Unser Mann in Harare
27. Juni 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Die Diskussion über die politische und menschliche Katastrophe in Simbabwe ist sehr komplex. Leider wird sie in den westlichen Medien grotesk vereinfacht. Der böse „afrikanische Hitler“ Mugabe, der das Land in ein wirtschaftliches und politisches Chaos geführt hat, mit seinen Schlägertrupps hier, und der gute demokratische Oppositionsführer Tsvangirai dort, der das Land in eine bessere Zukunft führen kann. Schwarz-/Weißbilder stellen die Realität meist verzerrt dar, so auch in diesem Fall. Robert Mugabe ist zweifelsohne ein brutaler Despot, der Menschrechte und demokratische Prinzipien mit Füßen tritt. Er ist auch ein wirtschaftspolitischer Dilettant, der eine signifikanten Anteil an der Misere des Landes hat. Aber er ist auch ein Opfer der Umstände und Morgan Tsvangirai ist keinesfalls der edle Volksheld, als der er dargestellt wird.
In einem „Op-Ed“ im britischen Guardian offenbarte Tsvangirai vorgestern seinen Wunsch nach einer militärischen Intervention des Westens und stieß damit seiner eigenen Oppositionspartei und den lokalen Vermittlern aus Südafrika derart vor den Kopf, dass der Bericht bereits gestern kommentarlos von den Seiten des Guardian verschwand (im Google-Cache ist er noch zu finden). Stattdessen veröffentlich der Guardian (ebenfalls kommentarlos) einen Brief von Tsvangirai, in dem dieser behauptet, das „Op-Ed“ stamme nicht von ihm, der Guardian hätte sich täuschen lassen, er sei im übrigen gegen militärische Interventionen. Was viel Raum für „Verschwörungstheorien“ offen lässt, scheint indes ein weiterer Schnitzer von Tsvangirai gewesen zu sein, der mittlerweile stärker mit dem Westen verwoben ist, als es die simbabwischen und südafrikanischen Akteure wahrhaben wollen.
Bevor Robert Mugabes ZANU-PF 1980 die Macht in Simbabwe ergriff, wurde das Land von einem der blutrünstigsten Apartheitsregimes regiert, die je existierten. Unter Ian Smith wurden in Südrhodesien, einem Kunstgebilde, welches nur vom südafrikanischen Apartheitsregime anerkannt wurde, die schwarzen Bürger systematisch unterdrückt und eine schmale Oberschicht weißer Großgrundbesitzer und Industrieller regierte das Land. Mugabe ersetzte jedoch nach seiner Machtübernahme den weißen durch einen schwarzen Rassismus, ließ aber – trotz gegenteiliger Absichtsankündigungen – die weiße Elite in ihrem agrarwirtschaftlichen Handel weitestgehend unangetastet. Sie hatten die „Filetstücke“ des Ackerlandes und konnten mit Tabak und anderen Exportpflanzen die nötigen Devisen erwirtschaften, die das Land benötigte. Mugabes Politik hatte zunächst auch großen Erfolg – mit einem ambitionierten Sozialprogramm führte er eine kostenlose Gesundheits- und eine breite Schulversorgung ein und senkte damit die Säuglingssterblichkeit innerhalb eines Jahrzehnts von 86 auf 49 pro 1.000 Geburten und erhöhte die Lebenserwartung von 56 auf 64 Jahre. Mittlerweile ist die Lebenserwartung auf 35 Jahre gesunken, der niedrigste Wert weltweit. Mugabe hat den Fehler gemacht und sich bei der Suche nach Finanziers ausgerechnet an den IWF gewandt, der die Einstellung sämtlicher Sozialprogramme und die Privatisierung von staatlichen Betrieben zur Voraussetzung für Kredite machte. Als Mugabe sah, dass die IWF-Kredite Gift für sein Land waren, machte er den zweiten Fehler – er verstieß gegen die Regeln des IWF, enteignete einige weiße Großgrundbesitzer und war fortan ein „Paria“ auf dem finanzpolitischen Parkett. Den dritten Fehler machte er, als er – ohne von den USA grünes Licht bekommen zu haben – mit seinen Truppen ab 1998 aktiv am Zweiten Kongokrieg teilnahm. Das taten die undemokratischen, despotischen Regimes Ugandas und Ruandas zwar auch, aber sie waren Verbündete der USA und Großbritanniens, während Mugabe sich einer immer drastischeren Antikolonialrhetorik bemächtigte.
2001 versetzten die USA und Großbritannien dem unter den Folgen des IWF-Boykotts leidenden Land den Todesstoß. Beide Länder verhängten umfassende Wirtschaftssanktionen gegen den „Paria-Staat“, die dazu führten, dass der Außenhandel fast zum Erliegen kam, so dass das Land keine Devisen mehr hatte, Technik und Düngemittel für seine Landwirtschaft zu importieren. Nur Südafrika verblieb als relevanter Handelspartner; aber ohne Devisen war Simbabwe kein interessanter Handelspartner und die Produktionsumstellung von Exportagrargütern auf Lebensmitteln tat ihr übriges. Mittlerweile erlebt Simbabwe den wirtschaftlichen Kollaps – 80% Arbeitslosigkeit, eine Hyperinflation ohne Gleichen (6 Äpfel südafrikanischer Herkunft kosten 1,6 Mrd. simbabwische Dollar) und die komplette Marktwirtschaft ist zum Stillstand gekommen. Der einzige Sektor, der überhaupt noch Löhne zahlt, ist der Staatssektor, aber für das Geld können sich auch die Staatsbediensteten nichts kaufen. Eine Hungersnot epischen Ausmaßes und Unruhen werden die Folge sein. Über 3 Mio. Simbabwer (ein Drittel der Bevölkerung) sind bereits nach Südafrika geflohen, was dort zu rassistischen Unruhen führte. Das Land befindet sich im Kollaps – wer die Schuld dafür trägt, ist für den Westen klar. Aber neben Mugabes katastrophaler Politik hat der Westen durch seine Sanktionen ein großes Maß an Teilschuld für diese Situation. Der skurrile „Schlächter“ mit dem Hitler-Bärtchen und der antikolonialen Rhetorik passte einfach zu gut ins Feindschema – objektiv betrachtet unterscheidet er sich wenig von den „Despoten“ Ugandas und Ruandas, die ebenfalls Wahlen fälschen, Oppositionelle umbringen lassen und eine freie Presse verhindern. Das alles macht Mugabe keinen Jota sympathischer, er ist und bleibt ein Despot und Mörder – nur erscheint es fraglich, warum sich der Westen auf ihn eingeschossen hat und andere afrikanische Despoten und Mörder als politische Partner hofiert.
Morgan Tsvangirai war ein langjähriger Weggefährte Mugabes und stieg dank dessen Protektion schnell innerhalb des staatstreuen Gewerkschaftsflügels auf. 1998 trennten sich jedoch ihre Wege und Tsvangirai wurde zum Oppositionellen. Mehrfach wurde versucht, ihn umzubringen und mehrfach wurde er inhaftiert und gefoltert. Trotz dieser tragischen Vita, qualifiziert ihn jedoch nichts zu einem demokratischen Politiker. Seine Oppositionsgruppe MDC ist ein breites Zweckbündnis zwischen Gewerkschaftlern und Liberalen auf der einen Seite, aber auch Rechtsextremisten, weißen Rassisten und dem „Kapital“ auf der anderen Seite – sie wird von den USA und europäischen Staaten massiv unterstützt und dies nicht ohne Eigeninteresse, das vor allem zu Lasten der Regionalmacht Südafrika, die traditionell gute Verbindungen zu Mugabe pflegt. Die MDC ist zweifelsohne die einzige legitime Opposition in Simbabwe, aber wofür sie steht, ist ebenso zweifelhaft, wie die Machtverteilung der verschiedenen Gruppierungen, die hinter ihr stehen. Tsvangirai will beispielsweise die Landreformen Mugabes nicht rückgängig machen, verspricht den weißen Exilsimbabwern, die enteignet wurden, jedoch großzügige Entschädigungen – dies freut freilich den Westen, woher Tsvangirai dieses Geld nehmen will, ist da weniger von Interesse.
Den meisten Beobachtern war klar, dass Mugabe sich nicht „ordentlich“ abwählen lassen würde. Die Wahlfälschungen bei der ersten Präsidentschaftswahl, bei der laut Oppositionsangaben Tsvangirai bereits die Mehrheit der Stimmen für sich verbuchen konnte, waren demnach wenig überraschend. Tsvangirais Rückzug vor dem zweiten Wahlgang ist zwar einerseits verständlich, da Mugabe die Wahlen zu seinen Gunsten gefälscht hätte und die Bedrohung für Leib und Leben, der Tsvangirais Unterstützer ausgesetzt sind, zweifelsohne real ist. Andererseits führt sein Rückzug Simbabwe in eine weitere politische Krise – Mugabe ist aufgrund der Wahlfälschungen nicht als legitimes Staatsoberhaupt anzusehen. Der Westen hat sich bereits in dieser Form erklärt und es ist anzunehmen, dass die südafrikanischen Nachbarstaaten ebenfalls diesem Beispiel folgen werden. Tsvangirais Legitimation ist indes auch mehr als umstritten – Angaben der Opposition über einen vermeintlichen Wahlsieg im ersten Wahlgang sind keine völkerrechtliche Basis und entziehen dem Westen die Glaubwürdigkeit, wenn man – wie Großbritannien – Tsvangirai zum legitimen Präsidenten erklärt. Trotz des wirtschaftlichen Desasters ist Mugabe in Simbabwe keinesfalls isoliert – er stützt seine Macht auf einen breiten Staatsapparat, eine Landbevölkerung, die von seinen Landreformen profitiert hat, das Militär und vor allem die einflussreichen und militärisch versierten Veteranen aus dem Befreiungskrieg und dem Zweiten Kongokrieg. Freiwillig wird er nicht von der Macht lassen, der Weg des Westens läuft auf einen Bürgerkrieg hinaus.
Aus verständlichen Gründen ist vor allem das Nachbarland Südafrika gegen jegliche Entwicklungen, die auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen. Präsident Tabo Mbeki führt daher seit Jahren eine „stille“ Geheimdiplomatie zwischen Mugabe und der Opposition. Sein Ziel ist eine Allparteienregierung, der Punkt, an dem bislang diese Verhandlungen scheiterten, war „lediglich“ die Frage, ob Mugabe selbst dieser Allparteienregierung angehören sollte, oder ob er ins Exil geht und seinen politischen Weggefährten das Feld überlässt. Durch die immer dramatischer steigende Zahl von Flüchtlingen, die von Simbabwe nach Südafrika strömen, steht Mbeki allerdings auch im eigenen politischen Lager unter Kritik. Der ANC-Führer Jacob Zuma kritisierte seinen Parteifreund Mbeki bereits öffentlich für dessen zu stille Kritik an Mbekis Vertrauten „Bob“ Mugabe. Tsvangirai machte an dieser Stelle jedoch einen entscheidenden Fehler – er kritisierte öffentlich die Rolle Südafrikas als Unterhändler der Verhandlungen und forderte eine Einbeziehung des Westens. Dies hatte zur Folge, dass der ANC sich geschlossen hinter Mbeki stellte und Tsvangirais Position beschädigt wurde.
Die Tatsache, dass Tsvangirai in der Wahlkampfzeit lieber internationale Partner suchte, als in Simbabwe Wahlkampf zu machen – was allerdings auch ein Risiko für Leib und Leben dargestellt hätte – sorgte nicht nur in Südafrika, sondern auch in Simbabwe selbst für Kritik. Tsvangirais Taktik scheint darin zu bestehen, die Frage über die Zukunft Simbabwes nicht in Simbabwe oder innerhalb der südafrikanischen Staatengemeinschaft entscheiden zu lassen, sondern sie zu „internationalisieren“ und vor allem die USA und Großbritannien mit einzubeziehen. Dies wird allerdings von (fast) allen afrikanischen Staaten abgelehnt – die Ablehnung ist wiederrum Grund für Großbritannien und die USA nicht militärisch zu intervenieren. Käme es zu einem offenen Bürgerkrieg wäre dieser Standpunkt allerdings kaum zu halten. Tsvangirais „Op-Ed“ im Guardian drückt schlüssig seine Linie aus – Intervention des Westens, mit ihm als (nicht gewählten) neuen Präsidenten. Ob er mit dieser Linie Erfolg haben wird, ist mehr als ungewiss – Südafrikas Einfluss sollte nicht unterschätzt werden. Was dem Land indes mehr helfen könnte, als alles andere, wäre eine Aufhebung der Sanktionen und wenn diese nur über eine Allparteienkoalition zu erreichen wäre, dann sei dem so. Ob der Präsident dann Mugabe oder Tsvangirai heißt, spielt für das malträtierte Volk Simbabwes eine wesentlich geringere Rolle, als die Frage ob und wann die Sanktionen fallen gelassen werden.
Quellen und Literatur zur Vertiefung:
Mike Hume: Zimbabwe: whose crisis is it anyway?
Blessing-Miles Tendi: Zimbabwe’s delicate future
Brendan O’Neill: Disenfranchising the people of Zimbabwe
Brendan O’Neill: Zimbabwe and the new Cowardly Colonialism
Gregory Elich: The Battle over Zimbabwe’s Future
Lutz Herden: Kein Flug in die Flamme
Jens Berger
Posted in Ausland |






























































Sorry, aber ich habe das Fazit des Artikels nicht ganz verstanden. Über Tsvangirai weiß man eigentlich nicht viel, aber er hat mit Sicherheit noch nicht so viele Leute umgebracht wie Mugabe. Es ist ja wohl klar, dass der Westen Tsvangirai unterstützt, nicht nur, weil er gewählt wurde. Mugabe gehört tot, fertig aus. Der Mann ist auch ohne westliche Medien und Sanktionen genug Feindbild für mich. Tsvangirai kann da erst mal nur besser sein für Simbabwe, weil schlechter geht erst mal nicht. Die Sanktionen werden nur mit Tsvangirai fallen, daher ist das dem Volk sicherlich nicht egal wer regiert.
@Anindo
Die Alternative ist aber (das will der Artikel sagen) nicht Mugabe oder Tsvangirai und Friede, Freude, Eierkuchen, sondern entweder Einheits-(Allparteien)regierung oder Bürgerkrieg. Ob Mugabe da nun der Teufel in Menschengestalt ist, oder nicht. Auch Saddam war sicher kein Menschenfreund, auch die Iraker waren durch Sanktionen zu größerem Teil Opfer der Sanktionierenden, als des Sanktionierten und die Art und Weise, wie Saddam “entfernt” wurde, hat großes Leid hervorgerufen. Der offensichtlich einfachste Weg ist nicht immer der beste.
und warum geht dann süd afrika so langsam vor die hunde? Ist da auch hauptsächlich der böse Westen schuld?
war nur ne frage: Über Südafrika informiert mich in der regel der leicht gefrustete Reindeer von youtube..
youtube.co...
@transwarp
Das hat nichts mit “gut” und “böse” zu tun, sondern nur etwas mit “Macht” - ganz neutral betrachtet, ohne Ideologie.
Warum Südafrika “vor die Hunde geht”? Sagt “man” das nicht von der EU und von den USA auch? Alles ist relativ ;-)
Ruanda kam nur in einem Nebensatz vor, dabei ist das eigentlich das beste Beispiel was bei einem ‘regime change” unter Einmischung der westlichen Mächte alles passieren kann. Wenn z.B. jetzt wie damals in Ruanda auch ein paar Regierungsmitglieder in ihrem Flugzeug abgeschossen würden um den Oppositionskräften den militärischen Durchmarsch zu ermöglichen, könnte sich auch wieder eine umfassende soziale Katastrophe ereignen. Die wirtschaftlichen Umstände für so etwas sind ja gegeben.
Der echte Morgan T. weiss das natürlich auch alles und der Rückzug plus Dementi “seines” Editorials erfolgte bestimmt auch um im Ernstfall nicht gleich mit entsorgt zu werden.
OK da war jetzt doch ein Teil VT dabei ;)
Deshalb, vom ganz realen machtpolitischen Standpunkt sehen es aber viele in den ‘ruling classes’ in den anglophonen Ländern durchaus so, dass wenn die Bevölkerung eines Landes erstmal so richtig gelitten hat, sie danach umso empfänglicher für neue Botschaften ist..
Ihre Kritik erinnert mich an das Statement der MG zu Zimbabwe. Die Sache scheint eindeutig zu sein: Mugabe ist politically correct, insoweit er das weiße Imperium in Afrika bekämpft, die Farmer also enteignet, die Minen übernimmt, Selfreliance zu seinem Konzept macht. De facto ersetzt er aber nur die weiße durch eine schwarze Elite. Allerdings eine schwarze Elite, die weder willens noch in der Lage ist, die Leistungen der weißen Farmer zu bringen. – Anders gesagt: die „Privilegien“, die sich die Weißen dort geschaffen haben, beruhen auf effektiver Arbeit und Ausbeutung, währenddessen die Mugabes Crownies, die die Farmen übernommen haben, keine Beziehung zu Arbeit und Mühsal des Landlebens mehr haben. Das sind im Westen oder Osten, in katholischen Eliteschulen verwöhnte Konsumbürger, white-collar-orientiert, an Shakespeare geschulte Redner.
Mugabe hatte 20 Jahre Zeit, ein effektives Resettlement durchzuführen. Aber was da gelaufen ist, war kläglich. Das hochgepriesene (vom Westen finanzierte) Bildungssystem ist zwar britisch – und damit besser als das deutsche – aber nicht die Bohne wert, wenn es um den Aufbau eines sebstverantwortlichen und demokratischen Landes geht. Die „rhodesischen“ Farmer haben ihren Job nicht mit A-Level gemacht, sondern mit ökonomischem Denken, das einerseits selbstausbeuterisch und ausbeuterisch ist, andererseits die Konsumprodukte einhandelbar macht, mit denen sich die schwarze Elite gerne umgibt.
Was soll das ganze Gejammere um den IWF. Zimbabwe hat Devisen en masse gehabt, und nie nötig, sich vom IWF abhängig zu machen. Als nach den Enteignungen die Devisen nicht mehr kamen, sollte der IWF das Parasitentum finanzieren.
Das vorbildliche Gesundheitssystem? Alles, was funktioniert hat, das waren die Missions – und das mit ausländischen Geldern. Auf dem Lande gab und gibt es so gut wie keine schwarzen Ärzte. - Ist natürlich Rassismus. Die Aidshilfe kommt zu einem Großteil aus den USA, das ist beschämend.
Die Kritik an Tsvangirai ist gemütlich und lächerlich. Wissen Sie wirklich, was sich dort abspielt? Wie wäre es mit einem kleinen Blick in die Realität, etwa Sokwanele (http://www.sokwanele.com/thisiszimbabwe/) oder die Pressezusammenstellungen der („rhodesischen“) Seite aus Australien (http://www.zimbabwesituation.com/).
Bürgerkrieg? Was sie da schreiben, das ist nur dummes, böswilliges, billiges Gequatsche. Eine Einheitsregierung? So wie mit Nkomo? „Afrikanische“ Demokratie? Warum nicht einfach freie Wahlen? Südafrika, wissen Sie, was da wirklich abgeht? Oder wollen Sie weiter träumen? Der idealisierende Umgang mit den schwarzen Eliten ist nur Kumpanei mit ihnen, keine Solidarität mit dem afrikanischen Volk.
Man sollte sich nicht durch seine Feinde definieren
“Warum Südafrika “vor die Hunde geht”? Sagt “man” das nicht von der EU und von den USA auch? Alles ist relativ ;-)”
It is difficult to overstate the suffering that HIV has caused in South Africa. With statistics showing that almost one in five adults are infected. It is thought that almost half of all deaths in South Africa, and a staggering 71% of deaths among those aged between 15 and 49, are caused by AIDS
Average life expectancy in South Africa is now 54 years – without AIDS, it is estimated that it would be 64.
avert.org/...
Ein Herr Zuma duscht schonmal um einer AIDS infektion zu entgehen…
nzz.ch/200...
June 6, 2008: With things quieting down in Iraq (U.S. casualties hit an all-time low in May, 2008), South Africa has regained its position as the most violent country on the planet, with a murder rate of 65 per 100,000 population. The death rate is also high in some other African countries (like Sudan, Somalia and Congo), but those placed don’t keep records as effectively as South Africa. The Iraqi rate is now running at about 48 per 100,000. The Afghanistan rate is about 15.
strategypa...
Vom aufkommenden schwarzen Rassismuss in Süd Afrika mal ganz zu schweigen.
n-tv.de/Be...
Und die Misswirtschaft der Regierung unterschätzt du evtl auch:
en.wikiped...
Hi Jens,
Dein Kommentar zu #1:
Mein Kommetar: Man kann auch alles relativieren!
Auf jeden Fall: Mir stehn un gugge! (Ruanda ad porta?)
Am Wo-ende (vieleicht) noch ‘n bisschen Diskussionsstoff mehr!
Gutes Nächtle
Vogel
@Kurt M.
Wer oder was ist “MG”?
Keinesfalls - die Kritik an Mugabe kommt im Artikel mE auch keineswegs zu kurz.
Ob die schwarze Elite nicht willens und nicht in der Lage ist, wage ich zu bezweifeln.
In wie weit diese Seiten die “Realität” darstellen, kann ich nicht sagen.
Na denn - die Seilschaften der ZANU-PF und deren Profiteure räumen also freiwillig das Feld? Das klingt doch sehr naiv.
Und Tsvangirai und das MDC sind keine “schwarzen Eliten” - die Solidarität mit ihnen ist keine Kumpanei? Das MDC stellt Agrarspezialisten, die ein “besseres” Konzept haben? Oder liegt der Unterschied, wenn man die skurrile Person Mugabe mal herauslässt, vielmehr in der Unterstützung der MDC durch den Westen, die “weißes” Know-How und “weißes” Kapital ins Land bringt. Aber das beides in Afrika keineswegs zur Bildung einer funktionierenden Zivilgesellschaft beiträgt und sich perfekt mit korrupten schwarzen Eliten versteht, sollte eigentlich bekannt sein. Worum geht es also?
@Kurt W.
ja.
Notdürftig getarnt zwar, aber klar ja.
damit klar ist, aus welcher indiskutablen Ecke so was kommt.
@10 Nemetico
fehlt da nicht ein “in”? :-).
@SF
Ich finde den Artikel erhellend und ausgewogen, da er ganz im Gegensatz zu dem Spiegel-Dreck der letzten Tage nicht nur “gut” und “böse” darstellt, sondern z.B. auch die Rolle der IWF skizziert, von der man in den deutschen “Leitkulturmedien” nichts gelesen hat, geschweige denn der Entwicklung und dem Ursprung Simbabwes.
Ich habe mir schon so etwas gedacht, denn wenn Mugabe nicht auch zahlenmäßig nennenswerte Anhänger sowie Tsvangirai nicht zahlenmäßig nennenswerte Feinde hätte, würde die Situation dort nicht eskalieren. Eskalationen werden in der Regel aus Not geboren und wenn es nach dem Spiegel und anderen neoliberalen Brüllblättern ginge, müßte das ganze Volk gegen das “Böse” (Mugabe) und für das “Gute” (IWF, Tsvangirai) sein. Wenn dem so wäre, wäre Mugabe Geschichte.
Daher habe ich die letzten MM-Artikel dazu auch nicht mehr gelesen, da ich wusste, dass dort nur peinlichste Propaganda ausgewürgt wird.
Ich schätze, dass dieser Kurt W. einer dieser Spiegelleser ist (entschuldige die Fäkalsprache) und denke nicht, dass seine Einschätzung richtig ist. Mit “MG” meint der Typ wahrscheinlich die “Militante Gruppe” - eine “Terrororganisation”, die vom BKA und dem Verfassungs”schutz” erfunden wurde und die z.B. benutzt wurde, um auf der BKA-Seite “Informationen” darüber zu hinterlegen. Jeder, der auf die BKA-Seite gesurft ist, um Informationen vom BKA (!) dazu zu lesen, wurde geloggt und überprüft. Das war vor ein paar Monaten ein kleiner Skandal, der eine erfolgreiche Unterlassungsklage nach sich gezogen hatte und von dem in “Leitmedien” wie dem Spiegel oder der Tagesschau selbstverständlich nicht berichtet wurde.
Zu Simbabwe: So zynisch es klingt, mag es für eine Deeskalation von Vorteil sein, dass Südafrika unter dem Flüchtlingsstrom zu leiden hat, denn da Mugabe handelstechnisch auf Südafrika angewiesen ist, wird er es sich hoffentlich nicht durch Unruhen, Aufstände und Bürgerkrieg verscherzen wollen. Also gehe ich davon aus, dass seine “Politik” weniger despotisch werden wird oder dass sogar eine Tsvangirai-Marionette akzeptiert wird, der sicherlich die Lage nicht noch mehr verschlimmern kann. Man sollte auch bedenken, dass Mugabe mittlerweile 86 Jahre alt ist. Das ist ein wichtiger Punkt, denn erstens wird er es nicht mehr lange machen und zweitens sind die meisten Menschen in dieser Phase ihres Lebens bestrebt, für die Nachwelt einen nachhaltigen positiven Eindruck zu hinterlassen; sie wünschen sich, dass jemand trauert, wenn sie gestorben sind. Ich denke, dass die letzte Regierungsperiode Mugabes sicherlich positiver als die vorangegangenen werden wird, sofern er nicht abgesetzt wird.
Zur Information:
MG, das sind die linken Klugscheißer vom „Gegenstandpunkt“. Hieß mal „Marxistische Gruppe“.
Spiegel lese ich seit 75 nicht mehr und Spon habe ich aus meinen Feeds/Favoriten gelöscht. Den Dreck lese ich nicht mehr.
Ich war drei Jahre in Zimbabwe, nicht in Harare, nicht an der Teerstraße, ohne Auto etc. im Busch – da, wo DEG nicht ist, wo kein Journalist hinkommt, in den Gebieten, wo die Leute, als sie im März zum ersten Mal die Chance hatten, MDC gewählt haben. MDC steht einfach – naiv wie auch immer – für die Alternative zu Gewalt und Elend. Und ich habe dort auch etwas über die wahre Geschichte der Befreiungsbewegung erfahren.
@11 Schwitzig
Deine Einschätzung über die zivilisiertere Endperiode der Mugabe-Ära kann ich ganz und gar nicht teilen. Wenn die Sanktionen wegfielen und das Land Investoren bekäme, könnte das uU ja sogar sein - obwohl ich auch das nicht glaube, da Mugabe idT ein Loco ist. Ich sehe allerdings momentan nicht den geringsten Grund, warum die wirtschaftliche Katastrophe beendet werden könnte. Die Lage ist bereits katastrophal und wird aller Voraussicht nach noch katastrophaler.
@SF
Vielleicht denke ich ja zu positiv, aber so wie ich das sehe, ist das Land schon jetzt ruiniert. Die Gewaltexzesse sprechen eine deutliche Sprache, denn genaugenommen herrscht dort schon jetzt ein Bürgerkrieg. Ich persönlich glaube nicht, dass Mugabe seine Herrschaft weiter ausüben kann, weil er mit den offensichtlichen Menschenrechtsverstößen so weit gegangen ist, dass da kein Gras mehr drüberwachsen wird.
Aber auch sein Nachfolger wird mit den Hinterlassenschaften zu tun haben und wenn sein Nachfolger Tsvangirai sein sollte, steht zu befürchten, dass ein opportunistischer Kapitalistenarschkriecher genau dieselbe Scheisse wie vorher verzapfen wird. So betrachtet hätte Mugabe den Vorteil, dass er sowieso schon als Westentaschenhitler gehandelt wird und der Großteil der Bevölkerung nichts besseres erwartet, so dass sich kontinuierlich neuer Widerstand formiert. Bei Tsvangirai erwarten sicherlich viele im Land und auch international eine Verbesserung, wobei ich davon ausgehe, dass Tsvangirai sein Volk einfach nur an andere verscherbeln wird und ihm das organisierte Krepieren egal ist, solange sein Freßnapf gefüllt ist. Ein Widerstand müßte sowohl national als auch im speziellen international - da er tief in den Ärschen “westlicher Demokraten” steckt - erst wieder aufgebaut werden.
Mugabe hat auf der Positivseite:
- Vielleicht zu erwartende Altersmilde
- Zwangsläufig kurze Herrschaftsdauer
- Weltweite Ächtung
Tsvangirai hat auf der Positivseite:
[...] Worthülsen
BItte einfach abwarten, bis Mugawa aus gesundheitlichen Gründen abtreten muss und eine anschließende Militärdiktatur. Das wäre - neben einem Protektorat durch Großbritannien, das Großbritannien aus naheliegenden Gründen nicht will - die beste “Lösung” für die Konflikte.
Das Geschwafel vom bösen IWF und den schlimmen Sanktionen ist doch nur Ablekungen von der Tatsache, dass dort demokratische Strukturen noch nicht funktionieren. Dazu braucht es Voraussetzungen, insbesondere die Selbstwahrnehmung eines Staatsvolkes und Abwesenheit existentieller Not und Perspektiven für die Zukunft, die nicht gegeben sind. Es ist eine Illusion, dass Demokratie überall und für jede Gesellschaft die beste Lösung sei.
Die Tigerstaaten Südostasiens haben es mit Militärdiktaturen in Verbindung mit Staatskapitalismus versucht und haben damit beste Erfahrungen gemacht. Demokratie funktioniert nur, wenn die Menschen den Kopf frei haben vom Gedanken an das Überleben. Denn Demkoratie ist auf die Zukunft gerichtet. Wer in existentieller Not lebt, kann nur an das Heute denken.
Hier in Deutschland nähern wir uns dem Problem von der anderen Seite. Die Kombination aus wahrgenommener Chancenlosigkeit bei der verfestigten Unterschicht in Verbindung mit Angst vor dem Abstieg in der Mittelschicht erodiert auch bei uns die Voraussetzungen für den demokratischen Prozess.
Wenn hier in diesem Blog 91% angeben, sie würden gegen den Vertrag von Lissabon stimmen (aktueller Zwischenstand der Abstimmung), dann ist Politik auch hier schon kaum mehr möglich. Der Vertrag von Lissabon ist ein typischer Kompromiss, niemandem gefällt er so richtig, aber mehr ist zur Zeit einfach nicht möglich. Die “Alles-oder-Nichts-Franktion” hier im Blog und in unserer Gesellschaft ist ganz nah dran, nicht mehr kompromissfähig zu sein. Hier im Blog sammeln sich natürlich die Frustrierten - wovon ich mich auch nicht ganz ausnehmen will - aber als Symptom ist es bezeichnend.
Danke für den guten und ausgewogenen Artikel Jens ;)
Das viele schon bei der Erwähnung des IWF und der Weltbank im Konflikt um Land und die politische Macht in Simbabwe, unsere Männer und Interessen, Blut und Galle speien, weil auf einmal die eigene, verdreckte Afrikapolitik offen gelegt wird, hat immer was humorvolles, und damit hast du mal wieder direkt getroffen, die Richtigen Jens ;)
Ansonsten: die alten Artikel der Le monde sind immer noch sehr lesenswert, was die verschiedenen Aspekte des Konflikts betrifft.
monde-dipl...
monde-dipl...
monde-dipl...
monde-dipl...
monde-dipl...
@sf Zitat :
“Was dem Land indes mehr helfen könnte, als alles andere, wäre eine Aufhebung der Sanktionen und wenn diese nur über eine Allparteienkoalition zu erreichen wäre, dann sei dem so. Ob der Präsident dann Mugabe oder Tsvangirai heißt, spielt für das malträtierte Volk Simbabwes eine wesentlich geringere Rolle, als die Frage ob und wann die Sanktionen fallen gelassen werden.”
Volle Zustimmung! Damit hast Du, in diesem Public Relations, ideologieverseuchten und
hassgeprägten Terrain, dem Weg der Vernunft eine Zielmarke eingeschlagen.
Chapeau!
Tut mir leid, aber für europäische Salonpolitikdiskutanten wie mich ist Afrika einfach die Hölle!
Es ist mal wieder ein sehr guter Artikel, aber wozu noch darüber reden?
Ist die “Entwicklungs-”Politik für rationale Argumente jemals zugänglich gewesen? Unsere immergleichen zweidimensionalen Rezepte funktionieren ja leider noch nicht mal hierzulande, das hindert uns allerdings trotzdem nicht, sie regelmäßig an anderen auszuprobieren. Wenn’s mal wieder nicht klappt, war wohl der “Neger” Schuld. Gelle, Kurt M.?
Mich erinnert die Geschichte an meine Katze und ihre Vorliebe für junge Spitzmäuse. Fast täglich hat sie eine am Wickel und wenn es soweit ist, sind die Überlebenschancen für die Maus gleich Null. Das “Spiel” dauert immer so mehrere Minuten (bis zu einer halben Stunde). Zwischendurch suggeriert die Katze der Maus zwar immer wieder, sie könnte vielleicht doch noch eine Chance haben zu entkommen - der Ausgang ist jedoch immer der Gleiche. Und am nächsten Tag kommt schon die nächste Maus.
Für mich ist das die Situation Zimbabwes (und eingentlich ganz Arikas). Hinzu kommt, dass in diesem Fall die “Mäuse” zusätzlich noch regelmäßig autoaggressive Tendenzen zeigen.
Ist es denn nicht wirklich egal, was mit Zimbabwe passiert? Momentan will die Journaille Blut sehen, Mugabes (siehe #1: “Mugabe gehört tot, fertig aus”) Wenn sie’s bekommt, gibt es einen neuen Bürgerkrieg, der Funke springt dann auf Südafrika über (hoffentlich erst nach der WM)…
Das ist doch ein einziges zynisches “Merry-go-Round”. Wenn wir nämlich ganz ehrlich sind, haben wir eben politisch gar kein Interesse an einem stabilen Afrika. Die sind seit ihrer “Entdeckung” in der Position des Schwächeren, haben Bodenschätze (früher auch mal “Humankapital”). Und daran, dass nach Asien irgendwann auch noch ein stabiles, autarkes Afrika boomt haben wir doch echt kein Interesse.
dw-world.d... Journalist Peter Scholl-Latour zur Geschichte Simbabwes (18.4.2008)
Es ist schon unverschämt, wie hier argumentiert wird. Weil manche Leute ihren Standpunkt und geordnetes Weltbild behalten wollen, wird die Realität zurechtgelogen. Tsvangirai soll parasitäre Elite wie Mugabe sein, von ihm protegiert, usw. Nein, man kann sich nur wundern über soviel Sektierertum. Nur weil Steinmeier oder Bush sich gegen Mugabe aussprechen, ist das ein Mann, mit dem man verhandeln kann. Was interessieren schon die Menschen dort, wie sie malträtiert werden, gefoltert, zu Tode geprügelt, in Stücke geschnitten, die Augen herausgerissen, lebendig verbrannt, Kinder mit dem Hammer bearbeitet, Äxte in die Köpfe, Frauen vergewaltigt. Das ist ja alles Propaganda, nicht wahr?
Der Mann übrigens, von dem das obige Foto von Tsvangirai stammt, Edward Chikomba, lag einige Tage später nach der Veröffentlichung totgeschlagen neben der Straße. Leute, die so etwas unterstützen, sind für mich Rassisten.
Auch Leute, die Platin für ihre Katalysatoren, Kobalt für ihre Handys brauchen und damit die Shopping-Touren unter Anderem von Grace Mugabe und den Sportmercedes für 338 000 USD von Gideon Gono finanzieren.
Robert Mugabe wird vllt. noch altersmilde? Mit 84 ist man altersmilde oder bleibt vestockt bis ans Lebensende!
Kurze Restamtszeit? Und wenn der Knilch 93 wird? oder 89? Noch 5 Jahre! und dann seine Nachfolger (wie Kabila nach Kabila nach Mobutu im Kongo, oder wie Museveni nach Amin nach Obote in Uganda oder wie …, oder wie … die Aufzählung ist sehr lang fortführbar) lauter “Lichtgestalten”, Epigonen voller Liebreiz und Menschenfreundlichkeit vor den Toren Harares!?
Du hast ja recht, Tsvangirei ist (vermutlich) der nächste … nach dem jetzigen. Die afrikanische Trias: Pest (IWF, USA und Co.), Cholera (EU, Frankreich und Co.), Pocken (die eigenen “Eliten” sprich: Kleptokraten, Diktatoren und Totschläger) - alternativ iss noch Malaria und Aids im Programm.
Apropos Tsvangirai: Wer wollte erwarten, dass er nach seinen Erlebnissen (persönlich und in seinem nächsten Umfeld - der Fotograf, der das obige “Beweis”foto gemacht hatte, nachdem man versuchte Tsvangirei auf der Polizeiwache (!) den Schädel einzuschlagen, wurde kurz darauf erschossen) wer also will erwarten, dass dieser Mensch sich rational, logisch und (ausschließlich) vernünftig verhielte und jetzt locker ein Konzept aus der Tasche zieht: “Leute hier isses: ‘Das zukünftige Glück Simbabwes in 4 Kapitel auf nur 37 Seiten’ “?
Wo sind die Menschen, die zu hunderttausenden auf der Straße gegen die Poltik der ersten Welt gegenüber der Dritten Welt solange protestieren, bis sich ‘was für die leidenden Bevölkerungen tut? Ein paar sitzen vor Ihen PCs und kommentieren Deine Artikel. Der Rest ist die träge Masse die immer hinterher sagt: “Huch, des hammer abber net gewusst!” Und, ich wette darauf: Instinktiv kennen wir alle die Handlungsalternativen!
Zwischenruf: Was mit den Hühnerfarmern in Afrika passiert (ist), wenn wir nur noch Hühnerbrüstchen essen und den Rest nach Afrika schicken ist wohl nun allseits bekannt und im Senegal auch hinreichend dokumentiert. Mir geht bis heute nicht ‘ne Story aus dem Kopf, irgendwann aus den siebzigern, ich glaub’ es war an der Elfenbeinküste: Die EWG bringt den Nomaden bei, wie sie ihr Vieh besser züchten, gesunderhalten und sesshaft werden und die Ernährung der Bevölkerung helfen sicher zu stellen, dann baut man einen großen, zentralen Schlachthof (von der EWG gefördert - von wem wohl errichtet? - und das Land hat einen dreistelligen Millionenbetrag [DM] am Bein) und dann, als alles auf einem guten Weg war … baut die EU (damals EWG) ihre Fleischberge ab!!! Der Schlachthof ist nie in Betrieb gegangen (klaro!), die Bauern ziehen weiter mit wenig klapprigem Vieh durch die Lande und kommen vor Hunger nicht in den Schlaf usw. usf. - und wenn wir heute der Dritten Welt einen Teil der Schulden erlassen, da fällt mir nur ein: “So?”
Also, zurück zu den Handlungsalternativen: 1. Die “Normale”, die Gängige: Kleinfeuerwaffen und reichlich Munition (metaphorisch zu verstehen!, darunter subsumiert sich dieses, wörtlich, und das Verhalten der ersten Welt wie gewohnt: Wasser predigen, selber Wein saufen und die Dritte Welt beides bezahlen lassen) 2. Die “Absurde” die “Niemals_stattfindende”: Wir essen nicht nur Hühnerbrüstchen sondern auch Hals und Flügel (”Ei un was mache dann die arme Nescher? Krische die dann nix mehr z’ esse?” - doch, das machen die dann schon selber) wir trennen uns von den niedrigsten Lebensmittelpreisen in Europa (da wird uns Sarkotzi mit den französichen Bauern im Verbund mit den neuen LPG-Fürsten in Mitteldeutschland und dem Rest der europäischen Landwirtschaft schon vor schützen - Viktoriabarsch hier in Deutschland!!! Ja sind wir den alle verrückt geworden? Blumen mit dem Flieger nach Deutschland!!!), wir schicken der Dritten Welt keine Kleiderspenden mehr (Neger [Menschen!!] im rosa Morgenrock bei der Feldarbeit - ein entzückendes Bild voller Anmut) sondern erlauben denen eine eigene Textilproduktion (”Un wer sacht des dene Chinese? Dass die dann ach kei billische Klamotte mehr liefern derfe?”) und öffnen unsere Märkte ehrlich der Dritten Welt, und fischen Afrika nicht mehr mit unserer Industriefischerei (Spanien!) die Ernährungsgrundlage der Küstenbevölkerung weg!
Wie sagte schon Th. Hobbes: … und … (SCNR) - deshalb siehe 1.
Ich bin für die Lösung zwei! Und da bin ich ziemlich alleine!
Wie Du bereits sagst: Die Lage iss kompliziert! Gerne wird auf die USA und den IWF gespuckt (zu recht) und unser aller, täglicher Beitrag vergessen! Wir können alle etwas zum Guten beitragen: Kein Viktoriabarsch mehr, keine Kleiderspenden mehr, Mut zu landwirtschaftlichen Produkten aus der Region (und zweimal Fleisch die Woche reicht völlig) und zu fair gehandelten Produkten aus Afrika (bzw. der Dritten Welt) usw. usf.
Grüße
Vogel
Robert Mugabe wird vllt. noch altersmilde? Mit 84 ist man altersmilde oder bleibt vestockt bis ans Lebensende!
Kurze Restamtszeit? Und wenn der Knilch 93 wird? oder 89? Noch 5 Jahre! und dann seine Nachfolger (wie Kabila nach Kabila nach Mobutu im Kongo, oder wie Museveni nach Amin nach Obote in Uganda oder wie …, oder wie … die Aufzählung ist sehr lang fortführbar) lauter “Lichtgestalten”, Epigonen voller Liebreiz und Menschenfreundlichkeit vor den Toren Harares!?
Du hast ja recht, Tsvangirei ist (vermutlich) der nächste … nach dem jetzigen. Die afrikanische Trias: Pest (IWF, USA und Co.), Cholera (EU, Frankreich und Co.), Pocken (die eigenen “Eliten” sprich: Kleptokraten, Diktatoren und Totschläger) - alternativ iss noch Malaria und Aids im Programm.
Apropos Tsvangirai: Wer wollte erwarten, dass er nach seinen Erlebnissen (persönlich und in seinem nächsten Umfeld - der Fotograf, der das obige “Beweis”foto gemacht hatte, nachdem man versuchte Tsvangirei auf der Polizeiwache (!) den Schädel einzuschlagen, wurde kurz darauf erschossen) wer also will erwarten, dass dieser Mensch sich rational, logisch und (ausschließlich) vernünftig verhielte und jetzt locker ein Konzept aus der Tasche zieht: “Leute hier isses: ‘Das zukünftige Glück Simbabwes in 4 Kapitel auf nur 37 Seiten’ “?
Wo sind die Menschen, die zu hunderttausenden auf der Straße gegen die Poltik der ersten Welt gegenüber der Dritten Welt solange protestieren, bis sich was für die leidenden Bevölkerungen tut? Ein paar sitzen vor Ihen PCs und kommentieren Deine Artikel. Der Rest ist die träge Masse die immer hinterher sagt: “Huch, des hammer abber net gewusst!” Und, ich wette darauf: Instinktiv kennen wir alle die Handlungsalternativen!
Zwischenruf: Was mit den Hühnerfarmern in Afrika passiert (ist), wenn wir nur noch Hühnerbrüstchen essen und den Rest nach Afrika schicken ist wohl nun allseits bekannt und im Senegal auch hinreichend dokumentiert. Mir geht bis heute nicht ‘ne Story aus dem Kopf, irgendwann aus den siebzigern, ich glaub’ es war an der Elfenbeinküste: Die EWG bringt den Nomaden bei, wie sie ihr Vieh besser züchten, gesund erhalten und sesshaft werden und die Ernährung der Bevölkerung helfen sicher zu stellen, dann baut man einen großen, zentralen Schlachthof (von der EWG gefördert - von wem wohl errichtet? - und das Land hat einen dreistelligen Millionenbetrag [DM] am Bein) und dann, als alles auf einem guten Weg war … baut die EU (damals EWG) ihre Fleischberge ab!!! Der Schlachthof ist nie in Betrieb gegangen (klaro!), die Bauern ziehen weiter mit wenig klapprigem Vieh durch die Lande und kommen vor Hunger nicht in den Schlaf usw. usf. - und wenn wir heute der Dritten Welt einen Teil der Schulden erlassen, da fällt mir nur ein: “So?”
Also, zurück zu den Handlungsalternativen: 1. Die “Normale”, die Gängige: Kleinfeuerwaffen und reichlich Munition (metaphorisch zu verstehen!, darunter subsumiert sich dieses, wörtlich, und das Verhalten der ersten Welt wie gewohnt: Wasser predigen, selber Wein saufen und die Dritte Welt beides bezahlen lassen) 2. Die “Absurde” die “Niemals_stattfindende”: Wir essen nicht nur Hühnerbrüstchen sondern auch Hals und Flügel (”Ei un was mache dann die arme Nescher? Krische die dann nix mehr z’ esse?” - doch, das machen die dann schon selber) wir trennen uns von den niedrigsten Lebensmittelpreisen in Europa (da wird uns Sarkotzi mit den französichen Bauern im Verbund mit den neuen LPG-Fürsten in Mitteldeutschland und dem Rest der europäischen Landwirtschaft schon vor schützen - Viktoriabarsch hier in Deutschland!!! Ja sind wir den alle verrückt geworden? Blumen mit dem Flieger nach Deutschland!!!), wir schicken der Dritten Welt keine Kleiderspenden mehr (Neger [Menschen!!] im rosa Morgenrock bei der Feldarbeit - ein entzückendes Bild voller Anmut) sondern erlauben denen eine eigene Textilproduktion (”Un wer sacht des dene Chinese? Dass die dann ach kei billische Klamotte mehr liefern derfe?”) und öffnen unsere Märkte ehrlich der Dritten Welt, und fischen Afrika nicht mehr mit unserer Industriefischerei (Spanien!) die Ernährungsgrundlage der Küstenbevölkerung weg!
Wie sagte schon Th. Hobbes: … und … (SCNR) - deshalb siehe 1.
Ich bin für die Lösung zwei! Und da bin ich ziemlich alleine!
Wie Du bereits sagst: Die Lage iss kompliziert! Gerne wird auf die USA und den IWF gespuckt (zu recht) und unser aller, täglicher Beitrag vergessen! Wir können alle etwas zum Guten beitragen: Kein Viktoriabarsch mehr, keine Kleiderspenden mehr, Mut zu landwirtschaftlichen Produkten aus der Region (und zweimal Fleisch die Woche reicht völlig) und zu fair gehandelten Produkten aus Afrika (bzw. der Dritten Welt) usw. usf.
Grüße
Vogel
Robert Mugabe wird vllt. noch altersmilde? Mit 84 ist man altersmilde oder bleibt vestockt bis ans Lebensende!
Kurze Restamtszeit? Und wenn der Knilch 93 wird? oder 89? Noch 5 Jahre! und dann seine Nachfolger (wie Kabila nach Kabila nach Mobutu im Kongo, oder wie Museveni nach Amin nach Obote in Uganda oder wie …, oder wie … die Aufzählung ist sehr lang fortführbar) lauter “Lichtgestalten”, Epigonen voller Liebreiz und Menschenfreundlichkeit vor den Toren Harares!?
Du hast ja recht, Tsvangirei ist (vermutlich) der nächste … nach dem jetzigen. Die afrikanische Trias: Pest (IWF, USA und Co.), Cholera (EU, Frankreich und Co.), Pocken (die eigenen “Eliten” sprich: Kleptokraten, Diktatoren und Totschläger) - alternativ iss noch Malaria und Aids im Programm.
Apropos Tsvangirai: Wer wollte erwarten, dass er nach seinen Erlebnissen (persönlich und in seinem nächsten Umfeld - der Fotograf, der das obige “Beweis”foto gemacht hatte, nachdem man versuchte Tsvangirei auf der Polizeiwache (!) den Schädel einzuschlagen, wurde kurz darauf erschossen) wer also will erwarten, dass dieser Mensch sich rational, logisch und (ausschließlich) vernünftig verhielte und jetzt locker ein Konzept aus der Tasche zieht: “Leute hier isses: ‘Das zukünftige Glück Simbabwes in 4 Kapitel auf nur 37 Seiten’ “?
Wo sind die Menschen, die zu hunderttausenden auf der Straße gegen die Poltik der ersten Welt gegenüber der Dritten Welt solange protestieren, bis sich was für die leidenden Bevölkerungen tut? Ein paar sitzen vor Ihen PCs und kommentieren Deine Artikel. Der Rest ist die träge Masse die immer hinterher sagt: “Huch, des hammer abber net gewusst!” Und, ich wette darauf: Instinktiv kennen wir alle die Handlungsalternativen!
Zwischenruf: Was mit den Hühnerfarmern in Afrika passiert (ist), wenn wir nur noch Hühnerbrüstchen essen und den Rest nach Afrika schicken ist wohl nun allseits bekannt und im Senegal auch hinreichend dokumentiert. Mir geht bis heute nicht ‘ne Story aus dem Kopf, irgendwann aus den siebzigern, ich glaub’ es war an der Elfenbeinküste: Die EWG bringt den Nomaden bei, wie sie ihr Vieh besser züchten, gesund erhalten und sesshaft werden und die Ernährung der Bevölkerung helfen sicher zu stellen, dann baut man einen großen, zentralen Schlachthof (von der EWG gefördert - von wem wohl errichtet? - und das Land hat einen dreistelligen Millionenbetrag [DM] am Bein) und dann, als alles auf einem guten Weg war … baut die EWG (heute EU) ihre Fleischberge ab!!! Der Schlachthof ist nie in Betrieb gegangen (klaro!), die Bauern ziehen weiter mit wenig klapprigem Vieh durch die Lande und kommen vor Hunger nicht in den Schlaf usw. usf. - und wenn wir heute der Dritten Welt einen Teil der Schulden erlassen, da fällt mir nur ein: “So?”
Also, zurück zu den Handlungsalternativen: 1. Die “Normale”, die Gängige: Kleinfeuerwaffen und reichlich Munition liefern (metaphorisch zu verstehen!, darunter subsumiert sich dieses, wörtlich, und das Verhalten der ersten Welt wie gewohnt: Wasser predigen, selber Wein saufen und die Dritte Welt beides bezahlen lassen) 2. Die “Absurde” die “Niemals_stattfindende”: Wir essen nicht nur Hühnerbrüstchen sondern auch Hals und Flügel (”Ei un was mache dann die arme Nescher? Krische die dann nix mehr z’ esse?” - doch, das machen die dann schon selber) wir trennen uns von den niedrigsten Lebensmittelpreisen in Europa (da wird uns Sarkotzi mit den französichen Bauern im Verbund mit den neuen LPG-Fürsten in Mitteldeutschland und dem Rest der europäischen Landwirtschaft schon vor schützen - Viktoriabarsch hier in Deutschland!!! Ja sind wir den alle verrückt geworden? Blumen aus Kenia mit dem Flieger(!) nach Deutschland!!!), wir schicken der Dritten Welt keine Kleiderspenden mehr (Neger [Menschen!!] im rosa Morgenrock bei der Feldarbeit - ein entzückendes Bild voller Anmut) sondern erlauben denen eine eigene Textilproduktion (”Un wer sacht des dene Chinese? Dass die dann ach kei billische Klamotte mehr liefern derfe?”) und öffnen unsere Märkte ehrlich der Dritten Welt, und fischen Afrika nicht mehr mit unserer Industriefischerei (Spanien!) die Ernährungsgrundlage der Küstenbevölkerung weg!
Wie sagte schon Th. Hobbes: … und … (SCNR) - deshalb siehe 1.
Ich bin für die Lösung zwei! Und da bin ich ziemlich alleine!
Wie Du bereits sagst: Die Lage iss kompliziert! Gerne wird auf die USA und den IWF gespuckt (zu recht) und unser aller, täglicher Beitrag vergessen! Wir können alle etwas zum Guten beitragen: Kein Viktoriabarsch mehr, keine Kleiderspenden mehr, Mut zu landwirtschaftlichen Produkten aus der Region (und zweimal Fleisch die Woche reicht völlig) und zu fair gehandelten Produkten aus Afrika (bzw. der Dritten Welt) usw. usf.
Grüße
Vogel
Hi Jens,
da iss ‘was “verrutscht” :), #22 iss Endstand! Davor bitte löschen, Danke!
Beste Grüße
Vogel
Mit der einen oder anderen PR muss man halt leben können, ich denke nur dass für den armen Teufel das gesagte gilt.
Richtig und Falsch ist: jedenfalls ist @sf , der Verstand mit Vernunft vermitteln will………….Er kann es………..und wer sich da abseits stellt. der soll
es bleiben. für anstädige leute empfehle ich ohne link etc. er ist weltweit bekannt:
juri avneri
so das wars.
Ich finde es sehr löblich die MDC und Mugabe zu kritisieren, aber als jemand der im sicheren Haus und seinem Wohnzimmer in Deutschland sitzt, fällt es einfach Kritik am MDC zu üben ohne einen realistischen Lösungsvorschlag zu machen. Kritik ist schön und gut solange sie solidarisch ist.
Gesellschaftliche Reifeprozesse laufen höchst unterschiedlich ab. Bei Überreife ist selbstgefällige Dekadenz nicht fern. Da Westeuropa diesen Zenit nahezu erreicht hat, wäre es für Sie und Afrika gewiss äußerst hilfreich, wenn Sie zunächst einmal aufhörten, dortige Vorgänge weiterhin durch ihre getönte ISO-Schnäppchenbrille zu betrachten.
@Vogel
Das mache ich seit Jahren, allerdings musste ich feststellen, dass dank der Akkumulation und Konzentrationen von Großkonzernen es immer schwieriger wird, nicht Blutwaren zu kaufen. Manchmal kommt man einfach nicht drumherum und oft weiss man nicht, wie und wo die Konsumgüter entstanden sind.
Die schwarz-weiss-Ansicht Böser-Westen-armes-Afrika kann ich allerdings nicht so ganz teilen, denn schließlich reden wir von einem Kontinent, der durchaus das Potential hätte, völlig unabhängig zu sein. Natürlich sind die aktuellen Verwerfungen auch eine Folge der Kolonialpolitik, der folgenden Grenzfestlegung und der “westlichen Demokratien” - klar, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich für seine Taten nicht immer auf die Fehler der anderen berufen sollte. Wenn z.B. ein Mugabe Anhänger seines ehemaligen Busenfreundes Tsvangirai schlachten und zerstückeln läßt, ist ein Mugabe dafür selbst verantwortlich. Genauso wie der Soldat, der den “Befehl” durchführt dafür die Verantwortung trägt. Wenn Dir Person XY den Arm abhackt, ist Person XY vielleicht ein Verarschter des IWF, der EU und was weiss ich, aber im Endeffekt ist Person XY denoch nicht Opfer sondern Täter. Nein, ich behaupte nicht, dass “die Neger” nicht entwickelt genug sind, vernünftig zusammen zu leben, aber ich denke, dass der Westen nicht für alle Greuel dort verantwortlich gemacht werden kann. Viel hat mit Traditionen, Kultur und Stammeshintergründen zu tun. In Afrika haben sich die Menschen auch schon vor dem Einfall der Kolonialisten kriegerisch massakriert. Mittlerweile sind sie nur viel effektiver geworden. Gute Neger, böser Weisser ist genauso rassistisch wie dummer Neger, guter Weisser. Das Problem ist meines Erachtens weniger bei Schwarz/Weiss, sondern vielmehr bei Kultur, Religion und Tradition zu suchen.
Lieber Schwitzig,
was machen wir denn gerade? Wir machen uns daran, die Sanktionen gegen Zimbabwe zu verstärken. Wann hat das letztes Mal geholfen? In Nordkorea? Im Irak? Im Iran? In Kuba? Sind unsere Sanktionen nicht nur dafür gut, bestehende Regieme - und liegen sie auch in den letzten Zügen - zu stärken, sie zu festigen und zu konservieren? Und das alles auf Kosten der Zivilbevölkerung. Es sind aber eben halt nur “Nejscher”! Mit dem Geld, dass der deutsche Steuerzahler neulich an die bankrotten halbstaatlichen Banken überwiesen hat, hätte man den ein oder anderen afrikanischen Staat vollständig entschulden können.
Natürlich ist Mugabe Schuld. Und natürlich gehört er (wie so viele andere) von seinem Volk zur Verantwortung gezogen. Aber werden Frau Merkel und Herr Köhler ihm nächsten Monat nicht wieder die Hand schütteln, wenn er auf die Idee käme, seine Truppen gegen “Al-Quaidas neues Kalifat” Somalia in Stellung zu bringen? spiegel.de...
Ich selbst sehe mich nicht als “bösen Weißen”. Aber mein heißgeliebter Staat wühlt gerne mal im Blut und Gedärm von weniger Priviligierten. Ich weiß das und finde es eklig. Aber in der neuen “Bild der Frau” stand nunmal, dass Hähnchenbrustfilet besinders fettarm ist. Und Viktoriabarsch ist auch was Feines. Meine Fischstäbchen kommen jetzt übrigens von der Westafrikanischen Küste. (Hatte nicht besonders großen Appetit und habe die halbe Packung weggeschmissen…) Und schonmal die darüber nachgedacht, weshalb so ein “Nejscher” DDT besser vertragen sollte als Unsereins? de.wikiped...
Wenn die Leute dort die drei wichtigen Kriterien erfüllen würden - Hautfarbe (weiß), Religion (Christentum), Eigentum (ja und zwar international bindend beurkundet) - dann sähe die Welt dort ganz anders aus.
P.S.:
Es würde mich auch nicht besonders wundern, wenn Schäubles “schmutzige Bombe”-Fantasien nach der Lektüre eines internen Papiers des Wirtschaftministerium entstanden wären, unseren Atommüll doch kurzerhand in Zentralafrika zu verklappen. In diesem Fall schlägt die “Terrorgefahr” dann allerdings die “Entwicklungshilfe”.
@schwitzig @armin
Was haltet Ihr denn davon, mal die “rote Heidi” über Euren Stand der Diskussion “aufzuklären”?
Der Komfortabilität halber, hier der Link
heidi-wiec...
Es wäre tatsächlich mal interessant, wie “heidi” sich den Ansichten der Menschen stellt, die nicht im Rüsselsheimer Suffblog (SPD-Ortsverein) sind.
Neugier!!!!!!!!
carlo
@ Michael
Des habbe se abber schee gesacht, Herr Kollesch!
Michael: Klasse Zusammenfassung! :)
@schwitzig
Du hast recht! Lass’ bitte aber zukünftig mir gegenüber diese (zwar “Fachworte” aber in meinen Ohren im Zusammenhang eines solchen Themas wie “Kampfbegriffe” klingenden) Worte “Kapital … Akkumulation” “Konzentration” “Großkonzerne” “Blutware” aus dem Spiel: Es ist so, wie wir beide übereinstimmend feststellen: Man müss sich bemühen! Ja, es kostet Mühe, Waren aus der Region zu finden, Getreideküche zu pflegen, Brot und Brötchen selber backen usw.
Leider ist Konzentration, um nur einen Begriff raus zu picken, nur allzu menschlich! Denk’ an “Haufen oder Nische” - wenn der Mensch die Wahl hat zwischen einem Ort wo wenige sind oder hingegehen, oder einem Ort wo viele sind oder hingehen na, wohin wird er sich wenden (frei nach dem Motto: Scheiße muss schmecken! Milliarden Fliegen können nicht irren!)! Oder, nehmen wir noch die Großkonzerne, wie bilden die sich (i.d.R.): Ganz am Anfang steht ein kleines Unternehmen, nur Du und ich kaufen dort. Dann spricht es sich herum, die Sachen sind gut, auch alle unsere Freunde kaufen … und am Ende isses dann ein Großkonzern! Lass’ die 147 Varianten Fusionen, Mergers, politisch gebildetes Umfeld/Voraussetzungen etc. pp. weg, einfach nur mit der Axt geschnitzt! Und, was finden wir: Du und ich, wir kaufen dort, Du und ich, wir arbeiten dort (vllt. sogar in hervorgehobener Stellung - [sogar als Menetscher?])! Nur wir (!) bilden den Boden (Markt) für die Großkonzerne - und wenn’se dann da sind … weiter geht’s bei Goethe: Der Zauberlehrling!
Ich habe differenziert und noch mehr “Schuldige” ins Gespräch gebracht, als bis dahin genannt!
Yep! Seh’ ich auch so!
Yep! Seh’ ich auch so! Aber Achtung: Alles was wir hier an “Sozialkram und -verwerfungen” diskutieren iss die gleiche Chose - nur auf anderem Niveau und bis zur Un(er)kenntlichkeit getarnt! Hier kommt jetzt wieder Th. Hobbes … aber diesmal kann ich mich zurückhalten ;)!
@Armin
Jawoll, dess iss ach rischtisch!
Schönen Sonntag für Euch
Vogel
Die jungeWelt hat am Wochenende auf den Leitartikel von Thomas Scheen vom 23.06.2008 ” Der Albtraum geht weiter” in der FAZ (leider kostenpflichtig) aufmerksam gemacht und in diesem nahm der Kommentator der FAZ kein Blatt vor dem Mund, wer da wen an der Lange Leine im westlichen Interesse führt, und warum der amerikanische Botschafter so demokratisch tobte, und den Exbusenfreund Mugawes und Neutodfeind Tsvangirai umgehend wieder in den Wahlkampf zurückbeorderte.
Die afrikanischen Staaten wollen eine afrikanische Lösung ohne Einmischung von außen und Frau Dr. Rice samt Anhang passt schon diese Art der Lösung überhaupt nicht. Rice brüllt mit Bush lieber was von Sanktionen und Sanktionen, die im Kern nur die chinesischen Konzerne in Afrika unter Druck setzen sollen. Um Demokratie oder die Menschen von Simbabwe geht es dabei überhaupt nicht.
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der geostrategische Kampf um Afrika zwischen den westlichen Staaten und China, selbst Südafrika als regionale Ordnungsmacht
ins Fadenkreuz der amerikanischen Trägerflotten rückt und neben dem Iran Platz auf der Terrorliste nehmen darf.
Was mit der Balkanisierung Europas angefangen hat, im Nahen Osten und auf dem terrestrischen Flugzeugträger Afgahnistan seinen Höhepunkt findet, läuft nun auch in Afrika als low war gegen China und Russland auf Hochtouren. Ich war damals so naiv zu glauben ,dass die Einrichtung der neuen selbstständigen amerikanischen Befehlszentrale AFRICOM noch (!) nicht so bedeutsam wäre. Die Wirklichkeit war schneller ;)
Guter Link: knutmellen...
Ach ja:
Wie Jens schon richtig im Artikel geschrieben hat: die Aufhebung der Sanktionen würde die politische Krise viel schneller beenden und eine selbstständige und eigenständige Entwicklung Simbawes möglich machen.
Diese Eigenständigkeit ist vom demokratischen Westen nicht erwünscht. Abhängigkeit ist das Zauberwort ;)
Noch einmal was zu Tsvangirai: Einige Leute machen es sich einfach, indem sie Tsvangirai zum selben Schurken wie Mugabe erklären wollen. So funktioniert Rassismus. Man kann Tsvangirais politisches Konzept kritisieren – er ist m. E. sozialdemokratisch, aber das ist immer noch besser als die Herrschaft dieser brutalen Zanu-mafia – man kann seine politische Geschicklichkeit kritisieren – er hat taktische Fehler gemacht, es wäre aber zu billig, das von hier aus zu kritisieren. Dass er ein Busenfreund von Mugabe gewesen sein soll – lächerlich. Mugabe ist 84, Tsvangirai 56 – Mugabe Uniabsolvent mit mehreren Abschlüssen, Tsvangirai ohne Schulabschluss, Minenarbeiter, Maurersohn. Mugabe war seit 10 in einer Eliteschule. Mugabe hat für Tsvangirai nur Verachtung übrig – übrigens wie auch Mbeki (Master of Economics -britisch). Power gegen Povo. Zwar hat Tsvangirai seine „Karriere“ während der Zanu-Zeit gemacht – aber diese Zeit sah trotz des „Gukurahundi“, den Massakern im Matabeleland, noch hoffnungsvoll aus. Eine Einheitsregierung mit Zanu, die inzwischen ein ökonomisches Imperium aufgebaut hat, ist vielleicht notwendig, aber unmöglich mit Mugabe, Mangagwa, Chiwanga usw. Das sind Verbrecher und sie werden es immer bleiben.
Leute, die jetzt den einen mit dem anderen gleichsetzen, legen sich die Welt für ihre Inaktivität und ihre Ressentiments zurecht. Typisch für die notorischen Besserwisser
Hallo
siehe dazu
“Zimbabwe and the Question of Imperialism: A Discussion”
democracyn...
die Diskussion bringt die Problematik ziemlich gut auf den Punkt: Einerseits die verlogene Parteinahme des Westens, der Diktaturen nur dort kritisiert, wenn sie Politik gegen die eigenen Interessen machen:
“Well obviously what is happening in Zimbabwe is quite tragic and I would hope some of the sympathy that is extended to Zimbabwe could be extended as well to other African nations that do not have white minorities. For example, the statement condemning or questioning the Zimbabweans elections emerged from Swaziland, a South African nation that is one of the last absolute monarchies on this small planet. Some might well question why isn’t Swaziland’s human rights situation being interrogated and investigated? A scant year ago in Nigeria, the continent’s giant, you had shambolic elections, had hundreds killed yet that barely registered a blip on the international media. At least not in the North Atlantic. Many talk, perhaps understandably, about the fact the President Mugabe has served as President since 1980, but what about Omar Bongo of Gabon, a close ally of the U.S, an oil-rich country in West Africa, which of course, he has served as president since 1967? 13 years before Mugabe came into power. I mean, I could go on in this vain, but I think the fact that thousands were killed in Zimbabwe in the 1980’s and yet, he received a virtual knighthood from Queen Elizabeth and received an honorary degree from Massachusetts, and yet, today in 2008, he is a subject of international scorn after of course he expropriates some white farmers, really speaks of profound racism in terms of how this issue has been covered in the North Atlantic media.”
Andererseits die Realität der ‘Befreiungsbewegung’:
“And so, comparing Zimbabwean’s oppression with other oppression in Africa does not excuse the oppression of the Zimbabweans people by any means. I think Gerald is very right about these oppressions across Africa, but organizations in this country that are in solidarity with the peace movement across the world ,that are in solidarity with the Zimbabwe people, should take the cue from the Congress of South African Trade Union that is calling for a blockade of Zimbabwe because of the oppression. And I think what distinguished Zimbabwe from those countries that Gerald speaks about is that none of those countries is representing themselves as being in the forefront of liberation. Robert Mugabe and Zanupe started out like they were Lumumba in the Congo. They ended up like Mubutu, killing from the people, arrested opposition leaders, killing people, calling homosexual pigs and dogs, and killing hundreds, tens of thousands of people. 18% of the Zimbabwean people are unemployed. While the stock exchange is the most successful in Africa. We on the left, in the peace movement, we acknowledge that George Bush nor Brown have any moral authority to criticize Zimbabwe because of the unjust war that they’re fighting in Iraq and Afghanistan. But having said that, we on the left and the progressives, we must take the moral leadership in having solidarity with those opposition leaders, those workers, those human rights workers in Zimbabwe and Southern Africa who are being oppressed by the Mugabe government.”
“”
@Kurt M.
Danke für den Erlebnisbericht, der den guten Spiegelfechter Artikel wertvoll ergänzt. Deine Schlussfolgerungen mit Nähe zur Bevölkerung sind für mich wichtiger als die von ganz fern.
Weitgereiste lesen/sehen kopfschüttelnd die Verdrehungen in Presse und TV und die ideologisierten Vorschläge, was das Beste für jenes Land sei.
@Kurt M.
Notorischer Besserwisser scheint Ihr Lieblingsbegriff zu sein und dabei übersehen Sie, neben ihren persönlichen Erfahrungen vor Ort, dass viele verschiedene Umstände und Informationen zu denen Sie keinen Zugang haben und auch nie Zugang bekommen werden, die Bewertung dieses Konfliktes ausmacht.
Letztlich kennen Sie nämlich nur eine einzige Seite, und sind selbst nur der notorische Besserwisser, den Sie verdammen. Das sollten Sie mal in Ruhe mal überlegen.
Was die Frage der vermeintlichen Bildung und humanistischen Gesinnung aus dieser angeht, sollte selbst Ihnen bekannt sein, dass Joseph Goebbels in Germanistik zum Doktor promovierte.
@name
Du weißt demnach, dass der Kurt M. nicht Deinen hohen Informationsstand hat und seine Meinung in die braue Ecke gehört. Das sind schon 2 Besserwissereigenschaften.
So läuft das in Presse und TV: Unliebsame Fakten und Meinungen werden ausgelassen “Man will diesen Leuten doch keine Platform bieten”.
Hallo Troll und Tröllchen!
Teilen sich Kurti und Kläuschen zufällig eine IP-Adresse? Gleich geht doch bestimmt wieder der “Gutmensch”-Kram los….
Die Times - und danach BILD - hat jetzt ein elfmonatiges Kind mit gebrochenen Beinen. Ob die Geschichte wahr ist, werden wir vielleicht später einmal erfahren. Das Recherchebedürfnis der Medien ist ja nicht so dolle. “Unser Mann” sitzt schließlich in Kapstadt und berichtet dann, was er dort im Fernsehen gesehen hat.
Gibt es in Simbabwe irgendwas, was für Halliburton interessant sein könnte? Dämonisiert ist der Gegner schonmal.
Das Fußvolk ist bereit - auf in den Kampf!!!!!!!
…auch wenn wir nach dem Sommerloch die Geschichte dann wohl wieder vergessen haben.
Ach Klaus,
hättest du mal richtig gelesen, so hättest du verstanden das Onkel Kurt M. hier soviel Wert auf Bildung und Abschlüsse legt, und dabei überhaupt begreift oder begreifen will, dass Universitätsabschlüsse keine Aussage darüber treffen, ob jemand human handelt, oder nicht. Nicht mehr und auch nicht weniger habe ich Onkel Kurt mit Dr. Goebbels vorgeworfen und natürlich ist seine Aussage “ich habe drei Jahre sonstwo gelebt und ich bin kein notorischer Bewesserwisser” , nichts wert.
Jeder, der über Jahre schon mal im Ausland gelebt hat, hält sich mit Beurteilungen sehr sehr zurück, weil er genau weiss, wie gering diese, seine Sichtweise auf diese Dinge nur sein kann. Man bekommt einen Einblick, mehr aber auch nicht.
@Armin + name
Trolle wie Kurt und ich sollten wissen, dass (zusätzliche) Auslandserfahrung eher den Blick vernebelt, anstatt die Welt vom deutschen Schreibtisch aus zu beurteilen - mit einer Ausnahme: Wenn wir abnicken, stimmt unsere Auslandswahrnehmung.
die Frage ist, was man unter Auslandserfahrung meint. Ich selbst habe zB Menschen kennengelernt, die in Namibia aufgewachsen sind, allerdings in der Abgeschlossenheit der weißen Gemeinde sozialisiert wurden, dementsprechend hörte sich auch ihre Einschätzung über die einheimischen Schwarzen an, die sie von oben herab als undankbare Wilde einschätzten, die unfähig wären die Vorzüge der von den Weißen gebrachten ‘Zivilisation’ zu schätzen. Diese Leute wiesen selbstverständlich jeden Einwurf zurück, rassistische Ressentiments zu pflegen. Das Selbe würde wohl für einen jungen Snob gelten, der im Rahmen seines Studiums auf Elite-Unis ‘Auslandserfahrung’ sammelt. Welche Erfahrungen mit der Armut vor Ort wird der wohl machen?
@salvo
Du möchtest wissen, wie umfangreich und “ausgewogen” die Auslandserfahrung ist und vor allem: Welche Geisteshaltung “verbirgt” sich sich hinter in dem Erfahrungsbericht?
Diese Fragen kannst Du auch jedem Ewighiergebliebenen stellen, dem die “richtige oder falsche” Auslandserfahrung völlig fehlt.
Auffällig ist der Rassismusvorwurf an Auslandsdeutsche, die täglich mit Einheimischen zu tun haben. Man will nicht hören, das arme Menschen mit geringer Bildung auch noch böse sein können. Wenn aber augenscheinlich doch, dann hat sie irgendein Ausbeuter dazu getrieben - vorzugsweise ein Weißer.
Ein gutes Forum wie dieses mit überdurchschnittlich politisch Interessierten, Gebildeten und Informierten, sollte zur Vielfalt beitragen. Wir kennen uns zu wenig, um Schubladen aufzumachen, wo der wohl herkommt und wo der mal schnell reingehört. Ich empfehle folgende Fragestellung an sich selbst: Inwieweit rühren meine politischen Ansichten aus meiner eigenen Psyche und Lebenssituation und inwieweit blende ich unliebsame Informationen und andere Menschenerfahrungen aus.
Gestern im ‘heute journal’ der lapidare Kommentar von Frau Slomka: daran, dass auf dem AU-Gipfel nur Kenia und Senegal an der ‘Wahl’ Mugabes Kritik übten, könne man ja schon sehen, was für politische Zustände auf diesem Kontinent herrschten. Nächster Bericht: die markigen Worte (’töten und getötet werden’) des neuen deutschen Kommandanten der ‘Sondereinsatzkräfte’ in Afghanistan. Mit zwar ‘irgendwie’ sorgenschwerem Gestus, aber ohne grundsätzliche Kritik an diesem Krieg. Eine Extravorstellung in Doppelmoral und ‘westlicher Arroganz’.
lieber Klaus,
“Inwieweit rühren meine politischen Ansichten aus meiner eigenen Psyche und Lebenssituation und inwieweit blende ich unliebsame Informationen und andere Menschenerfahrungen aus.”
hast Du Dir diese Frage eigentlich schon mal selbst gestellt? Kann es sein, dass Du als Ergebnis solcher Selbst-Auseinandersetzung eine Bewußtseinsform erwartest, die im Wesentlichen Deiner gleicht? Erfahrung ist niemals absolut, immer relativ zur Subjektivität des Erfahrenden, und was jedes Individuum real erfährt ist ein Prozess, der von vielfältigen Bedingungen und Einflüßen begrenzt und gesteuert wird. Das trifft gerade auf die Alltagserfahrung zu. Es ist doch natürlich, dass ein Weißer, der in postkolonialen Strukturen aufgewachsen ist und in priviligierter Exklusivität sozialisiert wurde, eine andere Realität konstruiert als der Schwarze, der am eigenen natürlichen Lebensort diese Strukturen als fremde äußere Gewalt erlebt. Stell Dir vor, es würde hier jetzt ein Schwarzer von seinem Lebensort berichten und eine ganz andere Realität offenbaren, wie sie uns die ‘Auslandserfahrung’ des Weißen mitteilt.
“Gestern im ‘heute journal’ der lapidare Kommentar von Frau Slomka: daran, dass auf dem AU-Gipfel nur Kenia und Senegal an der ‘Wahl’ Mugabes Kritik übten, könne man ja schon sehen, was für politische Zustände auf diesem Kontinent herrschten”
ja, da müssen wir dort unten eben ‘Ordnung’ machen, natürlich zum Besten der Afrikaner
p.s.
ein Beispiel, wie durch eine scheinbar kritische Auseinanderstzung falsches Bewußtsein konstruiert wird, und zwar in einer besonders perfiden Form
“In einigen Kinos läuft der Film „Die Welle“ mit Jürgen Vogel noch immer. Der Film könnte zum Klassiker werden, und dies teilweise zu Recht, denn der Film stellt eine sehr bedeutende Frage und gibt darauf ein paar plausible Antworten. „Die Welle“ ist überwiegend ein Film über die Organisationsformen und die psychologischen Mechanismen, durch die eine faschistische Bewegung stärker werden kann. Ausgezeichnet ist vor allem der Konformitätsdruck dargestellt, außerdem die äußeren Formen totalitärer Bewegungen: Symbol, Gruß, Uniform, Feier, Disziplin, die Rekrutierung eines unterwerfungsbereiten Soldatentypus aus dem Pool der Unzufriedenen, die vom alten System ausgegrenzten wurden. Der Film spart die Auseinandersetzung mit den Inhalten faschistischer Ideologien (z.B. Rassismus) aus und scheint damit sagen zu wollen, dass die Ideologie auswechselbar ist, die Mechanismen, mittels derer autoritäre Systeme installiert werden, dagegen einer zeitlosen Logik folgen.
Leider weicht das Drehbuch am Schluss von diesem Grundsatz ab, und „Führer“ Jürgen Vogel lässt sich in seiner großen Rede zu Sätzen wie „Die Armen werden immer Ärmer, die Reichen immer reicher“ hinreißen. Hier keimt der Verdacht auf, dass in einer schon weitgehend gleichgeschalteten Medienlandschaft bewusst ein Seitenhieb gegen den so genannten „linken Zeitgeist“ (den es ja so nicht gibt, lediglich eine Renaissance gemäßigter sozialdemokratischer Positionen) ins Drehbuch eingebaut wurde.
„Seid vorsichtig“, scheint der Film sagen zu wollen. „Glaubt nicht den linken Populisten, die euch einfache Lösungen anbieten wollen. Die Freiheit, die Vielfalt (auch in der Wahl der Markenkleidung), die Vernunft ist auf der Seite der etablierten Institutionen.“ Diese Schlusswendung in „Die Welle“ ist perfide. Kaum hat die Erkenntnis „Die Armen werden immer ärmer …“ einigermaßen im öffentlichen Bewusstsein Fuß gefasst, wird sie diskreditiert. Was auch sollte gegen diesen Satz einzuwenden sein, er lässt sich durchaus mit Zahlen und Fakten belegen? Da man ihn nicht mit sachlichen oder ethischen Argumenten widerlegen kann, rückt man ihn spielerisch-assoziativ in die Nähe des Faschismus.
Natürlich ist der Film trotz allem überwiegend zu begrüßen, trotzdem könnte darin ein weiterer Beleg für die Medienmacht des anti-linken Mainstream liegen. Während vor der einen Spielart des Faschismus gewarnt wird (dem Faschismus der aufmüpfigen Systemverlierer), wird gleichzeitig die „alte Ordnung“ stabilisiert (die paradoxerweise an der Oberfläche pluralistisch und in ihrem Kern jedoch geistige Monokultur ist). Ich unterstelle den Machern des Films nichts Bestimmtes (kann ich doch nicht in ihre Gedanken eindringen), mache jedoch auf die Gefahr eines Missverständnisses aufmerksam, das sich aus der Filmrezeption ergeben könnte.”
hinter-den...
Ich habe den Film nicht gesehen, würde aber einwenden, dass es darauf ankommt, was man mit einer ‘Erkenntnis’ wie ‘die Armen werden immer ärmer…’ anfängt. Denn eigentlich ist das ja noch keine, sondern erstmal nur eine empirische Feststellung. Man darf ja nicht vergessen, dass auch die Nationalsozialisten damals wie deren Nachfolger im Geiste heute mit einer vordergründigen und oberflächlichen ‘Kapitalismuskritik’ - die aber gerade auf eine Affirmation hinausläuft - punkte(te)n. Und dieser Vorwurf trifft leider auch auf viele ‘Linke’ zu, nicht zuletzt auch auf die, die die Partei gleichen Namens bilden. Auch da gibt es ein starkes Moment, das man als ‘national-sozial’ bezeichnen müsste, und dazu muss man nicht erst Lafontaines ‘Fremdarbeiter’ bemühen, das liegt auch schon im Wesen einer gewerkschaftlichen Position, die die ‘Standortfrage’ längst unkritisch verinnerlicht hat. Da wird gezetert, wenn ein Betrieb ‘abwandert’ und der rote Teppich ausgerollt, wenn einer ‘zuwandert’. Dass hinter beidem ein und dieselbe ‘Logik’ steckt wird nicht mehr weiter hinterfragt. Ich würde die Warnung also für durchaus berechtigt halten - wie gesagt aber ohne den Film gesehen zu haben.
@Peinhard
erstmals d’accord, allerdings mit Einschränkungen, die hier darzulegen ich mich ertsmal enthalte, zB die Frage inwieweit ‘national’ und ’sozial’ gleich ‘nationalsozialistisch ‘ ist, hängt doch von der begrifflichen Konkretisierung ab
selbst wenn der Einwurf begrifflich angemessen sein sollte, ist es doch so, dass in der Praxis auf dieser bloßen ästhet. Ebene diese begriffliche Dimension kaum zum Tragen kommt und beim bloßen Zuschauer eher die in der Kritik befürchtete Wirkung eintreten wird
der Film hat sicher nichts mit Kapitalismuskritik zu tun, sondern faßt lediglich allgemein anerkannte Momente zusammen, aus dem sich ein totalitäres System etabilieren kann, tut aber leider so, als würde es dafür keine systemischen Voraussetzungen geben, als wären jene Momente sozusagen vom Himmel gefallen wie die unterschiedlichen historisch