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    geschrieben am 15. Mai 2008 von Spiegelfechter

    Nachdem Wirtschaftsminister Glos jüngster Vorschlag, die Zwangsarbeit wieder einzuführen, auf große Zustimmung stieß, stellten heute Glos und sein innig verbundener Kollege aus dem Umweltressort Sigmar Gabriel ein bahnbrechendes Konzept vor, mit dem die Regierung einerseits den Endsieg über die Arbeitslosigkeit besiegeln will, um Deutschland immerwährende Vollbeschäftigung zu bringen, und gleichzeitig Deutschlands Energiepolitik nachhaltig revolutionieren wird. Das Konzept trägt den eher sperrigen Namen ?Human Assignment Manifesto for Sustainable Transformation of Energy Resources? ? kurz HAMSTER ? und wurde von der Bertelsmann-Stiftung entwickelt.

    Forschungsgrundlage war die thermodynamische Energieverwertung des menschlichen Organismus. Ein untätiger Mensch nimmt immerhin rund 2.000 kcal pro Tag zu sich ? thermodynamisch umgewandelt sind dies immerhin 3 kWh, addiert man die elektrische Energie hinzu, die der untätige Mensch durch das Anschauen des Fernsehprogramms oder das Hören zu lauter Musik vergeudet, kommt man auf einen beträchtlichen Wert. In Zeiten des globalen Klimawandels, der Verteuerung von Energie und der sinkenden Energiesicherheit ist diese Verschwendung ? so die HAMSTER-Forscher ? kaum mehr vor unseren Kindern zu rechtfertigen. Untätige Sozialschmarotzer verschwenden jeden Tag gigantische Mengen an Energie und sind damit direkt für den Klimawandel und die damit verbundenen Todesopfer verantwortlich. Der Ansatz, sie zu gemeinnütziger Arbeit heranzuziehen, sei deshalb nicht nur vertretbar, sondern sogar dringlich geboten, will man etwas für die Umwelt tun.

    Gemeinsamer Vorteil aller bisher erprobten ?gemeinnützigen Arbeitseinsätze? sei es, die teils verlotterten Subjekte an einen regelmäßigen Tagesablauf zu gewöhnen (4.30 Wecken), sie an die frische Luft zu bringen und so von den Giften des subproletarischen Alltages, wie Bier und Fernsehen, zu entwöhnen. Durch die körperliche Arbeit sinke auch das Übergewicht und damit das Risiko vorzeitig aus dem Leben zu scheiden ? man wolle den Menschen doch nur Gutes tun, so ein Forscher. Da es in Deutschland rund 5. Mio dieser Klimasünder gibt, scheiden altbekannte Beschäftigungsmaßnamen aus. Erste Pilotprojekte im Spessart, in denen Langzeitarbeitlose Wälder und Wiesen rein halten sollten, wurden schnell eingestellt, da das Heer der Beschäftigungslosen einen negativen Effekt auf die Flora und Fauna des Spessarts hatte. ?Die trampelten hier alles nieder ? was sollten fünfzig Arbeitslose pro Hektar denn auch den ganzen Tag aufsammeln?, so ein ansässiger Förster, der gegen das Pilotprojekt klagte.

    Diese Zeiten sind dank HAMSTER nun endgültig vorbei. Gestern präsentierten die Forscher eine neue Generation von humankinetischen Kleinkraftwerken, die in Zukunft die Atomkraft ablösen sollen. Die so genannten ?HAMSTER-Räder? werden von speziell dafür geschulten nicht vermittlungsfähigen oder ?willigen Arbeitslosen bedient und dienen der Förderung elektrischer Energie aus dem ansonsten ungenutzten Energiereservoir, das sich die Arbeitslosen durch Nahrung, deren Energie sie vor dem Fernseher nur verschwenden würden, anlegen. Diese Form der Bioenergieerzeugung ist in der Tat revolutionär und könnte der Einstieg in ein neues Zeitalter sein, das das Ölzeitalter ablöst. Weiterentwicklungen, wie die ?HAMSTER-Eimerkette?, mit deren Hilfe Speicherkraftwerke an Talsperren effektiv betrieben werden können und selbst der Einsatz von ?Tret-HAMSTER-getriebenen? Automobilen, stehen bereits kurz vor der Fertigstellung.

    Kritik an diesem Modell kommt erwartungsgemäß von den GRÜNEN, die bemängeln, dass die HAMSTER-Räder einen hohen CO2-Ausstoss hätten und daher kaum als echte Alternative für eine nachhaltige Energieerzeugung gelten könnten. Auch GREENPEACE übte Kritik ? die Nahrungsmittel, mit denen die humanoiden Energiezellen in den HAMSTER-Rädern angetrieben werden, würden einerseits unter größtem Einsatz nicht regenerativer Energien erzeugt und verdrängten andererseits wichtige Anbauflächen, auf der man Agrargüter für den Export in die Hunger leidende Dritte Welt produzieren könnte. Das HAMSTER-Konzept sei daher nicht nachhaltig. Ferner kritisierte man die Herangehensweise, mit der die ausgebrannten Human-Energiezellen der HAMSTER-Räder, entsorgt werden sollen, die so genannte Endlösung. Bislang sah das BMWi eine kalorische Verwertung vor ? dies ist allerdings emissionsrechtlich umstritten und verstößt, laut Aussagen der GRÜNEN, gegen das Kyoto-Protokoll. Stoppen werden diese Bedenken das HAMSTER-Projekt aber nicht ? zusammen mit den Kritikern hat man unlängst einen Arbeitskreis gegründet, der sich um die Verwertung der ausgebrannten Energiezellen kümmert. Das Konzept mit dem Namen ?Soylent Green?, an dem schon fieberhaft gearbeitet wird, soll sich gerüchteweise auch auf die Probleme im Rentensystem anwenden lassen.

    Jens Berger

    Bildnachweis: Montagen 1 und 2: CC Spiegelfechter, mit Material von HackedGagets.com und Wikicommons. Montage 3: WDR

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    59 Kommentare:

    1. Subtuppel schrieb am 15. Mai 2008 at 13:36 - Permalink

      Gelungener Text.
      Mal sehen wie lange das noch Satire bleibt.

    2. twobee schrieb am 15. Mai 2008 at 13:43 - Permalink

      Sehr schön, könnte glatt wahr sein. :-(

    3. Carl schrieb am 15. Mai 2008 at 14:05 - Permalink

      Glosartige Idee!

    4. Schwitzig schrieb am 15. Mai 2008 at 14:10 - Permalink

      Noch ist es Satire (tolle Bilder :-). Mal sehen, wie lange noch.

      Vor 20 Jahren hätte ich den heutigen Ist-Zustand auch als besonders böse Satire angesehen.

    5. Jochen Hoff schrieb am 15. Mai 2008 at 15:16 - Permalink

      Ich hoffe du hast noch nicht alle Hamsterräder verkauft. Bei mir laufen die Telefone heiß, weil Kannegiesser diese Geräte bei allen Mitarbeitern von Gesamtmetall zu Hause aufstellen lassen will. Schließlich sind die ja mehr zu Hause als auf der Arbeit.

    6. hannilein schrieb am 15. Mai 2008 at 16:18 - Permalink

      Köstliche Glosse, Cheffe ;-)
      Dank von hannilein

    7. Trac3R schrieb am 15. Mai 2008 at 16:58 - Permalink

      Wirklich gute Satire, da muß ich meinen Vorrednern zustimmen. An der Stelle wo GREENPEACE pro Agrar-Exporte argumentiert, wird es allerdings unglaubwürdig… Leider die einzige Stelle im Text die sich sehr von der Realität unterscheidet.

    8. COPOKA schrieb am 15. Mai 2008 at 18:37 - Permalink

      Schön :)

      PS.
      Die Zahlen: 2000 kcal ~ 30 kWh
      hast du, wie’s scheint, zu unkritisch aus jüngster IZA-Studie übernommen.

      Es gilt:
      30 kWh = 30*3600 kJ = 30*3600*0,239 kcal ~ 25812 kcal.

    9. carlo schrieb am 15. Mai 2008 at 19:30 - Permalink

      hallo spiegelfechter!

      bin der Neue…..carlo
      Ein Superartikel….Satire… aber wie lange noch? (Gute Frage) Wenn Satire die Wirklichkeitaufbläst, um Missständen öffentliche Wahrnehmung zu erleichtern oder sie zu provozieren……dann hat der Deutsche keinen Sinn (vielleicht auch kein GEN) für Humor respektive Erkenntniss.

      @SF………einerseits den Endsieg über die Arbeitslosigkeit besiegeln will, um Deutschland immerwährende Vollbeschäftigung zu bringen,

      Nein ….falsch Spiegelfechter….die wollen:

      …………………. “Die Endlösung der Arbeitslosenfrage”…………………

      Wo die dann wohl konferieren wollen? Wannsee oder Bertelsmann?

      nurmalsonebenbei: superblog!

      carlo

    10. FloG schrieb am 15. Mai 2008 at 21:27 - Permalink

      Wie ich halt erstmal drei Abschnitte gebraucht habe bis ich geschnallt hab dass das Satire ist. Irgendwie traurig.

    11. Spiegelfechter schrieb am 15. Mai 2008 at 22:28 - Permalink

      @COPOKA

      Die Zahlen: 2000 kcal ~ 30 kWh
      hast du, wie’s scheint, zu unkritisch aus jüngster IZA-Studie übernommen.Schön :)

      Argh! Man kann diesen VWLern halt einfach nicht trauen, wenn sie sich in “technische” Gefilde begeben ;-)

      Mit Deiner Erlaubnis ändere ich mal die Zahl im Artikel um die Glaubwürdigkeit des Artikels nicht nachhaltig zu erschüttern.

    12. Frank schrieb am 15. Mai 2008 at 22:55 - Permalink

      Wie passend: um zu kommentieren mußte ich die 18 ins Spamschutzfeld schreiben. Eine sehr gelungene Satire. Die Zustände in Tadelschund betreffend könnte sie bald von der Realität eingeholt, wenn nicht gar überholt werden.

    13. hannilein schrieb am 16. Mai 2008 at 02:31 - Permalink

      @ #12: “Spamschutzfeld”? Wo, wie? Warum sehe *ich* sowas nicht? Dafür habe ich aber aktuell die Postnummer “13″, welche ja mindestens so bedeutungsschwanger ist wie die “18″ (welche ja eigentlich nur für Krypto-Nazis wichtig ist) :-P
      “Tadelschund” finde ich ja als Wortschöpfung recht gut, – wenn das wirklich ein Anagramm sein sollte (hab’s noch nicht “nachgezählt”), halte ich es gar für “genial” :-D Stammt das von Dir?

      Satyrische Grüße vom
      hannilein

      P.s.: “Franktireur” gefällt mir als Titel auch recht gut, – bin nie auf die Idee verfallen, aus diesem unserem Vornamen dergleichen abzuleiten :-D

    14. D.Krüger schrieb am 16. Mai 2008 at 07:48 - Permalink

      Guten Tag,

      von wegen “Satire” – gib den Begriff “Human Assignment Manifesto for Sustainable Transformation of Energy Resources” bei Google ein und es erscheinen immerhin 22 Seiten, die sich irgendwie damit beschäftigen.

      Stark bleiben!

    15. salvo schrieb am 16. Mai 2008 at 09:30 - Permalink

      ich schätze, auf Grundlage solcher innovativen und dem Nachhaltigkeitsprinzip verplfichteten Arbeitsmarkt- und Energiepolitik wird selbst die csu für die Grünen koalitionsfähig – auf zum “grünen Arbeitslager”

      ergänzend auch die Glosse von Gert Flegelskamp

      “Arbeit macht frei”

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1705

    16. Rudi schrieb am 16. Mai 2008 at 10:28 - Permalink

      Verwendungsmöglichkeiten für Zwangsarbeiter…vor welche harte Herausforderungen uns die unausweichlichen Zwänge der Globalisierung doch leider immer wieder stellen.

      Mal überlegen… Autobahnen bauen oder in der Rüstungsindustrie arbeiten?

      (interner Vermerk vom BMWi für die Redaktionen: Bitte vermeiden Sie unangemessene historische Vergleiche, ansonsten wären wir gezwungen, mit Ihrem Verleger Kontakt aufzunehmen).

      Mittelfristig sollte man Lager bauen (möglichst groß, wg. economie of scale). Das arbeitsscheue Pack soll sich dort bspw. um um die Alten kümmern, die ihrer Eigenverantwortung bei der kapitalgedeckten Vorsorge nicht nachgekommen sind (selbst-schuld-theorie).
      Arbeitslosigkeit, Demografie, Pflege – so löst man mehrere Probleme auf einmal. Der Pharmaindustrie sollte man gestatten, dort klinische Studien durchzuführen – bevor die Medikamente für Klasse-A-Menschen zugelassen werden (Klasse-A-Menschen haben noch einen positiven Barwert ihrer persönlichen Auszahlungsreihe).

      Anders als in Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland noch Industrieproduktion in nennenswertem Umfang. Es ist offensichtlich, dass man diese Basis der deutschen Wirtschaft nur erhalten kann, wenn die Lohnkosten nach unten gehen.

      Deshalb ist vorgesehen die Zwangsarbeiter an die Industrie zu versteigern (der doofe Hilmar hat diese Pointe ja bereits verraten). Die Unterschicht hat sich durch Leiharbeit bereits daran gewöhnt, dass an sie selbst nur ein Teil des vollen Lohns weitergereicht wird. So wird es selbstredend auch mit den Zwangsarbeitern laufen. Inklusive jährliche Kürzung des Existenzminimums um die Inflation. Zeitarbeit wird nach und nach verschwinden – ebenso wie einfache Arbeiten (die heute noch mit 1.000 bis 2.000 Euro entlohnt werden).

      Das geilste ist, dass sich die Zwangsarbeiter zuverlässig selbst reproduzieren. Ein größer werdendes Millionenheer, welches zu dumm und künftig auch zu beschäftigt ist, um gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse aufzubegehren. Gewerkschaften wird es bei den Staatssklaven ebenso wenig geben wie Lohnverhandlungen oder Streiks. Mit der Zeit werden die Entrechteten vergessen, dass es jemals so etwas gab.

      “Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.”

    17. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 10:35 - Permalink

      @Rudi

      Die Satire hat heute kaum noch Möglichkeiten, sich etwas auszudenken, was noch nicht angedacht wurde – o tempora o mores!

    18. otti schrieb am 16. Mai 2008 at 11:12 - Permalink

      Satire?
      Zukünftiger neoliberaler Terror.

    19. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 11:21 - Permalink

      @otti und andere

      Ich bin ja nun wahrlich kein Freund des “Neoliberalismus”, aber man muß schon konzedieren, dass Glos “Zwangsarbeiterkonzept” nicht neoliberal, sondern neoklassich ist ;-)

    20. salvo schrieb am 16. Mai 2008 at 11:44 - Permalink

      @jens

      das kann man wohl alles nicht so scharf trennen:

      “Raffelhüschen: Ich bin ordo-liberal! Ich bin neoliberal! Ich bin Neoklassiker, durch und durch”

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=3221#more-3221

      als Etikett benutze ich diesen Begriff, um die nicht homogene Gesamtheit von Theorien und Praxis zu bezeichnen, deren gemeinsames Ziel es ist, die Welt zu refeudalisieren (im Sinne von Jean Ziegler)

    21. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 11:53 - Permalink

      @salvo

      Klar, ist die Trennung da schwer – mal sollte bloß aufpassen, den Begriff nicht zum reinen Kampfbegriff bzw. Nullwort verkommen zu lassen, wie es beispielsweise früher “Faschismus” war, womit von links alles etikettiert wurde, was irgendwie weltanschaulich kritisiert werden sollte.

    22. Rudi schrieb am 16. Mai 2008 at 12:43 - Permalink

      @17 spiegelfechter
      tatsächlich ist es ein Problem, dass sich der Verfall der Sitten schwerlich “verdaubar” darstellen lässt…

      Heute kündigt Hansen in der BILD Personalabbau bei der Bahn an. Gestern hat er noch die Klausel verhandelt, die ihn daran hindern sollte. An einer Kampagne mit wütenden Gewerkschaftsmitgliedern hat kein kommerzielles Medium Interesse. Wut soll offenbar in andere Bahnen gelenkt werden.

      Andererseits weiß ich auch nicht, ob es uns irgendetwas nützt, diese ganze Entwicklung bei vollem Bewusstsein mitzubekommen. Bei einer Amputation wäre ich eigentlich lieber betäubt.

      Neulich habe ich mal überlegt, warum uns das alles so ungeheuerlich ungerecht vorkommt. Wahrscheinlich, weil wir es noch anders in Erinnerung haben. Später werden wir die Schmerzen der OP vergessen haben und wir werden vergessen haben, dass uns etwas amputiert wurde.

    23. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 12:59 - Permalink

      @Rudi

      Später werden wir die Schmerzen der OP vergessen haben und wir werden vergessen haben, dass uns etwas amputiert wurde.

      Werden wir das? Oder werden die Schmerzen nie aufhören, bis wir dereinst sterben? Mir fällt dazu spontan das Gedicht “Hunger ist heilbar” von Erich Kästner ein:

      Es kam ein Mann in?s Krankenhaus
      und erklärte, ihm sei nicht wohl.
      Da schnitten sie ihm den Blinddarm heraus
      und wuschen den Mann mit Karbol.

      Befragt, ob ihm besser sei, rief er: ?Nein.?
      Sie machten ihm aber Mut
      und amputierten sein linkes Bein
      und sagten: ?Nun geht?s Ihnen gut.?

      Der arme Mann hingegen litt
      und füllte das Haus mit Geschrei.
      Da machten sie ihm den Kaiserschnitt,
      um nachzusehn, was denn sei.

      Sie waren Meister in ihrem Fach
      und schnitten sogar ein Gesicht.
      Er schwieg. Er war zum Schreien zu schwach.
      Doch sterben tat er noch nicht.

      Sein Blut wurde freilich langsam knapp.
      Auch litt er an Atemnot.
      Sie sägten ihm noch drei Rippen ab.
      Dann endlich war er tot.

      Der Chefarzt sah die Leiche an.
      Da fragte ein andrer, ein junger:
      ?Was fehlte denn dem armen Mann??
      Der Chefarzt schluchzte und murmelte dann:
      ?Ich glaube, er hatte nur Hunger.?

    24. Frank schrieb am 16. Mai 2008 at 13:32 - Permalink

      @ 13 hannilein: jep, das Anagramm ist von mir. Ich setze mal einen Link zu einem “Gedicht” dazu: http://www.magnifikatz.de/magnifikatz-chefl.html
      Neben Tadelschund (welches mir am besten gefällt) gibts auch noch Möglichkeiten wie “Nudeldatsch” – alles in allem sehr passende Wortschöpfungen zu diesem Land, finde ich.
      Und Franktireur ist schon gut 20 Jahre lang mein “Pseudonym”. Es gab eine Zeit, da habe ich Frank Tireur genommen, da wurde ich dann immer gefragt, ob ich aus einer Hugenottenfamilie stamme (kurz: niemand ist drauf gekommen, daß es ein Künstlername ist).

    25. alfonlein schrieb am 16. Mai 2008 at 14:43 - Permalink

      Ist zwar Satire aber von der Wirklichkeit schon überholt.
      Während hier wenigstens noch Energie gewonnen wird sind Millionen
      mit völlig sinnlosen Aufgaben beschäftigt. Dazu zähle ich außer “Arbeitslosen” z.B. auch Finanzbeamte.

    26. Rudi schrieb am 16. Mai 2008 at 16:40 - Permalink

      Noch zum Thema Amputationen. SpOn schrieb gestern: “Ärzte erhalten für die Behandlung von Privatpatienten im Schnitt mehr als doppelt so viel Geld wie bei gesetzlich Versicherten. Das ärgert die Verfechter einer klassenlosen Gesundheitsversorgung.” Ein Foto im Artikel ist untertitelt mit: “Gleichmacher im Dilemma”.

      Die sprachliche Abgrenzung finde ich interessant. Hängt möglicherweise mit den vielen Bildchen zusammen, die in den letzten Monaten bei SpOn in fast jedem Artikel auftauchten (“Gut für alle. PKV”). Da verschwindet für Michael Kröger von SpOn die Frage, wie das denn zusammen passt – mehr als doppelt so hohe Kosten bei einer Behandlung und niedrigere KV-Beiträge. Und dann wird die irrige PKV-These von der Subvention halt einfach übernommen.

      Aber das ist nur ein Beispiel. Illustrieren möchte ich damit, dass unsere Vorstellung von Gerechtigkeit wohl allmählich von der Realität (und den Sturmgeschützen des Kapitals) geschliffen wird. Zweiklassenmedizin – na und?

    27. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 17:01 - Permalink

      @Rudi

      Vor allem wird aus der Wortwahl bzw. den Konnotationen recht klar, auf welcher Seite die SPONler sich stehen sehen. “Gleichmacher im Dilemma” ist eine klare Positionsbestimmung … ja SPON hat sich der “dunklen Seite” angeschlossen. Aber wie sagte schon der alte Meister Yoda?

      Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.
      Ist die dunkle Seite stärker?” -
      “Nein. Nein… nein. Schneller, leichter, verführerischer.”

    28. Schwitzig schrieb am 16. Mai 2008 at 17:29 - Permalink

      @27 SF

      Vor allem wird aus der Wortwahl bzw. den Konnotationen recht klar, auf welcher Seite die SPONler sich stehen sehen. ?Gleichmacher im Dilemma? ist eine klare Positionsbestimmung ? ja SPON hat sich der ?dunklen Seite? angeschlossen.

      Vielleicht bilde ich es mir ja ein, aber vor ca. 1 bis 2 Monaten kamen ab und zu sogar auf SPON einzelne Artikel, die nicht den wüsten Beigeschmack von neoliberaler bis neofeudalistischer Propaganda hatten und nicht ausschließlich GroKo- und Hurra-Merkel-Geschrei waren.
      Ich war da öfters mal angenehm überrascht, aber seit ca. 2 Wochen ist diese Brüllpostille schlimmer denn je – vielleicht bin ich paranoid, aber ich glaube, vor ca. 2 Wochen erschien von diesem Gabor da wieder so’n Pamphlet und vielleicht hat der nach seiner kurzen Abstinenz so richtig in der Redaktion herumgekotzt?

      Abgesehen davon hätte ich letztens beinahe meinen Bildschirm zerlegt, nachdem mich die dumme Matussek-Fresse auf’s dämlichste kostümiert angeglubscht hat. Ich hätte nie gedacht, dass ein Gesicht kuhartige Blödheit gepaart mit geradezu ausufernder Borniertheit so plastisch darstellen kann. Das beste Argument für Eugenik (nein, das meine ich nicht ernst :-).
      Wenn ich auf der Arbeit in Pausen da mal hinsurfe, achte ich darauf, dass das niemand sehen kann. Mittlerweile ist das genauso peinlich wie bild.de oder stoss-ihn-mir-rein.sex.

    29. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 17:41 - Permalink

      @Schwitzig

      Vielleicht bilde ich es mir ja ein, aber vor ca. 1 bis 2 Monaten kamen ab und zu sogar auf SPON einzelne Artikel, die nicht den wüsten Beigeschmack von neoliberaler bis neofeudalistischer Propaganda hatten und nicht ausschließlich GroKo- und Hurra-Merkel-Geschrei waren.

      Das ist richtig – dieser Trend fiel mir auch beim Print-SPIEGEL auf – nun ja, es ja auch so, dass die SPIEGEL-Leser und die Redakteure nicht komplett verblödet sind und sowohl die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik, als auch die “wissenschaftlichen” Expertisen, auf die sich beide Stützen mittlerweile international im besten Falle belächelt werden. Staaten wie Spanien und Portugal haben sogar richtige Angst, dass die deutsche Borniertheit die komplette EU herunterzieht. Das geht auch an den Redakteuren und den Lesern nicht vorbei – der SPIEGEL isoliert sich und läuft Gefahr nicht mehr ernst genommen zu werden.

      Ich war da öfters mal angenehm überrascht, aber seit ca. 2 Wochen ist diese Brüllpostille schlimmer denn je

      *g*
      Immerhin muß ich eingestehen, dass die China-Berichterstattung mich positiv überrascht hat. Die SZ hat da in den letzten beiden Wochen ja mächtig auf die Propagandatrommel geschlagen, obgleich heute ein blitzgescheiter Artikel von Stefan Kornelius erschien, der mich sehr positiv überraschte – auch das Urgestein Helmut Schmidt hat übrigens einen sehr gescheiten Artikel in der ZEIT geschrieben. Die deutsche Presselandschaft erscheint mir momentan eine Art Läuterungsprozess durchzumachen … ja, ich bin Optimist ;-)

      – vielleicht bin ich paranoid, aber ich glaube, vor ca. 2 Wochen erschien von diesem Gabor da wieder so?n Pamphlet und vielleicht hat der nach seiner kurzen Abstinenz so richtig in der Redaktion herumgekotzt?

      Der ist doch im US-Exil und auf eine 1/3 Stelle reduziert – ne, der Mann ist zum Glück abgemeldet.

      Wenn ich auf der Arbeit in Pausen da mal hinsurfe, achte ich darauf, dass das niemand sehen kann. Mittlerweile ist das genauso peinlich wie bild.de oder stoss-ihn-mir-rein.sex.

      Die letztgenannte Seite kannte ich ja noch gar nicht ;-)

    30. Lago schrieb am 16. Mai 2008 at 17:57 - Permalink

      Spiegelfechter, 17:41
      Die deutsche Presselandschaft erscheint mir momentan eine Art Läuterungsprozess durchzumachen.

      Nicht nur die deutsche Presse. Die Xinhua-induzierte Medienschelte scheint in einigen Medien zu einer Art Erkenntnisprozess geführt zu haben. Nach der Leugnung und der Relativierung gab es in sehr unterschiedlichen Medien (in der Nicht-Presse etwa von CNN bis DRadio) eine reflektiertere Sicht auf ihre eigene Arbeit und Wirkung.

      Mal sehen, wie lange der neue Pluralismus en vogue ist, der übrigens witzigerweise auch Xinhua selbst zu erfassen droht …

    31. Spiegelfechter schrieb am 16. Mai 2008 at 18:08 - Permalink

      Nachtrag – ich sehe gerade, dass der Artikel in SZ gestern erschien. Um Verwechslungen zu vermeiden, verlinke ich ihn lieber:

      Die Sache Tibets

      Und von Schmidt ist folgender Artikel: Tibet als Prüfstein

    32. Ungenannter schrieb am 16. Mai 2008 at 19:16 - Permalink

      Moin!
      Super Glosse über Glos. Aber leider nur allzuwahr, wenn ich mir das neue Konzept einer Wiedereinführung des “Reichsarbeitsdienstes” (böses Wort) so ansehe.

      Werde diesen sensationellen Text in meinem Blog sofort verlinken: http://ungenannter.wordpress.com

    33. Lau Dan schrieb am 17. Mai 2008 at 02:15 - Permalink

      ich fand die Glosse ja eher zwiespältig, siehe #14, u.a.
      im Grunde transportiert sie überflüssigen Zynismus, der aber hängenbleibt, also genau in jene Kerbe stösst ( unbewusst… ) in die gerade mal wieder gehauen wird,

      dass es die gesetzlichen Vorraussetzungen schon lange gibt ( Arbeitspflicht unter Existenzminimumentlohnung, unabhängig von Eignung, Sinn oder Ethik gar) und dass der “neue” Vorschlag nur die bereits unter Existenzminimum liegende minimal “1 Euro plus” Entlohnung aufhebt verschleiert die neue Glosse letztlich genauso wie der ursprüngliche Vorstoss, und damit torpediert sie auch noch den vorangegangenen Artikel

      leider nicht ganz unbegreiflich ist mir, dass der vorhergehende Artikel innert kurzem durch die Glosse ersetzt wurde – kann man psychologisch mit besondere Anteilnahme erklären,
      bleibt die Frage : besondere Anteilnahme woran ?
      Ich fürchte, und anders kann mans im Grunde nicht erklären, dass das Faszinosum Leibeigenschaft den Autor unbewusst geritten (sic!) hat

      anders ausgedrückt, die Glosse transportiert die Diskussion über Leibeigenschaft,
      u hat damit jedwedes konservierende Element aus dem vorangegangenen Artikel
      übersprugen – Mission accomplished : dieser Gedanke nun in den letzten Ritzen des “Wiederstands”, ( während Herr B sich noch fragt wo die Nackenschmerzen herkommen…)

      dazu könnte man noch einges mehr festzustellen aber das verkneif ich mir lieber aus Gründen die dem Wachen offensichtlich sein müssten

    34. Frank schrieb am 17. Mai 2008 at 02:51 - Permalink

      @ 33: ich sehe die Glosse eher als Ergänzung zum vorherigen Artikel. Noch was zur “Arbeitspflicht” unterhalb des Existenzminimums o.ä.: Nein, es gibt keine. 1 Euro Jobs können bei Erwachsenen über 25 zumindest nicht verordnet werden, auch keine anderen Jobs. Dazu gehört die Eingliederungsvereinbarung von beiden Seiten unterschrieben, die wiederum ist ein öffentlich rechtlicher Vertrag und kann nicht erzwungen werden, wenn man gute Gründe hat, die nicht zu unterschreiben. Die Leute wissen das nur zu selten, welche Rechte sie haben. Auch die Zumutbarkeit der Arbeit ist mittlerweile durch diverse Gerichtsurteile besser definiert. Ist zwar alles nicht besonders dolle, aber besser als gar nix: Sittenwidrige Löhne sind Löhne unterhalb der Armutsgrenze (ca. 950 Euro netto heutzutage). Wenn also die PIN-Leute für weniger als 6 Euro/Std. netto (!) arbeiten gehen, statt vor Gericht einen vernünftigen Lohn einzuklagen, sind sie es selbst schiuld und helfen den asozialen Wirtschaftsfuzzis und asozialen Politikern auch noch. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

    35. Nika schrieb am 17. Mai 2008 at 08:18 - Permalink

      @spiegelfechter

      Mir fiel bei deiner Erwähnung der dunklen Seite der Macht, der SPON nun auch angehört, dieser extra3 Beitrag vom Donnerstag ein:
      http://www.youtube.com/watch?v=NUW46Nngnzo

    36. tar schrieb am 17. Mai 2008 at 10:35 - Permalink

      Wenn also die PIN-Leute für weniger als 6 Euro/Std. netto (!) arbeiten gehen, statt vor Gericht einen vernünftigen Lohn einzuklagen, sind sie es selbst schiuld und helfen den asozialen Wirtschaftsfuzzis und asozialen Politikern auch noch. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

      PIN? übertrage deine vorstellung von AN klagt gegen AG auf den realen arbeitsmarkt. womöglich bekommt ersterer vor gericht recht – sitzt aber in bälde auf der straße, denn jene ‘arbeit’, die unterhalb des nicht vorhandenen mindestlohnes (hier 6 euro) verrichtet wird, ist meist derart, dass sie von nahezu jedem anderen ebenso verrichtet werden kann. die konkurrenz (sprich: arbeitlosigkeit, die die löhne drückt – ohne dieser funktioniert dieses system nicht) wäre nun gar entzückt, dass man sich für unter 6 euro anpreisen kann. ganz einfach aus dem grunde, dass nichtsdestotrotz dieses sklavenbrot immer noch mehr ist, als bei hartz 4 herausspringt – und sei es auch nur ein zuverdienst. das lächerliche, was noch erschwerend hinzukommt, ist die begrenzung des zuverdienst. d.h. man kann nicht, wie man gerne wöllte.

      zum einen herrscht also die forderung nach vollbeschäftigung, die ein blanker irrwitz ist, weil:
      - arbeitslosigkeit lohnschranken setzt
      - im zuge der industrialisierung, technologisierung, etc. arbeitsplätze abgebaut werden und
      - dadurch sinnleere arbeit entsteht, die den schein einer beschäftigung wahren soll

      zum anderen werden weitere schranken über die lohnvergabe, arbeitszeiten und rentenbezüge gesetzt, sowie forderungen laut, dass frauen künftig ihre kinder in eine staatliche einrichtung zu geben und sich gefälligst ebenso am arbeitsmarkt zu beteiligen hätten.

      was sind die konsequenzen?

      - AN werden gegen AG aufgewiegelt (klassenkampf, ganz im stile der ‘linken’ vorstellung)
      - JUNGE werden gegen ALTE aufgewiegelt (gesellschaftskampf)
      - FRAUEN werden gegen MÄNNER aufgewiegelt (geschlechterkampf)

      alles ablenkung – cui bono?

    37. Name schrieb am 17. Mai 2008 at 11:24 - Permalink

      Guten Tag !
      Die Bewerbungsvorschläge für mich seitens der Arbeitsagentur liefen immer ins Leere (Arbeit war immer schon vergeben oder einfach nicht vorhanden) und seitens der Arbeitsagentur wurde mir 2x die Schweigepflicht gebrochen. Dadurch konnte ich wenigstens erfahren, daß die Staatsdiener dachten, daß ich Heroin spritzen würde. Also habe ich Urin + Blut abgegeben… so hat sich das Thema erledigt. Nicht ganz, weil ich zwar Vollzeit erwerbsfähig bin – aber mit Ausnahmen, die sich auf (fast) jede Arbeit beziehen. Angeblich sei z.B. meine soziale Kompetenz nicht vorhanden… Die ganze Zeit wird Menschen wir mir unterstellt, ich würde nicht arbeiten… jeder Schreibtischattentäter ist fauler/unmotivierter/unflexibler als ich (und das mit Bezahlung). Letztens wurde ich seitens einer größeren Firma gefragt, ob ich für sie arbeiten wolle; natürlich (illegal Schein-) Selbständig und es handelte sich um eine Tätigkeit mit nicht-lizensierter Software… bei dem Auftragsvolumen von ~50 Millionen Euro hätte ich mehr als ~10 Euro Brutto auf Selbständiger Basis erwartet. Das passende Zollamt zwecks “Schwarzarbeit” (=Scheinselbständigkeit) habe ich eingeschaltet, damit die anderen Arbeitnehmer nicht weiterhin ausgebeutet werden. Dazu kommt bald ein “lukratives Angebot” einer Schule – die Gestaltung einer Website. Weil die allerdings kein Geld haben, bekomme ich fast kein Geld… und damit ich wenigstens davon etwas habe, will ich dieses in Monatsraten á 100 Euro ausgezahlt bekommen – legaler Beschiss.
      Wenn ich dann mal Zeit habe, mir Günter Wallraff’s neuesten Fall angucke, fange ich innerlich an zu kotzen. In einer ähnlichen Bäckerei (es war “Kamps”) hatte ich auch schon (für geringfügig mehr Geld) gearbeitet. Brandblasen, harte Akkordarbeit, Fehlerbehebung während laufender Maschinen und alles andere habe ich auch schon erlebt. Vier Wochen vorher mußte an meinem Arbeitsplatz gerade jemand sein Fuß amputiert werden und ~12 Wochen vorher hatte jemand seinen Daumen verloren. Natürlich wurden auch dort Brötchen für Lidl produziert. Herr Wallraff nennt das Sklaverei – ich nenne es meine einzigste richtige & gute sowie gut-bezahlte Arbeit, die ich je in meinem Leben hatte. Bis ich von den Deutschen Managern mit einer Lüge gekündigt wurde; ich sei zu langsam – dabei hatten die Vorgesetzten/Chefs (dag Rob&Eric!) mir einen Tag vorher mitgeteilt, ich würde zu schnell arbeiten und solle langsamer werden. Diese hatten es sehr bedauert und sich für die Lügen ihrer vorgesetzten Manager entschuldigt.
      Und nun stellt Euch mal vor, was passiert, wenn ich via HartzIV gezwungen werde sollte, kostenlos dieses Land “freiwillig mitzugestalten”. Achja, ich vergaß: Man bekommt ja HartzIV, was bei ~150 Stunden pro Monat einen “Stundenlohn von max. 4 Euro Brutto wie Netto bringt. Deswegen wollen die “Christlichen Sozialen” auch keinen Mindestlohn.
      Man treibt mich in eine Situation, wo ich ganz einfach Menschen weh tun möchte… Meinetwegen auch die EU-Diktatur-Doktrin eingeführt werden, daß bei Demos unter Umständen geschossen werden darf. Die größe Demonstration gegen das Volk und die Zukunft Millionen von Menschen findet unter einer Glaskuppel in Berlin statt …
      Ein Mensch

    38. 4SUXX schrieb am 17. Mai 2008 at 14:56 - Permalink

      Das Leben ist eine herrliche Erfindung -
      - wenn man es sich leisten kann.

    39. Rudi schrieb am 17. Mai 2008 at 18:12 - Permalink

      @37
      starker Kommentar!
      @34/36
      guckt ihr hier:
      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/148/174625/

    40. Spiegelfechter schrieb am 17. Mai 2008 at 19:18 - Permalink

      @37

      Ich kann mich da nur Rudi anschließen. Bittere Worte, die einen immer wieder fassungslos zurücklassen. Als Abstraktum ist dieses Thema ja schon ekelhaft, wenn man sich auf die persönliche Ebene begibt, ist es nur noch zum Heulen.

    41. Ingo schrieb am 18. Mai 2008 at 00:40 - Permalink

      einfach herrlich diese extra3-clips. Danke Nika!

      SF: Respekt! wieder mal ein gelungener Artikel! In Dresden sind bald Oberbürgermeisterwahlen. Für welche Partei würdet ihr stimmen?

    42. Schwitzig schrieb am 18. Mai 2008 at 07:36 - Permalink

      @37 name
      Hi,

      Deine Erfahrungen sind kein Einzelfall. Mir selbst geht es (noch:-) eigentlich sehr gut, dennoch habe ich seltsame Zustände bis 2000 schon selbst erfahren und auch im direkten Umfeld einige Erfahrungen.

      Üblich ist es mittlerweile, dass Angestellte “die Arbeit erledigen”, was bei vielen Unternehmen und insbesondere im Einzelhandel bedeutet, dass unbezahlte und nicht abfeierbare Überstunden regelmäßig – also bei nahezu jedem Arbeitstag – geleistet werden müssen.
      Ich habe da durchaus tiefere Einblicke in die Praxis und kann beweisen, dass Lidl und Co. noch eher freundliche Nicht-Ausnahmen sind. Es ist die Regel und teilweise werden die Mitarbeiter illegal unter Druck gesetzt. Kassenabschluss z.B. bedeutet zu 80% wenigstens 20 Minuten unbezahlte Arbeitszeit, die langen Öffnungszeiten werden oft mit Schichten abgedeckt, in denen die Mitarbeiter widerrechtlich länger arbeiten, ohne etwas dafür zu bekommen. Gebietsleiter haben in diversen Unternehmen die Anweisung, notwendige Mitarbeiter 2 Mal abzumahnen, um sie “gefügig und flexibel” zu machen – bei der dritten Abmahnung füchtet der MA eine fristlose Kündigung, engagiert sich daher stärker und ist leichter unter Druck zu setzen.
      Viele wissen nicht, dass eine Abmahnung nicht rechtsgültig ist, wenn sie nicht anerkannt wurde und juristisch haltbar ist. Damit wird gearbeitet.
      Schon 1996 ist es bei Freunden so gelaufen, dass dort die Filialbelegschaft weggekündigt wurde, weil sie 5 Leute waren und so das Recht hatten, einen Betriebsrat zu gründen. Die Kündigungen wurden per Einschreiben/Rückschein mit festem Auslieferungsdatum am 24.12. übermittelt.
      Auch ist es im Einzelhandel mittlerweile üblich, keine oder maximal einen Festangestellten zu haben. Die restlichen früheren Vollzeitkräfte wurden branchenübergreifend fast ausnahmslos gegen 400-Euro-Kräfte ausgetauscht. DAS haben wir unserer Politik zu verdanken: Eine Arbeitsplatzvernichtung nie gekannten Ausmasses.
      Die 400Euro-Kräfte haben auch noch einen anderen Vorteil: In der Regel ist es einfacher, sie loszuwerden, wenn sie ausgebrannt sind.

      Im Einzelhandel in Deutschland gilt inzwischen: Sklaverei ist machbar und wird auch gemacht.

      Denkt daran, wenn ihr z.B. kurz vor Ladenschluss noch irgendwo einkauft.

    43. Name schrieb am 18. Mai 2008 at 11:11 - Permalink

      @rudi(39):
      Danke.

      @spiegelfechter(37):
      Heule tue ich nicht. Es ist eher Wut & Hass, der sich dadurch in mir bildet. Aber man muß (Du hast mir das mal geschrieben!) es “locker” nehmen… z.B. werde ich die Arbeitsagenturmitarbeiter fragen, warum ich dort nicht arbeiten könne – schließlich bin ich perfekt für diesen Job: Ang. Mangel an sozialer Kompetenz, Unfähig in der Nachtschicht usw. … ;)

      @schwitzig(42):
      Deine Schilderungen sind auch kein Einzelfall und auch mir persönlich geht es noch gut im Vergleich zu anderen Arbeitssuchenden & Arbeitenden – ich liege irgendwo dazwischen.
      Betrifft die Kündigungen, welche zum heiligen Abend 1996 an Deine Freunde herausgeschickt wurden: Es ist einfach demütigend, daß Firmen bzw. deren Manager ihren Mitarbeitern solche “Weihnachtsgeschenke” verteilen. Wieso von Sklaverei reden, wenn es sich wahrscheinlich um “organisierte (Wirtschafts-) Kriminalität” handelt? Die Methoden sind Gang & Gebe und befinden sich m.E. nicht mehr in einer rechtlichen Grauzone. In Deutschland wird doch sonst alles durch Gesetze geregelt – wieso treffen gerade bei diesen Themen, welche Dutzend Millionen oder mehr Mitbürger betreffen, keine Reformen statt?
      Diese 400-Euro-Jobs sind sowieso für mich ein unbegreifliches “etwas”. Auf der einen Seite hat der Arbeitnehmer weniger Rechte (Urlaub, Zahlung bei Krankheit usw.) und auf der anderen Seite bezahlt der Arbeitgeber mehr (400 Euro + 120 Euro Sozialabgaben). Mir hat mal ein Arbeitsagenturmitarbeiter erklärt, daß schon ab 400 ?uro und einem Cent der Arbeitnehmer besser gestellt und der Arbeitgeber auch noch entlastet wird, weil er nämlich viel weniger Sozialabgaben (70 Euro oder so ?!) abzugeben hat. Kein Wunder, daß der Staat die Minijobs anpreist – sind sie doch der “lachende Dritte”. Für mich ist diese Politik nicht dreist sondern Betrug an den Arbeitnehmern & Arbeitgebern im Namen der Staatsverschuldung.
      Mit diesem Schuldenberg kann man letztendlich vieles begründen, wenn die fachlichen Argumente ausgehen. Wie kann man den Schuldenberg mit immer niedrigeren (Durchschnitts-) Löhnen (teilweise quasi Netto=Brutto) abbauen? Das soll mir mal ein Politiker, Manager oder Statistiker erklären…

    44. Ralf schrieb am 19. Mai 2008 at 12:31 - Permalink

      Hm, mal als advocatus diaboli gefragt, was ist die Alternative? Wenn man den inoffiziellen Schätzungen glaubt, die 70% der Erwerbslosen schlicht als Erwerbsverweigerer entlarven, muss sich die Volkswirtschaft fragen, wie lange sie sich den arbeitsscheuen Bodensatz leisten kann. Es ist eine Selbstverständlichkeit, für jene mitzuzahlen, die aus eigener Kraft keine Leistung bringen können, für Pflegebedürftige, Alte, körperlich nicht belastbare Menschen, keine Frage, aber muss ich mich auch verpflichtet fühlen, für jene zu zahlen die nicht Willens sind?

    45. salvo schrieb am 19. Mai 2008 at 13:19 - Permalink

      “arbeitsscheuen Bodensatz”

      der Geist, aus dem das entsteht

      http://www.getuigen.be/Getuigenis/Ochs-Jacques/tkst.htm

    46. Rudi schrieb am 19. Mai 2008 at 23:29 - Permalink

      zu 44
      mal im Ernst, wenn es heute noch manchmal heißt, unter Adolf war nicht alles schlecht, dann wird als Beispiel genannt: Arbeitslose von der Straße geholt und Autobahnen gebaut.
      Hat nach meinem rudimentären Geschichtswissen beides mit den Reichsarbeitsdiensten zu tun gehabt.

      Vielleicht sagt man in dreißig Jahren auch… unter Merkel war doch nicht alles schlecht… Ein bisschen advocati diavoli muss schon sein. ;-)

      Solange die Zwangsarbeit noch nicht wieder eingeführt wurde:

      Verschenken und tauschen darf man als Hartz4-Empfänger. Oder wird das auf den Bedarfssatz angerechnet? Theoretisch lässt das den Gedanken an eine Semi-professionell organisierte Tauschwirtschaft zu. Jeder kann irgend etwas – jeder macht irgendetwas. Besonders gefragt sind handwerkliche Fähigkeiten und Dienstleistungen. Für Bedürfnisse die nicht innerhalb der Tauschringe befriedigt werden können, hat man die 347 Euro.
      Wenn ich bspw. Maler gelernt habe – biete ich anderen meine Handwerksleistung an – und bekomme Stunden (oder eine Ersatzwährung) gutgeschrieben. Damit gehe ich dann zu einer gelernten Frisöse zum Haare schneiden und lade meine Frau in ein Restaurant zum Essen ein. Bezahlt wird dort nur der reine Warenwert.
      Je besser die Fähigkeiten der Teilnehmer, je konzentrierter sie wohnen und je besser organisiert die Arbeitsteilung, desto stärker wäre der Wohlstandsgewinn der mitarbeitenden Hartz4-Empfänger.
      Wenn politisch gewollt, könnte das auch ein Weg in die Integration zurück in den “ersten Arbeitsmarkt” sein. Man müsste nur zulassen, dass die Hartz4-Frisöse ihre Dienste nicht nur gegen andere Gutscheine eintauscht, sondern auch gegen Barzahlung anbietet.

      Im Endeffekt ähnelt die Idee dem Kombilohn-Modell – bzw. einem System mit Grundsicherung. Charmant daran fände ich, dass zunächst nur Leistungen gefragt wären, die anderen einen direkten Nutzen verschaffen. Ich schätze 40% der heutigen Jobs tun das schon nicht mehr.

      Ehrlich gesagt habe ich sowieso noch nicht verstanden, wieso es überhaupt Arbeitslosigkeit gibt. Eigentlich heißt doch Arbeitslosigkeit, dass alle so glücklich und zufrieden sind, dass tatsächlich gar nichts mehr zu tun ist. Wie kann man als Gesellschaft bloß so genügsam sein?

    47. Name schrieb am 20. Mai 2008 at 10:52 - Permalink

      @ Rudi (46) :
      Guter Text! Verschenken darf man als HartzIV-Empfänger – meines Wissens darf man aber nur Schenkungen im Warenwert von 50 Euro pro Jahr annehmen; dazu zählt auch, wenn man ein Einladung zu einem Essen geschenkt bekommt oder z.B. Weihnachtsgeschenke.
      Wie es bei dem “Freigeld”-Modell aussieht, weiß ich nicht genau. Schätze aber, daß alle Leistungen, welche man erhält, angeben muß und dadurch Leistungskürzungen bekommen kann. Besonders dann, wenn sich ein solches Modell durchsetzen würde.
      Arbeitslosigkeit heißt nicht glücklich und zufrieden zu sein – Arbeitslosigkeit heißt m.E. zuviel freie Zeit, wenig(er) Aufgaben und das Gefühl von der arbeitenden Gesellschaft nicht gebraucht zu werden bzw. ausgestossen zu sein.

      @ Ralf (44) :
      Weiß’ nicht, woher Deine inoffiziellen Schätzungen kommen, daß 70% der Arbeitslosen Erwerbsverweigerer sein. Vielleicht vom Ifo-Institut ;) … Auch ich war schon einmal nicht Willens eine Arbeit aufzunehmen, weil ich nicht für 6 Euro Brutto Wochenend-Nachts tätig sein wollte; hoffentlich kreidest Du mir das nicht an!
      Es gibt m.E. mehr schwarzarbeitende Arbeitslos-gemeldete als Erwerbsverweigerer. Würden alle schwarzen Tätigkeiten in legale Jobs umgewandelt werden, gebe es viel weniger Arbeitslose und mehr Einzahler.
      Die Wirtschaft ermöglicht 25% der Bürger keinen existenzsicherndes Leben. Deshalb denke ich, daß es keine demokratisch-geführte (=vom Volk geführte) Wirtschaft (=Volkswirtschaft) ist.
      Der Staat ist eigentlich auch verpflichtet für jene zahlen, die nicht Willens sind zu arbeiten. Durch die Hartz-IV-Gesetze gibt aber jeder Arbeitssuchende eine Erklärung ab, daß er Willens ist zu arbeiten – ansonsten drohen Sanktionen bzw. werden verhängt. Das Problem sind aber nicht die Unwilligen, sondern die fehlenden Arbeitsplätze und Dumpinglohnjobs, welche kein eigenständiges Leben (=ohne fremde Hilfe) ermöglicht. Für Unwillige etc. wurden übrigens die 1-Euro-Jobs geschaffen, welche ihre Wirkung auch schon total verfehlt haben. 0-Euro-Jobs würden dieselbe Wirkung erzielen.

    48. grub grab schrieb am 27. Mai 2008 at 04:39 - Permalink

      @rudi (46)
      “Solange die Zwangsarbeit noch nicht wieder eingeführt wurde”

      Wurde sie nicht? Wurde sie doch? Zwangsarbeit war im Nachkriegs-Deutschland NIE abgeschafft !

      Keine Sozialleistung ohne Gegenleistung, gilt grundsätzlich für “gewisse” Behinderte, seit es Werkstätten für Behinderte gibt* gibt und – weil Arbeit nicht nur frei macht sondern auch psychisch gesund (lol) – schon immer in der Psychiatrie.
      Lediglich das – trotz aller Anstrengungen – noch immer sehr beschränkte Anbot an “therapeutischen” Zwangsarbeitsplätzen bewahrt derzeit noch den Großteil Behinderter in Zwangsarbeit gezwungen zu werden. Oder, alternativ, vermutlich schon bald wieder, sozialverträglich viel zu früh abzutreten.

      Staatlich finanzierte Zwangsarbeit gab es bis etwa 1975 auch in kirchlichen Kinder- / Jugend-Erziehungsheimen. Seit einigen Jahren erfährt diese kirchl./staatl. geförderte Zwangsarbeit für Jugendliche eine neue Blütezeit.

      Vorreiter bei der Verwirklichung jeglicher “ziviler” Zwangsarbeit waren und sind die selben sozialen Vereine, die selbst von der Ausbeutung der Zwangsarbeiter am meisten profitieren: Kirchen und Wohlfahrtsverbände sowie deren “Zweigstellen”

      *Arbeitslager,meist in Industriegebieten oder am Ortsrand versteckt. Zur Zwangsarbeit werden idR geistig und psychisch mehr oder weniger “Behinderte” gezwungen. Der massive Ausbau von Arbeitslager, die künftig vermehrt auch für anderweitig “Behinderte” geeignet sein sollen ist in vollem Gang.

    49. Name schrieb am 30. Mai 2008 at 12:20 - Permalink

      @GRUBGRAB48:
      …wenn das stimmt, dann xxxxx xxx xxxxx xxxxxx xxx xxxxxxxxxxxxx.

      Unsere TerrorPolitiker haben nun wissenschaftliche Unterstützung bekommen:
      WISSENSCHAFTLER FORDERN ARBEITSPLFICHT FÜR HIV-EMPFÄNGER
      http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEHUM95671920080529
      …achja: Dieser Wissenschaftler namens Clemens Fuest ist natürlich u.a. für die INSM tätig.

    50. Funkie schrieb am 30. August 2008 at 16:45 - Permalink

      Ein Weg aus Hartz 4 zeigt die Website
      http://www.hartz4gold.com/

      Wer ein fleissiger Hamster ist muss im Winter nicht frieren und hungern!

    51. ??????? schrieb am 8. September 2008 at 06:12 - Permalink

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