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  • Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

    geschrieben am 11. August 2008 von Spiegelfechter

    Die Lage in Georgien und im besonderen Maße in den abtrünnigen Entitäten ist unübersichtlich. Es sind kaum unabhängige Beobachter vor Ort und der Großteil der Meldungen, die uns über die Medien erreichen, stammen von den Konfliktparteien selbst. Jeder Journalist weiß natürlich, dass diese Quellen nicht geeignet sind, um verlässliche Informationen zu bekommen. Meldungen südossetischer Sezessionisten, russischer Militärs oder georgischer Regierungskreise sind daher auch so lange als potentiell falsch anzusehen, bis sie durch neutrale Quellen verifiziert wurden.

    Die Berichterstattung der deutschen Medien über den Krieg im Kaukasus ist höchst ambivalent. Einerseits beherrschen vor allem die Nachrichtenagenturen ihr Handwerk und versehen Meldungen stets mit dem Quellhinweis. Im Nachrichtenteil der selbsternannten Qualitätsmedien werden die Agenturmeldungen auch zumeist korrekt zusammengestellt, ohne die Quellangaben wegzulassen. Während die subalternen Journalisten ihre Arbeit recht ordentlich machen, versagen allerdings die namenhaften Alpha-Journalisten in ihren Kommentaren auf ganzer Linie. Vor allem Meldungen aus georgischen Militär- und Regierungskreisen werden von ihnen gerne als Tatsachenbehauptungen eingestreut ? kein Konjunktiv, keine Quellangabe, keine Glaubwürdigkeit.

    Ein Beispiel für diese journalistische Fehlleistung ist die angebliche Bombardierung der BTC-Pipeline durch die russische Luftwaffe. Ekaterina Scharaschidse, die georgische Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung, ließ die Medien am Samstag wissen, dass russische Jets die Pipeline angegriffen aber nicht getroffen hätten. Diese Meldung wurde in unterschiedlichen Variationen auch von anderen hochrangigen georgischen Politikern, wie dem Ministerpräsidenten Lado Gurgenidze, verbreitet. Die BTC-Pipeline transportiert kaspisches Erdöl vom azerischen Baku über georgisches Gebiet bis zum türkischen Verladehafen Ceyhan und gilt als wichtige strategische Versorgungsader für die EU. Scharaschidse lieferte den Journalisten die gewollte Interpretation gleich mit, ?Russland [ziele] nicht allein auf die wirtschaftlichen Interessen Georgiens [ab], sondern auch auf internationale Wirtschaftsinteressen in Georgien.? Wenn der Westen an Russland denkt, denkt er zuerst immer auch an das Thema ?Energie? und ein Angriff auf eine wichtige Versorgungsader, die die Abhängigkeit von Russland verringert, ist natürlich für den Westen ein wichtiges Politikum.

    Diese Meldung machte dementsprechend auch in allen Nachrichtenüberblicken ihre Runde. Der Zusatz, dass diese Meldung aus georgischen Regierungskreisen kommt, fehlte in den Nachrichten allerdings nicht. Nur SPON steckte in einem Dilemma, als es darum ging, eine peppige Überschrift zu finden. Die verwendete Überschrift ?Russische Kampfjets beschießen Öl-Pipeline? stellt eine Tatsachenbehauptung dar, die aufgrund der fragwürdigen Quelle nicht getätigt werden dürfte, wenn man journalistisch sauber arbeitet ? im folgenden Artikel wurde die Quelle allerdings korrekt genannt.

    Was soll man von Journalisten halten, die ihre fragwürdigen Leitartikel argumentativ auf potentielle Falschmeldungen einer Konfliktpartei aufbauen? Stefan Kornelius ist Außenpolitik-Chef der Süddeutschen Zeitung, ein Alpha-Journalist, wie er im Buche steht. In seinem vielgelesenen Leitartikel vom Sonntag ?In Russlands Hand? schmeißt Kornelius sämtliche Vorbehalte über die verwendeten Quellen über Bord. Über die vermeintliche Bombardierung der BTC schreibt Kornelius: ?Nun greift Russland georgisches Kerngebiet an, bombardiert Pipelines und Flughäfen [?]?. So schnell kann aus einer Behauptung einer Konfliktpartei durch die Feder eines der geachtetsten Journalisten Deutschlands eine Tatsachenbehauptung werden. Doch Kornelius ist nicht der einzige Alpha-Journalist, der hier kläglich versagt. Michael Stürmer ist Chefkorrespondent der WELT. In seinem Leitartikel ? Der Konflikt am Kaukasus lehrt uns das Fürchten? stellt Stürmer am Sonntag fest: ?Die Pipelines durch Georgien wurden bombardiert, aber – absichtsvoll als Warnung oder aus taktischem Versehen? – verfehlt. Durch sie fließt Öl, ganz besonders nach Europa. Das Spiel mit dem Feuer hat der Weltkonjunktur gerade noch gefehlt.? Die nicht verifizierbare Meldung aus georgischen Regierungskreisen wird auch von Stürmer als Tatsachenmeldung verkauft und als Bedrohung für Europa instrumentalisiert. Für solche Artikel ist nurmehr das Wort ?Propaganda? angebracht.

    Dabei hätten Kornelius und Stürmer nur einmal den Ticker der Agenturen lesen müssen. Bereits am Samstag meldete AFP, dass ein Sprecher der Ölgesellschaft BP, die die BTC betreibt, nichts von einem Bombardement weiß und ein solches Bombardement auch für unwahrscheinlich hält. Bei BP macht man sich eher Sorgen um einen Anschlag auf die BTC, den die kurdische PKK am 6. August auf türkischem Gebiet durchführte. Seitdem ist die BTC außer Betrieb. Heute meldete der Kommersant, dass BP nach einer gründlichen Untersuchung der Pipeline keine Spuren eines Bombardements gefunden hat und daher eine Bombardierung kategorisch ausschließt. Dies weiß natürlich auch der SPIEGEL-Journalist Hasnain Kazim, der heute einen Artikel über die beschädigte Pipeline verfasst hat. Anstatt den Leser aufzuklären und die Informationen von BP zu nennen, zitiert Kazim aber lieber einen anonymen Analysten, durch dessen Mund er die georgische Falschmeldung zitieren lässt.

    Das Beispiel der BTC-Bombardierung ist nur eines von vielen. Durch die Tatsache, dass mit BP ein westlicher Konzern involviert ist, ist diese Meldung eine der wenigen, die verifizierbar oder falsifizierbar ist. Hunderte anderer Meldungen aus dem Umfeld der Konfliktparteien sind nicht überprüfbar und man sollte äußerst vorsichtig sein, sie als Tatsachen zu verstehen. Am Samstag meldete beispielsweise das georgische Außenministerium, der Ölverladehafen in Poti sei von russischen Jagdbombern vollständig zerstört wurden. Bilder und unabhängige Augenzeugenberichte gab es freilich nicht. Wie auch, meldete der georgische Sicherheitsrat doch bereits am Folgetag, dass russische Schiffe eben diesen Hafen, der nach Version des eigenen Außenministeriums vollständig zerstört wurde, von See aus blockieren würden. Ähnlich widersprüchlich sind die georgischen Aussagen zu Truppenbewegungen, Waffenstillstandsabkommen und anderen Dingen, die nicht nur von westlichen Medien, sondern auch von der westlichen Politik im Rahmen der Konfliktlösung herangezogen werden.

    Nachdem die meisten Medien am Freitag noch sehr vorbildlich arbeiteten, hat sich dies spätestens am Sonntag geändert. Die Auswahl von Bildern und Überschriften schafft das Kunststück die Meinung der Kommentatoren zu stützen, Georgien sei in diesem Konflikt nicht etwa der Aggressor, sondern ein Opfer. Weder Russland noch Georgien sind eindeutige Opfer oder eindeutige Täter. Die Bildsprache und die Nachrichtenauswahl suggerieren jedoch etwas anderes. Georgische Zivilisten werden stets als Opfer Russlands präsentiert, was faktisch korrekt ist. Bei ossetischen Opfern wird jedoch der Verantwortliche gerne weggelassen. Die 2.000 Opfer (nach russischen und ossetischen Angaben) in Südossetien sind zu einem übergroßen Teil Opfer Georgiens. Ein Großteil der Kriegsflüchtlinge flüchtet nicht vor den Russen, sondern vor georgischem Beschuss durch flächendeckendes Artilleriefeuer. Bilder aus Gori sind omnipräsent, auch wenn es an ihrer Herkunft bereits ernste Zweifel gibt. Bilder von getöteten Zivilsten in Südossetien, die auf das Konto Georgiens gehen, werden in den westlichen Medien indes nur selten veröffentlicht. Wenn der SPIEGEL über russische Hackerattacken auf georgische Internetseiten berichtet, so ist dies nicht falsch ? wenn in diesem Artikel allerdings nicht erwähnt wird, dass die Seiten von Ria Novosti, Iswestija und Russia-Today ebenfalls von Hackern unbekannter Herkunft attackiert werden, so ist dies nicht etwa nur schlechter Journalismus, sondern Desinformation.

    Medien sind der Neutralität verpflichtet. Ein Anwalt muss auch Mandanten mit der Unschuldsvermutung verteidigen, von deren Schuld er überzeugt ist. Wenn Medien einseitig informieren und in ihrer Schlagzeilen- und Bildauswahl deutlich Stellung beziehen und bei ihren Lesern und Zuschauern so falsche Schlussfolgerungen provozieren, ist dies manipulativ. Dies kennt man im Rahmen der Russlandberichterstattung schon. In den Fällen ?Litwinenko?, ?Politowskaja? und ?Beslan? kam das Publizistische Institut der Lomonossow-Universität bei der Analyse deutscher ?Qualitätszeitungen? zum Schluss, hier würde manipulativ gearbeitet. Für den Kaukasuskrieg 2008 würde die Analyse ähnlich ausfallen. Ob wir in den westlichen Medien wohl einen Artikel finden werden, der über die heute geäußerten Vorwürfe von Human-Rights Watch und dem Sacharow-Zentrum berichtet, die den westlichen Medien bei der Berichterstattung über den Krieg in Georgien Desinformation und Propaganda vorwerfen? Wohl kaum, russische Menschenrechtler kommen nur in die westlichen Medien, wenn sie russische Medien kritisieren. Ordnung muß sein.

    Udpate:Ich werde diesen Artikel in den Folgetagen durch weitere Beispiele ergänzen.

    Grotesk verfälscht ist beispielsweise auch die Fragestellung in einem Interview der TAZ mit Daniel Cohn Bendit:

    Dass Russland ausgerechnet während der Eröffnungsfeier einen Krieg beginnt, zeigt doch, dass der olympische Geist endgültig zur Farce verkommen ist.

    Dass Georgien am Eröffnungstag eine militärische Großoffensive startete, scheint dem TAZ-Journalisten entgangen zu sein.

    Update 2: Auch die Finanzredaktion der Süddeutschen Zeitung hält es nicht für nötig, die BTC-Falschmeldung zu überprüfen. Im Artikel “Energie-Interessen des Westens im Visier“, der zeitgleich mit diesem Artikel erschienen ist, analysieren die Journalisten H.-W. Bein und J. Schmidt die vermeintliche russische Absicht, die Energieversorgung des Westens zu schädigen. Ihre Argumentation stützt sich auf zwei Beispiele: Die BTC-Bombardierung und die Bombardierung des Hafens in Poti – ersteres fand nicht statt und letzteres ist zumindest in der georgischen Version zweifelhaft. Ein weiterer Tiefpunkt der SZ-Georgien Berichterstattung.

    Jens Berger

    Bildnachweis (v.o.n.u.): Fox, Euro.de, Bild.de – Ausrisse: Spiegel.de

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    Die Lage in Georgien und im besonderen Maße in den abtrünnigen Entitäten ist unübersichtlich. Es sind kaum unabhängige Beobachter vor Ort und der Großteil der Meldungen, die uns über die Medien erreichen, stammen von den Konfliktparteien selbst. Jeder Journalist weiß natürlich, dass diese Quellen nicht geeignet sind, um verlässliche Informationen zu bekommen. Meldungen südossetischer ...
    Tags: Medien Russland
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    181 Kommentare:

    1. Dr. Dean schrieb am 11. August 2008 at 19:22 - Permalink

      Manche Kommentatoren und Alpha-Journalisten in den sogenannten Qualitätsmedien wollen uns einen russischen Bären aufbinden.

    2. ra0105 schrieb am 11. August 2008 at 19:24 - Permalink

      Wir bedanken uns und haben dich prominent verlinkt. (Dauert noch ein Weilchen bis die Mirrors aktualisiert sind)

    3. Georg Ossetzki schrieb am 11. August 2008 at 19:28 - Permalink

      Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?

    4. knt schrieb am 11. August 2008 at 19:29 - Permalink

      Ich könnte heulen wenn ich diese Schlagzeilen lese und an all die Menschen denke deren Weltbild fahrläßig oder absichtlich verstört wird! Ob Libanon, Kaukasus, Iran, Irak oder Afghanistan es ist immer das gleiche! Wiewiewiedewie sie mir gefällt!

    5. RWE-Matt schrieb am 11. August 2008 at 19:29 - Permalink

      Danke für deine Artikel. Langsam verliere ich wirklich den Glauben an dei Neutraliät unserer Medien.
      Zum Glück gibt es hier noch Leute die merken, dass die Welt nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht.

    6. sven schrieb am 11. August 2008 at 19:31 - Permalink

      “Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit”

      Mir scheint, daß in einem Krieg sehr viel schneller die Lüge erkennbar wird.

    7. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 19:33 - Permalink

      @Georg Ossetzki

      Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?

      Weil Russland eine genau so bigotte Interessenpolitik betreibt, wie andere Länder auch. Noch Fragen?

    8. knt schrieb am 11. August 2008 at 19:54 - Permalink

      Aufgabe der Medien wäre es nicht nur, Neutral zu berichten – sondern auch Propaganda bloßzustellen! Es ist nicht genug die Quellen nur zu nennen, man muss sie meiner Meinung nach auch nach dem Wahrheitsgehalt bewerten. Hier ein Aussschnitt aus dem CNN Interview von Saakaschwili:

      Die Russen behaupten, dass in Südossetien über 2 000 friedliche Einwohner getötet worden sind. Was können Sie dazu sagen?

      Saakaschwili (grinsend): “Zchinwali ist eine winzige Stadt. Noch vor all diesen Ereignissen haben die Russen einen Großteil der Einwohner von dort evakuiert. Dort konnten gar nicht so viele Menschen bleiben.”

      - “Aber Euch wird vorgeworfen, dass Ihr die Stadt beschossen habt und dass es Opfer unter der Bevölkerung gab.”

      - “Wir haben die Stadt nicht beschossen. Wir mussten den Beschuss beginnen, als wir erfuhren, dass russische Panzer von Norden her nach Südossetien vorrückten. Zuvor hatte ich die Einstellung des Feuers verfügt. Wir hatten und haben nicht vor, gegen jemanden Krieg zu führen.

      Als aber die Russen in unser kleines und freiheitliebendes Land eindrangen, mussten wir uns verteidigen. Wir haben bereits 20 russische Flugzeuge abgeschossen. Gegenwärtig haben sie eine Seeblockade gegen Georgien verhängt und stoppen bereits Schiffe mit humanitären Frachten. Eben erst ist ein Schiff mit Getreide für die betroffene Bevölkerung gestoppt worden. Gegen unser kleines Land ist eine harte und unmenschliche Aggression entfesselt worden.”

    9. Peinhard schrieb am 11. August 2008 at 19:56 - Permalink

      “Weil Russland eine genau so bigotte Interessenpolitik betreibt, wie andere Länder auch.”

      Oder – mehr oder minder frei nach de Gaulle – Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.

    10. Rudi schrieb am 11. August 2008 at 20:02 - Permalink

      Danke für den Artikel, Jens. Mir gefällt besonders, dass Du Deine Aussagen mit überprüfbaren Quellen belegst. Mich würde interessieren, was die Alpha-Journalisten Kornelius, Stürmer und Kazim zu Deinem Vorwurf zu sagen haben. Hast Du bei Ihnen mal angefragt (am besten mit Verweis auf Deine Leserzahlen)?

      Und dann würde mich interessieren, wer in den Qualitätsmedien die Entscheidungsgewalt über schwarz und weiß hat. Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass so viele Journalisten zufällig sehr ähnliche Einschätzungen der Lage vertreten. Ist das eine Art Schwarmintelligenz? Will man den Leser nicht mit unterschiedlichen Einschätzungen verwirren? Oder wird in Hintergrundgesprächen verabredet, was die massenmedial vermittelte Wahrheit sein soll?

      Thomas Leif hat über “Strippenzieher und Hinterzimmer” einmal einen Film gemacht.
      Ab Seite 7 wird das Skript so richtig interessant:
      http://www3.ndr.de/container/ndr_style_file_default/0,2300,OID2375502,00.pdf
      Ulrike Hinrichs, Ex-Redakteurin ZDF “Frontal 21″ wird folgendermaßen zitiert: “Der Mehrwert besteht einfach darin, dass wir die Wahrheit erfahren, aber – so bitter es für manche auch ist – nicht schreiben oder senden dürfen.”

      Sorry, ich wittere schon wieder Verschwörung ;-)

      Lieben Gruß
      Rudi Blitzableiter

    11. Der Unbequeme schrieb am 11. August 2008 at 20:02 - Permalink

      “Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?”

      @ Ossietzky

      Welche Minderheiten unterdrückt Russland bitte schön? Wahrscheinlich können Sie mir keine nennen, da Ihre Frage ein sehr naives Aussehen hat, das des Nachlaberns eines abstrakten Stereotyps. Wahrscheinlich kennen Sie sich in Russland gar nicht aus. Wenn doch, lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen. Also: nennen Sie mir die besagten Minderheiten.

      Was Tschetschenien von Südossetien unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich in Tschetschenen islamischer Radikalismus ausbreitete und die Tschetschenen 1999 in die russische Nachbarrepublik Dagestan eingefallen sind, in der Hoffnung, den ganzen Kaukasus in Brand zu setzen. Die Südosseten haben dagegen niemanden angegriffen, sie wollten einfach nur in Frieden leben. 1992, als sie die Georgier in die Flucht trieben, haben sie an ihren eigenen Grenzen halt gemacht, statt weiter zu marschieren.

    12. Stefan schrieb am 11. August 2008 at 20:04 - Permalink

      Russland geht eben immer noch gut als Feindbild, obwohl ich denke, dass der grössere Gegenspieler europäischer Interessen auf der anderen Seite des Atlantik sitzt. Ich hatte mich übrigens schon gefragt, wann die deutschen Medien sich komplett gegen Russland wenden, anfangs wurde ja wenigstens noch erwähnt, dass Georgien eine Offensive gestartet hat (also, wenn man so will, angefangen). Man stelle sich nur mal vor, was wäre, wäre Georgien, wie von den Amerikanern gewünscht, NATO Mitglied, dann hätten wir jetzt so richtig Probleme.

    13. Yoshi schrieb am 11. August 2008 at 20:05 - Permalink

      In letzter Zeit wundere ich mich, wie der Journalismus funktioniert. Sitzt der Leitartikler vor seinem Computer, fertigt eine detaillierte Analyse an und fragt sich dann, wie er diese verkauft?
      Typische Beispiele sind die von dir verlinkten SPON Artikel, der ‘Maxime’ der Artikel kann ich durchaus zustimmen, Russland bedroht europäische Interessen. Die Argumente sind dann aber schwach oder sogar falsch.

      mfg
      Yoshi

      PS ‘Russland bedroht europäische Interessen’ bitte ich innerhalb eines realpolitischen Frameworks zu verstehen. Es sagt nichts darüber aus, ob Russland richtig oder angemessen handelt.

    14. Bitz schrieb am 11. August 2008 at 20:13 - Permalink

      Beim Nachdenken über den Ablauf der (militärischen) Ereignisse fiel mir noch auf,
      wie schnell die Russen reagieren konnten.

      So schnell ist keine “schnelle Eingreiftruppe” der Welt.
      Innerhalb von drei Tagen in (mehrfacher) Divisionsstärke anzugreifen ist nur möglich wenn die Truppen schon im Landungsboot, bzw. Truppentransporter sitzen, mit laufendem Motor und ausgefeiltem Operationsplan.
      Das zeigt m.E. dass die Georgier in ein ziemlich offenes Messer gelaufen sind.
      Hab nur noch keine passende Verschwörungstheorie dazu.
      Na ja, guter Geheimdienst reicht ja vielleicht.

    15. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 20:13 - Permalink

      @10 Rudi

      Mich würde interessieren, was die Alpha-Journalisten Kornelius, Stürmer und Kazim zu Deinem Vorwurf zu sagen haben. Hast Du bei Ihnen mal angefragt (am besten mit Verweis auf Deine Leserzahlen)?

      Dann würden sie mir echte Leserzahlen um die Ohren hauen ;-)

      Nein, ich sehe darin auch keinen gangbaren Weg. Die Herren wissen, was sie tun und die Sicht eines Bloggers interessiert sie nicht die Bohne. Was kümmert es die Eiche, wenn das Schwein sich an ihr reibt? Oink, Oink ;-)

      Und dann würde mich interessieren, wer in den Qualitätsmedien die Entscheidungsgewalt über schwarz und weiß hat.

      Oft ist dies ein Rudelverhalten, ohne wirkliche Absicht. Außerdem verkauft es sich besser, wenn man Partei ergreift. Ein komplexer Konflikt, bei dem Liesschen Müller nicht weiß, wer denn jetzt der Bösewicht ist, bringt weniger Quote und somit weniger Geld. “Wir” sind von Hollywood und Co nun mal so konditioniert, dass wir am liebsten “Schwarz-Weiß” sehen wollen. Außnahmen, wie die SF-Leser, bestätigen die Regel.

    16. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 20:14 - Permalink

      @11 Der Unbequeme

      Ich bitte Dich! Du willst doch nicht ernsthaft sagen, dass Georgier, Tscheschenen und andere (vorwiegend muslimische) Minderheiten in Russland nicht unterdrückt und benachteiligt werden?

    17. scipio schrieb am 11. August 2008 at 20:16 - Permalink

      @Stefan

      “Man stelle sich nur mal vor, was wäre, wäre Georgien, wie von den Amerikanern gewünscht, NATO Mitglied, dann hätten wir jetzt so richtig Probleme.”

      Möglich, aber wahrscheinlich hätten die Russen dann keinen Fuß über die Grenze gesetzt.

    18. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 20:17 - Permalink

      @Bitz

      Natürlich waren die Russen vorbereitet. Der georgische Truppenaufmarsch fand ja nicht erst seit einer Woche statt und sicher hatte der Generalstab auch die Überreaktion Georgiens als einen von vielen “Fall” durchgespielt.

    19. carlo schrieb am 11. August 2008 at 20:19 - Permalink

      @sf

      Was kümmert es die Eiche, wenn das Schwein sich an ihr reibt? Oink, Oink ;-)

      Jetzt habt Ihr es geschafft! (auch ein Herr Walde ist daran nicht ganz unschuldig) Den Artikel von Michael “Stürmer” hab ich ja vorher schon gelesen…ohne größeren Sachschaden. Aber jetzt ist mir vor Lachen wirklich das Glas umgekippt.
      Dennoch für den guten, logisch nachvollziehbaren Artikel muß man wohl mal kleine Opfer einkalkulieren.
      weiter so, Druschba

    20. Possimist schrieb am 11. August 2008 at 20:25 - Permalink

      Außerdem sind unweit der Grenze zu Georgien (ca. 250-350km) zwei russische Militärbasen, was ja in militärischen Maßstäben gleich um die Ecke ist. Eine liegt in der nähe Nordossetiens die andere etwas weiter nördlich davon. Wenn nun schon da unten so eine unruhige Gegend ist (siehe auch Tschetschenien) und dann in Georgien die US-”Militärberater” ein und ausgehen, dann ist doch wohl klar woher die vielen russischen Soldaten kommen und warum die so schnell einsatzbereit waren.

    21. häusler schrieb am 11. August 2008 at 20:27 - Permalink

      @ der unbequeme

      au weia. das darf man tatsächlich nicht so stehen lassen. welche gesellschaftliche stellung menschen aus dem kaukasus in russland haben ist ja nun wirklich kein geheimnis. auf händen werden diese menschen jedenfalls nicht getragen…

      auch der unbequeme sollte die objektivität wahren (auch wenn es schwer fällt und ihm selten gelingt), die er von anderen permanent fordert.

    22. Dr. Dean schrieb am 11. August 2008 at 20:49 - Permalink

      Ich glaube nicht, dass sich die Menschen in Georgien und Russland so feindlich gegenüber stehen wie es die Regierungen tun. Ich glaube mittlerweile aber ganz sicher, dass Saakaschwili und der von ihm gehegte extremistische Nationalismus eine echte Katastrophe für den Kaukasus darstellen. Seine Ansprache heute an das eigene Volk leitete er mit folgenden Worten ein:

      Our future and liberty is under attack? This is war and we have losses, but the enemy has even more serous losses? We will defend our freedom, our homeland to the last drop of blood.

      So klingt mit Sicherheit niemand, der an Deeskalation und einen baldigen Frieden interessiert ist. (Quelle1, Quelle2) Sein “einseitiger Waffenstillstand” ist verbunden mit dem Aufruf an sein Land, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen.

      Was für ein Idiot.

    23. otti schrieb am 11. August 2008 at 20:49 - Permalink

      Die Frage, ob die westliche Werte- und Ölgesellschaft in Form medialer Propaganda Russland als neuen diktatorischen Gegenspieler aufbauen will, kann mit einem klaren Ja beantwortet werden.
      Der Westen sieht seine wirtschaftlichen Interessen bedroht, seine Felle (Öl) schwimmen davon.
      Wenn das kein einleuchtender Grund ist, dass Teuschland auch am Kaukasus verteidigt werden muss!

    24. Der Unbequeme schrieb am 11. August 2008 at 20:52 - Permalink

      Ich sprach hier nicht von den Sympathien in der Bevölkerung (die sich übrigens teilweise aus den Kriminalitätsstatistiken erklären lässt), sondern von staatlicher Politik!

      Wenn in Deutschland irgendwo Skinheads türkische Wohnheime anzünden, was hat das bitte mit der Politik des deutschen Staates zu tun?

      Also frage ich nochmal: was sind die Beispiele der russischen Unterdrückungspolitik gegenüber Minderheiten? Werden ihre Sprachen verboten? Gibt es keine Schulen? Gibt es sonst irgendwelche Einschränkungen? Religionsfreiheit? Russland könnte sich als Vielvölkerstaat solch eine Politik gar nicht leisten.

    25. s. schrieb am 11. August 2008 at 20:58 - Permalink

      Was ist, wenn “der Westen” tiefer in die Sache verstrickt ist als ohnehin schon vermutet?
      Welche Art der “Berichterstattung” würde man dann wohl von der heimischen Presse erwarten?

    26. Nobody schrieb am 11. August 2008 at 21:05 - Permalink

      An der BTC-Pipelinegeschichte leuchtet mir vor allem eins nicht ein: warum sollten die Russen es nicht hinbekommen, diese zu zerstören, wenn sie es wirklich darauf anlegen würden.
      Sie haben wohl mittlerweile die absolute Luftüberlegenheit und so ein wahnsinnig kleines Ziel ist die Pipeline nun auch nicht.

      Weiterhin wundern mich auch die Bilder (z.B. bei SPON) über die angeblich zerbombten Plattenbauten. Diese sind zwar ausgebrannt, aber machen ansonsten ein vergleichsweise intakten Eindruck. Die Fotos von den Aktionen der IDF im Libanon sahen ganz anders aus.

    27. otti schrieb am 11. August 2008 at 21:07 - Permalink

      Zur Umfrage wegen des Vertrags von Lissabon und den so genannten grundgesetzlich geschützten Werten (via Nachdenkseiten):

      http://www.peter-gauweiler.de/pdf/Vertr%20Lissabon%20Gutachten.pdf

    28. luky schrieb am 11. August 2008 at 21:10 - Permalink

      Auch krasses Beispiel. Leitmedium und Alpha-Tierchen

      Westöstliche Interessensphären
      Hansrudolf Kamer (H. K.) Stv. Chefredaktor / Ressortleiter NZZ International

      Der brutale Einsatz von Kampfbombern und Raketen gegen georgisches Territorium und Wohnhäuser von Zivilisten als Antwort auf – wahrscheinlich provozierte – Übergriffe gegen russische sogenannte Friedenssoldaten zeigt dies überdeutlich. Die muskulösen Bemerkungen des starken Mannes Putin in Nordossetien, Georgien habe Völkermord begangen, stehen in der Reihe der üblichen propagandistischen Übertreibungen, die man aus Moskau gewohnt ist. Sie sollen die eklatanten russischen Übergriffe, bekannt aus dem Krieg um Tschetschenien, relativieren und indirekt rechtfertigen.
      [...]
      Moskaus Ziel, Georgien zu destabilisieren und schliesslich eine neue Regierung einzusetzen[...], ist leicht erkennbar. Das liegt einerseits in der imperialistischen Tradition Russlands, anderseits im allgemeinen Bestreben, westliche Positionen in Europa und Grenzgebieten zurückzubauen. Bereits in der jüngsten Vergangenheit gab es Spuren russischer Wühlarbeit gegen Saakaschwili in Georgien, die darauf abzielte, die Rosen-Revolution von 2003 rückgängig zu machen.
      [...]
      Die Amerikaner scheinen dies bemerkt und dem georgischen Präsidenten zur Vorsicht geraten zu haben. Weshalb dieser kluge Rat in den Wind geschlagen wurde, ist zurzeit unklar. Dass Washington im Gegenteil den Georgier ermuntert habe loszuschlagen, gehört in den Bereich der Verschwörungsthesen und widerspricht der amerikanischen Strategie in dieser Weltgegend, die einen langsamen Aufbau westlicher Positionen anstrebt.

      Der arme Mann lebt imo in einer eigenen Realität.

      gruss. luky

    29. name schrieb am 11. August 2008 at 21:15 - Permalink

      Jenseits von liberal angehauchten Floskeln, Pharsen und der verlogenen Sachlichkeit, spricht der georgische Minister Temur Yakobashvili mal Klartext:

      Er dankt den israelischen Militärs, für ihr Kriegshandwerk.

      “Israel should be proud of its military, which trained Georgian soldiers,”

      …”We killed 60 Russian soldiers yesterday alone,” said Yakobashvili. “The Russians have lost more than 50 tanks, and we have shot down 11 of their planes. They have sustained enormous damage in terms of manpower.”

      http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010225.html

      http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3580136,00.html

      Der Angriffskrieger nimmt wenigstens kein Blatt vor den Mund und so einen Posten wie einen Reintergrationsminister bräuchte man in Europa auch. Lasst uns überall Punkte auf der Weltkarte markieren, die dann ganz liberal imperialistisch von Europa aus intergriert werden.

    30. carlo schrieb am 11. August 2008 at 21:16 - Permalink

      @dr.dean

      ?Our future and liberty is under attack? This is war and we have losses, but the enemy has even more serious losses? We will defend our freedom, our homeland to the last drop of blood.?

      Die Quelle scheint seriös, das hat der Irre tatsächlich losgelassen. Meine Frage wäre, gibt es denn in Georgien keine Opposition oder wenigstens eine kritische Gegenöffentlichkeit?
      Oder ist dort jegliche Publikation schon gleichgeschaltet oder besser: nach modernen PR-Richtlinien geführt? Es gibt in Georgien doch auch Stundenten, Gewerkschaftler und Intellektuelle. Warum vernimmt man vom Widerstand gegen diesen ausgemachten Irren nichts weiter?

    31. egal schrieb am 11. August 2008 at 21:32 - Permalink

      carlo, die ehemalige georgische Ausministerin ( Name entfallen ) wirft den US vor hinter der Aktion zu stehen ( keine Quelle, selber suchen ) deswegen ist die Regierung der sie angehörte auch nicht mehr am Ruder

      da Georgien ganz offziell im Kriegszustand ist, ist opponieren auch nicht so simpel
      - die Studenten von denen du sprichst hadern wahrscheinlich gerade mit ihren ungewohnten neuen Schnürstiefeln

    32. carlo schrieb am 11. August 2008 at 21:34 - Permalink

      Um nicht die Konvertiten überzeugen zu wollen….aber hier ist ein guter Artikel aus RIA-Novosti
      http://de.rian.ru/analysis/20080811/115961057.html

    33. häusler schrieb am 11. August 2008 at 21:34 - Permalink

      @24
      wenn neonazis wohnheime anzünden, hat das sogar eine ganze menge mit politik zu tun. schließlich machen auch parteien wie die npd “politik” und haben ihre anhänger.
      das sind einfachste zusammenhänge… aber ein anderes thema.

      sicherlich wird russland keine offensichtliche unterdrückungspolitik betreiben. muss es auch gar nicht, schließlich wurden maßnahmen wie zwangsrussifizierung schon vor über 100 jahren ergriffen.
      die damit einhergehende stigmatisierung trägt eine gesellschaft nicht selten über generationen hinweg in sich, dass es dafür keine politik mehr braucht.
      siehe auch: deutsche & polen

    34. otti schrieb am 11. August 2008 at 21:37 - Permalink

      Krieg um des Krieges willen?
      Ein Artikel des kürzlich verstorbenen palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch, der auch hier Gültigkeit hat.
      http://www.ism-germany.net/2008/08/11/in-gedenken-an-mahmud-darwish-ein-krieg-um-des-krieges-willen/

    35. AK schrieb am 11. August 2008 at 21:37 - Permalink

      Das Interview mit Hr. Segbers auf SPON ist IMO recht ausgewogen.
      Link: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,571256,00.html

    36. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 21:44 - Permalink

      @ Der Unbequeme

      Also frage ich nochmal: was sind die Beispiele der russischen Unterdrückungspolitik gegenüber Minderheiten? Werden ihre Sprachen verboten? Gibt es keine Schulen? Gibt es sonst irgendwelche Einschränkungen? Religionsfreiheit? Russland könnte sich als Vielvölkerstaat solch eine Politik gar nicht leisten.

      Ich will das jetzt nicht lang ausführen, aber von Schikanen jeglicher Art, denen die südlichen und östlichen Minderheiten im Westen Russlands ausgesetzt sind, wirst Du doch sicher schon mal etwas gehört haben. Das fängt bei der Arbeitserlaubnis an und hört beim Schutzgeld für Polizisten auf. Du solltest mal eine Moskauer Großbaustelle besuchen und Dich mit den Tschechenen, Georgiern und Tadschiken dort unterhalten ;-)

    37. Daniel schrieb am 11. August 2008 at 21:47 - Permalink

      @Spiegelfechter
      Zur Gleichschaltung der Medien
      Ich glaube nicht das man die Gleichschaltung nur mit Rudelverhalten erklären kann.
      Ich denke das die Redaktionen von der Spitze her auf ein bestimmtes Weltbild getrimmt sind.
      Es ist auch nicht ganz zufällig, das die außenpolitische Berichterstattung zu 99% der Linie der Bundesregierung folgt.
      Gibt es dazu Untersuchungen wie diese Prozesse der Gleichschaltung in einer Demokratie genau funktionieren?

    38. Drummic schrieb am 11. August 2008 at 21:53 - Permalink

      Ideologiefreie und neutrale Medien. Das wünschen wir uns alle und dank der guten Recherche wird uns auch vor Augen gehalten, dass es so etwas leider nicht gibt. Unabhängige Kämper für die Wahrheit kann man doch nun wirklich nicht in der Mainpresse suchen, die durch und durch interessengebunden ist. Sind nicht längst die Medien die vierte Macht im Staat? Dank Internet steht dem kritischen Leser ja wenigstens noch eine Informationsquelle offen. Es wäre sehr hilfreich, wenn genau die journalistischen Standards wie: Quellenangabe, Impressum etc. als ein kleiner Leitfaden zur Verfügung stehen würde. Als NICHT Journalist ist es verdammt schwierig, im Meinungsdschungel einen Weg zu finden und die Manipulation zu durchschauen.

    39. Spiegelfechter schrieb am 11. August 2008 at 21:54 - Permalink

      @carlo und AK

      Yep, die beiden Artikel sind idT gut. Segbers ist auch ein “echter” Expert, so wie auch Sascha Rath und kein “Propagandaschwätzer” ;-)

    40. gruschelnix schrieb am 11. August 2008 at 22:36 - Permalink

      Lieber Jens:

      “Nachdem die meisten Medien am Freitag noch sehr vorbildlich arbeiteten, hat sich dies spätestens am Sonntag geändert. Die Auswahl von Bildern und Überschriften schafft das Kunststück die Meinung der Kommentatoren zu stützen, Georgien sei in diesem Konflikt nicht etwa der Aggressor, sondern ein Opfer.”

      Genau so habe ich das auch empfunden. Am Wochenende gab es einen eindeutigen Wechsel in fast der gesamten Berichterstattung in den “Qualitätsmedien”. Am auffallendsten dabei: Die Erwähnung, dass der Beginn des Konflikts eine Offensive der Georgier in SO gewesen sei, kam mit einem mal nicht mehr vor. Richtig getilgt.

      Das hat – wenn man die Berichterstattung intensiver und mehr mals am Tag verfolgt – schon Orwellsche Qualitäten. Von “Immer schon haben wir uns mit Ozeanien im Krieg befunden” zu “niemals haben wir und mit Ozeanien im Krieg befunden, Ozeanien war immer unser Verbündeter” geht das vom einen Augenblick auf den Anderen.

      Ich finde es – ehrlich gesagt – entlastend zu lesen, dass es auch anderen auffällt. Manchmal zweifelt man ja bei solche Schwenk schon am eigenen Verstand. Man kann da schon etwas paranoid werden.

      Die Frage ist: Ist es wirklich nur “Rudelmentalität”. Ich denke: In dem Moment, wo die Propagandalinie klar ist: ja. Das merkt dann jeder der Textproduzenten, welche Tendenz gewünscht ist. Und schreibt entsprechend. Man möchte ja seine Job behalten. Bis zu einem gewissen Grad verständlich.
      Aber wie ist das genau im Moment des Schwenks? Am Freitag – so stelle ich mir das vor – schrieben alle noch einfach das, was nach vorhandener Nachrichtenlage offensichtlich oder zumindest wahrscheinlich war. Aber dann muss doch irgendwie die neue Akzentsetzung “durchgestellt” worden sein. Die haben sich doch nicht die Schreiberlinge selber ausgedacht. Das kam doch in den Reaktionen von oben. Es muss also im Moment des publizistischen Schwenks einen Moment gegeben haben, wo kommuniziert worden sein muss: Wir hätten jetzt den Akzent gerne mehr auf die Aggressivität der Russen.

      Wenn das einmal etabliert ist, dann läuft das als Eigendynamik. Da muss gar nicht immer jemand die Anweisung geben. Aber im Moment des Schwenks eigentlich schon – oder?

    41. COPOKA schrieb am 11. August 2008 at 22:46 - Permalink

      @ Nobody, #26

      Weiterhin wundern mich auch die Bilder (z.B. bei SPON) über die angeblich zerbombten Plattenbauten. Diese sind zwar ausgebrannt, aber machen ansonsten ein vergleichsweise intakten Eindruck. …

      Russen haben paar georgische Munitionslager in die Luft gejagt, und Georgien ist nun mal ein dicht besiedeltes Gebiet. Also kannst du dir vorstellen, was da in der Gegend los war. Nun guck dir die Bilder noch ein Mal an.
      Zivile Ziele direkt anzugreifen macht militärisch gesehen keinen Sinn.

    42. COPOKA schrieb am 11. August 2008 at 22:54 - Permalink

      @ gruschelnix, #40

      Auf die s.g. Qualitätsmedien lege ich keinen Wert, höre aber gerne Radio, wenn ich mal unterwegs bin. Und da muss ich sagen, dass die Berichterstattung von dradio-Kultur (bundesweit ausgestrahlt!) doch recht ausgewogen war. Und die regionale Sender, wie z.B. SR2 in meinem Fall, haben offensichtlich keine Lust auf Kriegspropaganda und berichten durchaus sachlich.

    43. Lau Dan schrieb am 11. August 2008 at 22:56 - Permalink

      zum Schwenk, gut möglich dass da einige im Sommerurlaub ( sonst Saure-Gurken Zeit ) waren und nicht sofort korrigierend eingreifen konnten ( mein ich diesmal ernst )
      oder es gab halt erst am Fr ein Hintergrundbriefing in dem “unsere” Position klar gemacht wurde ( das kann man ja schlecht vor dem Krieg abhalten in dem Fall, man muss sich ja erstmal von den Polen Russen überraschen lassen )

      und klar merkt das jeder Texter ob sein Text durch kommt oder zurück kommt mit fiesen Anmerkungen ( “Putinversteher” )

      Reuters hat heut ne Nachricht zurückgezogen
      http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/LB156487.htm
      Schlacht um Gori hat gar nicht stattgefunden, “Augenzeuge wurde missverstanden”
      - kann ja vorkommen, wir druckens erstmal trotzdem, schreib dazu “Moskau dementierte den Angriff vorerst”

    44. COPOKA schrieb am 11. August 2008 at 22:59 - Permalink

      @ SF, #15

      ?Wir? sind von Hollywood und Co nun mal so konditioniert, dass wir am liebsten ?Schwarz-Weiß? sehen wollen.

      Da machst du dir zu einfach ;)
      Der Grund dafür liegt in menschlicher Natur – einfache Weltbilder mit Feind/Freund, Gut/Böse, Richtig und Falsch sind gefragt. Massenmedien bedienen sich nur dessen.

    45. Lau Dan schrieb am 11. August 2008 at 23:03 - Permalink

      besser : Moskau streitet Angriff ab – ne schreib leugnet, leugnet den Angriff

      ( edit bezieht sich natürlich auf meinen vorangegangenen Kommentar )

    46. AK schrieb am 11. August 2008 at 23:06 - Permalink

      18, 20, wech…

      SPON-Fundstück, vom 10.7.08: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,565172,00.html

    47. antonym schrieb am 11. August 2008 at 23:08 - Permalink

      Zu der Gleichschaltung der Medien, es gab vor einiger Zeit mal einen Artikel, ich glaube sogar im Spiegel, dass praktisch alle deutschen Chefredakteure irgendwie mit den Geheimdiensten verbunden sind, also zumindest Berichte liefern.

      Es hat aber keine Wellen geschlagen und heutzutage bekennen sich ja selbst Politiker der Grünen gerne zur Zusammenarbeit mit den Schlapphüten.

      Als Neusprech für die altbackene Gleichschaltung schlage ich mal “demokratische Lenkung” vor :)

    48. Benerik schrieb am 11. August 2008 at 23:09 - Permalink

      es liegt in der Natur des Menschen Informationen in Desinformationen zu wandeln. Selbst nach dem Lesen dieses Blogs, nach all den Kommentaren ist es schwer die Fakten klar vor sich zu halten. Wir werden “vollgedröhnt”!
      In allen Medien, zu jeder Zeit!
      Die deustchen Medien sind Mitläufer der abhängigen Presseschnittstellen reuters/afp/dpa/lk/phj. Alle hängen sie am bereits desinformierten Pulsschlag.
      Korrespondenten wie der erfahrenen Antonia Rados wird es unmöglich gemacht die Wahrheiten und objektiven Tatsachen in ihren Quellen zu recherchieren.

      Was uns bleibt: Menschen wie Jens Berger die uns aus dem Dschungel der Desinformation einen möglichst objektiven Schmalweg aufarbeiten. Ich finde es wirklich schön zu wissen, das wir alle hier vor allem in Krisenzeiten versuchen objektiv das berichtete zu urteilen. Auch wenn es durch die Fülle der Ansichten oft verwirrend werden kann.

      Was ich seit meiner Skepsisentdeckung vermisse sind objektive Diskussionen unter Berücksichtigung aller Stränge in den Medien. Wieso berichtet nicht ein Sender wie ARD in einer abendfüllenden Diskussion Live über die Geschehnisse? Wieso stellt man die Berichterstattung aufgrund der stets bekannten Propagandagefahr nicht grundlegend in Frage? Verlernen wir im heutigen Informationszeitalter das wahrhaftige Informieren?

      Ja!

      Tip zur gespiegelten Betrachtung: http://www.Russiatoday.ru
      Auch über Astra zu empfangen.

    49. Georg Ossetzki schrieb am 11. August 2008 at 23:17 - Permalink

      Die Zuordnung von Süd-Ossetien und Abchasien zu Georgien haben nicht die Georgier erfunden, sondern sie entstand zu Zeiten der Sowjet-Union. Wären die Georgier so russenfreundlich wie die Weißrussen, würde der Kreml wohl kaum die Minderheiten in Georgien mit Waffengewalt unterstützen.

    50. Eugen schrieb am 11. August 2008 at 23:55 - Permalink

      39 @Spiegelfechter
      Sehe ich das überhaupt nicht so. Osseten sind nicht so blöd, um auf den Tunnel nicht zu achten. Und wer soviel Waffen liefert, muss sich fragen ?wofür? Meint er beim ?Drück? kaufen? Das ist Irrtum ? die Völker kann man nicht kaufen, nur ihre Anführer. Das bringt aber langfristig nichts. Georgien ist schon längst zu Cuba 2.0 für Russland geworden. Das West über Georgien wird immer versuchen, die Unruhe in der Gegend zu stiften.

      16 @Spiegelfechter
      Werden muslimische Minderheiten nicht auch in Deutschland unterdrückt?
      Meinst Du die Sowjetzeit, oder danach? Oder vermisst Du im Russland Scharia.? Hoffentlich nicht.
      Jetzt andere Frage. Wenn Deutschland 30,2% direkt aus Russland bezieht und nur 1.8 über Georgien
      , warum redet man dann von der ?Energiesichercheit?? Welcher Sinn sollte ?Energiepartnerschaft? haben, wenn man sowenig wie möglich zu kaufen? Man soll einfach mehr Öl aus dem Golf beziehen.

      31@häusler

      ?sicherlich wird russland keine offensichtliche unterdrückungspolitik betreiben. muss es auch gar nicht, schließlich wurden maßnahmen wie zwangsrussifizierung schon vor über 100 jahren ergriffen. die damit einhergehende stigmatisierung trägt eine gesellschaft nicht selten über generationen hinweg in sich, dass es dafür keine politik mehr braucht.?

      Bezeichnet man das in Deutschland als ?Integration?? Das machen alle Länder.

    51. Eugen schrieb am 12. August 2008 at 00:41 - Permalink

      49Georg Ossetzki
      Warum Saakaschwili Süd-Ossetien und Abchasien nicht in die Unabhänigkeit geht läßt?
      Mit Sowjets ist es seit 18 Jahren vorbei. Es lohnt sich nicht dorthin die Rechnung zu schicken. Aber Schwarnadze dürfte schon mal eine oder andere Frage stellen.

      Tja, ich habe über keine Minderheitsprobleme in Weißrussland gehört, in Estonien schon. EU merkt aber gar nichts.

    52. Arne schrieb am 12. August 2008 at 00:51 - Permalink

      Mal ganz nebenbei, Saakaschwili ist so oft auf CNN in unterschiedlichen Interviews zu sehen oder zu hören, dass man den Eindruck bekommen könnte, er ist nebenberuflich gleichzeitig noch als Reporter für CNN tätig.

    53. carlo schrieb am 12. August 2008 at 01:16 - Permalink

      Das TAZ-Interview mit Dany hat mir jetzt den Rest gegeben. Im negativen Sinne scheint sich doch alles SPON als der neuen deutschen journalistischen Gau”Leitkultur” anzupassen.
      Mir fehlen die Worte. Von Dany hatte ich solch einen Unsinn nicht erwartet. Naja vielleicht heuert er demnächst bei SPON an. Jetzt brauch ich wirklich einen Klaren.

    54. Lau Dan schrieb am 12. August 2008 at 01:26 - Permalink

      tja, der Spiegelfechter wird seine Einschätzung, dass Saakaschwili ohne “go” des Imperiums gehandelt haben muss, eher früher als später korrigieren müssen, leider

      denn was diplomatisch und informatorisch passiert bzw nicht spricht inzwischen nicht mehr nur Bände, sondern ganze Bibliotheken
      __

      carlo, bendit ist eine witzfigur

    55. Eugen schrieb am 12. August 2008 at 01:51 - Permalink

      47@antonym
      Und wie soll ZK auf “Neusprech” heissen?

    56. Eugen schrieb am 12. August 2008 at 02:52 - Permalink

      54@Lau Dan
      Er hat sich auch einfach verzockt, wie so manche andere.
      Georgien(?) hat sich verzockt:
      http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentargeorgien100.html
      Nur da gezockt wurde um die Menschliche Leben.

    57. jakester schrieb am 12. August 2008 at 03:12 - Permalink

      Zu Manipulation was vom http://russia-insider.livejournal.com/25329.html
      und die Uebersetzung vom ‘Kuddel http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10357.html

    58. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 03:47 - Permalink

      Update 2: Auch die Finanzredaktion der Süddeutschen Zeitung hält es nicht für nötig, die BTC-Falschmeldung zu überprüfen. Im Artikel “Energie-Interessen des Westens im Visier“, der zeitgleich mit diesem Artikel erschienen ist, analysieren die Journalisten H.-W. Bein und J. Schmidt die vermeintliche russische Absicht, die Energieversorgung des Westens zu schädigen. Ihre Argumentation stützt sich auf zwei Beispiele: Die BTC-Bombardierung und die Bombardierung des Hafens in Poti – ersteres fand nicht statt und letzteres ist zumindest in der georgischen Version zweifelhaft. Ein weiterer Tiefpunkt der SZ-Georgien Berichterstattung.

    59. Katinka schrieb am 12. August 2008 at 07:47 - Permalink

      Zum Thema Schwenk. Ich denke nicht, dass man sich vorstellen kann, dass da auf einmal in Fax in den Redaktionen eintrifft, der die Linie vorgibt. Sondern gruselnix hatte meiner Meinung nach schon den richtigen Ansatz. Die Politiker fangen ja nach und nach an Stellungnahmen abzugeben. Wenn sogenannte Kaukasus-Experten der FDP anfangen mehr Druck auf Russland zu fordern, und auch andere Politiker in die gleiche Bresche schlagen, hinterlässt das auch einen Eindruck bei den Journalisten, und man weiß dann auch, wie die Linie ist.

    60. Telegehirn schrieb am 12. August 2008 at 08:52 - Permalink

      Na, Hauptsache der Spiegelfechter kennt als Einziger die Wahrheit und verbreitet sie unter seinen Jüngern….

    61. jazzjunky schrieb am 12. August 2008 at 09:25 - Permalink

      Na ja, wer nun “die Wahrheit” weiß und verbreitet sei mal dahin gestellt.
      Was jedoch sehr schön vom Spiegelfechter herausgearbeitet wird ist die Tatsache, das unter dem Deckmantel der Informationspflicht letztlich Stimmungsmache bis hin zu leichter Propaganda betrieben wird.
      Und das finde ich persönlich etwas bedenklich für unsere ach so objektiven westlichen Medien….

    62. Kati schrieb am 12. August 2008 at 09:38 - Permalink

      Zur Frage, wie es zum Einheitsbrei in den Medien kommen kann:

      Noam Chomsky und Edward S. Herman: Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media

      Als Einstieg: http://de.wikipedia.org/wiki/Propagandamodell

    63. Emil schrieb am 12. August 2008 at 09:41 - Permalink

      Ach das telegehirn, der Pseudo-Linke Menschenfeind der alle “Musels” auf den Friedhof schicken möchte… Eure “Anti-Deutschen” waren und sind noch viel stärker der Unterwanderung durch den Staat als euer Spiegelbild die NPD ausgesetzt ;)

    64. Daniel schrieb am 12. August 2008 at 10:04 - Permalink

      @Kati

      vielen Dank für den link!

      Die jetzige Berichterstattung ist wirklich erschütternd.
      1000 bis 2000 Tote Ossetier werden aus den Nachrichten mehr oder weniger weggewischt!
      Eine Stadt voller Zivilisten die ungewarnt in der Nacht mit dem Mehfachraketenwerfer Grad dem Erdboden gleichgemacht wird einfach ignoriert. Die Bilder auf Russia Today machen einen sehr betroffen.
      Es scheint wohl das unserer Zynismus keine Grenzen kennt!

    65. Karl Heinrich schrieb am 12. August 2008 at 10:16 - Permalink

      Die Kritik an der einseitigen Berichterstattung des Georgien-Konflikts ist sicher berechtigt. Spiegelfechter’s Sammlung von krassen Beispielen ist verdienstvoll.

      Aber mir scheint, dass das dann Anlass gibt für krude antiamerikanische Verschwörungstheorien und fiebrige Visionen über regierungsamtliche “Gleichschaltung” in den deutschen Medien.

      Aber was ist die Haltung der Regierung? Was ich von Erler und Klose gehört habe, das war sehr abgewogen und keineswegs antirussisch. Allerdings sagten die auch, dass Russland in dieser Sache alles andere als ein Unschuldslamm sei, in der Vorgeschichte nicht, und in der Reaktion auf den Angriff Georgiens auch nicht.

      Die unfaire Haltung in deutschen Medien hat dieselbe Ursache wie das Schema, dem der Konflikt im amerikanischen Wahlkampf unterliegt: antirussische Ressentiments. Die haben ihren historischen Ursachen. Außerdem – typisch für Ressentiments – haben die Russen etwas, was “uns” eigentlich zusteht.

      Gegen eine solche Haltung anzuschreiben, ist sicher sinnvoll. Aber man darf dann auch nicht zu Ersatzhandlungen greifen.

    66. kamütze schrieb am 12. August 2008 at 10:37 - Permalink

      Hallo Jens,

      wie immer eine klasse absolut lesenswerte Leistung!

      Wie ich heute morgen beim Hören des WDR5 Tagesgespräch feststellen konnte, gibt es aber in Deutschland wieder Erwarten doch noch einige Kompetente Journalisten. ;-)

      Herrmann Krause als Studiogast berichtet dort von seiner persönlichen Einschätzung der Lage und greift dabei auf seine langjährigen Erfahrungen als Russland Korrespondent zurück, als der er öfters, auch Privat, in Georgien war.

      http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1showUid=1066583&cHash=def595e725

      Sollte spätestens morgen auch als Podcast zur Verfügung stehen:
      http://podcast.wdr.de/radio/tagesgespraech.xml

      Gruß
      K.

    67. salvo schrieb am 12. August 2008 at 10:50 - Permalink

      nach diesem Artikel in der asia times war das Ziel des mit westlicher Unterstützung erfolgten georgischen Angriffs die Sezession Südossetiens durch die Zerstörung der Infrastruktur und die Liquidierung der dortigen Bevölkerung zu beenden

      http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH12Ag02.html

    68. name schrieb am 12. August 2008 at 11:07 - Permalink

      @Salvo

      Ja, da ist auch in sich logisch, was die Atimes schreibt.

      Seit der Operation Sturm weiss man, dass militärisch so eine Operation in einem ganz kurzen Zeitfenster möglich ist. Die Bevölkerung von Südossetien ist mit 100.000 Menschen sehr gering. Daher auch der Nachtangriff und zu Olympia. Die georgischenT72 Panzer Varianten waren mit speziellen Nachtsichtgeräten auf Nightwar getrimmt.

      Der Westen hat ja über Kroatien schon einmal so 250.000 Menschen vertrieben, nur hier haben die Russen diesem Plan einen Strich durch diese Rechnung gemacht.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Militäroperation_Sturm

      http://www.nzz.ch/nachrichten/international/kroatien_oluja_1.687397.html

      http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1668573,00.html

    69. Kati schrieb am 12. August 2008 at 11:12 - Permalink

      Al-Jazeera English überträgt gerade eine Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministers und meldete vorher, dass Russland die Erreichung seiner Ziele (Zurückdrängen der georgischen Streitkräfte) verkündet hat und dass Medwedew die Einstellung der militärischen Operationen angeordnet hat.

    70. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:14 - Permalink

      @50 Eugen

      Das bringt aber langfristig nichts. Georgien ist schon längst zu Cuba 2.0 für Russland geworden. Das West über Georgien wird immer versuchen, die Unruhe in der Gegend zu stiften.

      Georgien ist eher zum Cuba 2.0 für den Westen geworden – eine isolierte Enklave direkt vorm “Feindesland”, die vom “Feind” destabilisiert wird und auch schon mal militärisch angegriffen wird, so lange man nicht selbst den ersten Stein wirft.

      Werden muslimische Minderheiten nicht auch in Deutschland unterdrückt?
      Meinst Du die Sowjetzeit, oder danach? Oder vermisst Du im Russland Scharia.? Hoffentlich nicht.

      Nein, ich meine die Zeit ab Jelzin. In D werden Minderheiten von Staatsseite keinesfalls derart unterdrückt oder besser schikaniert. Und selbst wenn – das würde die Sache auch nicht besser machen.

      Jetzt andere Frage. Wenn Deutschland 30,2% direkt aus Russland bezieht und nur 1.8 über Georgien, warum redet man dann von der ?Energiesichercheit?? Welcher Sinn sollte ?Energiepartnerschaft? haben, wenn man sowenig wie möglich zu kaufen?

      Für Deutschland würde es Sinn machen, seine Einkäufe zu diversifizieren, da man sich ansonsten natürlich erpressbar macht. Dieses Ziel ist allerdings nicht mehr zu erreichen, nachdem Russland umfassende Partnerschaften mit den Anrainer des Kaspischen Meeres abgeschlossen hat.

      Man soll einfach mehr Öl aus dem Golf beziehen.

      Der Ölmarkt ist recht flexibel, der Gasmarkt ist durch die Leitungsbindung wesentlich problematischer und hier kann die Antwort auf die Frage der Diversifikation nur “Iran” heißen, was v.a. in Washington keine Begeisterung hervorrufen wird.

    71. Lau Dan schrieb am 12. August 2008 at 11:15 - Permalink

      zu 65 u a

      Erler und so sind aber nicht die Regierung sondern nur eine Art Blinddarm der Regierung
      Vor dem Kosovokrieg gabs auch Bedenkenträger die nicht mitziehen wollten bzw wussten dass die UCK eben noch als Terrormaffia galt u dass der BND die Lage anders beurteilte als die Propagandamedien

      die BRD stellt sich wie üblich als Vermittler u “ehrlicher Makler” dar
      aber, auch wenn ich jetzt hoffnungslos naiv klinge, Georgien ist ja “unsere” Partei, u Deutschland, als Maskottchen des Sicherheitsrates, wichtiges Nato u EU Mitglied ( um nicht zu sagen D ist die Kern-EU ) u Wirtschaftsschwergewicht u Russlands wichtigstem Westpartner könnte ja auch auf den Tisch hauen und Georgien an die Leine nehmen
      ( kindliche Idee ich weiss ), bzw zumindest medial so tun als ob,

      D war auch im Kosovokrieg “am Verhandlungstisch” als nato-intern schon sehr lange klar war was folgen wird

      Mit Iran läuft es auch nicht anders
      “Wir” machen “Angebote” ohne Ende aber “mit denen” ist halt nicht zu reden – hat mal jemand den Inhalt der letzten “Angebote” gecheckt deren Ablehnung zu den neusten Sanktionen führte ?

      und wie lautete das “Angebot” an Serbien ?

      eine Farce
      und ich seh keinen Grund zu glauben dass das hier und heute mal ganz anders abläuft – auch wenn es gar nicht in D Interesse ist, das ist die NAto Politik nähmlich eh selten

      hochinteressant in dem Zusammenhang ist auch immer, dass die Nazihansel in D niemals “nationale” selbstbewusste alternative Aussenpolitik propagieren, sondern ganz im Gegenteil –

      bin schon gespannt wann die Propagandamedien auf den nächsten Trick zurückgreifen, suggestive Umfragen, wie soll sich D gegenüber dem aggresiven Russland verhalten,
      kuschen oder die Stirn bieten ?

      “Merkel bleibt hart”, “Russland bleibt stur und droht weiter”

      man kann nicht immer die Augen davor verschliessen wie sehr wir mit drin hängen
      ich fürchte fast, hinter der Einschätzung, Georgien würde unkontrolliert handeln, steht ne grosse Portion Selbstschutz, dh Angst davor die Situation wie sie ist in ihrer ganzen Tragweite wahrzunehmen
      ( u ich glaub auch dass ein ähnlicher Mechanismus mit hinter der Trollerei zum vorhergehenden Artikel steht, diese Art Trollerei korelliert übrigens meistens mit dem Aussmass an Propaganda , doublespeak in den Medien und brenzligkeit der Lage – die Trolle reagieren wie die Medien mit einer gewissen Trägheit, und dann umso aufallender)

    72. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:18 - Permalink

      @53 Carlo

      “Danny” ist für mich schon lange ein rotes Tuche, er ist ein Dummschwätzer vor dem Herrn, der die westlichen Werte als Nonplusultra sieht.

      In puncto Sportpolitik ist er 2006 schon negativ aufgefallen, als er forderte Iran von der Fußball-WM 2006 auszuschließen, weil – Du ahnst, was kommt – Ahmadinedschad Israel von der Landkarte ausradieren wollen würde.

    73. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:20 - Permalink

      @54 LauDan

      tja, der Spiegelfechter wird seine Einschätzung, dass Saakaschwili ohne ?go? des Imperiums gehandelt haben muss, eher früher als später korrigieren müssen, leider denn was diplomatisch und informatorisch passiert bzw nicht spricht inzwischen nicht mehr nur Bände, sondern ganze Bibliotheken

      Keinesfalls, außer man hängt der VT ab, die Kommentare von SPON, SZ und WELT würden in Langley geschrieben ;-)

      Ein “Go des Imperiums” schließe ich momentan kategorisch aus.

    74. Neuraum schrieb am 12. August 2008 at 11:23 - Permalink

      Zbigniew Brzezinski in der Welt: “Russlands Vorgehen ähnelt dem von Hitler”. Der Alte kann nicht anders, echt…

      Ansonsten frage ich mich auch, ob es bei Redakteuren keine kognitive Dissonanz entsteht, wenn sie in ihren Medien direkt neben ausgewogenen Analysen der Experten zweifelhafte Texte unter zweifelhaften Überschriften platzieren.

    75. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:27 - Permalink

      @65 Karl-Heinrich

      Das sehe ich ganz genau so. Ich habe auch nie behauptet, Russland sei ein Unschuldslamm. Russland hat das Feuer am Köcheln gehalten, was natürlich nicht ehrenvoll ist, sich aber völkerrechtlich im grünen bis gelben Bereich war. Die momentane Strategie Russlands ist allerdings bedenklich. Man wird dies zwar durchsetzen, das Verhältnis zum Westen wird dadurch aber schwer beschädigt.

    76. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:33 - Permalink

      EILMELDUNG:

      Die ZEIT meldet gerade eben, was Kati schon auf Al Jazeera gesehen hat – Medwedew hat das Ende der Kämpfe erklärt.

    77. Dr. Dean schrieb am 12. August 2008 at 11:33 - Permalink

      Georgien muss ein furchtbar unterentwickeltes Land sein.

      Nicht nur, dass sie einen Präsidenten wie SA aka Schwili wählen, der sein Volk “bis zum letzten Blutstropfen” kämpfen lassen möchte, es findet sich im Ganzen Land keine einzige Digitalkamera oder ein Fotohandy, mit dem sich Aufnahmen vom “total zerstörten” Hafen in Poti erstellen lassen.

      Warum bloß?

      Jaha: Weil der böse russische Bär bei seiner Aggression gegen Georgien auch alle Digicams zerstört hat!

      @ SF

      Ich bin mal gespannt, ob es den russischen Kommandeuren gelingt, die Abschasen von der Annektion des Kodori-Tals abzuhalten. Medwedew lässt mit seinem Manöver den französischen Präsidenten auflaufen. Frankreich hat sich diplomatisch blamiert, und die USA haben sich total blamiert.

      Aber Hauptsache: Der Krieg ist vorbei.

    78. SchmidtH. schrieb am 12. August 2008 at 11:45 - Permalink

      Gern lese ich ihre Beiträge, was allerdings die Einschätzung des Kommentars von Michael Stürmer betrifft, kann ich nicht folgen. In einem anderen Forum habe ich es so begründet:

      Mit Erstaunen habe ich einen Kommentar auf “Welt-Online” gefunden, den ich dort so niemals vermutet hätte. Michael Stürmer, nicht gerade als Friedentaube oder -aktivist hervorgetreten, eigentlich mehr dem konsequenten Handeln zugetan, schreibt einen sehr lesenswerten Artikel: [www.welt.de]

      Zitat: Der georgische Präsident sah offenbar in der Russifizierungspolitik des mächtigen nördlichen Nachbarn Georgiens die Gefahr eines endgültigen Verlusts der umstrittenen Provinzen. Die “gefrorenen Konflikte” wollte er auf heiße Weise lösen. Dem traten die Russen militärisch entgegen.

      So entwickelt der Kleinkrieg über Südossetien hinaus für die gesamte Region Ansteckungsgefahr. Die Pipelines durch Georgien wurden bombardiert, aber – absichtsvoll als Warnung oder aus taktischem Versehen? – verfehlt. Durch sie fließt Öl, ganz besonders nach Europa. Das Spiel mit dem Feuer hat der Weltkonjunktur gerade noch gefehlt.

      Krieg bringt Dinge ans Licht, die sonst verborgen bleiben.

      Zum einen, dass die Balkankonflikte der 1990er-Jahre noch immer ausstrahlen.

      Zum Zweiten, dass Russland die Provinzen am südlichen Rand nicht verloren gibt und nach Art einer klassischen Großmacht reagiert. (Anmerkung von mir: Will sagen, USA hätten auch nicht anders reagiert)

      Zum Dritten, dass Amerika von dem Konflikt überrascht wird und ihn gar nicht brauchen kann.

      Zum Vierten, dass der Westen insgesamt, die Europäer aber ganz besonders, wohlberaten sind, Versprechungen am Maß des Möglichen auszurichten.

      Der Strahlemann der Rosenrevolution von Tiflis 2004, Präsident Michail Saakaschwili, hat hoch gepokert und hoch verloren. Gegen Russland hat er allenfalls diplomatisch und mit unendlicher Geduld eine Chance, militärisch kann er nur verlieren. Die Chance seines Landes, einmal tatsächlich Teil der westlichen Systeme zu werden, ist Teil des Trümmerhaufens.

      Nun kann man auch anderer Meinug sein , aber was die sachliche Darstellung betrifft, ist dieser Kommentar in der deutschen Presselandschaft, inbesondere im Springerhaus, ein “Highlight”!

      Dem habe ich auch jetzt nichts hinzufügen. Wie soll denn ein Bellizist anders eingestehen, hier wurde “Mist” gebaut.

      Auch läßt sich keine einseitige Schuldzuweisung gen Russland herauslesen.

      Bei dem Agitator und Propagandisten Kornelius liegt die Sache doch ganz anders.

    79. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:52 - Permalink

      @H.Schmidt

      Ja, das ist natürlich richtig. Stürmer ist traditionell eher als “Russenfresser” bekannt – in diesem Kontext ist der Kommentar als gemäßigt zu betrachten. Mir ging es auch vielmehr darum, aufzuzeigen, wie Fakten und Falschmeldungen vermengt werden.

    80. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 11:56 - Permalink

      @Dr. Dean

      Medwedew lässt mit seinem Manöver den französischen Präsidenten auflaufen. Frankreich hat sich diplomatisch blamiert, und die USA haben sich total blamiert.

      IdT – dafür hat sich die Linie der deutschen “Russenversteher” durchgesetzt. Das jetzige Ergebnis ist so ungefähr das, was Klose, Erler und andere prognostiziert haben. Die Kämpfe mögen vorbei sein, jetzt werden aber die Kämpfe am Grünen Tisch beginnen und da könnten die “Russenversteher” konstruktiv mitwirken. Merkel sollte schnell wieder in den Urlaub fahren und die Arbeit das Außenministerium machen lassen ;-)

    81. soimar schrieb am 12. August 2008 at 12:20 - Permalink

      Bei CNN sagte Saakaschwili dass er Kontakt zum NATO Generalsekretär hatte bevor Russland seine Kampfhandlungen begann (http://www.youtube.com/watch?v=KFGIzI-Z9HY @2:30min). Über den Inhalt des Gesprächs lässt sich nur spekulieren.

    82. RE schrieb am 12. August 2008 at 12:35 - Permalink

      Ein trauriges, geradezu perfides Beispiel für anti-russische Propaganda lieferte heute morgen n-tv. Zunächst lief ein Bericht über die russischen Vorstöße in georgisches Gebiet. Anschließend kam dann eine Reportage über das Flüchtlingsdrama in Süd-Ossetien und über die Zerstörungen in Tschinkali. 2000 Todesopfer wurden genannt. Die Versorgung der Verletzten und Vertriebenen sei aufgrund der Kampfhandlungen unzureichend. Soweit so gut, doch jetzt das Perfide: Es wurde nicht EINMAL erwähnt, dass diese Tragödie durch den georgischen Angriff entstanden ist. Kein EINZIGER Satz dazu, auf welcher Seite der Konfliktparteien diese Bilder gedreht wurden und wie es zu dieser humanitären Katastrophe kam. Aber es geht noch weiter: Der nächste Bericht wurde sofort eingeleitet mit der Ansage, dass international der Druck auf Russland wachse, einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen.

      Diese Kombination muss bei einem weniger Informierten zwangsläufig den Eindruck hinterlassen, nur Russland sei an dem Flüchtlingsdrama und dem Tod von Tausenden Schuld. Ja mehr noch, Russlands unverhältnismäßige Offensive sei direkte Ursache für den Tod von 2000 Zivilisten auf süd-ossetischem Gebiet! Der besorgte Westen setze sich hingegen für den Frieden und die Hilfe für die leidenden Menschen ein.

      Unglaublich. Ich war wirklich geschockt, so eine dreiste Propaganda in einem deutschen Nachrichtensender zu sehen. Leider habe ich nicht die technischen Möglichkeiten dies aufzunehmen. Eine genaue Analyse dieser 10 Minuten Sendezeit wäre ein Paradebeispiel für Desinformation. Man benutzt praktisch die von Russland unterstellten Opferzahlen (2000) durch weglassen wichtiger Informationen – nämlich dass es sich um Opfer durch georgische Angriffe handelt – um eine gegenteilige, antirusssiche Botschaft zu lancieren. Unfassbar zynisch! n-tv sollte sich dafür entschuldigen!

    83. RE schrieb am 12. August 2008 at 12:48 - Permalink

      @ 40 gruschelnix:

      Dieser Schwenk in der Berichterstattung wird u.a. auf vernetzte Lobbyarbeit zurückzuführen sein. Schau mal hier: http://www.baks.bundeswehr.de/portal/a/baks

      Die Bundesakademie führt sicherheitspolitische Seminare durch für Führungskräfte aus Medien, Politik, Verwaltung, Gewerkschaften, Wirtschaft. Ziel ist auch der Aufbau einer “Strategic Community” die mittels Online-Zugang vernetzt ist. Das wird nur ein Puzzelstück sein, bei der Frage, wie Leitartikel entstehen. Wenn dort in den Sicherheitskreisen bestimmte Bewertungen an die Medien herausgegeben werden, dann wird es schwer sich diesem Netzwerk zu entziehen. Für mich erklären solche Hintergrund-Netzwerke auch, weshalb solche Zeitungen wie z.B. die taz in den letzten Jahren immer mehr auf “Kurs” gebracht wurde.

    84. Mile schrieb am 12. August 2008 at 13:31 - Permalink

      Na ja,
      das mit der Anzahl der Flüchtlinge kann schon stimmen.
      Alleine in der georgischen Stadt Gori leben soviele Menschen wie in gesamt Südossetien.
      Und diese Stadt soll nun mal menschenleer sein.

      Und diesmal kann man schon beobachten, dass man der “Propaganda” beider Seite glauben schenken will.
      Oder wie erklärt sich die ständige Wiederholung der 2000 toten Zivilisten und der völlig zerstörten Stadt, ohne dass man es je nachgeprüft hat?

    85. Possimist schrieb am 12. August 2008 at 13:54 - Permalink

      Übrigens wird auch bei der ARD Märchenschau weiterhin behauptet, daß die russischen Streitkräfte die Pipeline bombardiert haben. siehe hier: http://www.tagesschau.de/ausland/suedossetien198.html

    86. pickelhering schrieb am 12. August 2008 at 13:55 - Permalink

      Meinungsschwenk in der Berichterstattung: Am Anfang zählt Schnelligkeit. Da nehmen Journalisten, was sie kriegen können. Auf den Redaktionssitzungen kristallisiert sich dann eine Linie heraus (sofern diese nicht schon vorher bestand), die alle späteren Artkel durchzieht. Dann gibt es noch den direkten Eingriff der Chefredaktion. Bei der Berichterstattung während des letzten Irakkriegs z.B. haben sich Reporter vor Ort beschwert, dass ihre Berichte manipulativ verändert bzw. nicht gesendet wurden. Mit einem Bedürfnis der Leser nach einem Bösewicht ist das nicht zu erklären. Leser kommen auch mit 2 “Bösewichtern” zurecht ;-)

    87. RE schrieb am 12. August 2008 at 14:04 - Permalink

      @ Mile:

      Falls sich dein Einwand auf meine ntv-Kritik bezog, dann hast du mich missverstanden. Es geht nicht um die Zahl der Opfer, sondern darum, dass der Sender einen Bericht über menschliches Leiden zusammenschneidet, ohne die Ursachen auch nur im Geringsten anzudeuten, diese emotionale Reportage dann aber zwischen zwei Berichte einbettet, die Russland als friedensunwillige, unverhältnismäßig weitermarschierende Kriegspartei darstellt. Ich habe schon viel Tendenziöses in deutschen Medien beobachtet, aber das ist der Gipel an zynischer Tatsachenverdrehung. Die Opfer einer Seite werden praktisch gegen diese selbst verwendet. Erzielt wird dieser Effekt allein dadurch, dass Fakten weggelassen und Berichte mit antirussischem Unterton in eine missverständliche Reihenfolge gebracht wurden.

    88. Lau Dan schrieb am 12. August 2008 at 14:44 - Permalink

      “außer man hängt der VT ab, die Kommentare von SPON, SZ und WELT würden in Langley geschrieben ;-)”

      naja, ich denk die werden dort zumindest brav durchgelesen und dann sauber abgelegt. Alles andere wäre fahrlässig, denn es könnte ja sein dass die Kommentatoren alle auf einmal den Austritt aus der NATO verlangen, zB., nicht wahr ?^^

      Und man kann Langleys Töchtern und Schwestern alles mögliche vorwerfen, aber nicht, dass sie in Punkto Medienarbeit gar nichts auf die Reihe kriegen würden …

      die exklusiven “Informationen” des IntelCenter zB werden ja mit Handkuss von allen genommen und auf allen Kanälen gedudelt – ohne solche Infos “wüssten” wir, und damit die Kommentatoren die uns das am Ende der Woche nochmal wiederkäuen, vieles überhaupt nicht.

      vom IntelCenter zu Reuters und AP zum Video & Beitext auf SpOn zum nachfolgenden, sich darauf beziehenden Kommentar, meinethalben dann in der TAZ, da braucht man gar keine VT zu bemühen, der Ur-Autor “IntelCenter” steht im Kommentar uU sogar noch mit drin, wenn die Spalten mal wieder nicht voll werden wollten.

      auch wenn die Info auf dem Weg fünfmal durchverdaut wird, entsprechende Inhalte in den Kommentaren waren tatsächlich einmal, in der Urfassung, “in Langley” geschrieben, anders käme die Info nicht zu uns und der Kommentar schlicht erst gar nicht zustande, denn es gibt in dem genannten Beispiel keine Zweit- oder Drittquellen.

      Man kann nur drüber schreiben oder nicht ( und alternativ einen Sportkommentar ablassen ).
      Am Co-AUtor “Langley” ändert das nichts, eagl ob “der X” der den Kommentar verfasst auch noch direkter gefüttert wird oder nicht, und egal ob dem das bewusst ist oder nicht.

      Und Langley sendet halt nicht nur auf einem oder zwei Kanälen. So arm sind die nunmal nicht.

    89. Nobilitatis schrieb am 12. August 2008 at 14:45 - Permalink

      “Warum unterdrückt Russland die Tschetschenen (und andere Minderheiten im eigenen Land) und unterstützt die Süd-Osseten und die Abchasier?”

      #3, Georg Ossetzki:
      Rußland teilt die Völkerschaften im Kaukasus traditionell in Freunde und Feinde. Dort wird ja schon Jahrhunderte gekämpft. Da sind auf der einen Seite die Tschetschenen, Inguschen, moslemischen Dagestaner usw., auf der anderen Seite die Unterstützer wie Osseten (Nord und Süd bezieht sich nur auf die Wohngebiete), Abchasen und dergleichen.
      Einzelne Kommentare hier verwechseln auch gern die russischen Söldnertruppen aus Tschetschenien und die Tschetschenen. Aber der Terroranschlag von Beslan hat nicht zufällig (Nord-) ossetisches Gebiet getroffen.
      Genauso können aber die Georgier nicht auf die Gebiete verzichten, weil Hunderttausende georgische Bewohner von da vertrieben wurden. Und wegen der prowestlichen Haltung Georgiens hat Rußland eine Rückkehr verhindert, indem es die Kriegsgewinner unter den Osseten und Abchasen an der Macht gehalten hat. Dieser Prozess findet ja jetzt seinen Abschluss, obwohl die Vertriebenen nach Kriegsende vielleicht auch wieder ihren Partisanenkrieg aufnehmen könnten, den Saakaschwili durch deren Entwaffnung unterbunden hatte.

    90. Nanuk schrieb am 12. August 2008 at 14:46 - Permalink

      “dass russische Jets die Pipeline angegriffen aber nicht getroffen hätten.”

      Als ich das gelesen habe muste ich an den Irakischen Propaganda Minister denken der angesichts von Truppen vor den Toren Bagdads meinte die Irakische Armee hätte die Amerikaner siegreich geschlagen.

      So eine Pipeline triff ein Blinder mit einem Krückstock und die sind bekanntlich nicht unter guten Piloten zu finden.

      Die Bericht erstattung in den deutschen Medien ist einfach nur lächerlich da lese ich lieber die schweizer Pendants.

    91. Sulukol schrieb am 12. August 2008 at 15:12 - Permalink

      Ich möchte zwei Punkte zu dem sehr guten Artikel anmerken:

      Erinnert sich noch jemand an die Kosovo-Berichterstattung 1998-1999? Die war anfangs gar nicht so unausgewogen. Und dann kam wie aus dem Nichts der Schwenk.

      Und was das Russlandbild, oder eher -unbild, der Zeitungsmacher angeht: Nun ja, die meisten von denen haben eine recht eindeutige Sozialisation durchlaufen, die durch die Ereignisse Ende der 80-er Jahre eine sehr starke Bestätigung erhalten hat und die nun an die nachfolgende Generation weiter gegeben wird. Da ist es psychologisch extrem schwierig, die so geliebte Positionen nur um der Objektivität willen aufzugeben oder auch nur aufzuweichen. Dazu kommt, dass man zurecht vermutet, dass in Konkurrenzblättern das gleiche stehen wird, was man selber gerne schreiben will. So kommt eine Linie zustande, die übrigens keineswegs auf Deutschland beschränkt ist.

    92. Nobilitatis schrieb am 12. August 2008 at 15:24 - Permalink

      “ich habe über keine Minderheitsprobleme in Weißrussland gehört”

      Sie haben aber auch noch nichts von Weißrussen gehört, oder? Oder vielleicht von Polen, von Ukrainern? Gibt es trotz der polnischen “Westverschiebung” immer noch.

    93. Spiegelfechter schrieb am 12. August 2008 at 15:47 - Permalink

      @Nobilitatis

      Wenn Du mir dumm mit dem “Presserecht” kommst, sperre ich Dich halt. Adios!

    94. Frank Schenk schrieb am 12. August 2008 at 16:08 - Permalink

      Ich versteh immer weniger von dem “Kaukasus-Konflikt”.

      Georgien ist ein freies Land.

      Südossetien hat sich unabhängig erklärt.

      Georgien würde sich Südossetien gerne wieder einverleiben?!

      Die Russen haben noch eine Rechnung mit Georgien offen?! (eigentlich mit allen ehemaligen Sowjetrepubliken).

      Georgien wird vom Westen unterstützt, Südossetien steht quasi unter dem Schutz von Moskau.

      Nun greift Saakaschwili Südossetien an – im vollen Bewußtsein, daß Moskau Gegenmaßnahmen ergreifen wird und der Westen Georgien bei einem Angriffskrieg nicht voll unterstützen kann.

      Wo ist mein Denkfehler denn für mich gibt das alles soviel Sinn wie Leberwurstjoghurt oder Nutellabrot mit Blutwurst. Liegen unter Südossetien gigantische Ölfelder, kann man da Gold finden oder haben die in den Bergen da besonders fruchtbare Täler? Oder nur ein durchgeknallter Nationalist der wider besseres Wissen sehenden Auges in seinen Untergang rennt?

      Fragt sich, völlig verwirrt,
      der Frank

      Ach ja, On Topic, wenn ich Unterhaltung brauche oder mich nach Strich und Faden belüden lassen will, les ich selbstverständlich Produkte aus dem Hause derer, die z.B. in der Atlantik-Brücke organisiert sind.

      Sprich – die freie Presse gibts in Deutschland nicht mehr – von wenigen Ausnahmen abgesehen – alles Lug und Betrug und Volksverdummung.

    95. spider schrieb am 12. August 2008 at 16:30 - Permalink

      Ein weiteres tolles Beispiel aus der SZ, ganz frisch:
      http://www.sueddeutsche.de/politik/33/305996/text/

      Was eigentlich verspricht, ein bisschen hinter die Propaganda-Schiene zu schauen, endet in einer einseitigen Aufzählung angeblicher russischer Vergehen. Die Rollenverteilung ist mal wieder ganz klar.
      Auch toll fand ich ja die Tagesschau in den letzten Tagen, dass man eine so dreiste Rollenverteilung unkritisch hinnimmt. Traurig, traurig, diese deutsche Presselandschaft. Es wird mit jedem Tag schwieriger, sich die Fünkchen Wahrheit zusammenzusuchen.

      (Auch wenn für die größten Taten McCain mit seinen Kommentaren war. Aber er muss ja wohl… :) )

      PS: Kann es sein dass der SZ-Autor hier mitgelesen hat (wegen Titel und so ;) )?

    96. Christian Walde schrieb am 12. August 2008 at 18:13 - Permalink

      @SF: Das hier sollte sehr interessant für dich sein, scroll runter zu dem Bild mit 2 zerstörten Panzern auf ner Strasse mit einem einzelnem gut beleibten Soldaten. Der Absatz dadrunter, wenn er denn wahr ist, gibt guten Aufschluss darüber wie zumindest ein Teil der Propaganda zustande kam: http://exiledonline.com/georgia-gets-its-war-onmccain-gets-his-brain-plaque/

    97. Dr. Dean schrieb am 12. August 2008 at 18:50 - Permalink

      Zwischenfazit:

      Ich bin positiv überrascht über die Berichterstattung in der FAZ. Fast ausnahmslos lesenswerte Berichte, und in jeder einzelne ist von Sorgfalt und das Ringen um die Wahrheit und um belastbare Informationen geprägt. Dazu kommen außerordentlich gute Hintergrundberichte, echte (!) Korrespondentenberichte sowie Details und Informationen zum Konflikt, die sich in den übrigen deutschen Medien nicht finden.

      In der Summe geradezu ekelhaft schlecht sind hingegen die ideologisierten und umfangreich von Fehl- und Desinformationen geprägte “Bericht”erstattungen in SPIEGEL und SZ. Das sind zugleich die beiden “Qualitätsmedien”, welche gegenüber Bloggern die lautetesten Töne anschlagen.

      Randbemerkung:

      Der gerne groß und größtkotzig auftretende Dünkel-Feulletonist B. Graff der SZ hat sicher kaum genügend Mut, um die eigene – hier üble – Berichterstattung der Selbstkritik zu unterwerfen. Das ist so, weil es diesen pseudokompetenten Distinktionsgewinnlern an Redlichkeit und an geistiger Unabhängigkeit mangelt.

    98. otti schrieb am 12. August 2008 at 19:04 - Permalink

      Was die Vereinigten Staaten zur Erreichung ihrer Ziele machen, nämlich Krieg, das darf Russland nach westlicher Lesart noch lange nicht.

      Robert Kagan und seine Vergleiche mit dem Beginn des 2.Weltkrieges.
      http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/08/10/AR2008081001871.html

    99. Dr. Dean schrieb am 12. August 2008 at 19:33 - Permalink

      @ Otti

      Ja, da sind sie ganz groß drin, die Washingtoner Neocons: Hitlervergleiche, Feindbild aufbauendes Appeasementgebrabbel und jede Menge Bezug auf den 2. Weltkrieg.

      Weil: Sie leben ja geistig im Krieg. Déformation militaristes.

      Hinweis: Einen kleinen Bericht über die PR-Methoden von SaakaSchwili liefert Stephan Radomsky in der FTD.

    100. RE schrieb am 12. August 2008 at 19:51 - Permalink

      Sehr aufschlussreich waren Sarkozy und der neue finnische Außenminister Stubb (übrigens ein NATO-Befürworter) heute auf den Pressekonferenzen in Moskau. Jede weitergehenden politischen Fragen nach Kriegsschuld, Verantwortung usw. wurden mit dem Argument zur Seite gewiesen, es ginge jetzt alleine darum, die Kämpfe zu beenden – natürlich in bester humanitärer Gesinnung. Die Frage darf schon mal gestellt werden, wieso dann in Jugoslawien, Afghanistan oder im Irak die Dringlichkeit nach Waffenstillstand so bescheiden ausgeprägt war.

      Übrigens noch eine feine Nuance: Der Terminus “Druck der internationalen Gemeinschaft” klingt weltumfassend, bezeichnet realpolitisch aber nur die USA und ihre Verbündeten. Wie diese hier als neutrale Vermittler auftreten können, ist mir ein Rätsel.

    101. Sulukol schrieb am 12. August 2008 at 20:05 - Permalink

      @Frank Schenk

      “Die Russen haben noch eine Rechnung mit Georgien offen?! (eigentlich mit allen ehemaligen Sowjetrepubliken).”

      Der Satz im Klammern ist schlicht falsch. Und er suggeriert, dass Probleme zwischen Russland und Georgien aus der Sowjetzeit resultieren. Das ist aber eher nicht so.

      Man muss in dem relativ kleinen Kaukasus viel mehr differenzieren als anderswo. Traten die Russen gegenüber z.B. den Tschetschenen immer als Eroberer auf, waren die Tschetschen zu Zarenzeit wie zu Sowjetzeit de facto Menschen zweiter Klasse, war es bei den Georgien mitnichten so. Russkland war Jahrhuntertelang willkommeme Schutzmacht für die orthodoxe georgische Brüder gegen das Osmannereich. Georgiergische Genärele kämpften in der russischen Armee gegen Napoleon. Und der Status von Georgiern in der Sowjetgesellschaft war kaum unter dem von Großrussen. Auch mit der Russifizierung, die unter vielen Völkern in der Sowjetunion wütete, hat man Georgien eher kaum behelligt, den selbst hochstehende Georguier sprachen Russisch mit starken Akzent (der übrigens zur Sowjetzeit auch sehr wohl gelitten wahr). Auch jetzt sind Georgier kaum als Feindbilder in Russland auszumachen, wenn man sich eine stattliche Anzahl von Stars georgischer Herkunft anschaut.

      Das Problem ist, dass beide Länder nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht gerade gut regiert wurden, und obwohl geradezu natürliche Verbündete, vor einem Scherbenhaufen stehen.

      Was Freunde in Übersee nützen, die man auch nur deshalb hat, weil man seinem Nachbarn den Stinkefinger zeigt, sollte man sich in Georgien überlegen. Und Russland hätte sicherlich für die Osseten und Abchasen mehr erreichen können, wenn es sich noch in den 90-er mit Georgien um einem Ausgleich bemüht hätte, anstatt auf Spaltung seines Nachbarn zu setzen.

    102. TMq schrieb am 12. August 2008 at 20:41 - Permalink

      Respekt, wem Respekt gebührt – nur weiter so Jens

      Hier noch ein paar Karikaturen aus dem Osten
      http://de.fishki.net/picsw/082008/11/anek_4.jpg
      http://de.fishki.net/picsw/082008/12/anek_2.jpg

    103. otti schrieb am 12. August 2008 at 20:57 - Permalink

      Der georgische Machthaber eine Marionette des Bush (Öl, Israel)?!
      http://www.informationclearinghouse.info/article20478.htm

      ‘Qualitätsmedien’ zeichnen sich durch die Qualität ihrer Propaganda im Namen der herrschenden Klasse aus. Die ‘Kunst’ der Propaganda hat leider nicht mit Goebbels (Dr.) geendet. Sie wurde verfeinert, sie dient angeblich dem Guten, der so genannten freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
      Propaganda feiert heute fröhliche Urständ’ – im Dienst heutiger Machthaber! Auch und gerade im Westen.

      Macht und Geld ist alles. Der einzelne Mensch zählt nichts, gar nichts.

    104. king balance schrieb am 12. August 2008 at 21:36 - Permalink

      Spon heute, was ist den in die gefahren???

      Zitat:
      Der Marsch auf Tiflis ist abgeblasen ? wenn es denn überhaupt einen solchen Plan gegeben haben sollte: Präsident Medwedew hat das vorläufige Ende der Militäraktion am Kaukasus verkündet. Aus Moskau hört man, dass es manchen der Militärs sehr schmerzt, 90 Kilometer vor dem Sitz von Präsident Saakaschwili plötzlich halt machen zu müssen. Nichts hatten sich die Hardliner sehnlicher gewünscht, als endlich mal richtig aufzuräumen in der Befehlszentrale dieses Heißsporns am Tifliser Rustaweli-Prospekt.

      Aber hat Russland nicht bereits alles erreicht, was es erreichen wollte? Moskaus Argumentation wird nun lauten: Wir haben unsere “friedensstiftende Mission” (Putin) erfüllt, wir haben ? wie in den internationalen Abmachungen in Sachen Kaukasus vorgesehen ? die eine Seite zur Ordnung gerufen und die andere geschützt. Nun bleibe nur noch eins: Saakaschwili müsse weg.

      Und schon ist der Westen in der nächsten Sackgasse. Russland wird jetzt seine Bereitschaft zu Verhandlungen bekunden. Aber nur unter einer Bedingung ? es werde sich niemals mehr mit dem derzeit in Tiflis amtierenden Staatschef an einen Tisch setzen. Das heißt, die Russen werden vom Westen (und hier vor allem von den Amerikanern) verlangen, das Haupt ihres Lieblings Saakaschwili auf den Richtblock zu legen.

      Angedeutet hatte sich das schon am Montag, als Putin mit bösem Gesicht seinen Saddam-Vergleich in die Kameras sagte: Man sei ja durchaus einverstanden gewesen, dass die Amerikaner den Verbrecher Saddam gehängt hätten. Aber dass sie im (sprich: analogen) Fall Saakaschwili ganz anders gehandelt und ihm mit acht Militärmaschinen sogar noch die im Irak stationierten georgischen Soldaten für die Kämpfe zugeführt hätten, sei ein Skandal.
      [ZiTat ENDE]

      Nun die russische Währung litt unter den militärischen Auseinandersetzungen mit Georgien. Der Rubel verlor im Vergleich zu einem Devisenkorb aus Euro und Dollar etwa 1,3 Prozent an Wert. Die russische Notenbank versuchte Händlern zufolge daraufhin, den Kurs des Rubel durch den Verkauf ausländischer Währungen z.B. Dollar wieder etwas zu stützen.

      “Böse Zungen” behaupten ja, Russland hätte 900 Milliarden Dollar in der Hinterhand. 100-200 Milliarden würden den Dollar schon in arge Bedrängnis bringen.

      NTV: Die drittgrößte US-Bank JP Morgan Chase hat wegen der Turbulenzen an den Kredit- und Hypothekenmärkten seit Juli Verluste in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar eingefahren. Die Handelsbedingungen hätten sich im Vergleich zum zweiten Quartal zuletzt deutlich verschlechtert, erklärte das Institut in einer Pflichtmitteilung an die Aufsichtsbehörden.

      Die “Financial Times” berichtete unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise, JP Morgan habe 33 Mrd. Dollar auf mit Hypotheken besicherte Wertpapiere abschreiben müssen, weil deren Kurse im Juli weiter gefallen seien.

      Das interessiert die Börse aber keineswegs Gold und Oel fallen und ab 21:30 Uhr dreht der Dow und sein Kumpel Nasdaq 100 wieder in Richtung + .. ;)

    105. wenke schrieb am 12. August 2008 at 22:21 - Permalink

      was ich komisch finde ist, dass russland im “westen” grundsätzlich als feind dargestellt wird, weil in russland angeblich menschen unterdrückt und die menschenrechte nicht befolgt werden aber wenn china dem sudan (und vielen anderen regimen afrikas) flugzeuge, waffen, monition, geld etc. liefert schweigt die welt. (mal ganz von den anderen unzähligen moralisch nicht vertretbaren dingen…)

      in russland läuft mit sicherheit noch nicht alles wie wir es uns als westliche zivilisation vielleicht vorstellen würden, aber die “fehler” die russland macht, begehen wir zum teil auch siehe “objektiver journalismus”…

      mal ganz davon abgesehen, dass putin sein land auf forderman gebracht hat.
      vor putin haben sich doch die gierigen oligarchen das geld von ihren mitmenschen zusammengeklaut, korruption stand viel ausgeprägter auf der tagesordnung und die wirtschaft lag am boden.
      und tatsache ist, dass putin (auch unverfälscht) von der mehrheit seine mitbürger unterstützt und gemocht wird, denn vorher war russland in der welt nix und nach seinen reformen wieder gestärkt.
      dass ist wohl wahrscheinlich auch der grund warum im “westen”
      so ein feindbild gemalt wird, weil man die neugewonnen stärke “füchtet” bzw. nicht besonders positiv findet…..

      mich machen solche “propaganda” meldungen der “westlichen” medien immer fuchsteufels wild und freue mich dass es noch menschen gibt wie zb der Jens (hier an der stelle ein ganz großes lob ;), die noch kritisch und differeziert betrachten!!!

      und was den aktuellen konflikt betrifft: na klar ist russland sofort zur stelle, immerhin sind etwa 95% der in südossetien lebenden menschen russische staatsbürger.

      und wer hier welche menschenrechte nicht achtet ist wohl ansichtsache:
      klar ist dass georgien(unterstütz von der weltweit bessten demokratie usa ;) die wahlen zu beginn der 90er jahre der südosseter nicht beachten, denn die hatten sich nämlich soweit ich weiß mehrheitlich für eine unabhängigkeit ausgesprochen
      (aber der kosovo darf unabhängig sein………)

    106. transwarp schrieb am 12. August 2008 at 22:22 - Permalink

      Bin gerade in Frankreich in eine Hotel. Bin beim TV schauen sowas von wuetend geworden! RUSSLQND; GEORGIEN; Olympia Berichterstqttung; Einfach unglaublich!

      Da musste ich einfach die 4 EURO INTERNET BUSINESS Card kaufen um etwas loszuwerden!

      FUCK FRANZOESISCHES FERNSEHEN; FUCK BBC; FUCK FRqnyoesische tqstqturbelegung1
      FUCK FUCK FUCK111111 FUCK FUCK FUCK1

    107. soimar schrieb am 12. August 2008 at 22:37 - Permalink

      Wenn ich so darüber nachdenke fände ich dass es an der Zeit wäre eine Zwangsabgabe für die Rüstungsindgüter einzuführen ähnlich wie es beim Verkauf von CD Rohlingen geschieht. Mit dem Geld könnte man dann den Verletzten Behandlungskosten bezahlen. Man wird ja nochmal träumen dürfen.

    108. COPOKA schrieb am 12. August 2008 at 22:49 - Permalink

      @Frank Schenk, #94

      Nun greift Saakaschwili Südossetien an – im vollen Bewußtsein, daß Moskau Gegenmaßnahmen ergreifen wird und der Westen Georgien bei einem Angriffskrieg nicht voll unterstützen kann.

      Wo ist mein Denkfehler …

      Genau in der Annahme, dass es ihm bewusst war.
      Bei Politikern wird i.a. überdurchschnittliche bis sagenhafte Vernunft und Objektivität vermutet/vorausgesetzt, die in dem Masse nur selten in der Natur vorkommt. Der ist nur ein geschulter Anwalt und selbstverliebter Politgauner.
      Seine schnelle Karriere und all die modernen Waffen haben ihm offensichtlich den Kopf verdreht. Oder, wie die Russen sagen – ihm ist sein Harn in die Birne gestoßen.

      Im Moment scheint er völlig am Ende mit Nerven zu sein: http://ru.fishki.net/picsw/082008/12/war/001_war.jpg
      Unmittelbar nach dem Gespräch mit Sarkozy im Gorni kam ihm so vor, als ob die Stadt von den Russen angegriffen wurde. Der Arme rastete aus ;)

      —————-
      PS. Tja, jetzt ist noch rian.ru aus dem DNS weg :(

    109. name schrieb am 12. August 2008 at 23:01 - Permalink

      sehr lesbar:

      http://www.jungewelt.de/2008/08-12/028.php

    110. Dr. Dean schrieb am 13. August 2008 at 00:14 - Permalink

      @ Wenke

      Für dich mag es ja sehr reizvoll sein, ausgerechnet Putin als Garanten von Menschenrechten und Demokratie zu rühmen, dazu dem Personenkult rund um Putin zu frönen – und mehr noch, seine in einem gleichgeschalteten Russland erlangte “Popularität” als Legitimitätserweis seiner Politik anzusehen.

      Abgesehen davon, dass ich deine Putin bejubelnde Position – und das ist noch vorsichtig formuliert – äußerst schwer verständlich finde, hier geht es zunächst nur um den Georgisch-Südossetischen und danach Georgisch-Russischen Krieg – sowie die Berichterstattung dazu.

      Okay?

      Wir wissen zwar inzwischen genau, dass SaakaSchwili ein Demagoge und Verbrecher ist, wir wissen auch, dass das Eingreifen Russlands im Konflikt unvermeidlich war – aber längst ist noch nicht alles klar, z.B.: Was ist da im Kodori-Tal los? Haben die Russen das nationalistische Regime Abchasiens bei der Vertreibung der Georgier unterstützt? Oder haben sie sie davon abgehalten? Wie groß ist die Zerstörung in Chebra? Warum gab es russische Raketenwerfer-Angriffe auf die Innenstadt von Gori? Welche Rolle genau spielten die US-Militärberater in dem Konflikt? Wieviele Tote gab es? Wie konnte Georgien auf seine idiotsche und verbrecherische Blitzkrieg-Taktik verfallen? Welche Rolle spielte der Neocon-Flügel rund um Cheney? Wie konnte es passieren, dass z.B. den US-amerikanischen und britischen Öffentlichkeiten die Lügen des Kriegsverbrechers SaakaSchwili serviert wurden, dass es hierzu eine abgestimmte PR-Offensive verschiedener Think Tank-Akteurer gab – während kritische und realistische Stimmen fast vollständig fehlen?

      Das sind m.E. die relevanten Fragen.

      Für ein Anhimmeln von Putin und seinem gleichermaßen demokratiefernen wie brutalen kapitalistischen Regime besteht kein Grund – genauso wenig wie ein Aufbau von Russland als Feindbild und eine angebliche “Gefahr für die freie Welt” Sinn macht. Medwedew scheint jedenfalls in diesem Konflikt immerhin einige der Hoffnungen bestätigt zu haben, die in seine Amtsführung gesetzt wurden – während der “Rosenrevolutionär” SaakaSchwili sich als überforderter und permanent lügender Demagoge erwiesen hat – und zudem als Kriegsverbrecher.

      Ich meine:

      SaakaSchwili nach Den Haag!

    111. Mile schrieb am 13. August 2008 at 00:26 - Permalink

      Jessas,
      schaut euch mal russisches Fernsehen zu dem Thema an.
      Dann werdet ihr sehen, was “echte” Propaganda ist.

      Makaber.
      In ungefähr jeden zweiten Satz wird erwähnt, dass min. 2000 Zivilisten umgekommen sind und die gesamte Stadt völlig zerstört ist.
      Nur blöd, wenn man dazu, um die besondere Brutalität der Georgiert zu demonstrieren, ein Kinderzimmer zeigt, welches völlig intakt ist. Nur eine Fensterscheibe wurde vermutlich durch eine Druckwelle zersört. Sogar das Plüschtierchen auf dem betroffenen Fensterbrett steht noch.
      Die gesamte Stadt ist zerstört aber dann holen sie ein Ehepaar aus dem völlig intakten Haus in einer intakten Strasse und interviewen sie.
      Und dann fahren sie durch die Stadt und man sieht zersörte Miltärfahrzeuge und einen Toten in Uniform.
      Und bei einem Begräbnis waren sie auch. Ein Mann um die 25. Sicher ein Zivilist.
      Dann zeigt man noch die Verteidiger in Hof eines Gebäudes, welches verdammt gross ist und dennoch völlig unzerstört ist.
      Also das mit der Propaganda müssen die wirklich noch üben.

      Ah ja,
      und Gori wurde natürlich nicht angegriffen.

    112. Fritze schrieb am 13. August 2008 at 07:48 - Permalink

      “schaut euch mal russisches Fernsehen zu dem Thema an.
      Dann werdet ihr sehen, was ?echte? Propaganda ist.”

      Ja, schön die Kleinkindmethode hat hier noch gefehlt. “Die anderen sind ja auch ganz schlimm.” Es ging hier aber darum, was unsere tollen pseudoobjektiven Medien so fabriziert haben, und das ist nichts weiter als Propaganda gewesen. Das entscheidende ist, dass die georgische Propaganda fast unhinterfragt übernommen wurde, obwohl es meiner Meinung nach, sehr oft offensichtlich war, dass die einfach nur dreist lügen. Während russische Propaganda, die hier kaum jemand als solche in Zweifel ziehen wird, prinizipiell nicht geglaubt wurde. Auch nicht die seriösen Meldungen. Wer z.B. den Konflikt ernsthaft verfolgt hat, musste doch wenigstens in Betracht ziehen, dass die Russen, nur die von ihnen angekündigte Sicherheitszone errichten, statt den georgischen Märchen vom Vormarsch auf Tiflis zu glauben.

      Als ich gestern gesehen habe, wie dieser Saakaschwilli sich auch noch feiern lässt, bin ich richtig sauer geworden. Dr.Dean hat völlig recht, der gehört vor ein Gericht und nicht als Partner in die NATO. Wenn sie Georgien unter dieser Führung in die NATO aufnehmen, dann werde ich auch zu einem entschiedenen NATO-Gegner. Wer so offensichtlich so dreist lügende Kriegsverbrecher unterstützt, den kann ich beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen.

    113. Fritze schrieb am 13. August 2008 at 08:10 - Permalink

      de.rian.ru war gestern abend nicht erreichbar, vorhin gings, und jetzt ist die Seite schon wieder nicht erreichbar. Zufall?

    114. Mile schrieb am 13. August 2008 at 09:01 - Permalink

      Fritze,

      es ging mir darum, dass wir hier gar nicht wissen, was “echte” Propaganda ist.
      Ich nehme mal an, dass die georgische genauso schlimm und plump war oder vielleicht noch schlimmer (dazu gleich was).
      Man kann jetzt natürlich darüber streiten, was gefährlicher ist. Die subtile Methode, der wir zuweilen ausgeliefert sind oder die gute alte Schule.

      Und heute morgen gab es wieder ein Beispiel, dass unsere Medien nicht so schlecht sind, wie hier von manchen angenommen wird.
      Heute morgen im Frühstücksfernsehen z.B. haben sie genau die Sendung auf RT thematisiert, die ich angeschaut habe und dann wirklich objektiv darüber berichtet, dass man sich auf die Meldungen beider Seiten nicht verlassen kann, wobei sie die georgische Seite viel stärker kritisiert haben (prof. Medienteam, Falschmeldungen usw.).

    115. Schwitzig schrieb am 13. August 2008 at 10:05 - Permalink

      Hier ein Beispiel “echter Propaganda”, die in einem Nebenschuss noch versucht, unabhängige Berichterstattung z.B. von Blogs wie diesem hier zu diskreditieren:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,571485,00.html

      Abgesehen davon, dass alles ausser der Qualität und Neutralität vom Spiegelfechter geklaut wurde, ist das ein typischer Alpha-Journalistartikel. Ja ja, die Journalisten haben mehr zu verlieren, wenn sie nicht die Wahrheit sagen (das steht da allen Ernstes so drin). Was habe ich gelacht.

    116. Frank Schenk schrieb am 13. August 2008 at 11:17 - Permalink

      Danke @COPOKA für die Erklärung.

      Bleibt für mich immer noch rätselhaft, wie man sehenden Auges ins Verderben rennen kann. Da “muss” doch noch mehr dahinter sein. Oder nicht?!

      *kopf schüttel*

      Gruß

    117. Peinhard schrieb am 13. August 2008 at 11:26 - Permalink

      @73 SF

      “Ein ?Go des Imperiums? schließe ich momentan kategorisch aus.”

      Dem widerspricht nun heute ausgerechnet die taz:

      “Washington gab grünes Licht

      Für Georgien rückt eine Aufnahme in die Militärallianz mit dem Krieg im Kaukasus in weite Ferne. Das Land hatte sich vor dem Einmarsch die Erlaubnis der Bush-Administration geholt.”
      http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/washington-gab-gruenes-licht/

      Zumindest von einer indirekten oder ‘missverständlichen’ Ermutigung war ich angesichts des in letzter Zeit sehr engen Kontaktes allerdings auch ausgegangen.

    118. antonym schrieb am 13. August 2008 at 12:29 - Permalink

      Israelisierung Georgiens:

      http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010187.html

      Israelisierung als fester Bestandteil “westlicher” Ideologie. Grössenwahnsinnige Militärstaaten die alle gegeneinander um ihre “Freiheit” kämpfen..

    119. Avantgarde schrieb am 13. August 2008 at 12:39 - Permalink

      Warum erwähnt eigentlich niemand die Babies, die aus den Inkubatoren geworfen wurden?

      (von wem hängt davon ab, auf welcher Seite man steht)

    120. Nanuk schrieb am 13. August 2008 at 13:10 - Permalink

      antonym

      Das hat mit Freiheit gar nichts zu tun Israel laufen die Bewohner davon.
      Zwischen 2002-2003 sind fast 60000 russische Juden nach Moskau (ihre Heimat) zurück gekehrt aktuelle Zahlen hab ich leider nicht.Aber wenn man das auf 2008 Hochrechnet…
      Brain Drain heist das glaub ich im Neusprech.

      http://tinyurl.com/5sg588

    121. RE schrieb am 13. August 2008 at 13:13 - Permalink

      Es tut sich was in den deutschen Mainstreammedien. Zumindest können sie die Kritik an ihrer Berichterstattung nicht mehr vollständig ausklammern. Allerdings nimmt der etablierte Journalismus dies nicht zum Anlass, seine eigene Arbeit tatsächlich und offen zu hinterfragen, sondern versucht mit Berichten über das Thema “Propaganda” seine Unparteilichkeit und Glaubwürdigkeit beim Publikum noch zusätzlich zu untermauern.

      Erstes Beispiel war gestern abend im heute-journal ein Bericht mit dem Titel “Schuldfrage: Wer hat recht?”. In der Anmoderation sagt Steffen Seibert: “Uns erreichen in den letzten Tagen viele Zuschriften. Die einen beschuldigen uns anti-russische Propaganda betreiben, die anderen nennen uns blind für das Leiden des georgischen Volkes.” (Allein in diesem Satz steckt übrigens schon eine Gewichtung. Man beachte einmal die unterschiedlichen Assoziationen, die beide Vorwürfe wecken.) Was folgt ist ein Bericht über die völkerrechtliche Schuldfrage, denn – so Seibert – “an was anderes können wir uns nicht halten”. Oho, man höre! Solch eine Rückbesinnung auf das Völkerrecht gab es vor und während des Kosovo-Krieges aber nicht. Die damals in den Vordergrund gestellte humanitäre Katastrophe, spielte im Bericht gestern dann auch überhaupt keine Rolle.

      Zweites Beispiel ist ein Gespräch mit einem Redakteur in den “Informationen am Morgen” auf dem Radiosender DLF. Eingeleitet mit dem geflügelten Wort “Das erste was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit” wurde 5 Minuten lang hauptsächlich erklärt, wie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen Deuschtlands sichergestellt wird, dass Aufnahmen authentisch seien. Man habe eigene Korrespondenten, einem Thomas Roth und einer Antonia Rados, können man uneingeschränkt glauben, Videos seien mit einem “Beipackzettel” mit Informationen über ihre Herkunft usw. versehen. Außerdem wurde noch erwähnt das im russsichen Fernsehen georgische Flüchtlinge als ossetische dargestellt wurden. (Über die Darstellung von n-tv hatte ich gestern geschrieben, s.o.)

      So gut der Ansatz auch war, das Thema Propaganda im Krieg zu thematisieren, zielen beide Berichte meiner Ansicht nach aber am Kern der Kritik vorbei. Die Sorgfalt Bilder zu überprüfen und möglichst mit eigenen Korrespondenten vor Ort zu sein, ist lobenswert, das will ich gar nicht in Zweifel ziehen.

      Das wirkliche Problem ist aber vielmehr die Gewichtung, die Zusammenstellung und Bewertung der Meldungen. In Expertengesprächen, Kommentaren, Diskussionen und Hintergrundreportagen wird das Ereignis PR-mäßig unter einer parteilichen Schlagzeile zusammengefasst. Das diffuse Faktengewirr wird für das Publikum zu einem Mainstream verdichtet. Im Tibet-Konflikt lautet diese bis heute eingebrannte Formel Formel “Blutige Niederschlagung der Proteste”, im Kaukasus wird eventuell bald nur noch die Überschrift “Russische Militäroffensive gegen Georgien” im öffentlichten Gedächtnis haften bleiben. “Militär”, “Offensive”, “gegen” – damit ist der Schuldige, fast könnte man sagen “das Böse”, implizit genannt.

      Anschließende politische Diskussionen werden dann unter dieser Prämisse geführt. Die Spiegelfechtereien verschleiern ein Hinterfragen der Prämisse. Im Tibet-Konflikt wurde sofort die Boykott-Diskussion gestartet. Durch diese Besetzung des öffentlichen Diskursraumes fanden Zweifel über die westliche Darstellung der Ereignisse nur noch in intellektuellen Feulliton-Nischen oder samstäglichen Phönixrunden einen kleinen Platz. Es bleibt abzuwarten, welche Diskussionen mit den üblichen Gesichtern aus der Szene bei Anne Will oder Maybritt Illner auf diesen Krieg folgen werden. Da vor allem die offensiv-aggressive Militärmacht Russland als “Bild” aus diesem Krieg haften bleibt, könnte es nun bald um die Frage gehen, wie “wir”, der Westen, darauf zu reagieren haben. Sicher wird der Raketenabwehrschild in Osteuropa schnell kommen. Wer jetzt noch dagegen ist, der muss die Lexion einfach nicht verstanden haben, oder? Welche Maßnahmen finden wir noch? Eine Aufrüstung der Ukraine? (Nur nebenbei – Achtung: Weißrussland könnte noch ein richtiges Pulverfass für Europa werden.)

      Absicht oder gar Verschwörung will ich nicht unterstellen. Der “Mainstream”-Journalismus ist aber gefordert, seine Sozialisation, seine Verwurzlung im westlichen Kommunikationsraum und Verankerung im hiesigen institutionellen Rahmen kritischer zu hinterfragen. Selbst wenn wir meinen, uns für eine “gute Sache” wie z.B. die Menschenrechte einzusetzen, darf dafür nicht die eigene Glaubwürdigkeit durch opportunistisches, interessengeleitetes “Zurechtbiegen” der Berichterstattung geopfert werden. Dem Westen unter der Führung der USA mangelt es weltweit (auch innerhalb seiner eigenen Gesellschaften) immer mehr an Legitimation. Und für diesen Verlust an Vertrauenswürdigkeit ist nicht nur die Politik, sondern zu großen Teilen auch auch die 4.Gewalt, die “freie Presse”, schuld. Eine zunehmend vernetzte Welt bricht Nachrichtenmonopole und zwingt uns zu mehr Selbstkritik. Was wir von China, Russland oder der islamischen Welt durchaus mit Recht fordern, sollten wir mit gutem Beispiel als erstes selbst anstreben. “Bevor du die Welt verbessern willst, gehe dreimal durch dein eigenes Haus”, mahnt ein chinesisches Sprichwort.

    122. Dr. Dean schrieb am 13. August 2008 at 13:28 - Permalink

      @antonym
      Die Israelis sind in Militärfragen enorm chauvinistisch und *freuen* sich ganz unglaublich, wenn ein paar Ausbilder internationale Anerkennung erhalten. Ich halte den Haaretz-Bericht für übertrieben. Sonderlichen Einfluss auf die georgische Armee konnten die israelischen Militärausbilder wohl kaum gehabt haben – es sei denn, die Methode der kopflosen Flucht (z.B. im Fall von Gori – wo man wegen russischer Aufklärer in Panik verfiel) gehört zum israelischen Ausbildungsrepertoire. Von einer “Israelisierung” des Konfliktes zu sprechen, halte ich für unpassend bis demagogisch.

      @ Peinhard
      Der TAZ-Bericht ist sehr interessant. So, wie es aussieht (Gerüchteküche inklusive) haben sowohl Washingtoner Diplomaten als auch die NATO-Spitze/Hoop-Scheffer gegenüber Georgien/SaakaSchwili eine Zustimmung zum georgischen Blitzkrieg gegeben bzw. diesem Versuch mit der Vertreibung der Osseten “die terretoriale Integrität Georgiens” zu erlangen, während von europäischen Diplomaten deutliche Ablehnung ausgesprochen wurde.

      Wenn das stimmt, dann wäre das ein Skandal – und zudem eine schwere interne Belastung der NATO durch die Alleingänge von US-Kräften, die – so wie es aussieht – auch unabhängig von der Regierung Bush gehandelt haben, und sogar gegen (!) diese.

      Sofern dies stimmt (sicher bin ich mir nicht), gehört Jaap de Hoop Scheffer ebenfalls nach Den Haag. Denn: Ohne sein niederträchtiges und an US-Falken angelehntes Verhalten hätte es diesen Krieg wohl nicht gegeben.

    123. Sulukol schrieb am 13. August 2008 at 13:35 - Permalink

      @RE

      Wirklich sehr gut analysiert. Da kann man sich nur anschließen.

      Das Problem an der Geschichte ist, dass die Gewichtung der Kommentare in den Medien aus einer inneren Haltung heraus kommt. Gerade weil die meisten Journalisten es, so gesehen, ehrlich meinen, sehen sie keinen Anlass zu einer Reflektion. Und treffen auf zahlreiche Leser, deren innere Haltung nicht viel anders ist, weshalb sie dem Duktus der Kommentare sehr gerne folgen, dies führt zu einem Bestätigung des Journalisten und so weiter. Keiner muss durch die Realität oder Fragen sein Weltbild in Frage stellen.

    124. Dr. Dean schrieb am 13. August 2008 at 14:06 - Permalink

      Die Analyse der Vorgänge scheint alles andere als einfach zu sein. Wenn die aktuellen Meldungen stimmen, dann hat die russische Armee die eigenen Verbände nicht unter Kontrolle – und Teile davon ziehen gerade plündernd durch Gori. Wenn das stimmt (immerhin gibt es einige unabhängige Journalisten, die Teile dieser Meldungen bestätigen), dann ist das – meiner Meinung nach – auch ein Ergebnis davon, dass Russland ebenfalls auf eine aufputschende und – oft – unwahre Berichterstattung setzt, z.B. hinsichtlich der Übertreibung von Opferzahlen.

      Auf diese Weise wurde eine Stimmung von Scheinlegitimation geschaffen. Abenteuerlustige sowie von der eigenen Übermacht besoffene russische Militärverbände haben das als Aufforderung zur Rache verstanden. Ich bezweifle, dass man in Moskau sehr glücklich über diese Entwicklungen ist.

      Das russische Fernsehen mit seiner einseitigen Berichterstattung ist Teil des Problems in der Region – im Augenblick jedenfalls wird kaum etwas unversucht gelassen, um zum Verbrecher SaakaSchwili aufzuschließen.

      Was für ein Scheißkonflikt.

    125. knt schrieb am 13. August 2008 at 14:21 - Permalink

      @dean: Das wäre natürlich der Horror wenn nun nordosseten ein progrom in Georgien anzünden! Aber abwarten! diese “unabhänigen” journalisten (z.b. der guardian) haben auch schon gemeldet das gori besetzt und der russe auf dem march nach Tiflis ist!

      Im übrigend bin ich mir garnicht sicher, das die Opferzahlen übertrieben sind. Schon mal Mehrfachraketenwerfer in Aktion gesehen?

      Wegen der prinzipbedingt größeren Streuung der Geschosse ist der Mehrfach-Raketenwerfern eine typische Flächenfeuerwaffe, die ein vorher genau erkundetes Zielgebiet in kürzester Zeit mit einem massiven Feuerschlag belegt. Z. B. deckt eine Batterie von vier BM-30 Mehrfach-Raketenwerfern mit insgesamt 48 Raketen innerhalb von 20 Sekunden eine Zielfläche von ca. 800 × 800 m (640.000 m²) ein.
      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrfachraketenwerfer

    126. Nanuk schrieb am 13. August 2008 at 14:22 - Permalink

      @Dr Dean

      Tja die Europäer waren schon immer bescheuert was ihren Nationalismuss angeht traurig aber war.

      Wir lassen uns halt gerne benutzen und gegeneinander ausspielen.Das ist das wirklich traurige daran.Hauptsache der gemeine Germane hat dem doofen Römer mal gezeigt wo der Hammer hängt.
      Asterix und Obelix in Reinkultur.
      Ja der Kaukasus ist Europa!!!!

    127. athe111 schrieb am 13. August 2008 at 14:33 - Permalink

      @123 RE (insgesamt eine super Analyse!)

      “”Absicht oder gar Verschwörung will ich nicht unterstellen. Der ?Mainstream?-Journalismus ist aber gefordert, seine Sozialisation, seine Verwurzlung im westlichen Kommunikationsraum und Verankerung im hiesigen institutionellen Rahmen kritischer zu hinterfragen..”"

      und @124 Sulukol

      “”Das Problem an der Geschichte ist, dass die Gewichtung der Kommentare in den Medien aus einer inneren Haltung heraus kommt. Gerade weil die meisten Journalisten es, so gesehen, ehrlich meinen, sehen sie keinen Anlass zu einer Reflektion.”"

      Ich denke, so einfach darf man die 4.Gewalt mit all ihrer Macht und Privilegien nicht davon kommen lassen.
      Das gutmenschen-gemäßes Verstehen und Erklären hilft uns da nicht weiter.
      Wenn gut gemachte Blogs (und dieser hier ist ein hervorragendes Beispiel) mit ihren sehr begrenzten Resourcen es mühelos schaffen, die Schreibversuche dieser “Säulen der Demokratie” zu desavouieren, dann kann man die 4.Gewalt in diesem Lande vergessen und sollte auch alles tun, um sie von ihrem Sockel zu stürzen.

    128. Nanuk schrieb am 13. August 2008 at 14:35 - Permalink

      und glaubt mir der Konflikt ist erst vorbei wenn weite Teile der Europäischen Bevölkerung glauben die Russen tragen die Verantwortung nicht mehr und nicht weniger war das Ziel der ganzen Sache.Läst sich alles nachlesen.

    129. Dr. Dean schrieb am 13. August 2008 at 14:40 - Permalink

      @ Betreffs Gori
      Während Antonia Rados (ZDF u.a.) von Augenzeugenberichten redet, dito AFP und scheinbar auch der der guardian, widerspricht Reuters sehr energisch. Die “50 russischen Panzer in Gori” sind jedenfalls eine erneute Propaganda-Lüge der georgischen Regierung – welche die Rückkehr der Bevökerung nach Gori offenbar verhindern möchte.

      Möglich scheint es aber zu sein, dass süddossetische Freischärler durch Gori gezogen sind. Es ist – erneut – reichlich unklar, was los ist. Beschuss bzw. Gewehrfeuer sowie zwei russische Kontrollposten vor Gori (immerhin ein klarer Verstoß gegen die Waffenstillstandsvereinbarungen) sind mehrfach bestätigt – allerdings ist es m.E. gut denkbar, dass die russische Armee die Kontrollposten vor Gori errichtet hat, um Plünderungen durch Südosseten zu verhindern.

      The fog of war. Antonia Rados kann man in Zukunft kein einziges Wort in Osteuropafragen mehr glauben. Sie faselt von Panzern, wo keine sind. Irre. Panzer würden “erkennbar” nach Tiflis rollen. Bekommt sie Geld dafür?

    130. Zapp schrieb am 13. August 2008 at 14:55 - Permalink

      Nun ja, vielleicht gibt’s ja doch Panzer. Zumindest berichten AFP-Reporter auch davon. Mal schauen, wie oft Panzer noch nach Tiflis rollen sollen.

      Ich glaube, ich klinke mich jetzt einfach mal für ein paar Tage aus der Berichterstattung aus und schaue dann, was dabei rausgekommen ist. Das Dickicht aus Propaganda und gut gemeinter aber einseitiger Berichterstattung trägt ja doch mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung der Lage bei.

    131. athe111 schrieb am 13. August 2008 at 15:21 - Permalink

      @128 Nanuk 100% Übereinstimmung

      Wie weit die “objektive” Information des von uns finanzierten 1.deutschen Fernsehen gediehen ist und wie subtil dabei mit der Wahrheit umgegangen wird, mag jeder für sich an Hand 2er ARD-Videotext-Seiten für Kinder (Screen-Dumps) nachvollziehen:

      ####################
      ARD-Video-Text Seite 563 10.08.2008
      Kinder-Nachrichten

      Krieg in Georgien

      In dem Land Georgien gibt es schon
      lange Streit. Einige Einwohner wollen
      nicht zu Georgien gehören.

      In dem Gebiet Südossetien haben Politi-
      ker zum Beispiel entschieden, dass sie
      lieber unabhängig sein wollen. Russland
      findet das auch und hilft Südossetien.

      Andere Länder sind wie Georgien damit
      aber nicht einverstanden. Jetzt gibt es
      schwere Kämpfe zwischen Georgien und
      Südossetien. Auch der Nachbar Russland
      hat sich eingemischt. Bei den Kämpfen
      sind schon viele Menschen gestorben.

      Borkenkäferplage in Thüringen…… 564

      ######################################

      ARD-Video-Text Seite 561 13.08.2008
      Kinder-Nachrichten

      Waffenruhe in Georgien

      Fünf Tage lang wurde in Georgien ge-
      kämpft. Jetzt haben die Soldaten erst
      einmal aufgehört, zu schießen. Das hat
      der russische Staatschef befohlen.

      Russland war in dem Krieg mit Georgien
      viel stärker. Es hat mehr Soldaten und
      mehr Waffen.

      Viele Menschen haben nach den Kämpfen
      große Probleme – sie haben ihr Zuhause
      verloren und nur noch das Nötigste bei
      sich. Sie sind auf der Flucht. Hilfsor-
      ganisationen wollen ihnen jetzt helfen
      und Essen und Trinken bringen.

      Mehr Taschengeld für Kinder…….. 562

      ########################################

    132. Nanuk schrieb am 13. August 2008 at 15:31 - Permalink

      Wer es nicht glaubt…
      Bitte schön…
      http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/USA/nach-bush.html

    133. D. Krüger schrieb am 13. August 2008 at 15:35 - Permalink

      Hallo,

      nun hat ja Spiegelfechter dankenswerter Weise zum xten Male die Lügenmaschine des Kapitals an den Pranger gestellt – ob Hufeisenplan, Iran, Irak, Afghanistan u.a..
      Könnte man bei so viel Lügenmeldungen nicht auch auf die Idee kommen, daß solche Halbwarheiten/Lügen auch in Bezug “innenpolitischer” Themen an der Tagesordnung sind?
      Vieleicht hat sich die Einführung der D-Mark am 20.06.46 ganz anders abgespielt (vieleicht auch aus ganz anderen Gründen)?
      Vieleicht hat sich der 17.06.53 ganz anders abgespielt als die Politiker und Guido Knoop (“Historiker”) uns heute einreden wollen?
      Vieleicht hatte der 13.08.1961 einen ganz anderen Hintergrund, als uns die Alpha-Journalisten heute auftischen?
      Spiegelfechter mahnt auch (zu Recht) das Eingreifen neutraler Journalisten in die Berichterstattung an.
      Doch was ist von “neutralen” Journalisten zu halten, wenn selbst sog. NGO´s wie Amnesty International ins Horn der Angreifer bläst?
      Ich meine – nicht mal die Schweiz ist neutral – und auch ein Journalist muß von irgend etwas leben (wenn Spiegelfechter so weiter macht, … ;) ) – also wird er mehr oder weniger Partei ergreifen – und von den Rezipienten der einen oder anderen Seite zugeordnet.
      Eine allgemeine Verurteilung der Auseinandersetzung dieses Konfliktes gibt es nicht – man greift immer Partei.
      Und die “Alpha-Journalisten” dieses “freiheitlichen, demokratischen” Rechtsstaates ergreifen eben für die Partei, die ihnen vorgegeben ist. (oder wer von denen will morgen auf der Straße stehen – bei so vielen Arbeitslosen Journalisten).

      Stark bleiben!

    134. name schrieb am 13. August 2008 at 15:44 - Permalink

      Unabhängig von der Beweiskraft der Fotos im Allgemeinen:

      http://www.militaryphotos.net/

      http://www.militaryphotos.net/forums/showthread.php?t=99988&page=618

      Eine verdammte Schweinerei ist das, wie die Teile der “demokratischen” westlichen Presse, die Politik ihrer Eigentümer verkaufen. Eine richtige konzentrierte Aktion gegen Russland lies sich in der deutschen Presselandschaft wahrnehmen.

      Die Bilder, die Spon und andere das Wochenende immer wieder gebracht hatten, stammten aus ganz anderen Zusammenhängen, und es wurden einfach gezielt andere Bezeichnungen gewählt ,alles weggelassen um eine bestimmte politische Stimmung zu erzeugen.

      Wie hat mal ein alter amerikanischer Soldat über den Krieg gegen im Allgemeinen, und den gegen Japan im Besonderen in einem Brief nach Hause geschrieben.

      “Krieg ist Lüge und Langeweile”

    135. Kati schrieb am 13. August 2008 at 16:28 - Permalink

      @122: Dann müsste der Debka-Bericht vom 8. August allerdings ebenfalls stark übertrieben sein:

      DEBKAfile discloses Israel?s interest in the conflict from its exclusive military sources:

      Jerusalem owns a strong interest in Caspian oil and gas pipelines reach the Turkish terminal port of Ceyhan, rather than the Russian network. Intense negotiations are afoot between Israel Turkey, Georgia, Turkmenistan and Azarbaijan for pipelines to reach Turkey and thence to Israel?s oil terminal at Ashkelon and on to its Red Sea port of Eilat. From there, supertankers can carry the gas and oil to the Far East through the Indian Ocean.

      Aware of Moscow?s sensitivity on the oil question, Israel offered Russia a stake in the project but was rejected.

      Last year, the Georgian president commissioned from private Israeli security firms several hundred military advisers, estimated at up to 1,000, to train the Georgian armed forces in commando, air, sea, armored and artillery combat tactics. They also offer instruction on military intelligence and security for the central regime. Tbilisi also purchased weapons, intelligence and electronic warfare systems from Israel.

      These advisers were undoubtedly deeply involved in the Georgian army?s preparations to conquer the South Ossetian capital Friday.

      In recent weeks, Moscow has repeatedly demanded that Jerusalem halt its military assistance to Georgia, finally threatening a crisis in bilateral relations. Israel responded by saying that the only assistance rendered Tbilisi was ?defensive.?

      This has not gone down well in the Kremlin. Therefore, as the military crisis intensifies in South Ossetia, Moscow may be expected to punish Israel for its intervention.

      http://www.debka.com/article.php?aid=1358

      Debka gilt als regierungs- und geheimdienstnah. Ich halte eher die jetztigen Abwiegelungen, nachdem die georgische Armee ordentlich eins auf die Mütze bekommen hat, für starke Untertreibungen der tatsächlich geleisteten Hilfe. Mit so einem militärischen Komplettversagen will kein militärischer “Chauvinist” gern in Verbindung gebracht werden.

    136. GrandSampleBear schrieb am 13. August 2008 at 17:23 - Permalink

      Super Blog … vor allem mal ausnahmsweise mit tiefergehenden News bzw. Stellungnahmen zum aktuellen poltischen Weltgeschehen -> wird direkt gebookmarked
      so machts www spaß bzw. hat richtig nutzen
      gruss gsb

    137. Spiegelfechter schrieb am 13. August 2008 at 17:29 - Permalink

      @121 RE

      Sehr gute Analyse! Generell sehe ich aber in den öffentlich-rechtlichen Spartenradiosendern immer noch die (mit Abstand) beste Informationsquelle. Gemessen an den Quoten ist dies aber eine Randgruppenbespaßung.

      Die heute und gestern erschienen Berichte auf SPON und SZ, die sich über eine Manipulation der Medien echauffieren, sind eher unfreiwillig lustig. Der Schwarze Peter wird einfach weitergeschoben, an die Urheber der Falschinformationen und natürlich(!) das Netz. Keine Selbstkritik, noch nicht einmal Einsicht … Hoffnung auf Besserung ausgeschlossen.

    138. Spiegelfechter schrieb am 13. August 2008 at 17:33 - Permalink

      @129 Dr. Dean

      Immer mit der Ruhe ;-)

      Die Panzer hat es gegeben, Russland verkauft dies als “Entwaffnungs- und Friedenssicherungsaktion” – nun ja *hüstel*

      Die “marodierenden” Truppen, gehören wohl den Freiwilligen an, die aus Kosaken und Nordosseten bestehen – ich schätze die regulären Truppen haben Probleme, diese Irregulären zu zügeln. Ich hoffe nicht, dass man da “mal Fünfe gerade sein lässt”.

    139. Spiegelfechter schrieb am 13. August 2008 at 17:36 - Permalink

      @131 Athe111

      So schlecht sind die Videotextzusammenfassungen doch gar nicht. Lustig finde ich aber den Teaser “Mehr Taschengeld für Kinder” – im VT für Erwachsene stünde dort “Steuern sparen – wir sagen, wie” ;-)

    140. Spiegelfechter schrieb am 13. August 2008 at 17:39 - Permalink

      @133 D. Krüger

      “Neutral” und “objektiv” ist niemand – selbst das vermeintlich “Neutrale” ist ein Kind des Zeitgeistes und der Konventionen. Man kann von Journalisten nicht fordern wirklich “objektiv” zu sein, man kann nur fordern, dass sie versuchen, “objektiv” Bericht zu erstatten. Das ist nicht viel, aber leider heutzutage nicht selbstverständlich.

    141. Spiegelfechter schrieb am 13. August 2008 at 17:42 - Permalink

      @135 Kati

      Ich möchte nicht ausschließen, dass auf “Debka” hin und wieder auch mal etwas “wahres” steht, davon ausgehen kann man aber nicht. Es gibt wenig Nachrichtenquellen, denen ich derart kritisch gegenüberstehe. Wenn es um das Thema “Nahost” geht, verbreitet “Debka” ausschließlich manipulierte oder manipulative Beiträge, die den israelischen “Falken” nach dem Mund reden oder aus ihrer Feder stammen.

    142. Sulukol schrieb am 13. August 2008 at 19:05 - Permalink

      @ athe111

      Du hast die Erklärung mit Rechtfertigung verwechselt. Wer als Jouarnalist nicht mehr uneingeschränkt zur Selbsreflektion fähig ist, sollte nicht mehr schreiben. Niemand will es der Presse leicht machen. Gerade dass es keinen direkter Einfluss auf die Presse gibt, macht ihr Versagen so gravierend.

    143. Kati schrieb am 13. August 2008 at 19:20 - Permalink

      @Jens: I.A. bin ich da ganz deiner Meinung, aber genau wegen der Nähe zu den israelischen Falken halte ich diesen Artikel ausnahmsweise für glaubwürdig. Weshalb sollten Geheimdienstkreise behaupten, dass da intensive Kooperation stattfand, wenn das nicht der Fall war? Man könnte argumentieren, dass es am 08. August noch so aussah, als wäre der georgische Angriff ein voller Erfolg und die israelischen Falken wollten ihr Image ein bisschen aufpolieren, aber das halte ich für keine sooo gute Erklärung. Mir fällt auch nach längerem Nachdenken keine bessere ein und deswegen würde ich diesen Artikel für einen der wenigen halten, die man auch mal zitieren kann. Die Debka-Aussagen werden teilweise auch in diesem Artikel von Ynet bestätigt:

      http://www.ynetnews.com/Ext/Comp/ArticleLayout/CdaArticlePrintPreview/1,2506,L-3580136,00.html

      Ich habe leider nicht viel über den Autor, Arie Egozi finden können, außer, dass er auch noch für Flight Global schreibt. Seine Glaubwürdigkeit kann ich also nicht so gut einordnen. Aber das sind nun mindestens drei Quellen, Ha’aretz (auch in weiteren Artikeln, Links siehe unten) , Yediot Ahronot (die Mutterfirma von Ynet) und eben Debka, die diese Zusammenarbeit beschreiben und ich halte das insgesamt für ein eher starkes Indiz für die Richtigkeit der Behauptungen. Wobei ich nicht ausschließen will, dass ich mich täusche.

      Ha’aretz-Quellen: IDF vets who trained Georgia troops say war with Russia is no surprise
      By Jonathan Lis and Moti Katz
      http://www.haaretz.com/hasen/spages/1010230.html

      Georgia violence / A frozen alliance
      By Yossi Melman
      http://www.haaretz.com/hasen/spages/1009922.html

      Grüße, Kati

    144. Admiral Golowko schrieb am 14. August 2008 at 00:33 - Permalink

      “Auf einer Kundgebung vor mehreren tausend Menschen in Tiflis stellten sich am Dienstagabend die Präsidenten mehrerer früherer Sowjetrepubliken hinter Georgien. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko sagte: “Es lohnt sich, für die Freiheit zu kämpfen.” Auch seine Kollegen aus Litauen, Lettland und Estland nahmen an der Veranstaltung teil. Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sagte: “Unser Nachbar denkt, er kann uns bekämpfen. Wir sagen nein.” Russland wolle eine Rückkehr zu “alten Zeiten”.

      Als Folge des Kriegs will Georgien aus der von Russland dominierten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) austreten…”

      Quelle:

      http://www.fr-online.de/top_news/1477453_Rotes-Kreuz-moniert-verheerende-Lage.html

      Welche “Freiheit” meint der Herr Juschtschenko wohl ?

      Und der Herr Kaczinski haut wohl auch aus innenpolitischen Gründen mächtig auf den Putz:

      “?Wir fliegen nach Georgien, um unsere Solidarität mit einem Land deutlich zu machen, das Opfer einer Aggression geworden ist?, sagte Polens Präsident Lech Kaczynski in Warschau….

      Die Delegation, initiiert von Lech Kaczynski, wollte an der Vermittlung zwischen Russland und Georgien mitwirken. Doch die Teilnehmer machten klar, wo ihre Sympathie liegt ? bei Georgien.
      ?Russland hat sein wahres Gesicht gezeigt. Wieder, was ich mit großem Bedauern sagen muss?, erklärte Polens Präsident Kaczynski. ?Europa muss etwas dagegen tun.? Ansonsten könnte, nach Georgien, auch die Ukraine an die Reihe kommen.”

      Quelle:
      http://www.salzburg.com/nwas/index.php?article=DText/b03wy0s6fg-ke33dz~mzzfk&img=&text=&mode=&section=newsletter&channel=nachrichten&sort=#

    145. Telegehirns Krankenpfleger schrieb am 14. August 2008 at 01:44 - Permalink

      @ #63: · Emil am 12. August 2008 um 09:41 – Permalink

      Wir möchten uns ausdrücklich entschuldigen: Wir haben die tägliche Dosis bei unserem Patienten herabgesetzt, um zu sehen, ob man ihn wieder auf die Menschheit loslassen kann. Der Fehler wird umgehend berichtigt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

    146. Schwitzig schrieb am 14. August 2008 at 08:38 - Permalink

      Auf WDR2 wurde heute über den russischen Angriff gesprochen und dass die Amis meinen, dass Russland diesmal nicht mit einer Neuauflage des Prager Frühlings durchkommen wird.

      Das ist schon keine Propaganda mehr, sondern trimmen.

    147. fabiank22 schrieb am 14. August 2008 at 13:49 - Permalink

      Nachdem ich diese Woche mal wieder mein jährliches Rauskramen von Alan Moore’s Watchmen erledigt habe bleibt mir eine interessante Frage: Wie stark beeinflusst die Mediendarstellung die Realität?

      In erwähnten Werk gibt es einen Charakter welcher die Lage der Welt nutzt um Produkte zu verkaufen(Beispiel: Zu Kriegszeiten bewirbt er “Nostalgia”-Parfüm mit Werbeplakaten die an eine einfachere Zeit erinnern, zu Friedenszeiten utopische), was aber auch passiert ist das seine Werbung, die Realität, also wie die Menschen sie wahrnehmen, beeinflusst.
      Wenn alle Medien einen Aufschwung propagieren, springt dieser dann auf die Menschen über, egal ob er existiert oder nicht? Wird dieser Krieg irgendwann tatsächlich als russischer Angriffskrieg in die Geschichtsbücher für meine Kinder eingehen?

    148. salvo schrieb am 14. August 2008 at 15:23 - Permalink

      apropos Wahrheit und Medien

      Jahnke veranschaulicht die ‘deutsche Meinungsmaschine”

      http://www.jjahnke.net/mein.html

    149. Peinhard schrieb am 14. August 2008 at 16:40 - Permalink

      Noch zwei Artikel, die sich mit den ‘medialen Aspekten’ bzw den möglichen Strategien dahinter beschäftigen:

      “Der westlichen Bevölkerung wird dieser Tage eine sehr bedeutsame Information vorenthalten. Sie wäre aber von großer Wichtigkeit, um die Welt und zukünftige Konflikte besser zu verstehen. Die gesamte restliche Welt außerhalb der Westlichen, sozusagen die echte ?Internationale Staatengemeinschaft?, freut sich riesig über die militärische Niederlage der USA und Israels im Kaukasus. Wer die Nachrichten und Kommentare in Asien, Afrika und Südamerika studierte, konnte nicht übersehen, wie sehr ein geradezu Aufschrei der Freude die (nicht vom Westen kontrollierte) Blätter zierte! Endlich wurde der Arroganz der westlichen Hegemonialmacht eine deutliche Grenze gesetzt. All jene Stimmen interessiert es überhaupt nicht, wie Russland reagiert hat; Hauptsache, die Westliche Welt wurde in die Schranken verwiesen.”
      http://f25.parsimony.net/cgi-bin/topic-flat.cgi?Nummer=63498&Phase=Phase1&ThreadNummer=52598

      “Die von Amerikanern ausgerüstete und ausgebildete georgische Armee schwärmte vergangenen Donnerstag nach Südossetien ein, tötete ca. 2000 Zivilisten, vertrieb 40.000 Südosseten über die russische Grenze und zerstörte einen Großteil der Hauptstadt Tschinvali. Der Angriff wurde durch nichts provoziert und erfolgte volle 24 Stunden bevor auch nur ein einziger russischer Soldat seinen Fuß auf südossetisches Gebiet gesetzt hatte. Nichtsdestotrotz glaubt die Mehrheit der Amerikaner immer noch, dass zuerst die russische Armee auf georgisches Territorium vorgedrungen sei. BBC, AP, NPR, die New York Times und alle anderen Medien des Establishments haben ihre Leser kontinuierlich und absichtlich zu der Annahme verleitet, die Gewalt in Südossetien sei seitens des Kremls initiiert worden.
      [...]
      Die georgische Armee hatte nicht die geringste Chance, einen Krieg gegen Russland zu gewinnen, und keine Absicht, das überfallene Territorium zu okkupieren. Das eigentliche Ziel war, die russische Armee in eine Falle zu locken. Die US-Planer hoffen, auch diesmal so raffiniert erfolgreich zu sein wie damals in Afghanistan; sie wollen ihr russisches Opfer in ein langes, blutiges Fiasco á la Tschetschenien locken und so die russischen Truppen im Kampf gegen Guerillakräfte aufreiben, die vom US-Militär und Geheimdiensten ausgebildet und bewaffnet werden. Der Krieg wird unter dem Vorwand geführt werden, man müsse doch Georgien vom russischen Imperialismus befreien und Putin von der Umsetzung seines angeblichen Plans abhalten, die wichtigen, in westlichem Besitz befindlichen Pipelines um das Kaspische Becken unter seine Kontrolle zu bringen. Ein Großteil dieser von ?Think Tanks? zurechtgezimmerten Darstellung ist bereits in den Mainstream-Medien zu finden oder wurde seitens der amerikanischen Politik-Elite verlautbart.”
      http://annakuehne.twoday.net/stories/5123432/

      Natürlich mit (der immer gebotenen) Vorsicht zu geniessen, in Teilen auch widersprüchlich bzw Widerspruch herausfordend, aber vielleicht doch nicht ganz abwegig. Warum zB ‘kreuzen’ russische Truppen anscheinend immer noch in Georgien herum, obwohl der Vorwurf der ‘überzogenen Reaktion’ natürlich in der Luft bzw längst auf den einschlägigen Zungen liegt?

    150. pitcher schrieb am 14. August 2008 at 17:38 - Permalink

      hat zwar nix mit der Medienwahrnehmung zu tun is aber trotzdem lesenswert

      http://www.informationclearinghouse.info/article20508.htm
      http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=9788

    151. Schwitzig schrieb am 15. August 2008 at 10:29 - Permalink

      Die Propagandaschlacht der GEZ-Medien:

      http://www.tagesschau.de/ausland/kaukasuskrieg114.html

      Ich muss sagen, schon die Überschrift ließ mich sprachlos werden, aber bildet euch selbst ein Urteil.

    152. dato13 schrieb am 16. August 2008 at 17:45 - Permalink

      der Autor dieses Artikels hat glaub ich wenig Schema, was in Georgien wirklich passiert. Ich würde paar Sachen klären:
      1) der Hafen in Poti ist allgemein als Hafen bezeichnet, aber in der Tat beinhaltet er in sich paar Häfen und einige Lager. Daher, die Zerstörung des Ölverladehafens in Poti ist wohl die Wahrheit. Andere Häfen und Lager in Poti haben die russische Soldaten beraubt und eben zerstört, aber erst später;
      2) die Zahl der Opfer von Süd-Ossetiern (2000 Menschen) ist falsch und eine Propaganda der russischen Medien.
      Zur Information: eine Woche vor dem Kriegsanfang wurden die Bewohner Zchinvali nach Nord-Ossetien woche lang evakuiert. das berichtete sogar das russische Info-Agentur. Ich frage mich: wie viele waren die noch da geblieben? oder will Russland die Zahl der Opfer damit erhöhen, dass ein Offizier russischer Armee über 60 gefälschte Pässe dabei hatte, wenn er fest genommen wurde?

      Fazit: wenn sich jemand darüber beschwert, dass die Medien Propaganda verbreiten, der sollte selber neutral bleiben, sich über die Tatsachen richtig erkundigen und kein Propaganda führen!!!

    153. Tekknorg schrieb am 16. August 2008 at 21:24 - Permalink

      President Bush und John McCain scheinen die einzigen Personen zu sein, welche es wagen Russland scharf anzugreifen. Zum Glück. Denn sonst gäbe es nur noch weichspülende, endlogs differenzierende Worte von Feiglingen. Russland hat Tschetschenien zurück in die Steinzeit gebombt. So etwas darf man der russischen Regierung nie mehr erlauben

      Die russische Regierung hat es versäumt, wie Japan und Deutschland eine globale Revision der Geschichte einzulegen, daher streben sie immer noch noch nach diesen alten Werten und haben eine völlig irreale Einschätzung ihrer “Rechte” und ihre Position. Es gibt keine Pressefreiheit in Russland, das gilt es im Gegensatz zu den USA zu bedenken.

      Es ist nicht das russische Volk, das sind Leute wie wir, sondern die russische Regierung und der Militärapparat, welche die Schuld von Generation zu Generation weiter tragen.
      Man kann sagen was man wll, ohne die USA wäre ein gutes Stück Europas wahrscheinlich schon in der Hand der russischen Großmacht.

      Deutschland und der Rest der E.U. / NATO zeigt mal wieder Feigheit, Unentschlossenheit und mangelnde Reife. Wie immer wird zugesehen: In Ex-Jugoslawien, Taliban-Grosny, Hussein-Irak, Afghanisten usw… Aber groß den Mund aufreißen, in Blogs, Foren, Wikipedia und spiegel.de das können sie, die Nachfahren der Burgeoise.

      Wenn dann die USA intervenieren, natürlich so, dass auch was für sie dabei rausspringt (Deutschland hat übrigens Hussein damals das Giftgas verkauft), dann sind den USA alle böse. So ist das halt in einem Land der kosmopolitischen Elite aus Symbolanalytikern, Differenzierern und Schwätzer.

      Im Zweifelsfall muss man der georgischen Regierung glauben, die haben noch kein Land angegriffen. Viel Glück kann man Georgien wünschen, hoffentlich klappt es mit dem NATO Beitritt.

      Gruß,

      T.

    154. geroyche schrieb am 17. August 2008 at 19:37 - Permalink

      Eben in der Lindenstrasse (ich hab nach der Olympiaberieselung noch nicht umgeschalten) darf so ein Typ mit Dreadlocks immernoch behaupten Russland hätte in Georgien Pipelines bombardiert.

    155. Rob schrieb am 18. August 2008 at 14:00 - Permalink

      Es ist doch offensichtig, dass die Deutschen und auch die Europäischen Medien klare Vorgaben von den USA haben. Russland muss immer als der “böse Feind” dargestellt werden. Die Amis kontrollieren alles in Europa. Das sah man schon am Irak Krieg, als sich USA gegen den EU Endscheid wiedersetzte und den Irak trotzdem angegriffen hat. in den Medien war danach nicht mal halb so viel Aufregung darüber, wie es jetzt über Russland ist. Man erlaubt USA halt alles. Es sind ja die großen “Vorbilder”.
      Jeder gut informierte Mensch weiss, dass der Georgische President in USA studiert hat und auch von der CIA ausgebildet worden ist. Die Wahlen in Georgien vor kurzer Zeit waren eindeutig manipuliert, und es ist jedem klar, dass die USA da die Finger ordentlich im Spiel hat. Die USA versucht ständig russischen Grenzen näher zu kommen. Ob es jetzt Georgien, Ukraine oder Polen ist. Alle Regierungsoberhäupter dieser Länder sind von der USA aufgestellt worden.
      Ein kurzes Beispiel ist: Der Ukrainische President Jushenko studierte ebenfalls in der USA, verließ seine Freu beim Amtsantritt und heitatete eine US-Staatsbürgerin, die ebenfalls in der US regierung gearbeitet hat. Na da fragt man sich doch, zu wem dann die Ukraine halten wird, oder?
      Ein weiteres Beispiel ist doch dieses Raketenabwehrsystem der USA. Also bitte. Was soll das denn. Nur gegen den Iran??? Lächerlich. Es soll doch offensichtlich gegen Russland gezielt werden, oder warum hat Busch den Vorschlag von Putin nicht angenommen oder nicht mal zu Diskussion gebracht das Russische Radarsystem gemeinsam zu nutzen, was vollkommen ausreichend währe??

      Ach, hier noch ein Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=lptVAbw5oos

    156. Tekknorg schrieb am 18. August 2008 at 19:31 - Permalink

      Mein Nachbar studierte auch in den USA. Die “Wahlen” in Russland waren ein Witz, der neue russische “Präsident” ist eine Marionette wie immer, das Volk hasst die russische Regierung und das Militär macht gerade einen Angriffskrieg. Zum Glück gibt es durch die USA einen Gegenpol. Da müssen die erst über den Atlantik kommen, um uns Europäern zu zeigen, wie man regiert. Immer noch kleine Kinder! Im Gegensatz zu Russland gibt es in den USA sogar mehrere Kandidaten, davon zwei die gleichauf liegen. Gab’s das bei der letzten russischen Wahl? Eher nicht. Ist eben keine Demokratie. Russland arbeitet an neuen Atomraketensystemen, hat damals im Jugoslawienkrieg mit der Verlegung von taktischen Atomwaffen gedroht und greifen jetzt Georgien an. Kein Wunder, dass Polen und Tschechien mit den USA zusammenarbeiten. Von der E.U. / NATO ist schließlich keine Hilfe zu erwarten. Sarkozy droht Russland mit einem Sondergipfel. Das ist alles was die zustande bringen. Wenn Russland das Gas ausgeht, wirds erst richtig gefährlich.

      Gruß

      T.

    157. Rob schrieb am 18. August 2008 at 23:40 - Permalink

      Also wirklich Tekknorg. So ein Unsinn!!!
      ALLE meine Verwandten sind Russen und wohnen auch dort. Ich bin selbst oft dort zu Besuch und ich kann dir sagen, dass alle die Regierung mögen und unterstützen! Seit Putin an der Macht ist, hat Russland wieder sein Gesicht wieder erlangt und die Bevölkerung kann stolz auf ihr Land sein und auch auf Ihren Presidenten, der sich nicht alles von der “so mächtigen USA” gefallen lässt und es dennen mal zeigt, wo es lang geht. Wenn Putin dann nach den 4 Jahren zum 3 mal zu Wahl antreten wird, dann versichere ich dir, dass 95% der Bevölkerung ihn FREIWILLIG wehlen wird. Da verstehe ich deine Aussage garnicht. Warst du selbst dort und hast die Menschen befragt??? Also bite. Zu viel RTL geschaut:)

    158. Tekknorg schrieb am 19. August 2008 at 21:20 - Permalink

      Hey ROB, ich habe dort viele Freunde und bin jedes Jahr im April dort und wohne in den Familien, wir essen, reden zusammen, leben zusammen. Ganz normal. Aus einem Grund nämlich, um mit den Leuten in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, was sie wirklich denken. Schau du mal nicht zuviel russisches Staats TV.
      Selbstverständlich gibt es auch keine andere “Wahl” (im wahrsten Sinne) als die Putinpolitik. Die Leute hassen diesen “Präsidenten”, aber es ist alles in staatlicher Hand. Versuch doch mal in Russland des lupenreinen Demokraten zu demonstieren, bspw. wie in den USA oder Deutschland. Da gehst du schnell k.o. oder kriegst ein halbes Jahr Knast. Das kleine Weißrussland übrigens ist ein Versuchskaninchen für den großen Bruder, an dem zu sehen ist, wie weit sich eine Bevölkerung unterdrücken lässt.
      Aber die russische Bevölkerung musste schon immer unter diktatorischen Systemen leiden und kennt leider auch gar nichts anderes. Das ist was ich meine, wenn ich schreibe: Russland muss eine globale Revision seiner Geschichte einlegen. Das macht man nicht, indem man Krieg führt.

      Gruß,

      T.

    159. Rob schrieb am 19. August 2008 at 21:47 - Permalink

      Ja, aber USA als sie “große Vorbildsmacht” darf natürlich den Irak angreifen auch ohne EU Zustimmung. Die dürfen auch Israel beim Libanonangriff helfen. Keiner sagt was, denn es sind ja “Terroristen” angeblich. Also bitte. Georgien provoziert doch schon die ganze Zeit. Diehe alleine die ganzen Soldatenentführungen vor einigen Monaten aus denn Russischen Friedenstruppen.
      Und ich denke, du wohnst in den Familien, die wirklich eine Minderheit im Land sind und Putin nicht unterstützen. Ich muss es ja wissen, da ich ja selbst von da komme!

    160. Tilo Schönberg schrieb am 26. August 2008 at 12:36 - Permalink

      Klasse Artikel, Jens!

      Etwas verspätet aber noch immer aktuell:
      Vielleicht ist ja noch anderen aufgefallen: Wenn von Zerstörungen in Gori die Rede ist, wird immer und immer wieder das gleiche Haus eingeblendet, das auch schon den gefakten Reuters-Bildchen als “Kulisse” diente ( http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10357.html )

      Hat jemand Bilder weiterer Zerstörungen in Gori?
      Wie Tschinwali nach dem Beschuß mit georgischen Mehrfachraketenwerfern (warum sagt da eigentlich keiner mehr “Katjuschas” zu?) aussieht, kann man hier sehen: http://www.medwedev.de/8-august-2008

    161. Heinz schrieb am 5. September 2008 at 18:30 - Permalink

      0)WXso#pmNIM

    162. Heinz schrieb am 5. September 2008 at 18:31 - Permalink


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