Heiner Flassbeck - Das Ende der Massenarbeitslosigkeit
19. Mai 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Wenn man Heiner Flassbecks Thesen so hört, könnte man denken, er sei Oskar Lafontaines wirtschaftspolitischer Sprecher – einer dieser Herren, die in den Talkshows der Nation von Vertretern der deutschen Industrie, der Großen Koalition und der deutschen Wirtschaftswissenschaften stets mitleidig als Ewiggestrige abgekanzelt werden, da sie die Zeichen der Globalisierung angeblich nicht erkannt hätten. Heiner Flassbeck ist allerdings Professor für Volkswirtschaftslehre, Chefvolkswirt der UN Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) und war früher Ressortleiter „Konjunktur“ beim DIW – er ist also mitnichten jemand, der die Globalisierung nicht verstanden hätte. Flassbeck ist einer der wenigen deutschen Volkswirte, die in Wissenschaftskreisen international konsensfähig sind und nicht als orthodoxes Fossil belächelt werden, wie die Herren, die fleißig in deutschen Talkshows erklären, warum man sparen und die Lohnkosten senken muss. Flassbeck sagt das genaue Gegenteil.
Dass Flassbecks Thesen an Lafontaine erinnern, ist übrigens kein Zufall. Er gilt als Lafontaines „Spiritus Rector“ und wurde von ihm während seiner Zeit als Finanzminister als Staatssekretär für Finanzen eingesetzt. In dieser Zeit versuchte er zusammen mit den Franzosen eine keynesianische Finanz- und Währungspolitik in der EU durchzusetzen, womit er bekanntlich scheiterte. Die Folgen dieses Scheitern sind bis heute einer der Hauptgründe für die hohe Arbeitslosigkeit, die schlechte Binnenkonjunktur und die gefährliche Situation, in der Deutschland steckt. Während der letzten dreißig Jahre hat sich Deutschland derart von der Exportwirtschaft abhängig gemacht, wie kein anderes Land. Da es in der globalen Gesamtwirtschaft aber keine Überschüsse und kein Defizite gibt, muss der deutsche Exportüberschuss von anderen Ländern auf „Pump“ finanziert werden. Wenn diese deutschen Boomzeiten sich allerdings dem Ende zuneigen, weil beispielsweise andere Nationen ihre Währungen abwerten müssen, wie es die USA in den letzten Jahren massiv machen, und dadurch der deutsche Export weg bricht, steht Deutschland vor einem sehr großen Problem.

Während alle anderen Industriestaaten – außer Japan – immer auf ein Gleichgewicht zwischen Außenhandel und Binnenkonjunktur (also der Nachfrage im eigenen Land) bedacht waren und sich teilweise (wie die USA) sogar durch massive Außenhandelsdefizite für die Weltwirtschaft „aufgeopfert“ haben, hat Deutschland jahrzehntelang über eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik und eine monetaristische Finanzpolitik die Binnenkonjunktur förmlich abgewürgt. Nach endlosen Nullrunden, Sparinitiativen und neoliberalen und neoklassischen Eingriffen in die Wirtschaft, steht Deutschland im internationalen Vergleich etwas sonderlich da. Einerseits ist Deutschland das Land, das von der Globalisierung am meisten profitiert – mit 80 Mio. Einwohnern exportiert Deutschland mehr Güter, als die USA mit ihren 400 Mio. Einwohnern, oder China mit seinen 1.300 Mio. Einwohnern, was für sich genommen schon grotesk ist. Auf der anderen Seite sind die Einkommen in keinem anderen OECD-Staat derart schwach entwickelt, wie in Deutschland. Das Land wird immer reicher, nur die Bürger werden – relativ und mittlerweile auch absolut – immer ärmer. Was bereits aus Gerechtigkeitsgründen negativ zu bewerten wäre, ist aber auch volkswirtschaftlich problematisch, da ein Großteil der Wirtschaft nicht vom Export profitiert, sondern über die Aufwertung der eigenen Währung sogar benachteiligt wird. Während Importe und lokal hergestellte Güter sich massiv verteuern, bleibt das Einkommensniveau der Bevölkerung weit hinter dieser Teuerung zurück, was sich negativ auf die Binnenkonjunktur ausschlägt.
Was für die deutsche Bevölkerung ein Nachteil ist, ist für das deutsche Großkapital durchaus von Vorteil. Da die massiven Überschüsse, die alljährlich erzielt werden, mangels Nachfrage kaum im Inland investiert werden können, kauft man Stück für Stück internationale Konkurrenten auf. Während es in den Talkshows der Nation immer heißt, man müsse den Gürtel enger schnallen, weil das Kapital ins Ausland geht, wird umgekehrt ein Schuh daraus. Weil die Lohnentwicklung in Deutschland derart unterdurchschnittlich ist, existiert zuwenig Nachfrage, was Investitionen ins Ausland treibt – die logische Schlussfolgerung aus alledem kann daher nur heißen: Löhne rauf! Und dies ist auch eine der Hauptthesen, die Flassbeck in seinem äußerst lehrreichen Buch „Das Ende der Massenarbeitslosigkeit“ vertritt, das er letzte Woche in der SR2-Sendung „Fragen an den Autor“ dem Publikum vorstellte.
Flassbeck hält eine Lohnsteigerung in Höhe des Produktivitätszuwachses plus des Inflationsziels für empfehlenswert. Für Deutschland hieße dies – jedes Jahr Lohnsteigerungen in Höhe von mindestens 4%. Und da man in einer Volkswirtschaft gesamtwirtschaftlich nie Sparen kann, empfiehlt Flassbeck auch den Konsum zu stärken, da Ausgaben immer auch Einnahmen sind. Für die Rezepte der deutschen Politik, die immer auf ein „Sparen“ herauslaufen – was es so gar nicht geben kann –, hat Flassbeck bestenfalls Unverständnis über. Wenn verlautbart wird, man müsse für die Rente sparen, so heißt dies de facto, dass man der Konjunktur Geld entzieht und es anderen Investoren leiht – es kann keinen Gläubiger ohne Schuldner geben. Anstatt die eigene Wirtschaft anzukurbeln, stellt man also anderen Volkswirtschaften Geld zur Verfügung, damit sie ihre Konjunktur ankurbeln und die Nachfrage nach deutschen Exporten zunimmt. Dies mag ein nettes Instrument sein, die Exportbranche zu stärken, als Rentensystem ist dieses Konzept unsinnig. Ein Umverteilungssystem, wie die klassische Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland kann nur durch Konsum gestärkt werden. Jeder ausgegebene Euro ist ja nicht weg, sondern landet auf der Einnahmenseite bei einem anderen Wirtschaftssubjekt und fließt über die Umverteilungssysteme auch wieder ins Rentensystem zurück. Solch grundlegende Basiskenntnisse der Volkswirtschaft sind allerdings weder in der Politik noch in den Wirtschaftsverbänden vorhanden.
Neben der Stärkung der Binnennachfrage ist die monetaristische Geldpolitik der EZB für Flassbeck eine Bremse für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und der EU. Flassbeck, der den Monetarismus für gescheitert hält, ist ein Verfechter einer aktiven Geldpolitik, wie sie die amerikanische Notenbank FED betreibt. Während es der EZB nahezu ausschließlich um die Geldwertstabilität geht, nutzt die FED die Zinsanpassungen auch aktiv, um konjunkturpolitische Ziele zu verwirklichen. Ein niedriger Zinssatz erhöht die Nachfrage nach Geld, welches neu investiert (und teilweise sicher auch konsumiert) werden kann, womit die Konjunktur nachhaltig gestärkt wird. Die EZB argumentiert ganz im Sinne des vom Neoliberalismus geprägten Monetarismus, dass jeder Eingriff des Staates in den Markt problematisch sei und für Ungleichgewichte und somit Marktstörungen verantwortlich sei – international hat dieser „deutsche“ Ansatz, der schon von der Bundesbank gepflegt wurde, allerdings wenig Freunde. Volkwirte wie Flassbeck sehen in dem niedrigen Inflationsziel von 2% auch keinen Fetisch und wünschen sich durchaus eine höhere Inflation, die durch niedrigere Zentralbankzinsen ausgelöst wird. Nur müssen dann natürlich auch die Lohnentwicklungen und die Entwicklungen staatlicher Transferleistungen mindestens 2% über dem Inflationssatz liegen.
Für Ohren, die gewohnt sind, den deutschen Talkshowökonomen zu lauschen, klingt dies sicher alles „wirr“ und „unglaubwürdig“ – ein Grund mehr, Flassbecks Buch zu lesen. Es räumt mit vielen Vorurteilen auf, die pausenlos wiedergekäut werden, was sie allerdings kein Jota wahrer macht. Da das Buch für ein Werk, das sich mit volkswirtschaftlichen Themen beschäftigt, relativ flüssig und verständlich geschrieben ist, kann man es sicher auch Lesern empfehlen, die einen Einstieg in die Materie suchen.
Jens Berger
Bildnachweis: 2x Westend Verlag, DHM
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Mmm - nen “Fuffi” für diese Buch. Irgendwie kribbelt es in meiner Nase. Vor allem, wenn ich höre: Liebe EZB, nicht auf die Inflation achten. Schieb doch Geld in den Markt. Das ist gut für die Konjunktur. Schau, die FED macht das auch.
Auch ein geringer Zins, bleibt ein Zins, der zurückgezahlt und erwirtschaftet werden will.
so, dann paßt das, was ich heute morgen verlinkt habe, dann doch besser hierher
“Die Bubble-Ökonomie
Wie man die Märkte für den großen Crash von morgen präpariert”
linksnet.d...
erstmal: dreißig - nicht dreizig ;)
zahlen:
- bildchen
- Bundestag: Lohn- und Verteilungsentwicklung in Deutschland (pdf)
inwiefern wird das land reicher, wenn die verschuldung steigt?
in der tat ;)
aufwertung der eigenen währung? du verwechselt das mit dem verlust der kaufkraft des dollars. denn auch der euro verliert an kaufkraft (nur nicht so rasant) oder bekomme ich plötzlich mehr öl für meine euros als vor einem jahr?
absolute zustimmung, denn wir befinden uns in einer schleichenden deflationsphase mit gleichzeitiger verteuerung von lebensnotwendigen gütern.
inflation und niedrige leitzinsen passen nicht zusammen. hier nochmal ein bild.
desweiteren geht herr flassbeck keinen deut darauf ein, wie der geschundene mittelstand überhaupt derartige lohnerhöhungen (4% und mehr pro jahr) realisieren soll, wenn die achso gigantischen gewinne nicht bei selbigen, sondern bei kartellen & monopolen landen?
auch bemerkenswert die erkenntnis, dass sparen in diesem system irrsinnig ist, da das geld so ständig dem kreislauf entzogen würde (was real passiert) und folglich neuschuldner benötigt werden (ebenfalls realität). und dabei bleibt immer noch die frage offen, woher die gesamte schuldforderung eigentlich stammen soll (der zins zum kredit).
Auf dem Bild sind Umlaufrendite und Inflation abgetragen. Dass die Verzinsung von Kapital mit der Inflation korreliert, ist ja wohl absolut logisch, stellt doch die Inflation die Abwertung des Geldes dar, also das Risiko (wenn man von der Zahlungsfähigkeit des Deutschen Staates mal ausgeht), und die Verzinsung basiert nun einmal direkt darauf.
Die Leitzinsen sind aber nun einmal nicht identisch mit der Umlaufrendite, sondern im Gegenteil, sie stellen ein Mittel dar, sowohl Inflation als auch Umlaufrendite zu steuern.
Zur Geldpolitik:
und wie geht das jetzt hiermit: spiegelfec... zusammen?
Der Volkswirt Flassbeck ist mir -klar- sympathischer als der Volkswirt Sinn, da er den Ärmsten auf ihren Hungerlohn ein paar Eurönchen plus gönnt, während Sinn offen die Verelendung der arbeitenden Menschen fordert.
Beide sind allerdings die dialektischen Antipoden des herrschenden Kapitals, das uns über die wahren Verhältnisse unseres alten Geldsystems bis zum Crash im Unklaren lassen soll.
@3tar
Die Schulden, die die Welt bei „uns“ hat, wachsen (Exportweltmeister) wesentlich schneller, als die Schulden, die „wir“ bei „uns“ oder „woanders“ haben. Insofern steigt die Verschuldung „von uns“ nicht, sondern sie ist sogar negativ.
Darum geht es nicht – der Ölpreis steigt nun einmal im Währungskorb der Ölimporteure. Innerhalb dieses Währungskorbes wurde allerdings der Dollar zum Euro massiv abgewertet, was v.a. beim Wettbewerb der beiden Währungen ein großer Vorteil für die Amerikaner ist.
Was soll dieses Bild beweisen? Das Umlaufrendite und Inflation häufig parallel verlaufen, ist ja auch logisch – wer würde sein Geld schon zu einem Zinssatz verleihen, der unter der Inflationsrate liegt?

Ein direkter Vergleich zwischen Inflation und Leitzins macht das schon etwas deutlicher:
@5 sven
In welchem Punkt? Ich bin auch kein Freund von übertriebener Niedrigzinspolitik, ohne gleichzeitig Regularien aufzustellen, die das Entstehen von Blasen verhindern (so dies möglich ist) - dennoch ist mir die FED-Politik näher, als die BuBa-; EZB-Politik.
img181.ima...
Ist etwas klein, aber man erkennt, dass der Zusammenhang Inflation Leitzins etwas komplexer ist.
btw. woher bekommt die ezb eigentlich das Geld das sie verleiht?
@Klaus
Die EZB ist eine Notenbank - sie kann Geld “erschaffen” oder “vernichten”. Aber das macht sie nicht selbst, sondern Du und Ich. Wenn man einen Kredit aufnimmt, so bekommt die Hausbank, die einem das Geld aushändigt, es im Endeffekt von der EZB. Womit Geld “gedruckt” wurde. Wenn man den Kredit zurückzahlt, wird dieses Geld wieder “vernichtet”, da auch die Hausbank die Kreditsumme, die sie an uns weitergereicht hat, wieder zur EZB “zurückbringt”. Die Bank lebt freilich von dem Unterschied Leitzins zu Verleihzins, trägt aber dafür auch das Risiko, dass der Kredit vielleicht nicht bedient wird.
@ lago & jens
die umlaufrendite spiegelt das zinsniveau des kapitalmarktes wider, daher der zusammenhang mit dem leitzins. auch in euren bildern sieht man den zusammenhang, wenn auch bei jens’ etwas verwaschen (hast du eins von 1980 bis heute?).
nicht bei uns, sondern bei exportierenden unternehmen. die staatsverschuldung steigt wie eh und je und ist keineswegs negativ.
und uns als aufwertung des euros verkauft wird. lächerlich - und da spielst du auch noch mit.
und noch ein unding, auf das mich axel aufmerksam gemacht hat:
wer soll eigentlich noch die 2% (EZB), 4% oder gar noch mehr (flassbeck) WACHSTUM jährlich erwirtschaften? ich sehe die rückkehr der 80-stunden-woche!
mich würde interessieren, ob jemand den von mir verlinkten Text
“Bubble Ökonomie”
linksnet.d...
gelesen hat und was er dazu meint
der Autor meint, dass “Es wird – und muss – zu vielen weiteren Blasen dieser Art kommen, denn ohne sie funktioniert die US-Wirtschaft nicht mehr. Der Spekulationsblasen-Zyklus ersetzt den Konjunkturzyklus.”
und dass die nächste Blase bereits vorprogrammiert ist:
“Unsere Volkswirtschaft steckt also in ernsten Schwierigkeiten. Sowohl in den Produktions- und Konsumbranchen als auch im FIRE-Sektor weiß man, dass wir am Rande einer Verschuldungs-Deflations-Katastrophe stehen. Und in beiden Sektoren betet man, der Himmel möge noch rechtzeitig ein Wunder schicken – eine neue Blase, die die Wirtschaft davor bewahrt, in eine Depression abzurutschen.
Die kommende Blase
Wir haben gelernt, dass es bei jeder neuen Spekulationsblase Hunderte oder Tausende von Einzelunternehmen geben muss, deren Finanzierung nicht Milliarden, sondern Billionen von Dollar in Gestalt neuer Wertpapiere erfordert, kreiert und vermarktet von der Wall Street. Wie es auf dem Häuser- und Wohnungssektor schon seit Ende der 90er Jahre geschah, so muss sich auch jetzt der neue Spekulationssektor bereits zu einer Zeit herausbilden und wachsen, in der die vorherige Blase noch abschwillt. Gesetze, die diejenigen fördern, die in den neuen Sektor investieren – ihnen Steuervorteile und andere Investitionsschutz- und -förderungsmaßnahmen garantieren –, sollten bereits in Kraft oder jedenfalls in Arbeit sein. Vor allem aber muss der neue Wirtschaftszweig populär, sein Name in aller Munde sein, in der Politik ebenso wie in den Medien. Er sollte allen, die die Fernsehnachrichten verfolgen oder Zeitungen lesen, vertraut sein.
Es gibt eine ganze Reihe von Kandidaten für die nächste Blase, aber nur wenige erfüllen alle Kriterien zugleich. Das Gesundheitswesen muss ausgebaut werden, um die Bedürfnisse der jetzt ins Seniorenalter einrückenden geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge zu befriedigen, aber Regierung und Gesetzgebung haben bisher keine einschlägigen Maßnahmen ergriffen, die der Spekulation im Gesundheitswesen den Weg bahnen könnten; das Gleiche gilt für die pharmazeutische Industrie, in der an eine Hyperinflation erst dann zu denken wäre, wenn die Food and Drug Administration (die US-Behörde für Lebensmittelsicherheit und Arzneimittelzulassung) entmachtet würde. Ein zweiter Technologieboom unter dem Etikett „Web 2.0“ beruht eher auf Fortschritten bereits vorhandener Technologien als auf irgendwelchen Neuentdeckungen. Die kapitalintensive Biotechnologie taugt zu keiner Blase, weil sie zu viel Spezialwissen erfordert.
Aber es gibt einen Sektor, der alle Voraussetzungen erfüllt: nämlich alternative Energien …”
@tar
Na aber sicher – was ist es denn Deiner Meinung nach?
2% Inflation ist nun einmal die Zielvorgabe, bei der die EZB von Geldwerstabilität – oder besser Preisniveaustabilität – spricht. Das hat per se nicht mit „permanenten Verfall“ zu tun, da z.B. die Produktivität ja auch um rund 2% p.a. steigt. Würde man 0% Inflation anstreben und die Produktivität hätte ein permanentes Wachstum von 2% liefe das auf eine Geldentwertung hinaus.
Och, das geht recht einfach – unsere Nachbarn machen uns das ja vor. Die Alternative zu Lohnerhöhungen wären übrigens auch Arbeitszeitverkürzungen – also nix mit 80h.
so nu halt kurz ( hrhhrhrrhrh) de.wikiped...
freitag.de...
google.de/... Kurz&meta=
btw Spamschutz sucked , den Vergisst mann immer, da hab ich mir nen Wolf zur Lob(preisung) des ach so überflüssigen Posts getippt und wech is alles…. *ehrlich ich hab da Herzblut respektive kreativen Geist investiert mich sogar bei Interpunktion und richtiger schreibweise bemüht …. öhm kann mann das dem Orkus wieder entreißen ? wenn ja wie?? egal die links sind ja nu mal durch , hm die nächsten Beiträge werden besser versprochen :)
*auf Stilmittel bitte achten ;)
@Salvo
Ich habe den Artikel bis jetzt nur überflogen - der Autor hat zwar nicht ganz unrecht, stellt aber Gesetzmäßigkeiten auf, wo es keine gibt. In einem absolut freien Markt hätte er sogar recht - aber der Staat und die Notenbanken können dem entgegenwirken, wenn sie es denn wollen. Die Immobilienblase und mit ihr die Finanzkrise waren ganz eindeutig hausgemacht und keine unabwendbaren Gesetzmäßigkeiten eines Wirtschaftssystems.
Aber dazu noch mehr, wenn ich mal Zeit habe, den Artikel richtig zu lesen.
der euro würde aufgewertet, wenn ich mehr waren für das gleiche geld bekäme wie vorher. das ist aber nicht der fall. im gegenteil: so spielst doch auch gerade du auf die angestrebte inflation an. siehst du den widerspruch nicht?
übrigens müsste es umgekehrt lauten: würde es ein permanentes wachstum von 2% anstreben, liefe das auf eine inflation von 2% hinaus. so wird aber ein permanentes wachstum von 2% von der EZB vorausgesetzt. liegt man drunter, herrscht mal wieder große verwirrung.
“marktsättigung” - schon mal davon gehört?
@15 Bakunin
Da der Beitrag nicht in der “Moderationsschlange” ist, gehe ich mal davon aus, dass er nicht automatisch geblockt wurde, sondern dass Du die Rechenaufgabe falsch hattest, oder sie vergessen hast. Das ist natürlich immer ärgerlich - bei meinem Firefox bleibt der Text aber im Feld stehen, wenn ich die “Zurück” Taste im Browser bediene. Dafür wird es bei Dir aber wohl schon zu spät sein :-(
@17 tar
Nein, dass ist falsch - in dem Falle würde der Euro einer Deflation unterliegen. Ab- und Aufwertungen sind immer relativ zu einer anderen Währung und nicht absolut. Für die gleiche Menge (seit einem Jahr) Euros bekommst Du heute mehr Waren als für die gleiche Menge Dollars. Das ist eine Auf-/Abwertung. Ob die Menge der Waren absolut mehr oder weniger ist, spielt dabei keine Rolle.
Für die Verwirrung können Flassbeck und ich aber nichts ;-)
Lass auch mal das Wort “Wachstum” heraus, da man dies mit dem BIP-Wachstum verwechseln könnte, was etwas anderes ist.
Ja - aber irgendwie passt das ja nicht. “Alle” Leute haben Autos, Fernsehgeräte und Handys und trotzdem verkaufen sich die Dinger ganz gut.
tatsächlich?
einbruch des automarktes:
- financialtimes.de (über pax-aeterna.net)
- welt.de
- autohaus.de
mehr?
ich möchte gar nicht erahnen, wieviele autos ohne den CO2-hype gekauft worden wären
{ironie} al gore sei dank {/ironie}
und lass uns mal gut und gerne davon ausgehen, dass sich die fernsehverkaufszahlen nach dem hdtv standard geworden ist, auch wieder normalisieren und demzufolge rückläufig werden.
wie geht das konform mit einer ständig wachsenden wirtschaft? einer wirtschaft, die nächstes jahr MEHR als dieses jahr erwirtschaften muss. frag bitte mal nokia, wieso ihnen die rendite hier in deutschland nicht gepasst hat.
marktsättigung auszublenden und ein wachstum von mindestens 2% anzustreben (immer im bezug zum vorjahr) ist eine schöne illusion, mit der die BRD schon in den 70ern zu kämpfen hatte.
{ironie} aber es gibt ja die allroundlösung. wozu darf sich denn der staat sonst endlos verschuldenc ;) {/ironie}
Was genau ist dann der Zusammenhang? Wenn die EZB ein privates Unternehmen wäre, dann müsste sie den Leitzins natürlich am Marktzins orientieren, aber, Moment, das sind sie nicht. Sie können also quasi beliebig Verlust machen, denn: sie “erfinden” ja das Geld, was sie verleihen. Der “Verlust” der EZB ist die erste Ableitung der Geldmenge M3. Dieser darf möglicherweise nicht beliebig groß werden, Inflation und so. Aber das ist umstritten. Und ist einer der Kernkritikpunkte an der EZB.
Wenn der Leitzins sich ähnlich bewegt wie die Inflation, siehe FED, dann meist deshalb, weil versucht wird, die Konjunktur stabil zuhalten. Der Leitzins läuft also der Inflation nach (sieht man auch gut in der Abbildung).
wieso das denn? wenn heute 20 milliarden mehr als gestern hin- und hergebucht worden sind, wächst M3, aber was ist da gewachsen? das ganze ist wohl zu recht umstritten. hier eine geldmengenbetrachtung.
@tar
das vielleicht ? ;-)
Ich will mich mit Dir aber keineswegs über Verkaufzahlen “streiten” - es geht ja eher darum, dass die Leute nicht wesentlich weniger Autos kaufen, weil der Markt gesättigt ist - sprich sie schon eins haben -, sondern weil sie zuwenig Geld in der Tasche haben, wo wir auch wieder 100% on-topic sind. Darum geht es Flassbeck ja.
Sehr gut erkannt - in einem eigentlich “gesättigten” Markt, sind es technische Innovationen, die dafür sorgen, dass der Markt doch nicht gesättigt ist. Bei Produkten, die technisch kaum weiter entwickelt werden können - nehmen wir da mal eine Kunststoffgießkanne -, ist der Lebenszyklus freilich länger. Aber dafür gibt es ja auch Neuentwicklungen oder ehemalige Profiprodukte, die dank besserer Produktionstechnolgien, in den Consumer-Bereich wandern. Ich sehe da keinen “Stillstand”, so lange(!) die Gehälter und Transferleistungen mindestens (relativ) mit der Inflation mithalten können und im besten Falle auch die Produktivitätssteigerung mit abfangen. Das ist leider in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen - aber “noch” passiert dies auf relativ hohem Niveau.
Eben da steckt ja das Problem. Ohne die EU-Subventionen wäre Nokia ja gar nicht abgewandert und mE muß der Staat hier auch korrigierend eingreifen. Das hat aber nichts mit dem systemimmanenten Wachstum zu tun, sondern “nur” etwas mit einer abgehobenen Renditeerwartung, die durch die Politik nicht mehr umgelenkt wird.
Wer strebt 2% Wachstum an? Wachstum alleine ist uninteressant, es geht darum, inwieweit der allgemeine Wohlstand steigt. Wenn die DAX-Konzerne Rekordrenditen melden, ist das gut für das Wachstum, aber mittlerweile leider eher ein Zeichen, dass der allgemeine Wohlstand abgenommen hat.
Das kann er ruhig machen, damit ich habe ich gar kein Problem - nur muß er diese neuen Schulden gescheit investieren. Wenn ein Unternehmen fremdfinanziert Investitionen tätigt, die langfristig die Zahlungsbilanz positiv beeinflussen, ist dies das Normalste auf der Welt. Warum sollte dies nicht für den Staat gelten?
@22 tar
Diesen Text nimmst aber doch hoffentlich nicht ernst?
Ich habe den Text gelesen und denke, er trifft den Nagel auf den Kopf. Ist ja schließlich auch von einem Insider.
Wer Kapitalrenditen weit jenseits des nominalen Wachstums einfahren will, braucht solche Finanzblasen und muss einfach nur früh genug aussteigen. Ich würde es eher als ein Pyramidenspiel bezeichnen: So lange genug Investoren einsteigen, wird das schnelle Geld verdient, egal wie gut das Produkt ist oder ob es überhaupt eines gibt (siehe dot.com). Wenn die Investoren zurückhaltender werden und die ersten Großen abspringen, platzt die Blase und ein riesiger Haufen Geld wurde umverteilt. Oft von unten nach oben, da die Kleinanleger eher zu spät einsteigen und auf langfristige Rendite hoffen, aber wenn selbst deutsche Landesbanken Milliardensummen in diese Pyramidenspiele investieren bzw. verlieren, kann man vom Staat wohl nichts mehr erwarten und hat wohl auch ganz miese Zocker angestellt.
Die Verantwortlichen hätten die Steuergelder ja genauso gut in Las Vegas verzocken können. Der Leitzinns wäre dabei die Casinospanne und von der lässt sich ein Profizocker auch nicht abschrecken. Im Vergleich zum Roulette hat das Pyramidenspiel ja viel mehr taktisches Element und wer dann noch mit handfesten Werten wie Immobilien zockt, kommt sich schnell klug und erwachsen vor. Hier und da wird sogar auch was gebaut, nur halt in keinem Vergleich zur Werterhöhung. Volkswirtschaftlich ergibt sich das Dilemma, dass mit einem immer größer werdenden Teil der Geldmenge vor allem virtuelle Werte erschaffen werden, anstatt durch Investitionen reale Werte und Arbeitsplätze entstehen zu lassen, was wiederum an der ungerechten Verteilung im Geldsystem selber liegt. Die steigende Geldmenge erhöht die Nachfrage nach realen Gütern kaum noch. Statt dessen steigen Werte längst produzierter Güter wie Immobilien oder Kunstwerke und es werden astronomische Honorare für Manager und Stars bezahlt, die sich dann vielleicht den neusten Porsche leisten oder ein neues Kleid von Dior, aber auch alles nur Produkte, deren materieller Wert viel niedriger und gesellschaftlicher Wert nicht vorhanden ist und letzendes wird das Geld verbrannt. Es mehrt sich aber und wechselt den Besitzer, weshalb es Wirtschaftsstatistiken schön aussehen lässt, nur haben halt immer weniger Menschen was davon. Mit Keynes kann man da meiner Meinung nach nichts mehr retten. Da müssen schon radikalere Ideen greifen, siehe Attac.
Wäre vielleicht auch gar nicht so verkehrt, wenn die alternativen Energien die nächste Finanzblase bilden. Wenn sie länger hält, werden erst mal riesige Solarparks, Windanlagen oder gar Gezeitenkraftwerke auf Pump entstehen und saubere Energie produzieren, die so schnell keiner abreißen wird, egal wer die Zeche am Ende zahlt.
@Anindo
Gute Idee! Ein Terrorist mit ähnlichen Ideen hat mal die Leipziger Innenstadt mit diesem Modell renoviert … es funktioniert also.
@Anindo
Nicht zwingend - wer eine solide Marktposition hat, kann auch auf “normalen” Wege den Kunden derart übervorteilen, das er unanständige Renditen “erwirtschaftet”. Man muß sich nur die Strom- und Gasversorger anschauen.
Auch im reinen Kapitalanlagebereich funktioniert es prinzipiell auch ohne Blasen, solche Rendite zu erwirtschaften - dem Hebel-Effekt sei Dank. Man muß “nur” den Faktor Risiko und den Faktor Volatilität herauslassen, was freilich nicht immer funktionieren kann, wie man ja sieht.
Doch doch - wären die Immobilienpreise nicht gesunken, hätte das “Spiel” lange so weiter gehen können. Hintergrund war ja, dass der Hebeleffekt derart groß war, weil die Anlage vermeintlich sicher war. Hier kommt aber wieder das Casino ins Spiel. Wenn ich den Einsatz auf einen vermeintlich sicheres System z.B. potentiell bei Misserfolg erhöhe, so bleibt ein kleines, aber im Eintrittsfall fatales Restrisiko über. Dieses Restrisiko hat das System zum Einsturz gebracht. Das Problem war aber keineswegs das System selbst, sondern die Risikobewertung, die anscheinend auf die Anlageform “Immobilien” ausgerichtet war und den immensen Hebel schlichtweg ignoriert hat, da niemand die Anlagen so recht verstanden hat.
Ja und nein - im Prinzip hast Du natürlich recht, nur muß man natürlich die “geliehene” Menge an “Spielgeld” abziehen.
Warum dies? Der Wert einer Ware bezieht sich auf die Bereitschaft eines Käufers einen Preis zu zahlen. Wenn jemand nun 5.000 Euro für ein Dior-Kleid bezahlt, ist es auch so viel wert.
Diese Blase existiert doch schon - die ganzen Biokraftstoffraffinerien im Osten haben doch gar keine Rohstoffe mehr und sind zweifelsohne ein schlechtes Investment.
jawoll und noch einer. da gabs auch mal einen artikel über die zulassungen. so sollen 30% der neuzulassungen von den herstellern oder den autohäusern selbst zugelassen worden sein. also auf diese laufen. find den artikel leider nicht mehr.
stimmt, wachstum hat nichts wohlstand gemein. wieso wird aber allertorten wachstum gepredigt? und wieso muss die wirtschaft wachsen - um eben jene 2%? (defla, infla)
ich finde, genau das darf er eben nicht machen. denn so rechtfertigen die ‘volksvertreter’ erneute steuererhöhungen, sonstige abgaben und rentenkürzungen und wasweißich nicht alles im zuge des schuldenabbaus-blabla. und eigentlich bedarf es überhaupt keiner staatsverschuldung, wenn man mal die gelderzeugung überdenken würde.
@tar
Inflation != Wirtschaftswachstum
Lohnkostenwachstum != Wirtschaftswachstum
Produktivitätswachstum != Wirtschaftswachstum
Für Steuererhöhungen finden “Volksvertreter” immer einen Grund, obwohl es ja in realiter längst nicht mehr um Steuererhöhungen, sondern um Ausgabenkürzungen geht. Schuldenabbau ist halt leider sehr populär und so ein Unfug, wie “Generationengerechtigkeit” wird ja auch in den Medien als nicht zu hinterfragende Wahrheit dargestellt.
Sollte es schon, aber wie gut steht ein Unternehmen dar, dessen drittgrößte Ausgabe die Zinsen sind auf bereits angehäufte Schulden? Gibt es so ein Unternehmen überhaupt? Sollte es noch weitere Schulden aufnehmen dürfen, auch wenn es nicht pleite gehen kann?
Was passiert, wenn das Bedienen der Zinsen die größte Ausgabe in der Bilanz wird? Egal?
Grübel, grübel.
man erkläre mir bitte den unterschied zwischen produktivitäts- und wirtschaftswachstum und warum alle politiker letzteres fordern, aber ersteres (jens?) durch die von der EZB angestrebte inflation von 2% benötigt wird, um die preisniveaustabilität zu erhalten.
Der Wert einer Ware bemisst sich nach der subjektiven Gefühlslage und Bereitschaft des Käufers, Jens ?
Sicher aber nur dann, wenn man den Produktionspreis mit den Atomwaffen des Geschäftgeheimnisses umzäunt, und dem Käufer mit Milliardenaufwand im Marketingbereich diese Frage gar nicht stellen lässt.
Tarnen und täuschen, kopieren und orginalisieren und dabei nie vergessen: ran ran, rauf rauf, rüber rüber ;)
Wie sehr der Auf- und Umschwung da ist, zeigt sich schon an dem Umstand, dass selbst die deutschen Milliardäre ihre eigenen Dörfer im TV unbedingt sehen möchten. Wurstfabrikanten gegen staatlich subentionierte Softwaregiganten, die spanischen Baulöwen gegen die italienischen Müllversteckungskünstler: es geht vorwärts im Lande und in Europa ;)
@Paul Lanon
Man kann den Staat schlecht mit einem Unternehmen vergleichen. Rund 15% Fremdkapitalkosten an den Gesamtkosten sind aber auch in der Wirtschaft nicht eben selten. Wenn man die “Eigenkapitalquote” mal ausrechnen würde (was nicht eben leicht ist ;-)), wird der Staat als extrem solider Schuldner dastehen - sogar im Vergleich zu sehr solventen Unternehmen.
btw.: Man darf nie vergessen, dass diese Fremdkapitalkosten ja auch irgendjemanden zugute kommen - und bei Staatsanleihen ist dies in einem großen Teil der deutsche Kleinanleger. Daher “vererben” wir nicht nur die Schulden, sondern auch die Ansprüche.
“Ich habe den Artikel bis jetzt nur überflogen - der Autor hat zwar nicht ganz unrecht, stellt aber Gesetzmäßigkeiten auf, wo es keine gibt”
das habe ich nicht so verstanden. Er setzt mitnichten natürliche Gesetzmäßigktiten auf, sondern argumentiert aus dem Blickwinkel der Akteure des FIRE (n der neuen Wirtschaft dominierten Finanzunternehmen, Versicherungen und das Immobiliengeschäft, auf Englisch: finance, insurance, real estate), dh er meint, dass es zwangsläufig zu einer neuen Blase kommen wird (nicht aus einer Naturgesetzmäßigkeit heraus), weil es im Interesse jener Akteure liegt und die Politik (Staat) diese Interessen mehr oder weniger freiwillig bedient.
Klar, das klingt fatalistisch, da aus diesem Blickwinkel die Machtverhältnisse keine Alternative zur chronischen Bubble-Bildung zulassen. Aber wenn sich anguckt, wie die FED auf die Kreditkerise bislang reagiert hat, ist dieser Erklärungsmuster durchaus schlüssig.
Jens, glaubst Du, es gäbe eine politische oder gesellschaftliche Kraft in den USA, die solcher Entwicklung widerstehen könnte?
p.s. interessant ist nebenbei auch die Einsicht in die mögliche zukünftige Transportinfrastruktur in den USA:
“Für die Entwicklung eines Kernreaktors, der sowohl Elektrizität als auch Wasserstoff erzeugt, stellt das Energieministerium 1,25 Mrd. US-Dollar bereit. Die Zukunft des Transportwesens könnte statt von Solar- oder Äthanol-Antrieben von zahlreichen kleinen Atomreaktoren abhängen, die außer Strom auch Wasserstoff für den Nahverkehr liefern. Sowohl auf einzelstaatlicher als auch auf kommunaler Ebene sind entsprechende Gesetze bereits beschlossen oder in Arbeit.”
“”
@tar
Die Produktivität bezieht sich auf die real geleistete Arbeit, die zur Erstellung einer Ware nötig ist, während in das Wirtschaftswachstum auch andere Faktoren einfließen. Stellt man beispielsweise mit weniger Arbeitsstunden (bei gleichen Kosten) das gleiche Produkt vom gleichen Wert her, so steigt die Produktivität, aber nicht das Wirtschaftswachstum.
Das frage nicht mich, sondern die Politiker
@32 name
Yep, bei seiner “Werttheorie” lag der olle Marx total daneben ;-)
@34 salvo
Yep, so habe ich das auch verstanden. Nur hat die Politik sehr wohl die Möglichkeit dies zu ändern - die Frage ist, ob sie idT gewillt ist. Das wird sicher noch dauern, aber ich bin recht guter Dinge, da auch die Politik so langsam erkennt, welche übergroßen Mächte sie da erschaffen hat.
Ja und nein - die Reaktion der FED war sehr gut. M.E. haben sie durch ihre “hektischen” Aktionen, gerade noch mal so das schlimmste verhindert - es stand wirklich Spitz auf Knopf. Leider habe ich nicht die Hintergrundinformationen, um berurteilen zu können, ob das hohe Maß an “Bailouts” wirklich nötig war, aber ich schließe es zumindest nicht aus.
Schwere Frage - aber letztendlich werden die USA den Karren nicht tatenlos vor die Wand fahren lassen. Kritische Stimmen sind dort übrigens wesentlich intensiver zu vernehmen, als hier.
Natürlich müssen die Löhne steigen; genaugenommen passt dies ja auch wunderbar in den Kapitalismus: der Mehrwert ist ja dazu da investiert zu werden, um die Produktionsstätten zu modernisieren. Übertragen macht man ja auch nichts Anderes bei einer Lohnerhöhung. Diese Investition geschieht zudem mehrfach im Rahmen einer Lohnerhöhung:
1. investiert man in seine “menschlichen Ressourcen” (was für ein schreckliches Wort), erhält also die Arbeitskraft
2. man investiert in den eigenen Markt, da nun Geld zum Konsum da ist
3. man investiert in die Zukunft, da ja Bildung zunehmend von den Bürgern privat finanziert wird
In letzter Konsequenz bleibt ja gar nichts anderes übrig (langfristig) als den Markt mit Geld zu fluten….. hatte dazu schon ein paar Ideen und Gedankengänge, die ich demnächst in einem Artikel unterbringen werde ;)
Das der bürgerliche Nationalstaat der ideelle Gesamtkapitalist ist, dessen Sinn und Zweck sich in der Erhaltung der kapitalistischen Produktionsweise erschöpft, ist doch wohl kein Geheimniss.
Die Entscheidungen der FED sind daher mehr als nur logisch.
@jens
Die Arbeitswerttheorie des ollen Marx (grüss den Ricardo) findet nur komischerweise in jedem kapitalistischen Großkonzern direkte Anwendung (mit ganz leichten Modifikationen sprachlicher, formalistischer Art) Jens ;)
Ach ja, der subjektive Wertansatz…naja..;) Nepper, Schlepper, Bauernfänger: würde man deinen, diesen Ansatz auf die Spitze treiben, so hätte diese bürgerliche Gesellschaft schon lange den Tatbestand des Betruges abgeschafft. Tut sie aber nicht, weil Sie anerkennt, dass dem Warenaustausch neben subjektiven Befindlichenkeiten nackte (bürgerlich - ökomische) Tatsachen gegenüberstehen ;)
@Salvo
Wieso verlinkst du eine verhunzte Kopie auf linksnet, wenn Original des Artikels (und sogar in einer sehr angenehmen PDF-Form samt Grafik) auf blaetter.d... zu lesen ist?
@Bakunin, #15
Ähmm, zumindest bei Firefox ist der Text nicht wech, wenn du “Zurück” oder gar “Reload” machst. Mit Erstaunen habe ich vor kurzem festgestellt, dass der Text nicht mal nach einem Absturz wech ist, wenn der letzte Zustand wieder hergestellt wird.
Es ist wirklich Bissel Gaga mit dem Spamschutz. Wenn bei Eintippen andere Posts verfasst und abgespeichert werden, wird in dem Feld was anderes als das erwartet, was ursprünglich angefordert wurde - dyn. Script :-/
Also, wenn dein Browser den eingetippten Text bei “Reload” nicht löscht (bei mit tut’s nicht), dann kurz vor Abspeichern noch mal reloaden.
Ansonsten den Text besser woanders erfassen und dann nach dem Reloaden mit Cut&Paste hineinfügen.
@SF, #23
In diesem speziellen Fall spielten auch noch vorgezogene Käufe vor der MwSt-Erhöhung. Ich habe mir davor auch eins mit Euro-IV angeschafft und werde in nächsten Jahren ganz bestimmt keine mehr kaufen.
Weil die politischen Entscheidungen nicht d. ökonomische Vernunft, sondern d. Eigennutz (lukrative Vorstandposten für Parteienlobbyisten etc.) und (leider meist sozialdarwinistische) Ideologien bestimmt werden.
Da wäre noch was. Die jährlichen Zinszahlungen für die angehäufte Verschuldung ist in etwa so groß wie die Neuverschuldung. Es ist also ein perfektes perpetuum mobile für Finanzadel geworden, was auch freudvoll von Parteifunktionären bedient wird.
@39 name
Na im Controlling vielleicht, im Marketing ganz sicher nicht ;-)
Ach watt - der Mensch handelt genau so, auch wenn es gar nicht um formal ökonomische Fragen geht. Wenn es ein knappes Gut gibt, tariert man den Preis nach dem Verlangen der Nachfrager aus. Der eine mag dies, der andere das. Wenn mehrere eine Sache verlangen, steigt der Preis. C´est ca ;-)
@COPOKA
Leider ist dem so - zwischen Theorie und Praxis klafft halt eine Lücke. So schön die neuen Interpretationen Keynes auch sind, sie funktionieren nur, wenn man Entscheidungsträger hat, die objektiv “gut” handeln.
@Anindo, #25
Es ist leider so, wie es in dem Artikel und hier von dir geschildert wird, nur ist es kein ökonomisches, sondern ein politisches Problem. Ich weiß, das Politische ist kaum von dem Ökonomischen zu trennen, nur die Spekulationen wären bei einer vernünftigen Politik, also Auflösung des Dilemmas im Interesse der Mehrheit oder anders - der Volkswirtschaft, kein großes Problem gewesen. Es ist also kein systemimmantes Geldproblem, wie es tar glaubt, sondern ist dem politischen System immanent. Auch Flassbeck spricht in seinem Buch von einer falschen Politik (siehe auch “Machtwahn” von A. Müller).
Bei Flassbeck und vielen andern Kritikern, die ökonomische Gesetzmäßigkeiten “an sich” betrachten, hört es sich eher so an, als ob diese falsche Politik eine Art Irrtum der Politiker sei. Ich bin dagegen der Überzeugung, dass da keine Ahnungslosigkeit der Parteifunktionäre, sondern knallharte Interessenvertretung aka Klientelpolitik betrieben wird - eine Art vorauseilende Anbiederung an die schönen und (einfluss)reichsten dieser Welt. Es ist ein archaischer Affeninstinkt, der zwar allen Menschen inhärent ist, aber leider immer intensiver als eine “natürliche” Tugend angepriesen wird - eine Art theoretische Barberei “moderner” Ideologien.
Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.
Es ist auch kein Zufall, dass die C-Parteien mit ihren Affenideologien am eifrigsten den einflussreichsten und mächtigsten Affen der Welt nachäffen - Derrorismusbekämpfung, innere Sicherheit, totale Überwachung und Bevormundung, Verteidigung “der Freiheit” im Hindukusch, gesetzliche Absteckung der irrwitzigsten “Rechte”, Sicherung eigener Einflussnahme und Daseinsberechtigung uvvm., was den politischen Alltagstrubel so widerlich macht.
@25 Anindo
“Volkswirtschaftlich ergibt sich das Dilemma, dass mit einem immer größer werdenden Teil der Geldmenge vor allem virtuelle Werte erschaffen werden, anstatt durch Investitionen reale Werte und Arbeitsplätze entstehen zu lassen, was wiederum an der ungerechten Verteilung im Geldsystem selber liegt.”
Das liegt nicht oder nur mittelbar am ‘Geldssystem’. Es ist ein Problem der ‘Volkswirtschaft’ selbst, dass Investionen auf der ‘realen’ Ebene immer unattraktiver werden. Auch nach Keynes kann die Lösung hier nur in einem Absterben der Profitwirtschaft liegen.
@43 Spiegelfechter
“Ach watt - der Mensch handelt genau so, auch wenn es gar nicht um formal ökonomische Fragen geht. Wenn es ein knappes Gut gibt, tariert man den Preis nach dem Verlangen der Nachfrager aus. Der eine mag dies, der andere das. Wenn mehrere eine Sache verlangen, steigt der Preis.”
‘Der Mensch’ nach 400 Jahren im Universum Ware-Wert-Geld-Arbeit. ‘Der Mensch’ als ex post am Markt konkurrierender Privatproduzent.
“Die steigende Geldmenge erhöht die Nachfrage nach realen Gütern kaum noch. Statt dessen steigen Werte längst produzierter Güter wie Immobilien oder Kunstwerke und es werden astronomische Honorare für Manager und Stars bezahlt, die sich dann vielleicht den neusten Porsche leisten oder ein neues Kleid von Dior, aber auch alles nur Produkte, deren materieller Wert viel niedriger und gesellschaftlicher Wert nicht vorhanden ist und letzendes wird das Geld verbrannt.”
Mal ein Beispiel, stark vereinfacht:
10000 € Kaufkraft (auf 1 Person) = 1 Kunstwerk = 1 Arbeitsplatz (10000€ Gewinn)
10000 € Kaufkraft (auf 10 Personen) = 10 Fernseher, 10 Rasenmäher, 10 Zeitschriftenabos = 3 Arbeitsplätze Verkauf (3000€), 7 Arbeitsplätze Produktion (7000€)
Ergebnis ist das der Künstler sehr wahrscheinlich ebenfalls wohlhabend werden wird, im Gegensatz zu den Verkäufern und Produzenten der “normalen” Wirtschaft.
Das Geld wird also letztlich in einem leicht wachsenden Kreis tatsächlich “verbrannt”, Folge dessen wäre ohne massive Umverteilung eine große wohlhabende und eine größere arme Gesellschaftsschicht.
@ jens (35)
kurz:
- 5 arbeitsstunden á 20 GE & 3 arbeiter = 1 produkt (300 GE) wird zu bspw.
- 3 arbeitsstunden á 20 GE & 2 arbeiter = 1 produkt (120 GE)
ok, damit steigt die rentabilität, was aber, wenn die wirtschaft nicht gleichzeitig wachsen soll (sprich letztlich nicht mehr produkte erzeugt werden), weniger entlohnung oder höhere arbeitslosigkeit bedeutet und unmittelbar wieder zu problemen führt, wie wir sie derzeit in hülle und fülle haben. nun wissen wir auch, wieso das OHNE wirtschaftswachstum überhaupt nicht funktionieren kann und die politiker dies fordern.
also zurück auf anfang ;)
@ COPOKA (44)
es läuft immer und immer wieder auf das umverteilungsproblem hinaus.
natürlich könnte man den schwarzen peter weiterschieben - die politische gewaltumsetzung nennt sich dann in aller regel enteignung oder sozialismus. dieser geht einher mit unterdrückung und anderen zwängen.
es ist nun eben so, dass man die ungerechte umverteilung (1. geld als schuld = geldschöpfung durch kredit; 2. geld fordert stets mehr geld = stets positiver guthabenzins) schon zur eigenschaft des geldes gemacht hat und da nützt eben auch die ‘beste’ politik nichts. notwendige umverteilungsveränderungen würden in diesem falle weltweite einigkeit erfordern, um fluchtburgen (vatikan, luxemburg, schweiz, sealand, wasweißich) zu verhindern.
was würde wohl nun passieren, wenn man die gerechte verteilung (1. geld als wiederkehrende schenkung = individuenemittierung; 2. geld kann mehr, weniger oder gleichviel geld fordern = flexibler guthabenzins) von geld als eigenschaft des geldes selbst festlegt? wozu müsste sich dann noch die politik einmischen?
aber das wird hier immer unter den teppich gekehrt.
Es wird wohl kaum einer der hier Mitlesenden bestreiten wollen, dass das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage in Deutschland seit Kriegsende ein unfassbar hohes Niveau an Wohlstand erzeugt hat. Und wer jetzt noch bereit ist, dies dem marktwirtschaftlichen System “anzulasten”, wird schnell konsequente Forderungen zur Wohlstandssteigerung bei denen zu formulieren in der Lage sein, die im “Armuts- und Reichtumsbericht” unter dem Strich gelandet sind. Die Einführung einer negativen Einkommensteuer in Verbindung mit einem flexiblen Arbeitsmarkt würde einerseits die Löhne ganz ohne systemwidrige Eingriffe nach oben heben und Anreize verbessern.
Flassbecks Grundproblem ist sein kindlicher Glaube an das Funktionieren von moralisch motivierten Umverteilungsmechanismen. Das muss scheitern (vgl. “DDR”, “UdSSR”, et al.)
Anstatt den Menschen selbst zu überlassen, wofür sie ihr Geld ausgeben, wollen die Lafontaines und Flassbecks dieser Welt erstmal alles einkassieren um es dann - nach Abzug von Verwaltungsspesen - nach Gutdünken wieder auszuteilen.
Honi soit, qui mal y pense…..
P.S.: Die Tatsache, dass Flassbeck erst durch die Protektion von Leuten wie dem im Angesicht der Verantwortung davongelaufenen Bundesfinanzminister in für seine Fähigkeiten schwindelerregende Höhen aufgestiegen ist, weiß man erst richtig zu würdigen, wenn man mal mit ehemaligen Co-Seminaristen aus seiner Uni-Zeit geplaudert hat. Flasbeck war war und ist von Hybris zerfressen; seine Diss konnte er mangels Qualität zu Zeiten seiner Promotion erst nach einem peinlichen Tingeltangel über die Hinterhöfe Academias unterbringen.
ps zum neuen Armuts- und Reichtumsbericht
Joachim Jahnke stellt auf seiner Seite fest, dass der Bericht das wahre Ausmaß der Armut verschleiert: Um auf die 13% vom Armutsrisiko (nach Sozialtransfers) Betroffenen zu kommen, wurde einfach gegen EU-Tendenz die Armutsschwelle gesenkt, und zwar um ganze 17 %. Also neben den geschönten Arbeitslosenzahlen eine weitere statistische Manipulation, die die gesteuerten Medien unkritisch weitergeben.
@48
“Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgend wie angreift: man könnte es nennen argumentum ad personam, zum Unterschied vom argumentum ad hominem: dieses geht vom rein objektiven Gegenstand ab, um sich an das zu halten, was der Gegner darüber gesagt oder zugegeben hat. Beim Persönlichwerden aber verläßt man den Gegenstand ganz, und richtet seinen Angriff auf die Person des Gegners: man wird also kränkend, hämisch, beleidigend, grob. Es ist eine Appellation von den Kräften des Geistes an die des Leibes, oder an die Tierheit. Diese Regel ist sehr beliebt, weil jeder zur Ausführung tauglich ist, und wird daher häufig angewandt.”
@47 tar
Nein - ich sprach von gleichen Kosten, aber lassen wir das. Es hat ja doch keinen Zweck.
Lass mal ;-)
@48 Marcus
Warum sollte dies wer bestreiten?
Nein, sie würde die Löhne v.a. im Niedriglohnbereich weiter absenken – und da die negative Einkommensteuer aka Bürgergeld aka Grundeinkommen ja irgendwie finanziert werden muß, wird der Niedriglöhner relativ noch schlechter dastehen.
All diese Modelle würden funktionieren, wenn es einen echten Arbeitsmarkt gebe. Den gibt es aber nicht, da der Anbieter von Arbeitskraft sich nicht frei entscheiden kann, ob er ein Angebot annimmt oder nicht. Wenn wir (rein theoretisch) ein System hätten, in dem der Arbeitslose (bei momentanen Preisniveau) Leistungen in Höhe des angedachten Mindestlohns bekäme und auf ihn keine Zwänge ausgeübt würden, dann könnte er als echter Marktteilnehmer agieren, in der Realität gibt es diesen Arbeitsmarkt im Niedriglohnsektor aber gar nicht.
Das ist grundfalsch – Flassbeck moralisiert nicht, sondern argumentiert stringent ökonomisch.
Ja, früher nannte man dies Sozialstaat und es ist sogar im GG festgeschrieben. Heute ist so etwas nicht fürchterlich populär - Honi soit, qui mal y pense…..
Das typische Argumentum ad hominem bringt uns hier auch nicht weiter, sondern wirft nur ein schlechtes Licht auf den, der es anbringt.
@Marcus
Den unheimlichen Reichtum hat in der Bundesrepublik Deutschland nicht Angebot und Nachfrage, der vermeintliche rheinische Kapitalismus erschaffen, sondern die gezielte direkte politische Schaufensterpolitik (auf Kosten extremer Ausbeutung des Südens) im Systemkonkurrenzkampf , die schweren Streiks in der Bundesrepublik und unter extremer Ausbeutung der Trikontstaaten. Kaffee, Bananen, Südfrüchte und die Rohstoffe wurden von der westlichen Politik immer unter den Flugzeugträgern der Nato erpressbar erworben.
Du kannst gerne mal erforschen, wessen Blut an jedem Produkt des nicht mehr existierenden rheinischen Kapitalismus klebt, und wenn du heute zu den Albrechtsbrüdern fährst, und ein paar Erdbeeren erwirbst, erinnere dich einfach, dass diese fast alle aus Griechenland kommen, geflückt von den dortigen Immigaranten, die Frontex wie Tiere über den Ozean jagt.
Die Fingerabdrücke, Marcus, könntest du noch finden, wenn Du ein wenig Geist hättest.
Diese dummen westlichen Lebenslügen von der Marktwirtschaft sind wirklich witzig. ;)
Ich bin zwar etwas skeptisch, habe das Buch aber mal auf meiner Amazon-Liste vermerkt. Skeptisch bin ich, weil die Wahrheit in ökonomischen Fragen immer irgendwo zwischen Angebots- und Nachfrageorientierter Politik liegt, manchmal näher bei der einen, manchmal näher bei der anderen - abhängig von vielen Faktoren eines komplexen Systems, dessen Wirken trotz ständigen Behauptens und Suggerierens niemand wirklich vorhersehen kann. Die Prediger der reinen Lehre sind mir deshalb immer etwas suspekt (aber zugegebenermassen auch interessant).
@name
Quabbes - der Anteil von Kaffee, Bananen und Südfrüchten am Wirtschaftsaufschwung in der Nachkriegszeit ist fast komplett zu vernachlässigen, genau so wie der Trikont erst interessant wurde, als er im Rahmen der Globalisierung plötzlich auch ein Markt wurde.
@jens
Die im westlichen Bündniss eingebundene Bundesrepublik (zinsgünste Kredite usw. usw.), hat diejenigen Rohstoffe, welche die Automobilindustrie bei VW, Daimler und Quandt immer zum erpressten systemkonkurrenzbedingten Vorzugspreis vom großen Bruder erworben.
Und Südfrüchte, wie Bananen gab es von der United Fruit Company mit seinen Chiquita & Chiquita Marken und den Dulles Brüdern als Eigentümern auch schon in den fünziger Jahren in der BRD, genau so wie die dortige gnadenlose Ausbeutung Südamerikas.
Aber schweigen wir besser drüber, sonst verlieren die westlichen Brüder und Schwestern
noch sämtliche Illusionen über ihren rheinischen Kapitalismus, an dem so viel Blut und Tote kleben, dass sich davon auch Autobahnen bauen liessen ;)
gleiche kosten? macht die sache nicht besser:
- 5 arbeitsstunden á 20 GE & 3 arbeiter = 1 produkt (300 GE) wird zu bspw.
- 3 arbeitsstunden á 20 GE & 5 arbeiter = 1 produkt (300 GE)
solange hier die produktionsmenge gleich bleibt, läuft auch das auf arbeitszeitverkürzung bzw. lohnsenkung hinaus. und wenn die produktionsmenge nicht gleich bleibt, findet wirtschaftswachstum statt. ich verweise auf mein post #47.
im übrigen ist das kein reelles produktivitätswachstum, da die formel lautet:
produktivität = ausbringungsmenge/einsatzmenge
ergo muss sich die ausbringungsmenge erhöhen (wirtschaftswachstum) oder die einsatzmenge sinken (lohnsenkung, arbeitszeitkürzung, etc.)
@tar
Sorry - aber ich lasse es jetzt wirklich. Wenn Du partout nicht verstehen willst, was Produktivität ist, kann und will ich Dir auch nicht “helfen”.
@name
So so - mit “erpressten systemkonkurrenzbedingten Vorzugspreis” meinst Du sicher das, was man auch Weltpreis nennt?!?
Ja, schlimm für Südamerika, aber anlässlich des Handelsvolumens ganz sicher kein Grund für den Wohlstand des Westens - über dieses Thema habe ich mich schon in den späten 80ern mit meinem sozialistischen Gemeinschaftskundelehrer am Gymnasium “gestritten” ;-)
@ name :
Du hast meinen guten Namen “geklaut” ;) … kannst aber ruhig weitermachen !
Denke gerade darüber nach, was gewesen wäre, wenn Deutschland nach dem 2.WK zu einem Bauernstaat geformt wäre. Wahrscheinlich hätten wir nicht den “Lebensstandard” (=Erdbeeren aus Griechenland) - auf ökologischer/sozialer Ebene sehe es wahrscheinlich besser aus und das Blut würde nicht an unseren Händen kleben. Schade, daß wir im vorzeige-Globalisierte-Welt-Land leben …
name²
entschuldige, aber das verständnisproblem liegt auf deiner seite. denn es ging um die jährliche anpassung des warenkorbs um 2% der angestrebten inflationsrate der EZB wegen, da sonst das geld mehr oder weniger kaufkraft erhält und ich habe es nunmehr an 2 beispielen dargelegt, dass deine logik nicht hinhaut - mit oder ohne kostensenkung. ich füge noch ein drittes beispiel hinzu:
- 5 arbeitsstunden á 20 GE & 4 arbeiter = 1 produkt (400 GE) wird zu bspw.
- 4 arbeitsstunden á 25 GE & 4 arbeiter = 1 produkt (400 GE)
auch hier: ohne erhöhung der produktionsmenge gibt es keinerlei auswirkungen als mehr freizeit für die angestellten (arbeitszeitverkürzung, lohnerhöhung).
fazit:
keine erhöhung der produktionsmenge + notwendigen absatz eben dieser produkte = kein wirtschaftswachstum = keine anpassung des warenkorbs an die inflationsrate = probleme
=> unendliches, exponentielles wachstum erforderlich (unmöglich)
@name²
“Nette” Spekulation - aber sehr spekulativ ;-)
Hätten die Siegermächte Deutschland einfach nur platt gemacht (Morgentau-Plan) wäre das ganze wohl nur etwas zeitversetzt und auf niedrigerem Niveau genau so gekommen, wie in der Realität. Der Markt war ja da, das Know-How war da und das kulturelle Niveau ebenfalls. Hätte man Deutschland durch Besatzung daran gehindert, sich zu re-industrialisieren, hätte es sicher keinen fröhlichen Agrarstaat, sondern ein Bürgerkriegsgebiet gegen die Besatzungsmächte gegeben. Meine spekulative Meinung.
@tar
Kindergarten *kopfschüttel*
OK - zum letzten mal:
aus:
- 5 Arbeitsstunden á 20 GE = 1 produkt (100 GE)
wird :
- 4 Arbeitsstunden á 20 GE plus 20 GE Produktivitätsgewinn = 1 produkt (80 GE) plus 20 GE Produktivitätsgewinn
Da der Endpreis ja gleich bleiben soll, geht es nun darum, wie der Produktivitätsgewinn eingesetzt wird.
Also:
- 4 Arbeitsstunden á 25 GE = 1 produkt (100 GE)
oder
- 4 Arbeitsstunden á 20 GE plus 20 GE Renditesteigerung = 1 produkt (100 GE)
Jetzt von meiner Seite aber endgültig EOD
wirklich amüsant, wie du hier das bewerkstelligen der produktivitätssteigerung einfach ausblendest.
die 20 GE in deinem 1. beispiel stellen eine arbeitszeitverkürzung dar.
die 20 GE in deinem 2. beispiel stellen eine lohnkürzung dar.
beides geht auf kosten des AN und letztlich fordert flassbeck eine breite lohnerhöhung! wo soll die bitte herkommen? nichts anderes habe ich angeprangert!
bravo für dieses meisterstück! und du sprichst von kindergarten?
@tar
Wo liegt denn bitte eine Lohnkürzung vor, wenn der Stundenlohn gleich bleibt? Dein Problem ist, dass Du viel zu viele Sachen in einen Topf wirfst und Dir dadurch den Blick auf die eigentliche Fragestellung versperrst. Kleiner Tipp: Immer daran denken
Hier liegen wir doch sehr weit auseinander. Bis jetzt hatten Hartwährungsländer noch immer den grössten Wohlstand aufzuweisen. Und ich glaube nicht, dass sich das jemals ändern wird.
Der Weichwährungs-Kurs der FED wird den Amerikanern noch teuer zu stehen kommen. Die steigende Wettbewerbsfähigkeit Amerikas durch die Abwertung des US$ wird durch die importierte Inflation bei Weitem überschattet. An der Stelle muss ich einfach mal auf die desaströse Energie-Effizienz der USA hinweisen. Steigende Kosten für importierte Energie läuft den sinkenden Arbeitskosten entgegen und es wird spannend zu sehen, ob die Wettbewerbsfähigkeit Amerikas wirklich steigt.
Im Übrigen bedeuten die sinkenden Arbeitskosten nichts anderes als ein sinkender Lebensstandard für weite Teile der amerikanischen Bevölkerung. Wo darin der Vorteil liegt, erschliesst sich mir nicht ganz.
@tar, #47
Genau Sozialismus sehe ich als beste Bestätigung für meine These. Egal welches System du ausdenkst und durchzusetzen versuchst, das wird durch politisches System korrumpiert, instrumentalisiert oder gehackt, wenn man es so nennen will. Und je mehr Macht die Machthaber um sich konzentrieren, desto schneller kommt der ganze gesellschaftliche Schaum nach oben und desto schneller geschieht das.
Wenn ein (Geld)System wie das gegenwärtige eine vernünftige Verteilung im Interesse der Gesellschaft zulässt UND der politische Wille dafür in der Gesellschaft maßgebend ist, ist dieses (Geld)System gut genug. Wie du siehst, sehe ich den polit. Willen als primär und das exekutive System (Toolkit) als sekundär an. Bei dir sieht es so aus, als ob das “richtige” Toolkit die Natur der Menschen verändern kann. Das ist, wie ich meine, eine falsche Prämisse.
Eben! Von daher kannst du es getrost aus dem Kopp schlagen.
Es wird sich schon einen Anlass dafür finden, um es “zu verbessern”, wenn der politische Wille der Machthabender da ist.
Das (Geld)System ist immer ein Produkt des politischen Willen. Der Fehler im System liegt m.E. paar Schichten höher (oder tiefer - je nach dem, wo man die Wurzeln der Systemhierarchie positioniert).
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@Marcus, #48
Ja, das ist zum Scheitern verdammt, wenn es eine Machtinstanz geben sollte, die diese moralisch motivierten Umverteilungsmechanismen implementieren und pflegen sollte. Macht korrumpiert …
Dafür müssen diese Menschen erstmal etwas mehr Geld verdienen können, als es für das nackte Überleben notwendig ist. Von daher darf keinem dieses Recht genommen werden. Aber da hast du bei verlogener Politik der s.g. Volksparteien noch schlechtere Chancen als bei Flassbeck oder Lafontaine.
Besser wäre auf seine Thesen unmittelbar einzugehen anstatt sie pauschal ad hominem zu diskreditieren.
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@SF, #51
Nur dann, wenn jeder Job in diesem Niedriglohnbereich aufgenommen werden MUSS. Warum sollte jedoch jemand den Job für ein Appel und Ei aufnehmen, wenn er das nicht muss? Und wenn es so wäre, könnte die wirklich freie Entscheidung zu so’nem Job die angebotene Löhne dafür sogar nach oben treiben.
Nein, dass die Lösungen dieser Art automatisch alles in Lot bringen würden, glaube ich auch nicht, halte sie dennoch für durchaus diskussionswürdig.
Genau darin liegt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens u.z. nicht nur für Arbeitslose, sondern für alle, was eher die mittleren Lohnbezüge etwas nach unten korrigieren würde. Die s.g. Arbeitslosigkeit würde danach keinen mehr jucken, auch wenn es viele Elendsverwalter sehr traurig stimmen würde. Die unvermeidbare Jobs im ggw. Niedriglohnbereich würden dann nach oben korrigiert, sinnlose - wegfallen. Da steckt sehr komplexe Dynamik dahinter, die keiner im Voraus umfassend abschätzen kann.
@66 COPOKA
Es kommen ja noch weitere Vorteile hinzu: die private Vorsorge fürs Alter, die man ja auflösen muss bevor man H IV bekommt, bliebe erhalten, und die staatliche Rente würde um einen zusätzlichen Betrag (Bürgergeld) aufgestockt; ich nenne das den nun dreifachfreien Arbeitnehmer. Es würden auch viele ehrenamtliche Jobs gemacht werden können, ohne sich zerreissen zu müssen.
Meine Idealvorstellung ist natürlich immer noch die geld-, d.h. tauschfreie Gesellschaft; das wird aber zu meine Lebzeiten, wenn überhaupt, nicht realisiert werden. Das Bürgergeld wäre immerhin schon einen Versuch wert….. schlimmer als jetzt würde es nicht.
@tar
Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, was deine Zahlen- und Definitionsreiterei bezwecken soll. Du machst mMn wieder den Fehler, dass du das Geld absolutisierst. Das Geld ist und bleibt nun mal eine Fiktion!
Du sollst einmal versuchen, dir die Sache aus folgender Ecke anzuschauen.
Die beste Volkswirtschaft ist eine solche, wo die meisten Subjekte dazu animiert sind, angemessen aktiv zu werden und das zu machen, was sie für sinnvoll halten. Warum sie es tun, ist irrelevant. Ob sie es aus Überzeugung, Ehrgeiz, Eigennutz, Pflichtbewusstsein oder aus welchen Gründen auch immer tun, ist wirklich zweitrangig. Es darf bloß keinen Zwang dazu geben, ob’s aus einem höheren [ideologischen] Sinn wie bsw. Wirtschaftswachstum, irgendeinem Staatsräson oder herbeigeführter Existenzangst, sprich - materieller Abhängigkeit. Und es darf keinen Zwang für die anderen daraus entstehen. Die Ausnahmen aus der Regel sind rar - Naturkatastrophen, industrielle GAUs, Verteidigung eigenes(!!!) Landes im Kriegsfall, Schutz der Allmende und ähnliches.
Das Geld und damit verbundene Gesetzgebung ist volkswirtschaftlich betrachtet nur ein Mittel dafür. Dadurch soll lediglich jedem garantiert werden, dass seine erbrachten Leistungen, sofern sie angefordert waren, auch vertragsgerecht entlohnt (d.h. nicht geklaut) werden. Wir können nun mal nicht alles selber oder alleine machen, was wir benötigen oder für sinnvoll erachten - unvermeidbare Arbeitsteilung.
Die technologischen Voraussetzungen dafür sind längst da.
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@firefly, #65
Würdest du bitte deine Behauptung zumindest mit Beispielen belegen. Es wäre ganz nett, wenn du noch zuvor den Begriff Hartwährung präzisieren würdest.
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@7schläfer, #67
Wohl wahr, da sie total utopisch ist. Altruismus, wenn du in dieser Richtung gedacht hast, ist eine erdenklich schlechte Grundlage für menschliches Zusammenleben.
Schlicht formuliert, ich will niemanden beglücken und möchte von niemandem beglückt werden. Mein Glück ist und bleibt meine private Angelegenheit.
Es wäre schon viel erreicht, wenn Menschen davon abgehalten werden, für ein wenig Eigennutz die anderen massiv zu schädigen.
man kann doch nicht mit falschen begriffen um sich werfen. da bleibt das verständnis komplett auf der strecke und jeder versteht, was er will. damit wäre orwells fiktion wirklichkeit. aus genau diesem grunde muss man insbesondere beim thema geld auf die präzise wortwahl achten.
einfaches beispiel war die einst hier geführte diskussion zwischen den begriffen WERT und KAUFKRAFT, die einen vehementen unterschied bedeuten. genauso ist es heutzutage ganz besonders in der werbebranche typisch vom SPAREN zu reden, wenn man geld AUSGIBT. also das komplette gegenteil vom sparen tut. es gibt noch etliche mehrere beispiele, wie INVESTITION an der börse, was nichts anderes als GLÜCKSSPIEL ist und um es nochmal zu bekräftigen das absolute unverständnis vom begriff des wirtschaftswachstums.
wenn jetzt jemand von produktivitätswachstum redet und dabei die realisierung desselben ausblendet, ist das eben einfach nur die halbe wahrheit und darf nicht so stehen gelassen werden.
dann könnte man wie herr sinn argumentieren, dass lohnkürzungen die konjunktur ankurbeln würden, weil der unternehmer ja nun mehr geld für seine investitionen zur verfügung hat. fabelhaft!
auch die auffassung, dass die zentralbank irgendeinen einfluss auf die geldmenge M3 (#21 & #24) hätte, kann nur belächelt werden, wenn man weiß, was M3 eigentlich aussagt. in der tat kann die notenbank nur M0 (basisgeld) beeinflussen und das auch nur indirekt.
zu deiner auffassung des derzeitigen geldes muss ich erneut widersprechen. eine kurzinformation für dich.
deine bild von volkswirtschaft ist ja sehr schön und nicht anderes strebt auch die freiwirtschaft und viele andere alternativen an, aber nicht der kapitalismus, der die politik von sich abhängig macht. du siehst es andersherum und verkennst leider, dass politik ohne kapital keine macht ausüben kann. kapital ohne politik aber sehr wohl.
aus genau jenen gründen führen alle probleme letztlich zum geld, zu seiner knappheit, dem umverteilungsproblem und zu zwängen, die hartz 4 rechtfertigen sollen und täglich 26.000 kinder verhungern lassen. dabei denken wir uns arm im überfluss in einer wegwerfgesellschaft, die einfach pervertiert entmenschlicht dem einzigen ziele des konsums nachzujagen, immer höhere renditen und wirtschaftswachstum hervorzubringen hat. halleluja!
- was könnte wohl sonst eine grundlage für menschliches zusammenleben sein ?
altruismus ist tatsächlich die einzige grundlage, nicht nur für menschliches zusammenleben sondern auch für die evolutionäre entwicklung hin zum menschen, angefangen -spätestens- bei der brutpflege der vorläufer der säugetiere
ohne altruismus gäbe es gar keinen menschen u auch nichts annähernd menschenähnliches
der altruismus selbst ist dabei ebenfalls einer evolution unterworfen und wird immer komplexer, “menschlicher” und bewusster je weiter der evolutionsprozess fortschreitet
den modernen menschen zeichnet aus, den altruismus auf andere arten auszudehen, auch dies eine biologisch-evolutionäre notwendigkeit, da der mensch in einer biologischen drift ist, in welcher evolutionäre regression vermutlich mit dem austerben der art einhergehen würde ( wie das meistens oder immer der fall ist )
-> siehe auch spieltheorie, anthropologie, evolutionssimulation, superrationalismus etc pp
zahlreiche pathologische aberrationen in dieser hinsicht können das nur unterstreichen - wenn dem anders wäre würden wir sie gar nicht wahrnehmen
@Lau Dan
Unfug. In der Evolution geht es allein um die Weitergabe der eigenen Gene.
Quasi um’s Testament
Zitat, auf die Schnelle, Wiki:
Altruistisches Handeln wird allgemein auch mit selbstlosem Handeln gleichgesetzt.
Das würde eine (freiwillige) Förderung völlig fremder Gene entsprechen,
also der Aufzucht von “Kuckuckskindern”, das liegt nicht in der Natur auch nur einer einzigen Spezies auf diesem Planeten.
Die Artenvielfalt auf unserem Planeten entstand und entsteht alleine durch Wettbewerb.
Spinnen (nicht direkt miteinander verwandte) in einem Kollektiv lebend, (Artikel Spektrum der Wissenschaft) benötigen viel mehr Zeit um ein gemeinsames Beutetier zu zersetzen, da die Spinne (Individuum) den größten Vorteil hat, die am wenigsten Verdauungssekret injiziert und am meisten Verdauungsprodukt extrahiert.
Deshalb wird damit “gegeizt”.
Scheinbar altruistisches Verhalten findet man nur bei Arten die soziale Verbände bilden und miteinander verwandt sind. Also die gleichen Gene besitzen.
Ich hasse es wenn die Evolutionslehre für jeden Scheiß herangezogen wird.
Und die Spieletheorie widerlegt zudem den Altruismus ausdrücklich.
Die weltweiten Knäste sind schließlich voll von “Verpfiffenen”.
@65 firefly
Oder die Preise werden sinken (relativ), da die USA ein riesiger Markt sind, was wiederum doppelt schlecht für die Exportweltmeister wäre - abwarten, ich sehe auch die große Rezession noch nicht, obgleich es sicher eine temporäre Rezession geben wird, was aber auch nicht eben neu ist, so etwas gab es auch in den USA öfters und man erholte sich schnell.
Aber das ist auch gar nicht mein eigentlicher Punkt. Die wichtigere Frage wäre doch, wie stünden die USA heute da, wenn es z.B. seit 1990 eine Geldpolitik á la EZB gegeben hätte. Die USA hätten ein wesentlich niedrigeres Wachstum gehabt und wären von den Crashs (z.B. NewEconomy) nachhaltig tief geschwächt wurden, was alles auch einen sehr negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft und v.a. Deutschland gehabt hätte. Sooo klar ist die Sache also nicht.
@68 COPOKA
Altruismus ist ein Bestandteil menschlichen Zusammenlebens, allerdings keine Grundlage.
Es geht eher in eine Einsicht aller (daran wird es auch scheitern): man macht die Sachen, weil sie gebraucht werden, und weil man sie machen kann und will. So eine Art “Open-Source-Gesellschaft”: es wird zur Verfügung gestellt, und wer will, der nimmt sich was er braucht.
@69 tar
Wie wahr, wahr und wir sprechen nun einmal eine verschiedene Sprache ;-)
@tar:
Auch wenn die Aussage nicht an mich gerichtet ist, sei doch bitte so nett und erkläre mir -in möglichst einfachen Worten- wie Du zu dieser Auffassung kommst:
„…du siehst es andersherum und verkennst leider, dass politik ohne kapital keine macht ausüben kann. kapital ohne politik aber sehr wohl.“
Ach, und bitte sei doch noch so nett dabei die Geschehnisse zwischen ca. 1920 bis 1945 zu berücksichtigen. Vielen Dank :-)
Gruß
tar:
Ich versuche es mal Jens!
Also Produktivität (auch die Arbeitsproduktivität, oder Pro-Kopf-Produktion genannt):
Es gibt viele verschiede Produktivitätsbegriffe die sich aber alle auf einen gemeinsame Grundlage beziehen und zwar wie du richtig erkannt hast: Welcher Ertrag kann mit einem bestimmten Mitteleinsatz erzielt werden. Produktivität meint deshalb das Verhältnis von Output zu Input oder Einsatz zu Ertrag. Die Arbeitsproduktivität bezeichnet den durchschnittlichen Produktionsertrag des Arbeitskräfteeinsatzes innerhalb eines Zeitraums z. B. einer Stunde. Um das zu verdeutlichen ist der Begriff Produktionswert bzw. Gesamtproduktion notwendig. Die Formel könnte dann so aussehen:
GP = SP * JA * A
GP = Gesamtproduktion oder Produktionswert
SP = Stundenproduktivität
JA = Jahresarbeitszeit
A = Arbeiter
Folgendes Zahlenbeispiel:
100 Erwerbstätige arbeiten 230(+- 2 Tage) Tage im Jahr ca. 7 Stunden täglich, was ungefähr der Situation Gesamtdeutschlands Mitte der 90-er Jahre entspricht (Jahresarbeitszeit ca. 1600 Stunden) Sie erzeugen einen Produktionswert von 8.000.000 DM d.h. pro Arbeiter 80.000 DM, was auch etwa der Situation der Mitte 90-er entspricht. Stundenproduktivität lässt sich dann einfach ausrechnen: Produktinswert pro Arbeiter durch Jahresarbeitszeit = 50 DM
Die Formel sieht dann wie folgt aus:
8.000.000 = 50 * 1600 * 100
Nun kommen wir zum eigentlichen Problem:
Fall 1
Arbeitsproduktivität und Gesamtproduktion steigen beide um 10 %
8.800.000 = 55*1600*100
Da die gestiegene Produktivität in Mehrproduktion (d.h auch Mehreinkommen (natürlich nur rein theoretisch) umgesetzt worden ist, kann sie voll auf die unveränderte Beschäftigtenzahl verteilt werden.
Fall 2
Die Gesamtproduktion entwickelt sich stärker als die Arbeitsproduktivität: die Gesamtproduktion steigt um 10 % die Arbeitsproduktivität dagegen nur um 5 %.
8.800.000 = 52,5*1600*104,76
In diesem Fall muß es zu Neuenstellungen von Arbeitskräften gekommen sein, da die z.B. durch modernisierte Anlagen, erhöhte Arbeitsproduktivität nur einen Teil des Produktionszuwachses bewirkte. Deshalb kann auch nicht mehr das gesamte Mehreinkommen auf die anfänglich beschäftigten 100 Mitarbeiter verteilt werden, weil die zusätzlich eingestellten Arbeitskräfte bereits einen Teil davon erhalten haben. Für Einkommenserhöhungen steht nur jener Teil zur Verfügung, der auf die Steigerung der Arbeitsproduktivität zurückzuführen ist.
Fall 3
Die Gesamtproduktion bleibt hinter der Entwicklung der Arbeitsproduktivität zurück: bei unveränderter Gesamtproduktion steigt die Arbeitproduktivität.
8.000.000 = 55*1600*90,9
Aufgrund der gestiegenen Arbeitsproduktivität reichen bereits 90, 9 :-) Personen um bei gleicher Arbeitszeit einen unveränderten Produktionswert zu erzeugen. Das “zusätzliche” Einkommen ergibt sich in diesem Fall also aus einer verminderten Beschäftigtenzahl. Die verbliebenen Beschäftigten können dann zwar ein “gestiegenes” Pro-Kopf-Einkommen für sich in Anspruch nehmen, müssen aber gleichzeitig mit erhöhten Abzügen für die Kosten der Arbeitslosigkeit rechnen. So viel zur Theorie.
Optimal wäre natürlich Fall 2, ist aber schon seit den 70-ern nicht der Fall :-)
Bei Investitionen ist es übrigens auch so eine Sache: Die selbsternannten Wirtschaftsweisen wollen uns ja weismachen: Die Lohnkosten müssen nur weit genug sinken so das die armen Unternehmer nur genug Geld zum Investieren haben. Dabei treiben sie den Teufel mit dem Beelzebub aus! Das 4. Armutszeugnis für Doitschland zeigt: Der Reichtum mehrt sich in Deutschland, ABER es investiert NICHT! Na ist doch ganz klar, wenn ich investiere, dann erwarte ich auch Gewinne. Und was für ein Unternehmer wird schon in ein Produkt investieren dessen Absatzchancen auf dem Markt eher gering sind?
Stichwort -> Binnennachfrage!
>müde<
@tar, #69
Ein Begriff kann nicht einfach falsch oder richtig sein, der kann nur innerhalb eines kognitiven Systems falsch, richtig oder auch sinnlos sein.
Wenn ein Begriff in einem System falsch/richtig ist, bedeutet das keinesfalls, dass er auch in einem anderen System falsch/richtig seien muss. In diesem kann er durchaus weder falsch noch richtig sein, weil er darin schlicht sinnlos ist.
Das ist auch der Grund, warum zwischen BWLern und VWLern oder zw. VWLern verschiedener “Schulen” so viele Missverständnisse entstehen - dummerweise benutzen sie oft die gleichen Worte für ganz verschiedene Begriffe oder wagen sich mit ihren Begriffen in Geltungsbereiche, wo diese Begriffe nichts taugen und nichts zu suchen haben.
Der Begriff WERT ist ein gutes Beispiel dafür. Der Begriff SPAREN, wenn das Sparen sich auf die Zukunft bezieht, mag auf einem mikroökonomischen Niveau einen Sinn ergeben, makroökonomisch betrachtet hat er jedoch keinen Sinn, wenn’s um Geld geht. Auf makroökonomischem Niveau können nur konkrete und endliche Ressourcen gespart werden - Geld gehört nicht dazu. Wasser und Energie im übrigens auch nicht. Bei letzteren kann man nur über sinnvolle Allokation sprechen.
Sorry, aber ich habe geschrieben “Das Geld und damit verbundene Gesetzgebung ist volkswirtschaftlich betrachtet nur ein Mittel dafür [was ich vorher geschildert habe]”
Damit sollte doch klar sein, dass ich nicht das derzeitige Geld(system), sondern den Begriff des Geldes und seine Zweckmäßigkeit aus volkswirtschaftlicher Sicht meine. Und damit weise ich noch ausdrücklich darauf hin, dass man das Geld immer im Kontext der Gesetzgebung (also des politischen Systems) betrachten muss - was und wie darf man damit tun.
Oder meinst du wirklich, dass mit dem Freigeld und entsprechender Gesetzgebung keine totalitäre Diktatur errichten ließe? Das funktioniert mit jedem Geld(system), wenn gesellschaftliche Kontrolle der Macht nicht ausgebildet ist oder versagt, wie es in westlichen “Demokratien” ggw. der Fall ist.
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@ Lau Dan, #70
Mit Superrationalismus bzw. Lévi-Strauss Ansichten kann ich wirklich nichts anfangen, jedoch mit Spieltheorie - bin diplomierter Mathematiker.
Und da kann ich dir versichern, dass selbstloser Altruismus keine gute Grundlage für das friedliche und gesegnete Zusammenleben ist.
Und ja, mir sind auch psychologische Experimente bekannt, wo selbstbezogene Arschlöcher in kleineren überschaubaren Gruppen von den letzteren für ihr Verhalten bestraft werden. Nur das gilt leider nicht mehr für komplexe Gesellschaften.
Im Übrigen, wenn ich mir Sorgen um den Zustand und ggw. Entwicklungen in der Gesellschaft mache, hat das nichts aber gar nichts mit Altruismus zu tun. Dahinter steckt knallharter Egoismus, der auf Rationalität und einer ethischen Strategie aufsetzt. Ich weiß schlicht, dass mein Wohlergehen wie auch Zukunft meiner Nachkommen zusammen mit dem Wohlergehen der Gesellschaft steht und fällt. Spieltheoretisch betrachtet ist es jedoch nicht die einzig mögliche Strategie - siehe Ackermans, Riesters, Westerwelles & Co.
Und diese Spezies bleibt uns aus ganz einfachem Grunde niemals erspart, weil “die Natur” bzw. “die Evolution” gar nicht weiß, was für die Gesellschaft gut oder schlecht ist. Das weiß ich übrigens in Details auch nicht. Die Evolution geht schlicht nach dem “Try and Error”-Prinzip vor. Von daher werden die selbstverliebten Egozentriker nicht seltener durch die Population gestreut wie die selbstlosen Altruisten. Aber die Egozentriker haben nun mal unter Altruisten und unentschiedenen Opportunisten viel bessere Überlebenschancen. Allerdings nur unter denen, was beiden Polen bewusst seien sollte, wenn sie nicht ohne Mindestmaß an Verstand in die Population gesetzt worden sind. Nur sind auch Altruisten auf die selbstverleibte Arschlöcher angewiesen, was jedoch nicht so offensichtlich ist - will mich jetzt nicht vertiefen.
Also, es muss eine Grundlage des Zusammenlebens gefunden werden, die eine Art Balance unter Voraussetzung der Artenschutz in der Gesellschaft schafft. Selbstlose Aufopferung taugt dafür am wenigsten, weil dadurch die zu Aufopferung geneigte Art komplett ausgerottet wird.
OT, @ 71
war mir klar dass darauf dawkins & darwin für arme folgt ( sorry für den tonfall )
genau, fast - die weitergabe der gene nutzt dem individuum null
selbstverständlich ist die weitergabe von genen conditio sine qua non,
aber 50 liter diesel und osterausflug sind 2 verschiedene dinge
es sind nicht die “eigenen” gene um die es geht, sondern die gene die den mechanismus an sich befeuern - das sind, im extremfall, rein kybernetisch betrachtet, die gene einer ganz anderen spezies
nicht die mutter hat was davon wenn sie ihr kind stillt, evo mässig betrachtet, und so
betrachtet nicht einmal das kind - das stillen an sich hat etwas davon, es ist
das stillen das überlebt, nicht das kind und die mutter schon gar nicht , d’accord ?
es lohnt sich, etwas länger als 5 minuten oder 50 tage über diese dinge nachzudenken
exakt - nur das “freiwillig” “bewusst” voraussetzt, was dafür gar nicht nötig, aber wie so oft von vorteil ist (im gegensatz zu halbdämmer, was oft von nachteil ist )
es liegt in der natur aller spezies auf diesem planeten, sonst wären sie nicht,
es gäbe gar keine “spezies” - einfach mal durchsimulieren wenns zu abstrakt scheint
papier und bleispift sollten reichen -
100% BS, guten morgen wir schreiben das jahr 2008 und ja wir haben täglich propaganda und ignoranz in magazinen wie “science”, “der lügel” ect, noch fragen ?
demnach wäre der rinderbandwurm, der auch den menschen befällt, nicht ganz so fortgeschritten wie viren, die wiederum den prionen ( man erinnere sich ) unterliegen,
“scheinbar” altruistisch gibt es gar nicht
ich auch - weil sie nie verstanden wird
teil a falsch, teil b - stimmt - deswegen sind sie im knast - ausgemendelt oder ausgebootet, das wiederlegt a in keiner weise
aber ich will mich nicht streiten und wollte gar keine paralleldiskussion anfangen
( bin aber offen für gegenargumente, wenns sein muss, u wenn ich sie finde )
@ Lau Dan
das sagt genau der/die/das hohle Fritte aus welchem Fachbereich?
Das letzte mal war es “Soeren Onez” der meinte, mir empfehlen zu können,: …„mit den Kreationisten müsse man ernsthaft“ und “auf Augenhöhe” diskutieren.
Nein. Muss man nicht.
Ihr Philosophiestudierenden Taxifahrer, lasst die Biologie bitte aus dem Spiel, danke.
gute nacht corax
@77 werde ich mir morgen durchlesen, danke
@ Michael Kostic (#75),
ich nehme nun an, dass wir komplett off-topic gehen… aber gut.
sehr gute zeitliche vorgabe. beginnen wir mit einem kurzen, aber sehr aussagekräftigem zitat, aus dem hervorgeht, dass das kapital die politik 1919 voll in der hand hat:
David Lloyd George (brit. Premier 1916 - 22) über die Versailler “Verhandlungen”
vielleicht sind dir auch diese informationen zur finanzierung der nsdap vollkommen unbekannt:
- artfond.de...
- reformed-t...
eigentlich sollte es aus dem rationalen verständnis heraus, dass “ohne moos nix los” ist und jede politische bewegung kapital benötigt, klar sein, dass selbige ohne geld nichts erreichen kann. sie würde im keim erstickt.
wie lenin finanziert wurde, weißt du? sutton kennst du bereits:
- reformed-t...
- noch eine andere quelle
zur hyperinflation 1923: wintersonn...
zum crash 1929: tarpley.ne...
desweiteren solltest du dir bezüglich der hier vorgegeben zeitspanne die geschichte der BIZ genauer anschauen. ganz seltsam ist dabei die rolle des montagu norman.
aus dem verständnis des geldsystems war es dann der nsdap möglich, eine brachliegende wirtschaft innerhalb von 4 jahren vollständig zu sanieren. hätte gottfried feder die freiwirtschaft von silvio gesell verstanden (siehe hier), wäre dies auch ohne den betrug der mefo-wechsel möglich gewesen. aber das war ja auch gar nicht das ziel der hochfinanz, die hitler finanzierte und schließlich feder durch schacht ersetzte.
ich darf also mit fug und recht behaupten, dass die banken und damit das kapital ÜBER der politik stehen und sich über die eigentlichen interessen der politiker hinwegsetzen können. es ist auch gerade mal ein jahr her, als hier im deutschen bundestag plakate mit der aufschrift “der deutschen wirtschaft” fielen.
es wäre der politik nun allerdings durchaus möglich, sich für eine gewisse zeit von den kapitalinteressen unabhängig zu machen (der mefo-wechsel war ein derartiger ansatz, aber bitte nicht falsch verstehen: es war keine lösung. denn diese war, wie gesagt, nicht beabsichtigt), was allerdings nie allzulange währt, ohne von den interessenten des kapitals wieder in die rechte bahn gelenkt zu werden - durchaus oft durch das mittel der “humanitären intervention”, wie man krieg heutzutage malerisch bezeichnet.
@ Ingo (#76),
danke für die sehr ausführliche darstellung. bedenke dabei bitte, dass wir die produktivitätssteigerung IMMER in hinblick auf den ausgleich des warenkorbs betrachten. also jene 2% angestrebte inflationsrate der EZB:
fall 1: hier wird klar die produktionsmenge erhöht, was auf dauer auch einen erhöhten absatz erfordert (wie du sagst, theoretisch), um die fortwährenden lohnzahlungen zu gewährleisten.
fall 2: siehe fall 1 mit anderer lohnverteilung. ebenfalls ausweitung der produktionsmenge mit notwendigem erhöhten absatz.
fall 3: hier werden menschen entlassen. wunderbares wachstum!
was passiert nun bei einsetzender marktsättigung?
das ganze schaukonstrukt bricht in sich zusammen und funktioniert nicht mehr. exponentielles wirtschaftswachstum ade. die daraus hervorgehenden probleme können wir derzeit sehr gut beobachten.
@ COPOKA (#77)
ich stimme dir vollkommen zu und bin sogar der auffassung, dass man genau aus diesem grunde absichtlich verwirrungen um begriffe gestreut hat, die eindeutig sein müssten. wunderbares beispiel der begriff der inflation:
1. Geldmengeninflation (Money-Volume-Inflation (MVI)
2. Consumer-Price-Inflation (CPI)
3. Asset-Price-Inflation (API)
wo bitte wird hier die inflation der löhne berücksichtigt, ohne die all diese definitionen wertlos sind? die wirtschaftswissenschaften sind in dieser hinsicht ein einziger graus.
nochmal zum begriff sparen. wikipedia sagt hier:
auch in diversen lexika dürfte das so ähnlich drin stehen. also wieso sei das beim geld nicht der fall? hier werden doch schon in der makroökonomie verwirrbegriffe angewandt. entweder ich spreche deutsch oder benutze einen eigenständigen begriff und bin damit eindeutig.
da freigeld dezentral emittiert wird, fällt schon mal ein wesentlicher zwang weg - die verschuldung. durch die brechung des geldmonopols soll die unabhängigkeit des individuums von den banken geschaffen werden. dass dadurch auch andere monopole fallen werden, ist selbstverständlich und auch beabsichtigt (bodenreform).
dass wir NICHT in einer direkten demokratie leben, ist, denke ich, allgemein bekannt. wenn die menschen sich nun weiterhin (!) einer demokratur unterwerfen wöllten, sei es ihnen freigestellt und ich schließe auch nicht aus, dass es zu einer diktatur kommen könnte. bezweifle dies aber, da sich mit brechung des geldmonopols auch die politische kaste endlich unabhängig machen könnte.
puh, reicht erstmal :)
@66 COPOKA
“Wenn ein (Geld)System wie das gegenwärtige eine vernünftige Verteilung im Interesse der Gesellschaft zulässt UND der politische Wille dafür in der Gesellschaft maßgebend ist, ist dieses (Geld)System gut genug. Wie du siehst, sehe ich den polit. Willen als primär und das exekutive System (Toolkit) als sekundär an.”
Dieses Staatswesen, also auch die Politik, hängt immer am Tropf der gelungenen ‘Selbstverwertung des Werts’, je mehr sie in allen Stadien des Austausches ‘abgreifen’ können, ohne es für feste Zwecke gleich wieder rausrücken zu müssen, desto größer der Handlungsspielraum - auch für die ‘Selbstversorgung’. ‘Die Politik wird also immer erstmal dafür sorgen, dass sich der ‘Geschäftsgang’ lohnt, im Zweifelsfall auch immer auf Kosten derjenigen, die sich am wenigsten wehren können. Die ‘Mehrheit’ und ihr ‘Willen’ spielt dabei auch immer nur eine ‘relative’ Rolle - wie man insbesondere an der Politik der letzten zehn Jahre sehen kann.
“Bei dir sieht es so aus, als ob das “richtige” Toolkit die Natur der Menschen verändern kann. Das ist, wie ich meine, eine falsche Prämisse.”
Eine falsche Prämisse wäre vor allem die Annahme, das ‘Toolkit’ habe keine Auswirkungen auf das tatsächliche Verhalten der Menschen - und dies sollte nicht voreilig und fahrlässig mit dessen ‘Natur’ gleichgesetzt werden. Wir sind gut 400 Jahren auf die Kategorien Ware, Wert und Geld ‘geeicht’, und damit auch auf den Vorrang der Konkurrenz gegenüber der Kooperation. Es gibt zahlreiche Studien aus den Bereichen Evolutionsbiologie bis Soziologie, die darauf hindeuten, dass sowohl konkurrentes wie auch kooperatives Verhalten gelernt werden muss - bei uns übernehmen das schon vom zartesten Kindesalter an Spiele wie ‘Mensch ärgere dich nicht’ bis ‘Monopoly’.
Über ein bedingungsloses Grundeinkommen lohnt es sicher nachzudenken, aber mE immer am besten mit der Zielrichtung, die erwähnten Kategorien und ihre Zusammenhänge ‘aufzubrechen’, und daher auch ohne sich zu sehr auf ‘Geld’ zu versteifen. Es wäre daher auch darüber nachzudenken, ob man das nicht auch gleich in Form einer (kooperativ organisierten) Grundversorgung angehen sollte, also auf der ’stoffliche Ebene’ und nicht auf der des Geldes, das in diesem System nun einmal immer auf ganz spezielle Weise ‘erstmal verdient’ werden muss. Denn so richtig die Ansicht ist, es sei prinzipiell genug für alle da, so naiv ist die Vorstellung, es sei genug Geld für alle da. Denn so funktioniert Geld eben gerade nicht.
Zum eigentlichen Thema: das ‘Wieder-Anschmeissen’ der ‘Wachstumsmaschine’ scheint mir - so es denn überhaupt in dem suggerierten Maße noch möglich wäre - keine zukunftsträchtige, oder wie man so schön sagt ‘nachhaltige’, Option zu sein. Insbesondere die immer drängenderen ökologischen Probleme werden damit ausgeblendet bzw noch verschärft - an das berühmte ‘qualitative Wachstum’ ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch kann ich in diesem System nicht glauben, von den eigentlich dringend notwendigen Einsparungen ganz zu schweigen. Im Moment ‘boomen’ ja vor allem Luxus und Schund, beides Inbegriffe der ‘Verschwendung’. Da lauert ein hoher Preis für mE allenfalls marginale soziale Verbesserungen - was natürlich nicht heisst, dass man nicht auch um die kämpfen sollte, denn einen gewissen Spielraum gibt es da durchaus - nur reichen wird das eben nicht.
Kooperation hat im übrigen mit Altruismus nix zum tun - es ist im Gegenteil der ‘bessere’ und ‘zeitgemässere’ Egoismus. Das kann man gar nicht oft genug herausstellen - Gruß an 7schläfer :)
@82 Peinhard
Genau: man kooperiert da man ja weiß, und somit auch erwartet, dass man auch etwas bekommt. Selbstlosigkeit ist da nicht zielführend.
ebenfalls Gruß an Dich :)
tar:
weiss jetzt nicht was du meinst.
Warenkorb ist nicht repräsentativ für die Inflation, da die Preise nur anteilig berücksichtigt werden. Die erstellten Güter werden zu Marktpreisen bewertet d.h. schon mit der Inflation.
@ ingo,
um mich zu revanchieren, möchte ich es auch mal etwas ausführlicher probieren:
die EZB strebt eine geldmengenausweitung in höhe von 2% an, sie nennt das ganze preisniveaustabilität und realisiert dies indirekt über die geschäftsbanken und diese wiederum über kreditvergaben.
damit nun die preise ihr niveau halten können, müssen entsprechend mehr produkte dem geld gegenüberstehen -> 2% produktionssteigerung -> 2% absatzsteigerung -> 2% wirtschaftswachstum
1. fall: verhindern der deflation, stabilisierung
die nachfrage bleibt gleich oder die produktion wird bei bei höherer nachfrage gesteigert, was zu gleichbleibenden preisen führt. wunderbar, das geld ist bei den leuten angekommen. kaufkraftwirksame geldmenge und waren decken sich. da die preise stabil bleiben, bedeutet das aber im grunde, dass 2% der geldmenge des laufenden (vorigen) jahres nicht kaufkraftwirksam geworden sind oder schlicht ersetzt werden mussten. die ausweitung der geldmenge war sozusagen insofern notwendig, sonst wären die preise um 2% gesunken (deflationsgefahr).
2. fall: inflation
die nachfrage erhöht sich oder die produktion wird bei gleicher nachfrage nicht gesteigert, was zu höheren preisen führt und eine richtige inflation tritt ein. in diesem falle eben 2%. dabei gibt es allerdings ein verteilungsproblem, da die neugeschaffenen kredite (die ausgeweitete geldmenge) ja nicht gleich unter dem kompletten volk aufgeteilt wird. die folge sind höhere lohnforderungen, streiks und der ganze zirkus. inflation kann also nicht der weisheit letzter schluß sein.
3. fall: deflation
die nachfrage sinkt oder die produktion wird bei gleicher nachfrage erhöht. es fallen also die preise, um den kauf wieder attraktiv zu machen. die folgen sind weniger umsatz und weniger einnahmen, was wiederum zu entlassungen und weniger kaufkraft führen kann, womit noch weniger gekauft wird. eine klassische deflation zeichnet sich ab.
es ist also klar, dass die EZB bestrebt ist, die geldmenge weiter aufzublähen. da sonst einfach zuwenig geld dem warenkorb gegenübersteht (stichwort: tilgung und hortung, z.b. die 230mrd 500er scheine, die weißgottwo lagern). es geht auch gar nicht anders, da aufgenommene kredite nicht mehr komplett aus dem kreislauf getilgt werden können, ohne dass neue kredite aufgenommen werden oder von bereits bestehenden krediten ein teil abgezweigt wird, was diese dann natürlich ebenfalls untilgbar macht (stichwort: umschuldung, zession).
nur diese blähung erfordert eben ständige oder erhöhte nachfrage, sonst kollabiert das finanzsystem. dieses dilemma tritt bei marktsättigung ein und können wir derzeit in vielen bereichen schleichend beobachten. auf der anderen seite verteuern sich die produkte, die lebensnotwendig sind oder einer monopolstellung unterliegen, was in den medien als inflation verkauft wird.
@85 tar
Eben hier liegt ja Dein Missverständnis. Produktivitätswachstum meint in diesem Kontext, dass die Produkte “besser” werden und daher nicht eins zu eins mit Produkten aus dem Vorjahreszeitraum verglichen werden können. Nehmen wir z.B. ein Automobil - mein erster Wagen war ein 79er Ford Fiesta, der hatte außer einer Heizung nichts, was moderne Automobile so haben, weder Klimaanlage, noch ABS, noch Navigationssystem, Einparkhilfe und weiß der Deiwel was es da noch gibt. Wenn man nun den Neupreis dieses Wagens mit dem Neupreis eines 08er Ford Fiestas vergleicht, so vergleicht man Äpfel mit Birnen. Sicher, beides sind Automobile, beide sind zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung sicher technisch up to date. Aber in einem modernen Fiesta steckt wesentlich mehr “Arbeit”. Dies heiß nicht per se, dass mehr Arbeitsstunden manueller Tätigkeit aufgewandt wurden, um dieses Produkt herzustellen. Um dies beides (Produktweiterentwicklung und Produktivitässteigerung bei der Produktion) in der Geldpolitik mit einzubeziehen, spricht man diesen besagten 2% pro Jahr.
Aus diesem Beispiel sollte auch klar werden, dass Produktivitätsteigerung im Kern nichts mehr größeren Absatzmengen und Marktsättigung zu tun hat. Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto würde ich mal frei nach Gertrude Stein sagen ;-)
ja, ich habe den technologischen fortschritt außen vor gelassen, da hast du recht. dieser technologische fortschritt kann aber nicht jedes jahr und erst recht nicht in jeder branche steigen, geschweige denn jedes jahr auch erhöhte nachfrage schaffen. um nochmal zum automarkt zurückzukommen ;)
ach und man kann ja auch die arbeitsproduktivität auf kosten der qualität oder sicherheit steigern. ist dies nun technologischer fortschritt?
@spiegelfechter
Du schreibst
“Produktivitätswachstum meint in diesem Kontext, dass die Produkte “besser” werden und daher nicht eins zu eins mit Produkten aus dem Vorjahreszeitraum verglichen werden können.”
Früher hat man Tomaten mit der Hand geerntet. Jetzt gibt es Sorten, die maschinell geerntet werden können, weil die Schale unkaputtbar gezüchtet wurde. Damit die globalen Nahrungsmittel Oligopole die Preise besser bestimmen können, sind die Tomaten außerdem auf Lagerfähigkeit getrimmt. Zur besseren Mehrwertabschöpfung über die Gentechnik außerdem patentiert. Das sind unzweifelhaft Produktivitätsfortschritte, denn man erhält jetzt mehr Tomaten mit weniger Arbeitseinsatz.
Nährwerttechnisch sind die Tomaten allerdings nicht mehr vergleichbar, weil in den heutigen gerade mal bis zu 10% der seinerzeitigen Nährwerte drin sind.
Also, wenn Ihr wieder leckere Tomaten essen wollt, konzentriert Euch lieber auf das Geldsystem und wie man es richtig konstruieren kann.
@guadelupe
Ich ernte meine Tomaten meist selbst ;-)
Dass die Supermarkttomaten nicht schmecken ist eine Sache (es gibt aber auch Ökotomaten, die nicht so schlecht sind), aber dass sie nur 10% der Nährwerte enthalten, halte ich mal für ein Gerücht - würde mich mal interessierten, wo Du das her hast, obwohl es jetzt total OT ist.
Die Aussage, dass eine Änderung des Geldsystems, leckere Tomaten bringen wird, hat übrigens schon fast Comedy-Wert ;-)
@87 tar
Ja, dieser Punkt von Flassbeck ist idT angreifbar. Ich wollte ja nur klar stellen, um was es genau geht. 100% dahinter stehe ich auch nicht. Die hedonische Methode, mit der im angloamerikanischen Raum ja auch die Inflation gemessen wird, ist zwar mE im Kern richtig, eröffnet aber der Manipulation Tor und Angel.
Hab jetzt keine Quelle zur Hand. Den ersten Hinweis erhielt ich aus der Apotheken-Umschau. Die Nährwerttabellen müßten leider alle neu geschrieben werden, da die Nährwerte (übrigens auch für Fleisch) drastisch gesunken wären.
Wenn Du glaubst, daß das Geldsystem nichts mit leckeren oder nicht leckeren Tomaten zu tun hat, empfehle ich Dir eine kleine Zeitreise. Das Geldsystem im Staats-Kapitalismus (meist als Kommunismus oder “realer Sozialismus” bekannt) hatte ein anderes aber ebenfalls schrottig konstruiertes Geldsystem. Ich hatte einmal das Vergnügen in der Hauptstadt der DDR “frischen” Blumenkohl im Konsum zu kaufen.
@91 guadelupe
*lol*
Du überkritischer Geist glaubst der Bäckerblume der Pharmaindustrie? Hast Du auch schon brav deren Nahrungsergänzungtabletten gekauft, die man ja nun braucht, da die Tomate nicht mehr so nahrhaft ist? *SNCR*
Der Crash nach der Dot-Com-Blase wär nicht so gross ausgefallen, da ja das billige Geld gefehlt hätte, die Blase vorher aufzupumpen. Wie überhaupt teures Geld die Leute zum Haushalten zwingt. Man kann nicht so einfach auf Pump leben. Und das zahlt sich langfristig aus.
Wo stehen denn die Amerikaner heute nach 15 Jahren Dauerboom? Mit €/US$ von über 1,55 liegt das pro-Kopf-BIP Deutschlands auf dem Niveau der USA. Und das trotz Wiedervereinigung und quasi Nullwachstum der letzten Jahre. Das erhöhte Wachstum in den USA der letzten anderthalb Jahrzehnte war ein Wachstum, dass von Schulden getrieben wurde. Sie haben mehr konsumiert, als sie erwirtschaftet haben. Das aufgeblähte Leistungsbilanzdefizit und der nun versiegende Kapital-Fluss ins Land lässt nun ihren Dollar abwerten. Und mit dem Dollar wird der ganze Boom abgewertet.
Billiges Geld kann eine Volkswirtschaft kurzfristig stimulieren. Aber dauerhaftes Wachstum schafft es nicht. Dafür braucht man Bevölkerungswachstum, Arbeitszeitverlängerungen oder Effizienzsteigerungen. Und gerade Letzterem hat das billige Geld in Amerika entgegen gewirkt. Mit biiligen Krediten wurden noch mehr Siedlungen weit draussen aus den Städten gebaut, von wo aus man mit noch grösseren Auto immer weitere Weg fährt. Neben strengeren Gesetzen bewahrt uns Europäer die EZB mit einer soliden Geldpolitik vor solchem Blödsinn.
@tar, #81
Nein, es steckt keine Verschwörung dahinter, weil sie gar nicht eindeutig sein können - es liegt schlicht in der Natur menschlicher Erkenntnis: heise.de/t...
Nur innerhalb eines kognitiven Systems müssen die darin verwendeten Begriffe eindeutig sein, was jedoch bei so einem komplexen Fachgebiet wie Ökonomie gar nicht so einfach ist. Bei jeder Betrachtungsweise sind es keine voneinander unabhängige Begriffe, es ist viel mehr ein komplex vernetztes Begriffssystem, wo man nicht frei an einzelnen Begriffen “drehen” kann. Und kein Begriffssystem, wenn es um humanitäre Wissensbereiche geht, ist in sich mathematisch konsistent und ideologiefrei.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, das diverse sozialökonomischen Lehren (oder auch Schulen) sich gegenseitig ausschließen müssen, so nach dem Highlander-Motto - es kann nur einen geben! Die sind alle weder falsch noch richtig, oder sowohl als auch, wenn man so will. Es sind nur Modellierungen oder Abbildungen einer sehr komplexen Realität aus einem ideologischen Blickwinkel mit einem gewissen Wertesystem und einer Interessenlage dahinter. Von daher sind die dahinter steckende Ideologien A&O dieser Lehren. Für die Anhänger einer Lehre sind sie richtig, für Anhänger einer anderen - falsch. Beides stimmt, weil jede Lehre nur einen Teil oder eine Seite der Realität abbildet.
Dass solche Sachlage sich wunderbar missbrauchen lässt, möchte ich allerdings nicht bestreiten. Und bekanntlich missbrauchen Menschen bei Verfolgung ihrer Interessen alles, was sich missbrauchen lässt. So ist nun mal die Welt.
Mag sein, nur das ist extrem unglückliche Definition.
Erstens, muss es nicht unbedingt für eine spätere Verwendung gespart werden. Man spare z.B. an Büchern, um SMS zu bezahlen, oder umgekehrt. Oder man spare an sozialen Ausgaben, um z.B. Wirtschaftswachstum [aus ideologischen Überzeugungen] “anzukurbeln”. Der Begriff Sparen wird sehr oft auch in diesem Sinne verwendet, auch wenn damit eigentlich [Ressourcen]Allokation gemeint ist.
Man(n) kann selbstverständlich auch für eine spätere Verwendung sparen, nur bei einer Volkswirtschaft würde es schlicht bedeuten, dass es in Gegenwart auf gewisse Aktivitäten verzichtet wurde (weil keine Finanzierung erfolgte). Wo soll hier bitte einen Zugewinn für die Volkswirtschaft entstehen, wenn etwas nicht gemacht wurde? Ok, in manchen Fällen wäre es möglicherweise sogar besser, etwas gar nichts erst zu tun, aber die “Lehren” gehen immer davon aus, dass dabei was gutes oder nützliches herausgekommen wäre.
Also Sparen in einer Volkswirtschaft kann nur im Sinne Ressourcenallokation gemeint sein. Geld sparen für die Zukunft ist Unsinn. Zumindest in dem Begriffsystem, dessen sich Hr. Flassbeck bedient.
Den Menschen in ihrem überwiegenden Anteil ist es eigentlich völlig egal, in welchem Politsystem sie leben, sie wollen nur ein menschliches Leben führen und ihren eigenen Interessen nachgehen. Masseninteresse zur Politik wird nur dann erweckt, wenn sehr viele merken, dass ihnen ziemlich beschießen geht. Oder merklich beschießener als vor einigen Jahren. Dann fängt eine Ursachenforschung an und werden “die Schuldigen” ermittelt, die gut [be]greifbar sind - Hexen, Ketzer, Juden, Kommunisten, Muslime, Emigranten, etc.pp.
@Peinhard, #82
Mit politischem Willen habe ich politisch organisierten Willen gemeint - Parteien (im klassischen Sinne), Verbände und andere Interessenvertretungen, die ihren Anteil an der Macht haben bzw. ihren Interessen und Druckmitteln bewusst sind. Was die ‘Mehrheit’ anbetrifft, so wäre die neoliberale Propaganda in letzten Jahren nicht so intensiv gewesen, wenn ihr ‘Willen’ ganz unbedeutend wäre.
Tue ich nicht. Das Verhalten der Menschen (auch en masse) ist immer situativ, auch wenn kulturbedingt. Menschliche Natur bleibt mMn sehr konstant. Hätten Europäer keine praktische Erfahrung mit dem Faschismus gemacht, so könnte der klassische Faschismus auch ggw. sehr populär und hoffähig werden. Aber gegen neuartige Totalitarismen sind Menschen en masse durch diese Erfahrung nicht immun geworden.
Ich würde zufügen, dass beides notwendig ist - zwei Seiten einer Medaille.
Es ist gar nicht so einfach, kooperatives Verhalten den Menschen auszutreiben. Von daher wird konkurrentes Verhalten so massiv eintrainiert und als einzig wahre eingehämmert - auch eine Art totalitäre Propaganda.
:)
Darauf bin ich schon mal gekommen, dass es die ehrlichste und sicherste Implementierung verschiedener ideologisierten Konzepte des Grundeinkommens wäre. Hab mich schon paar Mal hier dazu geoutet.
Das würde auch als Nebeneffekt den Staat dazu anhalten, sich aus den gewinnorientierten Spielereien mit Grundversorgung herauszuhalten und sogar mittelbar Interessen der Endverbraucher zu vertreten.
Monetäre Systeme lassen sich immer “hacken”.
Es kommt drauf an, wie man eben dieses Wachstum auslegt - so einfach und eindeutig ist der Begriff keinesfalls. Dieses Beharren auf Wachstum hat mir auch schon sowohl bei A. Müller a.a. bei Flassbeck Bauchkribbeln besorgt.
Jep, 100% d’accord!
@ COPOKA (#94)
insofern schon, da mit absichtlichen reizworten unser bewußtsein kognitiv beeinflußt wird.
wenn heutzutage täglich 90% der medienwelt von einer nicht vorhandenen inflation daherlabern oder wie die EZB geld in den markt ‘pumpt’, steckt sehr wohl eine desinformationsabsicht dahinter, die man gut und gerne auch verschwörung (gemeinsame täuschung) nennen darf.
diese täuschung findet auch einen besonderen anklang in der werbung. ob das der berühmte baustoffhandel mit seinen 20% sparen ist (wenn man eine bohrmaschine kauft, wird nichts gespart, sondern ausgegeben) oder die sparkasse an der ecke, die damit damit wirbt, dass ‘ihr geld für sie arbeitet’.
den heise-artikel dazu lese ich mir später noch durch, aber ich möchte zuvor noch auf einen mir sehr wichtigen aspekt bezüglich kognitiver systeme zu sprechen kommen, den du schon angeschnitten hast: dogmen.
es kann keine anerkannte wissenschaft geben, wenn diese auf dogmen beruht. man kann von annahmen ausgehen und auf diesen annahmen eine model errichten, das man allerdings experimentell (sprich: praktisch) empirisch beweisen muss, um nachzuweisen, dass die annahmen korrekt sind.
sonst könnten wir auch neben den sog. wirtschaftswissenschaften die theologie als wissenschaft einführen und die christen, moslems, juden, hindus, spermagnostiker usw. hätten alle recht aufgrund ihres schieren aberglaubens, der nicht nachweisbar ist.
und genau darum geht es mir in dieser diskussion: dass die grundannahmen unserer wirtschaftsauffassung falsch sind, da diese auf unendlichem wachstum beruhen (und anderen dingen, die hier aufzuführen wieder den rahmen sprengen). auch jens hat dies ja mittlerweile eingesehen.
nun noch ein beispiel zur BWL, die uns lehrt, dass man die maximale ausbeute erzielen soll. das bedeutet im grunde, dass nachhaltiges wirtschaften unmöglich wird. z.b. sollte man laut dieser auffassung einen see komplett leerfischen, statt einen restbestand zu belassen, dass die fischpopulation auf dauer konstant bleibt und eine konstante ausbeute überhaupt erst ermöglicht. es wird also von quartal zu quartal die maximale RENDITE betrachtet.
ich kann doch auch nicht in der physik von einem perpetuum mobilae sprechen und dabei die ständige energiezufuhr vernachlässigen. und auch insbesondere in der physik unterliegen viele wissenschaftler dogmen.
die VWL und BWL sind damit in jeglichem ökonomischen sinne wertlos, da sie auf der ausbeutung des großteils der menschheit aufgebaut sind. sie sind wider die natur - und auch der natur von uns menschen (von der so gerne gesprochen wird).
und genau aus diesem grunde gilt es auch immer zu hinterfragen, was die genauen interessen sind, die dahinter stehen? cui bono?
allokation != sparen, da das geld trotzdem ausgegeben wird. sparen wäre in deinem beispiele: auch auf die sms zu verzichten.
die dogmen, um präzise zu sein. dazu fällt mir die sehr sinnvolle investition des transrapids ein oder der vor einem halben jahr in chemnitz abgeschlossene bau auf dem südring. ein verkehrstechnischer irrwitz sondergleichen. hauptsache: ausgaben erhöht und der volkswirtschaft zugeführt. egal, was dabei rauskommt ;) es gibt sicher noch bessere abstruse beispiele, die nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnfrei sind.
natürlich, da unser system nicht auf sparen ausgelegt ist, sondern auf ständiger und immer höherer verschuldung. ein zirkelschluß, wenn man so will. d.h. aber auch, dass der staat doch nun mal eben 2 billionen euro neuverschuldung machen darf, um das system zu retten. für die spätere zinsbedienung werden wieder paar milliarden oder billiönchen aufgenommen - wen juckts? sparen ist halt unsinn.
dazu übrigens ein sehr interessanter vorschlag innerhalb des system, der natürlich keine beachtung finden darf ;)
darüber ließe sich streiten. so könnte es genausogut die machtlosigkeit gegenüber der aktuellen politik sein, die das politische desinteresse erzeugt. ganz im sinne: “typhus oder cholera? mir egal.”
Ja tar da hast du recht! Ich habe nicht gleich verstanden worauf du hinaus willst. Hier ein gutes Video zum Thema Geld und wie es entsteht.
infokrieg....
“Hast Du auch schon brav deren Nahrungsergänzungtabletten gekauft, die man ja nun braucht, da die Tomate nicht mehr so nahrhaft ist?
Guadelupe hat Besseres!
zb: Leindotteröl aus eigener kaltgepreßter Herstellung. Bereits für ab 6 (Guadelupe)Rheingold erhältlich. Gesundsein.net bietet aber eine große Auswahl an Produkten, die allesamt sehr gesund sind. Und ganz sicher besser als unkaputtbare Tomaten. Wer gerade keine Rheingold oder alte Euro zur Hand hat, kann bei Gesundsein.net auch mit Gold (e-gold) bezahlen.
Würde mich nicht wundern wenn Gesundsein.net in der Bäckerblume der Pharmabranche inseriert.
soeben den neuen Text von Hickel gelesen
“Keynes wiederentdecken und weiterentwickeln:
Theoretiker Kasinokapitalismus”
memo.uni-b...
noch ein interessanter Beitrag zur theoretischen Diskussion
“Marktwirtschaft schlägt Kapitalismus”
“Nach ihm (Arrighi) kann Smith nämlich entgegen dem verbreiteten Schulbuchwissen keineswegs als der Verfechter des Kapitalismus schlechthin angesehen werden. Vielmehr sei der Theoretiker der »unsichtbaren Hand« ein Anhänger einer »stationären« und damit nichtkapitalistischen Marktwirtschaft gewesen. In dieser habe weder eine Zentralisierung des Landbesitzes noch der industriellen Entwicklung hin zu einer den Staat dominierenden Kapitalistenklasse samt expansiver »endloser Akkumulation« stattfinden können. Diese Form der Marktwirtschaft habe Smith im China seiner Zeit als nahezu verwirklicht angesehen. So ist für Arrighi dann auch die Existenz von Märkten keineswegs identisch mit der des Kapitalverhältnisses. Im Gegenteil: Erst die Dominanz von mächtigen Kapitalisten, Staat und Militär habe eine »unnatürliche« Akkumulationsdynamik in Gang setzen können. In der Folge konnte der zunächst vornehmlich britische und später europäisch-nordamerikanische Industriekapitalismus sich die Welt unterwerfen und die »große Divergenz« zwischen den verschieden entwickelten Weltregionen etablieren.”
neues-deut...
hat jemand schon etwas von Arrighi gelesen?
Ich halte das für genauso naiv wie den Wunsch, in die Zeit des Nachkriegsbooms und seiner größeren ‘Verteilungsspielräume’ zurückhupfen zu wollen - nur dass der Satz, den Arrighi machen will, noch weitaus größer ist.
Von Flassbeck lesen wir unterdessen:
“Spekulatives Geld ist ein unglaubliches Systemrisiko”
nachdenkse...
Leider nur vergisst er (oder will es nicht sehen), dass Geld immer ’spekulativ’ unterwegs ist, auch und gerade in der sogenannten ‘Realwirtschaft’. Und wiederholt so auch nur die Mär vom ’schaffenden und vom ‘raffenden’ Kapital, für deren Haltlosigkeit man im übrigen auch keinen ’strukturellen Antisemitismus’ bemühen muss.
Die aufgezeigte Argumentation macht mehr Sinn, als es einem lieb ist, es reizt mich wirklich, dieses Buch zu kaufen.
Da dreht sich einem ja der Magen um, selten so einen M….gelesen. Die Aussage ist doch völlige Illusion. Die Menschheit tut doch alles, um die Arbeit loszuwerden (Stichwort:Roboter), es wird gerade das Gegenteil passieren.