Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit
11. August 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Die Lage in Georgien und im besonderen Maße in den abtrünnigen Entitäten ist unübersichtlich. Es sind kaum unabhängige Beobachter vor Ort und der Großteil der Meldungen, die uns über die Medien erreichen, stammen von den Konfliktparteien selbst. Jeder Journalist weiß natürlich, dass diese Quellen nicht geeignet sind, um verlässliche Informationen zu bekommen. Meldungen südossetischer Sezessionisten, russischer Militärs oder georgischer Regierungskreise sind daher auch so lange als potentiell falsch anzusehen, bis sie durch neutrale Quellen verifiziert wurden.
Die Berichterstattung der deutschen Medien über den Krieg im Kaukasus ist höchst ambivalent. Einerseits beherrschen vor allem die Nachrichtenagenturen ihr Handwerk und versehen Meldungen stets mit dem Quellhinweis. Im Nachrichtenteil der selbsternannten Qualitätsmedien werden die Agenturmeldungen auch zumeist korrekt zusammengestellt, ohne die Quellangaben wegzulassen. Während die subalternen Journalisten ihre Arbeit recht ordentlich machen, versagen allerdings die namenhaften Alpha-Journalisten in ihren Kommentaren auf ganzer Linie. Vor allem Meldungen aus georgischen Militär- und Regierungskreisen werden von ihnen gerne als Tatsachenbehauptungen eingestreut – kein Konjunktiv, keine Quellangabe, keine Glaubwürdigkeit.

Ein Beispiel für diese journalistische Fehlleistung ist die angebliche Bombardierung der BTC-Pipeline durch die russische Luftwaffe. Ekaterina Scharaschidse, die georgische Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung, ließ die Medien am Samstag wissen, dass russische Jets die Pipeline angegriffen aber nicht getroffen hätten. Diese Meldung wurde in unterschiedlichen Variationen auch von anderen hochrangigen georgischen Politikern, wie dem Ministerpräsidenten Lado Gurgenidze, verbreitet. Die BTC-Pipeline transportiert kaspisches Erdöl vom azerischen Baku über georgisches Gebiet bis zum türkischen Verladehafen Ceyhan und gilt als wichtige strategische Versorgungsader für die EU. Scharaschidse lieferte den Journalisten die gewollte Interpretation gleich mit, „Russland [ziele] nicht allein auf die wirtschaftlichen Interessen Georgiens [ab], sondern auch auf internationale Wirtschaftsinteressen in Georgien.“ Wenn der Westen an Russland denkt, denkt er zuerst immer auch an das Thema „Energie“ und ein Angriff auf eine wichtige Versorgungsader, die die Abhängigkeit von Russland verringert, ist natürlich für den Westen ein wichtiges Politikum.
Diese Meldung machte dementsprechend auch in allen Nachrichtenüberblicken ihre Runde. Der Zusatz, dass diese Meldung aus georgischen Regierungskreisen kommt, fehlte in den Nachrichten allerdings nicht. Nur SPON steckte in einem Dilemma, als es darum ging, eine peppige Überschrift zu finden. Die verwendete Überschrift „Russische Kampfjets beschießen Öl-Pipeline“ stellt eine Tatsachenbehauptung dar, die aufgrund der fragwürdigen Quelle nicht getätigt werden dürfte, wenn man journalistisch sauber arbeitet – im folgenden Artikel wurde die Quelle allerdings korrekt genannt.
Was soll man von Journalisten halten, die ihre fragwürdigen Leitartikel argumentativ auf potentielle Falschmeldungen einer Konfliktpartei aufbauen? Stefan Kornelius ist Außenpolitik-Chef der Süddeutschen Zeitung, ein Alpha-Journalist, wie er im Buche steht. In seinem vielgelesenen Leitartikel vom Sonntag „In Russlands Hand“ schmeißt Kornelius sämtliche Vorbehalte über die verwendeten Quellen über Bord. Über die vermeintliche Bombardierung der BTC schreibt Kornelius: „Nun greift Russland georgisches Kerngebiet an, bombardiert Pipelines und Flughäfen […]“. So schnell kann aus einer Behauptung einer Konfliktpartei durch die Feder eines der geachtetsten Journalisten Deutschlands eine Tatsachenbehauptung werden. Doch Kornelius ist nicht der einzige Alpha-Journalist, der hier kläglich versagt. Michael Stürmer ist Chefkorrespondent der WELT. In seinem Leitartikel „ Der Konflikt am Kaukasus lehrt uns das Fürchten“ stellt Stürmer am Sonntag fest: „Die Pipelines durch Georgien wurden bombardiert, aber - absichtsvoll als Warnung oder aus taktischem Versehen? - verfehlt. Durch sie fließt Öl, ganz besonders nach Europa. Das Spiel mit dem Feuer hat der Weltkonjunktur gerade noch gefehlt.“ Die nicht verifizierbare Meldung aus georgischen Regierungskreisen wird auch von Stürmer als Tatsachenmeldung verkauft und als Bedrohung für Europa instrumentalisiert. Für solche Artikel ist nurmehr das Wort „Propaganda“ angebracht.
Dabei hätten Kornelius und Stürmer nur einmal den Ticker der Agenturen lesen müssen. Bereits am Samstag meldete AFP, dass ein Sprecher der Ölgesellschaft BP, die die BTC betreibt, nichts von einem Bombardement weiß und ein solches Bombardement auch für unwahrscheinlich hält. Bei BP macht man sich eher Sorgen um einen Anschlag auf die BTC, den die kurdische PKK am 6. August auf türkischem Gebiet durchführte. Seitdem ist die BTC außer Betrieb. Heute meldete der Kommersant, dass BP nach einer gründlichen Untersuchung der Pipeline keine Spuren eines Bombardements gefunden hat und daher eine Bombardierung kategorisch ausschließt. Dies weiß natürlich auch der SPIEGEL-Journalist Hasnain Kazim, der heute einen Artikel über die beschädigte Pipeline verfasst hat. Anstatt den Leser aufzuklären und die Informationen von BP zu nennen, zitiert Kazim aber lieber einen anonymen Analysten, durch dessen Mund er die georgische Falschmeldung zitieren lässt.
Das Beispiel der BTC-Bombardierung ist nur eines von vielen. Durch die Tatsache, dass mit BP ein westlicher Konzern involviert ist, ist diese Meldung eine der wenigen, die verifizierbar oder falsifizierbar ist. Hunderte anderer Meldungen aus dem Umfeld der Konfliktparteien sind nicht überprüfbar und man sollte äußerst vorsichtig sein, sie als Tatsachen zu verstehen. Am Samstag meldete beispielsweise das georgische Außenministerium, der Ölverladehafen in Poti sei von russischen Jagdbombern vollständig zerstört wurden. Bilder und unabhängige Augenzeugenberichte gab es freilich nicht. Wie auch, meldete der georgische Sicherheitsrat doch bereits am Folgetag, dass russische Schiffe eben diesen Hafen, der nach Version des eigenen Außenministeriums vollständig zerstört wurde, von See aus blockieren würden. Ähnlich widersprüchlich sind die georgischen Aussagen zu Truppenbewegungen, Waffenstillstandsabkommen und anderen Dingen, die nicht nur von westlichen Medien, sondern auch von der westlichen Politik im Rahmen der Konfliktlösung herangezogen werden.


Nachdem die meisten Medien am Freitag noch sehr vorbildlich arbeiteten, hat sich dies spätestens am Sonntag geändert. Die Auswahl von Bildern und Überschriften schafft das Kunststück die Meinung der Kommentatoren zu stützen, Georgien sei in diesem Konflikt nicht etwa der Aggressor, sondern ein Opfer. Weder Russland noch Georgien sind eindeutige Opfer oder eindeutige Täter. Die Bildsprache und die Nachrichtenauswahl suggerieren jedoch etwas anderes. Georgische Zivilisten werden stets als Opfer Russlands präsentiert, was faktisch korrekt ist. Bei ossetischen Opfern wird jedoch der Verantwortliche gerne weggelassen. Die 2.000 Opfer (nach russischen und ossetischen Angaben) in Südossetien sind zu einem übergroßen Teil Opfer Georgiens. Ein Großteil der Kriegsflüchtlinge flüchtet nicht vor den Russen, sondern vor georgischem Beschuss durch flächendeckendes Artilleriefeuer. Bilder aus Gori sind omnipräsent, auch wenn es an ihrer Herkunft bereits ernste Zweifel gibt. Bilder von getöteten Zivilsten in Südossetien, die auf das Konto Georgiens gehen, werden in den westlichen Medien indes nur selten veröffentlicht. Wenn der SPIEGEL über russische Hackerattacken auf georgische Internetseiten berichtet, so ist dies nicht falsch – wenn in diesem Artikel allerdings nicht erwähnt wird, dass die Seiten von Ria Novosti, Iswestija und Russia-Today ebenfalls von Hackern unbekannter Herkunft attackiert werden, so ist dies nicht etwa nur schlechter Journalismus, sondern Desinformation.

Medien sind der Neutralität verpflichtet. Ein Anwalt muss auch Mandanten mit der Unschuldsvermutung verteidigen, von deren Schuld er überzeugt ist. Wenn Medien einseitig informieren und in ihrer Schlagzeilen- und Bildauswahl deutlich Stellung beziehen und bei ihren Lesern und Zuschauern so falsche Schlussfolgerungen provozieren, ist dies manipulativ. Dies kennt man im Rahmen der Russlandberichterstattung schon. In den Fällen „Litwinenko“, „Politowskaja“ und „Beslan“ kam das Publizistische Institut der Lomonossow-Universität bei der Analyse deutscher „Qualitätszeitungen“ zum Schluss, hier würde manipulativ gearbeitet. Für den Kaukasuskrieg 2008 würde die Analyse ähnlich ausfallen. Ob wir in den westlichen Medien wohl einen Artikel finden werden, der über die heute geäußerten Vorwürfe von Human-Rights Watch und dem Sacharow-Zentrum berichtet, die den westlichen Medien bei der Berichterstattung über den Krieg in Georgien Desinformation und Propaganda vorwerfen? Wohl kaum, russische Menschenrechtler kommen nur in die westlichen Medien, wenn sie russische Medien kritisieren. Ordnung muß sein.
Udpate:Ich werde diesen Artikel in den Folgetagen durch weitere Beispiele ergänzen.
Grotesk verfälscht ist beispielsweise auch die Fragestellung in einem Interview der TAZ mit Daniel Cohn Bendit:
Dass Russland ausgerechnet während der Eröffnungsfeier einen Krieg beginnt, zeigt doch, dass der olympische Geist endgültig zur Farce verkommen ist.
Dass Georgien am Eröffnungstag eine militärische Großoffensive startete, scheint dem TAZ-Journalisten entgangen zu sein.
Update 2: Auch die Finanzredaktion der Süddeutschen Zeitung hält es nicht für nötig, die BTC-Falschmeldung zu überprüfen. Im Artikel “Energie-Interessen des Westens im Visier“, der zeitgleich mit diesem Artikel erschienen ist, analysieren die Journalisten H.-W. Bein und J. Schmidt die vermeintliche russische Absicht, die Energieversorgung des Westens zu schädigen. Ihre Argumentation stützt sich auf zwei Beispiele: Die BTC-Bombardierung und die Bombardierung des Hafens in Poti - ersteres fand nicht statt und letzteres ist zumindest in der georgischen Version zweifelhaft. Ein weiterer Tiefpunkt der SZ-Georgien Berichterstattung.
Jens Berger
Bildnachweis (v.o.n.u.): Fox, Euro.de, Bild.de - Ausrisse: Spiegel.de






































































Manche Kommentatoren und Alpha-Journalisten in den sogenannten Qualitätsmedien wollen uns einen russischen Bären aufbinden.
Wir bedanken uns und haben dich prominent verlinkt. (Dauert noch ein Weilchen bis die Mirrors aktualisiert sind)
Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?
Ich könnte heulen wenn ich diese Schlagzeilen lese und an all die Menschen denke deren Weltbild fahrläßig oder absichtlich verstört wird! Ob Libanon, Kaukasus, Iran, Irak oder Afghanistan es ist immer das gleiche! Wiewiewiedewie sie mir gefällt!
Danke für deine Artikel. Langsam verliere ich wirklich den Glauben an dei Neutraliät unserer Medien.
Zum Glück gibt es hier noch Leute die merken, dass die Welt nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht.
“Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit”
Mir scheint, daß in einem Krieg sehr viel schneller die Lüge erkennbar wird.
@Georg Ossetzki
Weil Russland eine genau so bigotte Interessenpolitik betreibt, wie andere Länder auch. Noch Fragen?
Aufgabe der Medien wäre es nicht nur, Neutral zu berichten - sondern auch Propaganda bloßzustellen! Es ist nicht genug die Quellen nur zu nennen, man muss sie meiner Meinung nach auch nach dem Wahrheitsgehalt bewerten. Hier ein Aussschnitt aus dem CNN Interview von Saakaschwili:
“Weil Russland eine genau so bigotte Interessenpolitik betreibt, wie andere Länder auch.”
Oder - mehr oder minder frei nach de Gaulle - Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.
Danke für den Artikel, Jens. Mir gefällt besonders, dass Du Deine Aussagen mit überprüfbaren Quellen belegst. Mich würde interessieren, was die Alpha-Journalisten Kornelius, Stürmer und Kazim zu Deinem Vorwurf zu sagen haben. Hast Du bei Ihnen mal angefragt (am besten mit Verweis auf Deine Leserzahlen)?
Und dann würde mich interessieren, wer in den Qualitätsmedien die Entscheidungsgewalt über schwarz und weiß hat. Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass so viele Journalisten zufällig sehr ähnliche Einschätzungen der Lage vertreten. Ist das eine Art Schwarmintelligenz? Will man den Leser nicht mit unterschiedlichen Einschätzungen verwirren? Oder wird in Hintergrundgesprächen verabredet, was die massenmedial vermittelte Wahrheit sein soll?
Thomas Leif hat über “Strippenzieher und Hinterzimmer” einmal einen Film gemacht.
Ab Seite 7 wird das Skript so richtig interessant:
www3.ndr.d...
Ulrike Hinrichs, Ex-Redakteurin ZDF “Frontal 21″ wird folgendermaßen zitiert: “Der Mehrwert besteht einfach darin, dass wir die Wahrheit erfahren, aber - so bitter es für manche auch ist - nicht schreiben oder senden dürfen.”
Sorry, ich wittere schon wieder Verschwörung ;-)
Lieben Gruß
Rudi Blitzableiter
“Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?”
@ Ossietzky
Welche Minderheiten unterdrückt Russland bitte schön? Wahrscheinlich können Sie mir keine nennen, da Ihre Frage ein sehr naives Aussehen hat, das des Nachlaberns eines abstrakten Stereotyps. Wahrscheinlich kennen Sie sich in Russland gar nicht aus. Wenn doch, lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen. Also: nennen Sie mir die besagten Minderheiten.
Was Tschetschenien von Südossetien unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich in Tschetschenen islamischer Radikalismus ausbreitete und die Tschetschenen 1999 in die russische Nachbarrepublik Dagestan eingefallen sind, in der Hoffnung, den ganzen Kaukasus in Brand zu setzen. Die Südosseten haben dagegen niemanden angegriffen, sie wollten einfach nur in Frieden leben. 1992, als sie die Georgier in die Flucht trieben, haben sie an ihren eigenen Grenzen halt gemacht, statt weiter zu marschieren.
Russland geht eben immer noch gut als Feindbild, obwohl ich denke, dass der grössere Gegenspieler europäischer Interessen auf der anderen Seite des Atlantik sitzt. Ich hatte mich übrigens schon gefragt, wann die deutschen Medien sich komplett gegen Russland wenden, anfangs wurde ja wenigstens noch erwähnt, dass Georgien eine Offensive gestartet hat (also, wenn man so will, angefangen). Man stelle sich nur mal vor, was wäre, wäre Georgien, wie von den Amerikanern gewünscht, NATO Mitglied, dann hätten wir jetzt so richtig Probleme.
In letzter Zeit wundere ich mich, wie der Journalismus funktioniert. Sitzt der Leitartikler vor seinem Computer, fertigt eine detaillierte Analyse an und fragt sich dann, wie er diese verkauft?
Typische Beispiele sind die von dir verlinkten SPON Artikel, der ‘Maxime’ der Artikel kann ich durchaus zustimmen, Russland bedroht europäische Interessen. Die Argumente sind dann aber schwach oder sogar falsch.
mfg
Yoshi
PS ‘Russland bedroht europäische Interessen’ bitte ich innerhalb eines realpolitischen Frameworks zu verstehen. Es sagt nichts darüber aus, ob Russland richtig oder angemessen handelt.
Beim Nachdenken über den Ablauf der (militärischen) Ereignisse fiel mir noch auf,
wie schnell die Russen reagieren konnten.
So schnell ist keine “schnelle Eingreiftruppe” der Welt.
Innerhalb von drei Tagen in (mehrfacher) Divisionsstärke anzugreifen ist nur möglich wenn die Truppen schon im Landungsboot, bzw. Truppentransporter sitzen, mit laufendem Motor und ausgefeiltem Operationsplan.
Das zeigt m.E. dass die Georgier in ein ziemlich offenes Messer gelaufen sind.
Hab nur noch keine passende Verschwörungstheorie dazu.
Na ja, guter Geheimdienst reicht ja vielleicht.
@10 Rudi
Dann würden sie mir echte Leserzahlen um die Ohren hauen ;-)
Nein, ich sehe darin auch keinen gangbaren Weg. Die Herren wissen, was sie tun und die Sicht eines Bloggers interessiert sie nicht die Bohne. Was kümmert es die Eiche, wenn das Schwein sich an ihr reibt? Oink, Oink ;-)
Oft ist dies ein Rudelverhalten, ohne wirkliche Absicht. Außerdem verkauft es sich besser, wenn man Partei ergreift. Ein komplexer Konflikt, bei dem Liesschen Müller nicht weiß, wer denn jetzt der Bösewicht ist, bringt weniger Quote und somit weniger Geld. “Wir” sind von Hollywood und Co nun mal so konditioniert, dass wir am liebsten “Schwarz-Weiß” sehen wollen. Außnahmen, wie die SF-Leser, bestätigen die Regel.
@11 Der Unbequeme
Ich bitte Dich! Du willst doch nicht ernsthaft sagen, dass Georgier, Tscheschenen und andere (vorwiegend muslimische) Minderheiten in Russland nicht unterdrückt und benachteiligt werden?
@Stefan
“Man stelle sich nur mal vor, was wäre, wäre Georgien, wie von den Amerikanern gewünscht, NATO Mitglied, dann hätten wir jetzt so richtig Probleme.”
Möglich, aber wahrscheinlich hätten die Russen dann keinen Fuß über die Grenze gesetzt.
@Bitz
Natürlich waren die Russen vorbereitet. Der georgische Truppenaufmarsch fand ja nicht erst seit einer Woche statt und sicher hatte der Generalstab auch die Überreaktion Georgiens als einen von vielen “Fall” durchgespielt.
@sf
Jetzt habt Ihr es geschafft! (auch ein Herr Walde ist daran nicht ganz unschuldig) Den Artikel von Michael “Stürmer” hab ich ja vorher schon gelesen…ohne größeren Sachschaden. Aber jetzt ist mir vor Lachen wirklich das Glas umgekippt.
Dennoch für den guten, logisch nachvollziehbaren Artikel muß man wohl mal kleine Opfer einkalkulieren.
weiter so, Druschba
Außerdem sind unweit der Grenze zu Georgien (ca. 250-350km) zwei russische Militärbasen, was ja in militärischen Maßstäben gleich um die Ecke ist. Eine liegt in der nähe Nordossetiens die andere etwas weiter nördlich davon. Wenn nun schon da unten so eine unruhige Gegend ist (siehe auch Tschetschenien) und dann in Georgien die US-”Militärberater” ein und ausgehen, dann ist doch wohl klar woher die vielen russischen Soldaten kommen und warum die so schnell einsatzbereit waren.
@ der unbequeme
au weia. das darf man tatsächlich nicht so stehen lassen. welche gesellschaftliche stellung menschen aus dem kaukasus in russland haben ist ja nun wirklich kein geheimnis. auf händen werden diese menschen jedenfalls nicht getragen…
auch der unbequeme sollte die objektivität wahren (auch wenn es schwer fällt und ihm selten gelingt), die er von anderen permanent fordert.
Ich glaube nicht, dass sich die Menschen in Georgien und Russland so feindlich gegenüber stehen wie es die Regierungen tun. Ich glaube mittlerweile aber ganz sicher, dass Saakaschwili und der von ihm gehegte extremistische Nationalismus eine echte Katastrophe für den Kaukasus darstellen. Seine Ansprache heute an das eigene Volk leitete er mit folgenden Worten ein:
So klingt mit Sicherheit niemand, der an Deeskalation und einen baldigen Frieden interessiert ist. (Quelle1, Quelle2) Sein “einseitiger Waffenstillstand” ist verbunden mit dem Aufruf an sein Land, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen.
Was für ein Idiot.
Die Frage, ob die westliche Werte- und Ölgesellschaft in Form medialer Propaganda Russland als neuen diktatorischen Gegenspieler aufbauen will, kann mit einem klaren Ja beantwortet werden.
Der Westen sieht seine wirtschaftlichen Interessen bedroht, seine Felle (Öl) schwimmen davon.
Wenn das kein einleuchtender Grund ist, dass Teuschland auch am Kaukasus verteidigt werden muss!
Ich sprach hier nicht von den Sympathien in der Bevölkerung (die sich übrigens teilweise aus den Kriminalitätsstatistiken erklären lässt), sondern von staatlicher Politik!
Wenn in Deutschland irgendwo Skinheads türkische Wohnheime anzünden, was hat das bitte mit der Politik des deutschen Staates zu tun?
Also frage ich nochmal: was sind die Beispiele der russischen Unterdrückungspolitik gegenüber Minderheiten? Werden ihre Sprachen verboten? Gibt es keine Schulen? Gibt es sonst irgendwelche Einschränkungen? Religionsfreiheit? Russland könnte sich als Vielvölkerstaat solch eine Politik gar nicht leisten.
Was ist, wenn “der Westen” tiefer in die Sache verstrickt ist als ohnehin schon vermutet?
Welche Art der “Berichterstattung” würde man dann wohl von der heimischen Presse erwarten?
An der BTC-Pipelinegeschichte leuchtet mir vor allem eins nicht ein: warum sollten die Russen es nicht hinbekommen, diese zu zerstören, wenn sie es wirklich darauf anlegen würden.
Sie haben wohl mittlerweile die absolute Luftüberlegenheit und so ein wahnsinnig kleines Ziel ist die Pipeline nun auch nicht.
Weiterhin wundern mich auch die Bilder (z.B. bei SPON) über die angeblich zerbombten Plattenbauten. Diese sind zwar ausgebrannt, aber machen ansonsten ein vergleichsweise intakten Eindruck. Die Fotos von den Aktionen der IDF im Libanon sahen ganz anders aus.
Zur Umfrage wegen des Vertrags von Lissabon und den so genannten grundgesetzlich geschützten Werten (via Nachdenkseiten):
peter-gauw...
Auch krasses Beispiel. Leitmedium und Alpha-Tierchen
Westöstliche Interessensphären
Hansrudolf Kamer (H. K.) Stv. Chefredaktor / Ressortleiter NZZ International
Der arme Mann lebt imo in einer eigenen Realität.
gruss. luky
Jenseits von liberal angehauchten Floskeln, Pharsen und der verlogenen Sachlichkeit, spricht der georgische Minister Temur Yakobashvili mal Klartext:
Er dankt den israelischen Militärs, für ihr Kriegshandwerk.
“Israel should be proud of its military, which trained Georgian soldiers,”
…”We killed 60 Russian soldiers yesterday alone,” said Yakobashvili. “The Russians have lost more than 50 tanks, and we have shot down 11 of their planes. They have sustained enormous damage in terms of manpower.”
haaretz.co...
ynetnews.c...
Der Angriffskrieger nimmt wenigstens kein Blatt vor den Mund und so einen Posten wie einen Reintergrationsminister bräuchte man in Europa auch. Lasst uns überall Punkte auf der Weltkarte markieren, die dann ganz liberal imperialistisch von Europa aus intergriert werden.
@dr.dean
Die Quelle scheint seriös, das hat der Irre tatsächlich losgelassen. Meine Frage wäre, gibt es denn in Georgien keine Opposition oder wenigstens eine kritische Gegenöffentlichkeit?
Oder ist dort jegliche Publikation schon gleichgeschaltet oder besser: nach modernen PR-Richtlinien geführt? Es gibt in Georgien doch auch Stundenten, Gewerkschaftler und Intellektuelle. Warum vernimmt man vom Widerstand gegen diesen ausgemachten Irren nichts weiter?
carlo, die ehemalige georgische Ausministerin ( Name entfallen ) wirft den US vor hinter der Aktion zu stehen ( keine Quelle, selber suchen ) deswegen ist die Regierung der sie angehörte auch nicht mehr am Ruder
da Georgien ganz offziell im Kriegszustand ist, ist opponieren auch nicht so simpel
- die Studenten von denen du sprichst hadern wahrscheinlich gerade mit ihren ungewohnten neuen Schnürstiefeln
Um nicht die Konvertiten überzeugen zu wollen….aber hier ist ein guter Artikel aus RIA-Novosti
de.rian.ru...
@24
wenn neonazis wohnheime anzünden, hat das sogar eine ganze menge mit politik zu tun. schließlich machen auch parteien wie die npd “politik” und haben ihre anhänger.
das sind einfachste zusammenhänge… aber ein anderes thema.
sicherlich wird russland keine offensichtliche unterdrückungspolitik betreiben. muss es auch gar nicht, schließlich wurden maßnahmen wie zwangsrussifizierung schon vor über 100 jahren ergriffen.
die damit einhergehende stigmatisierung trägt eine gesellschaft nicht selten über generationen hinweg in sich, dass es dafür keine politik mehr braucht.
siehe auch: deutsche & polen
Krieg um des Krieges willen?
Ein Artikel des kürzlich verstorbenen palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch, der auch hier Gültigkeit hat.
ism-german...
Das Interview mit Hr. Segbers auf SPON ist IMO recht ausgewogen.
Link: spiegel.de...
@ Der Unbequeme
Ich will das jetzt nicht lang ausführen, aber von Schikanen jeglicher Art, denen die südlichen und östlichen Minderheiten im Westen Russlands ausgesetzt sind, wirst Du doch sicher schon mal etwas gehört haben. Das fängt bei der Arbeitserlaubnis an und hört beim Schutzgeld für Polizisten auf. Du solltest mal eine Moskauer Großbaustelle besuchen und Dich mit den Tschechenen, Georgiern und Tadschiken dort unterhalten ;-)
@Spiegelfechter
Zur Gleichschaltung der Medien
Ich glaube nicht das man die Gleichschaltung nur mit Rudelverhalten erklären kann.
Ich denke das die Redaktionen von der Spitze her auf ein bestimmtes Weltbild getrimmt sind.
Es ist auch nicht ganz zufällig, das die außenpolitische Berichterstattung zu 99% der Linie der Bundesregierung folgt.
Gibt es dazu Untersuchungen wie diese Prozesse der Gleichschaltung in einer Demokratie genau funktionieren?
Ideologiefreie und neutrale Medien. Das wünschen wir uns alle und dank der guten Recherche wird uns auch vor Augen gehalten, dass es so etwas leider nicht gibt. Unabhängige Kämper für die Wahrheit kann man doch nun wirklich nicht in der Mainpresse suchen, die durch und durch interessengebunden ist. Sind nicht längst die Medien die vierte Macht im Staat? Dank Internet steht dem kritischen Leser ja wenigstens noch eine Informationsquelle offen. Es wäre sehr hilfreich, wenn genau die journalistischen Standards wie: Quellenangabe, Impressum etc. als ein kleiner Leitfaden zur Verfügung stehen würde. Als NICHT Journalist ist es verdammt schwierig, im Meinungsdschungel einen Weg zu finden und die Manipulation zu durchschauen.
@carlo und AK
Yep, die beiden Artikel sind idT gut. Segbers ist auch ein “echter” Expert, so wie auch Sascha Rath und kein “Propagandaschwätzer” ;-)
Lieber Jens:
“Nachdem die meisten Medien am Freitag noch sehr vorbildlich arbeiteten, hat sich dies spätestens am Sonntag geändert. Die Auswahl von Bildern und Überschriften schafft das Kunststück die Meinung der Kommentatoren zu stützen, Georgien sei in diesem Konflikt nicht etwa der Aggressor, sondern ein Opfer.”
Genau so habe ich das auch empfunden. Am Wochenende gab es einen eindeutigen Wechsel in fast der gesamten Berichterstattung in den “Qualitätsmedien”. Am auffallendsten dabei: Die Erwähnung, dass der Beginn des Konflikts eine Offensive der Georgier in SO gewesen sei, kam mit einem mal nicht mehr vor. Richtig getilgt.
Das hat - wenn man die Berichterstattung intensiver und mehr mals am Tag verfolgt - schon Orwellsche Qualitäten. Von “Immer schon haben wir uns mit Ozeanien im Krieg befunden” zu “niemals haben wir und mit Ozeanien im Krieg befunden, Ozeanien war immer unser Verbündeter” geht das vom einen Augenblick auf den Anderen.
Ich finde es - ehrlich gesagt - entlastend zu lesen, dass es auch anderen auffällt. Manchmal zweifelt man ja bei solche Schwenk schon am eigenen Verstand. Man kann da schon etwas paranoid werden.
Die Frage ist: Ist es wirklich nur “Rudelmentalität”. Ich denke: In dem Moment, wo die Propagandalinie klar ist: ja. Das merkt dann jeder der Textproduzenten, welche Tendenz gewünscht ist. Und schreibt entsprechend. Man möchte ja seine Job behalten. Bis zu einem gewissen Grad verständlich.
Aber wie ist das genau im Moment des Schwenks? Am Freitag - so stelle ich mir das vor - schrieben alle noch einfach das, was nach vorhandener Nachrichtenlage offensichtlich oder zumindest wahrscheinlich war. Aber dann muss doch irgendwie die neue Akzentsetzung “durchgestellt” worden sein. Die haben sich doch nicht die Schreiberlinge selber ausgedacht. Das kam doch in den Reaktionen von oben. Es muss also im Moment des publizistischen Schwenks einen Moment gegeben haben, wo kommuniziert worden sein muss: Wir hätten jetzt den Akzent gerne mehr auf die Aggressivität der Russen.
Wenn das einmal etabliert ist, dann läuft das als Eigendynamik. Da muss gar nicht immer jemand die Anweisung geben. Aber im Moment des Schwenks eigentlich schon - oder?
@ Nobody, #26
Russen haben paar georgische Munitionslager in die Luft gejagt, und Georgien ist nun mal ein dicht besiedeltes Gebiet. Also kannst du dir vorstellen, was da in der Gegend los war. Nun guck dir die Bilder noch ein Mal an.
Zivile Ziele direkt anzugreifen macht militärisch gesehen keinen Sinn.
@ gruschelnix, #40
Auf die s.g. Qualitätsmedien lege ich keinen Wert, höre aber gerne Radio, wenn ich mal unterwegs bin. Und da muss ich sagen, dass die Berichterstattung von dradio-Kultur (bundesweit ausgestrahlt!) doch recht ausgewogen war. Und die regionale Sender, wie z.B. SR2 in meinem Fall, haben offensichtlich keine Lust auf Kriegspropaganda und berichten durchaus sachlich.
zum Schwenk, gut möglich dass da einige im Sommerurlaub ( sonst Saure-Gurken Zeit ) waren und nicht sofort korrigierend eingreifen konnten ( mein ich diesmal ernst )
oder es gab halt erst am Fr ein Hintergrundbriefing in dem “unsere” Position klar gemacht wurde ( das kann man ja schlecht vor dem Krieg abhalten in dem Fall, man muss sich ja erstmal von den
PolenRussen überraschen lassen )und klar merkt das jeder Texter ob sein Text durch kommt oder zurück kommt mit fiesen Anmerkungen ( “Putinversteher” )
Reuters hat heut ne Nachricht zurückgezogen
alertnet.o...
Schlacht um Gori hat gar nicht stattgefunden, “Augenzeuge wurde missverstanden”
- kann ja vorkommen, wir druckens erstmal trotzdem, schreib dazu “Moskau dementierte den Angriff vorerst”
@ SF, #15
Da machst du dir zu einfach ;)
Der Grund dafür liegt in menschlicher Natur - einfache Weltbilder mit Feind/Freund, Gut/Böse, Richtig und Falsch sind gefragt. Massenmedien bedienen sich nur dessen.
besser : Moskau streitet Angriff ab - ne schreib leugnet, leugnet den Angriff
( edit bezieht sich natürlich auf meinen vorangegangenen Kommentar )
18, 20, wech…
SPON-Fundstück, vom 10.7.08: spiegel.de...
Zu der Gleichschaltung der Medien, es gab vor einiger Zeit mal einen Artikel, ich glaube sogar im Spiegel, dass praktisch alle deutschen Chefredakteure irgendwie mit den Geheimdiensten verbunden sind, also zumindest Berichte liefern.
Es hat aber keine Wellen geschlagen und heutzutage bekennen sich ja selbst Politiker der Grünen gerne zur Zusammenarbeit mit den Schlapphüten.
Als Neusprech für die altbackene Gleichschaltung schlage ich mal “demokratische Lenkung” vor :)
es liegt in der Natur des Menschen Informationen in Desinformationen zu wandeln. Selbst nach dem Lesen dieses Blogs, nach all den Kommentaren ist es schwer die Fakten klar vor sich zu halten. Wir werden “vollgedröhnt”!
In allen Medien, zu jeder Zeit!
Die deustchen Medien sind Mitläufer der abhängigen Presseschnittstellen reuters/afp/dpa/lk/phj. Alle hängen sie am bereits desinformierten Pulsschlag.
Korrespondenten wie der erfahrenen Antonia Rados wird es unmöglich gemacht die Wahrheiten und objektiven Tatsachen in ihren Quellen zu recherchieren.
Was uns bleibt: Menschen wie Jens Berger die uns aus dem Dschungel der Desinformation einen möglichst objektiven Schmalweg aufarbeiten. Ich finde es wirklich schön zu wissen, das wir alle hier vor allem in Krisenzeiten versuchen objektiv das berichtete zu urteilen. Auch wenn es durch die Fülle der Ansichten oft verwirrend werden kann.
Was ich seit meiner Skepsisentdeckung vermisse sind objektive Diskussionen unter Berücksichtigung aller Stränge in den Medien. Wieso berichtet nicht ein Sender wie ARD in einer abendfüllenden Diskussion Live über die Geschehnisse? Wieso stellt man die Berichterstattung aufgrund der stets bekannten Propagandagefahr nicht grundlegend in Frage? Verlernen wir im heutigen Informationszeitalter das wahrhaftige Informieren?
Ja!
Tip zur gespiegelten Betrachtung: Russiatoda...
Auch über Astra zu empfangen.
Die Zuordnung von Süd-Ossetien und Abchasien zu Georgien haben nicht die Georgier erfunden, sondern sie entstand zu Zeiten der Sowjet-Union. Wären die Georgier so russenfreundlich wie die Weißrussen, würde der Kreml wohl kaum die Minderheiten in Georgien mit Waffengewalt unterstützen.
39 @Spiegelfechter
Sehe ich das überhaupt nicht so. Osseten sind nicht so blöd, um auf den Tunnel nicht zu achten. Und wer soviel Waffen liefert, muss sich fragen –wofür? Meint er beim „Drück“ kaufen? Das ist Irrtum – die Völker kann man nicht kaufen, nur ihre Anführer. Das bringt aber langfristig nichts. Georgien ist schon längst zu Cuba 2.0 für Russland geworden. Das West über Georgien wird immer versuchen, die Unruhe in der Gegend zu stiften.
16 @Spiegelfechter
Werden muslimische Minderheiten nicht auch in Deutschland unterdrückt?
Meinst Du die Sowjetzeit, oder danach? Oder vermisst Du im Russland Scharia.? Hoffentlich nicht.
Jetzt andere Frage. Wenn Deutschland 30,2% direkt aus Russland bezieht und nur 1.8 über Georgien
, warum redet man dann von der „Energiesichercheit“? Welcher Sinn sollte „Energiepartnerschaft“ haben, wenn man sowenig wie möglich zu kaufen? Man soll einfach mehr Öl aus dem Golf beziehen.
31@häusler
Bezeichnet man das in Deutschland als „Integration“? Das machen alle Länder.
49Georg Ossetzki
Warum Saakaschwili Süd-Ossetien und Abchasien nicht in die Unabhänigkeit geht läßt?
Mit Sowjets ist es seit 18 Jahren vorbei. Es lohnt sich nicht dorthin die Rechnung zu schicken. Aber Schwarnadze dürfte schon mal eine oder andere Frage stellen.
Tja, ich habe über keine Minderheitsprobleme in Weißrussland gehört, in Estonien schon. EU merkt aber gar nichts.
Mal ganz nebenbei, Saakaschwili ist so oft auf CNN in unterschiedlichen Interviews zu sehen oder zu hören, dass man den Eindruck bekommen könnte, er ist nebenberuflich gleichzeitig noch als Reporter für CNN tätig.
Das TAZ-Interview mit Dany hat mir jetzt den Rest gegeben. Im negativen Sinne scheint sich doch alles SPON als der neuen deutschen journalistischen Gau”Leitkultur” anzupassen.
Mir fehlen die Worte. Von Dany hatte ich solch einen Unsinn nicht erwartet. Naja vielleicht heuert er demnächst bei SPON an. Jetzt brauch ich wirklich einen Klaren.
tja, der Spiegelfechter wird seine Einschätzung, dass Saakaschwili ohne “go” des Imperiums gehandelt haben muss, eher früher als später korrigieren müssen, leider
denn was diplomatisch und informatorisch passiert bzw nicht spricht inzwischen nicht mehr nur Bände, sondern ganze Bibliotheken
__
carlo, bendit ist eine witzfigur
47@antonym
Und wie soll ZK auf “Neusprech” heissen?
54@Lau Dan
Er hat sich auch einfach verzockt, wie so manche andere.
Georgien(?) hat sich verzockt:
tagesschau...
Nur da gezockt wurde um die Menschliche Leben.
Zu Manipulation was vom russia-ins...
und die Uebersetzung vom ‘Kuddel 0815-info....
Update 2: Auch die Finanzredaktion der Süddeutschen Zeitung hält es nicht für nötig, die BTC-Falschmeldung zu überprüfen. Im Artikel “Energie-Interessen des Westens im Visier“, der zeitgleich mit diesem Artikel erschienen ist, analysieren die Journalisten H.-W. Bein und J. Schmidt die vermeintliche russische Absicht, die Energieversorgung des Westens zu schädigen. Ihre Argumentation stützt sich auf zwei Beispiele: Die BTC-Bombardierung und die Bombardierung des Hafens in Poti - ersteres fand nicht statt und letzteres ist zumindest in der georgischen Version zweifelhaft. Ein weiterer Tiefpunkt der SZ-Georgien Berichterstattung.
Zum Thema Schwenk. Ich denke nicht, dass man sich vorstellen kann, dass da auf einmal in Fax in den Redaktionen eintrifft, der die Linie vorgibt. Sondern gruselnix hatte meiner Meinung nach schon den richtigen Ansatz. Die Politiker fangen ja nach und nach an Stellungnahmen abzugeben. Wenn sogenannte Kaukasus-Experten der FDP anfangen mehr Druck auf Russland zu fordern, und auch andere Politiker in die gleiche Bresche schlagen, hinterlässt das auch einen Eindruck bei den Journalisten, und man weiß dann auch, wie die Linie ist.
Na, Hauptsache der Spiegelfechter kennt als Einziger die Wahrheit und verbreitet sie unter seinen Jüngern….
Na ja, wer nun “die Wahrheit” weiß und verbreitet sei mal dahin gestellt.
Was jedoch sehr schön vom Spiegelfechter herausgearbeitet wird ist die Tatsache, das unter dem Deckmantel der Informationspflicht letztlich Stimmungsmache bis hin zu leichter Propaganda betrieben wird.
Und das finde ich persönlich etwas bedenklich für unsere ach so objektiven westlichen Medien….
Zur Frage, wie es zum Einheitsbrei in den Medien kommen kann:
Noam Chomsky und Edward S. Herman: Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media
Als Einstieg: de.wikiped...
Ach das telegehirn, der Pseudo-Linke Menschenfeind der alle “Musels” auf den Friedhof schicken möchte… Eure “Anti-Deutschen” waren und sind noch viel stärker der Unterwanderung durch den Staat als euer Spiegelbild die NPD ausgesetzt ;)
@Kati
vielen Dank für den link!
Die jetzige Berichterstattung ist wirklich erschütternd.
1000 bis 2000 Tote Ossetier werden aus den Nachrichten mehr oder weniger weggewischt!
Eine Stadt voller Zivilisten die ungewarnt in der Nacht mit dem Mehfachraketenwerfer Grad dem Erdboden gleichgemacht wird einfach ignoriert. Die Bilder auf Russia Today machen einen sehr betroffen.
Es scheint wohl das unserer Zynismus keine Grenzen kennt!
Die Kritik an der einseitigen Berichterstattung des Georgien-Konflikts ist sicher berechtigt. Spiegelfechter’s Sammlung von krassen Beispielen ist verdienstvoll.
Aber mir scheint, dass das dann Anlass gibt für krude antiamerikanische Verschwörungstheorien und fiebrige Visionen über regierungsamtliche “Gleichschaltung” in den deutschen Medien.
Aber was ist die Haltung der Regierung? Was ich von Erler und Klose gehört habe, das war sehr abgewogen und keineswegs antirussisch. Allerdings sagten die auch, dass Russland in dieser Sache alles andere als ein Unschuldslamm sei, in der Vorgeschichte nicht, und in der Reaktion auf den Angriff Georgiens auch nicht.
Die unfaire Haltung in deutschen Medien hat dieselbe Ursache wie das Schema, dem der Konflikt im amerikanischen Wahlkampf unterliegt: antirussische Ressentiments. Die haben ihren historischen Ursachen. Außerdem - typisch für Ressentiments - haben die Russen etwas, was “uns” eigentlich zusteht.
Gegen eine solche Haltung anzuschreiben, ist sicher sinnvoll. Aber man darf dann auch nicht zu Ersatzhandlungen greifen.
Hallo Jens,
wie immer eine klasse absolut lesenswerte Leistung!
Wie ich heute morgen beim Hören des WDR5 Tagesgespräch feststellen konnte, gibt es aber in Deutschland wieder Erwarten doch noch einige Kompetente Journalisten. ;-)
Herrmann Krause als Studiogast berichtet dort von seiner persönlichen Einschätzung der Lage und greift dabei auf seine langjährigen Erfahrungen als Russland Korrespondent zurück, als der er öfters, auch Privat, in Georgien war.
wdr5.de/se...
Sollte spätestens morgen auch als Podcast zur Verfügung stehen:
podcast.wd...
Gruß
K.
nach diesem Artikel in der asia times war das Ziel des mit westlicher Unterstützung erfolgten georgischen Angriffs die Sezession Südossetiens durch die Zerstörung der Infrastruktur und die Liquidierung der dortigen Bevölkerung zu beenden
atimes.com...
@Salvo
Ja, da ist auch in sich logisch, was die Atimes schreibt.
Seit der Operation Sturm weiss man, dass militärisch so eine Operation in einem ganz kurzen Zeitfenster möglich ist. Die Bevölkerung von Südossetien ist mit 100.000 Menschen sehr gering. Daher auch der Nachtangriff und zu Olympia. Die georgischenT72 Panzer Varianten waren mit speziellen Nachtsichtgeräten auf Nightwar getrimmt.
Der Westen hat ja über Kroatien schon einmal so 250.000 Menschen vertrieben, nur hier haben die Russen diesem Plan einen Strich durch diese Rechnung gemacht.
de.wikiped...äroperation_Sturm
nzz.ch/nac...
dw-world.d...
Al-Jazeera English überträgt gerade eine Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministers und meldete vorher, dass Russland die Erreichung seiner Ziele (Zurückdrängen der georgischen Streitkräfte) verkündet hat und dass Medwedew die Einstellung der militärischen Operationen angeordnet hat.
@50 Eugen
Georgien ist eher zum Cuba 2.0 für den Westen geworden - eine isolierte Enklave direkt vorm “Feindesland”, die vom “Feind” destabilisiert wird und auch schon mal militärisch angegriffen wird, so lange man nicht selbst den ersten Stein wirft.
Nein, ich meine die Zeit ab Jelzin. In D werden Minderheiten von Staatsseite keinesfalls derart unterdrückt oder besser schikaniert. Und selbst wenn - das würde die Sache auch nicht besser machen.
Für Deutschland würde es Sinn machen, seine Einkäufe zu diversifizieren, da man sich ansonsten natürlich erpressbar macht. Dieses Ziel ist allerdings nicht mehr zu erreichen, nachdem Russland umfassende Partnerschaften mit den Anrainer des Kaspischen Meeres abgeschlossen hat.
Der Ölmarkt ist recht flexibel, der Gasmarkt ist durch die Leitungsbindung wesentlich problematischer und hier kann die Antwort auf die Frage der Diversifikation nur “Iran” heißen, was v.a. in Washington keine Begeisterung hervorrufen wird.
zu 65 u a
Erler und so sind aber nicht die Regierung sondern nur eine Art Blinddarm der Regierung
Vor dem Kosovokrieg gabs auch Bedenkenträger die nicht mitziehen wollten bzw wussten dass die UCK eben noch als Terrormaffia galt u dass der BND die Lage anders beurteilte als die Propagandamedien
die BRD stellt sich wie üblich als Vermittler u “ehrlicher Makler” dar
aber, auch wenn ich jetzt hoffnungslos naiv klinge, Georgien ist ja “unsere” Partei, u Deutschland, als Maskottchen des Sicherheitsrates, wichtiges Nato u EU Mitglied ( um nicht zu sagen D ist die Kern-EU ) u Wirtschaftsschwergewicht u Russlands wichtigstem Westpartner könnte ja auch auf den Tisch hauen und Georgien an die Leine nehmen
( kindliche Idee ich weiss ), bzw zumindest medial so tun als ob,
D war auch im Kosovokrieg “am Verhandlungstisch” als nato-intern schon sehr lange klar war was folgen wird
Mit Iran läuft es auch nicht anders
“Wir” machen “Angebote” ohne Ende aber “mit denen” ist halt nicht zu reden - hat mal jemand den Inhalt der letzten “Angebote” gecheckt deren Ablehnung zu den neusten Sanktionen führte ?
und wie lautete das “Angebot” an Serbien ?
eine Farce
und ich seh keinen Grund zu glauben dass das hier und heute mal ganz anders abläuft - auch wenn es gar nicht in D Interesse ist, das ist die NAto Politik nähmlich eh selten
hochinteressant in dem Zusammenhang ist auch immer, dass die Nazihansel in D niemals “nationale” selbstbewusste alternative Aussenpolitik propagieren, sondern ganz im Gegenteil -
bin schon gespannt wann die Propagandamedien auf den nächsten Trick zurückgreifen, suggestive Umfragen, wie soll sich D gegenüber dem aggresiven Russland verhalten,
kuschen oder die Stirn bieten ?
“Merkel bleibt hart”, “Russland bleibt stur und droht weiter”
man kann nicht immer die Augen davor verschliessen wie sehr wir mit drin hängen
ich fürchte fast, hinter der Einschätzung, Georgien würde unkontrolliert handeln, steht ne grosse Portion Selbstschutz, dh Angst davor die Situation wie sie ist in ihrer ganzen Tragweite wahrzunehmen
( u ich glaub auch dass ein ähnlicher Mechanismus mit hinter der Trollerei zum vorhergehenden Artikel steht, diese Art Trollerei korelliert übrigens meistens mit dem Aussmass an Propaganda , doublespeak in den Medien und brenzligkeit der Lage - die Trolle reagieren wie die Medien mit einer gewissen Trägheit, und dann umso aufallender)
@53 Carlo
“Danny” ist für mich schon lange ein rotes Tuche, er ist ein Dummschwätzer vor dem Herrn, der die westlichen Werte als Nonplusultra sieht.
In puncto Sportpolitik ist er 2006 schon negativ aufgefallen, als er forderte Iran von der Fußball-WM 2006 auszuschließen, weil - Du ahnst, was kommt - Ahmadinedschad Israel von der Landkarte ausradieren wollen würde.
@54 LauDan
Keinesfalls, außer man hängt der VT ab, die Kommentare von SPON, SZ und WELT würden in Langley geschrieben ;-)
Ein “Go des Imperiums” schließe ich momentan kategorisch aus.
Zbigniew Brzezinski in der Welt: “Russlands Vorgehen ähnelt dem von Hitler”. Der Alte kann nicht anders, echt…
Ansonsten frage ich mich auch, ob es bei Redakteuren keine kognitive Dissonanz entsteht, wenn sie in ihren Medien direkt neben ausgewogenen Analysen der Experten zweifelhafte Texte unter zweifelhaften Überschriften platzieren.