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  • Kriegsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dreht ab

    geschrieben am 25. Juli 2010 von Spiegelfechter

    ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel

    »Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen Besuch deutscher Kampftruppen in der nordafghanischen Unruheprovinz Baghlan aufgrund von Gefechten der Bundeswehr mit den radikal-islamischen Taliban kurzfristig abgesagt. Der CSU-Politiker war bereits vom Feldlager Kundus aus mit dem Hubschrauber auf dem Weg zu den Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe, als ihn die Nachricht von den Kämpfen erreichte. Auf Empfehlung des Kommandeurs der Truppe kehrte er um.« TAZ vom 16.7.2010

    Der lange Marsch

    »Über den ›umgangssprachlichen Krieg‹ ist es einige Wochen und sieben getötete Soldaten später nur noch ein kleiner rhetorischer Schritt, bis sich die Bundesrepublik im 61. Jahr ihrer Existenz im ›Krieg‹ befindet. Ausgerufen von einem 38 Jahre alten Gebirgsjäger der Reserve. (…) Guttenberg kann sogar von Krieg sprechen – und die Republik atmet auf.« FR vom 22.4.2010

    In einem Land, das gerade einmal vor einem halben Jahrhundert die Welt in Schutt und Asche gelegt hat, ist die Erleichterung, die auch die Frankfurter Rundschau packt, schierer Hohn. Mehr noch: Sie ist feige und verlogen! Warum braucht man für diese herbeigesehnte, herbei geschriebene Erleichterung auch noch die Republik als menschliches Schutzschild?
    Wenn irgend etwas in dieser Republik einigermaßen stabil ist, dann die seit Jahren große Mehrheit derer, die diesen Krieg ablehnen!

    Wenn also irgend jemand erleichtert ist, dann ist es eine milliardenschwere Minderheit, die in Afghanistan weder Deutschland verteidigt, noch die Demokratie aufbaut, sondern Krieg führt.


    Nachdem die Frankfurter Rundschau ohne Scheu und Tadel Karl-Theodor zu Guttenberg zum »Kriegsminister« (FR vom 22.4.2010) ernannt hat, geht das in Erfüllung, was Wolfgang R. Vogt, wissenschaftlicher Direktor an der Führungsakademie der Bundeswehr, bereits 1999 so beschrieben hat:

    »Die Normalisierung des militärischen Faktors war zunächst die Politik Helmut Kohls; und sie war überaus erfolgreich. In diesen Krieg [gegen die BR Jugoslawien] wurden wir systematisch hineingeführt. Das war die Strategie des damaligen Verteidigungsministers Rupert Scholz, weitergeführt von [...] Gerhard Stoltenberg und von Volker Rühe: »Step by step«. Die sind immer an die Grenzen der öffentlichen Zumutbarkeit gegangen: humanitärer Einsatz in Kambodscha, Minenräumen im Golf, Awacs-Überwachungsflüge über die Adria, zwischendurch Somalia, Sfor-Einsätze. Und bei allem nie eine direkte Beteiligung am Kampfgeschehen. Ziel war aber von Anfang an, alle Grenzen Stück für Stück so weit zu verschieben, dass das Militär wieder zu einem Mittel von Politik gemacht werden kann.« (Stern, 31.3.1999, S. 58)

    Jetzt steht also fest, dass das, was die Menschen in Afghanistan seit Jahren als Krieg, Besatzungsregime und Marionettenregierung erleben, auch im sicheren Hinterland so genannt werden darf.

    Für die Menschen in Afghanistan ändert sich nicht viel – oder doch: Nachdem die deutsche Führung offen von Krieg redet, darf auch schweres Kriegsgerät nach Afghanistan geschickt werden, was die Opferzahlen auf afghanischer Seite erhöhen wird und Opfer der Besatzungsmächte verringern soll.

    Nur der Staatsterrorismus, den Karl-Theodor zu Guttenberg für die Zeit nach dem Rückzug noch für nötig hält, darf noch nicht so genannt werden.

    Bis auch das das völlig normal, normalisiert ist, nennt er dies »Nachsorgeelemente« (FAZ vom 05.07.2010)

    Endlich darf auch gefallen werden

    Bislang kamen deutsche Soldaten in Afghanistan (bevorzugt heimtückisch) ums Leben. Jetzt endlich dürfen sie ›fallen‹ wie in jedem Krieg und werden somit nicht leise, sondern mit Fanfaren als Kriegshelden begraben. Soviel Kriegsehre muss wieder sein.

    Aber was ist mit diesem Kriegsminister los, der die deutsche Bevölkerung seit Monaten darauf einstimmt, dass es nun darauf ankommt, Afghanistan, also deutsche Soldaten nicht im Stich zu lassen und sich hinter die Truppe zu stellen?
    Warum geht dieser Kriegsminister nicht mit gutem Beispiel voran, warum stellt er sich nur semantisch, warum stellt er sich nicht wirklich vor die Kriegstruppe – vor allem dann, wenn es gefährlich wird?
    Warum dreht er ab, in seinem sicheren Armeehubschrauber und lässt die kämpfende Truppe im Stich?
    Nennt sich das nicht – in jedem anderen namenslosen Fall – Fahnenflucht, Feigheit vor dem Feind?

    Jane Fonda hatte im Kampf gegen den Vietnamkrieg der US-Regierung ausgerufen: »Alle Politiker in die Armee!«

    Dem ist nicht hinzuzufügen.

    Wolf Wetzel

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    ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel »Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen Besuch deutscher Kampftruppen in der nordafghanischen Unruheprovinz Baghlan aufgrund von Gefechten der Bundeswehr mit den radikal-islamischen Taliban kurzfristig abgesagt. Der CSU-Politiker war bereits vom Feldlager Kundus aus mit dem Hubschrauber auf dem Weg zu den Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe, als ihn die Nachricht von ...
    Tags: Afghanistan
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    35 Kommentare:

    1. gerhardq schrieb am 25. Juli 2010 at 00:28 - Permalink

      Afghanistan ist nichts weiter als die Blaupause für den Iran.
      Ich vermute einmal, daß der Westen, vorausgesetzt es knallt nicht in Korea, den Iran als nächstes militärisches Ziel auswählt. Da die Achse des Bösen nicht das tut, was wir von ihr verlangen, werden wir den Iran, besser die iranischen Ölfelder, in einer “Friedensmission” befreien. Und dabei werden wahrscheinlich deutsche Soldaten mitmachen.
      Auf dieses Szenario werden wir jetzt langsam vorbereitet. Da wir Deutschen ein kollektives Trauma bezüglich Israel haben, wird dieser faschistische Staat die Speerspitze bilden. Es kann natürlich sein, daß Korea noch dazwischenkommt. Aber die Signale sind schon seit längerer Zeit auf Krieg gestellt, schließlich brauchen wir ja eine groß angelegte Sanierung der Finanzwirtschaft und was ist da besser als ein richtiger Krieg.

    2. blubb schrieb am 25. Juli 2010 at 01:10 - Permalink

      [..]warum stellt er sich nicht wirklich vor die Kriegstruppe – vor allem dann, wenn es gefährlich wird?[..]

      Eine ausgezeichnete Idee, sollte man wortwörtlich so umsetzen.

    3. Truvor schrieb am 25. Juli 2010 at 01:15 - Permalink

      Ich habe zwar diese Fotos http://www.warandpeace.ru/ru/reports/view/49265/ in einem anderen Artikel gepostet, aber ich tue es noch ein Mal gerne.
      “Afghanistan in den 50 und 60 Jahren” – 24 Fotos.
      Unsere Politiker sollen mal sehen, wie Afghanistan vor all diesen Kriegen ausgesehen hat.
      Ich bezweifle aber, daß das was bringt.
      Moral und Politik kann man nicht unter einen Hut bringen.

      • GrooveX schrieb am 25. Juli 2010 at 08:48 - Permalink

        nein, es wird natürlich nichts bringen, außer es dient der propagandamaschine. da muss man schon aufpassen. afghanistan war damals sehr feudal organisiert, und deutschland hatte einen merkwürdig privilegierten stand dort. das lag in erster linie an einem seltsamen geschichtsverständnis der afghanen (ihrer oberschicht!), die durchweg hitler für ihren befreier von der britischen besatzungsmacht in der region begriffen und ihn deshalb und mit ihm alle deutschen fast mythisch verehrten.

        das ist natürlich ein anderer status als der heutige. beide sind nicht sehr erfreulich!

        • Truvor schrieb am 25. Juli 2010 at 16:13 - Permalink

          @ GrooveX

          ” afghanistan war damals sehr feudal organisiert, ”

          Afghanistan war feudal, ist feudal und wird immer feudal organisiert bleiben.
          Feudale Organisation ist ein normaler Zustand für Afghanistan.
          Du glaubst doch nicht auch an die Demokratie in Afghanistan ? :-)
          Schau mal die Fotos aus feudalen Zeit an und vergleiche sie mit der heutigen “Demokratie” in Afghanistan.

          ” und mit ihm alle deutschen fast mytisch verehrten.”

          Meine Bekannten, die in den 80ern in Afghanistan kämpften, hatten mir auch davon erzählt.
          Die Afghanen waren erstmal überrascht, daß es unter “Schurawi” (Russen) Deutsche gab.
          Sie konnten es nicht kapieren, daß die Deutschen auch in Russland leben können.
          Die Einheimischen kamen zu den “Schurawi” um echte Deutsche anzusehen und die Kinder durften sie sogar anfassen.
          Die Soldaten kannten die afghanische Geschichte nicht und sie wußten auch nicht, woher diese Verehrung gegenüber Deutschen kam.

          Der gute Ruf Deutschlands ist leider durch den aktuellen Krieg dahin.
          Wir dürfen uns selbst gratulieren, damit haben wir einen neuen Feind gewonnen.

      • elwu schrieb am 26. Juli 2010 at 08:16 - Permalink

        …wie Afghanistan vor all diesen Kriegen ausgesehen hat

        Ja, und vor den Taliban.

        • Truvor schrieb am 26. Juli 2010 at 15:06 - Permalink

          @ elwu

          “Ja, und vor den Taliban.”

          Ja, ich habe selbstverständlich auch die Taliban gemeint.
          Sie sind die Schlimmsten.

          Nicht mal die Mainstreammedien verheimlichen inzwischen, daß es Afghanistan alles schief läuft http://www.welt.de/politik/ausland/article8649995/Geheimoperationen-fordern-Hunderte-zivile-Opfer.html

          • Truvor schrieb am 27. Juli 2010 at 00:34 - Permalink

            Bei den Amis in Afghanistan, läuft es offensichtlich noch viel schlimmer als ich dachte.
            Sie sind inzwischen so weit, daß sogar ihre Ex(?)-Feinde, nämlich die Russen, sie bald ausbilden werden.
            Die Ausbilder der russischen “Speznas-GRU” (Speznas-GRU = Eiliteeinheit des russischen, militärischen Geheimdienstes “GRU”) werden in Kürze die amerikanische GIs in den tadschikischen Bergen auf Vordermann bringen.
            http://spec-naz.org/news_all.php?id=456

    4. P@trick schrieb am 25. Juli 2010 at 01:17 - Permalink

      Müsste der Kriegseinsatz denn nicht erneut vor dem Verfassungsgericht verhandelt werden, jetzt wo so langsam Tacheles von unsren Volkstretern geredet wird?

    5. Dirgis schrieb am 25. Juli 2010 at 01:52 - Permalink

      Da möcht`ich gerne die Aufforderung von Jane Fonda konkretisieren und erweitern:

      Tom Cruise, von Guttenberg (geistig-seelische Verwandtschaft)
      und die Bismarck-Ur-Ur-Enkel in erster Reihe in den Krieg. Wo auch immer.

      Tja, die Cruise-Family liegt immer noch hübsch gaaaaanz hinten im Atlantik.
      Schaut mal auf die Landkarte: Deutschland ist treffsicherer, vom Iran aus.

      Herr v. G kann nur Esoteriker sein: Sonst wäre ein derartiger Realverlust nicht möglich.

    6. KOLBASNJA schrieb am 25. Juli 2010 at 03:30 - Permalink

      Heisst er dann jetzt Kriegsminister?Ist echt beschämend ein Land mit 4 Parteien die sich für Krieg aussprechen.2/3 des Volkes dagegen.Sich überhaupt auf das Niveau herablassen Krieg zu führen.Naja dann werden wir ja bald noch richtig spass haben.Die Spinner sitzen dann in ihrem Bunker aber ob das dann noch hilft.

    7. unbequemer schrieb am 25. Juli 2010 at 05:00 - Permalink

      Ich würde auch fordern, die Kinder der Politiker in die erste Reihe an der Front zu stellen.

      Früher war ein Heerführer der, der wirklich an der Spitze seiner Truppen gegen den Feind angetreten ist. Aber das war schnell vorbei.

      Ich habe vor langer Zeit einmal gelesen, das die Armbrust- und Pfeilschützen eigene Pfeile hatten, an denen der Schütze eines Opfers zu erkennen war.

      Den Schützen war es verboten, die Führer der Gegenseite zu töten. Denn es waren ja Kämpfe der Adeligen gegeneinander um Land und Macht, dafür sterben, nein, der Sieger war zufrieden, der Besiegte versuchte seine Macht wieder zu erlangen. Die Opfer waren die Untertanen.

      Dann wurde ein feindlicher Adeliger vom Pfeil eines Armbrustschützen getötet. Dafür wurde dieser Schütze hingerichtet! Als Drohung an die anderen Schützen, nie einen der “Oberen” zu töten.

      Warum ich das schreibe? Osama, er soll ja auch vor den Läufen von Schützen gewesen sein, aber schiessen durften sie nicht. Warum wohl? Familie Bush und Familie Bin Laden sind doch nicht verfeindet.

      • Bernd schrieb am 25. Juli 2010 at 08:41 - Permalink

        Hallo Freeman, ein bischen OT findest Du nicht?

    8. Gold Star For Robot Boy schrieb am 25. Juli 2010 at 15:12 - Permalink

      Die Kriegsrethorik des Karl-Theodor zu Guttenberg oder wie ein Kriegsminister eine Moderatorin des Heute Journals instrumentalisierte:
      http://www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/guttenberg-marietta-slomka-ist-deutschland

    9. ak schrieb am 25. Juli 2010 at 17:20 - Permalink

      @ Autor Wetzel

      Wie KaTe dreht ab – wirkt(e) dieser Herr nicht immer schon abgedreht?

      D a s wär ´ne Nachricht – BWM KaTe TRITT AB oder besser noch: Der Herr STINKT AB und nicht mal “Der Spiegel” hat´s vorher gewußt … d a s wär´s doch

      Oder nicht?

      Gruß

      ak

    10. Diskussionsteilnehmer schrieb am 25. Juli 2010 at 18:07 - Permalink

      Warum geht dieser Kriegsminister nicht mit gutem Beispiel voran, warum stellt er sich nur semantisch, warum stellt er sich nicht wirklich vor die Kriegstruppe – vor allem dann, wenn es gefährlich wird?
      Warum dreht er ab, in seinem sicheren Armeehubschrauber und lässt die kämpfende Truppe im Stich?
      Nennt sich das nicht – in jedem anderen namenslosen Fall – Fahnenflucht, Feigheit vor dem Feind?

      Es ist nicht seine Aufgabe zu kämpfen. Zudem bringt er die Truppe in Gefahr, weil er als hochwertiges Ziel Angriffe ziehen würde. Turnt er irgendwo bekanntermaßen herum, würden feindliche Kräfte dort einen Schwerpunkt bilden. In einem Konflikt Gefechte anheizen, die eh keiner will ist nicht mutig sondern unvernünftig. Und die Führer vor Ort sind dann auch tatsächlich froh, wenn hochrangiger Besuch wieder umkehrt. Darum wird es auch andauernd empfohlen.

      • Addliss schrieb am 25. Juli 2010 at 19:45 - Permalink

        Danke. Es ist doch wirklich eine absurde Forderung, den Minister in ein Gefecht zu schicken! Seine Politik mag die größte Grütze sein, aber es bringt nichts, die Köpfe von hochrangigen Militärbeamten zu opfern. Auch symbolisch ist die Forderung hier unsinnig.

        Es ist eine sehr schwierige Situation in Afghanistan und gar nicht so einfach zu bewerten, ob man den Krieg fortführen sollte oder abziehen. Ja, ich habe gerade “Krieg” gesagt. Es wurde keine Kriegserklärung ausgesprochen und ich hasse den Krieg – doch nun muss man mit der Situation umgehen. Er hätte niemals begonnen werden sollen, doch rückgängig kann man das nicht machen.

    11. Vince schrieb am 26. Juli 2010 at 00:20 - Permalink

      welcher Logik folgt ein solcher Minister, wenn er sich aufgrund von Meldungen / Weisungen seines Stabes bzw. seiner Befehlsempfänger kein persönliches Bilde der Lage verschafft. Dies als Vorbildfunktion zu sehen wie man es besser nicht macht ist wohl eher richtig. Die hier geäusserten Argumente in den Kommentaren von Hobbystrategen, dass sich daraufhin dass Feuer bzw. Der Angriff auf diesen Bereich konzentriert bzw. bündelt ist aus der Sicht eines Oberbefehlshabers nicht nur lächerlich sondern absolut unprofessionell. Sowohl in der Hinsicht, dass er seine Leute so nicht führen kann bzw. der Vertrauensverlust in die Professionalität seiner Armee und der Geheimdienste hier deutlich zu Tage tritt, denn nur diese wissen um den aktuellen Standort des “Chefs”. Dies deutet sowohl auf eine große politische Schwäche hin, als auch auf die Tatsache, daß in Afghanistan nichts mehr im Griff ist. Souveränität und Führungstärke im Feld kann man ihm somit nicht attestieren. Stell Dir vor es Krieg und Gutti geht nicht hin ?! Servus Ihr Flaschen und gute Besserung

    12. enigma schrieb am 26. Juli 2010 at 02:46 - Permalink

      Mal abgesehen von der laschen Empörung dieses Artikels. Gibt es auch eine eigene Position?

      Ich mach´ mal den Köhler: Deutschland braucht diesen Krieg, um ernstgenommen zu werden. Das Opfer der “Weichziele” (Oberst Sanftleben) ist noch nie ein Hinderungsgrund gewesen.

      Sorry, hart aber realistisch!

      • Truvor schrieb am 26. Juli 2010 at 03:23 - Permalink

        @ enigma

        “Deutschland braucht diesen Krieg, um ernstgenommen zu werden.”

        Uhu, und was ist, wenn Deutschland diesen Krieg verliert (eigentlich ist dieser Krieg längs verloren) ?
        Wird man uns trotzdem ernstnehmen ?

    13. Diskussionsteilnehmer schrieb am 26. Juli 2010 at 08:54 - Permalink

      Die hier geäusserten Argumente in den Kommentaren von Hobbystrategen, dass sich daraufhin dass Feuer bzw. Der Angriff auf diesen Bereich konzentriert bzw. bündelt ist aus der Sicht eines Oberbefehlshabers nicht nur lächerlich sondern absolut unprofessionell. Sowohl in der Hinsicht, dass er seine Leute so nicht führen kann bzw. der Vertrauensverlust in die Professionalität seiner Armee und der Geheimdienste hier deutlich zu Tage tritt, denn nur diese wissen um den aktuellen Standort des “Chefs”.

      Die Ansicht ist nicht lächerlich sondern passt exakt auf die Absicht deutlich unterlegener Kräfte, die keine militärischen sondern nur Propagandaerfolge erzielen können. Militärische Ziele ergeben sich aus der eigenen Absicht. Und die dürfte in diesem Fall nicht so schwer zu erraten sein.

      Im übrigen ist der führt der Minister niemanden im Gefecht, weshalb er sich auch über Gefechte keinen Überblick verschaffen muss. Er ist dazu weder ausgebildet noch ausgerüstet.
      Der Verbands-/Einheitsführer vor Ort muss und kann das tun. Und dabei kann er auch keinen Minister gebrauchen. Es wäre äußerst unprofessionell von Guttenberg, hier andere Ansprüche zu haben. Offensichtlich hat er diese auch noch nicht.

      Ansonsten reicht ein Local um ihn aufzuklären. Zivilist mit Schutzweste kommt im Hubschrauber…

    14. Jared J. Myers schrieb am 26. Juli 2010 at 10:05 - Permalink

      Es gibt zwei gegensätzliche, sehr grundsätzliche Standpunkte unter den Menschen in Deutschland, die unser Zusammenleben, die Politik und Gesetzgebung beeinflussen:

      1) Was wir weitgehend bei den uns Regierenden und einer großen Anzahl weiterer Zeitgenossen zur Kenntnis nehmen müssen, ist der Kampf-Standpunkt. Diesem liegt die Auffassung zugrunde, dass die Erde und ihre Ressourcen für die Menschheit zu klein und zu bescheiden sind und sich aufgrund der Eigenschaften, die dem Menschen ihrer Ansicht und Beobachtung nach eignen, kein friedliches Zusammenleben aller organisieren lässt; statt dessen wird es zu zunehmend brutalen Verteilungskämpfen kommen.

      Diese Einstellung führt dazu, “Verteidigungskreise” um die eigene Existenz zu ziehen – in abnehmender Intensität werden verteidigt: Familie, Machtklüngel, Partei, Land, Staatengemeinschaft. Tief im Innern akzeptiert dieser Personenkreis, dass es ihm selber nur besser gehen kann, wenn es anderen dafür schlechter geht – und konsequenterweise setzt er das in Absicherungsmaßnahmen um: Neokolonialismus, “Geopolitik”, Sicherung der Privilegien und Pfründe – wenn es hart auf hart kommt, auch mit polizeistaatlichen Methoden, Repression gegen Andersdenkende, Xenophobie, autoritäre Führung oder Kadavergehorsam, Vorteilsnahme, Lohndrückerei.

      2) Eine ganze Menge Leute – anscheinend mit abnehmender Tendenz unter den Regierenden – vertreten den Kooperations-Standpunkt; die Idee, dass anstehende Ressourcenprobleme nur einvernehmlich lösbar sind und ein Überlebenskampf unter Menschen nur dazu führen kann, dass die allergrößte Mehrheit – wenn nicht alle – unter den Bedingungen eines permanenten Überlebenskampfes schlechter als bei Kooperation oder überhaupt nicht mehr leben.

      Unsere während der Erziehung und im öffentlichen Leben bisher vermittelte Werteausrüstung beruht weitestgehend auf dem Kooperations-Standpunkt, weshalb Regierende, die den Kampf-Standpunkt einnehmen, diesen in der Öffentlichkeit nicht gut vertreten können. Ein Kampf um Rohstoffe und Märkte, gegen emanzipatorische Ideen und andersartige Glaubenssysteme ohne Rücksicht auf Völker- oder sonst irgendein Recht, geschweige denn Gerechtigkeit, macht sich (noch) nicht gut auf dem Markt der Meinungen – zumal die hiesigen Regierten sich in diesem Fall an drei Fingern abzählen können, wann sie selber einer “feindlichen Gruppe” angehören werden, z.B. als Streikende oder Beteiligte an Aufständen.

      Dies ist der tiefere Grund für die beobachtete Eierei “unserer” Regierung in Sachen Afghanistan-Krieg, für die Geheimhaltung der wie auch immer beschaffenen deutschen Beteiligung am Irak-Krieg, dies ist der Grund für die an den Haaren herbei gezogenen Begründungen für immer neue Überwachungssysteme, der Grund für den Hass gegen alles “Linke”; für die absurde Wirtschaftspolitik, die Rationalisierungsgewinne zu exportieren – und manchmal verplappert sich einer im Interview und sagt Sachen wie Herr Köhler vor seinem Rücktritt zu den Gründen deutscher Kriegführung – oder Herr Ackermann, der kürzlich auf die Frage, warum er sich nicht für einen umfassenden Schuldenerlass für arme Länder einsetze, antwortete, dass es ihm in jenem Fall wahrscheinlich so ginge wie seinem Vorgänger Alfred Herrhausen.

      Um die Bevölkerung vom Kampf-Standpunkt zu überzeugen, sind noch ein paar Terror-Anschläge im Lande nötig, weiterhin eine wohlwollende Presse sowie eine Ideologie, die das “Bessersein” der eigenen, zu verteidigenden Gruppe irgendwie plausibel macht sowie vor den Mächtigen Angst verbreitet. Es wäre nicht verwunderlich, wenn demnächst eine neue rechte Partei oder Strömung sich dies zu Eigen machen würde.

    15. Teja552 schrieb am 26. Juli 2010 at 10:06 - Permalink

      Die Politiker die einen Krieg befürworten und ihre Soldaten rund um die Welt verschicken sollten wirklich mit guten Beispiel voran gehen und was ist eigentlich aus den Gelöbnis geworden, “kein deutscher Soldat mehr auf fremden Boden” naja das zählt wohl jetzt alles nichts mehr, Marionetten regieren uns und genauso agieren sie auch!

    16. Diskussionsteilnehmer schrieb am 26. Juli 2010 at 10:09 - Permalink

      Um die Bevölkerung vom Kampf-Standpunkt zu überzeugen, sind noch ein paar Terror-Anschläge im Lande nötig, weiterhin eine wohlwollende Presse sowie eine Ideologie, die das “Bessersein” der eigenen, zu verteidigenden Gruppe irgendwie plausibel macht sowie vor den Mächtigen Angst verbreitet.

      Es reicht auch eine talentlose und faule Presse. Die haben wir schon und darum hoffen wir mal, dass es hier keine Anschläge gibt, komische neue Parteien für Rentner, und dass noch ein wenig Energie in den vor der Pensionierung stehenden 68ern steckt.

    17. Fian schrieb am 26. Juli 2010 at 11:13 - Permalink

      M.E. unglaublich schlechter Beitrag – des Spiegelfechters nicht würdig!

      Was hat z.B. Guttenberg damit wirklich zu tun? Er ist nur politisch ausführende Stelle und wohl kaum in Position im Alleingang unsere Soldaten da raus zu holen. Auch kann er wohl kaum für den Krieg oder die deutsche Beteiligung verantwortlich gemacht werden. Ebenso hat auch kein Minister etwas an vorderster Front zu suchen…

      Die Kritik setzt an falscher Stelle an und ist an den falschen adressiert, daher meine ich der Beitrag geht am Thema vorbei!

    18. Raúl schrieb am 26. Juli 2010 at 12:27 - Permalink

      Absolute Zustimmung @Fian (Nr.17).
      Kritik am Einsatz in – und der Politik gegenüber – Afghanistan ist notwendig und richtig, aber dieser Beitrag rangiert auf unterstem argumentativen Niveau. Genau wie die meisten Kommentare übrigens…

    19. ich schrieb am 26. Juli 2010 at 12:36 - Permalink

      @ Fian
      Sehe ich nicht so.
      Genauso unsinnig wie “unser” Krieg dort!
      Also wenn er schon ausgefochten werden muß, sollen diejenigen, welche ihn als notwendig propagandieren, doch auch an forderster Front stehen um sich vor Ort von seiner Notwendigkeit zu überzeugen.

      • Fian schrieb am 26. Juli 2010 at 12:54 - Permalink

        Klar sollte ein Verteidigungsminister wissen wovon er spricht – und da ist Guttenberg (egal wie man zu ihm oder seiner Partei steht) vielen seiner Vorgänger schon mal voraus, da er immer hin “gedient” hat. Was war mit so vielen Vorgängern…?

        Sich absichtlich in eine Gefahrenzone ist jedoch auch nicht sinnvoll, auch wenn einige Kriegsgegner gerne einen Minister im Zinksarg sehen würden. Seine Aufgabe sollte natürlich sein, die Bedürfnisse seiner Untergeben möglichst genau zu kennen / herauszufinden und für deren “Sicherheit” zu sorgen – in dem er für bessere Ausrüstung und sinnvolle Ressourceneinteilung “kämpft”.

        Unseren Soldaten (Brüdern/Schwestern/Mitbürgern) nützt ein toter Verteidigungsminister jedenfalls ziemlich wenig…

        Auch würde Kritik des Verteidigungsministers an der Sinnhaftigkeit des Einsatzes den dort Stationierten in den Rücken fallen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Abzug sollte schleunigst wo anders stattfinden und an diese Stellen sollte daher auch der Protest richten!

    20. ich schrieb am 26. Juli 2010 at 20:14 - Permalink

      Sollte…sollte…sollte…sollte…
      Merkst du was ?

      PS.
      Eben weil er “gedient” hat, hat er vielen seiner Vorgänger NICHTS voraus!
      “Kriegsminister” triffts daher ganz gut.
      Andere absichtlich in eine Gefahrenzone schicken ist natürlich sinnvoller für einen “Verteidigungsminister” :-)

      • Fian schrieb am 27. Juli 2010 at 08:35 - Permalink

        …du hast nicht viel verstanden von dem was ich geschrieben habe – oder?

        Bevor du dir einen Schuldigen aussuchst, solltest du erstmal genau nachfragen, ob er wirklich für das verantwortlich ist, was du ihm vorwirfst…. oder ob nicht ein Anderer “der Schuldige” ist.

    21. ich schrieb am 27. Juli 2010 at 10:44 - Permalink

      Er vertritt die Schuldigen und ihre Politik, macht also keinen Unterschied !

    22. Klean schrieb am 27. Juli 2010 at 21:09 - Permalink

      Stammt zwar noch aus der Zeit, wo der Herr Postenwechsler Wirtschaftsminister war und ist vielleicht auch ein wenig OT, aber Das Guttenberg-Dossier (1. Teil) gibt darüber Aufschluss, woher der Baron kommt und wohin es ihn treibt.

    23. bernd das brot schrieb am 29. Juli 2010 at 14:48 - Permalink

      Die Einsätze der geheimen Kampftruppen wurde von der Bundeswehr mit Wissen und Wollen unterstützt und gedeckt:
      http://www.youtube.com/watch?v=_Y1OqPqbq8k

      Erinnert mich wie gesagt an die Partisanenbekämpfung der SS


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