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  • Anthrax, Lügen, FBI und die Ethik der Medien

    geschrieben am 05. August 2008 von Spiegelfechter

    Die Terroranschläge vom 11. September 2001 wirkten auf die USA wie ein Schock. Als eine Woche später fünf Briefe mit Milzbranderregern (Anthrax) an amerikanische Medienvertreter und zwei Wochen danach zwei weitere kontaminierte Briefe an zwei US-Senatoren verschickt wurden, wurde aus dem Schock schiere Panik. 22 Amerikaner wurden durch die Milzbranderreger infiziert, fünf starben. Das Land stand unter fortwährender Attacke und es könnte theoretisch jeden treffen. Auch in Deutschland wurden Briefe an Behörden und Medienvertreter auf Pulverrückstände untersucht. Der vermeintlich Schuldige stand schnell fest. Neben den todbringenden Sporen enthielten die Briefe Zettel, auf denen auch ?Tod den USA, Tod Israel, Allah ist groß? zu lesen war. Am 18. Oktober brachte der heutige Präsidentschaftskandidat John McCain in einer Talkshow als erster den Irak als Urheber ins Spiel und dachte laut über eine militärische Antwort nach. Am 26. Oktober zitierte ABC-News drei hochrangige Regierungsquellen, dass die Anthrax-Sporen aller Voraussicht nach aus dem Irak stammten. Die getroffene Nation hatte einen Schuldigen. Im Vorspiel zum Irakkrieg wurden Anthrax und 9/11 immer wieder als Kriegsgrund genannt. Fast sieben Jahre später ist von diesem Vorwurf nicht mehr viel über und nicht nur die Politik und die Geheimdienste, sondern auch die Medien müssen sich ernsthafte Fragen gefallen lassen, ob und in welcher Weise sie Falschinformationen gestreut haben, um die Zustimmung des Volkes für einen Irakkrieg zu erreichen.

    Am Wochenende wurde bekannt, dass sich am letzten Dienstag der amerikanische Mikrobiologe Bruce Edward Ivins mit einer Überdosis Schlafmittel das Leben nahm. Ivins war Forscher am USAMRIID in Fort Detrick Maryland, dem berüchtigten mikrobiologischen Forschungsinstitut der US-Army, in dem auch an Anthrax-Sporen geforscht wurde. Ivins war dort Spezialist für Anthrax-Impfstoffe und gehörte in den letzten Jahren zu den Experten, die mit der Typisierung der Anthrax-Sporen, die 2001 verschickt wurden, beauftragt war. Laut Medienberichten war Ivin seit Mai dieses Jahres ins Fadenkreuz des FBI geraten, nachdem der vorherige Hauptverdächtige Steven Hatfill in einem Vergleich vom Staat 5,8 Mio. US$ Schadensersatz bekam, da die Ermittler mit gezielten Presselecks seine Reputation zerstört hatten.

    Die 2001 verschickten Anthrax-Sporen stammen laut FBI-Untersuchungen aus dem Jahre 2005 mit großer Wahrscheinlichkeit aus einem Stamm, der in Fort Detrick in den Jahren 1999 bis 2001 gezüchtet wurde. Ob Ivins tatsächlich der Täter ist, bleibt dennoch unklar, bis das FBI überzeugende Beweise vorlegen kann. Rund ein Duzend Forscher in Fort Detricks hatte Zugang zu den Anthrax-Sporen, Experten bezweifeln allerdings, dass die Forscher, die keine Kampfstoffe herstellen, sondern Impfstoffe, überhaupt die Ausrüstung und das Know-How haben, dort Kampfstoffe herzustellen. Ivins Vorgesetzter in Fort Detrick bezweifelt sogar, dass ein Mikrobiologe wie Ivins überhaupt die Fähigkeit hätte, alleine einen Anthrax-Kampfstoff herzustellen. Die zweite Charge, die an die beiden Senatoren verschickt wurde, hatte laut FBI-Aussagen ?Waffenqualität?. Ivins Anwalt weist derweil beharrlich jeden Schuldvorwurf an seinen verstorbenen Mandanten zurück und auch Ivins ehemalige Kollegen zweifeln an seiner Täterschaft. Dr. Byrne, einer seiner Kollegen, erzählt stattdessen, dass sowohl Ivins, als auch dessen Kinder, psychologisch unter Druck gesetzt wurden und man Ivins nur ausgewählt hatte, da er aufgrund seiner labilen Psyche das ideale Opfer gewesen wäre. Eine Medienkampagne hätte der manisch-depressive Ivins wohl nicht durchgestanden. Das FBI will den Fall nun schließen, da nun offiziell keine Gefahr mehr besteht. Wenn man seitens des FBI nun keine überzeugenden Beweise vorlegen kann, könnte Byrne mit seiner Unterstellung wohl recht haben. Der britische Mikrobiologe und UN-Waffeninspekteur David Kelly, der in der BBC als Kronzeuge gegen Blairs Irakkriegslügen fungierte, nahm sich nach einer Kampagne gegen ihn auch das Leben. Ivins wäre also nicht der erste Mikrobiologe, der ein Opfer der Irakkriegslügen ist.

    An Ivins Täterschaft bestehen indes erhebliche Zweifel. Er mag psychisch labil sein, für verrückt hält ihn jedoch niemand. Aus der Tatsache, dass er ein Katholik ist, der in seiner Gemeinde die Orgel spielt und in einem Leserbrief an seine Lokalzeitung gegen den Dialog mit dem Islam polemisierte, kann man schwerlich schließen, er sei ein psychopathischer ?Kreuzritter?. Indizien aus dem Jahr 2002, die nun als ?stichfeste? Beweise gelten sollen, sind unglaubwürdig, da sich die Beweislage seitdem nicht geändert hat. Hätte das FBI diese Indizien 2002 für stichhaltig gehalten, hätten sie gegen Ivins ermitteln müssen ? das taten sie nicht, also können die Indizien so stichhaltig nicht sein. Als ?Beweis? wird in den US-Medien angeführt, dass die Anthrax-Stämme aus Ivins Labor stammen. Ivins war allerdings ein Spezialist auf dem Gebiet, er wäre kaum so dumm gewesen, die Spur auf sich selbst zu lenken. Am meisten spricht gegen Ivins Alleintäterschaft, dass es kein überzeugendes Motiv gibt. Die Los Angeles Times orakelt, Ivins hätte als Patentmitinhaber eines Anthrax-Impfstoffes materiellen Vorteil aus der Post-9/11 Panik gezogen ? das ist allerdings falsch, da das Patent seinem Arbeitgeber dem US-Militär gehört und Staatsbedienstete nicht an Patenteinnahmen beteiligt werden.

    Der Fall ist noch nicht gelöst, die offizielle Darstellung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Wenn das FBI davon überzeugt ist, dass Ivins der Täter ist und dass die Anthrax-Sporen aus seinem Labor in Fort Detrick stammen, wer verbreitete dann die Falschinformationen, die die Urheberschaft des Iraks betreffen? Richard Cohen von der Washington Post war einer der überzeugten Befürworter eines Irakkriegs. 2004 beschrieb er seine Gefühle so:

    Ich bin mir nicht sicher, ob Panik das richtige Wort ist ? aber es ist nahe dran. Anthrax spielte eine Rolle bei meiner Entscheidung, die Pläne der Bush-Regierung, Saddam Hussein auszuschalten, zu unterstützen. Ich verband ihn mit Anthrax und Anthrax mit 9/11. Ich wollte nicht einfach nur herumsitzen und auf einen weiteren Angriff warten. Ich wollte dem Übel die Wurzel ausreißen und Saddam niederstrecken, bevor er uns niederstreckt.

    In einem Artikel im Slate-Magazine beschreibt er die Anthrax-Panik folgendermaßen:

    Anthrax ? erinnern Sie Sich an Anthrax? Vermutlich tut das niemand mehr. Aber direkt nach den Anschlägen von 9/11 [?] gab es Grund, Angst zu haben. Die [Anthrax]Angriffe kamen nicht vollkommen unerwartet. Mir wurde direkt nach 9/11 gesagt, ich solle mir Cipro besorgen, ein Medikament gegen Milzbrand. Der Tipp kam auf indirektem Wege von einem hohen Regierungsbeamten.

    Ein hoher Regierungsbeamter warnte also nach 9/11, aber vor den Anthrax-Briefen, verschiedene Medienvertreter vor Anthrax um empfahl ihnen sich mit einem Gegenmittel auszurüsten. Woher hatte die Regierung Informationen über drohende Anschläge mit dem sehr seltenen Biokampfstoff?

    Am 26. Oktober 2001 erwähnte der ABC-Journalist Brian Ross zum ersten Mal einen Stoff namens ?Bentonit?, der in den Anthrax-Sporen gefunden wurde. Ross nannte anfangs drei verschiedene hochrangige anonyme Quellen, die ihm diese Information gegeben haben. Später schrieb er von vier hochrangigen Quellen und mehreren Nebenquellen. ?Bentonit? weißt laut Expertenaussagen auf eine irakische Herkunft hin, da laut deren Aussagen nur der Irak mit diesem Material arbeiten würde. Ross behauptete mehrfach, dies sei der ?Beweis?, dass irakische Hintermänner für die Anthrax-Anschläge verantwortlich seien. Seine Berichte wurden in der Folgezeit immer wieder zitiert, wenn es darum ging, einen Krieg gegen Irak zu begründen. Bush griff den Irak/Anthrax Zusammenhang in seiner Rede an die Nation 2002 auf und Powell in seinem berüchtigten Powerpoint-Vortrag vor dem UN-Sicherheitsrat. Es ist müßig zu erwähnen, dass nie Bentonit in den Proben gefunden wurde.

    Wer waren Ross Quellen? Diejenigen, die ihm diese Falschinformation steckten, waren entweder an den Anthrax-Anschlägen beteiligt, oder sie nutzten die Anschläge um die Nation mit falschen Beschuldigungen in einen Krieg zu trieben. Wenn das FBI Recht haben sollte, ist es auch denkbar, dass Ivin selbst der Ursprung der Falschinformation war, um die Spur in eine andere Richtung zu lenken. Dann hätten Ross und die ABC über sechs Jahre einen fünffachen Mörder gedeckt. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Quellen regierungsnahe oder sogar Regierungskreise sind, die systematisch auf einen Irakkrieg hinarbeiteten. In diesem Falle würden ABC und Ross verbrecherische Politiker decken, die dem Lande einen schweren Schaden hinzugefügt haben. In diesem Zusammenhang sollte er auch von Interesse sein, woher John McCain am 18. Oktober, also lange vor den Falschmeldungen auf ABC, seine Informationen hatte, Irak stünde vielleicht hinter den Anthrax-Anschlägen?

    Selbstverständlich gibt es für Journalisten einen Quellenschutz, der über dem Gesetz steht. Ansonsten würde kein ?Whistleblower? mehr seine Informationen an die Presse weitergeben, da er Angst haben müsste, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden. In diesem Falle handelt es sich aber nicht um einen ?Whistleblower?, sondern um eine gezielte Streuung von Falschinformationen mit einem strafbaren Vorsatz. Es ist Aufgabe der Medien, solche Machenschaften aufzudecken. Wenn Medien, wie die ABC, nicht an der Aufdeckung eines Skandals dieser Größenordnung interessiert ist, sondern sogar aktiv helfen, diese Machenschaften zu verschleiern, machen sie sich im besten Falle zu einem willfährigen Instrument und im schlimmsten Falle zu direkten Komplizen ? ein klägliches Versagen der vierten Macht.

    Jens Berger

    Quelle: Glenn Greenwald auf Salon.com

    Bildnachweis (v.o.n.u.): Infowars.net, Pravda.ru, BILD, FDA.org

    34 Kommentare Print This Post
    Die Terroranschläge vom 11. September 2001 wirkten auf die USA wie ein Schock. Als eine Woche später fünf Briefe mit Milzbranderregern (Anthrax) an amerikanische Medienvertreter und zwei Wochen danach zwei weitere kontaminierte Briefe an zwei US-Senatoren verschickt wurden, wurde aus dem Schock schiere Panik. 22 Amerikaner wurden durch die Milzbranderreger infiziert, fünf starben. Das ...
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    1. CHR schrieb am 5. August 2008 at 18:37 - Permalink

      Dass die Spekulationen McCains gerade auch in einer Unterhaltungssendung verbreitet werden durften, sind ein bestürzendes Indiz für erhebliche Mängel in der demokratischen Meinungsbildung.

    2. Schwitzig schrieb am 5. August 2008 at 20:40 - Permalink

      Ich könnte mir schon vorstellen, dass es sich um False Flag-Anschläge zur Kriegstreiberei handelt, allerdings halte ich die Theorien, dass das FBI oder der CIA selbst involviert seien, für unwahrscheinlich, zumal das FBI ja wirklich lange an dem Fall gearbeitet hat. Ich stimme dem SF zu, dass es sich wahrscheinlich um einen Einzeltäter oder eine kleine Verschwörung in der Regierung selbst handelt, denke jedoch nicht, dass McCain selbst direkt beteiligt ist. Wahrscheinlich wurde er ebenfalls nur benutzt, denn ein wirkliches Motiv hatte er eigentlich nicht. Er hätte genügend andere Aspekte für die Initiierung des Irakkrieges einbringen können und hat eigentlich keinen persönlichen Vorteil von so einer Aktion – es sei denn natürlich, dass er garantiert Anthraxfreie Pommes anbieten wollte :-).

      Ich denke, die wichtigste Frage ist: Wer hatte ein Motiv, bzw. wer hat Machpolitisch oder finanziell von einer Verschärfung der Lage profitiert?

    3. Lau Dan schrieb am 5. August 2008 at 20:51 - Permalink

      der Artikel ( sorry Kritik ) ist mMn – ungewollt – teils von der Popaganda und dem Nebel getönt die eigentlich durchleuchtet werden sollten :

      “An Ivins Täterschaft bestehen indes erhebliche Zweifel”

      es fehlen – anders als im Fall Hatfill ( schöner Name, da sprachlich vermutlich == hateful ) – eigentlich jegliche Indizien

      “Kelly,[...] nahm sich nach einer Kampagne gegen ihn auch das Leben.”

      Kelly starb während der Kampagne, unter seltsamen Umständen, die eher auf einen Profijob als auf Selbstmord schliessen lassen

      “Ivins wäre also nicht der erste Mikrobiologe, der ein Opfer der Irakkriegslügen ist.”

      die Liste der in diesem weiter gefassten Zusammenhang unerwartet und gewaltsam verstorbenen Biowaffenexperten ist zwar lang – “Opfer von Lügen” trifft es in keinem Fall so richtig

      die Opfer der Lügen sind wir, die wir das alles schlucken wie es ABC/BBC usw servieren,

      dass Ivins jetzt, nachdem er schon viele Jahre in den Fall eingebunden gewesen sein soll,
      gleichzeitig plötzlich tot, hauptverdächtig, durch ungenannte Erkenntnisse quasi überführt
      und zum ersten mal prominent in den Medien present ist – das muss einer jener Zufälle sein, von denen sonst nur Profizocker profitieren,

      der Artikel ist auch noch viel zu Nachsichtig mit Ross, Cohen oder der ABC – diese Leute
      “versagen” ja nicht, diese Leute machen genau ihren Job, u das wissen sie auch

      @ Schwitzig

      um False Flag Anschläge handelt es sich in jedem Fall, selbst wenn Ivins der Mörder gewesen sein sollte – da sieht man wie gut die angelsächsiche Verwirrmethode mit double twist letztlich wirkt, sogar bei Leuten wie dir …

    4. Spiegelfechter schrieb am 5. August 2008 at 21:17 - Permalink

      @Lau Dan

      es fehlen – anders als im Fall Hatfill ( schöner Name, da sprachlich vermutlich == hateful ) – eigentlich jegliche Indizien

      Das würde ich nicht sagen. Ivins hatte sich zu dieser Öfters in der Nähe des Briefkastens aufgehalten, in dem die Anthrax-Briefe aufgegeben wurden. Er war psychisch instabil. Und vor allem – er kam “wohl” an die Sporen heran; die Frage ist, ob er auch an die “weapon grade” Sporen herankam. Indizien sind das schon, natürlich keine Beweise.

      Kelly starb während der Kampagne, unter seltsamen Umständen, die eher auf einen Profijob als auf Selbstmord schliessen lassen

      … was sich nicht beweisen läßt ;-)

      dass Ivins jetzt, nachdem er schon viele Jahre in den Fall eingebunden gewesen sein soll, gleichzeitig plötzlich tot, hauptverdächtig, durch ungenannte Erkenntnisse quasi überführt und zum ersten mal prominent in den Medien present ist – das muss einer jener Zufälle sein, von denen sonst nur Profizocker profitieren,

      Darum schrieb ich ja auch über dieses Thema, obwohl ich sonst von 9/11 und Co die Finger lasse ;-)

      Der Artikel ist auch noch viel zu Nachsichtig mit Ross, Cohen oder der ABC – diese Leute ?versagen? ja nicht, diese Leute machen genau ihren Job, u das wissen sie auch

      Das wiederum, ist eine Unterstellung, die nicht beweisbar ist. Auch wenn ich Deinen Punkt verstehe – in den Kommentaren kann man das schreiben, im Artikel nicht.

    5. Spiegelfechter schrieb am 5. August 2008 at 21:19 - Permalink

      @Schwitzig

      Ich denke, die wichtigste Frage ist: Wer hatte ein Motiv, bzw. wer hat Machpolitisch oder finanziell von einer Verschärfung der Lage profitiert?

      Diese Frage führt ja wieder zum “ollen” VT-Mist, den ich nicht besonders inspirierend finde.

    6. bombjack schrieb am 5. August 2008 at 21:53 - Permalink

      [...]
      Diese Frage führt ja wieder zum ?ollen? VT-Mist, den ich nicht besonders inspirierend finde.
      [...]

      Naja es mag ja sein, daß der größte Teil des “VT-Mists” nicht stimmt, bloß daß es doch ein wenig komisch ist, wenn Sporen von Anthrax auftauchen die nachweislich aus
      a) US-Produktion
      b) und damit US-Laboren stammen….und
      c) an die man normalerweise nicht so leicht rankommt plus
      d) der Umgang mit ihnen auch nicht ohne ist, denn die wirken auch wenn der Brief präpariert wird und aufgegeben wird….d.h. die Herstellung/Zucht und auch das Umwandeln in die lungengängige Form ist noch relativ einfach, da automatisiert bzw. es in einer Glovebox geht, kritisch ist der Schritt die Sporen in den Breif zu geben und noch kritischer das Teil dann so zu präparieren, daß außen keine Sporen anhaften….

      Da darf dann doch die Frage gestellt werden..wie es denn sein kann, daß……

      bombjack

    7. Susi Sandig schrieb am 5. August 2008 at 22:02 - Permalink

      http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/08/die-anthrax-attacke-beweist-911-war.html
      Freeman hat sich auch schon mit dem Thema beschäftigt und darauf hingewiesen, dass der erste Mensch, der durch diese Bakterien den Tod fand, der Reporter war, der Bushs Tochter in einer sehr unbequemen Lage fotografierte. Er weist auch darauf hin, dass sofort die Verbindung zu Binladen und Hussein gefordert wurde.

    8. Schwitzig schrieb am 5. August 2008 at 22:15 - Permalink

      @SF

      Diese Frage führt ja wieder zum ?ollen? VT-Mist, den ich nicht besonders inspirierend finde.

      Nein, nicht wirklich. Die Frage nach dem Motiv, führt zu einer rationalen Betrachtung, denn keine Aktion erfolgt ohne Motivation. Ich kenne mich bei den gängigen VT ehrlich gesagt nicht wirklich aus, da es mir schwer fällt, in dem Wust die seriösen Informationen herauszupicken und wenn ich so etwas wie “Zeitgeist” sehe, schlafe ich ein.
      Ich bin aber der festen Überzeugung, dass derjenige, der die Anthrax”anschläge” initiert hat, eine Motivation dazu hatte. Ist man dann schon Verschwörungtheoretiker? Demnach wäre jeder FBI-Ermittler ebenfalls ein Verschwörungstheoretiker, denn das ist genau deren Aufgabe: Ein Motiv und Beweise zu finden.

    9. Dr. Dean schrieb am 5. August 2008 at 22:39 - Permalink

      Der Fall Bruce Ivins wirft eine ganze Reihe von Fragen auf. Ich verlink mal mein Blogbeitrag dazu.

      Nicht ganz richtig ist m.E. die Vorstellung, dass Ivins erst ab dem Moment psychisch krank wurde, ab Mai, als das Verfahren gegen den vorherigen Hauptverdächtigen Steven Hatfill eingestellt wurde.

      Es war etwas anders.

      1. Das FBI hat (nachdem der Chefermittler 2006 ausgetauscht wurde), Ende 2007 in Ivins Umfeld verstärkt ermittelt, seine Familie befragt, seine Kollegen – und nicht zuletzt Ivins selbst. Kurze Zeit danach nahm Ivins psychiatrische Hilfe in Anspruch – von seinen Depressionen war hingegen vorher nichts bekannt.

      2. Es gibt inzwischen eine Reihe von Aussagen, welche Ivins Disposition als Soziopath bestätigen. U.a. sein älterer Bruder, sein Psychiater sowie eine Frau Dudley, die in seinem therapeutischen Umfeld arbeitete.

      Dagegen spricht natürlich, dass er als vorbildlicher Familienvater galt.

      3. Zusätzlich ist bekannt geworden, dass Ivins in der Vergangenheit zu politischer Besessenheit neigte, z.B. hinsichtlich von Kappa Kappa Gamma. Er war zudem ein enthusiastischer Untertützer von Bush und rechnet alle Nichtjuden zu den “gentile”, was darauf hinweisen könnte, erstens, dass er selbst zu den messianischen Christen zählte (eine oft von Endzeitgedanken geprägte evangelikale Sonderströmung), zweitens, dass er – sofern er der/ein Täter war – politische Ziele verfolgt haben könnte.

      4. Die Spur führt nicht nur eindeutig nach Fort Detrick (Berichte dazu kann ich nachverlinken), sondern – aufgrund der Sporenmischung – zu Ivins selbst. Seine Anwälte waren mitten dabei (u.a. am Tag des Selbsttodes) mit den amerikanischen Behörden einen Deal zu schließen. Sowas macht man m.E. eher nicht, wenn man sich für vollständig unschuldig hält.

      5. Eines der Ziele der Anthrax-Anschläge macht nur Sinn, wenn der Täter ein Bush/Cheney-Anhänger war. Robert Steven.

      6. Dazu kommt die Sache mit der anonymen Beschuldigung von Dr. Assaad (verschickt am 18. 9.2001), die erfolgte, bevor (!) die Öffentlichkeit von den Anthrax-Anschlägen erfuhr. Der Täter musste über ein beeindruckendes Insiderwissen verfügen – und zudem etwas gegen den einzigen US-Anthrax-Spezialisten arabischer Herkunft im US-Militär haben. Auch das könnte zu Ivins passen, der Muslime als Plage der “chosen people” ablehnte.

      Dazu kommen allerdings sehr viele Dinge, die (zumindestens bei derzeitigen Wissensstand) nicht passen.

      1. Wie konnte Ivins eine neuartige Trägertechnologie für die Sporen entwickeln bzw. nutzen, obwohl sein Labor in Fort Detrick damit nichts zu tun hatte?

      2. Wie konnte so wenige Tage nach dem 11.9.2001 ein derartig ausgefeilter und vorbereiter Anschlag (Mikropulver-Technologie u.v.m.) von einer Einzelperson durchgeführt werden? Ivins hätte all dies (u.a. mehrere sehr lange Autofahrten zu entfernten Briefkästen) binnen weniger Tage verwirklichen müssen, und zwar in seiner Freizeit. Wie soll das ohne fremde Hilfe gehen???

      Ich denke, die Schlüsselfrage lautete:

      Wer waren die Helfer von Bruce Ivins?

    10. Dr. Dean schrieb am 5. August 2008 at 22:58 - Permalink

      Nachtrag: Zum Fall von Robert Steven ist diese Pressemeldung sehr spannend. Es muss schon im Jahr 2003 eine Spur zum US-Biowaffenlabor in Fort Detrick (Maryland) gezeigt haben.

    11. Lau Dan schrieb am 5. August 2008 at 23:20 - Permalink

      Danke Dr Dean

      obwohl ich sonst von 9/11 und Co die Finger lasse

      ja, Gott-sei-Dank, es würde nur zu sinnleeren Endlosdiskussionen führen
      __

      das belastbarste Indiz dass ich bezüglich Ivings bisher las war, dass er “nur” 120 Meilen zu den Briefkästen hätte fahren brauchen …

      aber sonst halte ich Ihn schon für fähig, die Sporen “waffenfähig” aufzubereiten auch wenn das nicht sein Job war – ich denke das kann jeder der sich ganz grob mit der Materie beschäftigt – ich wüsste auf Anhieb drei Methoden die wohl hinhauen

      als Mikrobiologe war er auch 100% in der Lage, die Dinger @home zu kultivieren, auch wenn das ebenfalls nicht sein Job war, ( warum wird “uns” da das Gegenteil erzählt ?)

      u wenn wir schon beim spekulieren sind, es ist gut möglich, dass Leute wie er bei Verdacht prophylaktisch tot umfallen müssen – aus hilfloser Staatsräson -
      denn dass solche Leute selbständig aktiv werden, kann auf keinen Fall toleriert werden,
      u die Anthrax Geschichte hatte ja in der Tat auch Merkmale die für einen Einzeltäter ( o Nerd ) typisch sind

      die frühen Warnungen vor Anthrax sind auch nicht sooo unwahrscheinlich, denn davor wurde schon unter Clinton gewarnt, sogar damals schon hübsch mit Flash Animationen ( hab ich selbst gesehen, DoD Kampagne, lief ca 1999 o. 2000 )

      ich sach ma: er wars^^

      zum ?ollen? VT-Mist, den ich nicht besonders inspirierend finde.

      also, Schwitzig stellt nur die Cui Bono Frage, die sonst für lebenslänglich und Kopf-ab gut genug ist ( u Occams Messer greift hier, bei Einzelfällen, übrigens nie, genausowenig wie Statistik )

      richtig uninspiriert ist das Wort “VT”, da sag ich lieber “LDD” falls das gemeint war, aber das passt nicht auf den Kommentar 2
      es passt aber – zT – auf den Artikle, und die Medien Message die im Z>usammenhang mit Ivings

    12. COPOKA schrieb am 5. August 2008 at 23:22 - Permalink

      @DD, #9

      Ich denke, die Schlüsselfrage lautete:

      Wer waren die Helfer von Bruce Ivins?

      Ich denke, die Schlüsselfrage könnte auch lauten:
      Wessen Helfer war Dr. Bruce Ivins?

    13. Spiegelfechter schrieb am 5. August 2008 at 23:31 - Permalink

      @Dr. Dean

      2. Es gibt inzwischen eine Reihe von Aussagen, welche Ivins Disposition als Soziopath bestätigen. U.a. sein älterer Bruder, sein Psychiater sowie eine Frau Dudley, die in seinem therapeutischen Umfeld arbeitete.

      Nun ja, wer von uns ist kein Soziopath?

      3. Zusätzlich ist bekannt geworden, dass Ivins in der Vergangenheit zu politischer Besessenheit neigte, z.B. hinsichtlich von Kappa Kappa Gamma.

      Ja? Und was ist an KKG so schlimm? Oder bin ich da nicht auf dem neuesten Stand?

      Er war zudem ein enthusiastischer Untertützer von Bush und rechnet alle Nichtjuden zu den ?gentile?

      Das wäre mir neu. Wo hast Du das her?

      was darauf hinweisen könnte, erstens, dass er selbst zu den messianischen Christen zählte (eine oft von Endzeitgedanken geprägte evangelikale Sonderströmung),

      Nein, er war überzeugter Katholik

      zweitens, dass er – sofern er der/ein Täter war – politische Ziele verfolgt haben könnte

      .

      Ich bin kein Polizist, halte es aber für eher unwahrscheinlich, dass jemand, der nie großartig aufgefallen ist, plötzlich zu so einem Coup ausholt.

      4. Die Spur führt nicht nur eindeutig nach Fort Detrick (Berichte dazu kann ich nachverlinken), sondern – aufgrund der Sporenmischung – zu Ivins selbst.

      Dem widersprechen allerdings auch zig “Experten”. Egal, was man liest, es gibt unterschiedliche Meinungen. Der Verdacht besteht, dass hier etwas “nachgeschönt” wurde, um den Verdacht zu erhärten.

      Seine Anwälte waren mitten dabei (u.a. am Tag des Selbsttodes) mit den amerikanischen Behörden einen Deal zu schließen. Sowas macht man m.E. eher nicht, wenn man sich für vollständig unschuldig hält.

      Hatfills Anwälte hatten auch einen Deal mit den Behörden gemacht – ohne zu wissen, was Inhalt dieses Deals war, lässt sich darüber nicht viel sagen.

      5. Eines der Ziele der Anthrax-Anschläge macht nur Sinn, wenn der Täter ein Bush/Cheney-Anhänger war. Robert Steven.

      Als Rache für die Photos? Das ist mir viel zu mager – sorry ;-)

      Aber Du hast schon recht – es sind verdammt viele Fragen offen. Ich sprach im Artikel eher die Fragen nach den Nutznießern und ihrer Pressearbeit an, Du sprichst die Tat selbst an – dafür habe ich nicht genug verifizierbare Fakten zur Verfügung, so dass ich mich dazu nicht äußern will.

    14. Michael Schöne schrieb am 5. August 2008 at 23:44 - Permalink

      “Demokratische Meinungsbildung”? <— *lachschallend*

    15. Dr. Dean schrieb am 6. August 2008 at 00:03 - Permalink

      @ Spiegelfechter

      Re: re: zu Punkt 5)
      An Rache für die kompromittierenden Fotos der lesbischen Cheney-Tochter (vorher war das unbekannt) mag ich auch nicht so recht glauben. Mir ist das alles in allem viel zu speziell. Daschle und andere skeptische Kongress-Mitglieder machen da schon weitaus eher Sinn – aber dann nicht unbedingt aus der Perspektive eines angeblichen Einzeltäters Ivins. Es macht Sinn (Daschle war damals ein entschiedener Gegner des Abbaus von Bürgerrechten), wenn der/die Attentäter die amerikanische Gesetzgebung beeinflussen wollte. Das ist aber m.E. keine typische Einzeltäterperspektive.

      re: re: zu 4)
      Da müsste ich mal ein paar Links nachreichen. Ein paar Aspekte habe ich allerdings auf meinem Blog angesprochen. Dazu kommt : Immerhin war die Beweislage so drückend, dass sich Bruce Stevens bereits mit lebenslanger Haft einverstanden erklärt hat! Ich glaube nämlich nicht, dass seine Anwälte ohne jede Rücksprache mit ihm diesen Deal ausgehandelt haben. Der Selbstmord stand in ganz klaren Zusammenhang mit den Verhandlungen seiner Anwälte mit dem FBI.

      Ob das genetische Identifikationsverfahren des FBI wirklich stichhaltig ist, vermag ich nicht zu sagen, aber die dort beteiligten Wissenschaftler stehen definitiv an der Spitze der Genforschung. Das ist schon ziemlich schwer wiegend. Dazu kommen eine Reihe weiterer Belege.

      re: re: zu 3)
      Er war zwar als Katholik ursprünglich eingetragen, aber seine Leserbriefe machen nur aus einer speziellen evangelikalen Perspektive Sinn. Und so richtig “unvorbereitet” kann er nicht gewesen sein – als Militärwafffen- und Anthrax-experte forschte er schon seit über 18 Jahre am militärischen Einsatz von Milzbrand. Oder glaubst du im Ernst, dass er – in der Hierarchie in Fort Detrick recht weit oben stehend – im Gegensatz zum übrigen Militärlabor ausschließlich an Impfstoffen gegen Milzbrand geforscht hat?

      Die Biowaffenlabore in den USA sind dafür bekannt, dass sie schwerpunktmäßig am Einsatz und der Waffenfähigkeit dieser Waffen forschten. Die Sache mit KKG muss man nicht verstehen. Typischer VT-Kram. Es ist aber bekannt, dass Psychopathen dazu neigen, sich in VT-Themen zu verbeißen. Wenn es zudem zutrifft, dass er seit College-Tagen Groll gegen mächtige Frauen empfunden haben soll, dann macht eine Obsession mit KKG Sinn.

      Sicher ist zur Zeit: Es war definitiv eine jahrelange Besessenheit von ihm. Er ist über viele Jahre hinweg im Umfeld verschiedener KKG-Einrichtungen gesehen worden. Einen Briefkasten für seine Anschläge hat er so gewählt, dass damit ein KKG-Vereinsheim in Verdacht kommt.

      (das hat sogar funktioniert…)

      re: re: Punkt 2)
      Die Vorwürfe gegen ihn machen schon einen sehr schwer wiegenden Eindruck. Oder kaufst du auch schusssichere Westen, Gewehre und drohst mit Rache?

      (Jens, ich hoffe nicht!)

    16. COPOKA schrieb am 6. August 2008 at 02:04 - Permalink

      @SF

      Ich sprach im Artikel eher die Fragen nach den Nutznießern und ihrer Pressearbeit an, Du sprichst die Tat selbst an – dafür habe ich nicht genug verifizierbare Fakten zur Verfügung, so dass ich mich dazu nicht äußern will.

      Es ist idT eine vergebliche Müh, nach den wirklichen Drahtziehern hinter all den derroridtischen Sauereien, die in letzter Dekade passiert sind, zu recherchieren – da drehen sich schon ganze Scharen im Kreise. Dennoch, egal ob und inwiefern “die islamistischen Terroristen” in all den Aktionen wirklich beteiligt waren, ist es unbestritten, dass diese im Grunde lediglich kriminelle Vorfälle ganz grandios medial und PR-mässig ausgeschlachtet wurden — zum Schaden der Allgemeinheit:
      http://www.podcast.de/episode/611420/Quarks_&_Co:_12.02.2008,_Die_Waffen_der_Terror-Fahnder
      oder siehe direkt hier: http://medien.wdr.de/m/1202846400/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20080212.mp4
      Es fällt mir verdammt schwer, dahinter nur einen selbstläufigen Prozess mit Gelegenheitsnutznießern zu sehen. Die mediale Hysterie war und ist gelenkt und führt uns deutlich vor Augen, wie einfach es immernoch ist, “den Souverän” total zu verschaukeln. Und genau das ist der Punkt, der einer gründlichen Recherche und näherer Betrachtung würdig ist. Dass es dir im Beitrag sonderlich gut gelungen ist, würde ich nicht behaupten.

      PS. Man muss den Amis schon zu gute halten, dass die rufschädigende Kampagne gegen Steven Hatfill ihm am Schluss immerhin 5,8 Mio. eingebracht hatte. Hierzulande wäre es wohl nie passiert: http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=766&sid=141

    17. Christian schrieb am 6. August 2008 at 02:07 - Permalink

      “Nun ja, wer von uns ist kein Soziopath?”

      Ich hoffe doch stark, dass ich keiner bin. Sonst muss ich womöglich noch ne Anthrax-Werkstatt auf dem Dachboden einrichten.

    18. antonym schrieb am 6. August 2008 at 03:55 - Permalink

      Also, zunächst mal muss man wissen dass in den USA die Katholiken noch ein ganzes Stück verhärteter als die ganzen Protestanten sind. Das ist sozusagen eine erz-konservative und alt-europäische Gegenposition zu den gängigen religiösen Extremisten.

      Wir haben also so einen “Christen” der ganz tief drin steckt und sogar bei den Messen die Musik macht. Er schreibt hetzerische Leserbriefe gegen den Islam. Er arbeitet in einem “Bio-Waffen”-Labor.

      Der Rest ist das plump gefälschte Bekennerschreiben dieses klassischen Trittbrettfahrers… total geil die Kinderschrift. Manche Beamten schreiben immer so.

    19. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2008 at 11:01 - Permalink

      @Dr. Dean

      Dazu kommt : Immerhin war die Beweislage so drückend, dass sich Bruce Stevens bereits mit lebenslanger Haft einverstanden erklärt hat!

      Du meinst sicher Bruce Ivins – von diesem Fakt habe ich aber noch nie gehört, bitte lege da doch mal einen Link nach. Alle(!) Reportagen, die ich heute oder gestern zu dem Thema gelesen habe, sagen, dass die Beweislage mies sei und es nicht mehr als Indizien gibt – nur die LATimes vom Montag spricht von Beweisen.

      Momentan schwirren jede Menge Falschberichte durch den medialen Orkus – ich wäre da sehr vorsichtig, v.a. bei den sog. Truther-Seiten.

      Ob das genetische Identifikationsverfahren des FBI wirklich stichhaltig ist, vermag ich nicht zu sagen, aber die dort beteiligten Wissenschaftler stehen definitiv an der Spitze der Genforschung. Das ist schon ziemlich schwer wiegend.

      Ich finde es höchst suspekt, dass sieben Jahre(!) nach den Anschlägen plötzlich eine Übereinstimmung zwischen den beiden Proben festgestellt wird. Es ist ja nicht so, dass Ivins Proben nicht bereits 2002 untersucht wurden. Einige Mikrobiologen sind ferner der Meinung, eine solche Übereinstimmung hätte gar nichts zu sagen.

      Er war zwar als Katholik ursprünglich eingetragen, aber seine Leserbriefe machen nur aus einer speziellen evangelikalen Perspektive Sinn.

      Na wenn es danach ginge, wären mindestens fünf Trolle, die hier im Blog immer wieder posten und gelöscht werden, evangelikale Soziopathen und PI wäre ein Fall für Schäuble ;-)

      Und so richtig ?unvorbereitet? kann er nicht gewesen sein – als Militärwafffen- und Anthrax-experte forschte er schon seit über 18 Jahre am militärischen Einsatz von Milzbrand. Oder glaubst du im Ernst, dass er – in der Hierarchie in Fort Detrick recht weit oben stehend – im Gegensatz zum übrigen Militärlabor ausschließlich an Impfstoffen gegen Milzbrand geforscht hat?

      Das Gegenteil behauptet zumindest niemand und die Patenteinträge mit seinen Namen stützen dies.

      Die Sache mit KKG muss man nicht verstehen. Typischer VT-Kram.

      ;-)

      Wenn es zudem zutrifft, dass er seit College-Tagen Groll gegen mächtige Frauen empfunden haben soll, dann macht eine Obsession mit KKG Sinn.

      Dann hätte er aber wahrscheinlich einen Brief an Mrs. Clinton und Mrs. Pelosi geschickt.

      Sicher ist zur Zeit: Es war definitiv eine jahrelange Besessenheit von ihm. Er ist über viele Jahre hinweg im Umfeld verschiedener KKG-Einrichtungen gesehen worden. Einen Briefkasten für seine Anschläge hat er so gewählt, dass damit ein KKG-Vereinsheim in Verdacht kommt.

      Letzteres ist m.E. nicht schlüssig. Und “sicher” ist momentan gar nichts, da die Quellen der Informationen höchst dubios sind.

      Die Vorwürfe gegen ihn machen schon einen sehr schwer wiegenden Eindruck. Oder kaufst du auch schusssichere Westen, Gewehre und drohst mit Rache?

      Hat er das getan? Ich kenne die Quelle nicht.

    20. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2008 at 11:05 - Permalink

      @antonym

      Also, zunächst mal muss man wissen dass in den USA die Katholiken noch ein ganzes Stück verhärteter als die ganzen Protestanten sind. Das ist sozusagen eine erz-konservative und alt-europäische Gegenposition zu den gängigen religiösen Extremisten.

      Ein Stereotyp unter vielen. Es passt auch ganz gut ins Bild, wenn man ein Bauernopfer präsentieren will.

      Der Rest ist das plump gefälschte Bekennerschreiben dieses klassischen Trittbrettfahrers… total geil die Kinderschrift. Manche Beamten schreiben immer so.

      Trittbrettfahrer haben mE keine Möglichkeit die Bekennerschreiben in die “echten”(!) Briefe zu packen ;-)

      Ich sage ja nicht, dass Ivins es nicht wahr! Es bestehen mE nur schwerwiegende Zweifel an seiner Täterschaft und noch schwerwiegendere Zweifel an einer Alleintäterschaft Ivins.

    21. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2008 at 11:07 - Permalink

      @Christian

      Ich hoffe doch stark, dass ich keiner bin. Sonst muss ich womöglich noch ne Anthrax-Werkstatt auf dem Dachboden einrichten.

      So meinte ich das nicht ;-)

      Wenn man in meinem oder Deinem Leben gründlich nachforscht, hunderte Leute spricht, mit denen man jemals zu tun hatte, darunter auch Leute, die einem nicht gut gewogen sind. Wenn man dann noch mit Geldscheinen vor den Nasen dieser Leute herumwinkt, so wird es nicht sonderlich schwer sein, auch “uns” Soziopathie unterstellten zu können.

    22. Karsten Bier schrieb am 6. August 2008 at 11:49 - Permalink

      Vielen Dank für diesen Artikel und die Mühe der Recherche dafür.

      Aber eins kann ich mir nicht verkneifen:

      Selbstverständlich gibt es für Journalisten einen Quellenschutz, der über dem Gesetz steht. Ansonsten würde kein ?Whistleblower? mehr seine Informationen an die Presse weitergeben, da er Angst haben müsste, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden.

      Müsste er, wenn es um sehr wichtige Themen geht, nicht evtl. auch Angst um sein Leben haben? Oder geht das zu weit bzw. kann das in unserem (bzw. im amerikanischen) Rechtsstaat nicht geschehen? (Ich erinnere hier diesbezüglich an Murat Kurnaz und das Verhalten der deutschen Behörden, die sogar eigene Leute zur Befragung schickten…)

      Je nach persönlicher Antwort auf diese Frage hat das Folgende eine Relevanz oder auch nicht:

      Wieso hatte bei der BVerfG-Entscheidung zur Online-Durchsuchung fast niemand solche Aspekte im Blick, obwohl diese Entscheidung genau die gleiche Problematik aufweist, wie in meiner Erweiterung zu des SFs Zitat beschrieben?

    23. soimar schrieb am 6. August 2008 at 13:06 - Permalink

      Angeblich starb Ivins im Frederick Memorial Hospital Maryland. War er dort stationiert oder wurde er dort hin gebracht nachdem er die Tabletten eingenommen hat? Nichts genaues weiß man nicht. Punktsieg für die Befürworter des Patriot Acts, der übrigens nur 14 Tage nach 911 in Kraft trat, und damit doppelt so schnell unter Dach und Fach war wie das Reichsermächtigungsgesetz. Wenn ich mir so überlege wie lange normalerweise Gesetzgebungsverfahren dauern, ist es doch erstaunlich zu welch außerordentlichen Leistungen die Bürokratie in Zeiten der Krise fähig ist.

    24. Dr. Dean schrieb am 6. August 2008 at 13:50 - Permalink

      @ Thema Quellen

      Ich achte Glenn Greenwald zwar hoch, zumal er das Anthrax-Thema seit 2001 verfolgt und z.B. auf das Briefing der ABC-Journalisten hinwies. Allerdings geht mir der gute Glenn ein wenig zu sehr in Richtung VT, wenn er meint, erstens, dass alle Informationen des FBI unglaubwürdig seien (das FBI geht an solche Fälle m.E. nüchterner heran als das CIA), zweitens, wenn er alle von seiner Privatthese abweichenden Meldungen einfach abtut, wie er es z.B. im Fall von Frau Dudley tat. Auch finde ich es ziemlich grob, einfach mal davon auszugehen, dass der ältere Bruder von Ivins zwangsläufig nur Müll erzählt und “gekauft” sei.

      Lesenswert als Primärquelle ist m.E.:

      Berichte u.a. von Frau Dudley

      Und nun soll Frau Dudley völlig unglaubwürdig würdig sein, und auch der Psychiater von Ivins, der ihn bei den Behörden angezeigt hat? War Ivins am Ende also psychisch völlig gesund, ein friedlicher Entwickler von Gegenpräparaten, und skeptisch gegen jede Form von Militarismus, ein vorbildlicher Familienmensch und idealer Kollege?

      Mich wundert es wenig, dass ausgerechnet aus dem Umfeld von Fort Detrick zu hören ist, dass eine derartige Tat und eine psychische Erkrankung prinzipiell Ivins “nicht zuzutrauen” sind. Ja, klar. Aus dem Kreis seiner Freunde. Das ist genau die Art von Expertise, die man getrost knicken kann.

      Dazu: Washingtonpost über den den Deal der Anwälte von Ivins

      Eine Reihe weiterer Berichte findet man hier

      Wäre Ivins so unschuldig wie Hastill, dann hätten seine Anwälte auf Schadensersatzklagen gegen den Staat gesetzt. Ich halte es für ziemlich VT-nah, wenn man glaubt, dass das FBI alle Beweise nur konstruiert habe, um einen Verdächtigen zu präsentieren.

      Ich lege mit ein paar Links noch nach, u.a. zur KKG-Besessenheit von Ivins.

    25. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2008 at 14:10 - Permalink

      @Dr. Dean

      Vorab – ich schreibe gerade an einem umfassenderen Update, das ich gleich als Artikel einstelle. Es geht darin um die “Beweise”, die an die Medien durchgesickert sind. Daher als Antwort nur in Kürze und ohne Links:

      Allerdings geht mir der gute Glenn ein wenig zu sehr in Richtung VT, wenn er meint, erstens, dass alle Informationen des FBI unglaubwürdig seienIch achte Glenn Greenwald zwar hoch, zumal er das Anthrax-Thema seit 2001 verfolgt und z.B. auf das Briefing der ABC-Journalisten hinwies.

      VT würde ich diesem Zusammenhang sicher sagen. Zumal seine Einwände mehr als berechtigt sind – dazu (w.g.) mein nächster Artikel ;-)

      im Fall von Frau Dudley tat.

      Der Fall Dudley ließe sich recht leicht “aufklären” – das FBI muss nur die von ihr zitierten “echten” Psychater nennen. Frau Dudley ist mE eher unglaubwürdig, da sie von FBI instruiert wurde, wie sie der Fredrickson Post ja auch sagte

      Mich wundert es wenig, dass ausgerechnet aus dem Umfeld von Fort Detrick zu hören ist, dass eine derartige Tat und eine psychische Erkrankung prinzipiell Ivins ?nicht zuzutrauen? sind. Ja, klar. Aus dem Kreis seiner Freunde. Das ist genau die Art von Expertise, die man getrost knicken kann.

      Stellen wir die Frage doch mal anders herum: Warum kriegt ein Mann, gegen den ein Verdacht besteht, er sei ein gefährlicher Psychopath im Juli dieses Jahres eine neue Unbedenklichkeitserklärung für seinen Sicherheitsüberprüfung? Aus meinen Marinezeiten weiß ich, wie eine solche Sicherheitsüberprüfung vonstatten geht – und ich war nur Funker und kein Forscher in einem hochsensiblen Biowaffenlabor ;-)

      Dazu: Washingtonpost über den den Deal der Anwälte von Ivins

      Dies wird von Ivins Anwalt allerdings heftig bestritten!

      Ich halte es für ziemlich VT-nah, wenn man glaubt, dass das FBI alle Beweise nur konstruiert habe, um einen Verdächtigen zu präsentieren.

      Bis mir das Gegenteil einleuchtet, gehe ich aber genau davon aus. Ich halte dies auch nicht für eine VT – im Fall Hattfil lief es doch ganz genau so ab.

      Ich lege mit ein paar Links noch nach, u.a. zur KKG-Besessenheit von Ivins.

    26. Dr. Dean schrieb am 6. August 2008 at 14:14 - Permalink

      Eine Detailfrage – nicht aber uninteressant – ist die Frage, ab welchen Zeitpunkt Ivins unter der Last der FBI-Ermittlungen psychische Auffälligkeiten zeigte. Ein psychisch labiler Schuldiger würde (gar nicht selten) sehr schnell reagieren, und zwar ab dem Moment, wo ihm klar wird, dass er ins Visier der Untersuchungen gerät. Ein psychisch labibiler Unschuldiger würde seine Problematik eher mit der Dauer der Belastungen (d.h. FBI-Untersuchungen) entwickeln – nicht vom ersten Moment an. Dazu muss man wissen, dass Ivins zwischen 2001 bis 2002 bereits intensiven Befragungen ausgesetzt war. Ivins ging wohl davon aus, dass sich die Ermittler auf andere Verdächtige konzentrieren würden.

      Ein Freund von Ivins sagt nun gegenüber der NY Times (Link oben):

      A friend and fellow member of a 12-step program for alcoholics who spent hours counseling him said Dr. Ivins, who at least in recent years had not been a drinker, went rapidly downhill after the F.B.I. searched his house and questioned his wife and children last November.

      Ich finde das verdächtig. Warum reagierte Ivins so schnell und heftig auf die Ermittlungen?

      Zu einer Frage von Jens: Die ersten Untersuchungen der Anthrax-Briefe fanden – ausgerechnet – unter der Beteiligung von Ivins statt. Als erste Maßnahme (Link liefere ich nach) sorgte Ivins dafür (durch eine Hitzebehandlung), dass das angelieferte Material nicht mehr gentechnisch untersucht werden konnte…

    27. Dr. Dean schrieb am 6. August 2008 at 14:39 - Permalink

      So, wie es aussieht, drehte Ivins durch, nachdem Hatfill aus dem Kreis der Verdächtigen ausschied:

      [in june]“he was admitted to a psychiatric clinic after making wild threats against co-workers at the Army research institute where he kept his lab. Then, a week ago, his therapist urgently petitioned a judge for protection from Ivins. She described a man spiraling out of control, making “homicidal threats, actions, plans.”

      Quelle

      (to be followed)

    28. Spiegelfechter schrieb am 6. August 2008 at 16:12 - Permalink

      @Dr. Dean

      Der neue Artikel ist nun online. Mit den Themen KKG und Zeitpunkt der “psychischen” Probleme setzte ich mich dort auseinander.

    29. Kati schrieb am 12. August 2008 at 09:36 - Permalink

      Edit: Gelöscht und unter den richtigen Artikel “verschoben”. Ich bitte um Entschuldigung.


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