Armut? Die Freiheit nehm ich mir!
geschrieben am 12. August 2010 von Spiegelfechter
Schon im nächsten Jahr wird Deutschland ganz anders aussehen. Vorbei die Zeiten, in denen alkoholabhängige Langzeitarbeitslose ihren Kindern das Taschengeld stibitzten, um sich mit Wodka von Feinkost Albrecht einzudecken. Im schönen neuen Deutschland des Jahres 2011 wird die kleine Mandy aus der Eisenhüttenstädter Platte entspannt ihren Bratschen-Unterricht genießen, während der kleine Kevin aus Hamburg-Mümmelmannsberg sich endlich seinen Traum vom Reitunterricht auf einem edlen Lipizzaner-Hengst erfüllen kann. Ursula von der Leyen hat sich durchgesetzt, Deutschland hat endlich die Hartz-IV-Karte eingeführt und so anachronistische Dinge wie Kinderarmut gehören endgültig der Vergangenheit an.
Dieser feuchte Traum eines PR-Verantwortlichen aus dem Bundesarbeitsministerium wird sich so freilich nicht erfüllen. Im realen schönen neuen Deutschland wird der kleine Kevin immer noch einer „bildungsfernen Schicht“ angehören und die kleine Mandy wird von ihren Freundinnen scheel angeguckt, weil sie sich beim Schwimmbadbesuch mit ihrer Hartz-IV-Karte als Angehörige der Unterschicht outet. Das Konzept des „Bildungs-Chips“, wie die Hartz-IV-Karte euphemistisch im Ministerium bezeichnet wird, ist die Antwort von der Leyens auf das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts und soll am 19. August regierungsintern vorgestellt werden.
Der Hintergedanke des Modells ist es, die von den Karlsruher Richtern geforderten geldwerten Leistungen für Bildungsausgaben für Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht in bar auszuzahlen, sondern als Gutschein für Sachleistungen zweckgebunden einzusetzen. Während man der Oberschicht zugesteht, verantwortlich für ihre Kinder zu sorgen, gelten Hartz-IV-Empfänger als Menschen zweiter Klasse, denen der Staat die Entscheidungsgewalt für das Wohl der Kinder abnehmen muss. Doch von der Leyens Hartz-IV-Karte ist nicht nur diskriminierend, sie ist auch schlecht durchdacht, teuer, unnötig komplex und nicht realisierbar.

Kartenhäuser
Hartz-IV-Familien sollen, so der Plan von der Leyens, künftig von den Arbeitsagenturen eine Hartz-IV-Karte für ihre Kinder erhalten, die vom Bund jedes Jahr mit 200 Euro aufgeladen wird. Die lieben Kleinen können mit dieser Karte dann kindspezifische Bildungsangebote mit dem Kartenguthaben bezahlen. Ginge es nach der Ministerin, würden beispielsweise der Musikunterricht, die Mitgliedschaft in Vereinen, Nachhilfeangebote und die Eintrittsgelder für Museen sowie die Leihgebühren in Büchereien über die Karte bezahlbar sein.
Als Vorbild gilt ein Pilotprojekt aus Stuttgart. Doch das Stuttgarter Beispiel taugt nicht unbedingt als Vorbild, sondern zeigt eher die Schwächen einer solchen Kartenlösung. Das Geld wird nämlich nicht für Nachhilfe- oder Musikunterricht ausgegeben, sondern für den Besuch von Schwimmbädern und des Zoos. Dafür kostet die „Stuttgarter Kinderkarte“ die Kommune allerdings richtig viel Geld – 3,7 Millionen Euro für die kommunalen Sachleistungen und 150.000 Euro Verwaltungskosten pro Jahr. Die Nachbargemeinde Böblingen wollte eigentlich das Stuttgarter Modell adaptieren, machte jedoch wegen der zu erwartenden Kosten einen Rückzieher.
Kommunale Zuschüsse für Gutscheine zur Nutzung kommunaler Angebote sind eigentlich nichts anderes, als Geld aus der linken Tasche zu nehmen und in die rechte Tasche zu stecken. Man subventioniert die meist defizitären kommunalen Träger, indem man sozial Benachteiligten die Nutzung ihrer Angebote kostenfrei zur Verfügung stellt. Das ist löblich, aber warum braucht man dafür ein kompliziertes und kostspieliges Kartenmodell? Ein Hauptgrund, warum die „Stuttgarter Kinderkarte“ nicht für den Nachhilfeunterricht genutzt wird, besteht beispielsweise darin, dass kaum ein Nachhilfelehrer bereit ist, sich das 250 Euro teure Kartenlesegerät in die Wohnung zu stellen. Daran wird sich auch bei der Einführung einer bundesweiten Hartz-IV-Karte nichts ändern. Was sich jedoch im Vergleich zum Stuttgarter Pilotprojekt ändern wird, ist die Finanzierung.
Kommunalsubventionen durch die Hintertür
Künftig wird der Bund mit der Hartz-IV-Karte die Kommunen subventionieren, da sie der mit Abstand größte Anbieter von Leistungen sind, die mit dieser Karte in Anspruch genommen werden können. Dies werden die chronisch unterfinanzierten Kommunen zwar mit Freude vernehmen, mit dem ursprünglichen Gedanken der Verfassungsrichter hat all dies jedoch beinahe nichts zu tun. Es geht immerhin um 1,77 Millionen Kinder und damit einen rechnerischen Transferbetrag von 354 Millionen Euro und Verwaltungskosten in unbekannter Höhe. Das ist sehr viel Geld für einen indirekten Finanzausgleich zwischen Bund und Kommunen, bei dem die Hartz-IV-Kinder kaum mehr als Staffage sind.
Da die Angebote kommunal abgegrenzt werden sollen, ist zudem zu vermuten, dass der maximale Betrag nicht einmal im Ansatz in Anspruch genommen werden dürfte. In Metropolen wie Stuttgart gibt es zumindest das volle Angebotsspektrum, in der Provinz gibt es jedoch vielerorts gar keine potentiellen Angebote. Hier dürfte sich die Hartz-IV-Karte eher als Gratiseintrittskarte für das kommunale Freibad entwickeln. Das könnte man allerdings auch billiger haben.
Stigmatisierung im Kindesalter
Wie mag sich ein Kind fühlen, das zusammen mit seinen Freunden ins Schwimmbad geht und als einziges mit der stigmatisierenden Hartz-IV-Karte bezahlt? Im Arbeitsministerium fegt man derlei Bedenken mit dem Hinweis weg, die Karte würde ja schließlich nicht nur an Kinder aus Hartz-IV-Familien, sondern an alle Kinder ausgegeben. Warum sollten „normale“ Eltern aber die Hartz-IV-Karten für ihre Kinder auf eigene Kosten aufladen, wenn sie ihrem Filius das Geld auch direkt geben können? Ohne eine sehr kostspielige Subventionierung der Karte für „Normalverdiener“ wird sie bei einem Großteil der Familien wohl eher im gelben Sack landen.
Egal ob es um LKW-Maut oder Sozialleistungen für Kinder geht – Deutschland liebt es hyperkomplex und überambitionert. Warum sollte man ein verwaltungsintensives Kartensystem einführen, wenn man den Menschen das Geld auch direkt zur Verfügung stellen kann? Will man vielleicht ein theoretisches Angebot schaffen, von dem man eigentlich hofft, dass es nicht angenommen wird? Natürlich ist es naiv anzunehmen, dass jeder Langzeitarbeitslose die rund 20 Euro, die er für sein Kind mehr bekäme, wenn das Geld direkt ausgezahlt würde, auch wirklich zweckgebunden in kulturelle oder schulische Aktivitäten stecken würde. Die neue deutsche Sozialdoktrin lautet jedoch, Transferempfänger größtmöglich zu gängeln und zu bevormunden. Die Hartz-IV-Karte ist letztlich nur ein weiterer Baustein dieser Doktrin.
Jens Berger

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*kotz*
Als es für Sozialhilfeempfänger (vor dem 1.1.2005) Gutscheine gab, wurden schon Schritte gegen dieses “Kainsmal” unternommen. In guten Gemeinden wurden diese Gutscheine den Empfängern abgekauft, denn es konnte nie alles mit den Gutscheinen eingekauft werden.
Also, wenn nun eine “Kinderkarte” eingeführt wird, dann doch auch eine “Erwachsenenkarte”, für alle Lohnempfänger. Wer benötigt denn noch Bargeld, wenn er überall mit seiner “Karte” bezahlen kann.
Ich lese gerne SF (Sience Fiction) und erinnere mich an einen Roman, dort war alles kostenlos, jeder hatte einen Chip implantiert, bezahlt wurde, indem man einen Arm in eine “Öffnung” steckte, irgendwann, wenn das “Konto” überzogen war, gabs eine kleine Spritze – exitus.
Ich befürchte inzwischen, so weit sind wir nicht mehr davon entfernt.
Hm, welcher Roman war das? Hört sich ziemlich interessant an.
Zu lange her – ich erinnere mich nur daran, das zum Beispiel auf dem Weg von der Arbeit nach Hause alle durch einen Tunnel mussten, und der wurde auch zur “Todesfalle”. Dann war da “Kirmes”, die Familie mit ihren Kindern, und der Vater “bezahlte” immer mit seinem “Chip”, wofür er bewundernde Blicke bekam, Dann mussten sie mal austreten, und er kam dann mit den Sachen seiner drei Kinder zurück, ohne Kinder.
Die Geschichte mit dem Jahrmarkt heißt “Ein Tag auf dem Lotterie-Jahrmarkt” (Spending A Day At The Lottery Fair) und ist von Frederik Pohl. Erschienen z.B. in “World’s Best SF 3″ (ISBN 340424058-8). Dort steht allerdings nichts von Tunneln, durch die man von der Arbeit nach Hause gehen muss. Ansonsten stimmt die Beschreibung.
Hört sich an als könnte “Der Mastercode” von Scott McBain gemeint sein.
ISBN: 978-3426629024
Hmm, ich habe diese Kurzgeschichte auch (vor Jahren) gelesen. Es gab eine winzige Möglichkeit, bei einem Kauf zu sterben. So winzig klein, man ist gefühlsmäßig nie betroffen. Eine nette Idee für 2011. Wer Hartz 4 bezieht, hat eine Wahrscheinlichkeit von 1:1000. Das sollte doch reichen, oder? Die Leistungsträger verdienen natürlich eine Quote von 1:1000000000000000. Damit sich Leistung wieder lohnt.
“Ein Hauptgrund, warum die „Stuttgarter Kinderkarte“ nicht für den Nachhilfeunterricht genutzt wird, besteht beispielsweise darin, dass kaum ein Nachhilfelehrer bereit ist, sich das 250 Euro teure Kartenlesegerät in die Wohnung zu stellen.”
Naja, das Argument ist aber ein ganz klein wenig duenn, wenn man bedenkt wieviele Firmen es mittlerweile gibt, die kommerziell Nachhilfe anbieten. Die werden sicherlich kein Problem mit einem 250 Euro Gerät haben.
Andererseits lachen die sich über 200 Euro im Jahr wahrscheinlich eh schlapp, da das noch nicht einmal für einen Monat reichen duerfte.
Daher: Ist das wirklich ernst gemeint mit 200 Euro pro JAHR? Was soll man damit denn bitte sehr ernshaft an Bildungsangeboten wahrnehmen koennen? Das ist jawohl ein Witz… wobei ich deinen generellen Bedenken gegenüber dem Konzept auch voll zustimmen muss. Mal wieder eine absolut schwachsinnige und unnötige Blödsinnsaktion.
Was denkst Du denn?
Für die Bratsche und den Lipizzaner dürfte es vielleicht nicht ganz reichen ;-)
Ja sorry, aber das kommt mir so unglaublich absurd vor, dass es mir schwer fällt eine solche Summe zu glauben. Das ist ja dann schon allein vom Betrag her eine vollkommen hirnrissige Idee. Ob der H4ler nun die 200 Euro versaeuft oder sein Kind sich davon 5 Nachhilfestunden im Jahr leisten kann, aendert wohl kaum etwas an den Bildungschancen des Nachwuchses…
Du hast es erfasst – aber es gibt schöne Schlagzeilen für Zensursula.
Und der Mob ist auch zufrieden, schließlich wissen wir ja slle, daß ALG2-Empfänger alles asoziale und arbeitsscheue Säufer sind, denen man besser kein Bargeld in die Finger gibt.
Die 250 Euro sind auch fuer kommerzielle Anbieter zu viel. Ich arbeite in meinem Studentenjob fuer einen groeszeren Nachhilfeanbieter. Unser Buero hat weder einen Rechner, noch einen Kopierer. Wir machen alles “analog”. Da wird der Chef sicherlich keinen Kartenleser bezahlen. Die 200 Euro wuerden bei uns nicht mal 2 Monate fuer den billigsten Tarif reichen. Desweiteren zahlt das Amt schon heute die Nachhilfe fuer manche Kinder
Was kostet denn die Stunde Nachhilfe bei euch?
Und wenn so ein Kartenleser nicht alle 2 Jahre ausgetauscht werden muss und wirklich darüber das gewünscht Ergebnis erzielt werden könnte, nämlich dass die bösen H4 Eltern den Kindern ihr Bildungsgeld nicht wegsaufen, sondern diese dafür dann wirklich zur Nachhilfe rennen, dann wäre das ja evtl. durchaus in der Gesamtheit eine Summe, die sich für euch lohnen würde oder nicht?
OK… eine in seiner Gesamtheit sehr unrealistische Annahme, aber die kommt ja auch nicht von mir! :P
Die Aktion ist alles andere als schwachsinnig und unnötig. Sie ist wohldurchdacht und sinnvoll. Zumindest in den Augen von Frau von der Lügen und der restlichen “Elite”.
Die Karte ist diskriminierend. Daher werden sie wohl nur wenige einsetzen, um sich nicht “outen” zu müssen.
Mit der lächerlichen Summe können wohl die wenigsten etwas anfangen. Wozu also nutzen?
Ich nehme an, daß ein Restguthaben zum Jahresende zu Gunsten der Staatskasse verfällt oder lediglich ein Differenzbetrag wieder zugebucht wird.
Dem BVerfG-Urteil ist Genüge getan.
Resultat: Das Geld wird zum guten Teil eingespart, der “Pöbel” wird weiterhin, wie gewünscht, dumm gehalten, diskriminiert und stigmatisiert. Und eine Nichtnutzung der Karte kann man als Argumentationshilfe nutzen. “Siehe da, lagen wir also richtig. Das Geld sollte sowieso nur versoffen werden, denn bei den Kindern kommt ja kaum etwas vom Kartenguthaben an.” Das ist die perverse Logik der Neo-Aristokratie.
Aber man hat ja sein “Bestes” getan…
Der Erfolg des Modells hängt in der Tat vom Kartenpreis für Nicht-Arbeitslose ab. Er muss niedrig genug sein, damit es eine gewisse Zahl an Leuten als lohnend erachtet. Es sollte sich wenigstens ein Verhältnis von 1:2 zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitslosen-Kindern ergeben. Gleichzeitig darf er nicht so niedrig sein, dass jeder das Ding haben will, und am Ende die angesprochene “kostspielige Subventionierung” dabei rauskommt.
Du meinst sicher das verfassungsgemäße Eintrittspreis-Abstandsgebot!
Endlich, war auch höchste Zeit.
Denn das davon profitierende Schmarotzerbiotop hat eine effektive und einflußreiche Lobby.
Was hat sozial benachteiligt mit den hier diskutierten finanziell Benachteiligten zu tun? Und weshalb zieren die deutschen Reichsfarben eine bundesdeutsche Hartzerkarte? Kaiser Willem behandelte seine Vasallen anständiger als es das Merkel tut.
Nicht Deutschland, sondern die herrschende Schicht, die so in bewährter Manier einzelnen Ministern nahestehende Firmen mit lukrativen Aufträgen eindecken kann.
Doch wen interessieren schon die Hintergründe, solange Fußball im Fernseher läuft und der Biernachschub dank bankfinanziertem Fünfer-BMW stets sichergestellt ist? Deshalb die nächsten Jahre weiterhin die Rübe unten halten, alles schlucken, was von oben kommt, und zufrieden sein, daß es nicht noch schlechter ist. Wir sind Deutschland. Oder?
So, so – welche Schmarotzer profitieren denn Deiner Meinung nach von Museen, Nachhilfeangeboten und Bücherreien?
Ja, ja und der Michel hat natürlich nie und nimmernicht etwas mit der von ihm gewählten Regierung zu tun. Auch das war schon immer so.
So ist er, der Mensch.
Was hat nun die Karten-, Beratungs- und Planungslobby mit Nachhilfe und Kultur zu tun??
Ganz am Rande: vor ca. 20 Jahren wurden kerngesunde Arbeitskräfte mit 55 Jahren in den Vorruhestand geschickt — primär auf Kosten der Sozialsysteme. Diese Vorruhestandler beziehen heute i.d.R. üppige Renten, da sie die Großkonzerne aus Kosten-/Gehaltsgründen loswerden wollten. Vielleicht ein Anreiz, gelegentlich den Einfluß dieser stetig wachsenden Kosten auf die vor dem Ruin stehenden Sozialsysteme anzureißen?
Geschieht heute auch noch. Nur halt weniger auf Kosten der Sozialsysteme.
Hab die letzten 3 Monaten in einem deutschen Konzern an 3 Abschiedsfrühstücken von 55-jährigen teilgenommen.
Zu lange in der Sonne gestanden?
a) Wer 1990 im Alter von 55 Jahren in den Vorruhestand gegangen ist – oder wurde – der ist ca. 1935 geboren. Die Erwerbsbiographien der zu dieser Zeit Geborenen sehen völlig anders aus, als das was heute üblich ist. Im Gegensatz zur heutigen Jugend haben diese zum Leute zum größten Teil richtig malocht, und zwar ungefähr seit ihrem 15. Lebensjahr. Die aller wenigsten haben studiert und erst mit 25 oder gar 30 angefangen zu arbeiten. Die meisten haben als junger Teenager eine Lehre begonnen.
b) Das ergibt dann um die 40 Beitragsjahre bis zum Eintritt in den Vorruhestand.
c) Das Vorruhestandsgeld zahlt der ARBEITGEBER!
d) Ab einer bestimmten Höhe musste der Vorruheständler weiter in die Sozialkassen EINBEZAHLEN. In der Regel ist das Vorruhestandsgeld natürlich niedriger als das normale Gehalt, dadurch ergeben sich geringere Beitragszahlungen. Aber der Vorruheständler zahlt in das System EIN und kommt so auf noch mehr Beitragsjahre.
e) Wer als Vorruheständler nicht mehr in das System eingezahlt hat oder weniger, der musste auch die entsprechenden Einbußen bei der späteren Rente in Kauf nehmen.
Dass heutige Arbeitnehmer bei mickrigen Löhnen weder auf diese Beitragsjahre noch auf diese Rentenhöhe kommen, ist wohl klar. Die Schuld daran liegt aber eben nicht bei den heutigen Rentern, sondern ausschließlich bei den heutigen Arbeitnehmern, die sich schön unorganisiert von der Gegenseite über den Tisch ziehen und durch die Medien verblöden lassen.
Würde mir direkt und als einziger Lobbyist Securitas einfallen, welcher wohl als (fast) Monopolist die Karten , Kartenleser herstellen und warten würden. (Korrigier mich bitte falls ich hier dem Unternehmen Unrecht tue)
@Spiegelfechter
„Kommunale Zuschüsse für Gutscheine zur Nutzung kommunaler Angebote sind eigentlich nichts anderes, als Geld aus der linken Tasche zu nehmen und in die rechte Tasche zu stecken.“
Klar, das ist doch der Trick dabei.
Statt beispielsweise den Eintritt ins Schwimmbad für HartzIV-Kinder weiter ermäßigt zu halten, bekommen diese Kinder nun – rechnerisch – einen höheren HartzIV-Betrag.
Davon haben die Kinder zwar nichts außer einer manifester Diskriminierung.
Die staatlichen Aufwendungen für Sozialhilfe bleiben gleich, aber es wird dem Urteil des BVerfG formal entsprochen.
vor ein paar tagen war ein bericht im fernsehn, “warum sind schweden so zufriedene menschen?” ein wichtiger punkt scheint darin zu bestehen, dass sich die schweden nicht schämen müssen, wenn sie arbeitslos sind. sie werden ganz selbstverständlich vom staat unterstützt, werden motiviert und gemeinsam wird eine neue arbeitsstelle gesucht. frei nach dem motto, es kann jedem passieren, dass er seinen job verliert. gemeinsam schaffen wir das …
die aussage einer schwedin im vergleich zu uns deutschen, “in deutschland wird man geächtet, wenn man sozialgelder benötigt, in schweden nicht!”
komisch, so weit weg sind die schweden nicht. und schweden ist auch kein unterentwickeltes land. warum also geht es woanders und bei uns nicht.
in deutschland soll man arbeiten und die klappe halten …. so ist das – traurig, aber wahr!
Arbeite und bet,
zahl deine Steuern,
sei nicht faul und halts Maul.
Dat soll der Deutsche jefällichst machn. Uuuuund die Fresse halden.
Finanzierung hin oder her, auch für mich ist das Hauptproblem die Stigmatisierung. Also kann man auch über Steuern und Abgaben ein paar Euros mehr in die kommunalen Kassen stecken und dann sind ÖPNV, öffentliches Freibad & öffentliche Bibliothek für alle Kids kostenfrei und aus. Als Altersnachweis genügt Augenschein oder Kinderausweis. Punkt.
Nachhilfe kann man auch finanzieren, indem man als H4ler das beim Amt beantragt, den Betrag bekommt und dann den Lehrer löhnt und die Rechnung als Beleg ans Amt weiterleitet.
Also die Idee mit der Karte ist nur scheinbar schlecht. Sieht man sie als Möglichkeit der Eliten und der sich fälschlicherweise zugehörig fühlenden Mittelschicht, sich als solche vom Plebs abzuheben, ergibt die Karte einen Sinn. Leadership by pressure.
so ist es.
Donnerwetter! Jubel!!! – Das wären ja über sechzehneurosechsundsechzig! Im MONAT!
Die Karte aber bitte mit Foto, Fingerabruck und biometrischem Gedönse.
Es geht doch nur um Kontrolle, was ist denn anderes bei Frau v..d.L. zu erwarten?
Man will wissen, wofür die Steuergelder verprsst werden und wer das Geld erhält.
Wir laufen alle zur Zeit schnurstracks in Richtung perfekter Überwachungsstaat, mit den nicht organisierten Hartzies wird angefangen. Dann kriegen die Rentner ihre Rentnerkarte und zum Schluß alle Arbeitnehmer. Perfekter Staat, alle Armen unterliegen einer permanenten Überwachung und unsere Oberschichten können beruhigt hinter den stachedrahtbewehrten Mauern in ihren Villen schlafen.
Die Schülerin Jenny kauft sich von dem Geld das Buch “Glückliches Leben im Schatten des Korans und der Scharia”. Ihr wird dann wegen Staatsgefährdung ebenfalls die Karte gesperrt, sie zur Vernehmung durch die GeKPo (Geheime Kinderpolizei) für 7 Tage im Hochsicherheitstrakt vorgeladen und ihre Eltern unter Polizeiaufsicht gestellt.
Und wenn einer von diesem Prekariat aufmuckt, dann ist es die einfachste Sache der Welt, ihnen den Geldhahn abzudrehen. Oma Meier kann mit ihrer 500,-EUR Renter dann keine Miete, keinen Strom, etc. mehr bezahlen und essen braucht sie ja auch nichts. Wenn sie verhungert oder erfriert, dann hat sie eben selbst schuld. Sie hätte ja nur das Formular 7/13, welches sie über das Internet beziehen kann, ausfüllen müssen und an die zuständige Rentenbehörde schicken müssen. Das sie kein Internet hat interessiert nicht.
Oder der Arbeitslose Günter P., der sich eine Flasche Franzbranntwein zu Einreiben gekauft hat. Er wird einer intensiven MPU unterzogen, die feststell, daß er ein unbelehrbarer Alkoholiker ist. Wegen Undank gegen den Sozialstaat wird ihm dann ebenfalls die Karte gesperrt.
Wir haben in Deutschland schon eine Verfolgung von Minderheiten gehabt. Nur hat die aktuelle Liga der deutschen Politiker diese Zeit nicht oder nur am Rande persönlich erlebt. Sie werden sich nach besten Kräften bemühen, einen neuen Überwachungsstaat zu etablieren.
Vorbild Stuttgart? Ist das nicht die „coole Karte“ aus Schweden, die dort niemand kennt?
Hammer! Hab’ ich auch gehört, Originalton (und Stimme) Ullalla Vau de Ell. Alles so Scheibe wie das halbwahre Bild, dass die … die … *schnauf* von sich in der Öffentlichkeit zeichnen läßt.
Das passt, Frollein Albrecht, der Papa hat ja bei Gorleben auch ganz schön gekohlt. Der Appel fällt halt nich weit vom Stamm … direkt in die Scheiße!
Besonders interessant fand ich die Live-Zuschauerreaktionen bei Anne Will am Sonntag (habe dazu einen kleinen Text verfasst http://lebowski-derdude.blogspot.com und bei politik.de). Die FDP-Tante wurde gefragt, ob sie für die Chip-Karte sei, ihre Antwort war selbstverständlich ja, und alleine das reichte aus um mit frenetischem Beifall vom Klatsch-Vieh im Publikum honoriert zu werden.
Welches Menschenbild hinter diesem Klatschen steckt liegt wohl auf der Hand…
Das schlimme ist, dass diese menschenverachtende Politik von einer Großzahl der Bevölkerung mit getragen wird…
Das möchte ich bezweifeln – zumindestens kann man das nicht am Beifall bei Anne Will ablesen. Da geht wohl eher die Sorte Mensch hin, die so einen kleinen Kulturwahn hat. Die brauchen was zu erzählen, und wollen sich nicht blamieren durch nicht-Klatschen.
Die, die dagegen sind (ich vermute, dass das tatsächlich die Mehrheit ist), die gehen nicht zu solchen Veranstaltungen, weil sie es nicht nötig haben, es sich nicht leisten wollen oder nicht sogar gar nicht leisten können.
Ich denke eher, dass die vordergründig positive Resonanz auf diesen Vorschlag eher von einer laut lärmenden Minderheit kommt.
“Echte” Zuschauer? Kann nicht jeder Diskussionsteilnehmer eine individuelle Anzahl an Claqueuren mitbringen …. bezahlter Applaus zur Meinungsmache!
Also Geld direkt auszahlen ist blöd, weil es Papa lieber in der Kneipe versäuft als dem Kind Bildung angedeihen zu lassen.
Gutscheine und Karten sind auch blöd, weil verwaltungsmäßig aufwändig und stigmatisierend (nunja, GAR nicht ins Schwimmbad können aber auch).
Also alles blöd. Und nun? Kopf in den Sand?
Nö. Es wäre doch so einfach.
Einfach das Bildungssystem so gestalten, dass keine externe Nachhilfe benötigt wird. Musikunterricht und Vereinssport kann auch an die Schule angeschlossen werden, so dass es für alle Kinder kostenfrei wird und über Steuern von den finanzkräftigen Bevölkerungsschichten getragen wird.
Man könnte schlicht alle gesellschaftspolitisch und sozial wichtige Angebote entsprechend kostengünstig oder -frei für Kinder gestalten, und schon haben wir obigen gordischen Knoten durchschlagen.
Aber nee, die Deutschland AG braucht ja wieder HITECH und Gängelung… Wo bitte kann ich kotzen?
Es ist doch gewollt, daß jene, die unten einkommensmäßig angesiedelt sind, auch mit den Kindern unten bleiben. Deutschland steht an vorletzter Stelle aller westlich orientierten Staaten in der Statistik, daß Kinder aus einkommensschwachen Kreisen nicht studieren werden und kaum mehr Aussichten zum sozialen Aufstieg haben. Die Zeiten, daß Arbeiterkinder kostenlos Bildung erhalten, sind vorbei. Wir entwickeln uns bewußt in Richtung Kastengesellschaft.
In einem Punkt wieder spreche ich dem guten Artikel von SF:
Die Karten sind im Sinne der Neoliberalen der CDSU und FDP weder teuer, noch nicht realisierbar.
1. Kosten spielen keine Rolle für diese Regierung – 500 Mrd € wurden noch sinnloser ausgeben. Für Diskriminierungen sind Kosten nie zu hoch.
2. Die Kreditkartenunternehmen werden es realisieren. Es kostet nur ca. 10% vom jeweiligen Kartenbetrag und dieses wird uns die Abschottung doch wert sein.
Warum näht man den Kindern nicht einfach irgendein Zeichen, vielleicht einen 6-zackigen gelben Stern, auf die Klamotten, dann bekommen sie überall freien Eintritt. In lustige (Ferien)-Lager zum Beispiel. Also bitte, langsam reicht es, Frau vdL. Wieso wird eigentlich die Linke vom Verfassungschutz überwacht und nicht die Ursel. Was die sich an Schnitzern leistet, hat der Kohl in 16 Jahren nicht geschafft. Und dann wird die auch noch als neue Kanzler-Hoffnung hochstilisiert. Das Internet darf kein Rechtsfreier Raum sein, aber was im Arbeitsministerium passiert, das geht nur unsere Lieblings-Zensursula was an. was ist das denn für ein Zeichen. “Ihr Prekariatskinder braucht gar nicht erst lernen mit Bargeld umzugehen, einfach alles mit Karte zahlen, bis die irgendwann einbehalten wird.” So fördert man am schnellsten und effektivsten die Vererbung von Armut und Bildungsferne. Gute Arbeit Frau Arbeitsministerin.
“As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.” (Godwin’s Law)
Daran habe ich auch schon gedacht – Jedoch werden bei Karten/Gutscheinen immer derartige Parallelen gezogen.
Das System ist eigentlich auch nicht das schlechteste, sollte aber parallel zu einem anderen Laufen.
z.B. so eine Art Kontingent (dass nebenbei erwähnt höher liegen sollte), dass die Familie für das Kind für bildungsorientierte Freizeitbeschäftigung nutzen kann (nicht für das Schwimmbad). Dann kann man aus diesem Kontingent einerseits Vereine und Bildungseinrichtungen (per beantrage Überweisung o.ä.) bezahlen, andererseits die Karte dann noch für Kleinbeträge, wie z.B. er für Zoo, Museum nutzen, wenn man es denn will.
Hier würde aber wohl eine ganz einfache Taschengeld-Geldkarte ausreichen, welche in jeder Bank ausgestellt und überall akzeptiert wird und wo auch überall die Technik vorhanden sein sollte.
Ob die Eltern diese einzelne Karte dann dem Zweck entfremden oder nicht ist dann ja immer noch anhand der Überweisungsbeträge zu prüfen (was die ohnehin machen werden, also kann man da gleich mit offenen Karten spielen).
So hat das Kind dann keine “Hartzer-Card” bei sich, sondern eine ganz übliche Geldkarte, wodurch das Kind vielleicht nicht ganz so dämlich da steht.
Da sich in den nächsten Jahren HartzIV aber zur Norm für fast alle Familien einpendeln wird, brauchen wir uns darüber aber auch schon fast keine Gedanken mehr zu machen.
Die ErnährerInnen der Familien (meist die grundsätzlich unterhaltspflichtigen Väter) bringen längst nicht mehr genug Geld nach Hause (reicht ja meist nur für eine Person – bei LSK 3 vielleicht für zwei) und die für die Erziehung der Kinder zuständen (meist die grundsätzlich sorgeverpflichteten Mütter – um auf vorhergehende Artikel des SF zurückzukommen) haben meist nur die Möglichkeiten in unterbezahlten Teilzeitjobs auf 400€Basis oder LSK 5 zu arbeiten – Das selbstständig erarbeitete Geld reicht im Normalfall also von vorn bis hinten nicht mehr für Familien.
Aber das ist wieder ein anderes Thema verbunden mit ungenügend Hortplätzen, freie Wahl der Kindererziehung, unzureichend geklärte Kinderbetreuung wenn diese krank sind, Familienrecht.
Nebenbei erwähnt, bleibt die Bildung dann aber weiterhin auf der Strecke, wenn Kinder nicht dazu ermutigt werden.
Das wiederum lässt sich mit Geld aber nicht lösen…
kosten spielen keine rolle. man denke an die unsummen, die für gutscheine und massenfraß für “asylanten” ausgegeben und von dubiosen wohltätigkeitsunternehmen eingesteckt wurden. es geht um die stigmatisierung. wer sich vom staat aushalten lässt, der ist asozial. und weil die alltägliche medien und politikerhetze noch nicht ausreicht, sollen nun auch noch die hartzkinder in opposition zu ihren eltern gebracht werden. welche/r teenie läuft schon mit ner armutskarte durch die gegend ohne auch mal seinen frust dann zuhause abzuladen? gutes beispiel waren da die nichtraucherkampagnen in kindergärten und grundschulen. dieser staat braucht keine familien, nur arbeitstiere und solche für die zukunft. und bei fetten 200 € pro jahr, die für eine ordentliche nachhilfe sowieso nicht reichen, was übrigens ein bezeichnendes bild auf das bundesdeutsche bildungssystem wirft (die ddr kam ganz ohne nachhilfe aus, und nicht alle ddr bürger waren analphabeten -sarkasmus-), wird es dann bei sozialpädagogischen maßnahmen dubioser bildungsträger enden, die den hartzkindern ihre stellung in der gesellschaft klar machen. und ein zukunftsmodell ist die chipkarte allemal. millionen deutscher arbeitnehmer versaufen, verqualmen und verfressen sinnlos ihre gehälter oder geben sie für übertriebenen luxus wie urlaub, kulturelle angebote oder sonstige nicht der erhaltung und steigerung ihres beruflichen leistungsvermögens dienenden aktivitäten aus. eine chipkarte könnte das ausgabenverhalten dieser minderleistungsträger durch eingebaute sperren sinnvoll steuern und die nutzleistung entscheidend erhöhen.
bei den verlautbarungen der schmarotzerkaste kommen schon mordgelüste auf und irgendwie ist das doch verständlich.
- Kann man als Leistungsträger, dann auch den Aufenthaltsort von stadtbekannten Hartzern bei “Google Streeview” sehen?
- Kann das Sozialamt ein Bewegungsprofil von Minderleistern erstellen?
Verfassungsgericht, bitte übernehmen!
20 Euro halte ich für extrem wenig. Die Eltern haben doch jetzt schon das Problem ihre Kinder überhaupt vernünftig zu kleiden.
Die Sozialkarte für alle. Warum nicht.
Das Kindergeld wird um 30 Euro pro Monat gekürzt.
Stattdessen bekommt Papi die Sozialcard.
Wie er dann die Raten für sein teueres neues Auto aufbringt ist sein Problem.
Aber das Kind bekommt jetzt Bildung.
Am besten im Boxclub.
hmm, die Idee ist sogar super. Den Betrag würde ich für meine Kids freiwillig auf 50€ monatlich erhöhen… – Da das Kindergeld aber ein steuerlicher Ausgleich für die Eltern ist, müssten die natürlich vorher gefragt werden, was aber auch analog zum geltenden Familienrecht laufen würde.
Noch ein anderer Aspekt:
Hardwarefirmen werden Karte und Lesegeräte entwickeln und verkaufen und in regelmäßigen Abständen neue Geräte und Karten entwicklen, die mit den alten nicht kompatibel sind. Softwarefirmen werden die Software dafür schreiben, und jährlich kommt ein Update. Service-Techniker werden Reparaturen durchführen und (völlig unerwartete oder durch “fehlerhafte Bedienung verursachte”) Fehlfunktionen von Soft- und Hardware beseitigen. – So holt man sogar noch aus dem Sozialetat Gewinne für Konzerne raus… kein Wunder, dass als Betrag auf der Karte nur noch 16-Euro-und-ebbes im Monat übrig bleiben!!!
(Hat v.d.L. eigentlich einen Schwipschwager in der Branche? Sie hat doch ‘ne Menge Geschwister?)
Um ein wenig Advocati vdL zu spielen, sehe ich (zumindest in diesem Artikel) nichts auf jeden Fall schlechtes in dieser Karte.
Es gibt gewisse Angebote deren Wahrnehmung politisch gewünschter ist als die Wahrnehmung anderer Angebot, warum sollte der Staat diese Angebote nicht fördern?
Warum ist ein Zoobesuch weniger kulturell Wertvoll als Musikunterricht? Die Kinder sollen doch vor allem nicht zuhause sitzen, sondern lernen, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt als Playstation und Wii.
Weil die Kinder das Geld dann auch direkt ausgeben können. Wenn die Eltern ihren Kindern diese H4-Karte (um bei der stigmatisierenden Namensgebung zu bleiben) mitgeben, wissen sie das die Kinder im schlimmsten Fall ins Schwimmbad statt zur Nachhilfe gehen, sich aber keine Drogen kaufen.
Insgesamt denke ich, dass man diese “Kultur Karte” so ausgestalten könnte, dass es ein wirklich gutes Angebot insbesondere, aber nicht nur, für sozial Schwache ist. Dafür müsste einerseits der Datenschutz gewahrt bleiben und andererseits die
Erhöhung der H4 Beträge für Kinder nicht mit diesem Kulturguthaben verrechnet werden.
Ach, und diese Gefahr besteht nur bei Kindern von Hartz-IV-Empfängern? Kinder von arbeitenden Eltern können also von Haus aus nicht Gefahr laufen Drogen zu kaufen?
Wieso sollte der Staat den Eltern vorschreiben dürfen was sie mit ihrem (!) Geld machen dürfen, und was nicht? Bin mir sicher so ein Gesetz wäre als totalitär eingestuft worden wäre es in Saudi-Arabien oder Libyen verabschiedet worden, hier nennt man es wahlweise cool, trendy oder hipp.
Es geht in dem Absatz um (von Jens so bezeichnete) ‘”normale” Eltern’, also nicht um H4 Empfänger. Und das ist ja auch der Punkt, um einer Stigmatisierung vorzubeugen, muss eine solche Karte eben auch attraktiv für nicht sozial Schwache sein.
Ist das ihr Geld? Wenn es das Geld zusätzlich gibt, kann der Staat durchaus die Verwendung einschränken. Genauso wie es auch eine direkte Subvention von Schwimmbädern oder Zoos geben könnte, die dann die Eintrittspreise senken. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn die Regelsätze gesenkt würden um diese Karte zu subventionieren.
Was ist an 20 Euro im Monat für H4-Kinder bitte zusätzlich? Und wenn zusätzlich, weil förderungswürdig, dann doch bitte für alle, und nicht nur für H4-ler. Es geht doch nicht um einen Zusatz, es geht darum, den H4-Eltern den Zugriff auf das Geld zu verweigern. Und genau das ist fragwürdig, weil es H4-Eltern unter General-Verdacht (um nichts Schlimmeres zu sagen) stellt.
Einer sozialen Gruppe wird hier pauschal die Vormundschaft über ihre Kinder eingeschränkt. Das IST starker Tobak.
Natürlich ist es Ihr Geld, genauso wie es Ihr Geld sein wird, wenn Sie länger als ein Jahr arbeitslos werden. Dafür haben Sie ja auch in die Sozialversicherungskasse eingezahlt.
Oi! Drogen für 5 Euro?? Wo??
Vor der Kaserne, vor dem grossen Tor….
Unfassbar. Bin mittlerweile so einiges gewöhnt, aber *das* treibt mir dann doch die Zornesröte ins Gesicht. Danach noch die Chuzpe haben und das Ganze als von den Kindern als “cool” empfunden zu vermarkten, da kriegt man selbst als friedliebender Mensch einige unschöne Gedanken.
“Egal ob es um LKW-Maut oder Sozialleistungen für Kinder geht – Deutschland liebt es hyperkomplex und überambitionert.”
Ja, das ist die eine Seite der Medaille. Und:
“Macht die Regierung also alles richtig? Nein. Denn sie regiert anhand eines erschreckenden Menschenbildes.
Zum Vergleich: Unternehmer sollen nicht mit allzu vielen Regelungen gegängelt werden, weil Bürokratie ihre Produktivität dämpft. Spitzenverdienern soll nur wenig genommen werden, um ihre Freiheit, ihre Initiative nicht einzuschränken. Die finanzielle Elite kann sich eben ohne Vorschriften am besten entfalten.
Der mündige Bürger ist in diesem Weltbild jener, der sich privat Krankenversichern und seine Kinder auf eine Privatschule schicken kann.
Die armen Leute dagegen, die können offenbar nicht mit Geld umgehen. Und wer mit Geld nicht umgehen kann – wer weiß, vielleicht ist er ja selbst schuld, dass er ganz da unten steht.
All das spricht nicht gegen ein Gutscheinsystem. Aber es wird deutlich: Hier offenbart sich keine Fürsorge, sondern Willkür und Doppelzüngigkeit.
Wer Hartz-IV-Empfängern misstraut, der sollte allen gleichermaßen misstrauen: den Armen, der Mittelschicht, den Reichen, den Unternehmern und Konzernen. Und das würde bedeuten: zweckgebundene Gutscheine statt Steuererleichterungen; lückenlose Vorschriften statt freiwilliger Selbstverpflichtungen.
Auf alle angewandt würde schnell klar: Mit einem freiheitlichen Menschenbild hat diese Politik nicht viel zu tun.” aus Kommentar aus DLF 2.08.10
Das ist die andere Seite der Medaille!
Vielleicht ist das die Lösung: Plastik für alle! Dann fällt die Stigmatisierung weg!
Wer kann in Deutschland mit Geld “umgehen”?
Banken? Versicherungen? Finanzdienstleister? Unternehmen? Die schwäbische Hausfrau aus Mecklenburg-Vorpommern? Peer Steinbrüch/Asmussen? – Oder Hartz lV-Empfänger?
Ich glaube, nur die letzte Gruppe – alle anderen bedienen sich nur aus der Steuerkasse.
Der Denkansatz gefällt mir.
Wer es wirklich auf die Reihe bringt, mit den paar Euronen seine Wohnung zu halten (weil die Miete bezahlt wird), nicht zu erfrieren, oder zu verhungern, daneben möglicherweise auch noch ein Kind erzieht, sich um eine Arbeit zu bemüht, alle Rechnungen zahlt und bei all dem Gezeter mit den ARGEn nicht kriminell wird, dem sollte eigentlich eher Bewunderung entgegen gebracht werden, wenn man genauer darüber nachdenkt.
Wenn man dann noch überlegt, dass H4ler täglich in den Medien hören, wie sich die Ackermänner mit Millionen Steuergelder ohne Folgen bereichern, sie selber aber von Politikern beschimpft und beleidigt werden (spätrömische Dekadenz, etc) dann wundert es mich ehrlich, dass sich noch alle Bundestagsabgeordneten bester Gesundheit erfreuen. Ganz im Ernst.
Ich glaube dess isses! Genial! Hartzies ins Parlament, an die Regierung und Ende mit Schuldenstaat!
Rhetorische Frage? Die einzigen, die hier mit Geld umgehen können: Öffentliche Hand und Parteien – aber das wusstest Du schon, gell?
:-( *Grrh*
Es ist nicht die Frage, wer hier mit Geld “umgehen” kann, sondern wer es hat. Stichwort Stände.
In aller Regel hat es nur sehr wenig mit Intelligenz, Kompetenz und Ethikbewußtsein zu tun, wenn jemand viel Geld hat. Meistens ist es auf Skrupellosigkeit oder Seilschaften zurückzuführen.
Und da haben wir auch schon eine Begründung der Denkweise: Eine Kaste isoliert sich zwecks Selbstschutz selbst. Es geht um einen Klassenerhalt und eine Klasseneinstufung, was für Menschen, die meinen, bessere Menschen als andere zu sein, sehr wichtig ist.
Der Modus operandi bleibt bei U. von der Leyen immer gleich.
Das „Kartenguthaben“ für „kindspezifische Bildungsangebote“ ist nur ein durchsichtiger Vorwand wg. des gravierenden Akzeptanzproblems, einen Modellversuch schnellstmöglich zu starten.
In Wirklichkeit geht es darum, im bereits konkret absehbaren Krisenfall flächendeckend und zentral kontrolliert ein moderndes Äquivalent der Lebensmittelkarten für breiteste Bevölkerungskreise einführen zu können. Meines Wissen beziehen in den USA bereits heute 50 Millionen Menschen Lebensmittelkarten.
Mit der elektronischen Karte könnten z,B die Bezahlung von Alkoholika und Zigaretten ausgeschlossen werden und die „eingekauften“ Lebensmittel sofort zentral von der Regierung erfasst und geplant werden. Ziel ist das Verschwinden von Bargeld im Krisenfall.
Es sind “nur” 40 Millionen: http://en.wikipedia.org/wiki/Food_stamps
;)
@hyde
Derzeit müssen bereits 40,8 Millionen Amerikaner mittels der elektronischen Version der Food Stamps Lebensmittel kaufen. In den USA werden dazu Kreditkarten für Lebensmittel auf Basis des „Supplemental Nutrition Assistance Program“ ausgegeben. Wie gesagt sind die Kreditkarten von SNAP so programmiert, dass unerwünschte Produkte wie z.B Bier, Wein, Alkohol, Zigaretten, Tabak, Tiernahrung, Kosmetikprodukte, Medikamente, Vitamine, Restaurants, Fast Food-Lokale NICHT mit SNAP-Kreditkarten bezahlt werden können.
In Deutschland will v.d.Leyen ein elektronisches Existenzversorgungssystem für den allgemeinen Krisenfall an einer schwachen Minderheit testen und das staatliche Lockmittel sind positive Produkte für noch schwächere Minderheiten (Kinder). Modus operandi!
Die kommende Systemkrise kann man gar nicht entschlüsseln, ohne gewisse Langzeitpläne nach dem Salamitaktikprinzip zu unterstellen. Die Dinge sind nie so, wie sie scheinen.
Im Krisenfall soll die elektronisch-digitale Lebensmittelkarte noch finktionieren? Ich bin mir sicher, dass der Regierungsapparat solchen Traumvorstellungen anhängt. Keiner kann sich da vorstellen, dass es Zeiten gab, da musste man Worte in Stein klopfen. Ohne regelmäßige Stromversorgung gibt es auch kaum geregelten Datenverkehr, wie man heute noch auf dem Balkan erleben kann.
Im Krisenfall wird nur noch ein Ding funktionieren und das hat vorne ein Loch und da möchte ich nicht nochmal reinschauen müssen.
Also einige hier haben schon seltsame Ansichten und Argumente.
Wenn Steuergelder wieder zurück zur Bevölkerung fliessen, wo liegt denn da das Problem? Das ist doch der eigentliche Sinn von Steuern. Das unsere Politiker diesen ursprünglichen Zweck schon lange aus den Augen verloren haben und die Kohle lieber Eimerweise an einzelne wenige verteilen, ist ganz ein anderes Thema.
Und wo bitte wird ein Kind durch diese Karte “stigmatisiert”? Macht doch mal die Augen auf. Kinder von H4lern sind das schon längst und schon lange. Tag für Tag. Da braucht es nicht extra eine leyenhafte Plastikkarte. Das sieht man wohl eher an der Kleidung, am schrottreifen Fahrrad, oder daran, dass sie eben erst garnicht dazu kommen, eine Einladung ins Schwimmbad anzunehmen, weil von vornherein klar ist, dass sie kein Geld haben. Wo andere an der Frittenbude Currywurst mampfen, stehen sie eben daneben und schauen zu. Das ist doch alles nicht neu und nicht erst seit heute so.
Klar ist die Karte purer Schwachsinn, aber wohl weniger, weil dadurch Geld bei denen landet, die es wirklich brauchen könnten, oder weil jemand dadurch “stigmatisiert” wird, sondern eher, weil die Kosten dieses Unsinns in keinem Verhältniss zum Nutzen stehen wird. Klar mag es den ein, oder anderen H4ler geben, der die 200€ versäuft…was solls. Der Mehrheit der 3 Millionen Leistungsempfänger aber pauschal mal zu unterstellen, sie wären alles Säufer, denen ne Pulle Vodka wichtiger ist, als ihre eigenen Kinder? Noch dazu von einer Frau, die selber 7 Kinder hat? Da sollte doch mal jemand prüfen, ob das Jugendamt für ihre Kinder da nicht das bessere Mittel der Wahl wäre, denn viele Menschen schliessen ja gerne von sich auf andere.
Aber gut…von U.v.L ist man ja keine Entscheidungen gewohnt, die annähernd in unsere Realität passen. Jedesmal, wenn ich dieser Frau zuhöre, überzeugt sie mich mehr und mehr, das es ein Paralleluniversum gibt und Reisen dorthin heute schon möglich sind.
In diesem Sinne….
Wer ist den UvL? Wenn man mal darüber eine Minute nachdenkt, lässt sich die Frage schwerlich umfassend beantworten. UvL kommt quasi aus dem Nichts. Plötzlich war sie da und legt gleich einen Start von Null auf Hundert hin. IMHO macht sich da Papas Händchen und sein Netzwerk bemerkbar. Selbiger wird wohl ein paar Fäden gezogen haben und noch einige alte “Schulden” eingetrieben haben, um seiner Tochter einen Posten zu beschaffen. Vielleicht wollte er sie aber auch nur loswerden, weil sie ihn mit ebenso dämlichen Ideen zu Hause genervt hat. :) Was also kann man von jemand erwarten der hauptsächlich durch die Abwesenheit von Fachwissen glänzt?
Ich emfinde den Aufdruck “VISA Corporate” auf der oben dargestellten Satire-Karte schon jetzt als zukunftsweisend für die Umsetzung des Vorhabens. Wahrscheinlich wird eine externe Kreditkartenfirma mit der Umsetzung beauftragt (Geräte, Abrechnung, Software etc.) , sodass ein Vielfaches des vorgesehenen Geldes schon von Anfang an im Schoße der Finanzindustrie versickern wird.
Wetten???
Da wette ich mit…setze ne Kiste Bier.
Es ist eigentlich schon klar, dass du die Wette verlieren wirst, denn die Uschi hat in ihrer ganzen Amtszeit kein Gesetz zustande gebracht, das auch nur ansatzweise brauchbar wäre.
Mit diesem Kartenquatsch kann sie garnicht durchkommen, denn wie sollte das finanziert werden? Ja klar…sie wird es versuchen und es wird sicher sehr Medienwirksam werden, aber letzten Endes wird die Idee ebenso im Nirvana verschwinden, wie ihr Stopschild. Riesen Wirbel mit lautem TamTam, aber letzten Endes unrealistischer Unsinn. Politiker wie die Uschi ziehen ihre öffentliche Legitimation nicht aus Fachwissen, oder Kompetenz, sondern aus Knalleffekten, von denen nicht viel übrig bleibt. Würden sie das nicht tun, wären sie nach 2 Wochen vergessen und die politische Kariere wäre beendet.
Also wenn du die wette annimmst, dann sag bescheid. Ich schick dir dann die Adresse, wo du den Kasten hinschicken kannst ;)
Die Farben auf der Chipkarte lassen vermuten, dass diese Karte evtl. auch als Eintrittskarte ins 4. Reich taugt. Und mit der Freiheit ist das auch so eine Sache, ich glaube der Georg Kreisler hat mit “Meine Freiheit, Deine Freiheit” das Thema auf den Punkt gebracht.
Hätte mir irgendjemand vor 25 Jahren in der damaligen SU das erzählt, was ich gerade (im Artikel) gelesen habe, dann hätte ich das nie geglaubt, nie.
Vielleicht noch als Ergänzung:
Beim Stuttgarter Modell wird die sog. “Familienkarte” schon ab einem Haushaltseinkommen von unter 60.000 Euro pro Jahr gewährt. Eine Stigmatisierungswirkung kann die Karte also so gar nicht entfalten, da sie auch von der breiteren Mittelschicht genutzt wird. Dass vor diesem Hintergrund Frau v.d. Leyen ihre Karte nur für Hartz-IV-Empfänger bereitstellen will, macht das Vorhaben natürlich besonders perfide.
Also ich BIN ein Kind (naja war…) einer kinderreichen Sozialhilfeempfänger-Familie. Und ich (und meine Eltern und Geschwister) fanden den “Karnickelschein” der Bahn mit dem man alle Bahnfahrten für die Hälfte bekam saugeil. Genauso den “sozialhilfe”-Tarif im Sportverein. Ausgesprochen ungeil, weil peinlich beim Einkauf, war der jährliche “Wintergutschein” vom Sozialamt für warme Klamotten für die Kinder. Weswegen die sonst unerschwinglich teure “Levis”-Jeans nicht weniger ihren Dienst gegen Diskriminierung tat (die sonst aufzutragenden Hosen der älteren Brüder, DIE waren peinlich)…. Also ich finde ein (allerdings gut durchdachtes) “Gutscheinsystem” oder sagen wir Begünstigungssystem nicht schlecht. Was ist z.B. die Forderung nach kostenloser Bildung incl. musischer Ausbildung sonst? (Den Reichen müsste man die, finde ich gar nicht angedeihen lassen, die kaufen sich sowieso ihre eigene Bildung…) Sonst noch jemand eigene praktische Erfahrungen, ausserhalb von Soziologiestudium oder angelesenem???
Also ich habe viele, viele Jahre in und an “sozialen Brennpunkten” (die nix anderes sind, als die normale WIrklichkeit) Jugendarbeit geleistet (z.B. im Sportverein). Steckt euch eure naiven Vorstellungen vom “idealtypichen” Hartz 4 Empfänger hinter den Spiegel. Wer will, dass ALLE Kinder, die es brauchen auch die (materiellen) Voraussetzungen bekommen, muss sich von reinen Geldzuwendungen (Hartz 4 erhöhen pauschal) verabschieden. Die Verelendung dieser Gesellschaft in die das Finanzkapital und die privaten Verblödungsmedien breite Teile der Bevölkerung geschickt haben, erfordert das. Es wird Jahrzehnte dauern, diesen Prozess wieder umzukehren – wenn überhaupt.
Ex-Hauptschüler die ja angeblich zu 99% die Hartz IV – Empfänger stellen leben gesünder als der Rest der Bevölkerung.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article8909800/Ex-Hauptschueler-leben-gesuender-als-Akademiker.html
Welche Kinder aus welchen Familien machen den Hauptteil der Arbeit am Bahnhof Zoo oder an sonstigen Brennpunkten.
Diesem Nolte, der einen grossen Anteil an der Lügenwelt über die da unten erfunden hat, sollte sofort , per Bildungsguthabenkarte, ein Kurs in Ethik belegen.
Der “Karnickelschein” der Bahn gab es beileibe nicht nur für Sozialhilfeempfänger. Der war für “Kinderreiche” ab 3 Kindern gedacht, die Kindergeld bezogen und lief auch unter dem Namen “Wuermeling-Pass”.
Weil es ein lukrativer Geschäft ist?
Sicherlich dürften dabei viele Faktoren und Nuancen zusammen gespielt haben, aber das dürfte der allesentscheidende Faktor gewesen sein.
Habt ihr, liebe Mitdiskutanten, euch schon mal überlegt, wie viel Geld bei Elendsverwaltung umgeschaufelt wird, wie viel lukrative Posten dabei zu verteilen sind und wie viel von dem Geld bei den betroffenen ankommt?
Es ist nur ein Geschäft, das mit allgemeiner Logik, gesundem Menschenverstand und Nächstenliebe nichts aber gar nichts zu tun hat.
Wenn es bei einem “Geschäft” keine Konkurrenz gibt, und das dürften heutzutage die meisten “Geschäfte” zu sein, dann ist die “beste” Lösung schlicht die teuerste.
Das ist sicher EIN richtiger Gesichtspunkt – in diesem Falle, aber glaube ich nicht der entscheidende. Wie bei allen “teuren” Lösungen gibt es auch immer Gegner, die durch diese Lösung was zu verlieren haben. Mal abgesehen von der “politischen” Konkurrenz.
Man muss aufpassen: Wer den Befürwortern nicht-monetärer Leistungen vorwirft, alle H4-Bezieher implizit als verantwortungslos, egoistisch und konsumgeil zu diskriminieren, läuft Gefahr ein sicherlich sozialromantisch motiviertes aber genauso falsches Vorurteil aufzustellen.
Ich arbeite in Familien mit multiplen Problemen und ich weiß, dass meine Sicht daher natürlich einseitig ist, doch ich weiß, dass bloß mehr Geld in vielen dieser Fälle wohl nur marginal den Kindern zugute kommen würde.
Die Frage ist: Um was geht es uns? Darum sicherzustellen, dass das Geld bei den Kindern ankommt oder um die Autonomie der Entscheidung. In letzterem Fall wird die alleinerziehende arbeitslose und bildungsliebende Mutti X ihre Würde behalten und das Kind endlich einen Malkurs machen lassen und der mit seinem Dasein bereits abgeschlossene Haushaltsvorstand Y den Wunsch des Kindes nach Gitarrenunterricht abschlägig bescheiden, weil er die Knete schon für seinen WoW-Account eingeplant hat.
Es wird sehr wahrscheinlich beiderlei geben und es kann meiner Meinung nach für die Beantwortung dieser Frage nicht maßgeblich sein, in welchen Gewichtungen sie anzutreffen sind.
Ich beziehe mich hier NICHT auf die Hartz-IV-Karte, sondern nur auf den Aspekt ob die Förderung der Kinder unbedingt monetär zu erfolgen hat, weil es ansonsten diskriminierend wäre.
Ich arbeite mit pädophilen Sexualstraftätern und ich weiß, dass meine Sicht daher natürlich einseitig ist, doch ich weiß, dass bloß der normale Strafvollzug im Gegensatz zur Genitalamputation in vielen dieser Fälle wohl nur marginal den Kindern zugute kommen würde.
Die Frage ist: Um was geht es uns? Darum sicherzustellen, dass die Kinder geschützt werden oder um die Menschenrechte und körperliche Unversehrtheit der Männer. In letzterem Fall wird der nie straffällig gewordene und harmlose Mann X seine Würde behalten und evtl. selbst einmal Kinder haben und der mit seinem Dasein bereits abgeschlossene Pädophile Y den Wunsch des Kindes nach In-Ruhe-gelassen-werden abschlägig bescheiden, weil er die Knete, die er für den Kinderporno bekommt, schon für seinen WoW-Account eingeplant hat.
Es wird sehr wahrscheinlich beiderlei geben und es kann meiner Meinung nach für die Beantwortung dieser Frage nicht maßgeblich sein, in welchen Gewichtungen sie anzutreffen sind.
Ironie aus
Ja, ganz lustiger Vergleich. Aber ab dem Pädophilen Y blick ich ihn nicht mehr. Probier es mal ohne Ironie. Willst du damit sagen, dass nicht-monetäre Transferleistungen einer Genitalamputation gleichkommen? Weia…
Entmündigung; Entmännlichung; Entmenschlichung; …
Ich seh in Deinem Beitrag keine Ironie, sondern ein hartes, deutliches Bildnis.
Ich danke Dir :)
Was ist deine Option, dein besserer Vorschlag als diese Kartenidee? Oder hast du keine, magst nur kritisieren statt konstruktives anzudenken?
SK hat mit #31 einen erfreulich prägnanten, sachlichen, und endlich mal am Kindswohl orienterten Beitrag geschrieben. Da das durch deine reichlich dumpfe Polemik wider Sachleistungen entstand, hat die immerhin etwas positives bewirkt.
Der Vorschlag ist einfach.
Das Kindergeld wurde von 70 DM 1995 auf 152 Euro aktuell erhöht.
Und entspricht in etwa dem was ein Kleinkind in der Sozialhilfe bekommt.
Kindergeld um 100 Euro kürzen. Und als Kartenguthaben an die Eltern ausgeben.
Also ich weiß echt nicht mehr recht was ich davon halten soll….
Dieses dumme Gefasel von der Diskriminierung und Stigmatisierung zeigt doch nur, wie borniert ein großer Teil der Kommentatoren des Spiegelfechters ist und auch bleiben wird, selbst wenn man ihm 200 € pro intelligentem Kommentar auszahlen würde.
Welchen Nachteil hat denn ein Kind, wenn ihm der Eintritt in ein Schwimmbad bezahlt wird? Ist es besser, wenn die Mutter stattdessen mehr Bargeld für Zigaretten erhält? Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht, dass die Angehörigen der Unterschichten mehr Geld verqualmen und versaufen, als ihnen und ihren Kindern gut tut.
Ob allerdings diese Idee mit der Karte der Weisheit letzter Schluss ist, wage auch ich zu bezweifeln. Stecken wir doch lieber mehr Geld direkt in eine Verbesserung der Schulen und Kindergärten. Bieten wir dort mehr Sport, Musik und (Nach-)Hilfe an. Sorgen wir für gesundes Essen in Schulen und Kindergärten. Bieten wir Sprachförderung für Kinder und Eltern an.
Sicher ist eins, Du erhältst die 200€ auch nicht. In der Schule führen schon Bekleidung, Schuhe und Handys zu Diskriminierung und Stigmatisierung – was meinst Du, wenn erst diese Hartz4-Karten auf dem Markt sind?
Vor 60 Jahren waren fast alle arm und es war normal, daß die Eltern kein Geld hatten und heute? Die Einkommensschere zwischen dem unteren Fünftel und dem oberen Fünftel driftet immer mehr auseinander und die “ursula-karte” ist der i-Punkt.
Die Frage müsste lauten, warum haben 5,9 Mill. Menschen keine Arbeit und nur begrenzte Mittel und 1% der Gesellschaft hat 60% der Mittel?
Die eigentliche Frage müsste lauten, warum so ein satisfaktions-unfähiger Tro(tte)ll wie der Westerwellendickrider hier immer noch die Aufmerksamkeit bekommt die ihm offensichtlich als Kind verwehrt wurde.
Bleiben wir beim Beispiel Schwimmbad. Worin besteht denn die Diskriminierung, wenn das Kind erst im Schwimmbad ist? Sieht man ihm an, wie es den Eintritt bezahlt hat?
Und worin besteht die Stigmatisierung, wenn es auf dem Sprungturm steht und springen will?
Und nun zu Deiner Fünftel-Theorie: Sechzig Prozent gehören also zur Mitte bzw. zur Mittelschicht. Das ist eine Einkommensverteilung, wovon Milliarden Menschen in weiten Teilen der Welt immer noch träumen. Auch in unseren Breiten gab es das nicht in den zurück liegenden Jahrhunderten.
In China und vielen anderen Ländern verzichten Millionen Eltern nicht nur auf das Rauchen und Saufen, sondern auf viel mehr, um ihren Kindern eine bessere Bildung zu ermöglichen. Diese Einstellung fehlt vielen deutschen und nicht-deutschen Bewohnern der Bundesrepublik, wohingegen andere nicht-deutsche und deutsche Bürger ihre Kinder mit Liebe, Zuwendung und mehr oder weniger Geld unterstützen.
Wir könnten die Transferleistungen verdoppeln und kaum ein Kind dieser Leute würde im Endeffekt davon profitieren, denn Bildung und berufliches Fortkommen beruhen zu einem nicht unerheblichen Teil auch auf Anstrengung, Fleiß und Disziplin.
Die Nürnberger Bundesanstalt mag mit noch mehr Geld um sich werfen, den Nürnberger Trichter hat auch sie immer noch nicht erfunden.
Ein Prozent der deutschen Bevölkerung besitzt 23 Prozent des Gesamtvermögens, die oberen 10 Prozent der Bevölkerung besitzen 61,1 Prozent des Gesamtvermögens, während die unteren 70% der Bevölkerung noch nicht einmal 9 Prozent ihr eigen nennen dürfen.
Und bezüglich der Bildung sind die Chancen der Unteren systembedingt sehr beschränkt. Das hat nichts mit Liebe und Zuwendung zu tun, sondern mit dem bundesdeutschen Bildungssystem, das zu den sozial ungerechtesten in der Welt gehört. Außerdem genießt Bildung in Deutschland nachrangige Priorität, vor allem wenn es um die Bildung des Prekariats geht.
und immer wieder diese “aber anderen ländern/menschen gehts doch noch schlechter und wir jammern auf hohem niveau” – argumentation.
welch ein schmarn. wollen wir fürs gesamte volk verbesserungen und mehr wohlstand etc.? ja oder?
warum soll der “plebs” den gürtel enger schnallen, wenn genug kohle irgendwo anders zu holen ist?
wie viele billionen sparvermögen liegen irgendwo nutzlos rum bzw. vermehren sich zinsbedingt auch noch? wieviel kohle fliegt irgendwo abstrakt auf den finanzmärkten hin und her?
nicht dass wir uns da falsch verstehen: ich will keinen kommunismus oder sowas in der art. ich kann nur einfach nicht verstehen, warum sich z.b. unser land künstlich selbst ärmer macht um dann das geld von denjenigen zu holen, die eh zu wenig haben.
Und das ist die Aussage des Tages! Jawoll !
Wieviel bekommt man denn so bezahlt, wenn man den ganzen politischen Mist propagiert und unterstützt? Nein ehrlich..mich interessiert das.
Mir ist schon klar, dass es Menschen gibt, die tatsächlich eine solche Meinung vertreten..mit Leib und Sele, weil sie es scheinbar nicht besser wissen. Die den Mainstreammedien glauben und die unseren Politikern nach wie vor all den Bullshit abnehmen.
Wenn ich aber solche Beiträge lese, dann wird mir schlagartig klar, warum wir eine Regierung haben, wie wir sie eben momentan haben. Und da kommt mir der Gedanke, dass solche Menschen vielleicht sogar froh darüber sind…mich gruselts gerade ganz fürchterlich….
Der Vorschlag ist einfach.
Das Kindergeld wurde von 70 DM 1995 auf 152 Euro aktuell erhöht.
Und entspricht in etwa dem was ein Kleinkind in der Sozialhilfe bekommt.
Kindergeld um 100 Euro kürzen. Und als Kartenguthaben an die Eltern ausgeben.
Wo haben sie ihre Erkenntnisse über die Unterschicht her.
Tatsache ist, empirisch nachgewiesen, Hartz IV – Empfänger achten mehr auf ihre Gesundheit. Ist eine Folge der geringen Mittel für Lebensmittel.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article8909800/Ex-Hauptschueler-leben-gesuender-als-Akademiker.html
Dafür können Hartz-4 Empfänger scheinbar den Inhalt von Zeitungsartikeln nicht richtig erfassen.
Habe ich noch nicht auf Bildungskarte gekauft.
Brigitte Vallenthin: „Ich bin dann mal Hartz IV – (K)Ein Einzelfall-Bericht“
http://www.gegen-stimmen.de/?p=6430
Sehr empfehlenswert:
War die Hartz IV – Reform ein Bertelsmann-Projekt?
http://www.gegen-stimmen.de/?p=929
Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht, dass die Angehörigen der Oberschichten mehr Scheiße erzählen und verbreiten, als uns und unseren Kindern gut tut.
So wird ein Schuh daraus
@Westerwellenreiter (Carstenblähblubb)
Lies den Artikel. Soviel Intelligenzresistenz wie bei Dir muss ja schon weh tun.
Auf einer Karte läßt sich nicht nur eine Art von Geld speichern. Es läßt sich vielmehr jede Art von Bezugsmarken darauf speichern. Damit ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. De facto läßt sich der Zugang zu Ressourcen welcher Art auch immer (Zigaretten, Freibad, Puff, Brot, Zeitung) personenspezifisch kontrollieren. Eine zunehmende Verfeinerung der Kontroll-Möglichkeiten wird uns dann zunächst mit Treue-Prämien, Gewinnspielen und Zusatzfeatures schmackhaft gemacht. Und irgendwann ist das neue Feature flächendeckend eingeführt.
Ohne jetzt in VT zu verfallen: Es ist genau so gemeint. Die Kinder sollen ins Freibad gehen und nicht Zigaretten davon kaufen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Und die Daten werden dann ins Internet gestellt. Ich habe schon länger den Verdacht das mein Nachbar heimlich die FDP finanziert!
Das wäre eine witzige Prämisse für eine SciFi-Story :)
Es lassen sich sicher auch Kartennummern, Name, Adresse, “Kundennummer” vom Amt etc. speichern. Und auslesen. Da kann das Amt dann genau gucken, wofür das Guthaben verwandt wurde. Und wehe dem, der da keinen Reitunterricht auf einem edlen Lipizzaner-Hengst vorweisen kann. Dem wird dann nächsten Jahr der Karten”Geldhahn” zugedreht.
Theater, Schwimmbad, Bücherei ohne direkte Kosten für Einheimische. Schulessen und Schuluniform für alle, ebenfalls durch Steueraufkommen finanziert. Verbot der allgegenwärtigen Vetternwirtschaf; Belegung derselben mit drakonischen Sanktionen.
Stimme ich voll zu.
Naja, kein Wunder, hat doch Frau mit Leine die Konzepte noch im Schrank vom Großvater stehen. So mich meine Kenntnisse nicht trügen, gabs die Nummer allerdings als schickes Tattoo auf’n Unterarm. So kann die nicht verloren gehen. Manchmal denk ich ja, welcher Trottel hat es zugelassen, daß zu jenenen Zeiten überhaupt Kapitulation zulässig war ……..
Auf die gute Idee mit der Karte hätte man auch ohne Verfassungsgerichtsurteil kommen können. Mit 17 Euro im Monat ist der Sportverein klar drin, und Schwimmbadbesuche sind auch nichts schlechtes. Gut, Instrumentenunterricht lässt sich damit allein nicht finanzieren, aber zumindest kofinanzieren. Es gibt ja auch Fördervereine.
Aber es gäbe auch Probleme, wenn eine verdienende Familie sich den Musikunterricht für’s Kind verkneift, während eine Hartz IV-Familie den spendiert bekommt. Alles kann man nicht haben. Es gibt allerdings immer diejenigen, denen es nicht genug ist. Jedenfalls werden genug Kinder von dieser Karte profitieren.
Ich bezweifel , dass die Karte vor dem Verfassungsgericht bestand hätte.
Frau von der Leyen muss die Kommunen und Länder deshalb dazu bringen, die Karte für alle anderen zu finanzieren.
Was passiert , dann in den strukturschwachen Gebieten?
Oder sie hat die Wahl, dass Kindergeld in Form einer Karte auszuzahlen.
Und dann bin ich mal gespannt, wie sich die Meinung der Bevölkerung dreht.
Nüchtern betrachtet (hehe) ist der Verdacht, dass Hartzer das Geld versaufen, doch gar nicht so abwegig.
Mit dem Existensminimum abgespeist werden, vom Arbeitsvermittler verfolgt und transaliert, von Politik und großen Teilen der Bevölkerung als Belastung empfunden.
Wer landet da nicht irgendwann an der Flasche?
Insgeheim, so ist meine feste Überzeugung, WILL die politische Klasse dass das HIV-Geld versoffen wird. Besser der Pöbel liegt im Rausch auf dem Sofa als sich etwa politisch zu engagieren…
Die Idee von Hartz-IV als System zur Ruhigstellung und gleichzeitigem Konjunkturprogramm ist nicht neu.
Denn was bleibt einem, wenn einem nichts mehr bleibt? Konsumieren. Und wenn’s nur das bißchen ist, das man monatlich zur Verfügung hat. Und davon profitieren wiederrum viele, nicht zuletzt Nike und Ed Hardy, denn so manche Bedarfsgemeinschaft, die ich kenne, spart bei so ziemlich allem, um sich ein paar wenige Markenklamotten zu kaufen und über diese Statussymbole vielleicht das gefühlte Stigma zu überwinden.
Wer möchte es den Leuten verdenken? Es stellt sich die Frage, ob wir alle uns eine Art Auffangbecken für überflüssige Arbeitskräfte leisten, die dann auf minimalem Level konsumierend vor sich hin dümpeln sollen. Und solang sie die Knete brav verprassen, lassen wir sie auch das gute unverkäufliche Gemüse von gestern aus den Tafeln schleppen, denn schließlich kommen sie ja für den Plasmafernseher wieder.
Man kann auf Hartz-IV-Beziehern herumhacken und sie als faul beschimpfen, um sich der differenzierten Problematik nicht stellen zu müssen, man kann aber auch genauso pauschal ständig behaupten, wenn die Leute nur mehr Geld hätten, wäre ihnen ja schon irre geholfen, um sich nicht mit dem Problem zu beschäftigen, dass da Leute sitzen, an deren persönlicher Entwicklung die Umstände unter denen sie leben, auch nicht spurlos vorbeigeht. Dass da der Gedanke bei mehr Geld in der Tasche nicht sofort zum Musikkurs für die Tochter führt ist nicht ehrenrührig. Aber wenn man will, dass da eben mehr ist als hohler Konsum, muss man vielleicht auch mal weniger simpel rangehen. Das alles gilt übrigens nicht nur für Hartz-IV-Familien.
OT: Die Werbung ist wieder im Feed…. schrecklich, ich will nun wirklich keine Manicure in Florenz (50km con hier)
Noch eine Anmerkung – Es ging auch darum, das im Regelsatz kein Geld für Bildung enthalten war. Und alleine die Schulbücher … was soll da denn noch übrig bleiben, von den geplanten 200 € im Jahr.
Dann werden wohl die nächsten Klagen anlaufen – und bis die dann beim BVerfG angekommen sind, brauchen wir uns über schlechte Pisa-Ergebnisse nicht mehr wundern.
Und damit die Methode der Volksverdummung funktioniert, dafür sorgen schon RTL und andere:
http://www.zeit.de/2010/32/Dokusoaps?page=1
@unbequemer: Für Bildung gibts ja 100 Euro für jedes schulpflichtige Kind im August. Davon darfste dann die Bücher und das Schulmaterial kaufen *zwinka*
Großartiger Artikel.
Vor allem die Einleitung ist ganz großes Tennis, fast schon Poesie.. Wodka von Feinkost Albrecht – lol
Bildung und Kultur sollten ohnehin mindestens für Kinder (eigentlich für alle) kostenlos und direkt vom Staat betrieben sein. Als Grundangebot, nicht die Lipizzaner u.Ä. natürlich ;) .
Also Bibliotheken, Nachhilfe, Museen, einige Sportvereine, Nahverkehr etc.
Sie sind sowieso sämtlichst hauptsächlich staatlich finanziert, also was soll die Selektion durch – gemessen an den Kosten – meist marginale Eintrittspreise ?
Der auf der Hand liegende Grund dürften die Kosten für den dann sicher erforderlichen Ausbau sein.
Die Frage ist, ob durch die dann geringere Kriminalität, die positiven Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima, die sicher vielfach reaktivierte Lebenslust der bisher gesellschaftlich Benachteiligten, seltenere Erkrankungen und aus dem Ganzen folgendes stärkeres Engagement, sowohl im wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen Bereich, diese Kosten ausgleicht.
Wenn ja wäre das ein gutes Argument dafür, aber wir reden dann natürlich (jedenfalls bei Sport und Verkehr) über eine Verviefachung des Angebots, nicht über eine leicht höhere Frequentierung des Vorhandenen.
Ich wäre mit einer Bezifferung oder auch nur halbwegs sinnvollen Schätzung überfordert, wüsste nichteinmal ob es sich um zwei oder dreistellige Milliardenbeträge handeln würde. Man müsste natürlich bei den Kosten den zusätzlich entstehenden Rückfluß durch Steuern rausrechnen, wie bei allen neuen öffentlichen Ausgaben.
Kennt jemand solche Berechnungen ?
Im nächsten Leben paß mal im 2. Nachhilfe-Semester Malkurs besser auf. Bratsche ist ebenso wie Pinsel ein Streichinstrument.
Zur Klärung, bei mir stand die Frage, was eine Bratsche sei – fiel Tante Edith zum Opfer.
Was soll ein 2. Nachhilfe-Semester Malkurs bitte sein ? Aber Danke für die Antwort ;)
Also ich finde ehrlich gesagt nicht, dass die 200€ so wenig sind, wie hier in den Kommentoren häufig erwähnt wird. Wenn man bedenkt, wie viel Geld einem Hartz-IV Kind zur Verfügung steht ist das schon ein deutlicher und hilfreicher Beitrag. Und für 16€ im Monat kann man in den Sportverein, oder einmal die Woche schwimmen, etc. pp. Das ist doch eine gute Sache erstmal, oder? Ich finde das zeigt eher, dass die Kommentatoren hier eben nicht zur sog. Unterschicht, sondern zum wohlhabenden Bildungsbürgertum gehören, die wahrscheinlich für 200€ nicht mal aufstehen…
Ein Punkt am Artikel, dem ich nicht zustimme: ich glaube nicht, dass solche Karten stigmatisieren. Also meine Erinnerung an die Kindheit ist, dass wir auch so immer wussten, wer aus ärmeren und wer aus reicheren Verhältnissen kommt. Und das lag nicht an den Klamotten – Ich meine, Kinder unterhalten sich auch darüber, was ihr Eltern machen (Ist der Papa Anwalt oder Bauarbeiter?) und wenn die Mama nicht mit dem Benz sondern mit dem ÖPNV kommt hat das auch meistens Gründe… Stigmatisieren gibt es immer, ich denke die Karten werden keinen Unterschied machen. Problematischer finde ich da das gesellschaftliche Klima, denn gewissermaßen wird den leute es ja vorgeworfen, dass sie arbeitslos sind (Stichwort spatrömische Dekadenz) und erst Recht bei deren Kindern wird es absurd. Ich persönlich hätte auch kein problem damit, an der Kasse beim Kino eine solche Karte einzusetzen; ich bin ja der Meinung ich müsste mich nicht für meine Arbeitslosigkeit schämen.
Öhm, von den GANZEN 200 Euro kann das Kind also einmal die Woche schwimmen gehen. Dann hat es immer noch keine Nachhilfe, keine Klamotten, keine Klassenfahrt, keine Schulhefte, kein Laptop mit Internet, um das Hausaufgaben-Referat mit Internetrecherche für die Schule zu machen…
Ja, unglaublich viel Geld, reicht wirklich vollkommen aus ;)
Ich, der nicht aus einem Hartz-4 Haushalt stammt, hatte auch keinen Laptop mit Internet. Ich hatte nicht mal einen PC.
Den ersten kaufte ich mir von meinem eigenen Geld, welches ich als Schüler durch Nebenjobs verdiente.
Des Weiteren hatte ich nicht die tolle Markenkleidung, die die meisten meiner Mitschüler mit freundlicher gesinnten Eltern hatten. Meine Kleidung stammte oft von Aldi.
Jedes Mal, wenn ich Schulmaterialien (wie z.B. Schulhefte, Stifte usw. ) benötigte, entspann sich eine Diskussion, ob ich sie wirklich brächte – gefolgt von Anschuldigungen, dass ich nicht sparsam mit meinen Materialien umgehen könne und auch sonst zu nicht viel tauge.
Mir scheint es, dass ein paar Hartz-4 Eltern und Kinder aus Hartz-4 Haushalten ein maßloses Anspruchsdenken auf Kosten des Steuerzahlers besitzen.
Du bist ein “schönes” Beispiel für divide et impera.
“Weil ich nicht hatte…sollen die auch nicht.”
Ohje…
Besteht etwa der Grundgedanke, dass ein HartzIV-Empfänger niemals Steuerzahler war?
Bei der Verschwendungssucht und gezielten Umverteilung unserer Politik, ist in diesem Land das Anspruchsdenken allgemein und nicht nur bei HartzIV-Empfängern viel zu niedrig. Paradoxerweise sind wir ja durch BLÖD und Speigel in der Masse schon so konditioniert, dass wir bei eigenem Gehalt ohne Steigerung zufriedener im Job sind, wenn andere herabgestuft werden (Argumentation Lohnabstandsgebot). Die PR funktioniert super, wenn es darum geht, Klassenkampf in die Gesellschaft zu tragen. So verliert man die eigentliche Ursache aus den Augen und wird nicht geschlossen Widerstand leisten.
Die Regelleistungen für Kinder liegen seit jeher über dem Kindergeld. Derzeit je nach Alter 215/251/287 Euro. Das Kindergeld beträgt demgegenüber fürs erste und zweite Kind 184 Euro.
Kindergeld und Kindesunterhalt werden bei der Regelleistung verrechnet. Es leistet unterm Strich die Gesellschaft für die Kinder in Bedarfsgemeinschaften mehr als für die Kinder in Familien, die keine Transferleistungen beziehen.
Das ist keine Wertung, nur eine Feststellung der Tatsachen.
Kinderfreibeträge *hust*
Den Beitrag von SF möchte ich mal aus meiner Sicht schildern.
Ich war 2009 in einer Fortbildung ( 3 Monate, selbst gewählt und gewollt ), über ALG I. Da war ich noch nicht so weit “unten”, wie es der Volxmund jetzt gerne berichtet. Meine Erfahrungen in Sachen Weiterbildung sind: Na, Sie waren 3 Monate im “Schulenglisch” und wir haben es bezahlt! Es grüßt sie der DEUTSCHE STEUERZAHLER – sie faules XXX-Schwein!
Es war Wirtschaftsenglisch und mit native Speakern – aus England, Sri Lanka und Russland. Alles klassemäßige Teacher; ich war sehr angetan und wäre wahnsinnig gerne weiter da gewesen – gerade wegen des schönen Akzentes bzw. der Möglichkeiten, sich zu entwickeln und in den Grundstrukturen besser zu werden. Nur die Firmen, die ich danach besuchte, die waren sowas von demütigend, dass ich hätte kotzen müssen (sorry ).
Also – was soll dieses Gerede?
Wir reden und sabbeln uns die Münder platt und fusselig – der Neid, selbst bei AN die sich privat fortbilden, ist unsagbar groß. Es könnte ja JEMAND besser sein als ich! Dieses Szenario habe ich in meiner Laufbahn oft erlebt und ich kann nur sagen: Wir brauchen keine gemeinsame Religion – wir brauchen Akzeptanz und Toleranz.
Ob Jude, Moslem oder Christ – wir sind eine Menschheit und gehören alle zusammen. Aber das werde ich mit meinem Alter nicht mehr erleben. Dafür sind die Hetzer in der Überzahl und der Neid ist zu groß geworden.
Wieder ein neues Täuschungs- und Beruhigungsmanöver der Systembetreiber um den Sturm auf ihre Bastionen noch einmal hinauszuzögern. Der Kern des Problems bleibt weiterhin unberührt: Die umfassende Verweigerung der persönlichen Entfaltung von abhängig Beschäftigten durch die Verwehrung des Zutritts in Beschäftigungsverhältnisse in denen sich Menschen in ihren Fähigkeiten und persönlichen Neigungen weiterentwickeln können. (Und darin auch entsprechend bezahlt werden.)
Stattdessen werden in Deutschland Millionen von Überstunden geschrubbt. Es wäre ein leichtes durch die Limitierung von Überstunden mehrere hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
Der einzige “Nachteil” der dadurch entstehen könnte wäre der Zusammenbruch des menschenverachtenden Arbeitsdienst 2.0, im Volksmund auch Hartz IV genannt.
Was sicherlich zur Karte hinzukommen wird, ist dass die Hersteller der Lesegeräte und Karten mit der Regierung geheime Verträge abschließen werden, in die kein Bürger einblick hat. Siehe Toll- Collect und einige andere. Da wird dann wieder schön gemauschelt und der Duzfreund, bzw. spätere Arbeitgeber des Politikers mit Aufträgen bedacht.
Der gleiche Mist wie bei Schily, Safe ID Solutions, Byometric Systems AG und dem biometrischen Reisepass.
Hier vielleicht nur etwas besser getarnt.
Verfassungsmässig ok?
Ich frage mich, ob die Ausgabe von “Kultur- und Bildungsmarken” (in Anlehnung an “Essensmarken”) in diesem Fall überhaupt verfassungskonform ist. Denn schließlich gilt laut unserem schönen Grundgesetz ja immer noch der Gleichbehandlungsgrundsatz. Warum wird also das Kindergeld für alle, also auch die Reichen, pauschal und ohne Nachweis in bar ausgezahlt, während für die Hartz-IVler im Falle der zusätzlichen Kulturmarken eine Gutscheinregelung gilt. Besser wäre es da doch, den Eltern das Geld in bar auszuzahlen, dies aber an entsprechende Nachweise für die Ämter zu koppeln, siehe auch Wohngeld oder Zuschüsse für wichtige Haushaltsanschaffungen.
Irsinning diese geplante Regelung!
Ich bin froh, Spiegelfechter, dass du nach Grönland nun endlich in Stuttgart und Böblingen angekommen bist! Der Artikel ist mal wieder super geschrieben!
Auch die Kommentare sind wie immer sehr unterhaltsam. Ich hatte übrigens auch eine harte Kindheit ohne Laptop und Handy (gab es nämlich noch nicht). Statt Markenklamotten musste ich im Kindergarten Strumpfhosen (!!!!!) tragen. Für Klamotten von Aldi wäre ich so was von dankbar gewesen! Das musste ich mal los werden. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Das ganze klingt nach einem dieser Luftschlösser, die öffentlich eingerissen werden sollen, damit die wirklichen Paläste weiterhin unangetastet bleiben. So wie Rente mit 70 – dagegen klingt Rente mit 67 ja noch ganz gut!
Das Gegenteil von TINA – TAALABTAAWHHH! There are a lot alternatives, but they are all worse, ha ha ha!
Ich arbeite hier noch an den Feinheiten. Ist ja selbstverständlich. das Ha ha ha könnte man natürlich weglassen, gibt dem ganzen meiner Meinung nach aber diesen schadenfreudigen Ton.
Zur Sache:
Ich halte die schon genannten Vorschläge, mehr Geld in Bildung und Freizeitgestaltung für die Kinder zu investieren auch für die sinnvollste Lösung. Vor ein paar Jahren waren ja die Ganztagsschulen wieder groß im Gespräch. Die waren in der Form natürlich Schwachsinn. Und sind es immer noch. Aber in die Schule integrierte Nachmittagskurse, Hausaufgabenbetreuung, Kooperationen mit den örtlichen Schwimmbädern und Sportvereinen: Das wäre doch mal super. Alles auf freiwilliger Basis. Steht dann auch im Zeugnis, wenn gewünscht.
Aber das kostet natürlich. Und sowohl Lehrer, Eltern als auch Betreuer und die örtlichen Vereine müssten da mit Elan herangehen. Und da sehe ich auch wieder Schwarz. Darum kümmern will sich dann doch niemand. Und bezahlen, uff, bezahlen will das auch keine Sau. Und Politiker mögen Investitionen, die jetzt Geld kosten, aber erst über Jahre hinweg eine Besserung bringen, ja auch gar nicht. Lässt sich dem Wähler schlecht verkaufen. Der will so etwas ja auch nicht, der mag kurzweilige Taschenspielertricks und Augenwischerei. Und genau das ist doch auch diese angestrebte Karte.
Ich dachte eigendlich, dieser Artikel würde unter “Witz des Jahres” eingeordnet, aber als ich ihn las, hörte ich von der Karte im Radio……
Mein Gott, wie krank ist dieses Land eigendlich?
Das “Land” ist so kerngesund wie immer. Nur sollte der Bundesadler, der im Reichstagsgebäude hängt, langsam mal gegen ein rotes Kreuz ausgetauscht werden. Was sich dort nämlich so tummelt hat nicht mehr viel mit Volksvertretung zu tun. Es erinnert viel mehr an eine psychatrische Anstalt für die wir dringenst erfahrene Ärzte und Psychologen mit langjähriger Berufserfahrung brauchen.
Stöbert doch einfach mal bei Abgeordnetenwatch rum. Da brauchts kein spezielles Thema. Was da an Antworten rüberkommt, ist grösstenteils so weit weg von der Realität, wie ich vom Mittelpunkt der Erde. Was erwartet ihr eigentlich? Das jemand, der wie die Made im Speck lebt, den Speck für andere zugängig macht, oder ihn sogar abschafft? Ich bitte euch…..
In diesem Sinne…
Diskutieren hier auch Leute der Bevölkerungsgruppe mit, um die sich der Artikel dreht? Wie sehen sie die Sache?
Ansonsten: Nur weiter so, Deutschland! Irgendwann (ich hoffe darauf eigentlich schon viel zulange), irgendwann kommt der große Knall, und dann muß alles auf den Prüfstand.
Wenn ja, dann dürften es aber nur sehr wenige sein. Ich selber bin erst seit ca 3 Jahren wieder in Brot und Arbeit. Davor genoss ich ebenfalls den satten Luxus der üppigen Hartz 4 Zuwendungen.
Man wird da täglich vor die Wahl gestellt. Entweder Lachs und Kaviar, oder einen halbwegs brauchbaren PC mit Internetzugang, der ja monatliche Kosten mit sich bringt. Die meisten H4ler dürften sich also für den Lachs entscheiden.
Aber im ernst. Wer mit den paar Kröten leben muss, kann sich meistens keine 20-30€ /Monat “nur” fürs Internet leisten. Da gibts hundert andere Dinge, die wesentlich wichtiger sind und auch nicht bezahlt werden können.
Warum die Frage? Damit sie in einem separaten Forum posten? ;-)
Hab den “Spiegelfechter” jetzt seit ca. 14-Tagen abonniert. Interessanter Lesestoff! Danke!
Seit einer Weile gönne ich mir auch die Freiheit arm zu sein. Ist schon “toll” so ein Leben in Saus und Braus. Besonders unsere Kinder haben eine Menge “Spass”. Und da gemeinsam ja bekanntlich alles mehr Spass macht haben unsere Stadtoberen gleich mehrere einkommensschwache Familien mit Kindern (mit und ohne Migrationshintergrund) in ein Wohngebiet verfrachtet. Super! So einen Luxus wie lebenslustige, laute Kinder gönnt man halt nicht jedem. Schon gar nicht den privilegierten Gutmenschen aus den Führungsetagen der Armutsindustrie, welche verdammt sind, in einer “ruhigen” Wohngegend zu leben. Das ist schon hart, so ganz ohne den Thrill, z.B. ein Kinderbett ohne finanzielle Mittel instand zu setzten, oder den “Zwergen” den Besuch beim Eismann verwehren zu müssen. Tja, ich hab dieses Glück tagein, tagaus! “Super”!
Jeder das, was er am besten kann. UvdL ist zwar Arbeitsministerin, kennt sich aber blöderweise mit der Materie gar nicht aus.
Aber mit Kinderkriegen, denselbigen Violinenunterricht zu verpassen und Familienpolitik kennt sich Uschi vdL aus. Also macht vdL in ihren Ressort nichts anderes als verkappte Familienpolitik.
Neue Jobs werden auch unter vdL nicht entstehen, aber dafür hat man ja mitterweile beim Frisieren der Arbeitslosenstatistik ganze Arbeit geleistet.
Man hat sich das Arbeitslosenproblem mittels Statistik weggelogen und hat jetzt eine Menge Zeit, den Kindern von Arbeitslosen die Hochkultur nahe zu bringen.
In England und Österreich vertreibt man übrigens Obadachlose von öffentlichen Plätzen mittels klassischer Musik. Die Obdachlosen wissen genau, dass das die Musik ist, mit der sich ein Ordnungsdezernent nach getaner Zerstreuungsarbeit entspannt und ziehen lieber Leine.
Und auch die Arbeitslosen dürften wissen, dass es bei Uschis Initiative nicht um ein besseres Leben für sie geht, sondern darum, sie ruhig zu stellen.
vdL hat übrigens vorgesorgt. Das erste, was sie als Arbeitsministerin gemacht hat, war, sich ein paar Imageberater zuzulegen. Und so wird sie uns demnächst Hochglanzprodukte mit wenig Inhalt verkaufen. Das dürfte dann in ein paar Jahren für den Job der Bundeskanzlerin reichen, wenn die Staatsratsvorsitzende Merkel keine Lust mehr dazu hat.
Da werden die Kinder ja recht früh ans Plastikgeld gewöhnt…. Das es bei diesem Modell definitiv nicht um die Kinder, sollte jedem klar sein.
Da wir in einer Disziplinierungsgesellschaft leben, ist es nur normal, dass alles in irgendeiner Form erfasst wird. Da kann man nicht einfach Bargeld verteilen. Kann doch nicht angehen, dass die Hartzer die Steuergelder einfach so nach ihrem Gusto ausgeben.
Wenn man sich ausmalt, dass Ursula von den Sinnen wohl die besten Chancen hat, nach Merkel der Großen den Kanzlerthron zu besteigen… Auswandern?
Der Politik geht es darum, einen formalen Weg zu finden, die Vorgaben des BVerfG-Urteils zu erfüllen – und dies möglichst kostenneutral. Das ist meine Annahme.
Deshalb die “Kartenspiele”.
Sehen dies andere auch so?
Ja.
Ja!
Guter Artikel. Allerdings …
Die “neue deutsche Sozialdoktrin” gab es schon immer. Jetzt wird sie “nur” weiter ausgebaut.
Ansonsten ist die Karte auch deshalb hirnrissig, weil die Knete da drauf ziemlich wenig ist. Bei mir in der Gegend zahlen die Kids für’s Jahr 96,00 Euro beim Schwimmverein. Aber so ein Kid braucht dann natürlich Badekleidung, Handtücher usw. usf. … und natürlich müssen die auch irgendwie da hin kommen. Nur, weil etwas im “lokalen” Kreis liegt, heißt das ja noch nicht, dass die Kids dann alles zu Fuß erreichen können.
Da stellt sich mir also die Frage, was von der Kohle übrig bleibt, z.B. für Nachhilfe und/oder andere Aktivitäten (Musizieren etc.).
Wenn ich jetzt noch überlege, dass z.B. Wasserflächen immer teurer werden, was letztlich auch wieder die Vereine trage müssen, zeigt sich ein ganz gravierender Mangel: Wer passt die “Kartenbeträge” denn an die entsprechenden Preisentwicklungen an? Das ergibt sich allein schon aus der “demographischen” Problematik: Viele Vereine klagen über Nachwuchsprobleme und irgend wann einmal ist bei jedem Verein der Punkt erreicht, wo innerhalb der Vereinsmitglieder nicht weiter “umverteilt” werden kann (sprich: Alte zahlen für Junge).
Jedenfalls scheint es für die Anpassung an die Preisentwicklungen offenbar überhaupt gar keinen Mechanismus zu geben. Also sitzt mensch dann in ein paar Jahren da und merkt, dass das Almosen zum Brotkrümel mutiert ist …
Nuja, aber vielleicht muss es auch so kommen, damit der olle Michel mal seinen Ar*** hoch bekommt. Die Hartz-IV-Montagsdemos von damals, die sind ja regelrecht in der Luft verpufft.
Arbo
Hier ist Zensursulas neuster Erguss. :)
Rente 12 Jahre vor dem Tod
Wer schickt eigentlich ein Kind mit 200 Euro ins Schwimmbad ?
Es hat ja keine 200,- Euro im Schwimmbad. Es hat nur das Eintrittsgeld dabei.
Jo, jo, es wiederholt sich.
Wir werden Stück für Stück, ganz laaaangsam, alle entmündigt und geschwächt.
Er merkt nur keiner (oder nur sehr wenige), weil hier wieder mal erfolgreich die “Salamitaktik” angewendet wird.
Und irgend wann einmal in 40 oder 50 Jahren vielleicht (oder auch nicht??)
fragen die Kinder ihre Eltern, wie so was denn nur passieren konnte. ?
Habt ihr euch denn nicht gewehrt? Ich verstehe meine Eltern, die beide Weltkriege miterlebt haben, immer besser. Sie konnten sich damals gar nicht
wehren. Und heute läuft das nicht anders.
Hab’ auch noch ein Beispiel aus dem SF-Genre:
Der Film “Flucht ins 21. Jahrhundert” – ich glaube so heißt er.
Mit Michael York, aus den 70er Jahren. Dieser Film hat mich schon immer
fasziniert. Da leben die Menschen auch ohne eigenen Willen so vor sich hin,
mit einem Lämpchen in der Handfläche und wenn sie 30 sind, fangen diese Lämpchen an zu blinken und dann kommen sie in das “Karussell der Erneuerung”. Meinen sie. In Wirklichkeit aber werden sie getötet, um der Überbevölkerung vorzugreifen.
Ich schließe mich Nr. 1 an: *kotz, kotz, kotz*
(Film mit Michael York, Peter Ustinov und anderen)
Der entscheidende Unterschied des Szenarios im (und nicht im Buch) ist, dass es im Film keine Ausnahmen gibt. Der Sandmann kommt für alle.
Bei uns würde es Ausnahmen geben.
Im nächsten Jahr gibt es 6 Landtagswahlen (Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern).
Wenn ihr jetzt schon kotzt, solltet’s euch besser anschnallen.
In ein paar Monaten werden dann nämlich die Westerwellenreiter in der Regierung mit dem Kontrastprogramm anrücken.
Ok, das ist eine Möglichkeit, die Realität zu verarbeiten, aber das wird nicht wirklich etwas verändern.
Das schöne an der Chaospolitik unserer Regierung ist ja, dass mehr und mehr Menschen, die jahrzehntelang mit einem gewaltigen Medieneinsatz eingeschläfert wurden, nun langsam aus dem Quark kommen und anfangen, Dinge zu hinterfragen. Bekannte von mir, denen ich vor wenigen Jahren kaum zugetraut hätte, Helmut Kohl von Helmut Schmidt zu unterscheiden, diskuttieren heute aktiv über aktuelle politische Themen. Auch wenn es nicht so offensichtlich ist, so kann man doch feststellen, dass sich sehr viel mehr Menschen kritisch mit Politik beschäftigen, als man glaubt. Zwar machen immer noch zuviele Wähler ihr Kreuz an der gewohnten Stelle, aber die Wahlergebnisse der letzten Jahre zeigen auch, dass die Zahl der Lemminge langsam abnimmt (Betonung liegt auf “langsam”).
Wenn man also nicht total verzweifeln möchte, und zugegeben, das ist zur Zeit wirklich schwierig, dann sollte man daran denken, dass die Gurkentruppe an der Regierung mit jedem Tag mehr und mehr an Glaubwürdigkeit verliert und jeden Tag mehr und mehr Menschen dies sehen. Irgendwann, auch wenn das noch dauern kann, sind genug Menschen sauer genug, um dem Blödsinn ein Ende zu bereiten. Gebt unseren Politikern also ein Chance. Sie tun ja bereits ihr möglichstes, um diesen Vorgang zu beschleunigen.
Es stelle sich jeder einmal selbst die Frage, welcher Politiker (oder auch welche Partei) das letzte mal ein Gesetz eingebracht und durchgebracht hat, das den persönlichen Lebensstandard verbessert hat. Ich kann mir nicht helfen…mir will da nichts einfallen (ich besitze leider kein Hotel).
Zwar weiss ich noch nicht, wo ich mein Kreuz bei der nächsten Wahl machen werde, aber dafür weiss ich sehr genau, wo ich es NICHT machen werde. Wären auch nur 50% aller Bürger auch schon soweit, dann könnte sich 2013 wirklich etwas ändern.
Na ja, durch Kotzen verarbeite ich nicht, aber manchmal erleichtert es :-)
Ich persönlich sehe z.Zt. keinerlei Ansätze, irgend etwas zu verändern.
Nur die Macht es Einzelnen, des Verbrauchers könnte was verändern. Und
das dann in der Masse.
Aber das hat noch nie geklappt und wird es auch nicht tun. Das Geld
ist zu mächtig. Und die, die davon noch ein wenig oder auch mehr haben,
werden einen Teufel tun, es zu riskieren o.ä.
Muss dazu sagen, ich bin kein Hartz IV-ler, aber auf Rosen gebettet bin
ich auch nicht.
Und Wahlen …. oh je, ich kann keine der 5 zur Verfügung stehenden mehr
wählen. Die kann man alle in einen Sack stecken, drauf hauen und man trifft
immer den Richtigen. Wie lautet das schöne Sprichtwort: “Wenn Wahlen etwas
verändern könnten, dann wären sie schon längst verboten, oder so ähnlich.
War das nicht von Tucholsky? Und ich wette: 2013 wird sich auch nichts
ändern. Außer es kommt irgend etwas in Form von Naturkatastrophen großen
Ausmaßes oder dergleichen. Aber wir Menschen, nö, da sehe ich keinerlei
Chancen.
@DerFlaschengeist
Regierungsdarsteller wie diese v.d.Leyen oder dieser zu Guttenberg sind eingekauft wie Filetstücke mageres Schweinefleisch. Die Leute fangen an, auch diese Dinge zu hinterfragen. Der ausgelöste Bewusstseinswandel ist von den Einkäufern ganz gewaltig unterschätzt worden. Bisher mutmaßten sie, sie könnten mit ihren altbewährten Manipulationstechniken, mit ihrem einschläfernden gewaltigen Medieneinsatz, alles unter Kontrolle halten bzw. bringen.
Das beginnt sich jetzt zu ändern, die Leute kommen aus dem Quark und die Einkäufer der Einkäufer begreifen, dass ihre globale Nummer wahnhaft psychopathisch ist. Ein Schnappschuß: Ungarn verweigert sich ihrem IWF, die Slowakei verweigert sich ihrem „Banken-Rettungspakt“. Immer größere Uneinigkeiten und divergierende Interessen brechen auf. Die Kontrolle gleitet ihnen immer mehr aus den Händen, daher diese anschwellende Hektik der Chaostruppe.
Wir leben in einer Zeit immer größer werdender Ungleichheiten. Egal auf welcher Skala (regional, national, global) man die Dinge betrachtet, es entstehen zwangsläufig immer größer werdende Konfliktpotentiale die zur Zeit noch durch die Eliten und deren Chargen mehr oder weniger gedeckelt werden können.
In diesem Sinne ist die H4- Card auch „nur“ ein nationales Symptom bzw. die Spitze des (eines) Eisberges. Die eigentlichen Probleme liegen wesentlich tiefer, IMO ursächlich in durch und durch bigotten und inhumanen Menschen/ Wertebilder, welche u.a. via Massenmedien in die meisten Köpfe transportiert werden, bzw. in der sogn. „Leistungsgesellschaft“ von klein auch antrainiert werden.
Ich habe die irrationale Hoffnung das unsere demokratische Gesellschaft irgendwie „die Kurve“ zum Besseren kriegt, den Chancen tun sich in dieser Zeit ja auch auf. Rational betrachtet traue ich dem teutschen Michel allerdings da etwas weniger zu.
Puh, kompliziertes Thema.
Hier stehen sich einige Sachen gegenüber und es ist gar nicht einfach, da eine passende Lösung zu finden. Vllt. sollte man mal gucken, was die Fakten sind:
a) Es gibt h4 Eltern, die das Geld welches für die Kinder da ist, für ihre persönliche Süchte oder Bedürfnisse missbrauchen (Rauchen, Trinken, allg. Drogen, Glücksspiel, etc.)
b) Diese sind aber erwachsen und sollten somit nicht entmündigt und zu einem Menschen zweiter Klasse degradiert werden
Diese Karten-/Gutscheinlösung würde sich eigentlich (!) aufzwingen, wenn sie nur nicht den eklatanten Nachteil der Stigmatisierung der Kinder hätte. Woher diese Stigmatisierung kommt und dass diese politisch so gewollt ist, lassen wir mal außen vor und versuchen uns lieber an konstruktiven Lösungsansätzen …
Nur leider fällt mir da nicht viel ein, was nicht ähnliche Nachteile hätte .. egal wie mans macht, wenn es darum geht vom Standardzahlungsmittel (Bargeld) abzuweichen ist auch automatisch eine Stigmatisierung mit im Boot.
Vielleicht wäre es doch einfacher die Gesellschaft zu ändern, dass nicht alle so runtergucken auf die h4-Bezieher.
Himmel, da platzt mir doch gleich der Kragen.
Wieso verdammt noch mal, werden alle Hartz IV-Bezieher sofort
mit Alkohol, Rauchen, etc. in Verbindung gebracht? W a r u m ???
Die sogenannten Underdogs, die rauchen, saufen, huren, etc., die gab
es schon immer und wird es auch immer geben. Es wird niemals eine
gleichschichtige Gesellschaft geben, solange wir Menschen sind und bleiben,
außer uns wird einmal ein Chip eingepflanzt, ja dann sähe ich da Möglichkeiten.
Ha, ich kann es nicht mehr hören.
Es gibt so viele Menschen, die unverschuldet in Hartz IV abgerutscht sind und
wie schwer das ist, da wieder raus zu kommen, muss ich doch wohl nicht schildern, oder? Es liegt m.E. in 90% der Fälle nicht an der Arbeitsunlust, oder
am Saufen, Rauchen, usw., sondern
w e i l e s k e i n e A r b e i t m e h r f ü r a l l e g i b t !!!!
Nun reg Dich mal nicht so auf. Niemand sagt, dass alle Hartz-IV-Bezieher zu viel Geld für Alkohol und Tabak ausgeben. Niemand kann allerdings bestreiten, dass einige Hartz-IV-Bezieher natürlich in diese Kategorie fallen. Und dass es auch einige Hartz-IV-Bezieher gibt, die Alkohol und Zigaretten mit dem Geld finanzeren, das eigentlich für ihre Kinder gedacht ist, ist ja nun keine Erfindung der Medien.
Die positive Diskriminierung von Hartz-IV-Empfängern geht mir genau so sehr auf den Sack, wie deren negative Diskriminierung.
“Die positive Diskriminierung von Hartz-IV-Empfängern geht mir genau so sehr auf den Sack, wie deren negative Diskriminierung.”
Könntest Du mir bitte diesen Satz näher erläutern?
Diskriminierung ist für mich immer negativ.
guckst Du hier
Aber es ist Propaganda, dass das sogenannte “Existenzminimum” einen Verhaltenskodex erfordert.
Es gibt in der Mittleschicht einige, die das Geld, das sie für eine vernünftige Erziehung ihrer Kinder bräuchten, in Alkohol und Zigaretten investieren.
Was soll da jetzt geschehen?
Höhere Lohnsteuern für Raucher und Säufer mit Kindern kombiniert mit einer Karte, die dem Wert des Differenzbetrages entspricht?
Jeder würde über so einen Vorschlag (momentan noch) wohl laut lachen und das zu Recht!
Es hat keinen Verhaltenskodex für das Existenzminimum zu geben. Punkt. Ich würde aber gerne Steuern für Untersuchungen zahlen, die determinieren, wie Menschen zu etwas gemacht werden, das selbst den Urinstinkt der Kinderaufziehung ausblendet. Ursachen, nicht Symptome sind wichtig.
Solche Karten können nur eine sinnvolle Anwendung finden: Die rektale Einführung beim Urheber.
Und, was geht Dich bzw. die Medien das an??
Einen Scheiß!!!!!!
Gruß
H. Müller
Nein, das geht weder mich, noOne noch die Medien “eine Scheiß” an. Hier geht es darum, wie man das Wohl der Kinder maximieren kann und da spielt die kulturelle Verfassung der Elten nun einmal eine Rolle.
Ich habe niemals verallgemeinert, da ich viele aus beiden Kategorien kenne. Ich komme aus einem Viertel wo einige Hochhäuser stehen in denen sehr viele aus der sogenannten Unterschicht und H4ler leben.
Ich sehe täglich wer von den Leuten sich wie verhält und das schon seit über 10 Jahren. Und glaub mir, es gibt jede Menge Leute die das Geld nicht für ihre Kinder verwenden, sondern die täglich Karten spielend, trinkend und saufend in der selben Ecke sitzen. Das ist keine Erfindung von Guido oder Angela, es ist Faktum.
Es ist aber definitiv auch nicht die Mehrheit, sondern ein kleinerer Teil der H4-Bezieher. Aber dies ändert nichts an der Problematik und deshalb diskutieren wir ja hier.
Leider kann ich dazu auch keine belastbaren Zahlen liefern.
Für wen soll es denn keine Arbeit geben? Es gibt für jeden Arbeit, nur nicht mit passender Bezahlung.
Hey-Ho, ich kenn ne Menge Oberschichtler, die sind Drogenabhängig. Kriegen die jetzt auch Karten ? Gibt’s demnächst nach dem gleichen Prinzip Koks für Manager auf Karte ?? Man muss ja aufpassen, das die ihr vieles Geld nicht einfach in Drogen investieren sondern bitteschön an der Börse verzocken.
Ja kenne ich auch, tut aber nichts zur Sache.
Das Geld von der “Oberschicht” kommt nicht aus den Sozialkassen, sondern ist privat und deshalb können die damit machen was sie wollen, die können das sogar verbrennen wenn sie lustig sind. Aber für das “Gemeinschaftsgeld” gibt es andere Regeln, weil es für die Leute und in dem Fall im speziellen für die Kinder zur Verfügung gestellt wird. Naja, aber das Problem sind wie immer die Eltern, die damit nicht umgehen können, aber davon gibt es in allen Schichten wohl den gleichen Anteil.
Das ist eine Sicht der Dinge. Eine andere Sicht (die meinige) ist, das mit Geld immer auch Verantwortung einhergeht. Gerade auf Vielverdiener trifft das imho zu. Geld ist Macht und damit kein ‘Privatvergnügen’. Aber mit dieser Einstellung bin ich wohl etwas ‘outdated’. Es gibt Schicksale und die Aufgabe unseres Staates, ist die Schicksale nach oben und unten abzufedern. Das nennt sich Gesellschaftsvertrag. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich der Staat in einige Belange des persönlichen Schicksals einklinkt, üblicherweise in die materiellen. Momentan trifft das aber wohl nur noch auf die unteren 3 Quartile zu.
“Vllt. sollte man mal gucken, was die Fakten sind:
a) Es gibt h4 Eltern, die das Geld welches für die Kinder da ist, für ihre persönliche Süchte oder Bedürfnisse missbrauchen (Rauchen, Trinken, allg. Drogen, Glücksspiel, etc.)”
So hast Du Deinen Beitrag begonnen.
Aber ist ja wurscht, in Deiner Aussage hast Du ja Recht.
Diese “Schicht” gab es schon immer, nur hat man sie
früher “Sozialhilfeempfänger” genannt und kein Hahn hat nach ihnen gekräht. Und jetzt, durch Hartz IV und die Entwicklung der
letzten Jahre, sind es eben viel viel mehr geworden, eine Schicht,
die in den Brennpunkt geraten ist. Und außerdem, man könnte
diese Diskussion enorm weit ausdehnen. Was ist mit der Mittelschicht, da gibt es auch verdammt viele Familien, die ihr
Geld vielleicht nicht versaufen und verrauchen, die aber ihre Kinder nicht mehr betreuen können, weil sie keine Zeit mehr haben? Aus welchen Gründen auch immer, Missstände gab und gibt es überall. Ich rege mich nur über “Verallgemeinerungen” auf.
Sicher gibt es solche Fälle auch in der Mittel- und Oberschicht. Wenn Frau vdL sich aber darüber Gedanken machen würde, das Kindergeld auch der Mittel- und Oberschicht in “Kartenform” auszuzahlen, könnte sie sich ihren Traum der Merkel-Nachfolge abschminken und die FDP würde (“Kommunismus!”) im Karree springen. Die Unterschicht schafft es jedoch nicht, trotz ihres großen Volumens, zu einem politischen Faktor zu werden. So lange sich dies nicht ändert, wird sich auch für sie selbst nichts ändern.
Es war KEINE Verallgemeinerung, ich habe geschrieben “es gibt” und nicht “Alle H4ler”, also bitte hör mir auf das zu unterstellen.
Es ist ein sensibles Thema, das weiß ich auch und ich weiß genau, dass durch ein falsches Wort einige sich sofort beleidigt fühlen, deswegen versuche ich ja so vorsichtig zu formulieren.
Hängen wir uns doch nicht an den Worten auf, du könntest ja vllt. inhaltlich mal mitmachen und Vorschläge bringen, wie man die Situation verbessern könnte.
Ich kauf ein Lesegerät.
Von den 200€ zahl ich 150€ aus.
Bar auf die Hand.
50€ sind meine Aufwandsentschädigung.
So haben alle was davon.
Der Schnapsladen.
Die Vielharmoniker.
Die Springreiter
Und das Finanzamt.
Ich bin steuerpflichtig.
Ist das der Einstieg in Hartz IV auf Karte?
Lebensmittelgutscheine auf Karte gibt es in den USA schon. Keine Science Fiction.
Seht mal hier:
We help put healthy food on the table of 40 million people
http://www.fns.usda.gov/snap/
http://www.fns.usda.gov/snap/faqs.htm
Grüße
@all
Natürlich könnte man Sachleistungen auch diskriminierungsfrei in ein Kartensystem einbauen. Wie wäre es mit einer echten(!) Prepaid-Kreditkarte? Das Problem bei einem solchen Modell wäre jedoch, dass weder der Nachhilfelehrer noch die Musikschule Kreditkartenzahlung akzpetieren und die Aufschlüsselung der konsumierten Produkte aus Datenschutzgründen zumindest problematisch wäre. Den Schwimmbadbesuch mit der eigenen Visa-Card zu bezahlen, wäre jedenfalls nicht stigmatisierend – im Gegenteil ;-)
Den Verwaltungsaufwand kann man den betroffenen Familien auferlegen:
Die Eltern erhalten den Mehrnutzen von 20 € mit ihren Leistungen.
Die Kinder werden (ortsgebunden!) zu Bildungsveranstaltungen geschickt.
Die Eltern halten ein selbstgefertigtes Formular bereit, aus dem hervorgeht, dass die Kinder an sinnvollen Maßnahmen teilgenommen haben, die ihre sittliche Reife stärkt und in den, in zehn Jahren ganz sicher wieder existierenden Vollarbeitszeit-beschäftigungsmarkt eingliederbar sind um gutes Geld zu verdienen.
Die Unterlagen sind von den Eltern jede Woche Freitags um 12:30 Uhr bei der jeweiligen ARGE/JobCenter einzureichen. Werden die Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht wird der gesamte Clan sanktioniert und Sippenhaftung eingeführt.
ALG II Empfänger sind Schikanen gewohnt, daher ist mit Widerstand nicht zu rechnen und die Bundeswehr kann in den Kasernen bleiben.
[bittere Ironie aus]
Die Karte,
wir malen euch/uns ein weich Bild, von einem musizierenden Harzfear Kiddy.
Und schon wird alles gut. Mission accomplished!
Ich weiß gar nicht wo das Problem liegt.
Harzfear Kiddys werden doch bestens auf die Zukunft vorbeitet.
Guckst du hier
http://www.weissgarnix.de/2010/06/22/fuer-das-leben-mit-aldi-lernen-wir/
Als ich die Schilderung seinerzeit laß,war ich schlicht sprachlos und bin es immer
wieder auf´s neue.
Tja was solls, ich sag mal 40 Euro pro Monat.
Hallo Spiegelfechter. Da hast Du aber was falsch verstanden, oder? Jedes Kind soll die Karte haben, HatzIV oder normal, es wird anhand der Karte deshalb nicht sichtbar sein, ob das Kind die Karte von HartzV finanziert bekommt oder nicht.
nein, das habe ich nicht falsch verstanden. Warum sollte ein Kind eine Karte mit sich führen oder nutzen, die nicht aufgeladen ist? Warum sollten die Eltern dieses Kindes die Karte aufladen?
@ Spiegelfechter
Du gibst mir leider keine Möglichkeit, Dir auf 65.4 Dir direkt antworten zu können.
Dann eben so.
Schade, für mich ist das reine Wortklauberei. Ich bin nicht journalistisch
ausgebildet, meistens rede ich frei nach dem Herzen. Es ist nicht fair,
so gemaßregelt zu werden, da ich Dir verbal nicht gewachsen bin. Will ich
auch nicht sein und ich möchte mich auch aufregen können. Es ist nun mal
Tatsache, dass, wenn das Wort Hartz IV auftaucht, sofort an “Versager”, etc.
gedacht wird und das ist nicht in Ordnung. Kannst du doch selber in Deinem
Blog raushören, oder? Immer und immer wieder hört man das und damit
wird auch ständig argumentiert. Ob Dir das auf den Sack geht oder nicht,
dürfte dabei keine Rolle spielen dürfen.
Das hat weder etwas mit Dir persönlich noch mit Maßregelung zu tun. Auch sehe ich nicht, dass in meinem Blog die Position “Hartz-IV-Empfänger seien Versager” auch nur im Ansatz mehrheitsfähig wäre. Die exakte Gegenposition “alle Hartz-IV-Empfänger sind Opfer” ist hier jedoch weit verbreitet und in dieser Absolutheit schlichtweg falsch. Wenn wir nun darüber diskutieren, wie man die Vorgaben des BVerfG am besten umsetzten kann, ist es m.E. wenig hilfreich, Hartz-IV-Empfänger zu idealisieren. Vor allem den Kindern hilft dies nämlich kein Jota.
@SF
Prinzipiell nicht falsch, jedoch solltest Du eines berücksichtigen: Zu Nutten-Peter-IV wird man nicht geboren, sondern gemacht. Das schließt die gesellschaftlich mögliche Sozialisation sowie die Gesetzgebung ein.
So betrachtet ist jeder Nutten-Peter-IVer ein Opfer, was ihn allerdings mitnichten von eigener Verantwortlichkeit im Rahmen der für seine jeweilige Schicht gesetzten Parameter befreit.
Tatsächlich ist es aber die ausführende Politik, die es erst ermöglicht hat, dass so etwas wie der von BILD kolportierte Nutten-Peter-IV überhaupt entstehen konnte. Die Schuldigkeit minus der Mitverantwortung liegt meiner Meinung ganz klar bei unseren Oberschichten, die die Gesellschaftsstruktur gestalten können, da sie die Macht und das Geld dazu haben.
Nutten-Peter-IVer haben kein Geld, keine Macht und daher keine Gestaltungsmöglichkeit.
Aus diesem Ansatz folgt, dass jede durch unsere Oberschichten beschlossene “Maßnahme” (egal ob fördernd oder fordernd) ein Ausdruck 100%iger Heuchelei und Menschverachtung ist.
Die wirklichen “Versager” sind die, die Nutten-Peter-IV erst möglich gemacht haben.
Genaus so ist es!!
Gruß
H. Müller
Das hast Du aber schön geschrieben. Und ist “Saufen und Rauchen” nun im Rahmen der “schichtspezifischen Parameter”? Von welchen Parametern sprichst Du überhaupt?
Schichten(Bildungs/Erfolgs)mobilität.
Wahnsinn. Wenn es die technischen Mittel schon vor 7 Dekaden gegeben hätte, hätte es solche Karten mit 5-zackigen gelben Sternen drauf gegeben. Und statt dieser dämlichen ‘Endlösung’ hätte man nur die Karten global sperren müssen, die wären dann von selbst verhungert ! Wir verkaufen nix an HartzIV-ler.
Wie krank ist das alles, ich frage mich wann sie denn den gelben Stern wieder einführen….bei der Unterschicht sind wir ja sprachlich bereits angekommen, von Untermenschen reden bereits einige….naja warten wir es ab, Blöd und Co. werden es schon richten!
@spiegelfechter
Hört sich wie politischer Schmarrn an. Mit Kategorien wie “diskriminierungsfrei” könnte ich überhaupt nichts anfangen. Entweder kann sich eine große Gemeinschaft so organisieren, daß alle Menschen menschenwürdig leben können, oder sie kann es nicht. Ganz offensichtlich kann dies eine kapitalistische Gemeinschaft nicht. Also muß ein realisierbares Konzept her, um menschenwürdiges Leben möglich zu machen. Ein innerhalb des Systems realisierbares Konzept wäre z.B. das “bedingungslose Grundeinkommen”. Wie Hartz4-Empfänger ticken, weiß sich nicht, aber nach den Regeln des Systems wird man ihnen einen Minderwertigkeitskomplex einpflanzen oder einen bestehenden Komplex verstärken. Wenn sie sich das einreden lassen, sind sie als aktive politische KRaft ausgeschaltet nach dem Motto teile und herrsche.
Wie man hört, sind in manchen US-Bundesstaaten bereits 20-30% arbeitslos. Wenn das in Deutschland einschlägt, reden wir nicht mehr darüber, ob ein Kartensystem für Hartz4-Empfänger diskriminierend ist oder nicht. Das Problem wird dann doch eher sein, ob das Funktionieren der elektronischen Infrastruktur auch in einer langen Systemkrise jederzeit sichergestellt werden kann. Anfang 2010 kam es z.b. bei Karten massenhaft zu Fehlfunktionen wg. “fehlerhafter Software”, die angeblich mit dem EMV-Chip einer bestimmten Produktionsserie nicht harmonierte. Von unerfreulichen militärischen Themen wie elektromagnetische Impulse, die Energieversorgungs- und Kommunikationsnetzwerke stillegen können, sollten wir besser nicht reden.
Richtig, aber auch eine nicht-kapitalistische Gesellschaft kann das nicht. Jedenfalls ist mir kein Gegenbeispiel bekannt.
Nein, das BGE wäre in diesem System eben nicht realisierbar und würde de facto kaum etwas ändern. In einem anderen System sähe dies freilich anders aus.
Bitte? In einigen Regionen Deutschlands erreichen wir mühelos die 20-30%-Marke.
qpiegelfechter
Falsch. Krisen transformieren kapitalistische Gesellschaften nicht mehr auf eine effizientere Stufe, wie wir heute sehen, fährt das System einige Monate lang hoch und kommt bald wieder herunter, weil das System iterativ an seine Rohstoffgrenzen stößt; die Systemgrenze ist erreicht und das läßt sich bald immer weniger leugnen. Frage ist dann, was das für die “menschenwürdige Existenz für alle” bedeutet: Systemwechsel oder Vernichtung? Sozialismus oder Barbarei?
Kuba ist ein lehrreiches Beispiel. Nach dem Kollaps der UdSSR war plötzlich kein Erdöl mehr da. Bald funktionierte nichts mehr. Eine Lösung war, den Menschen lokal Saatgut und landwirtschaftliche Geräte zur Verfügung zustellen und sie zu ermutigen, kleinste landwirtschaftliche Nutzflächen wo auch immer, zu erschließen. Mitten in Havanna habe ich massenhaft Felder mit allem möglichen Gemüse gesehen und Hühner auf Balkonen und Hinterhöfen. Die Menschen waren (wieder) schlank und ihre Gesichtsfarbe war gesund und kräftig.
Streiten wir uns nicht über Hennen und Eier. In einer pervertierten Form wird das kapitalistische System sowas wie BGE schon selbst verwirklichen, um die kommende Wut zu ersticken, aber BGE wird wohl nur einer der ersten Tropfen auf dem heissen Stein sein.
In den USA wird derjenige als arbeitslos definiert, der beim monatlichen Anruf der Statistikbehörde angibt, daß er sich in den letzten Wochen aktiv irgendwo bemüht hat. Wenn er das telefonisch verneint, gilt er statistisch als nicht arbeitslos. Wer lügt, ist arbeitslos, wer die Wahrheit sagt ist nicht arbeitslos.
Wie wäre es mit sozialistischer Barbarei? Die Rohstoffgrenzen sind doch eine recht vage Idee von den gleichen Denkern, die uns bereits vor fünfzig Jahren das Ende des Erdölzeitalters für das Jahr 2000 vorhergesagt haben. Dazu fällt mir immer nur folgendes Zitat ein:
“Wenn es im Jahr 1879 schon Computer gegeben hätte, würden diese vorausgesagt haben, daß man infolge der Zunahme von Pferdewagen im Jahre 1979 im Pferdemist ersticken würde.”
Ach ja, es lebe der glorreiche El Presidente *kopfschüttel*
@spiegelfechter
Wie bitte?? Es lebe der glorreiche El Presidente spiegelfechter???
…mach nur weiter so!
*kopfschüttel*
Die Befürchtungen dürften aber sein, dass “Bildungseinrichtungen”, die die Chip-Karte akzeptieren, wie Pilze aus dem Boden schießen. Ob die Kinder dort etwas lernen, dürfte zweitrangig sein. Das wird ein neuer Geschäftszweig. Irgendwelche Institute sitzen bestimmt schon in den Startlöchern. Dazu kommt, dass die ARGEN über 16-jährige überprüfen, ob sie überhaupt Abitur machen sollen, da die ARGEN die Zeugnisse überprüfen. Also weden auch die es überwachen, ob überhaupt der Gutschein z.B. für Nachhilfe genutzt werden darf.
Tja, wer von euch kann den auch erwarten, daß sich hier Hartz IV Empfänger zu Wort melden?
Wenn einige hier den ehrlichen Kommentar eines Arbeitslosen lesen müssten, würden sie vermutlich sofort jemanden vorbeischicken, um nachsehen zu lassen, ob er entweder schon an seinem Kronleuchter baumelt, oder gerade mit Kieselgur(allerdings nicht zur Düngung seiner Radi) herumexperimentiert.
Ich zähle mich zwar zur ersteren Gruppe der Feigen. Allerdings habe ich damals zum Aufhängen meiner Deckenlampe einen unterdimensionierten, weil billigen Haken verwendet, also was tun?
Ratlosigkeit macht sich breit. Der erhobene Zeigefinger verfehlt seine Wirkung und ist sowieso schon nicht mehr ganz gerade. Es bleibt die Depression.
@ noOne
“Hängen wir uns doch nicht an den Worten auf, du könntest ja vllt. inhaltlich mal mitmachen und Vorschläge bringen, wie man die Situation verbessern könnte.”
Ich mache doch mit :-)
Gut, ich biete hier keine Vorschläge an, weil es keine gibt.
Wenn ich mir die ganze Entwicklung, sagen wir mal der letzten 30 Jahre, so
anschaue, dann sehe ich Kälte, Egoismus, Geldgier, Armut, uvm.
Das mag jetzt vielleicht eine Verallgemeinerung in Deinen Augen sein, aber
ich empfinde es so und versuche es auch auszudrücken. Die Globalisierung
tut uns nicht gut, die Menschen entwickeln sich in eine Richtung, die mir
Angst macht. Dazu trägt auch der technische Fortschritt bei. Unser Denken ist
noch im Mittelalter und der Fortschritt überrennt uns. Wir können nicht mehr
folgen. Verstehst Du, was ich meine? Nicht, dass es schon wieder Streitpunkte gibt.
Außerdem sehe ich Vorschläge von uns als erfolglos an, weil sie kein Gehör finden. Wir können nur in unserem direkten Umfeld etwas verändern. Klein anfangen. Helfen. Unsere Kinder so zu erziehen, dass sie zu sozial und menschlich denkenden Teilen unserer Gesellschaft werden. Die Kinder von heute sind die Erwachsenen in der Zukunft. Das sollte man nie vergessen.
Die Perfidie von Röschen Albrecht, Tochter aus dem Polit-Hochadel, eingeheiratet in den Geldadel der von der Leyens, ist bemerkenswert.
Sie, von Papi in den Ministerposten gehoben, hat “Ideen”, wie man den Kindern der Hartz-IV-Opfer “helfen” kann, um diese vor ihren eigenen Eltern zu schützen.
Dazu “fordern und fördern” ihre Partei, die FDP, die SPD wie auch Ursel persönlich nicht nur deren Verdummung mit BLÖD bis Privatfernsehen, durch die Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit, letztlich Sinnlosigkeit von Schule und Ausbildung, durch den Entzug und die Vernichtung von Universität, Bildung und Aufklärung.
Nein, damit sich das Balg gleich an seine Position als Mensch vierter Klasse gewöhnt, als Dreck unter dem Reitstiefel der Söhne und Töchter aus besserem Hause, muss von Anfang an klar gemacht werden, wer etwas ist, und wer froh sein kann, überhaupt sein zu dürfen.
Und da die “Massnahmen” in Teilen der “Unterschicht” wirklich greifen, und dort manche Menschen Frust und Verzweiflung im Alkohol ertränken, darf diese Minderheit, quasi die Spitzengruppe des vorläufigen Agenda-2010-Zwischenergebnisses, die gesamten 9 Millionen Untertanen jenes in der Geschichte der Bundesrepublik (leider nicht auf deutschem Boden) einmaligen Unterdrückerapparates repräsentieren.
Sie stellen eben das Idealbild des Pöbels dar, um den “man sich kümmern muss”, die Zieldefinition derer, die immerhin noch als Drohkulisse für das wachsende Heer der Millionen Billiglohnsklaven brauchbar sind, vom 1-EUR-Jobber oder Aufstocker über die 400-EUR-”Kraft” bis zum Zeitvertrag, letzterer gerne auch über elf Monate, so dass der Klassenerhalt gesichert ist.
Gemeint ist natürlich insbesondere auch der Klassenerhalt der Profiteure: gleich ob sie nun Albrecht oder von-der-Leyen heissen.
Juchu, wir sind Exportweltmeister. Und Franz-Walter Steinmeier, der Architekt der Agenda 2010, ist “Oppositionsführer”.
Viele Grüsse,
VB.
Die Lösung wäre so einfach.Das Kindergeld nicht mehr zum Regelsatz anrechnen und schon hätte man für die Kids mehr Geld zu Verfügung .
Damit wären schon viele Probleme gelöst.
Das geht doch nicht! Dann würden die Hartzer doch im Schlarafenland leben und unserer lieben Wirtschaft nicht mehr als Niedriglöhner zur Verfügung stehen. Denk doch noch mal darüber nach. Was würde Guido sagen? Arbeit muss sich doch wieder lohnen!
Nicht Arbeit lieber SF sondern “Leistung” muss sich wieder lohnen. Ein kleiner aber feiner Unterschied im neoliberalesisch.
Stimmt! Verdammt, da habe ich meinen Westerwelle wieder einmal nicht richtig gelesen.
Ne ne…das hat schon gepasst. Auch der Spruch “Arbeit muss sich wieder lohnen” wurde von dem Knaben schon in Interviews und im Wahlkampf abgesondert. Es sei dir aber verziehen, denn ein Mensch alleine kann unmöglich all diese ganzen Phrasen inklusive des dazugehörigen verbalen Sondermülls, der noch nebenher anfällt, überblicken, und der so in den Medien unter das gemeine Volk gestreut wird.
Oops…ja, das ginge natürlich auch, aber jetzt kommt die zentrale Frage.
Wer würde denn daran verdienen?
Merkt jemand etwas?
Yup so ein Kartensystem könnte ein neues Standbein für die Armutsindustrie werden.
Aber der Vorschlag das Kindergeld nicht mehr anzurechnen hätte was. Aber wozu einfach wenn es auch kompliziert geht?
Wer daran verdient?
Guckst Du hier:
http://www.gegen-stimmen.de/?p=6967
Stimmt. Erarbeitet vom unterdrückten Proletariat. Die Herkunft der Milliardenvermögen sollte durchaus kritisch hinterleuchtet werden.
Nur solange das System sie schützt. Denn schon Schiller wußte:
Aber, aber, kritisch durchleuchten. Die Hosen runter lassen muss nur, wer nix leistet. Hatten wir ja hier schon einen Artikel drüber. Und die Privilegierten, deren Mamis und Papis genug Geld haben, um ein Studium samt Einliegerwohnung und Auto zu finanzieren, bekommen ja jetzt auch noch “Begabtenzuschlag” (wenn Sie es denn schaffen, den wirtschaftlichen Vorteil in einen intellektuellen zu verwandeln). Und wenn sich das Kartenmodell bewährt, gibts demnächst auch Bafög-Karten. Und welcher Unterschichten-Studi dann nicht die entsprechenden Leistungen bringt, bei dem geht die Genussmittel-Quota in die Knie …
Dazu meine ich:
Es hat keinen Verhaltenskodex für das Existenzminimum zu geben. Punkt.
Stammt aus:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3857/armut-die-freiheit-nehm-ich-mir#comment-79552
Ausserdem ist die Verwendung des Begriffes alkoholkranker, rauchender Nutten-Peter-IVer sehr wohl eine Frechheit, da Du sie benutzt, um einen Maßnahmenkatalog daran zu koppeln. Wieviele alkoholkranke, rauchende Nutten-Peter-IVer Du Anteilsmäßig unter allen Nutten-Peter-IVer siehst, ist dabei völlig irrelevant. Es ist in diesem Kontext diskriminierend.
@no0ne
Selbst das ist falsch: Von 2005 bis 2009 wurden 50.000.000.000 Euro aus den Sozialkassen via indirekter Subvention “Aufstocker” an die Oberschicht transferiert.
Und OK – soll unsere Oberscchicht mit dem “privaten Geld”, welches von anderen für sie erwirtschaftet wurde, ruhig machen, was sie wollen. Dann sollen sie aber auch damit leben, in einem vergoldeten Gefängnis zu leben, wenn sie nicht irgendwelche Gliedmassen abgeschnitten bekommen wollen.
Das scheint aber etwas aus der Mode gekommen zu sein, mir ist nicht bekannt, dass die Großverdiener da etwas zu fürchten hätten. Aber die Idee ist gut, ab 250.000 Jahresgehalt kostets einen Finger, ab 1.000.000 die ganze Hand. Die schicken wir dann in den Kongo, als späte Widergutmachung.
Z.B. Zugangskontrollsysteme mit Fingerprintin Argentinien und Südafrika hatten des öfteren mal Kontakt zu kalten Fingern :-).
Bei Autos wird glaube ich mittlerweile deswegen sogar darauf verzichtet :-).
200 Euro im Jahr wären circa 8 Nachhilfestunden, zumindest in NRW (also 2 Monate von 12… wo derzeit immer mehr Schüler, auch aus Bildungsnahen Familien, Nachhilfe benötigen, da die Schulen zu schlecht ausgestattet sind, um ihrem Lehrauftrag genügend nachzukommen)
200 Euro im Jahr, evtl. ließen sich davon in Gruppenuntericht (2-3 Schüler pro Sitzung) auch für ein halbes Jahr Übungsstunden für ein Musikinstrument nehmen, allerdings ohne das Instrument überhaupt finanziert zu haben oder die Leihgebüren für eines zu aufzubringen.
Mit Instrumenten siehts also schlecht aus, das Kind müsste allein 1 Jahr die 200 Euro sparen, um sich ein Instrument anzuschaffen (z.B. Gitarre, samt Gitarrengurt, Notenständer, Übungsbuch, Ersatzsaiten… und das Geld wäre schon weg)
Kursgebühren für bestimmte Wochenendkurse (Malen, Mosaik etc.) im kreativen Bereich liegen meist zwischen 60 und 120 Euro…
Teamsportarten kosten ohne Ausrüstung meist auch schon ihre 30 Euro pro Monat an Gebühr.
Also, ich würde auch behaupten, mit 200 Euro im Jahr kommt man nicht besonders weit.
Wobei ich sowieso langsam dafür wäre, den Geldmarkt lahmzulegen indem man ihn ignoriert und wieder alles über Tausch organisiert und Tauschgutscheine (oder eigenes Geld unabhängig vom Euro, gibts ja in einzelnen Gegenden auch schon) vergibt, die dann das Geld ersetzen…. So kommt man auch zu etwas, ohne Geld haben zu müssen, indem man eine Leistung erbringt und von jemand anderem eine Leistung erhält. In Freundschaften klappt das ja auch ganz gut (der eine hilft beim Umzug, der andere backt dafür Kuchen, wieder einer leistet Seelsorge und erhält Hilfe beim kaputten Computer, einer verschenkt regelmäßig geerntete Kirschen und Tomaten und bekommt Unterstützung beim Dachdecken der Gartenlaube… gerade in Familien ohne Geld oder als Student ist man ziemlich auf diesen Tauschmarkt angewiesen)
Aber ich weich grad vom Thema ab, jedenfalls, ich bin der Meinung es sollte flächendeckend einfach viel mehr -kostenlose- Angebote für Kinder und Erwachsene geben. Mehr Staat also, der gut finanziert Möglichkeiten schafft, um seiner Bevölkerung im Gesamten ein glückliches, hochwertiges und erfülltes Leben zu ermöglichen. Aber da auf den Staat in der Hinsicht kein Verlass ist, müssen wir wohl früher oder später selbst anfangen, in großem Maßstab zu organisieren…, was jedoch ohne Euros meist etwas Schwierig ist, da schon das Mieten von Räumlichkeiten Geld erfordert und man Geld benötigt um seine Lebenskosten zu tragen, ergo, sich meist irgendwo anstellen lassen muss, auch wenn der Job einem überhaupt nicht liegt, der Gemeinschaft schadet und am Ende auch noch mehr schlecht als recht bezahlt ist… einfach mal freiwillig für Lau Kurse in allem was man kann zu halten, für die, die es sich nicht leisten können, würde einen auf Dauer in diesem System leider selbst zum armen Schlucker machen.
Die Probleme sind also vielfältig und meist systembedingt.
Tja, gerade da liegt ja das Problem. Was du beschreibst, wäre eigentlich der Ursprung unserer (sogenannten) Volksvertreter. Jahrzentelang wurde uns aber beigebracht, das Steuern ja etwas schlechtes sind weil wir dadurch real weniger in der Tasche haben. Bild dir eine Meinung! Und diese Meinung wurde dann auch leider gebildet. Die seltsame FDP rennt ja heute noch kopflos umher und propagiert diese abstruse These. Steuern unter, Wetter besser…egal welchen Müll die auch verzapfen…weniger zahlen ist erstmal nur gut…Gedanken über die Konsequenzen macht sich da niemand. Deine Forderung nach sozialer Gerechtigkeit sollte also garnicht nötig sein, sondern vielmehr eine Selbstverständlichkeit, denn das Geld dafür wurde ja bereits eingesammelt. Der Kern des Problems ist nur…die Kohle wird für andere Dinge verschwendet, wobei sicher sein dürfte, das es sich dabei weder um dein, noch um mein Bankkonto handelt…keines der Postings wäre wohl sonst zustande gekommen….
Ach nehhh, das is’ doch nur ‘n Gag – ist doch noch Sommer ;).
Also ich find die Idee mit der Hartz4-Karte wirklich gut.
Noch besser wäre es, die Almosen-Empfänger zum Nachhilfe-Unterricht zu zwingen.
So könnte ein ganzer Wirtschaftsbreich neu entstehen und kräftig wachsen. Man pfercht ca. 50 Hartz4-Kinder in kleine Klasssenräume und lässt sie dann von 1-Euro-Jobbern “belehren”. Die beteilgten Unternehmen würden riesige Gewinne schaufeln und könnten so einen Teil direkt wieder in Politikspenden investieren. Am Besten Richtung gelb.
Ein weiterer netter Nebeneffekt wäre, das die Blagen endlich von der Strasse sind. Das Geplärre stört ja schliesslich beim Geld zählen.
Also eine Bekannte ist im Referendariat in einer Realschule in einem ‘sozialschwachen Gebiet’. Die Klassen sind schon extrem stark (~35 Kinder). Die haben dort seit geraumer Zeit einen 1-Euro-Jobber eingestellt, der sich um die problematischen Kinder kümmert, die wegen schlechtem Sozialverhalten auffallen. Konkret heißt das, dass man Schüler als Disziplinarmaßnahme nicht mehr einfach nur für eine Weile ‘rausstellt’, sondern einfach für den Rest der Stunde zum ’1-Euro-Jobber’-schickt (wie die offizielle Bezeichnung für die Stelle heißt, weiß ich leider nicht), wo sich dann quasi schulweit die ‘Chaoten’ einfinden. Geht das so in die Richtung, die Sie sich überlegt haben ?
Du merkst es aber schon, wenn Du auf Sarkasmus triffst? :-)
Mich würds kein Stück wundern, wenn sich dann herausstellt, dass die IT-Lobby bei dieser Idee ordentlich mitgemischt hat. Für mich ist das einfach von vorne bis hinten eine Schnapsidee.
Sicher gibt es HartzIV-Bezieher, die sich nicht um ihre Kinder kümmern und das Geld eher für Alkohol und Tabak ausgeben (auch in anderen Schichten, aber darum gehts ja hier nicht). Da hilft die Karte aber kein Stück, es reicht ja nicht, nem 6jährigen Kind die Karte in die Hand zu drücken, Sportverein, Musikschule etc. muss ja auch organisiert werden.
Richtig angeschmiert sind die Leute, die die Karte wirklich nutzen wollen. Das meiste ist ja mit Zusatzkosten verbunden, für den Sportverein braucht man ordentliche Sportschuhe, ein Musikinstrument muss geliehen werden (nicht immer geht das kostenlos), in den Zoo/Schwimmbad soll grad bei jüngeren Kindern sicherlich mindestens ein Elternteil mit, überall muss auch der Transport organisiert und bezahlt sein. Die Zusatzkosten müssen dann wiederum vom normalen Regelsatz abgeknapst werden.
Das Infrastrukturproblem kommt dazu, kommunale Einrichtungen werden ja sicherlich ein Kartenlesegerät haben, aber private Einrichtungen? Was machen die, lehnen die dann Hartzer einfach ab? Hier droht nochmal das große Ausgeschlossenwerden.
Ich schiebe es gleich voran: ich habe die Schnauze so voll von diesem Land. Altersgemäß stehe ich vor der Entscheidung mich aus der außerparlamentarischen und gedanklichen Politik zurückzuziehen und einfach zu sagen, man kann nichts ändern.
Ihr habt ja alle so recht. Aber das wars dann auch schon. Der Flatter sei mal ausgenommen, immerhin hab ich ihm die tollen Texte zu verdanken. Aber hey, das was wir hier reden, auch in dieser gedanklichen Qualität, wird je nach Thema in der politischen Linken seit ich denken kann, beredet. Nur passiert ist nichts. Ok, dafür gabs verschiedene Gründe. Aber unter dem Strich?
Zum Thema. Nein, natürlich kann man nicht bei den ARGEN einfach so Nachhilfeunterricht beantragen. Die ARGE Bremerhaven hat daher mit einem externen Bildungsträger im Projekt Pro Aktiv z.B. entsprechende Nachhilfeprojekte ins Leben gerufen. Allein wären es schon bei zu geringer Nachfrage nicht ausreichend Plätze.
Die Karte. Ich seh es ähnlich wie Flätter. Ich würde mir wünschen, dass dann auch allgemein das Kindergeld nur noch auf solche Karten ausgezahlt wird. Denn seit Jahrezehnten werden im Mittelstand Neukarossen auf Pump bewegt dessen monatlicher Aufwand zwangsläufig auf Kosten der Krabben bewerkstelligen musste.
Schaut man sich dann noch die durchscbnittliche Verschuldung an, hört sich die Statements der Schuldnerberatungen an, eröffnet sich da bzgl. des romantischen Bildes über den den Penälern ja so wohlgesonnenen Mittelstand ein desaströses Bild. Auch diesbezüglich könnten man da ähnlich argumentieren.
Aber vllt kommt ja bald einer auf die Idee einen Lebenbo…, Verzeihung, staatlich gesteuerte Jugendgruppierungen zu begründen.
Mal wieder ein interessanter Artikel, mit dem ich zwar nicht zu 100% übereinstimme, der jedoch zum kritischen Nachdenken anregt. Danke dafür!
OT:
Ich deaktiviere auf ausgesuchten Seiten wie dieser regelmäßig meinen Adblocker und klicke auch mal eine Anzeige an um den Betreiber wenigstens minimal zu unterstützen. Ich frage mich allerdings schon, warum ich ausgerechnet hier mit Anzeigen dubioser Kredithaie (“Sofortkredit auch ohne SCHUFA” etc.) konfrontiert werde. Es mutet schon *etwas* befremdlich an moralisch argumentierende Artikel zu Gunsten sozial Schwacher zu lesen, während 2cm daneben Firmen werben, deren Geschäft die Abzocke derselben ist.
Da hat der Betreiber i.d.R. keinen Einfluss, da externe Ad-Server eingebunden sind. Über die Inhalte (inklusive Malsoftware) entscheidet der Betreiber des Ad-Servers oder derjenige, der ihn gehackt hat.
ich könnte die Google-Ads höchstens ganz herausnehmen. Das werde ich auch tun, sobald ich einen Ersatz für diesen Bannerplatz gefunden habe, zumal die Einnahmen eh bescheiden sind. Leider muss ich aber mit jedem Euro kalkulieren :-(
Okay, kann ich nachvollziehen. Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch.
Die Grundidee, Kindern von einkommensschwachen Familien eine Vereinsmitgliedschaft zu finanzieren, ist erstmal hervorragend. Die Kartenidee ist Mist, wegen der teuren Lesegeräte. Auch klar.
Den Erziehungsberechtigten das Geld direkt zur Verfügung zu stellen ist nicht so sinnvoll. Ich kenne genügend Transferleistungsempfänger/innen die nicht mit Geld umgehen können. Details erspare ich mir.
Soll doch das Sozialamt oder die ARGE die Mitgliedschaftsbeiträge für die Vereine oder Musikschulen überweisen, wenn ein Klient diesen Wunsch äußert. Fertig!
@Volker Birk #78
Gratulation!
Wir brauchen diese beissende Schärfe. Die Präzision hat nicht darunter gelitten.
Bleibe uns erhalten. Es stehen noch große Aufgaben an.
Lost focus. Dieses Schlachtfeld erschöpft sich in Nebensächlichkeiten. Dies entspricht genau dem Muster der bereits festgestellten “organisierten Zeitvernichtung” durch Bertelsmann & Co. und deren untergeordneten Hirnficker-Filialen.
Das Szenario deckt sich mit dem hinreichend bekannten ÖR-Muster “Leute, die nicht betroffen sind, diskutieren unter Ausschluss der Betroffenen Dinge die sie nichts angehen”.
Hartz IV, respektive ARBEITSDIENST 2.0 muss weg. So einfach kann die Revolution sein. Man muss sie nur wollen.
Weil dann die Bertelsmann-Tochter Arvato mit im Spiel ist. Und das ist in der BRD 2.0 doch die Hauptsache.
Ich finde diese Idee gut.
Schämen sich die Kinder mit dieser Karte zu bezahlen, dann wird der Druck auf die Eltern einer Erwerbsarbeit nachzugehen auch von dieser Seite größer und erinnert diese auch an die kulturellen Pflichten gegenüber ihren Kindern. Das System wird in der Privatwirtschaft zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und ließe sich auch auf Kinder in den höheren Bildungseinrichtungen bis zum 27. Lebensjahr ausweiten.
Z.B. könnte das Essen in der Mensa mit eben so einer Karte bezahlt werden müssen – als kleine Anregung.
Jo genau. Und morgen sind wir alle reich und schön. Was für ein Unsinn.
Wo keine Arbeitsplätze sind, da kann ich einem Arbeitslosen mit der Pistole auf der Brust bedrohen…er wird keinen Job bekommen. Und das ist nicht die Schuld des kulturell pflichtvergessenen Arbeitslosen, sondern das Ergebnis der perversen Wirtschaftspolitik der letzten 10-15 Jahre. Dazu noch sehr erfolgreich gepaart mit netten Medienkampagnen, dass ja alle Arbeitslosen faule Säufer sind, die einfach keinen Bock zum Arbeiten haben und lieber auf der heimischen Couch das Geld zählen. Was soll ich sagen…die Medienkampagne war wohl erfolgreich. Dein Beitrag beweist es.
“Schämen sich die Kinder mit dieser Karte zu bezahlen, dann wird der Druck auf die Eltern einer Erwerbsarbeit nachzugehen auch von dieser Seite größer und erinnert diese auch an die kulturellen Pflichten gegenüber ihren Kindern.”
Aha, also sollen unschuldige Kinder erst mal diskrimiert werden damit sich so das Verhalten der Eltern ändert? Na das nenne ich doch Sippenhaft par excellence.
Dass man mit einer solchen Argumentation nebenbei sämtlichen Beziehern von Alg II mit Kindern unterstellt aufgrund mangelnder Initiative eigentlich selbst schuld an ihrer Situation zu sein macht Ihre Aussage noch widerlicher.
Satire? Wieviele “freie Jobs” (ich rede mal gar nicht erst von der “Qualität”) stehen noch mal genau wievielen Arbeitslosen gegenüber?
Dein Beitrag kann nur Satire sein, denn andernfalls wäre er entmoralisierte Propaganda oder Du wärest zu dumm, auf’s Klo zu gehen und längst an inneren Vergiftungen zugrunde gegangen.
Gut erkannt).
Warum nicht einfach das Geld direkt in Schulen und Nachhilfe(lehrer) und Musikschulen und Sportvereine stecken?
Zumindest erstere käme ganz direkt, unbürokratisch und effizient allen Kindern zu Gute, die es brauchen, eine halbwegs vernünftige Organisation und qualitativ gute Nachhilfe an Schulen vorausgesetzt. Heißt eigentlich: stellt mehr Lehrer ein, die Nachhilfe geben können in kleineren Klassen, vielleicht im Nachmittagsunterricht nach einer kleinen Mittagspause. (Kind Schulbrot mitgeben)
Musikschulen und Sportvereine ein wenig mehr zu subventionieren, würde wahrscheinlich nicht ausreichen, um auch arme Kinder dort hinschicken zu können. Aber wieso kann eigentlich das Arbeitsamt / Sozialamt nicht schlicht den notwendigen Betrag direkt an den Sportverein überweisen? 1 Sportverein pro Kind sollte doch drin sein.
Und wieso kommen Politiker auf die Idee, dass angeblich bildungsferne HartzIV-Eltern das Geld von einer Gutschein-Karte in Bildung investieren werden, Bargeld aber nicht? Denn Investitionen in Bildung setzen ja voraus, dass der Investor von Bildung Ahnung hat. Diese Annahme wird aber verneint, denn man gibt HartzIV-Eltern ja gerade deshalb die Gutschein-Karte, weil sie angeblich keine Ahnung von Bildung haben und Bargeld angeblich nur versaufen würden. Also alleine die Übergabe der Gutschein-Karte macht aus bildungsfernen HartzIV-Eltern ganz plötzlich ohne jede Erklärung gekonnte Investoren der kindlichen Bildung.
Anscheinend hat eine Firma namens Sodexo die Hände mit im Spiel:
http://www.gegen-stimmen.de/?p=6967
Und kann man für das Geld der Bildungskarte eigentlich auch Schulbücher bzw. Nachhilfebücher kaufen? Wie wäre es mit einem zusätzlichen Mathebuch, einer Formelsammlung für Naturwissenschaften, einem Wörterbuch Englisch-Deutsch oder einem Grammatikbuch?
Scheint mir auch so, als wollte von der Leyen wahlweise die Bildungsausgaben bzw. die Sozialausgaben “hochrechnen”, indem sie erst den Kindern die Bildungskarte auflädt und dann dafür sorgt, dass dieses Geld kommunale Angebote finanziert.
So zahlt man einmal, weißt es aber statistisch als Erhöhung der Bildungsausgaben und als Erhöhung der Kommunalfinanzen aus.
Jop…schön gesehen. Würde man nämlich anstelle der Flickschusterei die Bildungsausgaben, die nebenbei bemerkt die letzten Jahre ja massiv halbiert wurden, wieder auf einen vernünftigen Stand bringen, dann würde sich die ganze Diskussion überhaupt nicht stellen. Zumindest nicht in Bezug auf Nachhilfe und Schulbildung. Würde man dann noch die Hartz4 Regelsätze erhöhen, oder hätte man das seltsame Elterngeld halbwegs intelligent konzipiert (ok, ging nicht…war ja auch eine Idee von Uschi), dann wäre das Thema jetzt komplett vom Tisch.
So aber soll das Rad neu erfunden werden und diesmal soll es eckig aussehen.
Kannst Du diese Behauptung belegen?
Das Bildungssystem als solches zu entzerren, in dem man die Klassen halbiert und die echte Ganzagsschule statt der Ganztagsverwahrung einführt, würde allen zugute kommen und einen echten Aufstieg durch Bildung möglich machen. Letztendlich ist es nämlich die Bildung und zwar die ganzheitliche Bildung, die die Menschen frei und sozial macht.
Man sollte vielleicht das Geld in einen soliden Strick investieren und U.v.L am naechsten Baum ……? Und dass sie nicht so alleine da …. sollte man fuer Gesellschaft sorgen…?
Das ist also Deutschland heute……..Was ist seit 20 Jahren passiert:
Eine Republik, die einstmals im Zusammenschluß von Politik und Bürger verkündete, “mehr Demokratie wagen” zu wollen, ist verkommen zu einer Diktatur von Politik, Wirtschaft und Medien.
Eine grandiose Entsolidarisierung der Gesellschaft nahm schleichend den Platz der Solidargemeinschaft ein. Jener Solidargemeinschaft, die uns von vielen Unrechtsstaaten unterschied.
Diese Entsolidarisierung betraf anfangs nur kleine Gruppen der Bevölkerung und wurde daher vom Rest akzeptiert. Mittlerweile sind direkt oder indirekt mehr als 20 % der Bevölkerung davon betroffen und es werden mit jeder “Reform” mehr.
Trotzdem glaubt der noch nicht betroffene Rest der Gesellschaft immer noch, er habe nichts zu befürchten und entblödet sich nicht, im Sinne des Regimes die Entsolidarisierung weiter zu unterstützen.
Immer noch wird dem Irrglauben nachgerannt, es bestehe eine Solidarität zwischen Mittelstand und der sog. Oberschicht gegen die neue Unterschicht.
Vor 20 Jahren wäre jeder verspottet worden, wenn er von einem Prekariat dieses Ausmasses gesprochen hätte. Und trotzdem glaubt sich heute jeder Angehörige der Mittelschicht gefeit gegen den Absturz in dieses Prekariat. Im Gegenteil, Arbeitslose und Aufstocker werden gnadenlos beschimpft und denunziert, darunter Menschen, die aus Gewinnwahn der Konzerne rücksichtslos auf die Strasse gesetzt wurden. Schuldig in unserer verkommenen Gesellschaft sind nicht die Konzerne sondern die Entlassenen.
Wer das Pech hat, schon das 40. Lebensjahr vollendet zu haben, gehört zu den gesellschaftlich und arbeitsmäßig Aussortierten. Und alle applaudieren!
Es werden unwahre Arbeitslosenzahlen unkommentiert von den Medien verbreitet, dabei wissen alle, dass wir in einer Gesellschaft von 1-?-Jobs und Mini-Jobs leben.
Stellenanzeigen in Zeitungen? Seitenweise nur noch Teilzeit, Leiharbeit, Minijob oder weniger.
Kann hier keiner mehr lesen?
Was unterscheidet uns noch von einer diktatorischen Staatsform á la DDR?
Ich behaupte einmal, nicht allzu viel. Auch in der BRD wurden seit 20 Jahren und erst recht nach dem 11.09. die Bürgerrechte ausgehöhlt, Medien mittlerweile gleichgeschaltet bzw. die Verantwortlichen durch “linientreue” Propagandisten ersetzt.
Was unsere Gesellschaft vor 20 Jahren noch entsetzt hätte ist heute Alltag.
Sog. Experten, Professoren, Sachverständige werden wieder und wieder eingesetzt, um den von einer bestimmten Gruppe gewollten Staus Quo zu definieren und zu verbreiten. Und sie machen das nur zu gern in dem Glauben, dazu zu gehören.
Welche Rechte und Möglichkeiten stehen dem heutigen Bürger noch frei um Veränderungen zu bewirken?
Wahlen werden durch die Listenplätze der Parteien ad absurdum geführt.
Abweichende Meinungen werden nicht mehr diskutiert sondern diffamiert (Kommunisten, etc.).
Die diktatorischen Formen in der BRD von heute sind lediglich feiner und subtiler als in ehemaligen Ostblockstaaten.
Denken, auch um der Gemeinschaft willen, ist einer tumben Dauer-Party-Stimmung gewichen. Alles ist Party. Hartz 4 ist Party. Demütigung ist Party. Hunger ist Party. Ausgrenzen ist Party.
In den Parteien CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne steht mittlerweile der Bodensatz an der Spitze. Egal, ob sie Westerwelle, Rösler, Gabriel, Steinmeier, Nahles, Künast oder Özdemir heißen, Mittelmäßigkeit und Verfügbarkeit für Konzerne und Banken zeichnen die Spitze dieser Republik aus. Rückgrat, Moral, Verantwortung sind für diese Kreaturen Fremdworte. Die letzten anständigen Menschen in den Parteien wurden mundtot gemacht (Listenplatz!!), diffamiert und zum Stimmvieh degradiert.
Die diktatorische Rafinesse einer ebenso geschulten Kanzlerin gepaart mit austauschbaren und mittelmäßig gebildeteten Parteikarrieristen jeglicher Couleur sowie willfähriger Medien ist der Todescocktail dieser Gesellschaft.
Korruption zwischen Wirtschaft und Politik ist heute offenes Tagesgeschäft. Medien berichten darüber wie über Sportergebnisse, denn es gibt heute weder eine rechtliche noch eine moralische Instanz, die solchermassen verurteilt.
Konzerne machen auf Kosten der Menschen, die dort arbeiten, Milliardengewinne wie noch nie. Aber uns wird erzählt, “wir leben über unsere Verhältnisse”, wenn ein gerechter Lohn gezahlt werden soll.
Die Deutsche Bank als exemplarisches Beispiel erwirtschaftet einen riesigen Milliardengewinn, setzt aber als Konsequenz weitere 1.700 Mitarbeiter vor die Tür um diesen Gewinn noch zu steigern.
Kinder hungern, verblöden, werden ausgegrenzt – erwachsene Menschen im besten Arbeitsalter werden in Argen gedemütigt, erleben einen sozialen Abstieg sondergleichen und stellen das eigene Leben in Frage.
Und alle schauen zu, und viele hauen drauf, und die meisten interessiert das alles nicht.
Das ist die heutige BRD unter einer Kanzlerin, die in einer Diktatur erzogen wurde und dort alle Privilegien besaß (einschließlich des IM Status).
Jeder Tag der in Deutschland vergeht ,ohne das ein wuetenter Mob mit Knueppeln und Fackeln nach Berlin zieht ist ein reines Wunder.
Ich finden Deinen Kommentar sehr gut und möchte meine volle Zustimmung zum Ausdruck bringen.
Ein Info- Schnippsel (Indiz) , warum wir m.E. von den Verhältnissen wie sie (vermutlich) in der DDR geherscht haben im geistig und moralisch Sinne gar nicht mehr so furchtbar weit entfernt sind, ergibt sich z.B. aus:
Geldanlage & Börse Finanzexperten stürmen die Klassenzimmer
Ich habe mal vor einiger Zeit eine kleine WDR 5 (???) oder DLF(???) Reportage gehört wie diese Experten ihre “Kapitalismuskunde” den Schüler/innen verkaufen, und fühlte mich dabei genauso schlecht wie bei den Filmauschnitten aus dem politischen Unterricht der ehemaligen DDR, nur eben mit anderen Vorzeichen.
Evtl. könnte man auch durch “Vorzeichenwechsel” auch Analogien im DDR System zu der geplanten H4-Card finden?
@Lazarus09 #95
Ich mache es kurz: DANKE für deinen hervorragenden Beitrag. ich freue mich ehrlich über jeden der etwas begriffen hat und dies nicht für sich behält.
Wenn ich selbst hier beim spiegelfechter so einige Kommentare lese, wird mir speiübel. Da wird nach Argumenten gesucht und geforscht, wenn man die eh schon bitter Bestraften noch weiter in den Dreck treten will.
Klar, es lassen sich immer irgendwelche Argumente herbeizaubern, wenn man denn will. Dies hatten auch schon die Sklavenhalter so getan, um ihr Anrecht auf Sklavenhaltung zu begründen. Die Kreuzzüge wurden so begründet und Tetzels Ablasshandel war auch filigran erklärt. Den sächsischen Webern wurde plausibel gemacht, warum ihrer Hände Arbeit immer weniger wert sein sollte und auch die Nationalsozialisten hatten für all ihre Untaten immer eine Begründung.
Mensch sollte sich allerdings dadurch auszeichnen, den eigenen Kopf zu benutzen anstatt eine Propaganda, von wem auch immer, nachzubeten. Es wäre äußerst empfehlenswert, sich vor der Festlegung eines eigenen (vermeintlichen) Standpunktes, egal zu welchem Streitthema, einmal etwas intensiver mit Kants Kategorischen Imperativ zu beschäftigen. Dann würden sich einige Kommentare in genau die lauwarme Luft auflösen, die sie eigentlich schon jetzt darstellen.
Bildungsgutscheine und ihre gegenwärtige Kritik – eine Verwunderung
Bildungsgutscheine, gegenwärtig in Form einer Chip-Karte diskutiert, sollen gewährleisten, dass öffentlich bereit gestellte Mittel auch denen zukommen, für die sie gedacht sind. Da Kinder in der Gefahr leben, von ihren Eltern übergangen zu werden (es geht natürlich nur um ALG-II-Bezieher) – so die Denke hinter den Gutscheinen -, dürfen Leistungen nicht in Bargeld an die Eltern erfolgen. Auch diese Diskussion ist ein Beleg für das Misstrauen in die Eltern, denn erwogen wird nicht, in Fällen, wo tatsächlich die Kinder vernachlässigt werden, solchen Sachleistungen gegenüber einer Bargeldleistung den Vorzug zu geben oder einzugreifen, wo das Kindeswohl bedroht ist. Es soll stattdessen von Anfang an verhindert werden, dass ein Missbrauch überhaupt geschehen kann.
Die Weltfremdheit solcher Überlegungen erstaunt einen stets von Neuem. Eltern, denen das Wohl ihrer Kinder tatsächlich nichts bedeutet, sind die Ausnahme und nicht die Regel. Weshalb es zu diesen Ausnahmen kommt, das ist nur zu begreifen, wenn die Lebensgeschichte der Eltern in Augenschein genommen wird. Aufgrund von Traumatisierungen sind in vielen solcher Fälle Eltern derart mit sich beschäftigt, dass sie sich ihren Kindern nicht genügend widmen können. Wo sie heute schon Geldleistungen nicht in Bildungsförderung umsetzen, werden sie auch die Chip-Karte nicht in diesem Sinne nutzen. Die Bewältigung des Alltags ist für manche Eltern eine Herausforderung, die alle Aufmerksamkeit verlangt. Diesen Eltern – und ihren Kindern – ist mit einem Generalverdacht und der Bevormundung, die Bildungsgutscheine beinhalten, nicht geholfen. Die Stigmatisierung wird nur verstärkt und nicht gemildert (siehe hierzu auch “Unterhaltsrecht”, “Armut” und “Kinder- und Jugendhilfe”). Stattdessen müsste die Stigmatisierung aufgehoben werden.
Ebenso verwunderlich wie diese Weltfremdheit des Vorschlags ist die Kritik mancher Kritiker an ihm (siehe z.B. die Nachdenkseiten, die FAZ ). Als seien nicht alle Leistungen, die als Einkommensersatz fungieren und nur nach Bedarfsprüfung vergeben werden unter den Bedingungen einer Erwerbsverpflichtung stigmatisierend. Die Kritiker haben offenbar vergessen, wie sehr der Sozialstaat schon vor den sogenannten Hartz-Gesetzen Leistungsempfängern eine Mitwirkungspflicht auferlegte, die unter Androhung von Sanktionen eingefordert werden konnte (BSHG §§ 1 und 25). Die Bildungsgutscheine sind nur konsequenter Ausdruck dieser Bevormundungs- und Misstrauenshaltung, aber nicht überraschend und schon gar nichs Neues (siehe auch Bürgerarbeit).
Anders wäre die Lage erst, wenn bedarfsgeprüfte Leistungen zusätzlich zu bedingungslosen Leistungen bereitgestellt würden. Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen würde das Einkommen gesichert, durch die bedarfsgeprüften würden darüber hinausgehende Unterstützungsleistungen bereitgestellt (siehe z.B. “Grundeinkommen und Behinderung” von Martina Steinheuer). Weil die Bedarfsprüfung für solche Leistungen sich nicht mehr auf die Einkommenssicherung richtet, sich also nicht mehr daran orientiert, dass der Bezieher der Erwerbsverpflichtung nachkommt, wäre sie auch nicht mehr stigmatisierend. Ihre Bewilligungsgrundlage wäre auf der Basis eines bedingungslosen Grundeinkommens eine andere. Sie richtete sich auf die Ermöglichung von Autonomie und Selbstentfaltung und hätte darin ihre Begründung, ohne ihre inhaltliche Ziele vorzugeben. Genau diesen Aspekt sehen die Kritiker der Bildungsgutscheine nicht, und dass die FDP gerade diese Bevormundung gut heißt, verrät uns viel über ihre fehlende Liberalität. Auch das ist aber nicht überraschend, denn, wer sich zu den Faulheitsbekämpfern schlägt, kann die Freiheit des Einzelnen nicht verteidigen.
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen allerdings würden alle Souveränität gewinnen.
Sascha Liebermann
Quelle: http://blog.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/2010/08/13/bildungsgutscheine-und-ihre-gegenwartige-kritik-eine-verwunderung/
Je länger ich über diese Chipkarte nachdenke, so absurder erscheint mir die Idee.
Bedingungsloses Grundeinkommen schön und gut, aber das wird wohl ohne eine mittlere Revolution hier in Deutschland nicht zu machen sein.
@Lazarus09 #95
Es ist immer wieder schön zu sehen dass man nicht alleine ist mit seiner Meinung und vor allem Den Inhalt Deines ersten Absatzes kann ich mir ebenfalls in fast keinem Zusammentreffen in der Öffentlichkeit mehr verkneifen.
Sei es wie am Freitag in der örtlichen DHL Dependance, wenn ich die Frau hinter dem Tresen beim Abschicken eines Einschreibens frage, ob mein Gefühl mich trüge jeden Tag ein neues Zustellergesicht zu sehen und sich daraus ein fast schon herzerfrischender Monolog ihrerseits entspinnt der damit endet dass sie kritisiert dass mittlerweile die DHL die Anlieferung in die örtlichen Verteilzentren mit Fremdfirmen und deren Fahrern mit Niedriglöhnen durchführen lässt ,obwohl sie gleichzeitig was von Mindestlöhnen schwafele.
Ich bei Getränkehändler, Taxifahrer oder Bäckerei es mir nicht nehmen lasse, jedesmal meine Abscheu darüber loszuwerden warum man als Kunde mit der Auslage der BILD Zeitung belästigt werden müsse. Ob es nicht einen besseren Platz für den Dreck, vielleicht unter der Theke oder im Mülleimer gäbe.
Passend dazu natürlich ein entsprechendes Kommentar zum Aufmacher der ersten Seite. Oder, vor allem bei nicht arischem Gegenüber, ob er/sie wüsste dass das Blatt alles andere als Imigrantenfreundich sei.
Erstaunlicher Weise, zumindest in der zweite Gruppe fast immer Erstaunen und die Frage ob ich das a bissle erläutern könnte.
Das soll hier nur als Beispiel meines, sich täglich mehr und mehr entladenden Unmuts gegen die Rücksichtslosigkeit der auch von Anderen oben genannten, heute herrschenden Zustände gelten.
Dabei will ich aber nicht ausser acht lassen dass es mir immer schhwerer fällt den treudoof dreinschauenden Gegenübern nicht auch den Marsch zu blasen. Denn, wie hier schon jemand erwähnthat, natürlich hat keiner damit etwas zu tun, niemand hat sie gewählt und noch besser von allen Seiten der Einwurf :”könne mehr ja eh nix dran ändern”.
Wenn ich dann erwidere “Wie wäre es zumindest mal dem Versuch bei den nächsten Wahlen genau die zu Wählen von denen uns die ganzen Medien abraten und sei es nur weil wir in den letzten 20 Jahren gesehen haben was vom Rest zu halten ist !?” –> erschrockene Gesichter.
Die Selbstreflektion der Mehrheit der Bevölkerung ist dahin. Solidarisierung gibt es kaum mehr und wenn muss dazu schon ein Arm oder Bein fehlen, nicht aber die meist gar nicht selbst verschuldetet soziale Schieflage.
Ich diskutierte ernsthaft vor kurzem mit einer Friseuse welche seit 15 Jahren für 800€ + Rest bar auf die Hand arbeitet, warum ich ihren Arbeitgeber eher für einen Sozialschmarotzer halte als die von Ihr vorgebrachten 90% faulen H4Empfänger!!
Mir fällt es dabei immer schwerer für diesen mich in der Mehrheit umgebenden Menschentyp, der letztendlich doch dem System willenlos folgt und es somit auch überhaupt am Leben erhält vor allem solange es ihn nicht selbst betrifft, eine Ausrede zu finden.
Eine Ausrede für mich warum ich nicht auch für diese (zumindest im Geiste) einen Galgen neben die obigen aufstellen sollte……
Was wollte ich nun mit meinen doch a bissle ausgeuferten Wort zum Sonntag sagen….
Ich hoffe dass zumindest die Menschen hier mit denen ich mich zumindest im Geiste verbunden fühle (sicher einige von Euch die hier kommentieren.. inkl. Jens :) dies auch in ihrem realen Leben da draussen so Krachen lassen wie es hier den Anschein macht.
Wenn ihrs noch nicht tut, lasst die Luft raus! Sagt Eure Meinung, jeden Tag laut und hörbar immer wieder, auch wenns manchmal scheint ihr wäret der einzige Schwarze auf ner Glatzenparty. Nur so werden wir uns finden können und am Ende vielleicht auch was bewirken. Und sei es nur dass das Stimmvieh um uns herum doch mal eine Sekunde wahrnimmt das das Schlachtermesser ihnen doch näher ist als sie glauben…
Tut es auch oder erst Recht, wenn es Euch in Euerer alltäglichen (beruflichen) Rolle leider auch nicht vergönnt bleibt häufiger mit ner Hundeleine um den Hals bei den Profiteuren der aktuellen Politik einlaufen zu müssen, des lieben Geldes wegen.
Denn auch dort sitzen die Unsrigen und hoffen nicht die Einzigen zu sein…..
Es wird noch ein bisschen Dauern aber nochmal zum Anfang zu kommen. Es wird hier wohl nur einen Weg geben wirklich etwas zu ändern und dazu braucht es eine Grundreinigungdurch alle Instanzen. Und das ohne Rückzugsmöglichkeit zum Umziehen und Verkleidet wieder auf der Bühne aufzutauchen.
Der Fisch stinkt vom Kopf her, nicht nur hier sondern mittlerweile überall auf der Welt. Und fauler Fisch gehört in die Tonne, oder versenkt.
Noch kurz zur H4Karte. Ich meine hier hat es nur einer wirklich erwähnt was sicher der größte Vorteil der ganzen Sache ist. Die Kontrolle.
Und wenn jemand meint, dass die Leutchen welche zu Stolz sind ihre Kinder mit der Karte dloszuschicken um subventionierten Angebote anzunehmen nicht erst recht sanktioniert werden (kürzung H4 Satz etc) der hat noch nicht wirklichlich verstanden……
In diesem Sinne, nicht unterkriegen lassen auch wenns schwer fällt….
Also ich hab mir gerade mal das Sozialbudget angeschaut und da fiel mir dann doch die Kinnlade runter, weil mir das so nicht bewusst war. Der Posten “Arbeitslosigkeit” macht gut 38 Mrd aus. Das sind gerade mal 5,4% am Gesamtbudget.
http://www.bpb.de/wissen/I4WOAW,0,0,Sozialbudget.html
Die Zahlen sind von 2007. Ich kann mir aber nicht vorstellen das die Kosten so explodiert sein sollten, das die HartzIV Diskussion so eine mediale Aufmerksamkeit rechtfertigt. Das steht doch in keinem Verhältnis mehr zu den tatsächlichen Kosten. Oder habe ich was übersehen?
Normalerweise müsste die Pharmamafia so eine mediale Aufmerksamkeit bekommen. Achja, die haben ja eine Lobby, HartzIV Empfänger nicht.
Kinder verlieren ja ständig überall alles Mögliche. Deshalb sollte man den Chip besser gleich unter die Haut implantieren. Das löst dann auch gleich das Problem mit der Diskriminierung: Man sieht den Chip ja nicht. Obwohl es dafür wahrscheinlich auch bald eine App gibt…
Im Konkreten wird mir als sogenannter hoch verachtungswürdigen Jugendlichen mal wieder gesagt das mich hier eh keiner haben will und auch niemand brauch und ich ein reiner Kostenfaktor bin der es sowieso nicht gewöhnt ist ab 15 zu malochen und überhaupt bin ich fett, faul und dumm. Ich belaste nur unsinnig das Sozialsystem, weil ich es wage zur Schule zu gehen und auch noch mit dem Ziel zu studieren. Aber kein Problem, Abitur kriegt ja eh jeder, Bafög sowieso und obwohl ich jede Menge Zeit habe nebenbei zu malochen spiele ich lieber mit meinem neuem Handy herum…..
Die Kommentare hier zeigen genau das auf, schade das man der Jugend nicht noch die Schuld für die Rentenkasse zu schieben kann. Aber das kommt auch noch, weil wir ja einfach nicht genug Leistungsbereitschaft zeigen. Warum gibt es eigentlich keine Arbeitslager mehr?, Ich hab in Geschichte gerade mit meinem Banknachbar telefoniert und deshalb nicht zugehört. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einer HIV Karte und dem Stern?
Wer sich an der Jugend vergeht hat keine Zukunft.
Über Abwanderung und Jugendarbeitslosigkeit braucht sich ja niemand zu kümmern, wichtiger ist eine “Opferkarte” um zu zeigen das man für uns etwas macht. Vielen Dank!