Das Ölpreisorakel

11. Juni 2008 von Spiegelfechter - Drucken

„Wir ertrinken im Öl“ – so lautete die Titelstory des Economist im März 1999. Damals wurde Rohöl zu rund 10 US$ das Barrel an den Börsen gehandelt und die Analysten des Economist träumten damals von gigantischen Ölfeldern, die in Saudi-Arabien neu entdeckt würden und schlossen aus alledem, der Ölpreis würde langfristig auf 5 US$ sinken und auf diesem Niveau bleiben. Experten liegen häufig daneben und heutzutage schwanken die Preisprognosen der Experten für das kommende Jahr zwischen 40 US$ und 250 US$. Die Erklärungen, die Experten für die hohen Preisen nennen, reichen von „Spekulationsblase“ bis „Peak Oil“ und die Politik hat das Thema “Ölpreise” auch erkannt und schlachtet es wahlkampfgerecht aus. Die Aussichten auf eine baldige Entspannung auf dem Ölmarkt sind allerdings mehr als vage. Saudi-Arabien hat wegen der hohen Preise eilends einen Krisengipfel einberufen - was die Saudis dem Westen zu sagen haben, dürfte sehr unerfreulich sein.

Peak Oil

Die Förderquote eines typischen Ölfeldes verändert sich mit der Zeit. Das Öl in unerschlossenen Ölfeldern hat einen Überdruck. Wenn ein Ölfeld erschlossen wird, sorgt dieser Überdruck dafür, dass das Öl einfach gefördert werden kann. Wenn aus diesem Feld eine bestimmte Menge gefördert wurde, sinkt der Druck. Die Ölvorkommen im betreffenden Feld weisen dann auch eine hohe Viskosität auf. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, kann man das Öl nur noch mit technischen Hilfsmitteln fördern. Zu diesen Techniken gehören Horizontalbohrungen, das Einleiten von Wasser, Gasen und chemischen Hilfsmitteln. Bei konventionellen Ölfeldern geht man davon aus, dass bis zu 10 - 15% des Ölvorkommens in einem Ölfeld durch den Eigendruck und weitere 30 – 40% mit technischen Hilfsmitteln gefördert werden können. Bis dieses Niveau abgeschöpft ist, bleibt die Fördermenge pro Tag (Förderquote) auf hohem Niveau. Steigern lässt sich die Förderquote indes nicht mehr. Danach nimmt die Förderquote kontinuierlich und irreversibel ab. Je nach technischem Aufwand zwischen 4 und 10% pro Jahr, wobei die Ölfelder, die mit hohem technischem Aufwand erschlossen wurden (z.B. Tiefseefelder, die von teuren Ölplattformen angezapft werden) einen besonders hohen Produktionsrückgang haben.

Überträgt man dies auf alle vorhandenen Ölfelder, so erhält man eine Förderkurve, die die Weltölförderung darstellt. Verfechter der Peak-Oil Theorie gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Glockenkurve handelt. Die Ermittlung des Fördermaximums ist jedoch problematisch, da politische und ökonomische Faktoren die Förderung beeinflussen – vor allem die OPEC hat häufiger die Förderung „künstlich“ zurückgefahren, um durch Angebotsverknappung den Preis nach oben zu korrigieren. Heutzutage fördern jedoch fast alle Quellen auf maximalem Leistungsniveau. Nur Saudi-Arabien gibt an, noch über Reservekapazitäten in Höhe von 1,5 Mio. Barrel pro Tag zu verfügen. Dies wird allerdings von einigen Experten bezweifelt. Da viele der großen Ölfelder bereits die Phase erreicht haben, in der von Jahr zu Jahr die Förderung zurückgeht, müssen jedes Jahr mindestens so viele Ölfelder neu erschlossen werden, um den Produktionsrückgang der alten Felder zu kompensieren. Erst wenn die neu erschlossene Fördermenge den Förderrückgang der alten Felder übersteigt, steigt auch die Gesamtfördermenge.

Als Peak-Oil wird der Zeitpunkt bezeichnet, an dem der Rückgang der Fördermenge der alten Felder größer ist, als die Fördermengen neu erschlossener Felder und die Gesamtförderquote irreversibel abnimmt. Während die Gesamtförderquote noch in den Jahren 2002 bis 2005 stark zunahm, konnte die Fördermengen seitdem nur noch gering gesteigert werden. Vor allem die großen Felder in der Nordsee und im Golf von Mexiko verzeichnen einen substantiellen Rückgang bei den Förderquoten. Bislang kann dies durch die Erschließung neuer Felder in Afrika und am Kaspischen Meer und die Intensivierung des Abbaus von Ölsand in Kanada ausgeglichen werden. Dennoch kann die Steigerung der Fördermenge nur noch mühsam mit der Steigerung der Nachfrage mithalten.

Angebot und Nachfrage

Abseits jeglicher Spekulationen wird der Ölpreis über Angebot und Nachfrage bestimmt. Das Handelsgut Öl weist eine sehr geringe Preiselastizität in der Nachfrage auf – wenn der Preis stark steigt, sinkt die Nachfrage nur leicht. Grund dafür ist unter anderem die Ölpreisbindung bei den Substituten. Es bringt beispielsweise dem Endkunden keinen großen preislichen Vorteil, wenn er seine Heizung auf Erdgas umstellt, da der Preis des Gases an den Ölpreis gekoppelt ist. Vermehrte Nutzung des Schienenverkehrs, der Kauf verbrauchsreduzierter Automobile und andere Ausweichstrategien drosseln die Nachfrage ferner nur in geringem Maße. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas, Indiens und vieler anderer ehemaliger Entwicklungsländer ist die Weltnachfrage in den letzen Jahren stark angestiegen. Dies wäre kein großes Problem, hätten die OPEC-Staaten Reservekapazitäten, mit denen sie dieses Nachfrageplus bedienen könnten – diese Kapazitäten sind allerdings seit 2005 nicht mehr vorhanden. Die Folge ist die Drosselung der Nachfrage über den steigenden Ölpreis. Da Öl eine sehr geringe Preiselastizität aufweist, „explodiert“ auch der Ölpreis.

Spekulation

Neben den Handel mit realem - also physischem - Öl gibt es noch den Warenterminhandel. Wenn man die Statements der Politik und vieler Medien (unter anderem im aktuellen SPIEGEL) vernimmt, so entsteht der Eindruck, Spekulanten seien maßgeblich für den stark steigenden Ölpreis verantwortlich. Zweifelsohne haben Spekulanten Einfluss auf den Ölpreis – auf den kurzfristigen Ölpreis (Tageskurs) haben Spekulationen sogar einen sehr großen Einfluss, bei der langfristigen Preisentwicklung ist der Einfluss von Spekulationen indes überschaubar. Wer über den Einfluss von Spekulationen debattiert, der sollte sich erst einmal verdeutlichen, was Warentermingeschäfte (Futures) überhaupt sind.

Der Handel mit „Papieröl“ orientiert sich zwar am realen Ölhandel, die Papiere, die über die Warenterminbörsen gehandelt werden, sind jedoch fast ausschließlich reine Papiergeschäfte, bei denen keine der Seiten auf die physische Transaktion der Ware besteht. „Futures“ sind Nullsummenspiele. Was ein Spekulant gewinnt, verliert der andere Spekulant. Das real gehandelte Öl wird indes zwischen zwei „echten“ Markteilnehmern gehandelt. Wenn also ein Barrel Öl für 130 US$ den Besitzer wechselt, so „verdient“ ein Spekulant daran gar nichts, sondern nur der Verkäufer realen Öls. Ein typischer Ölfuture ist beispielsweise ein Kontrakt, in dem ein Marktteilnehmer den Titel erwirbt im Januar 2009 von einem anderen Marktteilnehmer ein Papier zu 150 US$ zu erwerben, das den Transfer eines Barrel “Brent Crude” Öls repräsentiert. Beträgt der Rohölpreis im Januar 2009 beispielsweise 180 US$, so hat der Käufer 30 US$ gewonnen – diese Summe hat der Verkäufer allerdings verloren, da er eine Ware, die der er sich zu 180 US$ am Handelstag “besorgen” muss, für 150 US$ weitergibt.

„Futures“ beinhalten noch stärker als andere Wertpapiere bereits vorweggenommene Entwicklungen. Die momentan zu beobachtende „Rally“ am Ölmarkt ist auf die allgemeine Erwartung zurückzuführen, dass die Angebotsseite mittel- bis langfristig die Nachfrage zum momentanen Preis nicht decken kann. Dennoch sollte man sich dessen bewusst sein, dass es für jeden Käufer auch einen Verkäufer gibt, also einen professionellen Marktteilnehmer, der die Wette annimmt.

Während der Warenterminhandel noch vor wenigen Jahren größtenteils aus einem geschlossenen Kreis aus Zockern bestand, strömen seit dem Platzen der Kreditblase vermehrt professionelle Anleger aus verschiedenen Hedgefonds auf den Markt. Es ist zu viel Geld vorhanden, das eine Anlagemöglichkeit sucht. Wenn Hedgefonds nur mit einem geringem Portfolioanteil in den Ölmarkt einsteigen, der ein überschaubares Volumen hat, so sorgt dies bereits für hektische Kursentwicklungen. Sie spekulieren momentan auf langfristig steigende Preise und sorgen dadurch für einen massiven Kursanstieg. Da der Markt allerdings ein Nullsummenspiel ist, gibt es für jeden „Gewinner“ auch einen „Verlierer“. Es bleibt daher abzuwarten, ob die „alten Hasen“ im Markt ihr Spekulationskapital wirklich den Fonds überlassen, oder ob die Fonds sich auf diesem Markt eine blutige Nase holen. Neu aufgelegte „strukturierte Produkte“, die es dem Kleinanleger erlauben „mit zu zocken“, sind daher auch mit äußerster Vorsicht zu genießen. Kleine Fische werden in einem Teich voller Haie in der Regel gefressen – der Ölmarkt wird da keine Ausnahme machen.

In den letzten fünf Jahren hat die Menge an „Papieröl“, das von Spekulanten gehalten wird, sich um 684 Mio. Barrel auf 830 Mio. Barrel gesteigert. Dies sind im Schnitt 1,83 Mio. Barrel pro Tag. Dies ist ungefähr die Nachfrage Großbritanniens, aber weniger als ¼ der Nachfrage Chinas. Würde beispielsweise Saudi-Arabien seine Förderquote um diese Menge steigern, wäre der Einfluss der Spekulanten auf den langfristigen Preis neutralisiert und der Ölpreis würde vorerst wieder auf ein erträgliches Niveau sinken. Spekulationen sind sicher ein Bestandteil der Ölpreisexplosion – gemessen an der realen Nachfrageentwicklung allerdings ein eher geringer. Desweiteren generieren diese Spekulationen keine luftleere Nachfrage bei den momentanen Preisen. Hätte der reale Ölsektor die Möglichkeit, über Angebotsausweitung auf die Preise zu reagieren, gäbe es diese Spekulationen gar nicht. Wer Spekulationen als Ursache für die Ölpreisexplosion angibt, übersieht nicht nur die reale Grundlage, die diese Spekulationen ermöglicht, sondern streut dem Leser/Zuhörer Sand in die Augen. Der Ölpreis wäre auch ohne die Einwirkung von Spekulationen massiv gestiegen – ob er jetzt bei 80 US$ , 100 US$ oder 120 US$ läge, ist indes schwer zu sagen.

Der Umstand, dass Spekulanten Einfluss auf ein Gut haben, an dessen Preis die gesamte Weltwirtschaft hängt, ist nichtsdestotrotz zu kritisieren. Niemand kann marktnahen Teilnehmern verbieten, mit „Futures“ zu handeln – Spieler, Hedgefonds und Kleinanleger haben auf diesem Spielfeld allerdings nichts zu suchen, da der Schaden, den sie durch ihr Handeln anrichten könnten gewaltig ist.

Politischer Handlungsspielraum

Will man nicht von marktwirtschaftlichen Preisfindungsmechanismen abgehen, so hat die Politik fast keinen Spielraum, wenn es darum geht, den Ölpreis auf ein gesundes Niveau zu senken. Die momentan in Europa diskutierte Senkung der Steuerlast auf Mineralölprodukte würde zwar die Binnenwirtschaft entlasten, da sie dem Endkunden mehr Geld in der Tasche belässt. Für den Ölmarkt hätte dies allerdings den ungewollten Effekt, die Nachfrage zu stimulieren. Eine Entkopplung des Gaspreises vom Ölpreis würde mittel- bis langfristig die Nachfrage nach Öl senken – dafür würde man sich noch stärker als jetzt in eine Abhängigkeit der großen Gasexporteure begeben, was aus dem Standpunkt der Energiesicherheit kaum zu verantworten wäre. Ein „Jahrhundertvertrag“ mit Russland – der beispielsweise die Steigerung des Gaspreises an die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes beider Länder koppeln würde – wäre ein epochaler Schritt in Richtung Preissicherheit. Dann hätte die Gazprom allerdings eine Waffe in der Hand, mit der sie eine ganze Volkswirtschaft erpressen könnte. Ob dies eine sinnvolle Alternative ist?

Es ist zu erwarten, dass der Ölpreis so lange ansteigt, bis die Nachfrage signifikant nachlässt. Dies wird aber erst dann passieren, wenn die Weltwirtschaft sich aufgrund dieser Preisentwicklung merklich abkühlt. Wenn der deutsche Endkunde sich wegen hoher Energiekosten weder den Flug in den Sommerurlaub leisten kann, noch die Spritztour am Wochenende, sinkt der Ölbedarf. Wenn er auch kein Geld mehr für chinesische Importprodukte hat, kühlt die Wirtschaftsentwicklung in China ab, Leute müssen dort entlassen werden und können sich keine Motorräder und Autos mehr kaufen. In einer globalisierten Weltwirtschaft hängt alles zusammen und nur durch eine Rezession wird der Ölpreis nachhaltig sinken. Sollte der „Worst Case“ eintreten und diese Entwicklung von einem Rückgang der Förderquote in den OPEC-Ländern begleitet werden, wie es die „Peak-Oil“ Fraktion prognostiziert, dann könnte dies der Auslöser einer langanhaltenden weltweiten Depression sein – das Ende des Karbonzeitalters. Dies ist allerdings nur eine mögliche Entwicklung, die technische Fortschritte außer acht lässt. Auf der Abnehmerseite ermöglicht der hohe Ölpreis die Entwicklung und Markteinführung von Substituten (Wasserstoff, Holz, Solarenergie u.a.) und auch auf der Angebotsseite steht die Technik nicht still. Neben neuen Techniken, Öl aus Ersatzstoffen herzustellen, arbeitet die Mineralölbranche auch an neuen Techniken, den Rest aus „versiegten“ Ölfeldern zu fördern und die Menge, um die es dabei geht, ist immerhin genau so groß, wie die Menge sämtlichen Öls, das die Menschheit bis heute verbrannt hat.

Quellen: Matthew Simmons, EIA

Jens Berger

Bildnachweis: Spiegelfechter, Matthew Simmons

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Trackbacks:

  1. 1 · Ölpreisorakel ‹ dreitehabee am 12. Juni 2008 um 11:13

    [...] Das Ölpreisorakel. Ein höchst informativer Artikel zu den aktuellen Ölpreisen, der nicht davor halt macht, die Stichwörter Peak Oil, Spekulation, China und – allerdings in den Kommentaren – die abiotische Theorie vorzustellen. [...]


  2. [...] unbekannte höhen. Der Spiegelfechter hat erst gerade einen guten Artikel mit dem Titel “Das Ölpreisorakel” geschrieben und er kommt zu dem Schluss, dass der Ölpreis nur dann zu sinken beginnt, [...]


  3. 3 · Querblog.de - Schlimmer als die Finanzkrise am 24. Juni 2008 um 19:52

    [...] nachhaltiger und dramatischer belasten, als wir das heute wahrhaben wollen. Erste Anzeichen sprechen eine eindeutige [...]


Kommentare:

  1. · Michael Schöfer am 11. Juni 2008 um 20:50 - Permalink

    Es gibt Alternativen: Weltweit wurden im Jahr 2007 860 Mrd. Euro fürs Militär ausgegeben. Eine Windkraftanlage mit einem Megawatt Leistung kostet momentan 890.000 Euro. Demzufolge könnte man für die Rüstungsausgaben des vergangenen Jahres theoretisch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 966.292 Megawatt errichten.

    In Sachsen soll das weltgrößte Photovoltaikkraftwerk errichtet werden, die Anlage in der Nähe von Leipzig hat eine Leistung von 40 Megawatt und kostet 130 Mio. Euro. Für die gesamten Rüstungsausgaben des Jahres 2007 bekäme man 6.615 solcher Solarkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 264.600 Megawatt.

    Zum Vergleich: “Weltweit wurden Ende 2007 210 Kernkraftwerke mit 439 Reaktorblöcken in 31 Ländern und einer installierten Gesamtleistung von 371.976 Megawatt genutzt.” [Quelle: Wikipedia]

    Ist es nicht Wahnsinn, dass die Welt jährlich 860 Mrd. Euro für Rüstungsgüter ausgibt, während wir dafür theoretisch 260 (Windkraft) bzw. 71 Prozent (Photovoltaik) der Leistung aller heute laufenden Kernkraftwerke bekommen könnten? Und das jedes Jahr aufs Neue. Wenn wir 10 Jahre lang bloß die Hälfte der Rüstungsausgaben in regenerative Energiearten investieren würden, besäße die Welt Energie im Überfluss - und könnte obendrein, wie allseits empfohlen, die CO2-Emissionen drastisch verringern.


  2. · antonym am 11. Juni 2008 um 20:53 - Permalink

    Ich persönlich halte “peak oil” auch eher für eine offizielle Verschwörungstheorie. Erstarrt vor Angst und ergebt euch eurem Schicksal… Den alten Internet-Klassiker dieoff.com gibt es wohl seit zehn Jahren und das Thema ist sehr vielfältig. Es ist schon ewig lang her dass die versucht hatten den Begriff “fossilgate” zu prägen ;)


  3. · tar am 11. Juni 2008 um 21:04 - Permalink

    von [LINK ENTFERNT (WERBUNG)/SF]

    Wussten Sie , dass….

    … es sich lediglich um eine Theorie von Lomonossow handelt, Erdöl wäre fossilen- also pflanzlichen und tierischen- Ursprungs und diese seit 1775 kaum angefochten wurde…

    …sich ein großer Teil der bekannten Erdöllagerstätten immer wieder in schnellen Schüben auffüllen und daher kaum das Ergebnis von pflanzlichen Verwesungsprozessen sein kann, da im Erdinneren keine Pflanzen existieren.

    …sich die Reserven weit weniger verbraucht hatten als die Experten nach den Abschöpfberechnungen vermutet haben.

    …es sich bei Erdöl, was zum Großteil aus Kohlenwasserstoffen besteht ,vermutlich um ein ständig neu entstehendes Ergebnis stofflichen Ausgleiches planetarer Massen handeln könnte und diese geowissenschaftliche These auch durch die regionale Verbreitung der Lagerstätten gestützt wird, weil diese entlang von tektonischen Nahtstellen zu finden sind.

    etc.

    manipulationen: rohstoff-w...


  4. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 21:20 - Permalink

    @1 Michael

    Nicht nur das es “naiv” ist, die Militärausgaben auf Ökostrom umzulegen - Strom ist kein Treib- oder Heizstoff und lässt sich schlecht speichern. Selbst wenn Strom sehr “billig” wäre, ist es sehr schwer Öl und Gas dadurch zu substituieren.


  5. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 21:24 - Permalink

    @2 antonym

    Nun - die Fakten sprechen dafür, dass Peak Oil keine Verschwörungstheorie ist. Natürlich sollte man äußerste Skepsis walten lassen - Der von mir zitierte Simmons und diverse Seiten im Netz (z.B. Oildrum) sind ganz sicher nicht neutral - sie verdienen mit Peak Oil ihren Lebensunterhalt. Aber die Fakten sind klar - irgendwann wird Peak Oil eintreten, nur wann, das ist die Frage. Noch ist Peak Oil nicht eingetreten und es ist spekulativ, einen Zeitpunkt zu nennen. Aber Fakt ist nun einmal, dass das Angebot in den letzten zwei Jahren nur sehr schwach gestiegen ist - siehe auch Artikel.


  6. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 21:33 - Permalink

    @3 tar

    1. Glaube nie Artikeln, die “Lüge” und “Wahrheit” in der Überschrift haben, oder auf Seiten stehen, die einen dieser Begriffe im Titel haben.

    2. Glaube nie Artikeln von Brokern oder sonstigen Spekulanten!

    Die abiogenische Theorie von Thomas Gold und anderen, ist wissenschaftlich nicht anerkannt und wenn man nicht eben davon ausgehen will, dass alle Geologen einer gigantischen Verschwörung angehören, kann man davon ausgehen, dass sie nicht haltbar ist.

    Dazu: A Critique of Thomas Gold’s Claims for Abiotic Oil und If abiotic oil exists, where is it?

    p.s.: Bitte keine Werbelinks für “dubiose” Investmentnewsletter etc. pp.


  7. · corax am 11. Juni 2008 um 21:52 - Permalink

    Guter Artikel.
    Lesetipp.


  8. · tar am 11. Juni 2008 um 22:16 - Permalink

    1. da steht schwindel :P

    aber hier steht lüge: politblog.... (ist das auch werbung oder zusammenhanglos? schließlich hat öl nichts mit politik zu tun! ;) )

    2. stimmt, könnte man als nicht unabhängig bewerten. was ist mit den aussagen an sich?

    ich bin nicht DER öl-experte, aber zu thomas gold steht auf wikipedia:

    Während seine Erdöl-Entstehungstheorie von der Mehrheit der westlichen Geologen nicht beachtet wird, mehren sich für die Existenz von Mikroorganismen in großer Tiefe die Belege. Ebenso bestätigt wurde der Abbau von Kohlenwasserstoffen durch anaerobe Mikroorganismen.

    also noch ist peak oil nicht bewiesen. seit den 70ern (oder eher) sagt man doch “das öl ist in 30 jahren von jetzt an alle”?


  9. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 22:27 - Permalink

    @tar

    aber hier steht lüge: politblog….

    Fein, ich kenne den Artikel von Engdahl. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die abiogenische Theorie wissenschaftlich auf sehr schwachen Füßen steht.

    2. stimmt, könnte man als nicht unabhängig bewerten. was ist mit den aussagen an sich?

    Unfug

    ich bin nicht DER öl-experte, aber zu thomas gold steht auf wikipedia:

    Ja und das ist ja auch korrekt - das eine ist schließlich kein Beweis für das andere.

    also noch ist peak oil nicht bewiesen. seit den 70ern (oder eher) sagt man doch “das öl ist in 30 jahren von jetzt an alle”?

    Ja “man” sagt das - aber “man” ist ebenso unglaubwürdig, wie das ganze Geschwurbel, das Du so verlinkst. Wenn Du die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung nimmst, so hat niemand gesagt, dass das Öl “jetzt” alle ist.


  10. · dagmar lücke am 11. Juni 2008 um 22:41 - Permalink

    Du brillierst und dilettierst gleichzeitig auf hohem Niveau.
    Alle Achtung!


  11. · aquadraht am 11. Juni 2008 um 22:47 - Permalink

    Hallo,

    Ich darf mal auf heise.de/t...
    hinweisen (ja, ist von mir). Kurz gesagt, die Frage ob Öl und Gas, und wenn, ob alles Öl und Gas biogen oder abiogen ist, ist gewiss interessant, vor allem für Geologen. Es gibt aber nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sich die verfügbaren Bestände an Öl und Gas während für menschliche Bedürfnisse relevanten Perioden regenerieren. Wäre dem so, hätte sich während der aus geologischen Archiven (Eisbohrkerne, Sedimente etc.) gut dokumentierten letzten 1-2 Millionen Jahre der CO2- und Methangehalt von Luft und Ozeanen erhöhen müssen statt die beobachtbare und eindrucksvolle Zyklusstabilität aufzuweisen.


  12. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 22:56 - Permalink

    @aquadraht

    Den geologischen Streit einmal beiseite gelassen - es geht mW den seriösen Autoren, die die abiogenische Theorie anführen, nicht darum, dass Öl “nachwächst”, sondern darum, dass die Ölkonzerne des Westens an den falschen Stellen bohren und im Tiefgestein an Stellen, an denen niemand mit Ölfunden rechnen würde, es noch gigantische Mengen an unentdeckten Ölvorkommen gibt.

    Die unseriösen Autoren führen dies nur an, um mal wieder zu beweisen (mit fünf Ausrufezeichen), dass das Großkapital uns alle verarscht ;-)

    Der Nachweis dieser “Hypothese” konnte indes noch nicht erbracht werden (siehe Links aus #6) - daher gehe ich so lange davon aus, dass dies nicht zutreffend ist, bis das Gegenteil aufgezeigt wurde. Geologie hin, Geologie her ;-)


  13. · 7schläfer am 11. Juni 2008 um 23:06 - Permalink

    Sehr guter Artikel!
    Ich denke nicht, dass es langfristig ein Problem geben wird. Im Artikel wird ja schon auf die Solarenergie hingewiesen. Dazu gibts auch einen interessanten SPON-Artikel


  14. · Matziberlin am 11. Juni 2008 um 23:18 - Permalink

    Hätten die Eliten dieser Welt auch noch Einfluß auf den Ölpreis würden sie auch diesen manipulieren, so müssen ständig neue Floskeln ersonnen werden um die Leute ruhig zu halten. Das dies nicht mehr lange geht zeigt der Streik der LKW Fahrer (Trucker) in Portugal, Spanien und Griechenland. Im [dasgelbeforum.net] hat man mal 22 (satirische) Varianten veröffentlicht.

    Mal was zum Lachen oder auch nicht: Die “wahren” Gründe für den steigenden Benzinpreis

    1. Die OPEC-Länder steigern ihre Produktion:
    - der Benzinpreis steigt.
    Dies ist auf grundlegende ökonomische Gesetze unserer Marktwirtschaft zurückzuführen: Die gestiegene Nachfrage nach Tankerkapazität verteuert die Frachtraten überproportional.

    2. Die OPEC-Länder drosseln ihre Produktion:
    - der Benzinpreis steigt.
    Das ist ökonomisch bedingt: Das Angebot sinkt bei gleich bleibender Nachfrage, damit wird die Ware teurer.

    3. Im Nahen Osten herrscht vorübergehend Waffenruhe:
    - der Benzinpreis steigt.
    Die Ruhe ist trügerisch, die Lager werden vorsorglich aufgefüllt. Die zusätzliche Nachfrage erhöht den Marktpreis.

    4. Im Nahen Osten wird gekämpft:
    - der Benzinpreis steigt.
    Hamsterkäufe erhöhen die Nachfrage und damit den Marktpreis.

    5. Die Verbraucher sparen:
    - der Benzinpreis steigt.
    Der Minderverbrauch sorgt dafür, dass die Raffinerien weit unterhalb ihrer Kapazität produzieren müssen. Dies erhöht den Einheitspreis (Kosten pro Liter), den in einer Marktwirtschaft die Konsumenten zu tragen haben.

    6. Die Verbraucher sparen nicht:
    - der Benzinpreis steigt.
    Die Ölgesellschaften erfüllen eine lebenswichtige Funktion in der Martkwirtschaft: Durch Preiserhöhungen wirken sie einer noch größeren Abhängigkeit vom Erdöl entgegen.

    link: dasgelbefo...

    Da unsere israelischen Freunde unablässig dabei sind, für einen Angriffskrieg gegen den Iran zu trommeln, dürfte der Ölpreis wohl auch weiter steigen. Folgen bis in die kleinste Zelle: Weil tanken zum Luxus wird, beackern die Türken das Feld wie früher - mit dem Esel. Aber auch das hat Folgen: Der Preis für die praktischen Tiere ist ums Siebenfache gestiegen.
    Süddeutsche: Der Trend geht zum Esel


  15. · COPOKA am 11. Juni 2008 um 23:47 - Permalink

    Zum Thema.

    Will man nicht von marktwirtschaftlichen Preisfindungsmechanismen abgehen, so hat die Politik fast keinen Spielraum, wenn es darum geht, den Ölpreis auf ein gesundes Niveau zu senken. …

    Das sehe ich anders. Die Senkung der Steuerlast auf Mineralölprodukte wie auch diverse populistische Unterstützungsprogramme und Subvention würden genau das Gegenteil davon bewirken, was in gegenwärtiger Lage wünschenswert wäre - Drosselung des Verbrauchs. Nur das könnte den Preisanstieg stoppen oder gar umkehren.

    Was mich schon länger beschäftigt, sind allerlei Maßnahmen und Aktionen, die unter der Ägide “des Kampfes gegen Klimaveränderung” *und Reduzierung des CO2-Ausstoßes läuft. Im Moment sieht es für mich sehr stark nach einem Affentanz im Theater des Absurden aus. Das Klimaschutzgetöse wird zwar dafür instrumentalisiert, um Bürger mit immer absurdesten Zumutungen zum Wohle der Wirtschaft zu belasten, nicht jedoch um die Verbraucher zum Energiesparen wirklich zu animieren. Erklären kann ich es mir nur dadurch, dass objektiv weder der Staat noch die Unternehmen daran wirklich interessiert sind - es würde nur zum Rückgang der Steuerannahmen und Umsätze führen.

    Ganz einfacher Beispiel. Ich habe mir einmal überlegt, ob es für mich wirklich lohnen würde, Wärmedämmung an meinem Haus durchzuführen oder z.B. eine Solaranlage an das Heizsystem anzuschließen - beides gar nicht so billig durchzuziehen. Nö, würde es nicht.
    Ich verbrauche in meinem Haushalt um ein Dutzend MWh/p.a. Energie für die Heizung, gänzlich auf Gas dafür zu verzichten kann ich mir jedoch nicht leisten - viel zu teuer. Meiner Schätzung nach könnte ich mir jedoch paar MWh/p.a. durch zusätzliche Maßnahmen ersparen können, nur sind es witzigerweise genau die MWh, die mir am wenigsten kosten. Für die erste MWh zahle ich weit über 250,-€, für die letzte - mindestens viermal weniger. Würde ich mir genau diese billigsten MWh teuer Einsparen, so käme es mir wie eine Selbstverarschung vor. Die Maßnahme würde sich nicht mal in 20 Jahren finanziell amortisieren.

    Bei dem E-Strom sieht es ähnlich aus und die Energielieferanten überbieten sich gegenseitig mit den Angeboten, die billigere Energie bei größerem Verbrauch feilhalten. Also, je mehr von einzelnen Abnehmern verbraucht wird, desto niedriger ist für sie der Preis für die kW-Stunde. Und solange es so bleibt, wird bei den Endverbrauchern auch kein wirklichen Anreiz für das Sparen der Energie bestehen und keine Lust darauf aufkommen.

    Und genau da könnte die Politik, wenn sie wirklich Interesse dran hätte, was radikal ändern. Es sind bereits einzelne Stimmen zu hören, die s.g. Sozialtarife für gewissen Energieverbrauch einzuführen gedenken - man kann ganz prima bei den Wählern damit punkten. Nur sollte die Politik dies wesentlich konsequenter umsetzen - die Menge Energie, auf die kein Haushalt verzichten kann, deutlich unter Tarif zu liefern und die Gesamtkosten durch die Lieferungen/Verbrauch einzuspielen, die darüberhinaus gehen - eine simple Optimierungsaufgabe bei vorhandenen stat. Daten, die m.E. kein Geheimnis sind. Für die Lieferanten und Staat wäre es 0-Summenspiel, für Haushalte zunächst mal auch (zumindest im Durchschnitt), nur würden dadurch sehr viele Haushalte wirkliches Interesse an Energiesparen bekommen. Und da ist m.E. Energiesparpotenzial noch sehr hoch. Wenn ich mich nicht irre, wird 40% Energie in diesem Land in Haushalten verbraucht. Aber man kann diese Vorgehensweise auch auf Betriebe ausdehnen, auch wenn es nicht so einfach wie bei privaten Haushalten wäre.


  16. · Lau Dan am 11. Juni 2008 um 23:52 - Permalink

    zu 12:
    den seriöusen geht es nur rein akademisch darum, dass man anhand der kohlenwasserstoffe etc keine rückschlüsse ziehen kann, ob der kohlenstoff schonmal vorrübergehend teil der biosphäre war oder nicht, u dass es für die beteiligte “organische” chemie keine rolle spielt -

    u in bezug auf peak oil ist das etwa so relevant wie die frage welche aggregatszustände methan auf dem titan annehmen kann -


  17. · Spiegelfechter am 11. Juni 2008 um 23:58 - Permalink

    @COPOKA

    Die Senkung der Steuerlast auf Mineralölprodukte wie auch diverse populistische Unterstützungsprogramme und Subvention würden genau das Gegenteil davon bewirken, was in gegenwärtiger Lage wünschenswert wäre - Drosselung des Verbrauchs. Nur das könnte den Preisanstieg stoppen oder gar umkehren.

    Yep – das schreibe ich j auch. Mit einer Abkehr „marktwirtschaftlichen Preisfindungsmechanismen“ meine ich z.B. politisch festgesetzte Preise mit politisch ausgehandelten Preissteigerungsklauseln. Beides ist in der gegenwärtigen Lage recht unwahrscheinlich.
    Stichwort „Affentheater Klimahysterie“ -> Volle Zustimmung meinerseits.


  18. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 00:00 - Permalink

    @Lau Dan

    Ich vergaß zu erwähnen, dass ich mit “seriös” und “unseriös” die Autoren meine und nicht die genannten Wissenschaftler, die m.E. alle seriös sind.


  19. · flatter am 12. Juni 2008 um 00:24 - Permalink

    In einem Punkt bin ich anderer Meinung:

    Für den Ölmarkt hätte dies allerdings den ungewollten Effekt, die Nachfrage zu stimulieren.

    Zwei Argumente sprechen dagegen: Erstens ist tatsächlich der Effekt gering. Die Verbraucher würden nur wenig entlastet, was aber für Pendler und Berufsfahrer recht willkommen wäre.
    Zweitens wird die Nachfrage nicht nennenswert stimuliert, wenn der Preis trotz Steuersenkung auf einem hohen Niveau bleibt. Wer heute noch viel fährt oder mit Öl heizt, hat schlicht keine Alternative.

    Ich sehe es so, daß ein Abfedern der rasanten Preisentwicklung hilft, die Krise zu mildern. Die Energie der Zukunft wird weder Strom noch Gas sein. Da die Industrie die Entwicklung von Alternativen - vor allem bei der Mobilität - verschlafen hat, ist Zeit ein wichtiger Faktor. So lange wir noch von Öl (und Gas) abhägig sind, gilt es, den Übergang weniger unerträglich zu gestalten. Steuersenkungen sind dazu ein Mittel, wenn auch ein schwaches.


  20. · Stephan am 12. Juni 2008 um 00:30 - Permalink

    Es gibt noch die These,
    dass sich in den Jahren des billigen Öls, die ja bis in die 80′er zurückreichen, sich einfach ein immenser Investitionsstau in den Förder- und Raffineriekapazitäten aufgebaut hat, da sich bei einem Preis von 10 $ eine Erschließung einfach nicht rechnete.
    Solche Förder- und Raffinierungsanlagen fallen ja auch nicht vom Himmel, wenn man das nötige Geld beisammen hat, sondern das dauert einige Jahre bis das ausgebaut ist, wofür auch die vollen Auftragsbücher von Statoil sprechen(Ausrütungshersteller).
    Ich finde sowas sollte man in einem Artikel auf so einer Qualitätsseite(schleim) nicht unter den Tisch fallen lassen. Ganz abgesehen von Katrina, deren Schäden wohl immer noch nicht ganz ausgebessert sind.


  21. · 7schläfer am 12. Juni 2008 um 00:39 - Permalink

    @Stephan
    Falls die Saudis und erdölfördernden Nachbarn ordentliche Kapitalisten wären, hätten Sie in der Vergangenheit in ihre Produktionsanlagen investieren müssen.
    Die haben doch schon längst umgesattelt; natürlich werden sie diese Kuh solange melken wie möglich, und bei den Preisen lohnt auch das investieren wieder, aber langfristig sind die da raus.


  22. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 00:41 - Permalink

    @flatter

    Jein - Steuersenkungen wären die berühmte Gießkanne. Sozialtarife oder eine gerechte Pendlerpauschale wären da mE sinnvoller. Aber dies muß auch alles finanziert werden - so einfach ist das nicht.


  23. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 00:49 - Permalink

    @20 Stephan

    Es gibt noch die These, dass sich in den Jahren des billigen Öls, die ja bis in die 80′er zurückreichen, sich einfach ein immenser Investitionsstau in den Förder- und Raffineriekapazitäten aufgebaut hat, da sich bei einem Preis von 10 $ eine Erschließung einfach nicht rechnete.

    Yep, diese These gibt es. Aber sie ist eigentlich widerlegt, da die Ölkonzerne (bis auf venezoelanisches Schweröl und die Ölsände Kanadas) keine Fördergebiete nennen können, die sie nun erschließen wollen. Aus den alten Quellen kann so noch mehr herausgepresst werden, aber die Mengen sind eher marginal. Von Tiefseefeldern wird viel gesprochen, aber die Felder, die momentan erschlossen werden, sind in sämtlichen Prognosen bereits einkalkuliert. Große Überraschungen gab es da noch keine.

    [..] wofür auch die vollen Auftragsbücher von Statoil sprechen(Ausrütungshersteller).

    Das lässt aber nicht unbedingt auf höhere Fördermengen schließen. Kleiner Felder werden ja zuhauf neu erschlossen, nur bringen sie nicht die erhoffte Menge, die die alten Felder weniger fördern. Vor allem Saudi-Arabien investiert massiv(!) in die alten Felder (neue Förderanlagen etc. pp.), um die Förderquoten halbwegs zu halten.

    Ich finde sowas sollte man in einem Artikel auf so einer Qualitätsseite(schleim) nicht unter den Tisch fallen lassen. Ganz abgesehen von Katrina, deren Schäden wohl immer noch nicht ganz ausgebessert sind.

    Wenn ich diesen Thesen Bedeutung zumessen würde, hätte ich sie auch erwähnt - aber leider finde ich keine Hinweise, dass hinter den Spekulationen auf neue Felder auch wirklich harte Zahlen stehen. Was Katrina angeht - richtig ist, dass die Felder nicht mehr auf dem alten Niveau fördern. Aber das hat weniger etwas mit den Sturmschäden, als vielmehr mit dem Alter der Felder zu tun. Zumindest ist es dies, was ich in zig Fachartikeln gelesen habe.


  24. · name am 12. Juni 2008 um 01:07 - Permalink

    Wenn die Fische, Ameisen, Pflanzen und die anderen Meerestiere wenigstens Atomwaffen hätten, und diese bedienen könnten, wäre schon lange Schluss mit dieser Verschwendung dieser Rohstoffe in ersten Welt.

    Der Ölpreis für das Rohöl soll mal ruhig auf 500 Dollar je Barrel klettern, damit dieser Egoismus wenigstens zu Aufständen untereinander führt.


  25. · Schwitzig am 12. Juni 2008 um 06:08 - Permalink

    Solange Mineralölkonzerne jedes Jahr neue Rekordgewinne vermelden, halte ich den Artikel für abwegig und Peak Oil für eine wüste Verschwörungstheorie. Es geht schlicht und ergreifend um die Rechtfertigung für’s Auspressen, nachdem Abhängigkeiten erzeugt wurden. Das ist wie beim Zuhälter und seiner Zwangsprostituierten.


  26. · Michael Schöfer am 12. Juni 2008 um 07:05 - Permalink

    @Spiegelfechter #4
    Mag sein, dass es ein bisschen naiv ist, die Militärausgaben zu verrechnen. Aber es geht mir darum aufzuzeigen, was möglich wäre, wenn man nur will. Leider rennen wir sehenden Auges in die ökologische und vielleicht auch ökonomische Katastrophe anstatt rechtzeitig umzusteuern, denn nach wie vor steigen die CO2-Emissionen. Und ich glaube kaum, dass die Weltwirtschaft die drastische Verknappung der Ressourcen heil überstehen wird. Aber lassen wir uns überraschen.
    Übrigens: Mehrere Autohersteller basteln derzeit am Elektroauto. Und Strom könnte man durchaus speichern, etwa in Wasserspeichern oder Druckluftkraftwerken. Technisch kein Problem, aber die Energieversorger sind daran natürlich nicht interessiert. Außerdem fehlt dazu das liebe Geld - wobei wir mal wieder bei den Militärausgaben und der Naivität wären.


  27. · Fiend_THeyde am 12. Juni 2008 um 09:43 - Permalink

    Nur kurz: Öl ist nicht nur Energieträger… die Folgen von Peak Oil werden sich daher nicht nur bei den Energiekosten auswirken. Da geht es um Dünger, Medikamente, Kunststoffe etc.pp.

    @25: die Mineralölkonzerne vermelden jedes Jahr Rekordgewinne, weil der Ölpreis gestiegen ist und nicht weil sich die Fördermengen erhöht hätten. “Deutschlands klügster Ökonom”, Prof. (Un)Sinn, vertritt zwar die These, der Ölpreis sei so hoch, weil die Ölförderländer das Angebot erhöht (und somit die Nachfrage angeheizt hätten), sodaß der einzige Weg, den Ölpreis zu senken darin läge, das Angebot zu drosseln.

    In der realen Welt sind knappe Güter allerdings gewöhnlich teurer als reichlich vorhandene.
    Nachfrage entzündet sich nicht einfach nur dadurch, daß es ein reichhaltiges (und preisgünstiges) Angebot gibt. Das ist auch der Grund, weshalb Sinns Kartoffelmarktübertragungen auf den Arbeitsmarkt nicht funktionieren. Sonst wäre Salzwasser das gefragteste, teuerste Gut überhaupt (da reichlich vorhanden und nahezu kostenfrei in der Beschaffung). Die Nachfrage hält sich allerdings in Grenzen (vorsichtig ausgedrückt).

    Es ist übrigens mitnichten weniger wüst verschwörungstheoretisch, wenn du behauptest, die Mineralölkonzerne hätten zunächst eine Abhängigkeit erzeugt, um nun wie Zuhälter zu kassieren. Damit unterschlägst du die technische Entwicklung der vergangenen knapp 150 Jahre, die mitnichten von den Mineralölkonzernen gesteuert wurde, zumal Erdöl einst kein knappes Gut war, sondern in nahezu unbegrenzten Mengen vorhanden zu sein schien. Auf zahllosen Gebieten gab (und gibt) es (bislang) keine Alternativen zu Erdöl, wobei noch am ehesten dessen Rolle als Treibstoff zu ersetzen wäre. Ohne Erdöl wäre die moderne Gesellschaft buchstäblich nicht existenzfähig.

    Das fängt bei Plastiktüten an und hört bei Medikamenten noch nicht auf. Keine Joghurtbecher, aber auch keine Kühlschränke, um diese zu kühlen. Keine Computer, keine Telefone, keine Farben, keine Solarzellen, keine Windkrafträder etc.pp. Ersatz für aus Erdöl produzierte Komponenten nicht in Sicht oder bislang keineswegs gleichwertig.

    Die steigenden Preise für Öl als Energieträger sind noch das geringste Problem.


  28. · salvo am 12. Juni 2008 um 10:29 - Permalink

    das Wenige, was ich mir dazu angelesen habe, berechtigt mich, meine ich, zu einer Frage. Nach dem, was ich verstanden habe, können weder die biotische noch die abiotische Theorie derzeit widerlegt werden. Es sind nur Theorien, die zueinander in Konkurrenz stehen. So wie ich das verstanden habe, scheint aber diese theoretische Gegensätzlichkeit von geringer Bedeutung für die ökonomische Realität zu haben. Die gegenwärtige ökonomische Verfassung erzeugt eine Verknappung dieses Rohstoffs (unter der Annahme , dass diese Verknappung nicht künstlich erzeugt wird, was als VT zu gelten scheint) die selbst eine Regeneration der Felder, wie sie die abiotische Theorie vorsieht, nicht wettmachen kann, weil sie so langsam vonstatten ginge - sofern sie überhaupt wahr ist. Auf welchen Sachverhalt führt das Problem also letzten Endes zurück? Scheinbar auf den Umstand, dass die real existierende Ökonomie sich zunehmend von einem Rohstoff abhängig gemacht hat, den sie zunehmend verknappt, ob dieser sich selbst regeneriert oder nicht - die Umweltbelastung beiseite.


  29. · Ralf am 12. Juni 2008 um 11:25 - Permalink

    Copoka: “Das sehe ich anders. Die Senkung der Steuerlast auf Mineralölprodukte wie auch diverse populistische Unterstützungsprogramme und Subvention würden genau das Gegenteil davon bewirken, was in gegenwärtiger Lage wünschenswert wäre - Drosselung des Verbrauchs. Nur das könnte den Preisanstieg stoppen oder gar umkehren.”

    Ob der deutsche, oder sogar der europäische Verbraucher xy Cent mehr oder weniger pro Ölendprodukt zahlt oder nicht, hat auf den globalen Verbrauch keine einschneidende Wirkung. Die Drosselung des Verbauchs hätte nur positive Folgen, würde die ganze Welt dabei mitziehen, und somit tatsächlich weniger Öl verbaucht werden.

    Momentan ist es nur so, dass man in Europa geneigt ist, Erdöl und dessen Derivate möglichst teuer zu machen um klimapolitisch besser dazustehen, dies führt aber nur dazu, dass größere Anteile der statischen Fördermenge in Schwellen- und Drittweltländern verbaucht werden, was dank fehlender Umweltschutzsysteme also das Problem eher verstärkt.

    Das Ziel muss also m.A.n klarerweise sein, den Verbrauch in den Industrieländern durch Steuerreduzierung zu erhöhen und den Verbrauchspreis von Ölprodukten damit näher an den realen Marktpreis zu bringen.
    Immerhin ist auch aus diesen Ländern als einzige eine Lösung für das Ressourcenproblem zu erwarten, daher wäre es aus meiner Sicht nur sinnvoll, die Restenergien zu so großen Anteilen als irgendwie möglich auch der dortigen Forschung und Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.

    @Michael, selbst die optimistischsten Wissenschaftler gehen nicht davon aus, dass man in absehbarer Zeit mehr als 20% des deutschen Energiebedarfs mit regenerativen Quellen abdecken kann, und selbst dafür müsste man schon im großen Stil in den offshore-Bereich. Dazu bleibt zu bedenken, dass die CO2 Einsparung durch Einsatz von regenerativen Quellen deutlich geringer ausfällt, wenn man die Herstellungskosten beider Verfahrenssysteme miteinander abwägt. Bsp. dazu nur die Solarzelle, für deren Amortisation der zur Herstellung notwendigen Energie man grob 20 Jahre fehlerlosen Betriebes benötigt.
    Dazu lässt sich Energie aus regenerativen Quellen im gros nur in schwankenden Mengen gewinnen, und die von dir erwähnten Druckluftkraftwerke und Wasserspeicher sind zwar technisch besehen zur Speicherung gewisser Mengen möglich, lassen sich aber nie zum Ausgleich der Einspeisungsschwankungen nutzen, dazu sind die zu speichernden Kapazitäten einfach zu enorm.

    Aus meiner Sicht wäre der erfolgversprechendste Weg immer noch, durch agressive Preispolitik soviel Erdölreserven wie möglich in die Industrieländer zu führen, von der Entwicklung der uneffektiven regenerativen Energie abzulassen und statt dessen kurzfristig Kern- langfristig Fusionsenergie anzustreben.


  30. · salvo am 12. Juni 2008 um 11:51 - Permalink

    darüber, um welchen Beitrag regenerative Energien den Energiebedarf in Deutschland abdecken können, streiten sich die ‘Experten’.

    nach einer Studie der FU Berlin könnten sieben Bundesländer “ihren Strombedarf schon heute komplett aus Erneuerbaren Energien decken – also aus Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse. Mecklenburg-Vorpommern könnte sogar seinen vollständigen Verbrauch an Primärenergie (Strom- und Wärmebedarf) durch erneuerbare Energien abdecken. Das haben Wissenschaftler der Forschungsstelle für Umweltpolitik am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität in einer Studie belegt, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Auftrag gegeben hat.”

    sonnenseit...


  31. · alighieri am 12. Juni 2008 um 12:26 - Permalink

    Was wäre denn, wenn nicht die Frage nach dem Rohstoff Öl die entscheidende ist, sondern die Abrechnung in Dollar? Nehmen wir doch das US-Haushaltsdefizit nebst Ölverbrauch und setzen dies ins Verhältnis zu den neu gedruckten Geldscheinen der FED! Mir gefällt die Tatsache, dass die größten Dollarreserven bei Chinesen, Russen und Arabern zu finden sind! Und nimmt man dann die eigentlich mögliche Förderquote des Iraq (dem es z.Zt. ja nicht möglich ist seine Felder auszubeuten), dann ergeben sich schon noch weitere Fragen, die m.E. drängender zu klären wären, als die Überlegungen ob das Öl abiotisch oder biotisch entsteht. Schließlich gibt es auch noch die “netten” Ölkonzerne wie BP, Shell, Total u.a., die natürlich kein Interesse an hohen Marktpreisen haben und daher wohl auch nicht für eine Preistreiberei alla Kartell verantwortlich sein können. Nimmt man den Ölpreis und dessen vorausgesagte Entwicklung und mag darüber diskutieren, sollte man die geopolitischen Ambitionen der gesellschaftlichen Systeme auf dem Schirm haben. Da ist Öl und der Kampf darum, nur einer der vielen Schauplätze bei denen die Herde Mensch zum zuschauen verdammt ist. Wacht auf, die haben uns alle an den Eiern!


  32. · alighieri am 12. Juni 2008 um 12:30 - Permalink

    @30
    Und die Biomasse wird mit Mais, Getreide u.a. Nahrungs- und Futtermitteln erstellt. Licht an, Brot aus! Vielleicht gibts bei den Bäckern demnächst gutes Brot mit Holzhackschnitzeln!


  33. · Schwitzig am 12. Juni 2008 um 12:41 - Permalink

    @F.

    · Fiend_THeyde am 12. Juni 2008 um 09:43 - Permalink

    @25: die Mineralölkonzerne vermelden jedes Jahr Rekordgewinne, weil der Ölpreis gestiegen ist und nicht weil sich die Fördermengen erhöht hätten.

    Das hat auch niemand behauptet. Folgendes würde ich machen, wenn ich Ölkonzern wäre:

    1)
    Gerüchte über Peak Oil in die Welt setzen und gleichzeitig “dementieren”.

    2)
    Infrastruktur solange nicht warten oder ausbauen, bis so gerade eben der Bedarf gedeckt werden kann.

    3)
    Neue Felder erst erschließen, wenn es kurz vor einem Lieferengpass ist.

    4)
    Energiesparen unterstützen (und gleichzeitig den Preis anheben - für die “Natur”).

    Schau an - all dieses BWLer-Gewürge sehen wir gerade. Ich bleibe dabei: Es gibt keine Ölknappheit und es wird in absehbarer Zeit auch noch nicht einmal ansatzweise eine geben. Es sei denn, Du kannst mir einen Beweis geben, dass eine dringend benötigte Öllieferung an jemanden der auch bezahlen kann, nicht ausgeführt wurde.

    Und bitte nicht das Argument, dass die Multis “mehr hätten verdienen können”, wenn sie mehr gefördert hätten. Hallo? Seit Jahren fahren sie jedes Quartal einen neuen (!) Rekordgewinn ein. Das kann man nicht, wenn man nicht liefern kann. Wenn man liefern kann, gibt es keine Knappheit.

    Beschiss, wohin man guckt. Nichts anderes war zu erwarten.


  34. · carlo am 12. Juni 2008 um 12:48 - Permalink

    @ralf
    Die studie auf die salvo sich bezieht, widerlegt oder besser gesagt widerspricht Deinen Ansichten. Geh einfach mal auf den link den er gesetzt hat.

    Zitat daraus: “Das größte Hemmnis, so die Studie, bestehe noch immer in der Benachteiligung der Erneuerbaren Energien gegenüber den fossilen und atomaren Energien, die jahrzehntelang stark subventioniert worden seien.”

    Übrigens: Wenn Du meinst, wegen einer sogenannten “Amortisierung” von 20 Jahren bei photovoltaischen Anlagen, sei diese Alternative ineffizient, so beachte:
    Bei einer seriösen Betrachtung unter Einbeziehung aller, aber auch aller sozialen Kosten und Aufwendungen “amortisiert” sich ein, von Dir favorisierter Atommeiler vorraussichtlich erst in 20000 Jahren. Allerdings nur bei guter “Führung” und absolut fehlerfrei.:-)


  35. · people in motion am 12. Juni 2008 um 13:13 - Permalink

    Sowohl deinen letzter Artikel auf Heise zu “Big Oil” als auch der Text hier haben mir sehr gut gefallen. Sachlich informativ und gut strukturiert. Deine decken sich auch weitesgehend mit meinen, sicherlich deutlich weniger fundierten, Einschätzungen.

    Die zum Schluss genannte Möglichkeit des Ölpreisrückgangs durch Senkung der Nachfrage in Folge einer weltweiten Abkühlung der Wirtschaft, regt noch zu einem weiteren Gedanken an: Die Gefahr, dass die hohen Energiepreise die weltwirtschaftliche Entwicklung erheblich beeinträchtigen, sollte auch den Öl und Gas fördernden Staaten und Unternehmen bewusst sein. Sollte sich dies bewahrheiten, wird das in mehrfacher Hinsicht auch diesen Schaden. Die Nachfrage nach ihren Rohstoffen sinkt, ihre Auslandsinvestitionen mit ihrem überschüssigen Kapital leiden und die inländische Wirtschaft gerät in die Krise. Es kommt zu Problemen nicht nur auf der Abnehmer sondern auch auf der Anbieterseite. Auch wenn die Marktpreisbildung ihnen vorerst wohl immer höhere Preise erlaubt, kann eine weitere Strapazierung nicht in ihrem Interesse sein.

    Sie werden selber versuchen, zeichnet sich besagte Weltwirtschaftskrise ab, dem entgegenzusteuern. Auslastung der Kapazität, erhebliche Investitionen und als letztes Mittel sogar Verkauf unter dem Marktpreis? Die starke wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer ist Garant dafür, dass der Preis um 150 $ pro Barrel wohl noch nicht zur das Limit zur Überstrapazierung erreicht hat. Mal sehen, wie es sich entwickelt.


  36. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 13:37 - Permalink

    @31 alighieri

    Was wäre denn, wenn nicht die Frage nach dem Rohstoff Öl die entscheidende ist, sondern die Abrechnung in Dollar?

    Wie kommst Du darauf, dass Öl in Dollar abgerechnet wird? Dem ist nicht so.
    Zu diesem Thema gibt es zwar einige Verschwörungstheorien, an der Sache ist aber nichts fundamentales.


  37. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 13:41 - Permalink

    @33 Schwitzig

    Schau an - all dieses BWLer-Gewürge sehen wir gerade. Ich bleibe dabei: Es gibt keine Ölknappheit und es wird in absehbarer Zeit auch noch nicht einmal ansatzweise eine geben.

    Steigende Preise sind ein Zeichen von Knappheit - da kannst Du Dich drehen, wie Du willst.

    Auch wenn Du nichts von (in diesem Falle) VWL-Gewürge hältst. Ich halte auch nichts von Meteorologie, werde aber dennoch nass, wenn es regnet ;-)

    Beschiss, wohin man guckt. Nichts anderes war zu erwarten.

    Ja, es ist schon schlimm *lol*


  38. · Spiegelfechter am 12. Juni 2008 um 13:47 - Permalink

    @35 people in motion

    Die Gefahr, dass die hohen Energiepreise die weltwirtschaftliche Entwicklung erheblich beeinträchtigen, sollte auch den Öl und Gas fördernden Staaten und Unternehmen bewusst sein.

    Oh, das ist sie auch! Saudi-Arabien (als einflußreichstes OPEC-Land) ist nicht umsonst ernsthaft beunruhigt. Die OPEC halt weit niedrigere Preise für optimal. Nur ist es anscheinend außerhalb der Möglichkeiten der OPEC dies zu ändern. Hätten sie relevante Reservekapazitäten - sie hätten sie mit Sicherheit bereits “auf den Markt geschmissen”. In seinen Erklärungen geht aber auch Saudi-Arabien am Kern vorbei - dort weist man u.a. auf zu geringe Raffineriekapzitäten als Hauptursache für die Preise hin. Die Kapazitäten sind zu gering - keine Frage - aber warum der Rohöl- und nicht “nur” der Diesel- oder Benzinpreis explodiert, wenn denn Engpaß wirklich bei den Raffinerien liegt, weiß neben den Prinzen aus dem Hause al-Saud sicher nur Professor (Un)Sinn ;-)


  39. · Anindo am 12. Juni 2008 um 14:23 - Permalink

    @Schwitzig

    Selten so einen Quatsch gelesen. Lies erst mal den von corax verlinkten Artikel um dir wenigstens ein Grundwissen zum Thema anzueignen: fisch-blog...

    Ghawar, das größte Ölfeld der Welt, welches alleine 6% des weltweiten Erdöls fördert und 65% des Saudischen Öls ausmacht, wird seit 1948 ausgebeutet und mittlerweile pumpt man täglich 8 Millionen Barrel Meereswasser da rein, um noch genug rauszukriegen. Aramco musste schon 2006 zugeben, dass Förderquote der alten Ölfelder um 8% pro Jahr fällt. Neue Ölfelder wurden seit Jahrzehnten nicht mehr entdeckt, die taugen würden die Födermenge dieses Feldes auszugleichen.

    Wenn ich ein Produkt verkaufe, dessen Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot, werde ich reich. Das nennt man Angebot und Nachfrage. Wo ist da der Widerspruch zu Peak Oil?

    Andreas Eschbach hat zu dem Thema übrigens ein sehr spannendes Buch geschrieben, was neben einer düsteren Zukunftsprognose auch viele aktuelle Fakten enthält: amazon.de/...
    Die blödsinnige Öl-durch-Bakterien-Theorie hat er da auch in einen netten Handlungsstrang gepackt.


  40. · raha am 12. Juni 2008 um 16:48 - Permalink

    Quarks & Co: 27.05.2008, Das Ende des Erdöls in der Mediathek des ARD ardmediath...


  41. · COPOKA am 12. Juni 2008 um 16:52 - Permalink

    @Ralf, #29

    Die Drosselung des Verbauchs hätte nur positive Folgen, würde die ganze Welt dabei mitziehen, und somit tatsächlich weniger Öl verbaucht werden.

    Da hast du allerdings recht, wenn man sich Energieverbrauch in USA und China vor Augen führt.

    Das Ziel muss also m.A.n klarerweise sein, den Verbrauch in den Industrieländern durch Steuerreduzierung zu erhöhen und den Verbrauchspreis von Ölprodukten damit näher an den realen Marktpreis zu bringen.

    Aha, du meinst, das würde den Preis in den zwei obengenannten Ländern in die Höhe treiben und sie dazu bewegen, daran zu sparen. Als Nebeneffekt würden die EU-Ländern (oder deren Industrie) davon profitieren, da sie verhätnismässig leichteren Zugriff auf die verbliebenen Ölreserven bekommen würden.
    Na ja, vllt ist es in ggw Lage wirklich eine bessere Vorgehensweise. Nur muss man noch Ersatz für die Mineralölsteuer gefunden werden. Ich glaube nicht, das die EU-Staaten auf diese Einnahmequelle so leicht verzichten würden.


  42. · Timmi am 12. Juni 2008 um 17:07 - Permalink

    @ alighieri:

    Biomasse wird zu einem großen Teil aus Kofermenten mit einem enormen Gülleanteil produziert. Glaub mir die würde dir nicht schmecken. Außerdem steht die Nahrungsmittelproduktion in sehr geringer Konkurenz zur Energiewirtschaft, da diese hauptsächlich auf ehemaligen Brachflächen betrieben wird. Wo ich dir recht gebe ist, dass überlagerte Nahrungsmittel zur Biogas Herstellung verwendet werden, aber wenn man noch Gas daraus gewinnen kann, bevor man die Lebensmittel kompostiert ist das doch eigentlich nicht so schlecht.
    Da die Lebensmittel inzwischen auch in Deutschland auf einem Preisniveau angelangt sind, die sie für eine anderweitige Verwertung, als sie zu essen, zu teuer machen, ist deine Sorge vor der Hackschnitzelsemmel mehr als unbegründet.

    @Ralf: Ich stelle mir dein Argument, dass die westlichen Industrienationen den Entwicklungsländern die Energie (das Öl) wegschnappen sollen, um zum Allgemeinwohl der Menschheit beizutragen, gerade bildlich vor.
    Sieht für mich so aus, als würde ein Homer Simpson einem ausgehungerten Halbwüchsigen das letzte Stück Brot wegessen, um ihn dann zu belehren, dass es nur zu seinem besten war. Denn Brot enthält Kohlenhydrate, die werden ja durch Speichel in Zucker zersetzt und Zucker ist ganz schlecht für die Zähne!
    Nur weiter so, keine Anstrengung in der Welt was zu verbessern zu uns, da sind doch sowieso die Schuld, die jetzt auf einmal auch Wohlstand und Fortschritt wollen! Sollen die sich drum kümmern!


  43. · Schwitzig am 12. Juni 2008 um 18:51 - Permalink

    @Anindo

    @Schwitzig

    Selten so einen Quatsch gelesen. Lies erst mal den von corax verlinkten Artikel um dir wenigstens ein Grundwissen zum Thema anzueignen: fisch-blog…
    Wenn ich ein Produkt verkaufe, dessen Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot, werde ich reich. Das nennt man Angebot und Nachfrage. Wo ist da der Widerspruch zu Peak Oil?

    Du hast nicht ganz verstanden, was ich geschrieben habe: Die Nachfrage ist NICHT größer als das Angebot, denn sonst könnte sie nicht gestillt werden. Sie wird gestillt. Peak Oil-Szenarien dienen unter anderem dazu, das der Preis künstlich erhöht wird, weil mit Zukunftsängsten gespielt wird, die noch NICHT eingetreten sind. Sicher wird es irgendwann einen Peak Oil geben, allerdings gibt es wohl kaum berechtigte Peak Oil Ängste, wenn selbst bei steigender (!) Nachfrage eben diese befriedigt werden kann und das, obwohl Ölgesellschaften selbstverständlich an einer künstlichen Verknappung z.B. durch Nichterschließlung, Nichtforschung, Nichtmodernisierung, Nichtaufrüstung interessiert sind.
    Ich habe nichts dagegen, dass Öl gespart wird, aber dass es teurer wird, ist reines Auslutschen. Nicht mehr. Die ständigen Rekordgewinne sprechen eine deutliche Sprache, wenn die Nachfrage gestillt wurde. Dein dämliches “Angebot und Nachfrage” sind schlicht oligopolische Strukturen.


  44. · StephanB am 12. Juni 2008 um 21:43 - Permalink

    @20 Stephan
    Von Simmons oder von der ASPO gibt es eine Grafik zum Verlauf der Investition der Ölkonzerne in die Erforschung neuer Ölfelder. Und die Kurve zeigt seit einigen Jahren, trotz steigender Ölpreise, nach unten. Auch haben diese Unternehmen in den letzten Jahren viel in den Rückkauf ihrer eigenen Aktien investiert, statt in das Ölgeschäft.

    Ab ca. 2010 geht das Uran langsam zu Neige (s. energiekri..., Menüpunkt Uran ), nach dem Trend der Reichweiten der Kohle aus den jährlichen BP-World-Energy-Reports ist die Kohle in ca. 20 Jahren zuende. In China und in den USA wurden in der letzten Zeit wie verrückt Kohlekraftwerke gebaut. Warum nicht ebensoviele AKWs?

    Die Frage ist: Warum kommen die Ölkonzerne erst jetzt auf die Idee die Verbraucher richtig abzuzocken und nicht schon vor, sagen wir, 10 Jahren?

    Es gibt schon heute eine einfache Möglichkeit mit Hilfe von Windenergie fossile Energien einzusparen: Mit Hilfe der sogenannten Rundsteuertechnik, die seit Jahrzehnten in Nachstspeicheröfen funktioniert. Damit könnte man das Zuviel an Windstrom (bei falscher Prognose) in Form von Kälte oder Wärme (s. tno.nl, Projekt “Nightwind”) in Kühlhäusern, Kühlschränken, Gefriertruhen, Wärmepumpen oder auch Wärmespeichern mit Heizpatronen zwischenspeichern.

    @29 Ralf
    “Bsp. dazu nur die Solarzelle, für deren Amortisation der zur Herstellung notwendigen Energie man grob 20 Jahre fehlerlosen Betriebes benötigt.”

    Das stimmt glaube ich nicht einmal für die monokristallinen Solarzellen, die aus Wafern, also hochreinem (für die Chipindutrie) Silizum hergestellt werden/wurden. Neue Solarzellen sind z.B. Dünnschichtzellen oder Zellen aus “schmutzigem” (billigem!) Silizium, die noch einmal günstiger in der Gesamtenergiebilanz sind.

    Weder Solarzellen, noch die Windkraft, noch die Biomasse oder eine andere regenerative Energieerzeugung wird in Zukunft den Strom alleine erzeugen. Genausowenig wie wir heute den Strom nur von AKWs beziehen.

    Die wichtigste und auch billigste Energiequelle derzeit ist das Energiesparen.

    Danke an Jörg für den einfachen Spamschutz, der eine Anmeldung nicht erforderlich macht!


  45. · Dromsel am 12. Juni 2008 um 22:37 - Permalink

    Im Abschnitt Peak Oil steht, dass nach Förderung einer bestimmten Menge Öl das verbleibende Öl eine niedrigere Viskosität aufweist. Ist das nicht genau andersrum? Höhere Viskosität - also zähflüssiger?


  46. · Lau Dan am 13. Juni 2008 um 00:04 - Permalink

    ja


  47. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 02:43 - Permalink

    @ Dromsel

    Ist das nicht genau andersrum? Höhere Viskosität - also zähflüssiger?

    Wenn mich mein Verständnis für Fremdwörter nicht komplett verlassen hat … nein. Hohe Viskosität = flüssig, niedrige Viskosität = zähflüssig. Aber ich lasse mich auch gerne korrigieren ;-)


  48. · salvo am 13. Juni 2008 um 09:18 - Permalink

    zu den sozio-ökonomischen Konsequenzen weiter steigender Ölpreise

    ‘Steigende Ölpreise und Absturz der Mittelschicht’

    jungewelt....

    die Republikaner blockieren eine Initiative der Demokraten, die übermäßigen Profite der Energiemultis zu besteuern

    “Senate GOPers Block Oil Profit Windfall Tax”

    democracyn...

    der ‘grüne’ Winfried Hermann sorgt sich im Freitag um die Mobilität der ‘kleinen Leute’, wie hierzulande die Bevölkerung sich nennen läßt

    freitag.de...

    p.s.

    “Die Nachfrage ist NICHT größer als das Angebot, denn sonst könnte sie nicht gestillt werden.”

    ob die Nachfrage größer als das Angebot ist, kann ich so ohne Weiteres nicht sagen, es ist wohl aber doch so, dass sich zunehmend viele Menschen diese Nachfrage nicht mehr, wenn nicht schon vorher, leisten können. Siehe den hier verlinkten Artikel auf JW. Das Problem bei der markwirtschaftlichen Angebot-Nachfrage Gleichung ist, dass sie nicht die wirklichen Bedürfnisse der Gesellschaft(en) spiegelt, also der konkreten Menschen. Hunger ist zB ein reales gesellschaftliches Phänomen, das den Markt nicht anficht, obwohl er angeblich am Besten Ressourcen allozieren kann. Das kann er eben nicht, als der Markt nur die ‘Bedürfnisse’ befriedigen kann, die mensch sich leisten kann und die zu befriedigen für den ‘Anbieter’ sich lohnt.
    Die Diskussion hier, aber auch der Beitrag von Jens, gehen in meinen Augen zu wenig darauf ein, und tut als wäre das alles nur ein marktimmanentes Problem.


  49. · value am 13. Juni 2008 um 09:25 - Permalink

    @StephanB:
    “Die Frage ist: Warum kommen die Ölkonzerne erst jetzt auf die Idee die Verbraucher richtig abzuzocken und nicht schon vor, sagen wir, 10 Jahren?”

    Weil da Saddam Hussein noch die Kontrolle über die irakischen Ölfelder hatte?

    Ich spekuliere nur ein bisschen. Naja, ein wenig Greg Palast habe ich auch gelesen. Die Fragen, die sich mir stellen und die ich gerne an den Spiegelfechter und die anderen Halbexperten hier weiter geben möchte, sind: Warum spielt der Irakkrieg (oder der drohende Irankrieg) im Moment in der Diskussion über die Ölpreise überhaupt keine Rolle? Warum werden die engsten Verbindungen zwischen Saudi Arabien und der US Ölindustrie und deren Managern Bush/Cheney nicht thematisiert? Warum werden stattdessen ausschließlich irgendwelche nicht greifbaren “Spekulanten”, sowie das Phantom “Peak Oil” dafür verantwortlich gemacht?

    Vielleicht, weil Bush “out” ist, genau wie der Irakkrieg, und weil Peak Oil wieder “in” ist, nachdem es einige Zeit “out” war. Hat jemand eine bessere Erklärung?

    value


  50. · Schwitzig am 13. Juni 2008 um 09:55 - Permalink

    · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 02:43 - Permalink

    @ Dromsel

    Ist das nicht genau andersrum? Höhere Viskosität - also zähflüssiger?

    Wenn mich mein Verständnis für Fremdwörter nicht komplett verlassen hat … nein. Hohe Viskosität = flüssig, niedrige Viskosität = zähflüssig. Aber ich lasse mich auch gerne korrigieren ;-)

    Dein Verständnis für Fremdwörter hat Dich verlassen - es ist genau umgekehrt, denn Viskosität bezeichnet die Zähigkeit eines Materials, besser Fließfähigkeit. Je höher die Viskosität, um so geringer die Fließfähigkeit.
    Pudding z.B. hat eine höhere Viskosität als Wasser :-).

    Matsch auch :-)

    Und Artikel, die meinem Weltbild widersprechen, hinterlassen in mir selbst einen Eindruck hoher Viskosität :-)


  51. · alighieri am 13. Juni 2008 um 10:25 - Permalink

    @value
    Danke, sehe ich ähnlich! Es gibt nicht zu wenig Öl, sondern einen Verteilungskampf der politischen und wirtschaftlichen Systeme. Wer Preis und Fördermenge kontrolliert, kontrolliert Wirtschaft und Politik. Ob Afghanistan, Iraq oder Iran, hier geht es um den derzeitigen und zukünftigen Zugriff auf das Öl. Die Preistreiberei hat jedoch auch einen Vorteil, der dazu führt, dass die big 5 aus vielen Projekten herausgedrängt werden und die Staaten diese Felder wieder selbst “bewirtschaften”. Im Falle Venezuelas führt dies dazu, dass Chavez mit seinen Petrodollars ein solidarisches Gegengewicht zum Neoliberalismus schafft. Die neue Achse des vermeintlich “Bösen” verläuft dann von Südamerika über Nordafrika nach Asien.
    @36 Öl wurde von Beginn an in Dollar bepreist und abgerechnet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Währungsreserven der Russen, Araber und Chinesen stammen vorangig aus dem Ölgeschäft (gut bei den Chinesen schwerpunktmäßig aus dem Export) und das sind nunmal Dollar.

    Nach dem Iran wird dann sicherlich Südamerika dran sein und wenn die Amis dann noch nicht pleite sind (der FED sei Dank) werden sie sich wieder den Russen zuwenden. Raketenschild läßt grüßen!


  52. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 11:03 - Permalink

    @Dromsel und Schwitzig

    Ihr habt “natürlich” recht, ich muß Abbitte leisten ;-)


  53. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 11:08 - Permalink

    @value

    Warum spielt der Irakkrieg (oder der drohende Irankrieg) im Moment in der Diskussion über die Ölpreise überhaupt keine Rolle?

    Weil es keinen Einfluss mehr hat - momentan fördert Irak auf Vorkriegsniveau.

    Warum werden die engsten Verbindungen zwischen Saudi Arabien und der US Ölindustrie und deren Managern Bush/Cheney nicht thematisiert?

    Weil sie mit dem Thema gar nichts zu tun haben.

    Warum werden stattdessen ausschließlich irgendwelche nicht greifbaren “Spekulanten”, sowie das Phantom “Peak Oil” dafür verantwortlich gemacht?

    Weil es um das Thema “Ölpreis” geht und dies die bestimmenden Faktoren sind.

    Vielleicht, weil Bush “out” ist, genau wie der Irakkrieg, und weil Peak Oil wieder “in” ist, nachdem es einige Zeit “out” war. Hat jemand eine bessere Erklärung?

    Ich verfolge die VT-Medien nicht so sehr - keine Ahnung, was da en vouge ist.


  54. · Lago am 13. Juni 2008 um 11:17 - Permalink

    Viscum, die Mistel, sehr interessante Pflanzen, die parasitär existieren. In früherer Zeit waren derlei botanische Spezialitäten weniger interessant, da waren die Menschen vermutlich praktischer orientiert und, da die (meisten?) Mistelbeeren giftig sind und nicht unbedingt zum Verzehr empfohlen, stellten sie aus der klebrigen Beerensubstanz eine Art Klebstoff her. Viskosität ist also die Misteligkeit oder Klebrigkeit …


  55. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 11:29 - Permalink

    @51 aligheri

    Wer Preis und Fördermenge kontrolliert, kontrolliert Wirtschaft und Politik.

    Demnach kontrollieren die OPEC und Russland unsere Wirtschaft und Politik?

    Öl wurde von Beginn an in Dollar bepreist und abgerechnet.

    Das ist schlichtweg falsch. An den Warenterminbörsen ist der Dollar Markerwährung für Öl auf dem Spotmarkt - das stimmt, hat aber gar nichts(!) mit der Transaktionswährung zu tun. Iran rechnet mW zB ausschließlich in Euro ab, Russland ebenfalls.

    Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Na Du bist Dir da ja sehr sicher. Vielleicht kannst Du das mit einer Quelle belegen? OK, Du wirst es nicht können, da es natürlich falsch ist.

    Die Währungsreserven der Russen, Araber und Chinesen stammen vorangig aus dem Ölgeschäft (gut bei den Chinesen schwerpunktmäßig aus dem Export) und das sind nunmal Dollar.

    Genannte Länder haben einen Währungskorb, in dem das Verhältnis der Reserven festgelegt ist. Die russische Zentralbank hat z.B. 40% als Festmarke für Euroreserven bestimmt - sollte die Euromenge größer (im Verhältnis) sein, wird halt umgetauscht.

    Nach dem Iran wird dann sicherlich Südamerika dran sein und wenn die Amis dann noch nicht pleite sind (der FED sei Dank) werden sie sich wieder den Russen zuwenden. Raketenschild läßt grüßen!

    So so - warum drucken die Amis sich nicht gleich das Geld, um ihre Feinde aufkaufen zu können, wenn das alles so einfach ist?


  56. · alighieri am 13. Juni 2008 um 11:56 - Permalink

    @55 Spiegelfechter
    “Demnach kontrollieren die OPEC und Russland unsere Wirtschaft und Politik?”
    Indirekt schon, da Öl als Basis sowohl für wirtschaftliche als auch für politische Entscheidungen die Grundlage ist!

    “Das ist schlichtweg falsch. An den Warenterminbörsen ist der Dollar Markerwährung für Öl auf dem Spotmarkt - das stimmt, hat aber gar nichts(!) mit der Transaktionswährung zu tun. Iran rechnet mW zB ausschließlich in Euro ab, Russland ebenfalls.”
    Sollten beide von Dir genannten Länder weiterhin in Dollar abrechnen, würde der von Dir angeführte Devisenkorb sich tatsächlich weiter in Richtung Dollar verschieben. Und das ist unklug, da der Dollar seine Talfahrt noch lange nicht beendet hat. Je mehr Länder ihre Transaktionen an den Euro koppeln, desdo volantiler wird der Dollar. Und das der Euro allseits als überbewertet kleingeredet werden soll, geht genau in diese Richtung. Die USA verlieren sukzessive ihre Vormachtstellung als Wirtschaftsmacht und gehen daher dieses große Risiko in ihrer geopolitischen Strategie ein. Erinnert mich an einen angeschossenen Eber, der nochmal alles versucht!
    Zum Thema Geld drucken durch die FED ist vielleicht entscheidend den “Gesellschafterhintergrund” der FED zu durchleuchten, denn anders als eine Bundesbank oder eine Europäische Zentralbank ist die FED privat dominiert. Eine “sofortige” Überschwemmung des Marktes mit Dollar hätte den Zusammenbruch des angloamerikanischen Banken- und damit Wirtschaftsmarktes zur Folge.
    Daher bleibe ich bei meiner These, das, wer die Ölquellen kontrolliert, das System kontrolliert. Und dies soll kein Dogma, sondern Denkanstoss sein!

    “So so - warum drucken die Amis sich nicht gleich das Geld, um ihre Feinde aufkaufen zu können, wenn das alles so einfach ist?”

    Nicht nur schwarz und weiss! Grau ist hier gefragt! Und wer will schon Dollar?


  57. · value am 13. Juni 2008 um 12:57 - Permalink

    @Spiegelfechter (53):

    >>Warum spielt der Irakkrieg (oder der drohende Irankrieg) im Moment in der Diskussion über die Ölpreise überhaupt keine Rolle?

    >Weil es keinen Einfluss mehr hat - momentan fördert Irak auf Vorkriegsniveau.

    Interessante Info. Stimmt die? Meinst Du auf dem Niveau von “Food for oil”? Das war nicht sehr hoch.

    >>Warum werden die engsten Verbindungen zwischen Saudi Arabien und der US Ölindustrie und deren Managern Bush/Cheney nicht thematisiert?

    >Weil sie mit dem Thema gar nichts zu tun haben.

    Wie bitte? Die Verbindungen der wichtigsten Player im Ölgeschäft soll nichts mit dem Ölpreis zu tun haben? Wie kommst Du denn auf diesen abenteuerlichen Gedanken?

    >>Vielleicht, weil Bush “out” ist, genau wie der Irakkrieg, und weil Peak Oil wieder “in” ist, nachdem es einige Zeit “out” war. Hat jemand eine bessere Erklärung?

    >Ich verfolge die VT-Medien nicht so sehr - keine Ahnung, was da en vouge ist.

    Wenn Du so gut zwischen “VT-Medien” und, äh, Nicht-VT-Medien underscheiden kannst, dann erklär mir bitte, wie Du das machst. Ich würde das auch sehr gern können.

    In der ZEIT (Printausgabe) z.B. war vor ca. 2 Wochen ein Artikel, indem die Chavez-Ahmadinejad Achse als der Grund allen zumindest kommenden Ölübels ausgemacht wurde (habe leider keinen link parat - war irgendwas mit Scheichs im Titel). VT oder ernsthaftes Medium?

    Auf der anderen Seite: Hältst Du Greg Palast für einen VTler? Wenn ja, kannst Du mir konkrete Hinweise für Deine Einschätzung geben?

    Du schreibst sogar von Deiner Hauptquelle, dass sie nicht unabhängig sei. Im Ölgeschäft geht es um SO viel Geld, dass ich die Welt nicht mehr verstehen würde, wenn es NICHT voller Verschwörungen wäre. Ist nicht schon die OPEC eine Verschwörung? Immerhin ist sie ein Kartell, etwas, das laut US Wettbewerbsrecht schlicht und ergreifend verboten ist. Woher also stammt Deine Sicherheit, gerade bei diesem Thema zwischen “guter” und “schlechter” Information unterscheiden zu können? Ich habe die nicht, und darauf zielte u.a. mein posting.

    value


  58. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 13:41 - Permalink

    @ alighieri

    Und das ist unklug, da der Dollar seine Talfahrt noch lange nicht beendet hat. Je mehr Länder ihre Transaktionen an den Euro koppeln, desdo volantiler wird der Dollar. Und das der Euro allseits als überbewertet kleingeredet werden soll, geht genau in diese Richtung.

    Das ist natürlich richtig, nur würde ich das nicht werten wollen. Eine Weltreservewährung Euro hätte für uns vornehmlich Nachteile.

    Die USA verlieren sukzessive ihre Vormachtstellung als Wirtschaftsmacht und gehen daher dieses große Risiko in ihrer geopolitischen Strategie ein. Erinnert mich an einen angeschossenen Eber, der nochmal alles versucht!

    Mit sinkendem Dollar steigt die Konkurrenzfähigkeit der USA und das Pendel schlägt um - alles hängt miteinander zusammen.

    Zum Thema Geld drucken durch die FED ist vielleicht entscheidend den “Gesellschafterhintergrund” der FED zu durchleuchten, denn anders als eine Bundesbank oder eine Europäische Zentralbank ist die FED privat dominiert.

    Was aber keinen Unterschied macht - außerdem ist die FED-Führung politisch legitimiert und die Anteilseigner haben nichts zu bestimmen.

    Und wer will schon Dollar?

    Och ich nehme die gerne ;-)


  59. · Spiegelfechter am 13. Juni 2008 um 13:53 - Permalink

    @value

    Interessante Info. Stimmt die? Meinst Du auf dem Niveau von “Food for oil”? Das war nicht sehr hoch.

    Ne auf dem Niveau von “vor 1990″ - Quelle

    Wie bitte? Die Verbindungen der wichtigsten Player im Ölgeschäft soll nichts mit dem Ölpreis zu tun haben? Wie kommst Du denn auf diesen abenteuerlichen Gedanken?

    Der Preis wird über Angebot und Nachfrage gebildet - Die Saudis fördern auf Maximalniveau, was sollte die Verbindung mit den Bushs da noch am Preis ändern?

    In der ZEIT (Printausgabe) z.B. war vor ca. 2 Wochen ein Artikel, indem die Chavez-Ahmadinejad Achse als der Grund allen zumindest kommenden Ölübels ausgemacht wurde (habe leider keinen link parat - war irgendwas mit Scheichs im Titel). VT oder ernsthaftes Medium?

    Ach so meinst Du das … da habe ich Dich mißverstanden.

    Du schreibst sogar von Deiner Hauptquelle, dass sie nicht unabhängig sei.

    Yep - aber es geht eher um die Hauptquelle für Zahlen und nicht um eine Quelle für Meinungen. Und die Zahlen sind neutral.

    Im Ölgeschäft geht es um SO viel Geld, dass ich die Welt nicht mehr verstehen würde, wenn es NICHT voller Verschwörungen wäre. Ist nicht schon die OPEC eine Verschwörung? Immerhin ist sie ein Kartell, etwas, das laut US Wettbewerbsrecht schlicht und ergreifend verboten ist. Woher also stammt Deine Sicherheit, gerade bei diesem Thema zwischen “guter” und “schlechter” Information unterscheiden zu können? Ich habe die nicht, und darauf zielte u.a. mein posting.

    Das maße ich mir gar nicht an. Aber das Netzwerk an Zahlen ist in sich stimmig und wie Märkte funktionieren weiß ich - da gibt es wenig Raum für grundsätzlich andere Interpretationen. Details sind strittig, aber das schreibe ich im Artikel ja auch.


  60. · gwhh am 13. Juni 2008 um 17:39 - Permalink

    Der Inhalt dieses Artikels ist zwar ein nicht uninteressanter Beitrag zum Thema, aber letztlich auch in der Substanz nicht mehr als Spekulation.
    So ist z.b. eine der Quellen, auf die er sich stützt: die IEA, als recht fragwürdig zu bewerten.

    Was erklärt nämlich der für den Ölmarkt zuständige Herr Eagles dort als einen der zentralen Faktoren des aktuellen Ölpreises?
    Die Unausweichlichkeit des Irankrieges: economicti...
    Vom Autor dieses Artikels wurde aber kürzlich erst nachgewiesen, dass ein Irankrieg auszuschliessen ist. spiegelfec...
    Er muss also entweder die IEA als glaubwürdige Quelle abschreiben, oder sein Resume den Irankrieg betreffend revidieren.
    Zur IEA