Die CDU, ein dummer Bengel und das Klassenwahlrecht
26. Mai 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Wenn CSU-Chef Erwin Huber tönt, es dürfe nicht sein, dass das höchste Amt im Staate mit den Stimmen von Verfassungsfeinden gewählt würde, so spielt er dabei nicht auf die CDU an. Was erstaunlich ist, sitzt in deren Bundesvorstand, doch ein Politiker, der das allgemeine Wahlrecht gegen ein Klassenwahlrecht ersetzen will – verfassungsfeindlicher könnte ein Vorschlag kaum sein. Dem Vorsitzenden des CDU nahen reaktionären Studentenverbandes RCDS Gottfried Ludewig, der auch Mitglied des CDU-Bundesvorstandes ist, bereitet ein „Problem“ besondere Kopfschmerzen – wie kann man das deutsche Politiksystem so abändern, dass die „Leistungsträger“ davon noch mehr profitieren? Als Lösung dieses Problems, ersann er eine Wiedereinführung des Klassenwahlrechts, in dem die Wahlstimme der Klasse der „wertvollen Bevölkerungsmitglieder“ - also diejenigen, die arbeiten - doppelt so viel zählt, wie die Stimme der „nicht wertvollen Bevölkerungsmitglieder“, zu denen Ludewig Rentner und Arbeitslose zählt.
Das allgemeine Wahlrecht scheint ihm ungeeignet zu sein, wird es doch von Jahr zu Jahr schwerer, die „minderwertigen Elemente“ der Gesellschaft davon zu überzeugen, die Parteien zu wählen, die eine Politik betreiben, die sich einzig und alleine an den „Leistungsträgern“ orientiert. Wie merkte Edmund, König aller bajuwarischen Stämme, doch in einem anderen Zusammenhang an? Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber – und da trotz Bildungsmisere und Medienversagen die meisten Deutschen nicht so dumm sind, schwebt es Ludewig vor, dann halt das Wahlrecht zu ändern, da Arbeitslose und Rentner schließlich auch kaum etwas zum sozialen Ausgleich beitragen. Und wer nichts leistet, zählt auch nichts. Das Rentner “zu wenig” zum sozialen Ausgleich beitragen, könnte man freilich ändern, wenn die Finanzierung des Sozialsystems reformieren würde, so dass diese nicht nur an den Faktor sozialpflichtige Arbeit gebunden ist. Aber dies geht ja nicht, denn dann wären Ludewigs „minderwertige Rentner“ ja plötzlich Stützen der Gesellschaft. Rein statistisch gesehen, hat die Rentnergeneration nämlich eine wesentlich höhere Kaufkraft als Ludewigs „Leistungsträger“ zwischen 20 und 30 und stärkt den Staat über indirekte Steuern wesentlich – auch zahlt sie selbstverständlich in die Sozialsysteme ein, aber nassforsche JU-Bürschlein müssen sich um solch verwirrende Details natürlich nicht kümmern.

Viel schlimmer als die dümmliche Logorrhoe des christlichen Studiosus ist indes das Menschen- und Geistesbild, das hinter solchen Äußerungen steht und die Art und Weise, wie dies durch Medien rezipiert wird. Der 25jährige Ludewig mag trotz seines Postens im Bundesvorstand der CDU nur ein dummer Bengel sein, der eigentlich etwas hinter die Ohren verdient hätte und den man nicht ernst nehmen sollte. Nur steht er stellvertretend für eine heranwachsende neue Elite, die in einem antiegalitären Bewusstsein erzogen wurde und es völlig normal findet, dass es „wertvolle“ und „nicht wertvolle“ Menschen gibt. Wie weit ist es da zum “menschlichen Müll”?
Ludewig sollte als Bundesvorstand der größten Volkspartei auch dem Grundgesetz und dessen Vorgeschichte verpflichtet sein. Viele Menschen haben ihr Leben lassen müssen oder wurden ins Gefängnis gesperrt, um eine Verfassung zu erkämpfen, die ein Wahlrecht beinhaltet, das vorsieht, dass ein jeder, ohne Ansehen der Person, des Standes, der Herkunft, der Religion oder des Geschlechtes die gleiche Stimme hat. Ludewig und seine Geistesgenossen stehen nicht für Demokratie, nicht für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sondern für den reaktionären Widerpart. Hörte man aus den Reihen der CDU eigentlich bereits eine Stimme, die den Rücktritt ihres Bundesvorstandsmitgliedes forderte? Eine Pressestimme, die dies forderte? Jeder Kreistagsabgeordnete der LINKEn wäre bei einem verfassungsfeindlichen Vorstoß dieser Qualität von den Medien auf dem medialen Scheiterhaufen verbrannt worden – aber bei einem blasierten Jüngling aus dem Bundesvorstand der CDU herrscht lautes Schweigen. Aber nicht nur das, die BILD-Zeitung beschreibt diesen Vorstoß, die Verfassung zu brechen, wertneutral bis anerkennend als „kühn“, n-tv erdreistet sich gar, ihn als “originell” anzupreisen, geradeso als ginge es nur um einen etwas unkonventionellen, aber durchaus gangbareren Alternativvorschlag. ARD-Talk Enfant terrible Anne Will verschafft ihm durch eine Einladung unnötige Anerkennung und der SPIEGEL findet den Vorschlag zwar „absurd“, geht aber über die laue Kritik der zugrunde liegenden AFP-Agenturmeldung auch nicht hinaus. Kein Nachrichtenmedium erwähnt übrigens, dass Ludewig im Bundesvorstand der CDU sitzt – stattdessen wird er als Jungspund dargestellt, der auch schon mal über das Ziel hinausschießen darf, wenn es denn nur um die Sache geht. Und da die Presselandschaft dies nicht ausspricht, oder nicht aussprechen will, erschallt die Forderung halt nur aus der irrelevanten Blogosphäre: „Herr Ludewig – treten Sie zurück und zwar sofort“!
Jens Berger
Zu diesem Thema:
Oeffinger Freidenker: Auf in den Geldadel!
Feynsinn: Die Welt der Wahrheitsproduktion
Duckhome: Wenn ich das schreibe was ich über den RCDS denke …
Carls Weblog: Frauen wählen die Hälfte
Bildnachweis: Montagen Spiegelfechter (CC), RCDS
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Danke.
Klingt wie ne Antwort auf ne Frage von mir. ;–)
Da bleibt mir glatt die Spucke weg….
gruß, Frank
“Der 25jährige Ludewig mag trotz seines Postens im Bundesvorstand der CDU nur ein dummer Bengel sein, der eigentlich etwas hinter die Ohren verdient hätte …”
Schick den B****** hier vorbei, ich erledige das mit Lust und Schmackes!
In der Tat ist dieser Ludewig noch ein Jungspund, der einfach noch nicht versteht der Bevölkerung etwas diplomatisch vorzugaukeln. Stattdessen spricht der das noch aus, was er alles an schlimmen Dingen durchsetzen würde, oder zumindest gerne sehen würde. Mich wundert es allerdings das es diesem Mann noch nicht aufgefallen ist, dass er in einer christlich geprägten Partei versucht seine Brötchen zu verdienen. In disem Falle müsste man ihn daran erinnern, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Schwaches Gedächnis. Gefährlich finde ich es allerdings im besonderem, dass solche Menschen bei dieser Ungleichmacherei nicht weit von einer Disskusion über sogenanntes unwerten Lebens entfernt sind. Und das hatten wir ja schon einmal. Also schließe ich mich an, ein Rücktritt ist wohl unvermeindlich.
@Verbindulix:
Da hast Du was falsch verstanden :-)
Vor Gott sind alle gleich = Wenn Du tot bist, bist Du Gleich!
Nur ein toter Sozialhilfeempfänger ist ein guter Sozialhilfeempfänger (dito Rentner).
@all
Ich habe mir erst gestern wieder den Film Soylent Green (Jahr 2022 … die überleben wollen) angeschaut und mir schwant es immer mehr, dass eine solche Story (unter anderen Rahmenbedingungen) auch im Deutschland des Jahres 2022 keinesfalls ausgeschlossen wäre.
solche Leute sind ein Grund mehr unsere Verfassung vor den Politikern zu schützen. Ich plädiere immer noch für den Volksentscheid bei Verfassungsänderungen.
Mir haben Leute erzählt, wir würden in einigen Jahren ein “3.-Welt-Land” sein. Eigentlich glaube ich nicht daran… aber politisch gesehen sind wir es jetzt schon.
Die RCDS sollte mal von der Verfassung beobachtet werden…
Zum letzten Satz in dem Artikel kann ich nur sagen, typisch Deutschland. Was heisst hier zurücktreten?? Dieser Milchbart (der noch nie wat geleistet hat) gehört mit einem Fußtritt aus dem Amt getreten, ohne Geld und Sachbezüge. Das gilt im übrigen für alle Politiker in den Schwatzbuden Berlins und den Ländern. Irgendwie haben alle vergessen wer hier CHEF von WEM ist. Es wird hier Politik am Volk vorbei gemacht, ja eigentlich scheissen die auf uns, und beweihräuchern sich auch noch selber. Man sieht doch was denen die Menschen, die Demokratie, das GG, die Verfassung überhaupt wert sind, NÄMLICH GAR NIX!!
Sie beschliessen etwas ohne es wirklich durchgelesen zu haben (SIEHE EU-VERTRAG), geschweige sich damit beschäftigt haben, und begehen LANDESVERRAT. Natürlich kommen sie dann auch mal mit unglaublichen Vorschlägen aus sämtlichen Richtungen, um alles was wie oben geschrieben erkämpft wurde, auszuhölen oder abzuschaffen. Da kann ich langsam nicht mehr vom Rücktritt, sondern vom Arschtritt und Knast sprechen. Es ist ja langsam nicht mehr auszuhalten, was diese Verbrecher dem Volk antun bzw zumuten wollen!
….und ganz ehrlich, wenn die so weiter machen, dürfte es bald nicht mehr lange dauern, BIS ES KNALLT. Denn noch können wir (das Volk) uns auf den § 20 GG berufen. Man habe ich eine Stinkwut auf dieses PACK…..
Soilent Green - Oh my God!
Dann solltest Du jetzt schleunigst den hier gucken, um Dein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen ;)
Das Ende ist zwar auch eher bitter, aber immerhin gibts vorher noch “poulet”, statt gruener Kekse.
;-)
ein paar Infos zu diesem neuen Star rechtskonservativer Demagogie
perspektiv...
der Stoff, aus dem unsere ‘Eliten’ gemacht sind
Mich wundert die Überraschung, denn das Bürschchen spricht in seiner Dumpfheit nur aus, was unsere “Herren” seit langem denken.
Man denke nur zurück an Stoibersche Blüten wie “Unzufriedene wählen”. Das läßt tief blicken. Oder auch die jeweiligen Rechtfertigungen von VOLKSVERTRETERN(Handelsmarke) zu niedrigen Wahlbeteiligungen oder Verlusten:
- Das Wetter war zu schön.
- Das Wetter war zu schlecht.
- Wer nicht wählt, wählt rechts.
- Wer nicht wählt, wählt links.
- Die Deutschen sind zu zufrieden und glauben, es wäre nicht notwendig, die Demokratie an der Wahlurne zu festigen.
- Die Probleme der Globalisierung haben Politikverdrossenheit hervorgerufen.
- “Unpopuläre, aber notwendige Maßnahmen” haben das Wählervotum beeinflusst.
- Die anderen sind Bauernfänger.
- Die Deutschen haben schlecht gewählt.
usw.
Nicht einer der Sprüche ist erfunden und sie sprechen eine klare Sprache: Das Wahlvieh soll gefälligst spuren, ansonsten wird dagegen vorgegangen.
Interessant auch die Einführung von Wahlcomputern, die mehr kosten, keinerlei Zeitgewinn bringen, aber dafür eine Überprüfung einer Wahl zu 100%iger Sicherheit ausschließen. Die Systeme, die in den Niederlanden zu Recht wieder abgeschafft wurden, wurden hier neu eingeführt. Getestet von (kein Witz!) der PTB, die allerdings nicht den Source Code sichten durfte.
Diese Maschinen bringen bestenfalls genau zwei Vorteile:
- Sie ermöglichen eine nicht nachweisbare Manipulation der Wahl.
- Es gibt Gelder oder Aufsichtsratsposten von den Herstellern.
Ich finde die Sprache deutlich und denke, dass das Mehrklassenwahlrecht in absehbarer Zeit eingeführt wird, denn es könnte sonst trotz Wahlcomputern die falsche Partei gewählt werden.
Bei wirklich wichtigen Entscheidungen wie dem Euro, der EU-Verfassung, dem Afghanistaneinsatz etc. wird mittlerweile sowieso peinlich darauf geachtet, nicht etwa vom Wählerwillen gestört zu werden.
Bei Anne Will hat der Bengel zumindest ne ordentliche Watschen bekommen, vor allem vom Heiner Geissler. Bei Geissler frage ich mich immer mehr, wo er ja scheinbar der Talkshow-Vertreter seiner Partei schlechthin ist, warum der so offen linke Positionen vertreten kann, die mit dem Parteiprogramm ja so gar nicht kompatibel sind ohne irgendwelche Wellen zu schlagen. Gestern hat er doch klar und deutlich sich für einen Mindestlohn ausgesprochen und auch seine sonstigen Kommentare könnten genau so gut von Oscar Lafontaine stammen. Ich mag den Mann zwar und klasse wie er die Ekelwelle gestern als Soziopathen und Denunzianten geoutet hat, aber letztendendes betreibt er Wählerfang mit linksliberalen Ansichten und gibt der CDU ein falsches Gesicht. Politiker linker Parteien würden jedenfalls gleich ne große Headline bei SPON bekommen, wenn sie sich so offen gegen das eigene Programm stellen.
So Unsympathen wie Glos, Schäuble und auch dieser Ludewig sind doch zumindest deutlich charakteristischer für die Politik dieser Partei. Wer heutzutage selbst Mindestlöhnen unter 7€ verhindert, betreibt doch Lobbypolitik auf kriminellem Niveau und sorgt aktiv dafür, dass Unternehmen die Löhne weiter kürzen, um konkurrenzfähig gegen Lohndumper zu bleiben. Das ist ja keineswegs arbeitgeberfreundlich, sondern nachfragefeindlich und armutsfördernd hoch drei. Die Zeche zahlt der Mittelstand, den die Partei angeblich vertritt.
@Anindo
Yep, genau so sehe ich ihn auch. Bemerkenswert, wie er eine konservativ-ethische Linie vertritt, heuchlerisch, dass er damit für die CDU wirbt. Ich schätze übrigens auch Wimmer und den ollen Gau
leiterweiler - beide vertreten zwar beileibe nicht meine Positionen, sind aber ehrliche Konservative, die sich nicht von ihren Parteioberen bevormunden lassen.Es lohnt gar nicht mehr, sich über solche Leute aufzuregen, siehe die Ergebnisse der CDU bei den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein:
CDU minus 12,2%.
Deutlicher die Ergebnisse in Lübeck: von 50% auf 25%.
Auch ein Ludewig wird seine Karrierechancen relativieren müssen; von den großen Politbonzen mal ganz abgesehen.
Bei allem medialen Linke-, SPD-, und explizitem Beck-bashing:
Warum verliert in erster Linie die Union?
Will sich das dumme Wahlvieh etwa nicht mehr planmäßig manipulieren lassen?
Die Wahlergebnisse in Schleswig-Holstein machen Mut und lassen auf einen heißen (bayrischen) Herbst hoffen.
@Spiegelfechter
Ethisch schon, aber wenn der Geissler noch als konservativ durchgeht, bin ich es auch:
“Die Globalisierung läuft völlig schief. Sie hat ein Wirtschaftssystem geschaffen, in dem Hedgefonds unkontrolliert arbeiten können, sogenannte Geier-Fonds riesige Gewinne auf Kosten hochverschuldeter afrikanischer Länder machen und in dem der Börsenwert eines Unternehmens umso höher steigt, je mehr Arbeitnehmer wegrationalisiert werden. Ein solches Wirtschaftssystem ist krank, unsittlich und ökonomisch falsch.”
“Wir brauchen ein ethisches Fundament unserer Politik. Wir können nicht mehr denjenigen folgen, denen die Gier nach Geld die Hirne zerfrisst. Wir brauchen Konzepte für eine internationale sozial-ökologische Marktwirtschaft, für international verbindliche Regeln. Und dann brauchen wir dafür Mehrheiten.”
“Der Kapitalismus ist genauso falsch wie der Kommunismus. Er kennt keine Werte jenseits von Angebot und Nachfrage. Die Kommunisten haben versucht, den uralten Konflikt zwischen Kapital und Arbeit zu lösen, indem sie Kapital und seine Eigner eliminierten. Der Kapitalismus liquidiert die Arbeit und die Arbeitnehmer.”
zuender.ze...
@Anindo
Warum? Konservativ heißt bewahrend, das ist so ziemlich das Gegenteil von unseren neoliberalen “Reformern” … schon im Wortsinn ;-)
Nimm die GRÜNEN als Beispiel (mal wertneutral) - sie sind eigentlich konservativ, mittlerweile sogar zu 100%, da sie auch die Entwicklungen, die durch 69 gekommen sind, bewahren wollen und ihren Besitzstand so und so und die Natur natürlich auch, aber das wollen ja alle.
@KS:
Bitte hinten anstellen, nicht drängeln, jeder kommt dran!
Gruß,
@Spiegelfechter
Im Gegensatz zu fast allen gegenwärtigen Real-Politikern scheint mir der Heiner aber schon eher mit revolutionären Ideen zu sympathisieren als mit Flickwerk in Form von Sozialreförmchen. Konservativ mag da das Motiv sein, aber die Forderungen an Politik und Gesellschaft klingen doch eher nach einer Art von Neo-Sozialismus auf marktwirtschaftlicher Basis.
Teuschland, du sehr krank, du kaputt, du am Arsch.
Dass C-Parteien ein Sammelbecken für faschistoide Soziopathen ist, ist bei Gott keine wirklich neue Erkenntnis.
Was mich allerdings immerwieder verblüfft - wie kommen nun die imbezilen Jungchristen und aufsteigende “Entscheidungsträger” darauf, dass sie irgendwie ‘wertvoller’ sind und überhaupt etwas positives für diese Gesellschaft leisten? Nur weil sie sich mit ihrem katholisierten Weltbild bis zum Vorstand vorgeleckt hatten und mit ganz großen Hunden paarmal pissen gingen?
@barnabas, #15
“Die Linke” zieht in den Bayerischen Landtag ein :))
@Anindo, #19
Sind dafür nicht die die-linke.... zuständig?
Oder haben die immernoch was gegen Marktwirtschaft? Ist mir nicht aufgefallen.
meiner Meinung nach ist das ein PR-Coup-Versuch; der hat den Auftrag erst mal ins Gespräch zu kommen, damit man den Namen im Hinterkopf hat, und in ein paar Jahren macht der bei der CDU Karriere. Dann ist er natürlich nicht mehr der junge Wilde, sondern hat ausgelernt.
@COPOKA #21
wenn es denn wenigstens ein katholisches oder christliches Weltbild wäre, dann hätte er sich weder bis zum Vorstand vorgeleckt, noch hätte er so einen Spruch abgelassen…. das “C” ist doch die größte “Verar…..e”.
Guter und wichtiger Artikel, Cheffe! Auf solch krasse Entwicklungen muß Nachdruck aufmerksam gemacht werden, bevor wir wieder das Dreiklassenwahlrecht oktroyiert bekommen :-(
Übrigens noch eine Preisfrage: Warum habe ich wohl schon früher ein “…2022″ in meinem Nick geführt? *gg*
Gruß von der faulen Säzzerin
@hannilein
*grübel*
Darauf bin ja noch gar nicht gekommen ;-)
“meiner Meinung nach ist das ein PR-Coup-Versuch; der hat den Auftrag erst mal ins Gespräch zu kommen, damit man den Namen im Hinterkopf hat, und in ein paar Jahren macht der bei der CDU Karriere. Dann ist er natürlich nicht mehr der junge Wilde, sondern hat ausgelernt.”
Das bringts auf den Punkt. Sehe ich uebrigens genau so. Die Forderung selbst ist einfach nur laecherlich.
@Spiegelfechter:
Hehe, den hast Du ja schön erwischt. Der hat nicht nur versucht sich durch die Mainstreampresse in‘s Gespräch zu bringen, sondern es auch geschafft…
Aber zwei Dinge noch:
1. Beim nächsten mal frag ruhig nach Informationen über den Sauhaufen den die hier so hochtrabend Technische Universität nennen. Mich wundert es wenig das so eine „Geistesgröße“ ausgerechnet in der Wiege Demokratie leichtes Spiel hatte ;-)
Die Leute die an der Berliner TU als „Links“ bezeichnet werden, sind nämlich in Wirklichkeit ein gänzlich unorganisierte Haufen von (oft prügelsüchtigen) Spinnern. Das einzige was die können ist entweder bockig aufstampfen, wenn Autokraten ihnen ihr lieblich Leben versalzen. Oder als sinnentleerter sog. „Schwarzer Block“ aufzutreten (falls sie die Demo auch mal alle finden), um z.B. meinen Nachwuchs davon zu überzeugen, dass die von Demokratie (und vor allem deren Umsetzung) noch weniger verstehen, als z.B. der Parteivorstand der NPD! So geschehen auf der fast gänzlich zweckentfremdeten Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung am 22. September in Berlin. Hier der Link zu unserem damals erlebten:
verstecken...
(Wenn Du ein Foto von eigekreisten Randalierern haben möchtest, oder anderen Peinlichkeiten, sag Bescheid)
2. Manchmal habe ich das Gefühl das diese Sorte Leute wie dieser Ludewig nicht nur immer mehr werden, sondern das sie auch irgendwie auf dem Weg sind zu gewinnen. NISM, der Bürgerkonvent, eine wiedererstarkende NPD (siehe hier: npd-blog.i...). Wenn ich mich hierzulande so umsehe, scheint es mir immer mehr so als wolle der Großteil der Bevölkerung tatsächlich bevormundet und gegängelt werden. Kaum einer hat die Geduld auch mal komplexe Ideen und/oder Projekte zu kommentieren. Alle gackern nur wie aufgeregte Hühner herum ohne sich darüber klar zu werden, dass sie wie diese Gegner der freiheitlich rechtsstaatlichen Demokratie sich miteinander vereinen müssen, um zu verteidigen was noch zu verteidigen ist. Woher kommt das? Ist das wirklich der besserwisserische Deutsche Michel der noch auf dem Weg zum Galgen der neoliberalen Volksverhetzer seine rund 80 mio. Leidensgenossen fragt: “Was können wir schon tun?”?
Gruß
@7s: Möglich, wahrscheinlich, dass es sich um PR handelt. Schlechte Presse ist ja besser als gar keine. Das schließt allerdings nicht aus, dass der Bengel sagt, was er denkt.
Erschreckender als das Statement dieses cerebralen Einzellers finde ich hingegen die verharmlosend-zustimmende Reaktion der Presse. Die ist nicht mehr mit PR entschuldbar. Die wissen, was sie schreiben. Offenbar knallt ein signifikanter Teil des Kleinbürgertum durch, wenn es seinen Fressnapf bedroht sieht und hat sich daran gemacht, die parlamentarische Demokratie zu demontieren.
Meine These: Bürgerrechte stehen dem Sozialabbau im Weg, daher die permanenten Vorstöße und verschärfungen in Sachen “Innerer Sicherheit”. “Terrorismusbekämpfung” als Vorwand soll das verschleiern.
@ #25, Cheffe:
Da siehste mal, was Du alles so verpasst, wenn Du nicht regelmäßig mit der Säzzerin schäkerst :-P
“Soylent Green” ist übrigens eine meiner “Lieblingsdystopien” (ich sah mich bereits als Kind in der Rolle von Edward G. Robinson…), wobei ich mich immer noch furchtbar ärgere, daß ich nicht - wenigstens in meiner “SciFi-Phase” - auch mal die Romanvorlage von Harrison gelesen habe.
Du schuldest mir aber immer noch eine Antwort auf meine “Preisfrage”: Warum wohl habe ich damals “2022″ als “Ergänznik” (kein Rechtschreibfuhler!) gewählt? Deine Vermutungen kannst Du mir getrost auf de “privaten Wegen” zukommen lassen - das Forum ist ja eigentlich nicht für so private Unterhaltungen gedacht ;-)
Achja, der “Preis”: Einmal lecker bekocht werden, sobald Du hier vorbeischaust; wahlweise einen Ausflug in die örtlichen Kulturarchive :-D
“Mahlzeit!”, meint
das hannilein
Ich hab ja in meinem blog schon den Vorschlag gemacht, dem Ludewig und dem Glos eine Eingliederungsvereinbarung zur Rückführung in die Demokratie zu verpassen.
Den Verfassungsschutz aufzufordern, seine eigentliche Arbeit zu machen lohnt sich nicht mehr in diesem Land. Aber wer mehr zu diesem Antidemokrat wissen will, dem kann ich perspektive2010 empfehlen: da wird drüber berichtet, wie dessen Studentenverband die Asta daran hinderte, in der Berliner Uni das Heft zu übernehmen, nachdem und obwohl sein rechter Studi-Haufen abgewählt wurde.
Wenn also noch irgendwer Zweifel daran hatte, daß Ludewig ein wahrhafter Antidemokrat ist, der kann sich da eines Besseren belehren lassen.
Und P(r)ofa(na)lla fällt dazu natürlich nix ein, und unseren Lei(d)tmedien auch nicht. Die sind so was von peinlich.
@Michael Kostic
Da ich aus meiner eigenen Studienzeit die irrwitzigen und komplett sinnbefreiten Grabenkämpfe der rechten und linken Stupa-Gruppen kenne, habe ich dieses Thema ja auch komplett herausgelassen. Das ist alles Kindergarten hoch 10 (eigentlich der richtige Platz für einen Bengel wie Ludewig). Wie Dir nicht entgangen sein dürfte, habe ich die Vorwürfe der linken Studentengruppen weder erwähnt noch kommentiert, da ich über Politik und nicht über sinnsuchende Kinder schreibe ;-)
Er wurde bei Anne Will ja nicht nur von allen Seiten abgewatscht sondern auch noch vom Publikum ausgelacht. Also m.E. hat die Anne Will ihn vorgeführt und damit erledigt und nicht die “irrelevante Blogosphäre”. Welt und BILD haben den Vorschlag wertneutral behandelt. Das kommt in mein kleines schwarzes Springer-Hass-Buch. ;-)
Was mir ein bisschen Sorgen macht. Normalerweise kommen so abgedrehte Sachen von sehr alten Leuten, die sich vom Karrierestreben bereits verabschiedet haben. Das kann man bei ihm wohl eher nicht unterstellen. Ein Bsp. für die erste Sorte wäre ein Bundespräsident a.D. der bspw. sagt, “die Älteren” würden “die Jüngeren ausplündern“.
Aber offenbar glaubt das Bürchschen, dass die Äußerung ihm bei seiner Karriere nützt. Ich halte eure Debatte am flackern - und ihr helft mir später. Ich glaube, dass er es zuvor abgestimmt hat - zumindest mit den Freunden vom Konvent - vielleicht inklusive Döpfner.
Aber was steht nun dahinter? Wieso sagen die sowas? Wissen die nicht, dass Demokratie etwas mit freien, gleichen und geheimen Wahlen zu tun hat?
Vielleicht appelliert man so indirekt an “patriotische” Rentner (ist immerhin die Gruppe, der die CDU ihre Mehrheit verdankt). Nach dem Motto, wenn wir euch schon eine “Rentenerhöhung” geben - wenn wir euer Wahlrecht nicht einschränken - dann wählt wenigstens richtig. Der Weg des Verzichts ist der richtige - notwendig wären viel - viel drastischere Maßnahmen - schaut euch nur mal an, was unsere Jungen fordern. Wählt uns, damit wir das Richtige tun.
@Rudi
Na letztere schon gar nicht, aber dennoch Einspruch. Wir leben in einer öffentlich zelebrierten Trash-Kultur, in der “Doofsein” keineswegs die Karriere hindert, so sich diese im öffentlichen Raum abspielt. Für all unsere verblödeten Mitmenschen ist ein “Auslachen im Fernsehen” daher schon eher ein Adelsschlag … Bengel Ludewig ist nun ein “Promi”
Das C in CDU steht doch für Commerz. Christlich? Ha, guter Witz!
gruß, Frank
Was mich als Ausländer schon etwas wundert.
Es ist doch gerade die CDU, die bei Ausländern auf den dritten Artikel des Grundgesetzes pochen. Wenn sie jetzt konsequent wäre, dann müsste sie doch eigene Parteimitglieder, die diesen Artikel ablehnen, aus der Partei schmeissen.
“Wir leben in einer öffentlich zelebrierten Trash-Kultur, in der “Doofsein” keineswegs die Karriere hindert”
Mal rein menschlich betrachtet. Das Auslachen war schon hart. Aber klar, das Bengelchen hatte seine fünfzehn Minuten Ruhm. Vorher kannte ich weder ihn noch seinen reaktionären Jugendverband.
Vermutlich ist es für die neoliberale Rechte notwendig (mit Unsinn) zu provozieren, um medial wahrgenommen zu werden. Politisch nennt man das respektvoll Kampangenfähigkeit.
Den Vorschlag in seiner Absurdität darstellen und mit “Doofsein” erklären ist mir aber zu einfach.
Inhaltlich - und vom Stil her - ist die Kontinutät zur Herzog-Debatte um die Rentnerdemokratie kaum zu übersehen. Aber mit welchem Ziel hat sich der Geldadel die Alten als Opfer gesucht? Divide et imperia? Das Bengelchen als nützlicher Idiot? Soll die Kampflinie verschoben werden?
@ Mile
1. Deine Deutschkenntnisse sind hervorragend.
2. In Artikel 3 Absatz 3 GG steht nichts von Alter oder Vermögenswerten/Einkommen. Vermutlich ist das deshalb ein Freibrief.
Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
@Mile
Zitat “Wenn sie jetzt konsequent wäre, dann müsste sie doch eigene Parteimitglieder, die diesen Artikel ablehnen, aus der Partei schmeissen.”
Nicht ganz, Mile; konsequent wäre Herrn Ludewig dem Strafrichter vorzuführen.
Da will jemand die freiheitlich demokratische Grundordnung abschaffen, fordert die Wiedereinführung des Klassenwahlrechts. Solche Äusserungen sind nicht durch die sogenannte Meinungsfreiheit geschützt.
Seine Forderungen oder wie er selbst es nennt “einen Diskurs anzuregen”
um die Grundlagen der verfassten Demokratie zu “erledigen”, und dass vor Millionen Zeugen darf nicht wegbaggatellisiert werden. Ich hoffe daß jemand gegen ihn Strafanzeige
erstattet.
@Frank
Ich denk auch das ist eine PR-Aktion, der eine Kampagne folgen wird. Wenn solcherart
reaktionäre und verfassungsfeindliche Positionen im öffentlich rechtlichen Fernsehen
ein Podium geboten wird, dann frage ich mich schon wie die deutsche Öffentlichkeit heruntergekommen ist. Vielleicht wird dort demnächst wieder über die Wiedereinführung der Todesstrafe diskutiert. Überraschend wäre das nicht mehr. Rechtsextremistische Forderungen sollen so diskussionswürdig (im Sinne von “Meinungsfreiheit) “gemacht” werden.
@
gefährlichen Banalisierungen auch noch ein Podium.
@ Carlo
Falls der letzte Satz auf mich gemüntzt war, ich meinte meinen Beitrag hierzu zynisch-resignierend.
Ich finde solche “Denk”ansätze wie von dem Jüngelchen schlichtweg zum K*tzen.
Irgendwie scheint die CDU (zumindest Teile) in letzter Zeit eine eher ungezwungene Interpretation des Grundgesetzes zu bevorzugen (Jung und seine Flugzeugpläne, Schäuble und die Überwachung, Mißfelder und die Rentner).
Btw kennt jemand diesen Film?
de.youtube...
In einem ihrer wenigen klaren Momente brachte Talk-Nudel Anne Will den Anführer der Burschenschaft in Erklärungsnot; gerade viele Stundierende würden ja nicht arbeiten und hätten dadurch nur das minderwertige Wahlrecht. Und ausnahmsweise musste ich einmal sogar spontan Guido Westerwelle applaudieren: „Man muss nicht aus jedem Studentenwitz eine Staatsaffäre machen.“ Aber so einfach ist es nicht – da hat Kommentator Jens Berger leider recht: „Nur steht er stellvertretend für eine heranwachsende neue Elite, die in einem antiegalitären Bewusstsein erzogen wurde und es völlig normal findet, dass es „wertvolle“ und „nicht wertvolle“ Menschen gibt.“ In zwanzig Jahre ist dieser Studentenwitz vielleicht in einem hohen Partei- und/oder Politamt: CDU-Vorsitzender? Ministerpräsident? Arbeitsminister? Das ist wirklich beängstigent.
S. auch den Kommentar zur Anne-Will-Sendung auf Readers Edition:
readers-ed...
@Anonymer Leser, #39
Folgender gefällt mir besser - Faschopropaganda à la Schäuble live: de.youtube...
@ anonymer leser
nein, ich denke das hat system, eine pr-kampagne kostet viel geld, mehr als wir alle in diesem blog wohl zusammen verdienen. (ich meine wirklich durch arbeit “verdienenen”). Dorten wird etwas angeschoben, um dorthin zu kommen wo unsere Eltern eigentlich schon mal waren.
Wer zurück zum Kaiserreich oder zum Faschismus will, muss klare Grenzen gezeigt bekommen.
Und wenn es sein muss mit der Waffe.
@anonymer leser
dieser film link ist erschreckend real…..so ist diese blase…sie will gewalt und zögert auch nicht sie auszuführen. wir sind viel zu brav oder friedliebend wie immer man das nennen will.
ich denke das der geistige dreck der aus den studentischen verbindungen kommt, mal gesondert in einem extrablog behandelt werden sollte.
jetzt macht mal halblang…irgendso ein dummer Jungspund gibt dummes Zeuch von sich…das passiert ständig….who cares!!
Als die gute niedersächsische Tante von den Linken die Mauer verteidigt hat, da wurde das an der Stelle hier auch nicht so ausgeschlachtet…
kriegt Euch wieder ein, die Type wird nich ernst genommen.
50% der Wähler von CDU/CSU sind Rentner…die wird die Parteispitze mit Sicherheit nich verärgern wollen ;)
grüße
schub
Ihr Artikel ist nett, jedoch völlig polemisch und Ihre Zitate erfunden. Geben Sie Quellen an, Schreibtischtäter.
“jetzt macht mal halblang…irgendso ein dummer Jungspund gibt dummes Zeuch von sich…”
Eben nicht, dieser Jungspund zählt zur Schöpfungskrone der Ellbogengesellschaft und wird es dank bester Verbindungen, im Gegensatz zu der DKP-Tante, noch sehr weit bringen.
@ R.Oberer
Ihre Bewertung ist falsch und provokativ. Übrigens: “Göbbels” (in Ihrem Blog) schreibt sich Goebbels. Aber Ihnen ist wahrscheinlich sehr wenig zu peinlich, oder?
Immerhin die FDP in ihrer Funktion als Retterin der Bürgerechte weist diesen Vorschlag empört zurück - und fordert vermutlich dasselbe wie immer: Neuwahlen.
@45
da sollte man schon differenzieren können: Dass der Betroffene ‘dumm’ ist, wage ich zu bezweifeln, ich halte ihn eher für einen gefährlichen Demagogen. Der junge Mann ist eben nicht irgend ein ‘dummer Jungspund’, sondern Vorsizender einer Studierendenorganisation und Mitglied des Bundesvorstands der CDU. Das bedeutet nicht, dass seine Aussagen allein deshalb mehr Beachtung verdienen würden als die anderer ‘dummer Jungspunde’; sie haben aber in unserem real existierenden öffentlichen Diskurs eine ganz andere Tragweite. Der Mann mag dummes Zeug reden - das tun unsere Massenmedien ja auch tagtäglich - und das bleibt auch nicht ohne Folgen. Es ist durch solche mit den massenmedialen Waffen der Propaganda verbreiteten Dummheiten, dass sich in Deutschland eine Nazi-Diktatur etabilieren, ein Weltkrieg ausbrechen und ein Genozid ohnegleichen verübt werden konnte. Der Skandal an diesen Aussagen und ihrer massenmedialen Rezeption ist ja, dass sie in dieser Gesellschaft mittlerweile wieder möglich sind, auch wenn ihnen in medialer Inszenierung widersprochen wird. Der Widerspruch ist Teil dieser Inszenierung. Der Träger wird zurechtgewiesen, lächerlich gemacht - aber seine Aussage und er selbst bleiben und wirken weiter.
Und der Vergleich mit der Kommunistin aus Nidersachsen ist abwegig: Diese hatte nicht im Sinne, die Medien zu benutzen, weder für karrieristische , noch propagandistische Zwecke, sondern wurde im Gegenteil von diesen im wahrsten Sinne des Wortes benutzt, mißbraucht und anschließend weggeworfen.
@46
welche Zitate sind denn erfunden? Bitte möglichst belegen
@46 R.Oberer
Natürlich ist der Artikel polemisch … was auch sonst? Das einzige Zitat, das ich verwende, ist von Stoiber und hinlänglich bekannt, so dass keine Quelle nötig ist.
@48 Schwitzig
Keep your hair on ;-)
Meine Güte, welch erboste Diskussion. Lasst uns doch einmal völlig sachlich diskutieren, Leute.
Also, der Vorschlag ist selbstverständlich völlig blödsinnig. Den Gleichheitsgrundsatz abzuschaffen, um ein absolut sinnloses 2-Klassenwahlrecht einzuführen, ist völlig anachronistisch. Wenn schon, dann sollte man ein modernes und gerechtes Interessen-Wahlrecht einführen, mittels Marktmechanismen wird dabei das Gewicht der einzelnen Stimmen anhand dem tatsächlichen Interesse der Menschen gewichtet. Dies könnte eine völlig neue Qualität der Demokratie erreichen.
In allen anderen Lebensbereichen haben wir ja mittlerweile ein solches marktgetriebenes, interessengebundenes Freiheitssystem. Warum nicht beim Wahlrecht?
Mein Vorschlag: Jeder Bürger erhält vor der Wahl 200 Euro Wahlgutschrift. Dieses Geld kann er entweder behalten und nicht wählen gehen, oder er kann zur Wahl gehen und einen Teil des Geldes zur Unterstreichung seines Interesses an der Wahl einzahlen, in dem Maße wird dann seine Stimme gewertet. Ein Mensch mit besonders hohem Interesse kann darüberhinaus auch weiteres Geld symbolisch spenden, um anzudeuten, wie wichtig ihm die eigene Wahl tatsächlich ist.
Auf diese Weise wird die unseelige kommunistische Gleichmacherei der Stimmen endlich abgelöst.
Wahlen waren doch eh nur ein Bonbon für den Teil der Bevölkerung der sich keine eigenen Abgeordneten leisten konnte
@Lago
Und in der Einleitung schrobst Du: “Lasst uns doch einmal völlig sachlich diskutieren, Leute.”? Wie passt das zusammen? Sachlichkeit fordern und dann einen offensichtlich nicht ernst zu nehmenden Vorschlag in den Ring zu werfen? Bist Du etwa Vorsitzender der JuLis? *lol*
“Lasst uns doch einmal völlig sachlich diskutieren”
“Auf diese Weise wird die unseelige kommunistische Gleichmacherei der Stimmen endlich abgelöst”
soviel zum Sachlichkeitsanspruch
Zu Geißler und seinen sog. “linken” Positionen und seinem “Neo-Sozialismus”
Ich halte diese Begrifflichkeiten in Bezug auf Geißler für irreführend, vielmehr noch für gezieltes PR-Wording seiner Gegnerschaft. Geißler erinnert daran, dass Gleichheit (aller Menschen vor Gott), Gerechtigkeit und Solidarität unteilbare Kernelemente des Evangeliums sind, also nichts anderes als abendländische Grundwerte der politischen Mitte! Wenn er fragt: “Ist denn heute schon jemand linksradikal, wenn er verlangt, dass auch beim Arbeitslosengeld die Lebens- und Arbeitsleistung eines Menschen anerkannt wird?”, dann spielen dabei Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit gleichermaßen eine Rolle. Das Prädikat “links” soll suggerieren, als ob sich Geißler aus der politischen Mitte herausbewege und lediglich Randinteressen abdecke. Tatsächlich sprechen sich über 3/4 der CDU-Wähler für einen Mindestlohn und die differenzierte Verlängerung des ALG1 aus - DAS ist Mitte, und es ist der Grund, weshalb Geißler unbehelligt als Talkshow-Abgeordneter auftreten darf: er soll Wähler ansprechen und nicht die elitäre CDU-Parteispitze (vergleichbares gilt für Karl Lauterbach und Ottmar Schreiner bei der SPD).
Dass Geissler dadurch Wählerfang für die CDU betreibt, finde ich angesichts der vorherrschenden Parteilinie bedauerlich, aber man muss auch sehen, dass durch ihn die Sozialausschüsse und der Arbeitnehmerflügel eine prominente Stimme bekommen und damit die innerparteiliche Opposition gestärkt wird - gegen Geißler lässt sich nunmal aus CDU-Kreisen keine Parteipolemik wie gegenüber Lafontaine betreiben, und inhaltlich hat die CDU-Spitze Geißlers Anregungen politisch oft nichts entgegen zu setzen.
@55
der meint es durchaus ernst - und sachlich ist mensch nur in dem Sinne, in dem er sich zur Sache stellt (stellen kann und/oder stellen will)
mensch könnte sich zB so zur Sache stellen, dass mensch zur Erkenntnis kommt, dass das demokratische Prinzip des Gleichheitsgrundsatzes bei Wahlen denjenigen zunehmend ein Dorn im Auge wird, wie es den Status Quo der politischen Machtverhältnisse gefährdet
@54 setzt in diesem Sinne den Diskurs fort, auf den Ludewig medienwirsam aufgesprungen ist, denn ähnliche Ideen gab es schon vor ihm - und dieser Diskurs wird mit dem gleichen Ziel fortgesetzt, scheinbar unterbrochen, dann wieder aufgenommen: Die Öffentlichkeit soll in einem scheinbar pluralen Diskurs solange ‘weichgeklopft’ werden, bis das, was vorher unakzeptabel war, weil jenseits gesellschaftlich anerkannten Konsens, zunächst nur denkbar, und irgend wann akzeptabel wird
@57:
Ganz genau;
Ludewigs Vorschlag reiht sich in Herzogs Vorstöße zum Mehrheitswahlrecht, aber auch die immer wiederkehrenden absurden Vorstöße zum Kinderwahlrecht nahtlos ein.
Letzteres würde nämlich auch, vor allem durch von der Leyens elitenfreundliche Familienpolitik, die sogenannten und selbsternannten Leistungsträger in Vorteil setzen und sähe im Ergebnis gar nicht so viel anders aus als Ludewigs Vorschlag.
All diese Vorschläge kommen jedoch zu spät, denn es scheint aussichtslos, für solche Änderungen des GG einfache, geschweige denn 2/3-Mehrheiten zusammenzubekommen.
Sollten die Grünen vernünftig sein und sich weigern, sich in einer Jamaica-Koalition im Bund selbst zu verheizen, werden selbst die Massenmedien demnächst solchen faschistoiden Dreck wie die Äußerungen Ludewigs nicht mehr mit der Zange anfassen.
@54
Ich hoffe, dass sich selbst die JuLis in kognitiver Dissonanz noch nicht ganz so weit vom demokratischen Libertarismus in falscher Richtung entfernt haben, insofern, nein, leider nicht.
note to self: Benutze stärkere Tags für Sarkasmus …
@Lago
note to myself: Unterschätze Den Humor Deiner Leser nicht … ;-)
Wenn das die Elite von morgen ist dann gute Nacht. Es ist wirklich erschreckend welches Menschenbild das von einem Nachwuchspolitiker transportiert wird. Von Seiten der Medien kommt als Reaktion gerade ein ganz leises Wispern. Ich stelle mir gerade vor, ein vergleichbarer Vorschlag wäre von einem Polikter der Linken gekommen, wie wäre da die Reaktion gewesen? Die Blöd-Zeitung hätte wohl den Verfassungsschutz oder ein Parteiverbotsverfahren bei ihren Lesern angefordert. Ich persönlich bin mir aber nicht im klaren wie soll man reagieren? Diskutieren und diese Leute vorführen, ignorieren oder Zahnbehandlung?
Also ganz sachlich. Es gibt ja einen interessanten Widerspruch zwischen unserer Wirtschaftsordnung und unserem Wahlrecht.
Wenn jeder nur seine egoistischen Interessen verfolgt, trägt er zum Wohl der gesamten Gesellschaft bei, ohne es selbst zu wollen - sagte Adam Schmidt (einer meiner Professoren sprach den Namen immer deutsch aus - ich fand das sehr lustig - in einem Blog wirkt das leider nicht so humorig). Das individuelle Streben nach Gewinn nützt also allen. Außerdem sorgt die Marktwirtschaft für eine effizientere Ressourcenallokation als alle sonstigen uns bekannten Ordnungsprinzipien.
Bitte diesen Grundannahmen nicht widersprechen, denn wer das tut, stellt die Systemfrage.
Aber. Wenn wir mit den Grundannahmen unserer Wirtschaftsordnung übereinstimmen - warum dann nicht auch das Wahlrecht entsprechend umgestalten?
Wer viel Vermögen hat, wird dieses Vermögen schon aus Eigeninteresse so einsetzen, dass es maximalen Gewinn abwirft, also allen am meisten nützt.
Eine Regierung, die das Eigeninteresse der Vermögenden beschneidet, schadet dem Allgemeinwohl.
Wieso also nicht ein Wahlrecht, welches sich am Vermögen orientiert?
(interessant wären in diesem Zusammenhang halbwegs aktuelle Zahlen zur Vermögenskonzentration - waren leider nicht drin - im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht)
es gibt Widerspruch, immerhin:
taz.de/nc/...
“Preußisches Dreiklassenwahlrecht
betr.: “Jung, stramm, rechts”, taz vom 24. 5. 08
Ganz sicher gehe ich davon aus, dass dieser abstruse Vorschlag des Herrn Ludewig das Ende seiner Karriere bedeutet. Gerade mir, der ich im RCDS Politik “gelernt” habe, macht ein derartiger Rückfall in Zeiten vordemokratischer Ideen, die ja verblüffend dem preußischen Dreiklassenwahlrecht ähneln (Stimmrecht nach Steuerkraft), besonders zu schaffen. Wer solche verfassungsfeindliche Thesen vertritt, ist nicht tragbar als Vorsitzender einer CDU-Organisation. Herr Ludewig sollte schnellsten zurücktreten und die CDU verlassen.
JOACHIM SPECHT, stellv. Landesvorsitzender CDA Berlin”
und ich dachte, Satiriker fielen heutzutage, sobald sie sich an der ‘Realität’ versuchten, in solche Verzweiflung, dass sie verrückt würden :-)
Weil hier von Goebbels die Rede war, fällt mir nur die Analogie von minder- bzw. höherwertigen Wählern/Menschen aus schrecklichen Zeiten ein.
Was für ein erbärmliches Land, das solchen Personen Führungsaufgaben überträgt!
Sie zeigen mit Ihrem wichtigen Beitrag über Ludewig, dass die CDU - Partei, die sich christlich nennt, eine menschenverachtende und überhebliche Partei geworde ist. Pfui. Sie sollten sich schämen.
Gottfried Ludewig, Mitglied des CDU-Bundesvorstandes, fordert „Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein“. Einen sehr interessanten Kommentar hierzu liefert der Spiegelfechter.
Habe mich heute per Mail mal an meine Lokale Allgemeine Zeitung gewandt und nachgefragt, warum so ein Thema ignoriert bzw. verharmlost wird. Bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme.
Wahrscheinlich garkeine. Bei uns kann man sich nicht zuverlässig wegen Infos an die Presse wenden. Vielleicht ist es ja bei euch besser.