Alle Jahre wieder
geschrieben am 29. Mai 2008 von Spiegelfechter
In Teilen der Blogosphäre und der ?alternativen Webmedien? ist ein interessantes Phänomen zu beobachten ? in regelmäßigen Abständen wird von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff der USA auf Iran berichtet. Wahlweise ?sickerte? dies aus regierungsnahen Quellen durch oder wurde von russischen Militärexperten analysiert. Meldungen dieser Art verbreiten sich wie ein Lauffeuer in Blogs und Internetpublikationen. Meist handelt es sich entweder um einen Hoax bzw. eine Ente oder um gewollt platzierte Falschmeldungen. Es sind aber nicht nur Seiten von Amateuren, die auf diese Art von Meldungen hereinfallen, sondern auch angesehene Profimedien fallen auf die Spökenkieker herein. Diese Woche hat es offensichtlich auch die angesehene Internetzeitung Asia Times erwischt. Bereits 5.010 Seiten* zitieren laut Google bereits den Artikel aus der Asia Times wörtlich ? ein Großteil davon aus der stets gut unterrichteten ?Truther-Szene?, die stets jeder Meldung des Mainstreams Manipulation unterstellt, dafür aber alles kritiklos glaubt, was aus ?alternativen Medien? stammt.
Die Asia Times berichtete im besagten Artikel folgendes:
Details provided by the administration raised alarm bells on Capitol Hill, the source said. After receiving secret briefings on the planned air strike, Senator Diane Feinstein, Democrat of California, and Senator Richard Lugar, Republican of Indiana, said they would write a New York Times op-ed piece “within days”, the source said last week, to express their opposition. Feinstein is a member of the Senate Intelligence Committee and Lugar is the ranking Republican on the Foreign Relations Committee.
Die Asia Times fragte offensichtlich auch bei den beiden genannten Senatoren nach, ob an der Geschichte denn etwas dran sei:
In a statement received by Asia Times Online from Feinstein’s office, the senator said she “has not received any briefing, classified or unclassified, from the administration involving any plans to strike Iran”.
Aber ein so klares Dementi, ist für den Autoren der AsiaTimes anscheinend immer noch nicht klar genug:
Given their obligations to uphold the secrecy of classified information, it is unlikely the senators would reveal the Bush administration’s plan or their knowledge of it. However, going public on the issue, even without specifics, would likely create a public groundswell of criticism that could induce the Bush administration reconsider its plan.
Nur hatte keiner der beiden Senatoren je vor, an die Öffentlichkeit zu gehen und der beschriebene Plan, einen Artikel in der New York Times zu veröffentlichen, entspringt wohl eher der Phantasie des nicht genannten Informanten. Laura Rosen, Autorin beim Non-Profit Magazin Mother Jones, machte sich zumindest die Mühe und tat das, was jeder Journalist in einem solchen Falle tun sollte. Sie fragte bei den Senatoren an, ob an dem Bericht denn etwas dran sei. Natürlich erwies sich die ganze Sache als ?Ente?, wie der Sprecher von Senator Lugar ? der im übrigen ein ausgemachter Kritiker von Bushs Iran-Politik ist ? berichten konnte. Er hätte in den letzten Tagen bereits mehrere Anfragen zu diesem Thema bekommen. Sicher nicht von der wahrheitsliebenden ?Truther-Szene?.
Gut zu beobachten war dieses Phänomen, als die Internetseite Information Clearing House am 3.4.2008 ?versehentlich? eine Falschmeldung vom 27.3.2007 eins zu eins wiederholte. Obwohl die Meldung der RIA-Novosti sich bereits im letzten Jahr als Ente herausstellte, verbreitete sich die gleiche Meldung auch im Folgejahr wie ein Lauffeuer. Die Seite Global Research, die stolze 4.050 Treffer für die Suchkombination ?Iran AND USA AND Attack? aufweisen kann, hat und ?natürlich? bereits 2007 ausführlich über die Sache berichtete, brachte die ganze Geschichte genau ein Jahr später mit dem gleichen grundüberzeugten Tenor des Alarmschreis. Erst drei Tage später widerrief sie die offensichtliche Falschmeldung. Für ein Medium, dass sich professionell mit dieser Thematik beschäftigt, ist dies ein Armutszeugnis.
Sicher ist es nicht falsch, vor einer aggressiven Politik der USA zu warnen. Sicher steckt bei den meisten Autoren, die ?Hoaxes? und ?Enten? willfährig weiterverbreiten, ein moralisch integrer Ansatz hinter ihrer Kritiklosigkeit. Nur setzt beim kritischen Leser eine Art Abstumpfung ein, wenn er fortwährend Geschichten dieser Art liest, die sich später als Falschmeldungen herausstellen. Die Glaubwürdigkeit des Internets als Informationsmedium wird durch solch laxen Umgang mit der Wahrheit ebenfalls beschädigt. Kritiklose Autoren erreichen damit eine ähnliche Wirkung bei den Lesern, wie einst der Hirtenjunge aus Aesops Fabel:
Es war einmal ein Hirtenjunge, der jeden Tag die Schafe hütete. Jeden Morgen holte er die Tiere von ihren Besitzern ab und trieb sie in die Berge, wo die Schafe grasen sollten. Am Abend brachte er sie gewissenhaft zurück ins Dorf.
Doch manchmal langweilte sich der Hirtenjunge, schließlich sah er den ganzen Tag nur Schafe. So wollte er sich einmal einen Spaß erlauben und rief: ?Der Wolf! Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!?
Da kamen alle Leute mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln aus dem Dorf gelaufen um den Wolf zu verjagen.Doch da war kein Wolf!
Der Hirtenjunge lachte Tränen über die verdutzten Gesichter der Bauern. Dem Jungen gefiel der Spaß so gut, dass er ihn nach einigen Tagen wiederholte. Und wieder rief er: ?Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!? Und wieder kamen alle Bewohner des Dorfes angerannt, um den Wolf zu verscheuchen, doch es war kein Wolf zu sehen.
Eines Herbstabends, als sich der Hirtenjunge mit den Schafen auf den Heimweg machen wollte, kam wirklich ein Wolf. Der Bursche schrie voller Angst: ?Der Wolf! Der Wolf will eines der Schafe holen!? Doch diesmal kam nicht ein einziger Bauer.
Und so trieb der Wolf die Schafe in die Berge und fraß sie alle auf.
Dem Leser kann man daher nur raten, äußerst kritisch zu sein und höchste Vorsicht walten zu lassen, wenn es um Informationen aus dem Umfeld der ?Truther-Szene? geht. Und Bloggern und Autoren sei nur zu empfehlen, Meldungen zu verifizieren und Blogs und alternativen Medien genau so kritisch gegenüber zu stehen, wie Regierungsmeldungen und dem Mainstream. Nur dann kann das Internet zu einer wirklich glaubhaften Gegenöffentlichkeit werden.
* Stand 29.05 17.00 – um 21.30 waren es bereits 6.260 Seiten, Tendenz steigend. Diese Zahlen sind allerdings brutto und nicht netto, wie mir der Kommentator Corax verriet ;-)
Update: Auch Senator Finkelstein hat mittlerweile die Falschmeldung der Asia Times dementieren lassen.
Jens Berger
Bildnachweis: Screencaps von Infokrieg.tv und CommonDreams.org. Bild:Xinhua


Was bitte meinst Du in dem Kontext mit Kassandrarufe(r)? Für mich macht der Satz, in dem Du den Begriff verwendest, keinen Sinn.
Ich finde die Fabel unpassend. Sie impliziert, dass Nachrichtenenten, doch irgendwann war werden. Und in diesem Falle halte ich das für unwahrscheinlich.
@Iris
Da hast Du recht – ein klarer Fall von “Dummschwätz” meinerseits ;-)
Ich habe das Wort mal durch “Scharlatan” ersetzt … was besseres fällt mir gerade eben nicht ein ;-)
Es handelt sich hier um ein Damoklesschwert, das nun seit geraumer Zeit über uns hängt.
Daran zu erinnern, halte ich nicht für einen Fehler, mindestens für einen geringeren, als sorglos abzuwarten, bis es überraschend sämtliche Träume zerstört. und wir uns im ungünstigsten Fall in einem nuklearen Holocaust wiederfinden.
Wir können die Mehrzahl der Meldungen zu diesem Thema meist nicht verifizieren: dazu bräuchten wir einen eigenen Geheimdienst.
Wenn offizielle Sprecher irgendwelche sie betreffenden Informationen dementieren, dann sagt dies mehr über sie selbst oder die von ihnen Repräsentierten, als zu den realen Gegebenheiten.
Lugar und Feinstein stehen ggf. unter dem Druck, wegen Geheimnisverrats unter Anklage gestellt zu werden. Vor diesem Hintergrund wäre es für sie (oder ihre Sprecher) geradezu illegal, eine positive Auskunft zu geben.
Und die Bushregierung würde ggf. sicher diese juristischen Hebel in Bewegung setzen.
Ich glaube dass eine Art Tonkinzwischenfall zwar keine Invasion, aber doch einen militärischen Aktion von Seiten der USA auslösen könnte.
Würde zwar icht viel Sinn machen, aber… ja… würde nicht viel Sinn machen.:)
Vielleicht würden die Necons mit einem Angriff eine dauherhafte Krise für einen möglichen demokratischen Präsidenten provozieren und damit sicherstellen dass der Wohlfahrtsstaat für ihre Gönner, dem Militärkomplex erhalten bleibt.
Reine Spekulation.
@gwhh
Nicht wirklich – bei einigen Meldungen genügt kleinere Recherche. Andere Meldungen kann man zumindest auf Plausibilität prüfen. Die 2008er Version der “Operation Bite” hätte sich kinderleicht widerlegen lassen.
Was die beiden Senatoren angeht, so gilt hier das Gebot, Sachen, die nicht verfizierbar sind, als solche kenntlich zu machen. Der Autor der ATimes wendet ja den gleichen Kunstgriff an, wie Du. Damit kann man allerdings jedes Gerücht (und sei es noch so abstrus) begründen.
Es geht auch nicht um untätigen Fatalismus. Mann kann und muß die bellizistische Politik der Bush-Regierung kritisieren – immer und immer wieder. Aber dabei sollte man bei Fakten bleiben und diese nicht selbst verfälschen. Es ja auch nicht gerade so, dass es nichts gäbe, mit dem man die Bush-Iran Politik kritisieren könnte.
Wenn ich aber fast jede Woche einen Artikel lese, der behauptet irgendeine anonyme Quelle würde behaupten, die USA würden definitiv in Kürze Iran angreifen, so stumpfe ich eher ab und nach einem halben Jahr lese ich diese Artikel gar nicht mehr – und so wird es vielen Lesern gehen.
@5 algore
IdT und dagegen ist ja auch nichts zu sagen. Wenn ich jede Woche einen Kommentar lesen würde, der in diese Richtung spekuliert, hätte ich kein Problem damit. Das Problem kommt, wenn dies als Tatsachenbehauptung formuliert wird.
ich meine, diese ‘Inflation’ der Meldungen über einen bevorstehenden Angriff drückt auch eine große Unsicherheit aus gerade angesichts der katastrophalen Konsequenzen eines solchen Angriffs. Wir haben den Angriff auf Serbien, auf Afghanistan, auf den Irak. Wir haben eine aggressive Außenpolitik der USA und Teile ihrer Verbündete. Wir haben einen bellizistischen Jargon, der ausdrücklich eine militärische Option vorsieht. Es gibt Kreise, die Interesse an einem solchen Konflikt haben, und wir haben eine ideologische Grundlage, die solchen Angriff legitimieren würde. Mich wundert es nicht, dass angesichts solcher Konstellation es zu einer sehr ausgeprägten Sensibilität gegenüber solcher Meldungen kommt.
Aus diesem Grunde finde ich die Fabel unpassend: Es ist kein Spiel mit der Gefahr im Spiel, sondern die Sorge, dass es tatsächlich passiert und man nicht alles getan hat, um es zu verhindern.
@all
Der Artikel behandelt ja eher das Medienphänomen. Über das eigentliche Thema ist folgender Artikel von Zbigniew Brzezinski sehr interessant.
@8 salvo
Drum schrob ich ja auch, “die Wirkung” auf den Leser sei vergleichbar.
Man sollte aber keineswegs vergessen, dass die professionellen Verbreiter von Falschmeldungen davon leben! Und eine brandheiße Story über einen bevorstehenden Angriff “verkauft” sich nun einmal viel besser, als eine realpolitische Abhandlung über dieses Thema. Die Blogger, Forenautoren und Betreiber kleinerer Seiten meine ich damit freilich nicht – diese sind im besten Falle Instrumente, im schlimmsten Falle Opfer der Profiautoren.
Es ist doch möglich, dass Angriffspläne existieren, sie jedoch nicht realisiert werden, weil sie wegen solcher Meldungen wie von Seymor Hersh nicht realisiert werden, weil sie nicht überraschend durchgeführt werden können und mit erheblichen Kolateralschäden zu rechnen ist. Erinnert mich an das Heisenbergsche Unbestimmtheitsprinzip, wo die Messung das Messergebnis beeinflusst.
@10 supperguppi
Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich schätze Hersh und seine Arbeit außerordentlich – in der Tat halte ich ihn für einen der besten Journalisten. Aber … seine Arbeitsweise mit “Quellen” ist höchst umstritten. Er hat auch selbst einmal gesagt “Sometimes I change events, dates, and places in a certain way to protect people… I can?t fudge what I write. But I can certainly fudge what I say”.
Natürlich kann es sein, dass ein Angriff wegen eines Artikels von Hersh abgeblasen wurde – aber das ist (Hallo, Hannilein!) Spökenkiekerei. Es gab in 2006 und in 2007 auch ein Zeitfenster, in dem ein Angriff nicht auszuschließen gewesen wäre – aber darum geht es bei den “Falschmeldungen” ja auch gar nicht. Momentan herrschen ganz andere Begleitumstände, die einen Angriff sehr unwahrscheinlich machen.
@1 Iris
Jetzt hab ich das passende Wort: Spökenkieker! *lol*
und ich dachte “Unkenrufer” wärn’s gewesen
@Lau Dan
Ja “Unkenrufer” passt natürlich auch sehr gut. Aber ich hatte mit meiner Teilzeitlektorin “Hannilein” eine Art interner Wette laufen, in der es darum ging, dass ich es nicht schaffe die Wörter “Spökenkiekerei” und “koppheister” in einen Artikel zu bringen ;-)
50% habe ich jetzt geschafft, bei “koppheister” wird´s idT schwer ;-)
@Spiegelfechter (#3):
Macht nix, kann ja mal passieren. Aber an manchen Tagenl nervt mich das besonders, wenn Redewendungen (die ich eigentlich als rhetorisches Stilmittel mag, weil sie Texte so lebendig machen) derartig sinnentstellt werden. Heute ist so ein Tag. Vorhin hat z.B. einer zu mir gesagt: “Na, dann werd’ ich jetzt mal etwas in mich kehren.” Da könnt’ ich …grrrrr. Jeder hat halt ‘ne andere Fehlertoleranz. Manche rasten bei unsinnigem Apostroph-Gebrauch aus, und ich bleib’ halt an sowas hängen.
Jens,
es sind momentan 254 Treffer bei google.
Man muss bei dieser Gugelsuche “brutto” von “netto” unterscheiden indem man in den Ergebnissseiten unten bis nach hinten durchklickt. ;-)
Screenshot per mail.
Horax hin Horax her: solange niemand Einblick in die genauen Planungunterlagen des Pentagon bekommt, kann niemand beurteilen, wie hoch die Kriegsgefahr gegen den Iran ist.
Es ist absolut unmöglich, genaue Quellen überhaupt zu qualifizieren: keiner aus dem militärisch industriellen Komplex würde sich offiziell hinstellen und brüllen, wir planen einen Krieg gegen XYZ.
Bei vermeintlichen Lapalien überwacht die deutsche Telekom schon mal alle Vorstandsmitglieder, dringt in Redaktionen und nutzt alle Waffen, die dem Konzern zur Verfügung stehen.
Was ähnliches für den militärischen Bereich in so extrem hochsensiblen Bereichen betrifft, lässt sich leicht ausmalen. Einer wie Hersh schafft es selbst irgendwie, seine Quellen trotzdem zu schützen, und wie nah oder wie fern die Kriegsgefahr zu diesen Zeitpunkten wirklich war, wird die Historie in 80 Jahren beurteilen, wenn die entsprechenden Archive vielleicht freigegeben werden.
Fakt ist aber:
geopolitisch bedroht ein unabhängiger Iran die momentane amerikanische Politik und deren Doktrin im Nahen Ostens und das unter dem Schwert eines rohstoffhungrigen Chinas und Indiens. China und Israel werden nicht tatenlos zuschauen, wenn der zukünftige amerikanische Deal gegenüber dem Iran heisst: Sicherheit gegen Rohstoffe und Aussschluss dritter Staaten.
Interessant dazu hier:
http://www.stratfor.com/weekly/u_s_iranian_negotiations_beyond_rhetoric
zu 15, ich find ja eher im Gegenteil, Metaphermissgriffe lassen das Gesagte erst richtig funkeln
mir fällt dazu noch ein dass Gysi, das was hier halb wohlwollend “Truther” genannt wurde als “Verfolgungstheoretiker” bezeichnet…
jedoch “der Paranoiker kennt alle Fakten” ( Borroughs), zum Thema :
- der Angriff hat ja schon begonnen, vor Jahren, im Grunde täuschen die Spekulationen (und die Beschwerde ) darüber hinweg dass es heute viele kryptische und offene Möglichkeiten gibt, Krieg zu führen, und ein klassischer Aufmarsch muss eigenlich nicht der Beginn des Krieges sein, sondern die letzte Phase ( – ähnlich wie man eine Wohnung erst bezieht nachdem man sie erworben hat, vorher wird noch renoviert und die eine oder andere Wand eingerissen -) und ist je nach dem sogar unnötig
mit Sicherheit gibt es nicht nur eine, sondern viele Optionen, Eskalationsstufen und Strategien – nicht nur gegenüber Iran sondern gegenüber allen Regionen einschliesslich EU,- und mit Sicherheit werden diese laufend mit der aktuellen Lage abgeglichen
insofern spiegeln Gerüchte nur wieder, wie die “Wetterlage” gerade für offene, bzw eindeutig offensive Schläge von dem einem oder anderem eingeschätz wird
man könnte den Artikel hier böswillig auch so lesen : “Ich will aber wissen, wann der Krieg jetzt wirklich anfängt”
- und dann ? bzw, wenn er doch nicht, wie behauptet, voll im Gange ist – mit welchem anderen Krieg verwechsel ich das dann ?
im Grunde bleibt uns doch nur wie die Schafe dumm zu glotzen, und den Geschichten über Wölfe zu lauschen
–
zu weiter oben, einen öffentlichen “Geheim”dienst kann es nicht geben, zwar ist die Blog-etc-sphäre im Grunde ein öffentlicher “Intelligenzservice”, aber ein äusserst schwacher und anfälliger
– zu Hersh fällt mir noch ein – solche Leute lassen sich beliebig füttern, abgesehn davon dass er auch nur mit Wasser kochen kann, und abgesehn davon wie jeder in ähnlicher Rolle einfach auch absondern muss egal was da ist
ähnliches guilt für die RIA die sich mit den Meldungen Publicity verschafft
doch was sagt uns das alles : nichts, weder Fisch noch Fleisch,
willkommen im Desinformationszeitalter, es hat gerade erst begonnen
@corax
Joo – hast recht. Ich und die Tante Gugel – eine Geschichte voller Mißverständnisse
@name
Nun ja – eigentlich begannen alle Kriege im 20 und 21 Jhd nach einem gewissen Schema. Und dieses Schema mag ich (zum Glück) im Falle Iran nicht zu erkennen. Die Gefangennahme der brit. Seeleute, den Zwischenfall in der Straße von Hormus und die Anhörung wegen der Booby Traps im Irak … all das waren solche Schemata, die zu einer Eskalation hätten führen können. Aber alle diese Vorfälle sind verhallt und momentan ist es sehr ruhig an der Front.
btw.: Selbst de bellizistischsten der US-Pundits schreien nicht mehr nach einem Krieg. Auch das war in allen anderen Fällen anders.
@18 Lau Dan
Das Wort mag ich nicht so, da es einen negativen Beiklang hat. Außerdem finde ich das ?Truth? in ?Truther? einfach zu passend, um die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit darzustellen.
Natürlich ? Frieden ist ja nicht das Gegenteil von Krieg
Auch das ist klar ? aber nach dem ollen Clausewitz ist Krieg eine Fortführung der Politik. Und wenn es sich um Realpolitik handelt, so fließen für jede Option und jede Eskalationsstufe Pros und Contras mit ein. Und ein ?echter? Krieg hat im Falle Irans nun mal (selbst in der boshaftesten Unterstellung gg.über den USA) nun einmal sehr wenig Pros und sehr viele Contras. Der momentane Wirtschaftskrieg und die ?Geheimoperationen? sind da wesentlich sinniger (aus Perspektive der Falken aus den USA).
Meine Herangehensweise ist die eines Rollenspielers. Man kennt die ?Denke? und die ?Argumentation? der NeoCons und der Falken. Wie würde man selbst die Lage beurteilen, wenn man einer von ihnen wäre? Nach reiflicher Überlegung könnte ich als ?NeoCon? einen Angriff ausschließen, da er mehr Nachteile als Vorteile brächte.
Ich würde da mal in den Opferzahlen unterscheiden. US-Operationen im iranischen Hinterland sehe ich aus diesem Gesichtspunkt eher gelassen. Ein ?echter? Krieg mit tausenden Opfern ist da schon ein anderes Kaliber.
Ja natürlich ? was anders würde ich nie behaupten
@SF #20
Es sei daran erinnert, dass seit der “Erfindung” des Nationalstaates alle Kriege wegen Ressourcen geführt werden. Jetzt muss man nur noch überlegen, welche Ressourcen der Iran hat, und wie frei (für unsere Marktwirtschaft) sie zugänglich sind.
Da der Iran wohl noch über keine Atombombe verfügt, ist ein militärischer Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht ausgeschlossen.
Welche Gründe man anführt, ist wie gehabt ein völlig anderes Kapitel ;)
@7Schläfer
Na – das wage ich mal zu bezweifeln. Sagen wir es mal lieber so: Bei allen Kriegen konnte man iwS Ressourcen als eins(!) von vielen Motiven ausmachen. Die Gegenthese wäre auch nicht aufstellbar – da jedes Land Ressourcen hat.
Sie sind bestens zugänglich, gar kein Problem. Die Ressource “Öl” lässt sich bestenfalls “freundlich” erobern. Das wissen mittlerweile auch die Amis. Das Irak-Desaster hat es ihnen bewiesen.
Ausschließen kann man das nie. Aber die Motive für einen Angriffskrieg sind ganz einfach nicht da. Das Motiv, dass am meisten gegen einen Angriffskrieg spricht, ist übrigens Öl. Was meinst Du, was ein zeitweiliger Totalausfall der iranischen Exporte und ein wahrscheinlicher Teilausfall der Ölexporte aus dem gesamten Golf (Straße von Hormuz – iranische Raketen) für eine Wirkung auf den Ölpreis hätte? Und nun überlege mal, welches Land auf der Erde am meisten unter einem sehr hohen Ölpreis zu leiden hätte? Und nun gucke in die Statistiken und sage mir welches Land (außer Japan) derart auf Ölimporte angewiesen ist? Für die angeschlagene USA wäre dies wirtschaftlicher Selbstmord – die Option “Krieg” existiert nich und das wissen die Iraner ganz genau.
@SF #23
Sage mir, welcher Krieg (von Nationalstaaten) nicht wegen Ressourcen geführt wurde; ich würde (eigentlich lehne ich es ja kategorisch ab) darauf wetten, dass Du keinen einzigen Krieg benennen kannst, der nicht (von Nationalstaaten) wegen Ressourcen geführt wurde.
sag jetzt aber bitte nicht “Human Ressources”
Irak-Desaster…. wie kommst Du bitte nur auf diesen Begriff…. was am Irak-Krieg ist bitteschön ein Desaster (aus US-Politischer Sicht)… man hat nun “freien” Zugriff auf die Ressource Öl, der vorher so nicht gegeben war. Außerdem vergesse nicht die langfristige Strategie, nämlich die Demokratie im Irak einzuführen….. die Verluste sind, im Vergleich zum WKII bspw. minimal ;)
Die Option Krieg existiert für die “Amis” übrigens immer; jüngstes Beispiel Kosovo: für die geplante Öl-Pipeline destabilisieren sie (übrigens auch Deutschland) den Balkan; für das Öl destabilisieren sie den Nahen Osten (was zB Bushs Vater aus diesem Grunde (die Destabilisation) abgelehnt hat).
@7Schläfer
Wie wäre es mit den Jugoslawien-Kriegen, bei denen Ressourcen eine sehr untergeordnete Rolle spielten?
USA gegen Panama? Es ging um den Kanal
Der Falklandkrieg? China gegen Vietnam? Der Fußballkrieg? Der chinesisch-indische Grenzkrieg? Auch die diversen Kriege mit Israel waren sicher nicht primär Ressourcenkriege. Im Ersten Weltkrieg ging es auch nicht um Ressourcen und Hitlers “Lebensraum” hatte auch nicht viel mit Ressourcen zu tun, auch wenn in diesem Falle das der “offizielle” Kriegsgrund war.
Und wenn es Bananen sind – eine öde Wüstenei gibt es nun mal nirgends.
Falsch! Man hat keinen freien Zugriff! Die Rechte am Öl hat der Staat Irak und wenn dieser die Amis rausschmeißt, war es das mit dem Öl. Außerdem kriegen die Amis aus dem Irak weniger Öl, als die Chinesen und die Lieferengpässe sind ein Grund für die hohen Preise.
Tja, das wird aber nie funktionieren. Daher ja auch Desaster. Über das kurdische Öl können die Amis auch jetzt gar nicht verfügen und die südirakischen Vorkommen sind mehr oder weniger vom Placet eines gewissen Herrn al-Sadr abhängig. Warte noch 10 Jahre und der Irak wird ein (wie auch immer gestaltetes) Land sein, in dem die Amis nichts mehr zu sagen haben.
Ich meinte damit “nur” die Option für Iran. Im Kosovo gibts kein Öl ;-)
Ach Quatsch ;-)
Welche Pipeline soll denn durchs Kosovo gehen? Die wichtigen Pipelines Northstram, Southstream, Bluestream I und II, Nabucco und unzähliger kleinere liegen weit weit weg vom Kosovo. Das ist nun wirklich kein Kriegsgrund. Der gleiche Quatsch wurde ja auch wg. Afghanistan kolportiert.
@spiegelfechter:
ich wäre ja sehr froh, wenn deine Einschätzung zutreffen würde, dass ein Krieg heute unwahrscheinlich sei.
Leider ist das überhaupt nicht der Fall: die Umstände sind günstig, wie nie, und die Gründe für einen Krieg evident für den, der sich die Situation genau anschaut.
Für Bush/Cheney und ihren Anhang gibt es mit einem Krieg viel zu gewinnen: die Rüstungsindustrie kann damit ihre Umsätze verdoppeln, wenn der Kriegsschauplatz sich auf ein Mehrfaches ausdehnt. Halliburton / Lockheed (=Cheneys Altersversorgung) schwimmen dann ganz obenauf., ebenso, wie Carlyle usw.. Dasselbe gilt für die Ölindustrie: der Krieg wird den Ölpreis auf 2 – 300 Dollar hochtreiben und die großen Ölkonzerne im Fett schwimmen.
Die renitenten Iraner kriegen endlich ihre langverdienten Prügel. Die ca. 80 Millionen evangelikalen Armageddon-Fnns, die republikanische Stammwählkerschaft, bekommt endlich, worauf sie lange gewartet hat.
Und man trifft den neuen Erzfeind / strategischen Gegner: China. Mit dem 200 Milliarden $-Deal zur Lieferung von Öl und Gas wirds dann vorbei sein: die Iraner können nicht liefern und der Stoff der Begierde bleibt im Boden (wo ihn die Amerikaner dann in 10 – 20 Jahren herauszuholen gedenken).
Den Chinesen wird es vergehen, mit den USA als führende Wirtschaftsmacht zu konkurrieren: sie werden das Öl, das sie dafür brauchen, nicht mehr bezahlen können.
Viele Fliegen können durch einen Irankrieg mit einer Klappe geschlagen werden.
Mit Glück werden die Iraner noch ein wenig terroristisch und geben Bush-Cheney die Gelegenheit, den Ausnahmezustand zu verhängen, und sie können Bürgerrechte und Demokratie vertagen bis zum Kriegsende (irgendwann in 10 – 20 Jahren).
Die Militärs, die dieses Treiben stoppen könnten (und dies im vergangenen Jahr getan haben zusammen mit den Geheimdiensten), sind in den vergangenen 12 Monaten ausgebootet worden. Und in Frankreich und Italien regieren neuerdings Bush-Freunde, die das Spiel mitspielen würden.
Wer ist es, der mit dem nötigen Nachdruck dagegen halten würde? Habe ich da jemanden vergessen?
zur Ergänzung:
“Das Motiv, dass am meisten gegen einen Angriffskrieg spricht, ist übrigens Öl. Was meinst Du, was ein zeitweiliger Totalausfall der iranischen Exporte und ein wahrscheinlicher Teilausfall der Ölexporte aus dem gesamten Golf (Straße von Hormuz – iranische Raketen) für eine Wirkung auf den Ölpreis hätte? Und nun überlege mal, welches Land auf der Erde am meisten unter einem sehr hohen Ölpreis zu leiden hätte? Und nun gucke in die Statistiken und sage mir welches Land (außer Japan) derart auf Ölimporte angewiesen ist? Für die angeschlagene USA wäre dies wirtschaftlicher Selbstmord -”
Diese Überlegung ist leider eine Täuschung.
Sie setzt voraus, dass Bush & Co. am Gemeinwohl der USA interessiert seien – was mit großer Sicherheit nicht der Realität entspricht.
Stattdessen vertreten sie die Interessen der Öl- und Rüstungsindustrie. Beide werden durch einen Krieg massiv promotet.
Dafür ist es nicht erforderlich, dass man an das Öl heran kommt.
Im Gegenteil: die zu erwartende Blockade der Strasse von Hormuz wird den Ölpreis explodieren lassen – und damit den Wert der Ölkonzerne (ihrer Reserven).
Wer Öl braucht (die ganze Welt) wird auf das Wohlwollen / die Kooperation des amerikanischen Militärs angewiesen sein bzw. ansonsten blockiert oder versenkt.
Die USA selbst sind im Begriff, sich vom Öl unabhängig zu machen: es wurden bereits im großen Stil Getreidevorräte, Mais usw. aufgekauft, um sie in Biosprit zu verwandeln. Ausserdem wird die Ausbeutung der kanadischen Ölsände forciert. Sie brauchen kein Öl aus Middle East.
Im Übrigen sind sie – nachdem sie den Ausnahmezustand erklärt haben weil der Energienotstand eingetreten ist – in der Lage, jeden Tanker, der auf den Weltmeeren schwimmt, zu versenken oder zu kapern (im nationalen Interesse der USA).
Was sollten die Betroffenen – Chinesen, Japaner, Inder usw. – dem entgegensetzen?
Bush & Cheney sind verrückt / radikal genug, um sich über die konventionellen politischen Gepflogenheiten hinwegzusetzen, um ihr Traumziel: den ewigen Krieg – zu erreichen.
Die beiden haben auf jeden Fall noch bis zum 4. November Zeit…
@SF
Na, DAS glaube ich eher weniger :-). Eher würde Hersh plötzlich “Drogenprobleme” o.Ä. haben, die ihn diskreditieren.
Der Angriff kommt definitiv. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber die USA haben bisher jedes Land zerstört, welches Gewinne z.B. in Form von Öl oder Förderung der heimischen Rüstungsindustrie versprochen hat.
Wahrscheinlich werden sie aber erstmal Venezuela und Freunde “auf Linie bringen (amerikanisch=”befreien”;”demokratisieren”)” wollen.
In solchen Ländern arbeiten die Guten aber meistens verdeckt mittels Vergiftung der Bevölkerung, Sponsoring von kriminellen Massenmördern etc. pp..
@Spiegelfechter:
Du schreibst: “Falsch! Man hat keinen freien Zugriff! Die Rechte am Öl hat der Staat Irak und wenn dieser die Amis rausschmeißt, war es das mit dem Öl. Außerdem kriegen die Amis aus dem Irak weniger Öl, als die Chinesen und die Lieferengpässe sind ein Grund für die hohen Preise.”
Der Staat Irak schmeißt die Amis raus??? In 100 Jahren nicht, wie McCain richtig erkannt hat. Aber darum geht’s mir gar nicht.
Du sagst es: Die Lieferengpässe sind ein Grund für die hohen Preise. Die hohen Preise haben u.a. Exxon Mobil zum profitabelsten Unternehmen der Welt gemacht. Die US Regierung hat engste Beziehungen zu Exxon und Co. Ergo: der Irakkrieg war in erster Linie dazu da, Lieferengpässe entstehen zu lassen.
Das ist, grob gesagt, die These von Greg Palast, dessen Arbeit ich Dir, falls Du sie noch nicht kennen solltest, sehr ans Herz legen möchte.
http://www.gregpalast.com/obama%e2%80%99s-secret-war-profiteering-tax/
Sein Buch Armed Madhouse ist eine sehr beängstigende und unterhaltsam zu lesende Dokumentation des Wahnsinns, der im Weißen Haus herrscht. Eine Art journalistischer Horrorroman.
value
ich denke auch das der iran-krieg in jedem fall ausbricht, bzw. bereits ausgebrochen ist.
das problem einer solchen ente ist, dass sie eine verkehrte fragestellung hervorruft: es heißt nicht mehr “ob/warum/wofür?” sondern “wann?”.
man könnte also durchaus davon ausgehen, dass eine falschmeldung bezüglich des iran krieges im sinne der us propaganda ist, da wir uns jetzt bereits jetzt mit dessen ausbruch abgefunden haben.
empfehlenswert in diesem zusammenhang ist die doku “war made easy”, erzählt von sean penn. auch wenn das meiste bereits bekannt ist, schön es einmal so klar formuliert zu hören.
“Falsch! Man hat keinen freien Zugriff! Die Rechte am Öl hat der Staat Irak und wenn dieser die Amis rausschmeißt, war es das mit dem Öl. Außerdem kriegen die Amis aus dem Irak weniger Öl, als die Chinesen und die Lieferengpässe sind ein Grund für die hohen Preise.”
Inwiefern kann denn der sogenannte Staat Irak die USA rausschmeissen. Etwa mit Krieg drohen?:). Werden deswegen von den USA 5 riesige, permanente Militärbasen und die grösste Verwal… ähhhh Botschaft in der Welt gebaut. Sicher nicht um sich rausschmeissen zu lassen.
Ausserdem gibt das neue Ölgesetz dem Staat eben nicht die Verfügungsgewalt über die Ölreserven. Ich weiss jetzt nicht genau die Zahlen, aber ein grosser Teil der Profite wurde den “Privaten” gesichert. Die Ölarbeiter haben sicher nicht demonstriert und gestreikt, weil sie so glücklich mit der Ausarbeitung des Gesetzes waren.
All das kann man ganz gut auf dieser Internetseite nachlesen:
http://www.democracynow.org
“Warte noch 10 Jahre und der Irak wird ein (wie auch immer gestaltetes) Land sein, in dem die Amis nichts mehr zu sagen haben.”
Da wette ich 2 jahre Studiengebühren und ein Salamibrötchen dagegen.
Falsch! Man hat keinen freien Zugriff! Die Rechte am Öl hat der Staat Irak und wenn dieser die Amis rausschmeißt, war es das mit dem Öl. Außerdem kriegen die Amis aus dem Irak weniger Öl, als die Chinesen und die Lieferengpässe sind ein Grund für die hohen Preise.”
Inwiefern kann denn der sogenannte Staat Irak die USA rausschmeissen. Etwa mit Krieg drohen?:). Werden deswegen von den USA 5 riesige, permanente Militärbasen und die grösste Verwal… ähhhh Botschaft in der Welt gebaut. Sicher nicht um sich rausschmeissen zu lassen.
Ausserdem gibt das neue Ölgesetz dem Staat eben nicht die Verfügungsgewalt über die Ölreserven. Ich weiss jetzt nicht genau die Zahlen, aber ein grosser Teil der Profite wurde den “Privaten” gesichert. Die Ölarbeiter haben sicher nicht demonstriert und gestreikt, weil sie so glücklich mit der Ausarbeitung des Gesetzes waren.
All das kann man ganz gut auf dieser Internetseite nachlesen:
http://www.democracynow.org
“Warte noch 10 Jahre und der Irak wird ein (wie auch immer gestaltetes) Land sein, in dem die Amis nichts mehr zu sagen haben.”
Da wette ich 2 jahre Studiengebühren und ein Salamibrötchen dagegen.
Moin moin,
es wurde von den USA und Israel mehrfach mit “bombing” gedroht. Wenn das wirklich passiert, geht das auch an uns nicht folgenlos vorbei. IMHO wären die Folgen weltweit nicht zu übersehen. Das macht eben vielen Leuten Angst. Da der Prozentsatz von Spinnern/Idioten/… weltweit konstant ist, erzeugt das eben auch “Rauschen”.
PS: Unterhalten sich zwei Schweine beim Bauern im Stall. Sagt das erste: “Der Bauer füttert uns nur, um uns zu schlachten!”. Antwortet das andere: “Du glaubst aber auch jede Verschwörungstheorie!”.
Hallo Jens,
Du hast mit Deinem Artikel Recht und Unrecht. Sicher, man sollte nicht ständig irgendwelche Zeitpunkte orakeln, die so eh nicht eintreffen. Fakt ist doch aber, dass die amerikanische und israelische Regierung alles daran setzt den Iran zu provozieren, bzw etwas unterjubeln will, um einen Kriegsgrund zu haben. Natürlich blasen sämtliche Kasperregierungen, wie die unsere, ins selbe Horn. Man hatt ja schon immer das Gefühl, wenn der amerikanische Präsident Blähungen hatte, mussten unsere Politker furzen. Das ist doch schon sehr merkwürdig, wie die öffentlichen Aussagen mit den Kriegstreibern im Einklang sind. Wenn ich mir dann noch die Rede von unserem zu engen Hosenanzug in der Knesset anschaue, wo sie inhaltlich doch tatsächlich sagt, dass es ihr im Prinzip egal sei, dass 2/3 der europäischen Bevölkerung der Meinung sind, dass eine grössere Gefahr von Israel ausgeht als vom Iran, könnte ich kotzen. Natürlich scheint dies ja nicht wirklich zu interessieren. Und genau da setzt mein Menschenverstand ein, der da sagt, die wollen unbedingt Krieg. Ich finde jedenfalls nix in den Geschichtsbüchern davon, dass der Iran in den letzten ein-zwei-drei- hundert Jahren einen Krieg angefangen hat. Oder täusche ich mich hier?
Ich finde es in diesem Fall hervorragend wenn sämtliche Medien darüber berichten. Denn die Zusammenhänge des ganzen Geschehen im nahen Osten liegen so dicht beieinander, dass es schon zum Himmel schreit. Denn so eine Verarsche wie der Irakkrieg, darf ja wohl nicht nochmal passieren.
Ein sehr brisantes Thema dazu schrieb auch Karl Weiss: http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=28052008ArtikelPolitikWeiss1
Wenn ich so etwas lese, können bei den aufmerksamen Menschen nur sämtliche Alarmglocken schrillen. Daher bin ich der Meinung, je mehr über dieses Thema medial getrommelt wird, desto schwieriger wird es für die Kriegstreiber ihre Schweinereien abzuziehen.
Ja, unsere VOLKSVERTRETER(Handelsmarke) sind schon richtige ARSCHGESICHTER. Deswegen riecht es auch immer so streng, wenn sie ihr Maul aufmachen. Ich denke, dass ein sprechender VOLKSVERTRETER(Handelsmarke) tatsächlich furzt, wenn er seinen Mund öffnet – auch im biologischen Sinne.
Übrigens; der Gag des Jahres: Schäuble redet mit Obermann über Datenschutz!
:-))
@jens
Natürlich hast du in Deiner Bewertung recht, dass momentan eine strategische Veränderung in der Frage Iran in den amerikanischen Eliten scheinbar sichbar ist. Für mich sieht es momentan so aus, als ob man sich entschieden hat, Schutzherr für die Region mit Zugeständnissen an die regionalen Mächte wie den Iran zu gewähren.
Ich halte diese Strategie der neuen alten Eliten um den ollen Zbignew viel gefährlicher. Die Konflikte gegen den sich neu und unabhängig formierenden Block in Südamerika werden zunehmen. Der Krieg gegen den Irak hat zynischer Weise diese dortige Unabhängigkeit erst möglich gemacht.
Den neuen Eliten in den USA geht es darum, ihr militärisches Potential wieder am wirkungsvollsten einsetzen zu können. Sie haben selbst erkannt, dass sie nicht in der Lage sind, mehrere politisch ökonomische Konflikte militärisch führen zu können.
Die Frage, ob man China die Rohstoffzufuhr aus dem Nahen Osten durch einen dauerhaften Bürgerkrieg in der Region (wie bisher) sperrt, oder durch Aufkauf der politischen Eliten ,durch politische Erpressung (Einbindung unter Waffengewalt) mit einem kleinen Spielraum an Eigenständigkeit, ist noch nicht entschieden. Vieles deutet auf letzteres hin. Friedliche Aussichten sind das noch lange nicht.
So schlimm wie das klingt, aber ich halte momentan (leider!) einen längerfristigen Frieden im Nahen Osten und in Südamerika und eine eigenständige, unabhängige, von diesen selbst gewählte und bestimmte Entwicklung nur für möglich, wenn die dortigen regionalen Mächte auch in der Lage sind, auch über ein hochgradiges Abschreckungspotential an Massenvernichtungswaffen zu verfügen.
@26 gwhh
Ja sicher ? dann könnten sie auch Russland den Krieg erklären, da brummt der MI-Komplex. Was aber nur all zu gerne vergessen wird, ist, dass die USA aus mehr als MI und Öl bestehen und Bush mit einer Kriegserklärung gg. Iran ? ohne vorher Kongreß und Senat auf seine Seite geholt zu haben – zweifelsohne sofort abgesetzt werden würde. Cheney ist seit zwei Jahren eine Lame Duck vor dem Herrn ? der gute Mann hat weniger zu melden, als die Putzfrau von Dabbeljuh.
Nein, das würden sie nicht ? das ist etwas komplexer. Am Wochenende erscheint ein Artikel von mir zu genau diesem Thema auf Telepolis. Gedulde Dich bitte ;-)
Noch nicht einmal die dreistesten NeoCons sind so naiv ? dazu gibt es zig Studien.
*lol*
Die Chinesen? Nicht bezahlen können? Anders herum wird ein Schuh daraus ? die Amis können bereits momentan kaum ihr Öl bezahlen, die Chinesen zahlen das aus der Protokasse.
Yep, so wird´s sein *rolleyes*
Ach watt ? Fallon war nicht der einzige Militär, der gegen einen Iran-Krieg ist.
Frankreich würde bei einem Iran-Krieg mitmachen? Wie kommst Du darauf? Ein anonymer Informant aus Sakros näherem Umfeld?
Gemeinwohl hin, Gemeinwohl her. Der Irakkrieg und der War on Terror waren zumindest rational für die Falken erklärbar ? bei Iran läge eine komplett irrationale Motivation zugrunde. Unterschätze die NeoCons nicht.
Das tun sie (im Ölsektor) keinesfalls. Die Gewinne amerikanischer Multis aus dem Irak sind marginal, die Verluste durch Venezuela und vor allem durch die neue Konkurrenz aus China und Russland (und auch Indien) sind riesig ? aber dazu mehr im besagten Artikel.
Und wer hat die Reserven? Die Multis jedenfalls nicht. Wenn Du von dieser ?Idee? überzeugt bist, dann kannst Du Lukoil-Aktien kaufen ? dies ist der einzige private Konzern, der über relevante Reserven verfügt. Der Rest ist staatlich oder mehrheitlich in Staatsbesitz.
*g*
Ja, damit kommen sie wahnsinnig weit ? nach grober Schätzung reichen diese Vorräte nicht einmal ein Jahr für die 12 Trägergruppen ;-)
Damit vertrittst Du eine (sagen wir es mal freundlich) krasse Aussenseitermeinung, die sich durch keine Zahlen begründen ließe.
Amen!
@29 Schwitzig
So so ? Mexiko? Venezuela (das Öl dort wurde mehr als einmal verstaatlicht)? Saudi-Arabien? Russland? Katar? Die VAE? Kuwait? Algerien? Libyen? Das wäre mir neu.
Eine Intervention in Venezuela (über die Stellvertreter aus Kolumbien) halte ich für wesentlich(!) wahrscheinlicher, als ein Angriff auf Iran. Aus Equador, Peru und einige afrikanische Staaten sind gefährdet.
Yep, kennst Du den Film ?The Revolution will not be televised??
@sf
Das sind aber alles Staaten, die starke Verbündete haben oder bei denen sie Schiss haben, dass die vielleicht Waffen haben könnten, mit denen sie sich wehren können. Wenn sich die Amis mit Russland anlegen – auch indirekt – werden sie ziemlich schnell zermantscht werden. Das wollen sie nicht – sie wollen nur Geld, wobei diesen Typen die Methode zur Geldvermehrung völlig egal ist. Im Umkehrschluss heisst das: Wenn die ganze Welt ausser den USA in Schutt und Asche gebombt werden müßte und die Eliten in den USA dadurch einen Vorteil hätten, würden sie das tun.
Der Angriff auf den Iran hat noch nicht stattgefunden, weil sie sich unsicher sind, wie gut sich der Iran wehren kann, weil Verbündete wie Russland verunsichern und weil Israel immer noch nicht die Arschkarte des Angreifens “zur Selbstverteidigung” übernommen hat.
Ja – deswegen schrieb ich ja auch “wahrscheinlich [...]” :-).
Nein. Sollte ich ihn kennen?
@schwitzig
den Film unbedingt anschauen, den Jens empfohlen hat @?The Revolution will not be televised?
Ich habe den schon vor Jahren gesehen.
@30 value
Na ? so sicher wäre ich mir da nicht. Sogar die Einheitsregierung hat schon klipp und klar gesagt, dass die Amis bald abhauen sollten. Das ?bald? wurde freilich nicht näher umschrieben. Wenn al-Sadr den ?Pax-Persia? *g* brechen sollte, sieht es für die Amis ganz übel aus. Er ist im schiitischen Süden (da ist das Öl) der beliebteste Politiker und würde zweifelsohne auch demokratisch gewählt, wenn er denn wollte.
Dann wären die Lobbisten von ExxonMobil, BP, Shell; ConocoPhillips und Chevron aber genial ? leider passt das so nicht. Allen fünf Multis gehen die Reserven aus und im Irak haben sie keine(!) Rechte auf die Reserven ? die hat die irakische Ölverwaltung. Und wie man in vielen Ländern sieht (und gesehen hat) sind die Multis schneller draußen, als man gucken kann, wenn der Staat es denn nur will.
@spiegelfechter:
ich antworte hier nur auf einen der oben genannten Punkte (leider fehlt mir die Musse, auch die übrigen , etwa zur Dynamik des Irankonflikts, die ich seit mehreren Jahren verfolge, hier entsprechend zu reflektieren und verweise deshalb auf unsere diversen redaktionellen Beiträge unter http://www.meta-info.de/?such=iran ):
—-
“Die USA selbst sind im Begriff, sich vom Öl unabhängig zu machen: es wurden bereits im großen Stil Getreidevorräte, Mais usw. aufgekauft, um sie in Biosprit zu verwandeln
*g*
Ja, damit kommen sie wahnsinnig weit ? nach grober Schätzung reichen diese Vorräte nicht einmal ein Jahr für die 12 Trägergruppen ;-)
Ausserdem wird die Ausbeutung der kanadischen Ölsände forciert. Sie brauchen kein Öl aus Middle East.
Damit vertrittst Du eine (sagen wir es mal freundlich) krasse Aussenseitermeinung, die sich durch keine Zahlen begründen ließe.”
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Die USA brauchen, wie erwähnt, kein Öl aus dem Golf: die Ölimporte haben derzeit einen Umfang von etwa 3,5 Milliarden Barrel / Jahr, mit fallender Tendenz (besonders der private Verbrauch schrumpft derzeit deutlich). Etwa die Hälfte davon kommt aus Mexiko, Venezuela und Kanada. Im regionalen Umfeld kommen Ecuador und Kolumbien, darüberhinaus afrikanische Länder, wie Nigeria, Angola usw. hinzu, aber auch ein Teil der norwegischen Produktion landet in den USA.
Die kanadischen Ölsände umfassen ca. 350 Milliarden Barrel: früher war ihre Förderung zu teuer und zu aufwendig. Bei den derzeitigen Preisen hingegen wird sie sehr profitabel. Mit ihnen kann der amerikanische Konsum also über Jahrzehnte gedeckt werden.
Zum Thema Biosprit: der überwiegende Teil des brasilianischen Spritverbrauchs wird heute bereits durch Ethanol abgedeckt.
Die amerikanische Getreideproduktion beträgt das 7-fache der brasilianischen (ganz abgesehen von dem privilegierten Zugriff der USA auf den Weltmarkt).
Heute sind weltweit die “Heuschrecken” auf dem Sprung, Flächen zur Produktion von Biomasse aufzukaufen. Das Thema hat (ökonomisch) längst die Gegenwart eingeholt, ob man das möchte, oder nicht: es ist die Konsequenz des hohen Ölpreises.
Einmal einen Blick werfen in die Finanzpresse (Financial Times, Handelsblatt, Economist usw).
(Zahlen > u.a. Wikipedia und Bundesanstalt f. Geowissenschaften).
Im Übrigen noch zur Unterstützung eines Irankriegs durch die amerikanischen Demokraten (auf dem liberalen Bloggerportal HuffingtonPost): http://www.huffingtonpost.com/david-bromwich/hillary-clinton-votes-for_b_66174.html
Kein führender demokratischer Politiker erklärt heute, einen Irankrieg verhindern zu wollen / nicht ggf. zu unterstützen. Nach Umfragen gibt es eine mehrheitliche Akzeptanz für einen Krieg sowohl in den USA, wie auch bei uns.
@32 algore
Das ist gar nicht nötig. Stell Dir vor al-Sadr tritt an, gewinnt die Wahl und macht kein Einheitsbündnis. Welche Wahl haben die Amis dann? Krieg gegen einen demokratischen Irak? Sehr schwer vorstellbar.
Nein ? militärisch werden sie wohl vor Ort bleiben. Aber haben sie dadurch auch alleinigen Einfluss auf die Politik? Den haben sie ja auch heute nicht. China hat beispielsweise mit der Einheitsregierung Verträge zur Exploration von neuen Erdölvorkommen abgeschlossen! China!
Korrigiere mich, wenn ich falsch liege ? aber mW ist das Ölgesetz überhaupt gar nicht in Kraft, d.h. es wurde nie vom Irak verabschiedet.
Noch eins: neben “alternativen Kassandrarufern” erklärt auch Joschka Fischer in der “Zeit”, dass ein Krieg droht: http://www.zeit.de/online/2008/21/kolumne-fischer-iran-israel.
Auch wenn ich ihn nicht gerade zu meinen politischen Vordenkern rechne, wird man seine Warnung nicht leicht abtun können (die von ihm angeführten Gründe und Motive halte ich weitgehend für Unfug / Mainstream-Propaganda)
@37 name
Yep ? die Amis sind (man glaubt es kaum) dort nämlich in der Defensive. Ich hatte neulich eine sehr interessante Studie eines eher konservativen Think-Tanks gelesen, in der es um die Wahrscheinlichkeit ging, dass in einem undemokratischen Staat in Nahost und Nordafrika eine demokratische Regierung pro-amerikanisch sei ? die Antwort war 0%. Die USA sind also (das war auch das Fazit der Studie) gut beraten, den Ball flach zu halten und die Despoten nicht durch ein Überschwappen der Konflikte zu gefährden. Was dann herauskäme, wäre nämlich so gar nicht im Sinne der USA ? und auch der EU.
Na da sind wir aber grundverschiedener Meinung ;-)
Das muß nicht so sein ? die USA sind ?natürlicher? Handelspartner Südamerikas. Wenn die USA einen fairen(!) Handel mit Südamerika eingehen, der nicht (wie bis jetzt) einseitig die USA bevorzugt, so ist eine gute Partnerschaft (auf gleicher Augenhöhe) möglich. Abwarten und Tee trinken.
Yep und das ist im historischen Kontext die mit Abstand größte Niederlage Bushs. Er ist der Präsident, der den eigenen Vorhof verloren hat, der seit der Monroe-Doktrin fest zum Hegemonialbereich gezählt wurde. Alle sonstigen Fehler von ihm, sind historisch betrachtet dagegen Petitessen.
Wer sind diese ?neuen? Eliten? Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Studien der meisten Think-Tanks gehen momentan auf ?Soft-Power?, der natürlich militärisch gedeckt sein muß. Ansonsten hast Du aber recht.
Warum ?wie bisher?? China ist sehr aktiv im Nahen Osten ? in Irak, Iran, Saudi-Arabien, Katar und mW auch in Kuwait haben sich die Chinesen in sehr wichtigen Explorationsgebieten ?eingekauft?, während ?Big Oil? dort, gar keinen Vertrag mehr bekommt und auf dem Rückzug ist. Aus dem Nahen Osten fließt wesentlich(!) mehr Öl nach Asien, als in die USA.
D´accord ? aber weniger wegen der USA, sondern allen voran wegen Israel.
@29 Schwitzig
Katar? VAE? Kuwait? Mexiko? Venezuela? Saudi-Arabien?
Wohl kaum.
Wenn die USA das letzte Land der Welt wären, hätten die Eliten dadurch aber ganz sicher keinen Vorteil ;-)
Auch ? aber mE spielen hier auch sehr rationale ökonomische Dinge eine sehr entscheidende Rolle.
Aber auf jeden Fall ? gibt´s im Esel und auf Indypeer
@43 gwhh
Ich sehe schon, dass es sinnvoll wäre, einige Missverständnisse über ?Öl? auszuräumen.
Anders als Gas ist Öl nicht leitungsgebunden, d.h. der Markt ist relativ flexibel. Wer nun an wen verkauft, wird meist durch geographische Fragen beantwortet. Die USA kaufen v.a. deshalb so viel Öl aus ihren Nachbarländern, weil dies billiger ist. Die Preise werden auf den drei Terminbörsen fixiert und ein Barrel Öl aus Mexiko ist nun einmal billiger, als ein Barrel aus Papua-Neuguinea. Der Kurzschluss, daher könne es den USA egal sein, was mit dem Nahen Osten passiert, ist allerdings falsch. Wenn es kein Öl aus dieser Region gäbe, würden Asien und Europa auch vermehrt in Mexiko, Kanada und Venezuela einkaufen. Die USA hätten dann keine sichere Ölversorgung, sondern alle Staaten hätten einen irrsinnigen Preis zu zahlen und würden je nach Angebot und Nachfrage auch ihr Öl bekommen. Die PEMEX, die PDVSA und Petrobras haben ja keine Exklusivverträge mit den USA ? sie verkaufen an den Meistbietenden. Und wer sich etwas in der Weltwirtschaft auskennt, weiß, dass dies bei einem explodierenden Ölpreis nicht mehr die Amis wären.
Damit wird nicht der amerikanische Konsum gedeckt, sondern in das große schwarze System Ölmarkt werden zusätzliche Mengen eingespeist, die aber an anderer Seite auch wieder wegfallen (Peak-Oil, von dem allen voran die USA und Europa betroffen sind, da die Felder dort als erstes versiegen).
Yep
Wenn dies so kommen würde, würde der Getreidepreis explodieren und Agrofuel wäre unbezahlbar ? das ist eine Milchmädchenrechnung, die den Markt komplett ausblendet.
Ich finde es klasse, daß sich eine solche Nachricht verbreitet wie ein Lauffeuer, denn selbst wenn es nicht stimmt, kann die USA im August schonmal keinen Angriff mehr auf den IRAN durchführen, denn dann wird jeder sagen, seht ihr die USA haben das alles geplant und der IRAN ist das Opfer !!!
Das ist im Prinzip umgekehrte Psychologie. So wie uns die USA mit ihren Lügen eindeckt, verbreiten wir unsere “Wahrheiten” die von der USA im Falle einer Durchführung einer solchen “Wahrheit”, schwer zu widerlegen sein wird.
Wenn wir den Bogen dahingehend nicht überspannen, können wir so den Plänen der USA einen schönen Strich durch die Rechnung machen.
Ich habe schon die nächste Nachricht !
Vor den US-Wahlen wird in den westlichen Staaten im Zuge einer FalseFlag-Operation ein atomarer Sprengsatz detonieren und dieser wird natürlich vom IRAN stammen. Somit wird man einen Grund haben, den IRAN mit einem Atomaren “Erstschlag” zu vernichten. Daraufhin wird man in den USA den nationalen Notstand aussprechen und Bush bleibt Präsident auf Lebenszeit mit offiziell diktatorischen Befugnissen. Alle Gegner werden in die FEMA- Lager gesperrt und dort zu Tode gefoltert oder mit Pfefferspray zu Tode gesprüht.
Diese vorgehensweise schwappt dann auf Europa über. Tony Blair wird die EU-Verfassung im Zuge des Notstands früher und vorallem ohne Ratifizierung in Kraft setzen und auch hier werden die Notstandsgesetze in Kraft treten. Alle bis dahin auf der Terrorliste stehenden Personen werden ins Ausland deportiert und entsorgt. Aufständige werden auf offener Straße von aus dem Ausland herbeigeholten Eingreiftruppen niedergeschossen.
Alles weitere hängt stark von den Reaktionen von China und Russland ab. Sollten sie eingreifen und die USA über Alaska, wo zuerst die HAARP Anlage dem Erdboden gleich gemacht wird, angreifen, haben wir den von der Elite gewollten III. Weltkrieg.
Wo die sich dann verstecken ist reine Spekulation. Möglicherweise befinden sie sich aufrgund sehr fortschrittlicher, der Bevölkerung bisher vorenthaltener Technologie weit genug weg vom Geschehen und man wartet ab bis sich die Bevölkerung auf die gewünschten 500 Millionen dezimiert hat, bis man zurückkehrt und dann als Erlöser oder Erretter eine göttliche Rolle einnimmt.
Und so schließt sich der Kreis der Menschheitsgeschichte und alles beginnt von vorn !
Wir schreiben das Jahr 2013 !!!
@dionyx
Das schlimme und gefährliche an deiner Auffassung ist, dass damit tatsächliche Gefahren völlig verschwiegen werden, und eine Erkenntnis über die Machtverhältnisse gar nicht möglich ist.Das ist dümmster Bullshit.
Alles bleibt im falschen USA USA USA stehen: die europäische imperialistische Politik wird dann auch nicht mehr erwähnt, mit schlimmsten Folgen.
Ich habe für die aktuelle Politik der amerikanischen Eliten nichts übrig, aber wenn morgen Kolumbien einen Stellvertreterkrieg im Wissen und Wollen der Vereinigten Staaten gegen den entglittenen südamerikanischen Kontinent losschlägt, der ja auf einem low level eigentlich schon begonnen hat, und völlig von der Irandesinformation überlagert wird, dann haben die gezielt falsch gelegten Medienspuren ihr Ziel erreicht.
Es geht um Erkenntnisse, und nicht um die schönste Schauergeschichte.
@sf 25
Die argumentative Herleitung meiner Aussage, dass seit dem Zeitalter der Nationalstaaten Kriege nur wegen Ressourcen geführt werden, kenne ich nicht mehr. Ich weiß, dass es sie gibt ;)
Wobei Du bei Deiner Aufzählung auch Kriege dabei hast, wo es sehr offensichtlich um Ressourcen geht; beim Jugoslawienkrieg (hast Du ja selber eingeräumt), aber besonders bei den beiden WKs. Hitlers Lebensraum im Osten… was ist denn dort? Nach Brzezinski die Kornkammer Europas (Ukraine) und von dem Ressourcenreichtum von Rußland braucht man gar nicht erst anfangen. Israel? Wasser! (im Wüstengebiet top Ressource)
Manchmal geht es auch um den gesicherten Zugang zu, und den Transport (sonst macht es ja keinen Sinn) von Ressourcen (Panamakanal)
Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt: ich meinte nur, dass der “Markt” freien Zugriff auf die Ressource hat
Die Amis werden wohl noch in 50 Jahren dort sein. Die Amis verfolgen da eine langfristige Strategie und wissen, dass das mit der Demokratie noch sehr lange dauern wird. Ebenso mit dem Öl. Es geht nicht darum sofort an ans Öl zu kommen, sondern man schafft die Voraussetzungen langfristig das Öl den Märkten zur Verfügung zu stellen, natürlich auch, um es in die USA zu importieren.
Ich meine diese Pipeline … ziemlich am Ende des Artikels ;)
Hallo Jens alies Spiegelfechter!
Ich habe nur eine Bitte: Berichte über die EU-Verfassung, welche Deutschland als selbständigen freien Staat begräbt! Berichte über Herrn Gauweiler, über Herr Professor Schachtschneider und sorge für eine Diskussion welche mithilft sich zu verbreiten!
Unser Land wird sowas von hintergangen! Die Ratifizierung wird nirgends in den Medien erwähnt, keiner ausser eine Minderheit weiss überhaupt was gerade passiert!
Unser Staat und die Gewaltentrennung stehen am Abgrund und werden durch eine voreilige, vorerst indirekte EU-Verfassung (Lissaboner Vertrag) mit den Füßen getreten!
Danke!
@ Cheffe, #38
Ergänzend zu unserem gestrigen Gespräch, und zu Deiner Anmerkung, Cheney wäre nur noch eine “lame duck”, die Frage: Was eigentlich, wenn der wieder was ausheckt und deshalb nur noch so wenig öffentlichkeitswirksam erscheint?
Dazu noch ein Hinweis auf das neue Buch von Scott, in welchem er die Rolle von Cheney als “Grauer Eminenz” bekräftigt: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/05/27/AR2008052703679.html?hpid=topnews
Wird so ein “Player” sich wirklich so einfach vom “Spielfeld” verabschieden?
Grüße vom hannilein
zu 51 / 25
den letzten zitierten Satz (“Der gleiche Quatsch wurde ja auch wg. Afghanistan kolportiert.”) versteh ich übrigens auch nicht – die gescheiterten Pipeline Pläne vor dem Überfall und der Abschluss des Vertrags unmittelbar danach – das Projekt wäre ohne Invasion nicht möglich gewesen dachte ich
@SF
Ja was ist denn jetzt er Hauptgrund für den Irak Krieg gewesen? Früher hast du ja immer hauptsächlich mit Öl argumentiert.
Deine Hinweis welchen Wert das Irakische ÖL im vergleich zu den Kriegskosten hat hat mich ziemlich Überzeugt…
Gleichzeitig hast du den evtl.Handel von ÖL in Euro als Kriegsgrund für absolut nichtig erklärt. Ab und zu erwähnteste du auch den MI-Komplex.
Jetzt kommst du jedoch mit solchen Aussagen:
ÖL, MACHT EINFLUSS??
“Nein ? militärisch werden sie wohl vor Ort bleiben. Aber haben sie dadurch auch alleinigen Einfluss auf die Politik? Den haben sie ja auch heute nicht”
“Dann wären die Lobbisten von ExxonMobil, BP, Shell; ConocoPhillips und Chevron aber genial ? leider passt das so nicht. Allen fünf Multis gehen die Reserven aus und im Irak haben sie keine(!) Rechte auf die Reserven ? die hat die irakische Ölverwaltung”
“Warum ?wie bisher?? China ist sehr aktiv im Nahen Osten ? in Irak, Iran, Saudi-Arabien, Katar und mW auch in Kuwait haben sich die Chinesen in sehr wichtigen Explorationsgebieten ?eingekauft?, während ?Big Oil? dort, gar keinen Vertrag mehr bekommt und auf dem Rückzug ist. Aus dem Nahen Osten fließt wesentlich(!) mehr Öl nach Asien, als in die USA.”
“MI-komplex”
“Ja sicher ? dann könnten sie auch Russland den Krieg erklären, da brummt der MI-Komplex. Was aber nur all zu gerne vergessen wird, ist, dass die USA aus mehr als MI und Öl bestehen…..
Also wie konnten die USA den ganzen Irak Krieg so vermasseln? Kein ÖL, Kaum politischen Einfluss?, imense Kosten?
Ich meine war der desaströse Verlauf des Irak krieges nicht vohersehbar? Viele haben dies ja ziemlich genau getan.
Also was ist jetzt deiner Meinung der Hauptgrund für den für die USA so desaströsen Irak Krieg gewesen? Was war die treibende überzeugende Kraft!?
“D´accord ? aber weniger wegen der USA, sondern allen voran wegen Israel”
Wars jetzt doch die Israel Lobby?
Moin,
ich hätte noch mindestens einen weiteren Kriegsgrund ausser “Öl, Macht und Einfluss”
im Angebot.
Wenn gesagt wird der Irakkrieg wäre ein Desaster, und gleichzeitig mit den ausufernden Kosten argumentiert wird, dann frage ich mich ein Desaster für wen?
Vielleicht für die Iraker und für die amerikanischen Steuerzahler, aber bestimmt nicht für diejenigen, bei denen die ganzen zig Milliarden ankommen.
Wäre es nur um die 3 erstgenannten Gründe gegangen, das Ganze hätte man wesentlich billiger ohne Krieg haben können.
Ich kann jedem nur mal empfehlen sich folgenden Link durchzulesen. Damit dürfte mal ein wenig Klarheit geschaffen werden. Denn dort sind für mich die Verstrickungen ganz gut beschrieben. Und mein lieber Jens, Öl spielte in den Kriegen im nahen Osten immer eine Rolle. Natürlich nicht immer so, wie es meist vermutet wird.
Bush-Geschichten oder Warum der Bush-Clan geil auf Kriege ist
Hier der Link: http://aristo.excusado.net/index.php?entry=entry071102-143237
Moin Jens,
hier eine Seite, die nicht schlecht ist:
http://www.spatzseite.de/
Schau mal rein.
Viele Grüße … Jens Kupke
@LauDan
Das Projekt wurde nie realisiert und wir wohl auch nie realisiert werden – Grund ist die Totalniederlage der USA im Great Game. Turkmenistans Öl und Gas haben sich russische Konzerne mit sehr langfristigen Lieferverträgen gesichert.
Außerdem ist eine Koinzidenz nicht immer auch die einzige Erklärung für die Zusammenhänge. Die USA hatten zig Gründe, Afghanistan den Krieg zu erklären – die TAP war da nur einer von diesen Gründen, und sicher ein eher unwichtiger.
Update: Auch Senator Finkelstein hat mittlerweile die Falschmeldung der Asia Times dementieren lassen.
“Die USA hatten zig Gründe, Afghanistan den Krieg zu erklären – die TAP war da nur einer von diesen Gründen[]”
das ist klar, ich würd sogar soweit gehen zu behaupten das krieg in gewisser weise selbstzweck ist … – bei der TAP fiel halt auf dass kolportiert wurde dass noch im sommer 2001 mit sog “taliban” verhandelt wurde – es gab also einflussreiche akteure denen das thema nicht ganz wurst war
__
zum thema “frequenz der iran meldungen” gibts bei der verlinkten mother jones einen artikle aus etwas anderer sicht ( – weiss nicht ob der weiter oben schon erwähnt wurde )
http://www.motherjones.com/commentary/columns/2008/05/iran-messaging-volume.html
habs nur überflogen aber der analyst scheint die meinung zu vertreten dass hier eine art selbtslaufende spirale in gang kommen könnte
@spiegelfechter:
——-
Zum Thema Biosprit: der überwiegende Teil des brasilianischen Spritverbrauchs wird heute bereits durch Ethanol abgedeckt.
Yep
Die amerikanische Getreideproduktion beträgt das 7-fache der brasilianischen (ganz abgesehen von dem privilegierten Zugriff der USA auf den Weltmarkt).
Wenn dies so kommen würde, würde der Getreidepreis explodieren und Agrofuel wäre unbezahlbar ? das ist eine Milchmädchenrechnung, die den Markt komplett ausblendet.
———–
Hier ist der Konjunktiv unangebracht: die Situation ist längst eingetreten.
Die Finanzpresse berichtet mittlerweile in hoher Frequenz zu eben diesem Thema.
Millionen (ver)hungern bereits aufgrund eben dieser Situation.
Auch ist es verfehlt, den Markt als absolut dominierendes Prinzip zu betrachten.
In Wirklichkeit fungiert der Markt als Instrument der ökonomisch/politisch Herrschenden und wird immer wieder an deren Interessen angepasst durch das Setzen entsprechender Rahmenbedingungen. Die Dominanz des Marktes wurde herausgestellt, solange dies der westlichen Elite dienlich war. Die Amerikaner hingegen sind mittlerweile längst wieder auf einem protektionistischen Kurs. Auch die massiven Interventionen der Fed in der letzten Zeit widersprechen der Vorherrschaft des Marktes. Und zum Agrarmarkt: wo ist denn die EU hier den Gesetzen des freien Marktes gefolgt mit ihrem Wucher an Subventionen?
Man muss doch im Übrigen verstehen, dass wir heute – nach 7 Jahren Bush – eine komplett veränderte Landschaft auf dem Energiemarkt haben: bei seinem Amtsantritt lag der Ölpreis bei ca. 20 $. Heute haben wir 135$.
Die Rentabilitätsschwelle für Biosprit lag/liegt bei einem Ölpreis von ca. 40$ / Barrel. Für die kanadischen Ölsände gilt etwa dasselbe, ähnlich, wie für viele andere Energieträger, auch regenerative Energien.
Es finden längst massive Investitionen in diese Bereiche statt, besonders in den USA. Der führende Neocon und Ex-CIA-Chef Woolsey tourt nicht ohne Grund durch die Lande und promotet den 3./4.Weltkrieg gegen den Islam und gleichzeitig regenerative Energien: beides gehört zusammen. Selbst die US-Republikaner sind inzwischen umgeschwenkt auf die Befürwortung regenerativer Energien: vor allem mit Hinblick auf die Sicherheit ihrer Energieversorgung – und damit der Irankrieg, den ja besonders auch der Bush-Nachfolger in spe Mc Cain befürwortet (“bomb, bomb, bomb Iran”) nicht zum Eigentor wird.
Dass Bush es bisher nicht “auf die Reihe bekommen” hat, den Krieg gegen den Iran zu führen, wird ihm in den Reihen der Republikaner als Schwäche ausgelegt. Der Fernsehprediger Pat Robertson (er verfügt für seine “Missionstätigkeit” über finanzielle Mittel von knapp einer Milliarde Dollar, hatte ursprünglich Guiliani unterstützt.
Zitat: “President Bush got us on the road to Armageddon, but it’s taking too darn long — Rudy Giuliani will put us in the express lane”
http://www.huffingtonpost.com/andy-borowitz/pat-robertson-says-giulia_b_71744.html
Robertson, Hagee und die übrigen Teleevangelisten sind es, die die wichtige Stammwählerschaft der Republikaner, die fundamentalistischen Evangelikalen mobilisieren, und auf die sich Bush, Cheney und – zwangsläufig – auch McCain stützen (müssen).
Mit ihnen hält Bush im Oval Office regelmäßig Bibelstunden ab.
Warum wohl hat Colin Powell Bush & Co. als “the crazies” bezeichnet?
Weil sie eine rationale Politik im nationalen Interesse der USA betreiben?
Tatsächlich geht es dort zu wie in den letzten Jahren des Zarenhofs, als der massgeblich durch Leute, wie Rasputin gesteuert wurde.
Insofern liegt Dionyx nicht weit neben der Realität (und der Debunker-Jargon seines Nachschreibers, der hier den Geist des journalistischen Mainstream-Hofschranzentums hier zur Sprache bringt, gibt ihm offensichtlich recht).
Wie Brecht schon erklärte: “Wenn die Bedrohung zu groß wird, wird sie unsichtbar”.
Dieser Devise folgen heute 99% aller Journalisten.
Die Leute sollen sich interessieren für den frei herumlaufenden Kinderschänder oder die Fußball-Bundesliga, anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wie die Herrschenden sie bei nächster Gelegenheit in die Pfanne hauen werden.
@gwhh
Nicht nur die Finanzpresse. Wenn ich von explodierenden Nahrungsmittelpreisen spreche, meine ich keinesfalls die momentanen Preise ? sollten die USA und die EU die angestrebten 20% Agrofuel Anteil wirklich verwirklichen, so ist der Spielraum nach oben wahrlich unbegrenzt.
Natürlich
Nicht unbedingt ? dies sind ganz normale keynesianische Werkzeuge, die 100% marktwirtschaftlich sind.
Das behaupte ich doch auch gar nicht.
Die 40$ pro Barrel muß man aber relativieren ? für brasilianisches Zuckerrohr trifft das sicher zu, wenn man in den USA und in der EU die massiven Subventionen heraus rechnet, kommt ein wesentlich höherer Wert heraus. Außerdem mußt Du schon stringenter argumentieren ? nicht nur der Ölpreis, auch der Agrargüterpreis hat sich vervielfacht, wo wir dann bei den Opportunitätskosten wären. Wenn der Bauer für Agrargüter wesentlich höhere Preise bekommt, wird der Agrofuelanbau für ihn auch unattraktiver ? dies ist ein dynamischer Prozeß.
Und auf die Idee, dass eine Diversifizierung auch ganz ohne Bomb Bomb Bomb Iran Sinn machen könnte, kommst Du nicht?
Wird es das? Die Artikel von NeoCons, die ich so lese, sagen das jedenfalls nicht.
Pat Robinson ? na kannst Du auch Holger Apfel als repräsentativ für die deutsche Innenpolitik sehen.
Wenn dem so wäre, hieße der Kandidat der Reps nicht McCain, sondern Huckabee. Wir haben nicht mehr 2000 und die wichtigste Gruppe der Reps sind nicht die Biblebelt Spinner, sondern White-Trash und der weiße Mittelstand.
Zwischen ?rational? und ?rational? gibt es Unterschiede ? die Welt ist nun einmal nicht binär, wie es viele Kommentatoren denken. Die ?Crazies? sind übrigens in den allermeisten Fällen bereits weggelobt oder weggemobbt wurden.
*g*
?Debunker-Jargon?? Das ist jetzt aber reinster ?Truther-Jargon? ;-)
Wenn ich mich so im ?alternativen Netz? umschaue, folgen 70% aller Journalisten eher dem Gegenteil.
Letzteres interessiert den Pöbel doch auch gar nicht ? und das war nie anders. Und sorry ? auch ich finde die Fußball-Bundesliga um einiges interessanter, als die Schauermärchen der ?Truther?. Wer einen Hammer in der Hand hat, sieht halt überall Nägel. Das ist ja auch amüsant und mir sind dir ?Truther? auch lieber, als Hofschranzen a la SPON ? aber wenn ich als Blogger SPON wegen manipulativer Berichterstattung kritisiere, so sehe ich nicht ein, warum ich vor ?alternativen Medien? Rücksicht nehmen sollte. Im Gegenteil ? ich (und mit dieser Meinungen stehe ich sicher relativ alleine) sehe die ?alternativen Medien? als genau so gefährlichen Einfluss für die Medienkompetenz. Es gibt viele Internetuser, die viel(!) zu unkritisch sind, wenn es um Blogs, Foren und ?alternative Medien? geht.
Und das hat gar nichts mit ?Debunking? zu tun ? wenn jemand Unfug verzapft (damit meine ich sicher nicht Dich ? Deinen Newsletter schätze ich), so muss man das auch ganz offen aussprechen können. Schließlich suchen wir ja alle die Wahrheit und die ist nicht in Lügen zu finden ? egal, ob die Lüge von SPON, der INSM oder ?Truther-Seiten? kommt.
@SF
Hier habe ich ein Interview bei Wallstreet-Online gefunden, in dem die Interviewte meine Aussage, dass alle Kriege seit es Nationalstaaten gibt wegen Ressourcen geführt werden, fast bestätigt. Sie hat zusätzlich als weiteren Grund noch die Religion angeführt, was ja erst wieder aktuell geworden ist ;)
Hier das relevante Zitat (am Ende des Interviews):
@7Schläfer
Ist das wirklich Dein Ernst? Eine Beweisführung, die sich bei einem durchaus überschaubaren Thema, auf die – schnell falsifizierbare – Aussage einer Dame beschränkt, die in einem IV mit einer der unglaubwürdigsten Internetseiten – Goldeiten.de – ihr Buch promoten will?
Na komm, das kannst Du doch besser.
@SF
Du hast damit, dass ich das besser kann, Recht.
Ich hätte das Ganze wohl kommentieren müssen, wozu ich zu faul war, darum hole ich es jetzt nach ;)
Diese einzelne Aussage des Interviews als solche hat mich interessiert, da ich davon ausgehe, dass die Dame sich mit diesem Thema ausreichend beschäftigt hat. Der Rest des Interviews hingegen ist für diese Aussage relativ uninteressant, und die Seite für meine Meinungsbildung irrelevant. Das heißt ja nicht, dass auf diesen Seiten nichts richtiges stehen kann; das, was daraus gemacht wird, ist ja meistens das Abzulehnende. Zufällig habe ich da diese Aussage gefunden, mit der ich lediglich zeigen wollte, dass es Wissenschaftler gibt, die diese These auch wissenschaftlich untermauern können. Ob es diese Dame kann, weiß ich nicht; sie wird die Aussage wohl von jemand anderem übernommen haben. Ein ehemaliger Prof von mir hat es mal gemacht, aber leider gibt es davon keine schriftliche Aufzeichnung.
Ich dachte sowieso, dass diese Aussage Allgemeingut sei….. da habe ich mich wohl getäuscht ;)
Aber das ist nun doch eine Herausforderung für mich: wenn ich dann ab Juli mehr Zeit habe kann ich ja gezielt dieser Frage nachgehen und einen Artikel dazu verfassen.
@7Schläfer
Na, da bin ich ja mal gespannt
Das würde ich wirklich mal gerne als wissenschaftliche Arbeit lesen – es ist nämlich keinesfalls haltbar. Ich habe zwar nicht “Neuere Geschichte” studiert, hatte aber auch Seminare, die dieses Thema abgehandelt haben und ich nehme mir mal (frech, wie ich bin) heraus, dass ich diese These aus dem Stegreif widerlegen könnte.
Ja, ich kenne auch viele viele Professoren, die seltsames Zeug von sich geben, dass einer Prüfung nicht standhält.
Ich weiß ja nicht, was Du studierst – ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Aussage (so wie andere) in gewissen Oberseminaren von Studiengängen, die meiste mit “S” anfangen, Allgemeingut sind. Bei den “Kollegen” der Geschichts- und Politikwissenschaften ruft so etwas aber meist ein etwas ungläubiges Stirnrunzeln hervor.
Na da freue ich mich schon drauf – ein kritischer Kommentar wird Dir sicher sein ;-)
Um noch mal auf das ursprüngliche Problem zurückzukommen:
Der Umstand, dass diese Angriffsgerüchte zwei Wochen nach Bushs “Abschiedsbesuch” in Israel aufkommen, sollte auch bedacht werden.
Der Vorfall in der Straße von Hornus Anfang Januar fand WÄHREND Bushs großer Nah-Ost-Reise statt.
Dieser Vorfall klärte sich ja dahingehend auf, dass das Ganze ein Missverständnis gewesen sei, ausgelöst durch den falschen Funkspruch eines in der Region angeblich bekannten Funk-Piraten namens “Charly”, über dessen Identität dann allerdings nie etwas bekannt wurde.
Anfang Januar steckte Bush das Iran-Dossier seiner Geheimdienste schwer im Schlund.
Denn das war nicht nur eine Einschätzung über die Realität atomararer Holokaust-Gelüste Irans, sondern auch eine klare Absage der Geheimdienste, sich bei der Inszenierung einer möglichen Iran-Krise instrumentalisieren zu lassen.
Dieses Dossier war für Bush die größte politische Niederlage seines Präsidentendaseins.
Man könnte – und muss es auch wohl – mal so betrachten, dass die Nah-Ost-Reise Bushs Anfang Januar eine Propagandareise für einen Angriff auf Iran war.
Natürlich reiste er zuerst nach Israel, wo die Militärführung ja zur gleichen Zeit für eine Absetzung El-Baradeis von der Spitze der UN-Atombehörde (der ja auch keine Anzeichen für eine iranische Atombombe finden konnte) plädierte und gleichzeitig einen atomaren Alleingang gegen Iran nicht ausschloss.
Komisch immerhin, dass der von einem ominösen “Charly” provozierte Vorfall in der Straße von Hornus kurz nach Bushs Israelbesuch stattfand.
Es ist ja nicht ganz so abwegig, zu schlussfolgern, dass – wenn die eigenen Geheimdienste einem die Gefolgschaft verweigern – , man das Bedürfnis hat, auf befreundete, loyalere Dienstleistungsressourcen zurückzugreifen.
So gesehen, hätte Charly auch ein Mossad-Mann sein können.
Schließlich kann man sich vorstellen, dass die lancierte Provokation auch zu einem Abschuss der Schnellboote hätte führen können;
Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Befehlshaber der Schnellboote die Revolutionsgarden sind, die ja wiederum kürzlich zur Terrororganisation erklärt wurden.
Der Abschuss einer oder mehrerer Schnellboote hätte für die militärischen Befehlshaber also keinerlei rechtliche Konsequenzen gehabt.
Das wäre nämlich juristisch als “Abwehr eines terroristischen Angriffs” gewertet worden.
Zwangsläufig wäre die zu erwartende militärische Reaktion Irans als “Aggression” gewertet worden, die womöglich mit einem atomaren Vernichtungsschlag vergolten worden wäre.
Und das alles wegen eines unbekannten Funkpiraten namens “Charly”.
Also betrachten wir den Zeitpunkt dieser mutmaßlichen – im Leitartikel besprochenen – Ente doch besser in Zusammenhang mit Bushs “Abschiedsbesuch” in Israel.
Hat uns die finanzökonomisch begründete transatlantische “Loyalität” schon wieder so eingelullt, dass wir vergessen, zu welchen Schandtaten diese selbsternannten Falken fähig sind?
Es scheint hilfreich, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Bush der unsichtbare, aber omnipräsente dritte Präsidentschaftskandidat ist.
Dabei bleibt zu hoffen, dass der Widerstand der Militärführung und der Geheimdienste der USA gegen einen desaströsen, der Konzernlobby immerhin nützlichen Iran-Krieg;
– weiterhin belastbar bleibt.
Die Überreaktion eines ideologisch traumatisierten Marine-Offiziers ist ausreichend, den dritten Weltkrieg auszulösen.
Und wenn der erstmal entfesselt ist, werden die entspannten Internet-Debatten schnell ein Ende haben.
dazu ein Hinweis
“?Business as usual?? ?Aufs Maul hauen, verknasten und umbringen: Das ist Anti-Faschismus!?
Bericht zur Iran-Konferenz des »Mideast Freedom Forum Berlin«”
http://zmag.de/artikel/201ebusiness-as-usual201c-201eaufs-maul-hauen
@SF, #38
?:-(
MfG
COPOKA
@COPOKA
Wegen Budgetbeschränkungen sollte der Artikel eigentlich heute erscheinen … zumindest stand das so in der Honorarabrechnung. Nun ja – er ist ja nicht eben tagesaktuell und “zur Not” veröffentliche ihn halt hier.
Das Problem in diese Sache ist, dass man über die eigentlichen Realitäten – hinter der Fassade – nicht reden / schreiben kann.
Jeder, der/die dies tut, würde sofort vom Platz gestellt mit der Erklärung, dass er/sie wirren, unglaubhaften Spinnerkram verbreitet und deshalb notwendigerweise zu disqualifizieren ist.
Vielleicht sind 1 – 2 % der Blogger bereit, über besagte Realität ein paar Worte zu verlieren, um sich mit Grenzgängertum zu profilieren. Alle anderen werden sich hüten, um nicht in eine Ecke zu den Idioten gestellt zu werden.
Die Wenigen, die sich noch an die Realität herantrauen, sind Leute, die nichts mehr zu verlieren haben, weil sie sich z.b. mit einer komfortablen Pension oder anderweitig zur Ruhe setzen konnten. Dazu gehören z.b. Jimmy Carter, Ray McGovern oder John Perkins (“Economic Hit Man”). Oder Seymour Hersh, Robert Fisk, John Pilger, Greg Palast, Noam Chomsky natürlich und Benjamin Fulford. Bzw. hierzulande etwa Andreas von Bülow oder Daniele Ganser.
Leider wagen es die meisten Blogger nicht, ihre Berichte und Botschaften in vollem Umfang zur Kenntnis zu nehmen und zu reflektieren, sondern beschränken sich darauf, ein paar sensationalistische Highlights von ihnen zu transportieren (und dabei i.d.R. aus dem Zusammenhang zu reissen).
Wer darüber hinausginge, käme notwendigerweise an den Punkt, wo er den Realitäts- und Wahrnehmungstunnel von 99,9% unserer Zeitgenossen verlässt um festzustellen, dass die Welt (und vor allem die Politik) komplett anders funktioniert, als man uns in sämtlichen Medien (und das gilt weitgehendst auch für Taz oder Telepolis) weiszumachen versucht.
Wo Marx vor 150 Jahren noch zu recht feststellte, dass Religion das Opium des Volkes sei, ist dies heute (neben der Medien-Unterhaltungsindustrie) die (Pseudo)Demokratie, mit der die Menschen im Westen abgespeist werden und die “Information” zu politischen Vorgängen, die sich letztlich zusammensetzt aus propagandistischen Textbausteinen und Mythen, die die Welt des Neoliberalismus und der NATO-Agenda legitimieren sollen.
Fast niemand kann heute über Politik sprechen, ohne diese Versatzstücke der Propaganda in den Mund zu nehmen. Dazu gehört z.b. “nationales Interesse”, ein Begriff, der hauptsächlich Verwendung findet, um die Agenda der herrschenden Elite zu verbrämen.
Umgekehrt: wer über Dinge spricht, die von Medien und Politikern ausgeklammert werden, outet sich damit sofort als “Verschwörungstheoretiker”, den man mit spitzen Fingern anfassen muss.
Dies gilt auch, wenn jemand Dinge auf den Tisch bringt, wie Zitate führender Politiker, etwa Brzezinsky’s oder von Bush sr. usw., die mit der Mainstream-Propaganda-Stimmung nicht kompatibel sind. Z.B. über die Absichten der US-Führung, geheime Massenvernichtungswaffen zu entwickeln oder einen gewinnbaren Atomkrieg anzustreben.
Das gesamte Publikum befindet sich in der Hypnose der Rattenfänger und jeder, der versucht, es da herauszureissen, wird als Spielverderber beiseitegeschoben.
Der Drang, mit allen anderen Lemmingen unterzugehen, ist offenbar unwiderstehlich.
Die politische / globale Situation hat heute starke Ähnlichkeiten mit der Welt vor dem 2. Weltkrieg.
Die insgesamt unheilschwangere Grundstimmung ist durchaus vielen unterschwellig bewusst.
Sie wird jedoch – mindestens im Westen – routinemässig verdrängt, damit man seinen Alltagsgeschäften und -vergnügungen nachgehen kann. Schliesslich hat man noch ein paar Wochen oder Monate Zeit, bevor der Zug der Lemminge den Abgrund erreicht.
Allerdings kann man neuerdings registrieren, dass selbst bei den Mainstreammedien die Unruhe über solche desaströse Tendenz sich gelegentlich (und programmwidrig) Luft macht: wenn etwa in der “Zeit” der ansonsten verlässlich-staatstragende und eigentlich transatlantisch orientierte Kolumnist Thumann die Befürchtung äußert, Bush könne im Mittleren Osten die Welt mit einem weiteren Krieg ins Unglück reißen. http://www.zeit.de/online/2008/23/mittlererosten-kommentar-thumann
Und wenn ebenso staatstragende Aussenpolitiker wie Kissinger oder Joschka Fischer überraschend ( nachdem sie jahrzehntelang geeignete Gelegenheiten hierfür verpassten) nun erklären, zur Sicherheit der Welt wäre es angebracht, die vorhandenen Nuklearwaffen zu beseitigen. Oder wenn man (zwischen den Zeilen) erfährt, dass deutschen Aussenpolitikern die Knie weich werden, wenn sie in Kontakt gebracht werden mit den Absichten der US-Regierung in Konfrontation zu Russland einen geostrategisch destabilisierenden Raketenschild zu installieren – nachdem vor zwei Jahren in einer Studie des Council on Foreign Relations festgestellt wurde, die USA hätten die seit Jahrzehnten angestrebte “nuclear primacy” erreicht, so dass sie schadlos einen Nuklearkrieg im Erstschlag mit Russland und China führen könnten. Festgestellt wurde von den Autoren der Studie auch, dass dies nicht das Ergebnis einer zufälligen Entwicklung sei, sondern gezielter und intensiver Bemühungen der US-Regierung. Neu entwickelte Sprengköpfe könnten nun statt mit einer Wahscheinlichkeit von 12% (zum Ende des kalten Krieges) die Zerstörung russischer Raketensilos nun eine Treffsicherheit von 90 – 98% erreichen, ebenso, wie die Stealth-Technik der B2-Bomber ein weites unerkanntes Eindringen in den gegnerischen Luftraum ermögliche.
http://www.foreignaffairs.org/20060301faessay85204/keir-a-lieber-daryl-g-press/the-rise-of-u-s-nuclear-primacy.html
Das Risiko eines Nuklearkrieges ist heute so hoch, wie seit der Kuba-Krise vor einem halben Jahrhundert nicht mehr, und ein Irankrieg könnte der ungewollt-gewollte Trigger hierfür sein.
Das Risiko speist sich dabei insbesondere aus der Situation, dass die amerikanische Macht im Zusammenbruch begriffen ist, dass wir radikale Neocons an den Hebeln der Macht haben und dass zu den letzten Trumpfkarten, die die Supermacht im Ärmel hat, vorrangig die militärischen zählen: nicht Einsätze am Boden, wie im Irak, sondern durch die nach wie vor ungebrochene globale Dominanz aus der Luft und die der diversen Massenvernichtungswaffen.
Das Aufsetzen von Scheuklappen gegenüber diesen Gefahren ist m.E. heute ebensowenig zielführend, wie es das vor 70 Jahren war. Man wird sie konfrontieren müssen, um zu vermeiden, dass sie eintreffen, um diese Klippen, auf die wir zusteuern, zu umschiffen.
Kein sonderlich populärer Gedanke zugegebenermassen; aber gelegentlich hofft man darauf, dass sich bei den Beteiligten der Drang zum Überleben zurückmeldet, anstatt der Kapelle auf der Titanic eine weitere Zugabe abzuverlangen..
das Problem ist aber doch, das eine Unzahl von Leuten vom Mainstreamtunnel mehr oder weniger direkt auf einen überschaubaren, lauwarmen aber äusserst trüben Abwasserkanal umschalten und sich der losen Sammlung von in zweifelhafter Weise benutzten Comicheftchen zuwenden die sie dort finden …
das liegt natürlich auch an der schieren Menge an ( teils wiedersprüchlichen, teils falschen, teils schwer zu verdauenden ) Informationen die man bewältigen muss ( müsste ) um auch nur ein halbwegs klares Bild der Lage ( immer mit vielen Fragezeichen )zu bekommen – was vermutlich unmöglich ist
so ernst das Thema ist fällt mir zB auf dass es zwischen der Mainstreamschablone ( “Russland hortet die meisten A-B-C Waffen und und verschiebt sie and die pösen Schurken”) und der Warnerschablone (“US Erst- und Finalschlag vor der Haustür”) kaum Zwischentöne oder klatblütige Analysen gibt – von Strategien ganz zu schweigen
dabei wird vergessen dass die glaubhafte Drohung allein schon eine Waffe ist : je irrationaler, aggresiver und (auch selbst-) zerstörerischer die Politik, desto glaubhafter die Drohkulisse sowohl nach innen wie nach aussen. Die Kunst dabei ist wohl, den Bogen nie zu überspannen, noch jemals locker zu lassen
dazu gehört natürlich der ganze “Krieg gegen den Terror” – eine Waffe gegen jeden, einschliesslich der Verbündeten – man droht offen mit Unvorhersehbarem, dazu braucht man sich gar nicht dazu bekennen dieses selbst herbeizuführen, es reicht ja, diplomatisch und medienkompatibel vor möglicher Nichtübermittlung von “Erkentnnissen” zu warnen
@72gwhh
Wieso dies? Die ?Truther-Szene? nimmt doch kein Blatt vor den Mund und hat die Hintermänner bereits ?enttarnt? ? und da ist für jede Weltanschauung und Phantasie etwas dabei: Wall-Street, die Illuminaten, der Vatikan, Big-Oil, die Juden, die Bilderberger und und und für jedes Tierchen sein Pläsierchen.
Das ist natürlich Unfug, erfreut sich im ?alternativen? Netz aber größter Beliebtheit ? wer also nicht Karrieregedanken hat, bei den ?großen? Medien anzufangen, kann mit derlei Schauermärchen viel Popularität gewinnen und sehr viel Geld verdienen. Unterdrückt wird derlei sicher nicht.
So kann man es freilich auch drehen ? ich schätze eher 90% der Blogger/Journalisten halten derlei ?Grenzgängertum? selbst für Unfug.
Was hat Carter denn groß gesagt? Nun mach mal aus seiner berechtigten AIPAC-Kritik keine Offenbarung ? was er sagte, wird in gleicher Art und Form in ?seriösen? US-Medien häufig gesagt ? nur halt nicht von einem Ex-Präsidenten.
Und Perkins etc. pp. sind klassische Whistle-Blower, die freilich auch sehr gut von ihren Erfahrungen profitieren.
Oh ha ? nun vermische mal nicht ernsthafte Journalisten wie Hersh und Fisk oder Wissenschaftler wie Ganser mit Fantasy-Autoren á la Bülow. Das haben die ernsthaften Leute nicht verdient.
Oh, ich habe beispielsweise einen kompletten Artikel von Hersh ins Deutsche übersetzt und eingestellt. Aber die Leute, die immer nur aus dem Zusammenhang gerissene Quick-Facts lesen, neigen idT dazu, seine und andere Berichte in Gruselstorys einzupassen. Hersh und Co sind definitiv keine Kronzeugen der Truther und ihrer Schauermärchen!
Interessanterweise liegt meine Sicht zum US-Iran Konflikt nahezu deckungsgleich mit der Hershs.
Dazu fällt mir nur der alte Geisterfahrerwitz ein ? ziemlich viele Geisterfahrer heute unterwegs, gell? Kann es nicht auch sein das der Realitäts- und Wahrnehmungstunnel von 0,1% der Bevölkerung ein wenig von autosuggestiven Phantasien getrübt ist?
Warum dies? Wer weiß, was ?nationales Interesse? ist, der kann auch mit diesem Versatzstück sprechen und dies auch normal, man nennt dies Euphemismus-Tretmühle. Wenn der Euphemismus sich nicht mehr gebrauchen lässt, gibt´s ein Update.
Aber keinesfalls ? mit mir kannst Du z.B. gerne über ?alternative Erklärungsmodelle? diskutieren. Du musst Dich aber auch darauf einstellen, dass Du Kontra bekommst.
So so ? auch hier im Blog stelle ich immer wieder fest, dass Brzezinski-Zitate ganz einfach aus dem inhaltlichen und v.a. zeitlichen Kontext gerissen werden ? neulich ist mir sogar ein Artikel des durchaus seriösen Jürgen Rose unter die Nase gekommen, der diesen Fehler begeht. Kann man machen, aber wenn man Brzezinski schon auf aktuelle geostrategische Fragen anwendet, so sollte man entweder seine Zitate in den Kontext bringen oder aus seinen neuen Werken zitieren, die auch sehr interessant und zitierwürdig sind.
Deine Befürchtungen und Gedanken kann ich ja auch teilen. Aber letztendlich laufen Deine Erklärungsmuster immer auf das Dogma heraus, Bush und die NeoCons seien Apokalyptische Reiter, die wie Diktatoren agieren könnten und lieber die gesamte Welt zerstören würden, als von den Rudern der Macht zu lassen. Dieses Dogma ist aber in keinster Weise auf die USA des Jahres 2008 anwendbar. Die Jahre der Macht der NeoCons sind bereits vorbei und die meisten ?Irren? wissen das auch. Ob ein ?neues? Amerika so viel anders handeln wird, als die späte Bush-Regierung weiß ich auch nicht. Durch das Ende der Welthegemonie der USA ist die Welt allerdings nicht unbedingt sicherer geworden ? so viel steht fest und auf diese Umstände und die Hintergründe muß man hinweisen. Das versuche ich, das versuchen andere. Panikmache und Schauermärchen verkaufen sich zwar gut und werden sicher auch eher ?geglaubt?, da sie einfacher zu verstehen sind, als die komplexen Zusammenhänge. Mit ?Realität? und ?Wahrheit? haben sie indes nichts zu tun ? sie sind unterhaltsame Fiction und sollten auch als solche konsumiert werden.
auch Joschka Fischer spekuliert zum Thema ( v 30.5. ) :
http://www.dailystar.com.lb/article.asp?edition_id=10&categ_id=5&article_id=92572
@75 Lau Dan
Nö – er spekuliert über einen Angriff Israels, der trotz der nicht vorhandenen Erfolgsaussichten sicher nicht auszuschließen ist. Auch ich traue das Israel durchaus zu.
naja, mein Gemüsehändler sagt Israel, USA, alles die gleiche^^
bin nicht sicher was “Erfolg” in dem Fall bedeutet, wenn damit einzelner Luftschlag ohne eigene Verluste gemeint ist, sollte technisch machbar sein
aber das ist wohl nicht mit “Erfolgsaussichten” gemeint
@77 Lau Dan
Da fällt mir nur ein, Gemüsehändler bleib bei Deinen Gurken ;-)
Dass ein einzelner Luftschlag (in der Tradition Osirak) erfolgreich sein könnte, bezweifeln alle Experten und solche, die sich dafür halten. Und mit “erfolgreich” meine ich damit die ernsthafte Störung des iranischen Atomprogramms. Die unterirdischen Anlagen können nicht zerstört werden und wichtiger als die Anlagen ist das Know-How. Da Iran ja auch nachweislich kein militärisches Atomprogramm betreibt, ist auch unklar, was überhaupt bombardiert werden soll. Würden die Israelis russische AKWs bombardieren, gäbe dies einen kleineren Eklat. Obwohl die Russen sich eigentlich freuen könnten, da sie so ein neues Projekt hätten.
Leider gibt es neue Hinweise darauf, dass die gestreuten Befürchtungen berechtigt sind:
Hier http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E8D60EC6B498C4296B0CEBC6B60F5351C~ATpl~Ecommon~Scontent.html http://www.faz.net/p/Rub867F03D44419425ABE6DCC0E9D5A8505/Dx1~E463f3008958518f7a502ec5d13fd761e~ATpl~Ecommon~Scontent.html wird wieder für den Krieg getrommelt und auch der nette Herr Morris, der einen Nuklearangriff für eine angemessene Antwort hält (und u.a. damit bekannt wurde, dass er ethnische Säuberungen in großem Stil befürwortet) erhält bei der FAZ sein Forum http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EECA610F4C510438B915BFE029B42C456~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Typisch wieder einmal die einschlägige Verdrehung der Realitäten zugunsten der Kriegstreiber: von “Mit Nuklearwaffen gegen die Mullahs” ist die Rede.
Dass nachher wahrscheinlich nicht die Mullahs tot sind, dafür aber Millionen einfache Iraner, von denen viele vermutlich nie Ahmadinedschad gewählt haben, wird sorgsam übergangen (die amerikanischen “Physiker in sozialer Verantwortung” haben ebenso, wie IPPNW eruiert, dass insbesondere durch den zu erwartenden nuklearen Fallout, auch bei nur wenigen kleinen Atomsprengköpfen eine 7-stellige Zahl an Opfern zu erwarten ist.
Im Übrigen bleibt festzustellen, dass die Wahrnehmung, mit den Neocons und ihrer Radikalität sei es vorbei, eine Fehleinschätzung ist.
Richtig ist: alle distanzieren sich heute von Bush, der inzwischen als Versager gilt.
Die Neocons haben nun zum erheblichen Teil die Partei gewechselt und tummeln sich unter den Demokraten.
In gewissem Umfang erfolgte das bereits vor 1 1/2 Jahren im Vorlauf der Kongresswahl 2006.
Unter den Demokraten machten sich die sogenannten “blue dogs” breit, die aussenpolitisch wenig von Bush und seinen Kumpanen trennt und die dafür sorgten, dass trotz demokratischer Mehrheit noch fast jeder Kriegsetat nach Bush’s Wünschen durchgebracht wurde.
Für ihre Platzierung / Nominierung sorgte der führende demokratischen Funktionär und Israel-Freund Rahm Emanuel, der hinter den Kulissen die Strippen zog und erreichte, dass nur wenige Kriegsgegner durch die Maschen rutschen konnten. Da gibt es noch viele, die sich gern darum kümmern, dass die israelischen Militaristen und ihre Lobbyisten bei der AIPAC nicht länger als unvermeidlich darum bitten müssen, dass ihre Wünsche erfüllt werden.
Zu ihnen gehört u.a. auch Joe Lieberman http://www.huffingtonpost.com/2008/06/04/lieberman-carries-mccains_n_105179.html , der zusammen mit Hillary Clinton zur Freude von Bush und Cheney die aggressive Anti-Iran Resolution im vergangenen Jahr einbrachte.
Allein auf Huffington Post finden sich Dutzende wenn nicht Hunderte von Beiträgen, die die Position der Demokraten für oder gegen einen Irankrieg erörtern: eine deutliche Mehrheit gegen einen Krieg ist dort nicht zu erkennen – jedenfalls nicht unter den Führungskadern der Partei.
Es ist bekannt, dass die militaristische AIPAC jeden Politiker in die Zange nimmt, der nicht bereit ist, ihre Positionen zur militärischen und politischen Stärkung Israels zu unterstützen.
Oder Alan Dershowitz, auch Demokrat, einer der aggressivsten Irankriegs-Befürworter, der den Geheimdienstbericht als Unfug abgetan hat und dessen Attacken in der Partei gefürchtet sind.
Er bewegt sich im Mainstream der Demokraten, schreibt selbst auf Huffington Post (http://www.huffingtonpost.com/alan-dershowitz/targeting-mugniyah-was-th_b_86776.html) und hat die Geheimdienste massiv angegriffen, als sie mit dem NIE-Report Bush die Argumente für einen Krieg genommen hatten.
Zur festen Verankerung der Kriegsbefürworter bei den Demokraten (besonders mit Hillary Clinton) auch hier: http://www.counterpunch.org/frank01032006.html
Dass sie nun wohl als Präsidentschaftskandidatin aus dem Rennen ist, bedeutet nur, dass die Kriegstreiber / AIPAC nun um so intensiver Obama in die Zange nehmen werden bzw. Bush/Cheney, die ihre Absichten, diesen Krieg zu führen, deutlich genug haben erkennen lassen, Massnahmen treffen, vollendete Tatsachen zu schaffen, die auch Obama zur Fortsetzung der Kriegspolitik zwingen.
Ob Eisenhower im Jahr 1960 oder Gore Vidal anlässlich Bush’s Machtübernahme vor 8 Jahren haben Insider der US-Politik immer wieder die dominierende Rolle des militärisch-industriellen Komplexes herausgestellt und vor ihrem zerstörerischen Einfluss gewarnt.
Zwei sehr gute Artikel auch in JW dazu : meines Erachtens in historisch klarer und begründeter Zurückhaltung.
http://www.jungewelt.de/2008/06-06/029.php
http://www.jungewelt.de/2008/06-06/063.php
Infokrieg.tv wurde seit heute von der Staatsmafia gesperrt.
@benötigt
Der Kosovo hat die Infokrieger “gesperrt”? ;-)
Habe keine Meldung gefunden, die das bestätigen könnte.