70.000 Blogs in der Mülltonne
geschrieben am 23. Juli 2010 von Spiegelfechter
Was sich am 9. Juli in Pennsylvania abspielte, sucht in der Geschichte des Internets wohl seinesgleichen. Der Server-Hosting-Gigant BurstNet zog in einer Nacht- und Nebelaktion 70.000 Blogs den Stecker. Die betroffenen Blogs waren Kunden der Plattform Blogetery, die kostenlose WordPress-Blogs anbietet. Grund für den digitalen Massenmord war eine Anfrage des FBI – die Schlapphüte wollten von BurstNet die Kontaktdaten der Blogetery-Betreiber in Erfahrung bringen, da offenbar eines der 70.000 gehosteten Blogs „islamistische Propaganda“ verbreitete. Anstatt die Betreiber von Blogetery zu kontaktieren, griff man bei BurstNet zur ultima ratio – man nahm die Server der Blogplattform nicht nur vom Netz, sondern löschte sie bis aufs letzte Bit. 69.999 Blogger sitzen nun ohne Backup ihrer Blogs im digitalen Nirvana und wundern sich über die Geschäftspraktiken von BurstNet.
Al-Quaida in Hochglanz
Stein des Anstosses war offenbar das vermeintliche Al-Quaida-Hochglanzmagazin „Inspire“. Dieses Magazin stellt selbst für Fachleute ein Mysterium dar. Entdeckt wurde „Inspire“ im Juni vom kommerziellen SITE-Institut, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Internet nach islamistischer Propaganda zu durchforsten. Die von SITE entdeckte Ausgabe von „Inspire“ stellte allerdings selbst ein Mysterium dar – ein 67 Seiten langes PDF-Magazin, von dem nur die ersten drei Seiten korrekt dargestellt werden, während der Rest aus Zeichensalat besteht. Einige Quellen behaupten, den Islamisten sei bei der Übertragung ein technischer Fehler passiert, andere behaupten, der Zeichensalat sei ein Trojaner, der absichtlich in das Dokument eingespeist wurde. Diese Erklärungen sind anscheinend beide falsch, handelt es sich bei dem Zeichensalat doch um den ASCII-Dump der PDF-Version des beliebten Kochbuchs „The Best Cupcakes In America“ aus der Ellen-DeGeneres-Show. Und wieder sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.
„Inspire“ ist jedoch kein Fake, die komplette Ausgabe (ohne Zeichensalat) ist real und wird trotz der emsigen Arbeit des FBI immer noch auf einigen Internetseiten zum Download angeboten. Das Magazin ist eine seltsame Mischung aus islamistischer Propaganda und Ratgeber für Möchtegern-Terroristen („Wie baue ich in Muttis Küche eine Bombe?“) – das ganze in teilweise holprigem Englisch und mit halbwegs ansprechendem Layout. Herausgeber soll die jemenitische Sektion von Al-Quaida mit dem Namen „Al-Qaeda in the Arabian Peninsula“ sein, als Kopf hinter „Inspire“ vermuten die US-Behörden Anwar al-Awlaki, der momentan tot oder lebendig von den US-Behörden gesucht wird. Für die „Hab-Acht-Front“ ist der Fall klar: Arabische Islamisten versuchen im Westen Nachwuchs zu ködern, der des Arabischen nicht mächtig ist und sich durch ein westliches Print-Layout beeindrucken lässt.
Die wahre Urheberschaft von „Inspire“ ist allerdings – gelinde gesagt – umstritten. Max Fisher von „The Atlantic“ nennt zumindest gute Gründe, warum „Inspire“ keine Publikation der Al-Quaida sein kann. Islamistische Webforen sind ebenfalls kritisch. Wer der Urheber von „Inspire“ ist, darüber kann momentan nur spekuliert werden. Es ist auch möglich, dass „Inspire“ der perfide Gag eines Spaßvogels oder Guerilla-Marketing des SITE-Instituts, das „Inspire“ entdeckt haben will, ist.
Aktion „Löschen“
Auf einem der 70.000 Blogetery-Blogs war offensichtlich eine Ausgabe von „Inspire“ gehostet oder verlinkt. Um die amerikanische Bevölkerung vor derlei Gefahren zu bewahren, hat das FBI freundlich beim Server-Hoster BurstNet angeklopft, auf dessen Serverfarm alle Blogetery-Blogs physisch gespeichert werden. Das FBI hat bei BurstNet wohlgemerkt keine Löschung der Inhalte gefordert. Selbst in den USA ist für einen Löschungsantrag ein gerichtlicher Titel notwendig, der in einem solchen Fall ohne Rücksprache mit den Betreibern nicht erteilt worden wäre. War es vorauseilender Übergehorsam, Patriotismus oder einfach nur Dummheit? BurstNet löschte die Server von Blogetery, ohne den kanadischen Betreiber Alexander Yusopov auch nur davon in Kenntnis zu setzen.
Tagelang rätselten die 69.999 bloggenden Kollateralschäden, was mit ihrer Blogplattform passiert sein könnte. Wer die Phantasie von Bloggern kennt, ahnt, welche Spekulationen bereits im Raum standen. Stolze zehn Tage später meldete sich BurstNet im Rahmen einer Presseerklärung, die ihrerseits mehr Fragen als Antworten lieferte. Sicher, der betroffene Blogetery-Blog verstieß zweifelsohne gegen die Richtlinien von BurstNet, aber rechtfertigt dies eine Komplettlöschung aller 70.000 Blogs der Plattform? Warum nahm man die Seite nicht vorübergehend vom Netz, bis man zusammen mit dem Plattform-Betreiber zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen wäre? Die unschuldigen Blogger sind die Opfer dieses Aktionismus – die wenigsten Blogplattformen lassen Backups zu, so dass die gesammelten Werke dieser Blogger nun unwiderruflich ihren digitalen Tod gefunden haben. Für BurstNet ist dies wahrscheinlich ein PR-Gau. Welcher Kunde würde schon freiwillig zu einem Hoster gehen, der ohne Rücksprache auf eine harmlose Anfrage der Behörden hin den gesamten Server löscht.
Gefahr für die Meinungsfreiheit
Für Blogetery und BurstNET könnte dies zivilrechtliche Folgen haben. Ein Hoster ist lediglich Dienstleister und darf nicht willkürlich mit den Daten, die Besitz der Kunden sind, umspringen. In einem Blog wie dem Spiegelfechter stecken geschätzte 9.000 Stunden Arbeit. Setzt man eine Arbeitsstunde mit 50 Euro an, so käme dabei eine stolze Schadensersatzforderung heraus. 70.000 Spiegelfechter würden als Schadensersatzsfälle selbst Branchenprimus Google in die Knie zwingen.
Der Fall Blogetery zeigt, dass die größte Gefährdung digitaler Inhalte nicht etwa paranoide Behörden, sondern übereifrige und bisweilen inkompetente Internetdienstleister sind. Bereits im Fall „Hossein Derakshan“ war es ein übereifriger Internetdienstleister, der auf die bloße Beschwerde eine US-Think-Tanks hin, gleich das gesamte Blog des Iraners löschte. Sowohl im Fall Blogetery wie im Fall Derakshan hat nie ein Gericht darüber entscheiden können, ob die mutmaßlich gesetzeswidrigen Inhalte auch wirklich justiziabel sind. Was nutzen uns also die besten Gesetze, wenn sie in der Praxis nicht zur Geltung kommen, weil Internetdienstleister sich als Herren des Netzes aufspielen? Gut, dass der Spiegelfechter auf einem eigenen Server gehostet ist.
In Deutschland sind solche Fälle von vorauseilendem Gehorsam seitens der Provider zum Glück nicht bekannt. Vielleicht haben wir doch ein wenig aus unserer Geschichte gelernt. Selbst bei besonders unappetitlichen Fällen weltanschaulicher Verwirrung kam es in Deutschland (nach Kenntnisstand des Autoren) zu keinem Fall von Zensur durch einen Internetdienstleister – solche Fälle wurden stets entweder im Einvernehmen oder durch Gerichte gelöst. Deutsche Provider wären auch schlecht beraten, eigenmächtige Breitseiten gegen Blogger zu fahren, zeigen doch schon kleinere Versäumnisse, wie hypersensibel die deutsche Netzgemeinde reagieren kann.
Beinahe zeitgleich mit Blogetery ging auch der populäre Forenanbieter iPBFree vom Netz. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass es auch hier eine Querverbindung zu “Inspire” gibt, wahrscheinlicher sind allerdings schnöde finanzielle Gründe. Die (Ex-)Betreiber hüllen sich jedenfalls in mysteriöses Schweigen – angeblich dürfe man keine näheren Auskünfte geben.
Jens Berger

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Man könnte (fast) alle Blogs löschen und niemand (außer den Betreibern) würde es merken.
und wo würdest Du dann Deinen Rant ablassen? Dein “Real-Life-Umfeld” sollte jedensfalls froh sein, dass es Online-Therapiestätten wie den Spiegelfechter gibt ;-)
Da, wo er es vorher tat und ab und zu noch immer tut? Auf den Wänden der Bahnhofstoiletten? :-)
hm, vor Bahnhofstoiletten sind heutzutage aber Micropayment-Toll-Gateways :-)
Ok. Du hast Recht. Eine Löschung fast aller Blocks käme ihm teuer zu stehen.
Er müsste dann vielleicht auf Uni-Toiletten umsatteln. Dort ist die Notdurft noch kostenfrei. Es ist m.E. jedoch durchaus im Bereich des Möglichen, dass im Zuge weiterer durch das Centrum für Hochschulentwicklung und der Zeit vorangetriebener Reformen auch vor Uni-Toiletten Micropayment-Toll-Gateways errichtet werden.
Micropayment-Gateways auf Toiletten…?
Jetzt verstehe ich endlich, warum das T(r)oll-collect heisst ;)…
Wie wär’s denn statt’s flattr mal ein Trottel… äh Troll-collect-payment-System für dumme Blog-Kommentare ;)…?
Jezz habb’ isch’s gemerkt: Der Spiegelfechter iss e “Online-Therapiestätte” *lol*
Ich weiß schon wieso ich von meinen Websites auch immer einer halbwegs aktuelles, lokales Backup parat hab…
btw: Wie hast du die 9000 Stunden abgeschätzt? ;)
es sieht so aus als könnten die Blogger zumindest hoffen ihre Daten wieder zu bekommen.
http://news.cnet.com/8301-31001_3-20011471-261.html
Ansonsten natürlich eine beispiellose Sauerei. Ich wüsste gar nicht wie wütend ich wäre wenn mir das passieren würde.
Hoffen wir, dass das auch stimmt. Den Typen von BurstNet kann man anscheinend nicht über den Weg trauen. Hier eine Aussage von BurstNet aus dem oben verlinkten Forum:
Diese Aussage ist definitiv eine Lüge, da sich die Mitarbeiter von BurstNet nach eigener Aussage die beanstandete Seite angeschaut haben und nur ein Blinder mit einem Krückstock nicht sieht, dass es sich um eine Blogplattform handelt. Ein einfacher Blick auf die Root-Seite hätte da auch genügt.
Auch wenn ich das für eine Schutzbehauptung halte: So einfach ist die Sache nicht unbedingt gelegen. Wenn man bspw. nur auf die IP geht, zeigen viele Server bspw. etwas ganz anderes an. Beim Spiegelfechter folgendes: http://85.214.76.243/
Nicht besonders informativ. Wenn man sich dann noch anguckt, mit welch geringer Kompetenz viele der “Provider” mittlerweile ausgestattet sind (bei den Margen auch kein Wunder), dann kann es durchaus ein Versehen gewesen sein.
Bestimmt nicht der letzte Blogozid…
Das wichtige Wort heisst “Backup”. Für die, die wo kein Englisch nicht können “Sicherungskopie”. Da reduzieren sich dann 9000 Stunden Wiederhrstellug auf auch für Google Inc. erschwingliche 9 Stunden.
Fröhliche Urstände feiert inzwischen wieder die Australische Internetbegängelung. Hier ist ein Gesetz in Vorbereitung wo tausende oder gar abertausende von Internetaddressen providerseitig blockiert werden sollen. Dabei soll die Liste der blockierten Addressen geheim bleiben, was bspw. wiederum bedeutet, dass man wen man blockiert wird keinen Einspruch einlegen kann.
Interessant ist auch das neue streng geheime Datensammlungsgesetz das in Vorbereitung ist. Auf Anfrage wird über die Vorlage genau nichts mitgeteilt, denn “das könnte zu unnötigen Diskussionen führen und damit zu Voreingenommenheit gegen und Verhinderung des Entscheidungsprozesses der Regierung führen” – im Original: “(information) may lead to premature unnecessary debate and could potentially prejudice and impede government decision making”.
Siehe “Sydney Morning Herald”
Langsam aber sicher versickert die Freiheit und Liberalität auf dieser Welt. Ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandt und Gough Whitlam wird das Erbe von deren Zeit völlig entschwunden sein.
Trinkt nicht, raucht nicht, haltet das Maul, schaut Werbefernsehen, konsumiert und zeugt fleissig Hartz IV Kinder scheint die Matra der neuen Zeit zu sein.
Es ist aber nicht so einfach (wenn nicht sogar unmöglich) auf Blogplattformen echte Backups zu machen, die sich auch auf einer anderen Plattform wieder einspielen lassen. Wer den “Luxus” eines eigenen Servers oder zumindest einer unabhängigen Installation hat, für den gilt natürlich Dein Rat.
Wie machst du dann einen Serverwechsel? Bist du für alle Zeiten an einen Hoster gebunden? Bei Foren ist das alles kein Problem. Bei Blogs schon? Ich kann mir das grad gar nicht vorstellen.
Es kommt darauf an, ob man vollen Zugriff auf die Datenbank hat. Bei vielen “Click&Blog-Anbietern” ist das nicht der Fall.
Sry, aber da muss ich dir widersprechen. Trinken und Rauchen sind für diesen Staat wirtschaftlich unverzichtbar. Allein die gesammelten Alkoholsteuern bringen dem Staat immerhin über 3 Milliarden Euro. Ok, zumindest die Tabaksteuer (23,3 Milliarden, beide Zahlen aus 2008) verfällt wohl ziemlich komplett auf die Behandlung der Nachwirkungen ;)
Schritt 1:
Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan will Journalisten auf eine bestimmte Berichterstattung bei Integrationsthemen festlegen. Sie sollen eine Charta unterschreiben und sich verpflichten, eine “kultursensible Sprache” zu verwenden. Opposition und Medienvertreter laufen Sturm. Quelle: Spiegel Online 23.7.2010
Schritt 2:
Heute werde es durch die vielen Informationskanäle und besonders durch das Internet immer schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen, sagte die Bundeskanzlerin laut einem Illustriertenbericht. Quelle: Heise
Schritt 3 :
…..in Lissabon [extern] verlautbaren , er würde EU-Pläne zum Sperren von Internetseiten unterstützen, auf denen Hasspropaganda gegen Israel (kann leicht erweitert werden – siehe Schritt1) verbreitet wird.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26697/1.htm
Frage: Woher kommt die Annahme, dass unliebsame Blogs in Zukunft nicht gelöscht werden können? Die erforderlichen gesetzliche Vorschriften lassen sich schnell erstellen – wenn wir nicht aufpassen.
Natürlich sollten wir aufpassen, dass es erst gar kenen gesetzlichen Rahmen gibt, der Löschungen zulässt. Aber darum geht es hier doch gar nicht. In beiden zitierten Fällen haben US-Unternehmen Blogs gelöscht – nicht das FBI, nicht die Homeland Security und nicht einmal George W. selbst. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Auch in Deutschland kann ein Blog gelöscht werden, wenn es einen Titel gibt. Dagegen ist auch erst einmal nichts einzuwenden.
Interessant auch der Schriftwechsel zwischen Blogetery und BurstNet:
I hosted free blog service on that server and occasionally got C&D letters from copyright owners to remove pages with links to torrent/rapidshare. I always handle such abuse reports within 24 hours and remove such material. No hosting illegal material, no spamming, noting illegal.
I’ve open support ticket and ask them to give me more details and access to server/HDD to backup data.
24 hours later – still no reply.
I’ve called them, they told me that they will answer to the ticket as soon as they can. Ok.
After few hours they reply. Below our conversation:
Quote:
Hello, again.
Thank you for providing your pin. It has been verified.
Bn.xx*********** was terminated by request of law enforcement officials, due to material hosted on the server.
We are limited as to the details we can provide to you, but note that this was a critical matter and the only available option to us was to immediately deactivate the server.
The following section of our Service Agreement Contract (https://www.burst.net/policy/contract.pdf) addresses this type of issue:
…..
…..
Quote:
In this case you could suspend the server and contact me regarding this matter. And I’m always responding to abuse report within 24 hours and remove copyrighted material, etc.
I need access to the server to backup important data.
Quote:
I’m sorry for the delay. I have been awaiting a response regarding this issue from one of my colleagues.
Please note that this was not a typical case, in which suspension and notification would be the norm. This was a critical matter brought to our attention by law enforcement officials. We had to immediately remove the server.
The pre-payment for invoice #1289289 (bn.xxxxx***********. (07/11/2010 – 08/10/2010)) has been credited back to your account.
Quote:
I need access to the server(or hard drive) to backup important data.
Quote:
Ok, give me contact information of law enforcement officials if you cannot give me more information about this.
You’ve deactivated the server without any explanation and saying that you cannot give me the details and access to my data because of some “super secret” law enforcement officials?!
Still waiting, 12 hours and counting.
Laut „Communications Act“ aus dem Jahre 1934 ist es bereits heute dem US-Präsidenten erlaubt, im Fall eines drohenden Kriegszustandes die Kontrolle über “Einrichtungen oder Stationen für Kommunikationen über Leitungen” zu übernehmen.
US-Senator Joseph Lieberman hat jetzt unter dem Titel “Schutz des Cyberspace als ein nationales Gut” einen Gesetzentwurf vorgelegt. Danach soll es dem US-Präsidenten ermöglicht werden, “kurzfristige Notfallmaßnahmen” zu ergreifen, um das Internet in den USA vor Angriffen zu schützen. Der US-Präsident soll im Fall eines Ausnahmezustandes dazu ermächtigt werden, z.B. Suchmaschinen wie Google und Yahoo zu befehlen, während eines Ausnahmezustandes den Zugang zu Webseiten zu sperren.
Nach dem Lieberman -Vorschlag würde künftig jedes US-Unternehmen, das auf das Internet angewiesen ist, von der Homeland Security-Behörde registriert und durch eine neue Super-Behörde „Nationales Zentrum für Cyber-Sicherheit und Kommunikation“ (NCCC) kontrolliert.
Die Hinweise nehmen zu, dass das kapitalistische System vor einem Systemwechsel der heute im „Westen“ praktizierten demokratischen Form der Herrschaft steht.
Der „Westen“ bereitet sich offensichtlich konkret darauf vor, dass seine schon bald kommenden realen Angriffskriege asymetrisch durch Cyberattacken im Internet gekontert werden.
http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1957679,00.html
“Komische” Geschichte.
Ich erinnere mich noch an ein Land, wo die Leute Angst vor nur drei Buchstaben hatten.
FBI hat offensichtlich inzwischen den gleichen Ruf in den USA, daß die Betreiber so zuvorkommend wurden und diese Blogs löschten.
Ja, so sieht heute die amerikanische “Demokratie” aus.
Du meinst doch nich KGB? Och komm … wir waren immer besser, sinn besser unn werden besser sein, gelle?
PS.: Nich vergessen: Nich
der KGBdas FBI hat sich ‘was zu Weihnachten gewünscht, das Christkind kam einfach so, mitten im Jahr, weil aufrechte ******öcher angepasste ******öcher , halt ******öcher gehandelt haben, handeln mussten …@Aurisa
Käme die Einführung eines Trottel… äh Troll-collect-payment-Systems nicht teuer für Dich?
Site und Intel (die Terror Tracker)
“Ein Teil der Methoden, die bei Site und IntelCenter zum Einsatz kommen, liegt entweder auf der Hand oder ist von Mitarbeitern öffentlich thematisiert worden. Rita Katz von Site etwa spricht offen von “Infiltration”, womit gemeint ist, dass sie und ihre Mitarbeiter sich als Cyber-Dschihadisten ausgeben und Qaida-nahe Chatrooms und Diskussionsforen penetrieren.
Durch aktive Teilnahme am Geschehen erwerben sie sich Glaubwürdigkeit, was sie in Kontakt mit anderen bringt, die mehr wissen als der Durchschnittsnutzer. In mindestens einem Fall hat ein Site-Mitarbeiter technische Hilfe geleistet, um weiter am Ball bleiben zu können. So jedenfalls der “New Yorker”. (…)
Schließlich darf man nicht vergessen, dass Site und IntelCenter mit einigen der potentesten Geheimdienste der Welt kooperieren. Es ist vorstellbar, dass diese den beiden Ansätze zur Verfügung stellen, wenn es bestimmte Rahmenabkommen gibt.”
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,568725,00.html
Geheimdienste,Infiltration,Terrorismus…die üblichen Verdächtigen.
Wenn nun unter diesem Vorwand (islamistische Propaganda/Al Qaida)
70000 Blogs gelöscht werden,kommen mir große Zweifel an der Integrität
der betroffenen Firma, bzw. an der größten Demokratie der Welt.
Mehr zum Thema (Geheimdienste/Terrorismus/Internet):
http://www.newint.org/features/2009/10/01/blowback/
http://www.salon.com/news/opinion/glenn_greenwald/index.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,700136,00.html
I’m afraid, based on my own experience, that fascism will come to America in the name of national security.” – Jim Garrison [Playboy interview, October 1967.
Das zeigt mal wieder das Dilemma digitaler Informationen. Sie sind schnell verfügbar aber nicht dauerhaft. Um mal ein Beispiel zu nehmen: Die Nazis haben bei ihren Bücherverbrennungen niemals ALLE Bücher gefunden die sie finden wollten. Würde aber heute einer eine digitale Bücherverbrennungsaktion starten wäre dies viel leichter und keiner hätte eine Chance sich dagegen zu wehren.
Ich denke dies sollte eine Warnung an die Bloggergemeinde sein – die Infos gibts nur so lange wie es dem Staat gefällt – wenn er euch aus irgendeinem Grund nicht mehr toleriert habt ihr keine Chance mehr digitale Nachrichten zu verbreiten – ein Anruf beim Provider genügt.
Selbst die linksradikale Radikal welche dem Staat immer schon ein Dorn im Auge war (und ist) konnte sich immer weiter verbreiten – da hilft kein Löschen und kein Filter – Papier ist ein physikalisches Medium und daher viel schwerer zu fassen als digitale Informationen.
Zustimmung und Widerspruch: Es ist beileibe nicht “nur” der Staat, der die Alarmglocken läuten lässt. Ich persönlich sehe ein viel(!!!) größere Gefahr durch den privaten Sektor und die Internetdienstleister selbst.
Korrekt! Die Privaten sind’s! Konkret: Du und Ich – Menschen!!
Die Unterschiede zwischen beiden verschwimmen täglich ein Stück mehr (zumindest hierzulande).
Nun, wie heisst es so schön. Das “Netz” vergisst nie etwas! So gesehen ist es fast unmöglich etwas total aus dem Web zu tilgen. Nichtsdestotrotz kann man, wie man sieht, Blogs einfach “vernichten”, es sei denn man hat wirklich die volle Kontrolle über die Datenbank und ist in der Lage regelmässig Backups davon nach hause herunterzuladen. Dann kann man immer wieder auf die Suche gehen und dich einen Hoster suchen, bei einer anderen Firma und einem anderen Land wo man solche Löschattacken evtl. (noch) nicht fürchten muss.
Letztendlich sollte das Ganze als Lehre dienen dass man von Click&Blog-Anbietern die Finger lassen sollte wenn man auf die Überlebensfähigkeit des eigenen Blogs wert legt. Leider ist das aber auch wieder eine finanzielle Angelegenheit.
Deshalb unterstützt eure Lieblingsblogs!
Hm..löschen statt sperren. Oder wie Censursila sagt: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
Ob Not-Schalter ( also nicht Nuke oder Nurse ), Blacklists oder sonstige Angriffe auf die freie Berichterstattung ( inkl. Niedersachen Story in Sachen Jounalie ): der Weg ist das Ziel. Informationsfreiheiten begrenzen und vielleicht sogar rein staatlichen Quellen unterordnen.
Wer blogt, schreibt seine Meinung. Das stört sehr viele Leute weltweit. Siehe Australien und deren Vorantreiben der Sperren.
Zitat GS: Der „Westen“ bereitet sich offensichtlich konkret darauf vor, dass seine schon bald kommenden realen Angriffskriege asymetrisch durch Cyberattacken im Internet gekontert werden.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Realität ist, wenn wir die Augen weit öffen und uns fragen, womit wir das verdient haben. Ich hoffe, es wird nicht soweit kommen.
@ SF 1.¹
…und da ist sie → die Katze aus dem Sack!
…und meine VT™ bezügl. »SF« ist vor die Hunde. ♫
Kein bißchen Moskau/Peking hörig – geschweige denn linksradikal – anderenortes
munkelte man sogar, der Berger streicht mit der brennenden Lunte um das Pulverfaß.
Nix da – alles nur Lach-Yoga – ‘ne scrollbare Klotür sozusagen…
es bleibt da nur noch »Fefes Blog« ☀
…
weekend link [ für's BfV ]أَرْبَعََة سَبْعَة وَاحِد وَاحِد
Ich will nicht bestreiten, dass das eine riesige Sauerei ist…
Aber wer kein Backup hat, ist selber Schuld!
Jamie Zawinski hat es am besten gesagt:
@15 Es geht nicht um Backups sondern um die Art und Weise wie hier Blogs einfach abgeschaltet wurden.
Demokratie hat fertig …. Weltweit !
Nun zahlen wir langsam alle den Preis dafuer das wir dem Kapital und seinen Handlangern freie Hand gelassen haben. Der Strick um unseren Hals wird immer enger gezogen, bald werden wir uns zu unser aller Wohl ,was sonst ,total ueberwacht wiederfinden und da wir zu dumm zum denken und waehlen sind wir man uns diese leidigen taetigkeiten auch bald abnehmen.
*seufz*
Kann ein Blogger was für seine Leser?
Ja ;D
…. zumindest teilweise.
Das, lieber Jens, ist der Preis der Liberalität. Ich zahle ihn immer noch gern und ich denke Du auch. Auch wenn’s manchmal schwer fällt :D.
Da sprichst Du ein großes Wort gelassen aus ;-)
Das stimmt so nicht. Zugegeben: nur wenigen bekannt.
Mir wurde mein Blog nemetico.myblog.de kurz vor dem Gaza-Massaker 2008 vom Bloganbieter gelöscht, und zwar während des Editierens und noch bevor ich zu diesem Thema auch nur eine Zeile schreiben konnte. Rückfragen beim Blogbetreiber per Mail blieben demonstrativ unbeantwortet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 2-300 tägliche Zugriffe.
Auf diesen Umstand weise ich auf meinem heutigen Blog – der bis dahin ein vorausschauend angelegter Ersatzblog war – auch auf der Eingangsseite hin.
Während des Gaza-Massakers – in dessen Verlauf ich 10000 Zugriffe hatte, da ich u.a. Fotobelege für Phosphorbombenangriffe auf die UN-Schule referenzierte (es gibt auch in Gaza Blogs) – erhielt ich zahlreiche Drohmails und auch der Bloghoster knallgrau wurde aufgefordert, meinen Blog stillzulegen. Knallgrau aber blieb fair und forderte mich nur auf, ein ordentliches Impressum anzulegen, was ich denn auch tat.
Natürlich waren das selektive Aktionen gegen meinen Blog (und anderen, wie ich später erfuhr).
Soviel nur, um der Wahrheit die Ehre zu geben.
Was dieses seltsame SITE-Institut angeht, so hatte ich just auf meinem gelöschten Blogs einige unschöne Dinge über selbiges herausgefunden.
Der Rahmen eines Kommentars hier ist zu klein, um auf dieses – wie man will – pikante oder groteske Thema einzugehen. Was ist von einem immer mal wieder seinen Namen ändernden “Terrorerforschungsinstitut zu halten, das anbietet, jegliches Material von jeglicher nur denkbarer “Terrororganisation” beschaffen zu können, einschließlich Organigrammen, internen Dokumenten, Interviews, Videos etc.? Ja, solche famosen Institute (wie z.B. auch Intel Center) bieten sogar “Monitoring” von Entführungen, Bombenanschlägen etc an ? Was kann damit nur gemeint sein?
Wie, das glauben Sie nicht?
Dann lest mal: Nächste Folge der mehrteiligen Fantasy-Kriminal-Serie “Al Qaida” von IntelCenter Fantasy Production
Oder: Da war doch was mit Farouk Mutallab?
Wem das zu schräg ist, sollte sich vielleicht zur Abwechslung mal die Washington Post reinziehen, die auf ihre Weise den Boom der “Terrorismusindustrie” eindrucksvoll belegt.
“Terrorismus” und alles was damit zusammenhängt ist ein riesiges Geschäft geworden, das ebenso wie die damit zusammenhängende Rüstungs- und “Sicherheitsindustrie” den Heuschrecken dauerhafte Rendite beschert.
Angebotsorientierte Marktwirtschaft nennt sich das, Spiegelfechter, aber das ganze geht auch auf keynsianisch, für die (staatliche) Nachfrage ist gesorgt und das Angebot ist üppig. Da gibt es Firmen, die produzieren von Terrorbekennervideos über “Monitoring” von Entführungen und Anschlägen bis zu kompletten Terrororganisationen alles, was das Herz begehrt, vorausgesetzt, man kann diese Produkte sich auch leisten (siehe Preisliste).
Zahlen muss für den ganzen Popanz natürlich die “öffentliche Hand”, wegen “Sicherheit”, versteht sich.
Wer an Al-Qaida glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann, aber – Hand aufs Herz – haben wir nicht alle schon irgendwann einmal im Leben diesen freundlichen Rauschebart mit seiner knallroten Zipfelmütze gesehen?
Ich frage mich manchmal, wie kann es sein, dass die Menschheit sich diesen ganzen Unsinn vormachen lässt (und die damit begründeten Kriege, die ihrerseits wieder Goldgruben für die entsprechenden Industrien sind, akzeptiert).
Oh, ich will nichts verharmlosen. Die blutigen Attentate einschließlich “Selbstmordattentate” per Autobombe mit ihren unschuldigen Opfern sind schon echt.
Denn auch dafür gibt es Firmen.
MAN KANN VON EINEM BLOG, DAS MIT ÜBLICHER BLOGSOFTWARE ERSTELLT WURDE, NUR EIN BACKUP MACHEN, WENN MAN DATENBANKZUGRIFF HAT.
Also hört auf, ständig zu sagen, man sei ohne Backup selbst schuld.
Das klingt sonst immer klug, in diesem Fall zeigt ihr damit nur, dass ihr keine Ahnung habt.
Wer Vollzugriff hat, weil er sich einen eigenen oder einen virtuellen Server gönnt, der kann die Datenbank sichern, selbst dann ist es aber nicht unbedingt ein Kinderspiel. Das sind heute keine HTML-Seiten mehr, die man im WordPad geschrieben hat und kurz mal über FTP sichern kann. Bei den Anbietern, bei denen man kostenlos und ohne technische Vorbereitungen sofort anfangen kann, ein Blog zu schreiben, kommt man nichtmal in die Nähe der Datenbank. Da gibts nur das Backup, das der Anbieter hoffentlich macht.
Naja, fast richtig.
Ein klassisches Backup per Kopie der Serverdaten und Datenbankdump geht dann natürlich nicht, aber zumindest die eigentlichen Artikelinhalte kann man recht einfach manuell sichern, indem man den erstellten Text aus dem Editor rauskopiert.
Das ist nicht alles, aber zumindest mal das wichtigste bei einem Blog und der Teil, in den wohl die meiste Arbeit gesteckt wurde.
Komplett zufriedenstellend ist das klar nicht.
Ich werfe da auch mal eine allgemeine Frage in den Raum, die nichts mit dem Thema zu tun hat: Warum sollten Blogger eingentlich IT-Spezialisten sein? Oder anders gefragt: Warum gibt es keine Plattformlösungen, die Bloggen ermöglichen, ohne spezielle IT-Kenntnisse zu haben? Wer sollche Plattformlösungen sucht, wird m.E. wohl am ehesten zu einem dieser Click&Blog-Anbieter geraten, da es nur dort möglich ist, sich ohne spezielle Kenntnisse ein Blog einzurichten. Genau diese Blogger sind dann davon betroffen, dass sie auf Gedeih und Verderb auf die Dienstleister auf erster und zweiter Ebene angewiesen sind, da es dort noch nicht einmal die Möglichkeit eines Backups gibt.
Für “Nerds”, die ohne fremde Hilfe mit MySQL-Datenbanken “tanzen” können, ist das eh kein Thema. Aber wenn nur solche Leute bloggen, ist die Bloggosphäre nun mal eine andere. Man stelle sich vor, nur Drucktechniker würden Zeitungen schreiben ;-)
Tach Jens,
Soweit ich da den Überblick habe, gibt es in WordPress – auch bei Bloghostern – im Menü den Punkt “Daten exportieren/importieren”. Damit lassen sich jederzeit in jedem Worpress-Blog Artikel und Kommentare wiederherstellen.
Das kann und sollte man wissen, so wie man einen Reifen wechseln können sollte (Deutsch ist eine tolle Sprache!), wenn man Auto fährt. Die Wiederherstellung kann man dann ja einem Nöörd überlassen, wofür man ihm auch ein paar Mark in die Hand drücken darf, genau wie dem Schrauber um die Ecke. Man muß kein Experte sein, aber die Mentalität vieler User, sich um nichts zu kümmern und zu schreien, wenn es nicht funktioniert, sollte man spätestens als Blogbetreiber hinter sich gelassen haben.
Wenn dieses so einfach ist, gibt es in USA wohl 70.000 Blog-Trottel?
Entweder handelt es sich um einen Hoster, der wirklich nur Trottel angezogen hat so wie durch den Allerwertesten gegangenes Essen die Fliegen.
Oder aber … wahrscheinlicher … hat der Hoster derart in seinem System gewütet, dass die Blogger nicht mal mehr in der Lage waren, sich auf dem System anzumelden um ihre Backups zurück zu spielen. Bei so einem Hoster nutzt Dir dann selbstverständlich auch Dein Backup nichts mehr. Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, ob sie das bewusst und absichtlich gemacht haben, oder ob irgend ein Trottel auf Hoster-Seite unüberlegt zu Werke gegangen ist und und diesen Kollateralschaden verursacht hat.
@tcltk
Auch an Dich die Frage: Hast Du den Artikel gelesen?
So viel zur Theorie, aber wie sieht das in der Praxis aus? Wenn ich versuche, meinen Blog mit “Bordmitteln” zu sichern, springt beispielsweise die Sicherung nach 30sec Scriptrechenzeit heraus – natürlich, ohne dass man das als User merkt, der sich nicht die Fehlercodes im XML anschaut. So DAU-kompatibel ist das sicher nicht.
Auweia. Diese Diskussion willst Du jetzt doch nicht wirklich starten? Da kriegst Du von fünf Leuten sieben Meinungen zu lesen. Für jeden ist, ausgehend von dem eigenen Kenntnisstand, ein “IT-Spezialist” nämlich etwas völlig anderes.
Meiner Meinung nach muss man kein “IT-Spezialist” sein, um den prinzipiellen Aufbau eines Blogs zu verstehen und in der Lage zu sein, ein Backup der Datenbank zu machen. Dazu reicht es aus, ein fortgeschrittener, interessierter Anwender von Rechnern/Programmen zu sein.
Wer natürlich noch nie was von Datenbanken gehört hat und sich auch absolut nicht dafür interessieren WILL, der muss sich nicht wundern, wenn ihm obiges widerfährt. Und mich wundert es dann auch nicht.
Aus Erfahrung weiß ich, dass es Leute gibt, die sich allerhand neumodischen, elektronischen Schnickschnack kaufen und als erstes die Verpackung samt Bedienungsanleitung oder Handbuch ins Altpapier befördern. Wenn solche Leute bloggen, passiert dann halt auch mal obiges.
Es scheitert oft nicht am Können sondern am Wollen. Die Systeme sind aber leider viel zu komplex geworden, als dass man sie für solche Fälle absolut DAU-sicher machen könnte.
Ich weiß, ITler sehen das ganz anders als ich. Wenn Du die Meinung hast, ein normaler User müsse ein Backup über die serverseitige MySQL-Datenbank machen können, kann ich als normaler User nur den Kopf schütteln. Mittlerweile kann ich es, aber ich will gar nicht daran denken, wieviele schöne Artikel ich in der Zeit hätte schreiben können, in der ich mich mit solch unwichtigen Technik-Mist abegeben habe.
Hätte Luther erst das Druckerhandwerk erlernen müssen, hätte es seine Bibel-Übersetzung wohl aus Zeitmangel nie gegeben ;-)
Für solche Fälle gibts reihenweise Hilfsmittel, wie z.B. den MySQLdumper, den man bequem über ein Frontend bedienen kann. Und wenn das Ding nicht funktionieren will, dann gibts da — so wie hier :-) — ein Forum. In der Regel lässt sich das Problem lösen. Wenn es wirklich keine Lösung geben sollte und es am Hoster liegt, der durch irgend eine schikanierende Konfiguration eine einfach Lösung verhindert, würde ich dringend anraten, den Hoster zu wechseln. Denn sonst … siehe Artikel.
Und ganz ehrlich, um eine Datenbank zu sichern, hast Du wirklich nicht sehr tief in die Technik blicken müssen. Aber wenn es jetzt dann funktioniert mit den Backups, um so besser. In Relation zu den gesamten investierten Stunden hat sich der Aufwand mit Sicherheit immer noch deutlich gelohnt. Und unwichtig ist der Technik-Mist nun auch nicht … siehe Artikel.
@tclk
Sag mal, willst Du mich verarschen? Du glaubst doch nicht ernsthaft, das man bei einem “Click&Blog-Anbieter” ein eigenes PHP-Script auf den Server hochladen kann *staun*
Schon klar ;-)
Da möchte ich Dich mal sehen, wie Du eine Kostenlos-Blogplattform betreibst, auf der die User ihre eigenen Scripte hochladen dürfen. Viel Spaß! ;-)
Wir sprechen doch hier nicht von mir. Ich habe einen eigenen Server und natürlich auch eine Backup-Lösung. Es geht um die Kunden von “Click&Blog-Anbietern”.
Man kann aber wenigstens den Artikeltext und hochgeladene Fotos sichern. Wer das nicht tut, muss immer damit rechnen, dass die Daten irgendwann weg sind.
Danke für den Link zu Twittermom. Kannte ich noch nicht und habe mich prächtig amüsiert.
Aber das die Arbeitsstunden für diesen Blog schon über 9000 betragen, hätte ich nicht gedacht.
Aber nunja Qualität hat ja halt ihren Preis.
Kleine Anmerkung zum Artikel:
Es stimmt zwar, dass die Löschung von 70.000 Blogs einzigartig ist, jedoch ist es nicht die erste, massive und systematische Löschung in der Netzgeschichte.
Bereits 1998 ordnete eine französische Richterin (die heute die HADOPI leitet) an, alle 45.000 privaten Internetseiten des französischen, kostenlosen und werbefreien Webhosters Altern.org zu schließen. Die Anwälte des Betreibers konnten damals der französischen Justiz den Unterschied zwischen Hoster und Herausgeber nicht nahe bringen…
12 Jahre später hat das FBI den Unterschied immer noch nicht erfasst…
Manchmal hat man das Gefühl, dass Menschen leider doch nicht aus Fehlern lernen….
Wieso FBI? Kinder, lest ihr eigentlich meine Artikel auch?
@Spiegelfechter
Also wenn Du von reinen Click&Blog-Anbietern sprichst, die ihren Kunden kostenlos (dann passt übrigens Nutzer besser als Kunde!) ein Blog ermöglichen, mit strikten Vorgaben, keine Erweiterungsmöglichkeit, ein Modul zum Backup nicht inbegriffen und das Blog auch nicht um dieses Modul erweiterbar …
… dann verstehe ich den Ärger und die Entrüstung der Nutzer(!) über den Verlust ihrer Daten nicht. Wer sein Blog ernsthaft betreibt und die Stunden und Tage zählt, die er da rein gesteckt hat … mann o mann, der sollte auch bereit sein, dafür ein wenig zu zahlen, wenn er die Ergebnisse seiner Arbeit schon woanders ablegt. Zumindest so viel, dass der Blog-Anbieter ihm die Möglichkeit gibt oder geben kann, seine Backups zu ziehen. Oder warum hast Du Deinen eigenen Server? :-)
Was da passiert ist, ist Scheizze, große Scheizze sogar; aber wer sich diesen Anbieter freiwillig aussucht und mit diesen Einschränkungen von vornherein einverstanden war und nichts bezahlt hat, der soll jetzt nicht anfangen, über seine verlorene Zeit und Arbeit zu heulen. Sowas muss man dann einfach und brutal einkalkulieren.
Ich gehe davon aus, dass das, was da passiert ist, eher ein Versehen war. Ich denke, der Hoster hat während der ominösen 10 Tage versucht, auf der technischen Ebene zu retten was zu retten ist, hat es aber nicht mehr fehlerlos hin bekommen und dann möglichst offensiv versucht, noch irgend wie heil aus der Sache raus zu kommen. Trotzdem bleibt das ein GAU.
Gute Nacht!
“Der Fall Blogetery zeigt, dass die größte Gefährdung digitaler Inhalte nicht etwa paranoide Behörden, sondern übereifrige und bisweilen inkompetente Internetdienstleister sind. ”
Mit Verlaub, diese These erscheint mit ein wenig naiv. Wenn 69.999 Blogger unter Generalverdacht gestellt werden, hat dies nichts mit “technischen Fehlern” zu tun, auch nicht
mit der Tatsache, dass die blogger zu kurzsichtig waren sich mind. ein OpenOffice Backup zu ziehen oder gar einen eigenen Server anzumieten.
Es geht um eine mehr als fragwürdige Beschneidung der Meinungsfreiheit – Artikel 5 des Grundgesetztes.
So könnte doch jeder Schlapphut theoretisch einen blog bei “Blogetery” hosten und “so ein pdf” hochladen. (Wahrscheinlich war es auch so).
M.E resultieren diese “Events” aus einer Agenda, die wir alle bereits spüren, aber nicht wahrhaben wollen…
Mit Verlaub, wer spricht denn hier von “Verdacht”? Das FBI wollte die Personendaten des Blogetery-Betreibers haben. Mehr nicht! Ich sehe hier hinten und vorne keinen Fehler des FBIs. Wenn Du anderer Meinung bist, führe dies bitte aus.
Blödsinn. Es geht hier nur um “Inspire” und nicht um die anderen Blogs. “Inspire” verstößt nun aber fraglos gegen gelten Gesetze. Eine “Hitlist” zu veröffentlichen, ist keine Bagatelle und ganz sicher nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Mit GG Art. 5 hat dies eh nichts zu tun, da sich der Fall in den USA abspielte.
Natürlich … theoretisch ja. Aber was willst Du damit sagen?
M.E. verennen sich die meisten Kommentatoren in ihrer Anti-Staats-Paranoia. Dieser Fall zeigt bravourös, dass die Gefahr für die Meinungsfreiheit nicht nur vom Staat kommt.
“”Blödsinn. … “Mit GG Art. 5 hat dies eh nichts zu tun, da sich der Fall in den USA abspielte.”
Uhhh, so scharfsinnig, Masterblogger.
Nun, vlt. lohnt es sich mal das Hirn einzuschalten und diese klitzekleine Möglichkeit durchzuspielen, daß unter den 69.999 Bloggern (Die Anzahl der Artikel müssen in die zig Millionen gehen) Meinungsfreiheit beschnitten wurde- INDEM MAN SIE LÖSCHTE.
Das hier auch einige politisch-investigative blogs darunter sind, muß ich nicht erwähnen.
Aber ok… “Alles ist in Ordnung”.Peace!
Lies den Artikel *rolleyes*
Mhh, diese Verhältnisse, okay nicht löschen, aber nicht weitermachen haben wir doch bereits in unserem Lande. Bestes Beispiel der Blog Augen geradeaus von Thomas Wiegold. Der Blog “ruht” seid Januar 2010. Guckst Du hier http://wiegold.focus.de/
zu Nr. 25:
Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert…. und mein Blog Augen Geradeaus! wird demnächst, voraussichtlich im August, wieder neu online gehen. Auf einer anderen Webseite (es wird http://augengeradeaus.net – das Blog ist aber derzeit noch nicht aufgeschaltet, die Adresse führt zu meiner Seite wiegold.de.). Bitte noch ein kleines bisschen Geduld, dann mache ich weiter.
@19++ Spiegelfechter & Co (bzgl. Sicherung):
Also bei dem von mir genutzten “Click&Blog”-System von Knallgrau (twoday.net) kann man einfach so seine sämtlichen Bloginhalte exportieren. Dauert nur wenige Millisekunden und schon bekommt man einen Link zum Herunterladen der Sicherungsdatei. Das wiedereinspielen scheint ebenso einfach.
Und ich dachte, dass bieten die nur in den Bezahlversionen …
Übrigens: Dazu muss man wirklich a b s o l u t kein “Experte” sein. Das ist “idiotensicher”!