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  • Etappen- oder Pyrrhussieg für die Freiheit?

    geschrieben am 30. Juli 2008 von Spiegelfechter

    Karlsruhe hat entschieden ? die Nichtraucherschutzgesetze der Länder sind in Teilen verfassungswidrig. Konkret wurde zwar nur anhand dreier Musterfälle über die Gesetzgebung in Berlin und Baden-Württemberg entschieden, dem Urteil wurde seitens der Richter aber Richtliniencharakter zugesprochen. Weitere Klagen sollen im vereinfachten Verfahren nach dem Vorbild des heutigen Urteils abgearbeitet werden. Fortan gilt eine Übergangsregelung, die es den Wirten klassischer Einraumkneipen, die kleiner als 75 m² sind, erlaubt, Gästen wieder das Rauchen zu gestatten. Die Länder sind angehalten, ihre Gesetze bis Ende 2009 zu überarbeiten.

    Den Karlsruher Richtern ging es bei ihrem Urteil um die Wettbewerbsnachteile von Wirten kleinerer Gaststätten, denen große Gaststätten mit separaten Raucherbereichen Gäste wegnehmen. Wenn man schon Ausnahmen vom Grundsatz ?Nichtraucherschutz vor Berufsfreiheit und allgemeiner Handlungsfreiheit? macht, so dürfen diese nicht einzelne Markteilnehmer über Gebühr schädigen. Das Saarland ist das einzige Bundesland, das es geschafft hat, ein Landesnichtraucherschutzgesetz aufzustellen, das nicht vom Karlsruher Urteil betroffen ist. Dort ist es den Wirten von Einraumkneipen auch jetzt schon gestattet, selbst zu entscheiden. Auch Bayern wird sein Gesetz wohl abändern müssen, da ?geschlossene Gesellschaften? ein ähnlich wettbewerbsverzerrendes Element darstellen, wie Raucherräume in größeren Gaststätten.

    Was bei oberflächlicher Betrachtung wie ein Etappensieg der Freiheit wirkt, könnte sich jedoch schnell auch als Pyrrhussieg herausstellen. Die Karlsruher Richter haben in diesem Urteil nicht die rigiden Nichtraucherschutzgesetze als solche, sondern die Ausnahmen von diesen Gesetzen als nicht verfassungskonform gewertet. Die Politik könnte daher mit einem rigiden Gesetzespaket, das gar keine Ausnahmen zulässt, ebenfalls Karlsruhes Vorgaben erfüllen. Ob ein solches Vorhaben vom Wähler angenommen wird, ist indes zu bezweifeln. In weiten Teilen der Republik werden die Gesetze in kleineren Gaststätten schlichtweg ignoriert, ohne dass es jemanden auffallen oder gar stören würde. Wen will der Staat in klassischen Einraumkneipen auch schützen?

    Die gesamte Diskussion ist an Realitätsferne auch schwerlich zu überbieten. Der Staat oktroyiert seinen Bürgern Gesetze auf, die an der Realität der Bürger komplett vorbeigehen. Natürlich ist der Gesundheits- und somit der Nichtraucherschutz ein hohes Gut, dem auch vom Gesetzgeber nachgegangen werden muss. Dennoch muss sich der Gesetzgeber auch hier an die Verhältnismäßigkeit halten. Ein Rauchverbot in Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden und Speisegaststätten wird von einem Großteil der Besucher begrüßt. Ausnahmeregelungen für Bedienstete, die beispielsweise in Einzelbüros ohne Publikumsverkehr arbeiten oder in abgetrennten Aufenthaltsräumen für rauchendes Personal sollte es allerdings auch hier geben. In klassischen Kneipen herrscht allerdings eine andere Realität vor. Wenn der Wirt nicht die Möglichkeiten hat, separate Raucher- und Nichtraucherräume anzubieten, muss er die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, ob in seinen Räumlichkeiten geraucht werden darf oder nicht. Eine Alterskontrolle bei den Besuchern und ein klar sichtbarer Warnhinweis für unbedarfte Gäste müssen hier als Signal reichen ? wer mein Etablissement betritt, setzt sich einer latenten Gefährdung für seine Gesundheit aus. Der mündige Bürger wird abwägen, die Freiheit des Besuches einer solchen Gaststätte gegen die Unfreiheit, sich latent schädigen zu lassen, einzutauschen. Alles andere ist Bevormundung des Wirtes und seiner Gäste. Diesen Standpunkt vertritt auch der Verfassungsrichter Masing, der feststellte, ?dass [ein totales Rauchverbot in Gaststätten] mangels Interessenausgleich unverhältnismäßig sei und die Gefahr paternalistischer Bevormundung in sich berge?. Er sieht ?keinen hinreichenden Grund , den Rauchern die “Kultur des Tabakgenusses bei Speis und Trank” auch zu verbieten, wo es aus Gründen des Nichtraucherschutzes nicht erforderlich sei?.

    In ihrem Urteil haben die Karlsruher Richter ein beliebtes Argument der Antiraucher-Lobby Lügen gestraft. Der Umsatz der Gastronomie geht zurück und das Nichtraucherschutzgesetz übt hierbei einen signifikanten Effekt aus, wie auch bereits das Statistische Bundesamt feststellte. Der niedersächsische Hotel- und Gaststättenverband spricht von einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich bei über 40% seiner angeschlossenen Gaststätten. Regionale Brauereien berichten von Umsatzrückgängen der betreuten Kleingaststätten im Rahmen von fünf bis dreissig Prozent.

    Mit den Kneipen stirbt auch ein Stück regionaler Kultur. Nicht jeder Bürger möchte in Wellness-Tempeln speisen und seine Getränke in hippen Lounges oder Erlebnisgastronomietempeln zu sich nehmen. Die verräucherte Kneipe um die Ecke hat ebenso ihre Daseinsberechtigung wie der klassische Musikclub oder der Bierpub. Letztendlich entscheidet der Gast, wo er seine hart erarbeiten Euros ausgeben will. Möchte er dies lieber in einer Atmosphäre tun, die auch Reinraumkriterien erfüllt, so kann er dies tun. Die freie Entscheidung des Wirtes sorgt, wie auch bei anderen Unternehmern, für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg ? spielt er Jazz oder Volksmusik, bietet er seinen Gästen Bier zum Sparpreis an, oder hippe Cocktails für 10 Euro das Stück, erlaubt er den Tabakkonsum, oder verbietet er ihn?

    In großen gastronomischen Betrieben, kann der Staat steuernd eingreifen. Einem Gastronomieunternehmen mit mehreren Räumen und vielen Angestellten ist es zuzumuten, getrennte Bereiche für Nichtraucher einzuführen, um diese vor Qualm zu schützen. Dem kleinen Wirt, der schon gegen die schlechte Allgemeinkonjunktur und die hohe Inflation kämpfen muss, ist dies nicht zuzumuten. Ein Modell, wie es Spanien eingeführt hat, könnte für Deutschland Vorbildcharakter haben ? kleine Betriebe dürfen selbst entscheiden, wie sie mit der Raucherfrage umgehen, große Betriebe müssen Nichtraucherbereiche anbieten. Dieses Modell wollte der niedersächsische Ministerpräsident Wulf einführen, bis er vor der mächtigen Antiraucher-Lobby eingeknickt ist. Vielleicht hilft ihm nun Karlsruhe, dieses Gesetz im zweiten Anlauf durchzubringen.

    Ursprünglich ging es beim Nichtraucherschutz um Mitarbeiterschutz. Wenn ein Chemieunternehmen dafür Sorge tragen muss, dass ein Chemiearbeiter sich nicht einer Schadstoffkonzentration aussetzen darf, die über einem festgelegten Grenzwert liegt, so muss das gleiche für einen Gastronomen und seine Mitarbeiter gelten. Eine Umsetzung im Sinne der Arbeitsstättenverordnung ist allerdings komplex. Die geltenden Richtwerte für die Umgebungsluft am Arbeitsplatz werden in normalen Kneipen nicht überschritten, wie es eine Studie des Bundesverbandes Gaststätten und Nahrung belegt. Der Mitarbeiterschutz ist ein hehrer und löblicher Ansatz, nur haben die deutschen Gesetze damit leider gar nichts zu tun. Angestellte in der Gastronomie müssen auch in abgetrennten Raucherbereichen arbeiten, die bisweilen an begehbare Aschenbecher erinnern und bei deren Umgebungsluft selbst gestandenen Rauchern übel wird. Arbeitsschutz ist allerdings Bundessache und nicht Ländersache. Eine Modifikation der Arbeitsstättenverordnung durch den Bund wäre ein gangbarer Weg, um die Angestellten in der Gastronomie zu schützen. Dies ging den Antiraucher-Lobbyisten allerdings nicht weit genug. Inhabergeführte Kneipen haben keine Angestellten und würden so eine ?Insel der Sünde? im ?Meer der Vernunft? darstellen.

    Eine aufgeklärte Gesellschaft braucht keine paternalistische Bevormundung durch den Staat. Die Freiheit des Individuums vor staatlicher Gängelung sollte oberstes Prinzip jeglicher Gesetzgebung sein. Dort, wo die Freiheit des Einen eine nicht hinnehmbare Unfreiheit des Anderen mit sich bringt, kann der Staat regelnd eingreifen. Ein Aktionismus, der im Namen der vermeintlich höheren Moral unliebsame Verhaltensweisen stigmatisiert und untersagt, ist jedoch fehl am Platze. Ein Nichtraucherschutzgesetz nach Spanischem Vorbild ist ein vernünftiger Kompromiss zwischen der Freiheit des Wirtes und seiner Gäste, und der Unfreiheit, die ein jeder hinnehmen muss, wenn sein Handeln potentiell schädlich für andere sein könnte. Regelungen, die über diesen Kompromiss hinausgehen, beschneiden die Freiheit des Individuums in einem Maße, das unverhältnismäßig ist. Es kann nicht im Sinne eines Nichtraucherschutzgesetzes sein, wenn in einer kleinen Dorfkneipe der Wirt und seine wenigen Gäste vor die Tür gehen müssen, um die nichtvorhandenen Nichtraucher zu schützen.

    Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.
    Charles de Montesquieu

    Jens Berger

    Zu diesem Thema auf dem SPIEGELFECHTER:
    Raucher sind die besseren Menschen – eine Polemik
    Passivraucher gegen die Welt
    Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten!

    Zu diesem Thema:
    Heinrich Wefing – Auf eine Zigarette

    156 Kommentare Print This Post
    Karlsruhe hat entschieden ? die Nichtraucherschutzgesetze der Länder sind in Teilen verfassungswidrig. Konkret wurde zwar nur anhand dreier Musterfälle über die Gesetzgebung in Berlin und Baden-Württemberg entschieden, dem Urteil wurde seitens der Richter aber Richtliniencharakter zugesprochen. Weitere Klagen sollen im vereinfachten Verfahren nach dem Vorbild des heutigen Urteils abgearbeitet werden. Fortan gilt eine Übergangsregelung, ...
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    156 Kommentare:

    1. Carl Heinz schrieb am 30. Juli 2008 at 16:27 - Permalink

      Das Kneipensterben hat schon lange vor der Diskussion um den Nichtraucherschutz eingesetzt. Das Saufverhalten der Deutschen hat sich geändert: Es wird kaum noch öffentlich in Kneipen der Alkoholsucht gefrönt. Das ist einfach zu teuer.

    2. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 16:31 - Permalink

      @Carl Heinz

      Ja und nein – zumindest die offiziellen Zahlen sagen aus, dass der Nichtraucherschutz einen zusätzlichen Umsatzeinbruch verursacht. Das kann ich rein empirisch auch zu 100% nachvollziehen – der Herbst kommt bald ;-)

    3. stefan23@web.de schrieb am 30. Juli 2008 at 16:49 - Permalink

      Totaler Blödsinn und typisch Deutsch. WENN der Wirt eine Kneipe führt, hat er auch die Regeln einzuhalten. Und genauso wie man eine Trunkenheitsfahrt am Steuer nicht dadurch legitimiert das man einen “Alk”-Aufkleber draussen anklebt, genauso unsinn sind Aufkleber an Kneipentüren.

      Da ohnehin nur ca. 5% der Bevölkerung militante Raucher sind, und die Mehrheit der Raucher selbst kein Problem mit dem Rauchverbot hat, ist die Aufhebung des Rauchverbots nicht nötig.

      Wenn die Raucher unbedingt rauchen wollen, warum gibt es derzeit so wenig Raucherzimmer, so verwaiste Raucherbereiche?

      Viele Kneipen konnten in den letzten Jahren mit den immer weniger werdenden Rauchern nicht überleben ? allein 2000 Kneipen schlossen im letzten Jahr in Dt: davon waren 100% Raucherkneipen.

      Die Freiheit des Individums sollte an erster Stelle stehen, das heißt der MENSCH ENTSCHEIDET was in seinen Lungen passiert, nicht die Ideologie des Wirtes, der Fanatismus des Rauchers oder der Lobbyismus der Tabakindustrie. Warum sollte nicht jeder selbst, wie in Italien oder Irland, entscheiden was er in seine Lungne lässt oder nicht?

      Während kein Nichtraucher einem Raucher vorschreibt was dieser zu rauchen hat, sollte sich auch kein Raucher erdreisten für jemand anderen mitzuentscheiden. Genau diese Wahlfreiheit gibt es bei einem Rauchverbot, da kein Raucher gezwungen ist drinnen zu rauchen, geschweige denn eine rauchfreie Kneipe aufzusuchen.

      Da die Ideologie an oberster Stelle, die Toleranz bei vielen Rauchern jedoch ganz unten ist, ist das kommende Gesetz ohne Ausnahmen zu begrüssen.

      Jeder Mensch sollte selbstbestimmte und frei entscheiden können ob er rauchen will oder nicht. Da Kneipen erstens öffentlich und zweitens Arbeitsplatz sind, hat dort kein Raucher zu entscheiden ob er für andere mitzuentscheiden hat.

      Kurzum: der Wirt hat sich aus den Lungen von Gästen und Angestellten herauszuhalten, genauso wenig wie er selbst entscheiden kann ob er das Bier verdünnt, in die Küche kackt, die MwSt auf 5% setzt, oder seine Angestellten schlägt.

      Die deutsche Diskussion zeigt einmal wieder etwas typisches: eine kleine Zahl ewiger Nörgler, und rauchende Spaßverderber versucht aus reinem Opportunismus sinnvolle und liberale Gesetze (wie z.B. in Irland) zu verhindern.

      Vor dem Rauchverbot hgab es in NRW Umsatzeinbußen bis zu 75%, viele Kneipen mussten schließen. In Thüringen musste jede 4. Disko vor dem Rauchverbot schließen. Dies zeigt das die ausbleibenden NR dafür gesorgt das viele Lokale nicht überlebten. Nach dem Rauchverbot berichtetet hingegen viele von Umsatzzuwächsen von bis zu 40%. NR bleiben länger und konsumieren mehr. Während der typische Raucher 2 Stunden bleibt, dabei aber nur an 5 Zigaretten zieht und nur ein Bier trinkt, konsumiert der NR Bier und Speisen.

      Die Brauerei verzeichnen im übrigen seit Jahren Rückgänge, zudem wurden die Bierpreise erhöhrt, was den Absatz auch nicht erhöhte. Wie fadenscheinig die Argumente der Rauchfanatiker bzgl. der Umsätze sind, zeigt der Fakt das die Messungen stattfanden als die Rauchverbot in den meisten Ländern noch gar nicht in Kraft waren.

      Fakt ist das es weder in Irland, noch in Schottland, England, oder New York irgendwelche Rückgänge gab ? im Gegenteill. Bleibt das Rauchverbot, werden kleine Kneipen in Dt. aussterben: eben weil kein Wirt der Welt vom Rauch in der Luft die Rechnungen zahlen kann, während zahlungskräftige NR draussen stehen.

      Merke:
      Umsatzeinbußen von 14% im Jahr 2007% in der BRD führen die Raucher auf ökomomische Faktoren zurüch
      Umsatzeinbußen von derzeit 10% führen die Raucher plötzlich auf das Rauchverbot zurück. Na, merken Sie was?

      In Bundesländern mit Rauchverbot entwickelten sich die Umsätze also genauso schlecht, wie in Ländern mit Rauchverbot. Und “Umfragen”, unter weniger als 2% der Wirte sind nun wirklich nicht aussagekräftig, zumal sie allesamt anonym getätigt wurden.

    4. Baikinman schrieb am 30. Juli 2008 at 17:06 - Permalink

      Mich würde mal interessieren, um wie viel Prozent der Umsatz der Kneipen wegen Mehrwertsteuererhöhung und gestiegener Lebenshaltungskosten gesunken ist. Ich habe nämlich den Eindruck, dass der Umsatzrückgang nur einseitig mit den Nichtraucherschutzgesetzen erklärt werden soll.

      Die heutige Entscheidung des BVerfG begrüße ich, weil der Politik einmal mehr vorgezeigt wurde, zu was der Ausnahmeregelungenwahn führt: zu Ungleichheiten und daraus resultierendem Unverständnis. Dass das BVerfG nur die Ausnahmen als nicht verfassungskonform erklärte, könnte allerdings dazu führen, die Gesetze dahingehend zu ändern, ein totales Rauchverbot einzuführen. Ob das passiert, wage ich allerdings zu bezweifeln. Schließlich sind bald wieder Wahlen.

    5. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 17:09 - Permalink

      @Stefan23

      Totaler Blödsinn und typisch Deutsch.

      Wenn es eine Sache gibt, die “typisch Deutsch” ist, dann ist es die, andere als “typisch deutsch” zu verunglimpfen ;-)

      WENN der Wirt eine Kneipe führt, hat er auch die Regeln einzuhalten. Und genauso wie man eine Trunkenheitsfahrt am Steuer nicht dadurch legitimiert das man einen ?Alk?-Aufkleber draussen anklebt, genauso unsinn sind Aufkleber an Kneipentüren.

      Nicht alles, was ein Vergleich ist, hinkt. Der Wirt warnt seine Gäste mit einem solchen Schild ja, so dass ihnen kein Schaden entstehen soll und kann. Vor einer Table-Dance Bar (auch öffentlicher Raum) steht ja auch ein Schild, dass es Jugendlichen untersagt, in dieses Etablissement zu kommen, da sie beim Anblick nackter Haut irreversible seelische Schäden befürchten müssten – so meinen es zumindest die Puritaner, die ja auch das Rauchen am liebsten gleich verbieten würden.

      Da ohnehin nur ca. 5% der Bevölkerung militante Raucher sind, und die Mehrheit der Raucher selbst kein Problem mit dem Rauchverbot hat, ist die Aufhebung des Rauchverbots nicht nötig.

      Nur 5% der Bevölkerung sind militante Nichtraucher und die Mehrheit der Bevölkerung setzt ihren Fuß nie in sogenannte Schankkneipen. Vor der Regelung bestand nie ein Bedarf nach ihr.

      Wenn die Raucher unbedingt rauchen wollen, warum gibt es derzeit so wenig Raucherzimmer, so verwaiste Raucherbereiche?

      Gibt es die? In Niedersachsen nicht – dort sind die Nichtraucherbereiche in Großkneipen verwaist.

      Viele Kneipen konnten in den letzten Jahren mit den immer weniger werdenden Rauchern nicht überleben ? allein 2000 Kneipen schlossen im letzten Jahr in Dt: davon waren 100% Raucherkneipen.

      *g*

      Die Freiheit des Individums sollte an erster Stelle stehen, das heißt der MENSCH ENTSCHEIDET was in seinen Lungen passiert, nicht die Ideologie des Wirtes

      Ganz richtig – niemand sollte in eine Raucherkneipe gehen, wenn er den Rauch nicht verträgt.

      Warum sollte nicht jeder selbst, wie in Italien oder Irland, entscheiden was er in seine Lungne lässt oder nicht?

      Auch dies ist richtig – nur dass in Irland (in Italien wird das Gesetz weitestgehend ignoriert) der Raucher nicht frei entscheiden kann, da es keine Raucherkneipen gibt. Warum sollte die Entscheidungsfreiheit des Nichtrauchers mehr wert sein, als die des Rauchers?

      Während kein Nichtraucher einem Raucher vorschreibt was dieser zu rauchen hat,

      Ach nein? Wofür dann das Gesetz?

      Genau diese Wahlfreiheit gibt es bei einem Rauchverbot, da kein Raucher gezwungen ist drinnen zu rauchen, geschweige denn eine rauchfreie Kneipe aufzusuchen.

      Diese Wahlfreiheit gibt es aber auch nach dem Spanischen Modell – kein Nichtraucher ist gezwungen, eine Raucherbar aufzusuchen, genau so wie kein Puritanier gezwungen ist, in eine Table-Dance Bar zu gehen.

      Da die Ideologie an oberster Stelle, die Toleranz bei vielen Rauchern jedoch ganz unten ist, ist das kommende Gesetz ohne Ausnahmen zu begrüssen.

      Es wird kein Gesetz ohne Ausnahmen geben – dazu fehlt zum Glück der politische Willen.

      Da Kneipen erstens öffentlich und zweitens Arbeitsplatz sind, hat dort kein Raucher zu entscheiden ob er für andere mitzuentscheiden hat.

      Eine inhabergeführte Einraumkneipe ist kein Arbeitsplatz und wenn Du der Meinung bist, eine Gaststätte sei öffentlicher Raum, so kannst Du dies gerne mal den Türstehern eines “Nobelclubs” sagen – Du wirst staunen.

    6. Paul Meyer schrieb am 30. Juli 2008 at 17:13 - Permalink

      Es ist sehr schade, dass der Autor dieses ansonsten sehr schönen Blogs bei diesem Thema derart ideologisch argumentiert, weil er seine eigene Drogensucht vor sich und anderen rechtfertigen muss

    7. Toni schrieb am 30. Juli 2008 at 17:31 - Permalink

      Eigentlich ist es müßig, überhaupt über adequate Rauchverbote zu diskutieren, weil diese wie im Artikel angemerkt zu oft ignoriert werden. Vor allem, wenn man sich nicht in Lokalen aufhält, sondern z.B. sich mit rauchenden Freunden trifft. Ich finde, es sollte zur guten Sitte gehören, in der Umgebung von Nichtrauchern einfach nicht zu rauchen. Genauso wie es gute Sitte ist, andere Leute nicht mit Gestank oder Gefurze zu nerven, oder ihnen ins Gesicht zu niesen.

      Leider kümmern sich genug Raucher nicht darum, sodass es für Nichtraucher wie mich viel zu oft ein Ärgernis wird, wenn ich wegen einem ignornaten Raucher eine bestimmte Gemeinschaft nicht genießen kann.

      Bei der hohen Verbreitung von Zigaretten ist diese Milch eigentlich längst verschüttet. Eine pragmatische Reglung wäre es, den Verkauf von Tabak an Nichtraucher – z.b. an Menschen, die nach 1990 geboren wurden – zu verbieten. Langfristig wäre das Problem aus der Welt, ohne dass ein Raucher Entzugsschmerzen in Kauf nehmen muss. Immerhin verbietet man auch harte Drogen, die zwar eine schlimmere Wirkung haben, aber wenigstens niemand anderen direkt nerven – im Gegensatz zu Zigaretten. Von einem streng liberalen Standpunkt aus gesehen, sind harte Drogen deswegen sogar unbedenklicher, als Zigaretten.

    8. Schwitzig schrieb am 30. Juli 2008 at 18:41 - Permalink

      Antirauchergesetze … was wir hier haben, ist (wie Jens ganz richtig erkannt hat) eine Stellvertreterdiskussion, denn das Verbieten kann und wird problemlos extrapoliert werden.
      Ich werde allerdings keine Schadenfreude empfinden, wenn der fette, furzende “Scheiss-Raucher”-Keifer demnächst bei Behandlungen zuzahlen muss. Ich werde daran denken, dass erstens mit so etwas eine Solidargemeinschaft ad Absurdum geführt wird und dass es zweitens nur noch die Freiheiten gibt, die von oben erlaubt sind. Dann sind das keine Freiheiten mehr.

      Absehen davon verstehe ich nicht, warum Nichtraucher unbedingt rauchfreie Kneipen wollen. Wenn es ihnen nicht gefällt, sollen sie halt draussen bleiben. Genauso könnte man langsame Achterbahnen oder medizinisch hochwertiges Essen in Restaurants fordern.
      Geradezu lächerlich. Wenn es einen Bedarf an Nichtraucherkneipen gäbe, hätte es sie schon vor dem Gesetz gegeben. Und vor allem: WO fängt die Gesundheitsgefährdung an? Ich könnte z.B. Drängler und Raser auf Autobahnen verbieten lassen – gerade heute durfte ich in einem Targaauto in einem Tunnel mal wieder LKW-Luft genießen. Komme ich deswegen auf die Idee, LKWs die Durchfahrt zu verbieten? Nein, denn ich bin ja auch kein dummes, andere bevormundendes Arschloch.

    9. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 18:43 - Permalink

      @Toni

      Nun ja, eine klassische harte Droge ist Alkohol und diese harte Droge ist nicht nur erlaubt, sondern der Konsum wird in höchsten politischen Kreisen beworben. Der Abusus dieser Droge stellt auch eine nicht zu unterschätzende “Belästigung” für die Allgemeinheit dar. Warum werden einige Drogen erlaubt und andere verboten? Tabak und Alkohol gehören nun einmal zum mitteleuropäischen Kulturgut, Heroin und Kokain nicht. Man kann daher auch nicht über diese Drogen urteilen, ohne diesen Umstand zu berücksichtigen.

    10. Fiend_THeyde schrieb am 30. Juli 2008 at 18:44 - Permalink

      @6 Paul Meyer:

      Amateurpsychologie heute? ;-)

      Da mach ich doch gleich mal mit: im Gegensatz zu manchem Nichtraucheraktivisten hält sich der Jens nicht für einen Heiligen.

      @7 Toni:
      Vor allem, wenn man sich nicht in Lokalen aufhält, sondern z.B. sich mit rauchenden Freunden trifft. Ich finde, es sollte zur guten Sitte gehören, in der Umgebung von Nichtrauchern einfach nicht zu rauchen.

      So wie ich es als Raucher hinzunehmen habe, auf meine Zigarette zu verzichten, wenn ich bei nichtrauchenden Freunden zu Gast bin, haben Nichtraucher, die bei mir zu Gast sind, es hinzunehmen, daß ich bspw. in meinen eigenen vier Wänden soviel qualme wie es mir passt. Sollte ein Gast damit ein Problem haben, werde ich diesen höflich zu der Stelle geleiten, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. :-)

      Leider kümmern sich genug Raucher nicht darum, sodass es für Nichtraucher wie mich viel zu oft ein Ärgernis wird, wenn ich wegen einem ignornaten Raucher eine bestimmte Gemeinschaft nicht genießen kann.

      Diese Gemeinschaft besteht nicht zufällig in der Mehrzahl aus Rauchern? Weiter oben erwähntest du mehrere rauchende Freunde. Wäre es ein Einzelner, gäbe es wohl genügend Gruppendruck, ihn oder sie um Rauchverzicht zu bitten. Ich habe jedenfalls noch nie den ominösen, rücksichtslosen Raucher kennengelernt, der sich in einem Freundeskreis (!) in geschlossenen Räumen (!) einer Bitte um Rauchverzicht verweigert hätte.

      Wenn du allerdings erwartest, daß sich dein Freundeskreis überall und jederzeit gefälligst nach deinen Wünschen zu richten hätte, darfst du dich über Entäuschungen nicht wundern/beschweren.

      Und jetzt werde ich mir ganz gepflegt eine anstecken und du kannst gar nichts dagegen tun, denn ich befinde mich in meinen eigenen vier Wänden (so wie die Wirte in ihren Eckkneipen, die keineswegs ein öffentlicher Raum sind, sondern dem Hausrecht des jeweiligen Pächters unterstehen, der Personen jederzeit ohne Angabe von Gründen vor die Tür setzen kann) :-)

      Von einem streng liberalen Standpunkt aus gesehen, sind harte Drogen deswegen sogar unbedenklicher, als Zigaretten

      Sog. harte Drogen wie Opiate oder Kokain sind auch vom medizinischen Standpunkt aus gesehen weitaus weniger bedenklich, als bspw. Tabakprodukte oder Alkohol. Allerdings geht es der Politik mitnichten um Gesundheitsschutz o.ä., denn sonst müßten eine ganze Reihe liebgewonnener Dinge verboten werden, wie bspw. der motorisierte Individualverkehr, der Flugverkehr, toxische Pflanzenschutzmittel, genverändertes Saatgut usw.usf. Bezeichnenderweise sind Tabakfeinde in der Regel durchaus bereit, bei eben genannten Dingen eine Kosten/Nutzenrechnung zuzulassen, während sie dies bei der Tabakfrage mit Vehemenz und moralischer Inbrunst verweigern, obwohl o.g. Dinge weitaus größeren Schaden anrichten als der Passivrauch.

      Es gibt tatsächlich Nichtraucher, die den Tabakgenuß verdammen, jedoch die Nutzung der Kernenergie bejahen, obwohl bspw. Plutonium hundertprozentig todsicher Krebs erregt, während Tabakrauch “nur” das ohnehin vorhandene Risiko erhöht.

      Abgesehen davon ist das einzig sichere im Leben der Tod. Dieser wird Raucher wie Nichtraucher unausweichlich ereilen.

      Ich empfehle daher den guten alten Holbein, den Jüngeren, als Meditationshilfe:
      http://www.delago.de/ttanz/

      @ Jens:

      Schöner Artikel, wie gewöhnlich… inkl. der entsprechenden Reaktionen der nichtrauchenden Leserschaft (ebenfalls wie gewöhnlich). ;-)

    11. Daniel schrieb am 30. Juli 2008 at 18:55 - Permalink

      Dass bei kleinen Kneipen, in welcher der Inhaber der einzige Angestellte ist, eventuell eine Ausnahme gemacht werden könnte, ist durchaus einzusehen. Allerdings fällt mir keine weiter Konstellation ein, in welcher Ausnahmen gerechtfertigt wäre. Ausnahmen führen aber grundsätzlich dazu, dass sie auf kreative Art und Weise ausgenutzt werden.

      Zum Beispiel sind in Bayern nach Einführung der Gesetze aller Orts die Raucherclubs aus dem Boden geschossen, bei welchem man auch als Nichtraucher einen Eintritt bezahlen musste und zusätzlich eine Unterschrift leisten durfte, dass man damit einverstanden ist vollgequalmt zu werden. Also sollten Ausnahmen in dieser Sache generell vermieden werden. Das bedeutet meiner Meinung nach, dass nur ein generelles Rauchverbot in Frage kommt.

      Übrigens kenne ich mindestens einen Raucher, der wegen den Gesetzen mit dem Rauchen aufgehört hat, da es einfach zu unbequem geworden ist -> das Gesetz wirkt positiv.

    12. Toni schrieb am 30. Juli 2008 at 18:57 - Permalink

      Meine rauchenden Freunde sind eindeutig in der Minderheit, aber es kümmert sie trotzdem nicht. Typisch für Raucher, genauso wie diese sinnlose Legitimierung des Rauchens mit der Begründung, dass andere Sachen ja noch viel schädlicher seien. D.h. alles problematische ist erlaubt, solange es etwas problematischeres gibt?

      Meine Güte, man kann als Raucher wenigstens akzeptieren, dass Zigarettenrauch genug Nichtraucher so sehr nervt, dass lautstarker Protest zu hören ist. Ja, er nervt uns anscheinend mehr als die Kernenergie oder der Autosmog. Zu glauben, Nichtraucher würden sich nur aus Spaß am Beschweren aufregen, ist naiv. Ein Raucher, der einen Tag als Nichtraucher verbringen müsste, würde mit Sicherheit schnell leiser werden.

      @Jens

      Du meinst mit “Gehört zum Kulturgut” = “Die etablierte Lobby der Süchtigen ist zu groß, um gegen sie anzukommen?” Das kann man auch über die Kernenergie oder den Verbrennungsmotor sagen.

    13. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:12 - Permalink

      @4 Baikinman

      Mich würde mal interessieren, um wie viel Prozent der Umsatz der Kneipen wegen Mehrwertsteuererhöhung und gestiegener Lebenshaltungskosten gesunken ist. Ich habe nämlich den Eindruck, dass der Umsatzrückgang nur einseitig mit den Nichtraucherschutzgesetzen erklärt werden soll.

      Der verlinkte Kommentar des Statistischen Bundesamtes versucht, hier zu differenzieren. Eine klare Trennung wird es hier wohl nicht geben können. Das die “kleine Kneipe um die Ecke” unter dem Gesetz stärker leidet, als die große Erlebnisgastronomie ist allerdings logisch.

    14. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:18 - Permalink

      @11 Daniel

      Zum Beispiel sind in Bayern nach Einführung der Gesetze aller Orts die Raucherclubs aus dem Boden geschossen, bei welchem man auch als Nichtraucher einen Eintritt bezahlen musste und zusätzlich eine Unterschrift leisten durfte, dass man damit einverstanden ist vollgequalmt zu werden. Also sollten Ausnahmen in dieser Sache generell vermieden werden. Das bedeutet meiner Meinung nach, dass nur ein generelles Rauchverbot in Frage kommt.

      Da darf doch auch die Frage gestattet sein, was Nichtraucher in einem Raucherklub zu suchen haben? Soll die Table-Dance Bar ihren Mädels hochgeschlossene Kleider verpassen, da auch Puritaner sich in diese Bars wagen wollen?

    15. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:20 - Permalink

      @12 Toni

      Du meinst mit “Gehört zum Kulturgut” = “Die etablierte Lobby der Süchtigen ist zu groß, um gegen sie anzukommen?” Das kann man auch über die Kernenergie oder den Verbrennungsmotor sagen.

      Die Lobby der Antiraucher ist eben so groß und gewinnt mehr und mehr an Einfluss. Auch sie fälschen Studien und führen hanebüchene Argumentationen auf. Heutzutage geht es hierbei keinesfalls mehr um den Tabak-Golitah und den Gesundheits-David … diese Zeiten sind lange vorbei.

    16. Toni schrieb am 30. Juli 2008 at 19:29 - Permalink

      @Jens

      Ja, aber jenseits aller politischen und wirtschaftlichen Interessen liegt die hauptsächliche “Macht” der Raucher in dem starken Unwillen der Raucher, ihre Rauchgewohnheiten anzupassen. Was man im Kontext von Suchtmitteln auch verstehen kann. Rigorose Maßnahmen gegen Neuraucher wären mir auch genug, dann wäre für den nichtrauchenden Optimisten das Problem in 30-40 Jahren gegessen, ohne das ein Raucher sich aufregen muss.

      Die meisten Leute fangen als Jugendliche an zu rauchen, und es gibt keinen rationalen Grund, warum Jugendliche das tun sollten. Zum Genuss wird die Zigarette erst, wenn der Körper sie anfängt zu brauchen. Man verpasst also nichts.

    17. Daniel schrieb am 30. Juli 2008 at 19:34 - Permalink

      @Jens:

      Wie du in deinem Artikel schon feststellst, geht es bei dem Gesetz eigentlich um den Mitarbeiterschutz. Mein Beispiel, dass in Bayern Raucherclubs entstanden sind, sollte nur veranschaulichen, wie Ausnahmen pervertiert werden können. Als Gast habe ich immer die Wahl (abgesehen von Gruppenzwang etc…) , ob ich ein Raucherlokal betrete oder nicht. Allerdings hat der Angestellte nur die “Wahl” Geld oder Gesundheit.

    18. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:40 - Permalink

      @Toni

      Ja, aber jenseits aller politischen und wirtschaftlichen Interessen liegt die hauptsächliche ?Macht? der Raucher in dem starken Unwillen der Raucher, ihre Rauchgewohnheiten anzupassen. Was man im Kontext von Suchtmitteln auch verstehen kann.

      Starker Unwillen? Das würde ich keinesfalls so sehen, schaue Dir doch nur die letzten 15 Jahre an. Rauchverbot im Fernverkehr, im Nahverkehr, auf Inlandsflügen, dann auf allen Flügen, Rauchverbot an den meisten Arbeitsplätzen, in öffentlichen Gebäuden, in Taxis, im Wald und so weiter und so fort. Ich als überzeugter Genußraucher habe all dies hingenommen, ohne zu murren. Jetzt geht der Gesetzgeber auf Wunsch der Gesundheitslobby aber einen Schritt zu weit, er hat die dünne rote Linie überschritten. Wenn ich mich abends mit ein paar netten Kumpels beim Wirt um die Ecke bei ein paar Getränken und ein paar Zigaretten oder Zigarillos unterhalten will, so ist dies nicht nur meine ureigenste Privatsache, sondern der Wirt ist als Hausherr auch derjenige, der die Regeln aufstellt. Und wenn er lieber mich und meine Freunde als nette, zahlungsfreudige Kundschaft haben will und keine familienkomaptible Jedermannsgastronomie machen will, so soll ihm das erlaubt sein. Im Zug, im Flugzeug, im Krankenhaus, im Büro und in der Schule “störe” ich mit meinem Qualm u.U. Leute, die keine Wahl haben, sich vor dieser Störung zu entziehen. In ausgewiesenen Raucherkneipen gilt dies nicht! Wer diese Kneipen betreten will, muss nun einmal abwägen, ob er dies trotz des Qualms tut.

    19. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:43 - Permalink

      @Daniel

      D´accord! Das könnte man allerdings mit einer entsprechenden Arbeitsstättenverordnung regeln – da hätte ich gar nichts dagegen. Höchstwahrscheinlich würde dies “nur” zu einer besseren Belüftung führen – Konzepte und Geräte für so etwas gibt es. In Japan ist beispielsweise nur Gaststätten gestattet, das Rauchen zu erlauben, die über ein vernünftiges Lüftungskonzept verfügen.

    20. Paul Meyer schrieb am 30. Juli 2008 at 19:45 - Permalink

      “Ich als überzeugter Genußraucher…”

      Meine Güte. Du bist süchtig. Ist es denn so schwer, das zuzugeben?

    21. Georg schrieb am 30. Juli 2008 at 19:53 - Permalink

      Vorsicht, scharfe Kritik:
      Der Artikel hat mich ziemlich enttäuscht, da er im Vergleich zu den Artikeln zu anderen Themen stark abfällt. Ich halte zwar die Forderung nach einem Gesetz, wie du es vorschlägst, für nachvollziehbar, aber die Argumentation hinkt teilweise gewaltig.

      1. Die angeblich so mächtige Nichtraucher-Lobby: Wer soll das denn sein? Welche wirtschaftlich mächtigen und sonstwie einflussreichen Organisationen kämpfen denn für ein Rauchverbot? Wer hat denn ein großes wirtschaftliches Interesse an einem Rauchverbot? Den Krankenkassen und -versicherern kosten Raucher sogar weniger als Nichtraucher. Das ist übrigens immer in Relation zu sehen zur finanzkräftigen, schon lange bestens organisierten und im Lobbying erfahrenen und nicht gerade zimperlichen Tabakbranche. Du solltest also zumindest versuchen zu belegen, was du in Kommentar 15 behauptest.

      2. Eine Studie des Bundesverbandes Gaststätten und Nahrung übernimmst du einfach so ohne kritische Anmerkung oder irgendeinen Hinweis, warum gerade diese etwas anderes sein soll als eine Auftragsstudie mit gewünschtem Ergebnis. Ich würde einer Siemens-Studie, die besagt, dass im Konzern keine nennenswerten Schmiergelder geflossen sind, auch nicht ohne weiteres trauen.

      Auf die einseitige Interpretation der Umsatzentwicklung der Gaststätten ist ja schon hingewiesen worden, ebenso auf die Schwäche des Kulturgut-Arguments. Rassistische und sexistische Sprüche am Stammtisch gehören z. B. auch zu dieser Gaststättenkultur.

      Abseits vom Artikel habe ich den Eindruck, dass die Angst der Wirtinnen und Wirte vor Rauchverboten ein bißchen wie die Angst der Gewerbetreibenden vor der Einführung von Fußgängerzonen in Einkaufsstraßen in den vergangenen Jahrzehnten war, die sich letzlich als völlig falsch herausgestellt hat. Ich kann mich dabei täuschen, das ist nur mein Eindruck. Eine endgültige Beurteilung der Auswirkungen wird wohl erst in einigen Jahren möglich sein.

    22. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 19:55 - Permalink

      @Paul Meyer

      Meine Güte. Du bist süchtig. Ist es denn so schwer, das zuzugeben?

      Nein, keinesfalls! Ich trinke auch gerne guten Wein und kühles Bier, liebe Single-Malts, trinke viel und gerne Kaffee, genieße den Sex, erfreue mich an der Sonne, fahre gerne Mountainbike, esse gerne gut und so weiter und so fort …

      Ich gestehe, ich bin multipel sucht”krank” – viel Spaß beim Puritanertum ;-)

    23. people in motion schrieb am 30. Juli 2008 at 20:03 - Permalink

      Neulich bin ich mit ein paar Freunden auf dem Weg in eine der beliebtesten Kneipen in unserer Stadt gewesen und, da der Abend schon relativ weit fortgeschritten war, konnten wir nicht davon ausgehen, dort auch einen ordentlichen Sitzlatz zu finden. Entsprechend unserer Erwartungen war dann auch der vordere, kleinere Raum von den zweien in der Kneipe, in dem hauptsächlich Barhocker und hohe Tische stehen, randvoll und ordentlich zugequalmt. Während ich mich noch damit abzufinden versuchte in die nächste Kneipe weiterziehen zu müssen, stellten wir fest, dass der zweite, größere Raum mit gemütlichen Sesseln, Sofas und normaler Bestuhlung komplett leer war. Ich hab schon ein bisschen gebraucht, um diese fast schon surreale Situation zu begreifen: Samstag Abend, beste Ausgehzeit und in der beliebtesten Kneipe sind die allerbesten Plätze im größten Raum unbesetzt! Nachdem wir die Information eingeholt hatten, dass dies der Nichtraucherraum sei und die Tür geschlossen gehalten werden müsse, aber es ansonsten entgegen dem Anschein nicht verboten wäre hier nur zu sitzen und sein Bier zu trinken, entschieden wir uns trotz anhaltender Verwirrung im Nichtraucherraum Platz zu nehmen. Während des gesamten restlichen Öffnungszeit der Kneipe blieben wir die einzigen in diesem Raum, der nur gelegentlich von Klogängern durchstreift wurde, die beim Eintreten und Verlassen des Raumes jedes mal die Tür ordentlich schließen mussten. Ich und meine Begleiter, die sämtlich zumindest beim Bier sehr gerner eine Zigarette genießen, sind dann zum Rauchen rausgegangen. Das war eigentlich nicht so das Problem. Aber das von den vielleicht 80 Sitzplätzen im Pub 45 an dem Abend freigeblieben sind, tat mir doch irgendwie Leid, dass aus einem mit guter Stimmung und Atmosphäre geladenem Ambiente dieser doch etwas trostlose Raum geworden ist. Das ganze hat sich vor etwa zwei Wochen in NRW zugetragen und dar Abend war trotzdem sehr lustig.

      @ Spiegelfechter

      Wenn ich auf die ganzen Freaks, die sich da zu Wort melden, antworten müsste, dann würde ich recht schnell ziemlich aggressiv. Respekt, dass du dich an das Thema überhaupt noch rantraust.

    24. Sebastian schrieb am 30. Juli 2008 at 20:07 - Permalink

      Selbst als überzeugter Nichtraucher kann ich nicht verstehen warum sich manche hier so aufführen, weil in kleinen Kneipen geraucht werden darf. Nicht hingehen. Fertig. In den meisten Restaurants gibt es schon seit langem Raucherbereiche. In vielen grösseren Bars und ähnlichem ebenfalls. Es ist einfach die Nachfrage dafür vorhanden. Aber genauso gibt es eine Nachfrage nach verrauchten urigen Eckkneipen. Und auch wenn ich den Rauch dort nicht gerade mag, gehört es für mich schon fast dazu…

      Aber vielleicht bin ich auch zu freundlich…Leben und leben lassen, scheint nicht mehr so weit verbreitet zu sein :(

    25. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:10 - Permalink

      @Georg

      1. Die angeblich so mächtige Nichtraucher-Lobby: Wer soll das denn sein?

      - Politische Gruppierungen, rund um GRÜNE und SPD, die den “Zeitgeist” verstanden haben.
      - Die Pharmaindustrie; denn wer länger lebt, ist ein guter Kunde
      - Die Wirtschaft allgemein; da jeder Euro, der nicht in Zigaretten und Bier fließt, in andere Taschen fließt
      - Der klassisch preußische Puritanismus; dem jeglicher Genuß, zuwider ist
      - Gruppierungen, die von einer Normung des gesellschaftlichen Lebens träumen und jede Unvernunft gerne beseitigen würden

      Institute, die Studien entwerfen, die die Gefahr des Passivrauchens untersuchen, haben jedenfalls nicht gerade Probleme, an die nötigen Mittel zu kommen, so viel ist klar.

      2. Eine Studie des Bundesverbandes Gaststätten und Nahrung übernimmst du einfach so ohne kritische Anmerkung oder irgendeinen Hinweis, warum gerade diese etwas anderes sein soll als eine Auftragsstudie mit gewünschtem Ergebnis. Ich würde einer Siemens-Studie, die besagt, dass im Konzern keine nennenswerten Schmiergelder geflossen sind, auch nicht ohne weiteres trauen.

      OK, der Punkt geht an Dich. Aber ich hatte keinen Anlass, den Messungen zu mißtrauen, zumal sie sich mit japanischen Studien mW deckt, die Grenzwerte ermittelt haben, die in japanischen Kneipen eingehalten werden müssen.

      Auf die einseitige Interpretation der Umsatzentwicklung der Gaststätten ist ja schon hingewiesen worden, ebenso auf die Schwäche des Kulturgut-Arguments. Rassistische und sexistische Sprüche am Stammtisch gehören z. B. auch zu dieser Gaststättenkultur.

      Wie sagte der alte Fritz? Ein Jeder soll nach seiner eigenen Facon glücklich werden. Sein Vater machte übrigens auch schon in seinem “Raucherkollegium” zotige Witze ;-)
      Die deutsche Kneipenkultur kann man gut finden, oder auch nicht – ich halte auch nicht viel von klassischen Eckkneipen. Man muß aber zumindest zur Kenntnis nehmen, dass sie für viele Menschen elementarer Teil ihres Lebens und ihres persönlichen Glückempfindens sind. Und ich sehe keine Notwendigkeit, hier zu intervenieren.

      Eine endgültige Beurteilung der Auswirkungen wird wohl erst in einigen Jahren möglich sein.

      Dann ist es für viele dieser Einraumkneipen aber zu spät. Irland und Großbritannien exerzieren diese Entwicklung ja bereits vor.

    26. fellow passenger schrieb am 30. Juli 2008 at 20:10 - Permalink

      Die Wahl zwischen getränkeorientkierter Raucher- und Nichtraucherkneipe hatten die Wirte vor dem Rauchverbot. Praktisch keiner hat die Wahl zugunsten der Nichtraucher getroffen. Auf diesem Weg wäre eine Kneipe in der ein Nichtraucher sich bei guter Luft einen auf die Lampe gießen kann, niemals zu erreichen gewesen.

      Die eine Frage ist, ob solche Kneipen von ihren nichtrauchenden Gästen existieren können. Es sieht nicht unbedingt danach aus. Die andere Frage ist, ob Kneipen überhaupt nur der Einnahme alkoholischer Getränke dient, oder vielmehr in erster Linie als Ort, an dem soziale Kontakte gepflegt werden. Nachdem in bayerischen Raucherclubs überraschend viele Nichtraucher anzutreffen sind, darf man vermuten, sie sind dort, um gemeinsam mit ihren rauchenden Freunden zu feiern.

      Man könnte argumentieren, dann sollen Sie das in rauchfreien Kneipen tun und die Raucher sollen zum Rauchen vor die Tür gehen. Das wird auch praktiziert. Es ist nur schwierig, sich mit jemandem länger zu unterhalten, der sich alle Viertelstunde vor die Tür begibt. Manchem Nichtraucher geht das ziemlich auf die Nerven.

    27. Daniel schrieb am 30. Juli 2008 at 20:18 - Permalink

      @Jens

      Wie ein solcher Mitarbeiterschutz letztendlich realisiert wird – Arbeitsstättenverordnung oder Gesetz – ist doch egal. Ich glaube aber kaum, dass so etwas über Lüftungssysteme sinnvoll zu realisieren ist. Ich war letztes Wochenende im einem Restaurant und nahm wegen dem schönen Wetter gern im Freien platz. Als sich am Nachbartisch einer die Zigarette ansteckte, war der Rauch trotzdem sehr penetrant (auch wenn er danach schnell verflogen war). Wenn in einem geschlossenem Raum ständig zehn Leute gleichzeitig rauchen, dann glaube ich kaum, dass eine Belüftung da Abhilfe schaffen kann.

    28. Thommy schrieb am 30. Juli 2008 at 20:20 - Permalink

      Super formuliert. Richtig klasse den Punkt getroffen. Das einzige was mich stört ist dieses unzweckmäßige Hitlerbild. Man wäre wohl auch ohne den deutschen Schreckensfürst der Vergangenheit ausgekommen um den Punkt zu treffen. Aber sonst richtig spitze.

      Ich wollte eigentlich noch was zu stefan23@web.de verfassen, aber ich konnte meinen Lachkrampf nicht in den Griff bekommen.

      Schönen Tag.

    29. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:21 - Permalink

      @23 people in motion

      Dein surreales Beispiel kenne auch ich leider zu genüge. Ich “verhackstücke” dieses Thema immer wieder mit Freude, da ich anscheinend auf diesem Themenfeld auch meine Stammleserschaft ein wenig zum Nachdenken über die eigenen Standpunkte bringen kann. Vom Herzen her bin ich ja ein Linksliberaler, der in so ziemlich allen gesellschaftspolitischen Feldern klar liberal positioniert ist. Da ich mich ja vorwiegend mit Außen- und Wirtschaftspolitik beschäftige, kommt dieser liberale Kern allerdings im SF nur selten zum Vorschein ;-)

    30. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:24 - Permalink

      @27 Daniel

      Rauch ist nun einmal von den Wahrnehmungen her sehr penetrant – dies hat ja auch seinen Sinn, da man einen aufkeimenden Brand schnellstmöglich wittern soll. Babygeschrei ist da übrigens ähnlich – bei gleicher gemessener Lautstärke kommt es einem wesentlich lauter und eindringlicher vor, als anderer “Lärm”. Die Natur hat sich was dabei gedacht.

      Wenn es um Mitarbeitschutz geht, zählt also nicht die subjektive Empfindung, sondern objektive Grenzwerte. Und hier ist (nach allen meinen Informationen) eine Lösung per Lüftungskonzepten möglich.

    31. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:26 - Permalink

      @28 Tommy

      Das einzige was mich stört ist dieses unzweckmäßige Hitlerbild. Man wäre wohl auch ohne den deutschen Schreckensfürst der Vergangenheit ausgekommen um den Punkt zu treffen.

      Ich eifere doch nur den Alpha-Journalisten von SPON nach, deren Erfolgsrezept aus Hitler, Titten und Bohlen besteht – letzere konnte ich leider nicht unterbringen ;-)

    32. Karsten Bier schrieb am 30. Juli 2008 at 20:28 - Permalink

      Ich finde auch, der Artikel hat nicht die sonst vom SF gewohnte Qualität. Zum einen fiel mir auf, dass die Gegenschrift eines Verfassungsrichters contra Rauchverbot erwähnt wurde, die eines anderen pro Rauchverbot aber nicht.
      Zum anderen fehlt mir hier ein ganz einfacher, aber zum Verständnis der Legitimität einer Regelung sehr wichtiger und fast nie thematisierter Aspekt (und genau für die Nennung solcher Dinge ist der SF doch eigentlich berühmt), der hier ganz gut beschrieben wird:

      http://www.heise.de/tp/foren/S-Es-gibt-nicht-nur-Raucher-und-Nichtraucher/forum-141487/msg-15314473/read/

      Zu guter Letzt finde ich die Vergleiche mit anderen Suchtmitteln und Verhaltensweisen ziemlich unsinnig, denn diese anderen Dinge beeinflussen eben nicht die Gesundheit von anderen Personen. Bei denen gibt es allenfalls eine “Belästigung”. Das ist ein großer Unterschied.

      Nur um das klarzustellen: Gegen ein komplettes Rauchverbot würde ich mich auch als Nichtraucher stellen. Bei einem Kneipenrauchverbot sehe ich dies anders, hier finde ich neben dem Mitarbeiterschutz eben gerade die Argumentation in dem verlinkten TP-Beitrag stichhaltig.

    33. people in motion schrieb am 30. Juli 2008 at 20:28 - Permalink

      Hab mir gerade doch noch einmal ein paar von den Kommentaren durchgelesen.

      “Rassistische und sexistische Sprüche am Stammtisch gehören z. B. auch zu dieser Gaststättenkultur.”

      Meine erste Reaktion ist nicht jugendfrei, daher hier meine zweite:

      Die Tatsache, dass sich die Ansichten von Menschen mit solchem Fingerzeigkleingeist bis in das Stadium von Gesetzen materialisieren, ist nicht der Grund, wieso ich so schnell meine Fassung verliere. Sondern der scheinheilige Gestus des Vortragenden, der selbst im Geschriebenen klar erkennbar ist, weckt den Willen zur Konfrontation.

      Trotzdem werde ich mich wohl ab jetzt hier raushalten, damit der Spiegelfechter nicht alles zensieren muss. Ihr könnt euch eure Tiraden in meine Richtung also sparen.

    34. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 20:35 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Auch dies ist richtig – nur dass in Irland (in Italien wird das Gesetz weitestgehend ignoriert) der Raucher nicht frei entscheiden kann, da es keine Raucherkneipen gibt. Warum sollte die Entscheidungsfreiheit des Nichtrauchers mehr wert sein, als die des Rauchers?

      Die Freiheit des Nichtrauchers hat allein deswegen Vorrang, weil Nichtrauchen eine passive Handlung und der natürliche Status ist. Rauchen ist eine aktive Handlung, ein künstlich antrainierter Habitus.

      Ein Raucher entscheidet im Übrigen selten frei, denn er ist in der Regel süchtig. Rauchen in den Zusammenhang von Freiheit zu rücken ist eine Verdummung, die wohl von der Tabak-Werbung herrührt.

      Rauchen ist Sucht und Zwang – Nichtrauchen dagegen ist Freiheit.

      Deswegen muss jetzt ein vollständiges Rauchverbot für alle öffentlich zugänglichen Räume her.

    35. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:42 - Permalink

      @Karsten Bier

      Ich verstehe die Argumentation aus dem TP-Forenbeitrag auch nicht ganz – es geht im Artikel ja um Kleinkneipen und das “Spanische Modell”. Wenn 70% der Kneipenbesucher entweder Raucher sind, oder Raucher tolerieren, so muss die Gegenfrage gestattet sein, was diese 70% machen, wenn die kleine Kneipe das Rauchen verbieten muß? Die übrigen 30% haben ja einen ganzen Blumenstrauß an Wahlmöglichkeiten, jede Großkneipe wird auch nach wie vor Nichtraucherbereiche haben. Nun lasst doch bitte die kleinen Eckkneipen machen, was sie wollen. Ansonsten kann ich jedem Nichtraucher nur raten, sich zu artikulieren – “wir Raucher” sind nicht so intolerant, wie immer behauptet wird. Wenn ein Nichtraucher anwesend ist, den es stört, geht man auch gerne in den Nichtraucherbereich und nur zum Rauchen vor die Tür. Das dies dann den Nichtraucher stört, mag sein, ist aber in einem normalen sozialen Umfeld kein Grund deshalb Gesetze zu erlassen.

    36. people in motion schrieb am 30. Juli 2008 at 20:43 - Permalink

      “Rauchen ist Sucht und Zwang – Nichtrauchen dagegen ist Freiheit.”

      Dein Konzept von Freiheit ist so simpel wie das eines Kleinkindes. Da solltest du anscheinend ganz unabhängig von der so bedeutenden Diskussion übers Rauchen oder Nichtrauchen nochmal ein wenig drüber nachdenken.

    37. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 20:49 - Permalink

      @firefly

      Die Freiheit des Nichtrauchers hat allein deswegen Vorrang, weil Nichtrauchen eine passive Handlung und der natürliche Status ist

      In dieser Aussage steckt ein logischer Fehler – ohne Raucher gibt es keine Nichtraucher und schon gar keine Passivraucher. Alleine das Wort “Passivraucherschutz? ein klassisches Oxymoron. Anders als der Nichtraucher ist der Passivraucher nur existent, wenn es aktive Raucher gibt. Verbietet man nun aber den Rauchern ihre existenzgebende Tätigkeit, gibt es auch keine Passivraucher mehr. Es geht also streng genommen nicht um den Schutz, sondern um die Abschaffung der Passivraucher ? aber ?Passivraucherbeseitigungsgesetz? hört sich auch nicht so toll an. Nun aber genug der Verwirrung ;-)

    38. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 20:54 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      - Politische Gruppierungen, rund um GRÜNE und SPD, die den ?Zeitgeist? verstanden haben.

      Das stimmt ja so nun überhaupt nicht. Es gibt nicht mal eine Tendenz, dass sich eine politische Strömung besonders für die Freiheit der Nichtraucher einsetzt. In Bayern regiert die CSU und es ist nun das einzige Land, dass nun nicht nachbessern muss. Aber auch hier ist das richtungsweisende Gesetz dem persönlichen Engagement ihres Fraktionsvorsitzenden zu verdanken, wie man liest.

    39. fellow passenger schrieb am 30. Juli 2008 at 20:56 - Permalink

      Das Gesetz ist ja auch als “Antirauchergesetz” entworfen worden, bester Herr Spiegelfechter (#37). Der Euphemismus “Nichtraucherschutzgesetz” fiel seinen Schöpfern verdächtig spät ein.

    40. Fiend_THeyde schrieb am 30. Juli 2008 at 20:57 - Permalink

      Die Freiheit des Nichtrauchers hat allein deswegen Vorrang, weil Nichtrauchen eine passive Handlung und der natürliche Status ist. Rauchen ist eine aktive Handlung, ein künstlich antrainierter Habitus.

      Hmm…demnach werden als nächstes das Autofahren, Flugreisen, öffentliche Verkehrsmittel, Kleidung und überhaupt alles verboten, was nicht der “natürliche Status” ist? Nackt und bloß die “Freiheit” genießen… FKK für alle und jederzeit. :-)

      Deswegen muss jetzt ein vollständiges Rauchverbot für alle öffentlich zugänglichen Räume her.

      Joo, und wer das nicht will, wird mit harten Strafen bis hin zum Freiheitsentzug zur Freiheit gezwungen…

      Heutzutage muß der Begriff Freiheit ja immer öfter herhalten, wenn was verboten werden soll. ;-)

    41. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 20:57 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      In dieser Aussage steckt ein logischer Fehler – ohne Raucher gibt es keine Nichtraucher

      Das ist so nicht richtig. Ohne Raucher wäre ein Nichtraucher immer noch ein Nichtraucher. Er raucht ja schliesslich nicht. Man würde ihn wohl nicht so nennen, dass es ohne Raucher keine Notwendigkeit gibt, es hervor zustreichen, dass er nicht raucht. Wie überhaupt es ohne Raucher ein grosses Problem weniger gäbe.

    42. Karsten Bier schrieb am 30. Juli 2008 at 21:00 - Permalink

      Zu 35 SF:

      Sorry, ich hätte das wohl genauer ausführen sollen. Es ist ja nicht so, dass 70% im Rauch stehen wollen, sondern für mind. 40% der Leute ist das gemeinsame Ausgehen mit rauchenden Freunden (deren Qualitäten ja nichts mit der Raucherei zu tun haben) wichtiger als das winzige Stückchen gesundheitlicher Demontage, das sie an diesem Abend über sich ergehen lassen. Nun könnte man natürlich sagen, dies geschehe ja freiwillig. Aber der Mensch ist nun einmal so beschaffen, dass er sich in diesem Moment denkt “ach Scheiss drauf, einmal geht schon” o.ä. In der Masse summiert sich das aber und ich sehe es trotz sonst ebenfalls recht liberaler Einstellung schon ein wenig als Aufgabe des Staates, im Rahmen seiner Möglichkeiten gegen diesen heimtückischen Mechanismus vorzugehen. Solche Eingriffe sind aber immer eine Gratwanderung – wie gesagt, ein totales Rauchverbot würde beispielsweise auf jeden Fall zu weit gehen, denn es würde die persönliche Freiheit stark einschränken, obwohl kein Anderer davon direkt betroffen ist. In Kneipen aber wird der Nichtraucher direkt von der Handlung der Raucher betroffen, ohne eine wirkliche Handlungsfreiheit zu besitzen, wegen des beschriebenen Mechanismus. Der momentane Schaden (allein daheim sitzen) wäre einfach größer als die “Einsparung von Rauchschaden”. Ich sehe deshalb hier schon den Handlungsbedarf.

      Hinzu kommt: Meine rauchenden Freunde stellen fast alle eine deutliche Reduzierung ihrer Rauchmenge beim Ausgehen fest. Und sie finden es überwiegend positiv (kein Kopfweh am Morgen (das hat man früher immer auf das Bier geschoben), Anreiz zum Aufhören usw.

    43. fellow passenger schrieb am 30. Juli 2008 at 21:08 - Permalink

      Herr oder Frau Firefly, ohne Raucher gäbe es aber auch Probleme, die es jetzt nicht gibt. Ein Haushaltsloch von 14 Milliarden Euro und eine deutliche Kostensteigerung im Gesundheitswesen, wenn ich jetzt mal zu Ihren Gunsten unterstellen darf, daß Sie nicht die Raucher sondern den Tabak eliminiert wissen möchten.

    44. nurmalso schrieb am 30. Juli 2008 at 21:20 - Permalink

      Bei der ganzen Diskussion werde ich den Eindruck nicht los, dass es Nichtrauchern in erster Linie nicht um den Schutz vor Qualm geht, sondern um den Wunsch andere Menschen mit Staatsgewalt zu bezwingen nach bestimmten Vorstellungen zu leben. In diesem Fall ist es Rauchen, was kommt als nächstes?

    45. Foxxi schrieb am 30. Juli 2008 at 21:23 - Permalink

      @ 23: People in motion

      Diese Beobachtung kann jeder machen, der mit offenen Augen an einem Samstag abend durch die Kieze zieht.

      Ich bin ziemlich überzeugt, dass die Mehrzahl der hier kommentierenden Nichtraucher, an einem Samstag abend NICHT durch die Kieze zieht.

      Und … auch ich bewundere Jens mit welcher Gelassenheit er immer wieder antwortet!

      @Jens

      Deine Analyse der “Nichtraucherlobby” würde ich etwas widersprechen wollen, aber nicht weil ich es weiß, sondern weil ich es vermute:

      Die meisten Menschen sind Nichtraucher und deshalb ist es unheimlich einfach sich auf Kosten der Minderheit zu profilieren, insbesondere da dieses Thema den meisten Nichtrauchern wahrscheinlich herzlich egal sein wird.
      D.h. es gibt eine schweigende Mehrheit und eine sehr laute Minderheit, die sich obendrein noch mit billigen Bildern von hustenden Kindern u.ä. leicht beeindrucken (und nötigenfalls auch aufhetzen) läßt.

      Rauchen widerspricht jeglicher Vernunft, insofern können Raucher keinerlei sinnvolle Argumente für das Rauchen aufbringen. Sucht ist krank und Genuß zumindest anrüchig.

      Also …

      Die Politiker, wenn Du mit “Zeitgeist erkennen” Populismus meinst, richtig!

      Preussische Puritaner, immer!

      Pharmaindustrie, eigentlich nicht, denn Rauchen ist einfach ungesund und somit braucht man eher die Pharmaindustrie, es sei denn man stellt Raucherentwöhnungshilfen her, dann kann man auch schon mal die andere Sau durch’s Dorf treiben … allerdings: Bei den Rückfallquoten macht man mit diesem Zeug vielleicht sogar mehrfachen Reibach.

      Die Wirtschaft per se glaube ich allerdings auch nicht, denn dann könnte man generell immer dafür sein etwas zu verbieten was man selber nicht herstellt. Ich glaube sogar, dass dieser Eingriff in den Konsum sogar von der Wirtschaft mit Sorge gesehen wird, denk’ mal an die Lebensmittelindustrie und was man da alles im Sinne der “Volksgesundheit” verbieten könnte.

      Und diejenigen, die vom genormten Übermenschen träumen dürften über “Vernunft” nicht gerade erfreut sein, setzt Vernunft doch ein gewisses Maß an Intelligenz und Entscheidungsbefugnis voraus. Du hast recht, diese Typen in die Nichtraucherlobby miteinzubeziehen, aber bestimmt nicht, weil sie Vernunft wollen.

    46. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 21:29 - Permalink

      @firefly

      Es gibt nicht mal eine Tendenz, dass sich eine politische Strömung besonders für die Freiheit der Nichtraucher einsetzt.

      Zumindest kenne ich nur eine Partei, die sich für die Freiheit der Raucher und Nichtraucher einsetzt ;-)

      In Bayern regiert die CSU und es ist nun das einzige Land, dass nun nicht nachbessern muss.

      Das ist falsch – nur das Saarland wird nicht nachbessern müssen. Der Causa Bayern wird wahrscheinlich auch bald vor dem BVerfG landen.

      Ohne Raucher wäre ein Nichtraucher immer noch ein Nichtraucher.

      Macht der Baum, der im Wald umfällt ein Geräusch, wenn niemand in der Nähe ist, dies zu hören? Nein, lassen wird das ;-)

    47. Toni schrieb am 30. Juli 2008 at 21:30 - Permalink

      @nurmalso

      Absoluter Blödsinn.

      Wahrscheinlich sind solche hohlen Sprüche und das Gleichsetzten des Rauchens mit allen anderen Annehmlichkeiten des Lebens (welche Nichtraucher als “Puritaner” natürlich auch ablehnen…) der Grund, warum aus Nichtrauchern “militante Nichtraucher” werden. Wer nicht ernstgenommen wird, ärgert sich nunmal.

      [Überspitzung]
      Um Rauche auf eine Stufe mit Sex und Alkohol zu stellen (in Bezug auf seine unmittelbaren Nachbarn), müsste man auf dem Tresen poppen und dabei seine Nachbarn mit Schweiß und Sperma bespritzen bzw. Alkohol aus einem Gartensprinkler trinken und anschließend sämtliche Nachbarn vollkotzen.
      [/Überspitzung]

    48. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 21:34 - Permalink

      @Foxxi

      Das mit der Antiraucher-Lobby war auch nicht sooo fürchterlich ernst gemeint ;-)

    49. nurmalso schrieb am 30. Juli 2008 at 21:38 - Permalink

      @Toni

      Um Rauche auf eine Stufe mit Sex und Alkohol zu stellen (in Bezug auf seine unmittelbaren Nachbarn), müsste man auf dem Tresen poppen und dabei seine Nachbarn mit Schweiß und Sperma bespritzen bzw. Alkohol aus einem Gartensprinkler trinken und anschließend sämtliche Nachbarn vollkotzen.

      Ihre Fantasie sagt mehr als man denkt :)

    50. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 21:42 - Permalink

      @ fellow passanger

      Hmm?demnach werden als nächstes das Autofahren, Flugreisen, öffentliche Verkehrsmittel, Kleidung und überhaupt alles verboten, was nicht der ?natürliche Status? ist? Nackt und bloß die ?Freiheit? genießen? FKK für alle und jederzeit. :-)

      Das Tragen von Kleidung schadet niemand anderem und moderne Transportsysteme steigern die Effizienz und nützen mehr als sie schaden. Das kann man vom Rauchen nicht sagen.

      Herr oder Frau Firefly, ohne Raucher gäbe es aber auch Probleme, die es jetzt nicht gibt. Ein Haushaltsloch von 14 Milliarden Euro und eine deutliche Kostensteigerung im Gesundheitswesen, wenn ich jetzt mal zu Ihren Gunsten unterstellen darf, daß Sie nicht die Raucher sondern den Tabak eliminiert wissen möchten.

      Das sind die dümmlichen Rechnungen eines Rauchers. Da volkswirtwschaftlich Rauchen keinen Nutzen hat, kann durch weniger Rauchen auch nichts verloren gehen.

    51. nurmalso schrieb am 30. Juli 2008 at 21:43 - Permalink

      Sorry, wie zitiert man hier richtig?

    52. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 21:48 - Permalink

      @firefly

      Da volkswirtwschaftlich Rauchen keinen Nutzen hat, kann durch weniger Rauchen auch nichts verloren gehen.

      Das ist falsch – zur Lektüre.

    53. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 21:49 - Permalink

      @nurmalso

      Mit dem Blockquote-Tag – also (blockquote) ZITAT (/blockquote), nur mit spitzen Klammern.

    54. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 21:56 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Das ist falsch – nur das Saarland wird nicht nachbessern müssen. Der Causa Bayern wird wahrscheinlich auch bald vor dem BVerfG landen.

      Das glaub ich nicht. Erstens ist das bayrische Gesetz heute bestätigt worden. Und zweitens wird das Saarland am Meisten nachbessern müssen, da sie Nichtraucher in keinster Weise schützen.

      Zumindest kenne ich nur eine Partei, die sich für die Freiheit der Raucher und Nichtraucher einsetzt ;-)

      Ich kenne keine Partei, die sich für Nichtraucher einsetzt. Als Nichtraucher ist man der Oppression der Raucher schutzlos ausgesetzt. Statt dessen kuschen die Parteien vor der Lobby der Tabakindustrie.

    55. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 22:01 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Das ist falsch – zur Lektüre.

      Was beweist ein Selbstzitat? Zumals es auch noch offen als Polemik deklariert ist.

    56. Spiegelfechter schrieb am 30. Juli 2008 at 22:02 - Permalink

      @firefly

      Das glaub ich nicht. Erstens ist das bayrische Gesetz heute bestätigt worden. Und zweitens wird das Saarland am Meisten nachbessern müssen, da sie Nichtraucher in keinster Weise schützen.

      So so *lol*
      Ok, Du lebst in Deiner Welt, die sich nicht mit der Realität deckt. Ist schon ok, gehab Dich wohl, ich will Dich nicht wecken.

    57. fellow passenger schrieb am 30. Juli 2008 at 22:05 - Permalink

      Das erste Zitat, daß Sie mir da in den Mund legen, Herr oder Frau Firefly, stammt nicht von mir.

    58. Jakester schrieb am 30. Juli 2008 at 22:06 - Permalink

      Nach 33 Jahren Kampfrauchen werd ich mich nicht auf diese Konfrontation einlassen.
      Heiter, amysant und konfusionierend ist es dennoch immer wieder?

      Betrifft mich auch nicht, da ich auf der anderen Seite des grossen Teiches lebe und da kann ich rauchen wann und wo auch immer ich bin.

    59. firefly schrieb am 30. Juli 2008 at 22:32 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Ok, Du lebst in Deiner Welt, die sich nicht mit der Realität deckt. Ist schon ok, gehab Dich wohl, ich will Dich nicht wecken.

      Das brauch ich mir nicht von einem Nikotin-Junkie sagen lassen, der allen ernstes glaubt, Rauchen habe etwas mit Freiheit zu tun. Ich habe klare Sicht auf die Realität. Das scheint aber vielen Rauchern nicht vergönnt zu sein.

    60. transwarp schrieb am 30. Juli 2008 at 22:50 - Permalink

      man stelle sich vor es herrscht totales “Kneipenrauchverbot” und kaum einer hält sich dran..

      Aber nicht in Deutschland…. Wenn die Obrigkeit es beschließt, fahren alle am nächsten Tag farbige Plaketten spazieren und sind auch noch stolz darauf..

    61. transwarp schrieb am 30. Juli 2008 at 22:54 - Permalink

      @firefly

      richtig,

      Denn nur ein totales Rauchverbot ist die totale Freiheit!

    62. Heiko schrieb am 30. Juli 2008 at 22:54 - Permalink

      Einerseits wird auf dieser Seite immer etwas von Selbsterkenntnis gesprochen was auf das kritische Bewußtsein abzielt (dem ich meist zustimmen kann) und dann so eine Diskussion hier.
      In diesem Land scheinen die Raucher eher eine Revolution auszulösen als irgendwelch andere menschenverachtende Ungerechtigkeiten. “Wenn man sich nicht selbst erkennt hat man nicht das Recht andere zu beratschlagen.”
      Wie sagte Volker Pispers so schön: “Es ist gleich viel besser wenn der Lungenkrebs am Tisch mitisst.”
      Wenn jemand am Nachbarstisch sich die Kante mit Alkohol gibt stört mich das nur …
      Ach was soll man da hier noch argumentieren. Ihr scheint vor lauter Qualm nicht die wirklichen Freiheiten zu sehen.

    63. transwarp schrieb am 30. Juli 2008 at 23:02 - Permalink

      @Heiko

      “Wenn jemand am Nachbarstisch sich die Kante mit Alkohol gibt stört mich das nur ….”

      wenn er besoffen danach meine Freundin überfährt…

    64. tumulder schrieb am 30. Juli 2008 at 23:06 - Permalink

      Wer überholt hat rot. Dieser Disziplinierungszwang in unserer Gesellschaft wäre eigentlich mal ein Fall für den Sozialpsychologischen Dienst in jeder Gemeinde. Aber dies wäre ja auch wieder nur eine Form von Disziplinierungzwang und somit genauso albern wie das Rauchverbot in Gaststätten und Kneipen.

    65. Heiko schrieb am 30. Juli 2008 at 23:08 - Permalink

      Ja genau transwarp, du hast den Satz richtig vollendet. Natürlich könnte mir jemand Bösartigkeit unterstellen, daß ich diesen einfach fahren lassen würde… Genau diese Argumentation wollte ich nicht weiter fortsetzen. Es ist halt immer eine Art der Bewußtseinsebene und des Verstehen wollens. Beim Alkohol am Nachbarstisch störts mich halt nicht, da keine giftigen Schwermetalle über die Luft in meine Lunge gelangen.

    66. MrBean schrieb am 30. Juli 2008 at 23:11 - Permalink

      @transwarp: darum gibt es auch – zu Recht – ein Verbot, besoffen Auto zu fahren und es wird auch streng bestraft…
      Analog: Wenn sich jemand Tabak reinpfeift, stört mich das auch, wenn er die Atemluft meiner Freundin verpestet.

    67. transwarp schrieb am 31. Juli 2008 at 00:43 - Permalink

      @heiko

      Hmm, er könnte auch mit dem Taxi nach hause fahren und dann im Suff seine Familie zusammenschlagen…

      Würde dich und mich in der Gaststätte weder stören noch könnten wir es verhindern.. “Sinvolle” Verbote die den persönlichen Alkoholkonsum strenger regulieren alla Bier nur noch bei Nachweis eines “datieren Taxi-Gutscheins” oder “eines polizeilichen Alkohol-Führungszeugnis” käme uns nicht in den Sinn…Warum? weil wir nicht in dem Mass bevormundet werden wollen!

      PS: In Gaststätten bin ich auch für ein “Rauchverbot”! Bin ich in meiner “Partay” Kneipe voller erwachsener Leute will ich zu meinen 10Bier auch gemütlich Rauchen können, ohne Papierkram erledigen zu müssen.

      @mrbean
      Wie gesagt ich bin für Verbote wenn sie sinnvoll und Verhältnissmässig sind. Aber wenn sogar Karlsruhe am bisherigen “Rauchverbot” etwas auszusetzten hat,wird wohl etwas daran noch nachzubessern sein. Aber vermutlich gibts eher in Deutschland bald die schwarze Plakettenpflicht für Raucher, die Gelbe Für Biertrinker, und Die Grüne Für die, die sich besser als alle anderen Fühlen dürfen ….Kindergarten….

    68. Anindo schrieb am 31. Juli 2008 at 01:16 - Permalink

      Bei der Diskussion sollte man erst einmal klarstellen, dass Alkohol sicherlich die deutlich schlimmeren gesellschaftlichen Schäden anrichtet, meistens in Form von Gewalt, Personen- und Sachschäden. Über die Leberschäden will ich gar nicht reden. Alkohol ist eine Droge, unter der man (im Gegensatz zu Koks, Cannabis oder gar Nikotin) völlig die Kontrolle verlieren kann und Dinge anstellt, die man nüchtern (oder auf anderen Drogen) nie machen würde. Aber da wird nicht mal Fernsehwerbung verboten, im Gegenteil, da macht die Fußball-Nationalmannschaft noch Werbung für. Warum will wenigstens Alk-Werbung im TV keiner verbieten, obwohl Alkoholismus unter Jugendlichen ja immer populärer wird. Also wenn man Nikotin quasi verbietet, bleibt nur noch Alkohol als Droge und wer nicht raucht, verträgt mehr davon. Naja, gibt natürlich auch noch die Raserei für den Geschwindigkeitsrausch. Beides auch ne tolle Kombination. Prost.

      Übrigens gibt´s auch nette rauchfreie Tabakalternativen wie Schnupftabak oder Snus. Der Handel mit Snus ist aber schon länger verboten, obwohl der doch ein verträglicherer Zigarettenersatz wäre.

    69. Michael Kostic schrieb am 31. Juli 2008 at 03:42 - Permalink

      Mein lächelndes “Hallo” an alle Lebensführungsvorschreiber dieser Republik, auch hier in diesem bemerkenswerten Blog.

      Sehr schöner Artikel, natürlich ein wenig tendenziell, weil von einem bekennenden Raucher verfasst. Mein persönlicher Dank dafür :-)

      Wenn das ALLES nicht so derart erschütternd wäre, könnte man fast darüber Lachen.

      Ich sag nur: NOT gegen ELEND

      Gruß

    70. db schrieb am 31. Juli 2008 at 04:19 - Permalink

      Rauchen ist Zwang – Nichtrauchen ist Freiheit.

      Willkommen im Jahr 1984!

    71. Schwitzig schrieb am 31. Juli 2008 at 06:14 - Permalink

      Warum haben Nichtraucher ein so großes Problem damit, Rauchern die Freiheit zum Rauchkonsum zu lassen? Ich verstehe es nicht. Ist es des Nichtrauches höchstes Ziel, in verrauchte Kneipen zu gehen und sich darüber zu beschweren, dass seine Gesundheit gefährdet werden könnte?
      Warum bleiben sie nicht einfach weg oder gründen Nichtraucherclubs?

      Wenn ich irgendwo hingehe, wo meine Gesundheit gefährdet wird, ENTSCHLIEßE ich mich dazu, dort hinzugehen!

      Was wir hier sehen, ist Rabulistik in Reinkultur. Nichtraucher fordert die Freiheit, die Freiheit von Rauchern zu beschneiden. Und das Gerücht vom rücksichtslosen Raucher, der im Nobelrestaurant Krebsdünste verbreitet und böse grinsend seine Mitmenschen vergiftet, ist einfach nur erstunken und erlogen. > 95% der Raucher nehmen Rücksicht auf ihre Mitmenschen und qualmen sie eben nicht voll.
      Aber zur Zeit ist es ja hip, die Freiheit von anderen zu beschneiden, sich am die Sau-durchs-Dorf-Treiben zu beteiligen und Schutzstrategien vor den “Anderen” zu entwerfen.
      Kreischende Nichtraucher sind genau der Typus Mensch, die Polizei- und Repressionsstaaten möglich machen und bei deren Errichtung helfen.

      Erst holten sie die Juden, und ich habe nichts dagegen gesagt.
      Dann holten sie die Kommunisten und ich habe nichts dagegen gesagt.
      Dann holten sie die Gewerkschafter und ich habe nichts dagegen gesagt.

      Dann holten sie mich und es war keiner mehr da, der sich für mich einsetzen konnte.

      Dann guckt der Nichtraucher, der so dämlich war und “gefährliches” Essen zu sich genommen hat, mal wieder blöde aus der Wäsche und skandiert: “Das habe ich nicht gewollt. Davon habe ich nichts gewusst.”

      Es ist die innere Einstellung, die verkommen ist. Und das Verbotsprinzip ist extrapolierbar. Menschen, die anderen vorschreiben, wie sie zu leben haben, sind schlechte Menschen.

    72. Northlander schrieb am 31. Juli 2008 at 06:50 - Permalink

      Ich lebe in Schweden, und dort darf in Restaurangs und Gaststätten nicht geraucht werden. Niemand nimmt daran Anstoß. Und mir gefällt die saubere Luft. In Deutschland, noch mehr aber in Frankreich, fällt es mir schwer zu atmen.

    73. tar schrieb am 31. Juli 2008 at 08:33 - Permalink

      @ 8 – Schwitzig

      gerade heute durfte ich in einem Targaauto in einem Tunnel mal wieder LKW-Luft genießen. Komme ich deswegen auf die Idee, LKWs die Durchfahrt zu verbieten? Nein, denn ich bin ja auch kein dummes, andere bevormundendes Arschloch.

      dass du zwar hier den ausstoß riechen kannst, ändert nichts an der tatsache, dass die ausstöße von sämtlichen anderen fahrzeugen dank neuartiger kats weitaus schädlicher sind. und ja: auch dafür gibt es, wie weitgehend bekannt, (scheinheilige) verbote und regelungen, statt einfach alternative energie- und transportmethoden zu fördern.

      @ 9 – jens

      Warum werden einige Drogen erlaubt und andere verboten? Tabak und Alkohol gehören nun einmal zum mitteleuropäischen Kulturgut, Heroin und Kokain nicht.

      tabak ein europäisches kulturgut? hihi.

      der wesentliche unterschied zwischen tabak und alkohol liegt darin, dass du andere menschen beim tabakkonsum direkt schädigst. und das ist auch mir als ehemaliger starker raucher sehr wohl bewußt. wenn ich allerdings alkohol trinke, wird mein gegenüber nicht automatisch einen schluck mittrinken. das ist so dermaßen einfach zu begreifen, dass die debatte darüber des blog(!)-titels würdig ist.

      @ 10 – Fiend_THeyde

      Es gibt tatsächlich Nichtraucher, die den Tabakgenuß verdammen, jedoch die Nutzung der Kernenergie bejahen, obwohl bspw. Plutonium hundertprozentig todsicher Krebs erregt, während Tabakrauch ?nur? das ohnehin vorhandene Risiko erhöht.

      es gibt auch menschen, die sind dumm – oh schreck! und weil die nuklearbombe schädlicher als tabak ist, erübrigt sich die raucherdiskussion?

      @ 18 – jens

      Ich als überzeugter Genußraucher habe all dies hingenommen, ohne zu murren.

      und jetzt darfst du deinen genuß nicht mehr anderen freiwillig zur verfügung stellen. eine unbarmherzige ungerechtigkeit!

      @ 43 – fellow passenger

      Ein Haushaltsloch von 14 Milliarden Euro und eine deutliche Kostensteigerung im Gesundheitswesen, wenn ich jetzt mal zu Ihren Gunsten unterstellen darf, daß Sie nicht die Raucher sondern den Tabak eliminiert wissen möchten.

      muss mal wieder das ausgabenpensum als rechtfertigung für körperverletzung herhalten :( nur leider, leider hängt nicht nur der haushalt schief.

      @ 52 – jens

      das Gesundheitswesen würde durch ein totales Rauchverbot nicht billiger, sondern langfristig nur noch teurer (weil nämlich die Kosten, die in den Extra-Lebensjahren des Nichtrauchers entstehen, die vorher gesparten Ausgaben mehr als aufwiegen).

      also bitte, liebe nichtraucher, begeht doch präventiv suizid, da ihr nicht mehr rentabel seid! herrje…

      ————-

      die diskussion geht wohl im gröbsten um die verteidigung des rauchers vor der öffentlichen bloßstellung. man würde ja auf die straße hinaus müssen, in besondere bereiche. man würde gebrandmarkt und das wäre ja faschistisch. dabei ist es in anderen ländern völlig normal. doch ziehen solche vergleiche nicht.

      auch ich wäre für eine weiterhin offene regelung des pächters, der selbst entscheidet, welches publikum er bevorzugt, trotz all der fadenscheinigen argumente, die hier vorgebracht wurden. denn es zählt hier der gesunde menschenverstand, da es jedem klar sein muss, dass er sich selbst gefährdet, wenn er passiv raucht.

      in anbetracht dieser prämisse, die jeder mensch in eigenverantwortung übernehmen kann, ist es allerdings eben auch erforderlich, jugendliche vor derartigen gefahren zu schützen. und auch wenn sich einige halbstarke 15 oder 16jährige oder jüngere durchaus zutrauen, die absolute eigenverantwortung übernehmen zu können, so ist es meistens der gruppenzwang und die allerorten stattfindende offensichtliche und subtile werbebotschaft, die zum rauchen, zum alkohol und zum sexgenuss verleitet. verbote wirken allerdings der erzieherischen wirkung meist entgegen, da das pubertäre rebellenverhalten eben sein übriges tut.

      es bleibt also letztlich die frage im raum: wie klärt man am besten auf oder wie kann man jugendliche anderweitig sinnvoll beschäftigen, so dass diese sich nicht in genussmittel flüchten müssen? (und es gesellschaftlich eben nicht ‘cool’ ist?)

    74. Thomas schrieb am 31. Juli 2008 at 09:04 - Permalink

      Als überzeugter Nichtraucher bin ich der Meinung, das Rauchen auf der Straße und in der allgemeinen Öffentlichkeit sollte verboten werden. In den Kneipen kann das ruhig erlaubt sein, irgendwo müssen Süchtige ja ihrer Sucht nachgeben können, wenn man Rauchen nicht komplett als illegal erklären will. In so eine Kneipe kriegen mich aus nahe liegenden Gründen keine 10 Pferde rein.

      Raucher beschwören immer die große “Freiheit”, wenn man ihnen bewusst macht, dass sie gar nicht anders können als immer weiter zu rauchen und die berechtigten Interessen anderer Menschen zu ignorieren. Unter Freiheit verstehe ich echt was anderes, als stets und ständig einen psychischen und physischen Druck zu spüren, die nächste Dosis Nikotin einpfeifen zu müssen und notfalls andere Menschen, die sich über den Rauch beschweren, anzublaffen, dass man gefälligst das Maul zu halten hat, weil Freiheit und Selbstverwirklichung und so und überhaupt, Du ignoranter Nichtraucher… Wer wirklich frei entscheiden kann, wann und wo er/sie raucht, der kann dafür auch in abgeschottete Bereiche gehen (und nicht rennen), der muss sich nicht direkt nach dem Essen eine anzünden, oder nach dem Sex oder wann auch immer. Der/Diejenige, welche sich stets und ständig eine Zigarette nach der anderen anstecken müssen, welche während der Arbeit immer wieder raus gehen müssen für eine Fluppenpause, sind nicht frei, sondern Sklaven ihrer Sucht. Was sogenannte “militante Nichtraucher” nicht bedenken: Mit einem Süchtigen kann man nicht wirklich diskutieren. Ein Süchtiger wird alles tun, um seine Sucht zu befriedigen.

    75. Noboru Wataya schrieb am 31. Juli 2008 at 09:51 - Permalink

      @74 – Thomas

      “Mit einem Süchtigen kann man nicht wirklich diskutieren.”

      Fällt mir auch auf, dass in diesem Forum jedesmal der Umgangston auf ein Platzhirsch-Niveau übergeht, sobald es um das Thema Rauchen geht. Leute, die sonst sympathisch und eloquent klingen, stimmen ein in das “Grunzen der Alphatiere” oder ätzen mit Zynismus um sich. Den irgendwie selbstgefälligen Unterton, mit denen die Raucher ihre Rechtfertigungen in den Raum stellen, habe ich sowohl von Rauchern als auch von Alkoholikern, Hardcore-Kiffern oder Koksern hundertfach gehört. Nach meiner Erfahrung ganz klar die Denke des Süchtigen. Ende meines Beitrags zu dieser Diskussion.

    76. Fiend_THeyde schrieb am 31. Juli 2008 at 10:05 - Permalink

      es gibt auch menschen, die sind dumm – oh schreck!

      So ist es…dazu zählen vor allem diejenigen, die sich über die angeblich tödlichen Gefahren des Passivrauchens echauffieren, während sie bspw. gleichzeitig kein Problem damit haben ihre Umgebung mit Autoabgasen einzunebeln; die zwar – wenn es ums Rauchen geht – mit Inbrunst das Wohl der Kinder besingen, jedoch die zahlreichen Kinder, die jedes Jahr im Straßenverkehr zu Schaden/zu Tode kommen als hinzunehmenden “Kollateralschaden” betrachten (gelegentlich sogar mit dem Hinweis garniert, das sei eben der Preis der Freiheit).

      Ums nochmal klarzumachen: es geht um kleine Einraumkneipen, in denen der Hausherr entscheiden soll, ob geraucht werden darf oder nicht, ohne daß irgendwelche “Antiraucher-Aktivisten”, die diese Einraumkneipen ohnehin niemals betreten würden, diese Entscheidung fällen.

      und weil die nuklearbombe schädlicher als tabak ist, erübrigt sich die raucherdiskussion?

      Es ist m.E. tatsächlich wichtiger, über schädlichere Dinge als das Rauchen zuerst zu sprechen. Die Blockwartmentalität feiert stattdessen fröhliche Urständ: dazu zählen anonymisierte Anzeigen wegen Verstößen gegen das Rauchverbot, die ein gewisser Aktivistenverein per Internet anbietet.

      Mittlerweile werden schon Fernsehkomiker von irgendwelchen Spinnern angezeigt, weil sie in einem Sketch am Steuer eines Autos mit dem Handy telefoniert haben. Erinnert stark an die Nichtraucherinitiative, die das Ehepaar Schmidt von Wiesbaden aus angezeigt hat, weil sie dieses im Fernsehen in Hamburg haben rauchen sehen. Das Beispiel macht also Schule, auch in anderen Bereichen.

      es bleibt also letztlich die frage im raum: wie klärt man am besten auf oder wie kann man jugendliche anderweitig sinnvoll beschäftigen, so dass diese sich nicht in genussmittel flüchten müssen? (und es gesellschaftlich eben nicht ?cool? ist?)

      Nun…dieses “wie kann man jugendliche anderweitig sinnvoll beschäftigen” klingt nicht so übermäßig. Das schreibt den Jugendlichen eine ausschließlich passive Rolle zu…zwangsweise bespaßen oder durch Arbeit ablenken, damit sie nicht auf “dumme” Gedanken kommen.

      Nochwas: der Sexgenuß ist nicht die Folge einer subtilen Werbebotschaft, sondern die Auswirkung eines Triebes. Ist Sex die nächste “Gefahr”, die bekämpft und reglementiert werden soll? Das vergiß mal schön: daran haben sich schon Generationen vor den Nichtraucherinitiativen die Zähne ausgebissen…selbst die Puritaner haben dem Menschen den “Sexgenuß” nicht “abgewöhnen” können. :-)

      Allerdings haben sie für jede Menge Schäden gesorgt, weil sie den Sex zu einem Tabu erklärt haben. Sollten die Nichtraucherinitiativen auch noch zu Nichtfickerinitativen mutieren, gibt es wirklich Ärger… ;-)

      @firefly:

      Das Tragen von Kleidung schadet niemand anderem

      Soso…die Kleidung wächst also biodynamisch auf Bäumen und wird jährlich geerntet, oder wie? Von den Produktionsbedingungen in Billiglohnländern schon gehört?. Schon mal die Abwässer aus Kleidungsproduktion hierzulande gesehen/geschnuppert?

      und moderne Transportsysteme steigern die Effizienz und nützen mehr als sie schaden. Das kann man vom Rauchen nicht sagen.

      Nun, die knapp 10000 Verkehrstoten, die nachweislich jedes Jahr im Straßenverkehr umkommen, die etwa 200000 Verletzten, die Folgen fürs Klima oder die Versiegelung der Landschaft durch Straßen (inkl. Zerstörung der Lebensräume von Mensch, Pflanze, Tier) scheinen dich wenig zu kümmern, aber wegen den angeblich 3000 toten Passivrauchern, die eine Studie mit fragwürdigen Methoden ermittelt haben will, machst du ein Riesenfaß auf. Laß mich raten: nichtrauchender Autofahrer. :-)

      Wenn Leute durch dich indirekt zu Schaden kommen, ist das natürlich was gaaaanz anderes. Bist schließlich “effizienter”, nichtrauchender Verkehrsteilnehmer. Ist wohl eine private Version des Ablaßhandels, die du dir zurechtgebastelt hast. :-)

    77. Ludo K. schrieb am 31. Juli 2008 at 10:27 - Permalink

      Hinter den Rauchern steht die mächtige Tabaklobby – hinter den Nichtrauchern stehen nur ein paar vertrottelte Gesundheitspolitiker … daher vielleicht der verständliche Unmut der Nikotinabstinenzler.

    78. AK schrieb am 31. Juli 2008 at 10:39 - Permalink

      Wo ist denn das Problem? Im Urteil gehts doch nur um “Einraumkneipen” oder? Wenn der Wirt gerne rauchende Gäste hat, muss ich als Nichtraucher doch nicht hingehen. Restaurant oder Disko ist eine andere Geschichte. Ich habe das Gefühl, dass es in den Schützengräben, die sich R/NR gebuddelt haben eher ums Prinzip geht. Von meinen Kumpels rauchen die meisten, trotzdem gibts keine Probleme beim Abends weggehen.

      AK

    79. mephane schrieb am 31. Juli 2008 at 10:46 - Permalink

      Der Umsatz der Gastronomie geht zurück und das Nichtraucherschutzgesetz übt hierbei einen signifikanten Effekt aus, wie auch bereits das Statistische Bundesamt feststellte. Der niedersächsische Hotel- und Gaststättenverband spricht von einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich bei über 40% seiner angeschlossenen Gaststätten. Regionale Brauereien berichten von Umsatzrückgängen der betreuten Kleingaststätten im Rahmen von fünf bis dreissig Prozent.

      Ich sehe hier zuallererst den wirtschaftlichen Abschwung, Inflation etc. als Ursache. Das Gesetz mag den Effekt etwas verstärkt haben, das ist aber auch alles.

      Das besondere an der Droge “Tabak” ist, dass andere Menschen in der näherem Umgebung diese zwangsweise mitkonsumieren. Es hat nichts mit einem “Sieg der Freiheit” zu tun, anderen Menschen seinen Drogenkonsum passiv aufzwingen zu dürfen.

      Jetzt kommt das Argument: Keiner ist gezwungen in Raucherkneipen zu gehen.

      Es gibt aber die “normative Kraft des Faktischen”. Weil die Mehrheit der Kneipengäste wohl Raucher sind, wird die Mehrheit der Kneipen wieder zu Raucherkneipen gemacht. Es gibt damit für Nichtraucher wieder die alte “Freiheit”: Sich die Lungen auch zuteeren lassen oder niemals in eine Kneipe gehen.
      Ähnliches gilt auch für Restaurants, auch wenn es da nicht ganz so extrem ist, weil nicht so viel geraucht wird. Wenn man aber nur falsch sitzt und der Rauch vom Nachbartisch herüberweht, nützt einem das herzlich wenig.

      Ganz schlimm wird es wieder in Bereichen, wo die Auswahl eh schon begrenzt ist. Zum einen kleinere Dörfer, wo es vielleicht nur 2 Restaurants und eine Kneipe gibt – der Nichtraucher hat dann, wenn alle 3 das Rauchen erlauben, nichts mehr in der Nähe, wo er hin kann. Und selbst in größeren Städten wird es wohl wieder schwer sein, rauchfreie Gaststätten zu finden.

      Zum anderen trifft es nichtrauchende Besucher von spezielleren Gaststätten, z.B. Diskotheken. Diese zeichnen sich typischerweise auch durch gespielte Musikrichtungen etc. aus. Für das was ich z.B. höre, gibt es in der Stadt nur noch eine einzige Diskothek, die passend ist, nachdem die andere zugemacht hat (hatte nichts mit dem Rauchverbot zu tun, sondern das Unternehmen wurde aufgekauft und ist dann umgezogen). Wenn dort das Rauchen wieder erlaubt sein würde, gäbe es damit keine Alternative, denn nicht jeder kann mal eben mit dem Auto 50km in eine andere Stadt fahren, und selbst wenn kostet das dann nochmal soviel wie der Diskobesuch.

      Besagte Diskothek ist seit dem Rauchverbot übrigens genauso voll wie eh und je, nur wird eben jetzt draußen geraucht anstatt drinnen.

      Meine persönliche Meinung: Rauchen sollte in der Öffentlichkeit verboten werden und nur noch in zu Hause erlaubt sein.
      Um mal das Beispiel aufzugreifen: Beim Thema Sex beschwert sich doch auch keiner, dass das in der Öffentlichkeit nicht erlaubt ist. Obwohl das nicht gesundheitsgefährend für Passanten wäre und in der kleinen Eckkneipe wohl auch weniger Kinder wären, die das (oh Schreck, wie furchtbar!) mitansehen könnten. ;)

      Das Argument des Kulturgutes lasse ich nicht gelten. Würde der Tabak heute zum ersten Mal entdeckt werden, würde er für illegal erklärt werden aufgrund seiner Wirkungen (Sucht, Krebs). Nur weil man etwas “halt schon immer gemacht hat” ist das keine Rechtfertigung für irgendetwas. Diverse Drogen mögen ein Kulturgut sein, aber Kultur kann und muss sich da verändern, wo sie den Menschen schadet.

    80. Nobody schrieb am 31. Juli 2008 at 10:49 - Permalink

      Du übersiehst, daß der “freie Markt” in der Vergangenheit nicht funktioniert hat. Da in der Regel Nichtraucher toleranter sind, als Raucher auf ihre Sucht verzichten können, war es für den Wirt immer lukrativer, Rauchen zu tolerieren. Er hat dadurch mehr Umsatz gewonnen, als er verloren hat.

      Damit wurde und wird das angestrebte Gesundheitsschutz gerade absehbar verfehlt, wenn man die Entscheidung dem Wirt überläßt. Das Ergebnis war, daß die Einraumkneipen faktisch zu 100% Raucherbereiche waren.

      Sobald man das entzerrt: Bei der Bahn, bei größeren Restaurants usw. sind die Nichtraucherbereiche in der Regel nicht nur größer, sondern auch noch erheblich mehr frequentiert. Es ist also tatsächlich der überwiegende Wunsch da, Rauchfrei zu leben.

      Was das viel beklagte Kneipensterben angeht: Wir haben sinkende Realeinkommen und insbesondere stark steigende Energiepreise. Der Einzelhandel stöhnt über Kaufzurückhaltung. Ein Kneipensterben wird es daher so oder so geben. Ich hätte gerne mal gewußt, was die Regelung über das ohnehin zu erwartende Maß zusätzlich ausmachen soll.

    81. Sympatexter schrieb am 31. Juli 2008 at 11:48 - Permalink

      Stimme nach einem ersten Überfliegen mit Nr. 3, 34 und 79 überein.

      Schon ein gut platzierter und unhöflicher Raucher genügt, um mir den Abend zu vermiesen. Ich gehe dann seltener aus und gebe weniger Geld aus. Denn für mich als Nichtraucher stellt sich nicht die Frage, in welche Kneipe (Club, Restaurant, Disco) ich gehen will, sondern ob ich überhaupt weggehen will, weil fast überall geraucht wird. Trotz Nichtraucherschutz.

      Auch höre und lese ich immer wieder das Argument, dass es ja so viele schlimmere Dinge als das Rauchen gäbe. Autoabgase zum Beispiel. Nun ist es aber so, dass das Vorhandensein von schlimmeren Gesundheitsgefährdern die Politik und Gesellschaft nicht davon befreit, an “kleineren Baustellen” zu arbeiten.

      Ich würde wie 79 ein absolutes Rauchverbot in der Öffentlichkeit begrüßen. Meiner Meinung nach hat Rauchen in Kneipen/Bars/etc absolut nichts mit Freiheit zu tun. Jeder, der das behauptet, disqualifiziert sich in meinen Augen, da er die Sucht des Einzelnen über die Gesundheit der Mehrheit stellt.

    82. mephane schrieb am 31. Juli 2008 at 11:51 - Permalink

      Was das viel beklagte Kneipensterben angeht: Wir haben sinkende Realeinkommen und insbesondere stark steigende Energiepreise. Der Einzelhandel stöhnt über Kaufzurückhaltung. Ein Kneipensterben wird es daher so oder so geben. Ich hätte gerne mal gewußt, was die Regelung über das ohnehin zu erwartende Maß zusätzlich ausmachen soll.

      Dazu sei noch etwas zu ergänzen: In der Marktwirtschaft gibt es keine Garantie auf Geschäftserfolg. Wenn die Gesellschaft die Gefahren des Rauchens endlich aufgreift um Maßnahmen zu treffen, dann schließen eben womöglich einige Kneipen. So tragisch das für die Betreiber und Mitarbeiter ist; dafür habe ich durchaus Verständnis. Im Grunde sind sie Opfer der jahrzehntelangen Politik, die nichts hinsichtlich des Tabakproblems unternommen hat.

      Das ist wie mit der sterbenden Musik- und Filmindustrie, die versucht mit Massenabmahnungen Geld einzufordern und Gesetze durchzubringen die darauf abzielen ihren Geschäftserfolg zu sichern, obwohl die technische Entwicklung das Geschäftsmodell überholt hat. Die Methoden mögen etwas anders sein, aber die Situation ist die gleiche: Die Entwicklung der Zeit macht ein Geschäftsmodell überflüssig, im einen Fall den klassischen Vertrieb von Film und Musik, im anderen Fall die Rauchertreffpunkte mit Getränkeverkauf.

      Nur weil ein Unternehmen oder eine Branche jahrzehntelang funktionierte, gibt es für sie aber keine Ewigkeitsgarantie.

    83. name schrieb am 31. Juli 2008 at 11:52 - Permalink

      Puritaner aller Länder erschießt euch gegenseitig, und das bitte gezielt in den Kopf, damit in der ex-post Betrachtung niemand behaupten kann, es wäre ein Versehen.

      Diesen Unsinn, die Kneipen und Speluken, die Orte der Verlierer, kleinen Betrügern, der Ausgestossenden, der ausgerenzten männlichen und weiblichen Huren auch noch zu einem toten bunten gecleanten Werbumfeld zu verunstalten, können sich nur diejenigen einfallen lassen, die sonst in ihrer ersten kapitalistischen Welt schon nicht mehr geradeaus blicken können.

      Eine Gentrifizierung der besonderen Art ist diese Art der Städteumstaltung. Dead Yuppies ist heute wieder die richtige Losung und Umschreibung für die Überproduktionskrise des modernen Sicherheitskapitalismus, in dem einige Charaktere sich nicht über die modernen Errungenschaften von Monsanto oder BASF wundern und Atomkraftwerke anhimmeln, sondern die lustvolle Raucherin zum Feindbild erklären.

      Lustfeindlichkeit mit Verboten auszurüsten, war schon immer ein Zeichen für die kapitalistische Krise, die heute mit ihrem privatisiertem Gesundheitsterrorismus der Pharmakonzerne besondere Umstände feiert.

      Wer wissen will, wie diese heutige westliche Gesellschaft im Kern aussieht, sollte ein paar Krankenhäuser und Gefängnisse besuchen. Berlin bleibt dreckig, auch wenn die eingeflogenen westdeutschen Schwesterschwaben mit ihren lebensfeindlichen Nobelkarossen gern anderes hätten.

    84. Phil schrieb am 31. Juli 2008 at 12:40 - Permalink

      @79

      Ganz schlimm wird es wieder in Bereichen, wo die Auswahl eh schon begrenzt ist. Zum einen kleinere Dörfer, wo es vielleicht nur 2 Restaurants und eine Kneipe gibt – der Nichtraucher hat dann, wenn alle 3 das Rauchen erlauben, nichts mehr in der Nähe, wo er hin kann. Und selbst in größeren Städten wird es wohl wieder schwer sein, rauchfreie Gaststätten zu finden.

      Es hindert Dich niemand daran, eine Gaststätte/Kneipe selbst zu eröffnen, wo Du dann entsprechend die Regeln aufstellen kannst.

    85. mephane schrieb am 31. Juli 2008 at 12:47 - Permalink

      Es hindert Dich niemand daran, eine Gaststätte/Kneipe selbst zu eröffnen, wo Du dann entsprechend die Regeln aufstellen kannst.

      Selten so gelacht. Ein eigenes Unternehmen zu beginnen und auch erfolgreich zu führen ist keine triviale Aufgabe und erfordert auch diverse Vorraussetzungen (z.B. Startkapital/Kredit).

      Das ist so ein schönes Pseudo-Argument. Ja, wahrscheinlich hindert mich niemand persönlich daran. Aber damit ist es nicht getan. Außerdem ist es absurd, von jedem zu verlangen, “es erstmal besser zu machen”, wenn derjenige etwas kritisiert. Zumal ja das Prinzip “jeder kann erreichen was er will, wenn er sich bemüht” schon an äußeren Umständen längst gescheitert ist.

    86. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 13:05 - Permalink

      @ Fiend_THeyde

      Soso?die Kleidung wächst also biodynamisch auf Bäumen und wird jährlich geerntet, oder wie? Von den Produktionsbedingungen in Billiglohnländern schon gehört?. Schon mal die Abwässer aus Kleidungsproduktion hierzulande gesehen/geschnuppert?

      Ich schrieb vom Tragen der Kleidung, nicht von der herstellung. Ausserdem kann man die auch schonend herstellen. Wurde so auch jahrtausende lang gemacht.

      Erst lesen und nachdenken, dann schreiben.

    87. Phil schrieb am 31. Juli 2008 at 13:07 - Permalink

      @85:

      Selten so gelacht. Ein eigenes Unternehmen zu beginnen und auch erfolgreich zu führen ist keine triviale Aufgabe und erfordert auch diverse Vorraussetzungen (z.B. Startkapital/Kredit).

      Und was hindert Dich daran, mit ein paar anderen Gleichgesinnten sich zusammen zu tun und Geld zusammen zu legen? Kommanditgesellschaft oder Compagnie wären evtl. Möglichkeiten.

    88. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 13:30 - Permalink

      Der Konflikt zwischen Rauchern und Nichtrauchern geht von den Rauchern aus, deren Zwang zu rauchen die Gesellschaft spaltet. Will man diesen Konflikt ernsthaft lösen, muss man zwangsläufig an die Quelle des Problems ran, an die Raucher.
      Bislang haben die Raucher ihr Problem einfach zum Problem aller gemacht, indem sie rauchten, wo sie gingen und standen und dabei einseitig Toleranz eingefordert haben.
      Kommentare wie dieser von Schwitzig machen deutlich, dass den Rauchern jegliches Problem-Bewusstsein fehlt.

      > 95% der Raucher nehmen Rücksicht auf ihre Mitmenschen und qualmen sie eben nicht voll.

      Wenn dem so wäre, hätten Raucher ihre Mitmenschen gefragt und nicht einfach stillschweigend eine Zustimmung vorausgesetzt, die so nie erteilt worden ist. Wie wenig Schwitzigs Einschätzung der Realität entspricht, kann wohl jeder bestätigen, der nicht rauchen will.
      Die erlassenen und bald zu verschärfenden Rauchverbote gehen allein auf das mangelnde Problem-Bewusstsein und die stark eingeschränkte Fähigkeit der meisten Raucher zurück, Rücksicht auf ihre Mitmenschen zu nehmen.
      Also liebe Raucher, fasst euch an eure eigene Nase, wenn euch jetzt die “Freiheit” eingeschränkt wird, eurer Sucht nachzukommen.

    89. John schrieb am 31. Juli 2008 at 13:51 - Permalink

      Ich hoffe ich hab nicht zu viel übersprungen.

      Es handelt sich doch mal wieder um Symptom-Bekämpfung/Diskussion. Generell gehört Tabak behandelt und verboten wie eine Droge (z.B.Canabis). Im übrigen genauso wie Alkohol. Allerdings wirkt diese anders auf den Menschen als Tabak. Soll aber jetzt nicht zu Off-Topic werden.
      Das Problem ist nur, dass die Tabaksteuer ein enormes Loch in den Haushalt reißen würde, oder? Von daher wird mit diesem Symptomgesetz nur wieder der einen oder anderen Gruppe auf den Schlips getreten.
      Da ich selber geraucht und aufgehört habe weiß ich, wie schwer es ist, den kleinen schwarzen Mann im Kopf zu bändigen. Hier möchte mich auf die Seite der Nichtraucher stellen die sagen, dass Tabak eine Droge ist und der Raucher keinen “freien Willen” über seine Sucht hat. Sicher nicht so wie Heroin, aber viele scheuen den Aufwand einer Entwöhnung mit dem Argument “Ich mach was ich will.”

      Naja, geh ich halt nach Irland. Die dürfen auch über “Lissabon” abstimmen und das in unverrauchten Kneipen :-)

    90. name schrieb am 31. Juli 2008 at 14:02 - Permalink

      Genau, Sieg Hose, Sieg Lampen Sieg Volkskörper: für den deutschen astralen Führerkörper.

      Wann begreifen einige endlich, dass es sie einen Dreck angeht, was andere tun und das sie in Kneipen, wo ein besonderes Lebensgefühl herrscht, dass Sie nie verstehen werden und leben können, nichts mit Ihrer Blockwartmentalität zu suchen haben? Euch will dort sowieso niemand sehen.

    91. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 14:18 - Permalink

      @ name

      Genau, Sieg Hose, Sieg Lampen Sieg Volkskörper: für den deutschen astralen Führerkörper.

      Was Dümmeres fällt Ihnen wohl nicht ein, als Nichtraucher als Faschisten zu diffamieren. Besorgen Sie sich erst einmal stichhaltige Argumente, bevor Sie hier die Diskussion mit Hass zumüllen.

      Wann begreifen einige endlich, dass es sie einen Dreck angeht, was andere tun und das sie in Kneipen, wo ein besonderes Lebensgefühl herrscht, dass Sie nie verstehen werden und leben können, nichts mit Ihrer Blockwartmentalität zu suchen haben? Euch will dort sowieso niemand sehen.

      Es geht sehr wohl alle etwas an. Kneipen sind öffentlich zugänglich und in ihnen findet öffentliches Leben statt, von dem niemand ausgeschlossen werden darf, nur weil er/sie keinen Qualm einatmen will.
      Ihr eigenes Lebensgefühl, ständig zugequalmt und der eigenen Sucht nachlaufend, können Sie zu Hause nachgehen. Kneipen sind für alle da!!

    92. Ralf schrieb am 31. Juli 2008 at 14:57 - Permalink

      Ich sehe, als chronischer Gelegenheitsraucher, immer noch keinen Grund für diese Gesetzgebung. Ich begrüße auf jeden Fall Rauchverbote in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden oder Restaurants. Nicht, weil ich denke, dass die Mehrheit der Raucher nicht auch vor dem Verbot an solchen Orten aus Einsicht nicht geraucht hat, sondern um den Idioten Einhalt zu gebieten, die es in jeder Gruppierung eben gibt.

      Trotzdem gibt es für mich Orte, an denen die momentane Regelung einfach nur lächerliche Blüten treibt. Bahnhöfe gehören für mich dazu. Welchen Sinn haben die gelben Karées an den Bahnsteigen, die, zu allen Seiten offen und Wind und Wetter ausgeliefert, selbst noch so heftig beraucht nie eine Gefahr für den sensibelsten Nichtraucher gewesen sind? Geht es da noch um Nichtraucherschutz, wenn man auf offenem Gelände willkürlich Bereiche eingrenzt, das auch nur mit Klebeband, oder geht es hier schon um Separierung? Guck ma, die Raucher da ..

      Genau so stellt es sich in Flughäfen dar. Gerade, wenn ich beruflich reise verkomme ich generell zum Raucher, einfach aus Gewohnheit. Aber was einem mit den neuen Gaskammern für Raucher angetan wird ist an Unwürde nicht zu überbieten. Kaum 5 Quadratmeter hat man bsw. in München, abgeschottet durch Glasscheiben, durch die der Nichtraucher seinen unvernünftigen Nemesis quasi beobachten darf. Die Kästen scheinen bewusst unterdimensioniert und unzureichend belüftet zu sein, immerhin kenne ich niemanden, der in einer solchen kammer je eine Kippe bis zum Ende geraucht hätte. Warum eine für alle humanere Lösung an einem Airport, der mich mittlerweile bis zum Gateway mit W-lan-access verfolgt, nicht möglich ist, geht an mir absolut vorbei.

      In Kneipen, was ja hier auch Hauptthema ist, sehe ich es genau so. Es wäre sinnvoller, einen gewissen Luftaustausch pro Quadratmeter Nutzfläche vorzuschreiben, die momentane Regelung ist doch grotesk. Discos, Kneipen, selbst Cocktailclubs haben unterdimensionierte Raucherräume, in denen man die Luft schneiden könnte. Da es zur Luftabfuhr keine Regelungen gibt, ist der Austausch lächerlich oder garnicht vorhanden. Soziale Kontakte zu Nichtrauchern, mit denen ich vorher niemals Probleme gehabt habe, gestalten sich dergestalt schwierig, da man als Raucher quasi am Raucherraum abgegeben wird und seine Bekannten danach wieder zusammensuchen darf.

      Es muss einfach wieder Verhältnismäßigkeit einkehren, Nichtraucherschutz in allen Ehren. Ich stehe selbst mal auf der, mal auf jener Seite, und aus beiden Richtungen wirkt die momentane Regelung nur lächerlich.

      Ansonsten plädiere ich bitte auch für Restriktionen hinsichtlich dicker Menschen in Restaurants, die verschleudern statistisch besehen mehr Gesundheitsgelder als jeder Raucher.

      Wie wäre es mit einer Plackette, die alle Gesundheitssünden des Trägers digital speichert? Raucher, Fetter, Adrenalinjunckie, Diabetiker ..

    93. name schrieb am 31. Juli 2008 at 15:00 - Permalink

      Aber Firefly, Spießertum und Blockwart sein wollen ist schon eine schwere Bürde, nur wirst du mit dieser Einstellung nirgendwo auf der Welt Freunde finden. Inhaberkneipen sind private Einrichtungen, und dort gilt Hausrecht, um im Zweifel die Sportlichkeit der Gäste, die so einen Charakter wie Dich zu Recht im hohen Bogen rausschmeissen würden, weil Du mit deiner Art anderen gar nichts in deren Räume vorzuschreiben hast.

      Das Leben ist schon schwer genug, da braucht niemand noch solche Charaktere wie Dich.

      Ansonsten Sieg Socke Firefly und weitermachen :)

      @Ralf

      Diese Plakette kommt auf jeden Fall, und danach werden dann die Versicherungspolicen erstellt. Schon intern sind solche Daten jetzt schon geldwerte Schätze, die nur noch nicht die Form einer digitalen Urkunde angenommen haben.

    94. Frank Schenk schrieb am 31. Juli 2008 at 16:30 - Permalink

      Toller Artikel Jens, danke!

      Bei einigen Kommentaren (Feuerfliege + co.) musste ich an diesen grandiosen Film “Einer flog übers Kuckucksnest” denken. Ich bin mir nur noch nicht im Klaren, auf welcher Seite ich und auf welcher Seite die “Birkenstock/Biofruchtsaft ohne künstliche Zusätze/Evian/Ich würde gerne in alle Kneipen gehen können”-Fraktion stehen. Ich bin ehrlich verwirrt.

      Allerdings habe ich auch Angst. Große Angst. In Deutschland läuft seit den 60ern eine riesige Gedankenwaschmaschinerie die inzwischen von den meisten Medienriesen fröhlich unterstützt wird. Mir wird bang und bänger. Irgendwann laufen in Deutschland 95% hirngewaschener Zombies durch die Straßen und zeigen mit dem Finger auf mich “Der ist nicht normal, der macht Xy…” und stecken mich in ein Umerziehungslager, in dem mir die passende Gesinnung eingetrichtert wird … während dessen feiern Politprominenz und Medienbosse rauschende Feste und lachen sich über das verdummte Volk kaputt.

      Diese Firma heißt dann vielleicht OCP … wer weiß …

      Ich glaub, vorher rauch und sauf ich mich zu Tode, damit ich solche Individuen nicht überall um mich herum ertragen muß.

      Und jetzt geh ich erst mal eine rauchen!

      Gut rauch

    95. Gerhard Schoolmann schrieb am 31. Juli 2008 at 17:26 - Permalink

      Ein paar Kleinigkeiten sind nicht ganz richtig:

      - “Der Mitarbeiterschutz ist ein hehrer und löblicher Ansatz, nur haben die deutschen Gesetze damit leider gar nichts zu tun. ”

      Die Arbeitsstättenverordnung ist ein Teil des Baurechts, zwar kein Gesetz im engeren Sinne, aber auch wenn sie nicht vom Parlament beschlossen worden ist, eine gesetzliche Vorschrift im weiteren Sinne. Es ist mehr eine technische Frage (manchmal auch eine taktische), ob das Parlament bestimmte Fragen selbst regelt oder der Exekutive das Recht einräumt, Spielräume per Verordnung zu füllen.

      “Inhabergeführte Kneipen haben keine Angestellten…”

      Inhabergeführt werden die Mehrheit gastronomischen Betriebe, abgesehen von den Betrieben, in denen nicht beteiligte, angestellte Geschäftsführer den Betrieb führen. In fast allen inhabergeführten wie auch von Managern geführten Betrieben werden Mitarbeiter beschäftigt. Was gemeint ist, sind wohl kleine Familienbetriebe, in denen nur der oder die Inhaber und evtl. Familienangehörige, die im Rahmen ihrer gegenseitigen Unterhaltspflicht mitabeiten, tätig sind. Sowas gibt es, aber selten.

      “Eine Modifikation der Arbeitsstättenverordnung durch den Bund wäre ein gangbarer Weg, um die Angestellten in der Gastronomie zu schützen.”

      Ein solcher Weg wurde vom Bund (insbesondere dem Bundesarbeitsministerium unter Müntefering nicht gegangen, denn im Rahmen der Arbeitsstättenverordnung können nur nichtrauchende Arbeitnehmer geschützt werden. Dies würde bedeuten, daß geraucht werden dürfte, wenn nur Raucher arbeiten. Nicht geraucht werden dürfte, wenn wenigstens ein Mitarbeiter Nichtraucher wäre. Dabei spielen Nichtarbeitnehmer keine Rolle (Inhaber, Familienangehörige, Gesellschafter, Subunternehmer/selbständige Kellner usw.). Faktisch würde das darauf hinauflaufen, daß in Betrieben, die das Rauchen erlauben wollen, nur noch solche Mitarbeiter beschäftigt werden, die rauchen oder zumindest bei Kontrollen behaupten würden, Raucher zu sein.

    96. Milo schrieb am 31. Juli 2008 at 17:32 - Permalink

      Bis vor einiger Zeit war ich ja noch auf einen Konsens zum Thema “Rauchverbot” aus. Irgendwas in der Ecke “Restaurants nein, Disko ja, Cafes auch nicht, kleine Trinkhöhle ja”. Allerdings bließ mir selbst mit der Einstellung bereits der heiße Rauch ins Gesicht. “Nach dem Essen brauche ich meine Zigarette!” (ist ja wie nach Sex), “Zum Kaffee gehört auch eine Kippe.” (toll, Nuttenfrühstück), zum Thema Alkohol und Nikotin und deren Symbiose muss ich wohl nichts mehr sagen.
      Meistens gibt man dann als Nichtraucher/Gelegenheitsraucher nach, und genau aus dem Grund gibt es nahezu keine Gaststätte, die freiwillig zur Nichtraucher-Höhle geworden wäre.

      Die Selbstregulierung hat nicht gefruchtet. Selbst die Absauganlagen taugen zu nichts, man stinkt danach immernoch wie ein Iltis und hat eine halb kaputte Lunge. Wenn dann auch von der anderen Seite allgemeine Rücksicht genommen werden würde, ach … “sie” können sich ja nicht beschränken, sonst wären das bei einer durchschnittlichen Kneipengröße maximal 20 Zigaretten pro Stunde, nein, “sie” rauchen quasi Kette. Eine, noch eine, noch eine, und weil es ja meist nicht nur ein Raucher ist, kommt jetzt der neue Aschenbecher.

      Die Argumentationen sind aber interessant: Raucher vor sich selber schützen ist ja nun sinnbefreit, weil in der eigenen Bude kann man ja bekanntlich fast alles machen. Die umliegenden Passivraucher, naja, stellt euch mal ne halbe Stunde an eine Einfallsstrasse einer größeren Stadt. Wobei hier mit den Abgasnormen viel bewegt wird.
      In öffentlichen Gebäuden ist das Rauchverbot ganz einfach zu begründen: die Besucher haben keine Wahl und es sind besonders schützenswerte Personen wie Kinder dabei, ergo wird nicht geraucht.
      An Arbeitsstellen sieht die Sache ähnlich aus, die Leute haben keine Wahl.
      Und genau darum geht es: Mitarbeiterschutz, auch in der Gastronomie. In Büros könnte man ja noch alleine mit den Abnutzungserscheinungen argumentieren (weiße Wände und Elekronik mögen das nicht so).
      Aber aufgrund des Mitarbeiterschutzes ist das Rauchen in geschlossenen Räumen verboten. Vor einiger Zeit hatte mal jemand einen Messwert der Partikelbelastung in einer Disko, der ein Vielfaches des MAK-Wertes darstellte. Wer jetzt damit kommt, dass ja die Mitarbeiter zum Großteil selber rauchen, wird auf keinen grünen Zweig kommen, da ihre eigene Belastung deutlich geringer ist, als die Fremdbelastung an ihrem Arbeitsplatz. Na gut, stellen wir halt nur noch Kettenraucher ein, die sparen auch noch Geld dabei. Wieder falsch, denn damit diskrimiert man die nichtrauchenden Mitarbeiter/Bewerber, und das verstößt gegen das AGG.

      So könnte man lange Zeit weitermachen, aber es ist doch stark auffällig, dass es in vielen anderen Ländern funktioniert, und bei uns nahezu alle wild um sich schlagen. Als regelmäßiger Bewohner nördlicherer Staaten bin ich nun der Meinung: Rauchverbot ohne Ausnahmen. Die Kutscher haben auch immer was gegen das Automobil gehabt.

    97. Spiegelfechter schrieb am 31. Juli 2008 at 19:20 - Permalink

      @83 name

      Du schießt ja oft über´s Ziel hinaus und wir sind nicht immer einer Meinung. Aber wegen Kommentaren wie der #83 liebe ich Dich *lol*

    98. Spiegelfechter schrieb am 31. Juli 2008 at 19:25 - Permalink

      @88 firefly

      Der Konflikt zwischen Rauchern und Nichtrauchern geht von den Rauchern aus, deren Zwang zu rauchen die Gesellschaft spaltet. Will man diesen Konflikt ernsthaft lösen, muss man zwangsläufig an die Quelle des Problems ran, an die Raucher.

      Und die sind bekanntlich das Unglück der Welt. Schon über eine Endlösung des Raucherproblems nachgedacht?

      Also liebe Raucher, fasst euch an eure eigene Nase, wenn euch jetzt die ?Freiheit? eingeschränkt wird, eurer Sucht nachzukommen.

      Ich weiß ja nicht, ob Du es mitbekommen hast – ehrlich gesagt bezweifele ich das. Aber das Urteil aus Karlsruhe hat uns bösen Rauchern wieder ein wenig mehr Freiheit eingebracht. Danke Karlsruhe!

    99. Spiegelfechter schrieb am 31. Juli 2008 at 19:35 - Permalink

      @95 Gerhard Schoolmann

      Die Arbeitsstättenverordnung ist ein Teil des Baurechts, zwar kein Gesetz im engeren Sinne, aber auch wenn sie nicht vom Parlament beschlossen worden ist, eine gesetzliche Vorschrift im weiteren Sinne.

      Das ist wohl richtig, aber §5 befasst sich ja explizit mit dem Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz – eine angepasste Ergänzung, z.B. “im Gaststättengewerbe muß sichergestellt sein, dass die Umgebungsluft, näher definierte Grenzwerte nicht überschreiten darf. Kann dies nicht sichergestellt werden, ist das Rauchen in den betroffenen Gaststätten zu untersagen”. Wo wäre da das Problem? Dies würde rauchende und nichtrauchende Mitarbeiter schützen.

      In fast allen inhabergeführten wie auch von Managern geführten Betrieben werden Mitarbeiter beschäftigt. Was gemeint ist, sind wohl kleine Familienbetriebe, in denen nur der oder die Inhaber und evtl. Familienangehörige, die im Rahmen ihrer gegenseitigen Unterhaltspflicht mitabeiten, tätig sind. Sowas gibt es, aber selten.

      OK – da hast Du recht.

    100. CRen schrieb am 31. Juli 2008 at 20:13 - Permalink

      Hervorragend ausgearbeitet!

    101. Jan Friedrich schrieb am 31. Juli 2008 at 20:21 - Permalink

      Ich finde es amüsant, wie ausgerechnet selbsternannte Linke eine normative Diskussion wie die ums Rauchverbot mit ökonomisch-pragmatischen Argumenten zu gewinnen versuchen.

      Das liegt wohl daran, dass es auf normativer Ebene dünn aussieht. Freiheitsrechte sind ja schön und gut, aber niemand hat die Freiheit auf Körperverletzung.

      “Was heißt hier erschossen? Was stand er auch da rum!”

      Das ist wohl das einzige Thema, wo ich dem Spiegelfechter so deutlich widersprechen muss ;).

    102. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 21:12 - Permalink

      @ name

      Aber Firefly, Spießertum und Blockwart sein wollen ist schon eine schwere Bürde, nur wirst du mit dieser Einstellung nirgendwo auf der Welt Freunde finden.

      Keine Angst, ich hab genug Freunde und finde auch überall welche. Vielleicht nicht solch abgewrackte Junkies wie dich, aber welche die sich sozial verhalten allemal.

      Inhaberkneipen sind private Einrichtungen, und dort gilt Hausrecht, um im Zweifel die Sportlichkeit der Gäste, die so einen Charakter wie Dich zu Recht im hohen Bogen rausschmeissen würden, weil Du mit deiner Art anderen gar nichts in deren Räume vorzuschreiben hast.

      Falsch, zum Betreiben einer gastronomischen Einrichtung bedarf es einer Lizenz, die an Auflagen gebunden ist. Einer der Auflagen ist die Hygiene. Es ist nur logisch diese Hygiene-Auflagen auf die Atemluft in der Lokalität auszudehnen.

      Das Rausschmeissen im Bogen kann nur von jemanden wie dir kommen. Im Körperverletzen sind Junkies wie du geübt. Nur wird es jemanden wie dir nicht gelingen. Dazu fehlt dir der Mumm.

      Das Leben ist schon schwer genug, da braucht niemand noch solche Charaktere wie Dich.

      Mach’s wie ich. Nimm das Leben leicht.

    103. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 21:33 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Und die sind bekanntlich das Unglück der Welt. Schon über eine Endlösung des Raucherproblems nachgedacht?

      Bussgelder und der Entzug der Schanklizenz dürfte schon Wunder bewirken. Dann wird nur noch da geraucht, wo der Rauch hingehört, im privaten Raum.

      Aber gut zu wissen, dass auch du der törrichten Versuchen nicht erliegen kannst, das Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Raum in die Nähe von Völkermord zu rücken. Deinem Ansehen tut das nicht sonderlich gut. Aber das dürftest du selbst wissen.

      Ich weiß ja nicht, ob Du es mitbekommen hast – ehrlich gesagt bezweifele ich das. Aber das Urteil aus Karlsruhe hat uns bösen Rauchern wieder ein wenig mehr Freiheit eingebracht. Danke Karlsruhe!

      Karlsruhe hat lediglich die Sache zugespitzt und die Gesetzgebung vor die Wahl gestellt, konsequent das Rauchen aus dem offentlichen leben zu verbannen oder ganz offen vor der Tabak-Industrie einzuknicken. Die Kuh ist noch lange nicht vom Eis. Aber freu dich lieber jetzt. Wer weiss, ob du noch mal Gelegenheit dazu haben wirst.

    104. Schwitzig schrieb am 31. Juli 2008 at 22:02 - Permalink

      @firefly

      Keine Angst, ich hab genug Freunde und finde auch überall welche. Vielleicht nicht solch abgewrackte Junkies wie dich, aber welche die sich sozial verhalten allemal.

      Ich will es mal durch die Blume ausdrücken: An den Freunden kann man den Charakter erkennen.

      Ich würde mir wohl eher mit Begeisterung ohne Betäubung die Zähne ziehen, als es Leuten wir Dir zu erlauben, mich ihren Freund zu nennen. Ich bin übrigens kein Junkie, sondern eher ein “Highperformer”. Interessieren würde mich, wie Du dazu kommst, dass “name” ein Junkie sei.
      Ich denke nicht, dass Junkies die Muße finden, in Foren ihre Meinung wohlartikuliert – bedeutend niveauvoller als Du übrigens – kund zu tun.

      Aber es ist typisch für Leute wie Dich, einfachste Schubladen herauszukramen und Andersdenkende dort hineinzustopfen und zu diskriminieren. Borniertheit ist die Leiter zum Arschloch.
      Wenn Dich Raucher stören, meide halt ihre Gesellschaft und geh in Kneipen, in denen Deinesgleichen sich aufhalten.

    105. Kati schrieb am 31. Juli 2008 at 22:15 - Permalink

      Uäh. Dieses Gekeife ist ja nicht auszuhalten. Was habt ihr militanten Nichtraucher nur für ein verbissenes Bedürfnis, die Leute zu bekehren und euren Vorstellungen unterzuordnen? Wieso müsst ihr überall dabei sein wollen, selbst wenn ihr es eigentlich gar nicht wollt? Dann geht doch in den Nichtraucherbereich, bleibt in euren Fitnessbars und macht lange Spaziergänge im Wald. Aber lasst uns doch rauchen und auch ausgehen. Mein Gott, seid doch nicht so dermaßen intolerant. Ihr habt doch jetzt, was ihr wolltet. Seid doch endlich mal zufrieden und hört auf, uns mit eurer sauertöpfischen Gesinnung zu belästigen. Meidet Raucherkneipen. Geht in Nichtraucherkneipen. Nervt nicht ständig so rum und habt mal ein bisschen Spaß. Kann doch nicht so schwer sein. Mensch!

    106. Schwitzig schrieb am 31. Juli 2008 at 22:17 - Permalink

      @105 Kati

      Jo – also schlimmere Spassbremsen, Hasser und Muffel als die hier versammelte Nichtraucher-Taskforce habe ich selten gelesen :-).

      Ob die wissen, dass negative Gefühle die Erkrankung an Krebs begünstigen? Das wäre doch mal ein geiler Nachruf: Er verreckte an Darmkrebs, weil ihn sein Hass auf Raucher so zerfrass. Der Lungenkrebs durch Passivrauchen hatte keine Chance :-).

    107. firefly schrieb am 31. Juli 2008 at 22:33 - Permalink

      @ Schwitzig

      Ich würde mir wohl eher mit Begeisterung ohne Betäubung die Zähne ziehen, als es Leuten wir Dir zu erlauben, mich ihren Freund zu nennen.

      Diese Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Nur dass ich mir meine Zähne nicht ziehen lassen muss. Ich pflege sie lieber.

      Aber es ist typisch für Leute wie Dich, einfachste Schubladen herauszukramen und Andersdenkende dort hineinzustopfen und zu diskriminieren. Borniertheit ist die Leiter zum Arschloch.

      Du bist wie ein kleines bockiges Kind, das sofort ausfallend wird, wenn nicht Recht kriegt. Wenn dir nichts weiter als persönliche Hasstiraden einfallen, kannst du dieser Diskussion auch fern bleiben.

      Wenn Dich Raucher stören, meide halt ihre Gesellschaft und geh in Kneipen, in denen Deinesgleichen sich aufhalten.

      Deine Ratschläge brauch ich nicht. Ich komm auch so sehr gut klar.

    108. Toni schrieb am 31. Juli 2008 at 22:35 - Permalink

      Ich hätte keinen Spaß daran, Raucher zu “bevormunden.”

      Ich würde mir wünschen, dass Raucher von sich aus wenigstens ihre Nachbarn fragen würden, ob sie sich durch eine Zigarette gestört fühlen würden.

      Das wäre höflich.

      Ich finde es äußerst befremdlich, dass ich in der Bahn ständig gefragt werde, ob sich jemand auf den freien Platz neben mir setzten darf, was mir natürlich nichts ausmacht, aber ich diese Art von Höflichkeit von einem Raucher vielleicht einmal im Jahr erlebe.

      Das würde ziemlich viele Probleme lösen. Und wäre ein Merkmal, das Freiheit von Anarchie unterscheidet.

    109. Phil schrieb am 31. Juli 2008 at 22:57 - Permalink

      @Toni:

      Und wäre ein Merkmal, das Freiheit von Anarchie unterscheidet.

      Meinst Du nicht etwa Anomie?

    110. Heiko schrieb am 31. Juli 2008 at 23:16 - Permalink

      Danke Toni für einen wichtigen Punkt:
      “Ich finde es äußerst befremdlich, dass ich in der Bahn ständig gefragt werde, ob sich jemand auf den freien Platz neben mir setzten darf, was mir natürlich nichts ausmacht, aber ich diese Art von Höflichkeit von einem Raucher vielleicht einmal im Jahr erlebe.”

      An den kleinen Dingen, bzw. der Sensibilität erkennt man den Menschen. Einfach aus Respekt dem anderen Gegenüber das nachweislich schädliche Rauchen einzustellen ist eine seltene Geste. Hier scheint wirklich Suchtverhalten im Spiel zu sein, klar zu erkennen in den Kommentaren von Schwitzig etc… welches sich bis hin zur Aggression steigert. Nun will man ja nicht gleich deshalb auf den ganzen Mensch schließen, aber eine Erkenntnis bleibt bestehen: Nikotinsucht und Selbsterkenntnis darüber schließt sich aus.

      Die hervorragenden Artikel hier hätten mit der Selbstkritik mal ein ganz anderes Licht werfen können, und zwar dabei nicht in einem Gerangel sondern mal in einem ähnlichen Statement “ja ok ich rauch und achte dabei nicht immer auf meine Mitmenschen”.
      Um dabei noch einen kurzen Schwenk zu machen. Einmal, nur einmal wünschte ich mir in einer Politrunde, sei es im Bundestag, in einer “Talkshow” oder sonstwo von einem Diskutanten das Eingestehen eines Fehler. Dann, aber nur dann weiß ich auch das dieser gewillt ist aus seinem Handeln zu lernen. So jemanden könnte man vielleicht Vertrauen entgegenbringen, so altmodische Sachen wie Ehrlichkeit und Nächstenliebe…
      Nein, da verkommt alles nur zum rhetorischen Artillerieduell wo alle nur ihr Standpunkte verschießen und für Keinen ein Lerneffekt entsteht.

      Wahrscheinlich muß man dann wohl solche neufeudalen Wortschöpfungen wie Sozialromantiker über sich ergehen lassen.

      Bis die Tage…

    111. Jan Friedrich schrieb am 31. Juli 2008 at 23:42 - Permalink

      Hm, was die militanteren unter den Rauchern in ihrer Polemik und Stereotypisierung wohl mit Absicht vergessen ist: Auch Nichtraucher wollen mal ausgehen! (Es soll ja vorkommen) Und zwar ohne Gesundheitsgefährdung durch andere.

      Der Einzige, der überhaupt jemandem etwas aufzwingt, sind die Raucher. So wie die Ghettokids im Bus kein Recht haben, alle ihre Handyklingeltöne durchzuprobieren und das damit zu rechtfertigen, die “militanten Nichtmusikhörer” könnten ja zu Fuß gehen oder sich um der Stille willen nur in Kirchen aufhalten, so haben Raucher eben auch kein Recht, anderen ihren Qualm aufzuzwingen mit dem Argument, die “militanten Nichtraucher” könnten ja den Kneipen fernbleiben.

      Wer will, kann ja einen Raucherclub gründen oder im Biergarten Rauchen. Nur tut bitte nicht so, als hätten die Raucher das Recht auf den Kneipenbesuch alleine gepachtet.

      Es ist schon abenteuerlich, dass die Verursacher den Betroffenen gegenüber in die Offensive gehen und dass dann mit ihrem Verständnis von Freiheit begründen.

    112. Frank Schenk schrieb am 1. August 2008 at 01:34 - Permalink

      Wenn die militanten Nichtraucher ja die nun rauchfreien Kneipen stürmen würden, wären die Wirte wohl die letzten, die wieder ihre Raucher haben wollten, aber ganz offentsichtlich kämpfen viele kleine Kneipen mit Existenzproblemen. Genußfeindliche Menschen, die in anderen Menschen nur Feinde sehen, sind scheinbar doch nicht so gesellig, solang es nicht um ihr Lieblingsthema geht. Dafür können sie sich mit den Nachbarn zoffen und ihnen den Richter auf den Hals schicken, wenn der Birnbaum mal wieder 10cm über die Grundstücksgrenze ragt.

      Deutschland, Land der Kleingeister.

      gute Nacht

    113. noamik schrieb am 1. August 2008 at 05:05 - Permalink

      Werter Jens,

      wie auch die vorangegangenen Artikel zum Thema ist auch dieser wieder vor allem in Anbetracht der Kommentare bestenfalls frühpupertär zu nennen. Qualitativ ein massiver Abfall zum restlichen Blog. Das bringt mich wieder zu meiner These, dass selbst intelligente Menschen meist vollkommen unfähig sind rational über Dinge zu reflektieren, die sie direkt selbst negativ betreffen.
      Und das schreibe ich, obwohl ich das Urteil begrüße…

    114. Schwitzig schrieb am 1. August 2008 at 05:36 - Permalink

      @110 Heiko

      Hier scheint wirklich Suchtverhalten im Spiel zu sein, klar zu erkennen in den Kommentaren von Schwitzig etc? welches sich bis hin zur Aggression steigert.

      Nun – wir wollen doch nicht die Fakten verdrehen, oder? Es war firefly, der “name” als “abgewrackten Junkie” beschimpft hat und wenn Du Dir mal ganz ruhig die ganzen Kommentare hier durchliest, wird Dir auffallen, das der aggressive Ton fast ausschließlich von den Raucherbevormundern angeschlagen wird. Dein Argument bezüglich Respekt und Rücksichtlosigkeit ist in meinen Augen völlig korrekt und in meinem Umfeld kann ich nur bestätigen, dass die meisten Raucher tatsächlich sensibilisiert wurden.
      Das hier geschilderte Ich-rauche-jetzt-einfach-ohne-Rücksicht-auf-Verluste-Verhalten kann ich nicht bestätigen – im Gegenteil. Entweder halten sich die Raucher wortlos zurück oder sie fragen, ob es einen stört. Leute wie firefly würden wahrscheinlich auch vor Wut platzen, wenn sie gefragt würden, ob es sie stören würde, wenn man eine Zigarette raucht. Es geht eigentlich auch gar nicht unbedingt darum, ob geraucht werden darf, soll, kann oder nicht. Es geht darum, ob Leute wie firefly – egal auf welchem Gebiet – das Recht haben sollen, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Leute wie firefly schwitzen in jeder geschriebenen Zeile das Selbstbild aus, dass sie sich für etwas besseres und andere für niedere Lebensformen halten, die sie dominieren wollen dürfen. Ich muss sagen, dass mir da gesundheitsgefährdende Raucher doch deutlich sympatischer sind, als Leute wie firefly, die nur Hass und Bevormundung versprühen.

    115. tar schrieb am 1. August 2008 at 07:40 - Permalink

      @ jene, die von “militanten” nichtrauchern schwafeln und ihre kneipenheimat zu verteidigen suchen:

      der rauch ist direkt schädlich für die lunge. nicht nur für den raucher selbst, sondern viel immenser für den passivraucher. der beste anzubringende vergleich wäre der, wenn ein junkie (im wörtlichen sinne) euch beim berliner zoo seine nadel in den oberarm rammt und euch dann rotzfrech ins gesicht schwadroniert: “geht doch woanders hin!”

      das recht auf leben und körperliche unversehrtheit geht dem persönlichkeitsrecht voran.

      da scheint es schon verwunderlich, wieso es kein konsequentes allgemeines rauchverbot gibt. wohl weil sich das zwanghafte rauchverhalten (nennen wir es sucht; genuss ist ein ungezwungener vorgang, bei dem man andere nicht belästigt) durch die gesamte gesellschaft zieht. dabei möchte ich nochmal auf #73 hinweisen, wie man suchtverhalten und neugierde durch wirkliche aufklärung evtl. begegnen kann, so dass sich das gesellschaftliche verhalten vom jugendalter an umorientiert -> was bedeutet ‘cool-sein’, etc.

      die hierbei überzogene darstellung des “militanten” rauchgegners, der in nazi-manier den armen raucher vorschriften machen möchte, ist eine rhetorische verdrehung des wirklichkeitsbildes. aber #101 machte bereits darauf aufmerksam.

    116. firefly schrieb am 1. August 2008 at 08:48 - Permalink

      @ Schwitzig

      Nun – wir wollen doch nicht die Fakten verdrehen, oder? Es war firefly, der ?name? als ?abgewrackten Junkie? beschimpft hat und wenn Du Dir mal ganz ruhig die ganzen Kommentare hier durchliest, wird Dir auffallen, das der aggressive Ton fast ausschließlich von den Raucherbevormundern angeschlagen wird.

      Nein, wir wollen die Tatsachen wirklich nicht verdrehen. Weshalb ich mich verwehre gegen den Vorwurf, Aggressivität in die Diskussion gebracht zu haben. Der abgewrackte Junkie ist die Antwort auf den Blockwart. Denn wenn hier jemand begonnen hat, im Ton ausfallend zu werden, sind es doch die Verbotsgegner, die argumentativ auf dünnem Eis stehen und ihnen offensichtlich nicht viel mehr einfällt, als mit unsinnigen Nazi-Vergleichen rumzufuchteln.

      Entweder halten sich die Raucher wortlos zurück oder sie fragen, ob es einen stört.

      Eine Einschätzung, die deutlich an der Realität vorbei geht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals gefragt worden zu sein. Aber ich musste es bis zu letzt erleben, wie sich wortlos eine angesteckt wurde.

      Leute wie firefly würden wahrscheinlich auch vor Wut platzen, wenn sie gefragt würden, ob es sie stören würde, wenn man eine Zigarette raucht.

      Nein, falsch geraten. Aber kannst noch einen Tipp abgeben, dieses Mal vielleicht mit weniger Schaum vor dem Mund.

      Es geht eigentlich auch gar nicht unbedingt darum, ob geraucht werden darf, soll, kann oder nicht. Es geht darum, ob Leute wie firefly – egal auf welchem Gebiet – das Recht haben sollen, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.

      Ich besteh nur auf dem Recht, das mir nach Art 2 GG zusteht. Ansonsten kannst du dich mit deinen Suchtgenossen selbst malträtieren, wie ihr wollt.

    117. Moin schrieb am 1. August 2008 at 09:26 - Permalink

      Hallo,

      eigentlich bin ich politisch nicht unbedingt auf der Seite vom Spiegelfechter, betrachte mich eher als (real) alten Freigeist. Was mir an dem Blog gefällt, ist die Suche von Jens nach immer wieder verschiedenen Betrachtungsweisen. Politisch ist dieses Blog zwar eher einseitig, aber mit Tendenz zur Offenheit (na ja, wenigstens manchmal ;-))

      Was mich wundert, ist die ewig gleiche Borniertheit und fehlende Freiheitssinn der Diskutanten, ALLES, was nicht ihren Ansichten entspricht, in eine Ecke zu stellen und draufzuschlagen. Zur Abwechslung sind es mal die Raucher.

      Was mich belustigt, wie Jan Friedrich @ 101 schon festellte, ist das auf einmal “marktwirtschaftliche” Argumente als Totschlagkeule rausgeholt werden.

      Was mich nicht belustigt, ist die tiefe Agression, die aus den Beiträgen der Antiraucher spricht. Die Androhung einer körperlichen Konfrontation ist da noch harmlos.

      Die Antiraucherkommentare entsprechen irgendwie “An meinem Wesen soll Alles genesen”.

      Nix für ungut. Liest sich aber so.

      Grüße
      Moin

    118. Kati schrieb am 1. August 2008 at 09:34 - Permalink

      @106: *grins* Nachdem sie die Raucher weggeekelt haben, werden wahrscheinlich die Eltern von kleinen Kindern nach Hause verbannt, weil die ihnen Magenkrebs verursachen durch den Stress, den sie ihnen bereiten und man gemäß Artikel 2 GG schließlich ein Recht auf gesunde Atmosphäre beim Restaurantbesuch hat und sich nicht von lebhaften Kindern und deren Lärmemissionen dabei stören lassen muss… Es sind ja schließlich die im Urzustand der Kinderlosigkeit auf die Welt gekommenen, die normal sind und die anormalen Eltern können ja mit ihren Kindern gefälligst in den (Kinder-)Garten oder zu Hause bleiben. (Jetzt kommen sie dann wieder mit Äpfeln und Birnen und dem Nutzen, den Kinder spenden im Vergleich zu den nutzlosen Rauchern…). :)

      Liebe Nichtraucher: Wir haben doch nichts gegen Nichtraucherkneipen. Wir überlassen euch das Terrain gerne – aber bitte gesteht uns das gleiche zu. Keiner bittet euch, in Raucherkneipen zu gehen. Lasst es einfach. Kommt nicht durch die Tür. Zieht keine 4000 Zigaretten ein. Dies ist eine “Gefängnis-frei-Karte”. Das ist eure freie Entscheidung. Es ist allerdings auch meine Sache, welchen Feinstaub ich einatme. Es ist meine Entscheidung, ob ich in der abgasverseuchten Großstadt lebe oder in der zigarettenrauchverseuchten Kneipe mein Bier trinke. Keiner zwingt euch, euch mit Rauchern abzugeben, es gibt genügend Nichtraucher, mit denen ihr durch die Nichtraucherkneipen ziehen könnt. Ich habe gehört, es soll sogar nette Nichtraucher geben. Was wollt ihr von uns, wenn wir doch alle so rücksichtslose Menschen sind?

      Ich kenne viele Raucher und die wenigsten sind so, wie ihr von allen Rauchern behauptet. Vielleicht habt ihr ja ein Wahrnehmungsproblem, schon mal in Erwägung gezogen? Nehmt ihr vielleicht die ungehobelten unter den Rauchern, die rücksichtslosen und unhöflichen viel stärker wahr als diejenigen unter uns, die im Zug, im Restaurant oder sonst wo gar nicht erst rauchen und sich von ganz alleine zurückhalten, bis sie einen Platz finden, an dem sie rauchen können, ohne andere zu belästigen und nehmt sie vielleicht gar nicht als Raucher wahr? Ich finde, Leute wie Firefly sind das Nichtraucher-Pendant zu genau den Rauchern, die ihr als so schrecklich empfindet. Ich finde diese Raucher auch aufdringlich, unhöflich und rücksichtslos. Ich solidarisiere mich mit denen gar nicht, was ihr aber zu unterstellen scheint. Ich finde es aber auch unverschämt, alle Raucher über einen Kamm zu scheren und “uns” hier pauschal als krebsverursachende Egoisten zu verunglimpfen. Aber wir wollen auch Plätze, wo wir Spaß haben können und uns ungestört im Warmen unterhalten können, ohne alle 20 Minuten kollektiv auf die Terrasse ziehen zu müssen. Ich kann auch verstehen, dass ihr rauchfreie Orte haben wollt. Das haben wir doch nun alle. Es gibt rauchfreie Mehrraumkneipen und berauchbare Einraumkneipen. Was regt ihr euch denn auf? Wen wollt ihr denn noch bekehren? Wieso müsst ihr denn alle Kneipen zu raucherfreien Zonen machen?

      Es tut mir leid, ich verstehe euch einfach nicht. Ihr habt so viele Plätze, wo ihr hingehen könnt und gönnt uns nicht mal ein paar Kneipen. Das ist egoistisch, rücksichtslos und intolerant. Und trotzdem meckert und jammert ihr, ihr predigt und kanzelt ab. Es nervt. Ihr kriegt den Hals nie voll genug und ihr werdet immer weiter meckern, bis ihr endlich zu Hause sitzt und euch darüber freuen könnt, dass ihr den Rauchern immerhin auch den Spaß versaut habt. In die Kneipen, die ihr unbedingt rauchfrei bekommen wolltet, geht ihr natürlich trotzdem nicht, aber ihr freut euch darüber, es diesen unverschämten, egoistischen Rauchern endlich mal so richtig gegeben zu haben. Sauertöpfisch halt.

      So, und nun lasse ich euch weiter am Thema vorbei reden und die Leute davon überzeugen zu versuchen, dass das Vorhandensein von Raucherkneipen die Nichtraucher in ihrer freien Wahl behindert, die Raucher jedoch in keinster Weise von einem absoluten Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben in ihrer freien Wahl behindert werden… Ihr merkt ja überhaupt nichts.

    119. peermanent schrieb am 1. August 2008 at 09:36 - Permalink

      Wenn Rauchen Gesundheitsschädlich ist, warum geht man nicht an die Verursachen ran.
      Im Tabakrauch gibt es etwa 3000 chemische Substanzen, mindesten 40 davon sind krebserregend. 200 davon sind giftig. Einige Stoffe fördern aktiv die Entwicklung einer Sucht.

      Für mich ist die Diskussion ein Sommerlochfüller
      Es geht doch nur um den Mammon der Pharma-/Chemieindustrie, Gesundheitsexperten, Steuern.
      Anstatt ein Gesetzt der Entmündig zu schaffen, sollte sich unsere Politiker auf ihren geleisteten Eid besinnen.
      ?Schaden vom Volk abzuwenden?

    120. Ralf schrieb am 1. August 2008 at 11:08 - Permalink

      Oha, nach weiteren 20 Beiträgen gilt Rauchen jetzt als Körperverletzung und damit aktive physische Gewalt, dazu sehen einige schon GG Art 2 in Gefahr – na wenn hier nicht mit Haubitzen auf Spatzen geschossen wird, wo dann? Fehlt nur noch, dass jemand dazu ein elftes Gebot (er)findet ..

      Bei allem Verständnis für die Gefahren des Rauchens, die Hysterie in der Diskussion zeigt doch nur, dass wir blos keine echten Probleme zum drüber aufregen haben. Wie gefährlich mag Passivrauchen sein, für einen erwachsenen, ansonsten gesunden Menschen der nicht in einer totalen Raucher-WG wohnt erhöht sich das Risiko eines Todes an typischen Raucherkrankheiten im o,x promille Bereich. Gut, Erhöhung bleibt Erhöhung, aber für ein Volk, dass in jedem anderen Bereich – Autoverkehr und Abgase, Nahrungsmittel und Ergänzungsstoffe, Bauzusätze, chemische Verbindungen in Kunststoffen – statistisch hundertfach höhere Risiken eingeht halte ich die Panik vor dem Rauchen für fehl am Platz.
      Wer sich durch Passivrauchen ernsthaft an Leib und Seele bedroht fühlt, sollte der Fairness halber auch Phobien vor Holzkohlegrills, Dieselmotoren und Pelletheizungen entwickeln, alles andere wäre unangemessen.

      Zudem, was spricht denn gegen die Grundsatzregelung, den Tabakkonsum in Gaststätten an Luftumwälzung und Art des Angebotes zu koppeln? Es wäre doch angemessen, rauchen in Restaurants und Cafes, die mehr als 25% des Umsatzes (pi mal Daumen) mit Speisen einnehmen, generell zu verbieten, und allen Kneipen und Clubs darunter einen geregelten Luftaustausch von x cbm/Stunde vorzuschreiben, um das Rauchen zu erlauben? Meinetwegen nur direkt an der Theke, um auch dem sensibelsten Nichtraucher einen Tisch fernab der Unvernünftigen zu gönnen?

      Ich habe derartige Kneipensysteme in Asien erlebt und das Prinzip funktioniert dort gut, es braucht keine rigorosen Verbote und schützt sowohl die Unversehrtheit des Nichtrauchers als auch die Würde des Rauchers.

      Denn, und das wird hier viel vergessen, geht es letztlich noch immer um Menschen in der Diskussion. Klar sieht rauchen für einen Nichtraucher dämlich aus, aber was machen sie als Leser für Unvernünftigkeiten, für die die Gesellschaft auch einen Platz hat? Wenn wir beim Thema Rauchen schon an unsere Null-Toleranz-Grenze stoßen ist das eine Bankrotterklärung unserer sozialen Fähigkeiten, es gibt genügend durchdachte Kompromisse in diesem Bereich, bei dem keine Seite verzichten muss.

      Aber der Raucher/Nichtraucher-”Konflikt” hat längst eine psychologische Dimension erreicht, es geht vielmehr um Schuld, um “die kosten unser Gesundheitssystem aber mehr” oder um die eigene Pazifizierung, “Klar ess ich fettig und treibe vielleicht keinen Sport, aber der da raucht.”

      Es ist die typisch deutsche Angewohnheit, immer zuerst über den Zaun zu schaun, vielleicht hat der Nachbar ja noch dämlichere Angewohnheiten als man selbst.

    121. mephane schrieb am 1. August 2008 at 12:24 - Permalink

      Oha, nach weiteren 20 Beiträgen gilt Rauchen jetzt als Körperverletzung und damit aktive physische Gewalt, dazu sehen einige schon GG Art 2 in Gefahr – na wenn hier nicht mit Haubitzen auf Spatzen geschossen wird, wo dann?

      Das kommt daher, weil die Raucher zuvor auf ihre grundgesetzlich garantierte freie Persönlichkeitsentfaltung unterdrückt sahen.

      So langsam keimt in mir aber der Verdacht, dass es der Politik beim Rauchverbot nicht um Gesundheitsschutz geht, sondern nur um divide et impera.

    122. firefly schrieb am 1. August 2008 at 13:09 - Permalink

      @ Kati

      Nachdem sie die Raucher weggeekelt haben, werden wahrscheinlich die Eltern von kleinen Kindern nach Hause verbannt, weil die ihnen Magenkrebs verursachen durch den Stress, den sie ihnen bereiten und man gemäß Artikel 2 GG schließlich ein Recht auf gesunde Atmosphäre beim Restaurantbesuch hat und sich nicht von lebhaften Kindern und deren Lärmemissionen dabei stören lassen muss? Es sind ja schließlich die im Urzustand der Kinderlosigkeit auf die Welt gekommenen, die normal sind und die anormalen Eltern können ja mit ihren Kindern gefälligst in den (Kinder-)Garten oder zu Hause bleiben. (Jetzt kommen sie dann wieder mit Äpfeln und Birnen und dem Nutzen, den Kinder spenden im Vergleich zu den nutzlosen Rauchern?). :)

      Das Spielen von Kindern mit Rauchen auf eine Stufe zu stellen ist ja noch dümmer als all die schiefen Vergleiche, die hier bislang zu lesen waren. Ihr bösartiger Versuch, mit haltlosen Unterstellungen meine Integrität zu untergraben, lässt den Schluss zu, dass Ihnen die Argumente ausgegangen sind. Sie geben ein wahrlich jämmerliches Bild ab.

    123. ohno schrieb am 1. August 2008 at 14:23 - Permalink

      Allein die bescheuerten Bilder zu diesem ich-bin-Raucher-und-das-haben-gefälligst-alle-zu-respektieren-auch-wenn-es-völlig-dumm-ist-Artikel haben Dich gerade einen Leser gekostet.

    124. pita schrieb am 1. August 2008 at 15:01 - Permalink

      Allein die bescheuerten Bilder zu diesem ich-bin-Raucher-und-das-haben-gefälligst-alle-zu-respektieren-auch-wenn-es-völlig-dumm-ist-Artikel haben Dich gerade einen Leser gekostet.

      na da kann der jens seinen blog ja dicht machen…

      Zum Thema:

      wie kati ( #118 ) schon gesagt hat ist das bild das einige vom ‘raucher’ an sich haben schon krass verzehrt . der raucher der rücksicht auf andere nimmt wird niemals die selbe beachtung erfahren wie derjenige der selbiges nicht tut. das führt leider dazu das letzterer immer als vorbild für alle raucher herhalten muss obgleich dieser typ mensch eindeutig in der minderheit ist….

      dasselbe glit natürlich auch andersherum denn nicht jeder nichtraucher ist ein spießiger puritaner der allen anderen den spaß verderben will.

    125. name schrieb am 1. August 2008 at 15:04 - Permalink

      @all

      Firefly ist eine US-Fernsehserie, welche in den Jahren 2002 und 2003 auf dem US-Fernsehsender FOX (!) ausgestrahlt wurde. :)

      Ansonsten Fliege, Onkel Addy würde dir zwei Orden für Deinen heldenhaften Volkskörperblitzkrieg in bunt auf die Stirn knallen, wenn er noch könnte. Charaktere mit ähnlichen “Forderungen” wie die deinigen, gab es schon mehrmals in der Geschichte der Menschheit: der eine hat vor seinem 60 Millionen Body Count ein paar 100.000 Deutsche im Namen der Volksgesundheit umbringen lassen, weil er sich einbildete, die Menschen dürften nicht so sein, wie sie sind, und der andere ein paar 100.000 Tote verursacht, weil er so dumm war, den Vodka zu bieten, und heute dafür wenigens als Werbesymbolehrenträger mit einer ähnlichen, aber schlechtschmeckenden fuseligen Vodkamarke “belohnt” worden ist.

      Ach ja, was mich interessieren würde Fliege, hast du auch das Aussehen eines Glühwürmchens? :)

      @Spiegelfechter, Katja, Schwitzig usw. Danke für Eure Kommentare ;)

      Den Typ Raucher, den die Puritaner hier an die Wand malen, habe ich so fast noch nie erlebt. Diese Fiktion gleicht der rollenden Warnung vor den überallislamischen Touristen.

    126. Kati schrieb am 1. August 2008 at 15:19 - Permalink

      @Firefly:

      Das Spielen von Kindern mit Rauchen auf eine Stufe zu stellen ist ja noch dümmer als all die schiefen Vergleiche, die hier bislang zu lesen waren.

      Na, bitte. Sach’ ich doch… Wie kommt es bloß, dass du so vorhersehbare Antworten vom Stapel lässt? Nur so als Seitenhieb am Rande: Rauchen und Kinder habe ich nicht gleichgesetzt. Nur die unsinnige Argumentation, die einige Misanthropen bei allem, was sie stört, so an den Tag legen. Argumenten bist du doch gar nicht zugängig, daher sind sie eigentlich alle verschwendet bei dir. Aber es ist typisch für gewisse Leute, dass sie sich durch solche Dinge in ihrer “Argumentation” sogar noch bestätigt sehen. Naja. Wenn du das schon nötig hast, bist du dir der Stichhaltigkeit deiner Argumente für das absolute Rauchverbot so sicher nun auch wohl nicht… ;)

      PS: Deine Integrität wird nun auch versucht zu zerstören… Erst deine Gesundheit und nun auch noch deine “Integrität”… Die Welt ist böse, die Welt ist schlecht. Was sind wir nur alle für bösartige schlimme Finger! Ich schäme mich wirklich, dass ich deinen Ansprüchen nicht genüge.

      *grins*

    127. Swa schrieb am 1. August 2008 at 15:49 - Permalink

      Ich versteh das nicht, die Antiraucher haben doch bekommen was sie wollen. Warum geifern die denn immernoch weiter?

      Naja, ich bleib dabei: Solange die Antiraucher ihre Argumentation nicht auch gegen eine Einschränkung des PKW-Verkehrs benutzen, müssen sie sich den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen.

      Ich rauch halt (mit dem allergrößten Teil der restlichen Besucher) weiter vor der Tür. Is irgendwie geselliger als in einem fast komplett leeren Club zu stehen, der dazu nach einer gewissen Zeit noch penetranter stinkt als vor dem 01.10.2007. Und das hat nicht wirklich was mit dem “kalten Rauch aus den Wänden” zu tun ^^

      Naja, ich lasse mir halt nur ungern von Puritanern was verbieten. Rücksicht? Klar immerdoch. Aber auf die Bevormundungsgelüste der Puritaner nehm ich dann doch keine Rücksicht.

      Ich geh eine rauchen :D

    128. Jakester schrieb am 1. August 2008 at 16:22 - Permalink

      Klasse Studie fuer ein typisch niveauloses ‘am Thema vorbei’.
      Wobei ich diesbezueglich nicht alle anspreche.

      Wird aber dann doch ziemlich a-soz und primataer, wenn ich wie zB. 122 ‘dumm, ‘schief, ‘boesartig, ‘haltlos und ‘jaemmerlich gegen einen Kommentator in einen einzigen kurzen Satz packe, weil mir ausser meinen stieren Argumenten nur noch Beleidigungen zur Verfuegung stehen.

      Danke allen Nicht/Rauchern die ihr Cool bewahrt haben und beim eigentlichen Thema blieben.
      Allemal wieder Aufschlussreich :-)

    129. tumulder schrieb am 1. August 2008 at 16:51 - Permalink

      Einfach herrlich dieses alles. Die Diskussion wäre eigentlich eine Bühnenadaption wert. Die Raucher, die Nichtraucher, militante Raucher, militante Nichtraucher. In welchen Bildern hier gedacht wird ist einfach köstlich.

    130. Fiend_THeyde schrieb am 1. August 2008 at 18:08 - Permalink

      @115 tar:
      das recht auf leben und körperliche unversehrtheit geht dem persönlichkeitsrecht voran.

      Seltsam ist nur, daß bestimmte Nichtraucher die Verursacher einer Gefahr für körperliche Unversehrheit und Leben ausschließlich bei Rauchern ausgemacht zu haben meinen, während so schädliche Tätigkeiten wie der motorisierte Individualverkehr als “modern” und “effizient” verharmlost werden. Wenn es denn tatsächlich so wäre, daß es den Raucherfeinden tatsächlich um Gesundheit und körperliche Unversehrtheit geht, dann müßten diese doch mit der gleichen Inbrunst gegen die wesentlich größeren gesundheitlichen Gefahren z.B. durch Kernenergie, Individualverkehr, industrielle Produktion etc.pp. zu Felde ziehen.

      Wenn jemand Argumente wie körperliche Unversehrtheit und Gesundheitsschutz anführt, wird man wohl noch nachhaken dürfen, wie es mit dem eigenen Verhalten diesbezüglich so aussieht. Sehr oft befindet sich unter der Oberfläche des nichtrauchenden Menschenfreundes ein begeisterter Autofahrer und/oder überzeugter Verfechter der Kernenergie, der sich auf seinen Katalysator beruft, eine Lüftung in Raucherkneipen jedoch von vorneherein ablehnt, weil schon kleinste Mengen giftiger Stoffe seinen kostbaren Körper gefährden (während er sich gleichzeitig mit Begeisterung einer um Dimensionen höheren Belastung im Innenraum seines rauchfreien, katalysierten Fahrzeugs aussetzt).

      Nein: die Leute, die andere Menschen als “Problem” bezeichnen; die nach Verstößen suchen, um sie bei der Polizei zur Anzeige zu bringen; die Kneipen nur im Zuge von selbstorganisierten “Antiraucherpatrouillen” betreten sind ganz bestimmt keine Menschenfreunde, denen es um Gesundheitschutz und Persönlichkeitsrecht geht. Die Forderungen hören auch nicht bei öffentlichen Gebäuden oder Gaststätten auf, sondern werden schon auf “in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel” und “in Wohnungen/der Nachbarschaft von Wohnungen, wo Nichtraucher anwesend sind/sein könnten/” ausgedehnt. Bei letzterem wird dann das “Wohl der lieben Kleinen” als Argument benutzt, das ansonsten (z.B. im Straßenverkehr oder bei Hartz IV) keine überragende Rolle spielt.

    131. Michael Kostic schrieb am 1. August 2008 at 18:49 - Permalink

      @Alle welche für die Selbstbestimmung sind:

      Ich denke die Leser die nicht verstehen was solche “Lebensführungsbevormundungsgesetze” in ihrer Konsequenz bedeuten, könnt ihr nicht durch alle möglichen Analogien darauf hinweisen. Der Artikel den Jens hier vorgelegt hat, versucht ja scheinbar auch vergeblich.

      Schaut euch derweil ruhig mal einen der nächsten Schritte zur Lebensführungsbevormundung an:

      http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/-/id=660214/nid=660214/did=3593614/1d9cgz6/index.html

      Bzw. als sehr hörenswerte Diskussion hier:

      http://mp3.swr.de/swr2/forum/swr2_forum_20080718_koerpergewicht.6444m.mp3

      Allein die Formulierungen die wieder benutzt werden:

      “NATIONALER Aktionsplan gegen Übergewicht”

      (Immerhin zwei Drittel aller deutschen Männer, die Hälfte aller deutschen Frauen, alle im Alter zwischen 18 und 80 Jahren haben Übergewicht.)

      Da werden NATIONALE Interessen berührt! NUR ein SCHLANKes Volk IST ein PRODUKTIVes Volk.

      Gruß

    132. Clear schrieb am 1. August 2008 at 19:16 - Permalink

      Schade – es wäre so schön wenn ein beide Seiten zufriedenstellender Konsens gefunden werden könnte.
      Aber wenn ich lese was hier viele – beider Fraktionen – von sich geben, die sonst doch oft so kluge und wichtige Ideen haben stimmts mich traurig.
      Wie soll da jemals auf politischer Ebene ein vernünftiger Konsens gefunden werden wenn das hier schon so ausartet.

      Btw den Artikel an sich finde ich persönlich ganz unüblich polemisch und unkritisch verfasst – wie auch schon andere vor mir mit Verwundern feststellten.
      Zum Beispiel wer in seinem Artikel schon ” http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz ” bemüht – fördert leider nur einen entsprechend schlechten Umgang miteinander und das dient ganz gewiss nicht der Sache.

    133. firefly schrieb am 1. August 2008 at 19:51 - Permalink

      @ Kati

      Na, bitte. Sach? ich doch? Wie kommt es bloß, dass du so vorhersehbare Antworten vom Stapel lässt? Nur so als Seitenhieb am Rande: Rauchen und Kinder habe ich nicht gleichgesetzt. Nur die unsinnige Argumentation, die einige Misanthropen bei allem, was sie stört, so an den Tag legen.

      Ich hab auch gar nicht geschrieben, dass du sie gleichgesetzt hast. Nur hast du sie benutzt, um mir eine allgemeine Verdriesslichkeit unterzuschieben. Doch damit liegst du weit daneben.

      Argumenten bist du doch gar nicht zugängig, daher sind sie eigentlich alle verschwendet bei dir. Aber es ist typisch für gewisse Leute, dass sie sich durch solche Dinge in ihrer ?Argumentation? sogar noch bestätigt sehen. Naja. Wenn du das schon nötig hast, bist du dir der Stichhaltigkeit deiner Argumente für das absolute Rauchverbot so sicher nun auch wohl nicht? ;)

      Du unterstellst du mir schon wieder etwas. Kannst du nicht anders? Führ doch erst mal Argumente an, bevor du behaupten kannst, dass ich ihnen nicht zugänglich sei. Doch statt stichhaltiger Argumente nutzen die Raucher diese Diskussion, um solchen Stuss wie Heil Socke zu verbreiten. Herzlichen Glückwunsch dazu.

    134. tar schrieb am 1. August 2008 at 20:08 - Permalink

      @ 130 – Fiend_THeyde

      Seltsam ist nur, daß bestimmte Nichtraucher die Verursacher einer Gefahr für körperliche Unversehrheit und Leben ausschließlich bei Rauchern ausgemacht zu haben meinen, während so schädliche Tätigkeiten wie der motorisierte Individualverkehr als ?modern? und ?effizient? verharmlost werden…

      du ziehst sehr unnötige vergleiche zu anderen themen. es geht hier – in diesem artikel und in dieser debatte – um das rauchen in der umgebung von mitmenschen. um nichts anderes sonst.

      man kann sich gerne über die kernenergie und alternativenergien, freie energie, kalte fusion, öffentliche verkehrsmittel, die ölwaffe, die pharmaindustrie, den irankrieg, chemtrails, handystrahlung, ELF-wellen, monsanto, usw. usf. unterhalten. aber nicht in diesem artikel, denn dies ist am thema vorbei, da jeder mensch dazu wieder eine völlig andere, individuelle meinungen besitzt, die sich auf seinen informations- & erfahrungsschatz gründet.

      so ist eben kurz gesagt nicht jeder deutsche ein faschist, nicht jeder chinese ein kommunist und nicht jeder faschist ein mörder, wie nicht jeder nichtraucher ein grüner und nicht jeder raucher ein rebell ist, usw. usf.

      dann müßten diese doch mit der gleichen Inbrunst gegen die wesentlich größeren gesundheitlichen Gefahren z.B. durch Kernenergie, Individualverkehr, industrielle Produktion etc.pp. zu Felde ziehen.

      in diesem lande darf man doch schon froh sein, wenn die lkw-fahrer aus protest eine runde im kreis drehen… inbrunst – ich lach mich scheckig ;) wenn hier irgendwas ohne lobbyismus in fahrt kommt, dann ist es die selbstmordrate.

      Wenn jemand Argumente wie körperliche Unversehrtheit und Gesundheitsschutz anführt, wird man wohl noch nachhaken dürfen, wie es mit dem eigenen Verhalten diesbezüglich so aussieht.

      9 jahre starker süchtiger raucher. am 25. geburtstag abgeschworen, am folgenden tag eine letzte zigarette geraucht, sonst keine – durchgehalten, erfolgreich. es ist allein eine willensentscheidung – und nicht nur aus diesem grunde bekommt man keine unterstützung von der krankenkasse, wie alkoholiker ;)

      nun muss ich aber dringend darauf aufmerksam machen, dass mir die ekelhafte aufdringlichkeit und der gestank des qualms erst auffiel, als ich aufhörte mit rauchen. aus diesem grunde sind wohl auch alle ehemaligen raucher die schlimmsten nichtraucher.

      zuvor war ich einfach rücksichtslos meinen mitmenschen gegenüber. es war mir egal, ob jemand aß oder ob mein zimmer eine nebelbank war – ja, ich rauchte sogar in gegenwart von kindern, weil man ja an der frischen luft stand.

      man muss sich zwischendurch erstmal begreiflich machen, in welcher abhängigkeit man sich befindet, wenn man sich bei unbehaglichem wetter nach draußen begibt, nur um diesem glimmstengel zu frönen. diesen stinkenden und feuchten filter mit seinem qualmenden teer dann noch mit genuß gleichzusetzen, ist an selbstverarsche dann nicht mehr zu überbieten ;)

    135. firefly schrieb am 1. August 2008 at 20:14 - Permalink

      @ name

      Firefly ist eine US-Fernsehserie, welche in den Jahren 2002 und 2003 auf dem US-Fernsehsender FOX (!) ausgestrahlt wurde. :)

      Ansonsten Fliege, Onkel Addy würde dir zwei Orden für Deinen heldenhaften Volkskörperblitzkrieg in bunt auf die Stirn knallen, wenn er noch könnte. Charaktere mit ähnlichen ?Forderungen? wie die deinigen, gab es schon mehrmals in der Geschichte der Menschheit: der eine hat vor seinem 60 Millionen Body Count ein paar 100.000 Deutsche im Namen der Volksgesundheit umbringen lassen, weil er sich einbildete, die Menschen dürften nicht so sein, wie sie sind, und der andere ein paar 100.000 Tote verursacht, weil er so dumm war, den Vodka zu bieten, und heute dafür wenigens als Werbesymbolehrenträger mit einer ähnlichen, aber schlechtschmeckenden fuseligen Vodkamarke ?belohnt? worden ist.

      Ach ja, was mich interessieren würde Fliege, hast du auch das Aussehen eines Glühwürmchens? :)

      Du bist echt goldig. Ich nehme an, du rauchst nicht nur Tabak. Da scheinen bei dir jetzt bestimmt alle auszusehen wie Glühwürmchen.

    136. Schwitzig schrieb am 1. August 2008 at 21:00 - Permalink

      @ Michael Kostic

      · Michael Kostic am 1. August 2008 um 18:49 – Permalink

      @Alle welche für die Selbstbestimmung sind:

      Ich denke die Leser die nicht verstehen was solche ?Lebensführungsbevormundungsgesetze? in ihrer Konsequenz bedeuten, könnt ihr nicht durch alle möglichen Analogien darauf hinweisen. Der Artikel den Jens hier vorgelegt hat, versucht ja scheinbar auch vergeblich.

      Genau das meinte ich mit Extrapolation. Es ist wie mit dem Frosch, dessen Wasser langsam erhitzt wird – in absehbarer Zeit landet man beim nationalen “Ideal”: Dem Normmenschen.
      Ich würde auch für die Freiheit fett zu sein kämpfen – obwohl ich dünn bin.

    137. Kati schrieb am 1. August 2008 at 21:05 - Permalink

      @Firefly:

      Ich hab auch gar nicht geschrieben, dass du sie gleichgesetzt hast.

      Och, Firefly, nun flüchtest du in die Rabulistik. Siehst du einen großen Unterschied zwischen “auf eine Stufe stellen” (siehe dein Post #122) und “gleichsetzen”? Na, siehst du. Du hast es sehr wohl als gleichsetzen bzw. gleichstellen interpretiert. Aber macht ja nix.

      Nur hast du sie benutzt, um mir eine allgemeine Verdriesslichkeit unterzuschieben. Doch damit liegst du weit daneben.

      Kann sein. Glaube ich nach deinem gesamten Auftritt hier aber nicht. Vielleicht überlegst du mal, wieso du so rüberkommst, statt gleich so ausfallend zu werden, wie es dir in #122 (und mehreren anderen vorher und nachher auch wieder) passiert ist.

      Du unterstellst du mir schon wieder etwas. Kannst du nicht anders? Führ doch erst mal Argumente an, bevor du behaupten kannst, dass ich ihnen nicht zugänglich sei. Doch statt stichhaltiger Argumente nutzen die Raucher diese Diskussion, um solchen Stuss wie Heil Socke zu verbreiten. Herzlichen Glückwunsch dazu.

      Oh, herzlichen Dank für den herzlichen Glückwunsch, aber ich bin da die falsche Adresse. “Wir Raucher” nehmen derartige Glückwünsche nur über unsere offizielle Kollektivadresse an, wir sind da überhaupt nicht individuell und sind alle gleich… *kopfschüttelnd* Edit: Wobei ich ein gewisses Verständnis für Sprüche wie Heil Socke dann doch aufbringen kann, so, wie du hier abgehst.

      Und zu den Argumenten, die ich dir nun wiederholen soll: Lies einfach die Diskussion noch einmal und versuch, dir vorzustellen, was für eine Figur du dabei machst und was du wohl getan hast, um sie so polemisch werden zu lassen. Du kannst doch nicht ernsthaft meinen, dass deine Ausfälle durch meine oder die anderer Leute Texte gerechtfertigt wären?!? Ich mag mit dir einfach nicht diskutieren. Du schreibst völlig am Thema vorbei und das Thema lautet: Brauchen wir ein absolutes Rauchverbot oder ist es für eine pluralistische, tolerante und moderne Gesellschaft möglich, den Menschen die freie Wahl zu lassen und sowohl Raucher- als auch Nichtraucherkneipen-/clubs etc. zuzulassen?

      Du argumentierst jedoch, als ob “wir Raucher” darauf bestünden, immer überall und ohne Rücksicht auf Nichtraucher rauchen zu können. Ich sage es noch mal, damit du es nicht extra suchen musst: Ich habe nichts gegen Nichtraucherkneipen. Ich finde es gut, dass im Restaurant nicht geraucht wird, solange keine anständige Abluft-Lösung vorhanden ist und auch an anderen Orten, die man unbedingt aufsuchen muss (Krankenhaus, Rathaus etc.) muss ich nicht rauchen. Aber ich habe etwas gegen ein absolutes Rauchverbot in allen gastronomischen Betrieben, weil mich das genauso einschränkt wie einen Nichtraucher, der nirgendwo hinkann, ohne dass er dort vollgequarzt wird oder draußen stehen muss, um keinen Rauch abzukriegen. Das kann doch sogar für dich nicht so schwer nachzuvollziehen sein. Und bitte erspare mir den Ratschlag, doch einfach Nichtraucherin zu werden. Das geht dich nämlich nichts an.

    138. Jan Friedrich schrieb am 1. August 2008 at 22:42 - Permalink

      @ Frank Schenk:
      “Wenn die militanten Nichtraucher ja die nun rauchfreien Kneipen stürmen würden, wären die Wirte wohl die letzten, die wieder ihre Raucher haben wollten, aber ganz offentsichtlich kämpfen viele kleine Kneipen mit Existenzproblemen.”

      Willst du mir das ernsthaft als Argument verkaufen? Die Zurückgehenden Umsätze sind die Schuld der Nichtraucher? Warum sollten die zuhause bleiben? Wegen des Rauchverbots?
      Wenn jemand den Kneipen fernbleibt, sind es wohl die Raucher.

      “Genußfeindliche Menschen, die in anderen Menschen nur Feinde sehen, sind scheinbar doch nicht so gesellig, solang es nicht um ihr Lieblingsthema geht.”

      Muss man das noch kommentieren? Dieser Satz ist so klischeebeladen und dumm, dass es reicht, ihn sich auf der Zunge zergehen zu lassen.
      Trotzdem: Es geht nicht darum, andere zu bevormunden, sondern ihre (und unsere) Gesundheit zu schützen. Wie ich schon sagte, da man dagegen nicht argumentieren kann, kommt von den Gegnern des Rauchverbots in der Regel nur Polemik. Du bist das beste Beispiel.

      Und weils so schön ist:

      “Dafür können sie sich mit den Nachbarn zoffen und ihnen den Richter auf den Hals schicken, wenn der Birnbaum mal wieder 10cm über die Grundstücksgrenze ragt.”

    139. Jan Friedrich schrieb am 1. August 2008 at 22:58 - Permalink

      @Fiend_THeyde

      Danke für die sachlichen Argumente – es gibt sie also doch noch.

      “Seltsam ist nur, daß bestimmte Nichtraucher die Verursacher einer Gefahr für körperliche Unversehrheit und Leben ausschließlich bei Rauchern ausgemacht zu haben meinen, während so schädliche Tätigkeiten wie der motorisierte Individualverkehr als ?modern? und ?effizient? verharmlost werden. Wenn es denn tatsächlich so wäre, daß es den Raucherfeinden tatsächlich um Gesundheit und körperliche Unversehrtheit geht, dann müßten diese doch mit der gleichen Inbrunst gegen die wesentlich größeren gesundheitlichen Gefahren z.B. durch Kernenergie, Individualverkehr, industrielle Produktion etc.pp. zu Felde ziehen.”

      Ich stimme dir im Prinzip zu. Die Welt hat größere Probleme als verrauchte Kneipen und andere Dinge, um die es sich zu kümmern gilt. Trotzdem halte ich es immer für sinnvoll, wenn man dafür sorgt, dass Menschen die Konsequenzen ihrer Handlungen (Rauchen) alleine tragen und sie nicht anderen aufbürden.

      Und ich kämpfe mit wesentlich größerer Inbrunst etwa gegen Atomkraft oder unnötiges Autofahren. Das Autofahren generell, sowie die Industrielle Produktion kann man aber imho nicht völlig mit dem Rauchen vergleichen. Bei ersteren handelt es sich (in einem gewissen Umfang) um gesellschaftlich sinnvolle und produktive Aktivitäten (Autofahren erhöht die individuelle Mobilität, bringt Menschen evtl. schneller zu ihrem Arbeitsplatz, Industrielle Produktion ist die Grundlage, um die Bedürfnisse der Menschen in einer großen Gesellschaft befriedigen zu können), bei letzterem um eine Freizeitbeschäftigung, die keinerlei direkten Nutzen hat. Wer mir jetzt erzählt, Raucher entlasten die Rentenkassen durch statistisch früheren Tod, dem halte ich nur entgegen, dass ich selbst Rauchern *zwinker* ein langes, gesundes Leben wünsche, was wesentlich mehr Wert ist als eine Entlastung der Rentenkasse – was somit ein reichlich zynisches Argument ist.

      Während es bei Industrie und Autofahren also angemessen ist, gesellschaftliche wie individuelle Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwiegen, entsteht durch Rauchen auch an Unbeteiligten ein nicht zu rechtfertigender Schaden. Ich bin absolut dafür, jeden selbst entscheiden zu lassen, was er mit seiner Gesundheit und seinem Körper macht. Deshalb sollen die Leute wegen mir so viel Rauchen, wie sie wollen. Ich bin sogar für eine Legalisierung die meisten noch illegalen Drogen, weil ich die Eigenverantwortung der Menschen nicht beschneiden würde.

      Kritisch wird es erst da, wo man andere schädigt. Und ich kann mich nur wiederholen: Ich finde es traurig, dass man darauf überhaupt hinweisen muss.

      Übrigens, Fiend_THeyde, finde ich es schade, dass du diejenigen, die völlig vernünftig für ein Rauchverbot in der Gastronomie argumentieren dadurch zu diskreditieren versuchst, indem du sie mit Fanatikern in einen Topf wirfst, die offenbar gleich das Rauchen in der eigenen Wohnung verbieten wollen.

      Gruß,
      Jan

    140. antonym schrieb am 1. August 2008 at 23:33 - Permalink

      Es geht den Mächtigen einfach nur darum, die Leute gegeneinander aufzuhetzen. Realistisch ist die Gesundheitsbelastung durch Autoabgase und Industrie viel höher, aber davon hat man ja nun erfolgreich abgelenkt.

      Ich bin selbst Gelegenheitsraucher, nie “abhängig” geworden und empfinde das Rauchverbot als grosse Einschränkung der persönlichen Freiheit.

    141. Michael Kostic schrieb am 2. August 2008 at 00:05 - Permalink

      @Schwitzig:

      1.:

      “Ich würde auch für die Freiheit fett zu sein kämpfen- obwohl ich dünn bin.”

      Sehr löblicher Vorsatz. Allerdings werden Andere für dich definieren ob Du dünn bist, auf NATIONALER Ebene versteht sich ;-)
      (Kommt nicht Natio von Stamm? Bin mir da nicht mehr sicher…)

      2.:

      Das blöde ist, dass das Frosch/Leiter Beispiel für die meisten Menschen, als vergleichende Analogie, schon viel zu abstrakt ist. Sie können sich nicht vorstellen, dass hier die sehr grob differenzierenden Rezeptoren des Frosches (Kaltblüter/wechselwarm) sein tatsächliches ruhiges Kochen zulässt. Bzw. das dies im soziologischen Rahmen natürlich auch möglich ist, insofern man die o.g. grob differenzierenden Rezeptoren mit ebensolchen Nervenzellen gleichstellt, welche nur sehr rudimentär durch Synapsen verknüpft sind :-)

      Gruß

    142. Frank Schenk schrieb am 2. August 2008 at 00:40 - Permalink

      Jan Friedrich

      Frank Schenk:
      ?Wenn die militanten Nichtraucher ja die nun rauchfreien Kneipen stürmen würden, wären die Wirte wohl die letzten, die wieder ihre Raucher haben wollten, aber ganz offentsichtlich kämpfen viele kleine Kneipen mit Existenzproblemen.?

      Willst du mir das ernsthaft als Argument verkaufen? Die Zurückgehenden Umsätze sind die Schuld der Nichtraucher? Warum sollten die zuhause bleiben? Wegen des Rauchverbots?
      Wenn jemand den Kneipen fernbleibt, sind es wohl die Raucher.

      Also gehen die Kneipen ein, weil die Raucher ihnen fernbleiben und die Nichtraucher, die so vehement auf ihr Recht auf rauchfreie Kneipen gepocht haben und nun nicht hingehen? Muss ich diese Logik verstehen? Erst wollt ihr rauchfreie Kneipen und dann geht ihr doch nicht hin und die Raucher sind schuld, weil sie nicht mehr hingehen, weil sie da nicht rauchen dürfen?

      Frank Schenk
      ?Genußfeindliche Menschen, die in anderen Menschen nur Feinde sehen, sind scheinbar doch nicht so gesellig, solang es nicht um ihr Lieblingsthema geht.?

      Muss man das noch kommentieren? Dieser Satz ist so klischeebeladen und dumm, dass es reicht, ihn sich auf der Zunge zergehen zu lassen.
      Trotzdem: Es geht nicht darum, andere zu bevormunden, sondern ihre (und unsere) Gesundheit zu schützen. Wie ich schon sagte, da man dagegen nicht argumentieren kann, kommt von den Gegnern des Rauchverbots in der Regel nur Polemik. Du bist das beste Beispiel.

      Das bezog sich auf obige Aussage. Die Nichtraucher gehen ja scheinbar jetzt nun doch nicht alle in die rauchfreien Kneipen, also sind sie wohl doch nicht so gesellig. Sonst würden sie ja die Kneipen stürmen, oder? Oder wollten sie sowieso nie in die Kneipen sondern nur die Gruppe gängeln, bei der es gerade modern ist?

      Abgesehen davon will ich nicht geschützt werden. Nicht vor meinem Rauch, nicht vor dem Rauch von dem, mit dem ich was trinke. Höchstens vor Menschen wie dir. Wenn ich mich unnötig Gesundheitsrisiken aussetzen will, ist das meine Entscheidung. Wenn ein Bergsteiger auf Berge krakselt oder ein Skateboarder skateboarded, sind das deren Entscheidungen.

      Was ich will ist, daß die Wirte sich selbst aussuchen können, ob sie nun ne Raucherkneipe haben, ne Nichtraucherkneipe oder zumachen. Wenn irgendwas nicht passt, heißts ja bei den Neoliberalen ja auch immer “Der Markt wird das schon regeln”. Der Markt regelt das aber scheinbar nicht so, wie es manchen Menschen genehm ist, dann muß man mit der Gesetzes- und der Verbotskeule winken. Weils in Deutschland ja nicht schon genug Gesetze gibt. Und sowas nenn ich kleinkariert. Genau wie den, der sich darüber aufregt, daß Nachbars Baum 10cm über die Grundstücksgrenze ragt.

      gruß

    143. Jan Friedrich schrieb am 2. August 2008 at 03:11 - Permalink

      Mensch, du redest, als hätte es vor dem Rauchverbot keine Nichtraucher in den Kneipen gegeben, was natürlich Unsinn ist.

      Es regen sich ja nicht die Leute (Nichtraucher) auf, die sowieso nicht in die Kneipe gehen, sondern eben die, die auch gerne mal ein Bierchen trinken. Die sind jetzt natürlich immer noch da und offenbar in großer Zahl, denn die meisten Kneipen gibt es ja noch. Wodurch die Besucherzahlen zurückgegangen sind, das werden wohl die ungeselligeren unter den Rauchern sein, für die ihr Zigarettengenuss wichtiger ist als das gemütliche Beisammensein in der Kneipe. Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?

      Die Nichtraucher sind alle noch da (vielleicht sogar ein paar mehr), ein paar Raucher sind weg. Wer ist jetzt ungesellig? Wobei ich das so pauschal ja gar nicht sagen will.

      “Wenn ich mich unnötig Gesundheitsrisiken aussetzen will, ist das meine Entscheidung”

      Völlig richtig. Aber zum dritten Mal: Es ist aber nicht deine Entscheidung, andere Gesundheitsrisiken auszusetzen.

    144. Peinhard schrieb am 2. August 2008 at 10:25 - Permalink

      Nur mal so zwischendurch und zur Erinnerung an die Praxis angesichts (in diesem Falle agro-) industrieller ‘Problematiken’:

      “Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnte zu Beginn der Tagung der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) in Luxemburg davor, die Grenzwerte für Pestizide in Gewässern teilweise bis um das 730-fache zu erhöhen. Eine entsprechende Beschlussvorlage haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die Umweltminister der deutschen Rheinanliegerländer eingebracht, um die nationalen Schadstoffgrenzwerte bis 2015 leichter erreichen zu können. Den Zeitrahmen, jedoch nicht die Grenzwerte, gibt die EU-weite Wasserrahmenrichtlinie vor.”
      http://www.bio-hannover.de/scripts/basics/bio-hannover/news/basics.prg?session=42f942274874a3d7_47382&nap=magazin&a_no=587

      Ich will hier nichts gegeneinander ‘aufrechnen’, nur darauf hinweisen, dass uns in weit ‘existentiellerer’ Weise betreffende Vorgänge leider so gut wie keine Reaktionen und Diskussionen auslösen. Und angesichts einer solchen ‘Maßnahme’, die letztlich natürlich alle Gewässer und damit unsere gesamte Wasserversorgung betrifft, ist auch der Vorstoß unserer ‘Klimakanzlerin’ zur Verteidigung der deutschen Automobilindustrie nur eine Kleinigkeit. Und jetzt bitte ganz schnell wieder vergessen und weiter mit Rauchen in Kneipen…

    145. ben schrieb am 2. August 2008 at 23:37 - Permalink

      Hat eigentlich je ein Raucher auf eine Flugreise verzichtet, die ein paar Stunden oder länger dauert? Ich kenne keinen…. Da funktioniert das mit dem Nichtrauchen schon ganz gut.

      Abends mal 2-4 Stunden auf das Rauchen zu verzichten, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei muss ja niemand verzichten, denn es sind nur ein paar Schritte bis zur Tür und jeder kann seiner Sucht frönen. Ist aber viel zu aufwendig, da sollen doch lieber alle Nichtraucher gleich wegbleiben.
      Zum Pinkeln geht komischerweise auch jeder raus, obwohl das die Geselligkeit doch so sehr stört….

    146. leo schrieb am 4. August 2008 at 12:16 - Permalink

      Zitat: “Eine aufgeklärte Gesellschaft braucht keine paternalistische Bevormundung durch den Staat. Die Freiheit des Individuums vor staatlicher Gängelung sollte oberstes Prinzip jeglicher Gesetzgebung sein”

      Diese Freiheitsdebatte ist immer wieder lächerlich. Raucher sind nicht frei, sondern suchtkrank! In der Ausübung Ihrer Sucht schränken Sie die Freiheiten und die Gesundheit anderer ein. Die Schädlichkeit des Rauchens ist bewiesen. Es ist die Pflicht des Staates, seine Bürger zu schützen.
      Sicher, liberal ließe sich das auch lösen. Wenn Raucher freiwillig auf Nichtraucher Rücksicht nehmen würden. Machen Sie aber nicht. Stattdessen verteidigen Sie verbissen und rücksichtslos ihre sogenannte “Freiheit”. Sehr “aufgeklärt” ist das nicht, sondern schön dumm!
      Ich freue mich, das der Staat endlich was tut, mich und alle anderen Menschen (incl. der rauchenden) vor dieser Dummheit zu schützen.

    147. Peinhard schrieb am 14. August 2008 at 18:26 - Permalink

      “Studie: 21.000 Kanadier sterben 2008 wegen Luftverschmutzung”
      http://afp.google.com/article/ALeqM5g4nX4Lr6u1cYbDpukpL-OWb_993w

      Bestimmt auch nicht alles nur Passivraucher…

    148. Jeeves schrieb am 28. August 2008 at 14:28 - Permalink

      Der Schreiber ist offensichtlich Raucher.

    149. malzbrot schrieb am 22. September 2008 at 23:01 - Permalink

      Kati am 31. Juli 2008 um 22:15

      “Was habt ihr militanten Nichtraucher nur für ein verbissenes Bedürfnis, die Leute zu bekehren und euren Vorstellungen unterzuordnen?”

      Kann mir mal jemand erklären, wie man als Nichtraucher militant wird? Militant ist meines Erachtens jemand, welcher einen anderen Menschen unter Missachtung moralischer Gesichtspunkte schädigt. Dies tut ein Raucher, welcher in Anwesenheit von Nichtraucher in geschlossenen Räumen raucht. Die Anwesenheit eines Nichtrauchers hingegen *kann* den Raucher gar nicht schädigen. Insofern gibt es gar keine militanten Nichtraucher. Es gibt lediglich eine kleine militante Gruppe von Rauchern (die meisten Raucher sind verständig und gehen gerne raus).

    150. Jeeves schrieb am 21. Dezember 2008 at 13:36 - Permalink

      Jens Berger ist offensichtlich Raucher. Und er rechtfertigt & verteidigt dies.
      Indem er angreift. Die paar Fotos oben reichen; das mit Hitler ist starker Tobak (pun not intended).
      Wie die Kirche; auch die wird keine Argumente gegen sich offerieren, aber alles tun (in knapp 2000 Jahre ja tödlich bewiesen) um Recht zu behalten.

    151. gabi von mondamo schrieb am 7. Mai 2009 at 18:47 - Permalink

      auch auf die Gefahr hin, dass ich einen Kommentar “wiederhole” (ich habe ziemlich viele Kommentare gelesen, aber alle nun dann doch nicht) – ich würde mich über eine Antwort auf meinen Kommentar freuen:
      Ich würde gerne abends in ein Café oder eine Kneipe gehen, wenn sie nicht verraucht ist – denn davon kriege ich Kopfschmerzen und brennende Augen. Ich kenne nur ein Nichtrauchercafé und das liegt am anderen Ende der Stadt. In allen Kneipen, wo ich mich gerne aufhalten würde, wird geraucht. Was antwortest du mir als Raucher da? Shit happens? Pech gehabt? Gibts also keine Alternative, keine Möglichkeit, die Interessen beider Parteien zu berücksichtigen?

    152. Gastronomie schrieb am 25. Januar 2010 at 22:47 - Permalink

      Aber da sieht man doch mal wieder, wie nahe die Gesetzgebung wirklich direkt am Geschehen ist, denn eigentlich gar nicht. Entweder es gibt ein Gesetz, oder es gibt keines. Ich darf ja auch nicht bei rot über die Ampel fahren, nur weil auf der Gegenseite bei grün keiner da ist!.
      Oder man erlaubt einfache Raucherkneipen und der Nichtraucher kann entscheiden, ob er einkehren möchte oder nicht. Ich gehe ja auch nicht in ein Pornokino und beschwere mich dann über die Szenen im Film.

      @Gabi: Beide Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist eben schwierig. Wenn du das Rauchen in der Kneipe verbietest, vergraulst du deine rauchenden Gäste, und ungekehrt die Nichtraucher. Die Möglichkeit mit dem “Raucherraum” hat sich wohl nicht bewährt, da dann auch die Nichtraucher irgendwann in dem Raum sind, weil es ihnen auf den Keks geht, wenn ein gutes Gespräch durch die Sucht der Freunde immer wieder unterbrochen wird.
      Und dass man sich seine Freunde danach aussucht, ob sie rauchen oder nicht… na ja


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