Und täglich grüßt das Murmeltier
geschrieben am 23. April 2008 von Spiegelfechter
Der „Murmeltiertag“, der alljährlich in Punxsutawney Pennsylvania gefeiert wird, diente schon der bekannten Filmkomödie als Vorlage – die gestrigen Vorwahlen der Demokraten in Pennsylvania lassen das Präsidentschaftskandidatenfindungsprozedere ebenfalls endgültig zum „Murmeltiertag“ verkommen. Ein Kandidat entscheidet das Rennen knapp für sich, allerdings zu knapp um als Sieger gelten zu können, während der Verlierer zu knapp verliert, um die Flinte ins Korn zu schmeißen. Die Kandidaten und die Medien konzentrieren sich derweil bereits auf den nächsten „Murmeltiertag“, jeder fragt sich, ob letztendlich erst der Nominierungskongress im August Klarheit bringen wird und SPON-Enfant terrible Gabor Steingart erklärt den Kandidaten Obama für tot – jetzt aber endgültig.
Amerika, Du bist nicht zu beneiden. Erst wählten die „Hillbillies“, „Rednecks“ und der „White Trash“ zwei mal in Folge George Bush den Jüngeren als Präsidenten, und nun lässt es sich die gleiche Gruppe nicht nehmen, Hillary „Mama Warbucks“ Clinton zu unterstützen – obgleich sie sich damit selbst in die undankbare Lage bringen würden, bei den „echten“ Wahlen zwischen zwei ihrer Kandidaten wählen zu müssen. Die Schwarzen, die Gebildeten und die Jungen wählten wie eh und je den Hoffnungsträger, der im diesen Jahr nicht Gore oder Kerry, sondern Obama heißt und wahrscheinlich – sollte er denn nominiert werden – ähnlich knapp wie seine Vorgänger gegen den Kandidaten der Ungebildeten, Religiösen und Alten verlieren wird. Aber warum sollte es den progressiven Amerikanern auch besser gehen als uns?
Clintons fortgesetzter Wahlkampf schadet vor allem Obama, der nach aller Wahrscheinlichkeit für die Demokraten antreten wird. Würde sie zumindest einen ehrlichen Wahlkampf führen, so wäre sie ein dankbarer Sparringspartner für Obama, der das Interesse der Medien von McCain abziehen könnte, der keinen seriösen Gegner mehr hat. Aber Clinton ist von Ehrgeiz zerfressen und die Präsidentschaft ist ihr großer Traum, den sie erst dann aufgeben wird, wenn wirklich gar nichts mehr geht. Bis dahin wiegt sie sich in Selbsttäuschung und schaltet ihre Angriffslust von „Murmeltiertag“ zu „Murmeltiertag“ eine Stufe höher. Ihre Taktik ist Obama zu demontieren und als unerfahrenen Jungspund darzustellen, der nicht fähig ist, die letzte verbliebene Weltmacht, die sich im freien Fall befindet, zu regieren. Um dies zu verdeutlichen, greift sie tief in Trickkiste der Propaganda und lässt sogar das alte Phantom Osama bin Laden in einem Werbetrailer wieder auferstehen.
Zu marschierenden Soldatenstiefeln, geschlossenen Tankstellen, Katrina, Wirtschaftscrash, Pearl Harbor und bin Laden, begleitet von patriotischer Musik, vermittelt Clinton den Eindruck, sie wolle die Soldaten losschicken, um all diese Probleme lösen zu können – was man ihr durchaus abkaufen kann. Der Spot erinnert mehr an ein cinematographisches „Mein Kampf“. Diese Urängste der Amerikaner – so soll suggeriert werden – kriegt nur die toughe Miss Clinton in den Griff und nicht das naive schwarze Greenhorn. Oder aber McCain, wenn Clinton aus dem Wahlkampf ausscheiden sollte – diese Wahlkampftaktik, die McCain auf der Panik- und Angstschiene sogar noch überholt, schadet vor allem den Demokraten.
Die Weltöffentlichkeit ließ Clinton am Anfang der Woche wissen, dass sie Iran zerstören wird, wenn Iran Israel angreifen würde.Sie sagte wörtlich, „wir sind in der Lage, sie [die Iraner] ganz und gar auszuradieren“. Zu einer solchen Aussage hat sich noch nicht einmal Bush der Jüngere durchringen können und schon gar nicht in solcher Göbbelschen Sportpalastrhetorik. Denkt man über den Satz ein wenig nach, nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, so fragt man sich, wie Clinton, die stets an der Position festhielt, Iran sei ein bedauernswertes Land, in dem viele gute Menschen von einer theokratischen Clique in einer totalitären Diktatur unterdrückt werden, auf einmal auf die Idee kommt, das komplette Volk auszuradieren. Millionen Menschen, die im Falle eines Falles, genau so unfähig sind, einen Angriff ihres Landes auf Israel zu verhindern, wie die USA und Israel selbst, sollen also für die Taten einiger weniger in einem nuklearen Holocaust unschuldig geopfert werden – man kann für die Welt nur hoffen, dass diese Frau nie an den roten Knopf kommt.
Entgegen der meisten Mediendarstellungen liegt nicht etwa Clinton, sondern Obama im nationalen Vergleich gegen McCain vorne – er hätte also die besseren Karten, wenn es um die Präsidentschaftswahl geht. Er hat auch mehr Delegierte hinter sich und auch, wenn Clinton die bevölkerungsreichen Staaten gewinnen konnte, so führt Obama dennoch bei den insgesamt abgegebenen Stimmen. Es gibt keinen Grund für Clinton, ihr schädliches Spiel fortzusetzen, das letztendlich nur dazu führen wird, McCain zu stärken. Je näher das Ende der Vorwahlen rückt, desto eher wird Clinton sich dazu hinreißen lassen, alles auf eine Karte zu setzen und gegen Obama eine Schlammschlacht zu führen – dies kann nicht im Sinne der Demokraten sein. Es wird Zeit, dass ein einflussreicher Demokrat einmal auf den Tisch haut. Dies kann nur Al Gore sein, der bei den Demokraten immer noch höchste Anerkennung genießt. Wenn er nach den letzen Vorwahlen im Juni eine Wahlempfehlung für Obama abgeben wird – und laut Aussagen seiner Umgebung zieht er trotz (oder gerade wegen) der persönlichen Bekanntschaft mit den Clintons Obama vor – muss Clinton wohl die Flinte ins Korn schmeißen, da dann die Wahrscheinlichkeit, genügend „Superdelegierte“ umzudrehen, gegen Null tendieren dürfte.
Der nächste „Murmeltiertag“ wird am 6. Mai in North Carolina und Indiana stattfinden. North Carolina wird aller Wahrscheinlichkeit nach recht deutlich für Obama stimmen und in Indiana wird es recht knapp werden. Aber das ist letztendlich ega, denn eine Entscheidung wird dies eh nicht bringen und am nächsten Morgen wird man wieder Gabor Steingarts (diesmal aber wirklich endgültige) Todeserklärung für Obama lesen und alle werden bereits auf den nächsten „Murmeltiertag“ lauern.
Jens Berger
Kategorien: US-Wahlen 08 USA
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“Aber warum sollte es den progressiven Amerikanern auch besser gehen als uns?”
Also das musst Du mir mal bitte erklären…welchen Kandidaten hatten den die Jungen, Gebildeten und… in unserem Fall…die Menschen mit Migrationshintergrund zur Auswahl.
Ich erinner mich nur noch dunkel an Netto-Brutto-Merkel und Basta-Schröder.
???
@schub
Genau das meine ich ja – wir haben noch nicht einmal die Wahl.
Die auch nicht.
So wie ich den letzten Steingart Artikel lese zählt er darin Clinton aus.
Naja was ich eigentlich sagen wollte:
Wichtiger als die nationalen Umfrageergebnisse sind die Ergebnisse in den Swing states. Nationale Ergebnisse können täuschen.
@Wishmaster
Nun ja – ich lese Steingart da anders. Er verweist zunächst selbstreferenziell auf seinen dämlichen “Winterkönig-Artikel” (wir haben ja mittlerweile schon bald Sommer) und schließt dem folgendes an:
Diese Einschätzung wurde in Pennsylvania bestätigt. Die Begeisterung über den 46-jährigen Senator erfasste bis heute nur knapp 50 Prozent der demokratischen Wähler, die ihrerseits aber nur ein Drittel der registrierten amerikanischen Wähler stellen. Das Obama-Feuer brennt, aber nur in einem Teil der Gesellschaft. Der Mann bekommt mehr Wohlwollen als Wählerstimmen. Seine Presse ist besser als die Lage.
Die Aussichten für einen Präsidentschaftskandidaten Obama sind alles andere als rosig. Es sind drei Gründe, die seinen Einzug ins Weiße Haus enorm erschweren dürften:
Ich finde es eh sehr amüsant, dass er die Wähler, die man als “ungebildet”, “unqualifiziert” und “schlecht verdienend” beschreiben könnte, als machtvolle politische Mitte bezeichnet.
Auch ansonsten schwimmt er wild durch seine eigenen Thesengebäude. Obama wird als eine Art schwarzer Lafontaine dargestellt, der “das Blaue vom Himmel verspricht”, während Clinton für ihn eine amerikanische Merkelin ist – die er ja im deutschen Wahlkampf auch über den Klee lobte. Er schwadroniert über Haushaltslöcher, die Obama verantworten würde, sagt aber kein Wort über Clintons teure Krankenversicherungspläne und die gigantischen Militärbudgets, die sie ja erhöhen will.
Dann folgert er, “sie wird, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, den Nominierungsparteitag in Denver nur als Gastrednerin erreichen”, schreibt aber in der Überschrift und im Fazit, “nun müssen die Super-Delegierten einen politischen Mord begehen”. Herr Steingart muss sich schon entscheiden, entweder das eine oder das andere.
Alleine seine Artikelüberschiften sprechen Bände:
- Das andere Gesicht des Barack Obama
- Wenn die Obama- Blase platzt
- Das Ende der Obama- Revolution
- Der Winterkönig von Iowa
Würde ich es nicht besser wissen, ich würde spekulieren, er will Obama “wegschreiben” – dafür wird er aber von zuwenigen Amerikanern gelesen, auch wenn seine Artikel, die ja auch auf Englisch erscheinen, in konservativen amerikanischen Blogs sich einer gewissen Beliebtheit erfreuen.
Aber zum eigentlichen Thema:
Das ist zwar durch das “Winner takes it all”-Prinzip prinzipiell richtig. Aber wenn ich mir die Umfragen anschaue, dürften diese alten Regeln bei einer Wahl Obama vs. McCain nicht gelten. Vor allem im Bible Belt und in den Südstaaten dürfte Obama wegen seiner Beliebheit bei den Afroamerikanern einige traditionell rote Staaten gewinnen, weshalb sich diese Swing-Staaten neu sortieren würden. Man darf auch nicht vergessen, dass gerade dort McCain sehr schwach ist, da er die Religiösen nicht so sehr anspricht. Ich schätze mal, die Wahl des Running Mates wird hier die Entscheidung bringen. Mit einem Religiösen (z.B: Huckabee) wird McCain zwar im Bible Belt Stimmen holen, diese aber in einigen Swing-States verlieren (Ohio und PA sind nicht eben religiös). Selbst mir einer Rice an seiner Seite wird er die “schwarzen” Stimmen nicht gewinnen können. Obama hat da bessere Karten – wenn er sich einen Running Mate holt, der in den Swing-States Punkte holt, kann er seine Lage signifikant verbessern, während er in den Südstaaten kaum etwas verlieren wird. Aber das ist alles sehr spekulativ und auf meinem eigenen Mist gewachsen – vielleicht liege ich auch daneben ;-)
Also die Schlammschlacht ist ja wohl schon länger im Gange, wenn man sich die Wahlkampfwerbespots beider Kandidaten anschaut. Es ist auch schon längst klar, dass keiner von beiden die erforderliche Deligiertenanzahl erreichen kann und egal wie Clinton noch abschneidet, sie wird Obama nicht mehr einholen, selbst wenn der als schwuler Pädophile geoutet würde. Ich habe keine Ahnung, zu welchem Zweck die da noch wählen. Letztenendes wird das eine Entscheidung der Demokraten bzw. dieser ominösen Superdeligierten. Wirklich interessant zu dem Thema fand ich eigentlich nur diese Meldung: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,545667,00.html
Wer so viel verdient ohne handfesten Gegenwert, kann nur gekauft sein.
Aber egal was der Spiegel so schreibt, alleine die Bildauswahl ist klar pro Obama. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Mrs. Möchtegernpräsidentin auf allen Fotos so blöde Grimassen schneidet.
Naja, wenn am Ende Cowboy McCain auf´s Siegertreppchen steigt, sollte auch Europa sich ernste Gedanken über eine Alternative zur Demokratie machen. Man könnte ja zumindest eine Art Wahlführerschein einführen, um wenigstens den Dümmsten das Kreuzchen zu verbieten. Gab mal irgendwo eine Statistik, nach der George W. Bush in allen Staaten gewonnen hat, wo der Durchschnitts-IQ unter 100 ist und umgekehrt. Da die Amis ja in frühem Lebensalter und flächendeckend IQ-Tests durchführen, scheint der Zusammenhang recht objektiv zu sein.
Also uns in Deutschland kann es eigentlich egal sein, wer in den USA Präsident wird, da die Außen- und Geopolitik unabhängig vom jeweiligen Präsidenten ist; es wird lediglich anders verpackt.
Obama hat ein gewisses Charisma, das ihn attraktiv macht; er ist aber entweder unehrlich oder naiv. Es glaubt doch wohl keiner, dass er alles ändern wird… change hier und change da…. da wird gar nichts großartig passieren.
Da ist mir doch die Clinton lieber, da sie mehr Erfahrung hat, international bekannt ist, über mehr Kontakte verfügt und schon mehr Gesprächspartner als Obama kennt.
Auf jeden Fall kommt sie nicht so blauäugig rüber….
schaun’ ‘mer mal, was so alles im Land der unbegrenzten Möglichkeiten passieren wird….
@Anindo
Ich glaube nicht, dass es zu einer Kampfabstimmung auf dem Kongress kommen wird – ich spekuliere eher darauf, dass Clinton nach den letzten Vorwahlen und der Positionierung einiger Parteioberen einen Rückzieher machen wird. Die Stelle der Mehrheitssprecherin im Repräsentenhaus wurde ihr mW von Teddy Kennedy schon angeboten.
Sollte Obama bei den letzten Wahlen einbrechen (vielleicht ist er ja ein muslimischer Kommunist?!?), würde wohl er zurückziehen. Ich halte die Wahlen also nicht für überflüssig … nur Clintons Teilnahme bewerte ich als “parteischädigend”.
Was den Wahlführerschein angeht, so hast Du in mir einen treuen Verbündeten ;-)
@7Schläfer
Keinesfalls – je nach Wahlausgang wird sich entscheiden, wer die Außen- und Geopolitik verpackt. Es ist also keinesfalls unwichtig für Deutschland. Die Unterschiede zwischen einer Brezinski-Doktrin (Obama) und den Ideen eines Kagan/Kristol/Scheunemann (McCain) könnten kaum größer sein – Clinton liegt mit ihren alten Seilschaften in der Mitte, ist aber sehr stark vom AIPAC geprägt. Du kannst Dir denken, was die Folgen wären.
Als einen angenehmen Nebeneffekt, unabhängig vom Wahlausgang, empfinde ich, dass hierzulande durch die Berichterstattung dieses dümmliche “USA = Bush = Bushwähler = Land der begrenzten Möglichkeiten voller waffenschwingender religiöser Einfaltspinsel” sehr nachgelassen und einer differenzierteren Sichtweise Platz gemacht hat – man nimmt gezwungenermaßen zur Kenntnis, dass auch die Amis inzwischen reichlich angenervt von ihrem Bush sind (niedrigste Approval-rates seit Beginn der Messungen, gestern trat er wohl im TV auf, und verkündete, “there is no recession”, was Kommentatoren dann tw. sehr zynisch kommentierten), und gerade die jungen Leute endlich was anderes wollen: “Change”.
In dem Zusammenhang kann ich auch “Democratic Underground” sehr empfehlen, neben dem Dailykos-Blog eine der großen demokratischen Websites, wo über Politik geredet und gestritten wird. Manchmal sehr erhellend und manchmal sehr vertraut, die Diskussionen dort. Das republikanische Gegenstück wäre dazu “Free Republic”, oder wenn mans richtig hart braucht, “Little Green Footballs” – das Vorbild von PI, wo sich die US-sozialisierten “prowestlichen” Hassprediger ein Stelldichein geben, und gegen die “Dhimmis” wettern. (Alles via Google zu finden.)
@postgrün und @all
Es gibt auch noch (viele) weitere Quellen, in denen ein liberales und progressives Amerika spricht – einige Beispiel:
Mother Jones
Alternet
The American Prospect
Moon of Alabama
The Washington Note
The New Republic
Common Dreams
Counterpunch
Foreign Policy in Focus
Democracy Now!
und viele andere ;-)
Und dass Steingart und Spon insgesamt H. Clinton so pushen, mag auch damit zu tun haben, dass wir 2009 auch Wahlen hier zuhause haben, und “Change”, also eine Abwahl der derzeitigen Reformpolitik, wäre ja das letzte, was die Spon-Mafia und ihre Berliner Freunde wollen würden: Der Funke soll blos nicht überspringen. Unsere Hillary heißt halt Angela, die CDU wird genauso bevorzugt von Ungebildeten, Alten und Landbewohnern gewählt. Allenfalls schwarzgrün oder die Schwampelkoalition mag man uns als “Change” zugestehen – für noch mehr Reformen. Einen Obama haben wir hier gar nicht. Vielleicht aber auch ganz gut so, ich persönlich finde dieses Führerfigurengedöns sowieso nicht sehr ansprechend, besonders hierzulande mit der Geschichte. “Only sheep need a leader” (Jello Biafra).
@SF
Es wird weder Brzezinski noch K/K/S Präsident. Die verschiedenen Berater weisen nur unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel auf. Diese Wege werden nicht 1:1 übernommen werden. Einen Krieg gegen China wird es mit McCain trotz seiner Berater nicht geben.
Wie die Verpackung ausschaut ist eigentlich egal. Die USA handeln seit der Monroe-Doctrin und endgültig seit der Roosevelt-Corollary immer nach dem gleichen Muster. Wenn der jeweilige Präsident nicht so handeln würde, wäre er politisch tot.
Ich kenne auf jeden Fall keine Intervention der USA, die der Monroe-Doktrin und/oder der Roosevelt-Corollary widersprechen würde.
Insofern ist es außenpolitisch wirklich egal, wer Präsident ist.
@7Schläfer
So so, und wie passt Carter in dieses Konzept? Er erfreut sich ja anscheinend immer noch guter Gesundheit.
Die Dokumentation “Why we fight” (Googlen oder emule) gibt übrigens einen guten Einblick in die “Politik hinter der Politik”
@postgrün
Das mag ein Grund sein, wobei Steingart sich mE verbissen an seine seltsamen Weltbilder klammert, die er wie ein Teenager, den man seine Playstation wegnehmen will, verteidigt. Andere SPON-Autoren und SPIEGEL-Autoren sind da wesentlich neutraler, obgleich auch dort eher Clinton bevorzugt wird. Pro-Obama ist vor allem der STERN.
@SF
ach, Jimmy hat doch nicht gegen Reagan verloren?
Carter hat nicht die “Carter-Doktrin” erklärt? Er hatte mit den Ereignissen im mittleren Osten nichts zu tun?
Auch ganz schön: wie war das doch gleich mit dem Olympia-Boykott 1980?
@7Schläfer
Ich habe ja nicht behauptet, dass Carter ein Isolationist war ;-)
Natürlich hat auch er eine aktive Aussenpolitik betrieben … alles andere wäre ja auch seltsam für einen amerikanischen Präsidenten im Kalten Krieg. Aber die Strippenzieher im Hintergrund, die Du zwar nicht erwähnst, aber Du suggerierst dies ja, werden mit ihm kaum Freude gehabt haben, fand unter ihm doch eine fast diametrale Politik zu Reagan statt.
@ SF
Du meinst Brzezinski?
@7Schläfer
Als was? Du gehst doch von einer stringenten Linie aus. Die Unterschiede zwischen Nixon/Kissinger/Ford und Brzezinski als Graue Eminenz hinter Carter waren ja wohl gewaltig. Auch zwischen Brzezinski und Reagan und Bush gab es große Differenzen. Von den grundlegenden Differenzen zwischen ihm und Bush II mag ich gar nicht anfangen. Aber das ist ja der Punkt, auf den ich hinaus will. Es gibt Pressure-Groups und Interessen, die hinter den Kandidaten stehen, die aber nicht etwa homogen und stringent sind, sondern miteinander konkurrieren. Das war seit Eisenhower so und hat sich mE im Laufe der Zeit sogar verstärkt.
@ SF
als das ;)
Aber um auf meine
zurückzukommen:
wir lassen uns allzugerne von der Verpackung blenden….. Carter mag vielleicht tatsächlich etwas aus der Reihe gefallen sein, einen “nachhaltigen” Unterschied hat es nicht gemacht.
Die Außenpolitik der USA der bald letzten 200 Jahre zeigt eine Kontinuität auf, die man sich bei anderen eigentlich wünschen würde ;)
nichtsdestotrotz:
Obama wird sich dem nicht entziehen können. Weder wird er den Irak-Krieg vorzeitig beenden, weder wird er sich aus Afghanistan zurückziehen, weder wird er Guantanamo schließen, oder sonst irgendwelche Gesetze zurücknehmen, die GWB durchgesetzt hat, noch wird er vor militärischen Operationen zurückschrecken, wenn die Interessen der USA gefährdet sind.
Und das genau ist der springende Punkt: sobald die Interessen der USA gefährdet sind, und da sind einige, wird die USA alles nötige und mögliche unternehmen, um eben diese Interessen zu wahren; der Name und die Partei des Präsidenten hat dabei noch nie eine wesentliche Rolle gespielt.
@7Schläfer
Oh, das sehe ich aber komplett anders ;-)
Du willst doch ernsthaft den Isolationismus eines Herbert Hoovers mit der Interventionspolitik eines Bushs II vergleichen? Das sind ja fast Antipoden ;-)
-> Obama
Warte ab – er hat Big-Z als Berater und wie dieser will er z.B. in Dialog mit Iran und Syrien treten, was mE die einzige Chance ist den Irak-Krieg zu beenden und halbwegs das Gesicht zu wahren. Mit Afghanistan sehe ich allerdings auch schwarz – egal, was die USA machen, es wird den Krieg nicht beenden, noch nicht einmal ein Abzug.
Ich habe mal vor Ewigkeiten einen sehr überzeugenden Film über eine Verschwörungstheorie gesehen, wonach der CIA (unter George Bush Senior) mit dem Iran einen geheimen Deal ausgehandelt hat. Der Iran sollte die amerikanischen Geiseln erst nach der Präsidentenwahl freilassen, als Gegenzug würden sie Geld und nette Waffenlieferungen bekommen. Carter konnte aber nur wiedergewählt werden, wenn er es schafft das Geiseldrama vor der Wahl zu lösen, wonach es zwischenzeitlich auch aussah. Was man weiß: Es gab konspirative Treffen zwischen Teheran und dem CIA in Deutschland, die Geiseln wurden einen Tag nach der Wahl freigelassen und für den Iran gab es Geld und Waffen trotz der bösen Mullahs. Also wenn den Strippenziehern ein Präsident nicht passt, bleibt der auch höchstens vier Jahre im Amt.
@SF
nein, das will ich nicht…. das machst ja Du für mich ;)
aber die ganze Kolonial- und Imperialpolitik der USA hat sich nicht wesentlich geändert. Es gab immer unterschiedlich starke Einflüsse auf die Politik anderer Staaten. Das ist ja auch unmittelbar die Politik, die sich auf unser Leben in Europa, in Deutschland, auswirkt.
aber mal ernsthaft: Hoover hat der Monroe-Doktrin und der Roosevelt-Corollary nicht zuwidergehandelt. Die “großen” außenpolitischen Aktivitäten sind auch erst ab dem 2. WK richtig gestartet. Hoover selbst ist ja innenpolitisch gescheitert.
Man kann auch sagen: wenn die USA außenpolitisch handeln, dann weiß man nach welcher Maxime sie es tun.
Unser Äquivalent in Deutschland sind die GRÜNE und die SPD: offiziell dem Irak-Krieg abgesagt, was ja bis heute gewürdigt wird, aber realiter denselben Krieg massiv unterstützt.
Das ist wohl der Unterschied zwischen Realpolitik und Idealismus.
Daher auch meine Aussgae, wenn man beide demokratische Kandidaten beim Wort nimmt (was wir ja so gerne tun):
Obama = Idealist
Clinton = Realist
bei aller Sympatie für Idealisten: wenn man weiß, dass man Idealismus predigt, und Realismus machen wird, und damit gewinnen will, dann ist mir die Hillary lieber die sagt, dass sie realistisch denkt, und auch handeln wird.
@7Schläfer
Ich möchte jetzt keinen Diskurs über amerikanischen Politikgeschichte starten, aber Du willst doch wohl nicht ernsthaft sagen, dass der Interventionismus der Post-WK2 Ära nicht nder Monroe-Doktrin oder Roosevelt-Corollary widersprach? Dir ist klar, dass beide Doktrinen explizit eine Intervention der USA außerhalb des panamerikanischen Raumes ablehnen? Mit der Truman-Doktrin wurde die Aussenpolitik der USA elementar geändert.
@anindo
das ist wohl tatsächlich ein VT…. wenn das tatsächlich alles so geheim war, dann konnte ja wohl kaum die amerikanische Öffentlichkeit davon wissen, und folglich hatte das nichts mit der Wahl von Reagan zu tun; da der “Austausch” auch erst nach der Walt stattfand, konnte dies ja auch keinen Ausschlag haben.
Aber genaugenommen hat Reagan die Wahl aufgrund der massiven unterstützung der “New Christian Right” gewonnen… ganz genaugenommen hatte Reagan so ca. 25% der Bevölkerung, die für ihn gewählt hatte…. aber es hat ja gereicht
@SF
die USA wurden zuerst in der westlichen Hemisphäre aktiv, da dort europäische Interessen vertreten werden sollten (von Deutschland und England bspw.); amerikanische Interessen ausserhalb der westlichen Hemisphäre waren zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Aber allein die Tatsache, dass die USA einen panamerikanischen Vertretungsanspruch durchsetzten zeigt, doch, dass sie ihre Interessen, auch aufgrund der räumlichen Distanz vertreten konnten….. also nordamerikanische Interessen in Südamerika????? Und zuvor die Vernichtung der spanischen Pazifikflotte??? Man hat lediglich über die Zeit den “Geltungsbereich” ausgeweitet; die Grundlage, sozusagen die Büchse der Pandora, sind die Monroe-Doktrin und die Roosevelt-Corollary; der Rest fügt sich schön in dieses Mosaik ein.
@7Schläfer
Eine seltsame Interpretation der Geschichte ;-)
Aber lassen wird das.
@ SF
schade… aber ich muss zugeben: eine echte Diskussion, also nicht durch zB das internet, ist durch nichts zu ersetzen… so wird alles zu sehr verkürzt, abstrakt, zerhackt und unpersönlich ;)
….amerikanische Aussenpolitik ist ja eines meiner Interessensgebiete, allerdings ist eine sinnvolle Diskussion mit diesem Medium mir z Zt noch nicht möglich…… vielleicht hat sich das in zwei Monaten geändert^^
“Die Weltöffentlichkeit ließ Clinton am Anfang der Woche wissen, dass sie Iran zerstören wird, wenn Iran Israel angreifen würde.Sie sagte wörtlich, „wir sind in der Lage, sie [die Iraner] ganz und gar auszuradieren“.”
SF hier hast du aber ein ganz gewichtiges Wörtchen vergessen. Clinton sagte nämlich, dass dieses gilt für den Fall, dass Iran Israel mit Atomwaffen angreifen würde. Dies ist geradezu ein selbstverständlicher Automatismus. So wurde ja schliesslich für 63 Jahre der Frieden im Kalten Krieg gesichert und auch gerade dadurch der Einsatz von Atomwaffen verhindert.
Obama dagegen hat aber in einem Statement so weit ich es in Erinnerung gesagt, er werde Iran mit allen Möglichkeiten daran hindern an Nucklearwaffen zu kommen. Quelle habe ich gerade nicht zur Hand, ist dafür zu spät kann ich aber morgen nach suchen.
Wer von beiden führt also eher zum Krieg? Ich hab ehrlichgesagt anhand dieser Aussagen mehr Sorgen bei Obama, denn anders wird er falls sie denn eine entwickeln Iran nicht davon abbringen können. Clinton lässt sich aber die Hintertür offen, falls Iran eine entwickelt ihn dann noch immer so stark abzuschrecken, dass ein Einsatz unwahrscheinlich wird.
@7Schläfer
Wenn Du wenigstens sagen würdest, die aktuelle US-Außenpolitik baut auf der Monroe-Doktrin auf, würde ich ja gar nichts sagen :-)
@SF
nichts anderes sage ich doch ;)
darum bin ich ja so darauf rumgeritten: zuerst die Monroe-Doktrin, und dann die Roosevelt-Corollary, haben die Grundlagen für die US-amerikanische Außenpolitik gelegt….. ohne diese wären die folgenden irrelevant.
Die USA folgen immer dem “National Interest”; sie definieren lediglich den Geltungsbereich unterschiedlich weit….. zurückgenommen haben sie diesen noch nie
@coldhand
Gut – den Zusatz “atomar” hätte ich erwähnen können. Dennoch möchte ich Dir widersprechen, da nach dem Kalten Krieg nie eine Doktrin der totalen “Ausradierung” eines Volkes vertreten wurde – und selbst im Kalten Krieg war dies die absolute Ausnahme. M.W. hat sich nur Curtis Le May einmal in diesem Kontext geäußert. Es ist also eine unnötige verbale Kraftmeierei, die Clinton dort von sich gab.
Wenn Du der Meinung bist, man könne Iran nur durch Krieg vom Bau der Bombe abhalten, so muß ich Dir ebenfalls scharf widersprechen. Auf dem diplomatischen Weg sind die Chancen wesentlich besser, zumal ein “gezielter” Militärschlag gegen die atomaren Einrichtungen gar nicht möglich ist – außer mit Atomwaffen. Man sollte man ein wenig herunterkommen und z.B. mal Herrn Baradei zuhören und nicht von Präventivkriegen palavern, wie es v.a. die amerikanische und israelische Presse gerne tun.
Das Obama sich “alle Optionen offen hält”, ist verständlich. Man stelle sich vor, er schließt einen Krieg aus – die Medien würden ihn zerreißen. Amis mögen weder Pazifisten noch Weicheier ;-)
@ Spiegelfechter
Oh doch, zumindest zwischen den USA und Russland war es sehr klar. Während des Kalten Krieges galt. “Wer als erstes atomar angreift stirbt als zweites”. Aber dadurch wurden eben auch grade verhindert, dass sich Situationen bis zum Krieg hocheskalieren, siehe zum Beispiel die Kuba Krise.
Auch denke ich das die nukleare Bedrohung, die durch den Iran ausgeht maßlos übertrieben ist. Falls sie eine entwickeln sollten, was sogar von den amerikanischen Geheimdiensten im NIE Bericht bestritten wird, hätten sie aber sehr gute Gründe, die sich diplomatisch nicht so leicht wegdiskutieren lassen würden. Iran hat keine Supermacht im Rücken, die sie vor Israel oder USA beschützten würden. Auch haben sie direkt vor ihren Türen das Beispiel Irak. Hier sehen sie was mit einem Staat passiert der keine Atomwaffen hat um den USA zu drohen. Zweites Beispiel Nordkorea, seitdem Nordkorea seine Atomwaffen hat ist es quasi safe vor Angriffen.
Man kann Iran aber nur sehr schlecht gaubhaft Sicherheitsgarantien auf diplomatischer Ebene geben, die den Besitz einer Nuklearwaffe ausgleichen könnten. Die USA haben in letzter Zeit alle Glaubwürdigkeit verspielt, die sie mal hatten und Israel traut Iran erst recht nicht. Daher würde es sehr wohl Sinn machen über eine Abschreckung Iran so weit einzuschüchtern, dass sie die Nucklearwaffe nur im existenziellen Notfall einsetzen würden und damit sollte auch Israel leben können, wenn sie keine Angriffspläne gegen Iran hegen.
@Coldhand
Man sollte nicht vergessen, dass auch Israel eine Zweitschlagskapazität hat – übrigens dank Schröder, was ich hier auch gar nicht kritisieren will. Neben der allgemeinen Übertreibung wegen der Nuklearambitionen, finde ich auch die Einschätzung daneben, Iran würde sofort Israel angreifen, sobald man Atomwaffen hätte. Das bisherige Verhalten der Mullahs gibt dazu keinen Anlass. Chirac drückte das einmal ganz lakonisch aus: “Und wenn sie eine Bombe haben sollten? Und? Ich sehe da kein Problem (außer der Gefahr einer weiteren Proliferation), da die Mullahs berechenbar sind und wissen, dass sie selbst Ziel eines Gegenschlages wären, wenn sie Israel angreifen sollten. – sinngemäß aus einem IHT-Interview
@ Spiegelfechter
Chirac hatte ja dann anschliessend sogar was ähnliches gesagt wie nun Hillary Clinton. So weit ichs in Erinnerung habe: “Sollte Iran eine Atomrake starten wäre es danach innerhalb von 5 Minuten zerstört.”
Eben das ist meiner Meinung nach der springende Punkt um den es mir geht. Obama will mit allen Mitteln verhindern das sie an Atomare Sprengköpfe kommen. Das heißt aber auch, sollte er es nicht mit diplomatischen Mittel muss er um nicht sein Gesicht zu verlieren Krieg führen. Clinton lässt sich dagegen mit ihrer Aussage eine Hintertür offen. Es sollte nicht so sehr viel ausmachen wenn Iran eine atomare Bombe hat, denn es kann sicher sein, dass es komplett zerstört wird sollte es sie einsetzen. Damit muss es nicht zwingend zum Krieg kommen, wenn Iran denn eine entwickeln sollte.
@Spiegelfechter
Hier noch die Aussage Chiracs: “Teheran würde dem Erdboden gleich gemacht” Dies ist im Grunde genommen genau die gleiche Aussage die nun Hillary Clinton gemacht hat. Er hat dann zwar das Interview wieder zurückgezogen, aber dennoch rechtfertigt er sie.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,463720,00.html
Also es gibt schon deutlich mehr Hinweise für eine echte Verschwörung als man sonst von Theorien gewohnt ist: http://en.wikipedia.org/wiki/October_surprise_conspiracy
Also wenn eine Frau aus der Reagan-Administration und der Ex-Präsident des Irans diese Verschwörung bestätigen und man das perfekte Timing der Geiselbefreiung in Betracht zieht, dann ist das für mich Beweis genug, auch wenn es dem Senat nicht gereicht hat.
@Coldhand
Das war keinesfalls Clinton einzige Aussage zu dem Thema – selbstverständlich hält auch sie sich die militärische Option offen.
-> zu Chirac:
Er meint damit natürlich Israel und nicht Frankreich – das ist ja auch der Grund warum er das IV zurückzog. Zumindest ist es das, was der IHT behauptete , SPON hat die Story total verwurstet. In der ursprünglichen Version stand sogar (ohne Scherz), Chirac meinte damit, er hätte seine Agenten im iranischen Atomprogramm. die die Bombe manipulieren würden, so dass sie beim Start explodiert – ein blühende Phantasie haben die Praktikanten dort ;-)
Nach zirka vier Stunden (und einer sarkastischen Mail von mir) war der Absatz übrigens ersatzlos gestrichen.
Es macht mE aber eine großen Unterschied, zu unken Israel würde einen Zweitschlag gegen Teheran ausführen (was selbstverständlich ist), oder ob man sagt, man selbst würde das komplette Volk ausradieren. Alleine schon die Wortwahl mißfällt mir … aber vielleicht bin ich da auch etwas empfindlich ;-)
@Spiegelfechter
*grins* irgendwie müssen sie ja die Artikel voll bekommen, da denkt man sich noch ne hübsche Geschichte drum rum aus.
Klar das er er nicht Frankreich meinte, fuschen schliesslich schon genug selbsternannte Großmächte da unten rum.
Die Wortwahl ist klar bischen überzogen, auch wenn sie im Grunde den Kern der Sache trifft. Es gibt nunmal keine sanften Atomschläge. Aber ist schliesslich ja auch Wahlkampf, da wird gerne überspitzt formuliert.
“race matters”
did race win the race for Hillary?
http://www.thenation.com/doc/20080505/bahadur2
und noch ein total verschrobener Steingart-Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,550026,00.html
???
Geht es nur mir so, dass im Anreisser das Gegegnteil vermittelt wird als im Text?
Das klingt alles so nach überbrodelnder Galle – der Spiegelfechter hat wieder mal die falschen Artikel gelesen, jaja. Das ist alles ganz normale Desinformation, also komm wieder vom Baum runter :-!
Was hat Clinton denn nun eigentlich gesagt/gemeint: sie würde Iran ausradieren, oder sie könnte es? Auf analytischer Ebene muss ich ihr eifrig zustimmen – das könnten die USA tatsächlich. Hillary-Verbiestern ist eine Art Volkssport, der gern übertrieben wird. Die Amerikaner HABEN Angst vor dem nächsten 9/11 – wo doch auch gerade Obamas Pastor predigt, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. Auch George W. hat damit – and a little help from his friends – die Wahl(en) gewonnen.
Wenn Clinton schlau ist – und gewinnt – , wird sie dem schwarzen Hoffnungsträger Obama den Vize anbieten. Diese Kombination wäre wohl unschlagbar gegen den Greis McCain. Obama allein – diese Meinung scheinst du mittlerweile auch zu teilen – wird wohl verlieren, wenn auch mit einem guten zweiten Platz. Deshalb hoffe ich, Hillary gewinnt – möglichst mit Obama im Schlepptau. Ein echter Vertrauensträger (within reasonable limits) wäre wohl nur er. Bei McCain ist unklar, was sein Kriegstrauma am roten Knopf anrichten würde.