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    geschrieben am 28. Juli 2010 von Spiegelfechter

    21 Menschen wurden getötet – ihr Tod hat jedoch nichts mit Schicksal zu tun, sondern wurde durch die Verantwortlichen billigend in Kauf genommen. Wer aber sind die Verantwortlichen? Man sollte den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die nach Aussage des NRW-Innenministers Jäger wohl in einem Strafverfahren münden werden, vielleicht nicht vorgreifen, zumal die Situation immer noch unübersichtlich ist. Alle Verantwortlichen tun nämlich ihr Bestes, um falsche Informationen zu streuen und sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen. Vielleicht sollte man jedoch auch nicht allzu große Erwartungen in die juristische Aufarbeitung stecken, schließlich ist der Ruhrpott-Filz eine der absonderlichsten Formen organisierter Kriminalität und es wäre keinesfalls überraschend, wenn die Ermittlungen im behördlich angeordneten Sande verlaufen würden. Aus den Einzelheiten, die bis jetzt an die Öffentlichkeit drangen, lässt sich jedoch bereits sagen, dass ein Rücktritt von Oberbürgermeister Sauerland oder Ordnungsdezernent Rabe längst nicht mehr ausreicht – wenn Gerechtigkeit walten würde, müssten sie das Duisburger Rathaus in Handschellen verlassen.

    Die Suche nach Schuldigen

    Um zu analysieren, wer die Schuld an der Katastrophe von Duisburg hat, muss man – nicht nur juristisch – zwischen der Planungs- und der Durchführungsphase unterscheiden. In beiden Phasen wurden eklatante Fehler begangen, die nicht auf menschliches Versagen, sondern auf bewusste Fehlentscheidungen zurückzuführen sind. Über die Fehler während der Planungsphase berichtete bereits der Spiegelfechter-Artikel „Tod auf der Rampe“. Auch wenn Tag für Tag neue Informationen durchsickern, die diese Fehlentscheidungen noch eklatanter erscheinen lassen, ändert sich an den Schlussfolgerungen nichts: Die Stadt Duisburg hat sich in Person ihres Oberbürgermeisters über jegliche Bedenken aus berufenem Munde hinweggesetzt und zusammen mit dem Loveparade-Veranstalter Schaller ein Veranstaltungs- und Sicherheitskonzept entwickelt, das zwar nicht zwingend zu einer Katastrophe führen musste, diese aber billigend in Kauf nahm.


    Oberbürgermeister Sauerland weist jedoch nicht nur jede Verantwortung, sondern auch jeden Verdacht kategorisch zurück, er selbst hätte etwas im Vorfeld von den Problemen gewusst. „Mir sind keine Warnungen bekannt“, so Sauerland gegenüber der Rheinischen Post. Dies ist nachweislich eine Lüge. Sauerland stand auf dem Verteiler eines Gesprächsprotokolls einer Sitzung mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung, der Polizei, der Feuerwehr und des Veranstalters, die vier Wochen vor der Loveparade stattfand. Aus diesem Protokoll geht klipp und klar hervor, dass es seitens der Polizei und der Feuerwehr massive Bedenken gegen das Sicherheitskonzept und den Veranstaltungsort gab.

    Besonders deutlich wird dies durch einen handschriftlichen Vermerk auf der Durchschrift des Protokolls, in dem der zuständige Baudezernent Jürgen Dressler jegliche Zuständigkeit und Verantwortung abgelehnt hat. Ordnungsdezernent Rabe setzte sich über das Veto des Baudezernats hinweg und versprach dem Veranstalter „eine Lösung“, da „der OB die Veranstaltung wünsche“. Ein solcher Vorgang ist in der kommunalen Verwaltung alles andere als üblich. Sauerland hat diese Abschrift – inklusive der handschriftlichen Ergänzung von Dressler – erhalten, dies geht aus dem Verteilerschlüssel hervor. Wenn Sauerland nun behauptet, ihm seien keine Warnungen bekannt, so ist dies offensichtlich eine Lüge. Was will Sauerland damit überhaupt bezwecken? Die Loveparade war von Anfang sein persönliches Steckenpferd – ein zentrales Ziel seiner Amtszeit. Wenn Sauerland keine Warnung gehört haben will – und Warnungen gab es zahlreiche -, so muss man sich mit Fug und Recht fragen, was er überhaupt in seiner Amtszeit macht.

    Auch andere Stellen im Rathaus haben eklatant versagt. Der Kölner Express zitiert einen Gruppenführer der Kölner Polizei, der in die Vorbereitungen involviert war: „Es gab 12 bis 13 Ortstermine in Duisburg. Und jedes Mal waren wir uns einig, dass das geplante Konzept im Chaos enden wird, dass es Verletzte und Tote geben wird”. Seine Bedenken wurden jedoch ignoriert: „Uns wurde immer wieder mitgeteilt, es werde nicht diskutiert. Im Rathaus stehe man auf dem Standpunkt: Die Loveparade muss funktionieren“. Kann man überhaupt noch von Fahrlässigkeit sprechen oder handelt es sich bereits um Vorsatz?

    Die Katastrophe begann schon am Morgen

    Viel ist über den letzten Samstag geschrieben worden. Um sich ein Bild von den Versäumnissen auf operativer Ebene zu machen, sollte man sich zunächst einmal von den Phantasiezahlen der Veranstalter verabschieden. Es waren weitaus weniger Menschen vor Ort, als es den PR-Träumen von Schaller und Sauerland entsprang. Sauerland gab schließlich noch um 17:28, nachdem bereits die ersten Toten gemeldet wurden, gegenüber der Presse stolz bekannt, dass er mit 1,4 Millionen Menschen rechnen würde, die bereits gekommen oder noch im Anmarsch sind. Einen Tag später wollte er von dieser Zahl nichts mehr wissen und korrigierte sie auf weniger als ein Zehntel herunter. Beide Extreme sind falsch – seriöse Schätzungen gehen eher von rund 470.000 Besuchern aus, von denen der Großteil nie das Gelände erreichen sollte. Um sich ein Bild von den Unzulänglichkeiten des Wegekonzepts zum machen, ist es hilfreich, wenn man sich die Situation vor Ort – Stunden vor der Katastrophe – anschaut.

    Der Katastrophenforscher Dirk Oberhagemann arbeitet im Auftrag des Bundesforschungsministeriums bereits seit einem Jahr an einer Studie mit dem Namen „Risiko Großveranstaltung: Planung, Evakuierung und Rettungskonzepte“. Zu Forschungszwecken filmte Oberhagemann die Dynamik von Menschenmassen bei Großveranstaltungen wie der Kieler Woche oder dem NRW-Tag 2009. Auch in Duisburg wollte Oberhagemann filmen – und zwar im Tunnel, den er bereits im Vorfeld als neuralgischen Punkt ausgemacht hatte. Doch nicht nur der Forscher wußte um die Unzulänglichkeit des Veranstaltungsortes – der Veranstalter Lopavent versagte ihm die Drehgenehmigung. Seltsamerweise war man bei Publikumsmedien wie Spiegel-TV nicht so kritisch – die Hamburger durften gleich mit sechs Kamerateams auf dem Gelände drehen.

    Oberhagemann wich auf das nahegelegene Hoist-Hochhaus aus und filmte aus dem 14. Stockwerk das Veranstaltungsgelände. Um 14:00, als die ersten Mottowagen losfuhren, waren – so Oberhagemann – lediglich 70.000 Menschen auf dem Gelände. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es zur Katastrophe kommen muss, da selbst bei optimalen Bedingungen die Sicherheitsschleusen (Vereinzelungsanlagen) nur von maximal 30.000 Menschen pro Stunde passiert werden können. Die Katastrophe begann schon früh. Da der Veranstalter am Samstagmorgen noch den Boden planieren lassen musste, wurden die Tore zum Gelände erst um 12:04 geöffnet – von Anfang an gab es dadurch einen gigantischen Rückstau an der Rampe, im Tunnel und auf den angrenzenden Kreuzungen. Nach Angaben des Veranstalters drohte so bereits um 14:00 (also zu einem Zeitpunkt, als das Gelände selbst nur leidlich gefüllt war) den GAU an der Rampe, so dass man zehn der sechzehn Sicherheitsschleusen im Tunnelbereich schließen ließ, um den Nachschub von hinten zu stoppen.

    Panik

    Der Nachschub ließ sich jedoch von den miserabel besetzen Schleusen des Veranstalters nicht stoppen. Als dieser um 15:30 in Panik die Polizei um Unterstützung bat, waren – nach Angaben der Duisburger Polizei – bereits acht Schleusen überhaupt nicht mehr besetzt. Die „Sperrlinien“, die die Polizei als Notmaßnahme einrichtete, wurden bereits wenige Minuten später überrannt. Während der Veranstalter sich der Forderung der Polizei, zur Entlastung die zweite Rampe zu öffnen, offenbar widersetzte, widersetzten sich die Sicherheitskräfte des Veranstalters den Anweisungen von oben und ließen kurz vor der Katastrophe die drängelnden Massen an den Eingangsschleusen zum Tunnel passieren, anstatt sie aufzuhalten.

    Was folgte, war aufgrund der planerischen Konzeptlosigkeit, die von der Stadt Duisburg ihren behördlichen Stempel bekam, unausweichlich: An der unteren Rampe entstand eine extreme Dichte, die sich weder nach vorne, noch nach hinten oder zur Seite entladen konnte. Warum die Polizei zu diesem Zeitpunkt einen „Sicherheitskordon“ auf Höhe der mittleren Rampe aufrecht erhielt und damit die Flucht nach vorne versperrte, wird ebenfalls Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sein. Zur eigentlichen Katastrophe kam es, als ein mangelhaft gesicherter Sperrzaun vor der „Unglückstreppe“ überrannt wurde und die Masse zu diesem vermeintlichen Fluchtweg drängte. Vor der Treppe kamen viele Menschen – wohl auch wegen des niedergetrampelten Zauns am Boden – zu Fall und wurden von der drückenden Masse niedergetrampelt. Die einundzwanzig Todesopfer erstickten grauenvoll, als ihnen der Brustkorb eingedrückt wurde.

    Fragen zum Tathergang

    Während Politik und Verwaltung sich Fragen zum Konzept und zur Vorbereitung gefallen lassen müssen, richten sich die noch offenen Fragen zur konkreten Durchführung an Polizei und den Veranstalter. Dabei ist es wichtig, die Verantwortungsbereiche zu trennen. Für das Veranstaltungsgelände selbst trägt nämlich nicht die Polizei, sondern der Veranstalter die planerische und operative Verantwortung, und zum Veranstaltungsgelände zählen auch die Rampe und der Tunnel. Schallers Lopavent GmbH verpflichtete sich im Sicherheitskonzept, sechzehn Sicherheitsschleusen zu besetzen und alleine im Tunnelbereich 150 Sicherheitskräfte einzusetzen. Beides war offensichtlich nicht der Fall – die Sicherheitskräfte agierten planlos, erhielten – nach Aussagen eines Mitarbeiters – keine Anweisungen von oben und waren ohnehin schlecht ausgebildet und ausgerüstet. Der Verdacht liegt nahe, dass Schaller auch hier an der falschen Stelle gespart hat. Hartz-IV-Empfänger, die für ein paar Euro Stundenlohn als „Security“ jobben, ersetzen nun einmal keine professionellen Kräfte – vor allem dann nicht, wenn auch auf der Führungsebene Chaos herrscht und zu wenig Sicherheitskräfte im Einsatz sind.

    Wie viele Sicherheitskräfte waren im Einsatz? Warum wurden die Schleusen nicht besetzt und beim ersten Andrang geschlossen? Warum wurde auf dem Gelände selbst kein Platz freigemacht, um die nachströmenden Massen zu verteilen? Warum wurde mitten auf der Rampe eine Sperrkette gebildet? Warum wurde die Treppe nicht ausreichend gesichert? Wurde hier am Geld gespart? Schaller hat zwar Recht, wenn er sagt, dass er seine Verantwortung formaljuristisch mit der Genehmigung der Stadt Duisburg erfüllt habe. Die Anzeichen, dass er die – lächerlich geringen – Auflagen aus dem Sicherheitskonzept nicht eingehalten hat, mehren sich jedoch. Wenn Schaller öffentlich verkündet, er hätte alle Auflagen eingehalten, so lügt auch er. Es ist nachgewiesen, dass die Sicherheitsschleusen, die in seinen Verantwortungsbereich fielen, entweder nicht besetzt oder nicht funktional waren. Wahrscheinlich dachte Schaller, er könne ja Geld sparen, wenn er einfach die Polizei kostenlos für sich arbeiten lässt.

    Gegenseitige Schuldzuweisungen

    Bereits am Abend des Unglücks setzten die Verantwortlichen die Taktik „Täuschen, Tarnen, Tricksen“ ein. Sowohl Ordnungssdezernent Rabe als auch Oberbürgermeister Sauerland hatten nichts Besseres zu tun, als der Öffentlichkeit die Lüge aufzutischen, die Opfer seien für ihren Tod selbst verantwortlich. Die Aussage, die Todesopfer seien beim Versuch, das Gelände illegal über eine abgesperrte Treppe zu erreichen, tödlich gestürzt und hätten dadurch eine Panik ausgelöst, wurde von Rabe und Sauerland bereits am Abend des Unglücks gestreut. Rabe und Sauerland wussten sofort, dass ihr „Sicherheitskonzept“ gegriffen habe und die Unglücksfälle auf „individuelle Fehlleistungen“ zurückzuführen wären – oder um es anders auszudrücken, die Opfer wären selbst Schuld. Diese Verdrehung ist perfide und ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Alleine dieser Umstand sollte ausreichen, die beiden Herren aus dem Rathaus zu verjagen.

    Doch Rabe und Sauerland wollen die Krise offenbar aussitzen. In früheren Zeiten wären die beiden Herren wohl vom Mob aus dem Rathaus gejagt worden. Heute ruhen die Hoffnungen der Öffentlichkeit auf der Staatsanwaltschaft. Auf fahrlässigen Totschlag stehen bis zu fünf Jahre Haft. Um ihre Haut zu retten, wälzen sie nun die Schuld auf den Veranstalter und die Polizei ab. Veranstalter Schaller spielt ein ähnlich perfides Spiel und adressiert ebenfalls schwere Vorwürfe an die Polizei. Ansonsten ist nichts von den Herren Rabe, Sauerland und Schaller zu hören – Presseanfragen werden ignoriert und Probleme ausgesessen. Konfrontiert mit diesen Vorwürfen, schlug die Polizei heute auf ihre Art und Weise zurück. Über ihren obersten Dienstherren, Innenminister Jäger, suchte die Polizei die Flucht nach vorne und präsentierte der versammelten Presse allerlei Informationen, die Schaller schwer belasten.

    Auch die Herren im Duisburger Rathaus bekommen aus dem Innenministerium ihr Fett weg. Jäger beschwerte sich nicht nur über die mangelnde Zusammenarbeit im Vorfeld der Veranstaltung und die ignorierten Warnungen, sondern ließ die Öffentlichkeit auch wissen, dass die Polizei erst am Veranstaltungstag die endgültige Genehmigung zu sehen bekam. Das verwundert nur auf den ersten Blick, schließlich ließ sich im Duisburger Rathaus niemand finden, der seine Unterschrift unter dieses Papier setzen wollte. Wie eine heiße Kartoffel kreisten die Dokumente von Entscheider zu Entscheider. Oberbürgermeister Sauerland rettete sich erst einmal in den Urlaub nach Österreich und am 21. Juli fand man endlich einen Dummen – ein kleiner Sachbearbeiter aus dem Bauamt unterzeichnete die Genehmigung. Der Endpunkt dieser perfiden Geschichte könnte es sein, dass nun dieser Sachbearbeiter als Bauernopfer gehen muss und die Herren Rabe und Sauerland bis zu ihrer unverdienten Pension im Amt bleiben. Um mit Max Liebermann zu schließen: „Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“

    Jens Berger

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    168 Kommentare:

    1. Maurice schrieb am 28. Juli 2010 at 20:18 - Permalink

      Sehr sehr guter Artikel, kommt gleich auf meinen ExPat Verteiler in Irland!

    2. michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 20:33 - Permalink

      OB Sauerland muss noch bis zum 10.10. 2010 ausharren, da er erst ab dann pensionsberechtigt ist. So banal könnte der Grund für sein nicht Zurücktretenwollen sein.

    3. Diskussionsteilnehmer schrieb am 28. Juli 2010 at 20:42 - Permalink

      OB Sauerland muss noch bis zum 10.10. 2010 ausharren, da er erst ab dann pensionsberechtigt ist. So banal könnte der Grund für sein nicht Zurücktretenwollen sein.

      Ja so ist das eben mit der Politik. Schön blöd für den Sachbearbeiter.

    4. Johannes schrieb am 28. Juli 2010 at 20:47 - Permalink

      Vielleicht erhofft er sich ja Einfluss auf die Ermittlungen nehmen zu können… Oder zumindest noch ein paar Unterlagen verschwinden lassen zu können um einer Haftstrafe zu engehen. Ein möglicher Nachfolger währe ja möglicherweise an der Aufklärung interessiert.

    5. Wolpert schrieb am 28. Juli 2010 at 21:00 - Permalink

      der OB ist ja schon jetzt pensionsberechtigt. der war ja lehrer. und auf die 6 jahre kommt es bei dem auch nicht mehr drauf an. viel entscheidender ist, dass wenn er sein ausscheiden aus dem beamtenverhältnis beantragt, verliert er alles was er bisher an ansprüchen erworben hat (beihilfe, pension, usw.) und muss sich auch noch nachversichern! der würde dann sozusagen mit runtergelassenen hosen dastehen und könnte sich bei den hartz iv empfängern einreihen. aber vielleicht sollte er das genau machen, dann hat er wenigstens noch ein bischen respekt verdient!

      • michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 21:12 - Permalink

        Der Pensionsanspruch aus der OB-Tätigkeit beträgt etwa 3170€, das ist dann doch deutlich höher als eine eventuelle Berufsschullehrer Pension, wobei ich nicht weiß ob er da auch verbeamtet war.

    6. Wolle schrieb am 28. Juli 2010 at 21:06 - Permalink

      Wenn man sich das in Google Earth( 51°25’12.84″N 6°46’21.79″E) anschaut, erkennt man, das das Gelände für Großveranstaltungen ungeeignet ist! Begrenzt von einer BAB und einer Bahnlinie in Betrieb kann man keine Großveranstaltung durchführen. Menschenmassen brauchen Platz und (wichtiger!) Fluchtwege, beides ist nicht wirklich vorhanden. Wenn man jetzt erfährt, das Zu- und Abgang über eine Rampe die in einen Tunnel führt geplant war, dann ist das mehr als fahrlässig. Zudem hat das Gelände normalerweise weitere zwei Zugänge an der Südseite(knapp südl. Kreuzung Heerstr./Düsseld.-str.) und Nordseite(Ri. Hauptbahnhof; Am Güterbahnhof). Aus (Profit-?)Gründen wurden diese gar nicht benutzt. Mindestens als Ausgänge hätte man diese nutzen müssen. Auch die zweite(schmalere) Rampe(südl. Ende der Straße Am Güterbahnhof) wurde offensichtlich nicht benutzt. Einfach krank! Das Sahnehäubchen war dann noch die Sperrung an der Rampe. Wenn man den Zugang stoppen will, muss man die ost- und westseitigen Tunnelzugänge(Karl-Lehr-Str.) zuerst dicht machen und über Lautsprecher sagen warum! Menschenmassen durch ein Maulwurfsloch auf eine unaufgeräumte Industriebrache zu bringen, geht gar nicht!

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:14 - Permalink

        Das sehe ich anders. Die Autobahn war eh gesperrt – daher hätte man sie als Zuführung nutzen können und gleich mehrere Ein- und Ausgänge an der Autobahn aufbauen können. Vor allem: Man hätte die Autobahn in das Konzept mit einbeziehen können und dort Bühnen o.ä. aufbauen können, um die Massen zu “entzerren”. Das Gelände hätten man dann von dieser Seite auch offen lassen können. Das war aber zu teuer, da der Müll ausserhalb des alten Bahnhofsgelände von der Stadt entsorgt werden muss! Die Zäune standen dort nicht aus Sicherheits-, sondern aus Kostengründen!

        Duisburg wäre nie(!) fähig gewesen, über 1 Million Menschen aufzunehmen – aber das sind eh nur Luftnummern. Die Zahlen stimmen hinten und vorne nicht – weder die LoPa-Zahlen aus Berlin, noch aus Dortmund und Essen. Die rund 500.000 Menschen hätte man – nach meinen Infos – in Duisburg mit einem komplett anderen Konzept durchaus aufnehmen können. Das war aber zu teuer.

        • Wolle schrieb am 28. Juli 2010 at 21:26 - Permalink

          Ok, das mit der gesperrten Autobahn, wusste ich nicht. Ich nahm an, die hätte man erst nach dem Chaos gesperrt um Hilfe ran zu bringen. Das macht es aber nicht besser, eher schlimmer! Kostengründe, wie unschön, wenn man danach 21 Tote und ca. 500 Verletzte am Hacken hat. Die 3.Gewalt wird aber auch hier versagen. Wenn am Morgen noch planiert wurde, dann war der Veranstaltungsort meiner Meinung nach nicht genehmigungsfähig!

          • Juli schrieb am 28. Juli 2010 at 21:43 - Permalink

            Die Autobahn war schon Teil des Konzepts. Hier wurden die Sanitätszelte, Rettungswagen/ Hubschrauber, etc. hingestellt.

            Zäune waren nicht nur auf dem Gelände, sondern auch auf den Wegen dahin und in der Innenstadt. Dort wurde zB der Kantpark umzäunt damit ja niemand die wertvollen Grünflächen und Skulpturen zerstört. Das führte wiederum dazu, dass auch dort die Lage wesentlich eingeengter war als notwendig (ebenso vorm HBF).

    7. Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 21:12 - Permalink

      Sehr guter Artikel wie schon der erste zu diesem Thema. Nur die hier wie dort verwendete Formulierung, dass der Tod von Menschen “billigend in Kauf genommen” wurde” ist zu kritisieren. Der Gefahr, dass Menschen ums Leben kommen hat man hier sicherlich in Kauf genommen. Vielleicht sogar bewusst. Aber dass es billigend geschah, stimmt schlicht nicht. Billigend den Tod eines anderen in Kauf nehmen ist die Definition für vorsätzliche Tötung, also Totschlag oder Mord. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand von der Verantwortlichen wollte, dass Menschen ums Leben kommen. Ihnen waren Prestige oder Gewinn einfach wichtiger als ausreichende Sicherheitsmaßnahmen. Das ist schon schlimm genug, da muss man nicht vorsätzliche Tötung unterstellen.

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:22 - Permalink

        Diese Formulierung habe ich mir gut überlegt. Die Frage, ob hier ein Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliegt, haben die Richter zu entscheiden. Für mich liegt hier – auf Basis des jetzigen Informationsstands(!!!) – durchaus ein bedingter Vorsatz vor. Aber das haben die Juristen zu klären.

        • Wolle schrieb am 28. Juli 2010 at 21:33 - Permalink

          Das “billigend” ist IMHO zutreffend und eher sachlich formuliert. Es wird aber nicht nur eine Ursache geben, da kam mehrfaches Versagen vor. Hinterher ist man immer schlauer.

        • michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 21:34 - Permalink

          Wenn es schon um die juristischen Begrifflichkeiten geht, würde ich aber statt bedingtem Vorsatz eher bewusste Fahrlässigkeit vermuten nach dem bisherigen Kenntnisstand.

          • Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 21:38 - Permalink

            Es war nach Ausführungen im Artikel bewusste Fahrlässigkeit.

          • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:41 - Permalink

            Wahrscheinlich hast Du juristisch gesehen Recht. Bei meiner persönlichen Einschätzung beziehe ich mich vor allem auf die Warnungen aus den Polizei- und Feuerwehrkreisen, die Todesfälle ganz explizit für sehr wahrscheinlich hielten. Wenn man nun diese Warnungen ernst nimmt, ist in einem solchen Fall – meiner Meinung nach – sogar ein bedingter Vorsatz, also ein billigendes Inkaufnehmen, nicht auszuschließen.

            • Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 21:56 - Permalink

              Bedingter Vorsatz wird hier nicht nachweisbar. Nur eine andere Form des Vorsatzes käme in Betracht, wo der Täter den Tod des anderen zwar nicht will, seine Handlung aber sicher dazu führen muss. Aber auch das ist nicht drin, denn dass es Tote bei einem solchen Konzept geben wird, war zwar sehr wahrscheinlich, aber eben nicht sicher.

              Wir sind uns aber einig, dass es eine bewusste Inkaufnahme von schwersten Gefahren für Leib und Leben gab. Es hätte ja sogar noch schlimmer ausgehen können.

              Und leider denke ich, wie du, dass außer vielleicht eines Bauernopfer niemand in diesem Fall ein Gefängnis von innen sehen wird.

        • aquadraht schrieb am 28. Juli 2010 at 22:28 - Permalink

          Es ist schon klar, dass Du Dir die Formulierung überlegt hast. Trotzdem halte ich sie für falsch, und zwar aus der Dogmatik des dolus eventualis heraus. Ich sehe nicht, dass sich Schaller, Rabe und Sauerland den Tod von Menschen als mögliche Folge seines Handelns zu eigen gemacht hätten wie etwa der fliehende Bankräuber, der einen Feuerstoss aus der MPi nach hinten richtet (das ist ein ziemlich klassischer Mord oder Mordversuch mit bedingtem Vorsatz. Der Täter schiesst nicht, um zu töten, weiss aber genau, dass das passieren kann).

          Ich sehe da eher einen bemerkenswerten Realitätsverlust, komplette Phantasielosigkeit und eine komplett merkbefreite Rechthaberei und Besserwisserei. Jedem der Verantwortlichen musste klar sein, dass auch nur ein Todesopfer eine Katastrophe für ihre Karriere bzw. ihr Business bedeutete. Diese Figuren müssen sich allen Ernstes eingebildet haben, mit der Realität umspringen zu können, wie sie es vom Umgang mit ihren Untergebenen gewohnt sind.

          Nebenbei: Wurde die Autobahn nicht erst gesperrt, als die Katastrophe schon passiert war?

          a^2

          • Interessierter schrieb am 28. Juli 2010 at 22:44 - Permalink

            Da auf Totschlag Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahre und auf Mord lebenslang steht, während es für fahrlässige Tötung nur Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre oder Geldstrafe gibt, wird jeder, dem die Tat nachgewiesen wird, behaupten, dass er darauf vertraute, dass nichts passiert.

            Beispiel: “Als ich auf das Opfer schoß, vertraute ich darauf, dass ich nicht treffe.”

            Deshalb wird zutreffend gefordert, dass es objektive Tatsachen gibt, die darauf schließen lassen, dass der Täter auf einen positiven Ausgang vertraut hat.

            aus jusline.de

            Was gibt es an objektiven Tatsachen, dass die Veranstalter und die Stadt auf einen positiven Ausgang vertraut haben? Gibt es vergleichbare Veranstaltung bei denen alles gut gegangen ist? Gab es Veranstaltungen vor denen es derartigen Widerspruch aus Polizei und Feuerwehr gab und die trotzdem gut gegangen ist? Der Schaller fragt einige Sicherheitsfirmen an, es scheinen wohl einige abgelehnt zu haben, weil die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann …

            Die Entscheidung ist in diesem Fall sicherlich schwierig, aber so abwegig ist der Eventualvorsatz nicht. Andersrum gefragt, was hätte zusätzlich gegeben sein müssen, damit ein Eventualvorsatz eindeutig gegeben ist?

            • aquadraht schrieb am 28. Juli 2010 at 23:40 - Permalink

              Bitte keine endlosen amateurjuristischen Diskussionen. Ein auf Menschen schiessender Krimineller ist wirklich eine andere Nummer. Und dieser typische Mord- bzw. Mordversuchsfall schadet dem Kriminellen ja nur, wenn er erwischt wird. Und er schiesst, um seine Flucht zu decken, also den Taterfolg zu sichern. Wenn es dabei Verletzte oder gar Tote gibt, ist das für ihn insoweit ohne Belang, wenn auch eventuell durchaus nicht wünschenswert

              Wenn dagegen bei der LP Menschen ernsthaft zu Schaden kommen, kann weder der Bürgermeister, noch der Polizeichef oder der Veranstalter sich unsichtbar machen. Bei etwas Nachdenken musste klar sein, dass da nichts passieren durfte. Deshalb kommt das mit dem Eventualvorsatz eben nicht hin. Die konnten ja nicht die Leichen verscharren und Friede, Freude, Eierkuchen grinsen.

              a^2

          • ak schrieb am 28. Juli 2010 at 23:20 - Permalink

            Jein: Genau der Mechanismus (“should have known”) greift leider schade in doppelter Weise nicht. Sie hätten alle schon seit vorgestern abstinken müssen. Und ham doch bis heute ihre Amtsessel unter ihren Sesselfurzerärschen.

            Und genau das ist das durch Bloggen nicht zu lösende Problem.

            ak
            28. Juli 2010

          • schwitzig schrieb am 29. Juli 2010 at 08:19 - Permalink

            @a^2

            Ich sehe da eher einen bemerkenswerten Realitätsverlust, komplette Phantasielosigkeit und eine komplett merkbefreite Rechthaberei und Besserwisserei.

            Ich denke, dass genau das der Auslöser für die katastrophale Planung war. Unsere “Eliten” sind mittlerweile derartig abgehoben, dass man sie bestenfalls noch mit den Adeligen im Mittelalter vergleichen kann.
            Ähnlich wie sie an die neoliberale Wirtschaftsreligion glauben, glauben sie an die eigene Bedeutung und Unfehlbarkeit, wofür auch spricht, dass sowohl Sauerland als auch Rabe ganz offensichtlich noch nicht einmal im Vorfeld eine Worst-Case-Strategie für ihre eigene “Karriere” entwickelt haben – in ihrer dämlichen Selbstverliebtheit haben sie sich selbst ein Bein gestellt.
            OK – natürlich können sie darauf spekulieren, dass sie nicht strafverfolgt werden, denn schließlich gehören sie der (Rechts)privilegierten Kaste an.

          • name schrieb am 29. Juli 2010 at 15:11 - Permalink

            Dein Bankräuberbeispiel taugt als Vergleichsgrundlage und juristischer Maßstab in keinster Art und Weise, um die Abgrenzungsfrage eindeutig zu klären, ob hier bewußte Fahrlässigkeit oder bedingter Vorsatz gegeben war.

            Ich gehe schwer davon aus, daß jenes darauf vertrauen, daß der Taterfolg nicht eintreten mag, unter diesen Umständen dort nicht gegeben ist.

          • Sulukol schrieb am 29. Juli 2010 at 19:27 - Permalink

            Die Autobahn wurde meines Wissens schon vor Beginn der Veranstaltung gesperrt. Das kam am Samstag schon ziemlich früh im Radio.

          • DocWölle schrieb am 30. Juli 2010 at 07:41 - Permalink

            Nein, die A59 war den ganzen Tag gesperrt. Und es befindet sich zwischen der Autobahn und dem Gelände weder eine Leitplanke noch ein Wall, man wußte auch vom Wochenende vorher (A40 in kompletter Länge gesperrt und für Fußgänger zugänglich), wie man eine Autobahn fußgängertauglich macht.
            Hätte man diesen Weg gewählt und die Krankenwagen stattdessen in den Tunnel gestellt, welchen man dann nicht für das Publikum geöffnet hätte, wäre es sicherlich ebenfalls eng, aber nicht tödlich eng geworden.

            Siehe hier:

            http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=duisburg,+a59&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.586138,67.631836&ie=UTF8&hq=&hnear=A59,+Duisburg,+Nordrhein-Westfalen&ll=51.419898,6.770986&spn=0.000327,0.001032&t=h&z=21

            (PS: Ich wohne nicht weit von da in Duisburg.)

            • Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2010 at 10:02 - Permalink

              Nach meinen Informationen, sollte die Autobahn ja auch im “Alternativsicherheitkonzept” von Polizei und Feuerwehr als weiträumiger Ein- und Auslassbereich genutzt werden. Das wollten Stadt und Veranstalter nicht, da dies zu teuer sei.

        • Sukram71 schrieb am 29. Juli 2010 at 08:46 - Permalink

          Ich hätte geschrieben: “billigend die Gefahr in Kauf genommen, dass es Tote und Verletzte geben wird …”, oder so.
          Grobe Fahrlässig eben. Das ist schon schlimm genug.
          Vorsatz würde ich nicht unterstellen, weil ja jedem bewusst sein musste, welchen Image-Schaden und Ärger ein Unfall mit sich bringt.

      • Interessierter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:38 - Permalink

        Zum Vorsatz ist es bei “billigend in Kauf nehmen” noch ein Stück. Nicht um sonst Eventualvorsatz genannt. Es ist schon die Frage, ob den Verantwortlichen klar war, dass Menschen zu Schaden bzw. zu Tode kommen könnten und sie dieser Gefahr gleichgültig gegenüberstanden oder ob sie darauf vertraut haben, dass schon alles gut gehen werde. Die Beweisführung sollte noch schwieriger werden.

        Hier fiel schon mehrmals das Wort Totschlag (durch Unterlassen). Da stellt sich mir natürlich die Frage, theoretisch brauchts doch dafür die Garantenstellung. Wenn ja, begründet die Veranstaltung der Loveparade eine Garantenstellung des Veranstalters?
        Wenn nein, was wäre überhaupt an Strafe denkbar?

        • Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 21:47 - Permalink

          Billigend in Kauf nehmen ist Vorsatz!. Dieser sogenannter Eventualvorsatz ist bei fast allen Vorsatzdelikten im deutschen Strafgesetzbuch ausreichend. Unter anderen bei Totschlag und Mord. Dass der Veranstalter oder der Oberbürgermeister den Tod von Menschen von vorneherein billigten, kann man doch wohl nicht annehmen. Es war doch eher so, dass sie wie jemand, der an unübersichtlichen Stelle überholt darauf hofften, dass trotz aller Gefahren schon nichts passieren wird. Das ist bewusste Fahrlässigkeit. Anders sehe es nur aus, wenn man annimmt, dass der Konzept in jeden Fall zu Tod von Menschen führen musste und den Verantwortlichen dies klar war. Das wäre dann Vorsatz, auch wenn sie den Tod nicht wollte. Aber das wird man Ihnen niemals nachweisen.

          • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:55 - Permalink

            Da darf ich Dich als Nicht-Jurist vielleicht korrigieren: Was Du beschreibst, wäre ein direkter Vorsatz. Ich spreche hier aber von einem bedingten Vorsatz. Dafür ist es nicht nötig, den Tod von Menschen auf jeden Fall zu erwarten, sondern es reicht, ihn für möglich zu halten. Das ist es jedenfalls, was mir von meiner “Recht für Wirtschaftswissenschaftler-Veranstaltung”, die Pflicht für das Vordiplom war, hängen geblieben ist ;-)

            • Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 22:00 - Permalink

              Beim bedingten Vorsatz ist aber nun mal das billigend entscheidend, und das hängt nicht von Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Todes. Und selbst Herrn Sauerland kann man nicht unterstellen, dass er wollte, dass jemand bei der Love-Parade umkommt. Von billigend kann also nicht die Rede sein. Direkter Vorsatz hat diese Willenskomponente nicht, deswegen kommt er hier als einzige Vorsatzform überhaupt in Betracht.

            • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 22:02 - Permalink

              @Sulukol

              OK – wenn das so ist, hast Du sicher Recht. Wie gesagt – ich bin kein Jurist. Jäger sprach auch lediglich von fahrlässiger Tötung, also §222 StGB.

          • name schrieb am 29. Juli 2010 at 15:16 - Permalink

            Dieses darauf Vertauen, daß der Taterfolg, der Tod dieser Menschen, nicht eintreten möge, widerspricht bis jetzt der Sachlage, wie diese den Beteiligten nach jetzigem Erkenntnisstand bekannt war.

        • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:49 - Permalink

          Der Veranstalter hat eine Garantenstellung, da er ja durch die Auflagen im Sicherheitskonzept dazu verpflichtet ist, Schaden von den Besuchern abzuhalten.

          Auch die Polizei hat einen Garantenstellung, die sich aus ihrer Funktion der Gefahrenabwehr ergibt.

          Meines Erachtens (ich bin kein Jurist) hat aber auch die Stadt, als genehmigende Behörde eine Garantenstellung, da sie die Konzepte auf Schlüssigkeit und Umsetzbarkeit prüfen muss.

          • Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 22:05 - Permalink

            Das sehe ich als Jurist (wenn auch nicht in erster Linie als Strafrechtler) ähnlich.

    8. michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 21:49 - Permalink

      Was mich zur Zeit ja noch interessiert ist dieses Besprechungsprotokoll, was bei der westen aufgetaucht ist. Da behauptet Lopavent sie hätten noch nie komplette Fluchtweglängen für eine Entfluchtung darstellen müssen um eine Genehmigung zu erhalten, ein Drittel hätte bisher immer gereicht. Meines Wissens wurde aber vor Duisburg noch nie eine Loveparade auf einem nur annähernd vergleichbaren Gelände veranstaltet, geschweige denn auf einem eingezäuntem Areal. War das nur Chuzpe von Lopavent oder ist bei dieser Besprechung wirklich gar keinem diese Aussage merkwürdig vorgekommen?

      • Spiegelfechter schrieb am 28. Juli 2010 at 21:51 - Permalink

        guter Punkt! Ich würde es mal Chuzpe und bewußtes Wegschauen seitens der Behörden nennen.

        • michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 21:52 - Permalink

          Da tun sich wahrlich Abgründe von kafkaeskem Irrsinn auf.

      • Julius schrieb am 29. Juli 2010 at 02:41 - Permalink

        Hier ging es ja nur um die Entfluchtung. Nach einer Evakuierungsanalyse von TraffGo HT (Firma von Ex-Doktoranden von Schreckenberg) wurden die Verringerung der Notausgangsbreite genehmigt. Laut TraffGo ist das “gängige Praxis”, “wenn nachgewiesen wird, dass die gestellten Schutzziele weiterhin erreicht werden” können (http://www.traffgo-ht.com/de/company/news/index.html). Ob in der Evakuierungsanalyse nur die Rampe betrachtet wurde oder auch die anderen Fluchtwege vom Gelände – keine Ahnung, die Anlyse liegt nicht öffentlich vor.
        Es gab also einen Evakuierungsplan (mit genehmigten verringerten Ausgangsbreiten), die Sicherheit der Zuwege auf das Gelände fand aber wohl wenig Beachtung – andere Katastrophenforscher sprechen hier von sträflicher Vernachlässigung und Verantwortungslosigkeit.
        Es ist albern, wie hier der schwarze Peter weitergereicht wird. Nach einem “stichhaltigen” Gesamtkonzept sieht hier gar nichts aus, eher nach Stückwerk und dem Bestreben, einfach irgendwelche unterschriebene Zettel zu sammeln. So platt wie es auch klingt: Von einem Veranstalter erwarte ich hier mehr, von den Behörden auf allen Ebenen eine striktere Prüfung und von der Polizei (wenn es schon über Feuerwehr > OB nicht funktioniert) notfalls ein Veto bis hoch zum Innenminister.

        • Mick schrieb am 31. Juli 2010 at 17:37 - Permalink

          Richtig. Überspitzt gesagt, sind die Veranstalter zu den Simulanten hingegangen und haben gefragt: “Können Sie die Leute simulieren?” Da haben die “ja” gesagt. Dann haben sie gefragt “Kann man zwei und zwei zusammenzählen?” Da haben die Simulanten wieder “ja” gesagt. Und dann sind die Veranstalter jubelnd zum Genehmiger gelaufen: “Die, die Leute simulieren können, haben ‘ja’ gesagt.”

          Aber diese Schwarzer-Peter-Weitergabe wird nicht funktionieren. Da fällt kein Richter drauf rein. Der lässt sich das kurz erklären und ist dann sauer ob der verschwendeten Zeit.

          Zudem frage ich mich, ob ein Simulant -auch wenn er den Auftrag hat die Leute beim Hineingehen zu simulieren – auf die Idee käme zu simulieren, was passiert, wenn man vorne blockiert und hinten tausende Leute reinlaufen lässt? Wenn er auf den Gedanken kommt, denkt er als nächstes: “erstens ist klar, dass das scheitert und zweitens wird keiner so blöd sein.”

          Ich meine: hier Zauberei, dort Simulation, verstehe? hier Zauberei, dort Simulation. Nix gleich.

    9. tcltk schrieb am 28. Juli 2010 at 22:04 - Permalink

      Das “Täuschen, Tarnen, Tricksen” geht auch an anderer Stelle los. Laut Nachdenkseiten sind reihenweise Artikel aus dem Netz verschwunden, die sich schon weit vor der Veranstaltung kritsch mit dem Thema befasst haben. Wenn die “richtigen” Interessen dahinter stehen, dann klappt wohl auch dieses äußerst zügig und nachhaltig.

      • michael1366 schrieb am 28. Juli 2010 at 22:17 - Permalink

        Es sind ja nicht nur die kritischen Stimmen im Vorfeld die immer weniger werden, auch diverse Quälix-Medienschaffende verstecken inzwischen ihre Kommentare vor dem 24.7., in denen sie wetterten, dass die Loveparade unbedingt stattfinden müsse, alles andere wäre blamabel.
        Entlarvendes Beispiel der WAZ Kommentar von Frank Preuß, auf derwesten.de gelöscht, erreichbar zur Zeit noch unter
        http://www.ad-hoc-news.de/parade-waz-programmierte-blamage-kommentar-von-frank–/de/News/20887451
        Der selbe Herr Preuß hat nach den Ereignissen so kommentiert:
        http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-07/17503510-waz-die-frage-nach-verantwortung-sauerlands-erbaermlicher-auftritt-kommentar-von-frank-preuss-007.htm
        Auch dieser Kommentar ist auf derwesten.de gelöscht worden.

        • Mick schrieb am 31. Juli 2010 at 17:32 - Permalink

          Momentmal Preuß sagt im Artikel vor der Loveparade auch: “Die Fälle Bochum und nun Duisburg offenbaren allerdings auch planerische Provinzqualität, die Blamagen heraufbeschwört: Wer sich für etwas bewirbt, muss wissen, ob er es am Ende auch kann.”

          Da hat er doch recht, oder?

    10. Sulukol schrieb am 28. Juli 2010 at 22:13 - Permalink

      Den Hinweis auf den Unterzeichner der Genehmigung finde ich besonders interessant und sehr typisch für die Verantwortungskultur unserer “Eliten”.

    11. Dominik schrieb am 28. Juli 2010 at 22:47 - Permalink

      Ich finde die meisten Texte machen es sich etwas sehr leicht hier. Mitschuldig an dem Unglück sind noch viel mehr Leute als nur der Veranstalter, Bürgermeister und evtl. Polizei.

      Ich möchte zum Beispiel nicht wissen, wie die Reaktion der Medien oder der Raver gewesen wäre, wenn die Stadt die Veranstaltung abgesagt hätte. Bzw. eigentlich ist das bekannt, man muss sich nur mal die Kommentare zur Absage der Loveparade in Bochum durchlesen.

      Zum Beispiel: “Diese Nachricht ist für das Ruhrgebiet so richtig peinlich: Die Loveparade, die größte Massenveranstaltung der Welt, ist abgesagt. Was Essen und Dortmund in den letzten Jahren hervorragend gemeistert haben, kriegt Bochum nicht gebacken – und blamiert nicht nur sich selbst, sondern das ganze Revier.” (http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/loveparade/Loveparade-abgesagt-Von-wegen-Metropole-id1356475.html)

      Oder man wirft mal einen Blick auf die Kommentare diverser Politiker vor der Loveparade. Da ging es durch die Bank nur darum, dass es klappen muss. Der Druck kam bei weitem nicht nur von einigen wenigen. Ich will hier nicht diejenigen in Schutz nehmen, die hier versagt haben. Aber ein bisschen weiter zu blicken und sich nicht mit nur 5 offensichtlichen Sündenböcken zufrieden geben täte dem ganzen denke ich gut.

      • Julius schrieb am 29. Juli 2010 at 02:54 - Permalink

        Richtig. Da wurden genug Kritiker in Ruhestand geschickt oder versetzt. Schöne Grüße an dieser Stelle auch an Mahlberg und Co. Was die Medien betrifft: Ich erinne mich noch, wie ich am Unglückstag in die WDR-Liveberichterstattung schaltete. Da hieß es seitens der Moderatoren noch perfide (in etwa) “kommt alle her”, wenig später dann “die Loveparade ist jetzt vorbei”. Schade, daß man bei so einem politisch und medial gewünschten Ereignis von dieser Seite keine Kritik mehr erwarten braucht. Der Aufschrei bei einer berechtigten Absage wäre enorm gewesen.

      • Metaperspektiv schrieb am 29. Juli 2010 at 16:12 - Permalink

        Ich denke manche(r) sollte die Begriffe Verantwortung und Schuld nochmal bezüglich ihrer Referenzierung und Herkunft durchdenken. Letztlich sollten doch folgende Fragen dringend und langfristig geklärt werden und das schon auf diesem Weg, unter dem Aspekt der Menschwerdung, erreichte geschützt werden:

        1.) Was hat unsere Gesellschaft mit der Begünstigung (beobachtbar und erlebbar) von Profitmaximierung zu tun und was sind die (vorhersagbaren) Konsequenzenkonsequenzenkon…..?

        2.) Was hat unsere Gesellschaft der Beschleunigung von Profilierungsstreben (vlt. auch ~sucht) entgegen zu setzen?

        3.) Sind die sich mehrenden, nicht wünschenswerten Ereignisse (global) nicht Ausdruck unserer Gesellschaft?

        4.) Was, wann, wie, wo ändern?

        ….

        Miteinander? Füreinander? Gemeinsam? oder doch lieber ich, ich, ich – mir – meiner – meins – mich?

        Ich persönlich bin entsetzt und ich sehe dieses Desaster als ein gesellschaftlich verankertes Problem, was ja einige hier im Ansatz schon erwähnten. Es fehlt schlicht und das nicht nur in Deutschland, an einer gelebten Basalen ETHIK!

    12. ak schrieb am 28. Juli 2010 at 23:23 - Permalink

      @ Blogger

      Sie hätten alle schon seit vorgestern abstinken müssen.

      Und ham doch bis heute ihre Amtsessel unter ihren Sesselfurzerärschen.

      Genau das ist das durch Bloggen nicht zu lösende Problem.

      ak
      28. Juli 2010

    13. Schweigsam schrieb am 28. Juli 2010 at 23:33 - Permalink

      Die Vorgänge in Duisburg sind einfach nur noch schockierend.

    14. 7schläfer schrieb am 29. Juli 2010 at 00:30 - Permalink

      Das es auch anders geht, zeigt das Beispiel Frankfurt:

      http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-sagte-nein-zur-loveparade/-/1472798/4508436/-/index.html

      Da hat man gleich ohne langes Nachdenken abgelehnt, da Frankfurt zu klein sei.

      • gregor schrieb am 29. Juli 2010 at 01:26 - Permalink

        eigentlich nicht besonders verwunderlich: städte wie stuttgart, frankfurt, oder, sagen wir, leipzig (alle wie duisburg in der größenkategorie plusminus halbe mio ew) haben eine dermaßen verzweifelte marketingaktion gar nicht nötig. zumal sich das ganze ja gar nicht gerechnet hätte, wenn man ein 100% wasserdichtes sicherheitskonzept erarbeitet hätte.

        zum artikel: der ist wirklich absolut top! danke dafür!

      • Sukram71 schrieb am 29. Juli 2010 at 08:43 - Permalink

        Naja, der Artikel ließt sich aber ziemlich nach frankfurter Eigenwerbung … ^^

    15. Juli schrieb am 29. Juli 2010 at 01:02 - Permalink

      Auf vielen Videos sieht man einen dicken Einsatzwagen der Polizei mit Blaulicht und Martinshorn durch den prallen Tunnel und den Vorplatz zur Rampe ‘fahren’ (eher kriechen). Das muss nach Aussagen der YouTube Uploader um ca. 17.00h gewesen sein. Man sieht das der Platz zu diesem Zeitpunkt schon zum Platzen gefüllt ist und die ersten Leute bereits über Treppe und Masten fliehen. Wenn man mehrere Videos zeitlich synchronisiert, scheint die Katastrophe an der Treppe kurz nach durchqueren des Wagens ihren dramatischen Lauf zu nehmen.

      Ich will keine wilden Theorien aufstellen, aber warum muss durch diese enge Masse auch noch ein Einsatzwagen durch? Was der an Menschen verdrängt und schiebt, das kann doch nicht gut gehen. Was ist das für ein Konzept, wo nicht einmal mehr Polizei und Rettungswagen zur Rampe kommen um den Menschen zu helfen? Und da will sich die Polizei rausreden, ihre Zuständigkeit ‘ende’ vor den Tunneleingängen?

      Wenn das wirklich so ist, das bei der größten Veranstaltung Deutschlands die Polizei meint, sie sei auf dem Veranstaltungsgelände nicht mehr für die Sicherheit der Teilnehmer verantwortlich, wenn sich seit Stunden eine deutliche Katastrophe abzeichnet (viele Augenzeugen haben ja schon lange vor 17h die Polizei gewarnt), dann läuft in diesem Land wirklich etwas total falsch!! Wenn sich sowas abzeichnet, wenn die Schleusen nicht wie vereinbart von LoPa-Ordnern besetzt sind, dann muss die Polizei doch das Ding in die Hand nehmen, die Tunnel zu machen und dem Veranstalter den zusätzlichen Sicherungsaufwand berechnen. Einfach zugucken wie alles in einer Katastrophe endet und sich damit rausreden, man sei für die Sicherheit auf dem Gelände nicht zuständig?? Hallo?? Da muss doch jemand eingreifen wenn es offensichtlich(!) auf eine Katastrophe zusteuert, vor allem wenn es vielen Polizisten schon im Vorfeld klar gewesen sein soll???

      Ich versteh die Welt nicht mehr.

      Ach ja, und für alle die meinen, sie könnten keine Panik sehen:
      http://www.youtube.com/watch?v=uG5rQnE1AXE
      http://www.youtube.com/watch?v=RlmIAcVbEkA

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 02:05 - Permalink

        Die Polizei hat ja versucht, ihren Teil beizutragen, war dazu aber weder personell (ja, ja, das Geld), noch konzeptionell in der Lage. Ich glaube nicht, dass man da der Polizei einen Vorwurf machen kann, schließlich wurden Konzept, Mannstärke der Polizei und Ausrüstung ja von der Politik vorgegeben. Oder um es anders zu sagen – man hat zuwenige, uninformierte und schlecht ausgerüstete Polizisten in die Flut geworfen, wo sie die Fehler des Veranstalters, der mit der Politik im Bett lag, ausbügeln sollten. Das kann nicht gut gehen!

        • Tante Mili schrieb am 29. Juli 2010 at 10:51 - Permalink

          man hat zuwenige, uninformierte und schlecht ausgerüstete Polizisten in die Flut geworfen, wo sie die Fehler des Veranstalters, der mit der Politik im Bett lag, ausbügeln sollten

          Dieser eine Satz fasst kompakt die Quelle allen Unheils zusammen! Alles, was im weiteren Verlauf “schiefgegangen” sein mag, wird aus dieser Quelle gespeist: (kommunal)politischer Geltungsdrang und unternehmerische Geldgier in menschenverachtender Allianz.

          Solche Allianzen finden bundesweit Tag für Tag statt – glücklicherweise mit weniger katastrophalen Folgen – und sie unterminieren Demokratie, Gerechtigkeit und die Entfaltungsmöglichkeiten der Bürger. Wir brauchen keine neuen Gesetze und Vorschriften. Es wäre völlig ausreichend, wenn die bestehenden ohne Ansehen der Person gleichermaßen angewendet würden und nicht interessenbedingt zurechtgebogen.

          Leider wird der stinkende Morast in Duisburg nicht dazu führen, dass dieser flächendeckende Sumpf trockengelegt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass mehr und mehr informierte und wache Bürger es schaffen, sich zu wehren: In Heidelberg wurde eine Narzismus-Geldgier-Allianz durch einen Bürgerentscheid abgewehrt (Stadthallenanbau) – 38,9 Prozent Wahlbeteiligung! Das macht Hoffnung!

          Ich würde mir wünschen, dass ein kompetenter Personenkreis die Opfer dieser Loveparade mit der Gründung einer “Anti-Lobby”-Organisation ehrt – zumal die ursprüngliche Intention der Loveparade ja einmal war, die Politik zu menschlicherem, liebevollerem Agieren aufzufordern (Sisiphus’ Job ist piece of cake im Vergleich dazu…)

        • Dani schrieb am 29. Juli 2010 at 11:27 - Permalink

          Den einzelnen Polizisten kann man sicherlich keinen Vorwurf machen, auch wenn der eine oder andere sich nicht richtig verhalten haben mag, viele haben geholfen wo sie konnten.

          Aber ich finde es auch bedenklich, wenn da seit Stunden mehr und mehr ein großes Problem absehbar wird und der Veranstalter ganz offensichtlich seiner Pflicht nicht nachkommt und die Polizei nichts unternehmen kann außer Lücken zu füllen. So ein Einsatz sollte immer so bemessen sein, dass auch mit solchen Situationen als Polizei fertig wird und aus Sicherheitsgründen die Kontrolle zumindest über Teilbereiche der Veranstaltung übernehmen kann. Das ist doch bei allen anderen Polizeieinsätzen wie Demonstrationen ständig so, dass aufgefahren wird als würde man vom Schlimmsten ausgehen um auf alles reagieren zu können. Wenn die Stadt nicht mehr Polizei zur Sicherheit bereitstellen wollte, dann hat der Polizeidirektor sich zu verweigern und darauf zu bestehen. Außerdem hätte man bei so früher Kenntnis von Veranstalterversagen nicht wirklich noch Polizeikräfte mobilisieren können? Die Polizeiführung muss sich da schon fragen lassen, ob sie nicht wirklich mehr und eher hätte was unternehmen können.

          • Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 11:35 - Permalink

            Das sehe ich ähnlich. Auf diese Fragen haben sich die Polizei-Verantwortlichen ja gestern “elegant” herausgewunden – die Loveparade sei ein friedliches Fest und kein “Aufeinandertreffen zweier Banden” und man wollte die Polizeipräsenz daher minimieren … das Wort “Geld” fiel m.W. nicht ein einziges Mal.

            • Dani schrieb am 29. Juli 2010 at 11:49 - Permalink

              Ja man windet sich wie ein gespaltener Regenwurm. Das Argument Polizeipräsenz minimieren überzeugt mich allerdings nicht. Spricht nichts dagegen, noch ein paar Hundertschaften in Bereitschaft in den Kasernen zu halten. Vor allem, wenn man als Polizei schon vorher das Unglück thematisiert. Man rechnet mit einer Katastrophe aber nicht mit Bandenkriegen. Daher braucht man gar nicht so viele Kräfte vor Ort…. Wenn das nicht absurd ist….

          • Sebastian schrieb am 1. August 2010 at 14:11 - Permalink

            Hätte sich der Polizeidirektor verweigert, so wäre es nicht zur Katastrophe gekommen und seine Weigerung färe als unverständliche Überreaktion wahrgenommen worden. So jemand, der die Lage offensichtlich falsch einschätzt (ist ja nichts passiert) und nur Zusatzkosten verursacht und mit dem Oberbürgermeister so schlecht kooperiert, wäre nicht lange in der Position eines Polizeidirektors verblieben.

    16. dr.soul schrieb am 29. Juli 2010 at 02:50 - Permalink

      meine damen und herren
      ganz kurz nur
      ohne rettungswege keine party
      eigentlich einfach wenn keine € interressen bestehen
      hier hat man die jugend verheizt,es waren auch ältere dabei
      aber der großteil war jung.
      als ehemaliger freiwilliger feuerwehrmann war das VORSATZ
      also vorsätzlich eine katastrophe in kauf nehmen
      mit einer gewissen anzahl von opfern
      nicht unbedingt toten aber verletzten
      was nicht heist das dieses am 24.07. 08 uhr klar war.
      es war schon viel länger klar.
      es gab im gesamten bereich des tunnels keinen rettungsweg!!!
      ob man ein neues gefängnis bauen muss für die schuldigen weis ich nicht
      aber ich würde ein paar € dazugeben.
      hätte noch ein paar worte aber muss um 10 uhr zur demo

    17. altautonomer schrieb am 29. Juli 2010 at 09:15 - Permalink

      Es gibt inzwischen interessante Kommentare in anderen Blogs, die sich kritisch mit dem kulturellen Charakter der LP auseinandersetzen. Die LP war schließlich Bestandteil der von Herrn Fritz Pleitgen inszenierten Kampagne “KULTURhauptstadt Ruhr 2010″. Es ging hier doch primär um kommerzielle Abzocke der Besucher, verbunden mit der großen Erwartung eines Imagegewinns für Duisburg. Herr Pleitgen ist jetzt abgetaucht.

      In der kulturhistorischen Nachkriegszeit gab es auch eine vergleichbare, wenn nicht gleiche einmalige Massenveranstaltung. 1,5 Mio wollten kommen; es wurden aber nur 500.000 auf das Gelände gelassen. Auch dort gab es Drogen, Sex und Fun, der Unterschied aber war die politische Botschaft, der Massenprotest der Künstlerinnen und Künstler gegen den Vietnamkrieg und die Abneigung gegen den US-Patriotismus und -imperialismus. Beispiel: Jimmy Hendrix musikalische Persiflierung der US-Nationalhymne. Ich rede von Woodstock. “Make Love not war” war damals die Devise. Leider gab es damals auch einen Toten während des Stones-Auftritts.

      Stillleben auf der A 40 und die LP sind in meinen Augen Teile einer riesigen Entpolitisierungskampagne in NRW. Das Ruhrgebiet soll weg von dem russgeschwärzten Kohlenpottimage. Die gesellschaftliche Realität lässt sich aber nicht wegfeiern.

      War früher die Silhouette des Bergmannes mit der Grubenlampe das Symbol des Ruhrgbiets, so ist es heute der Obdachlose, der Pfandflaschen aus den öffentlichen Pepierkörben sucht.

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 09:48 - Permalink

        @altautonomer

        Das ist ein ganz anderes Thema. Ich bin da längst zum “Kultur-Defätisten” geworden. Das ist nun einmal die kulturelle Demokratie. Gib dem Affen Zucker, gib dem RTL-Gucker seinen Kommerz-Rave. Lohnt es, sich darüber aufzuregen? Nein. Das hat aber nichts mit der konkreten Diskussion über die juristischen und moralischen Folgen der Katastrohe zu tun. Der Freund von Schönbergs Zwölfmusik hat ebenso ein Anrecht darauf, sich bei einer Veranstaltung auf die Sicherheitskonzepte zu verlassen, wie der Freund von DJ Irgendwer, den Wildecker Herzbuben, Dieter Bohlen oder Hannes Wader. Ob solche Massenveranstaltungen staatliche Subventionen bekommen sollten, ist hingegen eine ganz andere Frage. Ich sehe das allerdings ganz demokratisch – warum soll Kultur nur etwas für Eliten und “Connaisseure” sein? Der “René aus der Platte” hat auch ein Anrecht, staatlich geförderte “Kultur” nutzen zu können – und wen der René nun einmal die monontonen Beats von DJ Irgendwas besser findet als Schönbergs freie Atonalitäten … so ist das dann halt so.

        • Caspar Bildner schrieb am 2. August 2010 at 02:17 - Permalink

          Aschenputtels Alptraum …

          In dieser Sache, lieber Jens, liegst Du m.E. fundamental falsch. Dies sind nicht zwei verschiedene paar Schuhe, sondern vielmehr ist dies des Pudels Kern, oder der Schuhe Sohle.

          Denn die Städtekonkurrenz ist die Triebfeder all dieser Kulturveranstaltungen, wie Herr Pleitgen auf dem Ruhrsschnellweg in der tagesschau unumwunden verkündete. Und das Wort Kultur ist hier zu verstehen wie die Fototapete des Bildungsbürger-Bücherregals des Bundespräsidenten zur Weihnachtsansprache. Das hat nicht mit Hoch- oder Niedrigkultur – also dem Pegelstand – zu tun, sondern mit der Instrumentalisierung der Kultur.

          Städte sind nicht mehr Orte des sinnvollen Zusammenlebens, sondern Standorte in Konkurrenz, denen Kultur einen Stadtortvorteil bietet. Und Konkurrenz hat bekanntlich nicht nur Gewinner. Da will dann das Aschenputtel der deutschen Städte auch mitmachen, und alle finden das eine gute Sache, obwohl die LP längt zu einem Marketing-Event eines abgehalfterten Fitness-Studio-Deppen verkommen ist.

          Das ist der Grundton, das quasi-kriminelle Versagen der Stadt und die Profitgier des Veranstalters sind nur die Beiklänge.

          siehe auch
          http://www.sueddeutsche.de/kultur/duisburg-und-die-loveparade-der-fluch-des-events-1.980483
          und
          http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag60684_res-.html
          auch
          Susanne Heeg: „Vom Ende der Stadt als staatliche Veranstaltung“, Reformulierung städtischer Politikformen am Beispiel Berlins
          in Prokla 1/1998
          http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/1998/Prokla110.pdf

      • JensJ schrieb am 29. Juli 2010 at 10:11 - Permalink

        Leider gab es damals auch einen Toten während des Stones-Auftritts.

        nur mal zur Richtigstellung (wahrscheinlich ist der “altautonome” dafür dann doch zu jung ;-)

        der Legende nach soll es in Woodstock 3 Tote gegeben haben (2x Drogen, 1x Traktor)

        http://de.wikipedia.org/wiki/Woodstock-Festival#Nachwirkungen

        den Toten während des Stones Konzerts gab es in Altamont (1969)
        der Afroamerikaner Meredith Hunter wurde von einem Hells Angel (die dort als Ordner eingesetzt waren) erstochen
        Das gilt gemeinhin als symbolisches “Ende der Unschuld der Hippie Bewegung” und ist im Dokumentarfilm “Gimme Shelter” festgehalten

        Gruß,
        Jens

      • Shock schrieb am 29. Juli 2010 at 10:59 - Permalink

        Jaja, früher war alles besser, wenn ich nur jedesmal nen Euro…

    18. ak schrieb am 29. Juli 2010 at 09:29 - Permalink

      Nr. 17

      ganz recht, der Ex-WDR-Obere Pleitgen tauchte öffentlich weg nachdem er am 26. Juli seine “moralische Schuld” bekannte. Sie alle, selbst Pleitgen eingeschlossen, hätten schon seit vorgestern abgestunken werden müssen und ham doch bis heute ihre Amtssessel unter ihren Sesselfurzerärschen.

      Und genau das ist das durch Bloggen nicht zu lösende Problem.

      Außerdem, da haben Sie recht und Ihre Schoten sind auch nicht verkehrt, gibt´s andere Blogs mit besser recherchierten Infos und anregenden Diskussionsbeiträgen …

      Gruß
      ak
      29. Juli 2010

    19. carlo schrieb am 29. Juli 2010 at 09:41 - Permalink

      Chapeau! Wie der seelige Emile geschrieben. Mach weiter so Spiegelfechter!

    20. OAlexander schrieb am 29. Juli 2010 at 09:47 - Permalink

      SF TTod an der Rampe berichtet dass das Gelände eine Kapazität von 250.000 Personen hat und die Zugangs- und damit auch Abgangswege eine Kapazität von max. 60.000 Personen pro Stunde haben. Der Wikipedia Artikel Love Parade berichtet, dass die letzten drei Veranstaltungen jeweils mehr als eine Million Besucher angezogen haben.

      Es wird hier jeglichen gesundem Menschenverstand widersprechend darauf vertraut das alles gut gehen wird. Die Abhaltung der Veranstaltung war eine offenkundige Verletzung jeglicher Sorgfaltspflicht, also pflichtwidrig und damit grob fahrlässig. Teil der normalen Sorgfaltspflicht war es beispielsweise auch die Konsequenzen einzuschätzen wenn mehr als 250.000 Menschen eintrudeln. Jeder der da also veranstaltet hat oder dies genehmigt hat ist hier schuldig.

      Besonders erschwerend wären Dokumente, bspw. seitens der Feuerwehr, die auf eine Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Personenschaden verweisen.

      Die Verteidigung kann sich allerdings darum bemühen herauszustellen, dass die Anwesenheit von mehr als 250.000 Teilnehmern nicht Ursächlich für die Ereignisse waren. Hier werden sich die ersten Gutachter unser gutes Geld verdienen. Warten wir also mal geduldig bis – hmmm – 2014 ab und sehen dann weiter.

      • Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 10:02 - Permalink

        @OAlexander

        Tod an der Rampe berichtet dass das Gelände eine Kapazität von 250.000 Personen hat und die Zugangs- und damit auch Abgangswege eine Kapazität von max. 60.000 Personen pro Stunde haben. Der Wikipedia Artikel Love Parade berichtet, dass die letzten drei Veranstaltungen jeweils mehr als eine Million Besucher angezogen haben.

        Diese Zahen sind – nach meinen Erkenntnissen – falsch. Wäre es in Duisburg zu keinem Unglück gekömmen, stünde heute auch in der Wikipedia (und nicht nur da), es hätte 1,4 Millionen Besucher gegeben. Das ist Marketing-Blabla und hat nichts mit der Reatiät zu tun. Verlässliche Zahlen gibt es nicht. Seriöse Schätzungen gehen in Essen von 700.000 und in Dortmund von 800.000 Besuchern aus – und selbst das ist schon gewaltig.

        Es wird hier jeglichen gesundem Menschenverstand widersprechend darauf vertraut das alles gut gehen wird. Die Abhaltung der Veranstaltung war eine offenkundige Verletzung jeglicher Sorgfaltspflicht, also pflichtwidrig und damit grob fahrlässig. Teil der normalen Sorgfaltspflicht war es beispielsweise auch die Konsequenzen einzuschätzen wenn mehr als 250.000 Menschen eintrudeln. Jeder der da also veranstaltet hat oder dies genehmigt hat ist hier schuldig.

        Und selbst die 250.000 waren schon zu viel, wie ich ja im Abschnitt, in dem ich die Situation um 14:00 darstelle, schon nahelege. Zum Unglückszeitpunkt waren auf dem Gelände und im Rampen-/Tunnelbereich ja nicht mehr als diese 250.000 Besucher! Mindestens jeder zweite Besucher hat das LoPa-Gelände (inkl. Tunnel) nie erreicht. Die Liste der Planungssünden ist endlos. Die Stadt ging übrigens intern (also ohne Marketing-Blabla) von 700.000 Besuchern aus, wie die Zahlen des Verkehrsdezernats der Stadt Duisburg zeigen. Dies Zahl entspricht ja auch ungefähr den tatsächlichen Besuchern. Da kommt natürlich die Frage auf: Wenn die Stadt einerseits mit 700.000 Besuchern rechnet und weiß, dass das Gelände schon aufgrund der Zugangslimitierungen physikalisch gar nicht mehr als 250.000 Besucher aufnehmen kann. Wie geht das alles zusammen? Gar nicht? Grobe Fahrlässigkeit? Billigendes Inkaufnehmen einer Katastrophe?

        Besonders erschwerend wären Dokumente, bspw. seitens der Feuerwehr, die auf eine Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Personenschaden verweisen.

        Hoffen wir mal, dass die noch nicht im Schredder sind.

        Die Verteidigung kann sich allerdings darum bemühen herauszustellen, dass die Anwesenheit von mehr als 250.000 Teilnehmern nicht Ursächlich für die Ereignisse waren.

        Was sogar stimmt, da “dank” der Kombination aus Planungs- und Durchführungsfehlern sogar die 250.000 viel zu viel waren.

        Hier werden sich die ersten Gutachter unser gutes Geld verdienen. Warten wir also mal geduldig bis – hmmm – 2014 ab und sehen dann weiter.

        Ich habe zumindest schon die Google-News-Alerts erstellt und bleibe am Ball ;-)

        • OAlexander schrieb am 29. Juli 2010 at 11:23 - Permalink

          Eine andere Frage ist natürlich, ob nicht alleine schon die nominelle Kapazität von 250.000 grob fahrlässig ist, da der einzige reguläre Zu- und Abgangsweg nur eine “maximale” Kapazität von 60.000 Personen pro Stunde hat. Das heißt, die minimale Zeit von Auf- und Abmarsch ist nicht unter viereinhalb Stunden. Das ist aber wohl von einer anderen Gruppe von Entscheidungsträgern zuzuordnen – oder auch nicht?

          Rechtsanwälte und Gutachter werden über Jahre hinweg ausgebucht sein und mit diesem Fall alleine schon für einen Wirtschaftsboom im Ruhrgebiet sorgen.

          Erinnert sich noch jemand an Contergan? Da war doch mal was in den 1960ern??? Richtig. Phamrmaskandal mit Missbildungen bei Neugeborenen. Ausserhalb Deutschlands ist des Medikament auch als Thalidomid(e) bekannt. Heute(!) gab es dazu in Australien eine aussergerichtliche Einigung auf 25m Euros.

          Also wird man sich im “Fall Love Parade Duisburg 2010″ gen Ende des Jahrzehntes darauf einigen ein paar Polizeieinsatzleiter haben “menschliches Versagen” ausgeübt, oder so etwas. Dafür gibt es eine Versetzung und das Verfahren wird gegen 10.000 Euronen Bussgeld eingestellt. Ausserdem nehme ich mal an, dass sich Adolf Sauerland 2014 nicht zur Wiederwahl stellen wird.

          • Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 11:48 - Permalink

            Eine andere Frage ist natürlich, ob nicht alleine schon die nominelle Kapazität von 250.000 grob fahrlässig ist, da der einzige reguläre Zu- und Abgangsweg nur eine “maximale” Kapazität von 60.000 Personen pro Stunde hat.

            Das ist die richtige Frage! Wobei man die 60.000/h noch nicht einmal als Basis nehmen kann, da die Vereinzelungsanlagen (Sicherheitsschleusen), die integraler Bestandteil des Sicherheitskonzpet waren, nur 30.000/h passieren lassen konnten. Da wären wir schon bei 8 Stunden. Und wenn das Gelände erst um 12:00 öffnet, heißt das, dass es bei optimaler Abfertigung um 20:00 gefüllt ist. Das ist – ganz grob(!) – nicht unbedingt unrealistisch. Aber bei dieser Rechnung haben wir nur den Zu-, aber nicht den Abgang einkalkuliert. Es ist doch klar, dass nicht jeder Besucher bis zum Ende bliebt. Das Kommen und gehen war schließlich ebenfalls ein integraler Bestandteil des Konzept, wie alle Beteiligten mehrfach gesagt haben. Wie ein “Gehen” bei dieser Rechnung möglich sein soll, erschließt sich mir allerdings nich – schon gar nicht in der Menge, die nötig wäre, um einen ausreichenden Fluss zu gewährleisten.

            Nach den Erklärungen der Polizei waren es ja auch Besucher, die das Gelände verlassen wollten, die letztlich zu dem “Propfen” an der Mitte der Rampe führten, der ursächlich für die spätere Katastrophe war. Hier hätte man die zweite Rampe schon früh als Ausgang öffnen müssen, was ja nach der Katastrophe auch geschah. Dann muss mal allerdings mindestens eine Seite des Tunnels für den Zufluss sperren – das konnte der Veranstalter ganz offensichtlich nicht, obgleich er dies in seinem Konzet zusichertet.

          • goldman sachs schrieb am 29. Juli 2010 at 13:29 - Permalink

            @OAlexander

            Ausserdem nehme ich mal an, dass sich Adolf Sauerland 2014 nicht zur Wiederwahl stellen wird.

            Duisburgs OB Sauerland wird sich noch bis Oktober 2010 durchkämpfen. Dann steht ihm seine Pension zu.

            • OAlexander schrieb am 29. Juli 2010 at 14:33 - Permalink

              Wie kommst du denn auf solche Ideen? Wenn er sich schon mal bis Oktober gehalten hat, dann hat er schon mal den ersten Sturm gewettert. Danach kommt es nur noch darauf an das erreichte zu halten, d.h. eine Freiheitsstrafe über einem Jahr zu vermeiden, da so etwas dann doch ernsthaft die redlich erworbene Beamtenpension kosten kann.

              Dazu braucht es zum ersten guten Rechtsbeistand, und den sichert man sich am Besten durch eine Mischfinanzierung durch zuschanzen von Rechtsgutachten durch die Stadt Duisburg und einen gelegentlichen symbolischen Eigenbeitrag von wenigen Euros.

              Dann braucht man geeignete Zeugen und Aktenverbringer. Sowas hält man am besten bei der Stange durch geeignete Wunschversetzungen, Beförderungen und personalpolitische Einbindung von deren Verwandtschaft.

              Politischen Rücktritt macht man schon lange nicht mehr. Das ist “old school”, so richtig 20. Jahrhundert. Früher ja, da hat man “die politische Verantwortung” übernommen. Das Volk hatte seinen Sündenbock und es kehrte Ruhe ein. Der Nachfolger hatte ein gewisses Interesse daran den Laden noch ruhiger zu halten als zuvor. Wenn der Bundeskanzler einen lieb hatte, dann gab es nach einem halben oder dreiviertel Jahr ein neues Ministerium.

              Alternativ gab es halt einen Job bei der EU. Die UNESCO in Paris war auch immer recht begehrt. Vielleicht auch mal Handelsgesandter dort wo es sonnig ist, oder gar Botschafter in Irland. Das hatte zudem den Vorteil, dass man die lästige Wahlkreisarbeit los war und man sich auch der innerparteilichen Konflikte entledigt hatte.

              Heute, wo man sich auf den Anstand der Parteikollegen nicht mehr wirklich verlassen kann, denkt man eher vier als dreimal nach ehe man zurücktritt – und sich dann auch noch von den Parteikollegen als altmodisch mit einer heute nicht mehr bestandsfähigen Wertezwangsjacke eingeschnürt belächeln lassen muss.

    21. Fian schrieb am 29. Juli 2010 at 09:51 - Permalink

      Danke für diesen gut geschriebenen, umsichtig aufklärenden Artikel!

    22. egghat schrieb am 29. Juli 2010 at 11:08 - Permalink

      Danke. Sehr ausgewogener Artikel, der endlich mal die Sachen vernünftig auseinanderdröselt.

      Es sind nämlich bei der Konzeption UND Durchführung gravierende Fehler gemacht worden.

      Tunnel als Zu- und Abgang,
      Zugang zum Tunnel bei Stau nicht zu sperren,
      Gelände bei Entstehen von Stau nicht sofort zu öffnen (es war ja Platz da)
      und das Gelände zur A59 hin zu öffnen (als Ausgang).

      Und dass das Konzept am Tag davor noch nicht abgesegnet war, führt geradezu zwangsläufig zu völlig unzureichend gebrieften Sicherheitskräften.

    23. Dani schrieb am 29. Juli 2010 at 11:43 - Permalink

      “Das Gelände war nicht im Ansatz für eine derartige Veranstaltung geeignet – vor allem wegen des Tunnels als einzigem Ein- und Ausgang. Ich sagte denen klipp und klar: Das geht gar nicht!”

      “Verantwortliche wollten Änderungswünsche oder Kritik nicht hören”

      “Sie haben es genau so gemacht, wie ich sagte, dass sie es nicht machen sollen.”

      Sagt der geladene Sachverständige Klaus Schäfer (zwölf Jahre Chef der Dortmunder Feuerwehr):
      http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708956,00.html

    24. Thomas schrieb am 29. Juli 2010 at 12:01 - Permalink

      Was dort passiert ist, ist einfach eine unglaubliche Schweinerei. Bei ZAPP gibts da aktuell auch nen guten Beitrag zu.

      Und am Ende wirds irgend einen Sachbearbeiter als Bauernopfer erwischen und die eigentlichen Verantwortlichen machen weiter wie bisher – Alles andere würde mich überraschen.

      • Martin W. schrieb am 29. Juli 2010 at 12:34 - Permalink

        “Und am Ende wirds irgend einen Sachbearbeiter als Bauernopfer erwischen und die eigentlichen Verantwortlichen machen weiter wie bisher – Alles andere würde mich überraschen.”

        So sehe ich das auch. Alles andere wäre auch untypisch für dieses Land. Von wegen die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen.

        Alles andere ist schon ausreichend erörtert worden.

    25. Thrombophlebitis schrieb am 29. Juli 2010 at 12:42 - Permalink

      Im Verlauf der Geschichte ergaben sich oft große Umbrüche infolge relativ kleiner Randereignisse, die mit der Unzufriedenheit der Massen zur jeweiligen Zeit nicht viel zu tun hatten, diese aber zur Explosion führte.

      Wie wir alle Wissen gibt es zur Zeit viele Szenarien auf der Welt, die das Volk durch das geklüngel von Politikern mit der Finanzwirtschaft, gewissen Unternehmen und der Justiz erzörnt, und es geschieht nichts weil der Einzelne ja eh nichts daran ändern kann. Ja Blogger z.B. versuchen Menschen zu erreichen, denen sie oftmals die Augen gegenüber den herrschenden Verhältnissen öffnen. Das Resultat davon? M.M.n. vermehrt sich nur die Menge derer, die einigermaßen sehen was wirklich los ist auf der Welt aber die als Individuum eben nichts ändern können. Die Gründe hierfür wurden schon an vielen anderen Stellen ausführlich diskutiert. Aber offensichtlich ohne Erfolg. Alles läuft weiter wie bisher, ist die Devise. Bei großen Problemen fehlt oftmals der Ansatzpunkt zur Lösung, da egal wo man ansetzt, das Licht am Ende des Tunnels noch lange nicht zu sehen ist, so groß sind die einzelnen Probleme schon. Also; alles so weiter wie bisher. Basta. Läuft die Sache aus dem Ruder, werden wir schon irgendeinen Tintenlutscher finden, dem wir die Schuld zustecken können.

      Angeblich handelt es sich beim potentiellen Besucher dieser LP, um einen weitgehend entpolitisierten jungen Menschen, der dahin geht, um ausschließlich Spaß zu haben. Dazu passt z.B. die Aussage eines jungen Mannes bei einem Fernsehinterview nach dem Unglück:”… wir kommen hierher zum Abfeiern und dann die Toten. Das geht ja gar nicht!”

      Wenn man die Kommentare meist junger Menschen z.B. auf Youtube liest, kann man aber erkennen, dass sie sich sehr bewußt darüber sind, wo die Schuldigen zu finden sind und welche Taten bzw. Unterlassungen sie zu Schuldigen werden ließen. Sie sehen und verarbeiten auch, wie jeder einzelne der potentiell Schuldigen sich bei jeder öffentlichen Stellungnahme windet, um den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

      Jetzt könnten auf einmal Millionen Menschen die (gleichen) Verbindungen und Verstrickungen in anderen Bereichen erkennen. Vielleicht war das Unglück in Duisburg ja das Tröpfchen, dass das Faß zum Überlaufen bringt.

      Mich würde es nicht wundern, wenn in nächster Zeit Bewegung ins System kommen sollte.

    26. Stefan K. schrieb am 29. Juli 2010 at 12:56 - Permalink

      Meiner Meinung nach ist das Desaster der Loveparade auch ein Symptom der gesellschaftlichen Verwerfungen in unserer Republik.
      Die Kommunen stehen mit dem Rücken zur Wand, nachdem die Körperschaftssteuer mit der Steuerreform in 2000 halbiert, die Einnahmen der Kommunen mit der Unternehmenssteuerreform in 2008 nochmals gesenkt wurden und durch die Privatisierungen gemeinschaftlichen Eigentums langfristige Einnahmen und damit die politische Einflussnahme wegbrechen.
      Die Abkehr von der kammeralistischen Haushaltsführung ermöglicht die Abwägung von monetären gegenüber sicherheitsrelevanten Interessen.
      Es ist ein Symptom für die Schwächung und Enteignung der Gemeinschaft zugunsten privatwirtschaftlichen Profitstrebens in dem “naturgemäß” neben den nackten Zahlen, Ethik und Moral keinen Platz finden.

      Verzweifelt wird um Einnahmen und um Aufwertung gegenüber der “Konkurrenz” anderer Städte, Gemeinden und Regionen gerungen, um etwas von den Brosamen die vom Tisch privatwirtschaftlichen Engagements fallen abzubekommen.

      • goldman sachs schrieb am 29. Juli 2010 at 13:45 - Permalink

        @Stefan K.

        Die Kommunen stehen mit dem Rücken zur Wand, nachdem die Körperschaftssteuer mit der Steuerreform in 2000 halbiert, die Einnahmen der Kommunen mit der Unternehmenssteuerreform in 2008 nochmals gesenkt wurden und durch die Privatisierungen gemeinschaftlichen Eigentums langfristige Einnahmen und damit die politische Einflussnahme wegbrechen.
        Die Abkehr von der kammeralistischen Haushaltsführung ermöglicht die Abwägung von monetären gegenüber sicherheitsrelevanten Interessen.

        Duisburg hat 2010 einen Nothaushalt. Dieser muss genehmigt werden, es klafft ein Haushaltsloch von 150 Millionen Euro. Aus diesem Grund wollte die zuständige Bezirksregierung nicht, dass Duisburg 840 000 Euro für die Loveparade ausgibt. Dieser Spaß falle unter freiwillige Ausgaben, und diese habe OB Sauerland zu reduzieren.

        Adolf Sauerland verkündete wenig später dann im Duisburger Stadtrat, dass die Loveparade gerettet sei. Er habe „geheime Sponsoren“ gefunden. Seine Stadt Duisburg müsse nichts dazutun.

        OB Sauerland wollte damit eigentlich im Grunde nur zum Ausdruck bringen, dass die öffentliche Hand nur noch läppische 635 000 Euro trägt und „geheime Sponsoren“ die Megasumme von 205.000 Euro übernehmen. Wenn OB Sauerland es wirklich ganz genau sagen würde, gaben die „geheimen Sponsoren“ „Sachleistungen“ im Wert von 155 000 Euro. Ein weiterer geheimer Sponsor“, OB Adolf Sauerlands „persönlicher Freund“ Herr Ferdi Hövelmann von der gleichnamigen Spedition Hövelmann aus Dinslaken, schob ihm schnell noch 50 000 Euro Bares rüber.

        Das musste reichen. Denn Loveparade-Sprecher Kersten Sattler verkündete, für die Loveparade werde er nicht die gesamte Fläche brauchen: „Das wäre ja Wahnsinn.“ Ein Teil des Geländes reiche bereits für die Loveparade mit ihren mehr als eine Million erhofften Ravern aus.

    27. Spiegelfechter schrieb am 29. Juli 2010 at 14:37 - Permalink

      die Suche nach Schuldigen scheint ein weiteres (Bauern-)Opfer gefunden zu haben: Nun sind es die angeheuerten Security-Unternehmen, denen man die Schuld in die Schuhe schiebt. Wahrscheinlich reichen diese die Vorwürfe weiter und am Ende waren es die Hartzer, die für ein lumpige Euro an den Schleusen standen, die die volle Verantwortung tragen werden.

      • goldman sachs schrieb am 29. Juli 2010 at 15:26 - Permalink

        qpiegelfechter

        die Suche nach Schuldigen scheint ein weiteres (Bauern-)Opfer gefunden zu haben: Nun sind es die angeheuerten Security-Unternehmen, denen man die Schuld in die Schuhe schiebt. Wahrscheinlich reichen diese die Vorwürfe weiter und am Ende waren es die Hartzer, die für ein lumpige Euro an den Schleusen standen, die die volle Verantwortung tragen werden.

        Rainer Brüderle (FDP) …. kann es einfach nicht lassen, in die FAZ zu reihern:

        Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) “rechnet (…) über kurz oder lang mit Vollbeschäftigung. „Das halte ich schon für die Perspektive für machbar“, sagte er am Mittwoch im ZDF. Vollbeschäftigung herrscht nach gängiger Definition dann, wenn alle Arbeitswilligen einen Job haben. (…)

        Die Lücke lasse sich nicht allein durch Einwanderung schließen. „Wichtig ist neben einer besseren Qualifikation vor allem, mehr Frauen und Ältere in Beschäftigung zu bringen“, sagte Thode Reuters. Viele Mütter würden nach der Babypause nicht auf ihre alte Position zurückkehren, stattdessen in Teilzeit arbeiten oder Minijobs annehmen oder gar ihren Job ganz an den Nagel hängen. „Hier werden Ressourcen verschwendet.“

        Besonders zukunftsträchtig seien auch Dienstleistungsjobs – vor allem
        http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E5C0EF465E3294CFFAB50E0BFAB0448CF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

        in Security-Unternehmen bei der nächsten Loveparade von OB Sauerland.
        LOL

    28. elwu schrieb am 29. Juli 2010 at 14:49 - Permalink

      Dieser Artikel kommt erfreulicherweise ohne Abschweifungen zu irrelevanten Meinungsäußerungen eigenartiger Medienmenschen aus, auch deshalb ist er weit überzeugender als der erste zu diesem Thema. Gefällt mir sehr gut.

    29. H2G schrieb am 29. Juli 2010 at 15:18 - Permalink

      Das Problem sich konstruktiv in der Sache zu äussern liegt an fehlenden Details. Innenminister und Veranstalter haben in den letzten Statements den westlichen Schleusenbereich vor dem Tunnel als Lücke ausgemacht. Dieser befand sich an der Ecke zur Grabenstr.
      Fakt ist das diese Schleuse schon gut 1 Stunde vorher geschlossen war. Hinzu kommt das die Grabenstr selbst vom Bahnhof kommend gesperrt war. Mit der Sperrung verbunden war die Durchsage das man sich zum Neudorfer Platz begeben sollte.
      Es ist über den Schleusenbereich selbst schon 1 Stunde niemand inkl. mir mehr reingekommen.
      Das widerspricht sich mit den Aussagen von Innenminister und Veranstalter.
      Bis auf wenige Ausnahmen haben die Leute dort vor Ort ihren bestmöglichen Job gemacht und egal wie gut dieser Artikel auch ist, ich finde es frech nun hier die Leute die dort die Arbeit der Vollprofis von oben umsetzen mussten als Hartz4 DAUs abzuwerten.
      Aber:
      Ein Bekannter von mir befand sich auf der Wiese am westlichen Tunneleingang und erzählt das mit Beginn des Chaos der Zulauf zum Tunnel plötzlich zugenommen hat. Darauf vermutete er sogar das wir dazwischen sein müssten. Bleibt die Frage wo die Leute herkamen, denn es war schon möglich auf die Karl Lehr Str ohne Sperre zu gelangen z.B über die Frauenhofer Str.
      Das intressiert mich aber weniger. Mehr die Tatsache warum der Tunnel von westlicher Seite in dieser Stunde nicht entlastet werden konnte. Bis zum Unglück war in unsere Richtung kein Rücklauf.
      Weiter bleibt offen warum weder Innenminister noch Veranstalter den östlichen Zugang über die Düsseldorfer Str verschweigen?
      Aus dem Tunnel selbst kann man nicht viel verschweigen weil es genügend Zeugen gab die das auch früh genug geschildert haben. Intressant ist wo der angebliche Zulauf denn stattgefunden hat.

      Ich bin für den Rücktritt vom OB denke aber das er jetzt noch im Amt bleiben sollte. Geht er jetzt raus dann ist es einfach alles auf ihn abzuwälzen. Es würde nicht den Falschen treffen aber allen anderen die genauso schuldig sind die Flucht ermöglichen.

      • Sukram71 schrieb am 29. Juli 2010 at 15:30 - Permalink

        Ich bin für den Rücktritt vom OB denke aber das er jetzt noch im Amt bleiben sollte. Geht er jetzt raus dann ist es einfach alles auf ihn abzuwälzen. Es würde nicht den Falschen treffen aber allen anderen die genauso schuldig sind die Flucht ermöglichen.

        Nein. Das meine ich gar nicht.

        Wenn so etwas Schlimmes passiert, dann muss der Ober-Verantwortliche zurück treten. – Selbst dann, wenn er persönlich gar nichts mit den Dingen zu tun gehabt hätte (und hier war er ja stark eingebunden). Das nennt man “politische Verantwortung”.

        Für einen Rudolf Seiters war das damals noch selbstverständlich.

        Als Schuldeingeständnis vor Gericht würde man das auch nicht werten.
        Der Rücktritt des Oberbürgermeisters ist ein Gebot des Anstands.
        Und das derzeitige Verhalten ist widerlich.

        • H2G schrieb am 29. Juli 2010 at 15:50 - Permalink

          Ich stimme dir komplett zu, nur was oder wem bringt sein Rücktritt jetzt was? Er gibt dem Druck der Öffentlichkeit nach, dieser Druck will aber auch die Wahrheit wissen. Ich unterstütze es aber nicht das am Ende solche Typen wie Rabe oder Schaller die Wahrheit von sich auf den OB schieben können. Er ist nicht nur moralisch verantwortlich aber er ist nicht der einzige Täter und wenn ich Cowboy wäre würde ich nun sagen “Ich will sie alle hängen sehen”.

          • schwitzig schrieb am 29. Juli 2010 at 16:37 - Permalink

            @H2G

            Ich stimme dir komplett zu, nur was oder wem bringt sein Rücktritt jetzt was?

            Es spart Zigtausend Euro an Steuergeldern, die ansonsten für Sauerlands Pension als Belohnung für seine Leistungen draufgehen, wenn er noch 2 Monate durchhält.
            Ich finde, das ist es wert.

            • goldan sachs schrieb am 29. Juli 2010 at 20:00 - Permalink

              @schwitzig

              Es spart Zigtausend Euro an Steuergeldern, die ansonsten für Sauerlands Pension als Belohnung für seine Leistungen draufgehen, wenn er noch 2 Monate durchhält.
              Ich finde, das ist es wert.

              Das Landesbeamtengesetz in NRW sieht einen Rücktritt aus politischen Gründen nicht vor. Duisburgs OB Sauerland müsste einen Antrag auf Entlassung stellen. Durch seinen Antrag würde OB Sauerland auch alle Pensionsansprüche, die er sich vor der Wahl 2004 in langen Jahren als Oberstudienrat im benachbarten Krefeld erworben hat, verfallen. Als B10-Beamter bezieht OB Sauerland ein Grundgehalt von 10.582,30 Euro plus Zulagen.

              Erhalten blieben OB Sauerland seine Pensionsansprüche nur, wenn er abgewählt wird. Als einzige Partei hat bisher nur die LINKE angekündigt, Antrag auf Abwahl von CDU-OB Sauerland zu stellen.

              OB Sauerland wartet also händeringend und schweißgebadet darauf, dass der Stadtrat Duisburgs endlich dem Antrag der LINKEN folgt und ihn endlich abwählt.

          • Sukram71 schrieb am 30. Juli 2010 at 08:32 - Permalink

            Ich stimme dir komplett zu, nur was oder wem bringt sein Rücktritt jetzt was?

            Das ist ein Trost und Genugtuung für die Angehörigen, dass sich ernsthaft etwas ändert. Dass jemand die Verantwortung übernimmt und moralische Schuld eingesteht. Das macht es den Angehörigen leichter mit der Trauer fertig zu werden.

            Und derjenige, der das politisch angestoßen und durchgesetzt hat, der hat auch die politische Schuld, wenn das so furchtbar in die Hose geht. Das nennt man eben politische Verantwortung.

            Um die Pension des OB Sauerland geht es mir gar nicht. Die soll er, von mir aus, erst verlieren, wenn er von einem Gericht verurteilt wurde.
            Aber der wird wohl nicht in Harz IV fallen …

    30. Jade schrieb am 29. Juli 2010 at 15:23 - Permalink

      ein hilfreicher Link ,
      der den Hinterbliebenen und Betroffenen bei einer Strafanzeige weiterhelfen könnte:


      Loveparade: Kriminologe hilft studentischen Opfern

      http://www.scienceblogs.de/zeittaucher/2010/07/loveparade-kriminologe-hilft-studentischen-opfern.php

      vielen Dank an Dich…Spiegelfechter für Deine Aufklärungsarbeit.

    31. Bruder Johannes schrieb am 29. Juli 2010 at 15:38 - Permalink

      Hätte mir ein paar Infos zum medialen Druck im Vorfeld wie z. B. hier

      http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Duisburg-gibt-gruenes-Licht-fuer-Loveparade-2010-id61165.html gewünscht.

      Bereits damals (02.10.2009) wurde von 1 Mio. Besuchern geschrieben. Wenn heute andere Zahlen kommuniziert werden, ist das eine weitere Lüge.

      Auch die Rolle von Ex-MdB Mahlberg ist in diesem Zshg. hoch interessant.

      Insgesamt ergibt sich ein Bild, dass die Kette von Fehlentscheidung weit im Vorfeld ihren Anfang nahm und von einer breiten medialen und politischen Zustimmung getragen wurde.

      Erst kollektives Irresein, und dann will niemand etwas gesagt, geschrieben oder gewusst haben. Ganz typischer Vorgang in großen Behörden und Konzernen…

    32. goldman sachs schrieb am 29. Juli 2010 at 15:54 - Permalink

      @OAlexander

      Politischen Rücktritt macht man schon lange nicht mehr. Das ist “old school”, so richtig 20. Jahrhundert. Früher ja, da hat man “die politische Verantwortung” übernommen.

      Ein sofortiger Rücktritt von Duisburgs OB Sauerland würde sich für diesen unseren Staat fast nicht lohnen. Er muß bis Oktober durchhalten, weil er bei vorzeitigem Abgang nur auf 50 Euronen Pension verzichtet. Die Kosten für den Verwaltungsaufwand wären unzumutbar.

      Außerdem, BP Horst Köhler wurde ja schon zurückgetreten, MP Roland Koch is wech, der Chef von BP Tony Hayward dito, der Chef von HH OvB Ole von Beust auch, Bischof Walter Mixa geht ins Frauenkloster … Fehlt noch einer?
      http://files1.derwesten.de/flashmm/PDF/protokoll.pdf

    33. ak schrieb am 29. Juli 2010 at 16:07 - Permalink

      22 egghat

      Sie sagen´s – immer Planung einschl. Propaganda (WAZ, BILD, WDR) u n d Durchführung (praktische Organisation) zusammensehn und von vornherein niemanden der vielen Beteiligten
      wer immer´s sei und wie ranghoch auch immer aussm Blick nehmen … das ist dann eine Aufklärungssperspektive, die dem systemischen Charakter der Veranstaltung entspricht

      ak
      29. Juli 2010

    34. brandubh schrieb am 29. Juli 2010 at 17:58 - Permalink

      Dein Artikel müsste auch mit “Neoliberalismus” kategorisiert werden.

      In Duisburg werden nachts Ampeln abgeschaltet. Auch ein eventuelles Risiko, das die Stadt einfach so eingeht. Man muss eben sparen. Vertretbares Risiko, denkt man sich wohl.
      Deutschland im Jahre 2010. Ein Volk von Sparern. Sparen, koste, was es wolle. Städte bluten aus. Herr Schaller, der Veranstalter der Loveparade, nicht unarm, wollte sparen, kriegt den Rachen nicht voll. Neoliberal.
      Medien fordern noch mehr Steuersenkungen. Sozialabgaben sind zu hoch. Fast Exportweltmeister. Zeitarbeit ist vielleicht bald Normalarbeitsverhältnis – ganz pauschal gesagt. Löhne sinken. Mindestlohn? Zu teuer!
      Aber zu feiern verstehen die Duisburger. Loveparade im Dritte-Welt-Format. 21 Tote, über 500 Verletzte.
      Konsequenzen? Keine wirklich. Nichts hängt mit nichts zusammen.

      Aldi-Theo stirbt ganz in der Nähe. Ohne auf der Loveparade gewesen zu sein.
      Seine Milliarden hat er leider nicht mitnehmen können.
      Die Neoliberalen arbeiten daran, dass auch das bald möglich sein wird. Drücken wir ihnen fest die Daumen.

      • Stefan K. schrieb am 29. Juli 2010 at 18:06 - Permalink

        Aldi-Theo stirbt. Seine Milliarden hat er leider nicht mitnehmen können.

        Dem ist nichts hinzuzufügen.

        Bitte, die Schlichtheit des Satzes war nicht zu toppen!

    35. H. Müller schrieb am 29. Juli 2010 at 18:09 - Permalink

      wenn Gerechtigkeit walten würde, müssten sie das Duisburger Rathaus in Handschellen verlassen.

      Erinnert mich etwas an Lynchjustiz.

      Die Katastrophe begann schon am Morgen

      Quatsch!! Die Katastrophe begann um kurz vor oder nach 17 Uhr.

      Die einundzwanzig Todesopfer erstickten grauenvoll, als ihnen der Brustkorb eingedrückt wurde.

      Erinnert mich an die BLÖD-Zeitung. Mindestens 2 Opfer sind nicht grauenvoll erstickt sondern im Krankenhaus verstorben (was die Sache im Endeffekt nicht besser macht). Man sollte die Stimmung nicht noch emotional aufheizen, dass machen schon die anderen 80 Millionen-Mitbürger die jetzt alles besser wissen und zu Gutachter und Richter mutieren.

      Ich zitiere Prof. Dr. Henning Ernst Müller:

      Viele der derzeit bekannt gewordenen Fakten zum Love Parade-Unglück sind für die Todesfälle nicht bedeutsam, da sie zwar möglicherweise pflichtwidrige Handlungen belegen, nicht aber einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Todesfällen – so hat die Festellung, das Gelände sei zum Zeitpunkt der Katastrophe nicht überfüllt gewesen, gar keine Bedeutung, denn es ging um ein lokales Gedränge auf der Zugangsrampe, nicht um ein Gedränge auf dem Gelände. Auch ist es unerheblich, ob, wann und in welcher Breite Fluchtwege vom Gelände genehmigt wurden bzw. ein ausreichendes Brandschutzkonzept für das Gelände vorlag, denn diese haben bei der Katastrophe überhaupt keine Rolle gespielt. Auch der Zeitpunkt der Genehmigung ist unerheblich.

      Meiner Meinung nach die bisher beste Stellungnahme, die ich zu diesem Thema gelesen habe. http://blog.beck.de/2010/07/28/love-parade-wie-wurde-die-katastrophe-verursacht-ein-zwischenfazit#comment-25007

      • Sulukol schrieb am 29. Juli 2010 at 19:50 - Permalink

        Komischer Kommentar. Der zitierte Herr Prof. Dr. wird wohl kaum schon jetzt so einen genauen Überblick haben, um sicher zu sagen, was für die Todesfälle bedeutsam und was überhaupt nicht bedeutsam ist. Für die Frage der politischen Verantwortung spielen zudem auch die Fehler im Sicherheitskonzept eine Rolle, die letztlich für die Tode nicht kausal waren.

        Und wann die Katastrophe akut begann, weiß der SP sicher auch, er meinte etwas anderes und hat dies übrigens IMHO klar dargelegt.

        • Groo schrieb am 29. Juli 2010 at 20:29 - Permalink

          @Sulukol

          Deins hat sich überschnitten mit meinem Beitrag, an dem ich 30Min gearbeitet habe.
          Deshalb meins später.
          (Will damit keine Priorität markieren. Ist halt Komisch, oder merkwürdig .)

          Ich persönlich bevorzuge mittlerweile ‘merkwürdig’, weil ich mir das merke.
          ‘Komisch’ ist mir zu flüchtig.

          Anyway.
          Offenbar sind wir uns im Grundsatz einig.
          Mag sein, dass das mittlerweile eine persönliche Macke ist, hinter dem Komischen das Merkwürdige zu entdecken.

          (Ich muss mich offenbar immer wieder für meine Spitzfindigkeiten entschuldigen, was ich hiermit tue.)

          Grüsse

        • H. Müller schrieb am 29. Juli 2010 at 20:56 - Permalink

          Der zitierte Herr Prof. Dr. wird wohl kaum schon jetzt so einen genauen Überblick haben, um sicher zu sagen, was für die Todesfälle bedeutsam und was überhaupt nicht bedeutsam ist.

          Diese Aussage sagt mir, dass Du dich zu der Sache äusserst, ohne die Stellungnahme gelesen zu haben.

      • Groo schrieb am 29. Juli 2010 at 20:13 - Permalink

        merkwürdiger Beitrag
        (ist H.Müller = Prof. H. Müller?)
        ich nehme mal an, dass das eine Koinzidenz ist.

        Quatsch!! Die Katastrophe begann um kurz vor oder nach 17 Uhr.

        Das nenne ich eine Verkürzung von Kausalketten.

        Mein Verständnis von ‘Kausalität’ ist, dass sich die ‘Kausalität’ in die Vergangenheit zurück
        auf immer mehr Agentien unterschiedlichen Gewichts verteilt, was man Einzelereignissen immer schwer Diesem und/oder Jenem zuordnen kann.

        Im Fall der Loveparade, die ich sicher nicht mit der Intensität wie manche andere verfolgt habe, aber doch genauer als sagen wir mal 90%, erlaube ich mir kein definitives Urteil.

        Andererseits ist der Fall sozusagen paradigmatisch für viele Vorgänge in einer komplexen Gesellschaft, sei es Kernkraftwerksbertieb oder Afghanistankrieg.

        Bleibt mal festzuhalten:
        a) Panikforscher kennen die Dynamik von Menschenmassen mittlerweile recht genau
        (Erschwerend: Wetterstürze oder sonstige Sonderereignisse — müssen keine black sawns sein. Aber ich erwarte, dass da ein gewisser ‘slack’ berücksichtigt wird, und sei es nur, dass einer einen Kracher an einem beliebigen Punkt zündet. Frage: war dann der, der den Kracher gezündet hat, der -kausale- Verursacher? )

        b) Das timing von Genehmigungen und Planierungsarbeiten ist sehr wohl wesentlich, und auch die dahinterliegende Sub-kausalität.

        c) das Naturell der Teilnehmer. Viele lassen bei solchen veranstaltungen ihren Verstand zuhause und sind vielleicht angedröhnt oder sonstwas

        d) die Erfahrung aus ähnlich gelagerten Fällen lag vor, sodass ein übergeordneter Kausalstrang, der auf simple Erfahrung zurückzuführen ist, sehr wohl bestand.

        d)… etc, etc.

        Ich habe mir die Ausführungen des Herrn Professors in
        http://blog.beck.de/2010/07/28/love-parade-wie-wurde-die-katastrophe-verursacht-ein-zwischenfazit#comment-25007

        und
        die Referenz

        http://www.faz.net/s/RubCCB49507459C498F8E6FA9E990486D14/Doc~E22C5B69612CB48868FF4F9A0C0568144~ATpl~Ecommon~SMed.html

        durchgelesen/angeschaut, und würde sagen, dass der Herr Professor den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht (sorry, passiert vielen Professoren).
        Wo er sich kompetent fühlt, kann und mag ich nicht beurteilen, jedenfalls sscheint er von Systemdynamik und Entscheidung unter Unsicherheit wenig zu verstehen, was er durch sein abschliessendes Caveat ja auch gebührend kund getan hat.

        Das Allgemeine, was ich dem Vorfall herausdestilliere, ist:

        Eine aktuale ‘Kausalität’ (letztlich: wer erdrückt wen) lässt sich zurückführen auf ein immer diffuser werdendes Kausalitätsgeflecht von (fehl-)Entscheidungen unterschiedlichen Schweregrades.
        So ist die Welt, so ist das Leben.

        So what? könnte man sagen. Wir haben alle schuld, die Struktur ist schuld, keiner ist Schuld.
        Kismet.

        Dummes Zeug.
        Wenn es so wäre, könnten wir in fällen wie der Finanzkrise oder eines globalen Kollapses der maritimen Ökosysteme einfach herausreden, und das auf ‘human nature’ oder sonstigen bullshit schieben.

        Es geht um Strukturen, Methoden, systematische Erfahrung und konsequente Umsetzung.

        Alles das war hier gegeben.

        Das jetzt zurückzuführen auf Fehlentscheidungen zwischen 16 und 17 Uhr , halte ich, mit Verlaub, für eine bedenkliche Fehlhaltung, die den kleinsten Gliedern im Getriebe letztlich die Verantwortung zuschiebt.

        Und das ist eines deutschen Professors und seiner Apologeten unwürdig!

        Was wir brauchen, ist eine Kultur der Verantwortung.
        Leicht gesagt, schwer getan.

        Aber wenn die Initiatoren und Top-Entscheider als allererste in Deckung gehen und sich ‘entschuldigen’, oder eben nicht, weil das juristisch nicht opportun ist, dann gute Nacht, komplexe Gesellschaft!

        Wir haben hier ein bedeutendes Problem:
        Ein Top-Down Verantwortungsproblem.

        Wenn sich diese ‘Eliten und Top-Entscheider’ mit goldenem Handschlag aus der Malaise
        wie soeben Hayard/BP mit schlichten 13Mio$–spielt keine Rolle– ist die gesellschaftliche Ordnung massiv in Gefahr.

        Die letzten, die das kapiert haben, waren wohl die Samurai, und die waren sogar nur zweite Reihe.

        Die oberste Riege scheint mir zunehmend als eine von verantwortungslosen Flaschen und Schönwetter-Akteuren, die die Verluste sozialisieren, die Gewinne privatisieren (Ansehen Duisburgs, oder Geldbeutel des noblen Herrn McFit, der sich ansonsten hinter einer GmbH versteckt) zu bestehen.
        Wer das immer noch nicht kapiert hat, sehe sich unsere Grosskatastrophen in statu nascendi an–da gibt es etliche–an, und schwafle nicht von kurzen Kausalketten, die nur die kleinen Fische fangen !

        Endlos kann das nicht weitergehen.

        Schönen Abend noch.

        • H. Müller schrieb am 29. Juli 2010 at 20:48 - Permalink

          Was soll den dieses endlose Geschwafel aussagen? Viel Wunschdenken, hineininterpretieren und wenig Sachlichkeit.
          Nein, ich bin nicht der Prof..
          Seine Sicht ist die eines Juristen und wohltuend sachlich und unaufgeregt. Diese (künstliche) Aufgeregtheit einiger Kommentatoren in diesem Blog ist zwar menschlich normal aber nicht unbedingt objektiv und hilfreich. Es erinnert mich stark an diesen Katastrophen-Tourismus, der ja heute leider üblich ist. Den einzigen, denen ich diese Emotionalität zugestehe, sind die Betroffenen.

          • Sulukol schrieb am 29. Juli 2010 at 22:07 - Permalink

            Die zitierte Stelle enthält keine einzige sachliche Aussage. Die Zusammenhänge durchschaut noch keiner. Jetzt zu sagen, was keine Rolle für die Todesfälle spielte, ist das Gegenteil von Sachlichkeit. Auch mit Objektivität hat es wenig zu tun. Nach eingehenden Ermittlungen wird es sich vielleicht herausstellen, dass manche Versäumnisse nicht ursächlich waren. Für die politische Verantwortung werden aber auch diese dennoch bedeutsam bleiben.

          • Metaperspektiv schrieb am 30. Juli 2010 at 10:55 - Permalink

            Da ich Mensch bin und mir bewusst ist, dass der Mensch nur durch den Menschen zum Menschen wird und eben den vorhergehenden Beitrag durchaus unterschreiben kann, muss ich Ihnen erwidern:

            ich bin betroffen und erlaube mir die Kausalketten sogar noch viel weiter zu denken.

            Siehe oberen Beitrag!

            Vielen Dank für Ihr Verstehen-Wollen.

    36. Groo schrieb am 29. Juli 2010 at 21:22 - Permalink

      @H.Müller

      Was soll den dieses endlose Geschwafel aussagen?

      Mein lieber Scholli. Du verstehst nichtmal was ich sage!

      Vielleicht Verstehst Du das ?:
      The Rules of the Game (Carl Sagan)

      I doubt so.

      Meine Ambition, JEDEM–und sogar DIR die ‘Welt’ zu erklären, hält sich mittlerweile in Grenzen.

      Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

      Seine Sicht ist die eines Juristen und wohltuend sachlich und unaufgeregt.

      Wähle Dir Deine Peers, und dann wählen WIR die Waffen.

      Du übernimmst die ‘Logik’ Deines Professors, und auch noch seine Initialen?
      Was soll ich denn von solcher Schleimerei halten?
      Ist das Usus bei Juristen?

      • H. Müller schrieb am 30. Juli 2010 at 00:06 - Permalink

        Macht soviel geistige Onanie überhaupt noch Spaß?
        Den Schleim, den Du dabei absonderst verkleistert nur den Blick auf die Realität. Meine Initialen ergeben sich aus meinem Namen und haben mit “meinem Professor” nichts zu tun.

        Mein Junge

        Meine Ambition, JEDEM–und sogar DIR die ‘Welt’ zu erklären, hält sich mittlerweile in Grenzen.

        Du brauchst mir nichts zu erklären. Ich gehe stramm auf die 70 zu und glaube mir, ich habe in meinem Leben genug mit kleinen Hosenscheißern zu tun gehabt, die meinen, anderen die Welt erklären zu müssen.

        • Groo schrieb am 30. Juli 2010 at 07:51 - Permalink

          Ich verbeuge mich vor der Weisheit des Alters.

          • H. Müller schrieb am 30. Juli 2010 at 11:17 - Permalink

            Na siehst Du mein Junge, es geht doch. Ich erteile Dir die Absolution. :-))

    37. dr.soul schrieb am 29. Juli 2010 at 23:17 - Permalink

      hat frau kraft nicht gesagt man sollte solche großveranstaltungen
      vom land genehmigen lassen ? ist herr jäger nicht innenminister?
      und er wusste alles…..liveim 2ten.

      • Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2010 at 13:14 - Permalink

        Du weißt, seit wann Jäger im Amt ist?

        • dr.soul schrieb am 31. Juli 2010 at 01:08 - Permalink

          nun er hat es persönlich befürwortet
          er wollte es
          um ,wenn alles geklappt hätte mit schampus anzustoßen
          auch vor der nrw wahl
          aber vorher nie gefragt ob alles auch funzt
          bedeutet alles was auf politischem felde abläuft …..
          warum dann wen wählen
          manche wissen vielleicht noch nicht das sie da einen stein ins rollen gebracht haben,oder besser einen schneeball am hang…….

    38. Linus schrieb am 29. Juli 2010 at 23:21 - Permalink

      @Groo #35.3:

      Wir haben hier ein bedeutendes Problem:
      Ein Top-Down Verantwortungsproblem

      Dieses Problem mag zwar bestehen. Zunächst geht es aber jenseits jeder Schuldzuweisung darum, wie die Katastrophe hätte verhindert werden können. Und da sehe ich das Hauptproblem darin, daß die Entscheidungskompetenz nicht bei einem Experten lag – ein Veto-Recht des Experten ist bei Sicherheitsfragen aus gutem Grunde üblich -, sondern bei irgendwelchen Pappnasen.

      Die Frage nach der Verantwortung ist komplizierter. Wie kann ein OB eine auch für ihn sichtbar gefährliche Sache durchwinken – also Verantwortung übernehmen -, von der er kein Ahnung hat? Kann er natürlich nicht! Er hätte seinen Experten ein Veto-Recht einräumen, auf gut deutsch, auf sie hören müssen. Damit hätte er die Katastrophe verhindert. Hat er nicht, also hat er sich zumindest grob fahrlässig verhalten.

    39. dr.soul schrieb am 29. Juli 2010 at 23:23 - Permalink

      19. Juli 2008: Mit der zweiten Loveparade im Revier beginnt der Wettlauf um die höchste Teilnehmerzahl. In Dortmund nehmen nach amtlichen Angaben 1,6 Millionen Raver teil, 100000 mehr als 1999 in Berlin. Diese „Rekordzahl“ nennt ein Sprecher der Stadt. Später zweifeln Polizei und Feuerwehrleute die Zahlen an, es sollen nur 850000 Menschen gewesen sein. Sie ravten ohne Zwischenfälle auf der gesperrten Autobahn 40. Der Bahnhof erwies sich aber schon damals als kritischer Punkt: Er wurde zeitweilig geschlossen, viele Besucher konnten erst Stunden nach Veranstaltungsende mit dem Zug abreisen.

      die A59 hätts also auch getan,unglaublich…

    40. omex schrieb am 30. Juli 2010 at 02:06 - Permalink

      Wow. Welch gepflegte Diskussion um die organisatorischen, polizeilichen, juristischen Ursachen und die Verantwortlichen für das Desaster. Wie immer ruft es “lasset Köpfe rollen” wenn etwas aus der Rubrik “Brot und Spiele fürs Volk” schief läuft.
      Ich bin dankbar für Youtube. Noch nie war es möglich sich so umfangreich, unabhängig (und ohne den verfälschenden Einfluss Dritter und der Medien) ein Bild von der Wirklichkeit zu machen. Die vielen hundert Videos (und ich habe mir sehr viele angesehen, u.a. http://www.ruhrlink.de/artikel/loveparade-duisburg-videos.htm ) zeigen ohne Frage eine absolut desolate Veranstaltungssituation. Eng, chaotisch, gefährlich, aber primär ohne Menschen in Lebensgefahr zu bringen, wenn auch an vielen Stellen hart an der Grenze dazu.

      Der “Tatort” ist ein bestimmter: Die Treppe an der Rampe ist der Punkt, an dem es aus dem Ruder läuft. Warum? Ist die große Zahl der Menschen oder das Sicherheitskonzept daran schuld? Tragen der Veranstalter, die Polizei und die Politik auch hier alleine die Verantwortung?
      Schauen Sie sich mal die Videos selber an. Wie rücksichtslos da vornehmlich kräftige, junge Männer über die verknoteten Menschen hinweg ohne die geringste Rücksichtnahme vor zur Treppe klettern (wohlgemerkt nicht in Panik) http://www.youtube.com/watch?v=K50EMkmqYfk . Wie Menschen freiwillig den Weg zu der Treppe wählen – spaßend mit der Handkamera in der Hand – obwohl die von Betroffenen eingestellten Filme klar zeigen, dass es mehr als eng wird und die Zuschauer oben auf der Mauer warnend “zurück” rufen. Als die Filmer erkennen, dass es kein TV-Junglecamp mit Gefahrlosgarantie ist, gibt es kein zurück mehr. http://www.youtube.com/watch?v=RlmIAcVbEkA .
      Mein Mitleid gilt der Opfern, die, einmal in den Strudel 10m vor der Treppe geraten, nicht mehr auf die menschliche Rücksichtnahme aller anderen zählen konnten.

      Diese Mischung aus zunehmender egomanischer Aggression bei solchen Veranstaltungen und unbekümmerter Anspruchshaltung auf gefahrlose Bespaßung finde ich mindestens ebenso diskussionswürdig, wie die Verantwortlichkeit auf Seiten der Politik, Veranstalter oder Polizei.
      Je mehr Veranstaltungen in Richtung “größer”, “spaßiger” und “gratis” gehen, umso mehr wächst die Eskalationsgefahr. Aus eigener Erfahrung habe ich den Eindruck, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird.
      Wie lange kann es noch Aufgabe der Öffentlichkeit sein, allwöchentlich für neue Fan- und Fun-Meilen zu sorgen? Steht irgendwo “Der Bürger hat ein Recht auf jederzeitige öffentliche Bespaßung ohne jedes Risiko und Kosten?”

      • dr.soul schrieb am 30. Juli 2010 at 14:57 - Permalink

        lieber omex
        wenn man keinen plan hat wie so eine großveranstaltung funktionieren muss
        sollte man am besten gar nichts schreiben,is halt meine meinung,dein statement war komplett vorbei.

    41. schwitzig schrieb am 30. Juli 2010 at 05:31 - Permalink

      @40 omex
      Zu Deiner Selbstschuldtheorie:
      Thema verfehlt.

    42. polo pollox schrieb am 30. Juli 2010 at 09:07 - Permalink

      Loveparade 2010 In Memory Giulia Minola († 21)
      R.I.P Tribute Video 24.07.2010

      href=”http://www.youtube.com/watch?v=BW8daFjIPF0″>

    43. againstthewind schrieb am 30. Juli 2010 at 10:41 - Permalink

      Die tödliche Massenpanik während der Loveparade in Duisburg ruft bei mir die Tragödie von
      Cromañon in Buenos Aires wach. Zur Erinnerung: Am 30. Dezember 2004 starben194 Jugendliche , als sie ein Rockkonzert besuchten. Danteske Szenen spielten sich ab, als die Jugendlichen in Panik zu den Notausgängen stürmten und sie verschlossen fanden,viele erstickten durch giftige Dämpfe. Jugendliche ,die sich bereits gerettet hatten , stürzten in die Brandhölle , um ihre Freunde und Freundinnen herauszuholen, viele kamen dabei um.
      Der Chef der Stadtregierung musste auf öffentlichen Druck wegen Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht in der Folge zurücktreten , der Inhaber diese Tanzpalastes sitzt seither im Gefängnis.

    44. H2G schrieb am 30. Juli 2010 at 11:10 - Permalink

      Es ist doch völlig nebensächtlich ob Sauerland sein Pension bekommt oder nicht. Er bekommt sie schliesslich nicht für letzten Samstag. Ob er das vorher gut oder schlecht gemacht hat, der Anspruch ergibt sich schon aus der Zeit bevor er OB war. Strafe ja aber bitte für das und in dem Maße seiner Verantwortlichkeit.
      Nochmal, ich bin nicht dafür das er im Amt bleibt und ich bin sogar der Meinung das er für dieses Amt nicht geeignet war. Ich bin auch dafür das Rabe seinen Sessel räumen muss und wenn ich weiter gehe müsste man Prof Schreckenberg verbieten nochmal in ähnlichen Dingen als Fachmann aufzutreten. Man kann die Liste unendlich erweitern.
      Der Rücktritt ist moralisch notwendig? Kann man so sehen aber müsste moralisch gesehen dann Schaller nicht sofort seine Läden schliessen? Liegt die Vermutung nicht nah das die Sicherheitskonzepte dort ähnlich schlecht sind?
      Strafe ja, die nachweislich höchste und das für jeden der in irgendeiner Form in seiner Funktion Scheisse gebaut hat damit die Veranstaltung überhaupt so beginnen konnte.

      Übrigends ist die Aussage dass das Unglück gegen 17 Uhr begonnen hat richtig. Wenn ihr es schon so genau nehmen wollt. Das Unheil selbst hierfür hat sich schon lange angekündigt und wurde dann ab 12.04UHR aktiv.

      Es ist auch völlig richtig das vor Ort Fehler von Securitys, Polizei und Besuchern gemacht wurden. Ich würde diese als individuelle Fehler beschreiben die sich eben Aufgrund der Situation ergeben.
      So nennt mir ein Freund einen der selbst eigentlich recht lasch ist aber in Kombination mit anderen dann denkbar ungünstig ist.
      Er beschreibt die Situation das man mit Freunden im Tunnel gewartet hat und beim Verlassen feststellt dass einer oder mehrere nun fehlen. Man nutzt nun die Gelegenheit und wartet erstmal ab ob diese nun folgen. Denkt man in dem Moment nach das durchs eigene warten nun weniger Platz für die anderen ist?
      Ich denke nicht. Vielleicht ist man dann mitverantwortlich oder auch nicht, man hat es dann aber nicht mit dem Vorsatz getan andere zu schädigen. So ähnlich stelle ich mir die Situation an der Treppe vor. Da sind einige sicher hoch weil sie schneller aufs Gelände wollten und andere weil sie einfach aus den Massen raus wollten. Ich denke aber nicht das irgendwer von denen dachte “Ach ich kletter da mal hoch und egal wer hinter mir stirbt”. Ist man da hoch gegangen dann ist man moralisch sicher mitverantwortlich und trotzdem wird nicht jeder an der nächsten Treppe daran denken.
      Wenn da jemand war der absichtlich Fehler begangen hat und diese auch zu beweisen sind, dann soll er dafür genauso bestraft werden wie der Rest die diese Gefahr in Kauf genommen haben.

      Blogs bescheren mir in den letzten Tagen viel Theorie und so sinnfrei ich manchen Kommentar ich persönlich finde, so sinnreich fang ich langsam an fair zu urteilen. Ob das jeder aus meinen Texten entnehmen kann weiss ich nicht.

      • Thomas M. schrieb am 30. Juli 2010 at 12:34 - Permalink

        Zum Prof. Schreckenberg:

        Im Interview mit HR2 Der Tag “Restrisiko Masse – Die Katastrophe bei der Loveparade” vom 26.7.2010 sagt er: “Ich war nicht einbezogen bei der Planung dessen, was auf dem Veranstaltungsgelände passiert, also auch der Tunnel und die Rampe, um die es jetzt hier bei dem Unglücksfall geht, sondern ich habe mich damit beschäftigt, wie man die Menschen möglichst sicher wieder abführt also über den Bahnhof und dann auch eventuell über Busse, wenn die Bahn nicht mehr fährt [...] das städtische Gelände jenseits des Veranstaltungsgeländes…”
        Weiter sagt er sinngemäß, dass für das Veranstaltungsgelände selbst der Veranstalter ein eigenes Konzept erstellt hat mit eigenen Gutachtern. Er kenne nichtmal diese Gutachten, habe aber im Vorfeld vor der Enge der Tunnel und der Rampe gewarnt.

        Bitte also keine Vorverurteilungen bis nicht alle Fakten (hier sein Gutachten) öffentlich vorliegen!

        Hier nachzuhören:
        ziemlich am Anfang des Podcasts.

    45. Knut schrieb am 30. Juli 2010 at 11:23 - Permalink

      Seine Bedenken wurden jedoch ignoriert: „Uns wurde immer wieder mitgeteilt, es werde nicht diskutiert. Im Rathaus stehe man auf dem Standpunkt: Die Loveparade muss funktionieren“.

      “Das muss laufen!”, “Wir müssen das jetzt schaffen!” usw. Solche Parolen begegnen mir in den letzten Jahren immer öfter. Es wird an allen Enden gespart, bis die vorhandenen Mittel nicht mehr ausreichen und dann wird an die verbliebenen Mitarbeiter der Anspruch gestellt: “Ihr müsst das jetzt schaffen, wir müssen da durch, wir haben keine Alternative.” In vielen Größeren Betrieben, die ich kenne ist das Normalität und sorgt dafür, dass die Qualität immer geringer wird. Darauf wird gar nicht mehr geachtet, und wenn doch dann sind die Mitarbeiter schuld.
      Diese Mentalität wäre viel eher zu kritisieren als irgendeine vermeinte Hemmungslosigkeit der Besucher, die ja auch hier schon wieder in den Kommentaren in die Diskussion gebracht wird.
      Sparen ist oft sinnvoll, aber viel zu oft wird heute bis an die Grenzen der Funktionalität gespart und am Ende zahlen auf die eine oder andere Weise immer die Unschuldigen.

      • goldman sachs schrieb am 30. Juli 2010 at 14:04 - Permalink

        @knut

        “Das muss laufen!”, “Wir müssen das jetzt schaffen!” usw. Solche Parolen begegnen mir in den letzten Jahren immer öfter. Es wird an allen Enden gespart, bis die vorhandenen Mittel nicht mehr ausreichen und dann wird an die verbliebenen Mitarbeiter der Anspruch gestellt: “Ihr müsst das jetzt schaffen, wir müssen da durch, wir haben keine Alternative.” In vielen Größeren Betrieben, die ich kenne ist das Normalität und sorgt dafür, dass die Qualität immer geringer wird.

        Man erkennt Endphasen von Systemen daran, dass es nur noch um Macht, Geld und persönliche Eitelkeiten geht. Wenn schwere Qualitätsfehler auftreten, siegt eine Zeitlang noch die Gier. Was kommen wird, wenn die Qualität immer geringer wird, könnte jeder ahnen …

        In Duisburg sind mittelmäßige Provinz-Beamte in den großmannssüchtigen Rausch von Metropolis-Fantasien geraten, ignorierten alle Bedenken und liefen sehenden Auges in den Super-Gau. Als der Super-Gau da war, schalteten sie das Schwarze-Peter-Prinzip ein.

        Duisburgs OB Sauerland ist ein schreckliches Desaster. Seine Auftritte sind die Fortsetzung des Super-Gaus, der absolute Tiefpunkt. Tiefer geht’s kaum noch. Gelingt es diesem mediokren Provinzbeamten, dieses Todes-Desaster einen Sommer lang auszusitzen, kackt die CDU ab, nicht nur in Duisburg. Die CDU wird dann flächendeckend wie ein Stein fallen!

    46. Meerbuscher schrieb am 30. Juli 2010 at 13:56 - Permalink

      Nur zur Info – u. a. der sehr ausführliche Versuch, die Lage chronologisch darzustellen:

      http://loveparade2010doku.wordpress.com/2010/07/28/loveparade-2010-zeitablauf-sperrungen-und-durchlassungen

      Mir persönlich ist es too strange, mir diese Videos alle anzuschauen – ich will ja noch schlafen können.

    47. ak schrieb am 30. Juli 2010 at 16:15 - Permalink

      Nr. 45 gs

      1) Zustimmung zum Desasteraspekt aus Ihrer Alltagspraxis

      2) In der Diskussion zum Versuch von Professor Müller, Strafrechtler Uni Regensburg, den Stand der Ermittlungen in Form eines Zwischenberichts zusammenzufassen – http://blog.beck.de/2010/07/28/love-parade-wie-wurde-die-katastrophe-verursacht-ein-zwischenfazit#comment-25007 – gab´s diesen Hinweis:

      “[…] Hier wird nicht auf dem Klavier der “Gefühlskultur” (Ferdinand Tönnies) gespielt. Ich meine mit systemischen Charakter der diesjährigen DU-Love Parade, die zur Death Parade wurde, den Gesamtzusammenhang von Planung einschl. Propaganda (WAZ, BILD, WDR) u n d Durchführung (praktische Organisation) und daß von vornherein niemand der vielen Beteiligten, wer immer´s sei und wie ranghoch auch immer, aussm Blick genommen werden soll … das ist m.E. eine Aufklärungssperspektive, die dem systemischen Charakter der Veranstaltung entspricht, weshalb es auch nicht vorrangig um “Schuld” im metaphysischen, religiösen oder juristischen Sinn (des StGB) gehen kann, sondern um Verantwortung und Verantwortlichkeit geht; und gerade die bisherigen Tage danach zeigen m.E., daß hier keine “Kultur der Verantwortung”, sondern eine “Unkultur der Verantwortungslosigkeit” vorherrscht, welche m.E. mit dem juristisch, religiös oder metaphysisch begründeten “Schuld”-Gerede noch verstärkt wird … Ich hoffe, diese Begründung ist wenn nicht überzeugend so doch bedenkenswerte Minderheitenmeinung.”

      3) Es kann auch argumentiert werden, daß die DU-Veranstaltung wie geplant und entspr. des Stands der Planungen wie geplant nach Recht und Gesetz (“per legem”) niemals hätte durchgeführt bzw. behördlich genehmigt werden dürfen und daß schon die Genehmigung der Veranstaltung einen Rechtsbruch darstellt.

      Gruß
      ak
      30. Juli 2010

    48. Caterina Ehlers schrieb am 30. Juli 2010 at 18:21 - Permalink

      Geehrter Spiegelflechter

      Was ist passiert? 21 Menschen kommen ums Leben, wie scheint erst mal nur für die wichtig, die das durch eigene Interessen ihrer Medienjournalie das versuchen nachzuempfinden? Todesangst nachempfinden? Ich mein nur mal so. Der Einschaltquote wegen. Nich wahr und dann muss natürlich der SCHULDIGE her. Bildzeitungsniveau halt, nach dem Motto, das Sommerloch braucht nen Prellbock.
      Ich unterstell nun den Jounalisten nicht, dass sie drei Kreuze machen, dass es endlich auch mal in Deutschland eine Katastrophe gibt, obwohl die Katastrophe sich mit dem Ausmaß TÄGLICH auf deutschen Straßen ereignet und die Autoindustrie da in Wahrheit auch keine Schuld hat, und genauso wenig gehe ich davon aus, dass der Bürgermeister von Duisburg 3 Kreuze macht wegen der 21 Toten, weil er glaubte sein Image wird dadurch gestärkt.
      Ich finde die Journalisten sollten doch endlich mal ihr Hirn einschalten und mal selbst überlegen, dass allein sogenannte “Weisseher einer Katastrophe”, die es übrigens immer gibt, die Menschen aber nicht abhielten dort hinzugehen. Und dann sollten sie mal überlegen, dass eine Massenansammlung von Menschen immer auch eine Panik auslösen kann, IMMER wohlgemerkt, weil es ist eine AUSNAHMESITUATION wenn Menschen in so großer Anzahl sich zusammenfinden, da kann auch trotz Planung etwas schiefgehen. Da ist auch jeder selbst verantwortlich wo er hingeht. Vielleicht sollte man sich mal besser Gedanken darüber machen, ob nicht genau die Situation der dieser Bürgermeister ausgesetzt war , höher weiter schneller größer, Wachstum halt, genau das Instrument unserer zivilisierten Welt ist. Auch die Toten kamen nicht zu einer Feier die da aus überschaubaren 100 Leuten bestand, sondern auch sie wollten VIELE sein.
      In meinen Augen gibt es keine Schuld. der Mensch muss lernen, dass er SELBST denken muss und das nicht alles planbar ist.

      MFG Caterina Ehlers

      • H. Müller schrieb am 30. Juli 2010 at 20:32 - Permalink

        Meine Rede. Es geht doch nichts über eine schöne Katastrophe. Ist immer gut fürs Bruttosozialprodukt. Man kann sich auch wunderbar profilieren. Das nächste Großevent steht ja schon an. Die Trauerfeier!!
        Ich sag doch Katastrophen-Tourismus. Und immer schön durch den mainstream angetrieben. An die Betroffenen (Verletzte und Angehörige der Toten) denkt doch niemand, sonst würde man diese Sache öffentlich nicht so pushen. Wo leben wir eigentlich. Dem OB wird jetzt schon zum Vorwurf gemacht (ZDF Heute-Sendung) dass er nicht zurücktritt und deswegen Personenschutz braucht. Der eigentliche Skandal ist, dass er Personenschutz benötigt. Es wäre mal spannend zu sehen, wie der mainstream reagiert, wenn ihm (dem OB) wirklich einer die Rübe wegblässt. Das gäbe bestimmt zusätzliche befristete Arbeitsverhältnisse in den diversen Redaktionen.

        Liebe Grüße

        H. Müller

        • tcltk schrieb am 30. Juli 2010 at 21:22 - Permalink

          Ich befürchte, falls jemand zur Selbstjustiz greift und dem OB oder dem Veranstalter ans Leder geht, würde ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung auch noch Beifall klatschen.

          Die Mainstream-Medien und die Politik haben da nämlich mitten in der Gesellschaft eine ganz schöne kritische Masse herangezüchtet, die nicht mehr kritisch ist.

      • name schrieb am 30. Juli 2010 at 21:37 - Permalink

        Laß mal deinen Esoquatsch in deiner Tüte stecken.

        Wenn du das nächste mal verrecken solltest, weil irgendwem ein Profitkäftig zu wichtig ist, und er darum über Leichen marschiert, mache ich trotzdem eine Kerze für dich an.

        Wie schwerstgeschädigt muß man eigentlich sein, um eine persönliche, subjektive Verantwortung für das Tun oder Unterlassen von menschlichen Handlungen abstreiten zu wollen?

        Wie schwerstgeschädigt muß man sein, hier eine völlig menschenfeindliche Planung der politisch und organisatorisch Verantwortlichen nicht zu Kenntnis nehmen zu wollen?

      • Spiegelfechter schrieb am 31. Juli 2010 at 10:46 - Permalink

        Die Toten von Duisburg mit den Toten im Strassenverkehr vergleichen zu wollen, zeugt weder von Fingerspitzengefühl noch Reife. Selbstverständlich setzt man sich einem latenten Risiko aus, sobald man die Haustür verlässt. Dieses latente Risiko steigt, wenn man Massenveranstaltungen besucht. Die Verantwortung, wenn aus diesem latenten ein kokretes Risiko wird, trägt jedoch nicht der Bsucher selbst, wenn Stadt und Veranstalter grob fahrlässig gehandelt haben. Selbstverständlich stellt sich dann die Schuldfrage. Alles andere wäre dochh auch absurd. Wir (damit meine ich Blogger und Journalisten) können uns doch nicht hinstellen und sagen: Das ist nun einmal Kismet. Qué será, será, jetzt trauern wir still. Ich verstehe Deine Argumentation nicht.

      • goldman sachs schrieb am 31. Juli 2010 at 12:52 - Permalink

        @Caterina Ehlers

        In meinen Augen gibt es keine Schuld. der Mensch muss lernen, dass er SELBST denken muss und das nicht alles planbar ist.

        Das ist zu viel zu simpel und kurz gedacht. Wenn Menschen selbst denken, übernehmen sie Verantwortung. Sie übernehmen letztlich auch die Verantwortung für das, was nicht planbar ist, denn nicht alles ist planbar, ganz besonders die Zukunft.

        Vieles ist aber planbar, ganz besonders eine Großveranstaltung. Selbstverständlich ist nicht alles planbar. Bei einer Großveranstaltung mit Hunderttausenden Menschen ist eine Planung allerdings zwingend. Dafür gibt es Regeln, Vorschriften und Ermessensspielräume, die von staatlichen Organen wie Feuerwehr, Polizei etc. angewendet werden. Für deren Handeln gibt es eine politische Verantwortung und die trägt in dem Falle der Oberbürgermeister Duisburgs.

        Dass in Duisburg schwerste Bedenken der zuständigen Behörden weggewischt wurden, ist mit Dokumenten eindeutig Folglich muß der politisch Verantwortliche, OB Sauerland, die poltische Verantwortung übernehmen und zurücktreten.

        Nach dem deutschen Beamtenrecht gibt es keinen politischen Rücktritt, OB Sauerland müßte Antrag auf Entlassung stellen und würde damit alle seine Pensionen verlieren. Die Alternative wäre, daß das Stadtparlament Duisburgs OB Sauerland mit mindestens 75% abwählt, d.h. auch die CDU müßte ihren Spitzenkandidaten abwählen.

        Aus diesen beamtenrechtlich-persönlichen Gründen wird OB Sauerland nicht zurücktreten und die lokale CDU hält sich zurück, weil sie gegen ihren eigenen Spitzenmann stimmen müßte. Damit legt die CDU die weit fortgeschrittene Fäulnis de politischen Kaste in Deutschlands offen. Eine schwarz-gelb-rot-grüne Eiterbeule wird sichtbar.

        Wir sehen an der Eiterbeule, daß die politische Kaste in Deutschland nur noch Verantwortung übernimmt, wenn und nur wenn sie weich auf ein bequemes Pensionskissen fällt. Falls sie das Schicksal von Millionen deutschen Hartz4-Empfängern teilen sollen und wie im Falle OB Sauerland auf eine Pension von € 3.700 monatlich verzichten müßten, verweigern sie sich der politischen Verantwortung. Damit haben wir einen Zustand in Deutschland erreicht, den für die ehemalige DDR der Systemkritiker Rudolf Bahro als „System der organsierten Verantwortungslosigkeit“ diagnostizierte. Das logische Ende der DDR ist bekannt und das logische Ende der BRD ab jetzt auch.

        Das „System der organsierten Verantwortungslosigkeit“ ist im deutschen Finanzsystem schon lange Standard, denn Milliardenrisiken der Banken (siehe “Griechenland”) werden durch verbeamtete Spitzenpolitiker einfach als “Rettungspakete” auf die Steuerzahler und deren Enkel und Urenkel abgewälzt, die ja auch schon die Spitzenpensionen der verbeamteten Spitzenpolitiker zahlen sollen.

        Also, wir sehen ein System, das schon in fortgeschrittene Fäulnis übergegangen ist. Die gelb-schwarze-rot-grüne Eiterbeule mit dieser fetten Mikrobe namens OB Sauerland ist nur die Spitze des verkommenen Eisbergs. Die politische Kaste hat fertig!

        Jetzt muß das GROSSE SCHWEIGEN her, die öffentliche Debatte geerdet werden. Dazu eignet sich am besten eine im TV übertragene Trauerfeier in einer Kirche, Kameraeinstellungen mit den steinernden gesichtern von BK Merkel und ihrem BP Wulff …. sorry ich muß brechen…

      • Phil schrieb am 31. Juli 2010 at 19:32 - Permalink

        Nein, nicht alles ist planbar. Aber solche Großveranstaltungen sind sicherheitstechnisch recht gut planbar.

        Und man darf auch nicht darauf hoffen, dass der Nachfolger immer den Überblick behält und sich in jeder Situation richtig verhält. Daher gibt es auch die Unfallverhütungsvorschriften, eben weil man sich nicht darauf verlassen kann, dass immer richtig gehandelt wird. Schon gar nicht, wenn man nicht alles überblicken kann sowie auch nicht das Hintergrundwissen dazu besitzt.

        Insofern ist es eine Verdrehung der Tatsachen zu behaupten, die wären ja selbst schuld.

        Btw. kannst Du als Einzelner niemals eine drückende Kohorte von Menschen aufhalten, selbst wenn Du es wolltest. Diese Kohorte wird alles niedertrampeln, was sich ihr in den Weg stellt.

    49. carlo schrieb am 30. Juli 2010 at 18:45 - Permalink

      Die Verantwortlichen, bzw. die Veranstalter sollten auch mal so verunstaltet werden wie ich das in den grauenvollen Livemitschnitten gesehen habe. Für den Bürgermeister meine ich nur, nach dem Urlaub: Rübe ab!

      • Caterina Ehlers schrieb am 30. Juli 2010 at 19:42 - Permalink

        Ja Carlo, Du scheinst ein Produkt genau für die zu sein, die eine Jounalie machen für die Menschen die ihr Gehirn nicht so sehr nutzen können.

        Rübe ab?!

        Hast Du das auch für den BP Manager gefordert? Ach ja das waren ja nur 11 Tote und die Folgeerscheinungen sind da natürlich nicht mehr zu überblicken. Verstehe.

        Der ging mit 14 Millionen (von der ausgehandelten Pension mal zu schweigen) mit 11 Toten nach Hause. Scheint doch schon merklich zu funktionieren die Bildzeitungsjournalie für die Überblickbarkeit des EINFACH DENKENDEN DEUTSCHEN, nich wahr?

        Ach und noch zu Deiner Information (nicht das es jetzt aber heiß wird im Oberstübchen), 2009 kamen TÄGLICH 11,3 Menschen im Straßenverkehr ums Leben?!

        HMM?

        Alles nicht so einfach, aber solange es noch Ackermann gibt als prellbock oder ein unbekannter Oberbürgermeister klappt es ja fleißig, die Umstrukturierung in ARM und REICH.

        Rübe ab?! In baldiger Zeit könnte es Dich treffen, wenn es solche wie Dich gibt.

        Wohlgemerkt.

        Caterina Ehlers

        • dr.soul schrieb am 30. Juli 2010 at 23:22 - Permalink

          liebe Caterina Ehlers
          auch du gehörst zu den menschen die alles mitverantworten.

        • carlo schrieb am 31. Juli 2010 at 08:23 - Permalink

          Also gut Caterina! Ich bin für die aktive Sterbehilfe. Ich lade dem Bürgermeister die Pistole und feuere sie dann auch ab. Zufrieden?

        • carlo schrieb am 31. Juli 2010 at 11:44 - Permalink

          Also gut…..sag ichs mal so…nach preussischem Offizierskodex hätte der Kerl sich schon längst selbst erschossen. Ist das jetzt OK?

    50. ak schrieb am 30. Juli 2010 at 21:18 - Permalink

      48-49

      1) Nix Rübe ab – wer will schon die abbe Rübe von dem Sauerland haben

      2) Es gibt in der internationalen Tourismusforschung “black” oder auch “dark tourism”. Das meint, daß Leute touristisch” zu Schreckensplätzen “pilgern”. Die Teilnahme sog. Spitzenpolitiker(innen) aller Ebenen, Farben und Formate an der für morgen geplanten DU-Trauerveranstaltung ist auch sowas

      ak
      30. Juli 2010

    51. Toni schrieb am 31. Juli 2010 at 02:05 - Permalink

      Beklemmende Videos:

      - http://www.youtube.com/watch?v=ojOLlL9POEY
      - http://www.youtube.com/watch?v=QpgEEZVfupw

      • Toni schrieb am 31. Juli 2010 at 02:35 - Permalink

        Wobei der User Pizzamanne natürlich auch schon versucht hat, die Videos zu Geld zu machen und deswegen eine Zeit lang- bis er es sich wohl anders überlegte- die Videos von you tube genommen hatte.

    52. Sepp schrieb am 31. Juli 2010 at 05:36 - Permalink

      Die politisch Inkorrekten lassen sich natürlich auch so eine Tragödie nicht entgehen und machen fleissig Werbung für eine mir verfassungsfeindlich scheinende Website. Was für Wichser!

      http://www.youtube.com/watch?v=LvhxHTZ1inE&feature=related

    53. ak schrieb am 31. Juli 2010 at 15:15 - Permalink

      “Trauerfeier” ?

      Trauer war nur Vorwand. Trauer ist typischerweise sprachlos. Nicht so die neue NRW-Landesmutti. Die plapperte.

      In der Tourismusbranche wird was da vorhin ablief auch mit diesen eingeflogenen Polit-”Nasen” und Medien-”Masken” “black” oder “dark tourism” genannt … Typen, die die Orte schrecklicher Ereignisse wie jetzt Duisburg nach der LOVE PARADE besuchen.

      Im übrigen geht´s nicht um Rache an solchen Wichten wie Noch-OB-Sauerland etc. Sondern um Prävention: Verhinderung dieser, ähnlicher und vergleichbarer Ereignisse und weiterer Toter und Verletzter. Das geht nur gegen die Sauerland-Typen. Die müssen weg. Besser heute noch als morgen.

      AK
      31. Juli 2010

    54. carlo schrieb am 31. Juli 2010 at 16:33 - Permalink

      @53ak
      Da hast Du recht! Dennoch gehört dieser Wicht seiner Strafe zugeführt!

    55. Hans schrieb am 31. Juli 2010 at 17:20 - Permalink

      @carlo Das ist OK. Oder nach japanischer Art.

    56. WRomey schrieb am 1. August 2010 at 09:21 - Permalink

      Ich fände es schön, wenn man sich mal die Frage stellt, warum diese Gesellschaft derartige Veranstaltungen braucht.
      Früher hat man Reichsparteitage veranstaltet, um die Leute geistig besoffen zu machen, heute sind es Loveparade, diverse Sommermärchen, usw.

      Was mich hier in Duisburg wundert, ist, wie viele Leute, die eigentlich auch politisch denken können, nicht gesehen haben, daß der Kaiser nicht nur nackt war sondern als Gerippe rum lief.

    57. Ulrike Maria Beck schrieb am 1. August 2010 at 18:31 - Permalink

      Nicht uninteressant:

      Landschaftspark Duisburg Nord – wir haben hier das Konzept und die Sicherheitspläne
      erarbeitet. Sehr hohe Auflagen durch alle “Ämter”, gemeinsam mit der Bürgermeisterin Frau Bärbel Zieling.
      Fazit: Heute können dort Veranstaltungen mit bis zu 2500 Menschen und besten Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Der Park und seine Geschäftsführer haben alle Konditionen und Auflagen ” erfüllt”.

      Landschaftspark OPEN AIR
      Auf dem großen Parkplatz, vor der genialen Lichtkulisse von Jonathan Park sollte ein Konzert der Band Metallica stattfinden. Auch hier stimmte das gesamte Konzept und waren alle Sicherheits- und Veranstaltungs -Konditionen und Auflage erfüllt. Es gab ein Meeting mit allen Beteiligten am runden Tisch im Rathaus mit der Bürgermeisterin , das Konzept lag allen Beteiligten schriftlich vor.
      FAZIT: Wir konnten das Konzert nicht realisieren,
      DIE AUFLAGE: Ab 22.00 Uhr muss es beendet sein, wegen der Lärmbelästigung der 2 km entfernten Wohnhäuser – an einer Parkseite hinter einem Grüngürtel mit Bäumen gelegen, an den anderen 3 Seiten gab es nur Park und Autobahn ! SORRY: 22.00 Uhr ! Dann aber hätte das Konzert erst begonnen.

      http://www.landschaftspark.de/de/derpark/index.html

    58. Ulrike Maria Beck schrieb am 1. August 2010 at 18:49 - Permalink

      Übrigens hätte und hat man nur einmal Profis wie
      Marcel Avram und Jacky Jedlicky ( Marek Lieberberg Agentur) fragen müssen, dies sind die absoluten Profis für ” solche Großveranstaltungen, ob Rock im Park /Rock am Ring oder Michael Jackson , U2 !!

      Denen ist bei Anblick der Bilder ganz bestimmt das ” das Herz stehengelieben”.
      Also nicht diskutieren und politisch ” neu definieren” , nur diese Herren in Zukunft hinzuziehen und eine solche Katastrophe wird nicht mehr passieren.

    59. ak schrieb am 1. August 2010 at 20:15 - Permalink

      Nr. 58

      Sind die beiden genannten “absoluten Profis” hier buchbar durch email
      ulrikemariabeck@web.de ?

      • Ulrike Beck schrieb am 2. August 2010 at 09:07 - Permalink

        NEIN !
        Die kann man jederzeit auch selber anrufen und ansprechen !!

      • Ulrike Maria Beck schrieb am 2. August 2010 at 09:16 - Permalink

        So kann man die Herren erreichen
        http://www.mlk.com/

        oder darüber lesen

        http://de.wikipedia.org/wiki/Marek_Lieberberg

        Ich kenne und schätze die Arbeit dieser ” Profis” und ihrer vielen Mitarbeiter sehr.

    60. merlion666 schrieb am 2. August 2010 at 05:22 - Permalink

      ich zitiere ungern BILD, aber das ist auch ein interessantes Detail (falls es sich bewahrheitet)

      http://www.bild.de/BILD/news/2010/08/02/loveparade-duisburg/sicherheitskoordinator-steckt-in-container-fest.html

      Jetzt kommt heraus: Der Sicherheitskoordinator, der den Zu- und Abfluss der Menschenmenge auf der Parade überwachte, saß mit einem Polizisten in einem Container direkt an der Todeszone.
      …..

      Unfassbar: Der Beamte im Container soll kein Funkgerät dabei gehabt haben, konnte so das Hilfeersuchen nicht an den Einsatzleiter weitergeben. Das Handynetz war bereits zusammengebrochen. So habe es 30 Minuten gedauert, bis der Verbindungsbeamte einen Vorgesetzten erreichte.

      • Spiegelfechter schrieb am 2. August 2010 at 09:28 - Permalink

        Das hat Jäger in seiner PK aber auch schon erzählt.

    61. Sukram71 schrieb am 2. August 2010 at 09:01 - Permalink

      Diesen Beitrag finde ich auch ganz lesens- und bedenkenswert.

    62. derwaechter schrieb am 2. August 2010 at 10:14 - Permalink

      das sollte man lesen und 1 zu 1 von Presse auf Blogger übertragen.
      http://www.faz.net/s/RubCCB49507459C498F8E6FA9E990486D14/Doc~E9A34C147432A446B8BE34E4E43B7C974~ATpl~Ecommon~Scontent.html

      Hindsight is a beautiful thing

    63. goldman sachs schrieb am 2. August 2010 at 12:20 - Permalink

      @derwaechter

      das sollte man lesen und 1 zu 1 von Presse auf Blogger übertragen.

      Deutschland hat sich verurteilt, Geschichte immer wieder zu wiederholen, auch den „Tod an der Rampe“. http://images.pixelio.de/data/media/176/IMG_9804.jpg

      Adolf S., ein öffentlich-rechtlich Verantwortlicher, beteuert unschuldig: „Ich habe nichts unterschrieben“.
      http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/w/gfx/large/artikel-projekte/november-2008/heesters-unterschrift.jpg

      Wie beim Adolf H. haben alle auch bei Adolf S. schon alles “VORHER” gewusst! Wieso schaffen es DANACH die deutschen Medien nicht mal, die Frage der Pension von OB Sauerland eindeutig zu klären? Wieso wird Adolf S. so verständnisvoll bemitleidet, im Falle seines Rücktritts würde er auf seine Altersversorgung verzichten (was 100%ig gelogen ist)? Hat nicht Adolf H. am 30. April 1945 auch auf seine Altersversorgung verzichtet?

      Adolf Sauerland ist seit 10.10.2004 Oberbürgermeister in Duisburg. Somit hat er ab dem 10.10.2010 Anspruch auf mindestens 35 % seiner letzten Bezüge als Stadtoberhaupt.OB Sauerland wird nach B 11 bezahlt, was einem monatlichen Gehalt von gut 10.600 Euro entspricht, woraus sich nach sechsjähriger Dienstzeit ein Pensionsanspruch von monatlich 3.710 Euro errechnet.

      Übernähme OB Sauerland ENDLICH die politische Verantwortung für das tödliche Desaster der Loveparade und würde SOFORT seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragen, würde sein Beamtenverhältnis mit der Entlassung ohne einen Anspruch auf Ruhegehalt enden.. Wie jeder andere Beamte würde er dann für die Dauer seiner Amtszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. OB Adolf Sauerland würde also so gestellt, als hätten er jahrelang als Angestellter oder Arbeiter eingezahlt in die Rentenversicherung. OB Adolf Sauerland würde folglich keine Beamtenpension, sondern eine durchaus üppige Rente erhalten (mehr als 99% seiner “Landsleute”).

      PS:
      Adolf Sauerland wurde 1955 geboren.
      „Im Jahr 1933 gab es aus naheliegenden Gründen eine signifikante Steigerung der Häufigkeit von Adolf als Jungennamen. Dieser Aufschwung endete 1942. Seitdem wurden deutlich weniger Neugeborene Adolf genannt. Ab 1951 kommt dieser Vorname in den Namensstatistiken fast gar nicht mehr vor. (..) In der Babynamenstatistik 2006 ist unter 27.700 Babys ein einziges, dass mit zweitem Vornamen Adolf heißt.“
      http://www.beliebte-vornamen.de/4501-adolf.htm

      • Spiegelfechter schrieb am 2. August 2010 at 12:24 - Permalink

        zu diesem thema schreibe ich gerade ;-)

        als kleiner teaser: sauerland kriegt nach meinen berechungen nun nicht 35%, sondern mindestens(!) 50% des OB-Gehaltes als pension, da er schon 28 Jahre beamter ist. auch ist es eindeutig falsch, dass er keine altersversorgung bekäme, wenn er zurücktritt.

        • Sukram71 schrieb am 2. August 2010 at 16:21 - Permalink

          Soweit ich gelesen habe, würde er in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Davon kann man ja nun auch leben.

          • Spiegelfechter schrieb am 2. August 2010 at 16:22 - Permalink

            Die Nachversicherung spielt im Fall Sauerland keine Rolle. Im neuen Artikel steht dazu einiges.

            • dr.soul schrieb am 2. August 2010 at 21:37 - Permalink

              also man könnte auch noch arbeiten gehen mit 55,
              machen einige in deutschland….
              aber wer würde ihn nehmen?

    64. schlawiene schrieb am 3. August 2010 at 22:35 - Permalink

      Betr. Bezirksregierung Düsseldorf

      Frau Landesministerin a.D., die Juristin Annemarie Lütges, wurde als Regierungspräsidentin Düsseldorf am 21. Juli 2010 veramtet und verpflichtet, so die übliche fdGO-Formel, “Schaden” abzuwenden. Wegen des – inzwischen hier dokumentierten http://www.rueckspiegel.org/images/uploads/protokoll.pdf – bestenfalls mangelhaften “Sicherheit”skonzepts hätte die diejährige DU-Love Parade vom 24. Juli 2010 von der Bezirksregierung abgesagt werden müssen, spätestens am Freitagmittag 12 Uhr des 23. Juli 2010. Die übliche Köl´sche Ausrede (es ist doch immer gut gegangen) greift nicht. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist als Mittelbehörde dienstaufsichtlich verantwortlich für Duisburg als NRW-Kommune. Damit ist auch die Behördenleiterin nicht straf-, sondern dienstrechtlich im politischen Blick … wenn auch bisher noch nicht der Medienmeute.


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