Beta-Journalisten und Beta-Blogger
geschrieben am 21. Juli 2008 von Spiegelfechter
Der SPIEGEL hat in seiner jüngsten Print-Ausgabe ein „neues“ Phänomen entdeckt – Deutschlands Politblogger, international nur Zweite Liga und „unpolitsch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.“ Aber immerhin doch so unwichtig, dass man ihnen drei Seiten widmen muss, denn die gefühlte Bedrohung durch den Bürgerjournalismus ist eine Entwicklung, die den deutschen Beta-Journalisten in seinem Selbstverständnis berührt.
Die politische Blogosphäre in Deutschland ist im besten Falle „nur“ Zweite Liga – soviel ist klar. Ein Fußballverein wie der FC. St. Pauli, der in der Zweiten Liga spielt, hat auch wesentlich mehr Charme und Authentizität, als ein kommerziell erfolgreicher Retortenklub der Ersten Liga. Streng genommen sind die deutschen Politblogs sogar nur Amateurliga. Das große Geld, die professionelle Vermarktung und die Fokussierung auf den wirtschaftlichen Erfolg sind ein Merkmal der Profi-Ligen – in denen spielen deutsche Blogs aber nicht. Der vom SPIEGEL aufgestellte Vergleich zwischen der deutschen Politbloggerszene und der amerikanischen ist daher auch ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Der erfolgreichste amerikanische Politblog, die Huffington Post, beschäftigt beispielsweise 43 Vollzeitmitarbeiter, wurde von der Millionen Dollar schweren „Ölbaronin“ Arianna Huffington gegründet und mit mindestens 5 Mio. US$ Venture-Kapital ausgestattet. Die deutschen Politblogs sind Amateurprojekte, die meist als Hobby oder Nebentätigkeit betrieben werden. Mit Geld kann man Reichweite kaufen, Authentizität nicht. Blogs sind in ihrer eigentlichen Bedeutung „Bürgerjournalismus“ und keine publizistischen Onlineprojekte, in die mehrere Millionen investiert wurden. Die Grenze zwischen den eigentlichen Blogs und Medienprojekten á la „Huffington Post“ ist klar zu ziehen, während sich die professionellen Blogprojekte nur marginal von gut gemachten Kommentarsektionen ambitionierter klassischer Medien, wie beim Guardian, unterscheiden.
Das Merkmal „Amateur“ oder „Profi“ entscheidet indes keinesfalls über die Qualität eines Mediums. Unter den „Amateuren“ gibt es ebenso viele Dilettanten, wie unter den „Profis“ und umgekehrt gibt es sowohl bei den „Profis“ gut recherchierte Hintergrundartikel, als auch bei den „Amateuren“. Der Richter ist einzig und alleine der Leser. Aus der Tatsache, dass ein Autor hauptberuflich einem anderen Feld nachgeht, zu suggerieren, er sei nicht kompetent, wie es der SPIEGEL im Falle „SPIEGELFECHTER“ versucht, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Da fragt man sich doch, was einen Herrn Malzahn vom SPIEGEL eigentlich qualifiziert, über Außen-, Sozial- und Wirtschaftspolitik zu schreiben, ist er doch weder Volkswirt oder Politologe, sondern seit seinem Abitur in den Redaktionsstuben der Republik tätig. Wer das „alte“ Berufsideal des investigativen Journalisten mal einen Moment beiseite lässt und sich die journalistische Realität anschaut, die von Stellenstreichungen, Abgabedruck und wirtschaftlichen Aspekten bestimmt ist, wird konzedieren müssen, dass der „Amateur“ mehr Zeit und mehr Freiraum hat, in alle Richtungen zu recherchieren, als der „Profi“. Welcher „professionelle“ Journalist hat beispielsweise die Möglichkeit, sich durch hunderte Seiten starke Studien und Abhandlungen über ein außenpolitisches Thema zu lesen, wenn er einen Artikel schreiben „muss“? Das Wort „Amateur“ stammt aus dem Französischen und heißt „Liebhaber“ – wer ein Thema „liebt“, bringt nun einmal oft mehr zustande, als derjenige, der die Beschäftigung mit einem Thema als Stufe auf der Karriereleiter sieht.
In den USA ist alles größer, stärker und besser – die Huffington Post hat pro Monat bis zu 5,7 Mio. Leser. Lässt man die Tatsache mal heraus, dass Englisch auf der ganzen Welt gesprochen wird und viele dieser Leser keine Amerikaner sind, relativiert sich diese Zahl. Die USA haben fast fünfmal so viele Einwohner wie Deutschland, so gesehen hätte die Huffington Post auf deutsche Zahlen übertragen auch „nur“ 47.000 Leser am Tag. Die „Nachdenkseiten“ haben trotz des „Web-Steinzeit Looks“, den der SPIEGEL ihnen attestiert, bis zu 25.000 Leser am Tag. So viel weniger ist dies auch nicht und wenn man sich vor Augen hält, dass die „Nachdenkseiten“ nur einen kleinen politischen Themenbereich abdecken, während die „Huffington Post“ das gesamte Spektrum abdeckt, ist die Besucherzahl sogar bemerkenswert. Schuster bleib bei deinen Leisten – auch der SPIEGELFECHTER mit seinen 5.000 Lesern am Tag muss sich nicht verstecken. Qualitätsmedien wie der FREITAG haben nur eine Auflage von 12.400 pro Woche, bei einer hochwertigen Qualität, mit der ein privates Blog nie mithalten kann. Der Rheinische Merkur, eine Wochenzeitung, die als kompetente Qualitätszeitung gilt, hat eine Auflage von 81.000 – das sind 11.600 pro Tag, die Hälfte der „Nachdenkseiten“ und „nur“ etwas mehr als doppelt so viel, wie der „SPIEGELFECHTER“ und dies mit 25 fest angestellten Redakteuren.
Die deutsche Politblogszene steckt noch in den Kinderschuhen, aber auch Kinder entwachsen irgendwann ihren Schuhen. Während die „klassischen Medien“ vor zwanzig Jahren noch eine große Glaubwürdigkeit beim Leser genossen, so gehört dies mittlerweile der Geschichte an. Seit seiner neoliberalen Wende ist der SPIEGEL bei wirtschaftspolitischen Themen in etwa so glaubwürdig, wie die Apothekenumschau bei Gesundheitsthemen. Wenn man seine eigenen Fehler sieht, kann man sie abschalten – das Problem an den „Mainstreammedien“ ist allerdings, dass sie ihre eigenen Fehler nicht sehen und Kritik als „Freaktum“ abtun. In einem Gespräch über dieses Thema sagte Michael Rutz – Chefredakteur beim „Rheinischen Merkur“ – dem Autor, sein Blatt kommentiere aktuelle Themen stets objektiv. Im journalistischen Kontext ist ein Kommentar allerdings per Definition „die persönliche Meinung des Autors“ und kann bestenfalls zu einem „objektiven“ Bild beim Leser beitragen, aber nie selbst „objektiv“ sein. Diese „unfreiwillige“ Offenbarung des Selbstbildnisses des deutschen Journalismus, illustriert die Kernaufgabe von Blogs.
Meinungsvielfalt kontra Meinungsmonopolismus. Dies ist kein „Nullsummenspiel“, wie der SPIEGEL mutmaßt, sondern ein wichtiger Beitrag zur Meinungsbildung des Lesers. Nur wer alle Facetten eines Themas kennt, kann sich selbst ein Bild machen. Leider vernachlässigen es die deutschen „Mainstreammedien“ zusehends, Facetten anzubieten, die nicht in die politische Ausrichtung dieser Medien passen. So lange sie ihrem Auftrag nicht nachkommen, möglichst unfassend und undogmatisch über das weltpolitische Geschehen zu berichten, ist das – zugegebenermaßen schleppende – Wachstum der politischen Blogosphäre nicht zu stoppen. Der Leser ist nicht so dumm, wie man in einigen Redaktionsstuben denkt – er sucht nach seiner eignen „Wahrheit“ und wenn er in den „Mainstreammedien“ keine Erkenntnisse findet, die ihn intellektuell befruchten, sucht er sich diese Erkenntnisse halt woanders. Anders als der „Qualitätsjournalismus“ erhebt die Blogosphäre gar nicht den Anspruch „objektiv“ zu sein – sie ist eine Facette im großen Spektrum unterschiedlicher Meinungen. Man kann sie zur Kenntnis nehmen, man kann ihr Glauben schenken, man kann sie als Ergänzung oder als Korrektiv zum „Qualtiätsjournalismus“ sehen – man kann und sollte sie indes nicht marginalisieren. Letztendlich entscheidet der Leser, was er als Teil seiner eigenen „Wahrheitsfindung“ lesen will. Konkurrenz belebt das Geschäft und wenn die deutschen Beta-Journalisten eines ganz gut gebrauchen könnten, dann ist dies Konkurrenz.
P.s.: Der Vergleich zwischen deutschen und englischsprachigen Medien, ließe sich auch auf den Bereich des Print- und Onlinejournalismus ausdehnen. Woran liegt es, dass die verlinkten „Hintergrundartikel“ der meisten SPIEGELFECHTER-Artikel – mit wenigen Ausnahmen – englischsprachige Medien sind? Warum berichten Guardian, Christian Science Monitor, Times, Washington-Post oder Independent besser über außenpolitische Themen als ihre deutschsprachigen Pendants? Warum hat es der SPIEGEL in letzter Zeit nicht vermocht, einen Artikel hervorzubringen, der qualitativ so hochwertig war, dass er „verlinkbar“ wäre? Stecken die deutschen „Beta-Journalisten“ etwa in einer Daseinskrise?
Update: Der Artikel ist jetzt (Mo. 18:45) auch auf SPON zur Zweitverwertung erschienen. Und wie es bei dem Gossen- und Boulevardableger des SPIEGELS üblich ist, wird dort die Story in der Überschrift ein wenig “aufgesext”. “Polemisch, rechthaberisch, machtlos [...]” – so so, polemisch sind “wir” nun auch schon. Was dazu wohl Herr Broder sagen wird? Einen Artikel “Blog” zu nennen, grenzt derweil an Dämlichkeit. Und ob der kleine aber feine Schreibfehler in der Webadresse vom SPIEGELFECHTER nur ein Zufall ist? Wer weiß.
Zu diesem Thema auch: Der Qualitätsjournalismus wird gegen das böse Internet obsiegen
Aus der Blogosphäre:
Medienlese: Blogs in Deutschland: “Man spricht nicht darüber”
Weltblick plus: Die Beta-Blogger
Die Welt ist Scheisse: Blogs funktionieren nicht, weil…
F!XMBR: Ich muss mich vielleicht korrigieren – Blogs scheinen doch zu funktionieren
Citronengras: Allein das Wort schon!
opponent.de: Bloggen: Ein Blick in den “Spiegel”
CIO Weblog: Spiegel treibt Sau durchs Sommerloch
Update:
Auch lesenswert: Moritz Homan – Morgen Aronal, Mittags Karies
Update II:
Eine gut geschrieben Replik auf den SPIEGEL Artikel hat Thomas Knüwer in seinem Blog “Indiskretion Ehrensache” verfasst.
Auch der Oeffinger Freidenker hat sich des Themas angenommen.
Update III:
Nun hat sich auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten zum Thema geäußert – und dies in einer Form, die das Attribut “Lesebefehl” rechtfertigt.
Bildnachweis (v.o.n.u.): Spiegelfechter, Blog@Netplanet, DHM, Spiegelfechter, F!XMBR
| Tags: Medien | |
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Kommentare
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Ja ja, unsere geliebten Durchschnittsqualitätsjournalisten…
Ich frage mich stets, wann denen endlich mal auffällt, wie sehr sie sich selbst dauernd widersprechen. Entweder ist etwas wichtig und bedrohlich – dann schreibe ich darüber und setze mich damit auseinander; oder es ist völlig unwichtig und belanglos – dann lasse ich es links liegen. Aber nein, unsere etablierten Medien behaupten stets das zweitere, um sich dann mit Vehemenz draufzustürzen. Früher wurden solche Vorstöße “Mut der Verzweiflung” genannt. Doch ich habe eher den Eindruck, daß es nur noch mit Angst und Verzweiflung einhergeht, wenn sich diese “Journalisten” so mit blogs und anderen websites beschäftigen. Denn sie merken, daß sie hinterherhinken, daß sie nicht mehr das exklusive Meinungsmacherrecht besitzen und zudem ihre Hohlheit, ihre Einseitigkeit, ihre Schlampigkeit bei der Recherche und ihr Rudelverhalten von mal zu mal immer mehr Menschen auffällt. Und das macht Angst, denke ich. Da jaulen sie dann wie ein waidwundes Tier. Recht so, sie haben es sich in den letzten Jahren redlich erarbeitet. Sie wollten nicht hören, also fühlen sie es jetzt.
Ist es bezeichnend, dass ich schon im zweiten Absatz an dem Wort “Profiligen” scheiterte, da ich es im Kontext der Kommerzialisierung als “Profil-igen” statt “Profi-Ligen” las?
@CHR
Das darfst Du mich nicht fragen ;-)
(Fast) kommentarlos:
http://youtube.com/watch?v=mQ8542fEpBA
Ab 1:10.
So unglaublich dumm/dreist, kein Wunder, dass man gegen Blogs tritt. Sonst hat man ja nichts zu schreiben. Und kein Wunder, dass gegenwärtig ja die ersten Versuche in der EU anlaufen, Blogs zu zertifizieren etc. pp.
Eines der imho besten Bücher zum Thema Medien wäre Chomskys Manufacturing Consent.
Darf ich auf einen kleinen Buchstabenfehler aufmerksam machen?
„Qualitätsmedien wir der FREITAG haben…“
Ich muss immer ein wenig lächeln wenn der Spiegel über die Qualität von anderen berichtet, oder noch besser anderen sagt, was sie tun sollen. Das erinnert immer ein wenig an den Geburtsblinden, der anderen die Farbe der Milch erklärt. Es ist niedlich.
Ich sehe die Entwicklung deutscher Blogs von meinem gemütlichen Flecken, hinterm Friedhof, ganz am Rande von Kleinbloggersdorf, recht positiv. Die Leserzahlen steigen selbst in so einem Meckerblog wie dem meinen kontinuirlich an, ließen sich mit besseren Leuten als ich es bin, auch problemlos weiter ausbauen. Würde man mit mehr Leuten schreiben, gäbe es noch mehr Leser.
Leute sind wie Jens es schon beschreibt eine Frage des Geldes. Aber ich glaube das es auch so geht. Die Menschen in Deutschland sind zunehmend dazu bereit, ihre Informationen auch zu suchen. In einem Blog der mit Klarnamen geführt wird, gibt es immer mehr Schnittmengen, zwischen der Realität und der virtuellen Welt.
Es ist durchaus üblich, mir auf der Straße zu sagen, worüber ich schreiben soll. Die Anzahl der Tips über das Kontaktformular oder Mail nimmt zu. Selbst per Snail-Mail kommen Hinweise.
Dazu kommt eine wieder besser werdende Vernetzung der Blogs untereinander. Wir weisen wieder darauf hin, wer selbst etwas zu einem Thema gesagt hat, das wir selbst beackern.
Ich glaube wir stehen geradezu auf einer Schwelle zu einer neuen deutschen Blogwelt und die hämischen Kommentare von Spiegel, Zeit und Süddeutscher helfen uns. Sag den Leuten wo sie engagierte Meinung finden und sie gehen dort hin. Sie sind auch in der Lage die Überreaktion der Blogger zu sehen, zu kritisieren oder auch zu verstärken. Es ist Bewegung in der Sache.
Übrigens Herr Malzahn und andere Spiegelautoren sind natürlich qualifiziert für alles. Hinter dem Spiegel steht die Familie Mohn mit ihrer unsäglichen Bertelsmannstiftung die es geschafft hat, so etwas wie eine Staatsmeinung bei unseren Politikern zu etablieren, die in Wirklichkeit nur dem Nutzen der Familie Mohn dient.
Mit der riesigen Steuersubvention durch die Stiftung sind die Mohns in der Lage jeden auch noch so großen Blödsinn durch ihre Magazine Stern und Spiegel, oder ihre Fernsehsender RTL und n-tv zwecks Meinungsmache hindurchzuscheuchen. Dieser Demagogie kann kaum einer entgehen. Deshalb kann der Spiegel ja auch schreiben was er will. Also alles. Bis auf die Wahrheit natürlich. Die gibt es im Reiche Mohn nicht. Die darf auch nicht geschrieben werden.
Ein sehr schöner Kommentar.
Ich besuche die großen amerikanischen Blogs regelmäßig, gerade mit der Huffington Post kann ich mich aber nicht anfreunden. Unübersichtlich, verworren und oftmals mit sehr vagen Quellen – selbiges gilt für einige weitere Großprojekte in der US-Blogosphäre.
Ich sehe es daher keineswegs als Nachteil an, dass deutsche Blogs – bestes Beispiel eben der Spiegelfechter – die Sache in kleinerem Rahmen angehen. Lieber lese ich alle paar Tage einen tiefgründigen, interessanten Artikel, als tagtäglich mit Unmengen von Meinungen und viel Rumgeschrei überschwemmt zu werden.
Den Konflikt zwischen klassischem Journalismus und Blogs sehe ich im übrigen nur beim Spiegel. Insbesondere englischsprachige Publikationen, die New Yorks Times oder der Guardian, integrieren Blogs sehr sinnvoll und informativ in ihr Angebot – der Spiegel scheint dahingehend einen eigenen Weg gehen zu wollen. Man möchte fast sagen, dass da jemand eine Entwicklung verschlafen hat…
@Peter
Danke!
@VdU
Absolut – obgleich die Blogsektionen der genannten Medien streng genommen eher Kommentarsektionen bzw. Kolumnen sind, die blogtypische Kommentare von Usern zulassen. Das soll nicht wertend sein, lieber eine gut gemachte “Kolumne”, als ein schlecht gemachter Blog.
Absolut – “Blogs” sind in der SPIEGEL-Denke ein internetinternes Phänomen, dass sich mit dem Internet und nicht mit der “echten” Politik zu beschäftigen hat. “U” anstatt “E”, ein klassisches Mißverständnis.
btw.: Es gibt sehr gute deutsche Journalisten; sie arbeiten z.B. für die Hörfunkprogramme der Öffentlich Rechtlichen und haben dort eine ähnlich miese Reichweite, wie der FREITAG oder “wir” Blogger.
Was erwartet man denn vom SPIEGEL? Ich fühle mich nur noch mehr bestätigt, dass ich ihn nicht lese. Ich unterhalte mich ja auch nicht mit einem 3jährigen über Weltpolitik, geschweige denn, dass ich seine Meinung darüber wissen möchte.
Klasse Werbung für Spiegelfechter & Co., selbst wenn die Bloggs zerissen wurden, das wird trotzdem oder gerade deswegen den ein oder anderen Spiegel-Leser auf euch neugierig gemacht haben.
Was würde denn eine dreiseitige Werbung im Spiegel kosten? 50.000 Euro? Ich würde diesen Artikel als fettes Geschenk sehen. :-)
oh, es gibt sogar gute Journalisten, die zusätzlich zu ihren Brotjobs noch Artikel in Blogs veröffentlichen …
ausserdem ist der Artikle hier mal wieder viel zu gnädig mit dem Spiegel, mMn gibt es überhaupt keine Themen bei dem dieser Praktikanten- u Schnöselzoo noch glaubwürdig wäre –
es sind ja grad Spiegel u Co die sich nicht mit “der echten” Politik beschäftigen, und uns “U” für “E” vorspielen, Scheinpolitik & Propganda aufgelockert mit Boulevard u Konsumtips – natürlich werden die Sesself***** dort hämisch wenn sie irgendwo anders Aufrichtigkeit wittern
@Luca
Na klar ;-)
Ich (und sicher auch Wolfgang Lieb) ahnte ja schon vorher, wo diese “Story” hingehen wird. Anfangs war ich auch eher skeptisch, mich mit dem SPIEGEL zu treffen, aber letztendlich dachte ich mir, “die können schreiben, was sie wollen, der Leser entscheidet”. Und ein bisschen Werbung für die Nachdenkseiten und mich … das passt schon ;-)
Ich habe ja auch immer gedacht der SPIEGEL sei das Hauptquatier des realitätsfernen Arroganzjournalsmus – bis ich auf blog.tagesschau.de stieß.
Jens, Du brauchst einfach mehr Fotostrecken! Und mehr die “10 Tipps für…” und natürlich mehr Gastkommentare von Broder (ein Mann der sich, immer wenn er über die Türkei redet, einen Fes aufsetzt, muss einfach gut sein). Dafür könnten wir ja auch mal zusammenlegen.
Andererseits: Toll zu den oberen 5000 zu gehören! ;-)
Danke für den Hinweis auf die profunde Ausbildung des Herrn Malzahn…
;-)
Im Übrigen schließe ich mich der Meinung an, dass die Artikel hier besser recherchiert und besser geschrieben sind als 90% der “Inhalte”, die uns DER SPIEGEL als “Qualität” vorsetzt.
Jetzt läuft der Blog ja wieder. :-)
Als ich Sonntagnacht vorbeischaute, da gab’s ‘ne Fehlermeldung (irgenwas mit “failed to connect database.” oder so). Probleme mit dem Wordpress-Update gehabt?
@Marco
Nee, der Fehler lag beim Hoster und ausnahmsweise mal nicht bei mir ;-)
Hallo Jens,
vielen Dank erst mal für Deinen grandiosen Blog. Da hinkt der Spiegel – vor allem in der Online-Version – qualitativ Lichtjahre hinterher. Vielleicht werde ich ja im SPON-Forum nicht mehr veröffentlicht weil ich zu oft auf Artikel von Dir, Oeffinger Freidenker, Egon Kreutzer, Feynsinn.org und weitere. verlinkt habe.
Immerhin geht den „Qualitäts-Journalisten” der Ar… mittlerweile ganz schön auf Grundeis. Vor diesem Hintergrund ist Abqualifizierung seitens des Spiegels als höchstes Lob und beste PR für Dich zu werten. Mach weiter so!
fuchs (alias im SPON-Forum)
@ CHR, #2
Du hast leider recht, bin selber auch darüber gestolpert und habe das jetzt abgeändert. Dummerweise habe ich als Jens “ehrenamtliche Teilzeitlektorin” derzeit leider einfach nicht die Zeit, regelmäßig Korrektur zu lesen (ist ja für einen Blog eh schon eher ungewöhnlich), und es kommt ja zunächst auch mal auf die Inhalte an, aber eine sorgfältige und klare “Schreibe” begrüsse natürlich auch ich ;-)
Gruß
hannilein
Notiz für den “Cheffe”: Hab’s abgeändert – wenn Du auf Deiner Schreibweise beharrst, änderst Du halt meine Änderung :-P
Hallo Jens,
also jetzt mal unter uns Betschwestern (hier liest ja eh Keiner):
Wie viel Euro hat dir die “Bild der Intellektuellen” abgeknöpft, damit Du dort derart offensichtlich Erwähnung findest?
Ordentlich (und vor allem zeitnah) recherchiert ist der Artikel zumindest nicht, wie Du sicherlich sofort erkannt hast :-)
Für mich war es damals tatsächlich sehr erschreckend in welcher Geschwindigkeit das besagte Blatt (in so gut wie allen Aspekten) neue -teils absolut entstellende- Züge annahm, kaum das die fleischlichen Überreste – des Geistes dahinter- erkaltet waren. Rudolf Augstein war eine bedeutende, sehr weit denkende Persönlichkeit. In den gewaltigen Fussspuren seines Wesens haben sich fast alle Journalisten des Blattes simpel verirrt!
Und genau das ist der Spiegel aktuell. Ein Zerrbild der Irrungen und Wirrungen. Exakt so liest sich denn auch der von dir beschriebene Artikel…
Gruß
Derweil: Ich bekomme immer noch keine Kommentare in meinem FEED-Reader von dir angezeigt.
@hannilein
Das Wort heißt “Profiliga” und nicht “Profi-Liga”, warum sollte da ein Bindestrich stehen? Die Assoziation “Profil-igen” erschließt sich mir auch nicht. Aber da Du ja der Germanist von uns beiden bist, gebe ich natürlich geschlagen ;-)
@Michael
Oh, das willst Du gar nicht wissen – aber die siebenstellige Venturekapitalspritze, die ich abgezockt habe, ist nun fast aufgebraucht ;-)
Klar, aber das liegt eher an meinen Aussagen und nicht an der Recherche. Da muß ich den Autor schon mal in Schutz nehmen.
Leider ist dem genau so und es ist keine Besserung in Sicht.
Keine Ahnung, woran das liegt. Bei mir liest sich der Kommentarfeed normal. Darüber können wir mal per Mail reden.
Jens: Kannst du denn schon einen Anstieg der Besucherzahlen bemerken?
@Fabian: Jetzt wohl weniger, wenn überhaupt am Ende des Tages.
Zudem sind diese Zahlen, und auch die der nächsten Tage, nicht aussagekräftig, weil die Blogosphäre mal wieder eine Sau durchs Dorf treibt, und Jeder Jeden verlinkt… ;-)
@Jens: Du solltest vielleicht mal einen Text selbst über das Gespräch mit dem sogenannten Spiegel-Journalisten schreiben. Mich würde wahnsinnig interessieren, wie das abgelaufen ist.
Wie haben die Kontakt aufgenommen?
Was wurde im Vorfeld gesagt?
Wurde etwas verpsrochen?
etc. pp.
Das schöne an der ganzen Zerreisserei der DeuBlogs ist ja, daß der Spiegel selbst bei Ehrensenf mit drinhängt. Ist irgendwie… merkwürdig und widersprüchlich.
Wo liegt eigentlich das Problem? Ich schreibe – selbst wenn mich der Spiegel als E-Blogger bezeichnen würde. Na und? Mir macht’s Spaß. Das ist Grund genug, nur darauf kommt es an. Da in den etablierten Medien immer wieder abfällig über Blogger geschrieben wird, scheint die aber etwas mächtig zu ärgern. Wenn die Qualität vom Spiegel so gut und die Qualität von Weblogs so schlecht ist, bräuchte die das im Grunde überhaupt nicht zu stören. Ob die vielleicht ein bisschen verunsichert sind?
@Fabian
Ja, aber nur leicht – ein kommentierter Link auf den Nachdenkseiten oder gar auf Heise.de bringt einiges mehr ;-)
Mal schauen, was kommt, wenn der Artikel von SPON “zweitverwertet” wird.
@chris
Was sollte daran interessant sein? Ein zivilisiertes rund zwei Stunden langes Gespräch unter zwei zivilisierten Menschen ;-)
Die Kontaktaufnahme erfolgte per Mail und dann telefonisch. Versprochen wurde gar nichts, man hat nur abgeklärt, um was es eigentlich geht.
@Michael Schöfer
Genau so soll das ja auch sein ;-)
Ich bin auch lieber Anhänger eines charmanten, authentischen Amateurclubs, der nicht in der Champion-League spielt.
@ Cheffe, # 21
Schon richtig ;-) Eigentlich heißt dat Dingens natürlich “Profiliga”, aber im Plural und im Sachzusammenhang kann man da – mit ein wenig Vorstellungskraft – den Neologismus “profilig” erfinden/sehen :-D Ist mir, wie wohl auch “CHR” so passiert, weshalb ich zur Sicherheit einen Bindestrich setzte.
Hoffentlich jetzt klarer? *gg*
Dein treues hannilein
P.s.: Habe noch Waschtag, weshalb ich der Diskussion leider nur zwischen Tür und Angel folgen kann und auch eigentlich nicht zu weiteren Korrekturen komme :-(
Der sogenannte Artikel ist ja nun alles andere als zivilisiert… ;-)
@hannilein
Nun ja *hüstel*
Du bist ja bekanntlich meine oberste Kapazität auf diesem Gebiet und da vertraue ich Dir mal blind, verstehen muß ich das ja nicht, denn “wir Blogger” sind ja schließlich nicht rechthaberisch, wie der SPIEGEL meint ;-)
@Chris
Wieso? Aus SPIEGEL-Sicht ist er schon recht zivilisiert – es kommt halt auf den Maßstab an. Wir sind anderer Meinung; aber so ist das nun einmal. Ein “guter” Artikel wäre da schon fast als Revolution zu werten. Im Norden nichts neues ;-)
Hab da mal was gebastelt. Viel Spaß damit. ;)
Sehr schöne Geschichte, das ist mal ein echter Fnord, sich selbst so in die Pfanne zu hauen :-) Vergesst nicht – Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic! Alles Gute Jens.
@Maria
*lol*
YMMD
@ Cheffe, #32
@ Cheffe
Noch was: Souveränität bedeutet, sich bewußt über unsinnige Regeln erheben zu können.
Ist mir gerade bei der Wäsche eingefallen ;-)
Ich war schon mit 16 Jahren begeisterter Leser des SPIEGEL. Erst habe ich die gelesenen Exemplare meines Vaters durchgeackert, irgendwann dann sogar abonniert. Das Abo lief insgesamt wohl 5 Jahre, als uns beiden immer stärker auffiel, wie wenig wir inzwischen in den einzelnen Ausgaben lesen.
Schließlich, nach einem kurzen Gespräch kamen Paps und ich überein, dass sich die Inhalte und die Tendenzen in den Berichten des SPIEGEL immer weiter von dem entfernt hatten, was wir als ausgewogene Berichterstattung bezeichnet hätten.
Letztlich kam es, wie es kommen musste: Wir haben das Abo gekündigt.
Als vor 2 Jahren der SPIEGEL-Abonnement-Service bei mir telefonisch anfragte, was sie denn tun müssten, um mir das Heft wieder attraktiv zu machen, fiel mir spontan nur eine Antwort ein: Grabt Augstein wieder aus!
Der SPIEGEL von vor 10 Jahren war ein durchweg kompetentes Stück Journalismus. Genaugenommen hatte ich mir damals sogar vorstellen können selber mal solche Artikel zu schreiben. Leider ist von der Qualität des Hefts jetzt nicht mehr allzu viel übrig.
@all
Update: Der Artikel ist jetzt auch auf SPON zur Zweitverwertung erschienen.
Der Spiegel schlägt heftig um sich – das letzte Gefecht wohl noch nicht – leider – aber es scheint mir ein bisschen hilflos. Naja, ich lese dieses Blatt seit Jahren nicht mehr.
Sollte ich je einen Artikel im Spiegel finden, der der Qualität des Spiegelfechters entspricht lese ich das Blatt wieder.
Aber der Mainstream hat Angst – von Zeit zu Zeit wird gegen Blogger geschlagen.
Was ich wirklich bezeichnend finde, ist dass zu diesem Artikel der “Diskutieren Sie auf Spiegel Online” – Link fehlt ;)
Normalerweise kann kein B-Promi ein Lüftchen lassen oder sonst Belangloses passieren, ohne dass ein neuer Thread zum Klickssammeln eröffnet wird, aber in diesem Fall möchte man sich die Kommentare zu dem lächerlichen Artikel wohl lieber sparen….
*grööööööööööööhl*
Von der SpOn-Hautseite:
Der Teaser endet mit den Worten:
Offener kann man seine Unwissenheit, seine Blödheit nicht zur Schau tragen. Wie kann man einen Artikel nur Blog nennen?
Das sind die gleichen Journalisten, die sonst Deutschland über Obama, Beck, die Wirtschaft & Co. informieren.
Willst du wissen, warum es unserem Land so schlecht geht? Schau Dir die sogenannten Journalisten vom Spiegel an… ;-)
@Chris
*rolleyes* Sissies ;-)
Die SPON-Deppen sind sogar in der internen Hierarchie im SPIEGEL-Verlag noch unter den Putzfrauen angesiedelt … so sagt man zumindest ;-)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html
Jetzt auch in der Onlineausgabe
getroffene Hunde Bellen
Und Spiegel,Journalismus, Qualität in einem Satz. Das erinnert mich an Ehrlicher Pole, mit eigenem Auto, sucht Arbeit.
Jens, die gebroderte Karikatur von Spiegels Wertmullah: ist äußerst gelungen. Sensationell!
(darf ich die für mein Blog nutzen?)
@Dr.Dean
Aber natürlich ;-)
Antipathien gegenüber dem “Spiegel” hin oder her – in einigen wesentlichen Punkten haben die Autoren des Artikels recht, z.T. wird die Kritik ja auch von namhaften Bloggern artikuliert. Ein Großteil der Blogs ist einfach bloß Müll, die wahren Leuchttürme fehlen, alberne Kleinkriege (v.a. Broder gegen den Rest der Welt) sind an der Tagesordnung.
Ich bin Journalist, Internetnutzer, eifriger Blog-, Magazin- und Zeitungsleser – und ich verstehe diese ganzen aufgeregten Abgrenzungsversuche von Seiten der Blogger so wenig wie die der Journalisten. Fest steht: Ich möchte mich ganz sicher nicht nur über Blogs informieren – und ja, ein professioneller Journalist in einem Qualitätsblatt hat sehr wohl die Zeit, sich eingehend mit einer Studie und ganz allgemein mit einem bestimmten Thema zu befassen. Blogs sind eine sinnvolle Ergänzung. Mehr aber ganz sicher nicht.
@Björn
Ich gehe mit fast allen Deiner getroffenen Aussagen mit, außer hiermit:
“Blogs sind eine sinnvolle Ergänzung. Mehr aber ganz sicher nicht.”
Was ein Blog ist, kommt doch wohl sehr auf den einzelnen Blog an, auf dessen (inhaltliche) Qualität Themenrelevanz etc., oder?
@Björn
“ein professioneller Journalist in einem Qualitätsblatt hat sehr wohl die Zeit, sich eingehend mit einer Studie und ganz allgemein mit einem bestimmten Thema zu befassen”
http://youtube.com/watch?v=mQ8542fEpBA
@Björn
Das sehe ich ganz genau so.
Um Himmels Willen – das könnten Blogs auch gar nicht leisten.
Leider merkt man davon in der Berichterstattung einer Medien nur sehr wenig – natürlich gibt es Ausnahmen, aber deren Erkenntnisse reichen oft nicht bis in die Redaktionsleitungen. O-Ton eines (durchaus erfolgreichen) Journalisten, mit dem ich mich mal über das Thema unterhalten habe: “Ich schreibe für meinen Redaktionsleiter und nicht fürs Publikum. Wenn er eine gewisse Linie vorgibt, so folge ich dem – das ist eine Art Rollenspiel.” Ernüchternd aber ehrlich.
D´accord – mehr wollen “wir” ja auch gar nicht sein
Ich habe den Spiegel Artikel auch heute schon mehrfach mit meinen Freunden und Bekannten diskutiert. Was mir dabei auffiel war die Tatsache, dass die meisten der Meinung waren, dass es auch beim Spiegel Leute gibt, die keine Profis sind. Deine Ausführungen weiter oben, wie Einwohnerzahlvergleich zwischen den USA und BRD entwerten ziemlich schnell die aufreisserischen Aussagen in dem Spiegel Artikel. Nun gut, was soll man da noch sagen? Früher war es mal so, dass sogar der Spiegel für eine breitgestreute Medienlandschaft war, mit all seinen konträren Meinungen. Man wird nicht überzeugender, wenn man einen Teil der Meinungen (hier die Blogger) versucht auf derart plumpe Weise schlechtzureden.
Shit happens…
Hallo Björn,
kannst Du mir vielleicht erklären warum man in den Mainstreamblättern nichts über die 911-Unstimmigkeiten, Autopsiebilder von Uwe Barschel, US gesponsorte Dschundullah Aktivitäten in Iran, Fema Camps, Bilderbergtreffen (v. Klaeden war übrigens auch da) und Genozid durch Depleted Uranium Munition liest?
Glaubt Ihr wirklich diese Informationslücke mit Knut und Flocke füllen zu können?
Ja ich kenne sie auch, die Leute denen ein Oberflächlichlicher Überblick über das Zeitgeschehen ausreicht um meinen mitreden zu können. Das sind dann die, die hinterher behaupten von nichts gewusst zu haben. Ob sie wieder die gesellschaftliche Mehrheit bilden wird die Zukunft zeigen und nicht irgendwelche Hochglanzmagazine.
Danke für diesen Artikel. Ich dachte, ich les nicht recht, als ich Spon angeklickt habe. Aber nicht, dass du dich jetzt für einen Profi hältst ;-)
Nach Sigmar Gabriel bist du nun bundesweit der bekannteste Goslarer|Goslarener|Goslaner. Glückwunsch!
Jetzt, wo er online steht, habe ich den Text auch gelesen: Uns den eigenen Hausautor Henryk M. Broder plötzlich als exemplarischen Motzblogger zu verkaufen, das ist schon ein dolles Ding.
@Spiegelfechter & hannilein:
Nur zur Aufklärung eines Missverständnisses – ich hatte das Profiligen nicht als Bezug auf die Kommerzialisierung gelesen, sondern als Seitenhieb auf den Anspruch des Artikels, aus der Warte der ausgebildeten Journalisten über anmaßende Blogger zu schreiben. Mit selbst angedichtetem Profil also über die vorgeblich Ahnungslosen zu richten.
Dennoch sieht, glaube ich, die neue Rechtschreibung an solchen Stellen einen Bindestrich vor, wenn es den Sinn unterstreicht. Ist in diesem Fall aber eher nicht notwendig, da ich es als Neuschöpfung las. Mein Fehler.
@Marc F.
Und das ganz ohne einem Wachshitler den Kopf abgerissen zu haben, sich bei einer Sangesshow lächerlich gemacht zu haben oder bei Jauch an der 200 Euro Frage gescheitert zu sein … irgendwie anachronistisch ;-)
@Olaf
Iiieeek – natürlich nicht ;-)
@CHR
Ach soooo, jetzt verstehe ich das – so weit habe ich nicht um die Ecke gedacht, sorry ;-)
Ich hab gerade keine Zeit die Kommentare zu lesen, aber wollte doch wenigsten mal sagen, warum ich täglich hier vorbeischaue:
- überdurchschnittlich gut geschriebene Artikel, ich mag deine Schreibe,
- Themen die mich interessieren, daher nehme ich mir die Zeit,
- die Kommentare sind auch zumeist lesenswert (wenn ich es denn schaffe, sie zu lesen)
Ich öffne einmal am Abend genau zehn Blogs auf einmal, schau schnell ob es was neues gibt, dann nach den Überschriften, ob mich ein Beitrag interessiert, und verbringe dann maximal eine Stunde mit Lesen. Wer es also schafft, die Aufmerksamkeit von mich absolutem Durchschnittsmenschen so zu erringen wie du, braucht sich über Kommentare des Spiegels keine Gedanken zu machen. Es sei denn, du müsstest davon leben…
Mach weiter so und danke!
@Liebhaber
Danke – ein schön formuliertes Lob, dass ich gerne als Ansporn für ein “weiter so” nehme.
Auf die Apotheken Umschau ist in Gesundheitsfragen kein Verlass? Wann haben Sie das letzte Mal eine in der Hand gehabt?
@Doc
Ist das jetzt ernst gemeint?
Sonst hätte ich mir wohl kaum die Mühe gemacht, wegen dieses einen Vergleichs hier einen Kommentar zu hinterlassen. Die Apotheken Umschau muss sich nicht verstecken, was ihre Gesundheitsberichterstattung angeht. Lesen Sie mal in eine rein.
Ach so: Nein, ich bin nicht unabhängig, sondern arbeite gelegentlich für die Apotheken Umschau.
@Doc
Ach so, dann will ich nichts gesagt haben. Dass ein Blatt, welches sich je zur Hälfte durch die Apotheker selbst und Anzeigen der Pharmaindustrie finanziert, “neutral” über das Thema Gesundheit berichtet, halte ich – gelinde gesagt – für unwahrscheinlich ;-)
Aber vielleicht habe ich ja den Artikel verpasst, der z.B. abrät, die teuren Nahrungsergänzungsmittelchen vom Herrn Apotheker zu kaufen … aber ich schweife ab, Schwamm drüber.
Kein Medium berichtet neutral. Selbstverständlich ist die Apotheken Umschau von Interessen beeinflusst, so wie jedes andere Medium auch. Und trotzdem halte ich es für möglich, dass ein Medium glaubwürdig berichtet, auch wenn es nicht frei von Interessen ist.
Journalisten sollen/müssen was schreiben (im Sinne ihrer Herrschaft), Blogger dürfen denken und dann schreiben (im Sinne ihres geistigen und menschlichen Vermögens).
Eine gewisse Häme ist dem Artikel des Hamburger Magazins nicht abzusprechen.
Lag es vielleicht auch am Namen Deines Blogs? “Spiegel”fechter. Wären die sonst auch auf Dich gestoßen?
Habe mir unlängst bei Hobnox die Panels der letzten Re:publica reingezogen. Das Niveau war in der Tat unterirdisch. Moderator Häusler, der Thomas Hermanns der deutschen Blogosphäre, wollte partout witzig sein, es ging aber nach hinten los. Lobo vs. Basic waren nur noch peinlich, genauso Bunz mit Stöwer. Es sollte, mein ich, folgende Regel gelten: Erst wenn man ein interessantes Leben führt, erwirbt man das Recht, darüber in Blogs zu berichten. Keine Minute früher! Wenn morgen verboten wäre, über Produkte und Dienstleistungen zu schreiben, wären zwei Drittel der Blogs still gelegt. Was sich da teilweise an Schleichwerbung tummelt, geht auf keine lila Kuhhaut mehr! Ein Kandidat treibt es diesbezüglich besonders bunt: http://www.pictureupload.de/gallerys/13478/210708195133_tiere_ix-symbol.jpg
guck an, hat ja doch nicht lange gedauert, bis man einen Thread dafür aufgemacht hat …
fragt sich nur, ob freiwillig oder weil der eine oder andere gemeckert hat…
dummerweise steht auch zu diesem Thema wie fast immer immer SpOn-Forum zu knapp 95% Müll.
“Deine Ausführungen weiter oben, wie Einwohnerzahlvergleich zwischen den USA und BRD entwerten ziemlich schnell die aufreisserischen Aussagen in dem Spiegel Artikel. Nun gut, was soll man da noch sagen?”
Das würden, sie wenn die Zahlen nur stimmten…(wir nehmen als Vergleich die offiziellen Einwohnerzahlen der beteiligten Staaten)
Schön ist, dass im Spiegel_Artikel vieles stand, was man in dem Blogeintrag finden konnte. Polemik, Agressivität, Beleidigt sein und sich unbedingt wehren wollen…
@Farian
Ähm ja – 5,7 Mio. geteilt durch 30,5 mal 80 geteilt durch 400 sind?
woher die 400?
Die meisten Zahlen, die ich kenne, bewegen sich bei knapp 300.
und zugegeben, ich habe die 30/360 Methode gewählt.
sorry, wenn das ein wenig zu plünnschieterig ist
“Neutralität” gibt es nicht. Das wäre auch gerade zu unmenschlich. Warum schreibe ich als Journalist oder Blogger über ein bestimmtes Thema und nicht über ein anderes? Warum werden Demonstrationen der NPD als “Aufmärsche” bezeichnet, die Partei “Die Linke” als “umbenannte SED”, Hartz IV als “Reform”, diese “Reform” als “neoliberal” … und so weiter und so fort. Es ist ein Fakt, dass Menschen niemals “neutral”, nicht einmal wirklich objektiv sein können. Man kann sich zwar darum bemühen, aber mann wird es nie sein. Ich halte “Neutralität” und “Objektivität” auch nicht für wirklich wichtige Kritieren. Viel wichtiger ist mir –da schließe ich mich einem Mitkommentator an– die Glaubwürdigkeit. Beruft man sich auf seriöse Quellen, kann man Behauptungen beweisen usw., das halte ich für wichtig.
@Farian
Das qualifiziert dich für den BILD-Blog *lol*
Nee, ist ja ok – ich habe falsch über den Daumen gepeilt, am Ergebnis ändert sich aber prinzipiell nicht viel. Ob es nun 37.000 oder 47.000 Leser sind, who cares? ;-)
da hast du natürlich recht…
im Übrigen…ich lese SPON sehr gerne, darüber das erste mal hierher gekommen.
Der Artikel von SPON war allerdings ziemlich…doof…
@Farian
Dann sei gegrüßt bei den Beta-Bloggern und sei versichert – ich/wir sind nicht nur polemisch, rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessioniell … auch wenn es manchmal den Anschein hat ;-)
@ CHR, #58
Und – so ganz selten finde ja auch ich die neue Schlechtschreibung teilweise gar sinnvoll ;-) Man sollte sich halt stets verbessern (beachte bitte die enthaltene Doppeldeutigkeit *g*), statt sich zu verschlechtern…
Ist doch m.W. auch eine “Neuschöpfung”, sprich: ein Neologismus; bist Du doch damit völlig richtig gelegen und es freut mich, wenn wenigstens “wir beide” es gesehen haben, – “der Cheffe” aber nicht :-D
Gar kein “Fehler”, sondern eher eine wertvolle Anregung, zumal für mich, da ich mich mit Sprache schon ziemlich lange raufe ;-) Mich freut’s (ja – in meinen eigenen Texten nutze ich immer noch den “guten alten Apostroph *g*) einfach, da ich mich auch selber an Jens’ Original gestoßen habe :-D
@ all: Und wer jetzt fehlerfrei zusammenfassen kann, was ich da so klammernd und geschraubt zu sagen versuchte, bekommt ein “Fleißbildchen” ;-)
“Privatsprachen”, persönliche Hermeneutik” etc. – IMHO ein weites Feld…
Gruß
hannilein (das jetzt noch schnell einen Kommentar abgeben muß)
@ Mark F., #69
Anmerkung: Der Name Spiegelfechter ist eine “Leihgabe” meinerseits, da ich in den frühen Neunzigern eigentlich ein gleichnamiges Printprojekt, mit stärkerer Opposition zum “Spiegel”, entworfen hatte.
Der “Cheffe” wird Dir das auf Anfrage sicher gerne bestätigen, – ihm gefiel halt einfach der Name :-D
Gruß
hannilein
Mich kann man schon mal abziehen, ich schau auch öfters bei der HuffPo rein. Was mich dort stört sind die teilweise nur zur Selbstvermarktung Schreibenden (ein, zwei mal ein Eintrag, wenn das Buch promotet wird, dann nichts mehr…) und diese Beiträge, die nur der Anriss eines Beitrags sind, der auf einer anderen Seite steht. Statt das klar erkennbar zu machen, die Leute noch ein wenig rumklicken lassen, na danke.
Anyways… Ich denke, Mark F. (Nr. 69) hat recht, war sicher der Name, der die hat aufhorchen lassen. Hatten sicher Angst vor was BILDblog-mäßigen :D Aber Glückwunsch zum Foto auf der Startseite!
@Farian: Du liest SpOn echt noch gerne? Jedesmal wenn ich auf der Startseite was über “Klau-Kids” oder die letzten Britney Spears-Infos sehe, wunder ich mich, ob die nicht heimlich einen Redirect auf b*ld.de gesetzt haben…
Ach war das mal wieder ein traurig einseitiger Spiegel Artikel.
Und ich könnte wetten, da war am Anfang noch etwas Positives über unsere Blogs drin.
Wurde dann halt wieder von der Bertelsmann Stasi gekürzt. :)
Mir tun die Leute leid, die dort schreiben müssen.
Da wird ein so toller Artikel geschrieben und anstatt sich zurücklehnen zu können und es abends mit einem Glas Rotwein zu genießen, muss der Blogger sich die halbe Nacht Kommentare durchlesen…Blogger´s life
Hups, nach #80 war doch vorhin noch ein anderer und recht anstößiger Beitrag?! Ich kann verstehen, wenn man sowas nicht stehenlassen will, aber schöner fände ich es ja, wenn die kommentarlose Löschung durch eine Entschärfung wie “Hier standen nur haltlose und vulgäre Beleidigungen” o.ä. ersetzt würde. Mit dieser Methode wäre der Zensurbeigeschmack etwas geringer (da wenigstens nicht verdeckt) und die Nummerierung käme auch nicht durcheinander.
Oder stellt das bereits zu viel Plattform für Schmierfinken dar?
SCNR, bin einfach ein starker Zensurgegner und bekomme ein Unbehagen, wenn Beiträge einfach verschwinden…
Die Spiegel-Hansel haben sich tatsächlich korrigiert – und wie das so ist, ohne Verweis…
Nun seht da nicht mehr
sondern
Was für eine peinliche Nummer – eigentlich sollten sie den Sceenshot hier oder auf F!XMBR gesehen habe… ;-)
@Karsten Bier:
Geh nach Hause und mach ein eigenes Blog auf… Dann unterhalten wir uns weiter, wenn jemand Dein Wohnzimmer vollschmiert – besonders wenn es die Rassisten und Menschenfeinde von PI sind…
@Karsten Bier
Provokante Thesen gerne, Gegenstandpunkte auch, auch freche kritische Kommentare – alles kein Ding. Aber Beiträge, die von “Islamophobie” und dem ganzen PI-Gedöns handeln, lösche ich stets kommentarlos und dies hat seinen Grund. Die Burschen wollen die Diskussion nur auf “ihr” Thema lenken und von der eigentlichen Diskussion ablenken. Tausendmal probiert, tausendmal ist genau das passiert. Meinungsfreiheit schön und gut, sich vom braunen ins eigene Wohnzimmer “kotzen” zu lassen, gehört nicht dazu ;-)
@Chris
*g*
Aber den falschen Link zu mir haben sie trotz Hinweis nicht korrigiert – auf die bösen Seiten darf man ja auch nicht verlinken. Momentan kommt jeder zweite Besucher über die Googlesuche “Spiegelfechter” – was für ein Affentheater und ich dachte, die seien erwachsen *kopfschüttel*
Was sind die peinlich, da fällt mir nichts mehr zu ein…
Kleine Korrektur: Der Teaser auf der Hauptseite beinhaltet immer noch Satz Ein Blog über die Blogs… ;-)
… Jens, jetzt hast Du ja schon wieder so einen “ellenlangen Text” verfaßt *g*. Ich habe erst jetzt den lustigen “Spiegel”-Artikel gelesen, bei dem sich offenbar gleich drei Verfasser gegenseitig Mut zusprechen mußten. Herausgekommen ist allerdings dabei nicht nur Schrott. Denn einige Möchtegern-Journalisten unter den unseligen Blogger-Labertaschen hätten schon längst mal eins auf die Mütze bekommen sollen, weil sie sich mit ihrer anmaßenden Art gegenüber den professionellen Print-Medien schon seit langem der Lächerlichkeit preisgeben. Sie merken es nur nicht, weil niemand ihrer vernetzten Claqueure sich traut, es ihnen zu sagen. Der kleine Stups auf die Nase dieser ulkigen Amateur-”Top-Kommentatoren” war somit also längst überfällig ;-)
Wer aber ausgerechnet das exzellente “Spiegelfechter”-Blog als negatives Beispiel herausgreift, zeigt, daß es mit dem professionellen Journalismus, vor allem wenn er auf “Spiegel-Online” zwischen demagogischer Broder-Hetze und den unfreiwillig komischen Ergüssen eines Reinhard Mohr stattfindet, inzwischen leider auch bergab geht.
Ich bin kein großer Freund der Blogger-Szene, in der sich leider noch immer viel zu viele eitle Selbstdarsteller tummeln, nachdem sie auf diversen Boards kläglich gescheitert sind. Nach der überaus dümmlichen Anmache im “Spiegel” reizt es mich aber geradezu, Partei für sie zu ergreifen. Und so rufe ich “Chris” und allen anderen wackeren Amateur-Journalisten zu: Macht jetzt erst recht weiter! ;-)
Und Jens Berger sollte sich schon gar nicht grämen. Ist doch scheißegal, ob US-Blogger noch immer mehr Einfluß auf die Politik haben als ihre Kollegen hierzulande. Wichtig ist, daß man wie der “Spiegelfechter” zu den lesenswertesten deutschen Bloggern zählt. Und was sollte überhaupt der blöde Hinweis auf die hauptberufliche Tätigkeit? Franz Kafka hat als Versicherungsangestellter gejobbt und gehört dennoch unbestritten zu den besten deutschsprachigen Autoren der Welt.
Kopf hoch, Jens! Dieser miese, schlampig recherchierte Artikel sollte Dich erst recht darin bestärken, genau so weiterzumachen wie bisher.
Gruß Ben
Ich kann es immer noch nicht fassen. SPON: Polemisch, rechthaberisch, machtlos….Und sich dann nicht mit einer Zeile konstruktiv mit dem Inhalt des Spiegelfechter Blogs auseinandersetzten…
MACHTLOS ? Wenn sie sich so sicher wären, könnten sie es ja zumindest die spiegelfechter Seite korrekt verlinken…. Verdammte PUSSIES! Haben Angst vor ein bischen page rank mehr für den Spiegelfechter…. Und dann so eine Schlagzeile……
@SF
Mein Senf dazu:
An dieser Stelle erstmal ein Dankeschön für Deinen in meinen Augen hochwertigen, informativen und gut recherchierten Blog mit leichtem Hang zu extravaganter Orthographie und der immer wieder zelebrierten Unfähigkeit, die Notwendigkeit oder die Falschheit von dem zweiten “s” bei dem Artikel “das(s)” zu erkennen :-).
Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, bewerte ich Deinen Blog durchaus als bildend und vor allem lesenswert. Im Übrigen lese ich Nachrichten und Blogs ja schließlich nicht, um meine Meinung wiederzuerkennen, sondern um Informationen zu bekommen und mir selbst ein Bild daraus zu basteln.
Ich denke, dass der Bertelsmannartikel – ups … SPIEGEL-Artikel – genau diese Intention sowohl bei den Lesern als auch bei den Bloggern diskreditieren soll. Das überhebliche Gegreine im Spiegel darüber, dass diverse Blogs eine Gleichschaltung der Mainstreammedien beklagen, ist einfach nur noch peinlich. Die Intention hinter dem Spiegel-Artikel war wahrscheinlich, Blogger als paranoide Spinner und Verschwörungstheorieanhänger zu brandmarken.
Nun – es gibt einige Blogs, die diese Kriterien erfüllen; die Mehrzahl der stark frequentierten tun aber eben genau das eher nicht, sondern sammeln und präsentieren Informationen und belegbare Fakten, die in den Mainstreammedien immer öfter NICHT mehr im Kontext präsentiert werden. Blogs entstanden aus der Not heraus, Desinformation auf breiter Ebene als eine solche zu erkennen und wenn jetzt im Spiegelartikel darüber Häme ausgeschüttet wird, ist das einfach nur noch extrem peinlich. Die Spiegeltypen hätten sich meines Erachtens eher mal fragen sollen, warum überhaupt Blogger Erfolg haben und warum z.B. Leute wie ich, die sich arroganterweise durchaus zur gut gebildeten Schicht zählen, mittlerweile die Mainstreammedien methodisch zur Schlagzeilensuche verwenden, um danach Hintergrundinformationen in diversen Blogs (!) zu suchen. In meiner Überzeugung ist Desinformation schlimmer als Informationslosigkeit und traurigerweise bleibt mir mittlerweile kaum noch ein anderer Weg, als mit Hilfe von Blogs etc. die verstümmelten MM-Infos zu komplettieren. Beunruhigend finde ich dabei, dass zufälllig immer die Hintergrundinfos nicht genannt werden, die das Bertelsmannbild stören. Tendenziöser Journalismus ist ja OK, aber nur, wenn er nicht Medienübergreifend nur noch in eine Richtung tendenziös ist, denn dann handelt es sich um Propaganda.
Auf einen Nenner gebracht: Ich denke, dass hier von Bertelsmännern erkannt wurde, dass die Meinungshoheit gefährdet sein könnte. Dazu passt auch die bekannte Spiegeltaktik, einfach alles in einen Topf zu werfen: Natürlich gibt es eine große Anzahl mieser Selbstdarstellerblogs, jedoch berechtigt das nicht dazu, die hochwertigen ebenfalls in die Schmuddelecke zu stellen.
Der Herr Berger ist ja richtig berühmt geworden, Glückwunsch. Und das der Spiegel seinen Blog zerreißt ist ja nicht wirklich verwunderlich, so oft wie unser “Starblogger” Spon bloßgestellt hat, zurecht!
Dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein bis Herr Berger bei einer großen Zeitung anfangen kann:)
Bürgerjournalismus ist ein schöner Begriff, was Blogs zunehmend auch auf der kommunalpolitischen Ebene leisten.
Die Presse ist in den Regionen weitestgehend monopolisiert und marktorientiert. Auf der kommunalen Ebene ist ein gefährlicher Informationsmangel über die Themen vor Ort entstanden. Für die überregionalen Medien besteht an lokalen Fragen kein Interesse und die regionalen Blätter nehmen lieber Rücksicht auf Anzeigenkunden als dass sie Konflikte bekannt machen, von wenigen sensationsheischenden Themen abgesehen. Die Regionalpresse reduziert politische Themen auf einige Sprechblasen der Lokalpolitiker, damit ist dann die Neutralität gewahrt, Zusammenhänge und Positionen erfährt der Leser so nicht mehr.
In dieser Situation fehlt die 4. Gewalt der Presse und gibt Bürgermeistern und Landräten frei Hand in ihrer Politik, denn Missstände oder alternative Konzepte erfahren die Bürger nicht mehr.
In diesem Vakuum etablieren sich immer häufiger regionale Blogs und betreiben einen Bürgerjournalismus. Damit wird wieder eine Plattform für die politische Meinungsbildung vor Ort geschaffen. Dass danach ein großes Bedürfnis besteht, sehe ich an den wachsenden Zugriffszahlen und der Vielzahl der Kommentare und den Diskussionen, die daraus entstehen. Sicherlich dienen manche Kommentare nur dem Ablassen von Frust, es kommen aber auch zunehmend darüber Informationen und Ideen in die Diskussion.
Bei der Beurteilung der politischen Blogs sollte diese Sparte nicht übersehen werden.
hallo jens,
ich wollte dir nur kurz danken für die vielen artikel, die ich bisher auf spiegelfechter gelesen habe. ich gehöre seit etwa einem jahr zu den regelmäßigen lesern deines blogs. danke für die gute arbeit, die du machst!! und mal ehrlich…. mir ist es dabei ziemlich egal, womit du dein brot verdienst. deine recherchen sprechen für sich selbst.
–> in dem oben genannten sinne bist du ein wahrer amateur ;) danke, cmud
Die deutsche Blogger-Szene sollte sich über den SPIEGEL-Artikel nicht beklagen. Immerhin hat sich eine etablierte Wochenzeitung über volle drei Seiten mit ihr beschäftigt – und damit etliche Leser, denen Blogs bislang gleichgültig oder unbekannt waren, auf diese Form des Journalismus aufmerksam gemacht.
Inhaltlich trifft der Beitrag leider in weiten Teilen zu. Ich kann mich insoweit nur den Ausführungen von Björn (Kommentar Nr. 49) anschließen. Als überzeugter Blogger muß man deshalb aber keineswegs das Handtuch werfen; die berechtigte Kritik an der Qualität vieler Blogs läßt sich auch als Ansporn verstehen, es besser zu machen.
Gut recherchierte, sachliche formulierte Beiträge bieten eine echte Bereicherung und willkommene Alternative zu den etablierten Medien. Rechthaberei und kleinliche Zankereien, wie man sie oft genug in Blogs verfolgen kann, sind hingegen ärgerlich und peinlich. Der SPIEGELFECHTER ist sicherlich eine positive Ausnahmeerscheinung, wenngleich ich mir auch hier etwas weniger sprachliche Kraftmeierei wünschen würde (Formulierungen wie “…grenzt … an Dämlichkeit” wirken dünnhäutig und unsouverän, ganz zu schweigen von einigen Äußerungen meiner Vorredner).
An Chris: Warum so aggressiv?
An SF:
Sorry, du verstehst mich miss. Ich möchte keineswegs, dass solche Schmierereien stehen bleiben. Der Text musste natürlich weg, keine Frage. Ich fände es aus den schon genannten Gründen nur besser, wenn man sehen würde, dass da mal ein Beitrag war und auch die Nummerierung bestehen bleiben würde. Das würde in meinen Augen die Konsistenz (vor allem bei späteren Verweisen auf Nummern) und nicht zuletzt die (in diesem Blog eh’ schon hohe) Seriösität noch steigern. Ist aber nur ein Vorschlag.
der similare ton der drei SPIEGEL-autoren ist eine homöopathische reminiszenz an die sehnsucht nichtdomestizierten schreibens -> unispirierter, auf BILD-niveau verallgemeinender zeilengeldjournalismus mit deutlich selbstgeisselnden spitzen, absichtsreich und unspritzig. da sehnt man gradezu den videoblogger im eigenen haus ans keyboard zurück..
Von den vom “Spiegel” zu Star-Bloggern gekrönten Beta-Bloggern gefällt mir der “Spiegelfechter” am besten, denn bisher hat er die geringsten Star-Allüren entwickelt, eigentlich überhaupt noch keine. Hoffentlich ändert sich das nicht nach dem Artikel im “Spiegel”. Zwar teile ich seine Ansichten mitunter nicht, aber seine Beiträge bereichern fast immer mein Weltbild.
Am unsympathischsten erscheint mir Rainer Meyer, der sich gerne Don Alphonso nennen lässt. Auf seiner Blogbar fand ich gestern abend ein schönes Beispiel für den vom “Spiegel” beklagten Umgangston, der in manchen Blogs herrscht:
—
Jürgen, 21.7.2008, 23:10
Auf jeden Fall dürfte es ein paar nicht Genannte geben, die darob heute schon ihre Tischkante zerbissen haben.
Stefan Awarenss, 21.7.2008, 23:38
Spieglein, Spieglein an der Wand!
Wer ist der beste Blogger im Land?
Die Leitkuh der Betablogger heißt Stefan Niggemeier, das Rumpelstilzchen bist Du, Don.
DonAlphonso, 22.7.2008, 0:14
Wie man an den Stefan Niggemeier verehrenden Trollschweinen erkennt, ist das vergleichsweise unabhängig von der Nennung.
—
Der mittlere Beitrag wurde übrigens bald gelöscht, so dass dem geneigten Blogbar-Besucher gar nicht mehr klar ist, auf wen oder was genau sich Herrn Meyers Beleidigung bezieht.
faszinierend find ich, wie sich das Ergebnis der Meinungsumfrage rechts oben seit gestern um 4 % verschoben hat – vermutlich durch ein paar Neubesucher via SpOn – da sage noch einer inhaltsleere Propaganda funktioniert nicht
Als Wirtschaftsblogger (und damit Zahlenmensch) gefällt mir der Vergleich der Abrufzahlen in den USA und in Deutschland, so wie der Vergleich Qualitätsmedium Münchner Merkur und Spiegelfechter.de natürlich ausgesprochen gut. Es relativiert den angeblichen Erfolg der Blogs in den USA genauso wie das angebliche Versagen der deutschen Blogs. Peinlich für den Spiegel, dass das so ziemlich die einzigen harten Fakten sind, die der Spiegel-Artikel zu bieten hat. Und die sind nicht wirklich richtig. Der große Teil des Artikels ist dummerweise das, was der Spiegel den Bloggern vorwirft: Polemik. In üblicher Journalistenmanier werden ein paar Zitate eingestreut und fertig ist der Artikel. Das einzige, was SPON hat, sind knallige Überschriften. Dahinter erwarten dann den Leser aber oft Enttäuschungen …
Und was die Verlinkbarkeit von SPON Artikeln angeht: Im Wirtschaftsbereich haben die so gut wie nie was Spannendes zu bieten. Hier liefert die FAZ z.B. deutlich mehr.
@93 Schwitzig
Glaube ich weniger – dann hätte man andere Blogs hervorgezaubert. Lieb, Niggemeier und meine Wenigkeit sind nun wohl kaum als paranoid oder VTler zu bezeichnen.
Blogs sollen im Artikel des SPIEGELS mE eher marginalisiert werden, ihnen soll Relevanz, Seriösität(!) und Kompetenz abgesprochen werden.
Genau das ist die Trennung von Inhalt und Medium, die in den klassischen Medien immer wieder falsch verstanden wird. Ist der SPIEGEL deshalb unseriöser, weil auch die Trucker-Pornos als Papiermagazin erscheinen?
Im IV hat der Redakteur genau dies gefragt ;-)
@91 Ben99
Danke für das nette Lob. Ich sehe den SPIEGEL-Artikel übrigens keineswegs sooo negativ, wie viele meine Leser. Es ist nun einmal der SPIEGEL und für dessen Verhältnisse ist der Artikel sogar recht neutral – Blogs, wie Nachdenkseiten oder der SF, vertreten nun einmal in gewissen Punkten eine komplett unterschiedliche Meinung, wie der SPIEGEL. Wenn man sieht der SPIEGEL mit anderen Personen/Institutionen umgeht, die seinem Weltbild widersprechen, sind “wir” noch gut weggekommen ;-)
In der Passage über mich werden Fragen gestellt, die sich wohl auch Liesschen Müller stellen würde – das ist ok, es ist nur problematisch, da keine Antworten geliefert werden und die Fragen so im leeren Raum stehen bleiben und die Antworten in den Köpfen der Leser entstehen. Wer Blogs negativ gegenübersteht, wird die Fragen im eigenen Kopf auch negativ beantworten, wer Blogs mag, wird sie positiv beantworten und wer neutral ist, macht sich (hoffentlich) sein eigenes Bild. Von Verriss oder Schmähkritik würde ich hier gar nicht sprechen wollen.
@ Jens
Jaja, die Qualität von (Amateur-)Blogs
Huii, aber das musste ja ‘mal gesagt werden!
Liest man die Kommentare (viele) – und häufig lauten dementsprechend die Blogartikel – könnte man, viel zu häufig, meinen: “Offiziell” und “Mainstream” = schlecht & falsch – Orchidee die im Verborgenen blüht (z. B. Blogs, Freitag, der katholische Rheinische Merkur …) = gut! Weil abweichend?! Würde man sagen: “Alles hier ist Mist und falsch!” wäre diese Meinung hier auch abweichend … und somit gut & richtig??! Nur Sekundärquellen = Super? Sekundär- und Primärquellen = Mist? Naja
Wäre es an mir gewesen – ich hätte geschwiegen und den SPIEGEL-Artikel als Meinung stehen lassen. Die Reklamefunktion erfüllt er, zweifellos, und das hast Du als Quelle vonInformation & Anregungen, zusammen mit vielen Kommentatoren hier, auch verdient.
Ein Aspekt fehlt mE im Spiegel-Artikel, natürlich auch in Deiner “routinierten” Antwort darauf: Warum blogt man und warum kommentiert man dazu (trifft also auch auf mich selbst zu!)? Darauf fallen mir zwei Antworten ein, die ich natürlich verschweige. Das will doch keiner hören! Da find’ ich höchstens ‘n schönes Zitat in meiner Sammlung: “„Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.“ Theodor Fontane :)
Beste Grüße
Vogel
PS.: Natürlich bleib ich Dir treu!
@98 Karsten Bier
OK, da haben wir uns missverstanden – normalerweise handhabe ich das auch so, wenn es Folgekommentare gibt. In diesem Falle gab es die m.W. aber noch nicht. Ansonsten d´accord.
schon lustig, wie aufgegeilt und empört zugleich blogger reagieren, die in einem bösen massenmedium behandelt werden. erst mal natürlich stolz mit dem macbook auf goslars marktplatz posieren, sich für den spiegel-fotografen schön zeit nehmen, natürlich, dann ist man auch endlich mal gedruckt, mutti wird’s freuen, aber schließlich, nach der erwartbaren veröffentlichung wird aufgeschrien: SKANDAL! SKANDAL! die schweinejournalisten schreiben “blog” und meinen “artikel”. wie peinlich! nee, das hier ist peinlich. der artikel war keine offenbarung, in seiner aussage aber vollkommen richtig, wie das selbstreferenzielle mimosentum in amateur-blogs wie diesem deutlich beweist. der artikel hat einen großen fehler: er überbewertet mit drei seiten so manchen deutschen blogger.
@105 Vogel
Ja ja, ich weiß – Si tacuisse philosophus manisse ;-)
Ich wollte die “Neuen”, die wegen des SPIEGEL-Artikels mal vorbeischauen, aber nicht ohne Gegenkommentar die Seite durchforsten lassen – ein Philosoph bin ich nun einmal nie gewesen ;-)
spiegel hat deinen link übrigens währenddessen repariert
Hallo Jens,
da muß ich doch auch mal in die Bresche springen für meinen Lieblings-Blog – obwohl das eigentlich gar nicht notwendig wäre ;-)
Ich maße mir einfach mal an, von den Begriffen “Qualität” (aufgrund meiner aktuellen beruflichen Tätigkeit) und “Journalismus” (aufgrund langjähriger Einblicke in eine Zeitungsredaktion während meines Studiums) ein bißchen was zu verstehen.
Und was DER SPIEGEL, und noch schlimmer dessen verhunzter Online-Ableger, regelmäßig abliefern, hat mit beiden Definitionen bestenfalls noch im karikierten Sinne zu tun.
Die Tatsache, dass sich das schludrig recherchierte INSM-Kampfblättchen ausgerechnet u.a. den Spiegelfechter als Paradebeispiel für seinen Rundumschlag gegen die “Blogger-Szene” ausgeguckt hat, ist eigentlich schon Beleg genug für diese These.
Aber wie schon in einigen Kommentaren angedeutet: die Autoren waren wohl noch nicht mal schlau genug zu erkennen, dass sie mit ihrem Geschreibsel unbezahlbare PR für Dich und die von mir ebenfalls sehr geschätzten Nachdenkseiten betreiben. Also, um die Ärzte zu zitieren: “lasse reden” und freu Dich über die dadurch weiter steigende Verbreitung!
Und vor allem anderen, mach bitte so weiter!!!
Gruß
Bernd
Hallo,
Du hast einen sehr schönen Blog hier. Vorallem gradlinig, zielgerichtet und ehrlich. Mein Trackback ist wohl nicht angekommen, also setze ich den Link noch mal in einen Kommentar. http://www.wahn-der-gedanken.de/?p=429
Beste Grüße!
@Jens
“Hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Philosph (gewesen)” Jaja, das auch – aber noch viel mehr: “Qui’s excuse, j’accuse!” (Emile Zola) – das sehe ich noch “problematischer”, gelle!
Beste Grüße
Vogel
“Die deutsche Blogger-Szene sollte sich über den SPIEGEL-Artikel nicht beklagen. Immerhin hat sich eine etablierte Wochenzeitung über volle drei Seiten mit ihr beschäftigt – und damit etliche Leser … auf diese Form des Journalismus aufmerksam gemacht.”
Genau! Und ich glaube, für die Blogger, die sich seit gestern ereifern und schon Schaum vor dem Mund stehen haben, war die “Würdigung” durch den SPIEGEL geradezu ein gefundenes Fressen.
Ich finde schade, dass auf beiden Seiten eine streckenweise recht argumentarme Polemisiererei vorherrscht und die Blogger es nun ihrerseits offenbar für ebenso wichtig halten, die Printer runterzuputzen wie umgekehrt.
Die Blogosphäre ist aufregend und auch ganz schön herausfordernd! Sie fordert und erlaubt grundsätzlich andere Heran- und Umgehensweisen, was journalistische, professionelle, semiprofessionelle oder eben vom Amateur geleistete Recherche, Darstellung, Diskussion betrifft. Und der größte Unterschied ist meiner Meinung das Tempo. Da kann’s einem Alt-Printer schon mal schwindelig werden..
Ich jedenfalls finde beides spannend, die temporeiche, polyphone, oft sehr witzig-intelligent-schnoddrige Diskussion im Web und das gute alte Printformat. Und ich sehe keinen Anlass für Schlammschlachten, sondern nur für fruchtbare Kooperationen.
Da es in Deutschland keine Alphablogger gibt, ist es doch recht erfreulich, wenn man sich unter den fünf bemerkenswertesten Betabloggern befindet. Auch diejenigen Blogbetreiber, die hier über den Spiegel herziehen, wären überglücklich, würde ihnen der Spiegel so viel Aufmerksamkeit zollen wie Dir.
Welcher Blogbetreiber hat hier den Anspruch erhoben, vom Spiegel mit Aufmersamkeit überschüttet werden zu wollen?
Mitmachen, sich fotographieren und interviewen lassen und hinterher drüber abkotzen. Das nenne ich kleinkariert und spießig.
si tacuisses, philosophus mansisses
@Ploom
Wenn man sich interviewen lässt, weiß man nicht, wie der Artikel aussehen wird. Außerdem sehe ich meine Replik als konstruktive Kritik und Ergänzung, weniger als Widerspruch, an. Teile dessen, was ich schrieb, hätten dem eigentlichen Artikel sicher auch recht gut zu Gesicht gestanden. Wenn Du das kleinkariert und spießig findest … bitte, jedem sei seine Meinung gegönnt.
Was für ein Gezeter teilweise hier in den Kommentaren, einen einzelnen rauszugreifen, wären die gar nicht wert. Liegt’s an den SpiegelOnline-Lesern, die über den Artikel hierher kamen …? Jedenfalls ist Niveau der Kommentare unter den meisten anderen Artikeln wesentlich höher.
Ach ja, das Thema ist inzwischen auch beim Knüwer gelandet – http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1857
SpiegelOnline-Clübchen … tsss, tzz
Wenn man sich von Bild am Montag als “Starblogger” interviewen lässt, sollte man sich hinterher nicht über das Ergebnis mokieren. Ihr könnt nicht beides haben: Pflege der persönlichen Eitelkeit und zusätzliche Klicks – und gleichzeitig faire Berichterstattung von einem Mainstreamblatt erwarten. Da muss man sich schon entscheiden.
Was SPON betrifft: Zu 90 Prozent finden sich dort täglich aus CNN übersetzte Beiträge. Eigenständiges ist absolute Mangelware. Zum Boulevard aber wurde SPON von seinen Lesern gemacht. Zitat eines guten Bekannten, der sich im Metier auskennt, weil er dort arbeitet: “Bei Spon zählt nur die Zahl der Klicks. Da nun mal viel mehr Leute den neuesten Tratsch über Madonna oder Spears anklicken, ist Politik und Wirtschaft immer weiter nach hinten gerutscht.”
Übrigens: Je mehr Klicks pro Tag, desto höher die SPON-Werbepreise. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor.
Gruß WSch
http://wschlegel.kulturserver.de/
Den Artikel von SPON habe ich gelesen. Wenn das den Qualitätsjournalismus ausmacht,
ist auch das Gammelfleisch aus Bayern ein Delikatesse.
Als alter Zocker, der gerne mal Sportwetten macht, hätte ich da einen Vorschlag. Im Blog sollte so eine Art Highscore oder Hall of Fame eingerichtet werden. Jeder der es schafft, in seinem Bekanntenkreis Spiegelleser zur Kündigung ihres Abonnements zu überzeugen, sollte in der sogenannten Hall of Fame oder der Highscore Punkte erhalten.
Am Jahresende könnte dann ja eine kleine Feier stattfinden.
Ich bin mir sich sicher, mit dem eingesparten Geld für die Spiegeljahres-Abos läßt sich ordentlich was auf die Beine stellen.
Das der Artikel von Spiegel Online den Blogs vorwirft keinen politischen Einfluss in Deutschland zu haben ist definitiv so nicht wahr. Ich erinnere mich hier an die Bahnprivatisierung und den Aufruf seine SPD Abgeordneten des eigenen Kreises ein entsprechendes Fax zu schicken. Die hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Bahn Privatisierung nicht in dem Maße gekommen ist, wie sie es vorher sollte. Ich selber habe noch das Antwortschreiben des SPD Abgeordneten meines Kreises in dem dieser darauf eingegangen ist und sogar erwähnt hat, dass er diesen Brief mehrmals bekommen hat.
Man kann natürlich nicht wissen ob es auch ohne diese Briefe an bestimmt mehrere Abgeordnete der SPD so gekommen wäre oder nicht, aber es hat mit Sicherheit die Zweifler der SPD damals gestärkt.
Ich lese zwar nicht viele Blogs, aber als zusätzliche Informationsquelle und gerade auch als eine Gegendarstellung zu den Mainstreammedien ist es eine enorme Bereicherung. Gerade durch die Quellenangaben kann man auch viele Hintergrundinformationen selber nachprüfen und nachlesen. Diese Hintergrundinformationen werden einem von den Mainstreammedien meistens nicht angeboten, man muss einfach glauben was sie einem erzählen. (Dabei kann man ja gerade durch das Internet Hintergrundinformationen schnell und einfach durch einen Link einfügen)
Ich persönlich lese derzeit einige große OnlineZeitungen, wie SPON, einige kleinere und einige politischen Blogs, nur durch diese Zusammensetzung empfinde ich derzeit noch eine einigermaßen gute Informationsfülle, da ein Thema durch diese Weise von mehreren Seiten betrachtet werden kann, man einige Details nachprüfen kann und sich letzten Endes eine einigermaßen objektive Meinung bilden kann.
@Steffan
Yep, ein guter Artikel. Ich werde ihn auch im Text “nach”verlinken ;-)
@ – 102 – egghat -> zitat: Der große Teil des Artikels ist dummerweise das, was der Spiegel den Bloggern vorwirft: Polemik. -> das trifft es!
den SPIEGEL und seinen stil zu verteidigen, ist in etwa der ton den viele ddr-sozialisierte anschlagen, wenn es um systemkritisches geht.
@wes
Da gehören aber immer zwei dazu – einer, der Mist lesen will und einer, der bereit ist Mist zu schreiben. Die alleinige Fokussierung auf die Quote ist ja auch aus dem TV bekannt – man kann da mitmachen, man kann es aber auch sein lassen. Das beispielsweise RTL so ein Mistprogramm ausstrahlt, liegt auch nicht nur an den Zuschauern, sondern an der Bereitschaft des Senders, aus Mist Gold zu machen und dafür andere Aspekte zurückzuschrauben.
@Ulf
Oh ja – ein sehr gutes Beispiel! Die Aktion wurde von den Nachdenkseiten initiiert und auch ich habe mich daran beteiligt und das Faxformular entworfen. Es wurde alleine von meinen Seiten über 2.500 mal heruntergeladen. Als ich mich mit “meinem” SPD-Bundestagsabgeordneten ein paar Monate später mal unterhielt, hat er mir eingestanden, dass die Faxaktion durchaus Wirkung bei seinen Kollegen erzielt hat.
Bin seit über einem Jahr stiller Leser und wollte einfach mal sagen: “Klasse Job, SF!”
Der Mix aus Themenvielfalt + klarer, unredundanter Formulierung + guter Analyse und Recherche macht diesen Blog zu meinem Favoriten.
-AK
“Vanity, definitely my favorite sin.” – The Devils Advocate
@Lau Dan #101
Sehr schönes Beispiel :-(, genau das hatte ich gemeint:
Tschuldigung: Ich halte diesen Kommentar für arrogant!
Wenn “wir” nicht höllisch aufpassen sind wir bald nur noch unter uns … und dann?
Bin seit 1977 SPIEGEL-Abonnent, und werde weiter durchhalten! Nicht nur aus Sentimentalität wg Rudolf Augstein (Günter Gaus, Erich Böhme, Hans Leyendecker und viele andere nicht zu vergessen)! Natürlich nehme ich wahr, dass ich heute den SPIEGEL von 2008 lese (von der ersten bis zur letzten Seite!) und nicht den von 1978! Wer will denn heute noch “17-seitige” Artikel lesen? Wie z. B. bei der Flick-, Neue Heimat- und co-op-Affäre?
Sagten schon die alten Römer: “Tempora mutantur nos et mutamur in illis”, einfacher: “O tempora o mores” “Oh Zeiten oh Sitten!” Das geht weder am SPIEGEL noch an sonst ‘was vorbei!
Trotzdem: Beste Grüße
Vogel
PS.: Darüberhinaus: Ich habe manchmal den Verdacht, dass sich hier Menschen über die frühere/heutige Qualität des SPIEGEL auslassen, die diesen (wahrscheinlich?) gar nicht lange genug kennen. Sekundärquellen (-wissen) = gut?! :-(
@all
Update II:
Eine gut geschrieben Replik auf den SPIEGEL Artikel hat Thomas Knüwer in seinem Blog “Indiskretion Ehrensache” verfasst.
Auch der Oeffinger Freidenker hat sich des Themas angenommen.
@Vogel
Ich
@Jens
Blödmann! :-)
Allerbeste Grüße
Vogel
na dann geb ich auch mal meinen senf zum thema ab.
ich bin zufaellig auf den spiegelfechter gestossen als er noch in den “kinderschuhen” steckt und seither gehoert er zu meinem festen lesereportoire, da er einfach wirklich gut recherchierte, interessante und nachvollziehbare Artikel liefert. bevor ich auf den spiegelfechter gestossen bin hab ich so gut wie keine blogs gelesen, mittlerweile kann ich mir kaum mehr informationsbeschaffung und ergaenzung ohne blogs vorstellen.
wie weiter oben schonmal erwaehnt dienen die mm zumindest fuer mich mehr als schlagzeilenlieferant nach denen man sich richten kann, bzw. sich selbst dann mit informationen zum thema versorgt, wobei es natuerlich auch hier ausnahmen gibt und keinesfalls alles schlecht ist.
was der spiegelartikel glaube ich missverstanden hat, ist, worum es vielen bloglesern eigentlich geht. naemlich darum, sich die informationen die sie, die, mm gerne “vergessen, uebersehen, weglassen” zu besorgen. dazu braucht man keine stars, keine einflussreichen blogs, keine alphablogger und schon gar nicht unternehmen mit viel geld die hinter dem blog stehen. dazu brauchts menschen die interessiert und engagiert sind, und hier schreib ich grad auf einem forum von einem der genau das ist.
was will ich mehr? ich erheb ja nicht den anspruch hier rundum mit informationen versorgt zu werden, sondern ich will mein wissen und weltbild ergaenzen, anreichern und fortsetzen. und genau das kann ich mitunter auf blogs sehr gut! dazu traegt auch bei das viele blogger in ihren artikeln ihre quellen direkt verlinken und man somit recht tief in eine bestimmte materie eintauchen kann.
kann nur sagen, weiter so (gilt nicht nur fuer den sf) und nur nicht von substanzloser, polemischer kritik irritieren lassen. wenn die kritik den wenigstens konstruktiv gewesen waere…mhmmm
Sehr geehrter Herr Berger,
erlauben Sie mir als jemanden, der Ihre scharfsichtigen, differenzierten Analysen außerordentlich schätzt, eine Bemerkung zu ihrer Antwort auf den ‚Spiegel’-Artikel.
So sehr ich nachvollziehen kann, dass die polemische, krakeelende Rhetorik des ‚Spiegel’ den Wunsch nach einer gepfefferten Replik weckt: Wäre es kein überzeugenderer Ausweis eigener Souveränität gewesen, auf den Artikel schlichtweg nicht einzugehen? Claus Koch – der, obwohl er das Wort ‚Blog’ sicherlich niemals in den Mund nähme, eines der brillantesten betreibt – würde (ganz Oldschool) hier der Gegenseite sicherlich ‚mangelnde Satisfaktionsfähigkeit’ attestieren. Dies ist ja mehr oder weniger auch der Tenor der Kommentare aus der Polit-Blogszene. Nur – es fühlte sich dann eben doch fast jeder bemüßigt, den ‚Spiegel’-Beitrag zu kommentieren und ihm damit erst die Bedeutung zu verleihen, die ihm inhaltlich – ich denke, darüber sind wir uns einig – nicht zukommt. Nun mag man einwenden, der ‚Spiegel’ ist ein ‚Leitmedium’ und von daher ist es notwendig auf die in ihm erscheinenden Artikel unabhängig von deren journalistischer Qualität zu reagieren. Dem würde ich antworten: Der ‚Spiegel’ ist ein Folge-, kein Leitmedium. Er reproduziert ideologische Strömungen, kollektiv geteilte Überzeugungen in der Gesellschaft, und man kann sicher sein, dass er sich geschmeidig jeder Änderung dieser Überzeugungen anpasst. Sie zu befördern oder zu verhindern, steht nicht in seiner Macht. Von daher diente es m.E. der publizistischen Effizienz, sich nicht an Mitläufern zu verausgaben.
Hochachtungsvoll
Uli Hutzler
Die Schwärmerei für Augsteins SPIEGEL kann ich nicht nachvollziehen. Die Feststellungen in Enzensbergers Essay von 1959, Bestätigungen bei Schneider/Siepmann 1968 (SP – Die Nachricht als Ware) ergeben: Der SPIEGEL ist die BILD-Zeitung des Mittelstandes – beide Leserschaften suchen jeweils Unterhaltung statt (handlungsfördernder) Erkenntnisse und Urteilsbildung vielmehr: dem bunten Treiben der Welt zuschauen, Entscheidungen neutralisieren, niemals argumentativ. (Focus entspricht dann Super!)
Ab den 1970ern konnte ich beobachten: Jeder Fachmensch erfuhr im eigenen Bereich nur Halbwissen beim Spiegel, in anderen Bereichen mochte es ja anders sein. Das sagenhafte Spiegel-Archiv wird nur bemüht, um Ärger von der anderen Seite zu verhindern, sonst wird locker schwadroniert im Machtgefälle. Man beobachte nur mal die Verwendung von “Querdenker” (entliehen von Edward de Bono: laterales Denken) und “verquast” (Dialektwort, von auswärtigen Redakteuren meist falsch zusammengereimt).
Otto Köhler hat immer wieder die Rolle der Nazi-Fachleute im Spiegel aufgezeigt. Ein Artikel vom 18.3.1959 zu Benjamins Familie ist noch ganz von höhnischem Nazi-Jargon geprägt. Die “Spiegel-Affäre” wird oft missverstanden: Offenbar hatten sich Augsteins BND-Connections beschwert (und ihn dann zu schützen versucht), weil sie die BRD zu wenig kriegerisch befanden; da ist er nur mit F.J. Strauß’ (ex-Propagandaabteilung der Wehrmacht) Eitelkeit und Korruption zusammengerasselt. Augstein hat zeitlebens die Reichstagsbrandlegende seiner alten Nazis in den Geheimdiensten verteidigt. In den 1990ern wurde der Spiegel noch mal offen nationalistisch und rassistisch (z.B. Titelbild: Gysi als jüdisch markierte Krake).
Ich verstehe so einige Kommentare hier nicht. Warum sollte man einen Artikel wie den vom Spiegel nicht beantworten? Soll man so eine Form der Kritik etwa schweigend hinnehmen und so tun, als sei man sich zu fein für eine Antwort? Fände ich ehrlich gesagt eher albern – jeder wird so etwas beantworten wollen und wer da schweigt, hat wohl eher nichts zu sagen. Meine Meinung. Und so zu tun, als wäre die Gewährung eines Interviews eine Art Versprechen, alles, was in der Folge geschrieben wird, stillschweigend hinzunehmen… naja. Kann man vielleicht so sehen, halte ich persönlich aber für Quatsch. Eine kostenlose Werbung wie der Artikel des Spiegel ist Gold wert. Aber nicht so viel, dass dadurch Schweigen erkauft werden kann. :) Wer austeilt wie die Spiegel-Autoren, muss auch die Antwort vertragen können.
Ich kann in der Form der Antwort auch keine unterirdische Polemik erkennen, die sie in Misskredit bringen könnte, die musste ich viel häufiger im Spiegel lesen, wenn sie dort auch häufig in genau dem abgehobenen, snobistischen Ton daherkommt, der hier zum Glück nicht anzufinden ist. Fast nie.
@132 Uli Hutzler
Sicher wäre es das, nur bin ich leider nicht souverän genug, sondern tief im Inneren ein Heißsporn. Außerdem spielt da auch noch das “publizistische Selbstverständnis” des SPIEGELFECHTERS mit rein – ich bin ja gestartet, falsche und verdrehte mediale Berichterstattungen zu kommentieren und wenn möglich zu korrigieren. Natürlich ist SPON nicht satisfaktionsfähig, das ist Herr Broder aber auch nicht und diverse Figuren, über die ich mich im Blog “auslasse”, sind ebenfalls alles andere als satisfaktionsfähig. Leider gehört diesen Leuten aber die öffentliche Bühne und ich gefalle mir eher in der Rolle des störenden Zwischenrufers, über den man u.U. die Nase rümpft, als in der Rolle des kühlen Analytikers, der sich in die innere Emigration zurückgezogen hat. Dass das bisweilen unsouverän wirkt, ist mir bewusst. Vielleicht kühlt sich mein Temperament ja mit der Zeit ab ;-)
Zur Debatte über den SPIEGEL-Artikel fällt mir folgendes Sprichwort ein, an das ich mich selbst auch nie halte: “Never wrestle with a pig, because you both get dirty, but the pig likes it!” ;-)
lmao, für mich sieht dieser Spiegelartikel eher wie nicht ganz so ernst gemeinte Satire aus.
Die Aufmachung (Ein Blog über Blogs), die Wortwahl überzeugen mich eher, diesen Artikel nicht allzu ernst zu nehmen.
Den Link zum Spiegelfechter haben Sie jetzt auch korrekt hinbekommen, also sehe ich das eher als kostenlose Werbung für Blogger, als auf irgendwen eindreschen.
Lehnt euch alle mal zurück, lest den Artikel nochmal und lacht herzlich, so wird es wohl gemeint sein.
Ganz am Anfang schrieb Spiegel: “Egal, was man über Blogger schreibt, hinterher wird man von ihnen doch nur verdroschen, weil man nix verstanden oder mit den falschen Leuten gesprochen hat.”
Und ich glaube, da haben sie sogar recht :)
Jens, bleib ruhig Beta, der Spiegelfechter war und ist immer lesenswert!
@Gerd
Danke, dass du auf diese Umstände nochmal hingewiesen hast. Man es kann es wirklich nicht oft genug betonen, dass die Reichtstagsbrandlüge immer wieder und immer noch vom Spiegel verkauft wurde und wird. Die Handschrift des alten Augstein hat dessen deutschnationale Ansichten immer wieder klar und deutlich im Spiegel dargestellt. Das ist auch alles kein Geheimnis. Der Spiegel war nie in seiner Geschichte ein Ort liberaler Gefälligkeiten.
Heute agiert dieses Blatt unter anderen Eigentümern in einer veränderten politischen Umgebung, und spiegelt nur die Ansichten dieser neuen Eigentümer. Auf diesen Umstand dauerhaft hinzuweisen, diese Art ihrer Qualität aufzuzeigen, diese menschlichen Haltungen und Ansichten dahinter zu benennen die Widersprüche kenntlich zu machen und sie in Zusammenhänge zu setzen, muss Aufgabe und Ziel sein.
Vom Spiegel etwas anderes zu einzufordern, als die Sichtweisen der Familie Mohn, ist so sinnvoll, wie von einem römischen Sklavenhalter politische Unterstützung für Spartacus zu erwarten.
@Jörg
Das erinnert mich frappant an die Rhetorik der PI-Fraktion. “Wenn ich jetzt die Wahrheit sagen, wird eh wieder jeder sagen, ich sei ein Rechter und hätte nichts verstanden” – nichts neues im Staate Dänemark, man kann eine dummen Aussage nicht durch einen Prolog wie diesen entschärfen.
@Jens
Der Spruch mit dem Schwein iss gut, kommt in meine Sammlung!
@Maria v. Boisse #35
Weltklasse der Spruch mit der Arche und der Titanic! Wette, der iss Marke Eigenbau, oder!? ‘Was dagegen, wenn ich den auch sammle? Danke im Voraus!
Beste Grüße
Vogel
@all
Update III:
Nun hat sich auch Albrecht Müller von den Nachdenkseiten zum Thema geäußert – und dies in einer Form, die das Attribut “Lesebefehl” rechtfertigt.
Albecht Müller – wie immer grandios. Ich hab es mal so ausgedrückt: So gut zu schrieben wie Wolfgang Lieb hat mir der liebe Gott leider nicht in die Wiege gelegt. Und natürlich habe ich damit die kpl. NachDenkSeiten gemeint. Wolfgang Lieb hat sich daraufhin per Mail bedankt. Fand ich ganz groß, die Reaktion. Im stressigen Alltag eine Mail mit einem Danke zu schreiben. Machen nicht mehr die meisten…
Ich selbst hoffe, fehlendes diplomatisches Gespür mit Herz ausgleichen zu können… ;-)
Der einzig wichtige Satz des SPIEGEL-Artikels scheint mir das Zitat von Habermas zu sein, der hier die „Wurzeln einer egalitären Öffentlichkeit von Autoren und Lesern“ sieht. Die Breitseiten, die man bei dem Magazin gegen Blogs abfeuert ( „unpolitisch, rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell“), zeigt dessen eigene Polemik bzw. „Beschimpfung“ auf, nicht die einer „Sekte“, wie man dort Blogs, mit Verweis auf SPIEGEL-Autor Broder’s Ungehörigkeiten, selbstbezogen zu disqulifizieren beliebt.
Insoweit erfüllt der Artikel den Anspruch „insgesamt ohne große Bedeutung“zu sein und kratzt selbstverstädlich auch nicht am „voreingenommen-elitären“ „Alleinvertretungsanspruch“ der Milliardärspresse, die trotzdem ihre Deutungshohheit früher oder später verlieren wird. „Dass“ bei dem von einem Fünftel der Gesellschaft gepflegten und gelebten Sozialdarwinismus und menschenverachtendem Neoliberalismus selbst „die breite Masse und nicht bloß ein paar Freaks das Gefühl bekommen, die etablierten Medien bieten nicht genug, ist“ ausdrücklich absehbar und nicht, wie der im Artikel zitierte Jan Schmidt meint, „unwahrscheinlich“.
Eine infame Unterstellung ist die Behauptung, „David hat keinen Stein in der Schleuder. Also schmeißt er mit Dreck“ im weiteren Zusammenhang mit den Nachdenkseiten. Die Nachdenkseiten zeigen tagtäglich, dass es in unserem verkommenen Land noch Menschlichkeit gibt, dass man mit Redlichkeit Menschen erreichen kann, dass Fakten (s. Riester-Rente) zählen, die die Milliardärspresse verschweigt. Die Nachdenkseiten haben Fakten in der Schleuder. Kein Wunder, wenn deshalb die Person, nach der die Rente benannt ist, die inhaltliche Auseinandersetzung inzwischen verweigert.
Abwertend und ohne jegliche Fakten zu nennen werden Spiegelfechter’s „ellenlange Texte über angebliche Verzerrungen der Massenmedien“ als „Leitarikel für den Hausgebrauch“ verunglimpft, um dann, diesmal aufwertend, die Frage seiner Omnikompetenz in den Raum zu stellen, die wiederum abwertend mit dessen „Hauptberuf“ als Öffentlichkeitsarbeiter eines Wasserversorgers ( sou ebbes {sowas},wie uncool!) lächerlich gemacht wird. Was den SPIEGEL-Autoren fehlt, das hat Jens Berger in seinen Artiklen gezeigt: Herzblut und menschliche Kompetenz.
In der gleichen Print-Ausgabe veröffentlicht das Magazin eine Handlungsanweisung für den ‘erfolgreichen’ Zocker („Der amerikanische Patient“), dessen erster ‘kompetenter’ Ratschlag lautet – mit Ausrufezeichen: „Misstraue der Gier der anderen!“, um sogleich die Verantwortlichen der US-Immobilien- und Finanzkrise zu benennen (einer- und andererseits): „Die schlechtverdienenden US-Kleinstsparer sind zwar einerseits an allem schuld – andererseits aber eben doch nur Opfer.“ Ach ja, so einfach ist das!
Der so genannten westlichen Wertegemeinschaft, wie sie von den Machthabern gestaltet wird, kann man in der Tat nur noch mit abgrundtiefem Misstrauen begegnen. Es herrscht Lug und Trug. Es herrscht maßlose Gier. Propaganda, die Hure der Macht, regiert. Es gibt kein Vertrauen.
Die Menschen haben Angst.
Wahrheit, wo bist du geblieben? Wo findest du noch Unterschlupf?
Schau in den Spiegel. Es gibt dich nicht mehr.
KaH
alles ist blogbar -> auch die anonymen meinungsäußerungen ichverstörter randpositionen ~ all things are connected..
Nur komisch, dass sich jetzt schon selbst die Redaktion des Spiegels wundert… Wer sich unserer kleinen “Blogparade” zum Thema Beta-Spiegel anschließen möchte, findet hier alle Infos zur Aktion:
http://www.tutsi.de/der-spiegel-gegen-blogger-in-deutschland/2008/07/22/tutsi-blog-aktuell/
Gruß aus Berlin
Ohjee. Jetzt folgt der Long Tail mit seiner Verwertung…
Erst Schirrmacher und die FAZken und nun der Spiegel… Die Qualitätsjournalisten schlechthin schimpfen über polemische Blogger – völlig unpolemisch, versteht sich. Ja ja, der Balken im eigenen Auge…
Kommentar erübrigt sich – du hast bereits alles Nötige geschrieben.
Siehe es so: auch schlechte Werbung ist Werbung. :)))
Viele Grüße,
Nick
P.s.: schönes Bild vom Broderliner! ;)
Das “machtlos” sagt viel über das Selbstverständnis der etablierten Medien aus…
Die Wichte und Hofberichterstatter glauben tatsächlich sie hätten was zu sagen…
Nicht das ich glauben würde Blogger würden mehr bewegen aber soll man ihnen jetzt mitleidig über den Kopf streicheln und sagen ihr Armen im Geiste bleibt bei eurer Illusion oder soll man sie aufwecken?
Was lese ich: “… Qualitätsmedien wie der FREITAG haben nur eine Auflage von 12.400 pro Woche.”!? Na, da rechnet sich jemand aber die Zahlen schön bzw. es handelt sich um Wunschdenken. Ich arbeite im Printmedienbereich, die IVW-Zahlen sind sowieso alle “schöngerundet” (siehe Burda & Co.). Gerade der Spiegel hat im Vergleich zu anderen Wochenpublikationen noch immer halbwegs” saubere” Zahlen!
Und übrigens, im Einzelverkauf, verkauft FREITAG kaum 1.200 Expl. im Jahr 2007 (inkl. Buchhandel und ca. 2.000 Expl.)!
Und schon wieder wird vom Mainstream gegen Blogs agitiert. Wer erinnert sich noch an das “Blogs = Klowände”-Geseier dieses arroganten Werbedeppen? Getroffene Hunde bellen oder wie war das?
Weiter so und nicht unterkriegen lassen!
meint
Torsten
Wenn man bedenkt, dass Blogs bzw. unabhängige Nachrichtenmagazine wie “gegen-hartz.de” ebenso erfolgreich sind, obwohl sie nur eine kleine Zielgruppe erreichen will/kann, hat sich in der “Internet Demokratie” eigentlich viel getan. Und das ist auch gut so.
Ich bin dafür das der SF(oder generell alle diese ominösen gefährlichen Dinger Namens Blogs die sich mit Politik beschäftigen) ihre Artikel künftig vor Veröffentlichung von den Kompetenten Redakteuren des Spiegel überprüfen und genehmigen lassen.
Denn es kann ja wohl nicht angehen das solche Amateure die nicht bei einem so wunderbarem Medium wie dem Spiegel oder vergleichbaren Blättern schreiben ihre eigene Meinung zu unserer Politik kundtun.Die Leute könnten ja sonst auf den abstrusen Gedanken kommen sich außerhalb des Mainstreams über Politik zu Informieren.
Und wenn sie sich schon außerhalb des Mainstreams informieren müssen warum denn ausgerechnet bei solchen Amateuren wie dem Herrn Berger hier oder bei solchen Steinzeit -Web Seiten wie den Nachdenkseiten.
Passend dazu möchte ich Helen Lovejoy zitieren:
“Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Kinder denken?!”
Werden sie doch durch eben diesen Blog und viele Andere auf die Fehlbarkeit unserer ach so tollen Reform/Innen/Außen und Wirtschaftspolitik hingewiesen.Und das ist an Gefährlichkeit doch kaum zu überbieten.
Hoffen wir, dass es nicht so kommen muss …
Spiegel, inkl. Spon, stehen bei mir ganz oben auf der “ignore-Liste”.
Und dass schon seit Ende 2001. Zero-Contact.
(Ausnahme: wenn ein Link wie der oben zum Spiegelfechter im Spiegel führt -, kann auch ich es mir nicht verkneifen auf mein ignore für 10 Sekunden zu verzichten)
Ansonsten ist dieses Medium, wie (eigentlich) alle Massenblätter indiskutabel und absolut unlesenswert, da sie nur als PR-Organ einer Handvoll von Interessenten fungieren.
Man muß diesen Senf wirklich nicht wissen, den Reuters, AFP, dpa AP (und einige andere) vorfiltert und den Massenmedien zum Fraß hinwirft. Sagen wir mal so: von 100 Meldungen sind 10 wirklich “wahr” und 1 davon ist tatsächlich/ vllt. interessant/ resp. wichtig.
Früher hatte ich die FAZ und den Tagesspiegel aus Berlin im Abo. Seitdem ich die Abos gekündigt habe (wann wohl? – richtig! Herbst 2001) geht es mir mental richtig gut.
TV schaue ich nur noch, wenn klassische Konzerte (Bach, Händel, Britten) auf Arte oder 3sat übertragen werden (mittlerweile selten); zuweilen noch eine unabhängige, frei produzierte Dokumentation.
Also Spiegelfechter, mach weiter so! Ich lese Deine Exzerpte/ Essays/ Artikel sehr gern.
Behalte Deine unabhängige Sicht bei! (nur für den Fall, sollte Dich die Murdoch-Society mit viel schnödem Mammon locken …)
Gruß in die Runde
was regt ihr euch auch so auf:
- der spiegel schreibt auf 3 seiten über blogger
- gleich drei journalisten wurden abgestellt, um die knapp zwei seiten text hart und mit vielen facts zu erarbeiten.
- die qualität des informations-gehaltes zeigt die grosse liste mit den quellen-angaben am schluss des beitrages.
- und alle blogger wurden nicht lächerlich gemacht. der “don-mit-blogger-bashen-traffic-macher” kam doch recht gut weg.
also, bad news are good news!
Ich danke dem Spiegel. Ohne dieses Zentralorgan der kosmopolitischen Rechten, das sich auf schönen Wohnzimmertischen unschuldig räkelt, wäre ich nicht auf dieses Blog hier gestoßen.
Forsch bislang und weiter so, Spiegelfechter!
Keine Ahnung, was den SPIEGEL dazu trieb, so einen einseitigen Artikel zu veröffentlichen.
Aber wahrscheinlich ist man sich nur des eigenen Bedeutungsverlustes gewahr geworden und musste deshalb die Bloggerlandschaft, die noch eine kritische Distanz zur politischen Elite bewahrt, diskreditieren. Für mich war das letzte Heft denn auch der Grund, nach 10 Jahren endlich das Abo zu kündigen.
Hallo Spiegelfechter,
angesichts des wunderlichen Spiegel-Artikels muss ich jetzt auch mal ein Lob aussprechen. Ich lese deine Artikel nun schon seit einiger Zeit und bin immer wieder begeistert. Gute Recherche, eine starke Meinung und interessante Themen. Ein wirklich grossartiger/s (??) Blog.
Der Spiegelartikel dagegen ist wirklich unglaublich, ob absichtlich oder nicht, hier hat wohl jemand den Sinn von Blogs völlig missverstanden. Ich lese Blogs nicht als Tageszeitungs-Ersatz sondern Zusatz! Und ich denke das ist der Sinn und Zweck. Dieser Artikel war selbst fuer das derzeitige Spiegel-Niveau selten duemmlich.
Und zur Huffington Post, wenn ein professioneller/s Blog so aussieht kann man ja auch gleich Spiegel-Online lesen. :-)
Als Zusatz darf man sich dann sehr hip fuehlen, denn man liest ein Blog und keine Online-Version einer Zeitung oder Zeitschrift.
Gruesse
harey
Hallo Spiegelfechter,
Danke, dass es Blogger wie Dich gibt. Die Welt waere ja so langweilig und trueb.
Bitte weitermachen, dann merkt vielleicht auch der Alpha-Spiegel, dass er gar nicht mehr Alpha ist sondern Omega?!
Gruss aus Japan
Es gibt doch einen und nur einen Alphablogger in Deutschland: Peter Turi. Der besitzt die Internet-Adressen alphablogger.de und alphablog.de wie man bei der DENIC nachlesen kann.
Ich finde ja, man sollte sich mal kritisch darüber auslassen, dass der SPIEGEL, wie 90% aller – ach so seriösen – Online-Zeitungen seine Artikel einfach abschreibt. Auf so eine Idee würden die meisten -ach so unseriösen – Blogger niemals kommen…
Man kann sich mal einen Spaß draus machen und nach Phrasen aus SPON-Artikeln googeln. Man findet sie dann meistens in US-Medien.
Jüngstes Beispiel: Ein Hetzartikel gegen zwei US-Wissenschaftler, die vor Handy-Strahlung warnen und sich auf eine neue Studie beziehen. SPON verteidigt mit Schaum vorm Mund die Handy-Industrie, aber es ist nicht mal sein eigener Schaum, den SPON-Redakteur Markus Becker da verspritzt, sondern ein AP-Bericht, der überall in den US-Medien, z.B. auf yahoo.com publiziert wurde.
Orignial: http://news.yahoo.com/s/ap/20080723/ap_on_hi_te/cell_phone_warning
Und “Fälschung”: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,567764,00.html
@Jonas Mayer
Aber, aber … SPON-Journalisten schreiben doch nicht ab! Das ist wohl eher ein weiterer verblüffender Fall von “Great Minds Think Alike” ;-)
Viele Sachen die hier beim Spiegelfechter oder auch bei den NachDenkSeiten kritisiert werden, werden auch z.B. in der Süddeutschen Zeitung, Frankfurter Rundschau oder der FTD kritisiert. Was sind denn das denn jetzt für Zeitungen? Betazeitungen oder weil es dort bezahlte Redakteure gibt vielleicht sogar noch “schlechter”? Ich raff nicht was uns der Spiegel eigentlich sagen will.
@162 Possimist
Man kann nicht von einem Artikel auf die gesamte Zeitung schließen.
Die Artikel von Lucas Zeise und einigen wenigen weiteren sind die Ausnahme.
http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/index.html
Diese Artikel spiegeln nicht die Meinung der Zeitung wider.
@163 superguppi
Ok, dann sind eben diese Redakteure Betaredakteure laut Spiegel.
Hallo Jens,
als ich den Spiegel-Artikel gelesen habe, war ich zuerst ein bissl wütend, aber kurz danach musste ich einfach lachen. Ich hatte den Eindruck, dass der Artikel eher die Angst ausgedrückt hat, dass klassische Medien (wie z.B. der Spiegel) an Lesern und Einfluss verlieren. Zum Glück gibt es meinem Eindruck nach in Deutschland – zwar leider nur langsam und nur teilweise – immer Menschen, die nicht dumpf alles nachplappern, was die mehrheitlich eher konservative und wirtschaftsliberale Presselandschaft vor sich hin fabuliert.
Natürlich habe ich weder beim Spiegelfechter oder den NachDenkSeiten, noch beim Spiegel oder der Süddeutschen – um nur einige Beispiele zu nennen – die Gewährleistung, dass die Ahnung von dem haben, worüber sie schreiben. Deshalb lese ich auch alle vier und nicht nur eins davon und bilde mir am Ende meine eigene Meinung.
Ich persönlich möchte meine drei Lieblingsblogs (Bildblog, Spiegelfechter und NachDenkSeiten) auf jeden Fall nicht mehr missen.
Grüße und einen schönen Abend.
debil
Die meisten Spiegel-Redakteure interessiert nicht was in Weblogs steht, weil sie sind ja die Profis und die die Autoren der Weblogs sind Schmutzfinken oder bestenfalls Amateure. Die Spiegel-Leute sind konservativ denkende Menschen. Nichts kann an deren Fassade kratzen. Für den betreffenden Artikel wurden deshalb auch Leute aus der dritten? Reihe eingesetzt (γ-Redakteure). Während andere Artikel oft auch Weblinks am Schluss anführen, wurde hier alles vermieden, was dem Leser ermöglichen würde, sich ein eigenes Bild zu machen.
Ich frage mich manchmal, ob die anderen Zeitungen Leute wie Heiner Flaßbeck, Lucas Zeise, Wolfgag Münchau und Heribert Prantl nur als Feigenblatt einsetzen, denn deren Kommentare sind diametral zu den sie herbergenden Zeitungen ausgerichtet.
Hi, ich muß zugeben, ich hatte mich auf den Spiegelartikel sehr gefreut. Der Inhalt war doch ziemlich enttäuschend. Aber jeder Schaden hat seinen Nutzen, immerhin bin ich dank des Artikels mal auf Deinen interessanten Blog gestoßen und werde auch in Zukunft ab und zu vorbeischauen!
Grüsse aus Zepernick :-)
Das klingt doch ganz nach “Getroffene Hunde bellen”. Warum nicht einfach die Kritik hinnehmen und sich nicht über den Spiegel-Artikel aufregen. Der Spiegel hat es schon auf den Punkt gebracht: Wenn man die deutsche Blog-Szene mit der amerikanischen Vergleicht, steckt sie hier noch in den Kinderschuhen. Dennoch kann auch das symphatisch sein. Ich würde sagen: Macht was draus und regt euch nicht nur auf.
@Matt
Ich denke dem Großteil hier geht es um Kritik. In Deutschland wird Kritik immer mit Jaulen verwechselt wird, dadurch wird entweder meistens alles hingenommen oder Kritik endet in sinnlosem Lästern.
Warum müssen wir eigentlich in ein anderes Muster hineinwachsen? Vielleicht sind Deutschlands Blogger was sie eben sind. Zwar gehört man durch das Bloggen schon fast zu einer Art Subkultur, aber man verändert nicht postwendend seinen Charakter. Also sind Blogs auch ein Spiegel dessen, was Deutschland denkt und fühlt. Und wer sind wir Deutschen eigentlich mit unserer german angst, Politikverdrossenheit und dem Steuerungswahn?
Mich würde interessieren wie sich die Spiegel-Redakteure in einem fairen Duell gegen Blogger schlagen würden. Ob wir es wohl schaffen würden qualitativ bessere Arbeiten abzuliefern? Das wär mal ne witzige Sache, denn wenn David Goliath schon mit “Dreck” zu Strecke bringen kann, wär das wohl ein eindeutiges Zeichen. Daher habe ich auf meiner Seite zum Duell aufgerufen. Mal schaun was draus wird.
@170 Christian
Daran haben die Paladine des Qualitätsjournalismus doch gar kein Interesse. Es geht ihnen nicht um einen Vergleich, sondern um das Wegwedeln einer “Scheißhausfliege” ;-)
Scheißhausfliegen sind nervig, daher möchte man sie am liebsten zerquetschen. Wenn der Qualitätsjournalismus uns so weit überlegen ist, sollte er dazu doch auch in der Lage sein oder nicht ? Nun ja, wenn sie schon solcherlei Behauptungen aufstellen, sollten sie auch bereit sein sich im direkten Kampf zu messen, denke ich. Interessant wärs allemal und vielleicht n ganz guter Schub für die Bloggerszene. Denn wenn die Schwertschneiden der Paladine an Scheisshausfliegen brechen sollte sich der konventionelle Journalismus Gedanken machen.
Illusionen sind schon was lustiges, wenn man immer dabei vergisst und verkennt, dass sich letztlich an dem vom Spiegelfechter hier im Blog vorexerzierten “Nur diejenige Presse ist frei, die kein Gewerbe ist” , frei in Form und Inhalt, nichts geändert hat.
Bei den Mainstreammedien gilt die interne Eigentümerdiktatur, die parteiisch gerichtete Nachrichten verkaufen muss, und dafür eine Menge wirkungsvoller Methoden entwickelt hat. Dieses wichtige Stück der Freiheit vom Zwang des Verkaufs kann nur der wahre Wert eines Blogs sein.
Irgendwelche Duelle zu veranstalten zu wollen, verkennt völlig die Wirklichkeit.
Die etablierten Medien kann man nicht mal gratis konsumieren, so unappetitlich sind sie oftmals.
gegen das Meinungskartell:
http://entzensur.wordpress.com/
Auch der SPIEGEL kann’s: Emotionen schüren, in obigem Fall natürlich negative (Beta-Blogger). Den Bock zum Gärtner machen, heißt sowas im Volksmund!
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,573546,00.html
Da bockt der Blogger.
Zum Vergleich:
http://www.theglobeandmail.com/servlet/story/RTGAM.20080821.wvoting0821/BNStory/Science/home
Der Test selbst: Na ja …
https://implicit.harvard.edu/implicit/germany/
hab ich auch ma geteset hier..
is ja keine große sache..
es gibt ja auch nicht gerade wenig blogger im netz..
Hans