Willkommen in der Bionade-Republik
18. April 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Deutschland wird von einer kinderlosen, geschiedenen Frau regiert und in Hamburg unterschreibt ein homosexueller Erster Bürgermeister einen Koalitionsvertrag mit den ehemaligen „Ökospinnern“. Keine Frage, nicht nur die GRÜNEN, sondern auch die CDU ist angekommen. Angekommen in der Bionade-Republik - klebrig süß, postmaterialistisch, irgendwie ökologisch und dem Zeitgeist entsprechend. Das neue und das alte Bürgertum haben sich wieder gefunden und dies ist auch nur konsequent, birgt aber für beide Parteien auch gewisse Risiken.
„Wer in seiner Jugend nicht links denkt, hat kein Herz und wer im Alter immer noch links denkt, hat keinen Verstand“ – so lautet ein verbreiteter Aphorismus, nach dem man den GRÜNEN Herz und Verstand zubilligen könnte. Die Geschichte der GRÜNEN ist symptomatisch für eine ganze Generation des Bürgertums. In Totalopposition zum alten Bürgertum ihrer Eltern versuchte das junge Bürgertum frischen Wind in eine verkrustete Gesellschaft zu bringen und nahm sich vor, den Marsch durch die Institutionen anzutreten, um die Gesellschaft aus ihren Schaltstellen heraus nach ihren Vorstellungen zu verändern. Der Marsch ist angekommen, nur hat die Gesellschaft die Marschierenden nach ihren Vorstellungen verändert.
Der Individualismus war eine maßgebliche Triebfeder der jungen GRÜNEN. Als Abgrenzung zum Kollektivismus des Dritten Reichs und der spießigen Nachkriegszeit mit anachronistisch wirkenden Moralvorstellungen, war dies nur eine logische Entwicklung, die allerdings auch stattgefunden hätte, wären die Protagonisten nicht durch Institutionen marschiert. Die Wirtschaft und die Gesellschaft adaptierte diesen neuen Scheinindividualismus allerdings erstaunlich schnell – er wurde zum Verteidiger einer sich leicht geänderten Gesellschaftsordnung und damit eine maßgebliche ideologische und kulturelle Stütze des bestehenden Systems. Aus dem Individualismus der GRÜNEN wurde ein Postmaterialismus. Wer in einer satten Gesellschaft an den Futtertrögen sitzt, entfernt sich von materiellen Forderungen wie etwa Verteilungsgerechtigkeit und wendet sich abstrakten Werten wie Diskrimminierungsfreiheit, Umweltschutz, Gleichberechtigung, Tierschutz oder Klimapolitik zu. Dem wohnt eine naturalistische Spiritualität inne, die im Kern konservativ ist. Fortschrittliche Entwicklungen wie Gen- oder Atomtechnik werden dabei aus rein ideologischen Gründen abgelehnt. Fortschritt wird zunächst als Bedrohung und nicht als Chance gesehen. Noch nicht einmal die CDU lehnt beispielsweise die Embryonalforschung derart dogmatisch ab, wie beispielsweise Volker Beck, der sich in dieser Frage als „zuverlässigen Partner der Kirchen“ sieht.
Die als Rebellen Gestarteten kamen als besitzstandwahrende Bürgerliche an und stehen dabei stellvertretend für einen großen Teil ihrer Generation, die längst den Frieden mit ihrer Elterngeneration geschlossen hat. Die „Neue Bürgerlichkeit“ hat die Kinder des Bürgertums mit ihren Eltern versöhnt, oder wie es der verstoßene Oswald Metzger einst formulierte: “Die GRÜNEN nähern sich habituell ihren Herkunftsfamilien an”. GRÜNE Politik ist im Kern konservativ. Niemand anders als der wertkonservative US-Politiker Newt Gingrich gilt als Schöpfer des Begriffes „Green Conservatism“, der auch von David Cameron, dem Führer der britischen Tories ausgerufen wurde.
Angela Merkel steht in Deutschland für diesen grünen Konservatismus, der auch von ihrem inneren Machtzirkel geteilt wird und ist damit eine natürliche Partnerin der „neuen“ GRÜNEN. Die Merkel-CDU hat nur noch wenig mit dem klassischen Konservatismus der alten CDU zu tun. Altkonservative wie Jörg Schönbohm nehmen in der Partei eine Außenseiterrolle ein und die einflussreichen Akteure dieser Richtung, wie Roland Koch oder Günther Oettinger haben sich durch Ausflüge in den Rechtspopulismus selbst ins Abseits gestellt. Ein Sammelbecken klassisch konservativer Ideen stellt indes noch die CSU dar. Um das „Neue Bürgertum“ und den bayerischen Wertekonservativismus unter ein Dach zu bekommen, dürfte ein größerer Spagat nötig sein, aber der Wille zur Macht schweißt bekanntlich zusammen. Und letztendlich werden sich diejenigen, die dem Dalai Lama bedingungslose Solidarität zusichern, schon mit denjenigen verstehen, die dies dem Papst zusichern würden. Macht macht flexibel und im pragmatischen Opportunismus sind die GRÜNEN geübt. Der wirtschaftsnahe Flügel der CDU wird auch seinen Frieden mit den GRÜNEN schließen können, denn wer den Postmaterialismus lebt, muss sich nicht mit den Sorgen der Unterschicht und den materialistisch veranlagten Gewerkschaften solidarisieren und ist kompromissbereit, wenn dabei nur etwas diskriminierungsfreies und vermeintlich nachhaltiges herauskommt . Und wenn nicht, dann kann man immer noch Sachzwänge geltend machen. So lange Frauen, Migranten und Andersbefähigte (ein auch von den GRÜNEN geliebter Beitrag zur Euphemismus-Tretmühle) gleich viel Hartz-IV wie gesunde kinderlose Männer bekommen, ist es nicht so wichtig, wie viel das ist.
Die Koalitionsverhandlungen in Hamburg waren für die GRÜNEN eine Feuerprobe, die sie mit Bravour bestanden haben. Die erste Koalition mit der CDU ist ein Adelsschlag durch die „alte Mitte“ – man ist angekommen und wurde vom Vater wieder in den gutbürgerlichen Familienkreis aufgenommen. Der Preis dafür war hoch, die GAL konnte streng genommen keinen ihrer Punkte durchsetzen. Die Elbvertiefung kommt, dafür wird es eine Feigenblattstiftung geben, die „ökologische“ Projekte an der Elbe finanziert – dies ist ein typischer GRÜNEN-Kompromiss. Wäre doch nur Schröder auf die Idee gekommen, den GRÜNEN für ihr Placet bei den Angriffskriegen gegen Serbien und Afghanistan eine Stiftung zu versprechen, die pazifistische Projekte unterstützt – er hätte sein „Basta“ stecken lassen können. „Kohle von Beust“ wird auch sein Kohlekraftwerk in Moorburg bekommen. Im Koalitionsvertrag hat man dieses Thema ergebnisoffen ausgelassen. Und da 1,3 Mrd. Euro Schadenersatzforderungen des Betreibers Vattenfall im Raume stehen und wichtige Arbeitgeber wie die Hamburger Affinerie bereits offen rebellieren, wird man sich dem Sachzwang beugen. Wahrscheinlich gibt es als Ausgleich ein Förderprogramm für steuersubventionierte Solardächer, die die wohlsituierte Wählerschaft der GRÜNEN ja so liebt. Die Studiengebühren, die die GRÜNEN abschaffen wollten, kommen ebenfalls in modifizierter Form, die objektiv sogar diskutabel ist. Dennoch hat die GAL etwas anderes versprochen – aber Versprechungen der GAL sind etwas anderes als Versprechungen von Frau Ypsilanti. GRÜNE dürfen Wahlversprechen brechen. Aus der einheitlichen Gesamtschule ist freilich auch nichts anders als ein Formelkompromiss geworden.
Ob die längst überflüssige Familienzusammenführung des Bürgertums auch bei den Wählern ankommt, steht freilich noch aus. Die Wähler der gesamtdeutschen CDU sind in großen Teilen keinesfalls so liberal, wie es Ole von Beusts Hamburger seien sollen. Sowohl der klassische Konservatismus, wie der reaktionäre Nationalismus sind immer noch weitverbreitet und werden es auch noch lange bleiben. Das Glück der CDU ist es allerdings, dass es zu ihr im konservativen Spektrum keine großen Alternativen gibt. Profiteure werden sicher die Rechtsaußenparteien sein. Solange die allerdings so dumpf daherkommen wie momentan, wird sich der Zuwachs zum Glück in Grenzen halten. Eine bundesweite CSU wäre es, was die verlassenen Konservativen ansprechen würde – aber diese Gedanken sind eigentlich schon lange passé, aber wer weiß.
Riskanter ist Manöver „Neue Bürgerlichkeit“ für die GRÜNEN. Sowohl an ihrer Basis als auch in ihrer Wählerschaft gibt es noch viele, die sich „links“ wähnen. Das ist freilich Selbstbetrug, aber der potentielle Verlust dieses Spektrums wäre für die GRÜNEN ein herber Schlag. Die LINKE wird sich über die neue Klientel freilich freuen. Viele neue Wähler werden die GRÜNEN nicht bekommen, nur weil sie sich selbst gefunden haben und mit ihrer Vätergeneration Frieden geschlossen haben. Machtarithmetisch könnte sich die all zu selbstbewusste Bekenntnis zur „Neuen Bürgerlichkeit“ auch als Bumerang erweisen. Es bleibt auch abzuwarten, wie die grüne Basis den Hamburger Koalitionsvertrag annehmen wird. Bislang hat die Basis zwar jeder Schandtat der Parteispitze zugestimmt, aber es gibt bei den GRÜNEN natürlich auch (meist) jüngere Mitglieder, die mit der Selbstfindung der Vätergeneration nun gar nichts anfangen kann und denen eine linksliberale Partei mit ökologischem Mantel vorschwebt. Vielleicht frisst ja die Revolution nun nach 40 Jahren doch noch ihre Kinder?
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nun ja , angeblich haben die Grünen seit der Wahl in Hamburg 10% mehr Neueintritte, vermeldete man jedenfalls im NDR heute .
Lach. Genau diesen Artikel hatte ich von dir erwartet. Mach dir keine Gedanken. Die CDU hat an ihrem rechten Flügel Dr. Udo Ulfkotte, der sammelt da alles ein, was überhaupt noch zu sammeln ist und scheint höchste Weihen zu genießen. Viele linke Grüne haben in der SPD und ihrer Bewegungslosigkeit oder Schreckstarre eine gute Ausrede nicht links sein zu müssen, weil links ja nicht geht, und sie doch was bewegen wollen. Die paar die zu den Linken gehen, werden locker durch die aufgehoben die von der FDP kommen.
Der einzige wirkliche Verlierer ist die FDP. Sie ist zwischen den Mühlsteinen CDU und Grünen und wird gerade zu Hühnerschrot gemahlen und ans Federvieh verfüttert.
Genau, lass es raus! Die ganze Wut, der Zorn und die Enttäuschung…
Da kann man dann auch schon mal übersehen, dass es gegen Gentechnik wirklich fundierte Argumente gibt, die mit Technikfeindlichkeit oder einer Ideologie allein gar nicht mehr zu erklären wären. Und wie war das mit dem Dalai Lama, der sich gegen Sezession ausspricht und den Aufrührern mit Rücktritt droht? Ach, ich weiß ja wie du es meinst.
Heut ist eben ein Tag von schwarz/weiß Rhetorik. Wenn dich deine Partei so enttäuscht, dann muß man über sowas schon mal hinwegsehen. Gute Besserung! ;)
@Jochen
Du kennst mich ja schon gut ;-)
Ich dachte der eine neue Partei gründen?
Glaube ich nicht - warum sollte ein FDP-Wähler denn zu den GRÜNEN gehen? Die FDP und ihre Wähler sind keineswegs postmaterialistisch ;-)
Yep, das ist wohl richtig. Die alte Tante SPD sieht dabei aber auch recht dämlich aus.
@Trac3r
Wie sagt man so schön … Enttäuschte Liebe … ne, ich konnte mich für die GRÜNEN noch nie so wirklich erwärmen, obgleich ich sie anfangs durchaus geschätzt habe.
Na aber sicher - nur weil die GRÜNEN technophob sind, heiß das noch lange nicht, dass jedes Argument falsch ist ;-)
Ich sehe die Gentechnik selbst kritisch … aber nicht aus dogmatischen Gründen.
Na, das habe ich nun aber wirklich nicht gemeint. Der Dalai Lama scheint mir aber zum Papst-Ersatz für die modernen Postmaterialisten geworden zu sein. Als Ex-Katholik kann ich das alles nicht verstehen ;-)
Danke ;-)
Kann es sein, dass Du bei der GAL bist? ;-)
Im Leben würde ich keiner deutschen Partei beitreten. :D Egal wie die Basis denkt, die Spitze macht eh was sie will. So ist es hier überall, egal in welcher Partei. Diese Kritik hier ist also ein ziemlicher Allgemeinplatz. Außerdem wohne ich nicht im richtigen Bundesland.
Leute in Schubladen zu stecken und Einzelpersonen als Führer oder gar Heilsbringer anzuerkennen, liegt mir überhaupt nicht. Vielleicht hab ich mich deshalb als Individualist so angegriffen gefühlt. ;)
You make my evening. ;-)
*lol* mein Spruch des Tages!Tripeldeutig! KLasse!
Grüße
Vogel
Die Grünen sind auch bloß schwarz.
Viel wesentlicher finde ich, dass inzwischen sogar ganz öffentlich dargestellt wird (in diesem Fall von den Grünen Mitläufern), dass es gar keine unterschiedlichen Parteien, sondern nur noch Machtinteressen gibt.
Es geht um Gier und Geld. Der Wählerwille stört da bestenfalls nicht. Ein guter Grund, endlich Wahlmaschinen bundesweit einzuführen, um Sicherheit zu gewährleisten, denn schließlich ist es anstrengend, immer wieder seine Meinung zu wechseln, um an der Macht zu bleiben.
Die CDUCSUSPDFDPGRÜNE ist nur noch eine Laientheaterspielgruppe, die zur Wählerberuhigung Wahlen und Standpunkte vortäuschen. Die Politik, die real geschieht, wird ihnen von der “WIRTSCHAFT” ohne große Spielräume “verkauft”.
Ich finde es müßig, über “Standpunkte” von Parteien zu reden, wenn es da gar keine gibt.
Ich fände es besser, wenn man sich das ganze Brimborium spart, und einfach Wahlautomaten den Job erledigen läßt, was auch viel kostengünstiger ist:
1) Da man ein glaubwürdiges Ergebnis vorher definieren kann, kann man sich diesen Wahlwerbequatsch sparen. Für den Politiker ist es gut, denn er muss seine Bestechungsgelder nicht für kostenlose Kugelschreiber und Fähnchen ausgeben. Einzip die Plakatierung sollte weiterhin durchgeführt werden, weil der Michel sonst vielleicht die Wahllügen vermisst.
2) Der öffentliche Gesichtsverlust bei den üblichen 180° Drehungen wegen vorgespiegelter Standpunkte fällt weg.
3) Die Presse ist nicht so teuer, weil man die Artikel schon vorher zubereiten kann.
4) Die lästigen Wahlkontrollen können eingespart werden.
5) Wahlausgänge (Wettgewinne wie bei Pferdewetten wären möglich!) können auf Jahrzehnte hinaus perfekt geplant werden.
Ich will nicht mehr verarscht werden und Heuchelei ödet mich nur noch an.
Bei aller herzerfrischenden Polemik: Klebrig-süß schmeckt die Bionade doch nu wirklich nicht ;-)
zu den Grünen und ihrem ekelhaften Opportunismus fällt mir nichts mehr ein, wie der Sager zum Hochzeitsgedicht von Tobias Schlegl
www3.ndr.d...
ps
zu den alternativen Wurzeln der GAL
“Maschinenstürmerei und Sabotage - Produzenten in der Verantwortung”
entdinglic...
@Schwitzig
“Die CDUCSUSPDFDPGRÜNE ist nur noch eine Laientheaterspielgruppe, die zur Wählerberuhigung Wahlen und Standpunkte vortäuschen.”
Genau das den ich mir schon lange - diese ganze Politikveranstaltung ist ne riesige Soap - egal welche Partei gewählt wird oder nicht, letztlich spielt es keine Rolle da alle eh nur einen Einheitsbrei servieren - nur das Geschirr sieht ein bisschen anders aus.
Übrigens würde ich die LINKE da auch nicht ausklammern - noch 1-2 Legislaturperioden und die sind dem Rest der Band genauso ähnlich wie ein Hühnerei dem anderen - in Berlin sind sie ja bereits angekommen.
Claudia Roth ist eine der Hauptverantwortlichen für die starke Überfremdung durch Massen an integrationsunwilligen Türken und anderen muslimischen Migranten. Aus einer persönlichen, fragwürdigen Einstellung heraus (ich glaube, die Roth ist/war mit einem Türken liiert) wurde Deutschland demographisch ruiniert. Unsere Gefängnisse sind zudem voll mit ausländischen Straftätern und die Kriminalitätsraten im Bereich der Gewaltdelikte explodieren.
Man sollte daran denken, wem wir das zu großen Teilen mit zu verdanken haben, wenn wieder Wahl ist. Die einzige wählbare Alternative zu den großen Parteien stellt für mich derzeit ProKöln bzw. hoffentlich bald ProDeutschland da. Dort werden zumindest noch die Interessen der deutschen Bürger volksnah vertreten.
Das ist aber eine recht kleingeistige Definition von Postmaterialismus. Denn was wäre das Gegenteil? Materialismus, haben statt sein. Statussymbole. Quantität statt Qualität. Konsum als Glück. Oder auch: Eine DDR mit Warenüberfluss.
Ein nicht unerheblicher Teil der Grünen hat beim letzten Bundeskongress ? z.B. ein Grundeinkommen gefordert: Für mich ein typisch postmaterialistisches Konzept. Das waren aber sicher nicht die von der GAL. Postmaterialistisch sind Wertorientierungen wie Freiheit, Selbstverwirklichung, (soziale) Gerechtigkeit, Emanzipation. Ohne eine künstliche Trennung. Klar, erst kommt das Fressen, und dann die Moral, und Hartz4 haben die Grünen mitgetragen. Aber zu irgend einer Form Postmaterialismus sehe ich keine echte Alternative. Vielleicht ist es auch eine Definitionsfrage. Aber wären die wesentlichen Probleme dieser Gesellschaft schon gelöst, wenn nur die Ärmsten etwas mehr Geld hätten? Oder viel Geld? Nicht, dass sie es nicht verdient hätten. Aber was für ein Menschenbild ist das, der homo ökonomicus materialis? Es ist doch wissenschaftlich erwiesen, dass ein Zugewinn an Luxus, Statusdemonstration und Glamourschischi nur anfangs glücklich macht, bald setzt eine Gewöhnung ein, die Dosis muss erhöht werden. Auch reiche Leute und Stars laufen nicht mit Dauerlächeln durch die Welt und haben keine Probleme: Sie tun nur so. Ab einem gewissen hohen Kontostand ruft eine Vermehrung auch kaum noch Gefühlsregungen hervor. Wie kommts, fragt da halt der Postmaterialist. Was die Schwarzgrünen daraus gemacht haben, steht auf einem anderen Blatt ( etwa auf einem Blatt der taz, auf das ein pro-Studiengebühren-Artikel von Christian Füller gedruckt ist).
heise.de/t...
@ Gunter
Husch Husch zurück ins PI Körbchen. Du hast Dich hier auf die falsche Seite verirrt. Hier wirst Du niemanden finden, der auf den als Islamkritik getarnten Ausländerhass reinfällt.
@pqostgrün:
Schweizer Untersuchungen haben ergeben, dass die Zufiedenheit bis zu einem Einkommen von 5000€ mtl. steigt, und dann wieder sinkt.
Da haben wir aber noch viel umzuverteilen, bis die allgemeine Zufriedenheit erreicht ist.
Und Arme haben andere Sorgen, als die Natur zu schützen, bzw. können sich gar nicht erlauben, ökologisch sinnvoll zu leben.
Daher wird es keine postmaterielle Gesellschaft geben, bevor nicht Jeder die Chance erhält 5000€ zu verdienen, und dann bei dem Stand auch wieder aufzuhören mit materialistischen Erwägungen.
LG
@ Günther:
Wer hat die Gastarbeiter ins Land geholt?
War es nicht zu Zeiten satter CDU Mehrheiten?
Nach sieben Jahren Rot/Grün kann man vor allem die Grünen nicht mehr ernst nehmen. Ein Tempolimit wäre doch das Mindeste gewesen, was sie hätten durchsetzen müssen, aber es war meines Wissens nicht mal in der Diskussion. Die Spitze fährt wohl selber gerne schnell zum nächsten Wahlkampftermin, weshalb das Thema bei den Grünen immer nur auftaucht, wenn sie nix zu kamellen haben. Statt dessen sind die Preise für Bus und Bahn in der Zeit krass gestiegen, obwohl sie schon vorher international auf höchstem Niveau standen und wenn ich mir diese Kurve ( de.wikiped... ) so anschaue, hat die Politik der Grünen exakt das Gegenteil von dem gebracht, was mal auf dem Programm stand oder immer noch steht. Man könnte meinen, die Grünen werden von der Auto- und Luftverkehrslobby finanziert und die vermeintliche Umweltpolitik diente viel eher dazu, die Neuwagen-Verkäufe anzuheizen.
Für 19€ kann ich heute nach Mallorca fliegen oder alternativ 80 Km Regionalbahn fahren, auch dank den Grünen. In sieben Jahren Regierungsbeteiligung hätten sie zumindest deutlich mehr Themen zur Sprache bringen müssen, aber außer Windmühlenpolitik kam bei mir nichts an.
@Gunther
Uih! Was für ein inhaltsschwangerer Beitrag.
btw.: Die Pro-”Parteien” werden vom Verfassungsschutz dem rechtsextremen Lager zugeordnet. Was sich dort unter “Bürgerlisten” tummelt, ist nichts anderes als eine neue Variante der NPD.
die cdu hat mir nie gefallen, der spd stand ichmal nah und die grünen waren mal eine alternative. aber wählen gehen wollte ich nie und immer hat man mir gesagt, dann ginge meine “nichtstimme” genau an jene, die ich am wenigsten wolle. das nächste mal kriegen auf diesem weg alle parteien meine “nichtsstimme” die können sie sich dann lieb untereinander teilen. ach - die fdp hab ich ganz vergessen… das fünfte zünglein an der waage.
@postgruen
Nun ja - der Postmaterialismus der Generation GRÜN ist keinesfalls antimaterialisitsch; im Gegenteil, er harmoniert sehr gut mit dem Materialismus. Steuersparmodelle mit Solarkraft auf dem Dach, Bionahrung als Statussymbol und politisch korrekte “postmaterielle” Kleidung, die freilich noch teurer ist, als die meisten althergebrachten Markenwaren und durchaus als Erkennungszeichen innerhalb der Peergroup benutzt wird und der Ökourlaub in Costa Rica … Business Class versteht sich. Man hat Geld, spricht aber nicht drüber und findet es irgendwie unkorrekt, das jetzt zu thematisieren.
Ja, ja, die Pro’s sind “rechtsextrem”… wer’s glaubt! Mit den Glatzköpfen der NPD haben die nichts zu tun - das ist eine billige Diffamierung. Ich übrigens (noch) kein Pro-Wähler, aber ich sehe ganz ehrlich keine wählbare Alternative mehr.
Der Verfassungsschutz arbeitet offenbar politisch motiviert. Es ist nunmal einfacher, aufstrebende, neue Parteien als rechtsextrem zu brandmarken und damit einen “Ihh, Nazis”-Reflex beim 08/15-Wähler auszulösen, als sich inhaltlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ist doch das gleiche Spiel mit DER LINKEN (nur, dass es dort statt “Nazis” eben “Kommunisten” sind).
@21
Über manches redet man nicht mehr, wenn man im System angekommen ist.
@Spiegelfechter
Du hast im Artikel alles am richtigen Bild zusammengefasst:
eine grün schwarze bürgerliche Bionade deren Gemeinsamkeit im Vertrieb bürgerlicher Unwahrheiten besteht. So wie Coca Cola die als alternativ firmierende Bionade in Ihren Vertriebsweg eingebunden hat, und das Image vom alternativen Gesöff verlogen hochhält, und durch die Blume fies “Wir kriegen Euch alle” grinst, so schwimmen grüne und schwarze Befindlichkeiten in sich zusammen, krieren eigenen Zonen und Zustände, mit eigenen scheindemokratischen Regeln in und außerhalb der Metrolpolen der ersten Welt, deren Regeln für die tatsächlichen Trikontländer nicht gelten.
Für den zynischen grünen Postmaterialisten ist Harz IV das “Bürgergeld” für den Pöbel, dass man selbst diesen gerade noch zugesteht. Der gestandene und klarer sehende, schwarz Bürgerliche sieht in diesem dagegen ein präventives Hungeraufstandsbekämpfungsmittel, dessen Einsatz sich solange lohnt, wie die Reste des Nationalstaats nicht völlig in soziale Sonderzonen zerfällt.
Zu dem freischwebenden Paralellgesellschaften im bürgerlichen Deutschland in den grünen Köpfen hat Mat alles geschrieben. Ohne soziale eigene Not kann lässt es sich einfach und nett schwadronieren.
Ach ja, Gunther : “Du bist Deutschland”,der mit Frau Deutschland soviel gemeinsam hat, wie der Sonnenwind mit der Venus. Rassistischer Dreck vom feinsten:
da liebe und bleibe ich doch lieber bei den die fiktiven pakistanischen Einwanderkinder mit Hakenkreuzen und der fetten Tätowierung “Real Arier Deutschland” im Nacken, wie Faldbakken diese im anderen Sinne literarisch erschuf.
Addy, Himmler, Goebbels und Höß und waren auch alles solche angepassten bürgerlichen Kreaturen, aber ohne Reagge, Ska, Glatze und 10 Loch Bots.
@Gunther
Och, das glauben sehr viele; u.a. der Verfassungsschutz NRW und die Kollegen in Bayern auch.
Nein, das natürlich nicht. Moderne Rechtsextremisten kommen bürgerlich daher. MIt dem Fußvolk will man zumindest in der Öffentlichkeit nichts zu tun haben.
Jo, die Sprüche kenne ich. Ihr armen Rechtsextremisten, Ihr tut mir ja so leid.
Aber natürlich! Böser Verfassungsschutz!
Wir sind scheinbar zu einem LIDLStaat verkommen. Wir haben doch die LIDLs und andere Webcams gewählt? Die “Alten” sind zu teuer, also abschaffen. Die “Jungen” sind zu doof. Aber schön billig. Was ist Morgen? Morgen sind wieder Wahlen. Also los, macht die X an der richtigen Stelle. Welche Stelle ist es dann?
@Gunter
Schau doch lieber mal hier vorbei: ns88.org/
Da hast du krankes Gesinnungsgesocks deines Schlages und noch viel schlimmer gleich tausendfach. Die Mörderbande von pro köln wird man sicherlich im thiaziforum finden. Da dürfen sie dann mal ihre wahre Meinung äußern.
Na Gunther, wer hat die Türken geholt und wollte sie nicht integrieren?
Kleiner Tipp: weiter oben wurde es schon erwähnt , was hat das jetzt mit Claudia Roth zu tun?
“Aus einer persönlichen, fragwürdigen Einstellung heraus (ich glaube, die Roth ist/war mit einem Türken liiert)”
So einfach kann die Welt sein,
Claudia Roth, Marionette eines deutschfeindlichen Türkfaschisten!
Jawoll!
“wurde Deutschland demographisch ruiniert”
Wie das?
Hat sie die Türken alle kastriert?
Oder die Deutschen?
Oder beide?
@Spiegelfechter, name
Dass diese neuen Grünen einem eher materialistischen “Postmaterialismus” fröhnen (siehe auch Unfrieds taz-Kolumnen, wo er dann stolz erzählt, was er sich so an Öko-Konsum leisten kann, und dass er sich jetzt gar nicht mehr schämen muss dafür, weil “Lohas” jetzt ja “in” sind) steht auf einem anderen Blatt, wie gesagt. Man muss aber auch unterscheiden: Solardächer sind eine materialistische, zukunftsweisende und sinnvolle Erfindung, Erklärung unnötig. Superteure Manufactum- und Biomarktwaren, “faires” Gewissensschischi wie diese teure Kleidung, Klimazertifikate und all diese modernen protestantischen Ablasshandel sind dagegen eher Distinktionsmerkmale für Reiche, die nun noch reineren Gewissens die colatrinkende und fastfoodessende “Unterschicht” heimlich verachten können: Denn “Der Konsument hat es doch in der Hand!”
Und Hartz4 war auch kein “Bürgergeld” für den “Pöbel”, sondern nur eine sehr nüchterne - und materialistische! - Rechnung: “Was braucht ein Mensch zur Reproduktion, der gar nicht mehr produziert, was reicht da gerade so.” Wie Einkommen und vor allem Vermögen in Deutschland und der Welt verteilt sind, und wie das denn kommt, darüber möchten sie nicht reden, ganz genau. Das ist aber einfach nur der alte Hayek-Liberalismus, der jetzt auch bei den Grünen endgültig angekommen ist: Man redet lieber über Bildungs/Chancengerechtigkeit (und kriegt nicht mal die hin), oder, noch schöner, “Generationengerechtigkeit”: “Unsere Kinder sollen es wenigstens mal besser haben” (also, das, was im Zweifelsfall Oma und Opaund deren Eltern auch schon dachten). Aber Begriffe wie “soziale Gerechtigeit” oder gar “Verteilungsgerechtigkeit” scheut man dagegen sehr, und ist sehr bemüht, diese als “von gestern” oder - my favourite - “sozialromantisch” hinzustellen. Der klassische Hayek-Liberale sagt da nämlich: “Was soll das sein, Gerechtigkeit. Das Wort ist sinnlos. Der Markt ist der beste Modus von Verteilung.”.
Es ist auch nicht mehr in Mode, danach zu fragen, gerade weil die aufklaffende Schere ja immer offensichtlicher wird, und als Anreiz im Wirtschaftsliberalismus eigentlich auch gewollt war/ist (Gegenteil wäre die böse “Gleichmacherei”), will man dieses Fass natürlich blos nicht aufmachen. Die Privatvermögen sind heilig, Privateigentum kommt in Hayeks Liberalismus zuallererst, deshalb musste ja auch die Vermögenssteuer weg (überhaupt: Steuern! Für andere was zahlen! Das geht höchstens als Mehrwertsteuer, Kapital darf nicht besteuert werden) und deshalb “kann nur verteilt werden, was zuvor erwirtschaftet wurde”, bzw. “Es ist kein Geld da”, weil es z.B. von denen, die es nun haben, vor den gierigen “Staatsgläubigen” rechtzeitig nach Cayman-Islands, Liechtenstein oder Graubünden gerettet wurde. Erwirtschaftet wurde es blos von allen zusammmen.
Aber was ändert das alles an der Relevanz postmaterialistischer Ideen? Jede Kritik an diesen Zuständen ist doch in sich bereits postmaterialistisch. Materialistisch-pragmatisch wäre die Agenda2010 samt angeschlossener Trickle-down-theory, Links-bashing, und ansonsten “there is no such thing as an society” (Margarete Thatcher).
Postmaterialisten sind wir doch alle hier, die eine andere Kritik wachhalten, weil wir es nicht einsehen wollen, dass alles nun mal so ist und gut so ist, und es ansonsten der Konsument ja in der Hand hat (Ausser Gunther, der ist einfach nur hohl und rechts und hat seinen Sündenbock bereits gefunden).
die obere fotomontage ist grandios.
@gunter: bist du dir sicher, dass die überfremdung nicht in deinem hirn entsteht? es gibt so leute, für die ist sogar an fehlendem klopapier irgend ein fremder schuld. vor rund hundert jahren hat freud einen teilbereich der medizin theoretisch begründet, der kann dir da weiter helfen.
aber auch ohne geistigen beistand: nicht ängstlich sein, gunter, du schaffst das. ich glaube an dich. du schaffst das.
auch ohne fremde hilfe. so aus eigener kraft und so. versuch’s mal ohne feind.
.~.
Lustig, wie die linken Kräfte hier munter die Nazi-Keule auspacken, um kollektiv auf den “bösen Gunter” einzuschlagen ;-)
@Spiegelfechter
Schade, dass Du es Dir so einfachst machst (Ausländerkritik -> Rechtsextremist). Von Dir hatte ich mehr erwartet, aber das war wohl mein Fehler. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die “Pro’s” nicht rechtsextrem sind. Nach Deiner Auffassung sind vermutlich alles rechts der SPD bereits “Extremisten”.
@alle anderen
Sorry, aber manche Kommentare sind in ihrem Niveau dermaßen unterirdisch, dass ich mich nicht motivieren kann, darauf einzugehen. Außer haltlosen Unterstellungen und Beleidigungen habt Ihr offenbar nichts zu bieten. Schade.
@dot tilde dot
Trotz der kindischen Sprüche bekommst Du sogar eine Antwort: Geh mal wahlweise durch Berlin, Köln oder München (aber bitte nicht nur durch die Villenviertel!)… und dann sag nochmal, dass die Überfremdung ein Hirngespirnst sei.
Man kann ja davon halten, was man mag, es meinetwegen sogar begrüßen, aber die Tatsache, dass das Stadtbild immer mehr von Ausländern dominiert wird, lässt sich kaum leugnen - außer man macht die Augen einfach zu. Von anderen Aspekten wie ausufernder Moscheenbau und schrittweiser Abbau unserer Rechte (keine bestimmten Karrikaturen, Theaterstücke, Kunstausstellungen, etc.) als Folge dreister Forderungen von muslimischer Seite mal ganz zu schweigen…
@ der „böse Gunther“
Na es trifft aber auch keinen falschen ;-)
Ach Gunther, Dein Fehler liegt wo ganz anders – Dein Beitrag oben hat nichts, aber auch ganz nichts, mit Ausländerkritik zu tun. Es ist dümmliche seicht herumbrodernde Hasspolemik. Dumpfer Hass ist kein Diskussionsbeitrag; wenn Du anderer Meinung bis, kannst Du gerne bei PI „diskutieren“, was ja schon an sich ein Widerspruch ist.
Nein keinesfalls – weite der Teile der CDU und der GRÜNEN sind keinesfalls extremistisch. Auch die CSU ist zwar wertekonservativ aber im Kern sicher nicht extremistisch.
Wie man in Wald ruft, so schallt es hinaus, lieber Gunther.
Die „Überfremdung“ ist natürlich ein Hirngespinnst, da dies ein Kampfbegriff ist, der auf der subjektiven Reflektion der Umwelt beruht. Du hast Angst vor Fremden, deshalb empfindest Du beim Anblick eines orientalisch dominierten Viertels den Wunsch, dies abzuändern oder zumindest anzuprangern und sprichst daher von „Überfremdung“. Du projizierst Deine Angst auf Deine Umwelt – das ist schon ok, man kann Dir sicher helfen, aber verfalle nicht dem Fehlschluss, dass Deine Empfindungen „objektiv und allgemeingültig“ seien. Ein chronischer Klaustrophobiker ist auch der Überzeugung, eine Fahrstuhlkabine müsse mindestens 10m² groß sein. Das sind aber alles nur subjektive Einschätzungen, die auf Ängsten beruhen.
Du kannst doch karikieren, aufführen und ausstellen, was Du willst. Hattest Du vorm Skandal eigentlich schon mal etwas von „Idomeneo“ gehört? Die Aufführung von Hans Neuenfels soll laut Kritikern nicht nur miserabel gewesen sein, sondern auch kurz vor der Absetzung, als das Stück nach drei Jahren erfolgloser Aufführung durch einen PR-Coup zum Publikumshit wurde. Erzähl mir hier nichts von „unseren Rechten“.
eine nette innenansicht aus dem vorzeige-grünen-ghetto:
zeit.de/20...
@spiegelfechter: good job, as usual…
@Spiegelfechter
Doch, Deine/Eure Vorwürfe treffen den Falschen. Nicht jeder, der Kritik an der Einwanderungspolitik und den herschenden Verhältnissen in manchen Städten übt, ist ein Rechtsextremist. Manchmal glaube ich, viele Linke haben eine Art “Nazi-Komplex”, d.h., Sie wittern immer und überall Neonazis. Vielleicht sollet Ihr das mal behandeln lassen? ;-) Nur zur Info: Ich bin kein NPD-, sondern CDU-Wähler.
Es geht auch nicht um Ängste, denn ich habe keine “Angst” vor Fremden als soche (meine besten Arbeitskollegen sind Italiener), sondern höchstens vor einer Überfremdung und insbesondere vor der zunehmenden Islamisierung. Auf die Verhältnisse kommt es an.
Na ja, bringt alles nichts. Wer etwas nicht sehen will, sieht es nunmal nicht. Ich werde daher auf weitere Beiträge auf dieser Seite verzichten und schlage vor, jeder bleibt am besten bei seiner Meinung. Dürfte auch besser für den Blutdruck sein.
Moin Spiegelfechter.
Ich habe nach einer längeren Pause mal wieder die Gelegheit ein wenig zu serven (Danke T-Offline).
Vier von fünf Daumen nach oben für Deinen Beitrag. Im D des Jahres 2008 paßt einfach nichts mehr in die Schublade, in der man die Dinge einst einsortieren konnte und sich die einsortierten auch im Grunde bereitwillig einsortieren liessen. Selbst auf Koch in Hessen ist kein Verlass, mutiert der brutals mögliche Was-Auch-Immer zum Grünfutter liebenden Ökolämmchen.
Jaja, so ist das in einer globalisierten Welt. Alles ist möglich, wird austauschbar und damit beliebig und kaum erfüllt sich der ehemalige Traum eine nach allen Seiten offenen Gesellschaft ist das auch Mist. Deshalb gibt es auch nur vier und nicht fünf von fünf Daumen. ;-)
Die SPD und die Linken haben es einfach nicht fertig gebracht einen katholischen Amtsträger als Führungsfigur an die “Front” zu schicken, um zu dokumentieren, wie umfassend offen sie geworden sind im Umgang mit geliebten Feindbildern, obwohl oder gerade weil der Sozialist und der Vertreter der christlichen Sozialethik an sich im selben See fischen.
Noch reichlich Platz für eine Bionade mit neuer Geschmacksrichtung…. :-)
@Gunther
Keinesfall, wer aber derart polemisch hetzt, wie Du in Beitrag 15 gehört entweder zu dieser Gruppe oder zu deren Freunden im Geiste, was Du ja auch “zugibst” - insofern ist dieser Diskussionspunkt abgearbeitet.
Die CDU kann sich ihre Wähler auch nicht mehr aussuchen und ist wahrscheinlich auch selbst schuld daran, jetzt von solchen Menschen gewählt zu werden. Danke Koch!
Joi, Angst vor Islamisierung - ich habe auch keine Angst vor weißen Ratten, dafür aber vor schwarzen Ratten. Wenn man ihnen allerdings flauschige Schwänze anklebt, denke ich es seinen schwarze Eichhörnchen und finde sie süß. Vor was Du jetzt konkret Angst hast, will ich gar nicht wissen. Ich bin kein Therapeut für Xenophobe.
Der Verfassungsschutz in NRW sieht das anders. Ein kleiner Auszug (http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/aktuell.pdf, S. 41):
“So würden Ausländer beziehungsweise Migranten mit überwiegend drastischer Wortwahl anhaltend negativ bewertet, herabgesetzt und ausgegrenzt. Die uneingeschränkten, nicht relativierten Aussagen (Pauschalisierung) ließen nur den Schluss zu, ‘pro Köln’ wolle Ausländer generell sowie Personen bestimmter Volks- oder Religionsgruppen bewusst als unerwünschte, nicht integrierbare Menschen zweiter Klasse darstellen und in der Bevölkerung Ablehnung und Hass gegenüber diesen Personen schüren. Die nahezu vollständige Ausblendung positiver oder zumindest neutraler Berichte über Ausländer trage schließlich auch zur Herabsetzung bei.”
Ich bin übrigens auch der Meinung, dass man kriminelle (und auch radikal-islamische) Ausländer schneller abschieben muss. Wenn Deutsche im Ausland kriminell werden, können sie schließlich auch keine Bleiberecht mehr erwarten, so lange sie nicht eingebürgert sind. Außerdem diskreditieren kriminelle Ausländer den Großteil der hier friedlich lebenden und schaffen eine Atmosphäre der Angst und damit den Nährboden für rechtsextreme Parteien wie pro köln. Das man mit Prävention und Integration alleine das Problem beheben könnte, halte ich für linke Utopie, auch wenn was dran ist.
Aber was heißt bitte “Überfremdung”? Ich lebe in Köln-Nippes und sehe hier nichts davon. Wenn zwischen Kaufhof, Aldi, Plus, Woolworth, Mc Donalds (das ist dann wohl die doitsche Kultur) nicht auch mal ein Dönerstand oder türkischer Supermarkt zu finden wäre, sähe es hier ja noch viel trister aus. Der amerikanische Kulturimperialismus ist jedenfalls deutlich spürbarer als die türkischen Einwanderer. Laufen etwa zu viele türkische Songs im Radio und zu viele türkische Filme im Fernsehen? Gibt es zu wenig deutsche Kneipen und Bäckereien neben den Teestuben? Ich sehe hier immer noch mehr Mädels in vollamerikanisierter Britney-Spears-Mode und Jungs in Ganstarapper-Style rumnrennen als mit Kopftuch & co. Wenn ich mich überfremdet fühle, dann von der Unkultur der USA, die täglich stundenlang aus allen Sendern plärrt.
@34 Rollo Tomasi
Genialer Text!
Aus genau den genannten Gründen sind zwei sehr gute Freunde von mir vom “Prenzel” geflohen. Ich habe ihnen den Text mal gemailt, wenn sie ihn nicht kennen, werden sie sicher köstlich amüsieren ;-)
@jens
ja, der Text in der Zeit ist lesenswert, textuell wertvoll - ob die aussersprachliche Realität aber tatsächlich so aussieht und der artikel wiederum nicht nur stilisert, ist die Frage. Einige der Kommentare dort lassen mich daran zweifeln, vor allem der Jubel einiger ‘Konservativer’, die ihr Ur-Bild bestätigt sehen, die ‘Linken’ seien alles verlogene Schmarotzer, deren alternativer Lebensentwurf nur ein stilistischer Überbau materiellen Wohlstands und sozialer Priviligiertheit. Da muss man aufpassen, dass man nicht alles in einen Topf wirft und alte Ressentiments bedient
aber …. ich kenne Berlin zu wenig, um das beurteilen zu können
@37
Ich persönlich hatte bis vor einigen Jahren Angst vor russischen Ratten. Es wird wohl noch einige Zeit und viel mediale Kritiklosigkeit dauern, bis ich diese Angst aus islamistische Ratten übertragen habe. Denn leider sehe ich nicht, dass jemand daraus versucht Eichhörnchen zu machen, geschweige denn zu sagen: Ratten sind widerlich, ja. Aber eine freiheitliche Demokratie muss sie ertragen.
Aber zurück zum Thema: Merkels Weg klingt doch einleuchten unter folgenden These, die mir gerade wie ein Blitz durch den Schädel schoss: Die Profile der Parteien gleichen dem Menü eines Fast-Food-Restaurants: Für jeden was dabei, kurze Wege und alles zum Mitnehmen. Heute achtet doch niemand mehr auf die Qualität eines Parteiversprechens - geschweige denn erinnert sich an alte Versprechen. Fast-Food Demokratie: schnell, satt (zumindest bist zur ersten Hochrechnung) und macht keine Arbeit.
Dabei würde es schon mal reichen, wenn JEDER dem Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreis gehörig auf den Sack geht: fragen, zweifeln, nachfragen und nachfragen. Aber für Demokratie haben doch die wenigsten Zeit - nicht mal ich.
@Anindo (#38)
Was macht eigentlich den Punkt Kultur und überfremdet fühle aus? Die Musik, die Kleidung, die Nahrung, das (Nicht-)Denken, die (vermeintlich fehlenden) Werte, die möglicherweise nur andere Werte sind?
Möglicherweise bedient Dich ja die Tochter eines liberalen Deutschen türkischer Herkunft, der in einer Teestube arbeitet gerade in einer Burgerbude und läuft nach Dienstschluss im im Britney-Outfit rum.
Was ist Kultur, wann findet die Grenzüberschreitung zur Überfremdung statt? Ist das nicht ein Paradefall für “Fünf Personen und sieben Ansichten in zwei Stadteilen zu unterschiedlichen Dekaden”?
Hier noch ein Nachtrag zu meinem letzten Post:
Die grüne Jugend scheint sich gerade auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Lesenswert: www2.gruen...
Was davon dann in einer Koalition mit der ideologischen 40%-CDU umgesetzt werden könnte, kann man man sich blos auch schon denken… Und - Überraschung - der SPD-Parteirat will die Bahn zu 25% privatisieren. Bei der CDU wärens/werdens dann eben 49%, oder mehr. Regen / Traufe…
Und zum Thema “Überfremdung” durch “US-Kulturimperialismus”, “Islam”, oder “Öko-Schwaben” (je nach Blickwinkel): Was soll der Murks?
Die USA hatten als Einwanderungsland auch für Deutsche diese “Überfremdung” (NPD-Begriff!) als Programm. So what.
Was sollte es denn schützenswertes “eigenes” sein, das da verdrängt würde: Schweinebraten, deutscher Schlager, der gute alte Katholizismus? Deutschland, oder was man so nennt, ist bereits seit Jahrhunderten, seit den Römern und früher, ein hybrides Gebilde aus vielerlei Kulturen, Ideen, Traditionen von überall her. Und das ist auch gut so. Nur neu ist da garnix dran. Jetzt geh ich mir Spargel kaufen, den ich dann zum Klang US-amerikanischer Housemusik für meinen japanischen Besuch heute abend zubereiten werde, begegne bei meinem Einkauf wohl gleich auch Immigrantenkids mit RnB-Klingeltonhandy und US-imperialistischer Sportkleidung und lächle ihnen zu, weil Frühling ist und es aus dem Wald herausschallt, wie man hineinruft;
und dann sehen wir uns heute abend vielleicht noch einen französischen oder asiatischen Film an - ganz schrecklich alles, ich weiß.
@postgrün
Getreu meiner Durchschnittsart habe ich beim Resümee angefangen zu lesen, um herauszufinden, ob es sich lohnt den Rest zu lesen. Da steht dann u.a.:
Da hat die SPUNK-Redaktion sich aber ordentlich einen hinter die Binde geschüttet, um diesen Sabber zu verfassen. Die ehemalige Protestpartei ist Teil des Establishments und längst keine Linksalternative mehr.
Main Fazit, der Rest muss ein Witz sein, denn man sich besser mit einer guten Flasche Rotwein und guter Stimmung vorlesen läßt. ;-)
@MisterL
Ich hab eben anders als du vorne angefangen zu lesen, und halte die Publikation so für lesenswert, wie beschrieben. Allerdings auch für das inzwischen allgemein übliche theoretisch links-blinken, in der Praxis danach rechts abbiegen, was davon in Hamburg blieb, ist ja oben im Artikel zu lesen. Dieses “Resümee” dagegen habe ich mir von vornherein erspart, scheinbar wohl auch zurecht. Prost.
re: claudia roth und das X auf dem wahlschein
ob frau roth mit einem türken liiert war oder ist, ist vollkommen unerheblich. ich kenne jedoch eine menge türken in deutschland und in der türkei, die regelmäßig lachanfälle bekommen, wenn frau roth dort in den medien erwähnt wird. das lachen ist durchaus mehrstimming, türken, laz und kurden lachen da übrigens gemeinsam. und das schon seit jahren.
das X auf dem wahlzettel wollte über den ganzen wahlzettel gesetzt werden. das ist für mich die derzeit einzige möglichkeit, sein “X” auf dem wahlschein zu hinterlassen. ob das nun auch digital möglich ist, entzieht sich meiner kenntnis. vermutlich nicht.
und abschließend, bionade kann schon sehr klebrig schmecken, nämlich dann, wenn sie nicht eisgekühlt serviert wird, und schon eine weile offen herumgestanden hat.
Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang finde ich die Geschichte der Grünen aus der Sicht von Jutta Ditfurth. Das erschien zwar in einer nicht gerade vertrauensfördernden Quelle (Neue Revue), und Ditfurths Sicht der Dinge ist alles andere, nur nicht objektiv - dennoch aufschlußreich.
@p ( r ) ostgrün ;-) - kleiner Scherz -
Etwas zyinsch bemerkt, wer will denn bei Grün und anderswo, dass ein Mensch, der vom Produktionsbetrieb ausgeschlossen ist/wird, dass er sich auch noch reproduziert und damit die Sozialkosten auf Dauer hoch hält in unserem undurchlässigen Sozialstaat?
Wenn das ein Hintergrund für Harz IV war, so war das eine übel sozialromantische Fehlentscheidung der Basta-Koalition zusammen mit der Union in den Ländern. Konsequent nüchterne, materialistische Rechnungen gehen anders… Da gibbet nix, wenn man aus dem Produktionsbetrieb fällt, warum auch immer. Aber das ist nur ein etwas zynischer Ausflug in die postgrüne Sozialromantik und deren Verteilungskämpfe in Regierungsverantwortung. ;-)
@MisterL
haha -
Zur Sache: Konsequent nüchterne, materialistische Rechnungen wären wohl solche wie die von Götz Werner (dm-Drogeriemarkt), der sich für ein Grundeinkommen engagiert, mit der Begründung, dass Rationalisierung und Automatisierung dazu führen, dass im Produktionsprozess immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden, diese als Menschen (oder materialistisch: “Konsumenten”) weiterhin da und nützlich (im wirtschaftlichen Sinn) sind, und genauso vom insgesamten Wohlstand profitieren müssten - etwa, um sich auch all die schönen produzierten Dinge zu kaufen, Autos kaufen ja keine Autos. Das wollten zuletzt auch einige linke Grüne ins Programm aufnehmen, durchgesetzt haben sich die Dientsleistungsgesellschaft/aktivierender Sozialstaat/Exportwirtschaft-Fans, die lieber auf den Markt, einen engen Arbeitsbegriff, und das protestantische Arbeitsethos vertrauen.
Klar ginge sowas wie das Grundeinkommen eigentlich nur transnational, mindestens EU-weit, aber zu behaupten, die Grünen sein per se dagegen, ist falsch. Die waren in den 80ern sogar mit die Ersten, mit solchen Konzepten. Wegen schwarzgrün muss das jetzt alles wohl wieder in der Schublade verschwinden, der Realo-Flügel lässt grüßen.
Es ist auch nicht nur “etwas zynisch”, davon auszugehen, dass solche Fragen bei Grünen und Anderen (Katja Kipping in der Linkspartei etwa) nicht gestellt würden, die Frage ist doch eher, welche Antworten jeweils darauf gefunden werden und welche Welt/Menschenbilder jeweils dahinter stehen. Hartz4 war eben die Roland-Berger-Accenture-Hayek-Variante. Wem bei den Grünen Hartz4 schon zu hoch und zuviel Sozialgedöns war, das war z.B. Oswald Metzger. Aber was fragst du mich das alles überhaupt, bin ich bei den Grünen, habe ich Hartz4 verabschiedet, finde ich das gut? Nö.
Was wären denn deine praktikablen Vorschläge oder Konzepte?
@postgrün
Ich frage mich schon lange, warum so wenige Unternehmer sehen, dass hohe Nachfrage nach einem Produkt und hohe Löhne in direktem Zusammenhang stehen. Wenn ein Viertel aller deutschen Haushalte arm sind, kaufen die keine Autos, keine Luxusartikel, ja größtenteils nur billige Grundnahrungsmittel. Nicht nur DM sieht die dann selten.
Was das Grundeinkommen betrifft, wüsste ich vielleicht eine Finanzierung bzw. Attac:
attac.de/s...
@ZEIT-Artikel:
“ökologische Katzenkroketten” - haha, made my day!
Aus dem Ditfurth-Artikel:
“Perspektivenkongreß” im Juni 1988:
… Sie (Fischer & Friends) plädierten für einen (ökologischen) Kapitalismus, sprachen von der “Trennung von den Fundis”, und Fischer plädierte für eine neue “grüne FDP”. Der neue Idealtyp sei, passend zum Yuppiezeitgeist, der “konsum-freundliche Citoyen 2000″.
@postgrün
Es mag ein Wahrnehmungsproblem bei den Grünen sein, wenn man bei Sozialpolitik in der Vergangenheit nur Oswald Metzgerische Töne aus dem Lager der Arbeitgeberverbände vernahm und sonst (fast) nichts. Das ist dann aber einen Grünenproblem, wenn man sich inhaltlich öffentlich wahrnehmbar kaum anders darstellt als so. Für die Darstellung Grüne Ansichten bin ich weder zuständig noch sonstwie Partei gebunden.
Es ist ebenfalls einen Grünenproblem, wenn man in Regierungsverantwortung Dinge mitträgt, die man an sich nicht mittragen will. Dann sieht die Auswahl an Handlungsoptionen vor, konsequent “nein” zu sagen und wenn sein muss eben auszusteigen. Läßt man es, trägt man es und aus die Maus in Sachen “wie winde ich mich da wieder raus”. Damit haben auch Nochlinke Grüne im Ortsverband von Kleinstadt-Unterdorf ihren Anteil an Mitverantwortung an zB Hartz IV. Da bin ich gnadenlos wie selbiges. ;-)
Wer Bürgergeld fordert und Hartz IV liefert hat dann halt ein Problem. Zum Thema, ja klar Bürgergeld auch aus der Argumentation heraus, dass über den Weg dann Arbeit abgefordert werden kann, die die Gesellschaft generell (oder in der Höhe) nicht bereit ist zu finanzieren bzw. andererseits der Gesellschaft die produktive Arbeit ein wenig abhanden kommt. Wobei letzteres auch extrem pauschal ist, weil Unternehmen schon hinreichend Arbeit haben, aber damit die Restbelegschaft überlasten, was dann so geschrieben auch wieder reichlich pauschal ist.
Wie finanziert man so etwas? Ich bin kein Finanzexperte aber im Prinzip denke ich an folgenden Ansatz:
leicht progressiv Einkommenssteuerfinanziert bei jedem Einwohner dieses Landes, die wegfallenden Kosten für komplexe Verwaltungsstrukturen bei den Sozialkassen in diesen Eintopf buchen, sämtliche Sozialkassen auflösen und ebenfalls in diesen Eintopf umbuchen. Ob letzters juristisch so einfach geht, ist eine wahrscheinlich komplizierte Fragestellung. Falls es wegem letztern zu Übergangsfristen kommen muss aus Ansprüchen ehemaliger Regelungen wird die Finanzierung in der Tat ein Problem.
Sich am Konsum im Lande zu bedienen oder wie bisher Arbeit zur Finanzierung von Sozialaufgaben mit Zusatzkosten zu belasten wäre einseitig und/oder unfair bis gedankenlos. Ich denke, dass das Gesamteinkommen jeden Einwohners in diesem Lande die fairer Grundlage wäre, die zudem nicht pauschal die eine oder andere Form von Einkommen bestraft oder bevorzugt. Dies bedingt dann natürlich auch ein einfaches Einkommensteuersystem, das zu Transparenz und Fairness führt.
Bevor es ausufert, im Grunde sehe ich die Grundvoraussetzung für ein Bürgergeld welches von Bafög, über Hartz IV und Grundrente/Grundpension bis Wohngeld alles ersetzt und gleichsam gesellschaftsverpflichtend ist in der Vereinfachung diverses Strukturen in unserem Lande aus denen es im Kern zu finanzieren ist. Es begönne mit einer Einkommensteuererklärung per Bierdeckel vom Format her für alle von der Hilfskraft bis zum Einkommensmillionär (Ausnahmen ausnahmslos gestrichen) und einer schlanken und preiswerten Verwaltung auf allen Ebenen des Staates.
Keep it simple als Grundlage für faire, weil verständliche Lösungen.
Was wird denn hier abgefeiert? Das die Grünen jetzt endgültig kapitalistisch geworden sind? Die Bösen! Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die CDU ist eine von fünf sozialdemokratischen Parteien, die prinzipiell alle miteinander koalitionsfähig sind. Der antikapitalistische Konsens, der diese Republik zusammenhält, wird auch von CDU und FDP (mit einigen machtpolitisch völlig unwesentlichen Ausnahmefiguren) nicht mehr in Frage gestellt. Die Bionade Republik ist keineswegs Kapitalismus pur. Wer ernsthaft glaubt, hier in der BRD in einer kapitalistischen Hölle zu leben, ist Opfer der allgemeinen Gehirnwäsche. Wir haben eine Staatsquote an der Gesamtwirtschaftsleistung von 57%. Das hier ist Sozialismus mit einem kapitalistischen Hilfsmotor. Und das dieser Hilfsmotor, der 60 Jahre Wohlstand erzeugt hat, jetzt anfängt zu stottern, das wird natürlich dem Kapitalismus in die Schuhe geschoben. Damit die Staatsquote weiter steigen kann. Und kein Wort über die Abgaben und Regulierungslast. Und vor allem kein Wort über das ständige Erzeugen gigantischer Mengen von Scheingeld, mit denen die, über nur Steuern schon lange nicht mehr finanzierbaren, Transferleistungen der Regierungen an ihre Wähler und den eigenen, aufgeblähten und ineffizienten Apparat, auf Schuldenbasis, finanziert werden. Es sind diese immensen, von Regierungen veranlassten und von der Realwirtschaft weitgehend abgekoppelten Geldströme die so etwas wie “Heuschrecken” erst möglich machen. Also nix Turbokapitalismus sondern Turbo Wohlstandsvernichtung auf der Basis planwirtschaftlicher Finanzierung. Und da passen die Grünen als Hohepriester der neuen Religion des “Klimawandels” natürlich bestens dazu.
@rosenzweig
Blödsinn
bundesfina...
siehe auch Staatsquoten im intern. Vergleich
tu-chemnit...
an einer hohen Staatsquote ist an sich nichts auszusetzen, so lange die Verwendung öffentlicher Mittel demokratisch legitimiert ist. Kapitalismus und hohe Staatsquote schließen nicht einander aus, da die kapitalistische Ökonomie staatliche Funktionen braucht, um sich politisch und im Wettbewerb um Ressourcen und Marktanteile durchzusetzen. Staat in der kapitalistischen Ökonomie hat zwar auch eine Verteilungskomponente, aber nur zur systemischen Stabilisierung, primär ist der Staat eine Funktion der kapitalistischen Ökonomie selbst. Sozialismus ist nicht gleichbedeutend mit Staat, sondern dieser hat theoretisch darin eine andere Funktion, idealerweise an den Interessen der Bevökerung orientiert. Demokratisch ist es in dem Sinne, dass die Bevölkerung über direkte Beteilugung bestimmt, wie der gesellschaftlich erzielte Leistung verwendet wird. Mit der Staatsquote nimmt im Kapitalismus auch die politische Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse ab (nicht nur von ökonomischen), dh tendenziell führt das zur Konzentration ökonomischer Macht - und die ist im Kapitalismus nun mal nicht demokratisch organisiert, also führt das zu noch undemokratischeren Verhältnissen. Man nähme zB als Beispiel die Medien in Italien: Man hat sie größtenteils privatisiert und zu einem ökonomischen Gut reduziert (Staatsquote reduziert). In wessen Hand sie sie denn jetzt? Die Ironie dabei ist, dass ökonomische Macht im Kapitalismus politisch handelt, in diesem Fall indem sie die Medien, über die sie verfügt, zur Durchsetzung ihrer Interessen benutzt.
ps
vielleicht meint rosenzweig diese Art von ‘Sozialismus’:
“Zur Bewältigung der Kreditmarktkrise will die Bank of England mit einem 50-Milliarden-Pfund-Programm den heimischen Hypothekenmarkt stützen. Dies teilte die britische Notenbank am Montag mit. Dabei könnten die Banken potenziell riskante Hypothekenkredite vorübergehend gegen - sicherere - Staatsanleihen eintauschen. In der vergangenen Woche hatte der grö0te britische Hypotheken-Anbieter Halifax mitgeteilt, dass die Immobilienpreise im März ihren stärksten Rückgang seit der Rezession in Großbritannien Anfang der neunziger Jahre erlitten hätten. Andere Studien sprechen vom größten Preisverfall bei Häusern seit 30 Jahren.”
nzz.ch/nac...
ps in GB ist die Staatsquote leicht geringer :-)
unverständlich, dass Menschen sich solchen paradiesischen Verhältnissen sperren, wie sie zB in einer ‘kommunistischen’ Diktatur vorherrschen, denn der Kapitalismus kann ganz gut mit dem ‘Staat’ leben
“In asiatischen Zulieferbetrieben von Adidas, Nike, Puma oder Asics würden vielfach Hungerlöhne gezahlt und Arbeitnehmerrechte missachtet, heißt es in einem Bericht der Initiative Play Fair 2008. Ein Beispiel sei der chinesische Betrieb Joyful Long, der Adidas, Nike, Umbro und Fila beliefert: Die Firma zahle “weniger als die Hälfte des gesetzlichen chinesischen Mindestlohns”, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, in einer Stellungnahme zu dem Bericht. Bei Joyful Long werden vor allem Fußbälle für Werbezwecke gefertigt. Laut Fair Play müssen die Beschäftigten in der Regel sieben Tage pro Woche durcharbeiten, bis zu 330 Stunden pro Monat.”
fr-online....
@salvo
Und was ist deine Alternative? Noch mal 30 Millionen Tote beim “großen Sprung nach vorn” mit Mao? Und was ist mit der ökonomischen Macht der Gewerkschaften? Und hast du dir mal angeschaut wie die Gewerkschaften ihre Arbeitnehmer behandeln? Ich war in der Gewerkschaft. Und ich kenne deine sozialistischen Theorien in und auswendig. Der Mensch den du imaginierst, der Mensch, der “demokratisch ist in dem Sinne, dass die Bevölkerung über direkte Beteiligung bestimmt, wie die gesellschaftlich erzielte Leistung verwendet wird” (wenn ich dich mal etwas korrigiert zitieren darf), ist eine Kunstfigur deiner sozialistischen Gehirnwindungen; er existiert nicht. Du und deine antikapitalistischen Mitstreiter machen den Kapitalismus für etwas verantwortlich, das im wesentlichen Resultat der über ein Jahrhundert andauernden Sozialdemokratisierung der westlichen Gesellschaften ist. Aber das wollt ihr nicht wissen. Ihr wollt weiter in eurem Wolkenkuckucksheim leben und von dem großen Postamt träumen:
“Die Vorkämpfer des Sozialismus (…) nennen sich Revolutionäre, aber sie wollen den Staat allmächtig machen. Sie versprechen die Segnungen des Garten Eden, aber sie planen, die Welt in ein riesiges Postamt zu verwandeln. Jeder Mensch nur ein nachgeordneter Handlungsgehilfe in einem Amt - welch verlockende Utopie!” Ludwig von Mises
@rosenzweig (56)
Genau, einmal in einem grossen Postamt die Briefmarken durch abstempeln entwerten können - was für ein Traum.
@rosenzweig
auf solche polemisch unsachlich argumentierenden Demagogen wie du habe ich wirklich keine Lust und auf solchem deutsch autoritären Ton schon gar nicht
ps dass Leute wie du in ihrem buchhalterischen Eifer genüßlich die Verbrechen kommunistischer Diktaturen bemühen und dann immer wieder die Millionen vergessen, die dem Kapitalismus zum Opfer gefallen sind und es noch tun, ist der Gipfel der Heuchelei
ekelhaft
Ach ja , die ein Jahrhundert andauernde Sozialdemokratisierung der westlichen Gesellschaften… und diese Industrialisierung, die Säkularisierung, die böse Aufklärung, Nationalstaaten, alles Mist! Graf von Rosenzweig will sofort den Feudalismus wieder einführen,
denn Leibeigene sind viel praktischer als so ne imaginierten Kunstfigur-Kommunisten.
Rosenzweig = Rechts”liberalismus” par excellence. Sehr schön: Er zitiert auch gleich von Mises, Hayeks Lehrer. So musss man garnicht mehr extra darauf hinweisen: Lest z.B. mal bei Wikipedia, wie sich Mises so über den “Faszismus” positiv äussert. Von so jemand sollte man sich vielleicht lieber nicht beraten lassen in punkto Sozialstaat, Sozialdemokratie oder Sozialismus. Was von Hayeks Rezepten zu halten ist, kann man auch bei WP nachlesen, wenn man im Hayek-Artikel mal unter “Weltwirtschaftskrise” nachsieht: “Blos keine staatlichen Eingriffe !!11!” Ein Ideologe wie aus dem Lehrbuch. Ackermann ist heute übrigens scheinbar ja anderer Meinung, wie man vor kurzem lesen konnte…
@MisterL
“Es ist ebenfalls einen Grünenproblem, wenn man in Regierungsverantwortung Dinge mitträgt, die man an sich nicht mittragen will. Dann sieht die Auswahl an Handlungsoptionen vor, konsequent “nein” zu sagen und wenn sein muss eben auszusteigen” - genau.
Dabei ist übrigens in dem Zusammenhang interessant, wie die Linkspartei als Schmuddelkind in der Opposition derzeit in der Lage ist, Themen zu setzen und vorranzutreiben, siehe Mindestlohndebatte, etc. Natürlich geht das, und die Grünen haben das ja anfangs auch getan, mit den Öko-Themen. Es springen dabei nur kaum Pöstchen zum Verteilen an Mitstreiter heraus, was im Modell Hamburg dagegen wohl durchaus der Fall ist. So banal ist es wohl. Siehe auch Dithfurt-Chronik.
@Rosenzweig
Der sog. “Neuen Menschen”, den der Ideologe Mao einst forderte, dieses Modell ist doch zwischenzeitlich nach rechts gewandert: Nun wird überall der neoliberale Neue Mensch gefordert, ein homo oeconomicus und Roboter, allzeit flexibel und leistungsbereit, wenn man ihn nur ordentlich unter Druck setzt, und eine Mohrrübe namens “Anreiz” vorsetzt, ohne soziale Bindungen, ohne Kultur, ohne Interesse an politischer Partizipation, die über die Wahl von Produkten hinausgeht - ein homunculus eben, der der Realität übergestülpt wird. Das Resultat sieht dann so aus: spiegel.de...
“und dann immer wieder die Millionen vergessen, die dem Kapitalismus zum Opfer gefallen sind und es noch tun”
So viele Arbeitsunfälle? Spaß beiseite. Für eine Ideologie namens Kapitalismus ist noch kein Mensch in den Krieg gezogen oder an die Wand gestellt worden. Kapitalismus ist nämlich ein Nicht-System, das am besten funktioniert, wenn man die Menschen in Ruhe und Frieden lässt. Erst in den Augen seiner Hasser, den National- und den Internationalsozialisten wird Kapitalismus zum Kampfbegriff und Kriegsgrund.
Und lieber bnny: wie man aus meinen Worten eine Affinität für Feudalismus rauslesen kann, ist mir ein Rätsel. Nein, ich bin für Kapitalismus pur. Ohne Staat, ohne Gewerkschaften, ohne Arbeitgebervereinigungen, ohne Zwangsmitgliedschaften in irgendwelchen Berufsgenossenschaften. etc. Aber ich bin auch kein Utopist. Deshalb muss ich jetzt auch an die Arbeit. Und heute mal die Zwangsabgabe an die Künstlersozialkasse erwirtschaften (5% von allen Provisionen rückwirkend für 5 Jahre, Widerspruch zwecklos und vor allem nicht zahlungsaufschiebend).
Und postgrün: weil Mises ein solcher Faschist war, haben die Nazis in Wien auch als erstes seine Bibliothek beschlagnahmt. Da hatten sie viel zu lernen. Mises ein Faschist. Träum weiter. Lies lieber mal was von ihm als über ihn. Das gilt auch für Hayek. Dann würdest du auch kapieren, das Ackermann eben kein echter Marktwirtschaftler bzw Kapitalist ist sondern ein Keynesianer . Wenn ein Kapitalist pleite geht, geht er pleite. Ist er Keynesianer, läßt er Geld drucken und überläßt das Problem seinen Kindern. Oder wie Keynes so schön sagte: “Was interessiert mich die Zukunft. Da bin ich sowieso tot.”
Aber wie gesagt, ich muß jetzt arbeiten und schau morgen mal wieder vorbei.
Grützi
@Rosenzweig
Lass mich raten – Du bist Komiker?
Zweig der Rosen:
Schick solch dämlichen ahistorichen Unsinn zu lesen, Danke dafür und für das Lachen, was du einem auf die Lippen damit zauberst.
Ach ja, noch etwas: Das Zitat von Keynes ist natürlich entstellend falsch, wie alles, was du Zweig samt Rosen hier hinwerfen musstest. Das mit dem Zusammenhang von kapitalistischen Staat und kapitalistischer Ökonomie, deren Wechselwirkungen übst du bei Gelegenheit noch einmal.
Weiter machen Du Grützitroll und Ackermannkommunist ;)
Mal ganz unter uns Zweig: ich bin für den totalen absoluten Hausschuh, in mindgrün, und das nur für dich. Wie selbstlos, was und das für einen “Künstler” wie Dich? Unser aller Führer Führer war ja auch so ein “Künstler” ;)
Auch der jüdische Faschist Mises (ja, es gab und gibt auch jüdische Faschisten Zweig) , fand Onkel Addy und den guten alten Benito ganz schick, wenn da bloss der Gewaltfaktor liberaler todschlagend wäre:
“Es kann nicht geleugnet werden, daß der Faszismus und alle ähnlichen Diktaturbestrebungen voll von den besten Absichten sind und daß ihr Eingreifen für den Augenblick die europäische Gesittung gerettet hat. Das Verdienst, das sich der Faszismus damit erworben hat, wird in der Geschichte ewig fortleben.”, schreibt aber gleichzeitig: “Die gewaltsame Unterdrückung .. ist der Grundfehler, an dem der Faszismus krankt und an dem er zugrunde gehen wird. .. Daß er außenpolitisch durch das Bekenntnis zum Gewaltprinzip .. eine endlose Reihe von Kriegen hervorrufen muss, die die ganze moderne Gesittung vernichten müssen, bedarf keiner weiteren Ausführung.”
de.wikiped...
@all
Die Banken ballern eben Milliarden ins Finanzssystem: scheint übel übel selbst in den Zentren des Finanzkapitals auszusehen.
@ rosenzweig
Totaler Kapitalismus, lustig, was soll dass denn sein? Null Staat, kein Bildungs-, Kranken-,Sozialsysteme, keine Polizei, keine Justiz, keine Infrastruktur, keine Regierung? Das Ergebnis wäre so in etwa eine Gesellschaft zwischen Jäger und Sammler bis Feudalismus…DAS nenn ich mal ne Utopie !
@Rosenzweig: Keynes meinte mit seiner Absage an die Angebotspolitik und trickle-down-theory (”in the long run, we’re all dead”) wohl etwas anderes, ganz schlichtes, menschliches: Menschen wollen heute gut leben, und nicht auf ein generationengerechtes Himmelreich am St.-Nimmerleinstag vertröstet werden. Sie leben nämlich nur einmal, und sind dann tot, und mit Reformen, die in der Zukunft angeblich alles besser machen, aber für die Gegenwart für die Mehrheit eher Härten und Unbill bedeuten, sind schon andere Denk- und Glaubenssysteme gescheitert auf dem Markt der Meinungen - zurecht. Ist das “nachhaltig”? Ist das Gegenteil nachhaltig? Was ist überhaupt der Sinn und Zweck von Wirtschaft? Ist das ein Selbstzweck, oder nur ein Mittel, um gut zu leben? Dienen Menschen der Wirtschaft, oder die Wirtschaft den Menschen? Ganz einfache Fragen.
Wenn heute einem Jugendlichen suggeriert wird, er müsse über jeden Ausbildungs- oder Arbeitsplatz froh sein, sei er auch noch so weit entfernt von seinen Interessen; er dürfe keinesfalls Zeit mit Selbstverwirklichung und Müßiggang verplempern, weil das seinen Wert als Humankapital schmälere; er müsse sich flexibel der Wirtschaft anpassen, und nicht umgekehrt, er müsse bis - derzeit - 67 arbeiten, um dann als angehender Greis noch ein wenig die Früchte geniessen