Totale Kontrolle bei Hartz IV?
geschrieben am 25. Juni 2010 von Frank Benedikt
ein Gastbeitrag von Frank Benedikt
Eines der größten Probleme bei erwerbsfähigen ALG-II-Empfängern ist, neben ihrem für Untätige zu hohen Kalorienverbrauch und ihrem Hang zum Warmduschen, das der Mobilität. Einerseits sind sie nicht mobil genug, um mal eben 600 Kilometer entfernt einen Job anzutreten, andererseits sind sie sehr mobil, wenn es darum geht, Arbeitsgelegenheiten und Terminen auszuweichen. Obwohl ihnen ein mehrtägiges Verlassen der Stadt oder ein Krankenhausaufenthalt ohne Benachrichtigung der zuständigen ARGE untersagt sind, kommt dies doch immer wieder vor und die Fallmanager klagen darüber, daß sie ihren Kunden hinterherlaufen müssten. Damit dürfte in Kürze Schluß sein.
Wie aus gutunterrichteten Kreisen zu hören ist, haben die Bundesagentur für Arbeit und Apple Inc. in einem bisher einmaligen Beispiel für Private Public Partnership eine revolutionäre Lösung für dieses Problem gefunden ? das sogenannte ?iHartz?. Dabei handelt es sich um ein tragbares Sende- und Empfangsgerät, das es ermöglicht, per Satellit alle Hartz-Empfänger notfalls auch global zu orten und sie via Backchannel direkt von ihrer jeweiligen ARGE aus anzusprechen. So können sie beispielsweise bei Schneefall direkt zum Schneeschippen in ihrer näheren Umgebung eingesetzt werden. Mag das Ganze auch die zu erwartenden Kritiker, also vor allem Bürger- und Menschenrechtler sowie Datenschützer, zunächst an die ?elektronische Fußfessel? erinnern, so dürften auch sie bald die unbestreitbaren Vorteile dieses Systems erkennen; das zuständige Projektteam der Bundesagentur verspricht sich jedenfalls viel davon.
Das Gerät selbst dürfte ? nach iPod, iPhone und iPad ? ein weiterer Megaerfolg für die findigen Tüftler aus Cupertino werden und ist wie zu erwarten handlich und von schlichtem, ultrastylischem Retrodesign (s. Abb. 2). Apple Inc. rechnet nach Markteinführung in Deutschland mit einem Absatz von rund fünf Millionen Einheiten allein im ersten Jahr. Sollte der Vertragsabschluß zustande kommen, dürften die Apple-Aktien an den Börsen ein weiteres Kursfeuerwerk erleben.
Das ?iHartz? wird, abzüglich einer Selbstbeteiligung von 10 Euro, für Bezugsberechtigte in allen ARGE-Shops und -Outlets kostenfrei erhältlich sein. Darüber hinaus soll es als Gratis-Bonus-Package dieses chice Tragetäschchen (s. Abb. 1) geben, genannt ?iSack?. Wer sich nun verapplet fühlt, na ja ?
Frank Benedikt

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Danke für den Lacher zum Feierabend! :)
Ich verstehe nicht, warum es eine Hartz-App nicht auch getan hätte. Ist doch bekannt, dass jeder Hartz4-Empfänger ohnehin schon ein iPhone hat.
Falsch – ich habe weder ein I-dingens noch ein Handy.
Da auch in Großbritannien die entsprechende Unterstützung im Ausland erlischt, rief auf einem britischen Flughafen ein Plakat dazu auf, unterstützungsberechtigte Reisende zu denunzieren.
Hehe, der iHartz passt ja perfekt ins Apple-Portfolie, genau wie das iRack ;)
Ich finde das toll! Wenn mein Wagen mal wieder eingeschneit ist, kann ich mir direkt über mein iPhone Abhilfe ordern. Wofür zahle ich denn Steuern! ;-)
*duckundweg*
Eine schöne Glosse :-)
Das lachen bleibt mir ein wenig im Halse stecken, weil die “lustigen” Möglichkeiten schon heute machbar sind und wohl auch schon bei bestimmten Personengruppen eingesetzt werden. Mit ein wenig Augenzwickern könnte man sagen: isecuretrac macht evtl. das Monitoring und je nach Bedarf schauen mal kurz die Berater von Moskau Inkasso nach dem rechten.
1984 is not a howto!
schöner artikel :)
Wie in der Informationstechnologie üblich plant man schon für den nächsten Innovationszyklus, nachdem alle unabweisbar Existierenden ihrer gerechten Arbeit zugeführt worden sind: http://www.youtube.com/watch?v=x3g4SRjPSSI
@ SkycladGuardian, #3:
Danke für den Hinweis auf das iRack – das hat mir in meiner Sammlung noch gefehlt :-)
Schönes Wochenende
Frank
Wunderbar.
ymmd :-)
So eine labberige Satire ohne Stil und Schärfe hätte ich hier nicht erwartet. Dem zuweilen berechtigt nachgesagten Kindergarten-Niveau der Mac-Community steht dieser Artikel ab dem zweiten Absatz in nichts nach.
@Robin
Da haben wir ja gleich zwei Klappen mit einer Fliege geschlagen l!!!1!!111!!eins
Der Artikel ist gähn! Achso als Glosse markiert, trotzdem gähn.
Vorhersehrbar, uraltgag, auf dem Niveau von Forenkommentaren bei Heise.
@1
Noch lachst Du. Ich prophezeihe:
In spätestens zehn Jahren wird es eine Nutten-Peter-IV-Opfer-Standortüberwachung geben. Unsere neuen Sterne werden sich dann RFID nennen.
Leider habe ich in den letzen 15 Jahren mit meinen – durchaus auch artikulierten – Befürchtungen bezüglich der Nutzungsentwicklung der IT zu 100% Recht behalten. Soweit ich mich erinnern kann :-).
Übrigens soll für Nutten-Peter-IV-Opfer das Briefgeheimnis abgeschafft werden:
http://www.fr-online.de/top_news/2786869_Post-scannt-Briefe-fuer-Arbeitsagentur.html
Ja, war blöde. Flach wars auch. Sonst schreibste gut…
Lg,
Ollie
Für ‘nen Augenblick hab ich das ernst genommen, aber spätestens bei “iHartz” dämmerte es mir dann doch. :D
Wie dem auch sei, bring die Damen und Herren in Berlin bitte nicht noch auf solche Ideen. Die sind schon so verzweifelt, dass sie Nebelbomben und künstliche Aufreger der Marke “iPad im Bundestag” brauchen, um noch von dem gigantischen Misthaufen abzulenken den sie momentan bauen. Die würden locker auch auf solche Ideen anspringen. ;)
Naja, der Brüller war das jetzt nicht wirklich, obwohl zwei meiner “Lieblings-Haßobjekte” vorkamen.
Aber nur weil’s gegen Apple und Hartz4 geht ist der Artikel nicht automatisch lustig. Bißchen lahm und zahm für meinen Geschmack. Außerdem auch nicht gerade innovativ.
Tut mir leid, aber wir Hartzer müssen an allem sparen – sogar am Humor ;-)
Sie wollen Hartzer sein? Lachhaft!
Wer so Dumm ist und spart, hat selber Schuld.
Wehren ist angesagt!
So wie es Th. Kallay vorgemacht hat!
Ich klage ebenfalls – zur Zeit sind vier Klagen vor dem SG noch offen.
Haushaltsenergie – Thermenstrom – kostenaufwändige Ernährung – Zusatzbeitrag Krankenkasse
leider finde ich solche Witze auf Kosten von Menschen, die eh keine Lobby haben und die man in diesen Land auch wieder auf andere Art als die Vordenker von 1933 KZ(inter)niert.
Diese Menschen haben die Medien schon lagen entmenschlicht. Sie dienen nur noch dazu, andere anzutreiben (Verlust des Heiligen Arbeitsplatzes) und als eine Art von “FeindBild”.
Es bedarf kein Apple Apps, sondern die Armutsindustrie sorgt für die Überwachung. Entweder durch Stasi-Methoden, wo direkt Leute auf andere angesetzt werden oder sie werden in sinnlose Maßnahmen gesteckt, wo denn auch gleich ein Profil erstellt wird.
Was gerade bei Arbeitslosen an versuche unternommen werden, z.B. die Digitalisierung ihrer Post
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitsagentur-daten-debatte-sensibler-griff-zur-arbeitslosen-post-1.965417
und so das aufheben des Briefgeheimnisses. Das alles sind Feldversuche, die irgendwann auf Alle übertragen werden.
Doch egal, ob die Vordenker wie bei Mengele Versuche in Namen der arischen Rasse durchgeführt haben, unternehmen sie jetzt Versuche auf anderen eben mit den unwerten Leben.
Es ist kein “Wunder”, dass so viel “Hartzies” Medikamente nehmen. So hat an eine relativ Homogene Gruppe, die man sehr gut kontrollieren kann.
Wir leben im Wirtschaftsfaschismus…
”
Frank Benedikt schrieb am 26. Juni 2010 at 01:09 – Permalink Antworten
Tut mir leid, aber wir Hartzer müssen an allem sparen ? sogar am Humor ;-)”
Assi, fress scheiße!
Das darf den nur keiner Zutragen sonst kommen die echt noch auf solch einen Scheiß!
Die Überwachung und der gläserne Mensch sind so schon schlimm genug!
Mir sind da zuviele ?Fragezeichen? in der ?iGlosse? die ?weder? lustig noch ?neu? ist. Abgesehen davon, ?daß? wie bereits ?erwähnt? die Schärfe fehlt?!?
Happy ?iHolidays?
Lustiger Beitrag – mehr davon!
Nur schade, dass einige in ihrer geistigen Verbohrtheit selbst hier sich kein Schmunzeln abringen können und gleich wieder auf den “Alles-ist-scheiße-Zug” aufspringen. Wer seinen Sinn für Humor verloren hat, dem kann so schnell nichts mehr helfen. Wie konnte es nur so weit kommen? Ihr habt mein Beileid…