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  • Tod an der Rampe

    geschrieben am 26. Juli 2010 von Spiegelfechter

    Wieviel Geld ist ein Menschenleben wert? Wieviel Geld sind neunzehn Menschenleben wert? Die Katastrophe, die am Samstag neunzehn Todesopfer und über 515 – teilweise schwer – Verletzte forderte, war offensichtlich eine Sollbruchstelle in einem desaströsen Sicherheitskonzept, das streng nach ökonomischen Interessen aufgestellt wurde. Wahrscheinlich hat nur das relativ kühle Wetter eine noch größere Katastrophe verhindert. In einer gerechten Welt würden den Verantwortlichen aus den Reihen der Politik, der Veranstalter und der Polizei hohe Strafen drohen – im real existierenden Ruhrpottfilz können die Verantwortlichen indes darauf zählen, dass die Ermittlungen im Sande verlaufen und sie sich ihrer Verantwortung entziehen können.

    Sollbruchstelle Rampe

    Als sich im Januar 2006 bis zu zwei Millionen Gläubige in Mekka zur Haddsch versammelten, kam es an einer Zugangsrampe zur Katastrophe, bei der 346 Pilger in einer Massenpanik zu Tode getrampelt wurden. Die Veranstalter reagierten auf diesen Vorfall – seitdem werden die Rampen und Zugangswege videoüberwacht und beim geringsten Zeichen eines gefährlichen Gedrängels werden nicht nur die hinteren Zugangswege dicht gemacht, sondern auch seitliche Fluchtwege geöffnet. Natürlich kosten solche Sicherheitsvorkehrungen Geld. Wenn man Großveranstaltungen an Orten durchführen will, an denen es natürliche oder bauliche Engpässe gibt, sind sie jedoch alternativlos. Es sei denn, man nimmt bei der Planung billigend Tote in Kauf.


    Wenn ein Katastrophenforscher ein Computermodell entwickeln will, an dem er die Gefahren einer Massenpanik illustrieren kann, so taugt das Sicherheits- und Wegekonzept der Loveparade 2010 in Duisburg als ideales Vorbild: Man nehme ein Gelände, das zu allen Seiten eingegrenzt ist und maximal 250.000 Besucher aufnehmen kann. Nun setze man die Zahl der potentiellen Besucher auf über eine Million und führe sie durch zwei 18 Meter breite Tunnel mit einem kombinierten Durchflussvermögen von maximal 60.000 Besuchern/Stunde auf eine zentrale Rampe, auf der es einen zentralen – wenige Meter breiten – Eingang gibt. Dann schließe man diesen, sobald 250.000 Besucher das Gelände betreten haben. Ohne intelligente Frühwarn-, Steuerungs- und Notfallsysteme muss ein solches Modell in einer Katastrophe enden.

    Zynisch könnte man sagen, dass die zentrale Rampe eine Sollbruchstelle war. Die beiden Zugangstunnel taten ihr übriges, ebenso wie die lebensgefährliche Entscheidung der Polizei, den Zugang zum Gelände zu schließen, ohne zuvor die Zugangswege zu den Tunneln abgeriegelt zu haben. So baute sich von hinten ein immer größerer Druck auf, der vorne kein Ablassventil finden konnte. Als die ersten Besucher eine schmale Betontreppe als Ausweg ausmachten, begann die eigentliche Katastrophe – die Massen drängten zur Treppe, so dass es für die Eingezwängten in Nähe der Treppe nur noch die Flucht nach oben gab, die für viele Besucher mit einem tödlichen Sturz endete, der die Panik der unten stehenden Masse nur noch erweiterte. Das Ende ist bekannt. Wer nun von einer großen Katastrophe spricht, sollte sich allerdings vor Augen führen, wie groß die Opferzahl gewesen wäre, wenn am Samstag vor Ort nicht 20°C, sondern wie eine Woche zuvor 32°C gewesen wären.

    Der Veranstalter

    Für Rainer Schaller ist die Loveparade ein Marketing-Instrument. Schaller ist Besitzer der Fitness-Studio-Kette McFit, die jährlich rund 200 Mio. Euro Umsatz macht. Warum der Unternehmer die Loveparade vor vier Jahren übernommen hat, erklärte er vor einem Jahr in einem Interview mit dem Handelsblatt:

    Handelsblatt: Wie wichtig war für Sie der Einstieg bei der Love Parade?
    Schaller: Nachdem die Love Parade 2004 und 2005 ausgefallen war, haben wir das Event 2006 reanimiert. Wir wollten mit einem relativ kleinen Budget einen hohen Bekanntheitsgrad erzielen. Ich war bei renommierten Werbeagenturen, die mir sagten, dass man im Jahr zwischen acht bis zehn Millionen Euro braucht, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Und das war einfach damals vom Budget nicht möglich. Wir haben uns lange überlegt, was wir denn Verrücktes machen können, um bekannter zu werden. Wir haben uns für die Love Parade entschieden. Das war ein Himmelfahrtskommando.

    Im gleichen Interview bekennt Schaller, immer 100% Risiko zu gehen. Um maximale Werbeeffekte bei minimalem Budget zu verwirklichen, hat Schaller wohl auch bei der Loveparade in Duisburg auf Kosten der Sicherheit gespart. Ein alternatives Sicherheitskonzept, das von den lokalen Polizeibehörden entworfen wurde und die am Gelände vorbeilaufende A 59 als zweiten Zugangsweg vorsah, verwarfen die Organisatoren und die Verantwortlichen der Stadt Duisburg mit der Begründung, es sei zu „aufwändig“ – sprich, „zu teuer“.

    Dass der Veranstalter Lopavent mit gezinkten Karten spielt, bewies er bereits im Vorfeld, als er kritische Fragen von Journalisten mit dem Hinweis abbügelte, das Gelände würde 400.000 bis 500.000 Menschen fassen – wohl wissend, dass die Genehmigung der Stadt Duisburg explizit 250.000 Besucher als maximale Obergrenze nennt. Harte Kritik gegen Lopavent und Schaller gibt es mittlerweile von allen Seiten. So wirft beispielsweise der professionelle Konzertveranstalter Marek Lieberberg, der unter anderem Rock am Ring organisiert, den Veranstaltern „Profitgier und Unvermögen“ vor und lässt sich von der Süddeutschen mit den Worten zitieren: „Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen“

    Der Bürgermeister, der Ordnungsdezernent und der Polizeipräsident

    Es ist fraglich, ob eine Stadt wie Duisburg überhaupt eine Veranstaltung austragen kann, auf der man über eine Million Besucher erwartet. Im letzten Jahr sollte Bochum Austragungsort der Loveparade sein. Die Loveparade 2009 scheiterte jedoch an dem Veto des Bochumer Polizeichefs Thomas Wenner, der der Veranstaltung wegen der „Enge des Veranstaltungsraums“ und der „Dysfunktionalität der Zu- und Abströme“ untersagte. Wäre Wenner, der sich damals gegen teils harsche Kritik aus Politik und Medien wehren musste, Polizeipräsident von Duisburg, wären die neunzehn Todesopfer vermutlich noch am Leben. Sein Duisburger Kollege Detlef von Schmeling ließ sich allerdings, trotz Warnungen aus dem eigenem Hause, von der Politik über den Tisch ziehen.

    Im Kollegenkreis hieß es bei Duisburger Polizei, dass der Zugangstunnel eine „Todesfalle“ sei. Kein Polizist wollte und konnte sich vorstellen, dass eine Menge von 500.000 bis einer Million Menschen ungefährdet diesen Tunnel als Ein- und Ausgang benutzen könnte. Polizisten, die bei der Loveparade 2008 in Dortmund vor Ort waren, berichteten den Duisburgern vom massiven Problemen mit dem Zugang in Dortmund – der war 180 Meter breit und nicht 18 Meter wie in Duisburg. Das „alternative“ Sicherheitskonzept der Polizei wurde allerdings aus Kostengründen verworfen. Den Mut, ein Veto einzulegen, brachte man seitens der Duisburger Polizei jedoch nicht auf. Stattdessen sperrte man pflichtgemäß beim Erreichen der 250.000er-Marke den Zugang und löste damit sehenden Auges die Katastrophe aus.

    Die Verantwortung für das Sicherheitskonzept trägt der Duisburger Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe. Im Vorfeld schien es Rabes Aufgabe zu sein, „Bedenkenträger“ aus den eigenen Reihen abzubügeln und die Öffentlichkeit mit windigen Ausflüchten ruhig zu stellen. Selbstverständlich wußte Rabe, dass das Veranstaltungsgelände zu klein war. Kritische Fragen bügelte er jedoch mit dem Hinweise ab, genauere Informationen könne er aus „einsatztechnischen Gründen“ nicht geben. Das ist verständlich, auf die Frage, wie man eine Million Menschen auf einen Platz zwängen soll, der nur für 250.000 Menschen zugelassen ist und was man im Falle einer Sperrung mit den 750.000 Ausgesperrten zu tun gedenke, hätte Rabe auch schwerlich eine Antwort gefunden.

    Am Tag nach der Katastrophe suchte Rabe nach Schuldigen und fand sie in der Person der Opfer selbst. Diese hätten gegen die Regeln verstossen, als sie an der Rampe die Treppe betreten hatten. Ein solcher Vorwurf ist nicht nur zynisch, sondern im höchsten Maße unredlich und verwerflich.

    Ob Rabe und von Schmeling aus eigenen Antrieb handelten, oder vom Duisburger OB Sauerland unter Druck gesetzt wurden, wird sich wohl nie klären lassen. Fest steht: Adolf Sauerland wollte sich selbst mit der Loveparade ein Denkmal setzen. Statt eines Denkmals hat er nun einen Grabstein. Wer zusammen mit den großen Hunden pinkeln will, muss sein Bein auch hoch genug bekommen. Duisburg hätte auf dem ehemaligen Güterbahnhof mit dem kostensparenden Sicherheitskonzept vielleicht eine Veranstaltung mit 350.000 Besuchern abhalten können – aber keine Loveparade.

    Sauerland wollte aus dem „hässlichen Entlein“ Duisburg aber – zumindest für ein Wochenende – einen schönen Schwan machen und setzte dabei alle Sicherheitsbedenken außer Kraft. Damit trägt er die direkte Verantwortung für den Tod von neunzehn Menschen, die seiner Großmannssucht zum Opfer fielen. Ein Rücktritt von Sauerland wäre das absolute Minimum an menschlichem Anstand. Noch ziert er sich jedoch, denn Sauerland weiß, dass die Untersuchungen im dichten Filz des Reviers im Sande verlaufen drüften.

    Der Panikforscher und der ehemalige Intendant

    Der Liste der Verantwortlichen ist lang. Eine besondere Rolle spielt auch der „Panikforscher“ Michael Schreckenberg, der am Sicherheitskonzept der Loveparade mitarbeitete und keine Probleme sah. Schreckenberg ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Transportsystemoptimierung, seine Modelle sind Grundlage vieler Verkehrsleitsysteme. Ob Schreckenberg, der in Duisburg eine Professur innehat, allerdings den Unterschied zwischen gestressten Autofahrern im Stau und bekifften Ravern in einer Menschenmasse kennt, darf getrost bezweifelt werden. Nach eigenem Bekunden habe „sein“ Konzept weder in dem Tunnel noch in der Rampe ein Problem gesehen. Natürlich – wenn alle Besucher sich um 180° gedreht und diszipliniert den Rückweg angetreten hätten, wäre es auch zu keiner Katastrophe gekommen. Aber Menschen sind nun einmal keine Autos.

    Für Schreckenberg sind die Opfer demnach auch selbst Schuld an ihrem Unglück, da sie sich nicht an an die Spielregeln gehalten hätten. Heute vertritt Schreckenberg die Position, dass man die Unglückstreppe besser hätte „wegsprengen“ müssen. Warum ihm – als Mitarbeiter des Sicherheitskonzepts – diese Treppe nicht aufgefallen ist, weiß Schreckenberg sicher nur zu genau. Er hat sich das Gelände nämlich noch nicht einmal angeschaut.

    Eine Mitverantwortung trägt auch Fritz Pleitgen. Der ehemalige ARD-Vorsitzende ist heute Geschäftsführer der „Ruhr.2010 GmbH“, die das Revier als Kulturhauptstadt vermarktet und die lokale Politik unter Druck gesetzt hat, die Loveparade stattfinden zu lassen. Pleitgen warnte im Vorfeld vor einem „großen Imageverlust“, den eine Absage mit sich bringen würde – an den Imageverlust, den die Katastrophe vom Wochenende mit sich brachte, wollte Pleitgen offenbar lieber gar nicht denken.

    Gibt es Gerechtigkeit?

    Die Namen der Verantwortlichen sind bekannt, ihre Schuld ist offensichtlich. Als kleiner Erfolg für die Opfer und Hinterbliebenen kann bereits gelten, dass – offensichtlich auf Druck des Innenministeriums – der Duisburger Polizei die Ermittlungen entzogen wurden und von nun an die Polizei Köln ermittelt. Ein gutes Angebot für die Hinterbliebenen gibt es von der Universität Bochum. Thomas Feltes vom Lehrstuhl für Kriminologie und Polizeiwissenschaft will die Betroffenen im weiteren Verfahren kostenlos unterstützen. Der ehemalige Bochumer Polizeipräsident Wenner hat derweil gegen seine Duisburger Kollegen bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet.

    Es geht nicht nur um ein paar Köpfe in Politik und Verwaltung, sondern auch um sehr viel Geld. Wie die FTD meldet, ist der Veranstalter Lopavent lediglich mit einer Deckungssumme von 7,5 Millionen Euro bei der Axa versichert. Über Ansprüche, die über diese Summe hinausgehen, wird McFit-Besitzer Schaller persönlich haften müssen. Damit könnte der fahrlässige Marketingcoup ein teures Nachspiel für „Mr. 100%-Risiko“ haben.

    Eva Herman und die Strafe Gottes

    Wie schön es ist, ein einfaches Weltbild zu haben, beweist wieder einmal die unsägliche Ex-Journalistin Eva Herman. Über eine Verschwörungstheoretikerseite verbreitet die erzreaktionäre Blondine, dass die Katastrophe von Duisburg womöglich eine Strafe Gottes für das unsittliche Benehmen der Raver sei:

    Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden. (…) Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. (…) Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance. (…) Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst. (…) Man muss nicht ausgesprochen prüde sein, um sich hier nach kurzer Zeit mit Grausen abzuwenden. Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung. Zudem, das wird auch schnell deutlich, birgt das »friedliche Fest fröhlicher, junger Menschen« in Wirklichkeit eine Menge Aggressionspotential. Der Alkohol und die Drogen wirken schnell, viele kommen bereits am Nachmittag in völlig verglastem Zustand an. (…) Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. (…) Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!

    Diesem Offenbarungseid menschlicher Niedertracht ist ausnahmsweise einmal nichts hinzuzufügen, da er für sich spricht.

    Jens Berger

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    1. Trinity schrieb am 26. Juli 2010 at 18:18 - Permalink

      Das wird Jens Berger nicht gerne hören, aber Eva Herman hat ein Stück weit Recht. Übrigens: Der Knoppverlag ist übrigens auch kein Verschwörungstheorienladen, sondern hat neben Mystery-Unterhaltungsbüchern auch einige sehr gute Titel veröffentlicht, etwa “Vorsicht, Bürgerkrieg”).

      Ansonsten bezweifel ich auch, dass die wirklich Verantwortlichen viel zu befürchten haben. Leider. Das wird sich im Sande verlaufen.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 18:28 - Permalink

        Dass Geisteskranke, die Herrman und Ulfkotte gut finden, den Kopp-Verlag mögen, verwundert mich nicht.

        @all

        Don´t feed the Troll!

        • Daniel schrieb am 26. Juli 2010 at 20:00 - Permalink

          meine güte, wie man sich nur so verändern kann.
          zu beginn habe ich diesen blog durchaus gerne gelesen doch in letzter zeit sind die meinungen immer mehr an der realität vorbei geschossen.

          Allein dieser artikel über das rauchverbot. sie dürfen ja mal gerne nachlesen wieviele menschen jährlich am passiv-rauchen sterben, das einzig richtige wäre es das rauchen ganz zu verbieten, da es eine bewusste körperverletzung darstellt und noch ungeahnte auswirkungen auf das erbgut haben kann (epigenetik, wird den wenigsten was sagen, aber gut, muss ja auch nicht, hauptsache man kann pöbeln ohne sich im klaren über die gesundheitlichen folgen zu haben).
          und ja, mir ist bewusst, dass das trinken weit mehr todesfolgen hat. => ähnliche schlussfolgerung wie oben, nur ein wenig entschärfter.

          aber diese dämliche hetze gegen eva herrman ist ja mal wirklich unter aller sau. natürlich hat das nix mit göttlicher bestrafung zu tun, das war auch gar nicht von ihr gemeint. es geht ihr hauptsächlich um den werteverfall in unserer gesellschaft, der ja nun wirklich nicht im ansatz abzustreiten ist. im übrigen glaube ich auch nicht, dass es eine direkte kritik an die raver war, sondern vielmehr an die politik, die diesen verfall auch noch fördert. und sowas darf man ja wohl in einer Demokratie noch sagen. ist schließlich ihre eigene meinung. und wer die als dämlich abtut hat auch nichts von demokratie verstanden. wenn einem was nicht passt, dann muss man darüber diskutieren und nicht gleich drauf los hauen und denunzieren. bestes beispiel ist hierfür: “autobahnen gehen gar nicht”. was für eine aussage. dafür sollte man ihm nachträglich noch den orden für die undemokratischte aussage aller zeiten überreichen. natürlich gehen autobahnen, was denn sonst bitte?! und natürlich war nicht alles schlecht, wer was anderes behauptet ist auch genauso engstirnig wie ein stier der rot sieht. gleiches gilt aber natürlich auch für die ddr um mal im vorraus kommentare auf niveau von kerner zu verhindern.

          und alleine die aussage: “Das Geisteskranke, die Herrman und Ulfkotte gut finden, den Kopp-Verlag mögen, verwundert mich nicht.” ist doch wohl eines bloggers mehr als unwürdig, besonders für einen, der sich (anfangs zumindest) nicht wie alle anderen verhalten hat.
          Und eine meinung nur wegen des veröffentlichungsortes zu deklassieren ist meines erachtens einfach lächerlich.
          jeder vollidiot kann mal eine gute idee haben, aber dann muss man die auch hören und zur kenntnis nehmen und nicht als eine meinung von einem idioten abtun. das was sie betreiben ist idealismus in reinform, der von nieman anderes akzeptieren will, das diese person (die vllt. nicht seinem ideal entspricht) auch mal recht haben kann.
          es bedarf pragmatismus und nicht idealismus, gerade in zeiten wo die fronten zwischen links, rechts, mitte usw. so stark verhärtet sind. alles andere ist ein klares bekenntnis zum stillstand.

          gruß und mit der hoffnung zur rückbesinnung

          Daniel

          • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 20:04 - Permalink

            Da gibt es keine Interpretation zwischen den Zeilen, die von den Herman-Verteidigern bei jeder anderen Gelegenheit immer gebracht wird. Der zitierte Artikel ist glasklar und bedarf keiner Interpretation. Frau Herman hat die Hosen herunterglassen und was zum Vorschein kam, erregt bei mir nur Abscheu und Ekel.

            Da positioniere ich mich endeutig und wenn es einigen Lesern nicht gefällt, so stört mich das nicht im Geringsten.

            • drummy-b schrieb am 26. Juli 2010 at 22:40 - Permalink

              Lieber Jens, du tust mir wirklich leid dich gegen solche Dummpfeifen verteidigen zu müssen. Eva Herrmann ist so ekelerregend, dass ich am liebsten auf die Tastatur kotzen würde. Es ist mehr als peinlich, was diese Frau von sich gibt, vor 3 Generationen hätte einer Frau mit dieser Geisteshaltung eine große Karriere offen gestanden. Danke für den guten Artikel.

      • Gerhard Rüde schrieb am 27. Juli 2010 at 01:17 - Permalink

        Der “Spiegelfechter” als Blog ist heut für mich gestorben!

        • ChP schrieb am 27. Juli 2010 at 09:13 - Permalink

          byebye

        • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:24 - Permalink

          und das ist – um mit “Wowi” zu sprechen – gut so ;-)

      • Jürgen Beck schrieb am 27. Juli 2010 at 12:57 - Permalink

        Um Himmels willen “Eva Herrmann hat ein Stück Recht”?????? In welcher Welt leben wir eigentlich?? Die saudumme Mär vom Sittenverfall dank der “68er” kann ich nicht mehr hören, weil diese These schlicht ignoriert wie verlogen, Sitte und Moral waren in den Jahre nach dem Krieg. Die “68er” waren die Notwehr einer Generation, die es nur schwer ertragen konnte, dass Nazis in den entscheidenden Positionen des Landes über Sitte und Moral Wächter spielten.
        Eva Herrmann ist eine “strunzdumme Sudeltriene”, die zwischen dem völkischen Gedankengut brauner Nationalisten und pseudo christlichen, religiösen Mythen hin- und hergerissen, den dunkeldeutschen Kern pathologischer Leitkulturfanatiker trifft.
        Ohne die 68er keine Bundeskanzlerin Merkel, keinen schwulen Außenminister Westerwelle. Wenn wir noch dem Leitbild Frau Herrmanns folgten, die anscheinend der heuchlerischen Verlogenheit eines Sittenbildes der Zeit vor den 68ern nachtrauert, wäre Frau Merkel am Kochtopf und Westerwelle, nach dem damals geltenden Paragraph 51 über Homosexualität, im Gefängnis. Dieses krude Menschen verachtende Sichtweise einer vermeintlichen Moral, die zu jeder Zeit selbst von der Kirche gebrochen wurde, kann und darf von aufgeklärten Menschen nicht hingenommen werden. Nein, man muss sich mit allen Mittel dagegen wehren. Das Leid, das Millionen von Menschen von angeblichen Wächtern von Moral und Sitte angetan wurde darf nie mehr geschehen. Es ist nicht leicht mit den Segnungen von Freiheit und Offenheit umzugehen. Viele irren orientierungslos herum und wünschen sich “eine starke Hand”, vergessend dass diese ihre Macht schamlos ausnutzt und in der Geschichte Tod und Elend gebracht hat. Gestern wurde einer der Schlächter von Pol Pot in Kambodscha verurteilt, der seine Anregungen für seine Greultaten von Eichmann, dem “Buchhalter” der Judenverfolgung unter Hitler, erhielt. Eva Herrmann sagte zu dem System: “Es war nicht alles schlecht” Darum hat Jens Berger Recht wenn er mit aller Schärfe auf “geistige Brandstifter” wie die Herrmann losgeht. Danke Jens!

        • Possimist schrieb am 27. Juli 2010 at 13:08 - Permalink

          Dem ist nichts hinzu hinzuzufügen. Sehr gute Worte.

          • Irreversibel schrieb am 27. Juli 2010 at 13:29 - Permalink

            Allerdings. Danke dafür.

        • Apache Wettsaeufer schrieb am 27. Juli 2010 at 15:44 - Permalink

          …obwohl der Gedanke Merkel am Kochtopf und Westerwelle im Knast auch was für sich hat!…

        • Johannes schrieb am 27. Juli 2010 at 16:01 - Permalink

          Wirklich wahr.

        • Dieter GK schrieb am 28. Juli 2010 at 09:19 - Permalink

          Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen für die Katastrophe gerecht bestraft werden. Das sind wir den Toten schuldig.

        • elwu schrieb am 28. Juli 2010 at 09:25 - Permalink

          Ohne die 68er keine Bundeskanzlerin Merkel, keinen schwulen Außenminister Westerwelle

          Rein auf die fachlichen Leistungen der beiden bezogen, wäre das für mich ganz und gar kein Verlust.

        • Sebastian Manthey schrieb am 28. Juli 2010 at 10:45 - Permalink

          Gut geschrieben!
          Danke Herr Beck und natürlich danke Jens!

      • Marek schrieb am 31. Juli 2010 at 18:46 - Permalink

        Auch ich gebe Eva Herman zumindest insofern recht, dass mir zu einseitig über die Schuld von Behörden und Veranstalter die Rede ist und nahezu gar nicht von der Rücksichtslosigkeit (zumindest) einzelner Teilnehmer. Irgendjemand hat ja das Gedränge verursacht und damit angefangen. Bisher bin ich davon ausgegangen das es im ganzen Tunnel unerträglich war, aber die Aufnahmen aus dem hier eingebetteten Film zeigen, das schon nur ein paar Meter weiter von der Treppe doch recht viel Platz ist (dort wo der Filmende stand). So stellt sich die Frage, ob es nicht Rücksichtslosigkeit der Auslöser war. Ich hoffe, sollte es so gewesen sein, das im Abschlussbericht angemessene Würdigung finden wird, nachdem dies in allen Artikeln, die ich gelesen habe, ausgeklammert war.

        Der Hauptverantwortung der Veranstalter und zuständigen Behörden für das Desaster tut dies allerdings keinerlei Abbruch. Das Gelände war für eine solche Aktion ungeeignet, die Risiken zu hoch. Das hätten OB und Schaller in eigenem Interesse erkennen und die Konsequenzen ziehen müssen – also entweder absagen oder den Zugang über die Autobahn ermöglichen.

    2. Dierk schrieb am 26. Juli 2010 at 18:35 - Permalink

      Frau H. hat sich – bei diesem spezifischen Stückchen* – rausgeschossen, als sie nicht mal mehr kurz Mitleid heuchelnd auf Opfern und Angehörigen rumtrampelte. Wer Anstand und Moral fordert, muss diese auch erbringen.

      *Ansonsten hat sie sich natürlich schon als Blondine unterhalb des intellektuellen Niveaus aller anderen Blondinen [inkl. Paris Hilton] eingeschossen, als sie “die 68er” auf eine Stufe mit der Nazi-Ideologie stellte.

    3. Tina Tiger schrieb am 26. Juli 2010 at 18:43 - Permalink

      Da weiß Frau Herrmann aber erstaunlich gut Bescheid! Offenbar ist sie zu jeder verdorbenen Loveparade hin gegangen und hat sich ein Bild gemacht? Ich denke, da ist die Fantasie mit ihr durchgegangen: Von Sexorgien habe ich bei der Loveparade noch nie etwas gesehen. Ihre Äußerung, dass hier “ganz andere Mächte eingegriffen” haben, um “dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen” ist angesichts der 19 Toten und von hunderten Verletzten eine zynische, unverständliche Äußerung!

      Wahr ist:
      Hier sind ganz und gar irdische Mächte schuld: Die Polizeiführung der Stadt Duisburg, die Stadt Duisburg mit ihrem Oberbürgermeister, der Veranstalter usw.

      Siehe z.B. den schockierenden Augenzeugenbericht zum “chaotischen” Verhalten der Polizei vor Ort:
      http://www.youtube.com/watch?v=89_fxe5dEIU

    4. Tina Tiger schrieb am 26. Juli 2010 at 18:46 - Permalink

      sorry, ich meinte eigentlich diesen Augenzeugen – Kommentar zum Vorgehen der Polizei:

      http://www.youtube.com/watch?v=Vgx2qXSS1M4

    5. Banana Joe schrieb am 26. Juli 2010 at 18:47 - Permalink

      ebenso wie die lebensgefährliche Entscheidung der Polizei, den Zugang zum Gelände zu schließen, ohne zuvor die Zugangswege zu den Tunneln abgeriegelt zu haben.

      @spiegelfechter: Diese Aussage habe ich zwar schon oft gehört und gelesen…

      …welches sind Deine Quellen hierfür?

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 18:51 - Permalink

        …welches sind Deine Quellen hierfür?

        Augenzeugenberichte und Informationen aus der gestrigen PK im Duisburger Rathhaus (über Agenturen)

        • Banana Joe schrieb am 26. Juli 2010 at 18:56 - Permalink

          Augenzeugenberichte und Informationen aus der gestrigen PK im Duisburger Rathhaus

          @spiegelfechter: Danke für die Info

          • Reni schrieb am 28. Juli 2010 at 12:34 - Permalink

            Das war auch das erste, was ich darüber las. Es ist logisch, wirft aber noch ein ganz anderes Licht auf die Sache.

    6. MéLa schrieb am 26. Juli 2010 at 18:50 - Permalink

      Lieber Jens
      Danke für deinen glasklaren Beitrag. Du bringst es auf den Punkt!
      Grüsse
      MéLa

    7. Brick schrieb am 26. Juli 2010 at 18:52 - Permalink

      Ich sehe hier derzeit keine neuen Kommentare obwohl diese unter “letzte kommentare” angedeutet werden. Falls die Frage also schon gestellt wurde, möge man mir das verzeihen:

      Hast du die Infos über die Zugangssperrung durch die Polizei von einer anderen Quelle als dem youtube-video? Einer verlässlichen? Mir ist das dort auch (schmerzlich) aufgefallen, nur konnte ich das zeitlich nicht einordnen.

    8. Ex Raver schrieb am 26. Juli 2010 at 18:58 - Permalink

      Als 1999 die Parade in Berlin war, hatten wir neben ausreichendem Platz auch viel Spass. Wenn ich mir die aktuellen Bilder anschaue, dann komm ich ins Grübeln. So viele Leute, so wenig Platz und im Vorweg gab`s ja einige Infos wegen der Gefahr.

      Jede Veranstaltung, egal wie viele Leute da mitmachen ist aber auch immer ein Risiko. 100 % Sicherheit gibt es nur im abgeschlossenen Raum – ….

      Randbemerkung: Gibt´s hier auch Zensur? Wäre schade, dafür ist eine sachliche Diskussion eher ne Lösung, als von vornherein die Tür zu schließen. Meine Meinung, als Nicht-Verschwörungstheroretiker.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 19:32 - Permalink

        Selbstverständlich gibt es hier Zensur. Aber glücklichweise musste ich in diesem Thread noch nichts zensieren.

        p.s.: diese Aussage galt für 19:32. Mittlerweile musste ich leider die Mülltonne aufmachen :-(

        • Rossi schrieb am 26. Juli 2010 at 21:37 - Permalink

          “Selbstverständlich gibt es hier Zensur.”

          Oh man SF… anfänglich hast du es mal noch als notwendiges Übel gesehen, um die Kommentare nicht voll aus dem Ruder laufen zu lassen, aber das klingt schon echt ein wenig traurig…

          Was ist eigentlich aus der Idee geworden unerwünschte Kommentare einzuklappen? Das war doch mal eine zeitlang aktiv? War das nicht auch die von dir bevorzugte Lösung?

          Davon ab hasse ich nach wie vor die verschachtelten Kommentare… ab einem gewissen Kommentaraufkommen klinke ich mich mittlerweile aus, weil es einfach nur noch scheisse ist sich im Kommentarbaum zurecht zu finden. Ja, ich weiss, ich nerve, aber es ist nunmal so…

          • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 21:44 - Permalink

            Oh man SF… anfänglich hast du es mal noch als notwendiges Übel gesehen, um die Kommentare nicht voll aus dem Ruder laufen zu lassen, aber das klingt schon echt ein wenig traurig…

            OK, ich hätte mich ein wenig diplomatischer ausdrücken sollen. Ich sehe eine “Moderation” immer noch als ultima ratio und greife nur sehr selten zur Keule. Aber nachdem heute schon zig Trolle aufgetaucht sind, habe ich “einen Hals”. Vielleicht habe ich die Moderation in den letzten Wochen ein wenig zu sehr schleifen lassen.

            Was ist eigentlich aus der Idee geworden unerwünschte Kommentare einzuklappen? Das war doch mal eine zeitlang aktiv? War das nicht auch die von dir bevorzugte Lösung?

            Yep, aber sie ist leider technisch ungeeignet. Das haben wir bei der Analyse festgestellt. Das Plugin lädt (bei jedem Besuch) jeden(!) Kommentar aus der DB. Bei stark kommentierten Artikeln treibt das den Server in die Knie.

            Davon ab hasse ich nach wie vor die verschachtelten Kommentare… ab einem gewissen Kommentaraufkommen klinke ich mich mittlerweile aus, weil es einfach nur noch scheisse ist sich im Kommentarbaum zurecht zu finden. Ja, ich weiss, ich nerve, aber es ist nunmal so…

            Wir arbeiten schon an einer Umgestalltung der Kommentardarstellung. Aber ich will nicht zu viel verraten – da wir das erst auf einem Betablog testen müssen ;-)

            • Rossi schrieb am 26. Juli 2010 at 21:49 - Permalink

              OK, mal ‘nen Hals haben sei dir gestattet…

              Edit: Wo werde ich Betatester? :P

    9. Käpt'n Blaubär schrieb am 26. Juli 2010 at 19:00 - Permalink

      Schön geschrieben, trotz ein paar Rechtschreibfehlern. ;-)

      Die Hauptursache für das Desaster ist die gleiche wie für so vieles in der letzten Zeit: Gier und Dummheit.

      • Lotta Gruen schrieb am 27. Juli 2010 at 13:07 - Permalink

        Was mich schon immer und ausdauernd verwundert, ist, wieso manche Menschen zu glauben scheinen, ohne ihre Besserwisserei bezüglich Rechtschreibung könne ein Artikel nicht existieren.

    10. Volker Birk schrieb am 26. Juli 2010 at 19:06 - Permalink

      Was ist zu tun, damit wirklich alle Medien (mit Ausnahme von lächerlichen Esoterik-Blättern) diesen Blondinen-Troll endlich ignorieren?

      Das schöne am Web ist, dass jeder sich äussern kann. Aber das heisst nicht, dass man in jedem Blog das Erbrochene von merkbefreiten Christnazitanten lesen möchte, und zwar unabhängig davon, ob diese mal zu recht aus einer Talkshow rausgeflogen sind oder nicht.

      Viele Grüsse,
      VB.

    11. Robert schrieb am 26. Juli 2010 at 19:07 - Permalink

      Die Herrman hat halt einfach “ein Stück weit Recht”. Ich sehe ja schon wie’s auf “normalen” “Konzerten” abgeht. Ich bin selbst noch ein junger Mensch und empfinde solche Veranstaltungen als abstoßend.

      Und jemanden als “Troll” zu bezeichnen, weil er dir in diesem Punkt nicht zustimmt, wird dem ansonsten tollen Artikel einfach nicht gerecht.

      Dass man sagt, die Herrman habe “ein Stück weit Recht” heißt ja nicht, dass man die ganze Passage so unterschreiben würde… gerade der Schluss mit der “höheren Macht” ist lächerlich, zumal ich sowieso nicht gläubig bin. Und “erleichtert aufatmen” ist schon ziemlich krass…

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 19:35 - Permalink

        Wer Ulfkotte “sehr gut” findet, ist von einer Satisfaktionsfähigkeit so etwas von meilenweit entfernt, dass es sich nicht lohnt, ernsthaft darauf einzugehen. Die Zeiten, in denen ich der braunen Esoterikerbande mit freundlicher Distanz entgegengekommen bin, sind jedenfalls vorbei.

        • Truvor schrieb am 26. Juli 2010 at 20:04 - Permalink

          @ Spiegelfechter

          Der letzte Absatz mit Eva Herrman hat, glaube ich, Dir den ganzen Artikel versaut.
          Es wäre, finde ich, unnötig sie (“kluge Eva”) aus dem Enddarm von Ulfkotte rauszuholen.
          Aus Ulfkottes Arschloch können nur solche “Menschen” wie Eva rauskommen und solche “Weisheiten” herauskotzen.

          • Lotta Gruen schrieb am 27. Juli 2010 at 13:10 - Permalink

            Ich fand’s genau anders: Dadurch, dass Jens den Hermann-Anhang noch gebracht hat, liest der Artikel sich für mich sehr umfassend. Da ist jetzt Sämtliches, was rund um das Loveparade-Desaster kritikabel ist, versammelt.

        • goldman sachs schrieb am 26. Juli 2010 at 20:19 - Permalink

          Die Zeiten, in denen ich der braunen Esoterikerbande mit freundlicher Distanz entgegengekommen bin, sind jedenfalls vorbei.

          Spiegelfechter, auf Eva Herrman wirkst du, als hättest du jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung folgend .(…)

          Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben dich, von einer Satisfaktionsfähigkeit so etwas von meilenweit entfernt, …. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

        • Robert schrieb am 26. Juli 2010 at 20:19 - Permalink

          Ich habe zwischenzeitlich den Original-Beitrag von Herrman gelesen.

          Äh… was soll ich sagen? Da kommts ein ganzes Stück nachvollziehbarer und vernünftiger rüber, als das, was du da oben – aus dem Zusammenhang reißend – zusammenzitiert hast.

          Zusammengefasst kann man sagen: Herrman findet solche exzessiven Massen-Parties verwerflich (oh man, damit ist sie ja wirklich total alleine, diese Hinterwäldlerin! *ironie aus*) und ist froh, dass das Ende der Love-Parade gekommen ist. Jedoch: “Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.”

          Den Satz so wie auch viele weitere hast du bewusst unterschlagen. In diesem Fall besonders traurig, weil du an dieser Stelle nicht mal mehr ein “(…)” eingefügt hast.

          Qualitätsjournalismus? In diesem Fall nicht. Du magst Herrman nicht? Okay, aber wenn du ein so toller Journalist sein willst, dann verzichte besser darauf ihr deshalb Dinge in den Mund zu legen, die sie _in dieser Form_ nicht annähernd gesagt hat.

          • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 20:29 - Permalink

            Was sie schreibt (Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!) ist für mich derart indiskutabel, dass es auch durch den Alibi-Schlusssatz nicht gemildert wird. Ich wundere mich nur, warum das Thema “Herman” immer wieder Leute hinter dem Ofen hervorlockt, die dieses blonde No-Go immer wieder krampfhaft verteidigen wollen. Das hat ja schon Tradition, ich weiß noch, welche ich Prügel ich damals von einigen Kommentatoren bekam, als ich mich im Falle “Kerner-Rauswurf” explizit gegen sie stellte.

            • Robert schrieb am 26. Juli 2010 at 20:38 - Permalink

              Okay, du bist “Herrman”-geschädigt, wenn ich das so sagen darf. ;) :P (Zurecht.)

              Ich mein, dass das totaler Schwachsinn ist mit den “ganz anderen Mächten” und völlig unangemessen angesichts des Unglücks ist völlig klar. Aber deinen Seitenhieb dafür hättest du trotzdem besser verpacken oder gleich ganz weglassen sollen.
              Den Artikel ist nach wie vor super, bis eben auf diese Stelle.

            • John Dea schrieb am 27. Juli 2010 at 00:15 - Permalink

              Nun, Spiegelfechter, nicht wundern: Für bestimmte Leute (reaktionär, rechtsextrem, Verschwörologen oder Neocon-Fascho – das ist aber seltener geworden) bist du halt der “ideale” Reibungspunkt und Ansprechpartner. Als blog-exponierter Linksliberaler bist du dieser Leute Kontrapunkt.

              (ich kenn mich da etwas aus – eine zeitlang hatte ich eine solche Rolle auch mal – und das reichte irgendwann sogar bis zu Morddrohungen gegen mich – g~ttlob ist das aber schon lange vorbei – Du hast allerdings den Vorteil, vielleicht aus Klugheit, vielleicht aus Zeitmangel, dass du – im Gegensatz zu mir damals – nicht regelmäßig deren “Revier” bzw. deren Blogs besuchst, um sie dort bloßzustellen oder ihnen Anhänger abzujagen – das mochten sie ganz besonders wenig – und in meinem Fall, zumal mit meinem damalig sehr konfrontativen Stil, hat das zu den merkwürdigsten Reaktionen geführt, abgesehen von den Drohungen bis hin zu Kampagnen gegen mich bzw. mein damaliges Pseudonym und koordinierten Ermittlungen hinsichtlich meiner Person)

            • Daniel schrieb am 27. Juli 2010 at 02:25 - Permalink

              Danke Jens für die klaren Worte. Bisher war ich ja davon ausgegangen, dass sich hier tendenziell eher “linkes” Publikum herumtreibt, die Reaktionen auf Herrman haben mich umso mehr schockiert. Wer kann so etwas denn verteidigen? Ich habe auch den ganzen Artikel gelesen und fast jeden Satz für indiskutabel befunden.

            • SwENSkE schrieb am 27. Juli 2010 at 07:18 - Permalink

              Egal was sie schreibt, das hat in diesem Artikel nichts verloren.
              Du hast das nur als Aufhänger genommen um gegen Hermann schießen zu können – in diesem Fall zwar mit Recht, allerdings gefällt mir die Form nicht.

              Ich habe Deinen Artikel zum Kerner-Auftritt nicht gelesen, aber wenn Du Dich ernsthaft auf die Seite von Kerner und dieser zwei anderen Schabracken gestellt hast, hättest Du auch von mir Gegenwind bekommen, hätte ich den Artikel damals gelesen.

              Ich halte nicht viel von Eva Hermanns Ansichten, aber das muß ich auch nicht um trotzdem zu erkennen, daß man ihr damals massiv Unrecht getan hat (die Prozesse hat sie ja auch alle gewonnen).

              Du hast einen guten Artikel mit dem letzten Absatz ruiniert. Schlecht zitiert und auch noch ein Zitat das völlig fehl am Platz war. Schade. In diesem Fall verhältst Du Dich genau so, wie Du es selber vielen Linken gerne vorwirfst. Nicht sonderlich liberal, die Einstellung die Du hier an den Tag legst….

            • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:32 - Permalink

              @Daniel und John Dea

              E.H. ist ein ganz besonderes Phänomen. In den Köpfen vieler Kommentatoren ist sie vor allem ein “Opfer” des Medienmainstreams. Da man den Mainstream verachtet, muss E.H. also toll sein. Der Feind meines Feindes – man kennt das. Vor allem Netz ist binäres Denken nun einmal angesagt – entweder etwas ist richtig oder falsch, schwarz oder weiß. Nun haben sich diese Kommentatoren (die nicht immer rechts sind) darauf eingeschossen, dass E.H. “gut” ist und kämpfen mit ihren kognitiven Dissonanzen, wenn E.H. immer wieder selbst unter Beweis stellt, dass sie sicher nicht “gut” ist. Wie immer in solchen Fällen, kriegt der Bote (also ich) den Ärger ab ;-) Nun ja, ich kann damit gut leben.

        • Johannes schrieb am 27. Juli 2010 at 02:29 - Permalink

          Ich muss Truvor da leider zu stimmen. Der letzte Absatz ist für das Thema völlig unerheblich und Du hättest Ihn besser weg gelassen. Wenn Du Dich mit Frau Herrman nicht außeinander setzen willst erst recht. Ansonsten kannst Du Ihr ja einen eigenen Artikel widmen. Sie hat was Dummes gesagt, aber wie gesagt ist das für das Ereignis völlig unerheblich.

          • Kati schrieb am 27. Juli 2010 at 10:43 - Permalink

            Ich will eigentlich auf diesen Kommentar antworten: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3726/tod-an-der-rampe#comment-77276

            Sorry, aber du scheinst mit dem binären Denken auch ganz gut klarzukommen. EH ist eine reaktionäre Blondine mit rechter Ideologie, Spiegelfechter verachtet reaktionäre Blondine, also müssen Kerner, Mario Barth, die Schreinemakers und Senta Berger Recht gehabt haben. Nicht zu vergessen den beseelten Wissenschaftler, der dem ganzen Theater einen seriösen Touch geben sollte. Und diejenigen, die dich dafür kritisieren, tun das nur, weil sie beschlossen haben, dass EH “gut” sei…

            Komm, das war doch eine so lächerlich durchschaubare Inszenierung mit Falschzitierungen und künstlicher Empörung der drei abgehalfterten Fraggles – um von sowas abgestoßen zu sein, muss man kein Fan der Herman sein. Ich habe trotz meiner profunden Abneigung gegen die Herman und ihre Ansichten gegen Kerner und Co Stellung bezogen. Nicht wegen. Und dass sie dumme Ansichten vertritt/vertrat, das war klar. Trotzdem muss man sich nicht an so eine Kampagne dranhängen und so tun, als seien die falschen Zitate schon okay.

            • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 10:53 - Permalink

              Hast Du den Artikel überhaupt gelesen?? Ich wüßte nicht, wo ich Kerner und Co. in Schutz genommen haben sollte. Aber das ist nun wirklich komplett OT.

            • Kati schrieb am 27. Juli 2010 at 12:01 - Permalink

              Damals habe ich ihn sicher gelesen (weil ich zu dem Zeitpunkt noch regelmäßig hier war und alles las, was du schriebst). Habe jetzt aber keine Lust, ihn noch mal zu lesen (bei “Herrn Kerner, seinen unsäglichen B-Promi Gästen und dem ganzen Medienzirkus Vorwürfe zu machen, ist indes billig. Jeder kennt das System, niemand hätte eine sachliche Diskussion erwartet. ” habe ich aufgehört. Ich fand den Vorfall mehr als unsachlich – aber darum geht es ja gerade nicht.) Ist ja gut, wenn du nicht alle meintest, aber ich fand deine holzschnittartige Darstellung von Leuten wie mir, die die Veranstaltung unsäglich und beschämend fanden – für ALLE Beteiligten – als grenzdebile Herman-Fans, die seitdem kognitive Dissonanzen auszugleichen suchen, provokant. Wenn die Antwort darauf nun OT sein soll, tut es mir leid, dir geantwortet zu haben. Bitte entschuldige, kommt nicht wieder vor (nach dieser).

              Aber ich habe mich hauptsächlich auf deinen binären Kommentar bezogen und stimme dir zu: Das Eva-Herman-Ding ist in einem Artikel über die Loveparade in DU einfach OT.

              ;)

              Bis denne.

            • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 12:37 - Permalink

              @Kati

              Ich glaube, Du hast mich da auch missverstanden. Ich sage ja nicht, dass die Kommentatoren, die in dem “Kerner-Spektakel” ein unwürdiges – oder wie auch immer zu kritisierendes – Schmierenstück sehen, in irgendeiner Art und Weise zu kritisieren sind. Im Gegenteil – ich klage diejenigen an, die sich aufgrund dieses Schmierenstücks mit E.H. (und ihren Äußerungen) solidarisieren. Was die Kerner-Sendung angeht: Da saßen nur Unsympathen und ich weiß nicht, warum ich einen dieser Unsympathen irgendwie verteidigen sollte.

      • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 10:43 - Permalink

        Die Herrman hat halt einfach “ein Stück weit Recht”. Ich sehe ja schon wie’s auf “normalen” “Konzerten” abgeht. Ich bin selbst noch ein junger Mensch und empfinde solche Veranstaltungen als abstoßend.

        Aha. Sie hat also Recht damit, dass diese Menschen aus gutem Grund gestorben sind. Soso. Wissen Sie was? Junge Menschen wie Sie, die solche Kommentare schreiben und so einen pietätlosen Scheiss wie den von dieser unsäglichen Nazibraut auch noch gut finden, stoßen mich nicht nur ab, nein Sie widern mich an.
        Was von Werten faseln, die angeblich durch eine Loveparade verloren gehen, aber nicht dazu fähig ein wenig Empathie und Mitgefühl aufzubringen… jaja, ganz tolle Verteidiger der guten alten Werte seid ihr. Widerliche, menschenverachtende Heuchler.

        Jetzt hab ich doch den Troll gefüttert. Entschuldigung dafür…

        • Robert schrieb am 27. Juli 2010 at 16:07 - Permalink

          Nein, ich widere Sie nicht an.
          Die Person, für die Sie mich halten, widert Sie an, ein Produkt Ihrer Fantasie, das in der realen Welt überhaupt nicht existiert.

          So wie Sie reagieren Menschen, denen nicht gefällt, was ein Mensch denkt/schreibt, die aber gleichzeitig nicht fähig, wahrscheinlich auch gar nicht willens zur sachlichen Diskussion sind (mangels Argumenten, mangels Textverständnis, …).

          Nun zu den Fakten:
          Weder habe ich etwas von “alten Werten” geschrieben, noch ist Eva Herman eine “alte Nazibraut”.
          Ich habe auch nirgends angedeutet, dass ich es gut finde, dass dieses Unglück geschehen ist. Nein, ich habe geschrieben, dass EH ein Stück weit Recht hat. Deutsche Sprache, schwere Sprache, richtig? Sie können das übersetzen mit “EH hat teilweise Recht”. Jetzt besser?

          Ich glaube kaum… schon längst bin ich einer Ihrer Schubladen gelandet.

          Trotzdem: Was ich geschrieben habe IST:
          - ich empfinde derartige Veranstaltungen als abstoßend
          - Ich habe außerdem AUSDRÜCKLICH geschrieben, dass ich nicht die gesamte Passage so unterschreiben würde.

          Ich wünschte ich könnte zu solchen Veranstaltungen einfach hingehen und Spaß haben wie viele andere Menschen, aber ich kann diesen und ähnlichen Veranstaltungen nunmal nichts abgewinnen, da gibt es nichts dran zu rütteln.

          • Thomas schrieb am 28. Juli 2010 at 11:26 - Permalink

            So wie Sie reagieren Menschen, denen nicht gefällt, was ein Mensch denkt/schreibt, die aber gleichzeitig nicht fähig, wahrscheinlich auch gar nicht willens zur sachlichen Diskussion sind (mangels Argumenten, mangels Textverständnis, …).

            Gut erkannt, aber falsche Implikation. Ich bin was das angeht tatsächlich nicht willens zur sachlichen Diskussion, weil Menschen wie EH, die solch einen traurigen Anlass so pietät- und schamlos ausnutzen, um sich und ihren Glauben zu profilieren, schlicht indiskutabel sind. Über verlorengegangene Werte kann ja gern diskutiert werden, aber nicht an dieser Stelle und nicht zu diesem Anlass.
            Außer natürlich man ist der Ansicht, das der auslösende Grund für diese Tragödie Gottes heilige Strafe ist. Aber mit solchen Spinnern diskutiere ich erst Recht nicht.

            Und wenn wir schon über Werte diskutieren wollen, sollten wir das lieber anhand von Menschen machen, die für den eigenen Vorteil über Leichen gehen und nicht anhand von Leuten, die einfach nur tanzen wollen. Moralischer Verfall ist es, wenn Sicherheitsbedenken übergangen, Bedenkenträger in den Ämtern versetzt und am ganzen Sicherheitskonzept gespart wird – und das nur für Prestige und Geld. Was an Menschen, die einfach nen Abend lang Spass haben wollen moralisch fragwürdig ist, dass soll mir bitte mal jemand erklären.

    12. Frank schrieb am 26. Juli 2010 at 19:12 - Permalink

      Was mich ja mal interessieren würde ist, ob die Leute, die die Treppe benutzt haben, sich wirklich – wie ja häufig berichtet – auf’s Gelände mogeln wollten, oder ob sie nur aus der Menschenmasse flüchten wollten.

      Des weiteren ist anzumerken, dass Schreckenberg (laut einem Interview) die von Dir erwähnte Videoanalyse den Veranstaltern sehr empfohlen hat. Es war also wohl nicht so, dass er 100%ig mit dem letzendlichen Konzept einverstanden war. Wobei es natürlich fraglich ist, ob das etwas geändert hätte.

      Ansonsten ist das alles mehr als unverständlich. Ein Gelände für nur 250.000 Besucher, bei erwarteten 1.000.000. Beide Tunnel als Ein- und Ausgang, wobei die Rampe eh nicht wesentlich breiter ist, als ein Tunnel. Und wenn der Einlass zu den Tunneln tatsächlich nicht kontrolliert wurde, dann weiß ich es auch nicht mehr…

      • Robert schrieb am 26. Juli 2010 at 19:24 - Permalink

        Ich schätze das können wir hier auch nicht mit endgültiger Gewissheit klären…

        Plausibel wäre aber: beides könnte der Fall gewesen sein.
        1. Zunächst wurde der Hauptzugang an der Rampe geschlossen.
        2. Die Leute haben versucht trotzdem auf das Gelände zu gelangen, u.a. über die Treppe.
        3. Für die Menschenmasse muss es so ausgesehen haben, dass sie trotzdem alle noch auf das Gelände kommen. Deshalb sind unverhältnismäßig viele _NICHT_ umgekehrt.
        4. Die Menschenmasse bewegt sich langsam auf die inoffiziellen “Zugänge” zu, v.a. auf die Treppe. Dort entsteht trotz der sehr langsamen Bewegung ein ungeheurer Druck, die Leute versuchen jetzt panisch über die Treppe zu entkommen.

        Das deckt sich auch mit diesem Absatz:

        Zynisch könnte man sagen, dass die zentrale Rampe eine Sollbruchstelle war. Die beiden Zugangstunnel taten ihr übriges, ebenso wie die lebensgefährliche Entscheidung der Polizei, den Zugang zum Gelände zu schließen, ohne zuvor die Zugangswege zu den Tunneln abgeriegelt zu haben. So baute sich von hinten ein immer größerer Druck auf, der vorne kein Ablassventil finden konnte. Als die ersten Besucher eine schmale Betontreppe als Ausweg ausmachten, begann die eigentliche Katastrophe – die Massen drängten zur Treppe, so dass es für die Eingezwängten in Nähe der Treppe nur noch die Flucht nach oben gab, die für viele Besucher mit einem tödlichen Sturz endete, der die Panik der unten stehenden Masse nur noch erweiterte. (…)

        Außerdem ist im Video zu sehen, dass die Personen an der Treppe in einer andere Richtung winken. Könnte sein, dass sie damit die Masse auf einen anderen Weg bringen wollten.

        Führt jetzt aber auch nirgends hin diese Spekulation.

        Im Artikel ist sehr deutlich geworden, dass bereits vorher massive Bedenken bestanden haben und dass man gerade wegen den Erfahrungen aus der Vergangenheit hätte ganz anders planen müssen.
        Die Details, die ergeben sich dann hoffentlich in einem rechtsstaatlich geführten Gerichtsprozess.

        • Frank schrieb am 26. Juli 2010 at 19:37 - Permalink

          Die Details, die ergeben sich dann hoffentlich in einem rechtsstaatlich geführten Gerichtsprozess.

          Ja, darauf ist zu hoffen.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 19:39 - Permalink

        Was mich ja mal interessieren würde ist, ob die Leute, die die Treppe benutzt haben, sich wirklich – wie ja häufig berichtet – auf’s Gelände mogeln wollten, oder ob sie nur aus der Menschenmasse flüchten wollten.

        Diverse Augenzeugenberichte legen folgendes Bild nahe: Zuerst nutzten einige Menschen die Treppe, um trotz Sperre am “Haupteingang” aufs Gelände zu kommen. Das hat die Massen in Richtung Treppe getrieben, wo es dann extrem eng wurde, so dass die “zweite Welle” die Treppe eher aus Not hinaufstieg. Die tödlichen Stürze geschahen in dieser zweiten Welle und lösten am Boden die tödliche Panik aus.

    13. luri schrieb am 26. Juli 2010 at 19:15 - Permalink

      Erster Absatz, letzter Satz: …dass die Ermittlungen im Sande verlaufen lassen und sie sich ihrer Verantwortung entziehen können. bitte noch einfügen!

      Es wäre wirklich nur zu wünschen dass die Verantwortlichen nicht ungeschoren davonkommen, realistisch betrachtet aber wird es wieder ein paar Bauernopfer geben und sonst wird nichts passieren. Btw: Raver sind in der Regel eher nicht bekifft..

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 19:40 - Permalink

        Btw: Raver sind in der Regel eher nicht bekifft..

        Na jaaaa, da gibt es solche und solche. Aber egal – die heutigen Loveparadebesucher sind aber auch in den seltensten Fälle “echte Raver” ;-)

        • tcltk schrieb am 26. Juli 2010 at 21:09 - Permalink

          Was sind denn das überhaupt für Menschen? Nach dem Altersquerschnitt gehören die doch alle in die “Generation Internet”, “Twitter” oder “SMS”.

          Erstaunlich, dass die im Netz nicht über die Hinweise gestolpert sind, die das jetzt eingetretene Szenario bereits vor drei Wochen voraus gesagt haben und sich nicht entschlossen haben, lieber nicht an diesem “Wahnsinn” teil zu nehmen.

          In mehreren Beiträgen in den Nachrichten und Nachrichtenmagazinen wurde übrigens auf die “prophetischen” Aussagen hingewiesen, aber immer wieder wurde es unterschwellig nur der Polizei und dem Veranstalter angekreidet, nicht mit einer Änderung ihres Konzepts darauf reagiert zu haben. Den Spieß kann man aber auch auf gewisse Weise umdrehen und den Teilnehmern der Loveparade vorwerfen, dass sie die Hinweise auf die tödliche Gefahr in den Tunneln einfach ignoriert haben und blindlings wie die Lemminge ins Verderben maschiert sind.

          Jeder vernünftig denkende Mensch hätte spätestens 100 Meter vor dem Tunnel gesagt “Da geh ich nicht rein und schon gar nicht durch” und den Seitenausgang gesucht. So ein bisschen verständlich wird das erst, wenn man davon ausgeht, dass die Teilnehmer zu einem Stück weit mit Alkohol oder anderen Mittelchen abgefüllt waren und nicht mehr klar denken und daher die Gefahr nicht mehr abschätzen konnten. Und wenn dem so war, dann träfe der eine oder andere Satz Eva Hermans doch voll ins Schwarze, ob man die Dame mag oder nicht.

          • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 21:14 - Permalink

            Du wirst es nicht glauben, aber auch der Großteil der Generation “Internet” hat besseres zu tun, als sich pausenlos im Netz herumzutreiben ;-)

            • tcltk schrieb am 27. Juli 2010 at 23:43 - Permalink

              Pausenlos? Wieso denn das? Ein paar Minuten reichen und man dürfte über google (das böse Wort) einiges wissenswerte gefunden haben?
              Aber dass es wichtigeres gibt, als sich im Netz nach “sinnvollen” Dingen umzusehen, den Eindruck habe ich auch. Das Motto “Party machen, geil und laut”, koste es was es wolle, gehört bestimmt dazu.

          • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 00:32 - Permalink

            Solche Warnungen, Aufschreibe und Prophezeiungen gibt es doch immer und überall. Es ist doch ganz verständlich davon auszugehen, daß auf so eine Großveranstaltung auch dafür gesorgt wird bzw. werden sollte, dass das nicht passiert. Das läßt sich als Grundannahme allgemeingültig festhalten. Die Aufgabe der Veranstalter und Sicherheitsorgane ist nun mal genau sowas zu verhindern. Das einige der Verantwortlichen diese Aufgabe zugunsten von persönliche Profiten nicht nur ausgesetzt sondern aktiv wiederlegt haben, ist nicht mehr fahrlässig sondern schlicht bewusst kriminell.

          • Dominik schrieb am 27. Juli 2010 at 10:56 - Permalink

            Du erwartest also von den Besuchern jedweder Veranstaltung selbst einschätzen zu können wie die Sicherheitslage ist? Oder sich bei jeder Veranstaltung im Vorfeld ein realistisches Bild zumachen?

            Es ist voll und man muss anstehen. Ist bei jeder Grossveranstaltung zu. (Geh einfach mal zu einem beliebigem Erstligaspiel)

            Den Besuchern hier eine Mitschuld aufzuladen ist finde ich ziemlich daneben und es ist eindeutig nicht deren Aufgabe für das versagen der Verantwortlichen gerade zu stehen.

            Und zu Eva Herman: http://xkcd.com/603/
            Ausser angeblich moralischer Idiotie kam noch nichts von dieser Frau.

            • tcltk schrieb am 28. Juli 2010 at 00:41 - Permalink

              Wir reden hier ja nicht von Kindern im Vorschulalter, oder? Das Spektrum reicht doch hier von 16 Jährigen bis zu Leuten weit in die 40er. Von denen erwarte ich auf jeden Fall, dass sie mal Nachrichten gesehen haben und auch was von diversen Massenpaniken, bevorzugt Mekka, gehört und gesehen haben. Da sieht man was passiert, wenn eine viel zu große Menge an Menschen auf viel zu engem Raum “eingesperrt” ist. Und dass die zu erwartende Menschenmenge sowohl für den gesamten Berich als auch — und das ganz besonders — für den Eingangsbereich WESENTLICH zu groß war, war im Vorfeld bestens bekannt. Sowohl den Veranstaltern, die ich nicht in Schutz nehmen will, als auch den Teilnehmern.

              Das hier geschlampt wurde, will ich gar nicht bestreiten. Und trotzdem ist es mir VÖLLIG unverständlich, wie man sich sehenden Auges in so eine Falle begeben kann. Der Tunnel und die Rampe sind nicht plötzlich vom Himmel gefallen, die waren beide da. Und eine nahezu nicht mehr kontrollierbare Menschenmenge, wälzt sich da drauf zu und alle wollen möglichst schnell da durch und zur Party. Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Katastrophe passieren kann, ist doch wesentlich höher als ein 4er im Lotto.

              Anscheinend gehört der typische Loveparade-Teilnehmer aber nicht zu der Sorte Mensch, der so was grob einschätzen kann, weil er sich mit sowas auch gar nicht befassen will. Es gibt schließlich wichtigeres …

            • caf schrieb am 28. Juli 2010 at 01:15 - Permalink

              Es ist völlig egal welche Leute da sind. Die sind da um zu feiern, um zu entspannen und fröhlich sein und sich wohl auch gehen zu lassen. Jeder folgt doch einfach nur der Masse, solange sie sich fortbewegt. Dass alles plötzlich zum stillstand kam und die Leute stundenlang dastanden und der Druck nur zugenommen hatte, ja damit hatte niemand gerechnet. Man rechnet unbewusst mit einer einigermaßen funktionierenden Planung, weil man in Deutschland ist und nicht in irgendnem Regenwald. Außerdem gab es keine weiteren Anweisungen von Orgas oder wenigstens der Polizei. Die wurden da ja regelrecht von drei Seiten zusammengetrieben (die zwei Tunneleingänge und dann die Rampe, also der Ausgang wo ja viele Leute schon auf dem Rückweg waren).
              Das hätte alles nicht passieren müssen.
              Einfach nur ein furchtbares Horrorszenario, das viele so schnell nicht vergessen werden.

              Bisher war ich eigentlich überzeugt davon, dass so etwas in Deutschland nicht möglich ist. Jetzt ist es für mich aber irgendwie nur ein passendes Puzzleteil, weil in Deutschland mittlerweile einfach viel zu viele verantwortungslose Leute am Hebel sitzen. Ganz schön widerlich…

    14. Stefan K. schrieb am 26. Juli 2010 at 19:17 - Permalink

      Man muss sich nur mal die aufwendige Erschließung und die Sicherheitsvorkehrungen (Rettungswege) von großen Stadien anschauen, um sofort die Schwächen des Konzeptes in Duisburg zu sehen.
      Zumal hier nicht mal eine Flucht in die freie Mitte möglich gewesen wäre, sondern diese selbst von vornherein besetzt wurde (es ist zwar nicht zu einer Katastrophe im “Kessel” gekommen, aber auch das wäre bei der geringen Kapazität des Ortes sehr wahrscheinlich gewesen, wenn die Zugänge nicht gesperrt worden wären).
      So wurde die Katastrophe eben nach Außen verlagert.

      Der guten Frau Hermann ist es einfach nicht möglich das menschliche jenseits ihres eigenen Horizonts zu erfassen, es bleibt eine große Dunkelheit außerhalb ihres Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögens – und die Wahrscheinlichkeit der Erleuchtung nimmt mit zunehmenden Alter ab. Vielleicht sind es sogar schon erste Zeichen einer Demenz.

      • goldman sachs schrieb am 26. Juli 2010 at 19:35 - Permalink

        @Stefan K., Eva Hermanns mollig enthemmte Sado-Maso-Prosa muss nun mal leider den bei ihr nie kommenden satanischen Orgasmus dieser blonden Nazi-Hexe ersetzen.
        O-Ton Eva Hermann:

        Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst. (…)

        Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.(…)

        Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

        Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.

    15. Tina Tiger schrieb am 26. Juli 2010 at 19:53 - Permalink

      Schätze, zumindest der Oberbürgermeister von Duisburg muß (bereits morgen ?) zu recht zurücktreten. Laut Radiobericht vorhin wurde er heute bereits mit Müll beworfen.

      http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1019943

      • Stefan K. schrieb am 26. Juli 2010 at 20:05 - Permalink

        Zu den Skeptikern zählte etwa die frühere Leiterin des Duisburger Bauordnungsamtes. Sie soll sich schon im März dieses Jahres geweigert haben, die Genehmigung für das Riesenfest zu unterschreiben. Danach sei sie versetzt worden, erzählen Insider, die aber nicht zitiert werden möchten.

        Zitat aus dem gleichen Artikel.

        Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass ohne weiteres eine Genehmigung erteilt wurde – schließlich werden Bauanträge bzw. Genehmigungen dieser Art in der Regel fachkundig geprüft.

        • unschland schrieb am 27. Juli 2010 at 01:39 - Permalink

          “ohne weiteres” wurde ja nicht genehmigt immerhin war zur genehmigung ja ein personalwechsel nötig und fachkundige mietmäuler gibts zuhauf

    16. murry schrieb am 26. Juli 2010 at 20:02 - Permalink

      Wieder mal ein grandiöses Stück Internetjournalismus. Willkommen im Internetzeitalter wo man auf sowas wie polizeiliche und staatsanwaltliche Ermittlungen pfeifen kann sondern einfach kurz nach einer Katastrophe aus der Wikipedia und ein paar alten Spiegelartikel die Schuldigen zusammenrecherchiert. Dazu noch ein paar Verdrehungen (Polizei wird Ermittlung entzogen – statt – Polizei gibt Ermittlung ab), dann noch ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Zitate – “Risikobereitschaft 100%” und fertig ist ein Stück Vorverurteilung wie aus dem Bilderbuch.

    17. Tina Tiger schrieb am 26. Juli 2010 at 20:03 - Permalink

      “Gabi”, 43: “Die einen wollten rein, die anderen raus”

      Forumseintrag auf einslive.de:
      “Wir sind etwa eine halbe Stunde vor der Panik durch diesen Tunnel gelaufen. Es war tierisch voll. Die einen wollten rein, die anderen raus. Also Gegenverkehr und großes Geschubse. Das war das große Problem. Die Polizei stand dabei und hat nur geschaut. (…) Nun, es hört sich jetzt vielleicht klugscheißerisch an, aber irgendwie konnte man es doch vorhersehen. Nur ein Eingang zum Gelände. Und es passten nicht alle drauf, die auch gerne wollten.”

    18. Andy schrieb am 26. Juli 2010 at 20:09 - Permalink

      die Verantwortlichen waren hier schon sehr verantwortungslos. Wenn ich die Bilder sehe muss ich mich ehrlich Fragen ob dies hier vielleicht noch die glimpflichste Art war wie es ablaufen konnte. Die Veranstaltung sollte gegen 23:30 enden. Nach dem Auftritt des Mainstream Aktes, also wären die Leute wohl kaum vorher gegangen. Nach Ende des Auftritts strömen dann alle im dunkeln, betrunken Richtung Ausgang? das hätte weitaus schlimmer ausgehen können.

    19. Andreas F. schrieb am 26. Juli 2010 at 20:21 - Permalink

      Ende der 80er und Anfang der 90er war ich in das Berliner Techno-Ding ziemlich involviert, das war mitunter nicht frei von selbstzerstörerischen Tendenzen und Enthemmungen (hey, Gabba im Bunker mit dem Sado-Masoclub neben dem Biergarten…) und in einer guten Nacht mit einem guten Set hatte man natürlich das Gefühl von Entgrenzung und totalem sensorischen Overload (bei den Drogen bin ich allerdings ein Angsthase gewesen). Zuweilen ist das eine überwältigende Glückserfahrung gewesen, deswegen ist man doch überhaupt erst hingegangen.
      Dagegen kann man doch nur etwas haben, wenn man der Schäferhund von Hitler ist.

      Ich hätte mir damals niemals träumen lassen, dass einmal der Betreiber einer Discount-Fitness-Kette mit dem bezeichnenden Namen “McFit” (den Burger gibt es wahrscheinlich gleich nach dem Training) und geltungssüchtige Provinzpolitiker eine ehemalige Subkultur allein für Marketing- und Publicityzwecke ausbeuten und dabei buchstäblich über Leichen und Verletzte (von denen auch vermutlich auch einige ihr Leben lang an ihren Verletzungen tragen werden) gehen.

      Hoffentlich ziehen die betroffenen Teilnehmer die richtigen Schlüsse.

    20. Label schrieb am 26. Juli 2010 at 20:27 - Permalink

      Wie kommst Du darauf, dass oberhalb der 7,5 Millionen Euro jemand persönlich haftet? Um die persönliche (finanzielle) Haftung zu begrenzen, wurde doch eine Lopavent GmbH gegründet….

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 20:31 - Permalink

        Guter Punkt – da hast Du wahrscheinlich recht, obgleich ich die juristische Vertragslage da nicht kenne.

        • Alex schrieb am 26. Juli 2010 at 23:14 - Permalink

          Hat er nicht. GmbH heißt beschränkte Haftung für die Gesellschafter. Haften tut selbstverständlich der Geschäftsführer! Und das ist, na wer wohl, Rainer Schaller..
          Was glaubt ihr denn warum bisher niemand zurücktritt oder irgendeine Verantwortung übernehmen will? Die haben alle (Schaller, OB, Sicherheitsdezernent, Polizeipräsident) riesigen Schiss, dass ihnen das nachher vor Gericht als Schuldeingeständnis ausgelegt wird, also wird entweder gar nichts gesagt oder versucht die Schuld auf andere abzuwälzen, wahrscheinlich sogar wider besseren Wissens. Es kann mir doch z.B. keiner erzählen, dass die zum Zeitpunkt der Pressekonferenz nicht genau wussten, dass die Leute zerquetscht und totgetrampelt worden und nicht etwa wie dort behauptet durch Stürze umgekommen sind.
          Nach allem, was man inzwischen weiß, kann man Lieberbergs Kommentar nur unterstreichen! Das war kein Unglück, das war ein Verbrechen!

          • Paul schrieb am 27. Juli 2010 at 10:52 - Permalink

            im Falle von Schadensansprüchen muss sich weder Herr Schaller noch Mc Fit verantworten. Ausführender Veranstalter der Loveparade ist die Lopavent GmbH und somit auch für mögliche Forderungen zu belangen. Das ist der Sinn einer GmbH…..
            Was allerdings stimmt:
            Da die Loveparade ja teilweise offiziell immer noch als Demonstration geführt wird, müsste man mal klären, wer bei dieser “Zwitter-Veranstaltung” aus gesetzlicher Sicht für die verschiedenen teilbereiche verantwortlich ist……bei einer Demo muss dafür die Stadt sorgen, nicht der Veranstalter/ Organisator….

            • Dominik schrieb am 27. Juli 2010 at 11:00 - Permalink

              “Seit 2001 wird die Veranstaltung nicht mehr als politische Demonstration eingestuft, …”

              http://de.wikipedia.org/wiki/Loveparade

            • Timo schrieb am 27. Juli 2010 at 14:38 - Permalink

              grundsätzlich haftet die GmbH für Vermögensschäden. Jedoch stehen hier ggf. strafrechtliche Belange im Mittelpunkt und die kann eine GmbH nicht ausführen, sondern nur Personen, die dann für diese auch privatrechtlich und persönlich haften.

              Bei schwerwiegenden Vergehen nennt man das auch Durchgriffshaftung direkt auf den Geschäftsführer der GmbH. Und die Axa wird sicherlich auch nicht für Folgen aus Straftaten haften.

    21. Nick Abbe schrieb am 26. Juli 2010 at 20:29 - Permalink

      Guter & informativer Artikel Jens, danke dafür.
      Allerdings gebe ich Truvor recht – warum erwähnst Du das blonde Evchen eigentlich? Wahrscheinlich weil Dir – wie mir auch- bei ihrem Gegeifer übel geworden ist? Kann ich verstehen, aber das beste wäre imho, ihre Auswürfe zu ignorieren, denn, ehrlich mal, who the f*** is Eva Hermann? Wen interessiert die eigentlich? Die soll in schön in ihrer christian taliban Sekte bleiben und sich weiter vom Geiste Jerry Falwells ins Hirn sch****** lassen, anstatt noch Aufmerksamkeit für dämliches Gelaber einzufahren…

      Grüße,
      Nick

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 20:31 - Permalink

        Hi Nick,

        da hast Du wohl wahrscheinlich recht.

        • Nick Abbe schrieb am 26. Juli 2010 at 20:52 - Permalink

          Zugegeben – solche Menschenverachtung ist schwer zu ignorieren. Habe ihr auch gleich mal ins Gästebuch ihrer Website geschrieben, was ich von ihrer Version christlicher Nächstenliebe halte. Wurde überraschenderweise nicht freigegeben. Dabei habe ich sie nicht mal mit Schimpfwörtern bedacht. ;-)

          • John Dea schrieb am 27. Juli 2010 at 00:04 - Permalink

            Bist du des Wahnsinns fette Beute? Also, wenn du nach dieser Herman-Aktion ihr etwas ins Gästebuch schreibst, dann ist es ja wohl eine Selbstverständlichkeit und moralische Pflicht, sie bei dieser Gelegenheit zu beleidigen.

            Sie weiß das. Darum hat sie dich gelöscht.
            ;-)

            • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 12:02 - Permalink

              Touché …

              Nuja, ich habe sie u.a. im Club der christl. Taliban willkommen geheißen. Das könnte evtl. als Beleidigung durchgehen… ;-)

    22. Sven schrieb am 26. Juli 2010 at 20:29 - Permalink

      Ach, ist das schön. Wir können das Thema beenden, weil der Herr Spiegelfechter ja schon ganz genau geklärt hat, wer Schuld hat. Ist ja alles ganz offensichtlich. Jetzt können Schaller, der OB und der Prof am nächsten Baum aufgeknüpft werden, dem Pleitgen schneiden wir (wegen der Mitschuld!) die Eier ab und alles ist gut.

      • Stefan K. schrieb am 26. Juli 2010 at 20:31 - Permalink

        Also ehrlich, zum Lynchmord hat in diesem Blog noch niemand vor Dir aufgerufen.

        • goldman sachs schrieb am 26. Juli 2010 at 20:41 - Permalink

          @stefan K., nach Eva Hermann würde ein derartiger “Lynchmord” mal wieder die Falschen treffen, denn

          Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.

          Es waren teuflische Mächte am Werke, d.h. die Toten der Loveparade waren laut Eva Hermann Opfer von Gottes Zorn.

          Gott, d.h. die teuflischen Mächte mußten die Raver -so Eva Hermann- für die verluderten Sitten der Sex- und Drogenorgie bestrafen, die Duisburg in die Hölle auf Erden verwandelten und den geistigen Untergang dieser unserer Gesellschaft ein Stück weit schon mal vorwegnahmen.

          • Stefan K. schrieb am 26. Juli 2010 at 20:54 - Permalink

            “Es waren teuflische Mächte am Werke, d.h. die Toten der Loveparade waren laut Eva Hermann Opfer von Gottes Zorn.”

            Gäbe es diesen GOTT, dann hätte er Feuer und Schwefel auf diese Stadt regnen lassen.
            So ist es bei Hass und Geifer der GOTTgleichen Eva geblieben (im übrigen hat diese wohl nie im Leben einen Apfel gegessen).

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 20:33 - Permalink

        wenn Du das sagst *rolleyes*

    23. DuisburgerJung schrieb am 26. Juli 2010 at 21:07 - Permalink

      Danke, das du dich des Themas angenommen hast. Vielen Dank vor allem für das eingebundene Video, dass sicherlich sehr erhellend ist.
      Bezüglich der Augenzeugen würde ich aber etwas skeptischer sein (Obwohl der Vergleich hinkt: man sieht ja gerade beim Prozess um den S-Bahn Mord, dass Augenzeugen keine objektiven Chronisten sind). Zudem gibt es doch bestimmt für das Phänomen “Schlaumeierei” einen Fachbegriff. Wenn ich heute nach der Kantine den Leuten sage, dass Sie Gammelfleisch gegessen haben, wollen das bestimmt auch x% schon geschmeckt gehabt. Und was beim Public Viewing “unter Tausenden von Fans” ist, wird unter dem Eindruck von 19 Toten zum unerträglichen Gedränge.
      Letztendlich gibt es ja die Videoaufnahmen. Und hierdrin ist aus meiner Sicht zu sehen, dass die Leute außerhalb der “Todeszone” (also im ganzen Tunnel und 4 m von dem Container und der Treppe weg) sich ziemlich frei bewegen konnten. Das Sicherheitskonzept hat Fehler, aber keiner scheint die Leute zu zwingen dort hochzuklettern. Wenn man natürlich davor steht, hat man keine andere Wahl, der Rest aber schon. Vielleicht ist es geschmacklos, aber die Menschen am und im Geschehen haben auch Fehler gemacht, was jedem Menschen zugestanden werden muss.
      Das nur als kleine Ergänzung zu deinem Artikel. Das Duisburg / Ruhr.2010 / Lopavent die Parade unbedingt haben wollten, kann man nur bestätigen, und dass dafür ein erhöhtes Risiko in Kauf genommen wurde, hast du sicherlich ja gut dargestellt.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 21:11 - Permalink

        Natürlich haben auch die Besucher Fehler begangen. Aber davon muss man als Veranstalter ausgehen. Ich würde sogar einen draufsetzen und sagen, dass man ein solches Konzept daran zu messen hat, ob selbst die dümmsten Fehler durch planerische Maßnamen “verunmöglicht” werden. Ich habe allerdings den Eindruck, dass man hier ein optimales Verhalten der Besucher als Grundlage für das Sicherheitskonzept herangezogen hat. Das kann und darf nicht sein.

        • elwu schrieb am 26. Juli 2010 at 22:45 - Permalink

          Ich bin der Meinung, dass selbst bei besseren Sicherheitskonzepten als dem unzweifelhaft dilettantischen bei der LP es nicht ausgeschlossen werden kann, dass es solche Vorfälle gibt. Sieh auch Roskilde 2000. Bei Besucherzahlen dieser Größenordnung kann es jederzeit weitab von den Zu- und Abführungen, egal wie groß die sein mögen, irgendwo in den Menschenmassen ein Ereignis geben, dass auf einer eng begrenzten Fläche eine Tragödie dieser Größenordnung verursacht. Selbst wenn die Besucher alle nüchtern und drogenfrei wären, und nicht vom Event und dem ganzen Ambiente und der aggressiven Musik aufgeheizt. Was sie aber eher schon sind, Herman hin oder her.

        • Alex schrieb am 26. Juli 2010 at 23:41 - Permalink

          Genau das ist der Punkt. Wenn da zig tausend Leute bis zu 2 Stunden in diesem Tunnel feststecken, kann man nicht mehr mit rationalem Verhalten rechnen, da braucht es noch nicht mal Alkohol und andere Drogen, mit denen man bei einer Techno-Veranstaltung natürlich sowieso rechnen muss, damit der ein oder andere sich bescheuert verhält. Ich kann mich erinnern bei Rock am Ring vor Jahren, da gab es auch einen Tunnel als Zugang zum Gelände, da ist es auch zwischenzeitlich ziemlich ungemütlich geworden, aber es ging stetig etwas vorwärts und jedem war klar, dass es jetzt halt 20,30 Minuten dauern wird, deshalb gab es im Endeffekt auch keinen Anlass, dass das ganze eskaliert wäre.

          Trotzdem wäre es ohne die Treppe vielleicht wirklich nie soweit gekommen, weil es dann gar nicht zu der verhängnisvollen Situation gekommen wäre, dass viele ihre letze Chance noch auf das Gelände zu kommen nutzen wollten und in Richtung dieser winzigen Treppe gedrängt sind. Um so unfassbarer, dass Schreckenberg sich das Gelände nicht einmal vor Ort angesehen hat, wenn er schon als Experte herangezogen wird um das Sicherheitskonzept mit zu gestalten..

      • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 01:27 - Permalink

        Vielen Dank vor allem für das eingebundene Video, dass sicherlich sehr erhellend ist.

        Von mir nicht. Ich habe versucht es anzusehen, aber ich konnte es nicht ertragen so etwas zu sehen. Da sterben Menschen! Muss man das den zeigen?
        Ärgere mich aber nicht nur darüber, dass er hier eingebunden ist, sondern auch darüber, dass ich draufgeklickt habe :-/

    24. traurig schrieb am 26. Juli 2010 at 21:27 - Permalink

      Gerade las ich in der Süddeutschen, dass es nun zwanzig Tote sind:

      http://www.sueddeutsche.de/politik/loveparade-polizei-warnte-duisburg-von-schwerer-buerde-befreien-1.980035

      “…Vor allem der mittlerweile in Ruhestand gegangene Polizeipräsident Rolf Cebin hatte sich wegen Sicherheitsbedenken heftig gegen die Austragung der Loveparade gewandt. Daraufhin habe der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg nach SZ-Informationen in einem Brief an den damaligen FDP-Innenminister Ingo Wolf die Absetzung des Polizeipräsidenten gefordert….”

      Wenn Dinge wider besseren Wissens anders entschieden werden – es ist so ein Scheiß!

    25. firefly schrieb am 26. Juli 2010 at 21:32 - Permalink

      Der Tunnel und die Menschen, die sich verzweifelt nach oben zu hangeln versuchen, erinnert mich doch sehr stark an Hillsborough.
      Auch dort stand schnell bei vielen fest, wer schuld sein musste. Raver scheinen einen ähnlich schlechten und Vorurteils-behafteten Ruf zu haben wie Fussball-Fans. Allerdings gab es dort eine umfassende Untersuchung und teil drastische Konsequenzen, so dass sich seitdem so etwas im Vereinigten Königreich nicht wiederholt hat.

      Allerdings wurde der Kommando-führende Polizist bis heute nicht verurteilt. Die Prognose, dass sich diese Leute auch hier heraus wieseln werden, dürfte sich als treffend erweisen.

      • Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 21:38 - Permalink

        Sehr richtig. Hillsborough hat beispielsweise zu solchen Richtlinien geführt, die hierzulande offensichtlich nicht beachtet werden.

    26. name schrieb am 26. Juli 2010 at 22:11 - Permalink

      Danke Jens für den Artikel

      Unglaublich, was sich die Veranstalter und die politischen Verantwortlichen da geleistet haben, und die Bewertung, es ist ein eiskaltes Verbrechen, und kein Unglück, würde ich zehnmal unterschreiben.

      Einen Tunnel, eine Treppe und ein Gelände das für 1/6 der Besucher zugelassen ist, die Verantwortlichen wollen bei einer Vorortbegehung, in der alle möglicherweise eintretenen Varianten durchgespielt werden, nichts bemerkt haben?

      Wer von den Idioten ist eigentlich für das Belassen der Treppe an dieser Stelle verantwortlich und wer dafür, solche Massen in Tunneln in gleicher Richtung gegeneinander laufen zu lassen?

      Es gibt im übrigen noch den interessanten Aspekt, daß die ursprüngliche Parade, wie sie in Berlin praktiziert wurde, aus Profigründen sich zu einem Kesselstandkonzert ändert hat, und was E.H. schriftlich und öffentlich von sich gegeben hat, schlägt dem Faß den Boden aus. Da muss ich echt aufpassen, daß ich mich nicht in Taten, Unterlassungen und Buchstaben vergesse. Diese Gestalt…

      • caf schrieb am 26. Juli 2010 at 22:50 - Permalink

        Ich schließe mich da mal an. Vielen Dank für diese Zusammenfassung Jens. Gerade dazu gibt es imo viel zu viele unvernünftige Äußerungen. Da ist die EH nur die Spitze des Eisbergs.

        Es ist ein sehr trauriges Ereignis.

        Mich schauderts bei dem Gedanken, dass die Hauptverantwortlichen (Organisatoren) dieser McFit Parade evtl. nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Selbst Laien wussten im vorhinein, dass es mit dem Tunnel Probleme geben könnte. Und nicht zu vergessen auch der Schotterplatz, auf dem die Leute etliche Fuß- und Gelenkblessuren davongetragen haben dürften. Auch wenn es die Massenpanik nicht gegeben hätte, so war diese Veranstaltung doch ein “organisiertes” Verbrechen.

    27. elwu schrieb am 26. Juli 2010 at 22:18 - Permalink

      Die zum großen Teil zynische Meinung von Herman zu zitieren war unsinnig, das hat dem ansonsten guten Artikel viel genommen.

    28. Stefan schrieb am 26. Juli 2010 at 22:30 - Permalink

      Guter Artikel, allerdings fehlte mir der Aspekt, dass die Bundespolizei große Löschungen bei den örtlichen Behörden durchführte. Oder ist das nicht “stichfest” genug? Habe mich bisher nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt.

      Und zur Frau Hermann: http://web11.twitpic.com/img/135940239-ab935e1705c6adb32fb01135a82bcd2c.4c4df048-full.jpg

    29. Bernie schrieb am 26. Juli 2010 at 22:39 - Permalink

      [...]Am Tag nach der Katastrophe suchte Rabe nach Schuldigen und fand sie in der Person der Opfer selbst. Diese hätten gegen die Regeln verstossen, als sie an der Rampe die Treppe betreten hatten. Ein solcher Vorwurf ist nicht nur zynisch, sondern im höchsten Maße unredlich und verwerflich[...]”

      Das ist doch mittlerweile in Deutschland “in”, die Opfer sind selbst schuld an ihrem Opferdasein.

      Frag doch mal die HartzIV-Empfänger, die Mißbrauchsopfer der kath. Kleriker, die unfreiwilligen “Sauna”-Gäste im ICE, die Patienten usw. usf.

      Du wirst überall die selbe Vorgehensweise der “Eliten” finden, die Opfer sind selbst schuld an ihrem Opferdasein….

      …und da wir ein Volk von Untertanen sind wird dies wohl so bleiben, bis dem ersten der Kragen platzt, und er sagt: “Ya basta, es reicht!”

      Ich bin jetzt schon soweit, dass ich gewisse Menschen in Deutschland nur noch mit furchtbarer Abscheu betrachte, allen voran CDU/CSU/FDP-Menschen, egal in welcher Funktion die gerade verbale Betroffenheit äußern.

      Gruß
      Bernie

      PS: Einzig bei historischen Themen fehlt noch der Hinweis, die sind doch selbst schuld die Opfer der totalitären Systeme, aber dies bringen wir in Deutschland – da bin ich mir fast sicher – auch noch fertig…..

    30. Bernie schrieb am 26. Juli 2010 at 22:40 - Permalink

      Frage: Liegt es vielleicht nicht an der von mir beobachteten menschlichen Schäbigkeit sondern einfach nur an Versicherungsgründen, dass man neuerdings – egal zu welchem Themen – den Opfern allein die Schuld zuschiebt?
      Sollte man einmal nachgehen dieser Frage, oder ist die unsinnig?
      Gruß
      Bernie

      • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 01:03 - Permalink

        Natürlich hat es finanzielle und rechtliche Vorteile die Opfer zu beschuldigen. Zudem sich Angriffskriege auch psychologisch Prima machen.

        • Bernie schrieb am 27. Juli 2010 at 09:09 - Permalink

          @Sebastian

          Stimmt, die Opfer in Afghanistan (oder sonstwo) sollte man auch einmal erwähnen, die – glaubt man NATO- bzw. Bundeswehrberichten – eben “zur falschen Zeit am falschen Ort” waren, d.h. selber schuld an ihrem Tod sind.

          Sorry, für die Unterschlagung, Du hast völlig recht, die modernen Bundeswehr- und NATO-Verbrechen sollte man auch einmal erwähnen, die nun dank “geheimen US-Berichten über den Krieg in Afghanistan” aufgedeckt werden.

          Gruß
          Bernie

    31. drummy-b schrieb am 26. Juli 2010 at 23:07 - Permalink

      Ich erinnere an dieser Stelle mal an den Weltjugendtag in Köln:

      - 800.000 – 1.000.000 Teinehmer (keine Drogen außer Weihrauch, erklärtermaßen friedlich)
      - 4000 Polizisten im Einsatz (Duisburg: 1200) + tausende freiwilliger Helfer
      - hat u.a. auf der grünen Wiese stattgefunden (weit km vor den Toren der Stadt), weil es nach damaligen Überlegungen in Köln keinen Ort gab, der solche Menschenmassen bewältigen könnte
      - Planung begann 5 Jahre vorher
      - trotzdem ist es zu einigen brenzligen Situationen in der Stadt gekommen

      Wenn man dies und auch den Aufwand, der bei weitaus kleineren Festivals betrieben wird in Vergleich zieht, kann man in Duisburg imho nur von Mord reden. Dass solch ein Konzept irgendein Komitee, sei es politisch oder auch seitens der Verwaltung/Polizei passieren konnte, ist ungeheuerlich, es ist nicht nur grob fahrlässig, sondern höchst kriminell. Wenn Duisburg ein Taxi wäre, dann ist das Taxi vorgestern mit abgelaufenem TÜV und defekten Bremsen mit betrunkenem Fahrer und 13 Fahrgästen vor die Mauer gefahren.

    32. J.Schiffmann schrieb am 26. Juli 2010 at 23:14 - Permalink

      Falls es noch keiner gepostet hat – inzwischen sind es 20 Tote!

    33. Machu Picchu schrieb am 26. Juli 2010 at 23:24 - Permalink

      Meine Güte, Evas Familienname ist immer noch Herman – nicht Herrmann oder Herrman und auch nicht Hermann.

      “Wie schön es ist, ein einfaches Weltbild zu haben, beweist wieder einmal die unsägliche Ex-Journalistin Eva Herman. Über eine Verschwörungstheoretikerseite verbreitet die erzreaktionäre Blondine, dass die Katastrophe von Duisburg womöglich eine Strafe Gottes für das unsittliche Benehmen der Raver sei:

      …

      Diesem Offenbarungseid menschlicher Niedertracht ist ausnahmsweise einmal nichts hinzuzufügen, da er für sich spricht.”

      Verschwörungstheoretikerseite? Erzreaktionäre Blondine? Menschliche Niedertracht?

      Werter Spiegelfechter, wir wissen ja, dass Du eine VT-Phobie (oder ist es doch VT-Manie?) hast. Alles, was Deinem Weltbild nicht entspricht, wird in die Ecke der Verschwörungstheorie reinmanövriert. Könntest Du freundlicherweise Deiner Leserschaft näher bringen, wie Du “erzreaktionär” definierst bzw. was Du unter diesem Begriff verstehst?

      Nicht, dass wir uns missverstehen. Ich lese Deinen Blog sehr gern und bin Dir für Deine gut recherchierten Artikel dankbar, obgleich ich nicht immer mit Deiner Meinung konform gehe. Das heißt wiederum nicht, dass ich keine anderen Informationsquellen zu Rate ziehe, um zB meinen Horizont zu erweitern. Ich gebe auch zu, der Kopp Verlag ist ein Teil meines “Informationspools” – nicht alles, was dort zu lesen ist, muss richtig oder gar falsch sein, denn jeder Leser, der des Lesens UND Verstehens mächtig ist, sollte doch imstande sein zu differenzieren.

      Deiner Definition nach, müsste mein Zugeständnis mich nun, weil Eva Herman in vielen ihrer gemachten Aussagen recht hat, zu einer niederträchtigen Kreatur (dis)qualifizieren. Als Atheist bin ich der Meinung, dass man nicht unbedingt an irgendwelche “Mächte” glauben und darüber hinaus blind auf beiden Augen sein muss, um erkennen zu können, dass der Sittenverfall in unserer Gesellschaft längst seinen Höhepunkt erreicht hat. Ferner überrascht es mich in keinster Weise, dass sowohl die “Qualitätsmedien” als auch Teile der Alternativmedien Eva Herman der Lächerlichkeit preisgeben wollen – sie spricht Fakten an, die nicht allen genehm sind. So wie es scheint, auch Dir nicht.

      • Machu Picchu schrieb am 27. Juli 2010 at 01:02 - Permalink

        Spiegelfechter schrieb am 26. Juli 2010 at 18:28

        “Das Geisteskranke, die Herrman und Ulfkotte gut finden, den Kopp-Verlag mögen, verwundert mich nicht.”

        Ich finde Ulfkotte nicht gut. Aufgrund eines im letzten Jahr veröffentlichten Artikels, der aus seiner Feder stammt, habe ich Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen den Kopp Verlag erstattet.

        Deine Behauptung, alle, die “Herrman” und Ulfkotte gut finden, seien “Geisteskranke”, finde ich jedoch sehr abwegig und höchst bedenklich, nicht nur im juristischen Sinne. Mit diesem einzigen Satz hast Du Dir sehr viel Schaden zugefügt (wage zu bezweifeln, dass Du Dir dessen bewusst bist), obwohl Dich das, von Deiner “Absolution” ausgehend, nicht im Geringsten stört.

        • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:40 - Permalink

          obwohl Dich das, von Deiner “Absolution” ausgehend, nicht im Geringsten stört.

          Richtig, aber das hat nichts mit “Absolution” zu tun. Ich mache aus meiner Einstellung zu den Themen Rechtesoterik/Verschwörungstheoretiker/Kopp-Verlag nie einen Hehl und setzte mich in regelmäßigen Abständen freiwillig ins Sperrfeuer der Anhänger dieser Themen. Du solltest meine Position kennen. Take it or leave it.

      • egalitarist schrieb am 27. Juli 2010 at 01:17 - Permalink

        *signed!

      • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 01:22 - Permalink

        “Eva H.” ist doch sowieso die passendste Abkürzung!

    34. egal schrieb am 26. Juli 2010 at 23:31 - Permalink

      Die GmbH schützt Schaller natürlich nicht vor persönlicher deliktischer Haftung, der für die Personenschäden zu leistende Schadensersatz wird aber unterhalb der 7,5 Mio bleiben. Was sonst noch zu zahlen wäre? Keine Ahnung, aber 10 Euro würde ich schon wetten, dass die Deckungssumme ausreicht.

      Hermanns Kritik am Massenmenschen dürften hier viele zustimmen (die kritische Theorie hat im linksbürgerlichen Milieu doch ihre Spuren hinterlassen). Ihrer Kritik am Bacchantischen und der Wolllust wohl weniger, aber wer sich für liberal hält, muss die aushalten.

      Bliebe ihr Zorn Gottes als Aufreger. Wer prinzipiell den Glauben an strafendes göttliches Eingreifen kritisiert, der kritisiert das Christentum an sich. Denn der strafende Gott, der ja nicht nur im AT wütete, läßt sich nicht einfach wegauslegen. Man kann ihn nur wegleugnen. Das ist zwar üblich, aber laizssez faire Christentum, das die aktuellen Wertvorstellungen einer bestimmten Kultur und Epoche affirmativ überhöht (und – das sein nebenbei gesagt – sich bisher selten als Segen erwies).
      Natürlich kann man das Christentum oder Religion prinzipiell kritisieren. Wenn man sich aber geifernd echauffiert, ist man schnell in der Nähe fanatischer Intoleranz.

      Legitim aufregen kann man sich also über das, was Eva Hermann über Duisburg sagte, nicht. Allenfalls kann man sich über Eva Hermann aufregen. Sie hat die unter Konservativen verbreitete Tendenz, für moralische Misstände meistens ausschließlich individuelles Fehlverhalten verantwortlich zu machen, das bis zu einem blaming the victims gehen kann. Viele Mütter junger Kinder würden vielleicht gerne eine Arbeitspause einlegen oder wenigstens nicht Vollzeit arbeiten… wenn der Vater aber nur 1 300 netto verdient…

      Hat aber mit Hermanns Meinung zur Loveparade nichts zu tun.
      (Außer man hält die moderne Sexualmoral ebenfalls für verwerflich).

    35. FloG schrieb am 26. Juli 2010 at 23:38 - Permalink

      Ich habe einen Freund dort verloren. Möchte mich hiermit bei Frau Herman für ihre Anteilnahme bedanken.

      • Fian schrieb am 27. Juli 2010 at 11:54 - Permalink

        mein aufrichtiges Beileid.

    36. Juli schrieb am 26. Juli 2010 at 23:40 - Permalink

      …die Massen drängten zur Treppe, so dass es für die Eingezwängten in Nähe der Treppe nur noch die Flucht nach oben gab, die für viele Besucher mit einem tödlichen Sturz endete, der die Panik der unten stehenden Masse nur noch erweiterte…

      Stimmt das überhaupt? Ich war selbst auf der LP und habe von alldem nichts mitbekommen und bin im Nachhinein so schockiert und wütend, das ich versuche mir ein realistisches Bild zu machen.

      Ich hab mir etliche Fotostrecken, YouTube-Videos und Augenzeugen berichte angesehen und gelesen. Außer von den Gestalten auf der unsäglichen Pressekonferenz habe ich nichts von Abstürzen von der Treppe gesehen, gehört oder von Zeugen gelesen. Die meisten Opfer lagen wohl auch im Bereich vom Treppenfuß, also nicht da wo man tödlich von einer Treppe fallen kann. Die Treppe hatte auch ein Geländer und viele Videos die ich gesehen habe wurden direkt oberhalb der Treppe gemacht. Wären da wirklich Leute in den Tod gestürzt, ich bin mir sicher, wir hätten dafür Bild- und Videobelege. Man sieht auf einigen Bildern, das sehr viele Leute mit ihren Handys gefilmt haben.

      Ich sage das nur, weil ich die Aussage der ‘oberen Herren’ auf der Pressekonferenz für einen hässlichen Versuch halte, einigen Partyteilnehmern durch ihr angeblich unvernünftiges Verhalten eine Schuld zu geben.

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:43 - Permalink

        Direkte Beweise für diese Aussage habe ich auch nicht gesehen. Nach Aussagen der Polizei hatte allerdings ein Großteil der Todesopfer an Rückenmarksverletzungen – wenn sich dies so bestätigt, wäre das ein Indiz, dass sie tatsächlich in den Tod gestürzt sind.

        • drummy-b schrieb am 27. Juli 2010 at 10:06 - Permalink

          Ist das wirklich so ? Wenn Massen von Leuten über einen drübertrampeln (in Panik, also nicht etwa ‘vorsichtig’) und der Druck so hoch ist, dass es den Leuten ‘die Schuhe auszieht’ halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Wirbelsäule was abbekommt. Hierüber nachzudenken ist wahrlich nicht schön, aber Rückenmarksverletzungen als Indiz für Stürze zu nehmen halte ich für gewagt. Alle Indizien sprechen imho gegen Stürze. Der augenscheinlichste ist wohl der, dass das gros der Opfer vor der Treppe zu beklagen ist und nicht daneben/dahinter. Ich halte diese ‘Absturzhypothesen’ für einen ekelerregenden und ungeheuerlichen Versuch, Verantwortung zu verschieben. Auf den Videos ist die Panik und der Druck vor der Treppe schmerzhafterweise genau zu sehen und der hat aber auch rein gar nichts mit irgendwelchen abstürzenden Menschen zu tun.

          • Jonas schrieb am 27. Juli 2010 at 12:23 - Permalink

            Ich denke auch, dass sobald die Menschen auf der Treppe waren, der gefährlichste Teil, nämlich die Verengung, geschafft war.

        • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 13:26 - Permalink

          Aber möglicherweise ist das auch seitens der Polizei eine Schutzbehauptung, da auch ihr krasse Fehler vorgeworfen werden. In einem TV-Interview hat ein behandelnder Arzt davon gesprochen, das die meisten Leute schlicht erstickt seien. Ich traue der Polizei(Direktion) in diesem Fall wirklich keinen Meter weit, da etliche Kritiker in Duisburg zuvor kaltgestellt und strafversetzt wurden. Auch die Polizeispitze schein diese Veranstaltung zu wollen. Ich spüre hier auch ganz deutlich den Impuls der verantwortlichen Organisatoren, die Schuld möglichst auf ‘individuelle Schwächen’ der Teilnehmer zu schieben. Ich hab jedenfalls noch keinen Augenzeugenbericht von Abstürzen an der Treppe gesehen. Stattdessen aber viele Berichte, das Leute in den Massen zu Boden gequetscht wurden…

    37. egghat schrieb am 26. Juli 2010 at 23:44 - Permalink

      Heute ist in der FAZ ein Augenzeugenbericht, der aussagt, dass die Panik ausgelöst wurde, weil noch Leute den Tunnel als Ausgang benutzen wollten. Obwohl da schon voll war.

      Der Tunnel an sich war nicht das Problem, aber für beide Richtungen ging das genausowenig wie es ein schlimmer Fehler war, nicht vor dem Tunnel zu sperren, wenn das Gelände voll ist (was es übrigens nicht war, da hätten noch locker 100.000 oder mehr draufgepasst).

      • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 11:54 - Permalink

        Laut der SpiegelTV Reportage hatte die Polizei ja VOR dem Tunnel gesperrt. Es ist allerdings unklar ob die Polizei die Sperren dann selbst geöffnet hat oder die Leute sie durchbrochen haben…

    38. Martin W. schrieb am 27. Juli 2010 at 00:04 - Permalink

      Man braucht wohl kein “Wikipedia-Wissen” um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass hier einige Leute ihren Job verfehlt haben.

      Alleine die Tatsache, ein Veranstaltungsgelände zu wählen, was gerade einmal ein Viertel der erwarteten Teilnehmer aufnehmen kann, zeugt von unverständlicher
      Naivität. Da der Veranstalter der gleiche war, wie schon bei den Paraden in Essen und Dortmund, mußte er wissen, dass das nicht hinhauen kann. Ergo hat er den größten Bock geschossen, diese Veranstaltung überhaupt dort zu beantragen.

      Wer auf Seiten der Stadt Duisburg alles entlassen gehört, kann ich nicht beurteilen, da ich die Zuständigkeiten nicht kenne. Aber alleine der Umstand, dass bereits vor Wochen normale Bürger und Führer von Polizei-Hundertschaften davor gewarnt haben, diesen einen Zugang zu wählen, ist ein klarer Verstoß gegen objektives Handeln, dass ich bei einer Verwaltungs-Spitze einfach voraussetzen muss.

    39. egghat schrieb am 27. Juli 2010 at 00:06 - Permalink

      Muss man das Video eigentlich einbinden?!?

      • nixx schrieb am 27. Juli 2010 at 00:41 - Permalink

        Der Frage schliess ich mich mal an.
        “Disaster FullHD”
        Nugh` said.

      • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 01:30 - Permalink

        Danke!
        Bin ich nicht der einzige, der so denkt.

        • B.-C. Kämper schrieb am 27. Juli 2010 at 01:36 - Permalink

          Kann ich gut verstehen, und jetzt habe ich es auch noch kommentiert (s.u.). Aber nur weil ich das hier zum erstenmal so gesehen habe. Bin sehr einverstanden, meinen Kommentar wieder zu löschen, wenn er hier fehl am Platz ist, wäre dann aber für Hinweis für einen anderen Ort dankbar, wo es vielleicht angebrachter ist und von Leuten gelesen wird, die etwas dazu sagen können. Gruß, Bernd-Christoph.

      • Alex schrieb am 27. Juli 2010 at 02:08 - Permalink

        Wenn man versucht den Lesern zu ermöglichen, sich ein einigermaßen objektives Bild zu machen: ja. Habe noch kein Video gesehen, was einen so gut Gesamteindruck vermittelt. Und: Man siehr jedenfalls keine am Boden liegenden, leblose Körper aus kurzer Entfernung, ohne dass das irgendeinen Informationszuwachs bringen würde, wie in anderen Viedeos, die zum Teil auch in den “Qualitätsmedien” zu sehen waren.

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:46 - Permalink

        Man “muss” es sicher nicht, aber ich denke es dient der “Wahrheitsfindung”, da eines einen sehr guten Eindruck von der Situation vor Ort vermittelt. Es geht hier ja nicht um voyeuristische Todesbilder (die im Video auch gar nicht vorkommen), sondern um einen Eindruck, der die Aussagen der Veranstalter (das Sicherheitskonzept habe gegriffen) ad absurdum führt. Insofern ist das Video m.E. wichtig.

        • egghat schrieb am 27. Juli 2010 at 17:24 - Permalink

          Ich kann’s irgendwo verstehen, dass man es einbindet, aber ich kann noch viel besser verstehen, wenn man es sich nicht ankucken kann. Muss ich die Wahrheit finden? Dann kann ich ja auch anfangen, wie der Tauss (ich spar mir den Rest).

          Dass das Sicherheitskomzept nicht gegriffen hat, wusste ich auch schon vorher …

        • Dieter GK schrieb am 28. Juli 2010 at 10:07 - Permalink

          Ich finde, das Video zeigt sehr genau die Situation in der kritischen Gegend. Mittlerweile ist auch bekannt, dass niemand durch einen Sturz ums Leben kam. Vermutlich ist die Treppe aber trotzdem die Falle für viele Eingeschlossene geworden, da alle zu dieser Treppe gedrängt haben. Im letzten Teil des Videos kann man gut sehen, wie einige Personen über andere Personen gezogen bzw. gelaufen sein müssen.
          Die Veranstaltung hätte dort nie stattfinden dürfen. Das kann man aus dem Video auch sehr gut erkennen.

    40. Lesemann schrieb am 27. Juli 2010 at 00:14 - Permalink

      Eva Herman hat sich bei Ihrem Kommentar im Ton vergriffen und wenig Taktgefühl bewiesen. Soweit, so schlecht. Warum der Spiegelfechter sie allerdings als “erzreaktionäre Blondine” (was hat die Haarfarbe damit zu tun?) bezeichnet, erschließt sich mir nicht.

      Denn ungeachtet der unschönen Formulierung, hat Herman im Kern Recht: Diese Gesellschaft hat kaum noch Werte. Werte sind “out” und wurden der Beliebigkeit geopfert. Veranstaltungen wie die Loveparade sind ein Zeichen von Dekadenz und Werteverfall. Man muss kein Christ sein (bin Atheist), um zu erkennen, dass “Party” für viele Jugendliche vor allem Alkohol/Drogen und Sex bedeutet. Sex ansich ist natürlich nichts schlechtes, doch wenn er wie ein Bier “konsumiert” wird und der Partner nur Lustobjekt ist, dann zerbrechen hieran junge Menschen, vor allem sicher Mädchen/junge Frauen.

      • Juli schrieb am 27. Juli 2010 at 00:21 - Permalink

        Denn ungeachtet der unschönen Formulierung, hat Herman im Kern Recht: Diese Gesellschaft hat kaum noch Werte.

        Nein, eine Gesellschaft unterliegt einem ständigen Wertewandel. Die Jugend von heute hat andere Werte als ältere Generationen. Und das ist gut so! Das nennt man auch Fortschritt. EH ist eine Ewiggestrige, die Anderen das Existenzrecht ihrer individuellen Werte absprechen will, eine Werte-Diktatorin, die meint, ihre Werte seien die einzig richtigen.

        Aber das ist ein generelles Problem der Ewiggestrigen und Erzkonservativen: sie kommen mit der Veränderung der Welt nicht zurecht, sind nicht anpassungsfähig, wollen alles erhalten wie es ist und versuchen die Realität auf ihre verstaubten Werte hin zurechtzubiegen. Die wahren Probleme unserer Zeit und deren Ursachen werden so völlig verklärt und echte Lösungen sehr unwahrscheinlich.

        • egalitarist schrieb am 27. Juli 2010 at 01:23 - Permalink

          Diese Gesellschaft ist moralisch schon längst in die Steinzeit & darüber hinaus zurück-katapultiert worden..
          Sie ist leider weitgehend auf ein “post-soziales” Verhalten zurück-gestuft bzw. liegt es wohl an der “post-flower-power”-Generation, die weite (elitäre) Teile eine nie gekannte emotionale Kälte und nihilistische Züge vorgelebt und dieses (a-)soziale Verhalten durch die akademischen “Bildungs”-Zentren des Westens indoktriniert hat – es ist ein ständiger Prozess, der sich zusehends zuspitzt und immer groteskere, pervertierte Früchte trägt.

          Eva Herman hierzu:
          “Natürlich übe ich in dem Artikel, wie immer übrigens, Kritik an den Urhebern des allgemeinen Sittenverfalls, wozu meines Erachtens hauptsächlich die sogenannten Achtundsechziger gehören. Sie haben Werte wie moralischen Anstand nahezu abgeschafft.”

          • Mordred schrieb am 27. Juli 2010 at 03:34 - Permalink

            eh macht immer einen auf pseudo-intelektuell und hat ansich aber null plan.
            dein posting inkl. ev zitat ist völliger trash bzw. einfach mal so kontextfrei in den raum geschmissen. kannste mal konkrete bsp nennen?
            nur mal eine sache: in den “schlimmen” 68ern konntest du dir drogen an jeder strassenecke kaufen. heutzutage siehts da schon schlechter aus^^

          • Granado schrieb am 27. Juli 2010 at 09:47 - Permalink

            Nur dass sich, schon in Berlin, gerade auch die CDU für die “Love-Parade” (oder Drogenparade) begeisterte. Und der ganze Kommerz ging auch noch als “Demonstration” durch, um für die Abfallbeseitigung nicht aufkommen zu müssen.

          • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:49 - Permalink

            zu solch kruden Kommentaren kommt man, wenn man sich diesen Mist “unvoreingenommen” durchliest, ohne die Fähigkeit zu besitzen, über das Gelesene reflektieren zu können.

          • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 12:27 - Permalink

            “Natürlich übe ich in dem Artikel, wie immer übrigens, Kritik an den Urhebern des allgemeinen Sittenverfalls, wozu meines Erachtens hauptsächlich die sogenannten Achtundsechziger gehören. Sie haben Werte wie moralischen Anstand nahezu abgeschafft.”

            Hmm, ja. Konsumgesellschaft, Kommerz über alles, Privatfernsehen – ich sage nur “geistig -moralische Wende”, Boulevardmedien, etc. – alles Schuld der fiesen 68er! Die haben den “moralischen Anstand” abgeschafft, den das bürgerlich-konservative Lager vorlebt(e) – Mixa, Dyba, Kohl uvm. lassen grüßen…
            Ernsthaft: das bei “68″ nicht alles Gold war, was glänzte, lässt sich wohl kaum zu bezweifeln. Aber wer solchen Schmarrn von sich gibt, bestätigt nur den Eindruck, zu glauben anstatt zu denken. Rationale Argumente sehen anders aus.

      • SwENSkE schrieb am 27. Juli 2010 at 07:32 - Permalink

        Ich teile Deine Ansichten zwar nur bedingt, finde Deinen Kommentar allerdings durchaus ansprechend, wenn, ja wenn Du auf diesen unsäglichen letzten Teilsatz verzichtet hättest.

        …dann zerbrechen hieran junge Menschen, vor allem sicher Mädchen/junge Frauen.

        Nun nenn’ mir mal bitte einen vernünftigen Grund, weshalb Frauen oder Mädchen in diesem Fall gefährdeter sein sollen als Jungs und Männer?
        Oder tritt da bei Dir nicht doch nur ein dummes und altes Vorurteil zutage?

        • PS schrieb am 27. Juli 2010 at 13:25 - Permalink

          Nun nenn’ mir mal bitte einen vernünftigen Grund, weshalb Frauen oder Mädchen in diesem Fall gefährdeter sein sollen als Jungs und Männer?

          Vielleicht, weil Mädchen/Frauen im Zweifel das Kind “am Hacken” haben, daß sich evtl. aus so einer “verlotterten Einstellung” ergibt. Was es heutzutage heißt, als Frau alleinerziehend zu sein werden die meisten vermutlich aus ihrem eigenen Bekanntenkreis kennen. “Zerbrechen” ist allerdings zugegebenrmaßen schon ein krasser Begriff.

          • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 13:46 - Permalink

            Vielleicht, weil Mädchen/Frauen im Zweifel das Kind “am Hacken” haben

            Damit hast du natürlich Recht. Aber ich würde das nicht als Problem eines vermeintlichen Werteverfalls sehen, sondern als Problem eines Wertewandels. Ein Problem ist das natürlich in jedem Falle, vor allem wenn man sieht, wie alleinerziehende Mütter in unserer Gesellschaft gestellt sind.

            Das auf einen Werteverfall zu schieben und zu glauben, früher war das besser, halte ich aber für zu kurz gedacht. Was glaubt ihr, was gerade Frauen früher alles ertragen mussten, da die meisten überhaupt nicht die Freiheit hatten sich zu trennen, da es außerhalb der Ehe kaum eine wirtschaftliche oder gesellschaftliche Existenzgrundlage für die Frauen gab? Vergewaltigung in der Ehe, ha, sowas gab es im Rechtsverständnis überhaupt gar nicht! Das war NICHT strafbar! Glaubt ihr, an so was und an vielen anderen Dingen, die die ‘alten’ Werte mit sich brachten, sind keine Frauen bzw. Menschen zerbrochen?

    41. Carsten Penkella (Westerwellenreiter) schrieb am 27. Juli 2010 at 00:57 - Permalink

      Jetzt haben es alle schon vorher gewusst. Auch der Spiegelfechter. Und Eva Herman.

    42. B.-C. Kämper schrieb am 27. Juli 2010 at 01:09 - Permalink

      Es heißt oben:

      “Als die ersten Besucher eine schmale Betontreppe als Ausweg ausmachten, begann die eigentliche Katastrophe – die Massen drängten zur Treppe, so dass es für die Eingezwängten in Nähe der Treppe nur noch die Flucht nach oben gab, die für viele Besucher mit einem tödlichen Sturz endete, der die Panik der unten stehenden Masse nur noch erweiterte.”

      Man liest auch immer noch, dass die Treppe “ungesichert” gewesen sei, aber sie hatte ein Geländer und wer es darüber/dahinter geschafft hatte, war erstmal gerettet. Ich habe x Videos auf Youtube und sonstwo angeschaut, aber auf keinem die Treppe hinunterstürzende oder auch nur immer wieder abrutschende Menschen entdecken können. Sind die 14 auf der Seite der Treppe alle auf einmal abgestürzt und keine Kamera/kein Handy hat es eingefangen? Das scheint mir unwahrscheinlich. Das heißt natürlich nicht, dass niemand durch einen Sturz von oben umgekommen ist (möglicherweise am ehesten die, welche später bei den Lichtmasten gefunden wurden, die die Leute hochgeklettert sind).

      Aber ich habe gestern ein einziges nur 6 sek dauerndes Video gefunden, das glaube ich genau den schrecklichen Moment einfängt, wo das schlimmste passiert sein muß, an genau der Stelle an der Wand vor der Treppe, wo später die Toten gefunden wurden, vgl. http://www.youtube.com/watch?v=aBRMC8prlGo
      Das Video oben ist offenbar ein Zusammenschnitt verschiedener Videos und zeigt offenbar die gleiche Szene aus anderer Perspektive über 15 s, (4:40 – 5:35), dann bricht die Videosequenz ab und eine andere folgt. Man sieht hier, wie die Leute übereinanderfallen und übereinandergeschoben werden und in Panik über darunter liegende drüberkrabbeln, nur weg, nur raus, hin zur Treppe. Die unten zu liegen kamen oder kopfüber runterrutschten, hatten keine Chance. Der Helfer in Schwarz am unteren Ende der Treppe aus dem 1. 6s-Video erscheint (aus anderer Perspektive und nur kurz, da zeitweise im Gewühl verdeckt, auch im zweiten Video (5:23 und 5:31). Es ist schwer erträglich, diese Bilder überhaupt anzuschauen, da spielen sich schreckliche Szenen ab.

      M.E. war es die ungeheure Verdichtung an dieser Stelle im Gedränge und Stürze am Boden, welche die Panik auslöste und nicht etwa, wie u.a. von Prof. Schreckenberg behauptet, angebliche Stürze von einer ungesicherten Treppe, für die zynischerweise mehr oder weniger auch noch die Leute verantwortlich gemacht wurden, die diesen Fluchtweg gewählt hatten. Die Verdichtung war also Folge der Sperrung und des Staus vor der Rampe, und der war aufgrund des Aufeinandertreffens der zu- und abströmenden Massen vor der Rampe und der versäumten Öffnung weiterer Zugänge oder einer effektiven weiträumigen Begrenzung des Zustroms vorprogrammiert. Sollte irgendjemand von euch anderes gesehen haben.

      Falls es Augenzeugen gibt, die den oben skizzierten Hergang im Wesentlichen bestätigen oder aber korrigieren können, wenn ihr anderes gesehen habt, wäre das für die Klärung der Ursachen der Katastrophe glaube ich sehr wichtig. Falls das anderswo schon diskutiert wurde (ich habe nichts gefunden), bitte ich um Nachsicht (ein Link wäre dann hilfreich).

      • SZenso schrieb am 27. Juli 2010 at 03:24 - Permalink

        Ich vermute, dass es vor der Treppe irgendwelche Hindernisse gab. Wie man hier sehen kann, waren an der Stelle Sicherheitszäune aufgestellt. Und auf diesem Video sieht man, wie die Leute über irgend etwas drüber klettern. Wenn da noch irgendwelches kaputtes Gestänge war, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich dort jemand verletzt, stolpert oder stürzt. Wenn man auf dem Boden liegt, dann hat man keine Chance mehr.

        Ich bin entsetzt und wütend, die Tragödie hätte nicht geschehen müssen.

        • drummy-b schrieb am 27. Juli 2010 at 09:45 - Permalink

          Das ist ein seeehr interessantes Video (das erste), offensichtlich hat man geahnt, dass es an dieser Stelle gefährlich werden könnte und um “Druck” aus der Sache zu nehmen die Zäune als Puffer aufgestellt. In der Hydrodynamik ensteht genau an solchen Ecken durch Verwirbelung der höchste Druck. Ein Heizungsbauer, der eine solches T-Stück mit Strömung von beiden Seiten konzipieren würde wäre wohl schnell arbeitslos. Nicht dass sich Menschen genau wie Wasser verhalten, aber parallelen sind auf den Videos imho klar zu erkennen. Die Behauptungen, da wären Menschen nach oben geklettert, um ‘schneller da zu sein’ oder die Besucher wären zu undiszipliniert gewesen sind ungeheuerliche Lügen. Auf den Videos ist klar zu sehen, dass es an der Treppe nur ums nackte Überleben ging. Der Grund für die Tragödie ist einzig und allein, dass der Tunnel überhaupt nicht dafür ausgelegt war, so viele Menschen aufzunehmen. Schon die Idee, das im Tunnel und insbesondere an der “Wirbelstelle” Übergang-Tunnel-Rampe die Menschen(Massen) gleichzeitig in verschiedene Richtungen fließen ist absurd. Den Entscheidungsträgern hätte man wohl auch eine Kanalisation verkaufen können, wo (um Geld zu sparen) das Wasser im Kanal gleichzeitig in verschiedene Richtungen fließt. Traurig, traurig.

    43. COPOKA schrieb am 27. Juli 2010 at 01:14 - Permalink

      Was mich bei ganzer Berichterstattung verstört, dass es andauernd von Massenpanik geredet wird.
      Ich habe mir etliche Vidios von dem Gedränge am/im Tunnel angeguckt – Massenpanik sieht ganz anders aus. Wäre es in dem Gedränge wirklich zu einer Massenpanik gekommen, würden wir jetzt von Hunderten Toten und Tausenden Verletzten reden. Das Publikum hat sich jedoch – Gott sei Dank – sehr gefasst und diszipliniert verhalten. Alle Voraussetzungen für eine viel größere Katastrophe waren vorhanden.
      Einer sprach von Massenpanik um die Sache nicht bei Namen zu nennen, und alle plappern es nach. Verzweiflung und panische Zustände bei einzelnen Personen ist noch lange keine Massenpanik.

      • Alex schrieb am 27. Juli 2010 at 01:47 - Permalink

        Bei Wikipedia steht, dass schon der Begriff “Massenpanik” an sich kritisiert wird, aber da geht es wohl mehr um den Begriff der Panik. Davon abgesehen, wenn man den Begriff so fasst wie da, also “eine Ursache von Fluchtbewegungen in Menschenmassen insbesondere bei Massenveranstaltungen infolge von Panik”, kann man es schon so nennen, weil es natürlich einer Masse um das Geschehen herum bedurft hat, damit die Leute, die mittendrin waren versucht haben diese Treppe zu erreichen und nicht einfach versucht haben, in eine andere Richtung weg zu kommen.
        Aber Du hast natürlich recht, dass die “Panik” zum Glück lokal begrenzt am Ende des Tunnels und an der Treppe stattgefunden hat, wenn man sich etwas weiter weg aufgehalten hat, konnte man sich relativ einfach nach hinten in Sicherheit bringen, wie auch auf dem Video zu sehen ist. In Mekka vor ein paar Jahren z.B. gab es ja ein vielfaches an Todesopfern..

        • COPOKA schrieb am 27. Juli 2010 at 03:10 - Permalink

          Genau diese “Fluchtbewegungen in Menschenmassen” gab`s am/im Tunnel – Gott sei Dank – nicht. Die Menschen wurden in dem Gedränge ohnmächtig, wurden erdrückt oder sie Verunglückten beim Versuch, dem Gedränge auf ungeeigneten Wegen zu entkommen. Das ist alles.
          Bei “Fluchtbewegungen in Menschenmassen” werden Dutzende schon durch paar Tausende zertrampelt. Hier waren Abertausende dicht gerdängt und haben sich en masse sehr gefasst verhalten.

          • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 14:06 - Permalink

            Bei “Fluchtbewegungen in Menschenmassen” werden Dutzende schon durch paar Tausende zertrampelt. Hier waren Abertausende dicht gerdängt und haben sich en masse sehr gefasst verhalten.

            Massenpanik heisst nicht, das alle panisch weglaufen und dadurch Menschen zu Tode getrampelt werden. So wird das vielleicht in einem Film inszeniert. Aber hier konnte die Masse ja nirgendwo hinlaufen.

            Ich war selbst mal für einen kurzen Augenblick in so einer Situation, auch auf einem Festival, direkt vor der Bühne. Da war so ein Druck, da sind Leute bewusstlos geworden und hingen vorne über der Absperrung, die Ordner haben die zuerst nicht rausziehen können, Leute haben angefangen um sich zu schlagen, weil die keine Luft mehr bekamen, Leute versuchten nach oben über die Schultern der Masse zu entkommen, das hat alles nur Schlimmer gemacht, das hat immer mehr Leute angesteckt, die dann alle nur noch raus wollten. Blöd wenn dann von hinten tausende Menschen nach vorne drücken. Die Band hat dann abgebrochen und die Lage hat sich schnell wieder beruhigt, das hat alles nur 2-3 Minuten gedauert.

            Bei der LP soll das ein Zustand über 45 Minuten gewesen sein. Das hier nicht massenhaft Panik und Todesangst geherrscht haben soll, halte ich echt für absurd und geradezu vermessen. Viele Menschen in dem Hexenkessel des T-Stücks (im Prinzip war das ganze T ein Tunnel, nur am Aufeinandertreffen ohne Dach) hatten zweifelsohne Todesangst und Panik, nicht nur Einzelne. Wenn ihr noch nie in so einer Situation wart: ihr könnt euch das nicht vorstellen!

            Dieses Interview mit dem Katastrophenforscher bestätigt das übrigens auch: http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Ursachen-der-Panik-article1137471.html

      • horst.pachulke schrieb am 27. Juli 2010 at 01:53 - Permalink

        Bei dieser Massenpanik waren die Verhältnisse derart beengt, dass die Masse keine größere Fahrt aufnehmen konnte. Sonst hätte es tatsächlich noch viel mehr Tote gegeben. Dennoch war es eine Massenpanik. Eine solche kennzeichnet sich dadurch, dass Menschen unkontrolliert und -kooridniert durch die Gegend mehr oder weniger gepresst und geschoben werden, wodurch eine Vielzahl von Menschen in einen lebensbedrohlichen Zustand gebracht werden – der Panik auslöst. Dann handelt nicht mehr der Einzelne, sondern “die Masse” als Ganzes. Diese wiederum gehorcht eigenen Gesetzen. Dennoch wird sich auch die Masse so schnell wie möglich in eine Richtung, die Sicherheit verspricht, bewegen – so schnell wie möglich heißt jedoch nicht unbedingt wirklich schnell. Dass jeder Bestandteil der Masse sich in diese Richtung bewegen will, heißt das übrigens auch nicht.

        • COPOKA schrieb am 27. Juli 2010 at 03:12 - Permalink

          … Massenpanik. Eine solche kennzeichnet sich dadurch, dass Menschen unkontrolliert und -kooridniert durch die Gegend mehr oder weniger gepresst und geschoben werden, wodurch eine Vielzahl von Menschen in einen lebensbedrohlichen Zustand gebracht werden – der Panik auslöst.

          Nein, die wurden “in einen lebensbedrohlichen Zustand” nicht durch Panik, sondern durch das Gedränge als solches gebracht. Dass es bei einzelnen Menschen auch die panische Zustände auslösst, ist folgerichtig und verständlich.

          Dann handelt nicht mehr der Einzelne, sondern “die Masse” als Ganzes. Diese wiederum gehorcht eigenen Gesetzen

          Genau das ist es zum Glück nicht passiert.
          Wie schon gesagt, Massenpanik sieht ganz anders aus.

          • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 14:13 - Permalink

            Wie schon gesagt, Massenpanik sieht ganz anders aus.

            Das sagst du, aber Leute die sich damit fachlich beschäftigen, sagen etwas anderes, siehe meinen Link oben. Du hast vielleicht ein etwas starres Bild vom Massenpanik. Das Geschiebe wird eben auch durch die Panik vieler lebensbedrohlich.

            Ich finde das aber ehrlich gesagt ganz schön borniert und pietätslos, hier auf so einem Begriff rumzureiten, Recht haben zu wollen, wo offensichtlich 20 Menschen umgekommen und 350 verletzt wurden.

            • Loellie schrieb am 28. Juli 2010 at 11:45 - Permalink

              Sorry das ich meinen kommentar herrausnehme, aber wenn hier Leute wie dieser Sven K weiter unten kommentieren dürfen, bin ich hier falsch.

              Schäm dich Jens, sowas stehen zu lassen. PFUI

      • Irgendwo im Osten schrieb am 27. Juli 2010 at 02:59 - Permalink

        Sehe ich nach den Videos auch so. Das sieht vor allem im Bereich des Tunnels noch alles relativ entspannt aus.
        Die eigentlichen Todesfälle haben sich wohl _auf_dem_Weg_ zur Treppe ereignet.
        In http://www.youtube.com/watch?v=WXK0l0jmW1Q&feature=related sieht man (Vorsicht, schlimme Bilder) daß die Toten aus einem Bereich ca. 10-20 Meter vor der Treppe rausgezogen werden. (Im Vergleich zum Video hier auf SF kann man das lila Plakat als Orientierung nehmen.) Bemerkenswerterweise ist da relativ viel Platz für die Bergungsaktion.

        Insofern glaube ich, daß da ein gewaltiger Zug der Masse in Richtung der Treppe entstanden ist, von allen Seiten. Und zwar nicht in der Intention, aus einer Panik rauszukommen, sondern schlicht weil es da weiterging und einige als Erste den Weg nach oben erschlossen hatten. Da hat sich dann sich aus der stillstehenden Masse zuerst eine Art Rinnsaal, am Ende dann eine Flut von allen Seiten mit dem Ziel Treppe ergossen. Die meisten wollten da wahrscheinlich gar nicht unbedingt hoch, sind aber mit der Masse mitgerissen worden. Und die Toten und Verletzten sind die, die eingequetscht, kollabiert oder sonstwie den Stand verloren haben und zu Boden gegangen sind. Die anderen konnten gar nicht anders, als über sie drüberzulaufen.

        Vermutlich konnte die Situation erst dann aufgehalten werden, als oben an der Treppe dichtgemacht wurde und so der Strom gestoppt wurde. Als die Masse wieder zum Stillstand gekommen war, konnten dann auch die Retter durchkommen. Weil sich die stillstehende Masse jetzt wieder einigermassen in alle Richtungen verteilen konnten. Sieht man auch an den Rettungsaktionen, wie Menschen relativ ungezwungen durchs Bild laufen können.

        Insofern kann der Panikforscher Schreckenberg durchaus recht haben mit seiner Äusserung von wegen genug Platz im Tunnel. Gleichwohl ist sein kriminelles Vergehen, die Örtlichkeit im Vorfeld nicht besucht zu haben, und auf den Abriss der Treppe und auch des blauen Containers (oder was auch immer das war) auf der anderen Seite bestanden zu haben. Der hat den Untenstehenden genauso gezeigt, daß man nach oben gelangen kann und hat, ebenso wie die Treppe gegenüber, ein Bewegungsmoment in die eigentlich von der Polizei vorgesehene und erwartete _stillstehende_ Masse reingebracht.

        Daß es, (mal abgesehen von der Stichhaltigkeit des Sicherheitskonzepts), eine gehörige Portion Menschenverachtung erfordert, zu planen, eine solche Menschenmasse durch ein Nadelöhr in einer Ego-Shooter-ähnlichen industriellen Ruinenlandschaft zu pressen, scheint mir auf den nicht ganz integren Charakter der Verantwortlichen hinzudeuten.

        • SH schrieb am 27. Juli 2010 at 07:08 - Permalink

          Und wieder ein Video, das schwupsdiwups “vom Nutzer entfernt” wurde.
          Nicht etwa geflaggt.

          Spiegelt solche Videos!

          • Ralf schrieb am 27. Juli 2010 at 10:40 - Permalink

            Ich hab das noch im Cache. Läuft mit VLC. Wo spiegelt man das? Rapidshare?

            • SH schrieb am 29. Juli 2010 at 05:34 - Permalink

              Wenn es die Richtlinien von youtube nicht verletzt, einfach auch wieder da, vielleicht vorsorglich als “ab 18″ flaggen.
              Oder bei Plattformen, die nicht solche Löschfinger sind, z.B. liveleak.com.

              Bei rapidshare ist mMn ungünstig, weil sich die wenigsten die Mühe machen werden, es erst herunterzuladen statt gleich im Browser anzusehen.

    44. ajku schrieb am 27. Juli 2010 at 01:29 - Permalink

      @SF
      Ich bin mir jetzt nicht sicher – da walte Dein neues Kommentarsystem -, aber ich glaube, dies hat noch keiner moniert: Welcher Teufel hat Dich geritten, diesen Titel zu wählen?

      • Alex schrieb am 27. Juli 2010 at 01:58 - Permalink

        Finde den Artikel sonst sehr gelungen, auch die Einschätzung zu E.H.(auch wenn der eine Satz “Über eine Verschwörungstheoretikerseite verbreitet die erzreaktionäre Blondine” unnötig ist und am Thema vorbeigeht).

        Aber bei dem Titel habe ich mich auch, nunja, gewundert..

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 09:56 - Permalink

        Freud würde sagen: Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre

    45. unschland schrieb am 27. Juli 2010 at 02:46 - Permalink

      im wdr-extra wurde vorhin der brief eines verantwortlichen der stadt an ex-im ingo wolf gezeigt, worin sich dieses mitglied unserer funktionselite darüber beschwert hat, dass der polizeipräsident von duisburg es gewagt hatte, seine bedenken öffentlich zu äußern, was ja gar nicht geht wegen der zu erwartenden negativpresse…
      ich glaube mich zu erinnern, dass es dabei um den ehemaligen polizeipräsidenten ging…

      also wurde für die reibungslose genehmigung nicht nur die leiterin des duisburger bauamtes entfernt sondern ggf. auch noch die polizeiführung auf kurs gebracht.
      ( “ggf” weil ich mir nicht 100%ig sicher bin, ob der nur gleichgeschaltet oder gegangen wurde)

      als zugereister mülheimer (nachbar-stadtversuch von duisburg) muss ich leider sagen, dass das, was die provinzfürsten und ob`s hier in der region so abziehen, um sich und dem drecksmoloch ruhrgebiet ein denkmal zu setzen, einfach nur noch peinlich ist. lokalpatriotismus ist eine sache, größenwahn eine andere.
      kulturhauptstadt? = stillosleben auf dem ruhrschnellweg. man kann auf der autobahn was anderes als autofahren? hui, kultur! – nein sogar kunst, wenn man derartige massenspektakel als sozialinstallationen ansieht. die städte hier sind voll pleite, aber wenns brot knapp wird, gibts halt mehr spiele.
      diesmal wurden die zuschauer als darsteller verheizt. kolateralschäden beim kampf gegen klamme finanzen und gegen die drohende bedeutungslosigkeit

      • B28 schrieb am 27. Juli 2010 at 10:50 - Permalink

        noch steht der Brief auf der CDU-Seite

        http://www.cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=103

        Brief an den Innenminister Dr. Ingo Wolf von Thomas Mahlberg MdB

        Sehr geehrter Herr Dr. Wolf, aus Sorge um das Ansehen meiner Heimatstadt Duisburg wende ich mich heute mit diesem Schreiben an Sie. Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin zählt auf Grund seines Lebensalters und seiner Dienstjahre zu den erfahrenen Kräften der Polizei in Nordrhein-Westfalen, seine Handlungsweisen insbesondere der jüngsten Vergangenheit sprechen aber leider eine ganz andere Sprache. Bis zu den sogenannten Mafia-Morden in Duisburg vertrat der Polizeipräsident stets die Auffassung, in Duisburg gäbe es keine nennenswerte organisierte Kriminalität. Eine fatale Fehleinschätzung die durch das Geschehen vor dem Restaurant ?Da Bruno? mehr als transparent wurde. Vor wenigen Wochen lies der gleiche Polizeipräsident bei einer Anti-Israel-Demon- stration in Duisburg Israelische Flaggen entfernen und trat unser Demokratieverständnis mit Füssen. Während sich Menschen in aller Welt über das Vorgehen zu Recht empörten, versuchte Herr Cebin seine Entscheidung in einer ersten Stellungnahme gar noch zu verteidigen. Am vergangenen Wochenende lies die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen. Während der Veranstalter der Love Parade noch nicht einmal eine Strecke angemeldet hat und die Gespräche zwischen Stadt und Veran- stalter geführt werden, sagt Herr Cebin ab, wenn man die Presseberichterstattung richtig interpretiert, die Love Parade für Duisburg ab. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge. Ich frage Sie, Herr Dr. Wolf, was treibt den Duisburger Polizeipräsidenten zu einer derartigen Handlung ? Warum spricht er nicht mit den Verantwortlichen der Stadt Duisburg sondern fügt der Stadt Duisburg einen weiteren Imageschaden zu ? Bereits nach dem Fahneneklat hatten viele Menschen drastische Sanktionen aus dem Innenministerium erwartet. Sie sind bisher ausgeblieben. Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen. Im Interesse der in Duisburg lebenden Menschen, im Interesse der Polizei. Mit freundlichen Grüßen, Thomas Mahlberg MdB

        Thomas Mahlberg sollte als erster seinen Hut nehmen.

        • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 12:51 - Permalink

          Ja. Unglaublich. Allerdings ist der Brief von Februar 2009. Da hätte man noch viel ändern und besser planen können.
          So über 1 Jahr vorher würde ich vielleicht auch sagen: Es sollte doch im Prinzip möglich sein, sowas durchzuführen.

          Die Beteiligten sollten allesamt ihren Hut nehmen. Erst recht der Oberbürgermeister. Das ist das Mindeste, was nötig ist.
          Ein Rudolf Seiters hat damals als Bundesinnenmister wie selbstverständlich die politische Verwantwortung übernommen, als Wolfgang Grams und ein Beamter bei einem GSG9-Einsatz erschossen wurden. Obwohl der nun damals wirklich gar nichts dafür konnte.

        • goldman sachs schrieb am 27. Juli 2010 at 12:57 - Permalink

          CDU-M(afioso)dB Mahlberg fordert VOR dem Desaster die Entlassung des Duisburger Polizeipräsidenten, der die Loveparade 2010 in Duisburg wegen “eklatanter Sicherheitsmängel” absagen will:

          Duisburgs CDU-MdB Mahlberg in seinem Erpresserbrief: „ … lies die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen. Während der Veranstalter der Love Parade noch nicht einmal eine Strecke angemeldet hat und die Gespräche zwischen Stadt und Veran- stalter geführt werden, sagt Herr Cebin ab, wenn man die Presseberichterstattung richtig interpretiert, die Love Parade für Duisburg ab. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge. Ich frage Sie, Herr Dr. Wolf, was treibt den Duisburger Polizeipräsidenten zu einer derartigen Handlung ? Warum spricht er nicht mit den Verantwortlichen der Stadt Duisburg sondern fügt der Stadt Duisburg einen weiteren Imageschaden zu ? (…) Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen. Im Interesse der in Duisburg lebenden Menschen, im Interesse der Polizei. Mit freundlichen Grüßen, Thomas Mahlberg MdB“
          http://cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=146

          Diese sinnlosen endlosen Erörterungen des Hergangs sollen nur ablenken von den oberkriminellen Machenschaften des politischen Abschaums im „Hintergrund“, der Duisburger CDU-Mafia. In diesem politkriminellen Dunkelmilieu wuchert das wirkliche Problem

          VOR dem Desaster forderte der lokale CDU-Bundestagsmafioso Mahlberg, „Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen“, weil der Duisburgs Polizeipräsident die Erklärung wagte, „eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen“ .

          NACH dem Desaster heuchelt dieser braune CDU-Mafioso Mahlberg: „Was als unbeschwertes Fest im Rahmen der Ruhr2010 geplant war, entwickelte sich zur größten Tragödie der Stadt Duisburg. Der Schock über dieses nicht für möglich gehaltene Unglück überlagert alles, was die Loveparade eigentlich sein sollte“
          http://cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=146

          Es ist eine hochkriminelle Farce. CDU-Mafioso Mahlberg ist qua seines Amtes vor Strafverfolgung geschützt. Erst holt der CDU-Mafioso in seinem Brief an den Innenminister gegen den Duisburger Loveparade-Verhinderer heuchlerisch die verlogene Israelkeule raus, dann diffamiert er den Polizeipräsidenten persönlich wegen der Mafiamorde in Duisburg, dann fordert er, “den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen”.

          Duisburgs Polizeipräsident blieb bis zum Schluß standhaft gegen den massiven Druck der kriminellen CDU-Mafia. Erst am Samstag morgen, vor der Loveparade, ertelte Mahlbergss Mitmafioso und CDU- Parteifreund ,Duisburgs CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Genehmigung für die Loveparade .

          Widerwärtig, ekelhaft, pervers.

          Max Liebermann 1933, nachdem er den Fackelzug zur Machtüberlassung an Adolf Hitler sah, “Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte”.

    46. Mordred schrieb am 27. Juli 2010 at 02:49 - Permalink

      also die eva in dem artikel zu erwähnen ist bestenfalls überflüssig. da gibts jetzt zig postings durch die äußerungen einer person, die sowas von wayne ist^^
      da ich als betroffener besucher mich im gegensatz zu sonstigen themen des sf hiermit sehr intensiv beschäftigt habe: bitte mehr quellenangaben!!! ich kann durch meine intensiven nachforschungen schon sagen, dass ich viele aspekte des artikels grundsätzlich als richtig beschrieben erachte. aber das sollte wohl für jeden so sein ;)

    47. Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 03:15 - Permalink

      Das eigentliche Problem ist doch:

      Es gab Tote – die von oben in die Menge gefallen sind oder nunmal zertrampelt wurden – und dies hat eine Panik ausgelöst. Warum ist das so?

      Es ist wie immer. Etwas schlimmes passiert und die üblichen pupertären Mädels werden völlig gehirnlos hysterisch und blöken rum wie selbst abgestochen, frei nachdem Motto: “Seht her, schaut hin, mir gehts so schlecht!”

      Plötzlich werden sie aus ihrer Pseudorealität und Scheinwelt einer heilen bürgerlichen “Mammi-Papi helfen mir bei allem” Familie und TopModel by Heidi Klum “Realität” regelrecht herausgerissen und in die Wirklichkeit geworfen! “Oh Gott es gibt Tote ja wirklich….!”

      Die völlige Hilflosigkeit ist die Folge und wenn sie noch Denken hätten gekonnt – wozu sie aber nicht mehr in der Lage waren – hätte man in ihren inadequaten aber die Panik auslösenden Scheien, noch “Mammi und Pappi (hilf mir)” herausgehört.
      ____________________________________________________________________________________

      Also ist doch die Frage, warum Kinder hier vor Ort waren? Ein Erwachsenen macht aus, das er für seine Handlungen die Verantwortung übernehmen kann. Wenn ich als Erwachsener das nicht kann, bin ich – zwar dem Alter nach Erwachsen – aber entwicklungsreduziert und somit noch auf dem Stand eines Kindes, was aber strafrechtlich keine Entschuldigung darstellt wenn nicht von einem psychologischen Gutachten festgestellt. Ergo bin ich strafrechtlich Schuldhaft, weil ich Panik verbreitet habe.
      Es liegt also in der Verantwortung jedes Menschen, irgendwann einmal Erwachsen zu werden (die Gesellschaft bietet einem hierbei einen Rahmen an mit dem Alter 18) um sich selbst unter Kontrolle zu haben und Verantwortung über sein Handeln übernehmen zu könnnen.
      Wenn man das nicht irgendwann kann z.B. aus Bequemlichkeit an sich zu arbeiten und jemand drittes kommt dabei druch mein Handeln/Verhalten zu schaden kann nur eines folgen: STRAFE.
      (In der Hoffnung das das dann den Anreiz darstellt.)

      Mit freundlichem Gruß
      Sven

      • Mordred schrieb am 27. Juli 2010 at 04:26 - Permalink

        da sprach der unerfahrene theoretiker.
        sich heidi klum anzusehen oder das alter haben erstmal ABSOLUT NIX damit zu tun, wie man in solchen extremsituationen reagiert.

        • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 10:58 - Permalink

          Ich war schon als Kind schon mehrfach in weit aus schlimmeren und gefährlicheren Lagen wie diese Leute dort… daher schreibe ich sozusagen aus Erfahrung.

          Und wenn Sie das nächste mal schreiben, haben Sie so viel Respekt vor Ihrem Leser und benutzen bitte Groß- und Kleinschreibung.

      • drummy-b schrieb am 27. Juli 2010 at 09:23 - Permalink

        Oh Gott, Ihr Kommentar ist ja quasi noch schlimmer als der von Frau Herrmann. Es wird Zeit, dass Sie mal in Japan U-Bahn fahren oder an der richtigen Stelle im Kölner Rosenmontagszug dabei sind. Sie haben wohl noch nie in ihrem Leben Panik gehabt oder Todesangst gehabt, sonst könnte man glaube ich kein so unerträgliches Klug-gescheiße von sich geben.

        • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 10:52 - Permalink

          1. Danke. Ich sehe das mal als Kompliment an. Denn zumindest hatte Frau Herrmann Mut etwas abseits der Mainstreammeinung zu sagen und konnte dies auch adequat argumentativ ausführen. Nur weil sie es nicht nachvollziehen können oder es einfach banal nur falsch finden, ist Frau Herrmann ja nicht dumm! Und wenn ich mich schon mal für eine kath. Theologin stark mache, dann will das schon was heißen…

          2. Nein ich habe noch nie in meinem Leben Panik oder Todesangst gehabt, weil ich gelernt habe, in solchen Situationen erst einmal ruhig zu bleiben, auf mich und mein Können zu vertrauen und erstmal nachzudenken(!)… und dann zu tun was zu tun ist.

          Ich kann mir schon vorstellen, das man in der “gutbürgerlichen Dorfwelt” wo man noch nicht mal einmal in einem Ferienlager war oder seine Kinder (der “Gefahr” wegen) hinschicken würde, das jetzt nicht nachvollziehen kann.

          Tut mir Leid aber Ihr Beitrag strotzt nur so von Angst, Furcht und Hilflosigkeit kurz vor dem Beten gen Himmel. Reißen Sie sich mal zusammen und seien sie ihren Kindern wenn Sie haben ein Vorbild! Lernen Sie, machen Sie sich schlau über das was Ihnen solche Angst breitet. Aber dafür müssen Sie diese Angst halt auch nunmal akzeptieren und eben nicht schon zu Hause bei der ersten Vorstellen an sowas in Panik geraten und alle Gedanken daran wegwischen. (z.B. was kann ich tun wenn ich in einer Menschenmenge stehe / und Panik ausbricht… Was kann ich tun bei Erdbeben? Was kann ich tun bei einem Wirbelstrum wenn ich gerade auf einer Insel bin – nennen wir sie mal Sylt und ich will das mein Kind nicht in seinem Zelt druch die Luft fliegt?)

          “Angst ist normal – Panik nicht!”

          • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 11:34 - Permalink

            1. Danke. Ich sehe das mal als Kompliment an. Denn zumindest hatte Frau Herrmann Mut etwas abseits der Mainstreammeinung zu sagen und konnte dies auch adequat argumentativ ausführen. Nur weil sie es nicht nachvollziehen können oder es einfach banal nur falsch finden, ist Frau Herrmann ja nicht dumm! Und wenn ich mich schon mal für eine kath. Theologin stark mache, dann will das schon was heißen…

            Meinetwegen sollen sich Frau H. und alle anderen Spinner darüber ereifern wie sehr doch unsere Werte verfallen – aber den Tod von mittlerweile 20 Menschen dafür als Anlass zu nehmen und sich insgeheim noch darüber zu freuen, dass diese Veranstaltung jetzt wohl für immer ein Ende gefunden hat ist niederträchtig und pietätlos.

            2. Nein ich habe noch nie in meinem Leben Panik oder Todesangst gehabt, weil ich gelernt habe, in solchen Situationen erst einmal ruhig zu bleiben, auf mich und mein Können zu vertrauen und erstmal nachzudenken(!)… und dann zu tun was zu tun ist.

            Bla bla bla. Ich will mal sehen wie Sie ruhig und gelassen bleiben wenn Ihnen die Luft abgedrückt wird, nirgendwo ein Ausweg ist, Sie sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen können, niemand auf Ihre Hilfeschreie hört und Ihnen langsam schwarz vor Augen wird, mit der Gewissheit, dass Sie einfach zertrampelt werden, wenn Sie umfallen.

          • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 14:25 - Permalink

            Nein ich habe noch nie in meinem Leben Panik oder Todesangst gehabt, weil ich gelernt habe, in solchen Situationen erst einmal ruhig zu bleiben,

            Du bist der allercoolste.

            Nur: ich glaub dir kein Wort, du bist ein Troll. Vielleicht ein kleiner Junge, der vor seinem Monitor sitzt und aus seiner Traumwelt heraus schreibt. Wenn du wirklich so wärst, wie du behauptest, dann hättest du es gar nicht nötig, hier rum zu prahlen. Panik ist keine individuelle Schwäche. Erzähl mir nicht, das du keine Angst bekommst, wenn du keine Luft mehr bekommst, wenn du drohst zu ersticken. Meine Erfahrung mit Leuten, die so den Oberchecker raushängen lassen wie du, ist, das ihr die ersten seid, die in solchen Situationen anfangen zu heulen, weil dieses ‘alles unter Kontrolle’ haben eben nur ein Wunschtraum ist, hinter dem man sich und seine Ängste verstecken kann.

            Bah, bist du peinlich….

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 10:01 - Permalink

        Unabhängig von der zynischen Formulierung Deines Kommentars: Genau auf solche Besucher muss sich das Sicherheitskonzept einstellen und genau diese Besucher müssen durch Veranstalter und Behörden geschützt werden.

        Nach Erkenntnissen der Panikforschung ist es übrigens egal, wie alt jemand ist oder welche Sozialisation er genossen hat – in einer solchen Paniksituation reagiert der Mensch wie ein Mensch.

        • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 10:36 - Permalink

          Freut mich das Sie mir schreiben.

          Ich möchte nicht das wir uns hier falsch verstehen. Das war gar nicht so zynisch wie es villeicht rüber kam – das wollte ich bewusst nicht, obwohl ich mir wahrlich überlegt habe den Vergleich mit einer Herde Knus http://de.wikipedia.org/wiki/Gnus zu ziehen, weil dieses sich in ähnlich dramatischen Situationen (Wasserknappheit/Unnatürlicher Tod/Panik/Herde) genauso bzw. klüger Verhalten. Hierfür muss man kein Misantrop sein, dass man es geradezu als Bankrotterklärung sieht wenn nicht gerade die klügsten Tiere es in der Gruppe fertigbringen ihre Existenz aufrecht zu erhalten, im Vergleich zum ach so hoch entwickelten Menschen.

          Hierfür sind Erkenntisse aus der Panikforschung ja nur ein Beleg für – diesen tragischen Umstand. Die Frage ist doch (und ich weis nicht ob Frau Hermann diese eigentlich stellen wollte) ob es mal anderst war vor langer Zeit oder ob die Menschen erst neuerdings sich zu solchen lebensunfähigen Gruppentieren verwandelt haben.

          Die Frage finde ich, darf druchaus beantwortet werden. Das an den Konzepten und der nicht “artgerechten” Haltung mit u.a. Bauzäunen die Menschenverachtung der Veranstalter, der Poltik, der Polizei, der Berater und allen sonstigen Beteiligten ihren Höhepunkt erreicht hat – unabhänig meines von mir dargestellten Sachverhalts – ist mir genauso klar wie Ihnen.

          Nur ist “Ruhe zu bewahren – auch in schlimmer Not – das es nicht noch schlimmer wird und eine Panik ausbricht” die Pflicht jedes Erwachsenen in so einer Situation. Also, wo lag das Problem? Bei der Polizei….? Nein. Nicht hierfür. Nicht für diesen Sachverhalt, das von einigen wenigen, viele in Panik versetzt wurden.

          Die Umstände waren schlimm – zugeben – und begünstigend für eine Panik. Also war dringender denn notwendig sich zusammenzureißen und besondere Verantwortung für sich und jeden übernehmen. Aber irgendjemand (und das waren viele) war plötzlich alles scheiß egal bzw. sie sich selbst wichtiger mit ihren kindlichen entwicklungsreduzierten Emotionen und evtentuellen Gedanken. Das ist der Punkt an der Sache.

          • name schrieb am 27. Juli 2010 at 12:50 - Permalink

            Erzähl doch keinen dämlichen Dreck.

            Selbst, mit 1.90 Meter Größe und sportlich voll durchtrainiert hast du in so einer Masse keine Chance. Da kannst du den Leuten neben dir noch die Fresse einschlagen, sie nach unten drücken, aber das war es aber auch. Und weißt wat, ich habe diese Statur, und habe solche Situationen auf engstem Raum schon erlebt. Da kannst du gar nichts.

            Ruhe bewahren, du Spinner echt!

          • Meerbuscher schrieb am 27. Juli 2010 at 12:54 - Permalink

            2. Nein ich habe noch nie in meinem Leben Panik oder Todesangst gehabt, weil ich gelernt habe, in solchen Situationen erst einmal ruhig zu bleiben, auf mich und mein Können zu vertrauen und erstmal nachzudenken(!)… und dann zu tun was zu tun ist.

            So ein Unfug …

            Jeder hat da wohl so seine eigene Schwelle, bevor er die Kontrolle verliert, meine liegt auch recht hoch. Das gilt aber doch wohl nur solange, wie man noch selber Herr der Situation ist – oder sich zumindest so fühlt, als wäre man das. Menschen sind aber zweifellos unterschiedlich und es ist nun mal nicht zu erwarten, dass jeder so reagiert, wie es angemessen wäre oder wie man es selber gerne hätte. Das Problem dürfte doch sein, dass eine Masse Mensch eben anders reagiert – dynamischer und sich selbt verstärkend – das individuelle Wollen oder Können zählt dann nicht mehr. Jeder dem dann die Luft wegbleibt und der heruntergedrückt wird, wird früher oder später panisch reagieren, auch ein Sven K. Er braucht dann vielleicht rationale 10 Sekunden mehr – das kann natürlich das Überleben sichern, aber ich denke, in der Masse ist das eher Zufall. Vermutlich zählt da eher Glück, Rücksichtslosigkeit und Kraft mit der man sich noch durchsetzen kann. Ob man überhaupt in diese Situation hereingerät, wird auch ab einem bestimmten Punkt nicht mehr kontrollierbar sein, es ist naiv, das zu glauben.

            Natürlich hätten auch bei mir viel früher die Alarmglocken geschellt. Ich wäre z. B. niemals mit dieser Masse Mensch in den “Gelben Bogen” reingegangen, obwohl das ja gar nicht der Punkt war. Das eigentlich erschreckende für mich war, dass die Katastrophe letztendlich ja – im Widerspruch zu dem, was man sich als “Massenpanik” vorstellt – eigentlich auf relativ begrenztem Raum, aber eben durch die Umstände ausgelöst und “begünstigt”, stattgefunden hat und dann trotzdem solche entsetzlichen Folgen haben kann.

            Ich halte deinen Kommentar insofern für äußerst zynisch, arrogant und die völlige Selbstüberschätzung. Mir gehen auch manche Jugendliche in ihrer teilweisen Grenzdebilität, Naivität und Sorglosigkeit auf den Senkel, diese ganzen Spaßveranstaltungen, diese unpolitische Flatratespaßgesellschaft und und und, aber es waren in Duisburg wohl vor allem die Umstände, die zur Katastrophe geführt haben und weniger irgendein individuelles Unvermögen der betroffenen Opfer.

    48. Schnellinger schrieb am 27. Juli 2010 at 03:40 - Permalink

      Zum Thema das nur diese eine Rampe fatalerweise als Ein- und Ausgang konzipiert war ist es sehr interessant zu sehen, das auf dem offfizielen Lageplan-Flyer der LoPaEvent noch diese zweite Rampe als Zu- und Abgang eingezeichnet ist, die aber nach allem was zu sehen und zu lesen war an jenem Tage nicht genutzt wurde.
      Wann also wurde das geändert und wieso?
      http://www.rp-online.de/public/download/regional/niederrheinnord/duisburg/HBYsJXFh.pdf
      Ob das Chaos im Tunnel, ohne das man dort drinnen was für An- und Abreise getrennt hätte, dadurch vermieden worden wäre ist fraglich, aber wieso das “offiziell” noch eingezeichnet aber dann anscheinend gecancelt wurde?

      • Marcus schrieb am 28. Juli 2010 at 01:43 - Permalink

        Eventuell musste man die zweite Rampe als Rettungsweg bereithalten, und konnte diese nicht als normalen Ein-/Ausgang nutzen.

        Interessant ist auch die Kreuzung der Wegstrecken im von dir verlinkten Flyer, der später auf duisburg.de veröffentliche Wegplan hatte diesen Nachteil nicht mehr, allerdings dafür dann 4 Wegstrecken durch den gleichen Zugang.

        Hier der Plan wie er zuletzt auf Duisburg.de veröffentlich wurde:

        http://www.duisburg.de/micro2/loveparade/wege/index.php.media/326833/Loveparade-zugang_angepasst.jpg.scaled/661×881.pm1.bgFFFFFF.jpg

        • Schnellinger schrieb am 28. Juli 2010 at 15:04 - Permalink

          Auf dem Bild ist das aber auch (bewußt?) wunderbar unklar gehalten, ob es sich um eine oder 2 Rampen wie in dem PDF handelt.
          Sieht zwar nicht so wirr aus wie die sich kreuzenden Wege, aber impliziert bei mir, das es dort eigentlich 4 mit Drängelgittern abgegrenzte Wege auf der Rampe hätte geben müssen, weil anders die dort abgebildete Trennung ja gar nicht funktionieren kann. Bei der Benutzung beider Rampen allerdings würde der Plan ja noch Sinn halbwegs einen Sinn ergeben.

    49. gerdos schrieb am 27. Juli 2010 at 08:33 - Permalink

      Danke Jens, dass Du bezüglich des Textes von Eva Hermann mal so richtig klare Kante gezeigt hast. Anders kann man mit diesen Leuten doch gar nicht mehr reden. Freundlichkeit werten sie sonst als Zustimmung.

      Wenn ich hier die Polemik einiger User bezüglich Alkohol und Drogen lese und deren moderaten Umgang mit dem Kommentar von Eva Br….äh Hermann, dann frage ich mich, wann konsequenterweise auch der Ruf nach Abschaffung der Rosenmontagsumzüge und des Oktoberfestes laut wird. Alles Sodom und Gomorrah.

    50. gerdos schrieb am 27. Juli 2010 at 08:36 - Permalink

      Hier noch die aktuelle Stellungnahme des OB von Duisburg. Eine Frechheit.
      http://www.duisburg.de/news/102010100000331434.php

    51. x-cube schrieb am 27. Juli 2010 at 08:55 - Permalink

      Moin,

      ich bin auch enttäuscht. Spiegelfechter reiht sich ein in Hermann bashing. Toll. Über den Kopp Verlag kann man auch seine Meinung haben. Aber diese Abwertung ist nicht ok. Zumindest nicht auf diesem Niveau. Ich habe das Gefühl der Spiegelfechter wird mehr und mehr mainstream. Schade…

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 10:08 - Permalink

        Oh ja, ich schlimmer Mainstream-Finger steige auch stets auf das Hitler-Bashing und das NPD-Bashing ein – diese Abwertung ist für viele Leser auch nicht ok. Schlimm das.

      • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 12:53 - Permalink

        Aber diese Abwertung ist nicht ok. Zumindest nicht auf diesem Niveau.

        Stimmt, nachdem Eva H. so einfühlsam und auf hohem Niveau daher brabbelte… Nein wirklich. Ich steige jetzt in meine Kopp-gesponsorte Reichsflugscheibe und bringe Eva ein wenig Respekt vorbei. Sie hat doch alles nicht so gemeint. [seufz]

    52. Katinka schrieb am 27. Juli 2010 at 08:57 - Permalink

      @Sven K.

      Hier gibts einen Erlebnisbericht von so einer “postpubertären Göre”. Ich wüsste nicht, was ihr Reifegrad für einen Einfluss auf die Situation gehabt hätte.

      http://juliasloveparade.blog.de/2010/07/25/verstehe-9037707/

      Was man von diesen Veranstaltungen und den Leuten hält, die zu solchen Veranstaltungen gehen, hat mit dem Unglück an sich nichts zu tun und genau deshalb sind auch die Ausführungen von Eva Herrmann so völlig daneben.

      • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 10:10 - Permalink

        Ok. Hab Ihren post in ihrem Blog mal vollständig gelesen. Ich kann nur sagen, da hat mal wieder jemand gemeint: “wenn ich was trinke muss ich nur so oft aufs Klo” …mit den dann folgenden Folgen sprich Ihrer Geschichte.

        Das ist leider rellativ typisch für Frauen bzw. ein paradebeispiel für verqueres Verhalten. Ob das jetzt mal was mit Entwicklungsreduzierung zu tun hat, lass ich mal dahingestellt sein.

        Da ein Mann jedoch auch im Job (tut mir leider aber meine Erfahrungen hier sind leider zahlreich mit “wenn ich was trinke…. dann Klo”) viel weniger bereit ist sich selbst zu geißeln und viel eher und früher sagen würde: “Fickt euch!” bzw. was radikal ändern, würde mich mal interessieren wie viele der mitterweile 20 Toten denn bitte Mann und wieviele Frau gewesen sind. Ich würde Tippen 1/4 wenn sogar noch ein größeres Missverhältnis von Mann zu Frau.

        Dieses “Umkippen” ob das bei so einer Großveranstaltung in der Menge oder im ICE bei 35 und mehr °C ist, ist NUR ich betone medizinisch NUR auf Dehydrierung zurückzuführen – sprich auf zu wenig Trinken und das wiederum ist nur allzuoft eine sehr bewusste Entscheidung.

        Ein kardial und neurologisch gesunder Mensch kippt nicht einfach um wenns warm wird …und wird zertrampelt!

        • drummy-b schrieb am 27. Juli 2010 at 10:27 - Permalink

          MANN, ihre Kommentare werden ja kriminell. Soviel menschenverachtende Kälte und Idiotie in einem einzigen Kommentar ist beängstigend …

          • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 11:03 - Permalink

            An was sind Sie eigentlich interessiert? Liebe? Nettigkeit? Oder der Wahrheit?

            Tut mir ja Leid für Sie das eine von der Gesellschaft zugegebenermaßen suggerierte “Bienchen und Blümchenwelt” nicht existiert. Vermutlich müsste aber täglich so ein Ereignis stattfinden, das dies erkannt wird. …pardon *lach!* mir wird gerade klar…. Das tut es ja Tag täglich! Nur interessiert es keinen! Warn ja auch keine Deutsche… oder Leute aus unsrem Dorf…. die drauf gingen!

        • Stefan K. schrieb am 27. Juli 2010 at 10:42 - Permalink

          @ Sven K.

          Aus dem Beitrag wird deutlich, dass aufgrund der beengten Situation der Brustkorb nicht mehr als Luftpumpe funktionieren konnte – daraus folgt, der Grund war Sauerstoffmangel bzw. zu hohe CO2-Konzentration im Blut, welcher nicht mehr abgeatmet werden konnte.
          Das Luftvolumen von Mädchen ist in der Regel geringer.

          Nur noch mal zum Verständnis: Die Toten sind die Opfer, nicht die Täter!

          • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 11:15 - Permalink

            @ Sven K.

            Aus dem Beitrag wird deutlich, dass aufgrund der beengten Situation der Brustkorb nicht mehr als Luftpumpe funktionieren konnte – daraus folgt, der Grund war Sauerstoffmangel bzw. zu hohe CO2-Konzentration im Blut, welcher nicht mehr abgeatmet werden konnte.
            Das Luftvolumen von Mädchen ist in der Regel geringer.

            “Nur noch mal zum Verständnis: Die Toten sind die Opfer, nicht die Täter!”

            Das weis man leider nicht. Und selbst wenn. Was soll ich sagen? Dann hat es “die richtigen” getroffen? Nein.

            Ich verweigere mich dieser Pauschalisierung das alle die gestorben sind, gleichzeitig als Opfer zu bezeichen sind. Frau Herrmann hat das sicherlich nicht so gewollt, aber zumindest wird ihr untergeschoben gesagt zu haben, das ja alle Toten keine Opfer waren, weil sie sich ja bewusst dort hinbegeben haben und schuldverschlimmern ja zum Teil auch nicht Herr ihrer Sinne waren.

            Ich denke es wir der Wahrheitsfindung nicht gerecht hier zu pauschalisieren. Ich verweigere mich jedenfalls, aus einem Täter nachher ein Opfer zu machen – auch wenn dieser Tod ist. Ist im Grunde aber nur theoretischer Natur. Ob man jemals dies vom Hergang her so ausdifferenzieren kann, halte ich für sehr fraglich. Wie dem auch sei, musste ich einfach ihrem letzen Satz widersprechen.

            Zu ihrem medizinischem Einwand bin ich Ihnen sehr dankbar. :-) Sie haben sicherlich Recht mit dem was sie sagen und es kann – muss aber nicht – einen Einfluss gehabt haben. Genauso wie darauf einen Einlfuss gehabt haben kann, zu wenig liquides Blutvolumen gehabt zu haben, gepart mit zu geringer O2 Sättigung. Auch wenn es Grenzen hat, kann man sich in solch einem Fall z.B. schützen, indem man die Arme vor die Brust nimmt und somit seinem Brustkorb Raum schafft.
            Aber ab hier setzt halt irgendwann mehr und mehr das “menscheln” an und da geht halt einiges schief. Das kann man sozusagen den betroffenen Menschen nicht unbedingt zum Vorwurf machen (wenn andere ihren Job nicht erledigt haben).

            • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 12:59 - Permalink

              Bornierten Menschen sollte man nicht widersprechen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung.

              – Richard von Schaukal: Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Balthesser’

              Deinen Fisch, den kannst du dir hier abholen: http://www.hicker.de/data/media/184/makrelen-fisch_367.jpg

            • Meerbuscher schrieb am 27. Juli 2010 at 13:33 - Permalink

              @Sven-Trolli
              Eigentlich verstehe ich nicht, was du uns sagen willst. Soweit ich das verstehe, schiebst du denen, die da freiwillig oder unfreiwillig reingeraten sind, die Möglichkeit einer individuellen Mitschuld zu … und aus irgendeinem abstrusen Grund Frauen ganz besonders.

              Wenn du den o. g. Bericht der jungen Frau aus Duisburg gelesen hast, dann sollte dir klar werden, dass das strunzenblöder Quark ist. Die Situation war nicht kontrollierbar. Vielleicht noch die Sorglosigkeit, mit der in den Tunnel gegangen wurde, aber ab einem bestimmten Punkt spielt das Individuum keine Rolle mehr, der Rest ist Glück.

              Grundsätzlich muss mal kein Mensch mit so einer äußeren Situation rechnen, da kann man auch keinem vorwerfen, dorthin gegangen zu sein.

              Auch wenn es Grenzen hat, kann man sich in solch einem Fall z.B. schützen, indem man die Arme vor die Brust nimmt und somit seinem Brustkorb Raum schafft.

              Svenni … soviel Einfühlungsvermögen sollte man haben. Ich denke, in der Situation ist so gut wie nichts mehr kontrollierbar. Das dürfte so sein, als wäre man lebendig begragen, wie eine Lawine, in die man reingerät. Sobald man ausatmet, wird der freiwerdende Raum von Umstehenden “genutzt” und dann gehen vermutlich innerhalb von ein, zwei Minuten die Lichter aus.

        • Ralf schrieb am 27. Juli 2010 at 11:03 - Permalink

          Es waren 12 Frauen und 8 Männer. Hast du irgendwie ein Problem mit Frauen allgemein, oder woher der Haß? Daß ein “Mann jedoch auch im Job viel weniger bereit ist sich selbst zu geißeln”, habe ich so noch nie erlebt. Eher umgekehrt. Die widerspenstigsten und unerschrockensten Kontrageber gegen fiese Chefs waren meiner Erfahrung nach immer Frauen. (sind dann auch als Erste gefeuert oder versetzt worden)
          Das mag jetzt Zufall sein, aber Frauen generell mit “Entwicklungsreduzierung” in Verbindung zu bringen, deutet doch eher auf einen sehr machohaften Charakter deinerseits hin.

          • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 11:16 - Permalink

            Hast Du ein Problem mit der Wahrheit?

            Dem Rest widerspreche in in aller Form!

        • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 14:33 - Permalink

          Warum bist du so menschenverachtend? Was ist dir wiederfahren, das du dich so über Andere stellen musst? Das du meinst, die Anderen verhalten sich einfach nur falsch und du wüsstest, wie es richtig geht? Was hast du für ein Problem, Junge?

          Mit dieser Einstellung wirst du nicht größer, damit wirst du ganz, ganz klein. Glaub mir!

        • Sebastian schrieb am 27. Juli 2010 at 15:00 - Permalink

          Whow! Was bist Du für ein I***t, dass Du nach dem Lesen des Berichtes von dem Mädchen noch immer nicht verstehst, dass die Toten Opfer von verbrecherisch schlechter Organisation sind.

    53. ChP schrieb am 27. Juli 2010 at 09:33 - Permalink

      Danke für diesen Beitrag @ Jens

      Frau H. hättest du vllt. zusammen mit ihrer “Stellungnahme” gesondert abhandeln können. So war ein Aufbäumen einiger Leser durchaus vorprogrammiert. Passiert.

      Alles in allem wird es wohl aber darauf hinauslaufen, dass es keine nennenswerten Strafen geben wird. Allenfalls ein “dududu” und ne lapidare Geldstrafe vllt. – traurig, aber so tickt es in diesem Land ja immo. :/

    54. ak schrieb am 27. Juli 2010 at 09:42 - Permalink

      @ Berger

      Schon mal überlegt wie nah Duisburg an Düsseldorf liegt oder ist nicht bekannt, daß in NRW Düsseldorf a) Landeshauptstadt mit Sitz Landesregierung, b) mit Sitz Bezirksregierung (früher RP) und c) mit Sitz Oberlandesgericht ist?

      ak
      27. Juli 2010

    55. Knut schrieb am 27. Juli 2010 at 10:28 - Permalink

      Mich wundert, dass in den Berichten so wenig auf die sogenannten “Vereinzelungsstellen” am Eingang des Geländes eingegangen wird. Wenn, wie die Veranstalter behaupten, das Gelände noch nicht voll war, warum hat man dann die Leute nicht schneller durchgelassen, als es nach dem Anschein der Videos der Fall war? Wurde da während der Katastrophe immer noch nach mitgebrachten Getränken kontrolliert? So etwas führt schon bei offenen Festivalzugängen gerne mal für unangenehme Stausituationen.

    56. Viktor schrieb am 27. Juli 2010 at 11:21 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Abgesehen davon, dass Eva Herrmann bekanntermassen erzreaktionäre und unfreiwillig komische Ansichten vertritt, kann ich nur sagen das ich an die Vertuschung der Ursachen für diese Katastrophe nicht glaube. Es handelt sich nämlich nicht um eine der üblichen Pleiten oder Skandale, sondern um ein mit dem Einsturz von Köln vergleichbaren Ereignis: Bestenfalls Nachlässigkeit diverser Entscheider mit fatalen Folgen. Dabei wurde die Linie bei weitem überschritten und das Maß ist sozusagen voll: Du kannst davon ausgehen, daß der mediale, öffentliche und politsche (in dieser Reihenfolge) Druck eher wachsen wird und den politisch Verantwortlichen letzendlich keine Option bleibt, als selbst die Konsequenzen zu ziehen.

      Was die Haftungsfrage angeht, frage ich mich wie Du auf die Idee kommst, daß der Schaller persönlich haftet? Soweit ich das sehen kann, ist er nur in den Medien “der Veranstalter”. Real wird das aber die Lopavent (GmbH?) sein – ich glaube kaum das jemand so blöde sein könnte, bei einem solchen Massenereignis persönlich zu haften. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren…

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 11:49 - Permalink

        Zur Frage der Haftung: Sollte man Schaller kein persönliches Verschulden nachweisen können, haftet die lopavent GmbH für Schäden oberhalb der Versicherungssumme. Die Wahrscheinlichkeit, dass die GmbH dann Insolvenz anmelden muss ist groß und die 100% Mutter McFit muss dann nicht(!) haften. Sollte Schaller allerdings als Veranstalter ein persönliches Verschulden nachgewiesen werden können, haftet er für die Schäden zivilrechtlich mit seinem Vermögen – ob dann die Axa zahlt, ist fraglich.

        • Meerbuscher schrieb am 27. Juli 2010 at 13:43 - Permalink

          Was mich wundert, ist auch die geringe Höhe der Versicherungssumme. Hier ist lediglich von 7.5 Mio. € die Rede. Sollte das tatsächlich bedeuten – insgesamt stehen nur 7.5 Mio. € zur Deckung der Personenschäden im Raum? Da zahlt ja meine persönliche Haftpflicht mehr … das ist vermutlich nichts, wenn man an Unterhaltszahlungen, Rentenzahlungen, Schmerzensgeld und, und … denkt.

          Stellt sich die Frage, ob eine Behörde das kontrollieren muss und, ob sie von der offensichtlich extrem niedrigen Versicherungssumme wusste?

    57. genova schrieb am 27. Juli 2010 at 11:31 - Permalink

      Knut,
      genau mein Gedanke. Warum hat man die paar tausend Leute aus dem Tunnel nicht flott aufs Gelände gelassen, ohne jede Kontrolle? Gibt es Bilder vom Kontrollbereich, also dem Eingang? Wie sah es dort aus? Standen da ein paar Ordner und sagten “sorry, geschlossen”?

      Meine randständige Sicht der Dinge:

      http://exportabel.wordpress.com/2010/07/27/warum-duisburg-die-loveparade-nicht-notig-hatte/

    58. leslie schrieb am 27. Juli 2010 at 11:57 - Permalink

      Hermann soll die Fresse halten…

      Noch nicht einmal ne Ahnung davon,
      welche Drogen auf der Parade so genommen werden.

      Und Kiff gehört da nicht unbedingt dazu…
      Das nutzt man nämlich hauptsächlich zum Entspannen.
      Und Entspannen auf ner Tekknoparade. :-/

      Man hätte das alles nicht so kanalisieren sollen,
      dann wär da auch nix passiert.
      Oder ist in Berlin die Jahre was passiert!

      Mlg

    59. heldentasse schrieb am 27. Juli 2010 at 11:59 - Permalink

      Der ansonsten sehr gute Artikel wird durch den Absatz über die Ansichten von Frau Hermann in meinen Augen auch nicht unbedingt besser. Hermann ist „no go“ und sollte auch so behandelt werden!

      Wenn man dies als Journalist bzw. Forist dies nicht beachtet , ist es evtl. so als wenn man die Teilnehmer einer Massenveranstaltung dazu auffordern würde, seine private Toilette zu benutzen. Man darf sich dann auch nicht darüber wundern wenn die Trolle in die Ecke sch*ssen. ;-)

    60. schwitzig schrieb am 27. Juli 2010 at 12:21 - Permalink

      Sven K.
      2. Nein ich habe noch nie in meinem Leben Panik oder Todesangst gehabt, weil ich gelernt habe, in solchen Situationen erst einmal ruhig zu bleiben, auf mich und mein Können zu vertrauen und erstmal nachzudenken(!)… und dann zu tun was zu tun ist.

      Sorry – das ist sowohl physiologisch als auch psychologisch hanebuechener Unsinn, den Du da verbreitest. Sobald z.B. Atemnot einsetzt, laufen bei ausnahmslos jedem Menschen die gleichen instinktiven, nicht beherrschbaren Reaktionen und physiologischen Prozesse ab.
      Deine restlichen “Beitraege” zeugen von einer gleichwertigen Weltfremdheit, gepaart mit ueberheblicher, unbegruendbarer Borniertheit, so dass sie einer weiteren Kommentierung nicht wert sind.
      Darueber hinaus geht es nicht um Wertigkeiten und “richtige” Verhaltensweisen, sondern darum, dass bekannt ist, dass unter bestimmten Umstaenden Panikeskalationen stattfinden werden bzw. muessen und es daher die Pflicht der Ausrichter ist, Praeventivmassnahmen zu ergreifen.
      Du hast also sogar das Thema verfehlt.

      @SF
      Bezueglich Eva Herman stimme ich Dir unbedingt zu und finde es im Gegensatz zu anderen auch sinnvoll, diese Person hier zu bewerten, da unter anderem diese Denkweise zur Tolerierung solcher Organisationsmaengel fuehrt. Menschenverachtend ist sie obendrein.

      Allerdings wuerde ich dem Veranstalter eher geringe bis gar keine Schuld zuweisen, da dieser nur das macht und gemacht hat, was ihm erlaubt wurde. Kurz: Die Stadt Duisburg hatte die Hoheit zum Abstecken der Rahmenbedingungen. Diese genuegten nicht ansatzweise dem Wissensstand. Schaller ist Gewissenlosigkeit vorzuwerfen, jedoch liegt die Verantwortung meiner Ansicht nach in erster Linie bei der Stadt.

      • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 13:00 - Permalink

        Wenn man einen Toten sieht, bekommt man Luftnot? Wusste ich gar nicht.

        Die Panik brach aus, als genau DAS passiert ist!

        Was sie hier und viele andere einfach mal in den Raum hinein behaupten ist, dass die Panik druch die Luftnot entstanden ist. Das ist nur rein faktisch wie auch medizinisch falsch. Denn die Folge dieser O2 Unterversorgung war nunmal eine Bewusstlosigkeit und die trat schleichend ein und ging mit Kraftlosigkeit einher. Ergo KANN es keine Panikattacken aufgrund dessen gegeben haben und so war es ja dann auch.

        Kurz um was sie behaupten ist unfundierte Meinung aufgrund von zu viel Mainstreamzeitung lesen.

        Vom Hergang her war es so, das Menschen abgestürzt sind bzw. logischerweise NACH ihrer Ohnmacht auf dem Bodenlagen und somit zu Tode getrampelt wurden.

        Dannach kamen es die hysterischen postpupertären Mädels und haben bemerkt das sie vermutlich das erste mal in ihrem Leben auf einem Toten stehen… vermutlich noch ihn mitgetötet haben… mit der dann folgenden panikhaften wie panikauslösenden Reaktion.

        Kreischen tut immer nur das eine Geschlecht… hier war es halt fatal und in höchstem Maß aus niederen Beweggründen Verantwortungslos.

        Insofern ist es gleichzusetzen mit dem Feuerzeug zu spielen, wenn man mitten im Benzin am Unglücksort eines verunglückten Tanklasters steht. Was macht man mit sojemanden? Ich wüsste es. Die gutmensch Coutchsitz-Fraktion die die Welt so gut kennt stirbt zieht es halt lieber vor zu sterben… was natürlich genauo gelogen ist. Sie und damit meine ich auch Sie, wären in so einer Situation die schlimmsten.

        • schwitzig schrieb am 27. Juli 2010 at 13:08 - Permalink

          Ich denke, dass Du zu den Menschen gehörst, die man nicht beleidigen kann, da eine Beleidigung prinzipiell eine Reduktion wäre.

        • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 13:11 - Permalink

          Die Panik brach aus, als genau DAS passiert ist!

          Was sie hier und viele andere einfach mal in den Raum hinein behaupten ist, dass die Panik druch die Luftnot entstanden ist. Das ist nur rein faktisch wie auch medizinisch falsch.

          Vom Hergang her war es so, das Menschen abgestürzt sind bzw. logischerweise NACH ihrer Ohnmacht auf dem Bodenlagen und somit zu Tode getrampelt wurden.

          Dannach kamen es die hysterischen postpupertären Mädels

          Interessant, offenbar wissen Sie ja ganz genau wie da was passiert ist. Während sich Verantwortliche, Medien, Polizei, Augenzeugen und Opfer noch fragen was da genau passiert ist und was Auslöser wofür war in dieser Menschenmenge, wissen Sie ja schon bescheid! Sie sollten sich dringend mit der Polizei Köln in Verbindung setzen, die brauchen ja gar nicht ermitteln!

          • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 13:25 - Permalink

            “Und wärend sich die -Täter- noch fragten was passiert ist….”

            Ja es waren immer die Anderen. Aber das der Mensch eigentlich mitterweile zum Problem geworden ist, seiner eigenen Existenz und das er allein dafür verantwortlich ist, darauf will mal lieber niemand eingehen.

            Oder anderst ausgedrückt: “Der böse Bauzaun wars! Nicht der der ihn aufgestellt hat!” genau das ist doch die Logik die druch die Presse geht.

            Welcher Leser will den schon die Wahrheit lesen über die menschliche Psyche und ihre Niderungen… das will doch niemand weder auf SF noch der Kunde einer sonstigen Literatur. Das will doch wirklich niemand…

            Übrigens, die Opfer fragen sich gar nichts mehr, weil sie entweder Tod sind oder sich kausal ihrer Ohnmacht an nichts mehr erinnern können.

            • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 13:42 - Permalink

              Übrigens, die Opfer fragen sich gar nichts mehr, weil sie [...] sich kausal ihrer Ohnmacht an nichts mehr erinnern können.

              Wow, Sie wissen ja sogar, dass sämtliche Verletzten auch ohnmächtig geworden sind und woran diese sich erinnern können und woran nicht. Bei ca. 500 Verletzten eine beachtliche Leistung, haben Sie mit den allen gesprochen? Oder sind Sie einfach ein Meister der Telepathie?

        • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 14:40 - Permalink

          @SF: kannst du diesen Troll nicht mal kicken? Der legt es doch ganz offensichtlich nur auf Provokationen an. Oder müssen seine kruden die-mädchen-sind-selbst-schuld-weil-sie-so-schwach-sind-Thesen hier der Vollständigkeit halber dokumentiert werden?

    61. Eike schrieb am 27. Juli 2010 at 12:21 - Permalink

      Meines Erachtens gibt es nur eine Stadt die so ein Aufkommen verträgt und auch handlen kann. Das ist und bleibt Berlin.
      So schlimm das alles auch ist, dieses Schwarzer-Peter-hin und hergeschiebe bringt den Verstorbenen auch nichts. Folgende Dinge wären zweckdienlich:
      1. Ursache & Wirkung
      2. Potenz & Tendenz
      Zumindest für andere Veranstaltungen.
      Es ist beileibe nicht nur die schuld der Verwaltung und des Veranstalters, sondern auch der Veranstaltungsbesucher. Drogen & Alkohol werden auch keine ganz unwesentliche Rolle gespielt haben, sowie auch die falschen Leute die die Veranstaltung durch die schiere Größe anzieht. Wenn die Musik schon stresst, muss es irgendwann bei solchen Massen nun mal zu schlimmen Vorkommnissen führen. Ein klares Argument pro, sich antizyklisch zu verhalten.

      • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 13:07 - Permalink

        Meines Erachtens gibt es nur eine Stadt die so ein Aufkommen verträgt und auch handlen kann. Das ist und bleibt Berlin.

        Auch andere Städte haben Erfahrungen mit solchen Großveranstaltungen.
        Man denke nur an den Kölner Rosenmontagszug. Da stehen auch über
        1 Million Menschen am Straßenrand. Oder die Fußball-WM 2006. Oder “Rhein in Flammen”, “Kölner Lichter” oder dem kölner CSD (1 Million Besucher).

        Es ist beileibe nicht nur die schuld der Verwaltung und des Veranstalters, sondern auch der Veranstaltungsbesucher. Drogen & Alkohol werden auch keine ganz unwesentliche Rolle gespielt haben, sowie auch die falschen Leute die die Veranstaltung durch die schiere Größe anzieht.

        Derjenige, der so etwas veranstaltet, muss einfach damit rechnen, damit planen und nach menschlichem Ermessen Vorsorge treffen. Erst recht bei einer LoveParade. Mit sowas hat man ja nun auch wirklich viel Erfahrung.

        (Selbst Hersteller von Feuerzeugen sind verpflichtet, diese so zu bauen, dass man damit Bierflaschen öffnen kann und diese dabei nicht explodieren. – Der Hersteller muss damit rechnen, weil es üblich ist. Sonst haftet er, selbst wenn dicke Warnhinweise aufdrucken würde.)

    62. Katinka schrieb am 27. Juli 2010 at 12:56 - Permalink

      @Eike
      Man kann den Menschen doch nicht vorwerfen, dass sie angetüdelt zu einer Massenpartyveranstaltung gehen. Ich muss mich als Teilnehmer einer solchen Veranstaltung darauf verlassen können, dass die Veranstalter sowas einkalkuliert haben und es nicht zu solchen Extremsituationen kommen lassen. Das war hier alles planbar gewesen, da war keine höhere Gewalt (z.B. Brückeinsturz aufgrund von spontanem Materialversagen) im Spiel.

      @Sven K.
      Und genauso wenig muss man bzw. frau vorher ein Höhentraining in den Anden und ein Nahkampftraining mit entsprechender geistiger Konditionierung absolviert haben, um in solchen Situationen besser bestehen zu können. Es ging um eine Partyveranstaltung nicht um ein Extremsportevent.

      • name schrieb am 27. Juli 2010 at 13:02 - Permalink

        Das stimmt natürlich absolut. Und selbst als trainierter Kampfsportler hat man in so einer Masse keine wirkliche Chance. Kampfsport basiert auf Abstand und die Möglichkeit, sich frei bewegen zu können. Was Sven.K hier von sich zeugt absoluter Kenntnislosigkeit und einem verachtenswerten Charakter.

      • Sven.K. schrieb am 27. Juli 2010 at 13:13 - Permalink

        Solche “Situationen” nennen sich nunmal “das Leben” und die “Realität”. Sie ist faktisch die Welt in der wir Leben. Also bitte, was sind denn die Anforderungen? Was braucht man denn heute so alles zum Leben? (Tipp: Geld hätte in der Menge keinem geholfen) Aber die Antwort haben sie ja mal bewusst schön weggelassen….

        Schon klar das man einfach “nur Spaß” will, Saufen, Ficken, Konsumieren, Party, hirnlos CDU,SPD und FDP wählen, Drogen nehmen, Fußball glotzen und sich in der großen Menge stark fühlen. Hat man doch erst kürzlich gelernt und hat auch nur 1 Euro gekostet die Flagge am Auto.

        Aber das ist halt nunmal ein frommer Wunsch – der irgendwann halt mal von der Realität eingeholt wird. Wenn sich jetzt alle beschweren, ist das einfach nur Peinlich für die Gattung Mensch. Ein Armutszeugnis und eine Bankrotterklärung es immer weniger zu schaffen, selbst zu überleben.

        Nächtes Jahr gibt es sicherlich eine Versicherung der Allianz die einem zum Loveparade Besuch versichert… bzw. 1. Klasse Eingänge die dann auch ganz sicher sind und ohne Bauzäune auskommen…

        Die Menschen haben sich so sehr von der Realität entfremdet, das sie schon völlig pathologisch verquer zu denken angefangen haben. Frau Herrmann hat dies schon ganz gut erkannt, aber ironischerweise ist ihre kath. Kirche eher ein Teil des Problems, als die Lösung.

        • Meerbuscher schrieb am 27. Juli 2010 at 14:04 - Permalink

          Ich kapiers immer noch nicht, was du willst und sagst. Klingt so wie: Sind ja selber Schuld daran, was gehen die auch dahin. Und wenn sie schon dahingehen, sollen sie sich nicht wundern, beschweren oder schreien, wenn sie in einen Sack gesteckt werden, den dann einer zumacht. Schuld sind aber vor allem die kleinen Pipi-Mädchen, die die Arme nicht hochkriegen, damit sie Luft kriegen und dann immer gleich anfangen nach Mama zu rufen.

          Also man kann natürlich mal eben ganz pauschal gesamtgesellschaftliche Kritikgülle über alles und jeden gießen, aber mit Realität hat so ein Geschi** dann nichts zu tun.

      • Eike schrieb am 27. Juli 2010 at 13:25 - Permalink

        Bei einer Million Menschen ist NICHTS planbar. Reiner Zufall, wenn alles so abläuft, wie gedacht. Zudem sollte man dan auch noch den Schützenfest- und Hooliganfaktor berücksichtigen. Gegenbeispiel: Geht jemand auf ein Freejazzkonzert, wenn er Freejazz nicht mag? Warum verhält es sich dann bei dieser Veranstaltung anders?
        Zitat: “Man kann den Menschen doch nicht vorwerfen, dass sie angetüdelt zu einer Massenpartyveranstaltung gehen.”
        Doch bei einer Million Menschen auf Tuchfühlung kann man das. Es gibt da ein sog. ungeschriebenes Gesetz bzgl. Massenveranstaltungen! Zudem: Zwischen Drogengebrauch und Drogenmissbrauch besteht ein gewichtiger Unterschied.
        Oder wurde jetzt die Verantwortung komplett outgesourced, frei nach dem Motto: “Jetzt haftet nur noch der, der den Schaden hat.”
        Ich verweise hierzu auch mal wieder auf BB:

        Ja, mach nur einen Plan
        sei nur ein großes Licht
        und mach dann noch ‘nen zweiten Plan
        gehn tun sie beide nicht.
        - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

        Ja, renn nur nach dem Glück
        doch renne nicht zu sehr
        denn alle rennen nach dem Glück
        das Glück rennt hinterher.
        - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

        Es ist natürlich auch wieder das typisch Deutsche Ding, was hier noch hinderliche zu Buche geschlagen hat…ich habe da ein Grundstück und da muss erst mal eine Mauer her. Restrited Area. Es hat schon seinen Grund, warum es solche Bestrebungen bei den Berliner Loveparades nie gegeben hat. Von daher bleibe ich dabei, dass es nur verwunderlich ist, dass es nicht schon sehr viel früher bei den Veranstaltungsvorläufern zur Katastophe gekommen ist und das es noch vergleichsweise glimpflich abgelaufen ist. Man stelle sich beispielsweise ein Massenkarambolage auf der A2 mit einer Million Beteiligten Fahrzeugen vor.

        • name schrieb am 27. Juli 2010 at 13:33 - Permalink

          Auf jedem Freejazzfestival wird roter Wein in Massen gesoffen, also was soll dieser puritantische Hinweis auf die Loveparade?

          Das Grundkonzept: ich und mein Käfig war von Anfang an falsch, und diese Käfigveranstaltung hat seine Ursache in der Möglichkeit, so die Verwertungsmöglichkeit zu erhöhen. Einsperren und abkassieren – ganz einfaches Prinzip.

          In einem offenen Gelände, wäre das nicht passiert, und das ist der Punkt!

    63. Katev schrieb am 27. Juli 2010 at 13:10 - Permalink

      Ich bin überrascht, dass Jens Berger davon ausgeht, Menschen seien von der Treppe gestürzt und das hätte eine Panik ausgelöst. Dass irgendjemand zu Tode gestürzt ist, darüber gibt es weder Bilder noch Augenzeugenberichte. Diese Version wurde doch nur verbreitet, um den Opfern die Schuld zu geben. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass letztlich durch die Maßnahmen der Polizei ein Massengedränge mit einem verheerenden Sog hin zu der Treppe mit dem Bauzaun als Hindernis gegeben hat. (Im Tunnel selbst hat es wohl keine Panik gegeben). Dort wurden die meisten Menschen zu Tode gedrückt.

      Die Rolle der Einsatzkräfte und der Einsatzleitung wäre also in allererster Linie interessant, nachdem ja hinreichend geklärt ist, dass das ganze Konzept schwachsinnig war. Die Rolle der Polizei ist darum auch von Interesse, weil jetzt überall in den Medien ein Polizist auftaucht und erklärt, es hätte Warnungen gegeben. Dann muss also auch die Polizei die ganze Zeit gewusst haben, dass es heikel werden könnte.

    64. goldman sachs schrieb am 27. Juli 2010 at 13:26 - Permalink

      August 2010: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der die Loveparade am Samstag morgen vor dem Ereignis nach massivstem Druck der CDU-Spitze offiziell genehmigte, will vorerst nicht über einen Rücktritt entscheiden. Das sagte er in einem Interview.

      Sauerland kündigte aber an, er wolle sich der Verantwortung stellen.(…) Zur Frage, bei wem die Verantwortung liege, sagte Sauerland lediglich: „Wir waren ein Austragungsort, und wir haben alles darum gegeben, ein sicherer Austragungsort zu sein. Dafür haben wir gearbeitet und dafür haben wir gekämpft.“ (…) „Auch ich habe viele Fragen, und wir werden mit Hochdruck an den Antworten arbeiten.“
      http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/OB-Sauerland-will-sich-der-Verantwortung-stellen-id3286140.html

      August 2009, Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland strahlt wie das berühmte Honigkuchenpferd. „Kein Wunder: Derart prominente Wahlkampf-Hilfe hatte er noch nie. Bundeskanzlerin Angela Merkel kam zum CDU-Familienfest in die Duisburger MSV-Arena und trommelte ordentlich für den OB.

      „Mit konsequenter Politik kann man etwas bewegen, Schritt für Schritt”, so Merkel, die ausdrücklich darauf abhob, wie positiv sich Duisburg in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Und: „Ausdrücklich danke ich dem OB. Denn Duisburg hat schnell zugegriffen, als die Bundesregierung das Konjunkturpaket aufgelegt hat. Hier in Duisburg wurde mit vielen Projekten begonnen.”

      Adolf Sauerland dankte ihr und sagte, mit Duisburg gehe es aufwärts: „Und damit dies so bleibt, brauchen wir weiter eine Bundeskanzlerin Angela Merkel und einen OB, der weiß, wie es geht, eine Stadt zu verändern. Denn die, die sich auch bewerben, haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie es nicht können.”
      http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Merkels-Wahlkampf-fuer-den-OB-id108371.html

      Apropos Duisburgs CDU-Mafioso MdB Mahlberg: Politische Einflussnahme zum schädigenden Nachteilen von Teilen der Bevölkerung durch öffentliche Forderung von organisatorischem Leichtsinn, sollte strafrechtlich als Anfangsverdacht der Anstiftung zu strafbaren Handlungen ausreichen.

    65. Lennard schrieb am 27. Juli 2010 at 13:30 - Permalink

      [Btw. Der Herman-Absatz ist mir noch viel zu weich. Könnte aber auch daran liegen, dass ich mich als "Ehemaliger" direkt angesprochen fühle. Meine Reaktion wäre nicht ganz so zuvorkommend wie die vom Spiegelfechter gewesen. Ich halte nix davon, sowas zu "ignorieren".]

      Bezugnehmend auf den Eva-Abschnitt:

      Udo Ulfkotte verteidigt “seine” Eva mittels uralter Weblinks (2000-SPON) und kann evtl. 2007 nicht von 2002 unterscheiden. Als metaphorische Kirsche packt er selbstredend noch sein Lieblingsthema in die Artikelatrappe.

      http://www.kopp-online.com/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/nach-der-loveparade-journalisten-schmeissen-eva-herman-mal-wieder-einen-stein-hinterher.html

      Ein paar Teaser…

      Jedes Jahr kommen im Drogenrausch bei solchen Veranstaltungen Menschen ums Leben – und nur glückliche Umstände haben eine Massenpanik in der Vergangenheit bei Loveparades verhindert.

      Als Beweis wird ein Link zu einem SPON-Artikel von 2000(!) gegeben…
      2 Tote – einer in einer Wohnung zum Zeitpunkt der Parade und ein Toter am Vorabend durch S-Bahn surfen. Nur noch konsequent, dass auch die positive Bilanz der Veranstalter nicht erwähnt wird.

      Liebe Journalisten, haben Sie vergessen, dass die Duisburger Ärzte extra in Schulungen auf die vielen Kiffer und Junkies, die sich bei der Loveparade mit einer bunten Mixtur an Drogen zudröhnen würden, vorbereitet werden mussten?

      Ok, das stimmt zufälligerweise sogar – aber auch nur halb, so irgendwie.

      Denn… (Zitat aus dem dort verlinkten Artikel aus “derwesten”:)

      Zwar haben alle Duisburger Krankenhäuser Notfallbetten bereitgestellt, aber Abilgaard beruhigt: „Bei der letzten Loveparade mussten 80 Menschen stationär behandelt werden, darunter waren aber auch Prellungen und Brüche.“ Wahrscheinlicher seien Hörprobleme nach der Dauerbeschallung.

      Weiter gehts mit der Geheimwaffe “InsiderIn”…

      Die deutsch-griechische DJane Marusha hat schon 2007 in einem Interview gesagt, die Loveparade »verkommt zur Drogen- und Alkoholparty«. Hat sich auch nur ein Journalist über diese Aussage aufgeregt?

      Nein, eher weniger. Das lag aber auch daran, dass Sven Väth 1 Jahr vorher bereits ähnliches gesagt hatte. Und 2007? Das war 2001/2002 (das Jahr in dem ihr Vertrag mit Low Spirit auslief). Und wieso ein Link aus “deejayforum”? Warum nicht der Hinweis auf die Originalveröffentlichung? (Passauer Zeitung “Am Sonntag”, wahrscheinlich vom 21. August 2002)

      Aber etwas Versöhnliches zum Schluss: Spiegelfechter und Udo haben eine Gemeinsamkeit – beide nehmen Bezug auf die Haarfarbe von Frau Hermann :P

      Unsere muslimischen Mitbürger dürfen sich ungestraft so äußern – sie sind in diesem Land ja inzwischen auch Menschen erster Klasse. Eva Herman aber ist eine ethnische Deutsche, dazu noch blond und intelligent. Sie darf ihre Auffassung nicht einmal andeuten, sonst wird sie im Sommerloch zur willkommenen Sau, die eine Journalistenmeute johlend mit Stockschlägen durchs Dorf treibt.

      @SF: Was hältst Du eigentlich vom Droste-Text in der JW? Von der Sprache her deutlich ausgefeilter, aber (imho) fast genauso Panne.

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 17:21 - Permalink

        Eigentlich wollte ich zu diesem unsäglichen Mist heute einen Artikel schreiben … aber dann ging mir auf, dass genau dies das Ziel der Kopp-Provotakteure ist. Jahrelang fristete diese Bude (zu recht!!!) ein Schattendasein in der braun gesprenkelten Ecke des VT-Sumpfs. Mit E.H. ist ihnen jedoch ein grandioser Scoop gelungen. Das reaktionäre Blondchen liebt die Provokation, den kalkulierten Eklat und die Opferrolle. Der Kopp-Verlag sieht sich selbst gern als Opfer. Aber das kennt man ja aus der rechten Ecke – Opfer, so weit das Auge blicken kann. Nun haben die beiden Opfer ihre maximale PR, sogar einen Anriss in der BILD-Zeitung – weißt Du, was eine Anzeige in der BILD kostet? Die neugierigen Besucher werden dann auch gleich von Hermans Bruder im “Geiste” Ulfkotte begrüßt, der sich über die böse Jounalie ereifert, Hermans Text grob fehldeutet und gleich einen Seitenhieb auf “den Islam” loslässt. Dabei ist E.H. selbst ein blonder Taliban! Ihr Artikel greift die selben “Argumentationsmuster” auf und macht aus der Tragödie von Duisburg Gottes gerechte Strafe für gottlose Sünder. Das ist einfach nur noch ekelhaft! Wenn ich nun auf den Zug springen würde, würden sich allerdings die Urheber dieses perfiden PR-Spiels nur die Hände reiben. Noch mehr kostenlose Werbung für ihre Drecksbude. Nein Danke.

        • egalitarist schrieb am 27. Juli 2010 at 22:34 - Permalink

          Ulkig. Das Phänomen der PARANOIA ist dir schon geläufig, Jens? ;)

        • elwu schrieb am 28. Juli 2010 at 09:01 - Permalink

          Aber das kennt man ja aus der rechten Ecke – Opfer, so weit das Auge blicken kann.

          Zweifellos. Ebenso wie man das aus der linken Ecke kennt. Vielleicht erkennt man auch nur dann beide Versionen statt nur einer, wenn man nicht selbst in einer dieser Ecken beheimatet ist?

        • Lennard schrieb am 28. Juli 2010 at 10:13 - Permalink

          Wenn ich nun auf den Zug springen würde, würden sich allerdings die Urheber dieses perfiden PR-Spiels nur die Hände reiben.

          Ich denke nicht, dass ein kritischer Artikel ein “auf den Zug springen” wäre. Aber ich kann Deinen Standpunkt ganz gut nachvollziehen. Und der Kommentarbereich würde wohl ebenfalls etwas “beansprucht” werden.
          Ignorieren kann ich diesen Mist aber kaum noch. (Vielleicht eher aus dem ganz persönlichen Gefühl heraus, dass E.H. wirklich so tickt und nicht nur PR macht…)

          mfG

    66. Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 13:33 - Permalink

      Veranstaltungen mit 1 Million Menschen veranstaltet man üblicherweise entweder auf einer großen, offenen “grünen Wiese” (Weltjugendtag) oder in der Innenstadt (Rosenmontagszug, CSD, Kölner Lichter, etc.).

      Man hätte die Loveparade niemals auf so ein abgeschottetes Gelände auslagern dürfen. Auch in Berlin war die Loveparade doch – sicher aus gutem Grund – mitten in der Stadt.
      Das scheint mir hier der Grundfehler gewesen zu sein. Und die Verantwortung dafür tragen natürlich die Veranstalter und die Stadt.

      Loveparade veranstalten aber die Besucher mit ihrem “Krach” gleichzeitig aus der Stadt fernhalten, nach dem Motto “wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass” geht halt (offenbar) nicht. Das hätte man wissen können.

    67. Eike schrieb am 27. Juli 2010 at 13:36 - Permalink

      ach ja, die Deutschen und die Schuldfrage. Wenn sich der Herr Schaller schön in den Kopf geschossen hätte, wie andere Deutsche Persönlichkeiten wären alle wieder zufrieden. oder je nachdem welcher Schwarze Peter gerade angesagt ist. Klar letztlich ist die Polizei schuld, wenn ich dem Golf vor mir hintenreinballer….Nee, zur Verantwortung gehört auch die Eigenverantwortung. Wenn keine Polizei und Security anwesend gewesen wären, wäre demnach alles in Ordnung gegangen. Ich liege am Boden vor Lachen.

      • Thomas schrieb am 27. Juli 2010 at 14:12 - Permalink

        Stimmt schon, lassen wir lieber alle Fehler der Planer und Durchführer unberücksichtigt. Ist ja nicht so schlimm, sind doch nur 20 Leute gestorben und weitere 500 z.T. schwer verletzt worden. Die Verantwortlichen sollen ruhig ungestraft davonkommen noch weiter solche Events planen und durchführen, sowas kann ja schonmal vorkommen. Und mal sehen, vielleicht knallts beim nächsten Mal dann richtig und die Totenzahlen gehen in die Hundert bis Tausende. Mensch, was Du dann erst vor Lachen am Boden rumkugeln kannst, wenn Menschen wegen unzureichender Sicherheitskonzepte sterben.

      • caf schrieb am 27. Juli 2010 at 14:29 - Permalink

        @Eike
        Sie reimen sich ja auch nur das zusammen, was Sie sehen möchten. Reflexives Denken sieht anders aus…

        Edit: Übrigens würde ohne Planung jedes Massenevent im Chaos enden bzw. gar nicht erst zu stande kommen. Deshalb bitte bitte mit diesem Stuss aufhören.

    68. goldman sachs schrieb am 27. Juli 2010 at 13:39 - Permalink

      Hier nochmal aus Gründen der Beweissicherung:

      09. Februar 2009: Brief an den NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf (FDP) von Thomas Mahlberg MdB (CDU)
      „Sehr geehrter Herr Dr. Wolf, aus Sorge um das Ansehen meiner Heimatstadt Duisburg wende ich mich heute mit diesem Schreiben an Sie. Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin zählt auf Grund seines Lebensalters und seiner Dienstjahre zu den erfahrenen Kräften der Polizei in Nordrhein-Westfalen, seine Handlungsweisen insbesondere der jüngsten Vergangenheit sprechen aber leider eine ganz andere Sprache. Bis zu den sogenannten Mafia-Morden in Duisburg vertrat der Polizeipräsident stets die Auffassung, in Duisburg gäbe es keine nennenswerte organisierte Kriminalität. Eine fatale Fehleinschätzung die durch das Geschehen vor dem Restaurant ?Da Bruno? mehr als transparent wurde.

      Vor wenigen Wochen lies der gleiche Polizeipräsident bei einer Anti-Israel-Demonstration in Duisburg Israelische Flaggen entfernen und trat unser Demokratieverständnis mit Füssen. Während sich Menschen in aller Welt über das Vorgehen zu Recht empörten, versuchte Herr Cebin seine Entscheidung in einer ersten Stellungnahme gar noch zu verteidigen.

      Am vergangenen Wochenende lies die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Love Parade in Duisburg im Jahre 2010 entgegen. Während der Veranstalter der Love Parade noch nicht einmal eine Strecke angemeldet hat und die Gespräche zwischen Stadt und Veranstalter geführt werden, sagt Herr Cebin ab, wenn man die Presseberichterstattung richtig interpretiert, die Love Parade für Duisburg ab. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge.

      Ich frage Sie, Herr Dr. Wolf, was treibt den Duisburger Polizeipräsidenten zu einer derartigen Handlung ? Warum spricht er nicht mit den Verantwortlichen der Stadt Duisburg sondern fügt der Stadt Duisburg einen weiteren Imageschaden zu ? Bereits nach dem Fahneneklat hatten viele Menschen drastische Sanktionen aus dem Innenministerium erwartet. Sie sind bisher ausgeblieben.

      Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen. Im Interesse der in Duisburg lebenden Menschen, im Interesse der Polizei. Mit freundlichen Grüßen, Thomas Mahlberg MdB“
      http://www.cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=103

      • christoph schrieb am 27. Juli 2010 at 13:52 - Permalink

        bisschen krass auch, gleich 2mal “ließ” falsch zu schreiben, liest das keiner gegen?

      • transwarp schrieb am 27. Juli 2010 at 14:07 - Permalink

        wiederlich….

        http://www.cdu-duisburg.de/image/mahlberg.jpg

        definitiv eine schwere bürde…

        • goldman sahs schrieb am 27. Juli 2010 at 14:39 - Permalink

          im real existierenden Ruhrpottfilz können die Verantwortlichen indes darauf zählen, dass die Ermittlungen im Sande verlaufen und sie sich ihrer Verantwortung entziehen können.
          http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3726/tod-an-der-rampe#comment-77361

          Die CDU in Duisburg wurde von Sauerland und Mahlberg mit mafiotischer Machtbesessenheit in einen korrupter Haufen mutiert. Sich in Position bringen, andere absägen, kaltstellen – Mahlbergs Mafia-System hat Methode!

          Offen ist in der CDU ” mittlerweile von einem „System Mahlberg” die Rede – der Parteichef, so der Vorwurf, habe im Vorfeld von Wahlen größere Gruppen von Mitgliedern kurzfristig von einem Ortsverband in den anderen beordert, um gewünschte Kandidaten ins Amt zu wählen oder auf ihrem Posten zu halten.

          Das Wahlergebnis des Ortsverbandes Huckingen vom 13. März wurde jetzt angefochten, weitere könnten folgen.

          Auf „ein paar Leute, die in der Jungen Union Probleme haben”, hatte Mahlberg am Montag den Konflikt zurückgeführt. Beim Wechsel in einen anderen Ortsverband reiche eine Mitteilung an den Kreisvorstand.

          In der Tat spielt interner Zwist in der Jungen Union eine Rolle. Am 6. November kam es zu einer denkwürdigen Hauptversammlung des JU-Ortsverbandes Süd im Sermer Gasthof Schenke. Dabei bewarben sich Mark Willeke und Christiane Wedding um den Vorsitz. Den Begriff „Kampfkandidatur” nahm eine Gruppe durchaus wörtlich – es sei zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen, berichten Teilnehmer. Das hatte Folgen: In einem Disziplinarverfahren gab es für Bartosch Lewandowski ein JU-Mandatsverbot, weil er für die Auseinandersetzung verantwortlich gemacht wurde.

          Seiner Karriere im Homberger CDU-Ortsverband war das nicht abträglich. Am vergangenen Montag wurde Lewandowski zum stellv. Vorsitzenden gewählt. „Er wurde für die Geschichte in Serm noch belohnt”, wundert sich ein JU-Insider.

          Für eine lebhafte Diskussion sorgte in Homberg, dass eine etwa 20-köpfige Gruppe junger Mitglieder des Homberger Ortsverbands nur eine gute Woche zuvor, am 13. März, bei der Jahreshauptversammlung des Huckinger Ortsverbandes mitstimmte und Walter Becks in einer Kampfabstimmung gegen Bianca Seeger zur Mehrheit verhalfen.”
          http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Posse-um-Pruegel-und-Partei-Posten-id553925.html

      • elwu schrieb am 27. Juli 2010 at 14:36 - Permalink

        Der saubere Herr Mahlberg scheint ja inzwischen nicht mehr MdB zu sein. Immerhin.

    69. Sven Glückspilz schrieb am 27. Juli 2010 at 13:59 - Permalink

      Schon ulkig, wenn sich Punktsetzer Sven.K. über das Fehlen von Großbuchstaben in einem Kommentar aufregt und sich dann selbst als jemand präsentiert, der zwar die Shifttaste findet, nicht jedoch weiß, wann ein Komma gesetzt wird, dass das Wort “dass” mit zwei s geschrieben wird, wenn es als Konjunktion und nicht als Artikel oder Pronomen verwendet wird, und dass etwas zu wissen nicht zwangsläufig mit Weisheit zu tun hat und deshalb als Verb auch gerne zwei s verträgt. Aber Punktsetzer Sven. K. hat ja auch nicht behauptet, Experte in Rechtschreibung, sondern im Motivgemenge pubertierender Mädchen zu sein. Ich bin beeindruckt.

    70. goldman sachs schrieb am 27. Juli 2010 at 14:08 - Permalink

      „Indes geraten Sauerland und seine Duisburger Stadtverwaltung wegen ihrer angeblichen Profilierungssucht und ihrer dilettantischen Organisation der Loveparade immer stärker unter Beschuss. Leitende Beamte im örtlichen Polizeipräsidium beklagen hinter vorgehaltener Hand, von der Rathausspitze sei seit über einem Jahr „permanent politischer Druck“ ausgeübt worden, um das Prestigeprojekt Loveparade „unter allen Umständen“ in der klammen Reviermetropole realisieren zu können.

      Bereits am 6. Februar 2009 hatte die Polizei in einer Pressemitteilung Bedenken gegen die Austragung des weltgrößten Techno-Festivals angemeldet: „In Duisburg eine Veranstaltungsfläche für 500 000 oder gar mehr Menschen zu finden, inklusive eines geordneten An- und Abreiseverkehrs, ist allerdings nicht einfach.“

      Daraufhin verlangte der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg empört in einem Brief an den damaligen NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) die Abberufung des örtlichen Polizeipräsidenten Rolf Cebin. Für den Polizeipräsidenten stünden „eklatante Sicherheitsmängel“ einer Austragung der Loveparade in Duisburg entgegen, beschwerte sich der CDU-Kreischef in einem der MAZ vorliegenden Brief vom 9. Februar 2009 im Innenministerium und bat darum, „Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium zu wagen“. Wegen des Loveparade-skeptischen Polizeipräsidenten befürchtete Mahlberg „eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik“.

      Neben Cebin soll auch die Leiterin des Duisburger Amtes für Bauaufsicht als Bedenkenträgerin gegen die Durchführung der Loveparade unliebsam bei der Rathausspitze aufgefallen sein. Laut einem der MAZ bekanntgewordenen Vermerk, der im Duisburger Polizeipräsidium kursiert, soll es am 23. März dieses Jahres zu einem Eklat gekommen sein. Als die Loveparade-Organisatoren der Lopavent GmbH bei der Stadtverwaltung ihr Veranstaltungskonzept präsentierten, soll die Chefin der Bauaufsicht erklärt haben, dass die Techno-Party in diesem Rahmen „nicht genehmigungsfähig“ sei. Die „Zuwege und Entfernungsmöglichkeiten“ bei dem ins Auge gefassten Veranstaltungsgelände am ehemaligen Güterbahnhof seien „zu eng“. Die Lopavent-Leute drohten daraufhin laut Vermerk mit einem Abbruch ihrer Präsentation.

      Um den Konflikt zu entschärfen, entschied die Rathaus-Führung, die Bedenken im Arbeitskreis „Sicherheit“ zu diskutieren – angeblich ohne die kaltgestellte Leiterin des Amtes für Bauaufsicht.“
      http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11855793/63529/OB-Sauerland-soll-die-Veranstaltung-mit-permanentem-politischen.html

      Es läuft alles auf Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen die Duisburger CDU-Politmafia hinaus.

    71. corny schrieb am 27. Juli 2010 at 14:14 - Permalink

      [Eva Hermans geistiger Dünnschiss]

      Und das sagt die Vertreterin einer organisation, die nur dazu da ist sexuellen Massenmissbrauch von Kindern zu organisieren ohne das jemand Angst vor Strafverfolgung haben müsste… Wahrscheinlich wird gerade der Nachschub etwas kanpp. Aber was soll man nach den 2.000 Jahren Mord, Folter und Vergewaltigung die sie uns gebracht haben noch erwarten?

      Allerdings finde ich es gut Veranstaltungen zu verbieten wo die Leute sich eh nur zudröhnen wollen und dann die Kontrolle verlieren z.B. Oktoberfest, Karneval, Fußball und jedes verschissene andere Volksfest.

      Wahrscheinlich ist die Loveparade auch Schuld an dem systematischen sexuellen Missbrauch den die Kirche da veranstaltet.

      “Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen (sic) feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt”

      Ah, jetzt weiss ich endlich warum der Papst in einem schusssicheren Glaskasten herumfährt. Der hat es wohl nötig.

      Oh man, wenn wir uns in Deutschland für irgendwas schämen müssen, dann für diese horde christlicher eso-Nazis die wir hervorgebracht habe.

      @Eike
      “Nee, zur Verantwortung gehört auch die Eigenverantwortung.”

      Sinnentleerte Paraphrasierung. Wenn jemand eine komerzielle Großveranstaltung ausrichtet um damit Geld zu machen hat er die Verantwortung für die Sicherheit. Es gibt das sowas das nennt sich Gesetz und manchmal ist es durchaus sinnvoll.

      “Wenn keine Polizei und Security anwesend gewesen wären, wäre demnach alles in Ordnung gegangen.”

      Derart verkorkstes schwarz-weiß denken habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Polizei und Security sind da um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten und nicht die Menschen in einer Todesfalle ein zu sperren. Und ja, ohne die Polizei und ihre Absperrung wäre es nicht zu diesem Vorfall gekommen.

      “Ich liege am Boden vor Lachen.”

      Immerhin einer, der sich über den Tod anderer freuen kann. Einfach nur asozial.

      • Eike schrieb am 27. Juli 2010 at 17:09 - Permalink

        ach ja die Vollkaskomentalität, wie schön….

        Das es sich bei der Loveparadei nicht nur um eine harmlose Zusammenkunft von tanzfreudigen jungen Leuten handelt, sollte klar sein.
        Spätestens ab der Loveparade anno 1995 konnte man vom geklauten Auto über Waffen bis zu illegalen Substanzen aller Art alles Gewünschte erwerben, natürlich auch Sex.
        Im Gegensatz zu den meisten Mitschreibenden, gehöre ich zur Fraktion der Technojünger und habe nicht nur viele Loveprades besucht, sondern auch diverse ähnliche Festivitäten. Wenn ich mich also sehenden Auges dann in eine solche Menschenmasse begebe, wo ich mit Leuten auf direkter Tuchfühlung bin, denen ich mir nicht sicher sein kann, so muss ich persönliches Risiko und Scheitern mit einkalkulieren oder ich wende mich dann ab von dem Gewimmel, denn Feste gibt es ziemlich reichhaltig, wenn vielleicht es auch nur eine Loveparade gab.
        Auch hier gilt im übrigen, dass die Feier vor allem steht und fällt mit den Leuten, nicht nur mit den Saniis, der Bullizei, Feuerwehr und der Security. Ich kann nicht erwarten, dass diese automatisch wei von selbst für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen.
        Ich kann nciht erwarten ins Feuer zu springen und mich dabei nicht zu verbrennen, es sei denn ich habe das entsprechend trainiert und das zugehörige Rüstzeug.
        Hier lohnt sich auch der Vergleich zu gelichartigen Veranstaltungen, wie der Street Parade (Zürich) und vielen weiteren. Die Strukturen sind logischer Weise sehr ähnlich.

    72. OAlexander schrieb am 27. Juli 2010 at 14:46 - Permalink

      Jeder vernünftig denkende Mensch hätte spätestens 100 Meter vor dem Tunnel gesagt “Da geh ich nicht rein und schon gar nicht durch” und den Seitenausgang gesucht. So ein bisschen verständlich wird das erst, wenn man davon ausgeht, dass die Teilnehmer zu einem Stück weit mit Alkohol …

      Wenn du 100 km oder mehr angereist bist, siehst du das schlimmstenfalls als Minimalrisiko an, zumal für den Gesamtplan für den Tag ja auch keine geeigneten Alternativen bestehen. Denn Rest erledigen dann einige beruhigend herumstehenden Polizisten, Gruppendynamik, etc. In 99,98% aller Fälle passiert auch nichts.

    73. Cobra liberaleusis schrieb am 27. Juli 2010 at 14:58 - Permalink

      Das ist der Schlüssel: KOMMERZ

      Was sind dagegen ein paar Tote…

      • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 15:16 - Permalink

        Naja, erlich gesagt, finde ich nichts Verwerfliches dabei eine kommerzielle Massenveranstaltung abzuhalten. Das passiert doch ständig. Sonst könnte man die Hälfte davon streichen.

        Und diesem McFit-Chef Schaller würde ich persönlich zwar eine Mitschuld geben, würde aber trotzdem die Hauptverantwortlichen bei der Stadt Duisburg suchen.

        Weil die Stadt bestimmt das Gelände, wann und wo und unter welchen Auflagen. Der Veranstalter Schaller kann sich nur daran halten und muss im Grunde auch irgendwo ein bisschen darauf vertrauen.

    74. Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 15:11 - Permalink

      Eva Herman ist vermutlich nur Opfer der Tagesschau. Keine Ahnung was die dort mit den Sprecherinnen machen, aber es muss was wirklich Schreckliches sein. ^^

      Diese ehemaligen Tagesschau-Sprecherinnen drehen doch allesamt nach dem Ausstieg total ab. Wenn auch die Eva H. ganz besonders.

      Aber siehe z. B. auch Susan Stahnke. Aus deren Hollywood-Karriere wurde eine öffentliche Darmspiegelung im TV und Werbung für das erste Pissoir für Frauen … xD

    75. Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 15:14 - Permalink

      Die drei apokalyptischen Reiter (Schaller, Sauerland und Rabe) geraten immer stärker unter Druck:

      Bereits vier Wochen Wochen vor der Loveparade hat das Bauordnungsamt massive Einwände gegen das vorgelegte Sicherheitskonzept erhoben. Das geht aus einem Sitzungsprotokoll hervor, das DerWesten vorliegt. Danach mussten die Sicherheitsbedenken auch dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland entgegen bisherigen Aussagen im Detail bekannt gewesen sein. Dies geht aus dem Verteiler hervor, der handschriftlich auf dem Protokoll vom 18.06 vermerkt ist und das Kürzel OB trägt. Das bedeutet, dass das Protokoll an den Oberbürgermeister geleitet wurde.
      (…)
      Lopavent wehrte sich dem Protokoll zufolge gegen die Vorschrift, bei 220 000 Besuchern 440 Meter Fluchtwege nachweisen zu müssen. In dem Protokoll werden die Lopaventvertreter mit den Worten zitiert: „Die rechtlichen Voraussetzungen hätten sie noch nie machen müssen. Sie seien überrascht, welche rechtlichen und formalen Anforderungen die Bauordnung stellen würde.“
      Lopavent bestand dem Papier zufolge auf 155 Meter Fluchtweg, da es ihrer Erfahrung „ausreichend sei, wenn 1/3 der Personen entfluchtet werden können.”
      (…)
      Aus dem Schriftstück geht weiter hervor, dass der Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe, der an dem Gespräch teilnahm, Druck ausübte. „Herr Rabe stellte in dem Zusammenhang fest, dass der OB die Veranstaltung wünsche und dass daher hierfür eine Lösung gefunden werden müsse.
      (…)
      Der Leiter des Baudezernats, Jürgen Dressler, kommentierte das Schreiben handschriftlich: „Ich lehne aufgrund dieser Problemstellung eine Zuständigkeit und Verantwortung (…) ab. Dieses entspricht in keinerlei Hinsicht einem ordentlichen Verwaltungshandeln und einer sachgerechten Projektstellung.“

      • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 15:18 - Permalink

        Ja. Hab ich auch gerade gelesen. Es wäre ja auch ein Wunder, wenn dort nicht ein paar Verantwortliche vorher Alarm geschlagen hätten. – Bei dieser offensichtlichen Fehlplanung.

      • Stefan K. schrieb am 27. Juli 2010 at 15:31 - Permalink

        Der Leiter des Baudezernats, Jürgen Dressler, kommentierte das Schreiben handschriftlich: „Ich lehne aufgrund dieser Problemstellung eine Zuständigkeit und Verantwortung (…) ab. Dieses entspricht in keinerlei Hinsicht einem ordentlichen Verwaltungshandeln und einer sachgerechten Projektstellung

        Das perfide an der Situation war, dass die Bauaufsicht von Herrn Rabe aufgefordert wurde an der Erarbeitung einer Lösung mitzuwirken, anstatt sich nach Zuständigkeit alleine auf die Bewertung einer zu genehmigenden Planung zu konzentrieren.

        Das war ganz klar der Versuch eine Kontrollinstanz auszuhebeln indem diese in die Planungserstellung einbezogen wird.

      • goldman sahs schrieb am 27. Juli 2010 at 15:49 - Permalink

        @spiegelfechter,

        Als sich im Januar 2006 bis zu zwei Millionen Gläubige in Mekka zur Haddsch versammelten, kam es an einer Zugangsrampe zur Katastrophe, bei der 346 Pilger in einer Massenpanik zu Tode getrampelt wurden. Die Veranstalter reagierten auf diesen Vorfall – seitdem werden die Rampen und Zugangswege videoüberwacht und beim geringsten Zeichen eines gefährlichen Gedrängels werden nicht nur die hinteren Zugangswege dicht gemacht, sondern auch seitliche Fluchtwege geöffnet.
        http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3726/tod-an-der-rampe#comment-77391

        Nach dem von dir zur Massenpanik in Mekka Gesagten gibt es nach dem TINA-Prinzip (there is no alternative) nur noch eine einzige Alternative: die LOVEPARADE künftig statt in Duisburg alljährlich in MEKKA als Haddsch stattfinden zu lassen. Der Zutritt zur Loveparade wäre in Mekka allerdings ausschließlich Muslimen vorbehalten.

    76. gerdos schrieb am 27. Juli 2010 at 15:15 - Permalink

      Hallooooo! Rückhaltlose Aufklärung? Ihr Illusionisten. Niemals sind die Verantwortlichen eingeknastet worden. Hier die Beispiele:

      Gletscherseilbahn Kaprun II, 2000
      ICE 884 Eschede, 1998
      Eislaufhalle Bad Reichenhall, 2006
      Roskilde Festival, 2000
      Transrapid 08 Lathen, 2006

      ….und für die größte Öko-Sauerei in der Geschichte der USA wird der Haupt”verantwortliche” mit 14 Mio Dollar Hau-ab-Prämie belohnt. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen muss.

    77. Tina Tiger schrieb am 27. Juli 2010 at 15:45 - Permalink

      Auf ntv wurde letzte Nacht ein Ausschnitt aus einem Video in der Form gezeigt, dass der Eindruck entstand, eine leblos wirkende Frau in weißem T-Shirt sei von der Treppe herunter gefallen (der gesprochene Text zum Bild war entsprechend. Sinngemäß: Viele Leute seien von der Treppe gefallen.)

      Dassselbe o.g. Video im Ganzen (!) hatte ich bereits öfter u.a. im TV gesehen, da wurde dieselbe leblos wirkende Frau allerdings eindeutig v o n u n t e n vor der Treppe
      n a c h o b e n auf die Treppe hoch gezogen.

      Also, die Legendenbildung scheint voll im Gange zu sein. Nach meinem subjektiven Eindruck der Bilder u. Augenzeugenberichte, die ich gesehen habe, starben aber die meisten Menschen, weil sie in der Masse zertrampelt wurden, unten am Fuße der Treppe. Vermutlich stammen daher die Rückenmarksverletzungen vieler und nicht weil Leute von der Treppe herunter gestürzt sind. Zu letzterer Behauptung habe ich noch keine einzige dies belegende Aufnahme gesehen.

      • H. Müller schrieb am 27. Juli 2010 at 17:26 - Permalink

        Wer von der Treppe fällt, fällt auf die Untenstehenden und wird somit abgefedert. Die Fallhöhe reduziert sich um mindestends 1,6 m durch die untenstehenden Personen. Rückenmarksverletzungen durch so einen Sturz halte ich für unwahrscheinlich.

    78. Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 15:55 - Permalink

      Was die genauen Todesursachen sind und wie der genaue Ablauf war, werden sicher (hoffentlich) die Ermittlungen der Polizei Köln ergeben.

      Jetzt darüber rumzuphilosophieren, halte ich nicht für sinnvoll und auch nicht angemessen. Das ist für uns doch im Grunde nebensächlich und evtl. nur für die spätere juristische Verteilung von Schuld wichtig.

      Dass manches (etwas) anders ist, als wie es auf den 1. Blick scheint und monatelang durch die Presse geht, kann man ja auch an diesem, zur Zeit laufenden, Brunner-Prozess sehen.

    79. Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 16:02 - Permalink

      Auch bei der WAZ-Gruppe beginnt offenbar gerade die große Löschaktion. Wer nach älteren Kommentaren such, in denen die WAZ die lokale Politik massiv unter Druck setzt, die Loveparade stattfinden zu lassen, findet diese zwar noch in den Suchergebnissen (z.B. “Loveparade – programmierte Blamage”), die eigentlichen Artikel wurden allerdings von den Herren und Damen Hütern der Wahrheit gelöscht. Ja, auch die Medien hatten eine Verantwortung, der sie nicht nachgekommen sind.

      • B.-C. Kämper schrieb am 27. Juli 2010 at 16:12 - Permalink

        http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:HVa_ZXhX6GcJ:www.derwesten.de/nachrichten/politik/Loveparade-programmierte-Blamage-id2426247.html

        Kommentar : Loveparade – programmierte Blamage

        Politik, 05.02.2010, Frank Preuß

        Man kann zur Loveparade stehen, wie man will: Würde sie ausgerechnet im Jahr der Kulturhauptstadt schon wieder abgeblasen, wäre es peinlich für das Revier. Von dem behaupten Schwärmer aus der Marketingabteilung des Regionalverbandes ja gern, es sei die „Metropole Ruhr”.

        2010 fließen reichlich Gelder in Projekte, über deren Nährwert man genauso trefflich streiten könnte. Das Tanzspektakel hätte man klugerweise von vornherein mit eingepreist.

        Die Fälle Bochum und nun Duisburg offenbaren allerdings auch planerische Provinzqualität, die Blamagen heraufbeschwört: Wer sich für etwas bewirbt, muss wissen, ob er es am Ende auch kann. Das ist keine komplizierte Rechnung. Duisburg ist zuletzt schon mit dem Scheitern einer Neuauflage der World Games unangenehm aufgefallen. Hat dort irgendwer geglaubt, die Loveparade gäbe es umsonst? Wenn sich keine Sponsoren finden, dann geht’s nicht.

        Man darf gespannt sein, mit welchen Tricks die Landesregierung die Show nun möglicherweise doch noch rettet. Denn mit den klassischen Haushaltsspielregeln kommt sie hier nicht weiter. Wer Duisburg jetzt eine Ausnahme genehmigte, nur damit eine Party steigen kann, der verspielt das Vertrauen der Anderen. Die müssen an Stellen sparen, wo es viel schmerzhafter ist als am Image.

      • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 17:34 - Permalink

        Ich nehme an, dass das die Hompage des Verfassers (von “Loveparade – programmierte Blamage”) ist: http://www.frankpreuss.de

        Der gleiche Autor schreibt jetzt sowas: “Im Duisburger Fall war es zweifellos besonders schwer, weil man sich im Jahr der Kulturhauptstadt die Blöße nicht geben wollte, das Spektakel abzublasen. Von Imageverlusten und Blamage war die Rede, als es fast am Geld zu scheitern drohte. Aber es reicht offensichtlich nicht aus, wenn Fachleute warnen. Sie müssen sich am Ende durchsetzen. Gegen allzu naive Schwärmer.”

        http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-07/17513285-waz-grossveranstaltungen-sicherheit-ist-das-geschaeft-der-polizei-kommentar-von-frank-preuss-007.htm

        Wow. Also wirklich… wow. Soviel Chuzpe ist schwer zu überbieten.

    80. knut schrieb am 27. Juli 2010 at 16:08 - Permalink

      Artikel mag sein, wie er ist…

      Aber die Antworten und Kommentare vom SF sind so unter aller Sau und “Bild”-würdig, auch ich veraschiede mich dauerhaft! Wieder ein jahrelanger Leser weg…

    81. Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 16:37 - Permalink

      Wäre es nicht möglich gewesen, die Loveparade in der Duisburger Innenstadt abzuhalten? Mit Hauptbühne auf dem Marktplatz, oder so?

      Normalerweise würde man das bei solch einem Millionen-Event doch so machen.
      Jedenfalls ist das bei allen wirklichen Großveranstaltungen so, die mir einfallen.
      Auch dann, wenn es erwartungsgemäß hoch her geht.

      • schwitzig schrieb am 27. Juli 2010 at 17:34 - Permalink

        Die offizielle Begründung war wohl, dass die Innenstadt nicht genügend Platz biete. Ich kann es nicht beurteilen, da ich die Duisburger Innenstadt nicht kenne, jedoch wenn ich sie mit denen von anderen Ruhrgebietsstädten vergleiche, würde ich fern jeder Faktenkenntnis vermuten, dass das vielleicht ein vorgeschobenes Argument ist, um eine Verdreckung und Vermüllung der Innenstadt zu vermeiden. Was durchaus verständlich ist, wenn man sich die Erfahrungen in Berlin anschaut.
        Gegen die Überfüllungsthese der Innenstadt sprechen zwei Umstände:

        1)
        Auf einer Strasse bewegt sich der Zug wie auf einer Laufstrecke und verteilt sich. Auf geschlossenen Plätzen sind bestenfalls Kreisförmige Strömungen ohne Veringerung der Personendichte möglich.

        2)
        Das ausgewählte Gelände war ebenfalls viel zu klein dimensioniert – bot also keinen Vorteil und hatte darüber hinaus den unter 1) aufgeführten Nachteil.

        • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 17:44 - Permalink

          Also ich schätze einfach, die feinen Herrschaften wollten von dem Lärm, Müll und besoffenen Ravern nicht belästigt werden.

          Die wollten sich mit dem Image “Loveparade” schmücken, die Leute dann aber auf nen stillgelegten Güterbahnhof abschieben. – Nicht gerade gastfreundlich.
          Woanders vernagelt man halt mal für ein WE Karnevall oder CSD die Schaufenster und nimmt Klagen der Geschäftsleute und Bürger in Kauf.

          Mir fällt ein, ich war zufällig letztes Jahr in Duisburg. Platz ist da eigentlich genug, es ist sicher und in jeder Hinsicht gut ausgebaut. Ist ja auch klar, weil eine Innenstadt ist ja dafür gemacht, dass sich dort Leute aufhalten, gut hin und wieder weg kommen.
          Die haben sogar nen ziemlich schönen alten Hafenbereich, der jetzt für Kunstaktionen, Freizeit, Museen umgebaut ist.

          Hätten die das gemacht, wäre das sicher ein Erfolg geworden und Duisburg wäre vielleicht sogar für länger der Standort der Loveparade gewesen.
          In Köln ist auch jedes Jahr Karnevall.

    82. Josh schrieb am 27. Juli 2010 at 17:21 - Permalink

      Also der Obduktionsbericht ist draussen:

      [Quote]Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erklärte nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf, dass die 20 Todesopfer allesamt durch Quetschungen des Brustkorbs gestorben seien. Das habe der Justizminister mit Verweis auf die Obduktionen berichtet. Bisher habe es geheißen, die Opfer seien von einer Treppe oder einem Mast abgestürzt. [/quote]

      • Spiegelfechter schrieb am 27. Juli 2010 at 17:23 - Permalink

        Wow! Das ist ein Skandal! Ich werde mein Programm wohl umschmeißen und das Thema noch einmal näher ausleuchten. Danke.

        • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 17:41 - Permalink

          Vergiss nicht, dich auch mit den Behauptungen der Polizei zu befassen, wonach ja die meisten Opfer, du weisst schon, Rückenmark und so… Die haben definitiv was zu vertuschen! So viele Berichte von Zeugen, das die Polizei nie hätte die Rampe zumachen und die Tunnel weit aufmachen dürfen. Da muss irgendwas dran sein, wenn das so viele Leute unabhängig voneinander sagen…

      • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 17:38 - Permalink

        Man sollte dieses miese Pack von Verantwortlichen, die die Schuld auf individuelle Schwächen der Gäste schieben wollten, die angeblich vor Partygeilheit und Rücksichtslosigkeit möglichst schnell aufs Partygelände wollten, mit Peitschen durch die Straßen treiben! Bei soviel abgründiger und ehrloser Rückgratlosigkeit verlier ich jeden Glauben an die Notwendigkeit eines fairen juristischen Prozesses. Abschaum!

        Der Herr Schreckenberg gehört für mich übrigens genaus so dazu und sollte als offiziell wissenschaftlicher Berater und Gutachter des Geländes immer mitgenannt werden! Das war so ekelhaft, wie der sich am Sonntag dazu auf N-TV geäußert hat. Individuelle Schuld der Teilnehmer, damit kann man nicht rechen, da muss man an den Menschen arbeiten…. rrrrrrrrr!!!

        • schwitzig schrieb am 27. Juli 2010 at 17:48 - Permalink

          @Dani

          Man sollte dieses miese Pack von Verantwortlichen, die die Schuld auf individuelle Schwächen der Gäste schieben wollten, die angeblich vor Partygeilheit und Rücksichtslosigkeit möglichst schnell aufs Partygelände wollten, mit Peitschen durch die Straßen treiben! Bei soviel abgründiger und ehrloser Rückgratlosigkeit verlier ich jeden Glauben an die Notwendigkeit eines fairen juristischen Prozesses. Abschaum!

          Und genau um eine derartige Lynchjustiz zu verhindern, ist ein sogenannter Rechtsstaat mit einem deemotionalisierten Justizwesen da. Lynch- und Prangerjustiz mag in manchen Momenten als die richtige Wahl erscheinen, jedoch überwiegen in den meisten Fällen die negativen Effekte, die zu gesamtgesellschaftlichen Folgen übelster Art führen.

          Leider ist der deutsche Rechtsstaat mittlerweile derartig pervertiert, dass er nur noch von der Unterschicht bis zur mittleren Mittelschicht Anwendung findet. Dennoch bin ich der Meinung, dass die kläglichen Reste unseres Rechtsstaates immer noch besser als die aus der Lynchjustiz entstehende Barbarei ist.

          • Dani schrieb am 27. Juli 2010 at 17:54 - Permalink

            Und genau um eine derartige Lynchjustiz zu verhindern, ist ein sogenannter Rechtsstaat mit einem deemotionalisierten Justizwesen da.

            Du hast ja Recht, aber man muss auch seinen HassGefühlen mal freien Lauf lassen, oder? Hier im Blog tuts ja keinem weh…

    83. Namal schrieb am 27. Juli 2010 at 17:45 - Permalink

      Aber aber, Herr Berger. Warum so inkonsequent? Waren es nicht Sie, die ein Recht auf Unvernunft gefordert haben und die ganzen Verbote kritisieren? Jetzt lässt man die Menschen endlich frei unvernünftig werden, sie trampeln sich zu tode und man muss dafür grade stehen? Wahrscheinlich wären Sie der erste, der gechrien hätte, wäre diese sog. Parade verboten worden.

      • Nick Abbe schrieb am 27. Juli 2010 at 17:54 - Permalink

        Deinen Fisch bekommst du hier nicht! Bettel woanders! :-)

        • Namal schrieb am 27. Juli 2010 at 18:09 - Permalink

          Sie sollten Ihren Fischfetisch mal behandeln lassen.

    84. HerrWinter schrieb am 27. Juli 2010 at 17:48 - Permalink

      Ich habe mich bis jetzt nicht durch alle Kommentare gelesen (dazu sind es zu viele), aber teilweise bin ich aufgrund der Reaktionen geschockt. Unabhängig davon, ob man solche Veranstaltungen gut findet oder nicht, ob man den “Sittenverfall” beobachten kann oder eben nicht, ob man sich “mehr Ordnung, Anstand und Schamgefühl” in der Gesellschaft wünscht oder nicht, bleibt doch der widerliche Unterton in dem Kommentar von Frau Herman, dass die 20 Menschen, die jetzt Tod sind, ja eigentlich selbst die Schuld tragen. Das ist der Hauptpunkt der mich so grenzenlos wütend macht auf diese Frau. Es ist für mich vollkommen egal, ob sie die Loveparade an sich gut findet oder abstoßend. Soll sie halt nicht hingehen und wegen mir sich auch öffentlich dagegen stellen. Es wird Menschen geben, die auf ihrer Seite sind und welche die dagegen sind. Das gehört zu einer gutfunktionierenden demokratischen Gesellschaft dazu. Aber die Aussage, da hätten höhere Mächte eingegriffen und die Opfer seien ja eh alle betrunken und bekifft und was da noch so alles steht, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Frau Herman gönnt den Opfern den Tod, weil sie ja selbst dran schuld sind und wahrscheinlich freut sie sich auch noch, weil sie jetzt ja ein Argument gegen etwas hat, was sie nicht versteht und ablehnt. Das ist aus moralischer Sicht verwerflicher als nacktes Tanzen. Eva Herman hypocrisy thy name is you…

      An den Spiegelfechter: Sehr guter Artikel, alle Infos gut zusammengetragen und lass dich von den ganzen Menschen, die jetzt gehen, weil du nicht immer ihrer Meinung bist, nicht verunsichern. Die braucht eh keiner ;-)

    85. ak schrieb am 27. Juli 2010 at 18:00 - Permalink

      @ no. 68/gs

      Nach nochmaliger Lektüre damaligen (Denunziations-) Briefs des “amtierenden“ Duisburger CDU-Kreis(partei)vorsitzenden Mahlberg MdB

      http://cdu-duisburg.de/

      an damaligen F.D.P.-IM Dr. Wolf vom 9. Februar 2009

      http://www.cdu-duisburg.de/index.jsp?index=presse&mid=20&content=ja&id=103

      und seines heutigen Runterspielens

      http://www.ad-hoc-news.de/duisburger-cdu-chef-verteidigt-kritik-an-polizei-vor–/de/News/21507013

      gibt es auch strafrechtsrelevante Gesichtspunkte, zu denen mich Ihre begründete Meinung interessiert,

      Gruß

      ak
      27. Juli 2010

    86. awe schrieb am 27. Juli 2010 at 19:29 - Permalink

      zu Eva Herman
      Wie kann man den Tod von so vielen jungen Menschen nur so schamlos kommentieren?

      • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 20:10 - Permalink

        Wie kann man den Tod von so vielen jungen Menschen nur so schamlos kommentieren?

        Eva Herman ist eine schamlose Person
        Sehr viel mehr gibt es da nicht zu sagen.
        .

    87. toms bike corner schrieb am 27. Juli 2010 at 21:14 - Permalink

      Frau Herman fehlt irgendwie das Fingerspitzengefühl. Die Damen benimmt sich wie ein Elefant im Porzellan Laden.

      • Sukram71 schrieb am 27. Juli 2010 at 22:14 - Permalink

        Und viele (inklusive mir) sind unbewusst vielleicht ganz dankbar, dass wir ein “leichtes Opfer” bzw. den Klassen-Clown zum abreagieren und aufregen gefunden haben.
        Ich beschäftige mich mich jetzt besser erstmal wieder mit was anderm. Von der Frau und der Diskussion über die krieg ich Kopfschmerzen. Das war schon immer so. ^^

    88. claire schrieb am 27. Juli 2010 at 22:06 - Permalink

      dieser n-tv ausschnitt eines augenzeugen ist sehr bemerkenswert:
      http://www.youtube.com/watch?v=aXZ_j1nhnhg

    89. Michael schrieb am 27. Juli 2010 at 22:29 - Permalink

      Das könnte wirklich eng für so manchen werden. Man kann nur hoffen, dass die große Aufmerksamkeit im Netz zur Aufklärung beitragen und Vertuschung verhindern kann.

      http://twitter.com/udovetter/status/19677388274

    90. Volker schrieb am 27. Juli 2010 at 22:45 - Permalink

      Nur zur allgemeinen Info und Dokumentation, zwei weitere Artikel von Frank Preuß, erschienen auf derwesten.de, einer vor dem Unglück, einer danach.

      Die angegeben Links ergeben nur noch error 404 (Seite nicht gefunden).

      Kommentar : Die Loveparade als Glücksfall – von Frank Preuß
      Nachrichten, 23.07.2010, Frank Preuß

      Man muss vielleicht noch einmal an den 1. Juli 1989 erinnern. An einen verregneten Samstagnachmittag in West-Berlin. Hundert Feiernde ziehen mit zwei Pritschenwagen über den Ku’damm, von denen elektronische Musik herunterdröhnt. Sie tanzen und werfen Bonbons, Passanten halten die Truppe für einen lustigen Spinnerhaufen.
      Daraus ist die größte Tanzveranstaltung der Welt geworden.
      Natürlich hat die Loveparade durch die hemmunglose Kommerzialisierung über die Jahre manches eingebüßt, ist zum Medienspektakel geworden; Sauforgien, die an Ballermann-Verhältnisse erinnern und Müllberge im Zugspitzformat haben die Zahl der Kritiker vor allem in Berlin wachsen lassen. Und doch gibt es in der Hauptstadt nicht wenige, die sich die Party an ihren Geburtsort zurückwünschen.

      Für das Ruhrgebiet, das zweifellos stärker um Wahrnehmung buhlen muss, ist die Loveparade ein Glücksfall, selbst im geschrumpften Format, das Duisburg am heutigen Samstag erleben wird. Man muss kein Marketingexperte sein, um zu wissen, dass der Werbeeffekt riesig ist. Man müsste gewaltige Summen bewegen, um überregional eine derartige Aufmerksamkeit zu erregen. Im Zusammenspiel mit dem Still-Leben auf der A 40 bleiben vielleicht einmal Bilder aus dem Revier haften, die nicht nur von Sorgen künden. Vorausgesetzt natürlich, es geht alles gut.
      URL:
      http://www.derwesten.de/nachrichten/Die-Loveparade-als-Gluecksfall-von-Frank-Preuss-id3276075.html

      Kommentar : Sauerlands erbärmlicher Auftritt – von Frank Preuß
      Nachrichten, 25.07.2010, Frank Preuß

      Die Katastrophe von Duisburg, sie kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Selbst wenn sich am Tag danach die Schuldfrage noch nicht eindeutig zuordnen lässt, so dürfte zumindest die Staatsanwaltschaft bei Durchsicht von Venehmigungsakten und Sitzungsprotokollen feststellen, wer sich schlussendlich dafür starkgemacht hat, die Loveparade auf ein umzäuntes Gelände zu legen, mit untauglichen Zuwegen. Man wird herausfinden, wer Gegenargumente plattgebügelt oder gar Druck gemacht hat.

      An Warnungen hat es nicht gemangelt. Experten von Feuerwehr und Polizei haben offensichtlich Bedenken angemeldet, die Loveparade überhaupt nach Duisburg zu holen. Zu hören ist auch, dass sich die Polizei für die Feiernden eine großflächigere Anreise gewünscht hätte, um das Risiko eines Nadelöhrs zu verhindern. Dafür hätte man mehr Personal benötigt. Bochum war’s im letzten Jahr zu eng in der City. War der Wille der Verantwortlichen im Duisburger Rathaus etwa zu groß, sich mit diesem Ereignis unbedingt schmücken zu wollen? Dann wären sie ohnehin nicht zu halten.

      Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland und sein Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe haben in der Pressekonferenz und schon am Tag davor eine erbärmliche Vorstellung abgeliefert, um ihre Köpfe aus der Schlinge zu ziehen. Wer kurz nach einer derartigen Tragödie bereits die Schuld auf individuelle Schwächen zurückführt und behauptet, am Sicherheitskonzept habe es nicht gelegen, verhöhnt die Opfer. Warum klettern Menschen an Wänden hoch? Ein Konzept, das auf die vollkommene Vernunft der Teilnehmer setzt, ist kein Konzept.

      Gestern wirkten die beiden kleinlaut, ruderten zurück. Auf die Herren kommen harte Zeiten zu.
      URL:
      http://www.derwesten.de/nachrichten/Sauerlands-erbaermlicher-Auftritt-von-Frank-Preuss-id3284238.html

      ———————————————-

      Was für ein Heuchler! Er steht Sauerland, Rabe und Schaller um nichts nach.

      • Ralf schrieb am 28. Juli 2010 at 12:39 - Permalink

        Wieso Heuchler? War der Journalist im Planungsstab und hat mit entschieden? Ich glaube nicht.
        Eins bleibt doch wohl festzuhalten: hätte es den Unfall nicht gegeben wäre die Veranstaltung aller Wahrscheinlichkeit nach ein Erfolg geworden. Daß eine darniederliegende ex-Stahlarbeiter und Malocher-Stadt wie Duisburg im Jahr der “Kulturhauptstadt Ruhrgebiet” (oder wie immer das heisst) dieses Megaevent haben wollte ist doch klar.
        Jetzt mal nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, die Verfehlungen waren im Rathaus und bei den Veranstaltern. Lokaljournalisten, die im Vorfeld sich über die Veranstaltung freuten, oder zumindest positiv berichten sollten, jetzt zu beschimpfen ist in hohem Maße selbstgerecht. Nicht jeder Journalist ist ein Wallraff und ständig dabei Skandale aufzudecken. Wenn, dann wende man sich gegen die WAZ-Gruppe oder den Chefredakteur.

        Und noch eins drauf: Wenn es eine Absage der LP gegeben hätte, wären natürlich Hohn und Spott von wegen “Provinzkaff” und “unfähige Politiker” ausgegossen worden. Das muss ein OB im Sinne der Gesamtverantwortung für Bürger und Stadt jedoch aushalten können. Und diese Fahrlässig- und Unfähigkeit kreide ich dem Sauerland übelst an. Nicht irgendwelchen unwichtigen Lokaljournalisten.

    91. egalitarist schrieb am 27. Juli 2010 at 23:07 - Permalink

      die NDS zur Duisburg-Affäre:

      Wäre ein/e linke/r Sozialdemokrat/in Oberbürgermeister von Duisburg, hätte diese/r gegen die Bedenken von Polizei und Feuerwehr und des eigenen Bauordnungsamtes die Genehmigung für die Loveparade durchsetzen lassen und sich hinterher auch noch so billig aus der Verantwortung gestohlen, wie der Oberbürgermeister Sauerland von der CDU dies tut, dann wäre diese Person von Deutschlands Medien in der Luft zerrissen worden. Mit dem CDU-Mann gehen sie ausgesprochen sanft um. Albrecht Müller. (…)

      Und er bleibt bisher im Amt. Und die Medien sind zum großen Teil vornehm.

      Das ist die immer wieder erkennbare Asymmetrie, mit der die Medien die konkurrierenden Parteien und politischen Lager behandeln. Die Linke – damit ist das linke Lager gemeint und nicht die Linkspartei alleine – muss um das Mehrfache besser sein, um überhaupt einen Blumentopf zu gewinnen, so einseitig sind die Medien im Umgang mit den konkurrierenden Parteien.

    92. Thomas R. schrieb am 27. Juli 2010 at 23:24 - Permalink

      OT:
      Bei so langen Diskussionen fallen die Nachteile auf, wenn Antworten auf Kommentare eingerückt unter diesen stehen.

      Ich weiß, wo die Diskussion vor einer Stunde stand, von da kann ich weiterlesen.
      Aber ich muss auch überall vorher noch kontrollieren, ob irgendwo etwas steht, was zwischenzeitlich auf einen älteren Kommentar geantwortet wurde. Ich behaupte mal, die Hälfte derer, die im Browser lesen, kriegen Antworten auf ältere Kommentare überhaupt nicht mit.

    93. ak schrieb am 27. Juli 2010 at 23:30 - Permalink

      @90 / Volker

      Daraus zunächst, daß “der westen” eine höchst zweifelhafte Quelle ist mit zwei Mal -> 404

    94. janfrie schrieb am 28. Juli 2010 at 01:14 - Permalink

      Hi Spiegelfechter,

      mir gefällt der Artikel. Finde es auch prima, dass du so eindeutig und kompromisslos zu EHs Äußerungen Stellung beziehst. Das ist einer der ganz, ganz wenigen Fälle, wo ich auch so weit gehen würde zu sagen: Wer das was sie schreibt nicht aus vollem Herzen widerlich findet, ist einfach ein Arschloch.

      • Waterbrunn schrieb am 28. Juli 2010 at 11:40 - Permalink

        Wie sagte Volker Pispers: “Es geht doch nichts über ein schönes Vorurteil. Es teilt die Welt in Schwarz und Weiss und schon hat der Tag Struktur.”

        Ich finde das, was sie schreibt, nicht aus “vollem Herzen widerlich”. Und nun bin ich in deinen Augen keine Mensch mehr? Danke dafür!

    95. Marcus schrieb am 28. Juli 2010 at 01:15 - Permalink

      Uwe Gerste von der Duisburger Marketing-Gesellschaft,
      2 Tage vor der Loveparade, erwartet “1 Million Besucher
      oder vielleicht noch mehr” und antwortet auf das Platz
      Problem angesprochen mit “Bei der Loveparade gehts
      schonmal ein bischen enger zu”

      http://www.youtube.com/watch?v=8dYlBkHpRok#t=5m32

      • Meerbuscher schrieb am 28. Juli 2010 at 03:00 - Permalink

        Bitte nicht der Uwe … auch ein Profiteur “Opfer” der Strippenzieher der CDU in Duisburg: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/SPD-empoert-ueber-Plan-zur-vorzeitigen-Wiederwahl-von-Geschaeftsfuehrer-Gerste-id34122.html Der war in meiner Abistufe und wenn ich es recht überlege, ist er grundsätzlich mit verantwortlich für meine schon lang anhaltende Antipathie ggü. der CDU. Soweit ich mich erinnere, war er damals der eifrige “Taschenträger” eines anderen Herren der JU, der später bei n-tv den Nachrichtensprecher gab, statt eine Karriere bei Helmut Kohl zu machen (obwohl ich nicht weiß, was der heute so treibt oder ob er überhaupt noch unter uns weilt). Irgendwie empfand ich diese Jungs schon damals als aaligglatt und unangenehm (zumal das eigentlich ein linkes Malochergymnasium war) und wenn man sich all den Filz und die Schiebereien und Skandale in der Stadtverwaltung Duisburg anschaut, dann ist das in der Rückbetrachtung auch kein Wunder.

        Von ihm gibt es noch ein kurzes Statement zur Arbeit der DMG nach der Katastrope, scheint aber der von Jens angesprochenen großen Löschaktion zum Opfer gefallen zu sein. Hier im Cache von Google: http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:Q1JbVkCmDM0J:www.derwesten.de/staedte/duisburg/Es-gibt-nichts-zu-vermarkten-id3290742.html+Uwe+Gerste+Urlaub&cd=5&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

        Tja, das Duisburg Marketing wird da natürlich in Zukunft einen schweren Stand haben. http://www.duisburg-marketing.de/img/museum.jpg

    96. Merlion666 schrieb am 28. Juli 2010 at 02:40 - Permalink

      guter Artikel Jens !

      SPON Ticker update ohne Worte:

      Oberbürgermeister will seine Unschuld beweisen

      Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland denkt trotz des zunehmenden Drucks nach der Loveparade-Katastrophe nicht an Rücktritt. Wenn er für die Tragödie die Verantwortung übernähme, würde er für den Rest seines Lebens für 20 Tote verantwortlich gemacht, sagte er im Gespräch mit den Zeitungen der “WAZ”-Mediengruppe. Das wäre das quasi wie ein Eingeständnis, den Tod der 20 verursacht zu haben – aber “ich muss das durchhalten”. Er werde nachweisen, keine Fehler begangen zu haben.

      Sauerland machte wie vor ihm Love-Parade-Veranstalter Lopavent ein Fehlverhalten der Polizei für die Katastrophe am Tunnel verantwortlich. Veranstalter Rainer Schaller hatte am Montag gesagt, die Katastrophe bei der könnte durch eine verhängnisvolle Anweisung der Polizei ausgelöst worden sein: “Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen.” Warum, wisse er nicht. Die Veranstalter hätten eigentlich 10 der 16 Schleusen geschlossen gehalten, weil eine Überfüllung drohte. Wegen der Polizeianweisung sei der Hauptstrom der Besucher dann unkontrolliert in den Tunnel gekommen.

      sowie

      NRW-Innenminister: Zu wenige Ordner am Tunnel

      Das nordrhein-westfälische Innenministerium wirft dem Veranstalter der Loveparade vor, weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt zu haben als angekündigt. Das berichtet die “Süddeutsche Zeitung” (Mittwochausgabe). Demnach hat Innenminister Ralf Jäger (SPD) dem Kabinett mitgeteilt, der Veranstalter habe in seinem Sicherheitskonzept 150 Ordner für den Bereich der Rampe und der Zugangstunnel versprochen. Tatsächlich seien dann aber offenbar deutlich weniger Ordner eingesetzt worden, sagte Jäger laut “SZ”. Außerdem habe der Veranstalter Vorschläge ignoriert, im Zugangsbereich eine Videoüberwachung zu installieren.

      langsam schliesst sich der Kreis!

      • Meerbuscher schrieb am 28. Juli 2010 at 03:08 - Permalink

        Das ist auch das, was Schaller (Veranstalter) jetzt gesagt hat: “Es habe eine Anweisung der Einsatzleitung der Polizei gegeben, den Hauptstrom der Technofans unkontrolliert und ungebremst in den Tunnel zum Veranstaltungsgelände fließen zu lassen. Dafür gebe es mehrere Zeugen.” (aus: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2521023 )

    97. Gudrun schrieb am 28. Juli 2010 at 03:37 - Permalink

      Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass Sie die Kompetenz besitzen nochmal über dieses Thema zu schreiben… bitte lassen Sie es also hier noch etwas hinzuzufügen.

      Vielen Dank.

      Ihre Gudrun

    98. cwc schrieb am 28. Juli 2010 at 09:50 - Permalink

      Warum zeigen Sie eigentlich Bilder und ein “Full-HD”-Video.
      Dieser Voyeurismus, den auch der Spiegel und spon.de betreiben, hätte gerade hier nicht hingepasst.
      Schade.

    99. Eike schrieb am 28. Juli 2010 at 09:58 - Permalink

      Serdar Somuncu bringt das Thema auf den richtigen Punkt:
      http://www.youtube.com/watch?v=-vfdpKB6Kd0&feature=player_embedded

    100. Floyd schrieb am 28. Juli 2010 at 10:07 - Permalink

      Gutes Posting, bis auf wesentlich: Die fast gänzlich fehlende Verantwortlichkeit (nicht Schuldigkeit!) der vierten Gewalt (Medien) fehlt in der Aufzählung in Deinem Artikel. Das ist schade.
      Den kritischen Stimmen hätten VIEL stärker Aufmerksamkeit und medialen Raum gewidmet werden müssen. Schlagzeilen wie “Wer stoppt diesen Wahnsinn?” fehlten in der Presselandschaft. Gänzlich.

    101. Bruder Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 10:17 - Permalink

      Viele tolle Artikel im Spiegelfechter. Viele lese ich ausgesprochen gerne.

      Bei diesem Ereignis bin ich mir allerdings sehr sicher, dass viele “Tatsachen”, die bei der Bewertung des Unglücks derzeit als gegeben angesehen werden, sich später als fragwürdig herausstellen werden. Der “Fall Brunner ” sollte uns hier eine Warnung sein. Es ist sehr wohl völlig unklar, welche Informationen sich später als valide durchsetzen werden.

      Beispiel in dem obigen Artikel ist die vermutete Todesursache der Opfer. Dort steht etwas von “tödlichen Stürzen”. Soweit ich weiß, haben die Obduktionen ergeben, dass sämtliche Opfer erdrückt oder totgetrampelt worden sind.

      Was Frau Herrmann angeht, kann man feststellen, dass sie es mal wieder geschafft auf “Seite 1″ bei einigen Zeitungen zu landen. Das weckt vielleicht den Neid der Zunft vor allem von weniger bekannten Kollegen.

      Außerdem muss ja schon Fragen erlaubt sein wie “Wer brauchte eine Love Parade?” “Welchen nachhaltigen Beitrag leistet eine Love Parade zum Wohlergehen unseres Gemeinwesen?” Ich glaube, ich kann lange darauf warten, bis mir jemand solche Fragen präzise, ohne Diffamierungen und Unterstellungen beantwortet.

      • Thomas schrieb am 28. Juli 2010 at 10:51 - Permalink

        Außerdem muss ja schon Fragen erlaubt sein wie “Wer brauchte eine Love Parade?” “Welchen nachhaltigen Beitrag leistet eine Love Parade zum Wohlergehen unseres Gemeinwesen?” Ich glaube, ich kann lange darauf warten, bis mir jemand solche Fragen präzise, ohne Diffamierungen und Unterstellungen beantwortet.

        Darauf kannst Du lange warten, weil diese Fragen unsinnig sind. Sie lassen sich beliebig übertragen – Wer braucht schon Clubs? Wer Bars? Welchen Beitrag zum Wohlergehen unseres Gemeinwesens trägt das Kino? Brauchen wir Computerspiele? Wie tragen Supersportwagen zum Wohlergehens des Gemeinwesens bei? Brauchen wir Schützenvereine, wo Kindern das schiessen beigebracht wird?

        Es ist unerheblich, ob etwas einen “nachhaltigen Beitrag” zum “Wohlergehen unseres Gemeinwesen” beiträgt. Die Menschen haben Spass an solchen Veranstaltungen, man kann Geld damit verdienen, also gibt es sie.
        Wäre auch schlimm, wenn sich Spass und Spassveranstaltungen daran messen müssten, welche nachhaltigen Beiträge sie leisten….

      • Sukram71 schrieb am 28. Juli 2010 at 10:59 - Permalink

        Es dient jedenfalls mit Sicherheit dem “Wohlergehen unseres Landes” wenn Veranstaltungen nicht vorab darauf geprüft werden müssen, ob sie dem “Wohlergehen unseres Landes” dienen. Von wem auch? ^^

        • Bruder Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 11:20 - Permalink

          @ Thomas

          Eben, genau das meine ich. Es gibt keine unsinnigen Fragen, aber jede Menge unreflektierte Antworten mit Totschlagargumenten. Schlechter Stil…

          • Thomas schrieb am 28. Juli 2010 at 11:44 - Permalink

            Bitte, dann antworte ich präziser, wenn meine Ausführung oben offenbar zu lang/unverstädnlich ist:

            Die Loveparade ist eine Veranstaltung, auf der viele Menschen ihrem Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung nachkommen können, welches sie in dieser Form sonst selten bis gar nicht können. Insofern leistet sie durchaus einen nachhaltigen Beitrag zum Wohlergehen unseres Gemeinwesens.

        • Bruder Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 11:22 - Permalink

          @ Sukram71
          Tja, dann muss man auch logischerweise Fehler in der Planung und Durchführung und ggf. Tote in Kauf nehmen.

          • Sukram71 schrieb am 28. Juli 2010 at 11:46 - Permalink

            @Bruder Johannes
            Blödsinn. Damit hat das natürlich nichts zu tun.
            Aber wer kontrolliert bitte eine Veranstaltung gemessen am “Wohlergehen unseres Landes”? Der zentrale Wächterrat?

            “Wohlergehen unseres Landes” ist vielleicht *geringfügig* zu allgemein gehalten. ^^ Das würde der Willkür Tür und Tor öffnen. Und für den Rest (Sicherheit, etc.) gibt es genug Vorschriften und konkrete Kriterien. Das schreibe ich nur, damit auch Du das verstehst.

            • Bruder Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 19:37 - Permalink

              @Sukram71

              Und damit Du es verstehst: Die Mehrheit der Bevölkerung will und braucht keine Love Parade. Fast 70 % der Duisburger Bevölkerung waren gegen diese Veranstaltung (Link weiter unten). Was berechtigt eine Minderheit die Bürger mit einer Zwangsbeschallung zu beglücken und wichtige Verkehrsknotenpunkte zu blockieren? Wir sind das Volk, und wir brauchen das nicht. So einfach ist das.

              Das gilt übrigens auch für andere Großveranstaltungen, durch die die Mehrheit zwangsweise Einschränkungen hinnehmen muss. Solche Einschränkungen sind hinnehmbar, wenn es sich um Brauchtum mit einem lokalen und regionalen Bezug handelt. Dieser Wanderzirkus “Love Parade” zählt m. E. nicht dazu, der “Karneval in Rio” sehr wohl.

              BTW vom “Wohlergehen des Landes” hab ich übrigens nichts geschrieben. Ich schrieb “Gemeinwesen”. Lies mal bitte nach, was das bedeutet.

    102. ayjay schrieb am 28. Juli 2010 at 11:03 - Permalink

      @sevenkey
      du hast ja wohl den schuss nicht gehört.
      Wer bist du das du behaupten kannst das es genau die richtigen getroffen hat?
      Hast du jeden einzelnen der 20 Toten gekannt und kannst sagen das sie es alle verdient haben?
      Ich glaube nicht. Mal davon abgesehen das so einen Tod niemand verdient hat. Weder in Deutschland noch in einem anderen Land.

      Das du den Deutschen immer noch den Nationalsozialismus vorwierfst ist ja wohl der krönende Abschluß. Hast du ne Ahnung wie viel Geld Die BRD jährlich in die Integration von Migranten steckt? Weil wir ja alle so Ausländerfeindlich sind. Mit Nationalsozialismus hat das rein gar nichts zu tun.

      Du hast Verständnis für die finazielle Oberschicht und Mitleid mit der Unterschicht?
      Dir ist aber klar das bei dem ganzen Sparmaßnahmen im Land die Reichen immer mehr Geld horten während die die schon wenig haben auch noch abgaben leisten müssen. Die Mittelschicht wird immer Ärmer und die Reichen immer reicher. Und für diese Reichen, für die hast du Verständnis?

      Das hinter den Opfern auch Famillien und Freunde stehen die jetzt in Trauer sind denkst du gar nicht. Haben Eltern es verdient das ihr Kind stirbt und sie sich nicht mal richtig verabschieden können, weil es aus heiterem Himmel kam? Kannst du dir Vorstellen wie es ist sein eigenes Kind was eine Mutter unter ihrem Herzen getragen hat zu verlieren, was sie aufgezogen und geliebt hat?
      Es ist egal ob die Opfer aus der unter-, mittel-, oder Oberschicht kamen. Sowas wünscht man keinem.

      Das was dort passiert ist ist unglaublich schlimm und ich fühle mit allen beteiligten mit.

      • Meerbuscher schrieb am 28. Juli 2010 at 13:11 - Permalink

        Jau … sein Kommentar wurde wohl gekickt, während ich schrieb. Mein Geseiere zu SevenKey:

        Schublade auf – Schublade zu – draufhauen … wird schon passen?! Ich frage mich nur, in welche Schublade du dich nun in deiner kleinen Schichtenwelt selbst einordnest?

        Diese ganze Bespaßungsindustrie, diese Bumsmusik, die vielen Besoffenen (i. S. von Alkohol, Speed, Pappen, Pillen … was weiß ich …) und deren Verhalten können einem zwar auf den Keks gehen, aber den Leuten dann einen Zerquetschungstod an den Hals zu wünschen und sich voller Schadenfreude über den Vollzug die Hände zu reiben, das ist … befremdlich.

        Eine Gesellschaft voller Leute wie dir kann einem in der Tat Angst machen.

    103. Holdger Platta schrieb am 28. Juli 2010 at 11:39 - Permalink

      Ich kann Jens Berger bei seiner Beurteilung dieser Dame Eva Herman – genauer: dessen, was sie da von sich gegeben hat – nur zustimmen.

      Zunächst einmal: diese Dame rechtfertigt im Kern die 20 Toten sowie die über 500 verletzten, zum Teil schwerverletzten Menschen mit angeblichem Sittenverfall auf diesen “Love-Parades”. – Nun, abgesehen davon, daß diese keine “Love-Parade” war, sondern lediglich ein (für mich übrigens stinklangweiliges) “Open-Air-Concert”: seit wann steht auf “Sittenverfall” die Todesstrafe oder Schwerstverletzung von Hunderten von Menschen? Von welchem Rachedenken ist diese Dame eigentlich befallen? Oder würde sie dieses Denken gqar noch “Gerechtigkeitsdenken” nenne wollen?

      Des weiteren: wieso “Sittenverfall”? Zu Recht wurde hier schon hingewiesen darauf, daß sich dieser in Duisburg sehr, sehr in Grenzen gehalten haben dürfte (wenn man sich überhaupt einmal, gleichsam probehalber, diese Bewertung, die ich für abenteuerlich halte, zu eigen macht). Plädiert Frau Hermann bereits bei übermäßigem Alkoholkonsum oder Drogenmißbrauch oder ein bißchen Knutscherei auf Todesstrafe bzw. sieht da bereits höhere – göttlich-gute – Mächte am Werk? Oder projiziert sie hier einfach mal drauflos – und zwar so, wie man bereits in den wissenschaftlichen Analysen zum “Autoritären Charakter” bei Adorno und anderen nachlesen konnte (sorry, hier kommt jetzt mal ein Fremdwort): “extrapunitiv” – heißt, mit übermäßigen eigenen Bestrafungsfantasien? Und wie “gut” wären diese?

      Was in diesem Falle hieße: Frau Herman sähe in diesen zwanzig Toten von Duisburg eigentlich eigene Tendenzen zum “Sittenverfall” geahndet.

      “Projiziere” ich nun, oder spinne ich jetzt unfröhlich drauflos? – Nun, ich erinnere hier nur mal an eine überprüfbare Tatsache:

      Mit Kollegin Tietjen moderierte Eva Herman bekanntlich jahrelang eine Talkshow beim NDR? Gemesssen an Eva Hermans eigenen Sittlichkeits-Maßstäben waren ihre Röckcken oft arg unsittlich kurz. Also…?

      Doch abschließend noch etwas vertiefter: wenn es diese “höheren Kräfte” tatsächlich gäbe, die hier in Duisburg schwersten Sittenverfall mit Todesstrafe geahndet hätten (apropos: wieso nur diese 20 SünderInnen, die anderen nicht? Und ist sicher, daß diese 20 Verstorbenen tatsächlich zum Herman’schen Personenkreis der von “Sittenverfall” zerfressenen Mitmenschen gehörten, gerade und besonders diese 20 Menschen?), wieso hier in Duisburg und sonst nicht? Wieso lassen diese “höheren Kräfte” dann “Unglücksfälle” zu, wo nun wirklich völlig unschuldige Menschen zu Tode kommen: alle fünf Sekunden auf diesem Erdball zum Beispiel ein Kind, das an Hunger stirbt? Oder würde diese Frau Hermann bei diesem furchtbaren Geschehen – 12 mal pro Minute! – aus ihrer eigenen Logik einfach mal so aussteigen wollen – womit dann diese ihre “höheren Kräfte” nicht anderes als nach einem völligen Willkürprinzip agieren? Oder, noch schlimmer (aus dem braunen Esoterikkreisen sind diese Auffassungen ja hinlänglich bekannt): diese Kinder sterben ebenfalls völlig zu recht – ebenso zu recht, wie bereits 5-6 Millionen Juden zu recht starben? Und damals die Nazis, heute die unmenschliche Weltwirtschaftordnung und in Duisburg die beamteten oder gewählten Vabanquespieler mit dem Leben von unschuldigen Menschen sind demnach nichts anderes als Werkzeug dieser “höheren Mächte”, sind womöglich sogar die rechte Hand Gottes.
      Ich vermute, Frau Eva Herman selber ist völlig bei Sinnen und völlig gesund – auch geistig. Ihr Denken aber ist krank, und dieses zeugt tatsächlich von – - – Sittenverfall!

      • Bruder Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 12:02 - Permalink

        Möchte Frau Herrman wirklich nicht verteidigen, weil auch ich ihre “Wertediskussion” eher für eine Masche halte. Die gleiche Masche übrigens wie bei einem Herrn Mixa…

        Aber ich lese hier gerade, dass 69 % der Duisburger gegen die Veranstaltung waren. http://www.derwesten.de/suche/?a=search&q=loveparade&s=dd&source=news&p=19&t=n (Der komplette Artikel steht leider nicht mehr zur Verfügung).

        Da muss schon die Frage erlaubt sein, was berechtigt eine Minderheit – wenn auch mit Unterstützung der Behörden – eine Mehrheit stundenlang bis tief in die Nacht zu beschallen und den Zugang zu bestimmten Stadtgebieten zu beschneiden? Leider ist diese Zwangsbeschallung von zigtausenden Bürgern in großen Städten mittlerweile üblich geworden. M. E. ist die Triebfeder reine Geschäftemacherei und Geldgier sowohl seitens der Veranstalter als auch seitens der Behörden.

    104. elwu schrieb am 28. Juli 2010 at 11:47 - Permalink

      Inzwischen sind es nun 21 Todesopfer. So viel zu ‘Dance or Die’. Die armen Kids :/

      Das Versagen der Veranstalter (dazu zähle ich ausdrücklich auch die Stadtoberen) wird scheibchenweise offengelegt, das konsequente Ignorieren vorheriger, gut begründeter Warnungen kompetenter Menschen erscheint immer menschenverachtender, die Weigerung ausnahmslos aller Verantwortlichen, ihre Fehler einzugestehen und Verantwortung zu übernehmen, täglich erbärmlicher.

    105. goldman sachs schrieb am 28. Juli 2010 at 13:07 - Permalink

      Warum ließ sich Eva Herrmann die männlichen zweiten Buchstaben “r” und “n” entfernen und nennt sich jetzt Herman? Waren dabei »ganz andere Mächte« am Werk?

      ” … Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. (…) die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung. (…) Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!
      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/sex-und-drogenorgie-loveparade-zahlreiche-tote-bei-sodom-und-gomorrha-in-duisburg.html

      SPON Januar 2009: „Aufregung über einen Polizeieinsatz in Duisburg: Ein Student wollte Solidarität mit Israel zeigen, hängte während einer Demo gegen den Gaza-Krieg Fahnen vor die Wohnung – da traten Beamte seine Tür ein und entfernten die Flaggen. Jetzt bittet der Polizeichef um Entschuldigung, die Empörung ist groß.(…)

      So aber geschah es am Wochenende in Duisburg. Etwa zehntausend Menschen hatten sich am Samstag am Hauptbahnhof der Ruhrgebietsmetropole versammelt, um gegen Israels Vorgehen im Gaza-Streifen zu demonstrieren. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die islamistische Organisation Milli Görüs, die – wiewohl nicht verboten – in Deutschland seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

      Nach kurzer Zeit passierte der Zug eine Hauptverkehrsstraße. An einem Eckhaus wurden die Demonstranten zweier israelischer Fahnen gewahr – eine hing vom Balkon, die zweite befand sich im Inneren der Wohnung, am Schlafzimmerfenster. Der 25-jährige Student Peter P.* und seine 26-jährige Freundin hatten sie angebracht.(…)

      Dass an diesem Tag eine Demonstration gegen Israels Offensive an seinem Haus vorbeiziehen würde, wusste P. Aber er sei eben besorgt angesichts dessen, was er als “die größten antisemitischen Aufmärsche in Europa seit 1945″ wahrnehme, nämlich gegen Israels Vorgehen gerichtete Aufmärsche, in denen antisemitische Hetze geduldet werde, etwa in Paris und London.
      Als die ersten Demonstranten die Flaggen erkannten, stand P. mit seiner Freundin auf der Straße, in unmittelbarer Nähe. Er hatte den Zug begleitet, weil er eventuelle Hetzparolen dokumentieren wollte. Was sich angesichts der Flaggen entwickelte, nennt P. “eine Lynchstimmung“. “Tod Israel”, sei von einigen Demonstranten geschrien worden, und “Verrecke!”. Die Polizei erschien ihm überfordert.

      “Plötzlich”, berichtet der Student weiter, “sah ich einen Polizisten auf dem Balkon im zweiten Stock”, der zur Wohnung unter seiner eignen gehört. Der Beamte riss die eine Israelfahne, die an P.s Balkon befestigt war, ab. Kurze Zeit später sah P., wie in seinem eigenen Wohnzimmerfenster ein Beamter die innen angebrachte Fahne abmachte. (…) Erst am Dienstnachmittag meldete sich der Polizeipräsident von Duisburg, Rolf Cebin, zu Wort – und bekannte Farbe. “Ich bedaure zutiefst, dass Gefühle insbesondere jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verletzt wurden. Das Entfernen der Fahnen ist aus heutiger Sicht die falsche Entscheidung gewesen.”

      Ob es damit getan ist, wird sich zeigen. (…)

      SPD-Fraktions-Vize Ralf Jäger im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE an. “Die zentrale Frage lautet: Wie kann es sein, dass das Gefahrenpotential der Demonstration so unterschätzt wurde und die Polizei in eine Situation getrieben wurde, in der sie dem Anliegen der Gewalttäter folgen musste und nicht dem Recht auf freie Meinungsäußerung anderer?”

      Nach seinen Informationen sei die Duisburger Polizei von tausend Teilnehmern ausgegangen, nicht von rund 10.000, so der Duisburger. Sie hätte eine bessere Lageeinschätzung gebraucht, was die Frage aufwerfe, warum das Landeskriminalamt nicht “vorgearbeitet” habe.“
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,601058,00.html

    106. Stefan K. schrieb am 28. Juli 2010 at 13:13 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Hat sich unser psycho zur Therapie abgemeldet?

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 13:14 - Permalink

        sagen wir es so – ich habe ihn eingewiesen ;-)

    107. t.h.wolff schrieb am 28. Juli 2010 at 13:38 - Permalink

      Die Entscheidung zur Durchführung der Love Parade unter den völlig unzureichenden Rahmenbedingungen von Duisburg fällt wohl in die Kategorie “alternativlos”, eine in diesen Tagen politisch gebräuchliche Umschreibung für die feindliche Übernahme öffentlicher Verantwortung durch private Investoren. Durch den engen Zeitplan und die Schaffung vollendeter Tatsachen wurden die betroffenen Behörden unter Druck gesetzt, die eigentlichen Kontrollinstanzen wurden zu Planungs- und Vollstreckungsgehilfen der Veranstalter degradiert – unter Federführung der Lokalpolitik. Daß Wirtschaftsfreundlichkeit und Menschenlichkeit in Zeiten eines von gesellschafltichen Fragen vollständig entkoppelten Profitstrebens voneinander unabhängig sind oder, wie in Duisburg, krasse Gegensätze, ist wohl kaum jemals dramatischer belegt worden.

      Was Frau Herman angeht: Was diese Dame mit der Neigung zur großdeutschen Befindlichkeit auf der Seite des KOPP-Verlages (sic!) beschreibt, klingt für mich stark nach dem Karneval in Rio. Der ist bekanntlich die Wurzel allen Übels im traditionell lebens- und feierlustigen Brasilien, möglicherweise verschlug es die alten Kameraden nach ´45 auch deswegen vornehmlich nach Argentinien und Paraguay und nicht in ein Land, in dem sie “tanzen bis zur Vergasung”.

      Oh Mann, Eva.

    108. ak schrieb am 28. Juli 2010 at 14:00 - Permalink

      @ Blogger

      Auffällig, daß bisher in keiner kritischen Aufarbeitung die Rolle von EINS LIVE, dem WDR-Radioprogramm (und Mitveranstalter), angesprochen wurde

      ak
      28. Juli 2010

    109. Tina Tiger schrieb am 28. Juli 2010 at 14:02 - Permalink

      @ t.h.wolff

      Die Stadt Duisburg, in Gestalt des Oberbürgermeisters und des Ordnungsamtes, haben eine Verantwortung für das Gemeinwesen. Sie dürfen sich nicht von einem Veranstalter unter Druck setzen lassen, wenn die Sicherheit für die VeranstaltungsteilnehmerInnen nicht gewährleistet ist!

      Den Medien ist außerdem zu entnehmen, dass das Ordnungsamt mit deinem Leiter offenbar selbst andere BehördenvertreterInnen unter Druck gesetzt hat, weil der OB unbedingt die Loveparade in Duisburg wollte. Wann tritt der Oberbürgermeister endlich zurück?

    110. DerDepp schrieb am 28. Juli 2010 at 14:31 - Permalink

      ja ja die schreckliche loveparade ist endlich geschichte
      zeit wurde es das diese sinnlose drogen-sex-orgie die strafe gottes zu spueren bekommt ich mein was soll das einfach nur tanzen und spaß haben wozu soll das gut sein….
      also wir damals in der hitlerjugend wir hatten noch wirkliche ziele und vor allem noch werte und moral und wir wollten sie mit der ganzen welt teilen…
      nur die welt wollte das nicht… – warum nur

    111. Tina Tiger schrieb am 28. Juli 2010 at 14:33 - Permalink

      Link zum Thema Verantwortung der Medien:
      http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/trommeln-fuers-revier-1/
      Trommeln fürs Revier
      “WAZ”, “Bild” und WDR haben die Loveparade als PR für die Region und für die Kulturhauptstadt 2010 verkauft. Kritische Stimmen waren selten zu hören.

      Warum Bochums Polizeipräsident die Love Parade absagte
      http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,708598,00.html
      Offener Brief
      “Überleben ist wichtiger”: In Bochum fiel die Love Parade 2009 aus. Mit deutlichen Worten hatte sich der der damalige Polizeipräsident der Stadt, Thomas Wenner, gegen die Feier ausgesprochen. SPIEGEL ONLINE dokumentiert seinen offenen Brief.

    112. ak schrieb am 28. Juli 2010 at 17:55 - Permalink

      @ 111 TT und andere

      Auch der krit. taz-Text 26. Juli mit dem unsäglichen WDR-Pleitgen am Schluß, der sich “aber nur moralisch” schuldig bekennt, blieb oberflächlich:

      “BERICHTERSTATTUNG VOR LOVE PARADE
      [...]
      “WAZ”, “Bild” und WDR haben die Loveparade als PR für die Region und für die Kulturhauptstadt 2010 verkauft. Kritische Stimmen waren selten zu hören.
      [...]
      Ganz groß stieg dieses Mal auch der WDR mit ein, dem die WAZ nach der Loveparade in Essen 2007 noch vorgeworfen hatte, “das Riesending vor seiner Haustür schüchtern zu verstecken”. Auch der WDR-Jugendsender 1Live trommelte tagelang für die Party in Duisburg. In Endlosschleifen warb das Formatradio für seine “Rocker” und Freunde”-Party, auf der nach der Loveparade weitergefeiert werden sollte. Am Samstag war selbst war auch das WDR Fernsehen dabei.”

      “Trommeln fürs Revier” auch über´n WDR und Eins Live ist eine Sache … die Sache praktisch organisieren ´ne andre.

      Die Verantwortungslosigkeit hat systemischen Charakter – alle wollten teils materiell teils ideell von dieser “Love Parade” profitieren … aber dafür ARBEITEN wollte keiner.

      Das wurde früher mal faulender Kapitalismus genannt …

      Klar doch, daß sich alle Hauptbeteiligten jetzt wechselseitig beschuldigen, Verwirrung stiften, falsche Fährten legen oder, sobald es straprozessual wird, das Maul halten (nach StPO auch dürfen), um sich nicht selbst zu belasten

      ak
      28. Juli 2010

    113. Opa Horst schrieb am 28. Juli 2010 at 18:55 - Permalink

      Warum haben se denn nicht gleich die Autobahn genommen? Die war ja eh gesperrt. Da hätten die Floats langsam fahren können und das Volk hätte wahrscheinlich mehr Platz gehabt, als am Güterbahnhof…

      • Alex schrieb am 28. Juli 2010 at 22:11 - Permalink

        “Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich”
        JBK

        Sorry, der musste sein. Im Ernst: Wäre natürlich zu teuer gewesen. Stadt ist eh pleite, und Schaller hat sich schon vor Jahren damit gebrüstet, man könne mit der Loveparade “mit einem relativ kleinen Budget einen hohen Bekanntheitsgrad (für McFit) erzielen”. Es ist absolut beschämend, wenn Schaller jetzt davon spricht, es wäre nicht um Geldmacherei gegangen, weil das ganze ja viel mehr gekostet hätte als er eingenommen hätte. Für wie dumm hält der die Leute eigentlich? Der Sinn der ganzen Veranstaltung aus seiner Sicht war natürlich von Anfang an einen möglichst großen Werbenutzen für McFit zu generieren, und zwar mit geringeren Kosten als herkömmliche Werbung verursacht hätte um den selben Nutzen für sein Unternehmen zu erzielen. Was soll das denn sonst sein als Geldmacherei? Hätten die Ordner nur Funkgeräte gehabt und wären ordentlich koordiniert gewesen, hätten vielleicht rechtzeitig Fluchtwege geöffnet werden können bzw. vor dem Tunnel dicht gemacht werden können. Aber dann wäre es ja möglicherweise kein “relativ kleines Budget” für ihn mehr gewesen. Wenn man sich nicht selber belasten will ist das eine Sache, aber dann soll man halt einfach die Fresse halten und nicht versuchen, durch offene Lügen eigene Schuld zu verschleiern. Siehe auch Aussage der Stadt auf der Pressekonferenz zu den Stürzen als angebliche Ursache für die tödlichen Verletzungen. Alles gelogen wie wir inzwischen wissen.

    114. Leynad schrieb am 28. Juli 2010 at 21:15 - Permalink

      Gut, dass ich diesen 1Live-Dreck nicht mehr im Büro ertragen muss. Da ist mir selbst Autolärm lieber als dieser Verdummungs-Sender mit diesem ewigen Hoch- und Runterspielen der beschissensten Pop-Musik der Welt.

      Die Love-Parade reiht sich da natürlich bedenkenlos ein im Konzept zur Abstumpfung der Massen. Dümmer kann Musik nicht werden und es ist schon ein echtes Armutszeugnis für eine Stadt, wenn sie so ein Müll-Event in jeder Hinsicht organisieren will.

      Ich wohne in Köln und hier gäbe es genug Platz für den Quatsch, aber die Love-Parade wäre hier einfach vom Niveau her fehl am Platze. Für ein Jazz-Festival reicht das Niveau zwar umgekehrt auch nicht, aber selbst die nervigste Karnevalsmucke enthält noch mehr Brillanz als dieser Dum-Dum-Mist.

      Nichts gegen elektronische Musik, habe selbst einiges produziert, aber gegen diese Techno-Scheiße hört sich ja dümmste House-Musik wie ein symphonisches Konzert an. Ich finde es jedenfalls sehr bedenklich, was ich so aus den Ohrhöhern von aufwachsenden Jugendlichen herausgekloppt kommt. Gute Musik kann schlau machen und das Gegenteil funktioniert umgekehrt.

      Da hat auch Eva Hermann in gewisser Hinsicht recht, wenn sie die LP als Mittel der Verrohung anprangert, aber sie hat völlig unrecht, was die Ursachen betrifft. Die 68er haben gute Musik doch erst erfunden und sowohl Friedens- als auch Protestdemos sind über die Musik transportiert worden. Ohne gute Musik gibt es keinen Aufstand und deshalb passiert heute genau das Gegenteil. Aus echter Musik wurde stumpfes Bum-Bum und aus dem Protest das Party-Machen und Vergessen. Der Sex mag geblieben sein, aber möglichst ohne Liebe.

      Liedermacher fand ich das letzte Mal mit 10 Jahren spannend und bin da nicht so der Fan von, aber der Text ist einfach geil und auch passend zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

      In Anbetracht es Videos im Artikel bleibt bei mir auch ein fader Beigeschmack der mir sagt, dass da durchaus auch individuelle Aggressivität und Kaltblütigkeit Einzelner im Spiel war, wenn es um das Gedränge um die Treppe geht. Der Kamera-Typ hat da ja schlicht noch recht viel Platz wenige Meter vor dem Getrampel und wir wissen heute ja, dass da keiner abgestürzt ist. Das Video beweist neben dem völligen Missmanagement auch, dass es mit einem Hauch Vernunft und weniger Drogen auch hätte anders ausgehen können, ohne etwas Kleinreden zu wollen…

      • Leynad schrieb am 28. Juli 2010 at 22:00 - Permalink

        PS: Natürlich hätte dieser Tunnel und die Zugangswege mindestens ein, zwei Meter mit Ordnern und für Hilfskräfte abgezäunt werden müssen. Das ist hier Standard in Deutschland. Wenn man das Ende des Tunnels sperrt, muss man auch den Eingang zu machen. Alles andere ist Quatsch.

        Auf den diesjährigen Kölner Lichtern mit 900000 Besuchern wurde die Deutzer Brücke viele Stunden vor Feuerwerk komplett gesperrt, obwohl da fast nix los war. Die vierfache Menge hätte da locker Platz gefunden. Der Tanz-Brunnen, wo das Feuerwerk statt fand, wurde auch für alle Ankömmlinge lange davor gesperrt. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt. Also ich habe mich da über zu viel Sicherheit aufgeregt, weil die viel zu früh und zu dogmatisch gegriffen hat. Ich musste viele Kilometer Umweg fahren (mit dem Rad) um überhaupt auf die andere Rheinseite zu kommen und in dem Park kurz hinter dem Event, wo die Aussicht auch nett gewesen wäre, war faktisch nix los. Da hätte man ungesehen Sex auf der Wiese haben können, wo ich vorher dachte, das muss brechend voll sein.
        Als das Feuerwerk vorbei war, sind Horden von Menschen in Richtung Deutzer Bahnhof gepilgert (gefühlt ne Million) und ich weiß von Leuten, die da weggekommen sind, es ist ihnen ohne größere Probleme geglückt.

    115. Vogel schrieb am 29. Juli 2010 at 06:50 - Permalink

      Zwei Dinge sind für mich klar geworden:

      Erstens: Schreibst Du, lieber Jens, zu “eher BILD-Themen” (“Rauchverbot für freie Bürger”, “Duisburger Blutsamstag”) gerät die Kommentarspalte ausser Rand und Band!

      Hammers hier etwa mit durchschnittlich einssiebzig hochgestapelten Zellhaufen zu tun?

      Zweitens: Ein Erwartungsdruck auf alle Verantwortlichen hat natürlich ungut gewirkt (“Die werden doch wohl nich schon wieder absagen? Wir sind doch KuHau!”). Erinnern wir uns: Als Bochum letztes Jahr aus guten (Sicherheits-)Gründen die Love-Parade abgesagt hat, hat sich die halbe Welt an den Kopf gegriffen: “Ja sind die denn Plemplem, die wollen die Love-Parade nicht! Schande übers Ruhrgebiet, Schande über die KuHau 2010! Das geht doch nicht! usw.”

      Kein Missverständnis bitte: In Duisburg sind alle Fehler beim Veranstalter, Behörden, Politik und den KuHau Verantwortlichen gemacht worden, die man machen kann (Stichwort: Zellhaufen) – inkl. Mobing/kalt stellen von verantwortungsvollen Menschen.

      PS.: Mir wäre es recht, wenn Du zukünftig die Notdurft der “blonden Arierfrau” irgnorieren könntest, und wenn’s noch so stinkt!! Die *** und ihre Ergüsse taugen zu gar nix!

    116. PATI schrieb am 29. Juli 2010 at 10:45 - Permalink

      sehr guter artikel zur, in diesem falle, schlecht durchkalkulierten menschenverheizung. auch den kommentaren bzgl. herman ist nichts hinzuzufügen außer eventuell:
      vernagelte volldeppen ignorieren, weiter machen.

    117. embix schrieb am 30. Juli 2010 at 16:55 - Permalink

      Um mal das Thema von der Herman wieder zurück auf die Katastrophe auf der LP zu lenken:

      Auf youtube tut sich gerade etwas Bemerkenswertes. Ein User mit dem Namen “pizzamanne” hat dort kurz nach dem Unglück vier Videos gepostet, in denen zu sehen war, wie er zusammen mit anderen Leuten an der Kreuzung Tunnel-Rampe immer mehr eingeengt wurde. Es ist nichts zu sehen von den angeblichen Chaoten, die irgenwo hinaufgeklettert sind, um schneller auf das Gelände zu gelangen.

      Statt dessen sieht man, wie sich die Masse in dem engen Kanal immer fester zusammenstaut, die Leute bekommen Angst. Als der Zugang zur seitlichen Treppe geöffnet wird, eskaliert die Situation. Die Masse drängt zur Treppe, die breite Rampe bleibt aber weiterhin mehrere Minuten lang gesperrt.

      Im vierten Teil der Dokumentation sieht man, wie sich sich “pizzamanne” (er ist selbst kräftig und ziemlich groß) auch nicht mehr auf den Beinen halten kann und unter die drückende Menge gerät. Das Bild verschwimmt und wird dunkel, man hört nur noch ängstliche und panische Stimmen. Insbesondere das Schreien der eingeklemmten Frau, die er schon seit Minuten an der Hand und damit auf den Beinen gehalten und der er in den letzten Minuten Mut zugesprochen hat. Auch sie ist unter die Menge geraten und hat Todesangst. Er verliert ihre Hand. “pizzamanne” entkommt dem Menschenhaufen ohne ernste Blessuren, nur kann er die Frau nicht mehr wiederfinden.

      Mit diesen Videos wollte er nicht nur die Vorgänge an der Treppe dokumentieren, er wollte auf diesem Wege auch die Frau wiederfinden, falls sie überlebt hat. Neben der Tatsache, dass es sich dabei um das bedrückendste Videodokument handelt, dass ich je gesehen habe, zeigt es auch, dass nicht bekiffte Raver an dieser Katastrophe Schuld waren, sondern die schlechte Planung und Organisation, denn fast alle in der Menschenmenge haben sich bis zum Schluss ruhig und angemessen verhalten.

      Nun sind die letzten drei Videos entfernt worden. Offenbar hat sich ein Käufer gefunden. Man kann nur hoffen, dass diese Videos nicht irgendwo in der Versenkung verschwinden. Vielleicht hat ja jemand diese Videos heruntergeladen.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2010 at 17:06 - Permalink

        Ich finde sowohl das Video selbst als auch sein Verschwinden ebenfalls bemerkenswert. Um die ganze Tragik der Situation zu erfassen, sollte man sich jedoch auch weitere Videos anschauen, die einen Überblick aus der Vogelperspektive zu diesem Zeitpunkt liefern. Als an der Treppe Menschen starben, drückten die Massen erbarmunglos Richtung Treppe. Zeitgleich(!) wurde allerdings die Polizeikette an der Rampe aufgelöst und es gab den erhofften Durchgang. Auf einigen Filmen sieht man, wie Menschen von oben heunterkommen und in nicht einmal 10 Meter Entfernung an der drängenden Masse vorbeimarschieren. Warum hat sich die Menge nicht aufgelöst und ist die Rampe hochgegangen? Fast scheint es so, als ob die Schreie und die Panik an der Treppe die Menschen von hinten “magisch” angezogen haben. Ich verstehe es nicht.

        Was das Video selbst angeht: Ich vermute eher, dass es in den nächsten Tagen auf irgendeinem Trash-Format auf RTL oder Bild.de ausgestrahlt wird. Es lebe der Voyeurismus :-(

        • ooqbar schrieb am 31. Juli 2010 at 23:55 - Permalink

          Jens, gerade eben habe ich auf SPON fürchterlich gestutzt, als ich zufällig auf dieses Foto stieß:
          http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57495-5.html
          Zweifellos sieht man dort besagte Treppe, und es muß zeitlich in absoluter Nähe zur Katastrophe -wenn nicht mittendrin- entstanden sein. Die Absperrgitter, die am Treppenfuß mal gestanden haben, sind spurlos beseitigt, und es steigen auch bereits Menschen hoch. Während dessen schlendern, wie man in der unteren rechten Ecke des Bildes sieht, andere Besucher in aller Gelassenheit Händchen haltend durchs Gelände – in vielleicht nicht mal 20m Entfernung , unbelästigt von jeglichem Gedränge. Im Wissen darum, daß sich an der Treppe eine bitter tödliche Tragödie abgespielt hat, kann ich mir überhaupt keine Szenerie vorstellen, die noch makabrer wäre. Da hab ich mir die Augen fast aus dem Schädel geglotzt, und an meinem Verstand gezweifelt. Von den SPONtis scheint allerdings noch gar keiner bemerkt zu haben, was sie da für ein irres Dokument haben.
          Mit deiner These, dass die Schreie zusätzliche Aufmerksamkeit, und damit zusätzlichen Andrang hervorgerufen haben, könntest du sehr wohl richtig liegen. Bis jetzt hatte ich immer angenommen, zuerst wäre der ganze Pott voll Menschen gelaufen, und erst anschliessend, als letzten rettenden Ausweg, wären Massen auf die vermeintlich rettende Treppe zugeströmt. So kann es sich aber natürlich nicht zugetragen haben, denn man sieht, daß Menschen bereits die Treppe ersteigen, lange bevor der Platz restlos gefüllt ist. Was die Wahrheitsfindung betrifft: wir befinden uns also noch ganz am Anfang.

          Auf jeden Fall bin ich dir dankbar, daß du mit deiner These meinem Denken wieder festen Boden unter den Füßen verschafft hast.

          Nun finde ich es wieder mal bezeichnend, daß der deutsche Qualitätsjournalismus inzwischen schon Kilometer an Text produziert hat, ohne daß der Kern des Geschehens überhaupt angetastet wurde. War da nicht auch die Rede von einem hoch renommierten Panikforscher? Der hätte doch jetzt mal eine echte Aufgabe. Was ich von dem ganzen Betrieb halten soll? Wahrscheinlich gar nichts.

          Was die Videos von pizzzamanne betrifft: die habe ich gestern in allen Teilen sehen können. Anscheinend löscht er sie einzig deswegen, um sie durch neu editierte Versionen (Verpixelung/Unschärfe) zu ersetzen. In den Kommentaren auf youtube hatte es Auseinandersetzungen gegeben über das Recht am eigenen Bild. Manche meinten, es sei entwürdigend, in einer solchen Lage gezeigt zu werden.

    118. embix schrieb am 1. August 2010 at 10:17 - Permalink

      @ooqbar: Wie man auf den Videos von pizzamanne deutlich erkennen kann, stiegt noch niemand die Treppe hoch, während sich der Platz vor der Rampe füllt. Während die Menge vor der Rampe immer weiter zusammengedrückt wird, ist die Treppe noch immer frei. Die Leute stehen mehrere Minuten hilflos in dieser Sackgasse (es steigt noch immer niemand die Treppe hoch, denn die ist ja versperrt), Unmut macht sich breit, man will, dass es endlich weitergeht. Es wird auch immer enger. Erst als die Sperrung eingerissen wird und die ersten Leute die Treppe hochsteigen, eskaliert die Situation, der Run auf die Treppe beginnt.

      Das Foto, auf das du dich beziehst ist eindeutig *nach* der katastrophalen Szene entstanden und zeigt etwas, das ich auch schon auf anderen Videos gesehen habe und das wiederum ich unfassbar finde: Während sich der Platz vor der Rampe wieder leert, liegen am Fuße der Treppe noch immer 40-50 Leute ineinander gekeilt und hilflos auf dem Boden. Wenn du dir das Foto genau betrachtest, dann siehst du den hilflosen Menschenhaufen direkt unterhalb des Telekom-Plakates. Rund um diesen Haufen ist wieder Platz, am Tunneleingang sieht man bereits Feuerwehrleute, die den Menschenhaufen auseinanderziehen wollen aber ihre Mühe damit haben.

      Übrigens hängt an der linken oberen Kante des Telekom-Plakates ein grünes T-Shirt. Das ist der Kletterer gewesen, der (wie man auf verschiedenen Videos deutlich sieht) erst kurz vor oder während des Runs auf die Seitentreppe dort hochklettert. Das Bild ist ganz sicher nach dem Rund auf die Treppe entstanden.

    119. TimTam schrieb am 2. August 2010 at 08:07 - Permalink

      Das Bild (http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57495-5.html) ist ja echt der Hammer. Wie kann es denn sein, dass die Leute sich an die Treppe drängen und wirklich nicht mal 20 Meter daneben ist soviel Platz, dass alle ganz entspannt entlangschlendern können??? Die Besucher strecken auch schon die Hände in Richtung Treppe und sind auf die Stufe neben der Plakatwand geklettert – das ist genau das, was man auf den Videos von pizzamanne sieht.
      ABER WARUM? Es scheint doch jede Menge Platz auf dem Areal zu sein –

      Hinten links sieht man, dass dort auch schon ein Zaun umgeknickt ist und nochmal links davon stehen auch schon Leute auf dem Container…

    120. ooqbar schrieb am 4. August 2010 at 01:04 - Permalink

      @ TimTam
      Etliche Bilder und Videos sind ohne das geignete Hintergrundwissen schwierig, wenn nicht unmöglich zu verstehen, weil die Geschehnisse derart extrem waren, daß man von allein
      einfach nicht drauf kommt. Neben embix Antwort hat mir
      http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/menschen_geraten_in_panik_weil_sie_sterben_1.6975606.html
      wieder in die richtige Spur verholfen, siehe insbesondere den Kastentext über den Mechanismus der Amygdala, der Körper und Gehirn bei Lebensgefahr in den Panikmodus
      versetzt. Unter den Bedingungen der Steinzeit, als es noch keine großen Menschenaufläufe gab, hat er hervorragend funktioniert. Unter den Bedingungen der Zivilisation kann er zur Falle werden.
      Die SPONtis haben das Bild chronologisch falsch einsortiert – es gehört zwischen die Bilder 11 und 12. Und der Text zum Bild ist ein Witz – “Besucher strömen zur Veranstaltung” oder so ähnlich. Von irreführenden Informationen ausgehend, steht man dann natürlich komplett aufm Schlauch. Auch die Idee von Jens war nicht so hilfreich, wie mir zunächst schien (was kein Vorwurf sein soll).


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