegliche externe Berichterstattung verhindert hat. Aus Lhasa haben James Miles, Georg Blume und Kristin Kupfer während der Unruhen berichtet. Es war auch meiner Meinung nach dumm von den chinesischen Behörden, diese Journalisten nach knapp 2 Wochen auszuweisen. Ab nächstem Monat werden auch wieder Touristen ins Autonome Gebiet Tibet reisen können.
Auch heute noch kann aus den meisten Gebieten Chinas ohne Einschränkungen berichtet werden. Kristin Kupfer und Georg Blume sind z.B. aus dem Autonomen Gebiet Tibet rausgeflogen, haben danach aber weiter aus Qinghai und Gansu berichtet, chinesischen Provinzen, die die “tibetische Exilregierung” auch als “ihr” Gebiet beansprucht (darüber wird bei uns nicht berichtet, auch unwahre dpa-Behauptungen wie die, Tibet sei 1950 besetzt und danach auf mehrere chinesische Provinzen aufgeteilt worden, werden in unseren “freien” Medien nie korrigiert).
Ärgerlich sind auch unverschämte Lügen des Dalai Lama, wie die vor einigen Tagen im ZDF kolportierte, in Lhasa lebten nur 100.000 Tibeter, aber 200.000 Chinesen. Wenn man in Lhasa gewesen ist, kann man eine solche Behauptung vom Augenschein her dementieren, und die frommen Herrschaften haben ausgezeichnete Kontakte dahin. Auf ein Versehen können sie sich nicht rausreden.
lieber Jens,
ich halte mich sonst mit Lob zurück, aber für diese aktuelle Artikelserie zur massenmedialen Aufbereitung des westlichen ‘China-Problems’ möchte ich dich ausdrücklich loben
und dazu noch ein Link auf einen aktuellen Beitrag
“There’s a wonderful book, new academic book called Nazi Games, which gives a concise history of this. But the torch relay itself is essentially a PR invention of the Nazi era. And the point of it was to run the torch through parts of Europe that Germany hoped to—that the Nazis hoped to take over, including the Sudetenland.
So it was—it really—I think if the corporate sponsors of the torch relay really knew the history of this, I can’t imagine that they’d want to be associated with it. And those sponsors are Coca-Cola, Lenovo and Samsung. And Human Rights Watch has also spent the last year writing to and communicating with the corporate sponsors about the—you know, they’re literally paying for the Olympics. The Olympics are paid for by the corporate sponsors. But there’s certainly going to be a price to pay in terms of corporate reputation if the torch relay inside China turns into a major human rights debacle. ”
democracyn...
das dürfte nicht vielen bekannt sein, erst recht nicht den ‘unverantwortlichen Redakteuren’ (Karl Kraus), die derzeit Stimmung gegen China machen
tja, solche nachrichten würde man gerne mal bei tagesschau.de lesen, aber dazu wird es nicht kommen: s2.directu... [screenshot]
Danke erstmal für diesen wunderbaren Artikel lieber “chinesischer Mietsöldner”!
Ich saß vorgestern in der autowaschanlage fest und durfte mir den ausführlichen Bericht von NDR2 über die brutalen chinesischen Schläger anhören. Da waren sie auch über 1,90 und “eine Mischung aus Marathonläufer und Geheimagent”. Als Beweis für Ihre unglaubliche Brutalität wurde angeführt, dass mehrere von ihnen auf eine Läuferin zustürmten, die sich eine “Free Tibet”-Schleife ins Haar binden wollte und dabei anscheinend “No, No, No!” riefen. Einfach brutal sowas ;-)
Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, mich friedlich und entspannt zurückzulehnen und mich daran zu erfreuen, wie Hitlers Fakellauf und die Weltpharmaspielen zu einzigartigen Symbolen für “Freiheit” und “Demokratie” werden, die jetzt der böse China-Mann mißbraucht - pfui!
Waren das noch schöne Zeiten, als wir den “Schlitzis” mittels Ostindien-Kompanie und anderer Drogen andrehen und mit Kanonenbooten beschießen konnten…
Die Chinesen werden irgendwann einfach aufgeben, uns verstehen zu wollen und sich wieder hinter die Große Mauer zurückziehen. Die haben sie ja schließlich schon damals nicht gebaut um die eigenen Leute drin, sondern um die Fremden draußen zu halten.
Und zu 17: Ich kann solche Spoiler-Schweine auf den Tod nicht ausstehen. Wieso müsst ihr uns anderen immer die Spannung versauen? Zurück ins Glied und überrascht tun, wenn’s demnächst soweit ist - aber dalli!
@12 Anindo
Es geht im Artikel nicht um das “einstecken”, sondern um das “austeilen”. Deiner Logik nach dürfen die westlichen Medien also manipulieren, hetzen und verschweigen, da China seinerseits die Pressefreiheit nicht achtet. Bis zur Forderung, man müsse “Terroristen” foltern dürfen, da sie sich schließlich auch nicht an die Menschenrechte halten, ist es da nicht mehr weit.
Herr Berger sitzt aber in Deutschland und singt keine Loblieder auf die chinesischen Verhältnisse, sondern kritisiert die hiesigen.
Das wäre für ein deutschsprachiges Blog aber wenig ergiebig. Die deutschen Leser interessiert es, wie deutsche Medien lügen.
Danke für dieses bonmot :-)
“Die deutschen Leser interessiert es, wie deutsche Medien lügen.”
schön wärs :-)
ich kenne viele, die darum betteln, belogen zu werden
noch ein Link, absolut lesenswert
“Tibet a defining issue for China”
atimes.com...
Sehr gelungener Artikel und auch danke für den Link zu der Chinesischen Bloggerin. Es war wirklich beklemmend zu lesen wie sie in einem laut Eigenwerbung aufgeklärtem Land so gegen eine Mauer aus Vorurteilen stösst.
Sehr guter Artikel !! Danke auch für Bilder Jens.
Die westlichen Reaktionen haben wirklich den netten , bildhaften “Stürmerjargon” noch drauf, wenn es hart auf hart kommt. Übel Übel…
Mein absoluter Newsliebling ist ja die Sichtweise in der FTD auf die Welt in ihrer Demokratiesupershow:
ftd.de/mei...
der arme Schumpeter, wenn der wüsste, dass er auf der Gut-und Bösehitliste als verlogene, und im Artikel noch völlig in sich widersprüchliche Begründung gelandet ist, und nun schöpferisch irgendwas rechtfertigen soll. Er würde im Grab wie ein Kreisel rotieren.
Ach ja: die Ländererklärungen an der Seite nicht vergessen. ;)
sehr guter artikel vom spiegelfechter.
den meisten kommentaren ist nicht viel hinzuzufügen.
es ist unerträglich, wie in den sogenannten freien, demokratischen medien gehetzt und die wahrheit verdreht wird. das hat allerdings schon seit vielen jahren methode in diesem unserem land.
nicht umsonst gingen vor 40 jahren gegen die vietnam-berichterstattung der springer-medien und die hetze gegen die APO auf die straße. die schüsse auf benno ohnesorg und rudi dutschke vor 40 jahren waren die taten der damaligen medien.
heutzutage sind die methoden der medien noch viel ausgefeilter und werden durch gesetze flankiert. (notstandsgesetz - div.§§ unserer fdgo u.a. ) weshalb es auch jetzt bei uns zu einer kontrolle aller tel.-internet-verbindungen gekommen ist. es ist z.zt. das einzige medienportal, wo noch relativ freie berichterstattung möglich ist. (schily/schäuble hatten das schon lange erkannt)
deshalb weiter so gute und wirklich ausgewogene berichterstattung.
bürger westberlins
Erstklassiger Artikel, sachlich und witzig, wobei die Ironie nicht eitel ist, sondern den Inhalt befördert. Erschrocken bin ich über unsere letzten guten Journalisten, die jetzt mitlügen oder müssen, weil der Chefredakteur nicht unabhängig ist wie Jens Berger.
Die Chinesen erkennen jetzt noch deutlicher, wie verhasst Sie sind als
- Olympiabauherren, Trainer- und Sportler, die westliche Methoden übernommen haben
- Wirtschaftskonkurrenten
- unreligiöse und inzwischen unidelogische Pragmatiker
- fleissige Arbeiter bei schlechter Bezahlung und Bedigungen
- Esser von Hunden, die bei uns nur emotional benutzt werden dürfen
- Politiker, die sich von anderen Großmächten kein dummes Zeug erzählen lassen
- langfristige Planer mit Geduld, die sich an die Schandtaten der Japaner und Westler in Ihrem Land genau erinnern, sich aber militärisch im Ausland zurückhalten.
- Einkindprotagonisten als einzige nachhaltige Maßnahme für Umweltschutz und sozialen Frieden
Ich sage vorraus: Sie erarbeiten sich weiterhin mehr Wohlstand und Freiheit - bei uns geht es bergab.
Wirklich guter Artikel, gefallen hat mir auch die Parallele zur Islamphobie. Mich würde mal interessieren, wie die versammelte Pro-Tibet Politikerriege dazu stehen würde, Tibetern grosszügig politisches Asyl in Deutschland zu gewähren…da würde die Solidarität sicher ganz schnell an ihre Grenzen geraten.
Ich habe hier eine Reihe von Tibetflaggen mit der Aufschrift FREE Tibet gefunden.
fanshop-on...
fanshop-on...
@bnny
noch besser: alle Asylanten in den Vatikanstaat, der besonders für Religiöse offen sein sollte. Oder haben diese “Menschenfreunde” gar kein Asylrecht?
Im prinzip stimme ich Dir natuerlich zu, ich frage mich aber wo in der “Sun” etwas von den “Henkersmaennern” steht. So weh es auch tat, ich habe den ganzen artikel gelesen aber kein einiziges Henkerswort gesehen. Du meinstest doch wohl nicht etwa die “henchmen”, oder???
@Analphabet
Ooops - da habe ich wohl hangmen und henchmen verwechselt. Danke für den Hinweis, ich habe es geändert.
Naja, gepasst haette es ja irgendwie schon…
Und ich habe natuerlich die Sun mit der Daily mail verwechselt. Nobody is perfect :-)
Moin,
erstmal vielen Dank für den Blog, Jens. Lese ihn seit einer Weile und immer gerne.
Auch wenn Autoritätsargumente an sich eher fragwürdig sind und es an sich besser beim “Du sollst nicht vergleichen”-Artikel gepäßt hätte, interessiert mich grad folgendes.
Ich habe auf de.wikiquo... dieses Zitat(?) gefunden
“Heute wird zu Recht beklagt, dass die tibetische Kultur von den Chinesen unterdrückt wird. Darüber sollte man aber nicht vergessen, dass die tibetische Kultur aus einer Religion hervorgeht, die noch sehr viel brutaler war, und die Menschen in Tibet wie in der schlimmsten Diktatur unterdrückte. Deshalb verbietet sich jede unkritische Gefühlsduselei für den Dalai Lama und die tibetischen Mönche.” - Ulrich Wickert, Tagesthemen, 12. Oktober 1997
Kann man/jemand das irgendwie verifizieren? Ein paar überdachte Worte von jemandem mit Reputation könnten in mancher Diskussion grad helfen.
der Bert
„Ich frage euch: Wollt ihr die totale Demokratie?“
(Publikum: „Jaaa!“)
„Wollt ihr sie? Wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können?“
(Publikum: „Jaaa!“)
„Und darum lautet von jetzt ab die Parole: Nun, Volk, steh‘ auf, und Sturm, brich los!“
wiedermal ein spitzenartikel. ich möchte nicht wissen, wie sehr die massenmedien mein denken beeinflussen würden, wenn ich hier nicht hin und wieder eine gegendarstellung lesen dürfte…
ob du in chinesischen folterkellern landest wage ich zu bezweifeln, aber der bnd und verfassungsschutz lesen diesen blog mit sicherheit regelmäßig.
ich verzichte hier einmal darauf etwas zum thema zu schreiben, m.e. wurde im artikel und den kommentaren bereits alles relevante gesagt.
@Ralf
Ich brauche aber eine brennende. Wo kriege ich Tibetanische Flaggen zum verbrennen? Wahlweise geht es auch mit chinesischen, dänischen oder USA-Flaggen.
SCNR :-)
mal wieder absolute Spitze, ich hab auf genau diesen Arikeln mit genau diesen BIildern eigentlich schon gewartet ;)
Wenn in Deutschland ein paar Politiker geschuetzt werden muessen dann ist es erlaubt das GG auszuhebeln, 17.000 !!! Polizisten und 1100 Soldaten loszuschicken die mit Panzern !! ueberwachen, Demonstranten verpruegeln, wegsperren und gaengeln! Das interessiert in Deutschland und Europa kein Mensch obwohl man selber davon betroffen ist.
Aber wenn “das Schlitzauge” seine 30 Mann losschickt, um eine Fackel wieder anzuzuenden und zu beschuetzen, dann ist das Geschrei gross! Ich kann es nicht fassen.
Der Gipfel der Unverschaehmtheit besteht meines Erachtens darin, das ein Chinese der wie ca. 55% aller Chinesen (maennliche Bevolkerung) aussieht, hier als ominoes, merkwuerdig oder gefaehrlich dargestellt wird. Das ist in meinen Augen rassistisch und durch nichts zu rechtfertigen.
Die gelbe Gefahr ist groesser denn je, jetzt haben sie schon ihre Militaerpolizei unter uns! Mich wuerde es nicht wundern wenn bald die ersten Chinesen auf der Strasse verhauen werden weil sie Sportanzuege tragen, 1,90 gross sind, Sonnenbrille tragen und dann auch noch ominoes Aussehen. Das sich noch keiner drueber beschwert hat, dass ihm einer der 30 Fackelbeschuetzer den Arbeitsplatz weggenommen hat ist geradezu verwunderlich.
Eine Frechheit was sich die letzten Wochen in den Medien abspielt, da wuensch ich mir doch grad wieder das gute alte CCTV her, da weiss ich wenigstens an was ich bin!
Gruesse
seit wann muessen die Beitraege hier den freigeschaltet werden?
@GoeZz
Du bist unbeabsichtigt im Spamfilter hängengeblieben, da Dein Einwahlknoten in meinem Troll-Filter steht. Ich habe das geändert, aber solche Missverständnisse sind leider nicht auszuschliessen, wenn man den gemeinen Wald- und Wiesentroll davon abhalten will, hier seinen PI-Weisheiten abzusondern ;-)
Meisterhafter Artikel. Und die ganzen Flachpfeifen um mich herum wundern sich noch immer über meine Meinung zu den hiesigen klassischen Medien. Vielleicht öffnet dieser Text ein paar Augen.
@ spiegelfechter 40
Der arme gemeine PI oder Kewil Wald- und Wiesentroll ist zwar keine gefährdete Art, aber muss man inn deshalb ausgrenzen?
Ich finde ja. Grinz.
@Spiegelfechter
Ja kein Problem, bin z.Z. in nem quasi oeffentlichen Wohnheimnetzwerk zu gange und kann mir gut vorstellen das da auch der ein oder andere Troll unterwegs ist!
Lieber so, als dass man staendig PI Weishheiten ertragen muss!
gruesse
@derBert
Ich empfehle Dir (bei allen Einschränkungen bezüglich polemischen Stils etc.) das Buch von Colin Goldner: Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs. Du musst das, was da drinsteht, nicht unbesehen glauben, aber wenn Du Dich an den Fussnoten langhangelst, merkst Du, dass er sich nichts aus den Fingern saugt. In mancher Hinsicht war das Taliban-Regime liberal gegenüber dem der Gelupga-Mönche vor 1950. Zungen rausgerissen haben die jedenfalls keinem, und sie haben ihre Gegner (und Konkurrenten aus dem eigenen Lager) gehängt und geköpft, aber nicht wochenlang totgefoltert.
“Sinophobie scheint momentan auch im linksalternativen Spektrum ähnlich populär zu sein, wie im rechten Spektrum Islamophobie.”
Diese Behauptung ist schwer zu widerlegen, aber dennoch Mumpitz. “Ein bisschen mehr Sachlichkeit” täte auch hier gut.
“Die liberalen Kräfte haben ebenfalls Bauchschmerzen für China Partei zu ergreifen”. Warum sollten Liberale auch “Partei” für eine Diktatur egreifen, in der die Todesstrafe öffentlich vollstreckt wird? Das Tiananmen-Massaker ist mir noch gut in Erinnerung, und ich würde nicht darauf wetten, daß sich dergleichen nicht wiederholen kann. Ist das Sinophobie? Ist der Vergleich von Hetze à la “PI” mit einer entschiedenen Ablehung der chinesischen Führung vergleichbar? Ich erwarte von einem “Spitzenartikel”, daß der Autor differenzierter argumentiert und Begriffe wie “Partei egreifen” auch meint, wenn er sie schreibt.
Ich bin völlig auf deiner Seite, wenn du die platte Propaganda der Massenmedien auseinander nimmst. Deine Belege dafür sind ein guter Job.
Daß du aber ständig übers Ziel hinausschießt, als müsse China auch noch gegen radikaldemokratsiche Kritik geschützt werden, ärgert mich. Daß im Rahmen der anstehenden Olympiade und der damit verbunden Ereignisse eine große Rsonanz entststeht, ist ganz logisch. Daß jeder Depp derzeit ohne jedes Wissen sein Herz für Tibet entdeckt, folgt dieser Logik. Ich finde Chinas Staatsräson auch dann furchtbar, wenn die Presse gerade nichts zu berichten hat und deutsche Konzerne gute Geschäfte machen. Die “Linksalternativen”, die ich kenne, sind frei von jeder Sinophobie, auch wenn einige von ihnen derzeit auf dem falschen Zug unterwegs sind. Sie sind nicht gegen China, sie sind für Menschenrechte. Dein Vorwurf ist in der Substanz nichts anderes als der des “Antiamerikanismus”, den die kalten Krieger noch immer pflegen. Es täte deinen Artikeln gut, nicht “Partei für China” zu ergreifen”, sondern zu erfüllen, was du einforderst: Sachlichkeit.
So ein Unsinn. Wo beginnt eigentlich das rechte Spektrum, wo hört es hauf?
Sollte es wirklich “Islamophobie” (früher hieß das noch “Ausländerfeindlichkeit”, na ja, die Zeiten ändern sich) geben, muss man sich das als erstes fragen: Woher kommt die? Sind die Deutschen von Natur aus Faschisten?
Oder könnte es vielleicht sein, dass sich ein nicht unerheblicher Teil unserer ausländischen Mitbürger - besonders jene aus muslimischen Kreis - aufgrund ihres Verhaltens (zunehmende Gewalt gegen Deutsche) und zahlreicher Forderungen (Sonderrechte wie Schächterlaubis, Gebetsräume in Schulen, vermehrter Moscheenbau, etc.) einfach UNBELIEBT gemacht haben?
Ich tippe auf Letzteres.
*Hmpf* Das kann ich ja leiden, wenn ein Merkbefreiter glaubt, sich an meine Kritik anhängen zu können. /ig #46
@47
Falls Sie mich meinen: Mein Beitrag ist quasi zeitgleich verfasst und nur 1 Minute nach Ihrem veröffentlicht worden, von “anhängen” kann also keine Rede sein.
Tatsache ist, dass immer mehr Bürger aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen. Daher auch der große Erfolg von Seiten wie Politically Incorrect, Fact Fiction usw. Na ja, ist kein Wunder, man muss ja bloß mal die Polizeiberichte unserer Großstädte lesen. Vor der Fahndung nach “südländischen” Straftätern kann man sich da kaum retten… die deutschen Ganoven müssten vor Neid erblassen. Doch keine Panik, sind sicher alles nur “Einzelfälle” und Multikulti funktioniert gemäß linker Planung einwandfrei ;-)
Hier noch eine nette Karrikatur von Götz Wiedenroth:
Dein Blog ist doch selbst Teil der westlichen Medien. Also kann doch das Bild nicht so undifferenziert sein. Ausserdem frag ich mich immer, warum dir China so wichtig ist. Ich meine die Schlagzeilen-Kanonen sind nun auf China gerichtet. Aber die können es vertragen. Die haben ein dickes Fell.
Wenn das ein kleines Land wär, dass keine Lobby hat und sich nicht wehren kann, würde ich es ja noch verstehen. Aber das ist grösste Land der Erde, das in ein paar Wochen die wichtigste Wirtschaftsnation ist und über kurz oder lang auch militärisch ganz vorn liegen wird. An denen wird man sich doch noch mal reiben dürfen. Deren Kerbholz ist schliesslich auch nicht ganz glatt.
@50
Ein Blog ist eben genau das nicht. Auch wenn es viel gelesene Blogs gibt, erreichen sie selten relevante Massen, so wie das z.B. bei der CDU Brüllpostille Spiegel/SPON/BILD der Fall ist. Ausserdem ist es verbreiteter Konsens, dass die meisten Blogs als irre Verschwörungstheorieenklaven gelten, auch wenn es oft falsch ist, weil es Verschwörungen tatsächlich gibt, die ja nichts anderes als Interessengemeinschaften wie z.B. Cheney-Halliburton sind. Ein Großteil von Medienkonsumenten zumindest in diesem Land glaubt den MM eher als irgendeinem Blog.
Wenn ich JB richtig verstanden habe, hat er sich dort oft aufgehalten und mit der Kultur auseinandergesetzt. So etwas führt automatisch zu einem Gerechtigkeits/Ungerechtigkeitsgefühl, das durch die aktuelle Berichterstattung empfindlich angesprochen werden dürfte. Was man kennt, verteigt man, wenn es verunglimpft wird.
Es geht eigentlich weniger um China, sondern um die unsägliche Propaganda, die die “westlichen” MM tiefbraun färbt. So etwas hatten wir in Deutschland schon mal und es ist nichts Gutes dabei herausgekommen.
Ausserdem - und ich kann es nicht oft genug sagen: Wem nutzt es und wofür?
In der Politik geschieht nichts zufällig.
@firefly:
Ich kann mich da Schwitzig nur anschliessen. Als ich das erste Mal in China war, habe ich auch Xian und die Terrakottaarmee besucht. Ausser den Terrakottakriegern gibt es da auch den Streitwagen (der ist nicht lebensgross wie die Krieger, sondern etwa 1:5), das ist eine kleine Sonderausstellung, die auch nochmal Eintritt kostete (es gab verschiedenen Eintritt für Einheimische und westliche Touristen, was ich auch ok finde).
Ein halbes Jahr später war ein westliches Staatsoberhaupt in China, Thatcher, glaube ich. Das ZDF berichtete auch von ihrem Besuch in Xian und dass sie ausser der TK-Armee auch den Streitwagen besichtigt habe. Es wurde behauptet, diese Ausstellung sei normalen Chinesen nicht zugänglich, sondern nur westlichen Touristen und Parteifunktionären.
Ich habe damals beim ZDF angerufen und gesagt, dass diese Behauptung unwahr und frei erfunden sei. Man dankte für die Information und strahlte die selbe Lüge noch in zwei weiteren Nachrichtensendungen aus. Ausserdem verbreiteten das mehrere Zeitschriften.
Ähnlich ist das mit den Überfremdungslügen des Dalai Lama und der Tibetszene. Man kommt sich da manchmal total hilflos vor, wenn man sieht, wie recht Lewis Carrol mit seinem “Sag es dreimal, dann ist es wahr” hat.
Es scheint in den MM eine Grundregel zu geben, die da lautet: Alles Fremde/Unbekannte (chinesisch zirkulares Denken ist unserer westlichen Denke nun mal sehr fremd) ist bestenfalls romantisch/niedlich oder aber gefährlich. Passt eine Nachricht nicht in dieses Raster, wird sie systematisch ignoriert. Ganz aktuell in diesem Zusammenhang ist die Nachricht über die erste Fahrt eines in China (immerhin in Lizenz von Siemens und nicht als Raubkopie :-)) gebauten Velaro (Derivat des ICE 3). Allein die NZZ brachte diese Nachricht. Kein Zitat, nirgends.
Das hat Tradition. Seit Mitte der Neunziger, soweit ich weiß, gabs in der linken Bewegung einen (positiven) Minimalkonsens, der sich vielleicht in diesem Slogan zusammenfassen lässt: Gegen den Imperialismus! Gegen das Großkapital! Gegen Nazis! Gegen alles! Für ein freies Tibet!
(Ich kann mich an Irakkrieg- und Afghanistan-Demos erinnern, als Leute mit Free Tibet-Fahnen rumliefen.)
Ich finde, dass sie in großen Teilen wirklich Recht mit ihrer Argumentation hat. Insbesondere der Schluß über die arrogante Haltung der Deutschen, die auch auf internationaler Ebene allen möglichen Leuten mit ihren guten Ratschlägen auf die Nerven fallen und überall als Besserwisser und Schiedsrichter auftreten. Dabei haben wir selbst genug an Vergangenheit aufzuarbeiten, und dabei muß man nicht so tief in die Geschichte zurück gehen wie die Bloggerin. 7 Jahre reichen. An der Kompetenz meiner Mitbürger, mit Medien kritisch umgehen zu können, zweifle ich wirklich zunehmend. Denn diese sind es doch, die die plumpe Meinungsmache in den Medien überhaupt erst möglich machen. Das ist wohl nicht mehr Domäne der Bild Leser allein.
Starker Tobak. Die westlichen Medien schaffen es mit einer solchen Berichterstattung, jede Vorfreude auf die Wettkämpfe kaputt zu machen. Es gibt ja noch zahlreiche andere Beispiele aus der Kategorie “Feindbild China”: Luftverschmutzung in China, spezielles hormonfreies Schweinefleisch für die Athleten, Dissidenten im Aufwind. Die Seiten der Zeitungen sind z.Zt. voll davon, wenn es darum geht, die Spiele in Peking in Misskredit zu bringen.
Jens, ich würde mir auch wünschen, daß du hier differenzierst. Wenn es dir um die Kritik an den westlichen Medien geht, stimme ich dir voll und ganz zu. Springer, Burda und Co, haben viel zuviel Macht in unserem Land, viel zuviele Idioten glauben unbesehen, was in den diversen Schmierblättern und den Paradepferden Bild + Spiegel stehen und stellen nichts in Frage. Vorgestern kam auf dem SWR auch eine überaus interessante Dokumentation über Rudi Dutschke.
Allerdings solltest du dich davor hüten, Tibet und China gegeneinander aufzuwiegen und von irgendwelchen Sinophobien im linken Spektrum zu reden oder gar mit dem Thema “westliche Medien” vermischen. Niemand ist hier sinophob (ausser ein paar rechten Spinnern hier, die wie immer ihren unfundierten Hass über islamische Mitbürger auslassen), vielen geht es nur um die Menschenrechte.
gruß
P.S.: Übrigens solltest du zu Bildern die Quellen angeben, auch wenn sie vielleicht PD sind: de.wikiped...
Ein Bravo den Blauen!
Du schreibst über die MP-Truppe “nirgends ist ein Beleg zu finden, dass sie [...] sich [...] unbotmäßig verhalten hätten”. Bei youtube gibt es ein Video “Paris, France: Olympic flame extinguished by Chinese”, schau Dir das mal an. Ich frage mich wirklich, was für ein progessiver Nutzen hinter Deiner journalistischen Tätigkeit stehen soll.
Manueller trackback. [...]Wenn ich in Zeitungen gelegentlich den Unfug über Themen lese, über die ich Bescheid weiß, frage ich mich, wieviel Unsinn wohl über all die Bereiche verbreitet wird, von denen ich keine Ahnung habe. Insofern habe ich den Medien schon immer eine gewisse Skepsis entgegen gebracht.[...]
(Jens: Trackback funktioniert nicht - kann es sein, daß Du nur Pingback zuläßt?)
@wonderboy
Nun ja - ein aufgeregter Chinese, der die Flamme ausmacht … ist das nun unbotmäßig? ;-)
@Michael
Nö - eigentlich sollte der automatische Trackback funktionieren. Ich weiß nicht, was da schief gelaufen ist.
ein guter kommentar auf welt.de: