Wir sind nicht eure Geldautomaten – Teil Zwei
geschrieben am 13. Juli 2010 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Wolf Wetzel
Teil Eins erschien am 19. Juni auf dem Spiegelfechter
Wir haben analysiert und vorhergesagt. Wir haben gewarnt und lange gewartet. Wir haben gehofft, gefordert, wir haben demonstriert. Es wird Zeit, dafür zu sorgen, dass das nicht eintritt, was wir alle nicht anders erwartet haben. Es wird höchste Zeit, nicht länger in eine andere Richtung zu zeigen – wir müssen sie selbst ändern.
Der Ball rollt … und hat die Mittellinie überschritten
Am 3. Juli 2010 fand in Frankfurt die von der ›Aktionsgruppe Georg Büchner‹ initiierte erste Konferenz statt. Wichtigstes Anliegen war, zuallererst in der Region eine möglichst breite Unterstützung für den Aktionsaufruf zu bekommen, mit dem Ziel, im Herbst eine Zentrale des Finanzsektors für einen kompletten Arbeitstag zu blockieren. Trotz des sehr kurzen Vorlaufs beteiligten über 50 Personen und AktivistInnen aus 29 Organisationen an dieser Konferenz.
Vorstellung der Aktionsgruppe Georg Büchner
»Wir haben uns im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung des Blockade-Konzeptes in Dresden 2010 gegen den geplanten Neonaziaufmarsch (mehr) kennen gelernt. Zum einen gefiel uns allen, dass politische Spektren zusammengearbeitet haben, die ansonsten recht getrennt agieren und viel Energie darauf verwenden, sich voneinander abzugrenzen. Die Erfahrung, dass unterschiedliche politische Konzepte und Vorgehensweisen nicht gegeneinander stehen müssen, sondern sich über ihren gemeinsamen Kern definieren und finden, war für uns alle wohltuend und produktiv.
Gleiches galt und gilt für eine politische Praxis, die nicht das eigene (favorisierte) Vorgehen durchzusetzen versucht, sondern das Gemeinsam-Mögliche. Die Intension möglichst Viele für möglichst wenig Symbolpolitik zusammenzubringen, hat uns allen aus dem Herzen gesprochen. Die Verhinderung des Neonaziaufmarsches an Ort und Stelle hatte oberste Priorität, die Mittel, dies durchzusetzen, orientierten sich an dem Zutrauen Vieler und an dem Ziel, möglichst Vielen eine Teilnahme zu ermöglichen. Politisch und strategisch bedeutet das für uns, dass wir Masse und Entschlossenheit, Breite und Radikalität nicht für Paradoxien halten, sondern für den Ausgangspunkt eines politischen Konzeptes, mit dem Ziel, sie miteinander in eine Dynamik zu versetzen.
Auf der Strategiekonferenz in Jena reifte schließlich die Idee heran, dieses politische Konzept auf andere soziale Felder zu übertragen – vor allem angesichts der gemeinsamen Unzufriedenheit über den Verlauf der gut begonnenen Kampagne ›Wir bezahlen nicht für eure Krise‹ 2009.«
Die sich daran anschließende Vorstellungsrunde der Anwesenden ergab eine beeindruckende Breite, die von lokalen Gruppen wie AKU Wiesbaden, ANK, Rhein-Main Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglohn, über ATTAC, DKP, die LINKE, Solid, LINKE.SDS, Marx21/Die LINKE, Verdi Erwerbslose, JungdemokratInnen/Junge Linke, bis hin zu Gruppierungen aus dem antifaschistischen Spektrum (ALB, Antifa-KOK) reichte.
Vorstellung des Aktionskonzeptes
Aufgrund der vielen Rückmeldungen, die ihre prinzipielle Zustimmung, als auch ihre Kritikpunkte formulierten, stellte die ›AG Georg Büchner‹ einige Ergänzungen der sich anschließenden gemeinsamen Diskussion voran. Dabei ging es darum, den Kritiken an zwei zentralen Punkten Rechnung zu tragen:
1. Spektakel oder Auftakt zu einer dauerhaften, hartnäckigen Betriebsstörung
»Die AG Georg Büchner hat sich absichtlich nicht für eines der vielen repräsentativen Events in der Banken- und Business-Welt entschieden, sondern für den Normalbetrieb von Geschäfts- und Investmentbanken. (Haupt-)Ziel ist es also nicht, die Repräsentanten zu stören und deren (Negativ-)Image zusätzlich zu schädigen, sondern der Wertschöpfungskette in die Quere zu kommen.
Im Kern geht es um einen Streik, einen gesellschaftlichen Streik, der den ›Betriebsfrieden‹ aufkündigt, in dem wir uns als ihren Mehrwert, als Quelle ihres Reichtums verweigern. In einer Wirtschaftsordnung, die uns nur als ›Kostenfaktoren‹ führt, wollen wir den Preis erhöhen – und in aller Bescheidenheit hinzufügen: Angesichts eines selbst erwirtschafteten Schaden von über einer Billion Euro, stellt jeder Tag, an dem dieses Bankengeschäft ruht, kein Verlust, sondern ein gesellschaftlicher Gewinn dar.
Bei der Überlegung, mit diesem Aktionsvorschlag dezentral oder bundesweit zu beginnen, entschieden wir uns für einen bundesweiten Auftakt: Wir glauben, dass ein bundesweites Startsignal, das erfolgreich ist, die lokalen und regionalen Gruppierungen stärkt, ähnliche Aktionen in ihrer Stadt, in ihrer Region zu planen und durchzuführen. Unser Ziel ist also nicht ein einmaliges Erlebnis, ein einmaligen Kraftakt, sondern eine Initialzündung für eine Kettenreaktion. Ein Lauffeuer, das sich nicht über gute Absichten, sondern über den gemeinsamen Erfolg ausbreitet.«
2. Die Bedeutung der im Aufruf genannten Forderungen
»Die ersten Reaktionen darauf sind erwartet widersprüchlich: Für die einen sind sie (zu) reformistisch (Transaktionssteuer), für die anderen sind sie illusorisch (30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich). Wir möchten bei dieser Betrachtungsweise zu bedenken geben, dass wir selbst für die bravste Forderung keine Handlungsmacht haben, d.h. wir sind zur Zeit in einer Situation, in der wir keine dieser Forderungen erzwingen können.
Die hier aufgeführten Forderungen richten sich also weniger an die herrschende Politik, sondern vor allem an den Kreis derer, den wir erreichen wollen. Sie markieren die politischen Spektren, das wir zusammenbringen und gewinnen wollen – unabhängig von den politischen Differenzen und Zielen, die mit diesen Forderungen skizziert werden.«
Die Antworten auf die Frage, ob ein Aktionsaufruf zur Blockade für einen Tag eine Initialzündung sein könne, mussten verständlicherweise vage und spekulativ bleiben. Denn diese Frage wird weniger durch die Willensbekundungen der jetzt Beteiligten entschieden, vielmehr durch den Umstand, ob diesem Aktionsaufruf am Tag X auch viele, sehr viele folgen werden. Es werden nicht die gute Intentionen sein, es wird der gemeinsame Erfolg sein, der dafür sorgt, dass dieser Aufruf ein bundesweites Lauffeuer auslöst. Zum anderen liegt die Dynamik und Kraft dieses Aktionsaufrufes nicht alleine in den Händen der Beteiligten. Sie werden nicht unwesentlich von Ereignissen beeinflusst sein, die dem Tag X vorausgehen werden, wie z.B. der ›Bankenaktionstag‹ am 29. September, der von ATTAC/Krisenbündnis dezentral geplant wird, oder der Generalstreik in Spanien, der für September angesetzt ist. Dass es außer in Deutschland zu weiteren Generalstreiks in Italien, Frankreich, Griechenland etc. kommen wird, ist mehr als wahrscheinlich … was den Mut stärken könnte und sollte, auf die in Deutschland (eher) ausbleibenden betrieblichen Streiks mit gesellschaftlichen Streikformen zu antworten.
Die Radikalität des Aktionsaufrufs misst sich nicht an den Forderungen, sondern an der verabredeten und umgesetzten Praxis
Verständlicherweise entzündete sich entlang der im Aufruf ›angebotenen‹ Forderungen die (versteckte) Grundsatzfrage, ob man das kapitalistische System retten, bändigen, menschlicher machen will (und kann) oder ob es um eine grundsätzliche Systemkritik, um einen politischen Handlungshorizont geht, der über darüber hinausweist. An der im Aufruf genannte Forderung ›500 Euro Hartz-IV-Eckregelsatz‹ (ohne Miete) wurden diese politische Unterschiede recht deutlich: Für einen Teil der DiskutantInnen zielt die Erhöhung des Regelsatzes auf eine spürbare (und erreichbare) Verbesserung der Lebenssituation, für andere bedeutete diese Forderung eine Anerkennung der Hartz-IV und Agenda 2010-Logik, die sie nicht erträglicher machen, sondern brechen wollen, z.B. durch die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Angesichts der fehlenden Handlungsmacht, die Einlösung der einen oder anderen Forderung erzwingen zu können, werden diese politischen Differenzen ihren Raum und ihren Platz behalten.
Die Qual der Wahl: Eine ›systemrelevante Bank‹ oder die Börse?
Die Aktionsgruppe Georg Büchner stellte dazu zwei Plädoyers zur Diskussion:
Das erste sprach sich für die Frankfurter Börse aus, da sie ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal besitze: Die Frankfurter Börse ist als mediales Bild (›Börse Im Ersten‹) allen präsent, sie ist die wichtigste Börse in Deutschland und eigne sich als bundesweiter Kristallisationspunkt besser, als eine ›systemische‹ Bank, die in fast allen Städten zu haben ist.
Das zweite Plädoyer sprach sich für eine der ›systemischen‹ Banken aus:
»Während die Deutsche Bank eine besondere Rolle bei der Abwicklung der HRE-Krise übernahm und hier exemplarisch erpresserisch agierte, kam sie selbst ohne Staatsknete aus. Ihr Chef Josef Ackermann ist für viele Menschen das Gesicht der Finanzkrise. Die beiden Banktürme in Frankfurt sind als Bild bundesweit bekannt. Und die Deutsche Bank hat eine große Rolle bei der Durchsetzung des Sparkurses in der Griechenland-Krise gespielt.
Die Commerzbank spielt eine ähnlich herausgehobene Rolle wie die Deutsche Bank, konnte aber die Finanzkrise nur Dank Milliardenhilfe des Bundes überleben. Sie ist quasi teilverstaatlicht und ein gutes Beispiel für die Devise: ›Verluste verstaatlichen, Gewinne privatisieren‹. Zudem spielt die Commerzbank eine zentrale Rolle im ›Celler Trialog‹, weshalb sie auch aus antiimperialistischer und antimilitaristischer Sicht ein herausgehobenes Ziel bietet.«
Am Ende der Diskussion ergab das Stimmungsbild, dass eine Entscheidung über ›offen lassen‹ und Commerzbank (als ›systemische Bank‹) erst auf der Aktionskonferenz getroffen werden soll.
Countdown
Angesichts des übergroßen Votums für das Aktionskonzept und für den Aktionskonsens wurde die Taktung bis zum Tag X festgelegt:
Die Aktionskonferenz in Frankfurt wird am Samstag, den 21. August 2010 stattfinden.
Der Tag X wurde auf den Montag, den 18. Oktober festgelegt.
Der Zug ist nicht abgefahren. Er hat den Bahnhof mit offenen Türen verlassen. Er wird in Gedanken noch öfters anhalten, er wird ganz sicher noch einmal einen längeren Zwischenstopp (Aktionskonferenz) einlegen. Es ist Zeit, einzusteigen. Wenn es eng wird, sind wir auf dem besten Weg.
Der Zug hat den Bahnhof verlassen … er wird sein Ziel erreichen, wenn viele die Orte der Kritik, Resignation und des Zweifels verlassen, um im Zug Platz zu nehmen, um Aufzustehen.
Es gibt überhaupt keinen Grund, damit bis zur letzten Sekunde zu warten.
Wer mehr Information sucht, der möge sich hier umsehen:
Wolf Wetzel

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Prima, das jetzt nicht nur darüber gesprochen wird, etwas zu verändern, sondern das jetzt Taten folgen werden. Ich habe heute meine Fahrkarte für diesen Zug gelöst!
Schön zu sehen, dass die Erzähltechnik des “stream of consciousness” immer noch Nachahmer findet. Also, für die Leser ist das natürlich weniger schön, aber als Germanist freut mich das.
Die Banker werden sicherlich zittern vor Angst über diese Aktion.
Kann man die Aktion nicht auf ein Wochenende legen? Dann könnte ich meine Schwester in Berlin mal mit dem Auto besuchen. Die ganzen Berliner Auto-Zerstörerer sind ja dann in Frankfurt.
Übrigens sind die meisten Büros der deutschen Börse heute in Eschborn. Zumindest gabs da vor 2,5 Jahren ziemlich weit gediehene Pläne als ich da mal als IT-Consultant was zu tun hatte.
Ich wünsche jedenfalls der Polizei eine ruhige Hand am Wasserstrahl und einen kräftigen Arm am Schlagstock, um etwaige Übertretungen des gültigen Demonstrationsrechts seitens der Demonstranten effektiv eindämmen können.
Hallo,
@Wolf Wetzel:
wieso hat auf meine mail niemand geantwortet?!?
Ich suche einen Halb- oder auch Ganztags-”Job” während des Winter-Semesters in der Orga der Georg Büchner Gruppe!!
Die einmalige Chance für euch und für mich – ich kann mir das leisten (aufgrund des eh notwendigen studien-begleitenden Praktikums) – wieso könnt ihr nicht über euren Schatten springen..?
p.s. ich bins langsam satt – jedem hinterher zu laufen, um mich irgendwie im “Widerstand” nützlich machen zu können … erst sagt attac ab, KOPP-Verlag haben auch kein Interesse an nem Praktikanten o.Ä. und Georg Büchner Truppe antwortet gleich gar nicht – und dann wundert sich alle Welt noch, wieso NICHTS passiert & nichts voran geht..na prost mahlzeit^^
gehen Sie noch mal zur Materialausgabe für Pfau-Männer, 2-ter Stock. Lassen Sie sich dort noch mal den Ordner mit dem Infomaterial aushändigen.
Es ist halt so wie es ist. Ins Belgische Pöstchenjäger Bataillon “Schwarz-Gelb-Dunkelrot” des NRW Landtages kann ja auch nicht jederman einfach so hereinspazieren. Da sind vorher Sondierungsgespräche und Vereinbarungen üblich.
Ist zwar nicht Hauptthema des Beitrags, doch ohne die Amis und ihre AIG hinge auch eine Deutsche Bank ebenfalls an Merkels Krückstock.
Through three separate types of transactions, Goldman received an aggregate $12.9 billion. Among European banks, SocGen was the biggest recipient at $11.9 billion, Deutsche got $11.8 billion and Barclays was paid $8.5 billion.
Irgendwie erinnern die an das WTC…
Freu Dich doch, Stephan, viele andere bleiben unfreiwillig hungrig. :(
Die Kapitalfaschisten werden nicht zulassen das man ihnen was nimmt.
Haben ja genug Geld um dieses zu verhindern… :-(
Ihr solltet lieber anfangen eigenes Geld zu drucken.
Und mit ehrlicher Arbeit geht das definitiv nicht.
Grünes Gold… ;-)
Mlg
In Ermangelung echter Terroristen, wird man sich wahrscheinlich bald Dir widmen.
Ich muss wohl niemanden an Andrej Holm erinnern.
/Popcorn
Danke @SF und Wolf.
Besonders gefällt mir, dass die Gruppen sich endlich zur gemeinsamen Tat bei unterschiedlichen Zielen durchringen können. Dort vor Ort gibts bestimmt trotzdem heiße Debatten. Sorgen mache ich mir – genauso wie Lemmy – um eine Strategie, die einen friedlichen Verlauf wahrscheinlich macht. Kann mir kaum vorstellen, dass die Polizei so passiv bleibt, wie in Dresden.
Wut, grenzenlose Wut – aber was ist zu machen?
Schon Kohl hatte alle Probleme erfolgreich ausgesessen und inzwischen ist unsere Rechtskultur auf einen Stand zurück gegangen, dass es ein leichtes für die Finanzindustrie im Verbund mit der Stimmungsmache der Medien, der Regierungen und den vielen nützlichen Idioten, die „nur ihre Pflicht machen“, jeden Widerstand gegen diese Finanzverbrecher zu kriminalisieren. Eine kurzfristige Aktion bringt nichts. Es sollte ernsthaft überlegt werden, wie die Finanztransaktionen für eine längere Zeit nicht durchgeführt werden können.
Es wird leider nur symbolisch sein……………
Mir scheint das ein oberfaules Ei zu sein.
Die Geschäfte einer Bank zu stören, heißt vor oder in einigen Filialen Radau zu machen. Das werden die kapitalistischen Medien entsprechend rüberbringen. Abgesehen davon, dass die Zahl der Leut, die bei sowas mitmachen, dann noch schneller gegen Null geht, als bei den gewohnten Demos.
Richtig wäre es nach meiner Ansicht, die zentralen Demos vor dem Reichstag oder in Frankfurt am Römer in den Sommermonaten Woche für Woche durchzuziehen. Mit Musik und Würstchen und Bier bei blauem Himmel und Sonnenschein, also nicht im Winter, wie hier jetzt wieder abzusehen. Die Bevölkerung ist nicht blöde, hat aber sicher keine Lust auf Demos bei Schnee und Eis und mit der Gefahr, sich dabei gleich mit irgendwelchem Quatsch wie der Störung des Filialbetriebs von irgendeiner Bank strafbar zu machen.
Wenn ich mir die beteiligten Gruppen so anschaue, werden wohl die Leute von der Antifa hier das Ding in die verkehrte Richtung drehen wollen. Die haben bekanntlich sehr gute Beziehungen zu den USA, wenn man das so sagen darf. Seit wann ist die Antifa eigentlich gegen den Neoliberalismus oder gar gegen das Finanzkapital? Die halten das doch eher für “strukturellen Antisemitismus”? Jedenfalls bisher, vielleicht haben die US-Organisationen da neue Parolen an ihre Freunde ausgegeben.
Also das würde ich doch gerne einmal genauer erläutert bekommen.
Abgesehen davon gibt es nicht “Die Antifa”. Die “Antifas” die ich bisher kannte, sind eher in losen Gruppen organisiert als in einem durch die USA gelenkten Dachverband.
Und wer sind bitte “(…)die US-Organisationen”, die “da neue Parolen an ihre Freunde ausgegeben” haben?
Im ersten Absatz gebe ich dir recht, für einige Leute ist es sicherlich das naheliegendste, vor oder in einer Bank zu randalieren, wenn man das Ziel hat, den dortigen Geschäftsbetrieb zu stören.
Aber auch solche Dinge können vorher entsprechend kommuniziert werden.
@Keynesianer
Mach Dich mal schlau, anstatt hier wild zu spekulieren! Das wirkt schnell peinlich.
Falls das wirklich eine Straftat sein sollte … – man wird ja wohl noch Fillialen beim Betrieb stören dürfen. Ich befürchte es ist aber eine Ordnungswidrigkeit… Juristen in der Nähe?
Anyway – vom Staat ist genau nichts anderes zu erwarten, als das Kapital zu schützen, daher ist diese Konfrontation zwangsläufig – da braucht man keinen Schwarzen Block, da reicht es schon, wenn Demonstranten etwas weniger Handzahmes verlangen, als ein höheres Almosen…
Was mich wundert: wo sind die ganzen Weltverbesserer geblieben, die sich sonst so hier rumtreiben? Ist euch das ne Nummer zu konkret? Wie Wolf schon schrub: es soll ein breites Bündnis werden … links der Linken ist noch viiieeel Platz :-)
Na, ich kenne halt “die Antifa” aus dreißig Jahren Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus, kann das aber aus verständlichen Gründen nur entsprechend andeuten. Bisher war es jedenfalls so, dass Kritik an den Notenbanken wegen Hochzinspolitik wie generell die Kritik an den Banken und dem Finanzkapital von der Antifa wie von den üblichen Marxisten ganz brutal als “struktureller Antisemitismus” verteufelt wurde. Das läuft so ungefähr seit 1978/80 mit der Volcker Rezession, die von denen als die unvermeidliche Krise des Kapitalismus bejubelt und gefeiert wurde, während sie den Keynesianern in den Rücken gefallen sind.
Man solle lieber erst mal die Wertform analysieren, auf die Weltrevolution warten und vor allem die bösen Nazideutschen bekämpfen. Einige führende Stichwortgeber der Antifa haben als erklärte “Marxisten” Lehrstühle an der Uni in New York und in Chicago, zum Beispiel. Da wird man sich dann seinen Teil denken dürfen oder dumm sterben müssen.
Und ich glaube eben nicht, dass die Störung des Filialbetriebs derart kommuniziert wird, dass es nicht eine Einladung für die kapitalistischen Massenmedien sein wird, jede Opposition gegen Banken und Finanzkapital zu kriminalisieren. Das wird das Ergebnis sein und das ist mit solchen Aktionen auch gewollt. Arme Oma steht am Bankschalter und kriegt kein Geld ausgezahlt, weil die linken Spinner den Betrieb gestört haben. So wird das dann in BILD und SPIEGEL und ZEIT zu lesen sein. Arme Oma braucht das Geld dringend für ihre Medikamente..
Irgendwie bist du ganz dolle wirr in deinen historischen Einordnungen, Wertungen und Betrachtungen. Da stimmt gar nichts, weder vorn, noch hinten und in der Mitte schon gar nicht.
Das ist alles sehr verwirrend und wir müssten in die Zeit des preußischen Innenministers Ferdinand von Westphalen und seines Schwagers Karl Marx zurück gehen, um es etwas aufzuhellen. Die Dinge sind oft anders, als man sie in den Schulen lehrt. Da ich auch davon überrascht wurde, wie sich der Marxismus in den letzten dreißig Jahren entpuppt hat, als Beispiel nenne ich nur die “Wertkritik”, bin ich der Sache halt mal nachgegangen. Falls jemand hier das “Kapital” gelesen hat und damit nichts anfangen konnte, obwohl der Verfasser doch selbst noch den kapitalistischen Medien als tiefer Denker und gefährlicher Kritiker des Kapitalismus gilt: Nein, es gibt damit nichts anzufangen und genau das ist der Grund, warum Marx heute sogar von der neoliberalen ZEIT noch propagiert und belobhudelt wird. Es stimmt halt vieles nicht, was dem Publikum erzählt wird.
Wie beruhigend zu sehen, dass nicht nur bei den Rechten allerlei Politiker, die jungenhafte Pubertät bis ins hohe Alter ausdehnen (70jährige Parteichefs mit 29jährigen Praktikantinnen u.v.a.), nein auch bei den Linken bleibt die Kindergartentradition von “breiten Aktionsbündnissen” zwischen DKP, AKP, MLYX, PRO…, CONTRA, VERDU, VERDIE etc.pp. immer noch erhalten. Auch dem so energiegelandenen Tom Sayer-Abenteurer-Gen (“Aktionstag”…) ist man scheint´s immer noch nicht entwachsen. Das ist alles sehr amüsant anzuschauen. Nur, dass leider auch noch dieser grottengrausige Schreib- und Formulierstil das Volljährigkeitsalter der Autoren überlebt hat – das erfreut wirklich nur den Agit-Prop Germanisten. Normale Leser, die nicht nur biologisch gealtert sind, sondern ihrem Leben auch Lernen hinzugefügt haben, die nervt das eher.
Eigentlich sollten ja eher verantwortliche Institutionen, wie in Davos, behindert werden, nicht selektiv irgendwelche Profiteure dieser Freihandels Idiotie. Die richten sich eben so ein, wie es politisch gewollt ist, wie alle. Das ist aber wohl dadurch, dass solche Orte stärker abgeschirmt sind als jedes Parlament, wesentlich schwerer.
Ist für mich die entscheidende Frage, demonstriert man ohne Erfolgsaussichten gegen die einzelnen Symptome, oder bekämpft man ihre Ursache.
Was ihr fordert können die Politiker garnicht machen, es ist unter diesen Rahmenbedingungen schlecht – selbst für diejenigen, denen man wohl helfen möchte, jedenfalls mittelfristig.
Durch den Freihandel ist unser Wirtschaftssystem nuneinmal so eingestellt worden, dass alles soziale, jeder nicht wirtschaftlich verwertbare Fortschritt, ein dicker Wettbewerbsnachteil ist. Es geht nur nach unten, wer sich weniger daran anpasst, verliert am meisten. Sozial ist in diesem System Asozial, Asozial ist Sozial. Jegliche positiven Auswirkungen einer Marktwirtschaft zugunsten kurzfristiger Gewinne winziger Bevölkerungsteile ausgeschaltet worden.
Bei der ganzen Diskussion um die Finanzkrise und deren Schuldigen wie auch der Menschen, die weltweit ihren Job ( wie auch ich ) durch diese Schweine verloren haben, bin ich mir sicher, dass ein Wille zu Aktionen da ist, nur der Mut sie umzusetzen fehlt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in GB, Spanien und auch in den USA. Dort könnten mehrere Millionen aufstehen und sich lautstark dem Protest anschliessen. Tun sie aber nicht. Resignation überall. So erscheint es mir.
Nach dem Lesen der Beiträge zu Themen wie Leistung vom Staat, Gehaltskürzungen, Kassenbeiträge und auch der Finanztransaktionssteuer bin ich sehr verwirrt. Warum ist der Widerstand so gering? Klar, wir sind so erzogen bzw. so geformt worden. Über all die Jahre durch unser System. Annehmen, hinnehmen und weiterschlafen. Der eigene Geist ist nicht mehr in der Lage zu unterscheiden, wo der Verrat am Volk beginnt, da bereits das System so fest in uns steckt, dass wir es nicht mehr von uns lösen können. Das Geld. Es ist unsere tägliche Luft, mit der wir alle Leistungen bezahlen und ohne die wir verhungern würden. Also tun wir alles, um es zu beschützen.
Wir akzeptieren sehr schnell neue Gesetze und wehren uns nicht dagegen. Warum auch? Weil wir sie meist nicht verstehen und uns nicht ausmalen können, welche Tragweite das für uns hat. Wie schnell wurde der Rettungsfond abgesegnet? Innerhalb eines Tages! Die Reaktionen darauf? Fast Null. Ausser einigen kritischen Stimmen, welche schnell verstummten. Danach ging`s weiter mit anderen Themen.
Die Ankündigungen der Gewerkschaften im Herbst gegen das Sparpaket zu demonstrieren sehe ich als Nebelkerze. Ebenso die Linken Gruppierungen, welche sicherlich wieder mit dem Schwarzen Block geschmückt sind – also, es werden mal wieder nur die üblichen Verdächtigen mitmarschieren. Wo aber bleibt der Geringverdiener, der Benachteiligte der Republik? Auch Betroffene, wie ältere Arbeitnehmer, welche aus Jobs herausgemobbt werden da sie zu alt geworden sind. Ich muss unweigerlich an einen Beitrag des Japanischen TVs denken, wo es um ältere Arbeitnehmer in Japan ging und deren Probleme, im Alter ( +50 ) noch Arbeit zu finden. Also nicht nur bei uns ein Thema.
Merkel und Co. können weiter so grinsen, wie es ihnen passt ( auch wenn ich gerne mal dazwischen hauen würde ). Sie wissen um die Zurückhaltung im Volk und das die Bürger hier nicht laut schreien werden. Viele Bürger denken sicherlich, diese Krise meistern wir schon. Nur am Ende des Weges steht kein Baum mehr, kein Schild, kein Hinweis. Dort ist Leere angesagt. Abgrund, Tiefe und Schwärze. Ein Nichts.
Weder die Linke noch die SPD werden in Zukunft dieses Land in die richtige Richtung lenken. Dafür sind sie nur Mitläufer. Die Entscheidungen werden ganz woanders getroffen, in abhörsicheren Zimmern weit weg vom Volk und Mainstream Medien. Diese sind bereits fest im System integriert, sich so zu zeigen und so zu berichten, wie es gewünscht ist. Nach den Regeln der Mächtigen. Uns, dem Volk, sollte bereits beim Lesen der Meldungen eine rote Lampe aufgehen. Leider ist auch dies nur Wunschgedanke.
@R. Winter: Kohl hat keine Probleme ausgesessen. Das wird imho stets falsch kolportiert. Der hat seine Gegener aus der Deckung kommen lassen, geschaut wie sie sich positionieren, dann seine Truppen entsprechend geordnet und nach Kenntnis der Mehrheitenlage dann gehandelt. Das dauert eben seine Zeit. Funzt auch gut in ruhigen Zeiten. Sein “Mädchen” praktiziert das ebenso. Erst schauen wie sich die Lager formieren und wie man weiterhin als Auge auf der Suppe schwimmen kann. Nur hat sie nicht die Zeit ihres Ziehvaters. Sie hat das falsche System im Repertoire. Zur falschen Zeit am falschen Platz.
Zum Thema: das wird medial untergebügelt, womit wir imho das eigentliche Ziel im Auge hätten. Warum nicht mal ne Demo aufm Radarberg oder in Mainz? Warum keine Blockade von ARD und ZDF? DIE streuen uns doch täglich Sand in die Augen. Und als potenzielle GEZ-Zahler haben wir sogar einen moralischen Anspruch auf deren kritische Berichterstattung. Und die Aufmerksamkeit wäre nicht unterzubügeln. Spätestens, wenn 20Uhr nur noch das Testbild kommt.^^
Das ist ein sehr guter Vorschlag von Sven. Die mit unseren Zwangsgebühren finanzierten Sender machen seit Jahzehnten in ihren Talk-Shows neoliberale Propaganda mit den immer gleichen Figuren von der INSM und das noch zu den besten Sendezeiten. Da wäre doch mal Bildstörung und Umschaltung auf die Demonstranten vor dem Sender angesagt. Das ist eine wirklich gute Idee und man vergleiche das mit dem Blödsinn, Filialen der Dresdner Bank an der Arbeit zu hindern.
Es ist gar nicht so schwer, die richtigen Ideen zu haben. Es sind nur in den führenden Zirkeln so viele, die insgeheim für das System arbeiten.
Das Ziel des Aufrufs erinnert mich an etwas.
1. Regel: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!
2. Re….
Der Widerstand in Deutschland ist deshalb so gering, weil es den meissten noch gut geht, zumindestens glauben diese das.
Es ist ein Mischmasch aus Angst, Obrigkeitshörigkeit und und dem Wunsch zur Elite zu gehören, welches von den Medien auch noch befeuert wird (ja achc ein gewissen Maß an Dummheit/Irgnoranz gehört dazu, aber darauf will ich nicht eingehen, das sprengt den Rahmen).
Angst vor Hartz4, Angst vor Terror, Angst vor den Linken, Angst ein Aussenseiter/Verschwörungstheoretiker usw. zu sein.
Obrigkeitsdenken, weil Deutschland ja so super durch die Krise gekommen ist, weil die Arbeitslosigkeit ja fällt, weil die Deutschen ja als einzige haushalten können, weil es so in dem Lehrbuch steht und all die Experten es sagen, “weil die oben ja schon irgendwie und zum größten Teil das Richtige tun.” (von den ganzen Berichten über die natürliche und angeborene Anmut des Adels, rede ich erst mal nicht^^ )
Der Wunsch sich anderen überlegen zu fühlen ist in (fast) jedem Menschen vorhanden und besonder bei den Deutschen. Dazu gibt es – sehr vereinfacht gesagt – 2 Wege. Einmal ernidrigt man den anderen (Sozialschmarotzer, unwertes Leben usw.) oder man fühlt sich selbst einer “Elite” zugehörig (wobei nie gefragt wird, wer überhaupt bestimmt was “Elite” ist) indem man deren Meinung einfach übernimmt, dementsprechen auftritt und auch wählt.
Bevor die Deutschen als das erkennen, verändern und sich ein natürliches Selbstbewußtsein erabeiten wie es z.B. die Franzosen haben, wird noch einiges Wasser den Rhein herunterfließen.
Im übrigen sind Demonstrationen eben aufgrund des Wahlverhalten ziemlich sinnlos geworden. Wie ein CDU Abgeordneter mal in einem Zwischenruf im Bundestag sagte: 160.000 Menschen? Na und? Das sind von 85 Millionen immer noch eine Minderheit. Früher glaubte man, dass Demonstrationen auch irgendwie den Gemütszustand des Volkes ausdrückt, je höher die Teilnahme ist, desto größer ist auch derr Anteil der Bevölkerung dazu. Das bestätigte sich teilweise durch die Erfolge der Grünen.
Heute können auch 2 Millionen demonstrieren, so lange die Parteien weiterhin mit solcher Mehrheit gewählt werden, oder sich die Menschen in die Nicht-Wähler-Fraktion verabschieden, interessiert das keinen mehr.
Man will also durch Blockaden die Menschen daran hindern in die Bank zu kommen und damit das Geschäft stören? Lol….sry….Rein theoretisch eine nette Idee, wenn das bundesweit und gleichzeitig bei mind. 100 Banken getan wird.
Aber ich gebe der Aktion allerhöchsten 2 Banken, 5 Minuten bis die Polizei mit Knüppeln und Wasserwerfern die Strasse räumt und 6 Minuten bis ein Agent Provocateur ne Scheibe einschmeißt…
Trotdem alles Gute für die Aktion.
Zu gut geht ?! Obrigkeitshörig ?!
Das Selbstbewußtsein hat der Arbeiter in Deutschland 1918 gezeigt, denn es waren die Arbeiter die den ersten Weltkrieg mit ihren Streiks in Deutschland beendet haben. Als Dankeschön wurde dann vom Kapital 15 Jahre später der Schicklgruber frei Haus geliefert.
Mein persönliches politisches Selbstbewußtsein liegt auf den Rheinwiesen begraben als die Jugend 1980/81 sich mit mit allen LEGALEN demokratischen Mitteln gegen die Nachrüstung gewehrt hat. Die größten Demos, die es je gab.
Btw. Was haben die Menschen in Gorleben eigentlich erreicht ? Da ist der Widerstand mittlerweile in der 3. Generation.
Wie sagte Napoleon doch einst so schön:
“Bei einer Revolution gibt es nur zwei Sorten von Menschen, die, die sie verursachen und die, die von ihr profitieren.”
Ich weiß nicht wo du stehst, ich stehe als kleiner Facharbeiter auf der 4. niedrigsten Existenzstufe in der Nahrungskette.
Unter mir gibt es nur noch Ungelernte, Leiharbeiter, Hartz4.
Und glaub mir, es gibt die Schwarmintelligenz.
Auch nach dem nächsten Krieg, Revolution, Crash, Katastrophe oder was immer dir beliebt, stehen WIR UNTEN, das weiß jeder.
Wieder der Knecht der nächsten Machthaber. Also, immer schön hoffen, oder mal ab und zu in ein Geschichtsbuch schauen… Denn egal ob das Buch von Bertelsmann oder Greenpeace ist, ich habe noch nie etwas zum Thema “Teilhabe für alle” gefunden. Immer
nur “Oben” und “Unten”.
Ein schönes Leben noch !
Warum holt nicht jeder sein Geld vom Girokonto, sobald was eingeht (Gehalt o.ä.)? Das reduziert den finanziellen Spielraum der Bank und erfordert keine Demonstration, zu der man fahren muß (kann ja zusätzlich stattfinden).
Vorsicht! So ein Verhalten kann Ihre Bank irreparabel beschädigen!
Bedenken Sie bitte die teilweise recht niedrige Eigenkapitalquote von unter 2%
“In den Niederlanden ist die Privatbank DSB pleite gegangen und das dank ihrer Kunden: In einer beispiellosen Nacht-und-Nebel-Aktion haben diese ihre Konten geräumt – und die DSB in den Ruin getrieben. Sie wird jetzt von der staatlichen Zentralbank DNB übernommen.”
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/dsbbank100.html
Warum nur Geld abheben? Konto ganz auflösen und bei einer alternativen Bank wie zB GLS eröffnen. Versicherungen kündigen. Beim nächsten Bauern im Hofladen einkaufen etc.
Wenn ne Menge Leute das Leben von einem auf den anderen Tag so umstellen würden würde sich schon ein bisschen was bewegen denke ich. Aber ich kenne ja selbst die Gewohnheiten und Sicherheiten von denen man weiss dass man sie eigentlich boykottieren müsste bei denen es aber soo verdammt schwer fällt dies auch durchzuführen.
Aber die Bank wechsel ich innerhalb der nächsten Woche auf jeden Fall noch. Mein schlechtes Gewissen ist mittlerweile doch so stark dass es Faulheit, Gewohnheit und Bedenken locker zur Seite schiebt. Ich oute mich mal als Deutscher Bank Kunde bzw in spätestens 2 Wochen Ex Deutscher Bank Kunde :)
Super Aktion, dass wird die Finanzwelt sicherlich in Angst und Schrecken versetzten… (Achtung Ironie)!
Das ist in vielen Punkten wie mit den zu geringen Löhnen z.B. im Einzelhandel: Wenn Firma A weniger zahlt, muss es Firma B auch tun (zumindest wenn die Gewinnspannen sehr eng sind), auch wenn die Firma, bzw. deren Entscheidungsträger dieses eigentlich gar nicht möchten. Andernfalls kaufen die Kunden nur noch bei Firma A, da diese günstiger ist und Firma B geht pleite oder wird von Firma A aufgekauft.
Wären sich Firma A und B einig ihren gegenseitigen Preiskampf nicht auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter auszutragen, gäbe es gar kein Problem, nur gibt es in der in der Praxis mehr als zwei Firmen und eben nicht diesen Willen. Also muss/sollte der Staat mit Mindestlöhnen helfen.
Übersetzt in die Finanzwelt sind zwar nicht die Gehälter das Problem, aber auch hier sind leider immer mehr gesetzliche Rahmen erforderlich. Nur kann unsere Bundesregierung im Gegensatz zum Mindestlohn hier nicht wirklich gut agieren, da die nötigen Rahmen nicht deutschlandweit, sondern mindesten europaweit Abgesteckt werden müssen.
Friedliche Demonstrationen sind m.E. daher vor dem Bundestag oder besser vor den europäischen Entscheidungsinstitutionen wesentlich sinnvoller! Die ausdrückliche Betonung liegt bei „friedlich“! Der gewaltbereite Block, der gerne solche Veranstaltungen nutzt, sorgt nur dafür, dass das eigentliche Thema in den Hintergrund gerät und alle Demonstranten als Spinner abgetan werden (siehe Gorleben)…
Wir sollten einfach den Koksvertrieb in unsere Hand bringen, richtig guten Stoff verkaufen und dann an einem Tag das Zeug mit Rattengift strecken. Zwei Drittel der Typen aus Bank und Börse (und hoffentlich auch den gleichgeschalteten Medien) wären wir dann los.
Wenn sie erstmal strukturell so geschwächt sind, könnten wir mit den anderen Maßnahmen weitermachen – auch wenn mir nicht klargeworden ist, wie sich das gestalten soll. Die Ommis vor der Bank wegschubsen? Den Typ am Kassenschalter mit Obst bewerfen? Mit Fähnchen wedeln?
Helfen würde schon eine Einstellung, die im Kern solidarisch ist, aber bei allem Hurra zu irgendwelchen Aktionen, bleibts dann doch beim fernen Applaudieren, weil an dem Montag muss man halt zum Yogakurs, keine Zeit für Demos oder Aktionen. Oder die Fahrt nach Frankfurt, Berlin oder sonstwohin kann man sich nicht leisten, die Playstation für 300 Euro muss ja schließlich bezahlt werden. (Das ist übrigens keine Kritik an den Leuten, die sich eine Bahn/Busfahrkarte tatsächlich nicht leisten können.)