Das Dritte Reich läßt grüßen
geschrieben am 28. Juli 2010 von Spiegelfechter
ein Gastartikel von Holdger Platta
Göttinger Denunziant erreicht Streichung der Arbeitslosenhilfe bei seiner Nachbarin
Die Fakten vorweg, nachzulesen im „Göttinger Tageblatt“ und in der Online-Ausgabe von „taz-nord“ vom 21. Juli:
Ein anonymer Anrufer meldet sich im April dieses Jahres beim Göttinger Sozialamt mit der Verdächtigung, eine ALG-II-Bezieherin halte sich gar nicht in ihrer Wohnung auf, sondern bei ihrem Freund. Folge: neun Tage später schwärmen Mitarbeiter der Stadt und des Landkreises Göttingen aus, um bei der Nachbarschaft der Frau weitere Informationen zu beschaffen. Ergebnis dieser Schnüffelaktion: kein Arbeitslosengeld mehr für die Erwerbslose. Die Betroffene wird von alldem nicht einmal vorher informiert oder zu der Denunziation des anonymen Anrufers befragt.
Der Anwalt der Betroffenen, Johannes Hentschel, ist nun dieses Vorfalls wegen an die Öffentlichkeit gegangen und hat wegen dieser rechtswidrigen Schnüffelei beim Niedersächsischen Sozialministerium Bußgelder für die insgesamt vier Behördenmitarbeiter beantragt. In zwei weiteren Fällen informierte der engagierte Jurist zusätzlich den Landesbeauftragten für Datenschutz. Begründung: die Praxis der Göttinger Behörden verletze auf eklatante Weise das “informationelle Selbstbestimmungsrecht“ der ALG-II-BezieherInnen. Hentschel wörtlich: die im Sozialgesetzbuch II festgeschriebenen Regeln zur Datenerhebung würden von den Ämtern „bewußt mit Füßen getreten“. Schließlich versuchte der Anwalt sein Glück auch noch bei dem Göttinger Oberbürgermeister, dem Ex-Richter Wolfgang Meyer (SPD), mithilfe einer Dienstaufsichtsbeschwerde. Die Antwort des Sozialdemokraten: „Ein Fehlverhalten meiner Mitarbeiterin kann ich nicht erkennen.“
Nun, in einer Hinsicht wurde dieser Ex-Rechtswahrer am Göttinger Amtsgericht inzwischen eines anderen belehrt: die betroffene Erwerbslose erhält inzwischen wieder ihr Arbeitslosengeld, da Anwalt Hentschel mit einem Eilverfahren gedroht hatte. Noch also funktioniert, ein bißchen jedenfalls, unser Rechtsstaat. Aber:
‚Funktionierte’ auch noch das rechtsstaatliche, das demokratische Bewußtsein der anderen beteiligten Staatsvertreter bei diesem Konflikt? Was ist von einem Land zu halten, in dem dieses schon wieder möglich ist: durch bloße Denunziation – anonym zudem – mehrere Dienststellen zu veranlassen, einfach mal so dem Denunzianten zu glauben, einfach mal so der Betroffenen den Anspruch auf rechtliches Gehör vorzuenthalten, einfach mal so der Erwerbslosen ihre materielle Existenzgrundlage zu entziehen? Was ist von einem Land zu halten, wo es erst des energischen Einschreitens eines mutigen Anwalts bedarf, den Rechtsstaat im vorliegenden Fall wiederherzustellen? Und: wo passiert Gleiches in diesem Lande noch – und wir alle erfahren lediglich deshalb nichts davon, weil es dort solche Rechtsbeistände nicht gibt? Oder die betroffenen Menschen, eh schon zermürbt von 5 Jahren Hartz-IV und 5 Jahren Hartz-IV-Hetze gegen sie als „Schmarotzer“ und „Parasiten“, trauen sich gar nicht mehr, weil sie dem Staat nicht mehr trauen? Weil sie kaputt sind vom ewigen Kleinkrieg mit den Sozialbehörden, weil sie sich aufgegeben haben? Und nicht zuletzt:
Woran erinnert das alles? Sind wir schon wieder so weit, und bei manchen Mitbürgern lebt die alte Blockwarts-Mentalität wieder auf? Und Behörden und SPD-Stadtrepräsentanten finden das alles überhaupt nicht verkehrt, sondern im Gegenteil, sie beauftragen gleich mehrere MitarbeiterInnen damit, auch ihrerseits diese Schnüffelei fortzusetzen, bei den lieben Nachbarn der denunzierten Person!
Kein Mißverständnis bitte: gleichzusetzen ist damit die Bundesrepublik, ist das Verhalten dieser Mitmenschen und Behörden mit den Verhältnissen und Ereignissen im Dritten Reich nicht. Das käme – immer noch – einer unzulässigen Verharmlosung des nazistischen Terror-Regimes gleich. Aber Parallelen, beängstigende Parallelen, sind festzustellen, und diese zu leugnen, das bagatellisierte auf nicht mehr hinnehmbare Weise die Geschehnisse der Gegenwart.
Daß ein Wolfgang Clement – seinerzeit noch SPD-Arbeitsminister – bereits 2005 keine Hemmungen mehr zeigte, mit seiner „Parasiten“-Kampagne gegen ALG-II-BezieherInnen zurückzugreifen auf das antisemitische Propagandavokabular aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“, das findet nun seine Fortsetzung in der Kooperation von Behörden mit miesestem Denunziantentum. Und Politiker, die im Nachkriegsdeutschland Jura studiert haben und jener SPD angehören, deren Mitglieder unter den Nazis in den Arbeitslagern landeten und in den KZ’s, können kein „Fehlverhalten“ erkennen. Sie scheinen es verlernt zu haben, in die Geschichtsbücher zu schauen – und in den Spiegel!
Holdger Platta
Holdger Platta ist Autor und Wissenschaftsjournalist
Vertrauen Sie Deutschlands Nr. 1
Wissenschaftlich fundierter Test
www.PARSHIP.de




Darf man eigentlich sagen, dass die neuen Versionen von “Arbeit macht frei” und “Jedem das seine” diesmal “Fördern und Fordern” und “Leistung muss sich wieder lohnen” sein werden?
Warte, gleich kommen die ersten mit “soll sie sich einen Job suchen, sie ist doch selbst schuld”, um die These des Artikels zu unterstreichen.
3… 2… 1…
Manchmal ist es gar zu mühevoll, sich neue Slogans auszudenken, man recycelt dann einfach die alten aus Adolfnazi-Zeiten:
“Du bist Deutschland” ( http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,386544,00.html )
oder
“Sozial ist, was/wer Arbeit schafft” ( http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/08/16/a0023 )
Mein reden ist seit langer zeit die paralellen in der geschichte zu suchen. aber das dritte reich ist weit weg und reduziert sich meist nur auf dem holocost und auf unsere vermeintlichen widerstandkämpfer stauffenberg & co, wobei sich die frage stellt , welche gesinnung standen sie wirkliche nahe.aber das ist ein anderes thema.Ja es ist richtig ,der deutsche hat eine tradition der hörigkeit und wie ich mit bedauern feststelle setzt sie sich weiter fort.ja und es auch wahr das wir uns nie wirklich mit der entstehungsgeschichte des dritten reiches befasst haben, würden wir das heute wirklich tun , die paralellen wären nicht zu übersehen.Eins steht für mich auch fest …das dritter reich war ein guter lehrmeister für die heutigen demagogen….heute ist man viel demokratischer diktatorisch. schauen wir uns die systhematik der hartz IV gesetzgebung an. ohne in die details zu gehen kann man behaupten…daraus entkommt man nicht und ein zu spät kommen wird heute schon geahndet.ein hoch den systhemikern
Da braucht man nicht bis ins Dritte Reich zurückgehen. Blockwartmentalität gab es da noch Jahrzehnte nach dem Untergang des Naziregimes. Und was es heute im wiedervereinigten Deutschland an Blockwartmentalität gibt, dürfte mit großer wahrscheinlichkeit eher seine Wurzeln in der zeitnäheren DDR-Version haben.
Ach ja, hat die Frau nun Transferleistungen zu Recht bezogen oder nicht, d.h. wie sah das denn nun objektiv aus mit der Bedarfsgemeinschaft?
Selbstverständlich gibt’s und gab es im (ehemals) ach so goldenen Westen keine Blockwartmentalität. Woran die ehemalige DDR, 20 Jahre nachdem es sie gar nicht mehr gibt, noch alles schuld sein soll.
Lächerlicher Versuch, etwas schön zu lügen …
Es mag nicht allseits bekannt sein, aber das 3. Reich ist 45 Jahre vor der DDR mit ihrer stets weitergepflegten Blockwarterei dahingeschieden.
Es gibt heute noch sehr, sehr viele Menschen, die das in der DDR gelebt haben, aber so gut wie niemanden mehr, der das bei den Nazis getan hat.
Es ist daher wenig überzeugend, im hier beschriebenen Fall die Blockwarterei des 3. Reiches daherzuzerren, wo doch die der DDR weitaus präsenter und lebendiger ist.
Ideologie verblendet, rechte wie linke.
Nun, anonymes Denunziantentum kann man der DDR wahrlich nicht bescheiden. Dieses setzt ja Anonymität voraus. Meinen Sie, diese gab es in der DDR?
Wußte gar nicht, dass Göttingen/Niedersachsen seinerzeit zum Staatsgebiet der DDR gehörte. Oder wie kann man sich sonst die Stasimentalität dieser aufmerksamen Nachbarin und der übereifrigen 4 ARGE-Angestellten erklären? Ganz klar: Die Ossis sind schuld – nach über 20 Jahren noch nichts dazugelernt!!elf
Es ist einfach lächerlich immer wieder das angeblich so stark verbreitete Denunziantentum in der DDR aufs Tapet zu bringen,die Menschen in der ehemaligen DDR hatten wesentlich mehr Rückgrat,Selbstbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl als die Bürger dieser BRD,auch wenn der durchschnittliche Bildzeitungsleser und RTL Zuschauer da anders informiert ist.Dieses Volk hat seine Unterdrücker zum Teufel gejagt und das für viel weniger Regierungskriminalität als wir sie uns heute,ganz selbstverständlich,bieten lassen.
Schon verstanden, trotz der mißverständlichen Überschrift. Ein System bietet Vollbeschäftigung bei auskömmlichen Löhnen, das andere Hartz IV und Denunziantentum. Da fiele die Wahl vielen schon schwer, so sie denn eine hätten.
Üble Geschichte das. Verwundert aber nicht. Der gesellschaftliche Diskurs läuft schon seit Jahren darauf hinaus, unter dem Deckmantel der “Gerechtigkeit” die Schlechterstellung von gesellschaftlichen Gruppen zur fordern, ohne dass die Fordernden selbst davon Vorteile hätten. Das ist dann das übel riechende Ergebnis.
@Bockwart: Wasn das fürn Nazischeiss? Mit dem Dritten Reich assozier ich bedeutend andere Dinge als “Vollbeschäftigung bei auskömmlichen Löhnen”. Wo waren die auskömmlichen Löhne denn bei den Abertausenden Zwangsarbeitern? Was ist mit dem Prinzip “Vernichtung durch Arbeit” der Nationalsozialisten? Von den Vernichtungslagern mal ganz zu schweigen. Also. geh zurück in dein kleines braunes Kämmerlein.
Zum Thema:
Ähnlich übel wie das Denunziantentum ist die Zeugniskontrolle, wie der Spiegel sie neulich dargelegt hat:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html
“Stellungnahme der Arbeitsagentur: “Sollte der Jugendliche (…) nicht zu einer freiwilligen Selbstauskunft bereit sein”, sei die “Einschaltung des Psychologischen Dienstes” in Betracht zu ziehen. Für Hildebrandt ein Skandal: “Wer nicht freiwillig Auskünfte erteilt, zu denen er gesetzlich gar nicht verpflichtet ist, wird als potentiell psychisch krank eingestuft”, kritisiert er.”
Für mache Hohlköpfe beginnt der Faschismus erst wenn wieder Hakenkreuzflaggen und braune Uniformen getragen werden. Solche wie du sind die Verharmloser welche zusammen mit den Brandstiftern die Lunte abmessen damit sie ihr kleines Spießbürgerdasein nicht verlassen müssen.
Ande hingegen haben das Prinzip des Faschismus verstanden – und das beschränkt sich nicht auf braune Uniformen und Flaggen. Also schlaf schön weiter – Leute wie DU haben eh nix zu befürchten, sie fühlen sich in jedem System wohl.
Ich meine, dass es keinen 3-Reich-Vergleich braucht, um dieses Vorgehen zu verurteilen. Denunziantentum kommt an vielen Orten und auf verschiedenste Arten vor. Dass der Staat (hier in Form von Wolfgang Meier) das auch noch begrüßt, ist ein wirklicher Skandal. So ein Vorgehen müsste viel stärker angeprangert und verurteilt werden. Ich kann der Grundaussage des Artikels voll zustimmen, der 3-Reich-Vergleich schwächt den Artikel jedoch unnötig.
Das glaube ich nicht. Es wird ja nicht das Denunziantentum an sich mit dem 3. Reich verglichen.
Dass wäre imho auch töricht, ich halte die Denunziation in diesem Falle sogar für gerechtfertigt, ich selbst habe schon einen Unternehmer ‘denunziert’, der in großem Stile Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis zu Hungerlöhnen beschäftigte. Das Abzocken von Sozialbezügen ohne Berechtigung finde ich auch nicht gut. Ein Unding – und damit legitimer Vergleich mit dem 3. Reich – ist es nur, ohne Wahrung der (verfassungsgemäßen) Rechte des Denunzierten und wie es aussieht mit Hilfe unrechtsstaatlicher Schnüffelei irgendwelche Sanktionen einzuleiten. Ein Vergleich mit Stasi-Schnüffelei wäre auch passend gewesen.
Dann hast Du damit sehr wahrscheinlich das Leben mehrerer Ausländer ohne sogenannte Aufenthaltserlaubnis zerstört, Glückwunsch.
Nein, das war mit Absprache mit einigen der Betroffenen. Wir haben den Betroffenen auch mit Geld und dem Finden eines geeigneten Anwalts zur Seite gestanden für das was danach kam. Aber die initiale Aktion war die ‘Denunziation’ des Arbeitgebers durch uns, insbesondere weil das nach Einschätzung des Anwalts günstiger für die Betroffenen war. Trotzdem bin ich froh und es war richtig, das die Behörden unserer ‘Denunziation’ – die allerdings nicht anonym war – nachgegangen ist.
Gut, ich habe jetzt einfach mal mit Denunziantentum gleichgesetzt, dass anonym denunziert wird und daraufhin auf unrechte Mittel zugegriffen wird und der denunzierten Person nicht einmal die Möglichkeit der Rechtfertigung gegeben wird.
Darüber, ob die Denuziation tatsächlich gerechtfertigt ist, lässt sich streiten. Bei der derzeitigen Sozial-Gesetzgebung und Medienberichterstattung über Hartz-IV und dessen Bezieher hat Denunziation in jedem Fall mehr als nur einen fahlen Beigeschmak.
Bei anderen Themen würde ich Dir voll und ganz zustimmen.
Und da fragt man sich, warum Arge-Mitarbeiter auf der nach unten offenen Ethik-Skala mittlerweile irgendwo knapp über Drogendealern rangieren..
Was passiert eigentlich mit den Rechtsbeugern? Gehen die mal wieder straffrei aus? Oder wird ihnen zur Belohnung der befristete Arbeitsvertrag um ein weiteres Jahr verlängert? Wo sie sich doch so ‘vorbildlich’ verhalten haben?
Sorry, ein völlig sinnfreier Kommentar. Es werden kaum ARGE-Mitarbeiter sein, die da ausgeschwärmt sind. Und sich auch noch über die miserablen Zustände an den Arbeitsämtern (nach jahrelanger Anstellung keine unbefristeten Verträge, unvorhersehbare und ‘spontane’ Versetzungen, Arbeitsaufkommen jenseits von Gut und Böse) lustig zu machen ist auch äußerst eindimensional.
Soso und wer strich dann schlußendlich mal eben so das ALG2? Und ob man die entsprechende Behörde nun Sozialamt nennt, oder Arge, ändert am eigentlichen Hartz4-Sanktionsunrecht genau garnichts.
Und Unterscheide bitte zwischen dem Anprangern von eklatanten Arbeitsumständen bei den Argen (was natürlich 1-zu-1 an das schwächste Glied der Kette (den “Kunden”) weitergegeben wird) mit dem, was du “lustig machen” nennst. Das gleich zu setzen ist tatsächlich äußerst eindimensional.
Üblicherweise besteht der Außendienst der ARGE aus Mitarbeitern der ARGE. Im Artikel ist von Mitarbeitern von Stadt und Landkreis die Rede. Damals in der Hetzsendung von Sat.1 ode RTL – spielte das in der Optionskommune Offenbach? – war der eine Außendienstler gleichzeitig Polizist.
Also ne Anzeige wegen Rechtsbeugung würde mich schon länger interessieren…
Zum Artikel kann ich nur sagen: SS – Selber Schuld.
Wenn heute ne Hartz oder Erwerbslosendemo angesagt ist, kommen 2000 Menschen.
Schön.
Landet Lena in Hannover etwa 30.000.
No comment!
Der Vergleich hinkt.
Bei der Erwerbslosen-Demo kommen hauptsächlich Erwerbslose.
Bei Lena waren das aber mitnichten alles Erwerbslose.
Und aufgrund der Hetze diverser Medien werden viele Menschen, die zwar beim Lena-Empfang anwesend waren, die Demo nicht aufsuchen.
Der Vergleich zeigt vor allem auf, was Werte wie Solidarität in unserer heutigen Gesellschaft noch Wert sind. So sind sie leider, die Wertkonservativen (die ich innerhalb der Union übrigens durchaus respektiere). Wenn man sie mal braucht, dann schweigen sie.
Hast vollkommen recht. Hierzulande hat man verlernt für seine Rechte einzustehen und für sie zu kämpfen. Hoffendlich ändert sich das mal.
Blockwartattitüden – die gibt es nicht erst seit Hartz wieder.
Bereits seit Anfang der achtziger Jahre, mit Beginn der Scheinehenhysterie, wurden Nachbarn binationaler Paare befragt, hinter den Menschen hergeschnüffelt, in ihren Betten und Badezimmern kontrolliert….
In Deutschland nichts Neues.
Naja, die Bürgerarbeit ist ja auch nichts anderes als Zwangsarbeit. Denn die Freiwilligkeit, die ja propagiert wird, gibt es nicht. Weigert man sich nämlich die Stelle anzunehmen, wird man sanktioniert.
Auch wenn der Vergleich mit Nazi-Deutschland noch nicht angebracht ist, sind wird doch auf einem fatalen Weg dorthin.
Wieso Scheinehenhysterie? Bei begründetem Verdacht sollte das durchaus geprüft werden. Es gibt doch allein in Berlin unzählige Fälle, wo deutsche Männer und vor allem Frauen für Geld Ausländer heiraten, um ihnen die begehrte Aufenthaltsgenehemigung zu verschaffen.
Da WIR Steuerzahler letztendlich für diese Leute (die oft nichtmal Deutsch können) jahrelang aufkommen müssen, finde ich es sehr richtig, notfalls etwas zu “schnüffeln”, um Missbrauch einhalt zu gebieten. Übrigens auch bei Hartz IV-Missbrauch!
Und Du glaubst wirklich, das die Bescheissereien des Kleinen Mannes (Rentnernot-WG’s weil’s sonst beim besten Willen nicht reichen kann, Scheinehen, Bafög-Beschiss usw.) den Kohl fettmacht? Gut, alles unrechtmäßig! Das seh’ ich auch so, aber raus also mit dem Blockwart, mit dem Neidhammel in uns? Du bist ja ein ganz besonders intelligentes ******och! *Grrh*
Ich wette, die vieltausendfach gestellte Frage: “was kostet’s denn ohne Rechnung?” kostet “UNS Steuerzahler” mehr entgangene Mwst., Sozialbeiträge, Ek- und Gewerbesteuer als das, wo Du
für angebracht hälst.
Erst denken, dann kommentieren, gelle?
Stimme dir voll zu, Vogel.
Allein was durch vollkommen legale und ebenso vollkommen sinnfreie von-der-Steuer-absetzbar-Regeln durch Grossverdiener dem Fiskus entzogen wird, summiert sich schon in die Milliarden.
Wer genug Einkommen hat, um Steuern zu zahlen, kann seine Kinder von der Steuer absetzen (Kinderfreibetrag).
Wer Niedriglöhner oder Hartzi ist, kann seine Kinder nicht von der Steuer absetzen, weil er keine Steuern zahlt, und das ist so, obwohl gerade diese Gruppen jeden Cent für ihre Kinder gebrauchen könnten und diese erfahrungsgemäß auch für ihre Kinder ausgeben. Die Mär vom saufenden Hartz-Papa usw. ist eben nur eine Mär, ein Märchen, ein Klischee.
Wusstet ihr, dass man für den beruflich bedingten, 1. Umzug in eine andere Stadt ca.30€ / Fenster von der Steuer absetzen kann, für neue Vorhänge???!!!
Von den Ungerechtigkeiten der MwSt. gar nicht erst zu reden, gesagt sei nur mal: halbe Hotel-MwSt., volle MwSt. auf Windeln und Babynahrung.
Würde man die ganzen Subventionen im Steuersystem (Energieerzeuger, Öko-Steuerermäßigung, MwSt. etc.) streichen und dann noch die direkten Subventionen (Steinkohlebergbau in D), dann kämen da mal locker 150 Mrd € zusammen.
Würde man dann noch eine Vermögenssteuer von 1% auf alle Vermögen oberhalb von 500.000€ erheben, kämen nochmal 20 Mrd € dazu. (1% auf 500.000€ sind gerade mal 5.000€).
Würde man dann noch jedes in Deutschland verdiente Einkommen (auch Kapitaleinkünfte etc) mit dem entsprechenden Einkommenssteuersatz belegen, könnten Kindergärten, Bildungssystem, HartzIV und Krankenversicherungen locker bezahlt werden.
Man erinnere sich nur mal an die Millionenbeträge, die dem Fiskus noch vor den Ermittlungen plötzlich zufließen, wenn mal wieder öffentlichkeitswirksam eine Steuerflüchtlings-CD gekauft wird.
So könnten wir uns sogar Westerwelle leisten ;-)
Eine solchen Artikel zu Lesen und die von Usern eingebrachten Links ist an sich schon schlimm genug, jedoch wenn ich dann die Kommentare lese, die zwischen stiller Akzeptanz und indirekter Zustimmung pendeln, frage ich mich langsam, wie weit ist es in diesem Land wirklich gekommen. Der Staat arbeitet mit illegalen Mitteln und praktiziert menschenverachtende Repressalien gegen seine eigenen Bürger und die allg. Stimmung der Kommentare kann man bestenfalls als Ausdruck eine Art gelangweilter Bourgeoisie ansehen.
Haben wir uns alle schon so weit von der Wirklichkeit verabschiedet, das wir kein Gefühl für richtig und falsch haben ???
Seht der Staat in seinem Handeln den wirklich schon so weit außerhalb jeder Kritik, das wir einfach alles hinnehmen ohne es zu hinterfragen ??
Lebt hier die preußische Obrigkeitshörigkeit in moderner Form weiter und macht die Menschen für jede Realität blind ??
Wenn hier von Vergleichen mit Methoden aus dem dritten Reich die rede ist, ist diese Art der Kritik erlaubt?? Ja
In beiden fällen werden Bürger dazu animiert, den Nächsten zu bespitzeln. Bürger werden zu willfährigen Erfüllungsgehilfen eines Staates der die eigenen rechtlichen Grenzen kennt und diese durch die Mithilfe unzufriedene Bürger versucht zu umgehen. Unzufriedenheit die durch die Medien massiv gefördert wird; wie es im dritten Reich an der Tagesordnung war. Wo also liegen den die Unterschiede ?? Das die Bundesrepublik schließlich ein Rechtsstaat ist ?? Ab wann wird aus einem Rechtsstaat ein Unrechtsstaat ?? Sind es nicht die Handlungen, die Darüber bestimmen oder die öffentliche Stimmung ?? Die öffentliche Meinung vor 1945 hat hätte die Hitler-Diktatur niemals als Unrechtssystem angesehen. Leben wir also in einem Rechtsstaat ?? Es sollt jeder für sich einmal diese Frage beantworten und sich zumindest versuchen einem Meinung zu Bilden.
Hallo Sokrates,
Das Problem, dass ich sehe ist, dass vielen Leuten ihre Mitmenschen vollkommen gleichgültig sind. Jeder kümmert sich nur noch um sich selber.
Aus dem Artikel geht meines Erachtens nach nicht hervor, ob wirklich jemand Denunziert wurde oder schlicht ein erschleichen von Leistungen gemeldet wurde. Das nachfolgende Verhalten der Behörden, wo die Kritik des Artikels gegen gerichtet ist. kann ich nicht beurteilen, da dazu einfach die nötigen Informationen fehlen, wie Matt bereits gesagt hat.
Aus meiner Sicht geht das Problem aber, wie schon gesagt, in die andere Richtung. Jeder schaut weg wenn Unrecht geschieht da es einen selbst ja nicht betrifft.
Da hat keiner aus den Geschehnissen im 3.Reich seine Lehren gezogen. Insofern gebe ich die Recht, wenn Du sagst das wir unser Rechtsbewusstsein verloren haben. Das gilt aber für beide Richtungen.
Es gibt genug Fälle bei denen Leistungen erschlichen werden, ohne dass sich jemand darum kümmert. Und auch wenn das politisch inkorrekt ist, es gibt Gruppen die vom Staat mit Samthandschuhen angefasst werden, aus Angst jemand könnte die Nazikeule auspacken. Das ist genauso falsch wie, wenn die Anschuldigungen des Autors zutreffen, das im Artikel beschriebene Verhalten.
Jeder sollte sich seine Meinung bilden. Unvoreingenommen und auf Grund aller Informationen. Auch der die einem nicht gefallen.
Sorry wenn ich das jetzt so sage und ich möchte es auch nicht als Angriff auf deine Person verstanden haben oder deine Meinung herabwürdigen, aber “sich informieren” ist das passende Stichwort.
Eine Handlung kann nur dann als rechtlich und moralisch Verwerflich gelten, wenn es mögliche und praktikable Alternativen gibt. Diesen Zustand haben wir (als Gesellschaft) aber schon lange überschritten. Einfach ausgedrückt kann ich nur Repressalien anordnen, wenn es genügen Arbeit gäbe die den Betroffenen eine die Möglichkeit bietet, aus Arbeit für sich zu sorgen. Hier haben aber sowohl Staat als auch die Wirtschaft mehr als versagt. Durch Sanktionen wird der Staat somit also nur zum billigen Erfüllungsgehilfen für die menschenverachtende Wirtschaft und damit zum Totengräber für Menschen die Arbeiten wollen aber eben keine mehr finden.
Beschäftige dich mal etwas intensiver mit Wirtschaft und Politik der letzten 15 Jahre und du wirst feststellen, dass der Zustand den wir jetzt haben keine “unausweichliche und alternativlose Situation” ist sondern gewollt herbeigeführt wurde. Alleine die Impertinente Geisteshaltung der Verantwortlichen rechtfertigt da jede Handlung von Betroffenen die Zweckdienlich ist. Es regt doch schon niemanden mehr auf, dass verantwortliche Politiker in Führungspositionen bei privaten Unternehmen sitzen und zeitgleich ihre Neutralität und Unabhängigkeit nach außen zelebrieren wollen. Oder wie hat es mein Vater immer so schön von sich gegeben: “der Fisch stinkt immer vom Kopf her.”
Bevor wir es uns also so einfach machen und die Menschen verurteilen die in unwürdigen Situationen leben müssen, sollten wir als Gesellschaft anfangen nach den Ursachen zu fragen und dagegen vorgehen.
Volksabstimmungen sind da z.B. ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung um gegen fehlerhafte Entscheidungen der Politik zukünftig ein Gegengewicht zu bilden. Aber selbst das will man mit aller Macht verhindern.
ZITAT:
“Jeder sollte sich seine Meinung bilden. Unvoreingenommen und auf Grund aller Informationen. Auch der die einem nicht gefallen.”
Das tue ich seit zwanzig Jahren aus beruflichen Gründen und werde sogar dafür bezahlt!!!!!!!!
Volksabstimmungen haben in Hamburg (Bayern) funktioniert, wenn auch nicht so schön.
Ich halte sie aber trotzdem für richtig und wichtig.
Bei der Meinungslobby die da im Moment am werkeln ist, wundert es mich fast, dass die Volksabstimmungne eher abgelehnt werden.
Aber Diskurse die dann geführt werden sind wohl eher gefürchtet. Spannend fände ich es allemal.
Nein, ich fühle mich nicht angegriffen und hatte das meinerseits auch nicht vor (falls ich das Gefühl erweckt haben sollte).
Es gibt sicherlich viele, die schuldlos in eine Situation geraten sind in der sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Genauso gibt es Menschen die in 3 Städeten Leistungen beziehen (Wohnung inbegriffen) und nebenbei noch ein bisschen dealen.
Mir ist durchaus bewusst, dass diese Menschen eine Minderheit bilden.
Aber wenn der Staat, um die Fasade zu wahren, solche und andere Misstände nicht anerkennt bereitet das den Nährboden für extreme Auswüchse.
Ich bin mir durchaus der Fehler (zumindest der gröbsten) unseres Wirtschaftsystems, als auch unseres Regierungssystems, bewusst.
Das Schlimme ist, dass es niemanden interessiert. Ich weiß nicht wie es sich in Ihrem Bekanntenkreis verhält, aber bei den Menschen mit denen ich zu tun habe ist leider keinerlei Interesse an Zusammenhängen erkennbar.
Solange das System “Brot und Spiele” funktioniert wird sich leider nicht viel ändern.
Gegen mehr direkte Demokratie hätte ich sicherlich nichts einzuwenden. Aber dafür müsste die Vorraussetztung, dass die breite Masse ihren Verstand wieder entdeckt, gegeben sein.
Ich habe mich übrigens mit der Finanzwirtschaft, als auch mit Teilen der Politik beschäftigt. Sicherlich nicht mit den letzten 15 Jahren ( Ich werde immerhin nicht dafür bezahlt :-), aber doch mit genug, dass mir die Lust daran vergeht.
Blödsinn. Nur der Vollständigkeit halber. Das geht nicht mehr, seit die Daten der Sozialämter bzw. ARGEn bundesweit abgeglichen werden. Und das werden sie nicht erst seit gestern.
Im Artikel ist eindeutig angegeben, dass keine Anhörung stattfand. Das ist rechtswidrig. Wie der Aufenthalt bei einem Freund leistungsrechtlich zu werten ist, kann der Denunziant gar nicht wissen.
Welche Samthandschuhe?
Die Hetzschrift im “Stürmer”-Stil(!), die damals Minister Clement zu verantworten hatte, brachte völlig falsche bzw. irreführende Argumente.
Also einige wichtige Dinge fehlen denk ich in dem Artikel: Was war nun die tatsächliche Situation ? Hatte die Frau Leistungen erschlichen oder nicht ? Unabhängig davon, wie hat sich den das “schnüffeln” der Mitarbeiter geäußert ? Ich meine was haben die den genau gemacht ? Was hat man sich unter “schwärmen in der Nachbarschaft aus” vorzustellen? Und falls dort dann wirklich was gefunden wurde, wird ja auch nicht “grundlos” das Geld entzogen, sondern wenn man etwas findet, wie z.B. das Sie dort gar nicht wohnt ist das doch nur “gerecht”. Ich meine ernsthaft, warum sollen den “wir” als Steuerzahler eine leere Wohnung finanzieren ?
Insgesamt finde ich den Artikel sehr “schwach”, da die normalerweise von Jens außergewöhnlich gut vorgetragen harten Fakten hier doch sehr arg kurz kommen und man auch noch toll einen auf Nazivergleich macht um ja viele Leser anzulocken.
Eine objektive Beurteilung der Situation bzw. eine Bezugnahme auf historisch weniger weit zurückliegende Fakten wäre hier doch sehr leicht möglich gewesen (Stasi, DDR). So erscheint mir das ganze nur als polemischer Trick und Effekthascherei.
Stimmt, eigentlich sollte dem Hartz4-Antrag generell ein Formular beigefügt werden, in dem Angaben zu Lebenspartner/Verwandten/Freunden/Bekannten (Beweislast, dass solche nicht vorhanden sind liegt beim Leistungsbezieher!) gemacht werden. Wäre ja noch schöner, wenn “wir Steuerzahler” für die Wohnung von jemandem aufkommen müssten, den man nicht zu irgendwem abschieben kann.
Vielleicht sollte man auch mal genauer auf die Abstammung gucken. Wer kein reines deutsches Blut in mindestens den letzten drei Generationen nachweisen kann, der wird halt in die alte Heimat abgeschoben. Wahlweise darf er Bürgerarbeit leisten, soviel Freiheit und Menschlichkeit leisten wir uns dann schon (wenn am Ende noch so viele weg wären, dass man den Leuten nicht mehr mit Arbeitslosigkeit drohen kann… jesses)
Mal zum Artikel: Klar, wenn man einen Freund hat und dort hin und wieder übernachtet, da braucht man ja auch keine Wohnung mehr. Und wenn bei dem Freund kein Platz für den Hausrat ist, dann könnte die Leistungsbezieherin den ganzen Kram ja ruhig mal verkaufen und dann für einen Zeitraum dem Steuerzahler nicht mehr auf der Tasche liegen… pardon… auf Leistungen verzichten und vom Erlös leben, so viel Anstand kann man ja schon mal erwarten.
Und wenn dann keiner mehr Hartz4-Empfänger kennt oder in ihrer Nähe wohnt oder wenn er denn doch mit ihnen verwandt oder befreundet ist, dann wenigstens selber dazu gehört, dann kann die Verwurschtungsindustrie ja wieder loslegen.
Sorry, bin heute sehr giftig und zynisch, aber bei manchen selbstgerechten Kommentaren platzt mir der Kragen.
Ein Punkt für Godwin
@Jens Berger, Holdger Platta
Dazu paßt der Film, den ich gestern im SWR gesehen habe:
“[...]Schlaglicht
Die ungerechte Republik – Eine Deutschlandreise zwischen Arm und Reich[...]”
Quelle und kompletter Text:
http://www.tvinfo.de/exe.php3?target=popup&sidnr=115600832
Übrigens, die Verrohung in Deutschland ist schon soweit fortgeschritten, dass man allen ernstens so einen als Hetzer gegen Arbeitslose Aussagen im Film machen läßt, der offiziell als Bordellkönig firmiert. Da hab ich mich wirklich gefragt: “Leben wir neuerdings in einem Land wo Fressen wichtiger als Moral ist”?
Übrigens der Typ schwafelte davon, dass es mit harter Arbeit jeder in Deutschland zum Millionär schaffen könne – Stimmt, harte Arbeit ist ja auch Frauen dazu zu bringen die Beine freiwillig breit zu machen, und wenn es mit Schlägen ist. Gerade deswegen ist dieser Bordellkönig, der sich seinen Adelstitel gekauft hat, um von einer Vorbestrafung wegen Beinahe-Totschlags abzulenken, als Krimineller anzusehen.
Gruß
Bernie
PS: Vielleicht sollte ich mich als Auftragskiller selbständig machen, oder zur Mafia gehen? Oder eine Söldnerfirma gründen? Immer noch besser als Hartz IV, und – ganz ohne NS-Staat – zuerst kommt das Fressen und dann die Moral….
@
Keine Ahnung, was Godwins Law bedeutet und in welchem Kontext es zu sehen ist, aber dumm herumschwallern …
Es muss schon seinen Reiz haben, andere für sich denken zu lassen, deren Gedachtes nicht zu verstehen es aber dennoch zu wiederholen.
Sorry, aber der Kontext ist mir wohl bekannt. Hier ein nebulöses “Ausschwärmen und Befragen der Nachbarschaft” mit der Denunziation und dem Verhalten von Gestapo und Konsorten zu vergleichen, halte ich eben für keinen gerade gerechtfertigten Vergleich. Und genau so etwas wollte Godwin kritisieren.
Außer, dass irgendjemand anonym irgendjemand anderen angeschwärzt hat, was dann kontrolliert wurde, kann ich nichts aus dem Artikel erschließen. Die Überprüfung des Sachverhalts (Nichtaufhalten in der Wohnung, so unsinnig dieser Vorwurf an sich schon ist), ist wohl schwerlich durch Nachfragen bei der Betroffenen herauszufinden. Das hier nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, kann ich mir schon sehr gut vorstellen, aber bei den vorhandenen Informationen die Nazikeule rauszuholen, ist einfach nur Unsinn.
BTW: Gethreadete Kommentare sind dafür da, dass man direkt dem Betroffenen antworten kann…
Jonas: Wie viele hast Du das mit Godwin’s Law nicht begriffen und missbrauchst diese Einrede für billige Immunisierungen gegen Kritik an faschistischen Tendenzen und Verhaltensweisen.
Godwin’s “Law” besagt, dass sich Leute in einer längeren Diskussion (über völlig andere Sachen) irgendwann gegenseitig als Nazis beschimpfen und die Diskussion damit abstirbt: “The Thread went Nazi and died.” In der Tat war “Nazi” vor allem in den USA eine wohlfeile Schimpfvokabel. Das ging soweit, dass sich Anhänger der Texteditoren vi und emacs gegenseitig als “vi-Nazis” und “emacs-Nazis” beschimpften. Ich habe einmal die Vokabel “indent-Nazi” mitbekommen, bei einer Frage, wieviel Einrückungsstufen man in einem wohlgeschriebenen C-Programm nicht überschreiten soll.
Das ist der Kontext von Godwin’s Law. Zu keiner Zeit sollte diese im Grunde nur spöttische Mahnung an die Netiquette im satirischen Gewande einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesetzmässigkeit Diskussionen über das NS-Regime und analoge Tendenzen in der Gegenwart zensieren. Da hat aber gerade im deutschsprachigen Raum eine Begriffsusurpation stattgefunden, ähnlich wie die Kaperung des anfangs mild spöttischen Begriffs “Gutmensch” als rechte und rechtsextreme Kampfvokabel.
Es ist auch typisch für die rechte und antikommunistische Atmosphäre in der BRD, dass man bei Negativem lieber mit der DDR vergleichen möchte, Erinnerungen an die Nazizeit aber empört von sich weist.
Dabei ist gerade beim Artikelthema der Vergleich mit dem NS-Regime der angemessenere. Im Gegensatz zur DDR war das NS-Regime von einer überwältigenden Mehrheit angepasster Deutscher aus vollem Herzen akzeptiert, und Aufrufe des Regimes zur Jagd auf Unangepasste wurden mit Begeisterung und Leidenschaft aufgenommen. Die typischen Blockwarte und Blockwartinnen haben ihre unbezahlte Spitzel-, Schnüffel- und Denunziationsaufgabe mit Hingabe wahrgenommen, nicht anders als das Denunziantenschwein, von dem der Artikel handelt.
Nicht nur gab es in der DDR meines Wissens nicht die grossangelegten Denunziationskampagnen, sie wären auch bei der Bevölkerung nicht mit dieser Inbrunst aufgenommen worden. Sicher gab es den Blockwarttypen auch in der DDR, genau wie in der BRD, dort vor allem während der Kommunistenhatz des Adenauerregimes.
Kampagnen wie die gegen die “Sozialschmarotzer” (und Asylbewerber und Migranten) atmen auch nicht den Geist eines Kalten Krieges gegen den auf der anderen Seite der Grenze verorteten Klassenfeind. Sie sind vielmehr in ihrem Ungeist der Hetze gegen und Hatz auf Juden, “Marxisten”, “Asoziale” so nahe, dass sie in der Tat als im Kern faschistische Hetze strukturäquivalent sind. Der Unterschied ist, dass sich das nicht unter einem faschistischen Regime abspielt. Das begrenzt einerseits das mörderische Potenzial, andererseits offenbart es das Versagen der Checks and Balances, das Versagen der Demokratie.
a^2
Ich habe über ein Jahr in den USA gelebt und kenne den Begriff Nazi in dem genannten Kontext sehr wohl (sei es als grammar-nazi oder ähnlichem, kann es beinahe immer genutzt werden).
Das wir in Deutschland aber ein ganz anderes Verständnis von der Vergleichbarkeit des NS-Regimens haben, sollte wohl allgemein bekannt sein. Das es dazu unterschiedliche Ansichten gibt, ist klar, aber meiner Meinung nach erfüllt der hier gezeigte Sachbestand in keinster Weise die Voraussetzungen für einen solchen Vergleich. Die Diskussion, in der die Keule ausgepackt wird, ist jetzt keine auf dieser Seite lokalisierte, sondern eine über verschiedene Medien ausgetragene.
Mein ursprünglicher Vier-Wort-Kommentar sollte auch an sich nur an das oben gesagte erinnern. Nicht jeder, der jemand anderen anzeigt, ist gleich mit einem Nazi zu vergleichen. Auch wenn der Angezeigte zu einer medial oder sonstwie verfolgten Gruppe gehört. Und der Mangel an Informationen erlaubt meiner Meinung nach eben den Vergleich nicht wirklich.
Aber mein Gott, man kann auch kleinlich sein, und von daher werde ich die Diskussion nun beruhen lassen und verbleibe mit einem Verweis auf XKCD.
PS: Allein an Antworten von euch beiden wurden auf meine vier Worte 443 Worte und 3203 Zeichen geschrieben. Respekt…
So sind sie halt, die Menschen.
Warten wir auf Koch, Merz, Clement und wie die anderen abgehalfterten Asozialen allesamt so heissen mögen, damit sie rechts von der CDU das Feld beackern.
Denn die sind ja allesamt nur deshalb gegangen, weil Merkel ne Kommunistin ist.
Nicht etwa deshalb, weil sie flagrant korrupt, unfähig und unerträglich waren, sie wirklich niemandem mehr gezeigt werden können.
In der Diskrepanz zwischen dem, was ist und dem, was manche sich nicht auszusprechen trauen, treibt der Faschismus seine Blüte.
Und machen wir uns doch nix vor: der Faschismus hat uns längst wieder eingeholt.
Er war, nüchtern betrachtet, niemals fort.
Es gab nur Denkverbote, die der Michel befolgte. Aber das hat ihn auch nicht weiter gestört, er denkt ja eh nicht nach. Wozu auch? Und das, was er am Stammtisch so von sich gab, das quatschen Twentysomethings heute frei heraus.
Diese ganze Big-Brother-artige Sorte Mensch, die allesamt das gleiche denken, das gleiche wollen und das gleiche dumme Zeug nachplappern. Die allesamt gleich ausschauen und sich allesamt die gleichen Tätowierungen stechen lassen, um sich von den anderen Abziehbildern auszunehmen. Die eine Gesinnung von der Stange vor sich hertragen und Deutschlandfähnchen durch die Gegend fahren.
Und wehe, das macht dich Bange. Dann bist Du verstockt, unverständig, von gestern, Gutmensch.
Die Neo-Faschisten sind unpolitisch, aber das macht ja auch nur Sinn. Sie brauchen sich in keine Tradition einzureihen, ihre Tradition ist die Traditionslosigkeit (aber sie schmücken sich gerne mit den Meriten der Tradition).
Ihnen heiligt der Zweck immer das Mittel: Krieg, Folter, Vertreibung, Imperialismus, Kapitalismus, Eugenik, Islamophobie, Homophobie, You name it!
Wo nachzudenken angemahnt wird sind sie niemals zu finden und wo man auf Mahner einprügelt sind sie vorne mit dabei.
Sollten interessierte Kreise in diesem Land zu der Überzeugung gelangen, es wäre mal wieder an der Zeit, Demokraten totzuschlagen, dann werden sie in den ganzen Nichtsen, die unseren Mainstream (längst nicht mehr nur kulturell) entscheidend prägen, willfährige Täter finden.
Nebenbei: @Spiegelfechter:
Dein Kontakt-Link führt auf 404.
Flattr nervt. Die Buttons brauche eine gefühlte Ewigkeit zum laden und lassen nebenbei meinen Browser frieren und meine CPU-Last hochschnellen. Kannst Du die nicht lokal einbinden? Was ja auch den Vorteil hätte, dass niemand weiteres Deine Besucher erfassen könnte.
Bei “ALG-II-BezieherInnen” war bei mir Schluss …
Ich weigere mich Idiotensprache zu lesen!
Sie lesen einen Text nicht zuende, weil sie das Binnen-I stört?
Nur zu, ist ein freies Land. Aber bitte, dann halten sie doch auch den Mund!
Wir diskutieren hier über den Text. Und wir haben ihn alle gelesen.
Troll.
Warum, ist doch Ihrer Ansicht nach ein freies Land (in dem man sogar in falsch verstandenem Gleichberechtigungswahn die Sprache verhunzen darf).
Und die Kritik war ja wohl auf einen Bestandteil des Textes bezogen.
Der Troll-Vorwurf geht dann ja wohl auch komplett ins Leere….
Ich verstehe das irgendwie nicht.
Da zeigt also jemand jmdn an wegen Sozialbetrugs, das Amt reagiert und geht der Sache nach.
(OT:Wäre nichts passiert, wäre dieser jmd zu bild gegangen)
Das Amt geht nun dorthin und befragt die Leute, ob sie denn nun da wohnt oder nicht.
Aber das ist doch genauso wie wenn ich jmd bei der Polizei anzeige, die kommt dann auch und fragt mal in der Nachbarschaft wo sich die Person aufhält.
Also macht mich eine Anzeige zum Blockwart?
Desweiteren, wie hätte die Behörde vorgehen sollen?
Hab hier mal ein Urteil, da wollte jmd seine Kontoauszüge,Lohnsteuerkarte etc nicht vorzeigen wollte und hat deshalb kein H4 mehr bekommen. http://lexetius.com/2008,3925
Richtlinie zur Erhebung der Daten
http://www.lda.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=5lbm1.c.83184.de&template=allgemein_lda
Die Behörde hätte also die Person gefragt, ob sie denn nun dort wohnt oder nicht. Der Brief wäre dann aber nie angekommen und die Behörde wäre dann so oder so vorbeigekommen und hätte Beweise gesammelt, um die Wohnung zu streichen.
Es wären die Leute so oder so gefragt worden.
Ich persönlich finde es gut, wie die Behörde gehandelt hat, durch das gesparte Geld kann vielen Bedürftigen geholfen werden.
Mfg 1990
Eine Anzeige bei der Polizei dürfte schwerlich anonym aufzugeben sein.
Siehst du denn wirklich nicht den Unterschied zwischen ungeprüfter Denunziation und einem rechtsstaatlichen Verfahren?
Wie soll ein eiskalter Technokrat wie 1990 den Unterschied sehen?
Das sieht man doch schon an diesem unsäglichen ‘mfg’ am Ende. Auschliesslich den Anschein wahren wollen und auch das nur halbherzig. Die Verwendung von ‘mfg’ sagt doch eigentlich recht viel über den Verwender aus, oder?
Und am Ende das:
‘Ich persönlich finde es gut, wie die Behörde gehandelt hat, durch das gesparte Geld kann vielen Bedürftigen geholfen werden.’
Das sind anscheinend die notleidenden Banken gemeint. Man könnte grad in die Tastatur kotzen.
Die richtige Vorgehensweise wäre gewesen:
Die Person anschreiben und um eine Stellungnahme zu bitten, da die Daten von demjenigen erhoben werden müssen.
Eine Befragung Außenstehender ist eine weitere Denunziation seitens der willfährigen Vollstrecker, da somit der soziale Status desjenigen preisgegeben wurde.
@MCMXC:
Lies mal hier weiter:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,707608,00.html
Und dann schau Dir bitte mal die Kommentare im Forum dazu an.
Die lassen sich erschreckend oft hiermit zusammenfassen:
Wo ist das Problem?
Ist doch richtig so.
Noch viel zu wenig Ärger für die kostspieliegen Unnützen.
Dazu kann ich sagen, eine Ausbildung als Alternative anzubieten, da ja die jeweilige Schulform ja beendet ist(Realschule), richtig.
Ich persönlich habe letztes Jahr Abi (RLP) gemacht und die meisten ehem. Realschüler ohne 1,x Schnitt mussten leider schon im 11. Jahr gehen, und ich fände es auch besser wenn diese Leute eine Ausbildung anfangen.
Die Leute jedoch zu drängen finde ich jedoch unangebracht, jeder sollte selbst wissen was für ihn das beste ist, die Jobcenter hätten der Betreffenden eher eine Statistik über die Abbrecher auf Gymnasien aushändigen sollen statt sie ohne Einverständnis zu vermitteln. Eventuell haben sie einfach vorurteilbehaftet. Ich denke mal wäre die betreffende an einem Gymansium gewesen, gäbe es auch kein Schreiben.
OT:
Ich persönlich studiere eine Naturwissenschaft an einer Universität, und es gibt einige Kommilitonen die H4 beziehen (ca5-8%), von daher gibt es genug die es schaffen können.
Desweiteren liegt dieser Anteil genau im Bereich der Empfänger
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/4275/umfrage/anteil-der-hartz-iv-empfaenger-an-der-deutschen-bevoelkerung/
Ich weiß ja nicht, wo du studierst und ob das ne Uni ist, aber hier in Hamburg kannst du als Student kein H4 bekommen. Entweder du bekommst Bafög oder nix. Und wenn du den Anteil von 5-8%, die sich dann doch mal durchgekämpft haben für “genug” hältst, dann sagt das so einiges über dich aus.
Du hast den Artikel und die Problematik nicht ansatzweise verstanden. Aber ist klar, so wie du schon wieder erpicht auf ein Urteil bist (“Hatte die Frau Leistungen erschlichen oder nicht ? “), hättest du warscheinlich mit am Gartenzaun gestanden und selbst ein bisschen Blockwart gespielt.
“Und falls dort dann wirklich was gefunden wurde”, wäre es völlig irrelevant gewesen, weil die ganze Sache überhaupt erst durch unrechtmäßige Bespitzelungen ins Rollen gebracht wurde.
Dabei bin ich ja auch fürs denunzieren. Denn wer nichts zu verbergen hat, hat schließlich nichts zu befürchten. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, jeder, der gegen Bespitzelung ist, ist ein potentieller Terrorist und gehört nach Guantanamo.
Hochachtungsvoll,
Ihr Gildo Westerwelle.
Die Behörde hätte ja einen Brief geschrieben und gefragt, ob sie denn nun dort woht.
Wenn sie dort aber nicht mehr wohnt kann sie ja auch nicht antworten und die Behörde muss dann dort hin gehen um die Daten zu erheben und da die Frau nicht mehr erreichbar ist werden halt Nachbarn gefragt, wo sie denn ist. Das ist alles mit dem Gesetz vereinbar.
http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/hartz-iv-empfaenger-ausspioniert/
In diesem Fall ist die Behörde nun direkt dorthin gegangen, da der Anrufer gemeldet hat, die Frau würde dort schon länger nicht mehr wohnen, es wurden auch diverse Anzeichen dafür gefunden. Daher ist auch die Adresse unbekannt und die Behörde kann nicht informieren.
Daher fragt man bei den Nachbarn nach, als letztes Mittel der Datenerhebung, wie lange sie denn dort nichtmehr wohnt und kann somit den eventuellen Betrug zu lasten Bedürftiger aufdecken.
Ich sehe dort kein Problem, sonst hätte man einen Biref geschrieben und keine Antwort erhalten, und da es eine Aussage gab, die Frau wohnt dort nicht mehr länger hat man sich das Papier gespart.
Ich bin nicht für das denunzieren, aber es gab halt starke Hinweise und das ist schon ein schwererer Fall, der sofort aufgeklärt werden muss.
Ich sehe den Fall eher wie eine Anzeige wegen Sozialbetrugs direkt bei dem Amt.
Ob die Frau nun schuldig ist oder nicht, darüber muss ein Gericht entscheiden.
Lesen hilft. Im taz-Artikel steht:
eine Hartz-IV-Empfängerin aus der Stadt halte sich gar nicht regelmäßig in ihrer angegebenen Wohnung auf
- also keine Rede, sie sei per Post nicht erreichbar; das ließe sich auch nicht lange durchhalten bei solchem Leistungsbezug. Übrigens sind Beziehungen nicht verboten.
Übrigens hat die ARGE ja offenkundig auch wieder einen Rückzieher gemacht und schließlich weitergezahlt.
Was ist denn das bitte für ein dümmlich einseitiger Artikel!
Hier wird mal wieder nur völlig unsinnige anti-Hartz4/ARGE Hetze betrieben.
Wer vorsätzlich falsche Angaben macht, um Steuergelder zu stehlen, begeht eine Straftat. Wenn der Staat Hinweise auf eine Straftat erhält, hat er diesen auch nachzugehen! Wie wäre denn sonst der Fall zu beurteilen, wenn z.B. das Jugendamt einen anonymen Hinweis bekommt, das XY sein Kind missbraucht??? Soll das Jugendamt, dann nichts unternehmen, weil der Hinweis anonym war?
Ob und was die ermittelnden Mitarbeiter der ARGE in diesem Fall herausgefunden haben, wird nicht erwähnt, obwohl man wohl davon ausgehen muss! Zumindest ein erhärteter Verdacht muss wohl vorgelegen haben, da sonst sicherlich kein Einbehalt der Leistungen zu rechtfertigen wäre. Überhaupt ist die Seite der Behörde keinerlei Beachtung zuteil geworden, bzw. die Möglichkeit der Gegendarstellung, so dass ich nur vermuten kann, dass vielleicht auch versucht die Betroffene vorher zu befragen – diese jedoch zu keiner Zeit angetroffen wurde, weil sie eben (wie vorgeworfen) bei ihrem Freund war…
Das die Zahlungen wieder aufgenommen wurden haben jedenfalls nichts mit einem Schuldeingeständnis zu tun, sondern mit der Tatsache, dass man ihr noch kein anderes Einkommen nachweisen konnte und sie in DE natürlich nicht verhungern darf. Mit der Unterbrechung wurde wo möglich versucht die Beschuldigte zur Stellungnahme zu bewegen, was ja auch gelungen ist.
Jetzt wird groß gebrüllt, aber ob zu Recht oder nicht lässt sich nicht erkennen. Wer voreingenommen ist, springt natürlich gerne auf den Zug auf…
Die nach dem dritten Reich am lautesten über die Nazis geschimpft haben, waren vorher selber welche…
Der Artikel ist dermaßen einseitig und schlecht recherchiert, dass er hier wirklich nicht hin gehört. Bitte lieber Jens, lass derartigen Mist hier nicht zu, sonst kann ich mir auch gleich ne Bild kaufen (würg).
“Wer vorsätzlich falsche Angaben macht, um Steuergelder zu stehlen, begeht eine Straftat.”
Mal abgesehen von der putzigen Straftatsbestandskonstruktion: Straftaten ermitteln und ahnden die Strafverfolgungsbehörden (Polizei/Justiz). Die Sozialämter/Argen/etc. gehören nicht dazu. Sie sind kein Organ der Rechtspflege. – Nimmt man die hohe Zahl (Berlin wohl rund 50%) der erfolgreich angefochtenen Bescheide, wohl eher ein Organ der Rechtsbeugung.
Falsch, gerade die ARGE überprüft die gemachten Angaben – erst bei “sicherer” Erkenntnislage wird eine Strafanzeige erstattet (und die Polizei/Staatsanwaltschaft ermittelt weiter).
Dabei hat sie die Daten von demjenigen und nicht von irgendwem anderen sich zu beschaffen. Denn das, was die ARGE hier tat, ist sich Rechte anzumaßen, die nur die Polizei/StA hat.
Außerdem haben diese den Beschuldigten denunziert, da sie anderen den sozialen Status desjenigen kenntlich machte.
Und sollte bei mir mal sowas laufen, werde ich solche Arschlöcher zusammen schlagen.
“Jetzt wird groß gebrüllt, aber ob zu Recht oder nicht lässt sich nicht erkennen. Wer voreingenommen ist, springt natürlich gerne auf den Zug auf…”
fragt sich nur, auf welchen Zug, gell?
Ich fasse mal die Erkenntnisse aus deinem Beitrag zusammen
- das Erschleichen von ALG ist so ähnlich wie Kindesmissbrauch (beides Straftaten)
- wer “eine Straftat” begeht, hat seine Grundrechte verwirkt (es ist schließlich EINE STRAFTAT!!!)
- es ist erwiesen, dass die Frau “vorsätzlich falsche Angaben” gemacht hat
- es kann nicht sein, was nicht sein darf (“sicher hat das Amt Beweise gefunden, sonst wäre das ALG ja nicht gestrichen worden”)
- jeder Arbeitslose ist ein Betrüger, dem man nur “noch kein anderes Einkommen nachweisen konnte”
Lesen, denken, verstehen, antworten – bitte in der Reihenfolge.
Mein Beitrag zielt auf die lückenhafte, einseitige, hetzerische Darlegung des Falles ab. Grundrechte wurden durch das Ermitteln (zudem sehr wohl auch z.B. Sozial- und Ordnungsämter berechtigt sind) m.E. nicht verletzt.
Dass die Frau falsche Angaben gemacht haben KÖNNTE habe ich nur als MÖGLICHKEIT in betracht gezogen – was eigentlich hätte der Autor ermitteln sollen! Dies habe ich auch so geschrieben. Was ist also bitte so schlimm daran, wenn die betreffenden Ämter dies überprüfen?
Wie Sie sich den Rest zurecht gedreht haben, entzieht sich meiner Kenntnis.
Mit objektiver Berichterstattung hat der Artikel jedenfalls nichts zu tun…
@Fian
Angesichts Deines auch in Deinen anderen Postings geäußerten Weltverständnisses, welches Du zweifellos aus der regelmäßigen Lektüre der BILD bekommen hast, muss ich doch stark vermuten, dass Du sie sonst also stielst?
Na, jetzt bin aber mal gespannt, welche Angaben die Frau “vorsätzlich” “falsch” gemacht hat, um “Steuergelder zu stehlen”. Bitte poste eine juristisch verwertbare Aufzählung.
“[...]Jetzt wird groß gebrüllt, aber ob zu Recht oder nicht lässt sich nicht erkennen. Wer voreingenommen ist, springt natürlich gerne auf den Zug auf…[...]”
Nette Strategie, die Kritiker sind also vorurteilsbehaftet, und nicht der kritikwürdige Punkt – Soweit haben wir es also wieder gebracht….
….na ja, der Mann der gesagt haben soll “Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen” – auch Kant genannt – ist schon 200 Jahre tot, und da zeigt sich heute eben statt der einstigen Größe dt. Denker nur noch eines, die Schäbigkeit so mancher dt. Denker den Opfern selbst zuzuschieben.
Wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt: So ein Verhalten, dass typisch neoliberal-dt. sein dürfte, kotzt mich schon seit 30 Jahren an….
Das einzig schlechte sind deine Äußerungen hier.
Übrigens, wie schnell man den Denunzianten der ARGE, und des Arbeitsamtes, als angeblicher “Schmarotzer” schon früher gemeldet wurde durfte ich am eigenen Leib erfahren, bekam aber Recht, da die Ermittler des Arbeitsamtes sich – Originalzitat eines Zeugen “Wie die Gestapo” – mir gegenüber verhalten haben.
Der Grund: Ich hatte ein Vorstellungsgespräch auf dem Arbeitsamt, Ziel: Angestellter dort zu werden, die nahmen mich nicht – Wochen später kam oben erwähnter Vorwurf.
Hätten die mich damals eingestellt wäre es bei denen nicht auf eine Dienstaufsichtsbeschwerde hinausgelaufen, und bei mir auch eine Zufriedenheit, da ich eine Stelle auf meinem erlernten Beruf ergattert hätte, aber so blieb mir nur der Ärger und die Erinnerung, dass man bei einem Vorstellungstermin im Arbeitsamt nie wahrheitsgemäß antworten soll.
Wie schon erwähnt, dank der Hilfe einer Arbeitsloseninitiative, die in Rechtsfragen fit war, bekam ich weiter meine Leistungen, und konnte mich so weiter bewerben – damals. Der Ärger wirkt aber noch nach Jahren nach, und der Fall beweist mir nur eines, es ist schlimmer geworden, seit damals…..
Wer übrigens die Erfahrung noch nie gemacht hat, der kann gerne große Reden schwingen – Er hat ja, wie Sie beweisen, keine Ahnung von der mittlerweile “ungerechten Republik namens Deutschland”.
Oder sind sie gar der weiter oben erwähnte Bordellkönig?
Gruß
Bernie
Es ist schon einigermaßen erstaunlich, wie hier von manchen völlig unreflektiert über das Denunziantentum in der DDR geschwafelt wird. Könnte man solche Leute doch nur bewegen, lediglich über solche Dinge zu schreiben, die sie kennen oder über die sie sich wenigstens einigermaßen vernünftig informiert haben. Das aber scheint frommes Wunschdenken zu sein. Zum Thema: Wenn sich z.B. jüdische Menschen im Dritten Reich der Deportation in die Vernichtungslager versuchten, durch Flucht und Verstecken zu entziehen, dann verstießen sie damit zweifellos gegen die geltenden Nazi-Gesetze und jene, die sie denunzierten, waren oftmals gar keine widerwärtigen Zeitgenossen, sondern sie zeigten bloß Gesetzesbrecher an, noch dazu solche, die vom Nazi-Dauer-Propagandafeuer als “Volksschädlinge” gebrandmarkt worden waren. Sie taten also ein gutes Werk, ohne – zumindest in der Regel – davon zu profitieren. Genau wie jene, denen es heute nicht einmal schlecht wird bei solchen Skandalen wie in Göttingen, sondern die fragen, ja, haben denn die Delinquenten vielleicht gegen Hartz IV- Gesetze und – Bestimmungen verstoßen. Und man spürt regelrecht, wie sie geradezu danach lechzen, gesetzestreu zu denunzieren. Der Himmel schütze uns vor denen, denn es bleibt dabei: “Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.” Wie immer er das bemänteln und zu rechtfertigen mag.
“[...]Die nach dem dritten Reich am lautesten über die Nazis geschimpft haben, waren vorher selber welche…[...]”
Stimmt, Jens Berger und Holdger Platta sind also Nazis, nur als Neoliberale, der reale faschistische Politik – nicht allein Harzt IV – umsetzt ist man natürlich weit davon entfernt ein Nazi zu sein, und Pinoquet war ja ein lieber Großonkel, der nicht tausende in Massengräbern verschwindenlassen hat, sondern mit Ihnen Kaffee getrunken hat.
Für wie blöd halten Sie – Rot=Braun-Fan – eigentlich die Restbevölkerung in Deutschland?
Amüsierte
Grüße
Bernie
…..für absolut saublöd, gefährlich saublöd!
Und die “amüsierten Grüße” ändern daran auch nichts.
@Peter Pepicek
Stimmt, und das schreibe ich, weil ich gestern selbst in Versuchung war einen Haustürbettler, der sich einfach nicht abwimmeln lassen wollte, bei der hiesigen Polizei zu denunzieren. Zum Glück hab ich’s nicht getan, was mir wieder beweist, ich bin eben kein neudeutsch-neoliberaler Denunziant.
Übrigens, es war ein Roma, der selbst ein armes Schwein ist, denn die werden zum Betteln gezwungen, und müssen das erbettelte abdrücken.
Gruß
Bernie
@ Artikel Warum schon wieder? Es ist immer noch der Fall und war nie anders, nur dass es keine wirkliche Legitimation zum Denunzieren gab. Das hat aber in NDS leider schon öfter Schule gemacht, man erinnere sich an die Hotline der Kripo vor etwa 3 oder 4 Jahren, wo man seinen Nachbarn verzinken konnte. Da das aber ad absurdum geführt wurde, wurde das Experiment eingestellt. Offensichtlich funktioniert es jetzt auf andere Weise, mit klarem Feindbild. Traurig, aber nichts Anderes war zu erwarten.
@Bernie
Vielleicht hat er ja von Ihnen wenigstens was zu essen gekriegt.
Für alle Sozialdarwinisten was zum lesen und nachdenken:
http://www.extremnews.com/berichte/meinungen-kommentare/125c1313d6786dd?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Extremnews+%28Extremnews%29
@sokrates
Da bin ich für Hartz IV endgültig abzuschaffen und durch flächendeckende, existenzsichernde Mindestlöhne zu ersetzen – wie die Linkspartei fordert.
Hartz IV ist doch längst zu einer megateuren Subvention verkommen, die jeder Steuerzahler dafür bezahlt, dass der Staat nicht fähig ist, wegen ideologisch-neoliberaler Verbohrtheit, flächendeckende Mindestlöhne einzuführen.
Wie heißt es doch bei Neoliberalen so schon – Subventionen abschaffen.
Na denn macht mal den Anfang bei Hartz IV, aber nur zu Konditionen wie die Linkspartei fordert….
Gruß
Bernie
Ich gehe da sogar einen Schritt weiter und sähe sogar eine Rechtfertigung für ein BGE (Nicht das Bürgergeld-Modell der FDP). Oder aber die Bundesregierung macht eine Kehrtwende hin zu einer Stärkung der Binnenmärkte und schafft Arbeitsplätze mit Mindestlohn. Parallel dazu müssen aber zukünftig die Subventionen für Unternehmen an Konkrete Arbeitsplatzmaßnahmen gekoppelt werden.
@rob70
Nein, der Grund ist einfach, der Typ sah noch besser angezogen aus als ich, und was das Essen geben angeht, da machte ich – bei einem Bodenseeurlaub mit meiner Restfamilie – schon folgende Erfahrung mit einem Penner, kein Roma: Meine Schwester gab ihm kein Geld (er würde es ja eh gleich für Alkohol ausgeben) sondern ein belegtes Wurstbrötchen.
Wissen Sie was er damit getan hat? Nein? Er nahm es zwar an, aber als wir weitergingen bekamen wir zufällig mit wie er es fortwarf.
Seither gebe ich Bettlern weder Geld – noch Lebensmittel, sondern eben gar nichts, und schon gar nicht wenn der Bettler besser gekleidet ist wie die Menschen die er anbettelt, und aggressiv an der Haustüre bettelt.
Der kann froh sein, dass ich ihn nicht angezeigt habe.
Übrigens, er hat es auch bei Nachbarn versucht, und die haben gar nicht erst geöffnet.
Ich weiß ich bin nicht edel, aber obige Erfahrungen haben mich eben weiser werden lassen.
Was hätten Sie denn getan mit meinem Erfahrungshintergrund – nach oben erwähntem Bodenseeurlaub? Geld gegeben, obwohl Sie genau wissen, der muß es abdrücken – oder etwas zu essen, mit dem Wissen, der Typ ist besser gekleidet als sie selbst und wirft es höchstwahrscheinlich in den nächsten Abfalleimer. Übrigens, mein schlechtes Gewissen drückt mich schon, aber eine Lösung weiß ich in solchen Fällen oft selbst nicht…..nur eben denunzieren kommt für mich gar nicht erst in Frage ;-)
Gruß
Bernie
PS: Ganz ehrlich war ich oben nicht, einem Punker habe ich – als Jugendlicher – schon einmal Geld gegeben, sogar 5,– DM, aber ich vermute einmal der hat es auch für andere Dinge ausgegeben als für sein “tägliches Brot” – Drogen, wie ich vermute…..Na ja, Erfahrung macht halt klug…..und fremde Menschen soll man ja nicht ins Haus einladen, ansonsten hätte er ja mitessen können….
Zum Fall am Bodensee: Tja, auch Bettler bzw Obdachlose haben eine gewisse Würde und in der Regel eine Erziehung genossen. Er wollte dich vielleicht nicht vor den Kopf stoßen. Ich bin mir sicher, dass wenn er das Wurstbrot verweigert hätte, wärst du auch eingeschnappt gewesen.
Also ich gebe hin und wieder ein paar Euro, natürlich auch nicht an der Haustür, aber in der Stadt. Niemand wird freiwillig ein saufender Obdachloser, dies ist immer von tiefen Brüchen im Leben begleitet. Vielleicht solltest du davon Abstand nehmen, diesen Menschen vorzuschreiben, was er mit dem gespendeten Geld macht. Sozusagen bedingungsloses Almosen. Vielleicht kauft er Alkohol, vielleicht ruft er aber auch einen seiner Verwandten an, wer weiß. Wahrscheinlich gehts dich aber nix an, außer du meinst das gespendete Geld gehört immer noch dir. Dann hast du das Wort Almosen nicht verstanden.
Einen einzigen Fall aber als Ausrede ranziehen, dass man den Rest seines Lebens nix mehr gibt, finde ich schäbig. Dann sag doch einfach, dass du zu geizig bist und gut ist. Ist doch heute auch akzeptiert.
@Shock
“[...]Zum Fall am Bodensee: Tja, auch Bettler bzw Obdachlose haben eine gewisse Würde und in der Regel eine Erziehung genossen. Er wollte dich vielleicht nicht vor den Kopf stoßen. Ich bin mir sicher, dass wenn er das Wurstbrot verweigert hätte, wärst du auch eingeschnappt gewesen[...]”
Ich sicher nicht, aber meine Schwester – Lies mal den Text wer das Brötchen damals gespendet hat ;-)
“[...]Also ich gebe hin und wieder ein paar Euro, natürlich auch nicht an der Haustür, aber in der Stadt. Niemand wird freiwillig ein saufender Obdachloser, dies ist immer von tiefen Brüchen im Leben begleitet. Vielleicht solltest du davon Abstand nehmen, diesen Menschen vorzuschreiben, was er mit dem gespendeten Geld macht. Sozusagen bedingungsloses Almosen. Vielleicht kauft er Alkohol, vielleicht ruft er aber auch einen seiner Verwandten an, wer weiß. Wahrscheinlich gehts dich aber nix an, außer du meinst das gespendete Geld gehört immer noch dir. Dann hast du das Wort Almosen nicht verstanden[...]”
Hast recht, aber bei der Haustür handelt es sich doch wohl um etwas anderes. Oder? Ich muss mir doch auch nicht gefallen lassen, wenn aggressive Hausierer an der Haustüre Geschäfte tätigen wollen. Oder?
“[...]Einen einzigen Fall aber als Ausrede ranziehen, dass man den Rest seines Lebens nix mehr gibt, finde ich schäbig. Dann sag doch einfach, dass du zu geizig bist und gut ist. Ist doch heute auch akzeptiert[...]”
Hast auch wieder recht. Dem nächsten, der mir in einer größeren Stadt über den Weg läuft drücke ich unaufgefordert Geld in die Hand. Soviel zum Thema “geizig bist” – trollala…..
Gruß
Bernie
Ich habe deinen Text gelesen und non-chalant darüber hinweggesehen, dass du noch nicht mal selbst etwas gegeben hast, und es trotzdem als Argument benutzt, warum du nix gibst. Aber wenn du es schon selbst erwähnst.
Nein mußt du nicht, da würde ich so wie du handeln.
Von unaufgefordert war nie die Rede. Aber wie wärs hiermit: http://www.plan-deutschland.de/. Für 25 Euro im Monat kannst du eine Patenschaft für ein Kind übernehmen, dass nicht so toll auswachsen wird wie du und ich. Oder Spende 100 Euro an Weihnachten an die Kindergrippe in deinem Viertel. Mach mit bei der Aktion Mensch, da kannste auch was gewinnen. Schmeiß dein Kleingeld bei McDoof in die lustigen, transparenten Sammelbüchsen. Oder, oder, oder.
Alles besser, als öffentlich zu lamentieren, dass ein einzelner mal keinen Schrein aufgebaut hat, um euerem geschenkten Wurstbrötchen zu huldigen. ;)
Der Artikel legt vor mit einer einseitigen Wiedergabe von Informationen aus dritter Hand. (BTW, ich fand die Quellen leider nicht, sind die nicht (mehr) online oder bin ich nur zu inkompetent, die zu finden?) Der Aufhänger und der Fokus des zutiefst qualitätsjournalistischen Textes ist, dass da jemand anonym eine Information über möglichen Sozialmißbrauch an Behörden gegeben hat. Ob oder ob nicht Betrug der ALG II-Empfängerin am Steuerzahler vorliegt, interessiert H Platta überhaupt nicht. So weit, so gut, jeder sucht sich sein Pläsier und lässt ihm Unwichtiges unberücksichtigt.
Aus dieser anyonymen Anzeige und der folgenden Handlungen von Ämtern werden, für H Platta und diverse Poster, ‘beängstigende Parallelen’ zum Denunziantentum bei den Nazis ersichtlich. Dass mit letzterem aber Menschen zu Tode gebracht wurden, was doch eine erheblich größere Gewichtigkeit hat, oder jedenfalls bei humanistisch denkenden Menschen haben sollte, als eine temporäre und zudem schadlos reversible Reduktion von Sozialtransferleistungen, fällt bei diesem abseitigen Vergleich unter den Tisch.
Dass die ‘Blockwarts-Mentalität’, die H Platta und seine Brüder im Thread im vorliegenden Fall erkennen wollen, mit der bei den Nazis verglichen wird, statt, wie es zweifelsfrei zwingender wäre, mit der inhalts- folgen- und zeitnäheren im sozialistischen Arbeiter- und Bauernparadies der DDR, ist dann zwar ebenso abseitig, aber immerhin konsequent.
Ich bin ja gespannt, ob noch irgendwann mal was sachliches und zur Sache kommt (insoweit die Sache nicht das wütende Nazikeulengetöse sein muss). Oder ob weiterhin gegenüber Leuten, die nach dem eigentlichen Sachverhalt fragen, selbstentlarvende Projektionen wie z.B. ‘Und man spürt regelrecht, wie sie geradezu danach lechzen, gesetzestreu zu denunzieren.’ formuliert werden.
Ach ja, sofern es hier eigentlich um eine allgemeine moralethische Betrachtung geht: wenn denn anonyme Anzeigen von möglichem Sozialmißbrauch rundweg abzulehnen und verachtenswert sind, also kurz ‘schlecht’, weil Denunziantentum, Blockwarterei etc. – gibt es auch eine Grenze, ab der anonyme Anzeigen akzeptabel, also ‘gut’, sind?
“[...]Aus dieser anyonymen Anzeige und der folgenden Handlungen von Ämtern werden, für H Platta und diverse Poster, ‘beängstigende Parallelen’ zum Denunziantentum bei den Nazis ersichtlich. Dass mit letzterem aber Menschen zu Tode gebracht wurden, was doch eine erheblich größere Gewichtigkeit hat, oder jedenfalls bei humanistisch denkenden Menschen haben sollte, als eine temporäre und zudem schadlos reversible Reduktion von Sozialtransferleistungen, fällt bei diesem abseitigen Vergleich unter den Tisch[...]”
Ihnen ist aber sicher auch aufgefallen, dass H Platta, und diverse Poster, die Vorzeit der NS ansprechen? Oder? Die Juden wurden z.B. nicht von Anfang an vergast, dass kam erst später – voher folgte die Hetze mit Filmen wie z.B. “Jud Süd” wo Juden als “Parasiten” gezeigt wurden….Wer dies vergessen will ist meines Erachtens relativ geschichtsblind, und sieht die Anfänge nicht, oder will die nicht sehen….H Platta, und diverse Poster, haben ja nicht behauptet, dass Hartz IV-Empfänger vernichtet werden sollen, aber die Entmenschlichung und Dämonisierung haben schon Ausmaße angenommen, die man von faschistischen Systemen, nicht allein den Nazis, kennt.
Die Situation in Deutschland ähnelt wohl eher der in in Franco-Spanien, wo die politischen Gegner eben “nur” Entmenschlicht und Dämonisiert wurden, und evtl. sogar ermordet, aber die Geschichte wird in Spanien erst aufgearbeitet.
Was mich an der Diskussion übrigens stört ist, dass man in Deutschland sofort ans Dritte Reich denkt, und nicht die globale Dimension des Faschismus sieht – wovon der NS-Staat nur eine besonders brutale Abart war – Auch in Spanien, dem Chile Pinoquets – dem Traumland aller Neoliberalen – herrschten Massenmörder und Faschisten, und gerade an denen orientiert sich ein neudeutsch Neoliberaler, und nicht an den NS-Schergen Adolf Hitlers. Was die Sache aber nicht weniger schlimm macht, da man eben nicht erst mordet, sonder mit der Dämoniesierung und Entmenschlichung anfängt…..und soweit sind wir schon….
Übrigens, die Denunzianten gab es nicht allein in Hitlers NS-Staat sondern eben in allen faschistischen Regimen weltweit, und auch den staatskommunistischen – und nun eben auch in Maggie Merkels Demokratur (Zitat: Putin in Heiligendamm über Merkels Deutschland – ähnliche, wie Putin und Merkel, sehen sich oft besser als diese selbst glauben).
Gruß
Bernie
“Die Entmenschlichung und Dämonisierung haben schon Ausmaße angenommen, die man von faschistischen Systemen, nicht allein den Nazis, kennt”
Die “Entmenschlichung und Dämonisierung” kenne ich nur aus Medien. Einschließlich solcher Medien wie diesem hier. In meinem ‘realen’ Umfeld ist mir so etwas noch nie begegnet.
Dass H Platta und andere hier im Thread zwischen Denunziantentum in der Anfangszeit der Nazis und den späteren Ausprägungen (und Folgen) differenzieren, muss ich überlesen haben. Woraus entnehmen Sie, dass die explizit die ‘Vorzeit der NS’ ansprechen? ‘Das Dritte Reich lässt grüßen’ muss sich ja sicher auf die Zeit von 1933 bis 1945 beziehen.
Ihrem abschließendem Absatz stimme ich gerne zu. Vielleicht sollte man ihn erweitern, allgemein auf totalitäre Systeme.
elwu
Superreiche und Topmanager sind mir in meinem ‘realen’ Umfeld noch nie begegnet. Es gibt sie nicht.
Die Verschleppung und Vernichtung von Juden erfolgte nicht bereits 1933. Das begann erst später.
Zuerst wurde nur gegen Juden gehetzt, dann wurden ihre Geschäfte boykottiert und erst danach wurden Juden verschleppt und in Lagern getötet.
Zieht man eine Paralelle mit damals, befinden wir uns in etwa der Zeit, wo gegen Juden gehetzt wurde (siehe dazu die Medien und Politiker, die gegen Arbeitslose das Volk aufhetzen), Während die ARGEn schon ein wenig weiter sind und dem neuen Faschismus den Hof willig bereiten, was letztlich auch Hitler überhaupt zu seiner Macht verhalf, denn hätte Hitler nicht den Rückhalt aus der Bevölkerung gehabt – und dazu zähle ich auch das Militär – hätte Hitler diesbezüglich gar nichts machen können.
Wer übrigens mehr über die menschliche Niedertracht erfahren will, die nicht immer in Völkermorden endet, dem sei Goldhagens neuestes Werk “Schlimmer als Krieg” noch einmal empfohlen – Die Entmenschlichungs- und Dämonisierungsstufe von Opfern der “Reformen” haben wir längst überschritten, wie Äußerungen in diversen Online-Foren über Hartz IV-EmpfängerInnen, und im Real-Life beweisen.
Es heißt wieder, den Anfängen der Unmenschlichkeit zu wehren, wenn es nicht zu spät ist.
Gruß
Bernie
Habe eben hierzu die Kurzbeschreibung bei Amazon gelesen. Hört sich nach einem sehr interessanten Buch an. Hierzu sei auch Samuel Huntington – Kampf der Kulturen, das zwar in einem seine Problemdarstellung in einem globalen Kontext zeigt die aber durchaus auch auf nationale Situationen übertragen werden können.
@sokrates
Ich hab’s gelesen, und fand es interessant, aber die Therapie die Goldhagen vorschlägt ist diskussionswürdig.
Hier noch einmal eine Kurzbeschreibung von jemandem, der es auch gelesen haben dürfte:
“[...]Wie entstehen eliminatorische Angriffe?
(hpd) Der US-amerikanische Politologe Daniel Jonah Goldhagen will in seinem neuen Buch „Schlimmer als Krieg. Wie Völkermord entsteht und wie er zu verhindern ist“ eine neue Deutung von Massenmorden vorlegen. Er stellt dabei zutreffend auf den politischen Entscheidungsprozess bei derartigen Untaten ab, übernimmt sich aber mit dem Anspruch einer differenzierten und originären Interpretation[...]”
Quelle und kompletter Text:
http://hpd.de/node/8084
Was den “Kampf der Kulturen angeht”, da gibt es ja mittlerweile auch kritische Bücher dazu, aber gelesen habe ich die noch nicht – Meiner Ansicht nach ist der “Kampf der Kulturen” nur eine Art des globalen “Teile und herrsche”, denn würden mehr Menschen einsehen, dass der globale Riß nicht zwischen religiösen Fundis und Marktradikalen sondern zwischen Arm und Reich besteht, dann hätten die globalen Superklassen ein gewaltigeres Problem am Hals als den Zombie Osama Bin Laden (meines Erachtens längst tot, und nur am Leben gehalten, um eben dem angeblichen “Kampf der Kulturen” weiterzuführen).
Gruß
Bernie
PS: Es soll ein Buch mit dem Titel “Kampfabsage” geben, dass eben eine solche ansagt, und kritisch den “Kampf der Kulturen” als PR-Aktion gewisser neokonservativer US-Kreise beschreibt, aber gelesen habe ich es (noch) nicht…..
Ganz so pauschal würde ich sein Buch nicht verwerfen, auch wenn Vorsicht in der Übernahme seiner Meinungen ist. Schließlich ist er bei Foreign Affairs !!!
Aber insgesamt ist das sozial-politische Procedere sicher richtig; nur eben die Botschaften sind austauschbar, denn grundsätzlich spielt es keine Rolle ob es um die ethnische Herkunft geht, Religion, sozialer Status oder die Hautfarbe. Es geht immer darum dort unterscheide zu schaffen wo keine sind und dazu ist eben alles recht.
@Sokrates
Beim “Kampf der Kulturen” meine ich einmal gelesen zu haben, dass gerade Samuel Huntington einer der Stichwortgeber der Neokonservativen um George W. Bush war?
D.h. sein Buch lieferte angeblich – lange vor dem 11. September 2001 – den Grund für die neokonservativen Kreise in den USA weltweit Krieg zu führen – eben einen “Kampf der Kulturen”.
Ich find nur die Stelle gerade nicht mehr, wo genau im Netz ich dies einmal gelesen habe
Vielleicht findet die jemand anders hier ;-)
Übrigens, “Kampfabsage – Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen” ist von Ilija Trojanow. Es scheint sich um ein interessantes Werk zu handeln, dass ich demnächst einmal reinziehen werde ;-)
Gruß
Bernie
PS: Das auch die US”Demokraten” mit Vorsicht zu genießen sind, was Kriegslüsternheit angeht ist spätestens seit Bill Clintons Lewinsky-Affäre bekannt, und wird heute wieder durch Nachdenkseiten bestätigt: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6335 – Übrigens, ich hielt Obama auch einmal für einen “Heilsbringer”, aber mittlerweile sehe ich ihn doch kritischer, wenn auch nicht so kritisch wie andere – einschließlich Nachdenkseiten….
Ich würde das nicht so verallgemeinern. Es gibt doch immer wieder, ja auch in den so gastfreundlichen Südländern, anderen Konineten, Neider… Menschen die kein Leben haben, denken das sie es besser verdient haben, etc.etc.etc……kurzum … den “anderen” nicht mal das Schwarze unten den Fingernägeln gönnen. Es liegt in des Menschen Natur so zu sein, besonders gegenüber denen, über denen man meint erhaben zu sein scheint. Es ist die Rache derjenigen … hm wohlanständigen Spießgesellen. Diese sind nun mal in der Mehrheit, nicht nur Deutschlands… nein. Es ist die Mehrheit der Welt. Menschen mögen es sich in ihrer Wohlanständigkeit zu sonnen, auch den ehemaligen, jetzigen, harten, starken Burschen(Extrimisten jeglicher Farbe) zu huldigen.
Was für zum Teil ekelhaft spießige und kleinbürgerliche Kommentare. Linke haben noch nie mit Kontrollettis und behördlichen Schnüfflern zusammengearbeitet. Das ist ein absolutes NoGo. Ich finde hier bei einigen eine Mentalität, die an einen neulich im TV vorgestellten Zeitgenossen erinnert, der jeden Tag die Falschparker in seiner Strasse filmte und an die Behörden meldete. Das ist typisch deutsch und erinnert mich an den Typus Musterschüler: “Herr Lehrer ich weiss was, auf der Jungentoilette brennt noch Licht!”. Mensch, was habt Ihr Sorgen. Staatsknete abzocken war schon immer ein beliebter Sport unter radikalen Linken.
Wenn aber ein paar “arbeitsscheue Sozialschmarotzer” schuld daran sein sollen, daß dem Staat die Knete fehlt, um seine Aufgaben finanzieren zu können, dann darf man sich wohl fragen, ob es nicht vielmehr diejenigen sind, die ihr Geld an der Steuer vorbei ins Ausland schaffen, die sich mit obszönen Boni und Abfindungen versorgen, die ihre Arbeiter mit Hungerlöhnen abspeisen und sich Leistungsträger nennen, die sagen, daß man nicht selbst, sondern sein Geld arbeiten lassen soll, die ihre Mitarbeiter aus Profitgründen auf die Straße setzen, um Dividenden fließen zu lassen, und ähnliche andere schamlose Abzocker in Banken und Wirtschaft mehr.
Brecht sagt in einem Gedicht, daß wir das kleine Unrecht nicht zu sehr verfolgen sollen, weil es in dieser Welt ohnehin bald vergeht, daß wir gegen diejenigen zu Felde ziehen sollen, die das große Unrecht verüben, denn von ihnen rührt das Elend in der Welt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Das wäre die Lösung.
Du entlarvst dich…in Einenregie. Das erkenne ich sofort. Diese Syntax, die Schlagwörer, in engestem Raume zusammengedrängt, verdichet. Absolut schwache Vorstellung. Geh Heim
Gezeichnet
Ein Ausländer
P.S.
Entschudige.Du warst nicht gemeint.
“[...]Die “Entmenschlichung und Dämonisierung” kenne ich nur aus Medien. Einschließlich solcher Medien wie diesem hier. In meinem ‘realen’ Umfeld ist mir so etwas noch nie begegnet[...]”
Na denn seien sie froh, dass Ihnen die Diskussion um arbeitsunwillige, faule “Parasiten” (Zitat: SPD-Müntefering) – auch Arbeitslose genannt völlig aus Ihrem Sichtkreis verschwunden sein dürfte ;-)
“[...]Dass H Platta und andere hier im Thread zwischen Denunziantentum in der Anfangszeit der Nazis und den späteren Ausprägungen (und Folgen) differenzieren, muss ich überlesen haben. Woraus entnehmen Sie, dass die explizit die ‘Vorzeit der NS’ ansprechen? ‘Das Dritte Reich lässt grüßen’ muss sich ja sicher auf die Zeit von 1933 bis 1945 beziehen[...]”
Tja, da haben Sie wohl wirklich was überlesen, wie unteres Beispiel von Ihnen beweist:
“[...]Ihrem abschließendem Absatz stimme ich gerne zu. Vielleicht sollte man ihn erweitern, allgemein auf totalitäre Systeme[...]”
Schreib ich doch…..;-) :-(
Gruß
Bernie
@Bernie
Guter Gedanke aber in der inhaltlichen Situation ganz leicht an der Realität vorbei. Der Staat könnte vieles tun, macht er aber nicht, da Hartz4 teil einer konzeptionellen Wirtschaftspolitik ist und über die Steuereinnahmen aus den verbliebenen und echten Vollzeitbeschäftigungen finanziert wird. Daraus entsteht eine durchschnittliche Arbeitskostenrechnung für den Standort Deutschland, bei der noch vor wenigen Jahren die Stunde Produktion bei ~ 30 € gekostet hat; im Gengensatz dazu kostet die Produktionsstunde heute ca 25 € ohne Querfinanzierung also Brutto. Netto sind wir wahrscheinlich längst jenseits der 20 €.
Das ganze ist so perfide das es kracht und der sog. “bürgerliche Mittelstand” klopft weiter seine Stammtischpamphlete aus Großvaters Zeiten und findet sich so toll; frei nach dem Motto: Keine Ahnung, davon aber jede Menge…..
Und zu allem Überfluss dazu dann auch noch solche Artikel
“Wirtschaft will weiter Staatshilfen
Wirtschaft fordert weitere Staatshilfen. Die führenden Wirtschaftsverbände fürchten trotz der anziehenden Konjunktur einen Engpass bei der Kreditversorgung im nächsten Jahr. ”
Nebenbei und zu deiner Aussage über Mindestlohn:
Die Weigerung Deutschlands zum Thema Mindestlohn stößt immer mehr auf Unverständnis und treibt sogar viele Länder zu massiver Kritik an der deutschen Außenhandelspolitik. Zwischen 2000 und 2009 hat Deutschland ca. 1000 Mill. Handelsüberschuss erzeugt.Davon sind nach aktuellen Zahlen ca. 60 % in EU-Mitgliedsstaaten exportiert worden. Aufgrund einer rigorosen Billiglohnpolitik in Deutschland weswegen auch die Reallohnentwicklungen gegenüber den Steigerungen der Lebenshaltungskosten um weit mehr als 14 % p.A. seit 2002 zurück geblieben ist. Notwendig wäre eine Stärkung der Binnenwirtschaft und Mindestlöhne. Auch das BGE (Nicht das Bürgergeld-Modell der FDP) wäre bei Beibehaltung der Exportausrichtung ein sozial ausgleichendes und gerechtes Korrektiv . Wie gesagt, es gäbe eine Fülle von Möglichkeiten die der Staat machen könnte, aber wie Schröder es auf dem Symposium in Davos bereits freudestrahlend angekündigt hat, ist Deutschland das neue Disneyland der europäischen Foxconn-Gangster
@Sokrates
Da muß ich dir leider zustimmen, zumal es ja gerade in punkto Protest in Deutschland – trotz, oder gerade wegen, 10 Jahren Attac – superstill ist.
Andere Länder, da bin ich mir fast sicher, hätten nicht so leichtes Spiel ihre “Reformen” gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, und Reiche, die sich abkoppeln – von der Restbevölkerung – und dennoch ihre “Reformen” der Restbevölkerung aufdrücken kenne ich in anderen Ländern ja auch nicht so wie in Deutschland.
Oder irre ich da?
Gruß
Bernie
PS: Was Attac angeht, die erinnern mich irgendwie an eine gewisse grüne Partei, die einmal ökologisch, basisdemokratisch und pazifistisch war – Was ist aus denen geworden seit Joschka Fischer? Anderes Beispiel gefällig: Es gab auch einmal eine Initiative von Studenten die FDP sozialer zu machen – vor Jahren – indem man eintritt, und die FDP unterwandert – Was ist aus diesen geworden? War das etwa Westerwelle, Rösler & Konsorten?
Was versteht der Autor denn unter Denunziation?
Steht fest, dass der Anrufer bösgläubig war und wusste dass seine Angaben falsch waren?
Es ist oft bequem auf Denunzianten zu schimpfen aber meist sind das eigentliche Problem nicht die Denunzianten sondern:
- diejenigen die Ihnen alles glauben wollen ohne Fakten zu überprüfen,
- diejenigen die die Unschuldsvermutung und den Opferschutz aushebeln,
und
- diejenigen die es zulassen, dass unsinnige Regeln und Strafen existieren.
Ein Denunziant ist jemand, der jemand anderes anschwärzt, ohne denjenigen den er anschwärzt darüber zu informieren. Es ist jemand, der sich in fremde Angelegenheiten einmischt und i.d.R, unbedingt Obrigkeitshörig ist. Denunzianten hinterfragen meistens nicht den sinn der Gesetze. Ich finde das Wort Denunziant allerdings auch suboptimal. “Widerliches Stück Scheisse” passt meiner Meinung nach viel besser.
Thema verfehlt. Nicht relevant.
Sie sind die logische Fortsetzung eines Problemes, das durch totalitäre Gesetzgebung geschaffen wird.
Die “Ermittler” haben die Fakten “überprüft”. Ein “Fakten überprüfen” kann übrigens schnell dazu führen, das das Lebenswerk von Unschuldigen irreparabel zerstört wird.
Das sind die Nutten-Peter-IV-Gesetze – nicht die Durchsetzenden der erlassenen Gesetze.
Das ist unser Regime in Einheit mit unseren “demokratischen” “Qualitätsmedien”.
Aha, bevor ich einen Vergewaltiger, Mörder oder Steuerhinterzieher anzeige, muss ich ihn also Deiner Meinung nach vorher informieren. Schriftlich? Wie lange vorher?
Wenn es keinen Staat/Obrigkeit gäbe kämen die Mächtigen damit im Zweifel besser klar als wenn die Schwachen sich schützend an den Staat wenden können. Damit will ich nicht sagen dass dies bei uns so funktioniert aber es ging mir ja auch um eine Begriffsklärung und da sollte man vom konkreten Fall abstrahieren. Wo ist denn wenn obige Definition zuträfe der Unterschied zwischen Whistleblowern und Denunzianten. Ich meine da muss es schon eine Rolle spielen ob jemand wahren Informationen weitergibt oder bewusst falsche.
Den Unterschied zwischen anonymer Denunziation und Anzeige einer Straftat unter Angabe der Personalien nicht vertsanden?
Warum wohl hat der Denunziant seine Angaben anonym gemacht?
Lieber schwitzig, Deine Kommentare – Beispiel: dieser hier – sind schon große Klasse.
Der Blockwart in uns muss nur durch die Schaffung eines entsprechenden Klimas, eines entsprechenden gesetzlichen Rahmens von der Leine gelassen werden … und schon gehtse ab, die Lucy. In Göttingen scheint das Klima hierfür besonders günstig zu sein, es ist ja nicht der erste Fall dort.
Wilde Vergleiche lassen grüßen…
Deutliche Anzeichen von sozialer Ausgrenzung und Anfeindung gibt es. Behördenmitarbeiter, die sich zu viel raus nehmen und hinter nicht diszipliniert werden gibt es mittlerer Weile auch zu viele.
Aber lässt schon das Dritte Reich grüßen? Oder ist es der Versuch mit frisierter Semantik den trotz aller wahrgenommen Ungerechtigkeit einfach nicht ausbrechen wollenden Konflikt auf die Sprünge helfen zu wollen?
Man kann Themen auch abnutzen..
@Jonas
Nein. Und schonmal gar nicht wollte Godwin, dass Jonas entscheidet, wann ein Vergleich angebracht ist und wann nicht. Offensichtlich kennst Du den Kontext nicht.
Warum nicht?
Warum? Totalitarismus und Ausgrenzung war der Nährboden, auf dem das Dritte Reich überhaupt erst entstehen konnte. Wann soll man vergleichen? Wenn es Lager für Nutten-Peter-IV-Opfer gibt. Oder erst, wenn sie zur Zwangsarbeit gezwungen werden (das wird man diesmal “Bürgerarbeit” nennen)?
Aller Wahrscheinlichkeit nach bin ich älter als Du und unter anderem sorge ich dafür, dass es so etwas wie “Internet” überhaupt gibt und das auch schon sehr lange. Ich denke nicht, dass Jonas mir “Gethreadete Kommentare” erklären muss – ich benutze sie hier nicht, weil sie hier suboptimal implementiert sind.
Das hier erinnert mich ein wenig an die Medienhetze gegen den “glücklichen Arbeitslosen” und bekennenden Arbeitsverweigerer Arno Dübel Anfang des Jahres, der so lange durch die Talkshows gereicht und gedemütigt wurde, bis man ihm wirklich Hartz IV kürzte oder ganz strich. Zitat Franz Müntefering SOZIALdemokrat): “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!”
Ich erlaube mir mal, als Verfasser des oben diskutierten Artikels zwei, drei Anmerkungen zu machen.
Erstens zwei Informationen:
Um Kürze bemüht, habe ich nicht alle Recherchen in meinem Artikel aufgezählt (wäre wohl auch ziemlich langweilig für die LeserInnen gewesen): also, selbstverständlich habe ich nicht nur ‘second-hand’ Informationen verwendet.
Zur Frage von drummy-b, heute um 12:26: es waren tatsächlich ARGE-Mitarbeiter, die da nachgeforscht haben. Denn hier (wie anderswo) haben Sozialbehörden mittlerweile sogenannte “ED’s” eingerichtet – “Ermittlungsdienste”. Etwas, das es bei Sozialbehörden vor den Hartz-IV-Zeiten noch nicht gab. Das erinnert an was?
Dann zur Frage: gab’s das nicht auch in der DDR, wieso der Rekurs auf die NS-Zeit?
Ich bitte alle in Wikipedia mal den Artikel über “Blockwart” nachzulesen (ist unter diesem Begriff dort zu finden, obwohl der Beitrag dort tatsächlich etwas anders heißt): dem NS-Hauptschulungsamt zufolge war eine der drei Hauptaufgaben des Blockwarts: “Er muß alles erfahren.”
Im Dritten Reich war dieses Denunziantentum also reichsweit organisiert und systematisiert. Und einige Beispiele wurden dankenswerterweise hier bei der Diskssuion auch schon aufgeführt. In der DDR gab es eine derartige häuser(block)bezogene Organisation der Überwachung, Ausforschung, Nachbarschafts-Spionage usw. nicht. Was die Stasi um keinen Deut besser macht.
Wer also die Logik unterstellt – bereits nach einem allerersten Artikel hier -, daß automatisch einer die DDR gut finden müsse, lediglich deshalb, weil er den Faschismus verabscheut, der ergeht sich in Unterstellungen, in nichts sonst. Und wer daraus sogar die Behauptung bastelt, wer faschismus-parallele Entwicklungen heute kritisiere, müsse früher selber ein Faschist gewesen sein, der sollte lieber in Ruhe ganz trollig seinen Kaffee trinken. Ich nenne diese Logik mal ganz freundlich absurd.
Sehr zustimmen kann ich allen, die darauf bestehen, daß Vergleichbares miteinander verglichen wird, der Sache nach wie auch historisch: also, wir leben m. E. nicht in einer Neuauflage des Dritten Reichs. Wir leben aber durchaus in Zeiten, die in mancherlei Hinsicht faschistischen Prozessen und Vorkommnissen zu ähneln beginnen (in der Struktur, nicht unbedingt in den Erscheinungsformen; einige haben hier bereits zu Recht auf diese wichtige Tatsache und diesen Unterschied zwischen beidem hingewiesen) – und zwar egal, ob das die Aufstiegsgeschichte der NSDAP betrifft oder deren späteres Terror-Regime.
Wolfgang Clement bewegte sich mit seiner Gleichsetzung von Zwangsarbeitslosen mit Parasiten “nur” auf der zeitlichen Höhe des Jahres 1924: da nämlich wurden erstmals in dieser “prominenten” Weise Mitmenschen – damals die jüdischen MitbürgerInnen – mit diesen Schädlingen verglichen, in Hitlers “Mein Kampf”. Und in der Tat: dieses Buch war noch nicht “Auschwitz”, es bereitete “nur” Auschwitz, neben vielem anderen, mit vor.
Müntefering griff mit seinem dreifach gefälschten Bibelzitat “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!” bereits die “Arbeitsscheuen”-Propaganda des Dritten Reichs auf.
Die Professoren Thießen/Chemnitz und Heinsohn/Bremen haben bereits Masterpläne für Massenvernichtung vorgelegt – Massenvernichtung durch staatsgeplantes Verhungern.
Doch mit dem, was in Göttingen passiert ist, bewegen wir uns nicht mehr nur auf der Ebene des geschriebenen oder gesprochene Worts. Da ist bereits auf unheilvolle Weise Staat in Aktion zu besichtigen, angestiftet von anonymem Denunziantentum . Damit befinden wir uns aber nicht mehr in der Zeit der Weimarer Republik und im Bereich von “Theorien”, das ist bereits Schlimmeres und Späteres. Das ist nicht mehr nur bei Hitler abgekupferte Volksverhetzung, Diffamierung von Zwangsarbeitslosen als “Parasiten” und Arbeitsscheue, das ist bereits – offenkundig systematisch betriebene – Verletzung grundlegend rechtsstaatlicher und demokratischer Prinzipien im tatsächlichen Handeln von Behörden, und dieses zu allem Überfluß noch gutgeheißen vom Spitzenvertreter dieser Universitätsstadt, einem Ex-Richter und Sozialdemokraten. Wer sich da noch wohlfühlt, bei dem werde ich mich kaum wohlfühlen können.
Ich jedenfalls wünsche nicht, daß unser Staat dem Dritten Reich zu ähneln beginnt – und selbstverständlich auch nicht dem deutschdemokratischrepublikanischen Stasi-Reich. Das fängt im Fühlen, Denken und Sprechen an, das geht weiter mit dem Bagatellisieren dieser Vorkommnisse und mit den haltlosen Unterstellungen denjenigen gegenüber, die ihre großen Besorgnisse auszusprechen versuchen, und das hört beim Denunzieren, beim Gutheißen dieses Denunzierens und beim Amtshandeln auf der Basis von Denunzieren noch lange nicht auf.
Dass es vor der SGB II-Gesetzgebung keine Ermittlungsdienste/Außendienstmitarbeiter der – damaligen – Sozialämter gegeben habe, ist definitiv nicht richtig! Möglich, dass die örtlich verschieden benannt wurden, aber Ziel und Zweck waren die gleichen.
Und Denunziantentum ist ebenso definitiv keine Fragen von Ost- oder Westmentalität.
Ich oute mich hier mal als jemand, der jahrelang im sozialen Bereich gearbeitet hat und ich kann nur berichten, dass es schon in den frühen achtziger Jahre immer wieder Mitmenschen gab (und noch heute gibt), die teils anonym, teils pseudo-anonym (“Hallo, mein Name ist Müller!”) an die verschiedensten Behörden wenden, um vermeintliche oder tatsächliche Fälle von Sozialleistungsmissbrauch zu melden.
Und die Vehemenz, mit der dort zum Teil die sofortige Einstellung der entsprechenden Leistungen quasi auf “Zuruf” verlangt wurde und wird, lässt einen schon manchmal an seinen Mitmenschen verzweifeln.
Zum konkreten Fall: die Vorgehensweise des Ermittlungsdienstes ist schlicht und ergreifend rechtswidrig. Die Befragung von Nachbarn zum Aufenthalt eines “Kunden” verstößt in vielfacher Hinsicht gegen alle bestehenden Datenschutzbestimmungen und ist definitiv nicht durch den Amtsermittlungsgrundsatz gedeckt!
Gleiches gilt für die Einstellung von Leistungen aufgrund solcher – wie auch immer geprüften – Vorwürfe, sofern dem Bezieher der Leistung nicht vorab Gelegenheit zur Anhörung gegeben wird!
Punkt!
Das gerichtliche Verfahren, das die ARGE hier wohl noch schnell vermeiden wollte, geht glasklar an die Betroffene. Und das ist auch richtig so!
@Holdger Platta
Beide sind aufgrund ihrer mir unzureichend erscheinenden kognitiven Leistungsfähigkeit nicht ernst zu nehmen.
Bei Thießen ist der Fall in so fern bedauernswert, da es unter den gleichen Namen einen brillanten Chemiker gegeben hat. Ein Mensch, der aufgrund seiner Begabungen Professor wurde und den Nachweis seiner Klasse mehrmals erbrachte.
Hier irrst Du. Lies mal bei Wikipedia den Eintrag zum Begriff Hausbuch (DDR). Mit dem Blockwartsystem sicher nicht unmittelbar zu vergleichen, ein Beitrag zu einer flächendeckenden Überwachung und Ausforschung aber ganz bestimmt.
ist schon witzig, dass hier mehr darüber gestritten wird, ober der naziterminus nun angebracht ist oder nicht. es geht um den sachverhalt und hier muss man sich echt gedanken machen, wohin dieses land steuert.
die behörde hätte versuchen müssen (!!!) mit der frau kontakt aufzunehmen, was sie ja nun nachweißlich bei ihren illegalen “ermittlungen” nicht getan hat. wer sich darüber genauer informieren will, kann dies hier tun http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/hartz-iv-empfaenger-ausspioniert/
das bescheide und entscheidungen nicht immer richtig sind, weiß man allein daher, dass eine vielzahl von gerichten später gekippt werden.
ganz ehrlich: mir tun diese armen seelen der nachbarn leid, welche es nötig haben sich als handlanger einer illegalen behördenpraxis zu betätigen. immerhin hat hier nicht die polizei ermittelt (es lag ja auch keine anzeige gegen die frau vor), sondern irgendeine sozialbehörde.
eine kleine anmerkugn noch: es ist vollkommen unerheblich, ob die frau letzten endes sozialbetrug begangen hat oder nicht. die ermittlungen haben gegen die grundsätze des rechtsstaates verstoßen. nicht ohne grund sind etwa beweise vor gericht, welche durch illegale mittel beschafft wurden, nicht zugelassen. sonst könnten wir ja zukünftig auch folter, obwohl verboten, als legitimes mittel zur “wahrheitsfindung” betrachten.
@robert
Da befindest Du Dich im Irrtum: Dies ist in Amerika so geregelt allerdings nicht in Deutschland. Hier ist es Ermessenssache des Richters. Sprich: Es ist egal, ob die Beweise legal oder illegal beschafft wurden.
Der Kampf lautet nicht “links” gegen “rechts”, sondern geistig/moralisch arm gegen finanziell ärmer.
@ sokrates ,11
Nun, an der Haltung ist durchaus was dran, einen kleinen Schönheitsfehler hat sie aber, Rechtsstaat ist mäßig definiert, Unrechtsstaat hingegen ist nicht definiert. Und wenn ich so direkt darüber nachdenke, fällt mir auf, daß zumindest die BRD im Jahre 2010 kein Rechtsstaat mehr ist, in dem Staatsgewalt an Recht und Gesetz gebunden seien, geschweige denn Gerichte unabhängig sind ….. Rechts-außen-Ausleger-Staat scheint mir da passender.
Sorry, das herumwerfen mit quasi Ausdrücken und Worthülsenkonstruktionen geht mir was auf die … ;-)
Ansonsten ist der Artikel schon vernünftig positioniert und seinen Zweck erfüllt er ja auch, erkenntlich in der Veröffentlichung der Bigotterie der ein oder anderen Kommentare und auch dem Beweis der Christlickeit und Barmherzigkeit besonders der Christen, da mix’s mir doch einer………….
Göttingen fällt ja nicht zum ersten mal negativ im Zusammenhang mit ALG II auf.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wegen-bettelns-stuetze-gekuerzt/
Sie sind auch in diesem Fall schnell zurückgerudert.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/betteln-ist-keine-arbeit/
Das sind grad mal zwei Fälle, die es in die Presse schaffen….
Der grösste Lump im ganzen Land,
ist und bleibt der Denunziant…
Übrigens meist Leute die nix zu tun haben.
Mlg
Erstens ist es natürlich fragwürdig das Publikum anhand einer achtzeiligen Pressemeldung zur Meinungsbildung über einen juristischen Sachverhalt aufzurufen.
Vielleicht ist es aber das grössere Problem des Artikels, dass er aufgrund des Nazivergleiches einen guten Teil der anschliessenden dahin lenkt, dass die Legitimität von solchen untersucht wird.
Ich persönlich habe mit Nazivergleichen grundsätzlich keine Probleme, gehöre aber noch zu einer Generation in der in der Schule nach dem Motto “wehret den Anfängen” die Findung von Parallelen noch ausdrücklich erwünscht war. Dies geriet allerdings irgendwann ab den 80er oder 90er Jahren aus der Mode, wohl weil sich bei der zunehmenden Illiberalisierung zusehendens vergleiche aufdrängten. Ich sehe auch keine Probleme, dass damit die Leiden der realen Nazi-Opfer verniedlicht, “relativiert”, werden. Ganz im Gegenteil: deren Leiden machen umsomehr “Sinn” als wir diese zum Anlass nehmen eben zeitig Anfänge von Unrecht zu erkennen. Es fängt ja alles immer recht harmlos an. Es ist ja nicht so, dass Adolf H. aus B. zu Anfang seiner Karriere Zeichnungen von ausgemergelten Gestalten und zerbombten Städten hochhielt und ankündigte, dass dies nun unsere aller graue Zukunft sei. Das Opfer macht also nur Sinn, wenn es uns zumindest Heil verspricht. Das Mittel wird allerdings bei zu Häufigen Gebrauch stumpf. Dezimieren bedeutet auch nicht mehr wahllos jeden Zehnten abzumurksen, und Dschingis Khan, der Schlächter von der Tundra, wird beim Eurovision Song Contest besungen.
Nun zum nächsten Punkt: Denunziantentum: gibt es gutes und böses Denunziantentum? Wo sind die Grenzen? “Typisch deutsch”, wie einer oder zwei anmeldeten, ist es sicherlich nicht. Ich wohne seit vielen Jahren im Ausland (bezinseszinste Steuerschulden plus Gebühren nach Schätzung weil ich mal zu blöd war ein restlos unverständliches Formular auszufüllen – und Steuerschulden bleiben für immer und ewig wie das Bayer. FiAmt auf Anfrage freudig bestätigte; zumindest bei Normaldeppen ist das so). In Australien gibt es dafür den schönen Ausdruck “to dob in”, wie in “dob in a tax dodger” oder einen “dole bludger” der zu Unrecht Sozialleistungen einkassiert. In Brasilien hat sich einer in einem amüsanten (wenn man das dortige oft zu Hauf blutspritzende Kino mag) so zum Homem do Ano, zum “Mann des Jahres” hochgearbeitet.
Ein Kollege erwähnt weiter oben ein Buch das sich mit “Eliminationismus” – einer Umschreibung von Genozid – befasst. Das ist natürlich von einem Politologen geschrieben. Politologen sind sicherlich dazu geeignet gewisse technische Bereiche zu analysieren und mit ein wenig Hauspsychologie aufzubreiten.
Hilfreicher ist aber die Wissenschaft der Anthropologie, wenngleich deren Antworten oft nicht besonders angenehm sind. Wichtig ist dabeiimmer wieder die Erkenntnis, dass der Mensch in hierarchisch gegliederten Herden organisiert ist. Da gibt es dann Denunzianten die dem überleben der Gemeinschaft äusserst dienlich sind. Verräter, Mörder und diejenigen die sich durch das Brechen wichtigster, wenngleich oft praktisch bedeutungsloser Tabus als Gegner der Gemeinschaft outen.
Insbesonders in einer arbeitsteiligen Herde gibt es eine grosse Anzahl von Mitgliedern die bei Grundbedürfnissen wie “berechtigte Ambition” und “erwiedertes Zugehörigkeitsgefühl” aus diversen Gründen heraus zu kurz kommen. Bagatelldenunziantentum ist ein Mittel der – wohl vornehmlich emotionellen – Kompensation hier. In der eigenen Kohorte bringt das in etwa zu gleichen Teilen Anerkennung seitens derer die meinen das es der Gerechtigkeit dient, und Ablehnung von denen die meinen dass durch beschränkte Regelverstösse das Leben schlicht und einfach besser ist. In der Regel hat der potentielle Bagatelldenunziant mehr Angst vor Ausgrenzung durch die letztere Gruppe die nicht durch merkliche Anerkennung von oben kompensiert wird.
Der Artikel hat seine Aufgabe Bagatelldenunzianten im Rahmen der Gruppe “Spiegelfechter” auszugrenzen erfüllt. Das er aber bereits nur eine Hierarchiestufe höher, bei den Beamten, laut nach Strafe im Rahmen von “Gerechtigkeit” einfordert zeigt die Problematik auf.
Ansonsten beschreibt der Artikel einen unschönen vorgang der mit den vorhandenen rechtsstaatlichen Mitteln einer genehmen Lösung zugeführt werden konnte. Es scheint kein systemisches Problem vorzuliegen, da ja der Einzelfall der “taz-Nord” einen Artikel wert war: eben “wehret den Anfängen”.
Dich kann ich leider auch nicht ernst nehmen. Nicht mal ein bisschen.
Hallo Herr Platta! Zustimmung! Ein kleines Büchlein mit dem Titel “Hitler als Vorläufer…..Auschwitz – der Beginn” von Carl Amery erklärt den Lauf der Gegenwart ganz gut. Für einen Beweis des geistigen Ruins der deutschen Gesellschaft halte ich den Fakt,
daß jenes Büchlein nur noch antiquarisch, wenn überhaupt, zu erhalten ist.
Das Thema war in vergangener Zeit schonmal behandelt worden. Es ist aber nur ein kleiner Teile dessen, was uns noch bevorsteht und wo viele Bürger dieses Staates keinen Schimmer haben. Sie lesen die Tageszeitung, lassen sich eine Meinung aufdrücken und dann geht alles seinen Weg.
Ich will mich nicht auf die Seite der Person stellen, die sich jetzt um die Existenz sorgen muss. Nur wer betroffen ist, der weiß wie schwer es ist wieder in Lohn zu kommen – selbst bei geringer Bezahlung.
Die Blockwartmenthalität ist seit langer Zeit in diesem Land zugegen. Ob Postbote, Nachbarn, Hausverwalter, die neue Mieter nicht mögen, weil sie nicht nach ihrem Geschmack sind usw. Denuzianten gibts denke ich genug hier und wir sind bestimmt nicht das einzige Land, das damit zu kämpfen hat. Die USA als Beispiel haben ihre Gesetze, welche ja auch nach Staaten unterschiedlich ausgelegt worden sind. Ich will nicht wissen, welch bösen Menschen dafür sorgen, das die Polizei erscheint, nur, weil jemand behauptet, es werde mit Waffen und Drogen gehandelt oder ein Kind nicht richtig erzogen oder es lebe verwahrlost.
Was der Gesellschaft abhanden gekommen ist, das ist der soziale Gedanke. Mitmenschliches Gefühl, sich mit Respekt und mit Höflichkeit gegenseitig eine Basis zu schaffen, um auch über längere Zeit miteinander auszukommen. Durch zunehmende Errosion der Gesellschaft – sei es Arbeitsplatzabbau und Angst, die Arbeit zu verlieren, werden künstliche Ängste und Zwietracht geschürt. Das Ergebnis kann dann mehr als nur Mobbing und Verachtung sein. Weit Schlimmeres. Zudem ist der Informationsfluss rasant gestiegen, da wir immer mehr Medien konsumieren und uns die Birne damit kaputt machen. Diese Kritik richte ich auch an mich selbst.
@Unterbesetzt
Es gab mal vor Jahren die These, dass Kapitalismus und Faschismus die Münzseiten einer Münze wären.
Die These verschwand in der Versenkung, aber derzeit ist die leider wieder hochaktuell, und dass Kapitalismus und Faschismus (neuerdings sogar autoritärer Staatskommunismus) die seiten einer totalitären Münze sind läßt sich nicht länger bestreiten.
Wie ich bereits schrieb, der Neoliberalismus ist sogar so schizophren, dass er echte Freiheit nur für die vermeintlichen “Eliten” bereit hält, während andere mit einem totalitären Staatsmodell abgespeist werden, und die Beobachtung ist – noch so eine Schizophrenie des Neoliberalismus – sogar systemübergreifend.
Aktuelle Hammerbeispiele sind hierfür, neben unserem Land, sicher China und Rußland (anderen fallen sicher noch andere Länder ein) – Dort heißt es auch Freiheit für “die, die es sich leisten können” – Alle anderen, und dies ist schlimmer als Deutschland, in Rußland und China, müssen sich mit totalitären, und frühkapitalistischen Zuständen, abfinden.
Den Konzernen sei dank ;-) :-(
Gruß
Bernie
@Bernie schrieb am 29. Juli 2010 at 15:30
meintest du etwas in diese Richtung ;o)
“Mit dem Ende des kalten Krieges war dem Westen der Feind verloren gegangen: “Es war: Wir gegen die, und es war klar, wer ‘die’ waren. Heute sind wir nicht so sicher, wer “die” sind; aber wir wissen, es gibt sie.” So brachte George W. Bush die Orientierungslosigkeit in den frühen 90er Jahren einmal auf den Punkt. Huntington bot darauf eine Antwort. Wir, das ist der Westen, und “die”, das sind alle Anderen. Was uns unterscheidet, sind unsere Kulturen. ”
(*Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15094/1.html)
@Bernie schrieb am 29. Juli 2010 at 15:35
Zitat:
“Andere Länder, da bin ich mir fast sicher, hätten nicht so leichtes Spiel ihre “Reformen” gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, und Reiche, die sich abkoppeln – von der Restbevölkerung – und dennoch ihre “Reformen” der Restbevölkerung aufdrücken kenne ich in anderen Ländern ja auch nicht so wie in Deutschland.
Oder irre ich da?”
Du irrst nicht. Sieh dir alleine mal letztes Jahr die Sache mit Schaeffler-Continental an. In Frankreich nehmen Mitarbeiter ihre Vorgesetzten als Geisel im Kampf gegen Arbeitsplatzabbau und Werksschließungen (sogar unter den Augen der Polizei); Es kam sogar so weit, dass französische Arbeiter zur Unterstützung ihrer deutschen Kollegen extra nach Deutschland kamen; und die Deutschen ?? Null, Nothing, Niente……………..
Der deutsche Michel ist und bleibt eben ein fleißiger Grottenolm ohne eigene Meinung; zumindest was die Handlungen von “denen da oben” angeht.
Aktiv wird er nur dann, wenn er selbst von greifbaren Nachteilen bedroht ist.
Kollektives Denken oder Empathie ??? Fehlanzeige.
Daher können die da oben auch wirklich machen was sie wollen.
Letztlich ist es so, dass Motivation und Intention der Mehrheit der Deutschen sie hoffen lässt, irgendwann zu “denen da oben” zu gehören.
Was sind da schon Freunde, Kollegen, Verwarnte und Familie.
@sokrates,
Die französische Kultur erzieht die Menschen dazu, Emotionen, Meinungen etc. möglichst sofort authentisch rauszulassen, denn das Leben wird dadurch lebendige. Die französische Kultur besteht darin, dabei nicht gewalttätig zu werden, dabei andere zu respektieren, nicht zu demütigen, trotzdem immer Humor zu zeigen. Den „Staat“ oder die „Kapitalisten“ sieht die Mehrheit der Franzosen logisch als natürlichen Gegner, als menschliche Gegner, aber nicht als Feinde, die etwa zu vernichten sind.
Die deutsche Kultur ist da viel weniger hoch entwickelt, wenn man so will barbarischer. Emotionen, Meinungen etc. werden nicht direkt und authentisch herausgelassen, sondern zurückgehalten, sodaß sie sich im wahrsten Sinne des Wortes festfressen in Ressentiments, negativen Emotionen, negativen Meinungen, festen Vorurteilen. So entsteht ein negativer Kreislauf: Emotionen, Meinungen etc. die direkt herausgelassen werden, treffen auf verfestigte negative Strukturen und produzieren Feindschaften, Lager. Es geht dann nur darum die „Feinde“ zu möglichst heimtückisch bekämpfen, zu demütigen, zu vernichten. Die politische Parteienszene in Deutschland ist ein finsteres Treibhaus für dergleichen deutsche Unkultur. Dem „Staat“ und den „Kapitalisten“ tritt die Mehrheit der Deutschen selbstverständlich kriecherisch, unterwürfig, unfrei gegenüber, denn da sie ihre „Feinde“ in ihrem Unterbewußtsein möglichst heimtückisch bekämpfen, demütigen, vernichten wollen, unterstellen sie dies dem „stärkeren“ Staat, den „stärkeren“ Kapitalisten erst recht.
Wenn die Deutschen sich allerdings plötzlich einmal bewusst werden sollten, dass sie dauernd verarscht wurden/werden, dann werden sie sehr gefährlich. Deshalb wird ja von interessierter Seite die totale Unfähigkeit ihres politischen Führungspersonal zunehmend an die Oberfläche gebracht, damit sich die Deutschen völlig desillusioniert gegenseitig an die Gurgeln gehen. Dann ist der deutsche Michel plötzlich kein “fleißiger Grottenolm” mehr, außer dass er viieel Blut fließen läßt.
“Die deutsche Kultur ist da viel weniger hoch entwickelt, wenn man so will barbarischer. ”
Abgesehen davon, dass das beleidigend ist, ist deine “Urteil” zu kurz gedacht und daher Realitätsfremd.
“Die französische Kultur erzieht die Menschen dazu, Emotionen, Meinungen etc. möglichst sofort authentisch rauszulassen, denn das Leben wird dadurch lebendige. ”
Genau das ist das deutsche Problem. Zu wenig Emotionen.
Deutsch
# Phlegmatiker
Franzose
# Sanguiniker
Irgendwo dazwischen liegt das Optimum. Mir tun nur die Menschen Leid, da rund drei Generationen ein Land aufgebaut haben, dass einmal Vorbildcharakter hatte. Dieses Land verkommt seit 15 Jahren zu einem dekadenten Club und die eigentlichen Erbauer stehen daneben und schweigen. Das ist beängstigend………
@sokrates
“Die deutsche Kultur ist da viel weniger hoch entwickelt, wenn man so will barbarischer. ”
Abgesehen davon, dass das beleidigend ist, ist deine “Urteil” zu kurz gedacht und daher Realitätsfremd.
Willkommen in der Beleidigten-Republik-Deutschland (BRD).
Die Zahl der beleidigten Deutschen ist explosivartig auf mittlerweile (lt. Kriminalstatistik) 164 848 Fälle pro Jahr explodiert! Ist das nicht Beweis genug, dass mein “Urteil” nicht zu kurz gedacht ist? Die Deutschen sind immer leichter eingeschnappt. Deshalb geht es mit einer Beleidigung oft oft nur los, dann folgt seitens des Beleidigten schnell die Bedrohung mit einem Kapital-Verbrechen und schließlich die vorsätzliche und last but not least sogar die vollendete Körperverletzung.
Sokrates, viele Deutsche sind weder fähig noch bereit, mal einen gepflegten Streit auszutragen und zivilisiert lautstark miteinander zu streiten. Deshalb hat die deutsche Rechtsprechung ja einen detaillieten Katalog für nonverbale Beleidiger entwickelt.
Verboten ist:
• den Mittelfinger in die Höhe zu recken (“F**k dich”),
• den Zeigefinger zur Stirn zu führen (“Idiot”) und
• mit Zeigefinger und Daumen einen Kreis zu formen (“A****loch”).
Selbst geschickte Tarnung funzt in Deutschland nich mehr: “Am liebsten würde ich Sie jetzt Wichser nennen” Das ist beängstigend………
Ehrlich gesagt habe ich zum Glück noch nie jemanden beleidigt.
“Die Zahl der beleidigten Deutschen ist explosivartig auf mittlerweile
(lt. Kriminalstatistik) 164 848 Fälle pro Jahr explodiert!”
Was sind 164.848 Fälle im Vergleich zu 82 Mill. Menschen die in diesem Land leben. Also bitte in der Relation bleiben.
Und du glaubst doch nicht wirklich, das es im Resteuropa mit Beleidigungen besser aussieht ???
Alleine durch meinen Beruf habe ich außer in Deutschland auch in Österreich, Italien und der Schweiz gelebt. Selbst die als Emotionslos und verschlossen geltenden Schweizer sind verdammt gut und auch sehr schnell mit Beleidigungen.
Und seit dort in einigen Gebieten die SVP das Ruder in der Hand hat wird die Schweiz immer Rechts-Nationaler, was mittlerweile viele in der Schweiz lebende Deutsche zu spüren bekommen. Ist das dann etwa Zeugnis einer sozialen Kultur??? Nicht wirklich, oder ??
Und um auch gleich einem Gedanken entgegen zu wirken. Ich bin nur zu einem drittel deutscher. Meine Aussagen sind also sicher nicht aus “nationaler Identität” geboren.
@sokrates
Im Resteuropa werden Beleidigungen fast immer versehentlich oder aus Unwissen oder beidem ausgesprochen. In der arabischen Welt gilt es z.B. als schlimmste Beleidigung, jemand mit einem Schuh zu bewerfen. In einer Moschee zieht man z.B. die Schuhe aus um den Kontakt auch im übertragenen Sinne mit Dreck und Fäkalien auszuschließen. Das Bewerfen mit Schuhen bedeutet insofern genau das Gegenteil und macht Araber zu Helden, die Schuhe auf GWB werfen.
“Im Resteuropa werden Beleidigungen fast immer versehentlich oder aus Unwissen oder beidem ausgesprochen. ”
Jetzt mal ehrlich; wovon träumst du?? “aus Versehen” ?? “Unwissenheit” ??
Dann müssen wir uns aber auf verschiedenen Planeten befinden und ich sollte mal mit meinem Provider über die Länge meines Anschlusses sprechen….;o)
Deine These würde nur dann eine Grundlage haben, wenn ich in deinem Beispiele einen Ausländer in einem fremden Land unterstelle. Ansonsten kannst du das doch nicht wirklich ernsthaft so meinen…………..????????????????????
@sokrates
Empfohlen sei dir an dieser Stelle das kleine Heftlein von Eichborn: „Italienisch schimpfen – Beleidigungen, Flüche, Sauereien“, wo alle nötigen Beleidigungen, Flüche und Sauereien alphabethisch aufgelistet werden.
http://www.amazon.de/Italienisch-schimpfen-Beleidigungen-Fl%C3%BCche-Sauereien/dp/3821849525
„Französisch schimpfen – Beleidigungen, Flüche, Sauereien“
http://www.amazon.de/Franz%C3%B6sisch-schimpfen-Beleidigungen-Fl%C3%BCche-Sauereien/dp/3821819693
„Englisch schimpfen – Beleidigungen, Flüche, Sauereien“
http://www.amazon.de/Englisch-schimpfen-Beleidigungen-Fl%C3%BCche-Sauereien/dp/3821849541
„Spanisch schimpfen – Beleidigungen, Flüche, Sauereien“
http://www.amazon.de/Spanisch-schimpfen-Beleidigungen-Fl%C3%BCche-Sauereien/dp/3821849649
“Der größte Feind im Land ist noch immer der Denunziant” das hat nach wie vor seine Gültigkeit, miese Kreaturen sind das und ein “Verräter bleibt immer ein Verräter”…..egal wie andere das auch sehen wollen!
Das sagt doch Alles! Wer sich über die “sozialdemokratische Ethik” genauer informieren will, dem sei die nur antiquarisch erhältliche Autobiographie von Gustav Noske empfohlen. Und dorten besonders das Gespräch von Noske mit Göring!
“Der größte Feind im Land ist noch immer der Denunziant”
Das ist Deutschland und die Deutschen ,faengt an beim Nachbarschaftsstreit und endet wie 1933 danach will’s keiner gewesen sein und jeder hat nur gemacht was er gesagt bekommen hat oder es in den Vorschriften steht… mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.
Dieser Artikel hat mehr als 9 mal Flattr verdient.
Extra die Original Studio Version:
Kennen vermutlich alle hier :-)
Danke für den Link!!!!!!
Das Lied ist einfach nur Geil………..
Hier mal der Text:
Reinhard Mey -> Album: Flaschenpost
Das Quecksilber fällt,die Zeichen stehen auf Sturm, nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm, und ein dumpfes
Mahlen grollt aus der Maschine.
Und Rollen und Stampfen und schwere See,die Bordkapelle spielt: Humbatätärää,und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere vergilbt,die Lenzpumpen lecken und die Schotten blockiert,die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum, und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken, und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken, die Mannschaft: lauter meineidige Halunken, der Funker zu feig um SOS zu
funken. Klabautermann führt das Narrenschiff, volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!
Am Horizont Wetterleuchten; die Zeichen der Zeit: Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit. Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai, bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon, Bordellkönig spielt Automatenbaron,im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken.
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident, die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt, sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.
Der Steuermann lügt…
Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert, all die hohen Ideale sind havariert, und der grosse Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten, mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom,und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom seine Lieder, fürwahr! Es ändern sich die Zeiten.
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm, gekauft, narkotisiert und flügellahm. Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentieren sich keck, mit immer viel zujungen Frauen auf dem Oberdeck, die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!
Der Steuermann lügt…
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier, er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir, im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg, und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck, und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht! Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht,sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist als hätten alle den Verstand verloren, sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen, und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt…
lalalalala….
Der Steuermann lügt…
Treffend
-nur wie erreiche ich die erwachsnen Kinder????
eingestuft in einer tönernden welt sind sie mit ihrer disziplinierung und übung
gefordert ohne je mensch mit eigenem willen zu sein
Wissen Sie, daß die politik nur mit solchen die keinen eigenen Willen mehr haben rechnet?????
(siehe Zeitung DAS PARLAMENT)
Ja; Sie wissen es. Und was schlimmer ist, Sie wollen es so, da Sie die Hoffnung haben eines Tages zu “denen da oben” zu gehören.
Also sieht man alles was nicht in Ordnung ist, verharmlost es oder ignoriert es sogar, passt sich den Regeln an und hofft darauf eines Tages auch mal “da oben” zu sein, all die soziale Anerkennung und Bewunderung zu erhalten die “die da oben” haben. Was glaubst du wieso geistige Ausgeburten wie “Big Brother” und DSDS (nur als Beispiel) in der breiten Öffentlichkeit so einen Zuspruch erhalten????
Letztlich würde sich jeder der Zuschauer genauso Entwürdigen, nur für die paar Minuten Ruhm und Geld. Nur um bei der “Prominenz” dabei zu sein und auch eben diese soziale Akzeptanz zu erhalten.
Also denkt keiner mehr darüber nach, ob richtig oder falsch.
Hauptsache Prominent; Hauptsache Reich.
Keine bürgerlichen Zwänge mehr und vor allem in bester “Herrenrassenmanie” sich über “die da unten” lustig machen und “denen” unverhohlen die eigene Verachtung zeigen zu können.
Wenn die “öffentliche Hand” (Gemeinden, Bundesländer, Staat) durch die Verschuldung zuwenig Geld für den sozialen Bereich zur Verfügung hat, dann steigen die sozialen Spannung und der Weg hin zur Denunziation ist dann nicht mehr weit.
Ein meines Erachtens lesenswerten Aufsatz habe ich eben auf der folgenden Seite gefunden:
http://jensen.ag/vom-ende-der-krise-keine-spur/
Ein Aufsatz von Prof. Bocker. Von der Firmenpolitik der Bert Jensen GmbH (Betreiber der Internetseite) möchte ich mich allerdings distanzieren. Es kann ja nicht sein, dass eine Vermögensflucht durch die Gründung von Stiftungen in der Schweiz die Lösung ist. So erhält die öffentliche Hand noch weniger Geld für die Bedürftigen
reaktionen die ich zu diesem beitrag erlebt habe:
zitat: “Die Schnüffelei ist nun mal Notwendig!(…)
Du willst Geld vom Staat, weil du nicht arbeiten kannst bzw. keine Arbeit findest, also möchte der Staat von dir als “Gegenleistung” bestimmte Informationen, die zur Begründung des ALG II nach dem SGB II dienen soll.
Wisst ihr eigentlich wieviele versuchen mit falschen Angaben mehr Kohle rauszuhauen!?
Das ist doch das gute Recht der Mitarbeiter, dann mal die Lage zu checken, auch bei einem anonymen Anrufer.
Und wenn sich dann der Verdacht bestätigt, dann wird halt das Geld ganz oder vorübergehend eingestellt, bis der Sachverhalt geklärt wurde.
Und absoluter Bullshit das die Dame nicht mittgeteilt bekommen hat, das ihr ALG II eingestellt wurde, kennt ihr eigentlich die Bürokratie in Deutschland?(…)
Die hat zu 100% ein Schreiben, Aufhebungsbescheid bekommen.
Natürlich wird die ALG II Bezieherin jetzt hier als armes Mäusschen hingestellt, aber wissen wir warum die Mitarbeiter ihren Aufenthalt aufgesucht haben? Vielleicht wollte die den Staat von vorne bis hinten bescheissen…(…)”
zitat: “Kann mich dem nur anschließen.
Es sind so viel die den Staat bescheißen da find ich es gut das dagegen vorgegangen wird.
Und ich bin mir auch fast sicher das sie Informiert wurde ( Aufhebungsbescheid ) denn ohne dürfte die ARGE das Geld garnicht sperren ;) ”
zitat: “und word.
ist nicht selten, dass leute den staat bescheißen und ausnehmen wollen und dann ordentlich hinfallen.
aber das dann so darzustellen ist sicherlich ein netter artikel, aber schwachsinn.
wie “-” sagt. man darf nichtmal eine hündehütte bauen ohne din-norm gerechte, 100 seiten lange anträge auszufüllen, die über 4 agenturen und 15 mitarbeiter freigegeben werden müssen.
die dame wollte sicher pokern und hat die “beer hand” gezogen.”
kwt.
Genau, und da wir in einer Demokratie leben sollten für ALLE gleiche Gegebenheiten gelten. Die ersten Schritte laufen bereits und ich hoffe, das deine Firma die nächste ist, da du ja auch Geld von deinem Arbeitgeber haben willst.
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Chip im Arztkittel
In der privatisierten Rhön-Klinik Marburg gibt es schon wieder Krach. Die Krankenhausleitung hat die Kleidung der Mitarbeiter mit elektrischen Chips ausgestattet – heimlich.
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Link:
http://www.fr-online.de/rhein-main/chip-im-arztkittel/-/1472796/4519894/-/index.html
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Da da kann man ja froh sein das bei ihnen die BILDung nicht umsonst war. Die “poesen” Sozialschmarotzer..gell ;-)
Der Herr Finanzminister wird Vermögenswerte von bis zu 210 Milliarden Euro von der HRE, selbst als Bad Bank gegruendet und vom Bund mit rund 100 Milliarden Euro Einsatz verstaatlichtan um die Risiken der Hypo-Vereinsbank auszulagern, bevor die so gereinigte Bank an die Italiener übergeben wurde,an eine neue ” Bad Bank “übertragen . Da werden Vermögenswerte von 210 Milliarden Euro in die Mülltonne gestopft, wo gleichzeitig der Bundeshaushalt eine Rekordneuverschuldung ausweist.
Vor dem Hintergrund sollte man sich fragen wo hier Handlungsbedarf besteht, statt Sanktionen die auf Verdacht beruhen zu beklatschen aber wie gesagt ..De BILD erkaert das ja taeglich dem dummen Michel so braucht er selbst nicht nachdenken und kann munter mit gutem Gewissen auf die schwaechsten einpruegeln.. Deutschland 2010
Halt mal die Füße still. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass die Missbrauchsquote eher gering ist. Dagegen steht eine nicht unerhebliche Zahl falscher Bescheide seitens der ARGEn und inzwischen kaum mehr zählbare Gerichtsverfahren, die von den Klägern ebenfalls zu einem großen Teil gewonnen werden. Weiterhin ist es bekannt, dass die ARGEn schnell bei der Sache sind, wenn es darum geht, Leistungen zu kürzen oder ganz einzustellen. Unabhängig von dem hier geschilderten Fall.
Vielleicht ist der Mond aus grünem Käse.
Ich bin mir fast sicher, das es rosa Einhörner gibt.
Stimmt. Diese teils sogar legalen oder halb legalen Steuerbetrügereien der Besserverdienenden und Vermögenden sind schon ärgerlich.
Leih mir bei Gelegenheit mal deine Glaskugel.
In diesem Zusammenhang empfiehlt sich das Buch
“Hitler als Vorläufer. Auschwitz – der Beginn des 21. Jahrhunderts? von Carl Amery”
@JFamondt
In unser Selbstverständnis der globalisierten Moderne als einer Zeit der globalen Aufklärung und des Fortschritts paßt Auschwitz nicht. Wir glauben -vielleicht fälschlich-, dass Auschwitz niemals wiederkehrt.
Carl Amery will uns aufzeigen, daß Hitlers Vernichtungspolitik als Vorbote einer Zeit verstanden werden kann. die noch kommen wird – unserer Zukunft. Adolf Hitler war vielleicht nur ein Vorläufer.
Wie überleben wir in einer Welt der begrenzten Ressourcen, der globalen Umweltzerstörung und der globalen Überbevölkerung? Adolf Hitler Co. gaben darauf die Antwort der vollständigen Barbarei, das Überleben der stärkeren Rasse. Adolf Hitler stellte fest, dass die natürlichen Ressourcen nicht für alle lebenden Menschen reichen (Volk ohne Raum), daher war die Vernichtung der “Minderwertigen” ein Gebot der Vernunft.
Vor dem Hintergrund kann man Politik und Ideologie der heutigen neokonservativen und neoliberalen „Machteliten (u.a. Reproduktionsmedizin, Gentechnologie, Agrarchemie), das Ziel der Erhaltung des Wohlstandsgefälles zur sog. 3. Welt (Zurückweisen von Asylbewerbern an den EU-Aussengrenzen) als logische Fortsetzung der Selektionen an der Rampe von Auschwitz verstehen.
Hitlers Auschwitz war die noch reichlich primitive Vorwegnahme einer möglichen Option des 21. Jahrhunderts. Netanjahu, Bush/Cheney, Obama et al. sind die Vorboten.
das genau ist der punkt, und genau das ist schon in bewegung gekommen.nur darf man aus ethischen gründen, die menschen nicht mehr so einfach ermorden, nein, aber man kann sie aushungern, ihnen ihre lebensqualität nehmen um dann dafür zu sorgen, dass sie keine kinder mehr bekommen, sich nicht weiter vermehren. Hartz IV heißt diese methode und sie beginnt – langsam aber stetig – zu wirken.
auf der anderen seite, um noch einmal auf der thema staats-schmarotzer zu kommen. auch hier zeigt sich sehr deutlich, wie sehr die politik den blick für die realtität verloren hat. nicht der gemeine bürger, oder die, die unverschuldet in die sozialhilfespirale geraten sind, sind die wahren schmarotzer, es sind unsere politiker selber, die auf staatskosten ein feines leben führen und wo “Arbeit muss sich lohnen” einen zynischen beigeschmack bekommt, denn wo arbeit vorgetäuscht wird, ist noch lange keine drin ….
aber und hier schnappt die falle der evolution zu. der stärkste, der anpassungsfähigste und der clevere wird überleben, die anderen bleiben auf der strecke ….
@JFamondt, Adolf Hitler leitete aus seiner Parole „Volk ohne Lebensraum“ ab, neuen Raum für seine arische Herrenrasse im „Osten“ zu schaffen. Heute steht der neoliberal globalisierte Kapitalismus mitten im desaströsen Kollaps, hat global Lebensräume für immer zerstört, neue Lebensräume können nicht mehr geschaffen werden. Es liegt somit in der perversen Logik des kollabierenden Kapitalismus, die Bevölkerungszahlen per Vernichtung an die kollabierte Ökonomie „anzupassen“.
Es braucht nur ein wenig Fantasie um zu erkennen, dass die natürlichen Ressourcen für alle lebenden Menschen ausreichen. Mit solidarischen Produktionsweisen und schon heute bekannten Technologien kann die Menschheit genügend produzieren, auch für zusätzliche 2,5 Milliarden Menschen. Dazu muß aber gemeinschaftlich entschieden werden, was man dann in welchen Mengen womit produziert, wie man es umwelterhaltend produziert und wo man es produziert. Nur eine solidarische, sozialistische Produktionsweise macht noch eine menschliche Zukunft möglich.
Derartig psychopathisch lautet die kranke Fehlkalkulation der zionistischen Hardcore-Nazis, für die Hitler nur ein Vorbereiter war. Die US-Organisation Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), bestehend aus ehemaligen Beamten der Nachrichtendienste und des Militärs, warnte am 3. August 2010 Obama in einem Memorandum, dass Israel für diesen Monat einen Überraschungsangriff gegen den Iran plane.
http://www.truth-out.org/obama-warned-israel-may-bomb-iran61992?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
In tiefer Ehrfurcht verneige i8ch mich vor jemandem der ein so großes Wort, gelassen ausspricht.
Deinen Ausführungen ist nun wahrlich nichts mehr hinzu zufügen ……………..(Daumen hoch)