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  • Willkommen in der Bionade-Republik

    geschrieben am 18. April 2008 von Spiegelfechter

    Deutschland wird von einer kinderlosen, geschiedenen Frau regiert und in Hamburg unterschreibt ein homosexueller Erster Bürgermeister einen Koalitionsvertrag mit den ehemaligen ?Ökospinnern?. Keine Frage, nicht nur die GRÜNEN, sondern auch die CDU ist angekommen. Angekommen in der Bionade-Republik – klebrig süß, postmaterialistisch, irgendwie ökologisch und dem Zeitgeist entsprechend. Das neue und das alte Bürgertum haben sich wieder gefunden und dies ist auch nur konsequent, birgt aber für beide Parteien auch gewisse Risiken.

    ?Wer in seiner Jugend nicht links denkt, hat kein Herz und wer im Alter immer noch links denkt, hat keinen Verstand? ? so lautet ein verbreiteter Aphorismus, nach dem man den GRÜNEN Herz und Verstand zubilligen könnte. Die Geschichte der GRÜNEN ist symptomatisch für eine ganze Generation des Bürgertums. In Totalopposition zum alten Bürgertum ihrer Eltern versuchte das junge Bürgertum frischen Wind in eine verkrustete Gesellschaft zu bringen und nahm sich vor, den Marsch durch die Institutionen anzutreten, um die Gesellschaft aus ihren Schaltstellen heraus nach ihren Vorstellungen zu verändern. Der Marsch ist angekommen, nur hat die Gesellschaft die Marschierenden nach ihren Vorstellungen verändert.

    Der Individualismus war eine maßgebliche Triebfeder der jungen GRÜNEN. Als Abgrenzung zum Kollektivismus des Dritten Reichs und der spießigen Nachkriegszeit mit anachronistisch wirkenden Moralvorstellungen, war dies nur eine logische Entwicklung, die allerdings auch stattgefunden hätte, wären die Protagonisten nicht durch Institutionen marschiert. Die Wirtschaft und die Gesellschaft adaptierte diesen neuen Scheinindividualismus allerdings erstaunlich schnell ? er wurde zum Verteidiger einer sich leicht geänderten Gesellschaftsordnung und damit eine maßgebliche ideologische und kulturelle Stütze des bestehenden Systems. Aus dem Individualismus der GRÜNEN wurde ein Postmaterialismus. Wer in einer satten Gesellschaft an den Futtertrögen sitzt, entfernt sich von materiellen Forderungen wie etwa Verteilungsgerechtigkeit und wendet sich abstrakten Werten wie Diskrimminierungsfreiheit, Umweltschutz, Gleichberechtigung, Tierschutz oder Klimapolitik zu. Dem wohnt eine naturalistische Spiritualität inne, die im Kern konservativ ist. Fortschrittliche Entwicklungen wie Gen- oder Atomtechnik werden dabei aus rein ideologischen Gründen abgelehnt. Fortschritt wird zunächst als Bedrohung und nicht als Chance gesehen. Noch nicht einmal die CDU lehnt beispielsweise die Embryonalforschung derart dogmatisch ab, wie beispielsweise Volker Beck, der sich in dieser Frage als ?zuverlässigen Partner der Kirchen? sieht.

    Die als Rebellen Gestarteten kamen als besitzstandwahrende Bürgerliche an und stehen dabei stellvertretend für einen großen Teil ihrer Generation, die längst den Frieden mit ihrer Elterngeneration geschlossen hat. Die ?Neue Bürgerlichkeit? hat die Kinder des Bürgertums mit ihren Eltern versöhnt, oder wie es der verstoßene Oswald Metzger einst formulierte: “Die GRÜNEN nähern sich habituell ihren Herkunftsfamilien an”. GRÜNE Politik ist im Kern konservativ. Niemand anders als der wertkonservative US-Politiker Newt Gingrich gilt als Schöpfer des Begriffes ?Green Conservatism?, der auch von David Cameron, dem Führer der britischen Tories ausgerufen wurde.

    Angela Merkel steht in Deutschland für diesen grünen Konservatismus, der auch von ihrem inneren Machtzirkel geteilt wird und ist damit eine natürliche Partnerin der ?neuen? GRÜNEN. Die Merkel-CDU hat nur noch wenig mit dem klassischen Konservatismus der alten CDU zu tun. Altkonservative wie Jörg Schönbohm nehmen in der Partei eine Außenseiterrolle ein und die einflussreichen Akteure dieser Richtung, wie Roland Koch oder Günther Oettinger haben sich durch Ausflüge in den Rechtspopulismus selbst ins Abseits gestellt. Ein Sammelbecken klassisch konservativer Ideen stellt indes noch die CSU dar. Um das ?Neue Bürgertum? und den bayerischen Wertekonservativismus unter ein Dach zu bekommen, dürfte ein größerer Spagat nötig sein, aber der Wille zur Macht schweißt bekanntlich zusammen. Und letztendlich werden sich diejenigen, die dem Dalai Lama bedingungslose Solidarität zusichern, schon mit denjenigen verstehen, die dies dem Papst zusichern würden. Macht macht flexibel und im pragmatischen Opportunismus sind die GRÜNEN geübt. Der wirtschaftsnahe Flügel der CDU wird auch seinen Frieden mit den GRÜNEN schließen können, denn wer den Postmaterialismus lebt, muss sich nicht mit den Sorgen der Unterschicht und den materialistisch veranlagten Gewerkschaften solidarisieren und ist kompromissbereit, wenn dabei nur etwas diskriminierungsfreies und vermeintlich nachhaltiges herauskommt . Und wenn nicht, dann kann man immer noch Sachzwänge geltend machen. So lange Frauen, Migranten und Andersbefähigte (ein auch von den GRÜNEN geliebter Beitrag zur Euphemismus-Tretmühle) gleich viel Hartz-IV wie gesunde kinderlose Männer bekommen, ist es nicht so wichtig, wie viel das ist.

    Die Koalitionsverhandlungen in Hamburg waren für die GRÜNEN eine Feuerprobe, die sie mit Bravour bestanden haben. Die erste Koalition mit der CDU ist ein Adelsschlag durch die ?alte Mitte? ? man ist angekommen und wurde vom Vater wieder in den gutbürgerlichen Familienkreis aufgenommen. Der Preis dafür war hoch, die GAL konnte streng genommen keinen ihrer Punkte durchsetzen. Die Elbvertiefung kommt, dafür wird es eine Feigenblattstiftung geben, die ?ökologische? Projekte an der Elbe finanziert ? dies ist ein typischer GRÜNEN-Kompromiss. Wäre doch nur Schröder auf die Idee gekommen, den GRÜNEN für ihr Placet bei den Angriffskriegen gegen Serbien und Afghanistan eine Stiftung zu versprechen, die pazifistische Projekte unterstützt ? er hätte sein ?Basta? stecken lassen können. ?Kohle von Beust? wird auch sein Kohlekraftwerk in Moorburg bekommen. Im Koalitionsvertrag hat man dieses Thema ergebnisoffen ausgelassen. Und da 1,3 Mrd. Euro Schadenersatzforderungen des Betreibers Vattenfall im Raume stehen und wichtige Arbeitgeber wie die Hamburger Affinerie bereits offen rebellieren, wird man sich dem Sachzwang beugen. Wahrscheinlich gibt es als Ausgleich ein Förderprogramm für steuersubventionierte Solardächer, die die wohlsituierte Wählerschaft der GRÜNEN ja so liebt. Die Studiengebühren, die die GRÜNEN abschaffen wollten, kommen ebenfalls in modifizierter Form, die objektiv sogar diskutabel ist. Dennoch hat die GAL etwas anderes versprochen ? aber Versprechungen der GAL sind etwas anderes als Versprechungen von Frau Ypsilanti. GRÜNE dürfen Wahlversprechen brechen. Aus der einheitlichen Gesamtschule ist freilich auch nichts anders als ein Formelkompromiss geworden.

    Ob die längst überflüssige Familienzusammenführung des Bürgertums auch bei den Wählern ankommt, steht freilich noch aus. Die Wähler der gesamtdeutschen CDU sind in großen Teilen keinesfalls so liberal, wie es Ole von Beusts Hamburger seien sollen. Sowohl der klassische Konservatismus, wie der reaktionäre Nationalismus sind immer noch weitverbreitet und werden es auch noch lange bleiben. Das Glück der CDU ist es allerdings, dass es zu ihr im konservativen Spektrum keine großen Alternativen gibt. Profiteure werden sicher die Rechtsaußenparteien sein. Solange die allerdings so dumpf daherkommen wie momentan, wird sich der Zuwachs zum Glück in Grenzen halten. Eine bundesweite CSU wäre es, was die verlassenen Konservativen ansprechen würde ? aber diese Gedanken sind eigentlich schon lange passé, aber wer weiß.

    Riskanter ist Manöver ?Neue Bürgerlichkeit? für die GRÜNEN. Sowohl an ihrer Basis als auch in ihrer Wählerschaft gibt es noch viele, die sich ?links? wähnen. Das ist freilich Selbstbetrug, aber der potentielle Verlust dieses Spektrums wäre für die GRÜNEN ein herber Schlag. Die LINKE wird sich über die neue Klientel freilich freuen. Viele neue Wähler werden die GRÜNEN nicht bekommen, nur weil sie sich selbst gefunden haben und mit ihrer Vätergeneration Frieden geschlossen haben. Machtarithmetisch könnte sich die all zu selbstbewusste Bekenntnis zur ?Neuen Bürgerlichkeit? auch als Bumerang erweisen. Es bleibt auch abzuwarten, wie die grüne Basis den Hamburger Koalitionsvertrag annehmen wird. Bislang hat die Basis zwar jeder Schandtat der Parteispitze zugestimmt, aber es gibt bei den GRÜNEN natürlich auch (meist) jüngere Mitglieder, die mit der Selbstfindung der Vätergeneration nun gar nichts anfangen kann und denen eine linksliberale Partei mit ökologischem Mantel vorschwebt. Vielleicht frisst ja die Revolution nun nach 40 Jahren doch noch ihre Kinder?

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    99 Kommentare:

    1. SPunkt schrieb am 18. April 2008 at 22:30 - Permalink

      nun ja , angeblich haben die Grünen seit der Wahl in Hamburg 10% mehr Neueintritte, vermeldete man jedenfalls im NDR heute .

    2. Jochen Hoff schrieb am 18. April 2008 at 22:30 - Permalink

      Lach. Genau diesen Artikel hatte ich von dir erwartet. Mach dir keine Gedanken. Die CDU hat an ihrem rechten Flügel Dr. Udo Ulfkotte, der sammelt da alles ein, was überhaupt noch zu sammeln ist und scheint höchste Weihen zu genießen. Viele linke Grüne haben in der SPD und ihrer Bewegungslosigkeit oder Schreckstarre eine gute Ausrede nicht links sein zu müssen, weil links ja nicht geht, und sie doch was bewegen wollen. Die paar die zu den Linken gehen, werden locker durch die aufgehoben die von der FDP kommen.

      Der einzige wirkliche Verlierer ist die FDP. Sie ist zwischen den Mühlsteinen CDU und Grünen und wird gerade zu Hühnerschrot gemahlen und ans Federvieh verfüttert.

    3. Trac3R schrieb am 18. April 2008 at 22:38 - Permalink

      Genau, lass es raus! Die ganze Wut, der Zorn und die Enttäuschung…
      Da kann man dann auch schon mal übersehen, dass es gegen Gentechnik wirklich fundierte Argumente gibt, die mit Technikfeindlichkeit oder einer Ideologie allein gar nicht mehr zu erklären wären. Und wie war das mit dem Dalai Lama, der sich gegen Sezession ausspricht und den Aufrührern mit Rücktritt droht? Ach, ich weiß ja wie du es meinst.

      Heut ist eben ein Tag von schwarz/weiß Rhetorik. Wenn dich deine Partei so enttäuscht, dann muß man über sowas schon mal hinwegsehen. Gute Besserung! ;)

    4. Spiegelfechter schrieb am 18. April 2008 at 22:42 - Permalink

      @Jochen

      Lach. Genau diesen Artikel hatte ich von dir erwartet.

      Du kennst mich ja schon gut ;-)

      Die CDU hat an ihrem rechten Flügel Dr. Udo Ulfkotte, der sammelt da alles ein, was überhaupt noch zu sammeln ist und scheint höchste Weihen zu genießen.

      Ich dachte der eine neue Partei gründen?

      Viele linke Grüne haben in der SPD und ihrer Bewegungslosigkeit oder Schreckstarre eine gute Ausrede nicht links sein zu müssen, weil links ja nicht geht, und sie doch was bewegen wollen. Die paar die zu den Linken gehen, werden locker durch die aufgehoben die von der FDP kommen.

      Glaube ich nicht – warum sollte ein FDP-Wähler denn zu den GRÜNEN gehen? Die FDP und ihre Wähler sind keineswegs postmaterialistisch ;-)

      Der einzige wirkliche Verlierer ist die FDP. Sie ist zwischen den Mühlsteinen CDU und Grünen und wird gerade zu Hühnerschrot gemahlen und ans Federvieh verfüttert.

      Yep, das ist wohl richtig. Die alte Tante SPD sieht dabei aber auch recht dämlich aus.

    5. Spiegelfechter schrieb am 18. April 2008 at 22:50 - Permalink

      @Trac3r

      Genau, lass es raus! Die ganze Wut, der Zorn und die Enttäuschung…

      Wie sagt man so schön … Enttäuschte Liebe … ne, ich konnte mich für die GRÜNEN noch nie so wirklich erwärmen, obgleich ich sie anfangs durchaus geschätzt habe.

      Da kann man dann auch schon mal übersehen, dass es gegen Gentechnik wirklich fundierte Argumente gibt, die mit Technikfeindlichkeit oder einer Ideologie allein gar nicht mehr zu erklären wären.

      Na aber sicher – nur weil die GRÜNEN technophob sind, heiß das noch lange nicht, dass jedes Argument falsch ist ;-)
      Ich sehe die Gentechnik selbst kritisch … aber nicht aus dogmatischen Gründen.

      Und wie war das mit dem Dalai Lama, der sich gegen Sezession ausspricht und den Aufrührern mit Rücktritt droht? Ach, ich weiß ja wie du es meinst.

      Na, das habe ich nun aber wirklich nicht gemeint. Der Dalai Lama scheint mir aber zum Papst-Ersatz für die modernen Postmaterialisten geworden zu sein. Als Ex-Katholik kann ich das alles nicht verstehen ;-)

      Heut ist eben ein Tag von schwarz/weiß Rhetorik. Wenn dich deine Partei so enttäuscht, dann muß man über sowas schon mal hinwegsehen. Gute Besserung! ;)

      Danke ;-)
      Kann es sein, dass Du bei der GAL bist? ;-)

    6. Trac3R schrieb am 18. April 2008 at 23:01 - Permalink

      Kann es sein, dass Du bei der GAL bist? ;-)

      Im Leben würde ich keiner deutschen Partei beitreten. :D Egal wie die Basis denkt, die Spitze macht eh was sie will. So ist es hier überall, egal in welcher Partei. Diese Kritik hier ist also ein ziemlicher Allgemeinplatz. Außerdem wohne ich nicht im richtigen Bundesland.

      Na, das habe ich nun aber wirklich nicht gemeint. Der Dalai Lama scheint mir aber zum Papst-Ersatz für die modernen Postmaterialisten geworden zu sein. Als Ex-Katholik kann ich das alles nicht verstehen ;-)

      Leute in Schubladen zu stecken und Einzelpersonen als Führer oder gar Heilsbringer anzuerkennen, liegt mir überhaupt nicht. Vielleicht hab ich mich deshalb als Individualist so angegriffen gefühlt. ;)

    7. corax schrieb am 18. April 2008 at 23:15 - Permalink

      So lange Frauen, Migranten und Andersbefähigte (ein auch von den GRÜNEN geliebter Beitrag zur Euphemismus-Tretmühle) gleich viel Hartz-IV wie gesunde kinderlose Männer bekommen, ist es nicht so wichtig, wie viel das ist.

      You make my evening. ;-)

    8. Vogel schrieb am 19. April 2008 at 01:26 - Permalink

      ?Kohle von Beust?

      *lol* mein Spruch des Tages!Tripeldeutig! KLasse!

      Grüße
      Vogel

    9. otti schrieb am 19. April 2008 at 01:33 - Permalink

      Die Grünen sind auch bloß schwarz.

    10. Schwitzig schrieb am 19. April 2008 at 07:44 - Permalink

      Viel wesentlicher finde ich, dass inzwischen sogar ganz öffentlich dargestellt wird (in diesem Fall von den Grünen Mitläufern), dass es gar keine unterschiedlichen Parteien, sondern nur noch Machtinteressen gibt.
      Es geht um Gier und Geld. Der Wählerwille stört da bestenfalls nicht. Ein guter Grund, endlich Wahlmaschinen bundesweit einzuführen, um Sicherheit zu gewährleisten, denn schließlich ist es anstrengend, immer wieder seine Meinung zu wechseln, um an der Macht zu bleiben.
      Die CDUCSUSPDFDPGRÜNE ist nur noch eine Laientheaterspielgruppe, die zur Wählerberuhigung Wahlen und Standpunkte vortäuschen. Die Politik, die real geschieht, wird ihnen von der “WIRTSCHAFT” ohne große Spielräume “verkauft”.
      Ich finde es müßig, über “Standpunkte” von Parteien zu reden, wenn es da gar keine gibt.
      Ich fände es besser, wenn man sich das ganze Brimborium spart, und einfach Wahlautomaten den Job erledigen läßt, was auch viel kostengünstiger ist:
      1) Da man ein glaubwürdiges Ergebnis vorher definieren kann, kann man sich diesen Wahlwerbequatsch sparen. Für den Politiker ist es gut, denn er muss seine Bestechungsgelder nicht für kostenlose Kugelschreiber und Fähnchen ausgeben. Einzip die Plakatierung sollte weiterhin durchgeführt werden, weil der Michel sonst vielleicht die Wahllügen vermisst.
      2) Der öffentliche Gesichtsverlust bei den üblichen 180° Drehungen wegen vorgespiegelter Standpunkte fällt weg.
      3) Die Presse ist nicht so teuer, weil man die Artikel schon vorher zubereiten kann.
      4) Die lästigen Wahlkontrollen können eingespart werden.
      5) Wahlausgänge (Wettgewinne wie bei Pferdewetten wären möglich!) können auf Jahrzehnte hinaus perfekt geplant werden.

      Ich will nicht mehr verarscht werden und Heuchelei ödet mich nur noch an.

    11. Frederic schrieb am 19. April 2008 at 08:44 - Permalink

      Bei aller herzerfrischenden Polemik: Klebrig-süß schmeckt die Bionade doch nu wirklich nicht ;-)

    12. salvo schrieb am 19. April 2008 at 10:27 - Permalink

      zu den Grünen und ihrem ekelhaften Opportunismus fällt mir nichts mehr ein, wie der Sager zum Hochzeitsgedicht von Tobias Schlegl

      http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_video/0,,SPM2362_VID4711904,00.html

      ps

      zu den alternativen Wurzeln der GAL

      “Maschinenstürmerei und Sabotage – Produzenten in der Verantwortung”

      http://entdinglichung.files.wordpress.com/2008/03/produzenten_in_der_verantwortung.pdf

    13. Sandsturm53 schrieb am 19. April 2008 at 18:50 - Permalink

      @Schwitzig
      “Die CDUCSUSPDFDPGRÜNE ist nur noch eine Laientheaterspielgruppe, die zur Wählerberuhigung Wahlen und Standpunkte vortäuschen.”
      Genau das den ich mir schon lange – diese ganze Politikveranstaltung ist ne riesige Soap – egal welche Partei gewählt wird oder nicht, letztlich spielt es keine Rolle da alle eh nur einen Einheitsbrei servieren – nur das Geschirr sieht ein bisschen anders aus.

      Übrigens würde ich die LINKE da auch nicht ausklammern – noch 1-2 Legislaturperioden und die sind dem Rest der Band genauso ähnlich wie ein Hühnerei dem anderen – in Berlin sind sie ja bereits angekommen.

    14. Gunter schrieb am 19. April 2008 at 22:45 - Permalink

      Claudia Roth ist eine der Hauptverantwortlichen für die starke Überfremdung durch Massen an integrationsunwilligen Türken und anderen muslimischen Migranten. Aus einer persönlichen, fragwürdigen Einstellung heraus (ich glaube, die Roth ist/war mit einem Türken liiert) wurde Deutschland demographisch ruiniert. Unsere Gefängnisse sind zudem voll mit ausländischen Straftätern und die Kriminalitätsraten im Bereich der Gewaltdelikte explodieren.

      Man sollte daran denken, wem wir das zu großen Teilen mit zu verdanken haben, wenn wieder Wahl ist. Die einzige wählbare Alternative zu den großen Parteien stellt für mich derzeit ProKöln bzw. hoffentlich bald ProDeutschland da. Dort werden zumindest noch die Interessen der deutschen Bürger volksnah vertreten.

    15. postgrün schrieb am 20. April 2008 at 00:09 - Permalink

      Das ist aber eine recht kleingeistige Definition von Postmaterialismus. Denn was wäre das Gegenteil? Materialismus, haben statt sein. Statussymbole. Quantität statt Qualität. Konsum als Glück. Oder auch: Eine DDR mit Warenüberfluss.

      Ein nicht unerheblicher Teil der Grünen hat beim letzten Bundeskongress ? z.B. ein Grundeinkommen gefordert: Für mich ein typisch postmaterialistisches Konzept. Das waren aber sicher nicht die von der GAL. Postmaterialistisch sind Wertorientierungen wie Freiheit, Selbstverwirklichung, (soziale) Gerechtigkeit, Emanzipation. Ohne eine künstliche Trennung. Klar, erst kommt das Fressen, und dann die Moral, und Hartz4 haben die Grünen mitgetragen. Aber zu irgend einer Form Postmaterialismus sehe ich keine echte Alternative. Vielleicht ist es auch eine Definitionsfrage. Aber wären die wesentlichen Probleme dieser Gesellschaft schon gelöst, wenn nur die Ärmsten etwas mehr Geld hätten? Oder viel Geld? Nicht, dass sie es nicht verdient hätten. Aber was für ein Menschenbild ist das, der homo ökonomicus materialis? Es ist doch wissenschaftlich erwiesen, dass ein Zugewinn an Luxus, Statusdemonstration und Glamourschischi nur anfangs glücklich macht, bald setzt eine Gewöhnung ein, die Dosis muss erhöht werden. Auch reiche Leute und Stars laufen nicht mit Dauerlächeln durch die Welt und haben keine Probleme: Sie tun nur so. Ab einem gewissen hohen Kontostand ruft eine Vermehrung auch kaum noch Gefühlsregungen hervor. Wie kommts, fragt da halt der Postmaterialist. Was die Schwarzgrünen daraus gemacht haben, steht auf einem anderen Blatt ( etwa auf einem Blatt der taz, auf das ein pro-Studiengebühren-Artikel von Christian Füller gedruckt ist).

      http://www.heise.de/tp/blogs/3/106295

    16. Dennis schrieb am 20. April 2008 at 08:39 - Permalink

      @ Gunter
      Husch Husch zurück ins PI Körbchen. Du hast Dich hier auf die falsche Seite verirrt. Hier wirst Du niemanden finden, der auf den als Islamkritik getarnten Ausländerhass reinfällt.

    17. mats schrieb am 20. April 2008 at 11:35 - Permalink

      @pqostgrün:

      Schweizer Untersuchungen haben ergeben, dass die Zufiedenheit bis zu einem Einkommen von 5000? mtl. steigt, und dann wieder sinkt.
      Da haben wir aber noch viel umzuverteilen, bis die allgemeine Zufriedenheit erreicht ist.
      Und Arme haben andere Sorgen, als die Natur zu schützen, bzw. können sich gar nicht erlauben, ökologisch sinnvoll zu leben.
      Daher wird es keine postmaterielle Gesellschaft geben, bevor nicht Jeder die Chance erhält 5000? zu verdienen, und dann bei dem Stand auch wieder aufzuhören mit materialistischen Erwägungen.

      LG

      @ Günther:

      Wer hat die Gastarbeiter ins Land geholt?
      War es nicht zu Zeiten satter CDU Mehrheiten?

    18. Anindo schrieb am 20. April 2008 at 17:42 - Permalink

      Nach sieben Jahren Rot/Grün kann man vor allem die Grünen nicht mehr ernst nehmen. Ein Tempolimit wäre doch das Mindeste gewesen, was sie hätten durchsetzen müssen, aber es war meines Wissens nicht mal in der Diskussion. Die Spitze fährt wohl selber gerne schnell zum nächsten Wahlkampftermin, weshalb das Thema bei den Grünen immer nur auftaucht, wenn sie nix zu kamellen haben. Statt dessen sind die Preise für Bus und Bahn in der Zeit krass gestiegen, obwohl sie schon vorher international auf höchstem Niveau standen und wenn ich mir diese Kurve ( http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Verkehrsleistung_Anteil.jpg ) so anschaue, hat die Politik der Grünen exakt das Gegenteil von dem gebracht, was mal auf dem Programm stand oder immer noch steht. Man könnte meinen, die Grünen werden von der Auto- und Luftverkehrslobby finanziert und die vermeintliche Umweltpolitik diente viel eher dazu, die Neuwagen-Verkäufe anzuheizen.

      Für 19? kann ich heute nach Mallorca fliegen oder alternativ 80 Km Regionalbahn fahren, auch dank den Grünen. In sieben Jahren Regierungsbeteiligung hätten sie zumindest deutlich mehr Themen zur Sprache bringen müssen, aber außer Windmühlenpolitik kam bei mir nichts an.

    19. Spiegelfechter schrieb am 20. April 2008 at 18:56 - Permalink

      @Gunther

      Uih! Was für ein inhaltsschwangerer Beitrag.

      btw.: Die Pro-”Parteien” werden vom Verfassungsschutz dem rechtsextremen Lager zugeordnet. Was sich dort unter “Bürgerlisten” tummelt, ist nichts anderes als eine neue Variante der NPD.

    20. Konfusius schrieb am 20. April 2008 at 19:13 - Permalink

      die cdu hat mir nie gefallen, der spd stand ichmal nah und die grünen waren mal eine alternative. aber wählen gehen wollte ich nie und immer hat man mir gesagt, dann ginge meine “nichtstimme” genau an jene, die ich am wenigsten wolle. das nächste mal kriegen auf diesem weg alle parteien meine “nichtsstimme” die können sie sich dann lieb untereinander teilen. ach – die fdp hab ich ganz vergessen… das fünfte zünglein an der waage.

    21. Spiegelfechter schrieb am 20. April 2008 at 19:27 - Permalink

      @postgruen

      Nun ja – der Postmaterialismus der Generation GRÜN ist keinesfalls antimaterialisitsch; im Gegenteil, er harmoniert sehr gut mit dem Materialismus. Steuersparmodelle mit Solarkraft auf dem Dach, Bionahrung als Statussymbol und politisch korrekte “postmaterielle” Kleidung, die freilich noch teurer ist, als die meisten althergebrachten Markenwaren und durchaus als Erkennungszeichen innerhalb der Peergroup benutzt wird und der Ökourlaub in Costa Rica … Business Class versteht sich. Man hat Geld, spricht aber nicht drüber und findet es irgendwie unkorrekt, das jetzt zu thematisieren.

    22. Gunter schrieb am 20. April 2008 at 20:57 - Permalink

      Ja, ja, die Pro’s sind “rechtsextrem”… wer’s glaubt! Mit den Glatzköpfen der NPD haben die nichts zu tun – das ist eine billige Diffamierung. Ich übrigens (noch) kein Pro-Wähler, aber ich sehe ganz ehrlich keine wählbare Alternative mehr.

      Der Verfassungsschutz arbeitet offenbar politisch motiviert. Es ist nunmal einfacher, aufstrebende, neue Parteien als rechtsextrem zu brandmarken und damit einen “Ihh, Nazis”-Reflex beim 08/15-Wähler auszulösen, als sich inhaltlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ist doch das gleiche Spiel mit DER LINKEN (nur, dass es dort statt “Nazis” eben “Kommunisten” sind).

    23. otti schrieb am 20. April 2008 at 21:35 - Permalink

      @21
      Über manches redet man nicht mehr, wenn man im System angekommen ist.

    24. name schrieb am 20. April 2008 at 22:04 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Du hast im Artikel alles am richtigen Bild zusammengefasst:

      eine grün schwarze bürgerliche Bionade deren Gemeinsamkeit im Vertrieb bürgerlicher Unwahrheiten besteht. So wie Coca Cola die als alternativ firmierende Bionade in Ihren Vertriebsweg eingebunden hat, und das Image vom alternativen Gesöff verlogen hochhält, und durch die Blume fies “Wir kriegen Euch alle” grinst, so schwimmen grüne und schwarze Befindlichkeiten in sich zusammen, krieren eigenen Zonen und Zustände, mit eigenen scheindemokratischen Regeln in und außerhalb der Metrolpolen der ersten Welt, deren Regeln für die tatsächlichen Trikontländer nicht gelten.

      Für den zynischen grünen Postmaterialisten ist Harz IV das “Bürgergeld” für den Pöbel, dass man selbst diesen gerade noch zugesteht. Der gestandene und klarer sehende, schwarz Bürgerliche sieht in diesem dagegen ein präventives Hungeraufstandsbekämpfungsmittel, dessen Einsatz sich solange lohnt, wie die Reste des Nationalstaats nicht völlig in soziale Sonderzonen zerfällt.

      Zu dem freischwebenden Paralellgesellschaften im bürgerlichen Deutschland in den grünen Köpfen hat Mat alles geschrieben. Ohne soziale eigene Not kann lässt es sich einfach und nett schwadronieren.

      Ach ja, Gunther : “Du bist Deutschland”,der mit Frau Deutschland soviel gemeinsam hat, wie der Sonnenwind mit der Venus. Rassistischer Dreck vom feinsten:

      da liebe und bleibe ich doch lieber bei den die fiktiven pakistanischen Einwanderkinder mit Hakenkreuzen und der fetten Tätowierung “Real Arier Deutschland” im Nacken, wie Faldbakken diese im anderen Sinne literarisch erschuf.

      Addy, Himmler, Goebbels und Höß und waren auch alles solche angepassten bürgerlichen Kreaturen, aber ohne Reagge, Ska, Glatze und 10 Loch Bots.

    25. Spiegelfechter schrieb am 20. April 2008 at 22:11 - Permalink

      @Gunther

      Ja, ja, die Pro?s sind ?rechtsextrem?? wer?s glaubt!

      Och, das glauben sehr viele; u.a. der Verfassungsschutz NRW und die Kollegen in Bayern auch.

      Mit den Glatzköpfen der NPD haben die nichts zu tun – das ist eine billige Diffamierung.

      Nein, das natürlich nicht. Moderne Rechtsextremisten kommen bürgerlich daher. MIt dem Fußvolk will man zumindest in der Öffentlichkeit nichts zu tun haben.

      Ich übrigens (noch) kein Pro-Wähler, aber ich sehe ganz ehrlich keine wählbare Alternative mehr.

      Jo, die Sprüche kenne ich. Ihr armen Rechtsextremisten, Ihr tut mir ja so leid.

      Der Verfassungsschutz arbeitet offenbar politisch motiviert. Es ist nunmal einfacher, aufstrebende, neue Parteien als rechtsextrem zu brandmarken und damit einen ?Ihh, Nazis?-Reflex beim 08/15-Wähler auszulösen, als sich inhaltlich mit ihnen auseinanderzusetzen.

      Aber natürlich! Böser Verfassungsschutz!

      Ist doch das gleiche Spiel mit DER LINKEN (nur, dass es dort statt ?Nazis? eben ?Kommunisten? sind).

      Nun ja – beobachten kann man die Kommunistische Plattform, obgleich ich bezweifele, dass von denen ein Gefährdung ausgeht – was bei den Pro-Extremisten ganz anders ist.

    26. Helmut schrieb am 21. April 2008 at 00:22 - Permalink

      Wir sind scheinbar zu einem LIDLStaat verkommen. Wir haben doch die LIDLs und andere Webcams gewählt? Die “Alten” sind zu teuer, also abschaffen. Die “Jungen” sind zu doof. Aber schön billig. Was ist Morgen? Morgen sind wieder Wahlen. Also los, macht die X an der richtigen Stelle. Welche Stelle ist es dann?

    27. Anindo schrieb am 21. April 2008 at 00:40 - Permalink

      @Gunter

      Schau doch lieber mal hier vorbei: http://ns88.org/
      Da hast du krankes Gesinnungsgesocks deines Schlages und noch viel schlimmer gleich tausendfach. Die Mörderbande von pro köln wird man sicherlich im thiaziforum finden. Da dürfen sie dann mal ihre wahre Meinung äußern.

    28. effizienzcluster schrieb am 21. April 2008 at 01:35 - Permalink

      Na Gunther, wer hat die Türken geholt und wollte sie nicht integrieren?
      Kleiner Tipp: weiter oben wurde es schon erwähnt , was hat das jetzt mit Claudia Roth zu tun?

      “Aus einer persönlichen, fragwürdigen Einstellung heraus (ich glaube, die Roth ist/war mit einem Türken liiert)”

      So einfach kann die Welt sein,
      Claudia Roth, Marionette eines deutschfeindlichen Türkfaschisten!
      Jawoll!

      “wurde Deutschland demographisch ruiniert”

      Wie das?
      Hat sie die Türken alle kastriert?
      Oder die Deutschen?
      Oder beide?

    29. postgrün schrieb am 21. April 2008 at 01:36 - Permalink

      @Spiegelfechter, name

      Dass diese neuen Grünen einem eher materialistischen “Postmaterialismus” fröhnen (siehe auch Unfrieds taz-Kolumnen, wo er dann stolz erzählt, was er sich so an Öko-Konsum leisten kann, und dass er sich jetzt gar nicht mehr schämen muss dafür, weil “Lohas” jetzt ja “in” sind) steht auf einem anderen Blatt, wie gesagt. Man muss aber auch unterscheiden: Solardächer sind eine materialistische, zukunftsweisende und sinnvolle Erfindung, Erklärung unnötig. Superteure Manufactum- und Biomarktwaren, “faires” Gewissensschischi wie diese teure Kleidung, Klimazertifikate und all diese modernen protestantischen Ablasshandel sind dagegen eher Distinktionsmerkmale für Reiche, die nun noch reineren Gewissens die colatrinkende und fastfoodessende “Unterschicht” heimlich verachten können: Denn “Der Konsument hat es doch in der Hand!”

      Und Hartz4 war auch kein “Bürgergeld” für den “Pöbel”, sondern nur eine sehr nüchterne – und materialistische! – Rechnung: “Was braucht ein Mensch zur Reproduktion, der gar nicht mehr produziert, was reicht da gerade so.” Wie Einkommen und vor allem Vermögen in Deutschland und der Welt verteilt sind, und wie das denn kommt, darüber möchten sie nicht reden, ganz genau. Das ist aber einfach nur der alte Hayek-Liberalismus, der jetzt auch bei den Grünen endgültig angekommen ist: Man redet lieber über Bildungs/Chancengerechtigkeit (und kriegt nicht mal die hin), oder, noch schöner, “Generationengerechtigkeit”: “Unsere Kinder sollen es wenigstens mal besser haben” (also, das, was im Zweifelsfall Oma und Opaund deren Eltern auch schon dachten). Aber Begriffe wie “soziale Gerechtigeit” oder gar “Verteilungsgerechtigkeit” scheut man dagegen sehr, und ist sehr bemüht, diese als “von gestern” oder – my favourite – “sozialromantisch” hinzustellen. Der klassische Hayek-Liberale sagt da nämlich: “Was soll das sein, Gerechtigkeit. Das Wort ist sinnlos. Der Markt ist der beste Modus von Verteilung.”.

      Es ist auch nicht mehr in Mode, danach zu fragen, gerade weil die aufklaffende Schere ja immer offensichtlicher wird, und als Anreiz im Wirtschaftsliberalismus eigentlich auch gewollt war/ist (Gegenteil wäre die böse “Gleichmacherei”), will man dieses Fass natürlich blos nicht aufmachen. Die Privatvermögen sind heilig, Privateigentum kommt in Hayeks Liberalismus zuallererst, deshalb musste ja auch die Vermögenssteuer weg (überhaupt: Steuern! Für andere was zahlen! Das geht höchstens als Mehrwertsteuer, Kapital darf nicht besteuert werden) und deshalb “kann nur verteilt werden, was zuvor erwirtschaftet wurde”, bzw. “Es ist kein Geld da”, weil es z.B. von denen, die es nun haben, vor den gierigen “Staatsgläubigen” rechtzeitig nach Cayman-Islands, Liechtenstein oder Graubünden gerettet wurde. Erwirtschaftet wurde es blos von allen zusammmen.

      Aber was ändert das alles an der Relevanz postmaterialistischer Ideen? Jede Kritik an diesen Zuständen ist doch in sich bereits postmaterialistisch. Materialistisch-pragmatisch wäre die Agenda2010 samt angeschlossener Trickle-down-theory, Links-bashing, und ansonsten “there is no such thing as an society” (Margarete Thatcher).

      Postmaterialisten sind wir doch alle hier, die eine andere Kritik wachhalten, weil wir es nicht einsehen wollen, dass alles nun mal so ist und gut so ist, und es ansonsten der Konsument ja in der Hand hat (Ausser Gunther, der ist einfach nur hohl und rechts und hat seinen Sündenbock bereits gefunden).

    30. dot tilde dot schrieb am 21. April 2008 at 02:10 - Permalink

      die obere fotomontage ist grandios.

      @gunter: bist du dir sicher, dass die überfremdung nicht in deinem hirn entsteht? es gibt so leute, für die ist sogar an fehlendem klopapier irgend ein fremder schuld. vor rund hundert jahren hat freud einen teilbereich der medizin theoretisch begründet, der kann dir da weiter helfen.

      aber auch ohne geistigen beistand: nicht ängstlich sein, gunter, du schaffst das. ich glaube an dich. du schaffst das.

      auch ohne fremde hilfe. so aus eigener kraft und so. versuch’s mal ohne feind.

      .~.

    31. Gunter schrieb am 21. April 2008 at 03:38 - Permalink

      Lustig, wie die linken Kräfte hier munter die Nazi-Keule auspacken, um kollektiv auf den “bösen Gunter” einzuschlagen ;-)

      @Spiegelfechter
      Schade, dass Du es Dir so einfachst machst (Ausländerkritik -> Rechtsextremist). Von Dir hatte ich mehr erwartet, aber das war wohl mein Fehler. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die “Pro’s” nicht rechtsextrem sind. Nach Deiner Auffassung sind vermutlich alles rechts der SPD bereits “Extremisten”.

      @alle anderen
      Sorry, aber manche Kommentare sind in ihrem Niveau dermaßen unterirdisch, dass ich mich nicht motivieren kann, darauf einzugehen. Außer haltlosen Unterstellungen und Beleidigungen habt Ihr offenbar nichts zu bieten. Schade.

    32. Gunter schrieb am 21. April 2008 at 03:46 - Permalink

      @dot tilde dot

      Trotz der kindischen Sprüche bekommst Du sogar eine Antwort: Geh mal wahlweise durch Berlin, Köln oder München (aber bitte nicht nur durch die Villenviertel!)… und dann sag nochmal, dass die Überfremdung ein Hirngespirnst sei.

      Man kann ja davon halten, was man mag, es meinetwegen sogar begrüßen, aber die Tatsache, dass das Stadtbild immer mehr von Ausländern dominiert wird, lässt sich kaum leugnen – außer man macht die Augen einfach zu. Von anderen Aspekten wie ausufernder Moscheenbau und schrittweiser Abbau unserer Rechte (keine bestimmten Karrikaturen, Theaterstücke, Kunstausstellungen, etc.) als Folge dreister Forderungen von muslimischer Seite mal ganz zu schweigen…

    33. Spiegelfechter schrieb am 21. April 2008 at 10:22 - Permalink

      @ der ?böse Gunther?

      Lustig, wie die linken Kräfte hier munter die Nazi-Keule auspacken, um kollektiv auf den “bösen Gunter” einzuschlagen ;-)

      Na es trifft aber auch keinen falschen ;-)

      Schade, dass Du es Dir so einfachst machst (Ausländerkritik -> Rechtsextremist). Von Dir hatte ich mehr erwartet, aber das war wohl mein Fehler.

      Ach Gunther, Dein Fehler liegt wo ganz anders ? Dein Beitrag oben hat nichts, aber auch ganz nichts, mit Ausländerkritik zu tun. Es ist dümmliche seicht herumbrodernde Hasspolemik. Dumpfer Hass ist kein Diskussionsbeitrag; wenn Du anderer Meinung bis, kannst Du gerne bei PI ?diskutieren?, was ja schon an sich ein Widerspruch ist.

      Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die “Pro’s” nicht rechtsextrem sind. Nach Deiner Auffassung sind vermutlich alles rechts der SPD bereits “Extremisten”.

      Nein keinesfalls ? weite der Teile der CDU und der GRÜNEN sind keinesfalls extremistisch. Auch die CSU ist zwar wertekonservativ aber im Kern sicher nicht extremistisch.

      Sorry, aber manche Kommentare sind in ihrem Niveau dermaßen unterirdisch, dass ich mich nicht motivieren kann, darauf einzugehen.

      Wie man in Wald ruft, so schallt es hinaus, lieber Gunther.

      Geh mal wahlweise durch Berlin, Köln oder München (aber bitte nicht nur durch die Villenviertel!)… und dann sag nochmal, dass die Überfremdung ein Hirngespirnst sei.

      Die ?Überfremdung? ist natürlich ein Hirngespinnst, da dies ein Kampfbegriff ist, der auf der subjektiven Reflektion der Umwelt beruht. Du hast Angst vor Fremden, deshalb empfindest Du beim Anblick eines orientalisch dominierten Viertels den Wunsch, dies abzuändern oder zumindest anzuprangern und sprichst daher von ?Überfremdung?. Du projizierst Deine Angst auf Deine Umwelt ? das ist schon ok, man kann Dir sicher helfen, aber verfalle nicht dem Fehlschluss, dass Deine Empfindungen ?objektiv und allgemeingültig? seien. Ein chronischer Klaustrophobiker ist auch der Überzeugung, eine Fahrstuhlkabine müsse mindestens 10m² groß sein. Das sind aber alles nur subjektive Einschätzungen, die auf Ängsten beruhen.

      Von anderen Aspekten wie ausufernder Moscheenbau und schrittweiser Abbau unserer Rechte (keine bestimmten Karrikaturen, Theaterstücke, Kunstausstellungen, etc.) als Folge dreister Forderungen von muslimischer Seite mal ganz zu schweigen…

      Du kannst doch karikieren, aufführen und ausstellen, was Du willst. Hattest Du vorm Skandal eigentlich schon mal etwas von ?Idomeneo? gehört? Die Aufführung von Hans Neuenfels soll laut Kritikern nicht nur miserabel gewesen sein, sondern auch kurz vor der Absetzung, als das Stück nach drei Jahren erfolgloser Aufführung durch einen PR-Coup zum Publikumshit wurde. Erzähl mir hier nichts von ?unseren Rechten?.

    34. Rollo Tomasi schrieb am 21. April 2008 at 11:12 - Permalink

      eine nette innenansicht aus dem vorzeige-grünen-ghetto:

      http://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46

      @spiegelfechter: good job, as usual…

    35. Gunter schrieb am 21. April 2008 at 11:25 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Doch, Deine/Eure Vorwürfe treffen den Falschen. Nicht jeder, der Kritik an der Einwanderungspolitik und den herschenden Verhältnissen in manchen Städten übt, ist ein Rechtsextremist. Manchmal glaube ich, viele Linke haben eine Art “Nazi-Komplex”, d.h., Sie wittern immer und überall Neonazis. Vielleicht sollet Ihr das mal behandeln lassen? ;-) Nur zur Info: Ich bin kein NPD-, sondern CDU-Wähler.

      Es geht auch nicht um Ängste, denn ich habe keine “Angst” vor Fremden als soche (meine besten Arbeitskollegen sind Italiener), sondern höchstens vor einer Überfremdung und insbesondere vor der zunehmenden Islamisierung. Auf die Verhältnisse kommt es an.

      Na ja, bringt alles nichts. Wer etwas nicht sehen will, sieht es nunmal nicht. Ich werde daher auf weitere Beiträge auf dieser Seite verzichten und schlage vor, jeder bleibt am besten bei seiner Meinung. Dürfte auch besser für den Blutdruck sein.

    36. misterL schrieb am 21. April 2008 at 11:29 - Permalink

      Moin Spiegelfechter.

      Ich habe nach einer längeren Pause mal wieder die Gelegheit ein wenig zu serven (Danke T-Offline).

      Vier von fünf Daumen nach oben für Deinen Beitrag. Im D des Jahres 2008 paßt einfach nichts mehr in die Schublade, in der man die Dinge einst einsortieren konnte und sich die einsortierten auch im Grunde bereitwillig einsortieren liessen. Selbst auf Koch in Hessen ist kein Verlass, mutiert der brutals mögliche Was-Auch-Immer zum Grünfutter liebenden Ökolämmchen.

      Jaja, so ist das in einer globalisierten Welt. Alles ist möglich, wird austauschbar und damit beliebig und kaum erfüllt sich der ehemalige Traum eine nach allen Seiten offenen Gesellschaft ist das auch Mist. Deshalb gibt es auch nur vier und nicht fünf von fünf Daumen. ;-)

      Die SPD und die Linken haben es einfach nicht fertig gebracht einen katholischen Amtsträger als Führungsfigur an die “Front” zu schicken, um zu dokumentieren, wie umfassend offen sie geworden sind im Umgang mit geliebten Feindbildern, obwohl oder gerade weil der Sozialist und der Vertreter der christlichen Sozialethik an sich im selben See fischen.

      Noch reichlich Platz für eine Bionade mit neuer Geschmacksrichtung…. :-)

    37. Spiegelfechter schrieb am 21. April 2008 at 11:34 - Permalink

      @Gunther

      Doch, Deine/Eure Vorwürfe treffen den Falschen. Nicht jeder, der Kritik an der Einwanderungspolitik und den herschenden Verhältnissen in manchen Städten übt, ist ein Rechtsextremist.

      Keinesfall, wer aber derart polemisch hetzt, wie Du in Beitrag 15 gehört entweder zu dieser Gruppe oder zu deren Freunden im Geiste, was Du ja auch “zugibst” – insofern ist dieser Diskussionspunkt abgearbeitet.

      Ich bin kein NPD-, sondern CDU-Wähler.

      Die CDU kann sich ihre Wähler auch nicht mehr aussuchen und ist wahrscheinlich auch selbst schuld daran, jetzt von solchen Menschen gewählt zu werden. Danke Koch!

      Es geht auch nicht um Ängste, denn ich habe keine “Angst” vor Fremden als soche (meine besten Arbeitskollegen sind Italiener), sondern höchstens vor einer Überfremdung und insbesondere vor der zunehmenden Islamisierung. Auf die Verhältnisse kommt es an.

      Joi, Angst vor Islamisierung – ich habe auch keine Angst vor weißen Ratten, dafür aber vor schwarzen Ratten. Wenn man ihnen allerdings flauschige Schwänze anklebt, denke ich es seinen schwarze Eichhörnchen und finde sie süß. Vor was Du jetzt konkret Angst hast, will ich gar nicht wissen. Ich bin kein Therapeut für Xenophobe.

    38. Anindo schrieb am 21. April 2008 at 12:59 - Permalink

      Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die ?Pro?s? nicht rechtsextrem sind.

      Der Verfassungsschutz in NRW sieht das anders. Ein kleiner Auszug (http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/aktuell.pdf, S. 41):
      “So würden Ausländer beziehungsweise Migranten mit überwiegend drastischer Wortwahl anhaltend negativ bewertet, herabgesetzt und ausgegrenzt. Die uneingeschränkten, nicht relativierten Aussagen (Pauschalisierung) ließen nur den Schluss zu, ‘pro Köln’ wolle Ausländer generell sowie Personen bestimmter Volks- oder Religionsgruppen bewusst als unerwünschte, nicht integrierbare Menschen zweiter Klasse darstellen und in der Bevölkerung Ablehnung und Hass gegenüber diesen Personen schüren. Die nahezu vollständige Ausblendung positiver oder zumindest neutraler Berichte über Ausländer trage schließlich auch zur Herabsetzung bei.”

      Ich bin übrigens auch der Meinung, dass man kriminelle (und auch radikal-islamische) Ausländer schneller abschieben muss. Wenn Deutsche im Ausland kriminell werden, können sie schließlich auch keine Bleiberecht mehr erwarten, so lange sie nicht eingebürgert sind. Außerdem diskreditieren kriminelle Ausländer den Großteil der hier friedlich lebenden und schaffen eine Atmosphäre der Angst und damit den Nährboden für rechtsextreme Parteien wie pro köln. Das man mit Prävention und Integration alleine das Problem beheben könnte, halte ich für linke Utopie, auch wenn was dran ist.

      Aber was heißt bitte “Überfremdung”? Ich lebe in Köln-Nippes und sehe hier nichts davon. Wenn zwischen Kaufhof, Aldi, Plus, Woolworth, Mc Donalds (das ist dann wohl die doitsche Kultur) nicht auch mal ein Dönerstand oder türkischer Supermarkt zu finden wäre, sähe es hier ja noch viel trister aus. Der amerikanische Kulturimperialismus ist jedenfalls deutlich spürbarer als die türkischen Einwanderer. Laufen etwa zu viele türkische Songs im Radio und zu viele türkische Filme im Fernsehen? Gibt es zu wenig deutsche Kneipen und Bäckereien neben den Teestuben? Ich sehe hier immer noch mehr Mädels in vollamerikanisierter Britney-Spears-Mode und Jungs in Ganstarapper-Style rumnrennen als mit Kopftuch & co. Wenn ich mich überfremdet fühle, dann von der Unkultur der USA, die täglich stundenlang aus allen Sendern plärrt.

    39. Spiegelfechter schrieb am 21. April 2008 at 13:13 - Permalink

      @34 Rollo Tomasi

      Genialer Text!

      Aus genau den genannten Gründen sind zwei sehr gute Freunde von mir vom “Prenzel” geflohen. Ich habe ihnen den Text mal gemailt, wenn sie ihn nicht kennen, werden sie sicher köstlich amüsieren ;-)

    40. salvo schrieb am 21. April 2008 at 13:43 - Permalink

      @jens

      ja, der Text in der Zeit ist lesenswert, textuell wertvoll – ob die aussersprachliche Realität aber tatsächlich so aussieht und der artikel wiederum nicht nur stilisert, ist die Frage. Einige der Kommentare dort lassen mich daran zweifeln, vor allem der Jubel einiger ‘Konservativer’, die ihr Ur-Bild bestätigt sehen, die ‘Linken’ seien alles verlogene Schmarotzer, deren alternativer Lebensentwurf nur ein stilistischer Überbau materiellen Wohlstands und sozialer Priviligiertheit. Da muss man aufpassen, dass man nicht alles in einen Topf wirft und alte Ressentiments bedient

      aber …. ich kenne Berlin zu wenig, um das beurteilen zu können

    41. Paul Lanon schrieb am 21. April 2008 at 14:05 - Permalink

      @37
      Ich persönlich hatte bis vor einigen Jahren Angst vor russischen Ratten. Es wird wohl noch einige Zeit und viel mediale Kritiklosigkeit dauern, bis ich diese Angst aus islamistische Ratten übertragen habe. Denn leider sehe ich nicht, dass jemand daraus versucht Eichhörnchen zu machen, geschweige denn zu sagen: Ratten sind widerlich, ja. Aber eine freiheitliche Demokratie muss sie ertragen.

      Aber zurück zum Thema: Merkels Weg klingt doch einleuchten unter folgenden These, die mir gerade wie ein Blitz durch den Schädel schoss: Die Profile der Parteien gleichen dem Menü eines Fast-Food-Restaurants: Für jeden was dabei, kurze Wege und alles zum Mitnehmen. Heute achtet doch niemand mehr auf die Qualität eines Parteiversprechens – geschweige denn erinnert sich an alte Versprechen. Fast-Food Demokratie: schnell, satt (zumindest bist zur ersten Hochrechnung) und macht keine Arbeit.

      Dabei würde es schon mal reichen, wenn JEDER dem Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreis gehörig auf den Sack geht: fragen, zweifeln, nachfragen und nachfragen. Aber für Demokratie haben doch die wenigsten Zeit – nicht mal ich.

    42. misterL schrieb am 21. April 2008 at 14:18 - Permalink

      @Anindo (#38)

      Der amerikanische Kulturimperialismus ist jedenfalls deutlich spürbarer als die türkischen Einwanderer. Laufen etwa zu viele türkische Songs im Radio und zu viele türkische Filme im Fernsehen? Gibt es zu wenig deutsche Kneipen und Bäckereien neben den Teestuben? Ich sehe hier immer noch mehr Mädels in vollamerikanisierter Britney-Spears-Mode und Jungs in Ganstarapper-Style rumnrennen als mit Kopftuch & co. Wenn ich mich überfremdet fühle, dann von der Unkultur der USA, die täglich stundenlang aus allen Sendern plärrt.

      Was macht eigentlich den Punkt Kultur und überfremdet fühle aus? Die Musik, die Kleidung, die Nahrung, das (Nicht-)Denken, die (vermeintlich fehlenden) Werte, die möglicherweise nur andere Werte sind?

      Möglicherweise bedient Dich ja die Tochter eines liberalen Deutschen türkischer Herkunft, der in einer Teestube arbeitet gerade in einer Burgerbude und läuft nach Dienstschluss im im Britney-Outfit rum.

      Was ist Kultur, wann findet die Grenzüberschreitung zur Überfremdung statt? Ist das nicht ein Paradefall für “Fünf Personen und sieben Ansichten in zwei Stadteilen zu unterschiedlichen Dekaden”?

    43. postgrün schrieb am 21. April 2008 at 14:20 - Permalink

      Hier noch ein Nachtrag zu meinem letzten Post:

      Die grüne Jugend scheint sich gerade auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

      Lesenswert: http://www2.gruene-jugend.de/uploads/spunk_53_eigentum.pdf

      Was davon dann in einer Koalition mit der ideologischen 40%-CDU umgesetzt werden könnte, kann man man sich blos auch schon denken… Und – Überraschung – der SPD-Parteirat will die Bahn zu 25% privatisieren. Bei der CDU wärens/werdens dann eben 49%, oder mehr. Regen / Traufe…

      Und zum Thema “Überfremdung” durch “US-Kulturimperialismus”, “Islam”, oder “Öko-Schwaben” (je nach Blickwinkel): Was soll der Murks?

      Die USA hatten als Einwanderungsland auch für Deutsche diese “Überfremdung” (NPD-Begriff!) als Programm. So what.

      Was sollte es denn schützenswertes “eigenes” sein, das da verdrängt würde: Schweinebraten, deutscher Schlager, der gute alte Katholizismus? Deutschland, oder was man so nennt, ist bereits seit Jahrhunderten, seit den Römern und früher, ein hybrides Gebilde aus vielerlei Kulturen, Ideen, Traditionen von überall her. Und das ist auch gut so. Nur neu ist da garnix dran. Jetzt geh ich mir Spargel kaufen, den ich dann zum Klang US-amerikanischer Housemusik für meinen japanischen Besuch heute abend zubereiten werde, begegne bei meinem Einkauf wohl gleich auch Immigrantenkids mit RnB-Klingeltonhandy und US-imperialistischer Sportkleidung und lächle ihnen zu, weil Frühling ist und es aus dem Wald herausschallt, wie man hineinruft;

      und dann sehen wir uns heute abend vielleicht noch einen französischen oder asiatischen Film an – ganz schrecklich alles, ich weiß.

    44. misterL schrieb am 21. April 2008 at 14:34 - Permalink

      @postgrün

      Getreu meiner Durchschnittsart habe ich beim Resümee angefangen zu lesen, um herauszufinden, ob es sich lohnt den Rest zu lesen. Da steht dann u.a.:

      Wohin mit den Grünen?

      40 Jahre nach 68 – wo steht die Linksalternative heute und welchen Platz nehmen die Grünen in dieser Szene und im Parteiensystem ein?

      …

      Doch wo liegt die Zukunft der ehemaligen Protestpartei, die im Establishment angekommen zu sein scheint?

      Da hat die SPUNK-Redaktion sich aber ordentlich einen hinter die Binde geschüttet, um diesen Sabber zu verfassen. Die ehemalige Protestpartei ist Teil des Establishments und längst keine Linksalternative mehr.

      Main Fazit, der Rest muss ein Witz sein, denn man sich besser mit einer guten Flasche Rotwein und guter Stimmung vorlesen läßt. ;-)

    45. postgrün schrieb am 21. April 2008 at 15:51 - Permalink

      @MisterL

      Ich hab eben anders als du vorne angefangen zu lesen, und halte die Publikation so für lesenswert, wie beschrieben. Allerdings auch für das inzwischen allgemein übliche theoretisch links-blinken, in der Praxis danach rechts abbiegen, was davon in Hamburg blieb, ist ja oben im Artikel zu lesen. Dieses “Resümee” dagegen habe ich mir von vornherein erspart, scheinbar wohl auch zurecht. Prost.

    46. perlchen schrieb am 21. April 2008 at 16:07 - Permalink

      re: claudia roth und das X auf dem wahlschein

      ob frau roth mit einem türken liiert war oder ist, ist vollkommen unerheblich. ich kenne jedoch eine menge türken in deutschland und in der türkei, die regelmäßig lachanfälle bekommen, wenn frau roth dort in den medien erwähnt wird. das lachen ist durchaus mehrstimming, türken, laz und kurden lachen da übrigens gemeinsam. und das schon seit jahren.

      das X auf dem wahlzettel wollte über den ganzen wahlzettel gesetzt werden. das ist für mich die derzeit einzige möglichkeit, sein “X” auf dem wahlschein zu hinterlassen. ob das nun auch digital möglich ist, entzieht sich meiner kenntnis. vermutlich nicht.

      und abschließend, bionade kann schon sehr klebrig schmecken, nämlich dann, wenn sie nicht eisgekühlt serviert wird, und schon eine weile offen herumgestanden hat.

    47. Michael schrieb am 21. April 2008 at 16:32 - Permalink

      Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang finde ich die Geschichte der Grünen aus der Sicht von Jutta Ditfurth. Das erschien zwar in einer nicht gerade vertrauensfördernden Quelle (Neue Revue), und Ditfurths Sicht der Dinge ist alles andere, nur nicht objektiv – dennoch aufschlußreich.

    48. misterL schrieb am 21. April 2008 at 17:15 - Permalink

      @p ( r ) ostgrün ;-) – kleiner Scherz -

      Hartz4 war auch kein ?Bürgergeld? für den ?Pöbel?, sondern nur eine sehr nüchterne – und materialistische! – Rechnung: ?Was braucht ein Mensch zur Reproduktion, der gar nicht mehr produziert, was reicht da gerade so.?

      Etwas zyinsch bemerkt, wer will denn bei Grün und anderswo, dass ein Mensch, der vom Produktionsbetrieb ausgeschlossen ist/wird, dass er sich auch noch reproduziert und damit die Sozialkosten auf Dauer hoch hält in unserem undurchlässigen Sozialstaat?

      Wenn das ein Hintergrund für Harz IV war, so war das eine übel sozialromantische Fehlentscheidung der Basta-Koalition zusammen mit der Union in den Ländern. Konsequent nüchterne, materialistische Rechnungen gehen anders… Da gibbet nix, wenn man aus dem Produktionsbetrieb fällt, warum auch immer. Aber das ist nur ein etwas zynischer Ausflug in die postgrüne Sozialromantik und deren Verteilungskämpfe in Regierungsverantwortung. ;-)

    49. postgrün schrieb am 21. April 2008 at 17:38 - Permalink

      @MisterL

      haha –

      Zur Sache: Konsequent nüchterne, materialistische Rechnungen wären wohl solche wie die von Götz Werner (dm-Drogeriemarkt), der sich für ein Grundeinkommen engagiert, mit der Begründung, dass Rationalisierung und Automatisierung dazu führen, dass im Produktionsprozess immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden, diese als Menschen (oder materialistisch: “Konsumenten”) weiterhin da und nützlich (im wirtschaftlichen Sinn) sind, und genauso vom insgesamten Wohlstand profitieren müssten – etwa, um sich auch all die schönen produzierten Dinge zu kaufen, Autos kaufen ja keine Autos. Das wollten zuletzt auch einige linke Grüne ins Programm aufnehmen, durchgesetzt haben sich die Dientsleistungsgesellschaft/aktivierender Sozialstaat/Exportwirtschaft-Fans, die lieber auf den Markt, einen engen Arbeitsbegriff, und das protestantische Arbeitsethos vertrauen.

      Klar ginge sowas wie das Grundeinkommen eigentlich nur transnational, mindestens EU-weit, aber zu behaupten, die Grünen sein per se dagegen, ist falsch. Die waren in den 80ern sogar mit die Ersten, mit solchen Konzepten. Wegen schwarzgrün muss das jetzt alles wohl wieder in der Schublade verschwinden, der Realo-Flügel lässt grüßen.

      Es ist auch nicht nur “etwas zynisch”, davon auszugehen, dass solche Fragen bei Grünen und Anderen (Katja Kipping in der Linkspartei etwa) nicht gestellt würden, die Frage ist doch eher, welche Antworten jeweils darauf gefunden werden und welche Welt/Menschenbilder jeweils dahinter stehen. Hartz4 war eben die Roland-Berger-Accenture-Hayek-Variante. Wem bei den Grünen Hartz4 schon zu hoch und zuviel Sozialgedöns war, das war z.B. Oswald Metzger. Aber was fragst du mich das alles überhaupt, bin ich bei den Grünen, habe ich Hartz4 verabschiedet, finde ich das gut? Nö.

      Was wären denn deine praktikablen Vorschläge oder Konzepte?

    50. Anindo schrieb am 21. April 2008 at 20:22 - Permalink

      @postgrün

      Ich frage mich schon lange, warum so wenige Unternehmer sehen, dass hohe Nachfrage nach einem Produkt und hohe Löhne in direktem Zusammenhang stehen. Wenn ein Viertel aller deutschen Haushalte arm sind, kaufen die keine Autos, keine Luxusartikel, ja größtenteils nur billige Grundnahrungsmittel. Nicht nur DM sieht die dann selten.

      Was das Grundeinkommen betrifft, wüsste ich vielleicht eine Finanzierung bzw. Attac:
      http://www.attac.de/steueroasenschliessungsplan/

    51. feed your head schrieb am 22. April 2008 at 00:23 - Permalink

      @ZEIT-Artikel:

      “ökologische Katzenkroketten” – haha, made my day!

    52. SD6 schrieb am 22. April 2008 at 04:30 - Permalink

      Aus dem Ditfurth-Artikel:
      “Perspektivenkongreß” im Juni 1988:
      … Sie (Fischer & Friends) plädierten für einen (ökologischen) Kapitalismus, sprachen von der “Trennung von den Fundis”, und Fischer plädierte für eine neue “grüne FDP”. Der neue Idealtyp sei, passend zum Yuppiezeitgeist, der “konsum-freundliche Citoyen 2000″.

    53. misterL schrieb am 22. April 2008 at 09:23 - Permalink

      @postgrün

      Es mag ein Wahrnehmungsproblem bei den Grünen sein, wenn man bei Sozialpolitik in der Vergangenheit nur Oswald Metzgerische Töne aus dem Lager der Arbeitgeberverbände vernahm und sonst (fast) nichts. Das ist dann aber einen Grünenproblem, wenn man sich inhaltlich öffentlich wahrnehmbar kaum anders darstellt als so. Für die Darstellung Grüne Ansichten bin ich weder zuständig noch sonstwie Partei gebunden.

      Es ist ebenfalls einen Grünenproblem, wenn man in Regierungsverantwortung Dinge mitträgt, die man an sich nicht mittragen will. Dann sieht die Auswahl an Handlungsoptionen vor, konsequent “nein” zu sagen und wenn sein muss eben auszusteigen. Läßt man es, trägt man es und aus die Maus in Sachen “wie winde ich mich da wieder raus”. Damit haben auch Nochlinke Grüne im Ortsverband von Kleinstadt-Unterdorf ihren Anteil an Mitverantwortung an zB Hartz IV. Da bin ich gnadenlos wie selbiges. ;-)

      Wer Bürgergeld fordert und Hartz IV liefert hat dann halt ein Problem. Zum Thema, ja klar Bürgergeld auch aus der Argumentation heraus, dass über den Weg dann Arbeit abgefordert werden kann, die die Gesellschaft generell (oder in der Höhe) nicht bereit ist zu finanzieren bzw. andererseits der Gesellschaft die produktive Arbeit ein wenig abhanden kommt. Wobei letzteres auch extrem pauschal ist, weil Unternehmen schon hinreichend Arbeit haben, aber damit die Restbelegschaft überlasten, was dann so geschrieben auch wieder reichlich pauschal ist.

      Wie finanziert man so etwas? Ich bin kein Finanzexperte aber im Prinzip denke ich an folgenden Ansatz:

      leicht progressiv Einkommenssteuerfinanziert bei jedem Einwohner dieses Landes, die wegfallenden Kosten für komplexe Verwaltungsstrukturen bei den Sozialkassen in diesen Eintopf buchen, sämtliche Sozialkassen auflösen und ebenfalls in diesen Eintopf umbuchen. Ob letzters juristisch so einfach geht, ist eine wahrscheinlich komplizierte Fragestellung. Falls es wegem letztern zu Übergangsfristen kommen muss aus Ansprüchen ehemaliger Regelungen wird die Finanzierung in der Tat ein Problem.

      Sich am Konsum im Lande zu bedienen oder wie bisher Arbeit zur Finanzierung von Sozialaufgaben mit Zusatzkosten zu belasten wäre einseitig und/oder unfair bis gedankenlos. Ich denke, dass das Gesamteinkommen jeden Einwohners in diesem Lande die fairer Grundlage wäre, die zudem nicht pauschal die eine oder andere Form von Einkommen bestraft oder bevorzugt. Dies bedingt dann natürlich auch ein einfaches Einkommensteuersystem, das zu Transparenz und Fairness führt.

      Bevor es ausufert, im Grunde sehe ich die Grundvoraussetzung für ein Bürgergeld welches von Bafög, über Hartz IV und Grundrente/Grundpension bis Wohngeld alles ersetzt und gleichsam gesellschaftsverpflichtend ist in der Vereinfachung diverses Strukturen in unserem Lande aus denen es im Kern zu finanzieren ist. Es begönne mit einer Einkommensteuererklärung per Bierdeckel vom Format her für alle von der Hilfskraft bis zum Einkommensmillionär (Ausnahmen ausnahmslos gestrichen) und einer schlanken und preiswerten Verwaltung auf allen Ebenen des Staates.

      Keep it simple als Grundlage für faire, weil verständliche Lösungen.

    54. rosenzweig schrieb am 22. April 2008 at 09:26 - Permalink

      Was wird denn hier abgefeiert? Das die Grünen jetzt endgültig kapitalistisch geworden sind? Die Bösen! Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die CDU ist eine von fünf sozialdemokratischen Parteien, die prinzipiell alle miteinander koalitionsfähig sind. Der antikapitalistische Konsens, der diese Republik zusammenhält, wird auch von CDU und FDP (mit einigen machtpolitisch völlig unwesentlichen Ausnahmefiguren) nicht mehr in Frage gestellt. Die Bionade Republik ist keineswegs Kapitalismus pur. Wer ernsthaft glaubt, hier in der BRD in einer kapitalistischen Hölle zu leben, ist Opfer der allgemeinen Gehirnwäsche. Wir haben eine Staatsquote an der Gesamtwirtschaftsleistung von 57%. Das hier ist Sozialismus mit einem kapitalistischen Hilfsmotor. Und das dieser Hilfsmotor, der 60 Jahre Wohlstand erzeugt hat, jetzt anfängt zu stottern, das wird natürlich dem Kapitalismus in die Schuhe geschoben. Damit die Staatsquote weiter steigen kann. Und kein Wort über die Abgaben und Regulierungslast. Und vor allem kein Wort über das ständige Erzeugen gigantischer Mengen von Scheingeld, mit denen die, über nur Steuern schon lange nicht mehr finanzierbaren, Transferleistungen der Regierungen an ihre Wähler und den eigenen, aufgeblähten und ineffizienten Apparat, auf Schuldenbasis, finanziert werden. Es sind diese immensen, von Regierungen veranlassten und von der Realwirtschaft weitgehend abgekoppelten Geldströme die so etwas wie “Heuschrecken” erst möglich machen. Also nix Turbokapitalismus sondern Turbo Wohlstandsvernichtung auf der Basis planwirtschaftlicher Finanzierung. Und da passen die Grünen als Hohepriester der neuen Religion des “Klimawandels” natürlich bestens dazu.

    55. salvo schrieb am 22. April 2008 at 10:12 - Permalink

      @rosenzweig

      Blödsinn

      http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_39848/DE/BMF__Startseite/Service/Glossar/S/007.html

      siehe auch Staatsquoten im intern. Vergleich

      http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl2/downloads/material/Staatsquote.pdf

      an einer hohen Staatsquote ist an sich nichts auszusetzen, so lange die Verwendung öffentlicher Mittel demokratisch legitimiert ist. Kapitalismus und hohe Staatsquote schließen nicht einander aus, da die kapitalistische Ökonomie staatliche Funktionen braucht, um sich politisch und im Wettbewerb um Ressourcen und Marktanteile durchzusetzen. Staat in der kapitalistischen Ökonomie hat zwar auch eine Verteilungskomponente, aber nur zur systemischen Stabilisierung, primär ist der Staat eine Funktion der kapitalistischen Ökonomie selbst. Sozialismus ist nicht gleichbedeutend mit Staat, sondern dieser hat theoretisch darin eine andere Funktion, idealerweise an den Interessen der Bevökerung orientiert. Demokratisch ist es in dem Sinne, dass die Bevölkerung über direkte Beteilugung bestimmt, wie der gesellschaftlich erzielte Leistung verwendet wird. Mit der Staatsquote nimmt im Kapitalismus auch die politische Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse ab (nicht nur von ökonomischen), dh tendenziell führt das zur Konzentration ökonomischer Macht – und die ist im Kapitalismus nun mal nicht demokratisch organisiert, also führt das zu noch undemokratischeren Verhältnissen. Man nähme zB als Beispiel die Medien in Italien: Man hat sie größtenteils privatisiert und zu einem ökonomischen Gut reduziert (Staatsquote reduziert). In wessen Hand sie sie denn jetzt? Die Ironie dabei ist, dass ökonomische Macht im Kapitalismus politisch handelt, in diesem Fall indem sie die Medien, über die sie verfügt, zur Durchsetzung ihrer Interessen benutzt.

      ps

      vielleicht meint rosenzweig diese Art von ‘Sozialismus’:

      “Zur Bewältigung der Kreditmarktkrise will die Bank of England mit einem 50-Milliarden-Pfund-Programm den heimischen Hypothekenmarkt stützen. Dies teilte die britische Notenbank am Montag mit. Dabei könnten die Banken potenziell riskante Hypothekenkredite vorübergehend gegen – sicherere – Staatsanleihen eintauschen. In der vergangenen Woche hatte der grö0te britische Hypotheken-Anbieter Halifax mitgeteilt, dass die Immobilienpreise im März ihren stärksten Rückgang seit der Rezession in Großbritannien Anfang der neunziger Jahre erlitten hätten. Andere Studien sprechen vom größten Preisverfall bei Häusern seit 30 Jahren.”

      http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/bank_of_england_springt_mit_ein__1.715476.html?printview=true

      ps in GB ist die Staatsquote leicht geringer :-)

      unverständlich, dass Menschen sich solchen paradiesischen Verhältnissen sperren, wie sie zB in einer ‘kommunistischen’ Diktatur vorherrschen, denn der Kapitalismus kann ganz gut mit dem ‘Staat’ leben

      “In asiatischen Zulieferbetrieben von Adidas, Nike, Puma oder Asics würden vielfach Hungerlöhne gezahlt und Arbeitnehmerrechte missachtet, heißt es in einem Bericht der Initiative Play Fair 2008. Ein Beispiel sei der chinesische Betrieb Joyful Long, der Adidas, Nike, Umbro und Fila beliefert: Die Firma zahle ?weniger als die Hälfte des gesetzlichen chinesischen Mindestlohns?, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, in einer Stellungnahme zu dem Bericht. Bei Joyful Long werden vor allem Fußbälle für Werbezwecke gefertigt. Laut Fair Play müssen die Beschäftigten in der Regel sieben Tage pro Woche durcharbeiten, bis zu 330 Stunden pro Monat.”

      http://www.fr-online.de/_inc/_globals/print.php?em_cnt=1322682&em_ref=/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell&em_ivw=fr_wirstart&em_client=fr&em_site_color=1&em_site_style=1&em_site_template=1&em_site_text=1

    56. rosenzweig schrieb am 22. April 2008 at 11:15 - Permalink

      @salvo

      Und was ist deine Alternative? Noch mal 30 Millionen Tote beim “großen Sprung nach vorn” mit Mao? Und was ist mit der ökonomischen Macht der Gewerkschaften? Und hast du dir mal angeschaut wie die Gewerkschaften ihre Arbeitnehmer behandeln? Ich war in der Gewerkschaft. Und ich kenne deine sozialistischen Theorien in und auswendig. Der Mensch den du imaginierst, der Mensch, der “demokratisch ist in dem Sinne, dass die Bevölkerung über direkte Beteiligung bestimmt, wie die gesellschaftlich erzielte Leistung verwendet wird” (wenn ich dich mal etwas korrigiert zitieren darf), ist eine Kunstfigur deiner sozialistischen Gehirnwindungen; er existiert nicht. Du und deine antikapitalistischen Mitstreiter machen den Kapitalismus für etwas verantwortlich, das im wesentlichen Resultat der über ein Jahrhundert andauernden Sozialdemokratisierung der westlichen Gesellschaften ist. Aber das wollt ihr nicht wissen. Ihr wollt weiter in eurem Wolkenkuckucksheim leben und von dem großen Postamt träumen:
      ?Die Vorkämpfer des Sozialismus (?) nennen sich Revolutionäre, aber sie wollen den Staat allmächtig machen. Sie versprechen die Segnungen des Garten Eden, aber sie planen, die Welt in ein riesiges Postamt zu verwandeln. Jeder Mensch nur ein nachgeordneter Handlungsgehilfe in einem Amt – welch verlockende Utopie!? Ludwig von Mises

    57. misterL schrieb am 22. April 2008 at 11:34 - Permalink

      @rosenzweig (56)

      von dem großen Postamt träumen

      Genau, einmal in einem grossen Postamt die Briefmarken durch abstempeln entwerten können – was für ein Traum.

    58. salvo schrieb am 22. April 2008 at 11:34 - Permalink

      @rosenzweig

      auf solche polemisch unsachlich argumentierenden Demagogen wie du habe ich wirklich keine Lust und auf solchem deutsch autoritären Ton schon gar nicht

      ps dass Leute wie du in ihrem buchhalterischen Eifer genüßlich die Verbrechen kommunistischer Diktaturen bemühen und dann immer wieder die Millionen vergessen, die dem Kapitalismus zum Opfer gefallen sind und es noch tun, ist der Gipfel der Heuchelei

      ekelhaft

    59. bnny schrieb am 22. April 2008 at 12:10 - Permalink

      Ach ja , die ein Jahrhundert andauernde Sozialdemokratisierung der westlichen Gesellschaften… und diese Industrialisierung, die Säkularisierung, die böse Aufklärung, Nationalstaaten, alles Mist! Graf von Rosenzweig will sofort den Feudalismus wieder einführen,
      denn Leibeigene sind viel praktischer als so ne imaginierten Kunstfigur-Kommunisten.

    60. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 12:22 - Permalink

      Rosenzweig = Rechts”liberalismus” par excellence. Sehr schön: Er zitiert auch gleich von Mises, Hayeks Lehrer. So musss man garnicht mehr extra darauf hinweisen: Lest z.B. mal bei Wikipedia, wie sich Mises so über den “Faszismus” positiv äussert. Von so jemand sollte man sich vielleicht lieber nicht beraten lassen in punkto Sozialstaat, Sozialdemokratie oder Sozialismus. Was von Hayeks Rezepten zu halten ist, kann man auch bei WP nachlesen, wenn man im Hayek-Artikel mal unter “Weltwirtschaftskrise” nachsieht: “Blos keine staatlichen Eingriffe !!11!” Ein Ideologe wie aus dem Lehrbuch. Ackermann ist heute übrigens scheinbar ja anderer Meinung, wie man vor kurzem lesen konnte…

      @MisterL
      “Es ist ebenfalls einen Grünenproblem, wenn man in Regierungsverantwortung Dinge mitträgt, die man an sich nicht mittragen will. Dann sieht die Auswahl an Handlungsoptionen vor, konsequent ?nein? zu sagen und wenn sein muss eben auszusteigen” – genau.
      Dabei ist übrigens in dem Zusammenhang interessant, wie die Linkspartei als Schmuddelkind in der Opposition derzeit in der Lage ist, Themen zu setzen und vorranzutreiben, siehe Mindestlohndebatte, etc. Natürlich geht das, und die Grünen haben das ja anfangs auch getan, mit den Öko-Themen. Es springen dabei nur kaum Pöstchen zum Verteilen an Mitstreiter heraus, was im Modell Hamburg dagegen wohl durchaus der Fall ist. So banal ist es wohl. Siehe auch Dithfurt-Chronik.

    61. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 12:47 - Permalink

      @Rosenzweig

      Der sog. “Neuen Menschen”, den der Ideologe Mao einst forderte, dieses Modell ist doch zwischenzeitlich nach rechts gewandert: Nun wird überall der neoliberale Neue Mensch gefordert, ein homo oeconomicus und Roboter, allzeit flexibel und leistungsbereit, wenn man ihn nur ordentlich unter Druck setzt, und eine Mohrrübe namens “Anreiz” vorsetzt, ohne soziale Bindungen, ohne Kultur, ohne Interesse an politischer Partizipation, die über die Wahl von Produkten hinausgeht – ein homunculus eben, der der Realität übergestülpt wird. Das Resultat sieht dann so aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,548790,00.html

    62. rosenzweig schrieb am 22. April 2008 at 12:53 - Permalink

      “und dann immer wieder die Millionen vergessen, die dem Kapitalismus zum Opfer gefallen sind und es noch tun”
      So viele Arbeitsunfälle? Spaß beiseite. Für eine Ideologie namens Kapitalismus ist noch kein Mensch in den Krieg gezogen oder an die Wand gestellt worden. Kapitalismus ist nämlich ein Nicht-System, das am besten funktioniert, wenn man die Menschen in Ruhe und Frieden lässt. Erst in den Augen seiner Hasser, den National- und den Internationalsozialisten wird Kapitalismus zum Kampfbegriff und Kriegsgrund.
      Und lieber bnny: wie man aus meinen Worten eine Affinität für Feudalismus rauslesen kann, ist mir ein Rätsel. Nein, ich bin für Kapitalismus pur. Ohne Staat, ohne Gewerkschaften, ohne Arbeitgebervereinigungen, ohne Zwangsmitgliedschaften in irgendwelchen Berufsgenossenschaften. etc. Aber ich bin auch kein Utopist. Deshalb muss ich jetzt auch an die Arbeit. Und heute mal die Zwangsabgabe an die Künstlersozialkasse erwirtschaften (5% von allen Provisionen rückwirkend für 5 Jahre, Widerspruch zwecklos und vor allem nicht zahlungsaufschiebend).
      Und postgrün: weil Mises ein solcher Faschist war, haben die Nazis in Wien auch als erstes seine Bibliothek beschlagnahmt. Da hatten sie viel zu lernen. Mises ein Faschist. Träum weiter. Lies lieber mal was von ihm als über ihn. Das gilt auch für Hayek. Dann würdest du auch kapieren, das Ackermann eben kein echter Marktwirtschaftler bzw Kapitalist ist sondern ein Keynesianer . Wenn ein Kapitalist pleite geht, geht er pleite. Ist er Keynesianer, läßt er Geld drucken und überläßt das Problem seinen Kindern. Oder wie Keynes so schön sagte: “Was interessiert mich die Zukunft. Da bin ich sowieso tot.”
      Aber wie gesagt, ich muß jetzt arbeiten und schau morgen mal wieder vorbei.
      Grützi

    63. Spiegelfechter schrieb am 22. April 2008 at 13:24 - Permalink

      @Rosenzweig

      Aber ich bin auch kein Utopist. Deshalb muss ich jetzt auch an die Arbeit. Und heute mal die Zwangsabgabe an die Künstlersozialkasse erwirtschaften

      Lass mich raten ? Du bist Komiker?

    64. name schrieb am 22. April 2008 at 13:30 - Permalink

      Zweig der Rosen:

      Schick solch dämlichen ahistorichen Unsinn zu lesen, Danke dafür und für das Lachen, was du einem auf die Lippen damit zauberst.

      Ach ja, noch etwas: Das Zitat von Keynes ist natürlich entstellend falsch, wie alles, was du Zweig samt Rosen hier hinwerfen musstest. Das mit dem Zusammenhang von kapitalistischen Staat und kapitalistischer Ökonomie, deren Wechselwirkungen übst du bei Gelegenheit noch einmal.

      Weiter machen Du Grützitroll und Ackermannkommunist ;)

      Mal ganz unter uns Zweig: ich bin für den totalen absoluten Hausschuh, in mindgrün, und das nur für dich. Wie selbstlos, was und das für einen “Künstler” wie Dich? Unser aller Führer Führer war ja auch so ein “Künstler” ;)

      Auch der jüdische Faschist Mises (ja, es gab und gibt auch jüdische Faschisten Zweig) , fand Onkel Addy und den guten alten Benito ganz schick, wenn da bloss der Gewaltfaktor liberaler todschlagend wäre:

      “Es kann nicht geleugnet werden, daß der Faszismus und alle ähnlichen Diktaturbestrebungen voll von den besten Absichten sind und daß ihr Eingreifen für den Augenblick die europäische Gesittung gerettet hat. Das Verdienst, das sich der Faszismus damit erworben hat, wird in der Geschichte ewig fortleben.”, schreibt aber gleichzeitig: “Die gewaltsame Unterdrückung .. ist der Grundfehler, an dem der Faszismus krankt und an dem er zugrunde gehen wird. .. Daß er außenpolitisch durch das Bekenntnis zum Gewaltprinzip .. eine endlose Reihe von Kriegen hervorrufen muss, die die ganze moderne Gesittung vernichten müssen, bedarf keiner weiteren Ausführung.”

      http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Mises

      @all

      Die Banken ballern eben Milliarden ins Finanzssystem: scheint übel übel selbst in den Zentren des Finanzkapitals auszusehen.

    65. bnny schrieb am 22. April 2008 at 13:51 - Permalink

      @ rosenzweig

      Totaler Kapitalismus, lustig, was soll dass denn sein? Null Staat, kein Bildungs-, Kranken-,Sozialsysteme, keine Polizei, keine Justiz, keine Infrastruktur, keine Regierung? Das Ergebnis wäre so in etwa eine Gesellschaft zwischen Jäger und Sammler bis Feudalismus…DAS nenn ich mal ne Utopie !

    66. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 13:56 - Permalink

      @Rosenzweig: Keynes meinte mit seiner Absage an die Angebotspolitik und trickle-down-theory (“in the long run, we’re all dead”) wohl etwas anderes, ganz schlichtes, menschliches: Menschen wollen heute gut leben, und nicht auf ein generationengerechtes Himmelreich am St.-Nimmerleinstag vertröstet werden. Sie leben nämlich nur einmal, und sind dann tot, und mit Reformen, die in der Zukunft angeblich alles besser machen, aber für die Gegenwart für die Mehrheit eher Härten und Unbill bedeuten, sind schon andere Denk- und Glaubenssysteme gescheitert auf dem Markt der Meinungen – zurecht. Ist das “nachhaltig”? Ist das Gegenteil nachhaltig? Was ist überhaupt der Sinn und Zweck von Wirtschaft? Ist das ein Selbstzweck, oder nur ein Mittel, um gut zu leben? Dienen Menschen der Wirtschaft, oder die Wirtschaft den Menschen? Ganz einfache Fragen.

      Wenn heute einem Jugendlichen suggeriert wird, er müsse über jeden Ausbildungs- oder Arbeitsplatz froh sein, sei er auch noch so weit entfernt von seinen Interessen; er dürfe keinesfalls Zeit mit Selbstverwirklichung und Müßiggang verplempern, weil das seinen Wert als Humankapital schmälere; er müsse sich flexibel der Wirtschaft anpassen, und nicht umgekehrt, er müsse bis – derzeit – 67 arbeiten, um dann als angehender Greis noch ein wenig die Früchte geniessen zu können; denn die Utopien hätten sich eben alle erledigt, und die Härten würden zunehmen; und das alles in einem der reichsten Länder der Welt und auf einem Entwicklungsstand von Technik, der noch nie da war – dann kann man wohl schon stutzig, sauer, oder depressiv werden, je nach Veranlagung.

      Grützi

    67. Spiegelfechter schrieb am 22. April 2008 at 14:02 - Permalink

      @bnny

      Totaler Kapitalismus, lustig, was soll dass denn sein?

      ?Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Kapitalismus??

      (Publikum: ?Jaaa!?)

      ?Wollt ihr ihn? Wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können??

      (Publikum: ?Jaaa!?)

      ?Und darum lautet von jetzt ab die Parole: Nun, Kapitalist, steh? auf, und Sturm, brich los!?

    68. misterL schrieb am 22. April 2008 at 14:20 - Permalink

      @postgrün (#60)

      Wobei die Grünen einen Vorteil hatten. Sie galten zwar als Schmuddelkinder in der ethablierten Politik – fanden aber in den Medien durchaus positive Aufnahme (so meine Erinnerung). In der aktuellen Medienwelt wird Gysi und in Grenzen Lafontaine positiv “rumgereicht” – ansonsten sind es allesamt und umfassend Schmuddelkinder, die thematisch eher nicht von der Stelle kommen, bzw. es auf grund der Thematik Soziales/Gerechtigkeit vom immer noch vorherrschenden Medienmainstream “Wirtschaft ist Wichtiger als alles andere.” eher als naiv dazugesetztes Alibi dabei sitzen und manchmal diese Rolle auch angmessen ausfüllen (so meine Eindrücke). Ich muss (hier) leider zugeben, dass mir (nicht nur) von der medialen Wirkungen Herr Geissler (CDU) von attac als Diskutant für Soziales/Gerechtigkeit wirksamer vorkommt. Aber der macht eben keine Werbung für die Linkspartei. ;-)

    69. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 14:28 - Permalink

      @Spiegelfechter

      Aber um den hinkenden Vergleichen auch mal wieder etwas Einhalt zu gebieten, muss man auch zugestehen, dass dieser Liberalismus immerhin auch offene Gewalt und Unterdrückung bekämpft, und zumindest auf dem Papier auch für Bürger- und Menschenrechte, Meinungs-, Presse-, Wahlfreiheit steht (über strukturelle Gewalt, 3. Welt und Berlusconi und Konsorten sei hier mal der Mantel des Schweigens gebreitet), und diese Schumpeter-mässige Wettbewerbs-Entfesselung neben Elend und Verblödung tatsächlich auch technische Entwicklung und materiellen Wohlstand brachte, nur eben eher unbefriedigend verteilt. Und Hayek dafür ja seinen Nobelpreis bekam, dass er darauf hinwies, dass man Gesellschaft nicht am Reißbrett planen kann – alles durchaus bedenkenswert, trotz all der blinden Flecken des Liberalismus, und Errungenschaften, hinter die man doch nicht mehr zurückgehen sollte. Mises und Hayek sind die Extrembeispiele, bei Popper, Eucken oder John Stuart Mill klingt es auch wieder anders.

      @MisterL
      Ich habe den Eindruck, “Lafo” wird medial zum dümmlichen Buhmann gemacht, und ansonsten gilt die Linkspartei-Politik eben als sozialromantisch oder rückwärtsgewandt, weil sie eben klassisch linke, materialistische Themen aufgreift – Verteilung von Wohlstand, Sozialstaat. Die Grünen hatten in Folge der 68er immer den Vorteil, als kulturelle Bewegung hin zu mehr individueller Freiheit wahrgenommen zu werden. Die 68er wandten sich gegen den westlichen paternalistischen Kapitalismus ebenso wie im Osten gegen den autoritären Sozialismus. Viele waren Anarchisten (viele auch Maoisten, Leninisten, Trotzkisten, Hoh-Chi-Minh-Fans). Diese für mich künstliche Trennung, mit der später im Rückblick alles Linke von 68 abgespalten und verdrängt werden sollte, damit der Impuls der erkämpften kulturellen Liberalisierung dem Liberalismus alleine zugeschlagen werden konnte, und die die Grünen ja dann auch personell vollzogen, fehlt bei der Linkspartei bisher – da mangelt es dann eher an einem Verständnis für die berechtigte Kritik an der DDR, der SU, usw., und manche wünschen sich tatsächlich einfach eine sozial-autoritäre Mischung aus Willy-Brandt-BRD und Honecker-DDR, und Vollbeschäftigung ohne “Heuschrecken” – für mich etwas dürftig als Ziel. Alles ambivalent und kompliziert…

    70. Spiegelfechter schrieb am 22. April 2008 at 14:51 - Permalink

      @69 Postgrün

      Natürlich ist der Vergleich irreführend … ich vermeide ihn auch. In alter linker “Kampfrhetorik” ist halt alles was irgendwie kapitalistisch böse ist “faschistisch”; ähnlich wie in der neuen “Kampfrhetorik” alles “neoliberal” ist ;-)

      De facto ist der Libertarismus (egal ob wirtschaftlich oder sozial) mE die Negation sämtlicher gesellschaftlicher Prozesse, die den Staat als Wahrer und Mittler von Freiheiten und Interessen sehen. Der Staat wird schlichtweg abgeschafft und seine Aufgabe wird nicht neu vergeben. Ich greife da immer zum “Schäfer-Beispiel”: Die Freiheit des Wolfes ist nicht im Sinne der Schafe. Der Staat ist in diesem Beispiel der Schäfer, dessen Aufgabe es ist, die Schafte (v.a. die schwachen, jungen und alten) vor dem Wolf zu schützen. Will man die Freiheit aller maximieren, so schafft man den Schäfer ab und überlässt die Population der Evolution. Das ist gut für den Wolf (die Starken), aber schlecht für die Schafe (die Schwachen). Von daher ist der Libertarismus für mich ein Rückschritt in das was Hobbes im Leviathan den “bellum omnium contra omnes” nennt, also ein Rückschritt in den Naturzustand.

    71. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 14:54 - Permalink

      Nachtrag: Aber das liberale Hayek-Denken hat natürlich spätestens in Chile unter Pinochet seine vermeintlichen oder echten ideale verraten, der Sturz Allendes, die Diktatur, und der folgende Neoliberalismus der “Chicago Boys” … Es stimmt eben nicht, dass Marktwirtschaft immer mit Bürgerrechten, Freiheit und Demokratie daherkommt, siehe auch China.

      @”Der Staat wird schlichtweg abgeschafft und seine Aufgabe wird nicht neu vergeben” – seine Aufgabe wird da eben auch dem Markt zugeschlagen. Und es gab und gibt eben auch Konzepte, die weder das eine noch das andere sind. Das anarchistische Spanien in den 1930ern/40ern etwa. Was davon z.B. blieb, ist sowas:

      Mondragón Corporación Cooperativa (siehe Wikipedia)

    72. Spiegelfechter schrieb am 22. April 2008 at 15:06 - Permalink

      @Postgrün

      Das Hauptproblem mit der “Abschaffung des Staates” ist ja die “Abschaffung der Umverteilung” und die “Abschaffung der Chancengleichheit”. Wer die Regelung dem Markt überlässt, wird z.B. keine Sicherheit für alle gewährleisten wollen (Gated Communities für die Reichen, Ghettos ohne Polizei für die Armen, in denen auch wieder das Recht des Stärkeren gilt). Auch in der Bildung wird ein solches System mitnichten zu einem höheren Niveau führen, sondern zu Privatschulen für finanziell Potente und von Spenden abhängigen Volksschulen, deren Niveau miserabel ist. Die USA machen es ja bereits teilweise vor. Wer eine solche Gesellschaft will, soll dies auch so sagen – auch hier in Deutschland gibt es erstaunlich viele Befürworter; man muß sich nur den “Ron Paul Hype” in Teilen des Internets vergegenwärtigen.

    73. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 15:27 - Permalink

      @ Spiegelfechter ja, sehe ich auch so. Wobei ich persönlich es immer nicht ganz fassen kann, wie kaltschnäuzig-egoistisch da tatsächlich argumentiert wird. Von einigen zumindest, viele der “mehr Markt, weniger Staat”-Fans sind ja auch nur ganz gewöhnliche Mitläufer, die der jeweils “angesagten” herrschenden Meinung hinterherlaufen, oder dies aus Karrieregründen auch nur simulieren. Teilweise ist es auch einfach Dummheit, Fachidiotentum, Bildungsmangel… Aber denen, die das alles, in vollem Bewusstsein der Folgen, ernst meinen, den Ideologen, möchte man doch wünschen, in ihrem kapitalistischen Utopia mal tatsächlich leben zu müssen, und zwar dann auf der Schattenseite, als kümmerliche Marktteilnehmer, mit nichts als ihrer Arbeitskraft im “Angebot”, und ohne Schutz und Rücksicht.

      (spannende Diskussion! aber jetzt muss ich auch mal wieder etwas arbeiten)

    74. misterL schrieb am 22. April 2008 at 15:56 - Permalink

      @SF @postgrün und andere

      Einspruch die Herren (und Damen?). Der “Staat” ist was? Ein Vokabel für einen mehr als weniger anonymen Regierungsappart mit einer handvoll Politikern mit mehr oder weniger Moral? Ein möglicherweise korruptes Gebilde, das in den Händen von reglungswütigen Beamten seine Bürger in Schach hält? Eine Marionette ferngelenkt von Lobbisten, die über willfährige Politiker seine Bürger einerseits für Dumm verkauft andereseits das Geld aus der Tasche zieht?

      Der “Staat” sorgt weder per Definiton für Umverteilung oder für Chancengleichheit. Per Definition ist er all das nicht, was oben mit Fragezeichen versehen ist oder eben doch, je nach dem wo man sich im System zuhause fühlt und wie man ihn zu seinen Gunsten beeinflussen kann.

      Grundsätzlich sind wir alle durch unser handeln/nicht handeln, kommunizieren/nicht kommunizieren Teil dieses “Staates” der sich unaufhörlich im Rahmen seiner Verfassung und deren trägen Änderungen wie durch sein reales Ausleben modifiziert.

      Derzeit sehr zu ungunsten seiner tendentiell “sprachlosen” Bewohner. Aber ich erliege der Hoffnung (oder dem Wahn), dass das Schreiben hier wenn auch im Bereich von feinstaubkleinen Mengen der [unser] “Staat” sich modifiziert. Wäre dem bei anderen nicht so, so würde dieser Blogg nicht vorhanden sein.

      Man lese hier weiter als einen Ansatz.

    75. salvo schrieb am 22. April 2008 at 16:27 - Permalink

      @MisterL

      du verwechselst den Zustand, dh deine Meinung vom Zustand des Staates, mit seiner Funktion bzw Definition. Es ist kein Naturgesetz, dass der Staat so aussehen muss, wie du ihn siehst (und auch ich sehe sehr viel Kritikwürdiges an seinem Zustand). Wenn etwas nicht ‘richtig’ funktioniert, ist der erste rationale Ansatz, es funktionsfähig zu machen und es nicht zu beseitigen (womit denn? mit Berlusconi?), abgesehen davon, dass es unrealistisch ist angesichts des hohen Grads an nationaler und internationaler Instititutionalisierung. Die dürfte zB bekannt sein, dass immer mehr relevante politische Entscheidungen gar nicht mehr innerhalb der nationalen ‘Staaten’ getroffen werden, sondern innerhalb von supranationalen Organisationen. Was alles davon vernünftig ist, darüber kann sicher demokratisch bestimmt werden, aber sich darauf zu verlassen, dass der markt alles für alle regelt, ist wahrlich eine naive und gefährliche Utopie.

    76. misterL schrieb am 22. April 2008 at 16:46 - Permalink

      @salvo.

      Ich hatte mich bemüht keine Meinung über “den Staat” zu formulieren, die in irgendeiner Weise als meine Meinung zu verstehen wäre. Ich nutzte verallgemeinerte Frasen, um “den Staat” als Monster oder eben nicht erscheinen zu lassen, damit verständlich wird, das er kein Wesen mit garantierten Funktionen ist, sondern ein System aus Subsystemen, die in irgendeiner Weise funktionieren oder nicht funktionieren.

      Das “der Markt” das alles regelt ist insofern allerdings richtig, als man “den Markt” nicht nur die Wirtschaft von Angebot und Nachfrage von Waren und (Human-)Kapital versteht, sondern als System über das man Einfluss hat, bekommt oder verliert.

      Ich emfinde es als grausame Vereinfachung, wenn man “den Staat” von der jeweiligen Seite als Feindbild benutzt, und ganz andere Dinge meint oder von anderen Dingen über dieses Feindbild “Staat” mit den Monsterbildern (siehe oben vor den Fragezeichen) ablenken will. Die beteiligten Seiten nutzen es abwechselnd aber in einem stets einheitlich: negativ, dabei sind sie alle Teil von Subsystemen die das System “Staat” ausmacht.

    77. rosenzweig schrieb am 22. April 2008 at 18:11 - Permalink

      bnny: “Totaler Kapitalismus, lustig, was soll dass denn sein?”
      Das nennt man auch Anarchokapitalismus. Ein theoretisch interessantes Konzept, praktisch kaum umzusetzen angesichts der gegenwärtigen Ausgangssituation. Das du dir “Null Staat”, nur ohne Bildungs-, Kranken-,Sozialsysteme, ohne Polizei, Justiz und Infrastruktur vorstellen kannst und das du damit ja keineswegs alleine stehst, ist der Beleg dafür. Deshalb haben wir halt die Diktatur der “Schwachen”, die Veropferung der Gesellschaft. Fast jeder ist doch heute irgendwie benachteiligt und hat deshalb das Recht darauf, Geld in den Arsch geschoben zu bekommen. Bei Pro-Kapitalismus versus Anti-Kapitalismus geht es nicht um irgendwelche Wissens- bzw. Bildungsdefizite. Es ist im wesentlichen eine Mentalitätsfrage. Am besten zum Ausdruck gebracht von postgrün. “Aber denen, die das alles, in vollem Bewusstsein der Folgen, ernst meinen, den Ideologen, möchte man doch wünschen, in ihrem kapitalistischen Utopia mal tatsächlich leben zu müssen, und zwar dann auf der Schattenseite, als kümmerliche Marktteilnehmer, mit nichts als ihrer Arbeitskraft im “Angebot”, und ohne Schutz und Rücksicht.” Meine Güte. Mit dieser “Schreckensvision” kannst du niemanden Angst einjagen, der prokapitalistisch eingestellt ist. Das ist einfach die Situation in der ich schon xmal war. Entweder du machst was draus oder legst dich auf deine Opferliege. Echte Pro Kapitalisten sind nämlich keine Ideologen sondern Praktiker, die deduktive Schlußfolgerungen umsetzen können. Und die wissen, das man ökonomische Gesetze genauso wenig aushebeln kann wie Naturgesetze. Das wichtigste ökonomische Gesetz lautet: Man kann denselben Kuchen nicht mehrmals essen. Es ist immer ein anderer Kuchen und er muß bezahlt werden. Das war zwar nicht vorgesehen zu Lebzeiten von Keynes und der von ihm inspirierten staatlichen Schmarotzerökonomie. Aber er ist ja auch schon tot. Und die Quittung ist jetzt unterwegs. Dann wird es nicht nur übel aussehen “in den Zentren des Finanzkapitals” sondern richtig schrecklich bei Lidl und Aldi. Die postgrüne Schreckensvision wird schneller kommen als euch lieb ist. Aber unsereins schreckt das ja nicht. Meine Empfehlung: “Die Strategie, für Krisenfälle eine Portion physischen Goldes ins Portfolio einzugliedern, hat sich bis anhin vor allem kursmäßig ausbezahlt. Nun kommt die Krisenresistenz des gelben Metalls als Vorteil hinzu Im Vergleich zu anderen Rohstoffen wie Öl, Gas oder Uran kann die Lagerhaltung auf individueller Basis erfolgen, und genau das ist es, was dem Gold die immer wieder in Frage gestellte Attraktivität verleiht. Soviel zum individuellen Krisenmanagement.” (Anlagekommentar Nr. 254 vom 14. Januar 2008 Wegelin & Co.)

    78. postgrün schrieb am 22. April 2008 at 18:39 - Permalink

      @Rosenzweig

      Wenn du aber Pech hättest, und die historischen Anarcho-anti-kapitalisten (wie Proudhon, Bakunin, …) Recht hätten, dann würden sich unter den von dir skizzierten Bedingungen viele/die meisten Menschen aus eigenem Interesse, aus ihrer Mentalität heraus oder weil es eben in wäre, zu basisdemokratischen Genossenschaften und Kooperativen zusammenschliessen und so die Produktion ohne Staat selbstverwaltet organisieren. Also fast eine Art von Mini-Staaten… Ein solches real existierendes Beispiel aus Spanien habe ich ja weiter oben angeführt, und das ist ja nicht irgendeine Hippieklitsche, sondern hat die Ausmasse eines Großkonzerns.

      Das mit dem leben ohne Staat war ja auch eine alte Utopie der Anarchisten oder antiautoritären Sozialisten wie in Frankreich ’68 – da schrieben sie auch “a bas l’etat” an die Wände, meinten es aber genau andersrum. Da ging es ihnen eher darum, dass der Staat das “Instrument der herrschenden bürgerlichen Klasse” sei, wie im Marxismus. Der alte Streit zwischen Marx und Bakunin – ist der Staat gut oder schlecht.

      Nehmen wir einen glücklichen Unternehmer im Anarchokapitalismus, in dessen privater Fabrik 100 Arbeiter arbeiten, die aber nun auf die Idee kämen, dass es doch eigentlich witziger wäre, die Fabrik selber zu verwalten und die Gewinne selber einzustreichen. Und ja ziemlich einfach, da ein Staat inkl. Gerichten, Polizei, etc. nicht existiert. Aber ich nehme an, in deinem Fall riefe der Unternehemer dann eine Art Privatarmee zur Hilfe, und dann gäbs Bürgerkrieg. Gab es in Deutschland ja alles ansatzweise schon, um 1918 herum, Räterepublik und Freikorps. Privatarmeen gibts heute ja auch, Blackwater und Co.

      Was an solchen Zuständen heute aber so besonders erstrebenswert sein soll, erschliesst sich mir nicht. Die meisten Menschen ohne Nietzsche-Komplex wollen nun mal einfach nur friedlich und einigermaßen sicher ihr Leben leben, lieben, Familien gründen, Dinge erforschen und Ideen und Kultur schaffen, Wettkämpfe gewinnen, kreativ sein, etc., und keinen andauernden knallharten Daseins-Überlebenskampf, bei dem es um Leben und Tod geht. Das ist ja der Sinn von Kultur, das abzuschaffen. Das alles magst du verächtlich als Opferhaltung beanstanden, aber es ist ja nicht so, dass man dir Wagnis und riskant-innovatives Leben verwehren will – nur das auf Kosten Anderer, Schwächerer zu tun, die dabei garnicht erst gefragt werden, finden einige eben etwas unfein. Anosnten sollst du natürlich auch nach deiner Facon selig werden dürfen. Wären Hochrisikosportarten nicht auch eine Alternative?

    79. rosenzweig schrieb am 22. April 2008 at 19:22 - Permalink

      @postgrün: “Die meisten Menschen ohne Nietzsche-Komplex wollen nun mal einfach nur friedlich und einigermaßen sicher ihr Leben leben, lieben, Familien gründen, Dinge erforschen und Ideen und Kultur schaffen, Wettkämpfe gewinnen, kreativ sein, etc., und keinen andauernden knallharten Daseins-Überlebenskampf, bei dem es um Leben und Tod geht. Das ist ja der Sinn von Kultur, das abzuschaffen.”
      Ja genau, und dafür bietet der Kapitalismus die besten Voraussetzungen. Das siehst du natürlich nicht so. Wie gesagt, eine Mentalitätsfrage. Deshalb empfindest du meine Lebenseinstellung als die Glorifizierung eines “andauernden knallharten Daseins-Überlebenskampfes”. Bei mir ging es noch nie um Leben und Tod sondern einfach nur darum Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Und das sollte einem keine Kultur abnehmen dürfen. Und genau das passiert in dieser, unserer Kultur. Sie produziert das, was Davila “Sklaven ohne Herren” nennt. Mit Proudhon und Bakunin hab ich nichts am Hut. Ich kenne solche “anarchistischen” Mini Staaten. Da findest du immer einen Minidiktator mit Harem. Selbstverwaltete Produktion endet in Schlamperei und Armut und wird dann manchmal noch prekär durch Transferleistungen von außen eine Weile am Leben gehalten. Die produktiven Elemente wandern ab. Wie im Ostblock. Ich halt mich an Max Stirner, was Anarchisten betrifft.
      Arividerci. Computer aus für heute.

    80. name schrieb am 22. April 2008 at 20:41 - Permalink

      Rosenzweig, so ein produktives Element wie Du darfst doch nicht einfach verschwinden: Wo bleibt da die beschworene Verantwortung: als Megaultrakapitalist mit Künstlerkasse und Mises Stirnchen bist Du unabkömmlich.

      Wenn das zeichnende Führer und der poetische Goebbels wüsste.

      Zweig der Rosen: meine Stimme für die mohnsiche Familiensendung “Deutschland sucht den Superkapitalisten” haste auf jeden Fall sicher, aber nur, weil ich Bertelsmann so mag.

      Ach ja, ich wünsche neben dem mindgrünen Hausschuh für Dich natürlich noch mehr soziale brennende Punkte, und werde mal beim Vorstand meines Vertrauens den Antrag einreichen, statt HarzIV jedem Anspruchsbrechtigten eine nagelneue Ak47, das neue Strassenkriegsmodell, als Bartergeschäft zu überlassen, damit es endlich wieder ganz kapitalistisch hier und überall aufwärts geht: aber auch in deinem Haus und Garten, und mit deinem Auto natürlich.

      Du sollst ja aktiv und ganz praktisch erleben dürfen, was so richtiger Überlebenskampf für so eine Grüzlibergidylle wie Dich bedeuten könnte. ;)

    81. rosenzweig schrieb am 23. April 2008 at 08:47 - Permalink

      “Verantwortung für sich selbst zu übernehmen” ist in Neusprechdeutsch natürlich ein Nullsatz, der lediglich bedeutet, das jemand, der auf der Ebene des realen Daseins schon alle Verantwortung abgegeben hat, nun im therapeutischen Kontext eine Simulation kreiert in der er so tut, als würde er Verantwortung für sein Leben übernehmen: “Heute hab ich die Fernbedienung”

      @postgrün: “Nehmen wir einen glücklichen Unternehmer im Anarchokapitalismus, in dessen privater Fabrik 100 Arbeiter arbeiten, die aber nun auf die Idee kämen, dass es doch eigentlich witziger wäre, die Fabrik selber zu verwalten und die Gewinne selber einzustreichen. Und ja ziemlich einfach, da ein Staat inkl. Gerichten, Polizei, etc. nicht existiert. Aber ich nehme an, in deinem Fall riefe der Unternehemer dann eine Art Privatarmee zur Hilfe, und dann gäbs Bürgerkrieg. Gab es in Deutschland ja alles ansatzweise schon, um 1918 herum, Räterepublik und Freikorps. Privatarmeen gibts heute ja auch, Blackwater und Co.”

      Ich lese gerade und immer wieder die Tagebücher von Graf Kessler. Sehr empfehlenswert. Vor allem was die Periode um 1918 betrifft. Sich diese Zeit als Schreckensbeispiel für Anarchkapitalismus rauszupicken, ist Quatsch. Zu dieser Zeit war das, was Voraussetzung ist für Anarchokapitalismus ist, nämlich ein sicheres Gefühl für Recht, was im wesentlichen Eigentumsrecht ist, in der Bevölkerung schon erodiert. Und das das nicht besser geworden ist, sondern das sich der Schwachsinn ala “Eigentum ist Diebstahl” in den Stammhirnen festgefressen hat, belegt das Beispiel mit der Betriebsbesetzung. Es gibt allerdings eine historische Periode, in der Polizei und Justiz privatisiert waren und sozusagen anarchokapitalistische Verhältnisse geherrscht haben: das war die Zeit des wilden, wilden Westens. Das hat besser funktioniert als man denkt, wie man so denkt heute. Von dieser Kraft hat Hollywood noch lange zehren können. Also, zückt die Colts!

      Und lieber Herr Name, ich weiß nicht, ob du in einem sozialen Brennpunkt großgeworden bist. Ich bin es. Ich kann da heute noch durchgehen, ohne Ak47 und ohne testesteron geschwängerte Angstschweißhysterie zu verbreiten. Du auch?

    82. misterL schrieb am 23. April 2008 at 09:09 - Permalink

      @rosenzweig

      Den “totalen Kapitalismus” wollen doch selbst BDI & Co. KG nicht. Sie quasseln zwar immer davon, dass der “Staat” sich aus allem heraus halten soll, aber wo immer der “Staat” als Regierung durch die Welt reist sitzen BDI & Co. KG mit im Flieger, um an den vom “Staat” gebauten Pfaden der Handelsbeziehungen ihre Fabriken zu errichten.

      Es war der “Staat” wieder als Regierung verkleidet, der zur Freude von “Staat” (im “Staat”)BDI & Co. KG und unter Beifall und Mithilfe vom “Staat” (im “Staat”) diesmal als Polit-Infotainment Helfer in den Medien angetreten Hartz I bis IV um- und durchsetzten und damit der “Staat” als Regierung alles möglich Tat, um dem “Staat” im “Staat” (die BDI & Co. KG) zu helfen, nur eins nicht, sich raushielt aus dem, was die BDI & Co. KG als Markt versteht.

      Sollte der “Staat” wieder als Regierung daher kommen und zB die Abschreibung von FirmenPKWs ohne Ausnahme in ein Gesetzbuch schreiben, was gäbe es einen Aufschrei in der Nation gerade von der BDI & CO. KG. Heisa, da würde der “Staat” aber sowas von angegangen, aber wieso bezahlt über Umwege der “Staat” diesmal als Normalbürger angezogen die Flotte der Manager und Firmeninhaber? Da soll sich der Anteil “Staat” bitte nicht heraushalten. Wäre ja noch schöner, wenn der Kapitalist seine Luxusflotte vollständig selber zahlen müsste statt sie auf den “Staat” umlegen zu können. Da wird dann sofort die Frase: “Neiddebatte” gezogen, um den “Staat” (als Regierung) auf Kurs und den “Staat” Normalbürger den Mund zu schliessen.

      PS: Kann man hier unter irgendwelchen Bedienungen seine Texte später noch editieren? postgrün mit (#69 und seinem @ an mich) habe ich gestern auch weit nach 16:00 so nicht gesehen?!?

    83. salvo schrieb am 23. April 2008 at 09:22 - Permalink

      “nämlich ein sicheres Gefühl für Recht, was im wesentlichen Eigentumsrecht ist”

      ach so, Menschenrechte werden vermutlich in diesem ‘Weltbild’ den Eigentumsrechten subsumiert. ZU diesen ‘wesentlichen’ Eigentumsrechten hätte ich noch eine Frage: Sind die denn universell oder exklusiv für jene, die sie sich einfach nehmen? Warum zB schienen sie nicht für die Ureinwohner Amerikas zu gelten, damals, im Land der rauchenden Colts?

      “Von dieser Kraft hat Hollywood noch lange zehren können. Also, zückt die Colts!”

      wie paßt das denn zur archetypischen Vision von friedvoll miteinander lebenden freien Menschen? Dass der ‘Staat’, selbt der kapitalistisch organisierte da zum totalen Feindbild wird, wird hier angesichts solcher ‘Träume’ – oder sollen wie sie ‘Visionen’ nennen – verständlich. Kann er doch den ‘freien’ Mann daran hindern, von seinem Colt Gebrauch zu machen, um zu ‘Eiegntum’ zu kommen. Da ist Hollywood eine feine Sache, da die Wirklichkeit zum Schein und Raub und Mord zu Freiheit und Eigentum werden

      du solltest nicht so viel Zeit alleine vor dem Fernseher verbringen :-)

    84. rosenzweig schrieb am 23. April 2008 at 09:49 - Permalink

      Langsam wirds langweilig. So wie die PI ler ihre Angst vor den “Musels” ausschwitzen, macht ihr es hier vor irgendwelchen “Wölfen”. Die armen Schafe. Die bösen Kapitalisten. Mannomann. Euer Kapitalist ist eine paranoide Kunstfigur, den ihr euch aus irgendwelchen Artikeln zurechtschraubt. Die Wirklichkeit findet tatsächlich nicht im Fernsehen statt.
      Angst fressen Seele auf.
      War nett euch kennengelernt zu haben.
      Tschüß.

    85. salvo schrieb am 23. April 2008 at 10:02 - Permalink

      “Langsam wirds langweilig”

      ma no, mi fai morir dal ridere!

      enttäuschend dieser Abtritt, ist das das Ende der ‘anarchokapitalistischen Bekehrungsmission’ hier? Ich denke nicht, der nächste eifrige Missionar wird nicht lange auf sich warten lassen, denn spiegelfechter ist voll der Heiden :-)

      “Kapitalist ist eine paranoide Kunstfigur”

      die mit der vom ‘bösen Staat’ auszutauchen wäre

    86. misterL schrieb am 23. April 2008 at 10:09 - Permalink

      @rosenzweig

      Tschüss auch – das reale Leben ist halt ein Dornenbusch mit Früchten. Der Punkt ist nicht die Angst davor sich zu picksen beim Naschen der Früchte, sondern der Kampf um dessen Früchte, wer den Preis bestimmt und die Regeln wer, wann wieviel bekommt und (für mich derzeit wichtiger) dies als solches auszudrücken.

      Möglichst ideologiefrei verständlich “sagen” (hier schreiben) was ist. Also etwas tun, womit man sich am Besten blamieren kann.

    87. postgrün schrieb am 23. April 2008 at 23:57 - Permalink

      Noch eine verspätete Antwort an Rosenzweig:

      “Ich lese gerade und immer wieder die Tagebücher von Graf Kessler. Sehr empfehlenswert.”

      - danke für den Tip, werde ich mir bei Gelegenheit mal ansehen!

      “Sich diese Zeit als Schreckensbeispiel für Anarchkapitalismus rauszupicken, ist Quatsch. Zu dieser Zeit war das, was Voraussetzung ist für Anarchokapitalismus ist, nämlich ein sicheres Gefühl für Recht, was im wesentlichen Eigentumsrecht ist, in der Bevölkerung schon”

      - Einspruch – wieso sollte Recht denn im wesentlichen Eigentumsrecht sein, wie du hier postulierst? Wieso sollte es diese herausragende Stellung besitzen? Das ist leider auch nur Ideologie. Wie sollte sich das denn philosophisch herleiten und begründen lassen? Recht ist doch etwas komplexer und umfasst viel mehr menschliche Belange, die teils ja auch widersprüchlich sind.

      Und die ganze Idee “Eigentum” ist nun mal, im Gegensatz zu den “Habseligkeiten”, ein eher abstraktes und schwer fassbares oder begründbares Phänomen. Letztlich ist es nichts weiter als eine soziale Übereinkunft. Völlig imaginär. Zeichen auf Papier.

      Den meisten älteren Kulturen wäre die Idee, dass etwa ein Berg oder eine Quelle einer einzigen Person gehören könnte und sollte, höchst fremd gewesen. Außer, es handelte sich da um den “König”, oder eine vergleichbare Sonderperson – da ist man dann schon im Feudalismus. Wem gehört die Sonne?

      Der Liberalismus rechtfertigt das Privateigentum an (z.B.) Boden nach Locke und dem Naturrecht philosophisch so, dass der Urahn jedes heutigen Eigentümers einst, zu “Wildwest-Zeiten”, loszog in die terra incognita, dort seinen Claim absteckte, den Boden bearbeitete, die Früchte erntete (real oder metaphorisch gesprochen), und dann sein so erworbenes Eigentum vererbte.

      http://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke#Eigentum

      (Ein böswilliger Mensch könnte hier jetzt argwöhnen, dieser ganze Eigentums-Liberalismus sei von diesen Grafen und Philosophen ersonnen worden, um die aus dem Feudalismus/Frühkapitalismus herrührenden Eigentumsverteilungen in der Demokratie zu zementieren, und zugleich zu rechtfertigen…)

      Nun mag sowas im wilden Westen irgendwie funktionieren, oder in der Steinzeit, also dann, wenn noch viel unbesiedeltes, unerschlossenes Terrain vorhanden ist für die “Pioniere”. Schon dann setzt sich der Stärkere eher durch als der Schwächere, es ist ein ziemlich primitives Prinzip. Der Vorteil ist auch klar: Ohne Gängelung können die Pioniere sich verwirklichen und als Eroberer und Schöpfer erleben. Sicher sehr spannend!

      Aber in einer komplexen hochindustrialisierten Welt wie unserer, wo alles bereits seit Generationen aufgeteilt ist, wenn man geboren wird, muss man dann schon entweder auf Raumfahrt (derzeit noch zu kostspielig), oder eben auf Konzepte wie “geistiges Eigentum” ausweichen, um überhaupt noch imaginäre Claims zum abstecken für die nachwachsenden Generationen bereitzustellen, die nichts oder kaum was geerbt haben. Anders als im wilden Westen KANN aber garnicht jeder den neuen Pophit komponieren oder ein neues Energiespeicherverfahren entwickeln, usw. Da hakt es also schon, bei der Chancengleichheit. Und beim geistigen Eigentum wird auch ersichtlich, dass dieses mit anderen menschlichen Prinzipien in Konflikt gerät: Die Gedanken sind frei, sie wandern von Mensch zu Mensch, so entstand Kultur. Wie albern ist es z.B., jetzt überall kleine imaginäre Zollhäuschen namens “Digital Rights Management” aufzustellen, nachdem man gerade schon die Technologie entwickelt hat, die alles verlustfrei kopieren und millionenfach bereitstellen kann, das sich in Bits und Bytes verwandeln lässt… nur um die liberale Eigentumsphilosophie irgendwie ins digitale Zeitalter zu retten. Gerade einem echten Liberalen müsste da doch eigentlich das Herz brechen: Grenzen! Zollschranken! Kontrolle!

      Und nun haben wir im – deiner Ansicht nach zu sozialistischen – Deutschland derzeit solche Verhältnisse, in denen die reichsten 10-20% ca. 60% der Vermögen/Werte besitzen. Die 10 ärmsten Prozent haben so gut wie nix, oder Schulden. Ohne Umverteilung irgendeiner Art werden sich diese Verhältnisse nur weiter fortsetzen und sogar noch verschärfen, wie derzeit schon sichtbar. Und all das aufgrund der liberalen Eigentumsphilosophie. Die wiederum aber dabei selbst auf dem Markt der Meinungen auch mit anderen Ansichten und philosophischen Konzepten konkurriert, und sich als diesen überlegen beweisen muss – und das für eine Mehrheit, bzw. für alle, wohlgemerkt, nicht nur für die lautstarke Minderheit, die von diesen Verhältnissen derzeit so profitiert. Und da kommst du nun an mit – Anarchokapitalismus.

      Im Übrigen – wenn dein Anarchokapitalismus zu Wildwestzeiten bereits existierte, und so gut funktionierte, warum haben die Menschen ihn denn dann wohl blos wieder abgeschafft?

    88. salvo schrieb am 24. April 2008 at 09:31 - Permalink

      nur als Veranschaulichung eines progressiven emanzipatorischen Anarchismus

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12335

      Kapitalismus ist anarchisch nur im negativen Sinne: Durch die ideelle Abwesenheit vom ‘Staat’. Real hat es diesen Zustand nie gegeben, da die kapitalistische Wirtschaftsordnung per se soziale Verhältnisse reproduziert, die eben nur durch institutionelle Strukturen stabilisiert werden können, in welcher Mischung von Umverteilung, Repression, Mitbestimmung, kulturelle Integration usw wird politisch und ideologisch bestimmt. Wie es bestimmt wird hängt vom Grad der Demokratisierung (im basisdemokratischen und emanzipatorischen Sinne) der politischen Entscheidungsfindung.
      Der Anarchokapitalismus ist nur eine Idee, es gab ihn nicht einmal im ‘wilden Westen’, dessen ‘freie Wirtschaftssubjekte’ soviel ‘Zentralgewalt’ (wer die kontrollierte ist einen andere Frage) brauchten, wie nötig war, um das Genozid an den Ureinwohnern zu vollziehen, und sich gegen die Interessen anderer nationaler Konkurrenten durchzusetzen. Daran sehen wir, dass der ‘Staat’ an sich auch nicht pre se etwas Positives ist, sondern eine Funktion von gesellschaftlicher Herrschaft ist.

    89. postgrün schrieb am 24. April 2008 at 11:09 - Permalink

      Die taz scheint hier mitzulesen:

      http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/gruene-sind-immer-noch-links/?src=HL&cHash=263a1b0ec8

    90. postgrün schrieb am 24. April 2008 at 11:46 - Permalink

      Die Nachdenkseiten lesen auch die taz, und sind sich nicht ganz sicher, ob die Grünen so links sind, wie die taz meint:

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3178#more-3178

    91. bnny schrieb am 24. April 2008 at 11:46 - Permalink

      “Daran sehen wir, dass der ?Staat? an sich auch nicht pre se etwas Positives ist, sondern eine Funktion von gesellschaftlicher Herrschaft ist.”

      Die sich im übrigen automatisch wiedergenerieren würde, sollte man sie kurzzeitig komplett abschaffen. Wie soll man denn in jenem Anarchokapitalismus verhindern, dass Menschen sich zusammenschliessen, um im Kampf um Ressourcen gemeinsam eine bessere Position zu erhalten?
      Aus dieser Gruppenbildung entstehen dann Clanstrukturen mit Anführern, deren Herrschaftsanspruch dann an die Nachkommen vererbt wird, und wir hätten wieder ein Feudalsystem mit sich gegenseitig bekämpfenden “Warlords”. Als Gegenbewegung entstehen wehrhafte Städte, diese werden mächtiger, schliessen sich zusammen und schaffen nach einiger Zeit wieder etwas wie einen Staat.

      Schade dass Rosenzweig nicht mehr bei uns ist, ich wüsste gerne mal, wie,auf welcher Stufe und mit welcher Berechtigung er diesen Prozess einfrieren möchte…

    92. salvo schrieb am 24. April 2008 at 12:11 - Permalink

      ja, die Grünen, die Partei der besserverdienenden Linke, der Menschen also, die sich buchstäblich ‘Ideale’ noch leisten können :-)

      “Gewerkschaften kritisieren Koalitionsvertrag von CDU und GAL in Hamburg. Beschäftigte, Auszubildende und Erwerbslose sind die Verlierer”

      http://www.jungewelt.de/2008/04-24/053.php

    93. Mile schrieb am 24. April 2008 at 16:41 - Permalink

      Hamburg ist vielleicht wirklich ein Sonderfall und man kann es ein wenig mit den USA vergleichen.

      Auch hier wählt der Hausherr konservativ und die Ehefrau quasi als Ausgleich dann “links”.

      p.s.
      auch schon ein Geschenk bekommen?
      http://www.die-topnews.de/handy-rasierer-und-zahnbuerste-fuer-deutschlands-blogger-37583

    94. Spiegelfechter schrieb am 24. April 2008 at 16:46 - Permalink

      @Mile

      p.s.
      auch schon ein Geschenk bekommen?

      Yep, vorgestern. Leider passt der Akku nicht in mein normales Handy (Motorola Razr); aber als Notwecker kann man das Ding immer noch gebrauchen und Rasierklingen sind ja mächtig teuer geworden.

      Aber Kompliment an die Agentur, die sich das ausgedacht hat. Mit so wenig Kosten haben die einen ordentlichen Werbeerfolg erzielt. Deutschlands Blogger sind billig zu haben.

      Für alle Agenturen, die mitlesen: Unter einer Flasche Single Malt (mind. 12 Jahre) bin ich nicht zu kaufen ;-)

    95. salvo schrieb am 28. April 2008 at 13:12 - Permalink

      grün wirkt :-)

      “Die bösen Sachen (Elbvertiefung, Studiengebühren, Abschiebungen) sind alle schwarz, und die guten Sachen (Sozialticket, Straßenbahn, längeres gemeinsames Lernen) sind alle grün. Sogar aus der CDU-Perspektive stellt sich das so dar, soll sich das so darstellen: Das Gute an von Beust ist nicht das Schwarze, sondern das Grüne.
      Und was nicht passt, das wird halt passend gemacht. Im Hamburger Koalitionsvertrag finden sich dann auch geradezu groteske Sätze wieder: ?Ausländische Straftäter, gewaltbereite Islamistinnen und Islamisten und terrorverdächtige Gefährderinnen und Gefährder werden auch weiterhin konsequent abgeschoben? ? der “Krieg gegen den Terror” geschlechtergerecht ?gegendert?. ?Ergänzungskoalition? lautet die offizielle grüne Sprachregelung hierfür.”

      http://www.zeit.de/online/2008/18/schwarz-gruen-zion

    96. Ick schrieb am 30. April 2008 at 01:36 - Permalink

      Im Kern richtig, in der Rhetorik falsch.
      1. Der Drang zu Rebellion und Veränderung ist eine Eigenschaft der Jugend, die typischerweise mit dem Alter (und der Verantwortung/Verführung) verfliegt. Das ist nicht dasselbe, wie sich mit den Nazi-Groß/vätern auszusöhnen.
      2. Die Anti-Atomhaltung der Grünen ist keineswegs “rein ideologisch”; die Partei ist Ende der 70er aus den massiven Protesten gegen die atomare Aufrüstung Deutschlands mit Mittelstreckenraketen entstanden. Und dann gibt es ja auch die handfesten Gesundheitsrisiken, die der Umgang mit spaltbarem Material so mit sich bringt – insbesondere die bis heute ungelöste Endlagerung.
      3. Stammzellenforschung ist bei allen Parteien umstritten. Natürlich besonders, wenn man Gentechnik und Konsum auf Kosten der Natur traditionell, bzw. “ideologisch” kritisch gegenübersteht.
      3. Angela Merkel als Ostdeutsche und studierte Physikerin dürfte eher wenig natürliche Tendenz zum “Green Conservatism” haben. Allerdings ist sie eher die Integriererin als eine, die mit dem Kopf durch die Wand geht.
      4. Macht macht flexibel. Und ein Publikum macht geschwätzig.

      Ich zähle mich zwar nicht dazu, aber ich gebe die Ur-Konservativen nicht auf. Da haben doch letztes Jahr die bigotten Urgesteine Gauweiler und Wimmer als Einzige die – abgeschmetterte – Verfassungsbeschwerde gegen den Tornado-Einsatz in Afghanistan eingelegt, und dabei recht deutliche Worte für die Aktivitäten der Amis gebraucht. Respekt, meine Herren!

    97. salvo schrieb am 20. Mai 2008 at 19:09 - Permalink

      Gibt es wieder echte Grüne?

      “Eine gemeinsame Erklärung von 500 linken Grünen (wahrscheinlich überwiegend junge) macht Mut. Sie ist nicht nur im Inhalt, sondern auch im Tonfall ungewöhnlich. Die Unterzeichner weigern sich, ?eine Arbeit zu machen, die wir hassen, um uns eine Scheiße zu kaufen, die wir nicht brauchen? und fordern mit Rousseau, ?dass die Früchte allen gehören und dass die Erde niemandem gehört?.”

      http://www.hinter-den-schlagzeilen.info/sys/id/5143-Gibt-es-wieder-echte-Gruene


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