China-Bashing
geschrieben am 12. April 2008 von Spiegelfechter
Die westlichen Medien arbeiten sich an einem neuen alten Feindbild ab
Die politische und gesellschaftliche Diskussion über den Tibet-Konflikt ist im höchsten Maße politisiert. Große Teile der Gesellschaft haben ein klares Bild von diesem Konflikt: Auf der einen Seite stehen gleichgeschaltete bedrohlich wirkende Chinesen, die mit äußerster Macht gegen friedliche Mönche vorgehen. Auf der anderen Seite stehen die Tibeter, die romantisierend zu edlen Wilden verklärt werden. Böse Menschenrechtsverletzer hier, gute gewaltlose Mönche dort – klar auf welcher Seite man selbst stehen will. Differenziertheit ist da nicht erwünscht, man möchte kognitiven Dissonanzen schließlich aus dem Wege gehen. Die Medien haben dieses Bild mit der Zeit geschaffen und bedienen es bereitwillig. Es ist ja auch bequem, komplexe Themen eindimensional darzustellen und auch noch auf der Seite der Guten zu stehen. Die Exiltibeter und der Dalai Lama spielen den Medien mit ihrer Hollywood-Strategie dabei kongenial in die Karten.
| Tags: Ausland China | |
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Danke, Danke, Danke!
Interessanter Blick auf dieses undurchdringliche Getue von allen Seiten zur Zeit. Die Beurteilung der Medienarbeit als Demütigung Chinas finde ich bezeichnend und sehr zutreffend, gerade, da man zwischen der Politikauffassung Chinas und der westlichen Staaten in einigen Punkten gar keine kategorialen Unterschied (mehr) erkennen kann.
hi Sven,
meinen unbedarften Beistand darfst und sollst du auch noch haben:
hier: http://tinyurl.com/4zndoe und an weiteren China-Fronten in dieser rund um die Uhr laufenden, der breiten Volksverblödung dienenden PersonalityShow, führe ich meinen kleinen Kampf gegen die Massenpsychosen und die teils extrem mobbende Aktion Mensch Moderation, die anders als die Mainstreammeien nicht einfach falsche Nachrichten weitergibt, sonderN AUCH gezielt hASS SCHÜRT:.
Achtung! oT – aber im Zusammenhang zum obigen Link leider unverzichtbar.
(Siehe dazu auch Kommentar: http://tinyurl.com/4mcmnd )
Der Link führt zum höchst fragwürdigem mit Spendenlotteriegeld finanzierten* Meinungs-Manipulations-Forum “dieGesellschafter.de” der Aktion Mensch (Wohlfahrtskonzerne + ZDF). Dort, im Tagebuchbereich, lässt Aktion Mensch über die vorgeschaltete Beraterfirma “blond und braun presse + pr” (und darüber hinaus vielleicht auch im offenen Forenbereich) seit mindestens einem Jahr immer wieder gegen China hetzen (und natürlich gegen Muslime, und, und , kurz, einfach für und gegen alles, was dem ausschließlichen Interessen der scheinheiligen Humankapital Ver- & Entwerter, also den “sozial+klerikalen”-Konzernen dienlich ist, und Herz und Hirn der abhängigen Anhängerschaft erfreuen und – vor allem – verblöden soll und definitiv auch kann.
Die zweit wichtigste Tätigkeit der Moderation scheint zudem darin zu bestehen, planmässig die User zu verleumden, zu beleidigen und gegeneinander aufzuhetzen.
*Albrecht Müller (NachDenkSeiten) nannte diese -angeblich ausschliesslich- mit Spenden-Lotterie finanzerte politische Meinungsmanipulation-Aktion ganz klar MISSBRAUCH. Nicht nur meines rechtszunkundigen, laienmässigen Erachtens nach, ist das Projekt aber ganz einfach eine besonders dreiste (weil öffentlich praktizierte) massive Veruntreuung von Spenden-Lotteriegeldern. Zu Lasten der Behinderten!
Eigentlich ein neues umfangreiches Thema ;-) ,
(wer es angehen will, kann sich zwecks Infos an mich wenden)
Ok, ich sollte immer auf den Autor gucken. Hat sich erledigt :)
@ sf
sehr schöner artikel! auch wenn du das meiste hier schon erwähnt hast. wie du bereits gesagt hast, man muss das rad kein 2. mal erfinden – zudem eine gute gelegenheit über telepolis leser zu erreichen, die deinen blog sonst nicht besuchen.
traurig sind dann kommentare, die einem kritisch denkenden menschen ns-verhalten und kpch verherrlichung unterstellen. wenn einem nicht einmal die widersprüchlichkeit in einer solchen aussage auffällt, beweist es einmal mehr wie nah wir dem zwiedenken bereits gekommen sind.
grüße,
ehle
hi Jens,
nimm dir mein gemeines “Sven” nicht so sehr zu Herzen und nenn dich ruhig weiterhin Jens :-))
(sorry)
@ehle
Ja, die TP-Trolle sind ein Thema für sich ;-)
Andererseits finde ich es höchst amüsant, wie sie damit unbeabsichtigt meinen Vorwurf der Sinophobie unterstützten.
@grub
An den “Sven” habe ich schon gewöhnt – irgendwie scheint man die beiden Namen gerne zu verwechseln ;-)
Naja, Mitleid ist nicht angesagt, China ist kein Rechtstaat und nutzt die gleichen Mittel, die andere Staaten auch zur Durchsetzung ihrer Interessen verwenden.
Es ist doch so, das, wenn sich 2 Raubritter streiten, man mit keinem sympathisieren braucht und Verständnis muß man auch nicht heucheln.
Das Beste was man sagen kann ist, das China einigermaßen stabil ist, das war der Irak unter Saddam auch, eine Jahrtausendalte Tradition und Kultur hat, hatte der Irak auch (als Region, nicht als Staat) und das China Atombomben hat, was der Irak “leider” nicht hatte.
Wären die machthabenden Chinesen anstelle des Westens, würden die genau so auftreten und noch schlimmer.
Das ist keine Rechtfertigung für irgendwas von unserer Seite, man kann nicht den Guten spielen mit bösen Mitteln, dann wird man unglaubwürdig und verachtet.
Das ist doch “unser” Problem, der große Verlust an Glaubwürdigkeit!
Irgendwelche Illusionen über unsere Demokratie mach ich mir nicht mehr und über die angebliche moralische Überlegenheit etc…Rauberitter bleibt Raubritter, ob “Christ” oder “Mongole”…
Ich dachte erst, die haben bei Dir abgeschrieben. Aber hey, Du bist ja der Autor. :)
schoene Zusammenfassung deiner Standpunkte!
Und ueber die Kommentare bei tp koennte man nur lachen wenn es nicht ein ernstes Thema waere. Der Herr Separatist steht in meiner Favoritenliste ganz oben. Da konnte ich mir ein schmunzeln dann doch nicht verkneifen!
gruesse
Mal eine Gegenfrage. Wie differenziert ist denn das Bild, dass chinesische Zeitungen von Japan zeichnen?
@firefly
Undifferenziert – aber ich bin kein Chinese und der Großteil meiner Leser auch nicht; darum geht es auch um die deutschen und die westlichen Medien.
Damit befinden sich die deutschen Medien also auf Welt-Niveau.
@firefly
Die westlichen Medien vertreten den Anspruch der Neutralität und Objektivität – ist es falsch, darauf hinzuweisen, dass sie dies in diesem Falle nicht tun?
“Die westlichen Medien vertreten den Anspruch der Neutralität und Objektivität – ist es falsch, darauf hinzuweisen, dass sie dies in diesem Falle nicht tun?”
genau das ist der punkt den viele nicht verstehen. es geht nicht darum china in schutz zu nehmen oder zu rechtfertigen. wir werden durch die ständige präsens der medien so sehr beeinflusst, dass selbst kluge köpfe in dem versuch einer objektiven betrachtungsweise eine pro-china mentalität zu entdecken glauben.
Das ist nicht falsch. Nur kann der Sinn dieses Blogs nicht darin liegen, aufzuzeigen, dass im Spiegel fast nur Mist steht. Das ist viel zu offensichtlich und lässt sich an Hand anderer Artikel viel leichter nachweisen.
@ firefly
eins vorweg – ich will dem spiegelfechter hier keine absichten unterstellen…
ich habe das ganze bisher immer so verstanden:
es geht hier vor allem darum, aufzuzeigen wie medien, politiker, unternehmen und dergleichen lügen und beeinflussen um bestimmte ziele durchzusetzen. der spiegelfechter versucht nicht nur diese personen/gruppen zu entlarven, sondern auch deren intentionen.
vielleicht täusche ich mich auch und habe den kompletten blog bisher falsch verstanden.
dann sollte man allerdings darüber nachdenken den text auf der about seite zu ändern – und wenn man schon dabei ist auch den namen…
“So sagt man, wenn man Jemand mit irgend etwas dem Scheine nach Glaubliches täuscht, es sey eine Spiegelfechterei.
Dergleichen Spiegelfechtereien waren zwar immer an der Tagesordnung; allein gewiß nie in dem Grade, wie in der neuesten Zeit, wo die meisten Handlungen, die in den Verkehr der Welt greifen, nur in Spiegelgefechten bestehen.”
@ehle
Nee nee, Du hast das schon ganz richtig verstanden ;-)
Free Tibet Protest in San Francisco, aber Wo ist Tibet? Eine Video-Abschnitt von CBS5 in den USA berichtet eine andere Seite solcher Proteste.
http://v.netbirds.com/v/?vid=4014.html
@Torquemada
“Das Beste was man sagen kann ist, das China einigermaßen stabil ist, das war der Irak unter Saddam auch”
Saddam Hussein ist 1979 an die Macht gekommen, hat einen Krieg von 1980 – 1988 gegen den Iran geführt (mit mehreren 100000 Toten auf beiden Seiten) und 1990 Kuwait annektiert.
Welche Kriege hat China in den letzten 50 Jahren geführt?
@SF
Hatten wir diese Diskussion nicht schon einen Artikel früher? Oder stellt firefly etwa nur Fragen und liest keine Antworten?
:-)
@ JaNu
China (Chinesischer Bürgerkrieg) (1946-1950)
Tibet / VR China (1950)
Tibet / VR China (1954-1959)
VR China / Taiwan (Erste Quemoy-Krise und Küsteninseln) (1954-1955)
VR China / Taiwan (2. Quemoy-Krise) (1958)
VR China / Indien (1962)
VR China / Vietnam (“Erziehungsfeldzug”) (1979-1988)
Quelle:http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/archiv_asien.htm
Meines Wissens fehlen in der Aufzählung noch die Grenzstreitigkeiten mit der Sowjetunion 1969 und die Beteiligung am Koreakrieg. (Wobei der Koreakrieg nicht nicht in die 50- Jahre-Spanne fällt. Genausowenig wie die erste Tibetkrise, die erste Taiwankrise und der Bürgerkrieg.)
http://pit.dirty.ru/dirty/1/2008/04/13/25099-115002-49a55515734886c71b38cd0b9933e2ba.jpg
Also erstmal @ grub,
du wolltest dein eigenes Thema auch schon immer mal auf einem besser gelesenem Blog präsentieren oder? (leider an falscher Stelle). Aber der Inhalt schlägt ja vieles. Um ehrlich zu sein verfolge ich den Blog und das Forum dort nicht sooo genau, allerdings habe ich alles, was ich bis jetzt da gelesen habe als vertretbare Meinung wahrgenommen (nicht als meine Meinung!). Und das der Spaß mit Lottogeldern finanziert wird, da kann man die Lottofinanzierung generell für alles in Frage stellen, vor allem ihre Wohltätigkeit. Aber ein Projekt zu fördern, dass zumindest versucht für mehr Meinungsaustausch zu sorgen ist doch prinzipiell auch ein Gewinn. Und es ist nun definitiv kein radikaler Meinungsmacher. Man kann den Wolf auch überall sehen ….
@5 & 7
Eines steht doch fest, die “Wegducken und wenn wir still halten passiert uns schon nix”-Strategie ist damals nicht aufgegangen. Da muss man doch wenigstens die Überlegung erlauben, ob es dann diesmal sinnvoll ist. Und auch den Kurden im Irak hatte es btw. nichts gebracht. Das es da Unterschiede gibt, muss man nicht diskutieren. Aber eben auch Ähnlichkeiten.
Nur deshalb eine Sinophobie zu unterstellen ist wohl etwas dreist. Und eigene Meinungen zu bilden scheint auch hier nicht das erste Gebot zu sein, denn jeder der der gleichen Meinung ist wie die Mainstream Medien wird hier allzu oft als Vollidiot hingestellt. Es muss ja nicht alles falsch sein.
So nun zum Artikel selbst:
“Chinas brutale Blau-Männer”: Bewaffnet mit einer kleinen schwarzen Tasche und einem Zippo-Feuerzeug
Was du den Medien vorwirfst, nämlich eindimensionale Bilder zu zeichnen, machst du leider keinen deut besser. Die wahren Gegebenheiten, Ausbildung und Auftrag dieser Männer ist ungeklärt und damit ist es genauso falsch so zu tun, als wären es harmlose Mitläufer, die nur die Fackel wieder anzünden wollen. Natürlich haben die kein Maschinengewehr dabei, aber das braucht man auch nicht um Gewalt anzuwenden. Und die Interpretation, dass gerade die Polizisten die bösen sind, die hart gegen die Demonstranten vorgehen, ist auch ein wenig kurz. Vielleicht ist nur auf Grund dieses Einsatzes bis jetzt ein Einsatz der blauen Männer verhindert worden. Es ist doch auf jeden Fall befremdend, dass der Auftrag nicht klar ist und auch nicht bekannt gegeben wird. Dieser Satz “Bewaffnet mit …..” ist Meinungsmache genau in die andere Richtung.
Prinzipiell finde ich es auch nicht schlimm, wenn eine Stiftung für die Freiheit der Planung relativ friedliche Proteste für einen (unzweifelhaft) unterdrückten Bevölkerungsteil ein Forum zu bieten. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung erlaubt ja auch eine Planung der Hartz Proteste auf ihre Kosten usw.. Das ist doch einer der Aufträge den die Stiftungen haben, politische Ausdrucks- und Diskussionsmöglichkeiten auch außerhalb von Parteien zur Verfügung zu stellen. Und man muss ja nun nicht der Meinung sein, dass es ohne Proteste besser wäre. Wer dies endgültig behauptet, hat wohl die Glaskugel bei sich rumstehen. Es klingt einfach wie eine simple Stimmungsmache gegen die bösen “Neoliberalen”, die natürlich auch bei diesen Protesten die Finger im Spiel haben, sie wahrscheinlich sogar initiiert hätten.
Insgesamt hat man eher das Gefühl, hier sollte auf Teufel komm raus ein genaues Gegenbild gezeichnet werden und keine differenzierte Betrachtungsweise.
Hauptstadtstudentchen, woher nimmst du deine arrogante Art, deine verlogene erste Weltpropaganda China aufdrücken zu wollen?
Woher und mit welchem Recht?
Würde China hier in Deutschland Gruppen hier genau so finanzieren, du wärst der erste der laut von innerer Einmischung schreit: typisch für die politische Rechte.
PS: die Rosa Luxemburg Stiftung, hat als deutsche Parteienstiftung, Studentchen hat die orginäre Pflicht sich in die Belange der deutscher Politik einzumischen. Es ist schon eine Sauerei, dass die deutschen Parteien sich nicht mal mehr um die sozialen Probleme in Deutschland kümmern, aber balkanisierende Kriegspolitik gegen China anfangen.
Wenn ich solchen Unsinn von so rechten Kindern lesen muss, die sich noch für wichtig halten. Berliner, Studentchen, bist du auf keinen Fall.
Ich weiß gar nichts sinnvolles mit dem Begriff “China-Bashing” anzufangen. Ein “Bashing” ist doch heutzutage die normale Form geworden, um seine Meinung mitzuteilen.
Der Jens “bashed”, die Journalisten “bashen”, die Politiker sowieso, Forenposter,…..
“bashing” gegen die USA, gegen Rußland, gegen die Tibeter, gegen die Medien, gegen Broder, etc pp ist also gut, “bashing” gegen China schlecht?
Wahrscheinlich war das eine unbesetzte “Marktlücke”, die Jens da besetzt hat^^
@Hauptstadtstudent
-> Fackelwächter
Ganz richtig – höchstwahrscheinlich sind dies Elitetruppen, aber auch für chinesische Elitetruppen gilt die Unschuldsvermutung. So lange sie sich nichts zuschulden lassen kommen, darf man nicht von brutalen Schlägertypen sprechen – zumindest verletzt dies das Neutralitätsgebot.
Mein Artikel ist ein Kommentar und kein Beitrag in der Rubrik Nachrichten. Ein Kommentar darf wertend sein, Nachrichten nicht.
->Stiftungen
Ja – aber dann soll man ehrlich sein und nicht von einer Trennung von Sport und Politik sprechen.
@7Schläfer
Jo, ich habe schon einen Markenschutz beantragt ;-)
Aber mal im Ernst – ich habe wenig Probleme damit, im Kommentar-/Meinungsteil “Bashing” vorzufinden. Natürlich “bashe” ich auch, aber als Kommentator, ich mache keine Nachrichten, die neutral sein sollten.
Die wahren Gegebenheiten, Ausbildung und Auftrag dieser Männer ist ungeklärt und damit ist es genauso falsch so zu tun, als wären es harmlose Mitläufer, die nur die Fackel wieder anzünden wollen.
Ähmm… ja… Logik, wo bis du? Du schreibst selbst, dass es vollkommen unklar ist, wer die Männer sind. Aus welchem Grund sollen wir dann nicht so tun, als würden die tatsächlich nur die Fackel anzünden wollen? Weil das jemand von der Decke gesponnen hat?
Natürlich haben die kein Maschinengewehr dabei, aber das braucht man auch nicht um Gewalt.
Welche Gewalt wurde denn von diesen Männer bisher ausgeübt?
Und die Interpretation, dass gerade die Polizisten die bösen sind, die hart gegen die Demonstranten vorgehen, ist auch ein wenig kurz.
Das ist keine Interpretation, sondern Tatsache, die allein schon die Bilder beweisen. Außerdem ist mir jetzt irgendwie entgangen, wo Jens das Vorgehen der Polizei als “böse” gewertet hat.
Vielleicht ist nur auf Grund dieses Einsatzes bis jetzt ein Einsatz der blauen Männer verhindert worden.
Vielleicht, vielleicht auch nicht… *na was sagt die Decke wieder*
Es ist doch auf jeden Fall befremdend, dass der Auftrag nicht klar ist und auch nicht bekannt gegeben wird.
Bei allen bisherigen Fakelläufen war der Auftrag irgendwie sonnenklar. Bei den Chinesen ist er jetzt plötzlich unklar geworden. Sehr seltsam… Vermuttlich wollen die tatsächlich mit ihren kleinen, schwarzen Täschchen das friedliche Europa ünterjochen…
Dieser Satz “Bewaffnet mit …..” ist Meinungsmache genau in die andere Richtung.
Ist wieder eine Tatsachenfeststellung. Außer dieser Tasche haben die in der Tat nichts dabei.
@29 SF
ich weiß, darum betreibst Du ja auch ein Blog und keine Online-Zeitung ;)
ja, die Kommentator-Position ist natürlich die bequemste; es stellt sich aber die Frage, inwieweit Nachrichten überhaupt neutral sein können; der Nachrichtenschreiber müsste ja einen neutralen Beobachtungspunkt haben, von dem aus er das “Geschehen” beschreibt. Dies ist nahezu unmöglich, da der Schreiberling durch seine Sozialisation vorbelastet ist.
Folgende Punkte sprechen dagegen:
1. es müsste freier Zugang zu allen Informationen vorliegen
2. der Schreiberling müsste völlig unabhängig schreiben können
3. der Schreiberling wäre idealerweise nicht von diesem Planeten
Eine Konsequenz wäre auch, dass es jeweils nur eine Nachricht gäbe; ob man das will, ist eine interessante Frage.
Genaugenommen kannst Du als politischer Blogger und mit Deiner Ausrichtung also gar kein Interesse an “neutralen” Nachrichten haben.
Die Frage, die sich mir da stellt, ist, ob man als Kritiker bzw. Kommentator der nicht neutralen Nachrichten strenggenommen nicht eine neutrale Position einnehmen müsste; die Einseitigkeit der einen Seite durch Einseitigkeit auf der anderen sozusagen zu kompensieren macht einen schließlich bei den Punkten angreifbar, für die man den anderen kritisiert.
@26 name
“Wenn ich solchen Unsinn von so rechten Kindern lesen muss, die sich noch für wichtig halten. Berliner, Studentchen, bist du auf keinen Fall.”
uiuiui, da ist es wieder … wer anderer Meinung ist, dem wird jede Kompetenz abgesprochen. Aber das ist man ja hier gewohnt. Man ist einfach mal schnell rechts, ein Kind und definitiv nicht weiter gebildet. So einfach ist die Welt..
“Würde China hier in Deutschland Gruppen hier genau so finanzieren, du wärst der erste der laut von innerer Einmischung schreit: typisch für die politische Rechte.” Also prinzipiell bin ich mir sicher, dass gewissen Lobbys ganz klar von ausländischen Interessen gestützt werden. Das muss ich nicht gut finden, aber so ist es halt. Und deswegen mache ich hier kein Fass auf. Zumal sich in Deutschland jeder selbst versammeln und organisieren darf, noch zumindest . Und so ist es schon ein eklatanter Unterschied. Denn dort haben sie keine Chance, sich zu versammeln, zu organisieren und zu planen.
“PS: die Rosa Luxemburg Stiftung, hat als deutsche Parteienstiftung, Studentchen hat die orginäre Pflicht sich in die Belange der deutscher Politik einzumischen. Es ist schon eine Sauerei, dass die deutschen Parteien sich nicht mal mehr um die sozialen Probleme in Deutschland kümmern, aber balkanisierende Kriegspolitik gegen China anfangen.”
Nach meinem Verständnis sollten sich deutsche Parteien und auch ihre Stiftungen nicht ausschließlich auf innerdeutsche Probleme beziehen. Und immerhin bekennen sie sich öffentlich und unterstützen nicht im Verborgenen. Aber das mag ja Geschmackssache sein. Ich sehe aber eindeutig, welcher Stiftung sie nahe stehen ;)
@Spiegelfechter
Die Unschuldsvermutung gilt natürlich auch für diese Leute. Insofern gebe ich der Kritik an der Berichterstattung recht. Ich meinte nur, es so wie du in der Überschrift auszudrücken, ist natürlich das gleiche in die andere Richtung. Denn friedliche Tauben die nur als Touristen mitgekommen sind, das sind sie wohl definitiv nicht.
@pinkinson
Naja, einen zusammenhängenden Text auseinander zu reißen und dann Satz für Satz zu sezieren ist jetzt nicht die hohe Kunst des Widerlegens, aber was solls.
“Ähmm… ja… Logik, wo bis du? Du schreibst selbst, dass es vollkommen unklar ist, wer die Männer sind. Aus welchem Grund sollen wir dann nicht so tun, als würden die tatsächlich nur die Fackel anzünden wollen? Weil das jemand von der Decke gesponnen hat?”
Soll das ernst sein, es mag ja sein, dass die nicht zum Zusammenschlagen gekommen sind, aber nur zum Fackel anzünden wohl auch nicht.
“Natürlich haben die kein Maschinengewehr dabei, aber das braucht man auch nicht um Gewalt.”
Das sollte jediglich eine Tatsache darstellen, nicht aussagen, dass Gewalt ausgeübt wurde.
“Bei allen bisherigen Fakelläufen war der Auftrag irgendwie sonnenklar. Bei den Chinesen ist er jetzt plötzlich unklar geworden. Sehr seltsam… Vermuttlich wollen die tatsächlich mit ihren kleinen, schwarzen Täschchen das friedliche Europa ünterjochen…”
Also ich habe vorher bei keinem Fakellauf solch ein enormen Ansturm von fremden Sicherheitskräften aus dem Heimatland gesehen. Insofern ist es nicht so wie vorher. Den letzten Teil verbuche ich mal unter Polemik.
“Dieser Satz “Bewaffnet mit …..” ist Meinungsmache genau in die andere Richtung.
Ist wieder eine Tatsachenfeststellung. Außer dieser Tasche haben die in der Tat nichts dabei.”
Aber wohl klar meinungsbildend formuliert. Sollte es mit Sicherheit auch sein. Ist ja, wie ich jetzt gelesen habe ein Gegen-Bashing!
@23:
Ok, 50 Jahre waren zu weit gegriffen. Allerdings weist die Seite auch Konflikte innerhalb eines Landes als Krieg aus und speziell im Krieg Indien-China scheint auch der Dalai Lama eine Rolle gespielt zu haben. Leider führt die Quelle nicht aus, welche.
Bemerkenswert ist aber, das es keine Kriege mehr gegeben hat, seit Deng Xiaoping 1980 vollständig das Land auf wirtschaftlichen Reformkurs gebracht hat und das sind auch immerhin 28 Jahre inzwischen.
@ hauptstadtstudent
“uiuiui, da ist es wieder … wer anderer Meinung ist, dem wird jede Kompetenz abgesprochen. Aber das ist man ja hier gewohnt. Man ist einfach mal schnell rechts, ein Kind und definitiv nicht weiter gebildet. So einfach ist die Welt.”
also ich halte dich anhand deiner kommentare jedenfalls nicht für rechts, sondern habe lediglich das gefühl, dass du dinge anders interpretierst als ich. genau dafür ist eine kommentar funktion da, um die interpretationen anderer kennen zu lernen.
in jedem fall hast du ein recht auf deine eigene interpretation. dich als rechts zu bezeichnen weil du eine andere meinung hast ist definitiv falsch. allen hier anwesenden kommentatoren vorzuwerfen, sie würden dich als rechts bezeichnen da du die ganze sache anders siehst ist allerdings keinen deut besser.
“Nach meinem Verständnis sollten sich deutsche Parteien und auch ihre Stiftungen nicht ausschließlich auf innerdeutsche Probleme beziehen. Und immerhin bekennen sie sich öffentlich und unterstützen nicht im Verborgenen. Aber das mag ja Geschmackssache sein. Ich sehe aber eindeutig, welcher Stiftung sie nahe stehen ;)”
darüber lässt sich streiten, allerdings ist es definitiv keine frage der geschmackssache. wenn 2007 eine minderheit der deutschen bevölkerung weiß, dass deutsche parteien und stiftungen führ das jahr 2008 eine unterstützung/durchführung der tibetischen proteste planen, dann findet das praktisch im verborgenen statt – denn wie viel deutsche wissen jetzt von den vorangegangen planungen?
im grunde genommen ist eine unterstützung tibets ja recht löblich und wünschenswert. allerdings weiß jeder, der den g8 gipfel in heiligendamm und vor allem in genua verfolgt hat (das sind nur die jüngsten beispiele), dass deutschland und die westliche welt vor dem einsatz so genannter agents provocateurs nicht zurückschreckt. möglicherweise(!) gehen nun also tote und verletzte auf das konto deutscher stiftungen und politiker, bloß weil diese ihre interessen durchsetzen wollen.
“Also ich habe vorher bei keinem Fakellauf solch ein enormen Ansturm von fremden Sicherheitskräften aus dem Heimatland gesehen. Insofern ist es nicht so wie vorher. Den letzten Teil verbuche ich mal unter Polemik.”
erst einmal ist die formulierung “ansturm” vollkommen fehl am platze – es handelt sich hier um 15 personen. da diese “sicherheitskräfte” weder mit gummiknüppeln, noch mit anderen waffen ausgestattet und angesichts der enormen proteste notwendig sind, halte ich ihre anwesenheit für legitimiert. sobald diese einen friedlichen protestierenden zusammenschlagen lasse ich mich gerne eines besseren belehren. bis jetzt ist das allerdings nur unter “westlichen” sicherheitskräften vorgekommen.
“Aber wohl klar meinungsbildend formuliert. Sollte es mit Sicherheit auch sein. Ist ja, wie ich jetzt gelesen habe ein Gegen-Bashing!”
mit meinungsbildung hat das rein gar nichts zu tun – eher mit der darstellung von tatsachen. wer sich daraufhin seine meinung bildet, der soll das ruhig tun, wir sind hier ja nicht bei der bildzeitung. “den letzten teil verbuche ich mal unter polemik.”
grüße,
ehle
Das war mit Sicherheit nicht auf alle Kommentatoren hier bezogen, was ich sagte. Aber es gibt hier schon eine gewisse Anzahl von Kommentatoren die latent immer wieder einen so abwiegeln.
Zum Rest morgen was ;) bin eindeutig zu müde nun.
Die Olympische Idee beruht auf Frieden insbesondere verfeindeter Völker während der Spiele. Die Fackel ist ein Friedenssymbol, welches nicht angegriffen werden darf. Diese gegen agressive Angreifer zu veteidigen, wird von selbsternannten Weltverbesseren als Gewaltat umgedeutet. Wenn ich im Mai zum 50zigsten mal nach China reise, werde ich das nicht sachlich erklären können. 99% aller Chinesen unterstützen Ihre Diktatoren bezüglich eines harten Eingreifens gegen gewalttätige Demonstranten die Steine werfen, plündern und brandschatzen egal wo in China.
Schande über die Klugscheisser, die noch nie etwas für die Freiheit der Chinesen einschliesslich Tibeter erreicht haben und jetzt den Sport dafür missbrauchen.
Hauptstadtstudentchen, ich stehe im Gegensatz zu Ihnen überhaupt keiner Stiftung nahe und dein überhebliches Getue, durch nichts gegründete Arroganz ist weder eine Meinung, noch ist diese irgendwie witzig,hat Humor und marschiert Hand in Hand mit wenigstens mit einem Hauch von Bildung. Humbolt, Heine, Brecht ..war da nicht was ?
Hast du Studentchen schon mal einen direkt Bürgerkrieg erlebt, oder auf Menschen direkt scharf geschossen? Du bildest dir ein, an deinem deutschen Wesen soll die Welt genesen, oder was? Du bestimmst, wie China handeln soll oder wie? Von Berlin keine Ahnung, von deutscher Geschichte und Politik schon gar nicht, keine Fremdsprachen sprechen, aber schick und nett rumtönen.
Euch großmäulige, verlogene Ersteweltkinder muss man einfach lieben, D.I.F.M.M. ;)
@ Spiegelfechter
Hallo Jens,
mittlerweile habe ich drei China/Tibet/Olympia/Fackelauf-Artikel von Dir ins Chinesische übersetzt und auf meinem Blog gepostet. Ich sollte Dir ausrichten, Du hast nun auch eine Fan-Gemeinde in China — OK, Gemeinde ist etwas übertrieben :-))
Ich möchte noch etwas aus meiner Sicht zur Aufregung der Chinesen gegenüber westlichem Medien sagen. Natürlich hat die einseitige Berichterstattung dazu beigetragen, daß viele Chinesen dem westlichen Medien gegenüber nun sogar etwas “feindlich” gesinnt sind, da es aus ihrer Sicht Lügen verbreitet. Anderseits sollte man auch wissen, welche Empfingdung das Wort “China” in den Medienberichten bei uns auslöst.
Wenn im Medien geschrieben wird, USA hätte dies oder jenes getan, ist es für die Amerikaner ziemlich klar, daß hier meistens die amtierende US-Regierung gemeint ist, und fast nie das amerikanische Volk. Im Fall China ist es anders. Wir als das chinesische Volk fühlen uns dabei direkt angesprochen.
In unserer Kulturverständnis ist China eine große Familie. Der Kaiser ist das Familienoberhaupt und sorgt für seine “Kinder”, das Fußvolk. Seit der Gründung VR China 1949 ist der Kaiser halt eine “juristische Person” geworden, und zwar die Regierung, und in diesem Fall ist es auch mit der Partei gleichzusetzen. Jeder Angriff auf das Familienoberhaupt ist ein Angriff auf Familienehre und gilt abzuwehren. Wenn im westlichen Medien die chinesische Regierung kritisiert wird, verlieren wir als Volk das Gesicht, unser Nationalstolz ist verletzt.
Auch wenn viele Chinesen einsehen, daß die Partei in einigen Fällen Unrecht hat, fällt uns schwer, die chinesische Regierung vom Land China zu trennen (wie denn auch — die kann ja nicht abgewählt werden). In der aktuellen Diskussion meiner Landsleute zum Thema China/Tibet/Olympia hat man oft das Gefühl, daß wir aneinander vorbeireden. Meistens liegt es daran, daß der Begriff “China” nicht klar definiert ist. Der eine meint damit das Volk, der andere die Regierung.
Wahrscheinlich ist es für Europäer, die mittlerweile an Demokratie in der Politik gewohnt sind, schwer nachvollziehbar. Wir werden natürlich nicht vom westlichen Medien verlangen, jedesmal wenn sie von China schreiben, sollten sie doch bitte klarstellen, ob das chinesische Volk oder die Regierung bzw. die KP gemeint ist. Ich schreibe das hier, um mehr Verständnis für den kulturellen Unterschied zu werben.
@ ehle
nun weiß es doch ein großer Teil, das mit der Friedrich-Naumann-Stifung ;)
http://www.welt.de/politik/article1900669/Peking_wirft_FDP-Stiftung_Anti-China-Proteste_vor.html
Wenn auch anders interpretiert als hier.
@37 name
Nur weil ich eine andere Meinung habe bin ich arrogant? Aha, dann muss ich wohl damit leben. Humboldt Heine und Brecht kenne ich auch. Und nun? Erstens muss man den Ansatz nicht verfolgen, zweitens sehe ich keine Bedeutung bzw. Zusammenhang zwischen dem angebliche Zeichen von großer Bildung und diesem Thread Thema.
Und nein, ich war noch nie im Bürgerkrieg noch habe ich auf jemanden scharf geschossen. Finde ich aber auch nicht erstrebenswert. Einer Stiftung stehe ich inhaltlich Nahe, das stimmt. Finanziert werde ich aus dieser Quelle andererseits nicht. Bestimmen kann und will ich nicht wie China handelt, das heißt doch aber nicht, dass ich mich nicht kritisch äußern kann zu den getätigten Handlungen.
Von Berlin habe ich allerdings eine Menge Ahnung (liegt wohl daran, dass ich hier mehr als 20 Jahre meines Lebens verbracht habe und es noch tue), von Geschichte nur mittelmäßig, von Politik allerdings wieder deutlich mehr, auch wenn ich keine Politikwissenschaften studiere. Aber man braucht doch auch prinzipiell kein riesiges politisches Wissen um sich zu dem Thema zu äußern. Lediglich die Frage steht, aktive Proteste oder eher beständige Bemühungen im Hintergrund. Und wenn aktiv, wie gestaltet. Das kann sich doch jeder auch so überlegen.
Fremdsprachen spreche ich zwei, Englisch und Französisch. Also eher so das Standardreportoire, und ja auch im Ausland habe ich schon einige Zeit gelebt. Und an dem Status des Erste-Welt-Kinds kann ich nichts ändern, wie wohl die wenigsten, die hier in deutscher Sprache mit diskutieren. Aus reichem Hause bin ich allerdings keineswegs. Egal, cu Troll!
@hauptstadtstudent
Spaßig, dass Xinhuas gfp “staatlich” nennt ;-)
Der Artikel in der Welt ist allerdings sehr oberflächlich – auf die “drei Mädels” wird z.B. überhaupt nicht eingegangen.
Die westliche Presse neigt immer dazu andere Länder die langsam Anfangen halbwegs auf eigene Beine zu stehen (Russland, China, Iran (!) …) von allen Seiten zu kritiesieren.
Traurig nur dass sich viele auf diese Weise ein BILD machen.
@Studentchen
Die Bild für noch geistig Ärmere nennt man Die Welt aus dem Hause Springer umgangssprachlich: und zu deinem Quatsch:
“Ick weiss zwar nix von deutscher Geschichte, das Militär habe ich nicht erlebt, CMTC, militärstrategische Enthautungsschläge, Reaktionszeiten von Raketen sind mir unbekannt, Streichers Stürmer eine einzige Gedankenwüste, Bomben auf Belgrad gab es mal als TV Serie oder so, aber meine Fresse aufreissen kann ich prima.”
Man man man..
@name
Unterlass bitte die Beleidigungen – die anderen User wollen hier vernünftig diskutieren. Im Wiederholungsfall werde ich die Kommentare löschen.
Diese Äußerung des französischen Abgeordneten kann man nur unterstützen.
Übersetzung:
http://www.jungewelt.de/2008/04-15/017.php
Original:
http://www.jean-luc-melenchon.fr/
In einem Punkt zumindest hat Melenchon Unrecht: Seit dem 14. Jh gehört Tibet sicherlich nicht zu “China”, insofern man damit das vom Kaiser kontrollierte Gebiet meint. Während der Ming-Dynastie war Tibet aber kein Teil des Kaiserreiches, dies ist meines Erachtens übereifriges Wunschdenken der chinesischen Historiker, allerdings in Punkto Völkerrecht praktisch irrelevant.
Daneben halte ich auch die Meinung, der Dalai Lama kontrolliere die Exil-Tibetische “Regierung”, für fragwürdig. Wer da wen kontrolliert oder repräsentiert und legitimiert ist nicht ganz klar. Die Cliquen-”Bildung” der Gegenseite (die “DL-Clique” der KPCh, die “Kommunisten-Clique” der Kommunistenjäger) verstellt da zu sehr den Blick auf mögliche Lösungsansätze.
Wer verfügt hier über Wissen aus erster Hand? Wer von Ihnen war in China und kann außerhalb von Geschichtsschreibern auch von vergangenen “Besuchen” reflektieren, z. B. ‘89 ‘99, 2008 ?
@escii
In China war ich mehrfach – v.a. zwischen 1996-2000. Wieso?
Ganz einfach. Das meiste was man im Netz liest ist aus 4. Hand. Also eher mehr Hörensagen.
Von daher halte ich es auch für wichtig, dass man sich vor Ort selbst ein Bild gemacht hat, bzw. halt auch entsprechend reflektieren kann.
Ich war mit meinen 56 Jahren schon über 40 mal in China seit 1993, jetzt 4 x p.a., demnächst im Mai. Der Umgang außerhalb meiner Geschäftsfreunde und andere Bekannter ist unangenehm – also kein Urlaubsland, Servicekultur schlecht, zersiedelt – wenig schöne Anblicke. Ich kann noch mehr Negatives berichten – sogar wahrheitsgemäß, was die Leute gerne in der Zeitung lesen würden.
Aber sogar diese unkritischen Selbstbemitleider wissen , dass es keine Alternative gibt zu den Tugenden, die unser Land aus dem Nachkriegselend befreit haben. Und diese Tugenden sind fast identisch bei der Deutschen Trümmerfrau und dem Chinesischen Wanderarbeiter.
Die jungen Chinesen sind eher wie die heutigen Westler. Ich bin sicher, dass die uns nicht überfallen werden, aber um Arbeitsplätze kämpfen sie schon. Sie werden uns demnächst auch die besseren noch wegnehmen. Leider haben Sie ausser Ihrem Lerneifer auch noch ein gutes Gehirn, welches auch nicht durch Scheuklappendenken blockiert ist.
ich bin froh, as a Chinese, eine Seite wie diese in Deutschland gefunden zu haben. Wahrscheinlich weil es nicht so weh tut wie wenn ich den Fernseher anmache. Bevor ich hier kam, vor 7 Jahren, war es mir nicht bewusst, dass Tibet so ein großes Thema war für euch und für die Welt.
Als ich hier ankam, machte ich einen fatalen fehler: ich habe jede kleinigkeit, die mir nicht passte, mit China verglichen. Eines Tages bemerkte ich, dass es schwachsinnig war, immer mit eigenen Werteinstellungen zu verurteilen, ob eine andere Kultur( oder ein politisches System) gut oder schlecht ist. Man sollte mehr Fragen stellen, warum die Menschen unterschiedlich reagieren und versuchen die Antworten zu verstehen.
Mir ist nur aufgefallen, dass in den Medien in deutschland China als eine große aufstehende Macht dargestellt wird. Aber dieses “Macht Bewusstsein” ist uns eher fremd (zumindest für meine freunde und mich). Außerdem habe ich dieses Gefühl, dass die westlichen regierungen immer noch versuchen zu bestimmen, was sie nicht betrifft unter dem Vorwand: Demokratie und Meschenrechte.
Ich diskutiere nicht gerne mit deutschen, weil ich genau weiß, welche Meinungen sie haben.
As a Chinese kann ich nur sagen, dass dieser Weg, immer die anderen zu kritisieren und verurteilen und aufzuforden kann nicht zu einer vernüftigen Lösung führen. Aber die meisten haben leider genau diesen Weg gewählt. Diese Art wird von meisten Chinesen nicht akzeptiert. Liegt es an der Kultur?!
Vielleicht hat meine Antwort gar nicht mit dem Thema zu tun, aber ich möchte trotzdem beitragen. Es ist doch ein Forum um China. Ohne die Teilnahme der Chinesen wäre es zu scchade.
@MM
Das glaube ich kaum. Der Westen würde die Art von Kritik auch nicht akzeptieren. Es ist eine Frage des Stolzes und des Selbstwertgefühls. Europa (und dessen “Kind” die USA) hat über Jahrhunderte große Teile der Welt beherrscht; China hat über Jahrtausende ebenfalls große Teile der Welt beherrscht. Beide Kulturkreise sind es nicht gewohnt, ihr Selbstbild zu hinterfragen. Als Europäer empfindet man den moralischen Führungsanspruch Europas vollkommen normal und hat große Probleme sich mit anderen Positionen auseinanderzusetzen. Das ist in China allerdings ähnlich und dadurch kommt es zu kulturellen Konflikt, bevor der eigentliche Dialog überhaupt erst beginnen kann.
Selbst intelligenten und aufgeklärten Menschen fällt es sehr schwer, das eigene Weltbild kritisch von außen zu betrachten und mit anderen Positionen zu vergleichen.
Wenn ich z.B. einem normalen Deutschen sagen würde, die deutschen Forderungen an China, die Menschenrechte (nach Definition des Westens) einzuhalten, sei im Prinzip das Gleiche, als wenn Ayatollah Chameini an Frau Merkel eine Protestnote schreibt, in der er die Einführung der Scharia in Deutschland fordert, ernte ich bestenfalls ein ungläubiges Lächeln, wahrscheinlicher ist indes, dass ich auf eine Wand voller Ignoranz, Ablehnung und Feinschaft stosse.
Nein, es liegt sicher nicht an der chinesischen Kultur, Europa tickt da ganz ähnlich.
Doch doch, die Antwort passt 100% und ich freue mich, wenn sich auch diejenigen an der Diskussion beteiligen, um die es eigentlich geht ;-)
@laolu, #38
Paternalismus ist mitnichten ein fernöstliches Phänomen, auch Deutschen ist er gar nicht so fremd – Kaiserzeiten, Bismarck, Hitler, und zgT ggw. CDU-Anhängerschaft. Ich würde sogar behaupten, dass extremer Individualismus, so wie er unter Protestanten/Evangelikanern breit anzutreffen ist, eher eine kulturelle Ausnahme ist.
Außerdem fällt es mir verdammt schwer vorzustellen, dass Kulturverständnis in China sooo homogen ist, besonders unter gebildeten und besser informierten Schichten.
Und wieder mal ein, in meinen Augen, guter Artikel von Georg Blume der auch die andere Seite der Medaillie beleuchtet. Vielleicht kommen die deutschen Medien ja doch nochmal vom einseitigen Chinabashing weg.
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/von-den-taiwanern-lernen/?src=SE&cHash=f9233422c7&type=98
Leider ist es aber wohl utopisch mehr als nur den ein oder andern, nach Veröffentlichung wieder schnell verschwindenden, differenzierten Artikel zu erwarten.
Glawen