Die Schöne und das Monster
geschrieben am 13. August 2010 von Spiegelfechter
Seitdem Görings Asche in die Isar gestreut wurde, verlor die Welt ihr Interesse an Kriegsverbrechertribunalen. Zu Zeiten des Kalten Kriegs wurden gefallene Kriegsverbrecher und blutrünstige Diktatoren meist zusammen mit ihrer Entourage von den UN-Sicherheitsratsmächten in einem schönen Landhaus in den Vorruhestand geschickt. Solange die Warlords gewisse Anstandsregeln einhalten, können sie auch heute noch auf eine derartige Altersabsicherung hoffen. Man sollte sich nur mit einer der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat gut verstehen, ihre Unternehmen an der Ausbeutung des eigenen Volkes beteiligen und allzu exzessive Fälle von Massenmord lieber abseits der Öffentlichkeit begehen – dann klappt es auch mit der Villa fürs Altenteil und dem Schweizer Nummernkonto.
Charles Taylor hat sich nicht an diese Regeln gehalten und muss sich nun für seine Verbrechen vor einem internationalen Sondergerichtshof verantworten. Ihm werden unter anderem Massenmorde, der Einsatz von Kindersoldaten, die Terrorisierung der Zivilbevölkerung sowie sexuelle Gewalt, Verstümmelungen, Plünderungen und Angriffe auf UN-Mitarbeiter vorgeworfen. All dies würde die westlichen Medien jedoch nicht sonderlich interessieren, würde nicht eine Ikone der westlichen Wegwerfkultur eine Nebenrolle in diesem Tribunal spielen – Naomi Campbell, Britin, Supermodel, Millionärin und Bestandteil unserer Medienkultur.

Ein Treffen in Johannesburg
Ein Supermodel vor einem UN-Tribunal? Was hat die grazile Werbeikone falsch gemacht? Campbell war im Jahre 1997 auf Einladung des südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela auf einer illustren Society-Veranstaltung in Johannesburg. Doch Fräulein Campbell war nicht die einzige Lichtgestalt bei dieser munteren Plauderrunde – neben ihr und dem sakrosankten Nelson Mandela ließen sich auch noch der Musikproduzent Quincy Jones, der pakistanische Cricket-, Society- und Politik-Held Imran Khan, die Hollywood-Schauspielerin Mia Farrow und der chinesische Superstar Tony Leung (2046, Hero) in Südafrika auf Kosten des Nelson Mandela Children´s Fund verwöhnen. Dies wäre alles keine Schlagzeile wert, hätte es damals nicht noch einen weiteren Gast gegeben, der eher selten auf Society-Events gesichtet wurde – Charles Taylor, seines Zeichens Präsident von Liberia, berühmt-berüchtigter Warlord, Massenmörder und Despot. Taylor war von der langbeinigen Campbell offenbar derart begeistert, dass er ihr nächtens ein paar Steine auf ihr Zimmer schicken ließ – für Fräulein Campbell waren es nur „schmutzige Kieselsteine“, für die Weltöffentlichkeit sind es jedoch „Blutdiamanten“, der Stoff, mit dem so viele afrikanische Konflikte jahrzehntelang geschmiert wurden und werden.
Das Model will zwar weder gewusst haben, wer dieser Herr Taylor ist, noch wo Liberia überhaupt liegt, hatte aber offenbar dennoch ein schlechtes Gewissen und steckte die schmutzigen Steine am nächsten Tag einem gewissen Herrn Ratcliffe zu, der damals Direktor des Nelson Mandela Children´s Fund war. Was dann mit den schmutzigen Steinen passiert ist, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Heute – 13 Jahre später – hat auch Jeremy Ratcliffe auf Druck des Tribunals einmal genauer in seinen Safe geschaut und dort angeblich die schmutzigen Steine wiedergefunden. Welch Wunder, schließlich gelten sowohl Ratcliffe als auch Mandela als enge Vertraute von Nicholas Oppenheimer, seines Zeichens Milliardär, Chef des britisch-südafrikanischen Diamantenimperums De Beers und Mitglied des Vorstands des Nelson Mandela Children´s Fund. Auch wenn heute keiner der Beteiligten mehr irgendetwas über Blutdiamanten und die Bürgerkriege in Westafrika wissen will, so waren damals sowohl De Beers als auch der südafrikanische Staat massiv in den schmutzigen Handel mit Blutdiamanten involviert. Erstaunlicherweise konzentriert sich das Interesse des Tribunals und der Medien jedoch nicht auf die Frage, was ein blutrünstiger Despot eigentlich bei diesem Society-Abend zu suchen hatte, sondern auf die kleinen Steinchen des Supermodels.
Als Charles Taylor Johannesburg verließ, reiste er erst nach Burkina Faso und dann nach Libyen. Wenige Zeit später kamen im Hafen von Freetown/Sierra Leone kistenweise Waffen an, die über Burkina Faso und Libyen verschickt wurden. Woher stammte das Geld für diese Waffen? Vielleicht aus den Schatullen De Beers oder gar des Nelson Mandela Children´s Fund? Doch diese unangenehmen Fragen werden in der Öffentlichkeit lieber gar nicht erst gestellt, geht es beim UN-Tribunal doch nicht um die internationalen Hintermänner des schmutzigen Geschäftes mit Blutdiamanten, sondern darum, den Massenmörder Taylor auf Basis des Völkerrechts hinter Schloss und Riegel zu bringen. Doch das ist offenbar nicht so einfach, da Taylor nicht nur mit einer Armada von Staranwälten aufwarten kann, die zum Teil vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden, sondern auch die Spielregeln verstanden hat – Kronzeugen verschwanden von der Bildfläche, während sich der Wille zur Aufklärung sowohl in Liberia und Sierra Leone selbst, als auch in den USA, in Großbritannien und in Südafrika in Grenzen hält.
Amerikas “Hurensöhne”
Charles Taylor studierte Wirtschaftswissenschaften in den USA und kehrte 1980 mit Unterstützung der US-Behörden als Verbündeter des Warlords Samuel Doe in seine Heimat Liberia zurück. Liberia wurde damals von einem Diktator namens William Tolbert regiert. Tolbert verlor jedoch die Sympathie der USA, als er die Beziehungen seines Landes zur Sowjetunion und den Staaten Kuba und Libyen intensivierte. Amerikas neuer Mann für Liberia war Samuel Doe und Does bester Mann war Charles Taylor. Tolbert wurde 1980 von Doe gestürzt und umgebracht, Liberia wurde mit Unterstützung des US-Präsidenten Reagan zur Steueroase für reiche Amerikaner und Europäer und zur Militärdiktatur, die ganz oben auf der Liste der Empfänger amerikanischer Entwicklungshilfe stand. Charles Taylor wurde Does Aussenwirtschaftsvertreter mit Prokura. Als Taylor sich wenige Jahre später ein wenig zu gierig aus den Staatskassen bediente, verlor er jedoch seinen Job und wurde in den USA wegen Korruption verhaftet.
Doch auch Samuel Doe verlor schon bald die Unterstützung der USA. Der Ostblock kollabierte und Liberia war plötzlich nicht mehr ein Bollwerk gegen den Kommunismus, sondern nur noch ein Kostenfaktor und Does Hang zu Massenmorden und Folter erschwerten die Arbeit seiner Unterstützer zusätzlich. Daher entschied man sich in Washington, Charles Taylor aus der Haft zu entlassen und mit seiner Hilfe Doe zu stürzen, wie man einst mit Does Hilfe Tolbert gestürtzt hatte. Offiziell ist Taylor 1985 aus einem amerikanischen Hochsicherheitstrakt geflüchtet und wurde nie wieder in den USA gesehen. Doch Taylor enttäuschte seinen amerikanischen Unterstützer bereits kurze Zeit später. Anstatt für „Freiheit und Demokratie“ zu kämpfen, liess er sich von Libyens „Revolutionsführer“ Gaddafi in dessen berüchtigten Militärcamps ausbilden. Zu diesen Zeiten gaben sich dort spätere Massenmörder die Klinke in die Hand – in Gaddafis Bildungsstätte für hochtalentierte Despoten in spe weilten zur gleichen Zeit auch Foday Sankoh und Laurent Kabila, die später zu zweifelhaften Ruhm kamen.
Eine Region versinkt im Bürgerkrieg
Taylors Rebellenarmee hatte Erfolg, Samuel Doe wurde zu Tode gefoltert, doch bereits vor dem Sieg spaltete sich die Bewegung und Liberia versank in einem Bürgerkrieg, in dem sich bis zu sieben Fraktionen gegenseitig massakrierten. In dem bunten Sammelsurium blutrünstiger Warlords setzte sich Taylor dank seiner schier unbeschreiblichen Brutalität durch und ließ sich 1997 zum Präsidenten wählen – gegen seinen Wahlkampfslogan „You killed my pa. You killed my ma. I’ll vote for you!” (“Du hast meinen Vater umgebracht, du hast meine Mutter umgebracht, ich wähle dich!”) konnte Ellen Johnson Sirleaf, seine Gegenkandidatin von Washingtons Gnaden, nicht viel ausrichten. Wenn die Menschen zwischen einem Despoten und der Fortführung eines der grausamsten Bürgerkriege der Menschheitsgeschichte zu wählen haben, entscheiden sie sich für das Leben.
Für die lange Liste an Verbrechen, die Charles Taylor in Liberia begangen hat, steht er jedoch nicht vor Gericht. Die Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone waren atypische Konflikte – sie hatten nur wenig mit ethnischen Fragen zu tun, wurden nicht im Hintergrund durch Großmächte als Stellvertreterkriege geführt, hatten keine religiösen Ursachen und nichts mit den willkürlichen Grenzziehungen der ehemaligen Kolonialherren zu tun. In Liberia und Sierra Leone ging es vor allem um Macht und Geld – Geld, das sich unter anderem mit dem Verkauf von Rohstoffen erzielen ließ. Taylors Erfolgsrezept im Kampf um das eigene Land war der Umstand, dass er parallel im Bürgerkrieg des Nachbarlandes Sierra Leone eine wichtige Rolle spielte. Taylor unterstützte die Rebellenfraktion RUF, die ihn mit Blutdiamanten aus den ergiebigen Diamantenminen des Landes bezahlte und dafür Waffen erhielt, die Taylor über skrupellose Waffenhändler wie den berühmt-berüchtigten Viktor Bout bezog.
Blutdiamanten und Massaker
Die 1990er waren die goldenen Jahre des schmutzigen Dreieckshandels. Die Rebellen lieferten Blutdiamanten, die von Mittelsmännern über Johannesburg, New York und Antwerpen verkauft wurden und bekamen dafür Waffen aus den sich auflösenden Beständen der Ostblockstaaten, wobei sowohl die Waffen- und Diamantenhändler als auch die Warlords selbst gigantische Gewinne machten, während die Menschen in den Bürgerkriegsregionen entweder massakriert wurden oder an Hunger starben. Der Westen schaute bei diesem blutigen Treiben lange Zeit passiv zu, schließlich verdienten westliche Unternehmen sehr gut an diesen Geschäften. So lange der Gewinn aus der Diamantenproduktion über Umwege wieder in den Geschäftszentren des Westen landete, machte man gute Miene zum bösen Spiel und die Herren Taylor und Bout führten ihre milliardenschweren Privatkonten nicht bei der Volks- und Raiffeisenbank in Gummersbach.
Südafrika im Zwielicht
Vor allem der Staat Südafrika ist untrennbar mit den schmutzigen kleinen Steinen verbunden. Wenn es nicht Taylors Stellvertreter in Sierra Leone waren, die die Blutdiamanten förderten, dann waren es die Handlanger südafrikanischer Privatarmeen. Der berüchtigte Söldnerkonzern Executive Outcomes ließ sich von der Regierung Sierra Leones die Schürfrechte zusichern und half den Regierungstruppen als Gegenleistung beim Bürgerkrieg. Die Elitesoldaten von Executive Outcomes hatten leichtes Spiel – mit nur 150 bis 200 gut ausgebildeten Söldnern und russischen Kampfhubschraubern vertrieben sie Taylors Verbündete innerhalb weniger Wochen aus den Diamantenregionen des Landes. Waren die Diamanten von Executive Outcomes nun keine Blutdiamanten? Offensichtlich nicht, kamen sie doch auf indirektem Weg über Südafrika auf die Weltmärkte.
Nelson Mandela war zwar nie ein Freund von Executive Outcomes, aber solange die – größtenteils erzreaktionären – weißen Elitesoldaten, die vorher in den Anti-Terror-Einheiten des Apartheidsstaates gegen den ANC und seine Verbündeten eingesetzt wurden, in anderen afrikanischen Ländern Krieg führten, ging von ihnen zumindest keine Bedrohung für Südafrika aus. Mit dem Diamantengiganten De Beers, der einer der wichtigsten südafrikanischen Steuerzahler und Arbeitgeber ist, fühlten sich Mandela und der ANC seit jeher eng verbunden, waren es doch vor allem die Vermittlungsanstrengungen der Diamantenindustrie, die Südafrika nicht nur ein unblutiges Ende der Apartheid, sondern dem Diamantengiganten auch die wirtschaftliche Zukunft sicherten. Nelson Mandela trat auf internationalem Parkett stets als Anwalt von De Beers und der Diamantenindustrie auf und war ein Gegner der Blutdiamanten-Kampagne der NGOs.
Der Westen reagiert und klagt an
Doch auch heute wartet man vergeblich, dass Südafrika oder gar Nelson Mandela öffentlich für die implizite Unterstützung der blutigen Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone an den Pranger gestellt werden. Stattdessen blickt die Welt auf das Supermodel und den Schurken und fragt sich, wie so etwas überhaupt passieren kann. Ja, wie kann so etwas passieren? Der Westen schaute viel zu lange weg, während in Sierra Leone ganzen Dörfern mit der Frage „langärmelig oder kurzärmelig“ die Gliedmaßen entweder am Handgelenk oder am Oberarm mit stumpfen Macheten abgehackt wurden, sonnten sich amerikanische Marines vor der Küste auf ihren Beobachterschiffen.
Erst als der Druck der NGOs so groß wurde, dass man in den USA und Großbritannien fürchtete, für das Nichthandeln vom Wähler bestraft zu werden, entschloss man sich, dem Morden ein Ende zu bereiten. Im Jahre 2000 marschierten in Sierra Leone britische Elitetruppen ein und beendeten den Bürgerkrieg in wenigen Tagen. Warum nicht eher? Den USA wurde der Massenmörder und Bapistenprediger Charles Taylor kurze Zeit später ebenfalls zu unbequem und man setzte seine ganze diplomatische und wirtschaftliche Macht ein, um ihn zum Rücktritt zu bewegen. 2003 trat er zurück und George W. Bush sorgte mit politischem Druck auf Taylors Exilstaat Nigeria dafür, dass er an ein internationales Tribunal ausgeliefert wurde. Ironie der Geschichte – der internationale Gerichtshof, der nun den Massenmörder Taylor aburteilt, wird vom Massenmörder George W. Bush und den USA nicht anerkannt. Selbstverständlich erkennt Taylor das Gericht ebenfalls nicht an – das hilft ihm aber wenig, schon in den ersten Wochen stellte das Tribunal fest, dass es nicht der Anerkennung des Angeklagten bedarf. Ob das auch für Bush und Blair gilt?
Jens Berger

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Das schöne und das dicke Monster hätte besser als Titel gepasst^^.
Hübsch ist sie zwar, die gute Naomi, aber ansonsten ein ziemlich abstoßender und gewalttätiger Mensch.
Daß sie die Diamanten nicht behalten hat wundert mich ja wirklich. Ich vemute mal, daß da der/die Imageberater(in) ihr gut zugeredet hat :D.
da gebe ich Dir Recht. Mir ist die “schöne” Dame auch sehr unsympathisch. Aber äußere und innere Schöhnheit gehen nun einmal nicht immer synchron.
@ SwENSkE & @ Spiegelfechter
Ach, hört auf, schöne Frauen können nicht lügen :-)
Wer russisch kann: http://fondsk.ru/article.php?id=3198 “ein bißchen” eine andere Sicht auf das Tribunal.
@Truvor
Nun ja, ich kann dem Autoren ja in einigen Punkten sogar folgen, aber die Schlussfolgerung, der SCSL sei eine Diskreditierung des Gedankens internationaler Justiz ist doch schon recht abenteuerlich. Das ist nun mal eine sehr “russische” Sichtweise, nun passt es den Russen nicht, dass die Richter im SCSL zumeist aus dem Commonwealth stammen. Nun ja, wenn es der Wahrheitsfindung dient. Wobei man natürlich sagen muss, dass auch die Russen beim “fröhlichen” Morden in Afrika immer wieder tatenlos zugesehen haben und auch die Aktivitäten von Bout und Co. wohlwollend toleriert haben.
@ Spiegelfechter
Ich bin zwar der Meinung, daß Charles Taylor kein Heiliger (wer ist es schon heute unter afrikanischen Präsidenten) ist, vielleicht ist er sogar schuldig an all dem, was ihm vorgeworfen wird (das bestreite ich nicht), aber dieses Tribunal (nachdem ich ein paar solche Artikel (wie dieser) gelesen habe) erinnert mich irgendwie an das Jugoslawien- und Kosovo-Kriegsverbrechertribunal, wo fast ausschließlich die Serben verurteilt wurden (bzw. werden) und bei den Bosnjaken und Kosovo-Albanern lediglich einige Kleinfische sich verantworten mußten.
Also, so “international” sieht dieses (gegen C.Taylor) Tribunal nicht aus.
” ……, dass auch die Russen beim “fröhlichen” Morden in Afrika immer wieder tatenlos zugesehen haben.”
Stimme Dir zu.
Alle Welt hat lange weggeschaut, aber seit die Chinesen in Afrika aktiv sind, ist Afrika für den Westen und Russen (plötzlich) wieder wichtig geworden.
Das bestreitet eigentlich auch niemand. Ginge es nicht um Sierra Leone, sondern um Liberia, wäre die Sache wohl auch jurisitisch wesentlich einfacher.
Ich habe ja im Artikel bereits angedeutet, dass neben Taylor noch Platz für viele andere Angeklagte wären, die z.T. in ihren Büros in New York, London und Johannesburg sitzen.
Auf Seiten der lokalen Kombattantenist die Anklage übrigens weitestgehend ausgeglichen. Neben Taylor und seinen RUF-Rebellen sitzen auch ehemalige Regierungsmitglieder Sierra Leones auf der Anklagebank.
Auch was die Zusammensetzung der Tribunals angeht, kann ich dem russischen Kollegen in keiner Form folgen – zwei Richter wurden von Sierra Leone ernannt, die fünf übrigen durch die UN; “internationaler” geht es nicht.
Das stimmt. Leider könnte das auch die kurze Periode beenden, in der die UN wenigstens auf kleinstem Niveau einen Hebel für die Anwendung des Völkerrechts hatte.
@ Spiegelfechter
” …… – zwei Richter wurden von Sierra Leone ernannt, …. ”
Zwei Richter von der “Ex” – ???? Britischer-Kolonie Sierra Leone (Commonwealth ist eine geniale Erfindung/Idee, sag ich Dir :-)) ?
” …. , die fünf übrigen durch UN; ….”
UN ?
Alle fünf (soviel ich dem russ. Artikel entnehmen konnte) stammen aus dem angel-sächsischen Raum (bzw. Commonwealth)
Ein Richter (von mir aus) aus Sierra-Leone, China, Argentinien, Indonesien, Weißrussland, Italien, Ägypten – ungefähr so sieht für mich eine internationale und legitime Richtermannschaft aus.
Dann wäre vielleicht dieser russische Artikel auch nie erschienen.
Nun ja, es handelt sich nun einmal um einen Sondergerichtshof über die Kriegsverbrechen in Sierra Leone, da liegt es nun einmal auf der Hand, dass dieser Staat auch Richter entsendet.
Nun ja – Österreich und der Senegal gehören zweifelsohne nicht zum Commonwealth. Die USA auch nicht. Kanada, Samoa, Kamerun und Uganda gehören zum Commonwealth – ebenso wie Nigeria, das sich aber die Rolle in diesem Tribunal als eine Art Ordnungsmacht, die auch das Gros der UN-Soldaten gestellt hat, sicher verdient hat.
Warum die UN keinen Weißrussen als Richter gewählt hat? Dafür wird es schon einen Grund geben ;-)
Danke für diesen 1a Beitrag
Guter Artikel, ich finde nichts was ich dran kritisieren könnte. Und einiges, was ich auch noch nicht wußte oder mir so noch nicht überlegt hatte. Gut, daß du die offensichtlichen Brutalitäten nur streifend erwähnst und zum etwas verborgeneren, wirklich abstoßenden, politischen Kern vordringst.
Ich hätte mir nur noch gewünscht, daß du die wichtigsten Quellen deiner Arbeit mal nennen würdest. Auch ggf. als Anregung zur weiteren Vertiefung.
Jedenfalls: Danke!
Ach so: schöner Schlußsatz.
Mit den Quellen ist das diesmal so ein kleines Problem, da ich mir den Hintergrund für diesen Artikel über Wochen durch Lektüre, Telefonate und auch viele alte aufgezeichnete Radiosendungen beigebracht habe, die man hier nicht verlinken kann, da sie nirgends im Netz stehen. Ich könnte sie zwar als Fußnote aufführen, aber das ist hier ja ein Blog und keine Dissertation ;-)
Grundsätzlich hast Du allerdings Recht.
@ Spiegelfechter
“Nun ja, es handelt sich …………….. auch Richter entsendet”
Als ich nach “Ex”-???? die Fragezeichen stellte, damit habe ich etwas anderes angedeutet, nämlich, daß Sierra Leone durch die Ernennung seiner Richter gar keine unabhängige Entscheidungen treffen kann, weil Sierra Leone in den Augen der Welt (außer Westen) eine Tochterfirma ! der Briten und somit der Angel-Sachsen ist.
Dieser Russe war übrigens, nicht der Einzige, der diese “internationale” Besetzung des Tribunals zur Sprache brachte.
Mir sind schon ein paar chinesische und arabische (und wenn wir Asien und Latein-Amerika nach weiteren Artikeln absuchen würden, dann würden wir bestimmt mehrere ähnliche Artikel finden) Artikel unter die Augen gekommen, in denen auch die “Unabhängigkeit” des Tribunals angesprochen und angezweifelt wurde.
Natürlich nicht so deutlich und offen, wie in diesem russischen Artikel, aber zwischen den Zeilen konnte ich eins erkennen, daß sie (die Welt) uns (dem Westen) das irgendwann unter die Nase reiben werden
Weiß Du Jens, mir ist es eigentlich egal, aus welchen Ländern diese Richter stammen (ich persönlich, glaube sowieso nicht an die Unabhängigkeit von, egal auch welchen, Gerichten), Japan, Weißrussland, Polen etc., von mir aus Marsianer, ist absolut wuscht.
Hauptsache das Ganze sollte legitim und nicht befangen aussehen, damit die Diktatoren dieser Welt keine Möglichkeit hätten, an dem Urteil dieses Tribunals zu zweifeln.
“Die USA auch nicht”.
USA + GB = Siameische Zwillinge :-)
“Warum die UN keinen Weißrussen als Richter gewählt hat ?”
Weißrussland hat ein Zufallsgenerator in meiner Birne gewählt :-)
Es könnte auch Bulgarien, Ukraine, Serbien, Russland etc. sein, ist egal, hauptsache ein slawisches Land.
Aber auch Latein-Amerika, China, islmische Länder müssen dabei sein.
All diese Länder und Ethnien werden in Kürze (in 20-30 Jahren wird es bestimmt mehr Diktaturen auf unserer Welt geben. Die Demokratien-Parade ist vorbei) bestimmt die Legitimation dieses Tribunals in Frage stellen.
@Jens
Sehr schön, wie Du den angemessenen Ton triffst, den einzig richtigen. So funktionieren Menschen, gell?
hier fehlt noch der Zusammenhang billig. Billig, damit’s für uns auch billig wird, das Handy, der Flat-TV, das Notbuch …
Noch ‘n schönes Beispiel!, oder metaphorisch: “Autobahnen bauen und hinterrücks Menschen vergasen!” Beim Herrn aus Braunau war auch nich alles schlecht, gell?
Nelson Mandela, die Lichtgestalt? Wie abgefahren iss das denn? Hatte ich nie beobachtet. Aber das der zu “Ich bin ein Mensch, nichts menschliches ist mir Fremd” begabt iss, war zu vermuten!
Nein, so ist das nicht gemeint. Den Diamantenkonzernen ging damals schlichtweg der Arsch auf Grundeis. De Beers hatte Angst, Gegenstand von wirksamen Boykottaufrufen zu werden, während britische Konzerne (wie Consolidated Goldfields) Angst um ihr öffentliches Ansehen hatten und bereits ernsthaft überlegten, den südafrikanischen Markt zu verlassen. Mandela wiederrum, wollte das Land einerseits einen und einen Bürgerkrieg verhindern und andererseits auch das industrielle Rückgrat des Landes bewahren – beides ging nicht ohne die weißen Eliten und ohne die Diamantenfirmen. Kaum bekannt ist jedoch, dass es die internationale Wirtschaft und der südafrikanische Geheimdienst waren, die in Person von Michael Young (ConGold) und Neil Barnard (NIS) die eigentlich “Powerbroker” hinter den Verhandlungen waren, die das Ende der Apartheid einläuteten.
Natürlich, ich schätze mal das Mandela im Westen noch “lichtgestaltiger” angesehen wird, als der Dalai Lama. Zum größten Teil auch zum Recht, Mandela ist/war ein sehr große Persönlichkeit, die ich auch ungemein schätze. Aber im Fall der Blutdiamanten hat er sich leider versündigt, da er das Wohl seines eigenen Landes/Volkes über das Wohl Afrikas gestellt hat.
Mit De Beers unn Co., das war schon klar (dann wäre eigentlich nur noch BMW geblieben ;-) …) – ich habe hier natürlich mit dem dicken Pinsel gemalt, damit’s auch gesehen wird!
Das war wohl auch Mandela’s Lebensleistung – eine wo man dann sagt: Die -, und manchmal heiligt der Zwecken eben doch …, und manchmal muss man mit den Wölfen …, oder sich beim Wrestling mit den Pigs dreckig machen. Dann iss man aber auch dreckig, “blutdiamantdreckig”!
Mir ist es ein Rätsel wie ein Blogger wie im diesem Artikel zu den Informationen kommt?
Besonders wenn es um gewisse Abläufe geht und wie fundiert bzw. seriös sind die Quellen?
Das Charles Taylor ein Verbrecher ist will ich hiermit natürlich nicht in Frage stellen.
Ich hatte oben schon angedeutet, wie schwer es ist, hier alle Quellen anzuführen. Wenn Du Fragen zu bestimmten Punkten hast … nur zu, ich versuche dann die zugehörigen Quellen zu nennen.
Mir geht es nicht speziell um diesen Artikel.
Aber vielleicht ein Vorschlag: Du könntest ja zu deinen Artikeln einen kurzen knappen Anhang (per klick o.ä.) machen mit den wichtigsten Eckdaten (u.a. Quellenangaben).
Meiner Einschätzung nach würde es das Vertrauen deiner Leser und evtl. zukünftiger Leser erhöhen und es wäre transparenter.
Mal ein Gedanke.
Grundsätzlich ein guter Gedanke, würde aber eine Umstellung meines Workflows bedeuten. Aber bei Artikeln wie diesem mag das durchaus sinnvoll sein. Ich werde das in Zukunft bei einigen (nicht allen) Artikeln dann mal so machen.
Naja mir kamen da beim lesen auf ein paar Zweifel woher denn all diese Infos kommen.
Ihre journalistische Schreibkunst in Ehren (und die ist tatsächlich nicht ohne), aber ohne ein ausreichendes Quellenverzeichnis ist das nur die halbe Miete.
Der spezialisierte Leser würde da die ein oder andere Interpretation schon gerne nachprüfen.
freundliche Grüsse,
Steve
Wie gesagt, ich beantworte auf Wunsch gerne jede Frage.
Es würde mich interessieren, inwiefern der deutsche Steuerzahler für Charles Taylors Verteidigung aufkommt. Indirekt über unsere Zahlungen an die UN, von denen ein Teil an den internationalen Strafgerichtshof geht? Der mit Staranwälten gespickte Taylor macht nicht eben den Eindruck, auf vom Steuerzahler entlohnte Pflichtverteidiger angewiesen zu sein.
Taylor hat das Problem, offiziell pleite zu sein, da seine Konten eingefroren und teils gepfändet wurden. Daher hat er Anspruch auf eine Verteidigung auf Kosten des Gerichtes. Gleich zu Beginn des Prozesses gab es den Eklat, dass Taylor das Tribunal damit unterminieren wollte, indem er sich darüber beschwerte, nicht adäquat vertreten zu werden. Also bekam er sein gewünschtes Budget. Der SCSL hatte aber nicht so viel Geld und ging international auf Spendensammlung. Die Berliner Regierung zeigte sich besonders spendabel – im Jahr 2006 überwies man gut eine Million Euro
Sehr guter Artikel! Aber das mit der Mille hättest Du darin noch ausschlachten können. Wieso hat D ein Interesse daran, dass sich dieser Mensch gut verteidigen kann?
Wenn wir mal den Grundsatz eines fairen Verfahrens herauslassen, kann man auch noch anmerken, dass Deutschland ein grundsätzliches Interesse an der Etablierung internationaler Gerichte hat. Um dies zu unterstützen, sollte der Taylor-Prozess nicht als Farce wahrgenommen werden.
Schade, dass Du bei diesem Artikel keine Quellen reinstellen kannst – gerade bei diesem wären solche ungemein nützlich gewesen. Einiges kann man selbst recherchieren…
… hierzu konnte ich allerdings nichts finden.
Guter Artikel ansonsten.
Das stammt aus dem Telegraph, der über dieses Thema sehr ausführlich berichtet hat und berichtet.
@Spiegelfechter, wie schade, dass du es nicht gecheckt hast. daß zu Weihnachten 2010 ein einschlägiges Hollywood-Studio den Film “Blood Diamond” in die Kinos bringen will. “Blood Diamond” mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle spielt in den 1990ern während des blutigen Bürgerkriegs in Sierra Leone. Die „Guerillas“ finanzierten sich mit dem Verkauf „illegal“ geschürfter Rohdiamanten.
Auch Südafrikas Diamantenkonzern „De Beers“, an dem die Rothschilds noch heute eine bedeutende Beteiligung halten, http://www.debeersgroup.com/en/inside-de-beers/Governance/Board-of-directors/Baron-David-de-Rothschild/ , finanziert sich seit Cecil Rhodes Zeiten mit dem Verkauf „legal“ geschürfter Rohdiamanten. Der De Beers-Konzern ließ übrigens 2009 erstmals einen Schwarzen, David Noko, an die Spitze rücken. Auch die USA ließ übrigens 2009 erstmals einen Schwarzen, Osama Obama, an die Spitze rücken.
Was nun „Naomi Campbell, “Britin, Supermodel, Millionärin und Bestandteil unserer Medienkultur“ betrifft, so ist diese nette Story mit dem Kriegsverbrechertribunal eine typisch abgefeimte PR-Nummer na-von-wem-schon, um „Blood Diamond“ als “Bestandteil unserer Medienkultur”zu promoten.
“In einem BBC- Bericht hieß es (…), daß es im Bürgerkrieg in Sierra Leona »um nichts anders geht als um die Kontrolle über die sagenhaft reichen Diamantenminen des Landes«. Die Diamantenfelder von Sierra Leone, die für ihre hochwertigen Steine bekannt sind, liegen aber in dem von der RUF kontrollierten Gebiet. Diese füllt ihre Kriegskasse durch den Verkauf der Diamanten auf dem internationalen Schwarzmarkt am politisch einflußreichen britisch-amerikanischen Monopolisten De Beers vorbei auf, wodurch dessen Preise kaputtgemacht werden.
Durch die ursprüngliche britisch-amerikanische Hilfe für die RUF wollte man Sankoh dazu bewegen, die Diamantenfelder zu räumen und wieder der Regierung zu unterstellen, sprich den Verkauf der Diamanten wieder unter Kontrolle von De Beers bringen. Da dieser Plan mißlungen ist, haben De Beers und London nun die moralische Variante aus dem Hut gezaubert, um doch noch die Rebellendiamanten vom Markt zu bekommen. Der britische Außenminister Cook hat mit einigem Erfolg in der UNO eine Kampagne gegen die »Blutdiamanten« durchgezogen, gegen die nun ein internationales Aufkaufembargo durchgesetzt werden soll; angeblich, um die Finanzströme in die Bürgerkriegskassen auszutrocknen.”
https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Sierra-Leone/diamanten3.html
Sogar die völlig verblödete Yellow-Press checkt es mittlerweile: „Blood Diamond“-Kriegsverbrecherin Naomi Campbell ist die “Ex” von „Blood Diamond“- Hauptdarsteller Leonardo Dicaprio. Am 10.8.2010 schrieb Yellow-BUNTE mit zarten süffisanten Andeutungen: „No-Names haben keine Chance, einen Fuß über die Schwelle des berühmt-berüchtigten „Billionaire Club“ auf Sardinien zu setzen. Bar Refaeli, Leonardo DiCaprio und Naomi Campbell hingegen feierten dort am Wochenende eine wilde Juwelen-Party. (…) Ob sich der „Blood Diamond“-Hauptdarsteller wenigstens ein bisschen mit Campbell über die Blutdiamanten-Problematik ausgetauscht hat?“
http://www.bunte.de/stars/bar-refaeli-leonardo-dicaprio-und-co-juwelen-party-auf-sardinien_aid_19159.html
Tatsächlich? Dann habe ich vor vier Jahren wohl eine Sneak-Preview des Filmes gesehen. Ich wußte natürlich nicht, dass der Film erst in diesem Jahr offiziell in die Kinos kommt. Danke für den Tipp!
Ahhh! Diese wichtige Hintergrundinfo ist mir als Nicht-BUNTE-Leser natürlich entgangen. Gut, dass ich Dich habe!
@spiegelfechter
Hmmm, du checkst es wirklich nicht! Ist es etwa neuerdings ein “Kriegsverbrechen”, dass Naomi Campell ihren Blutdiamanten auch mal an den älternden Vorsitzenden des Board of directors des De Beers-Konzern verschenkt hat?
http://www.debeersgroup.com/en/inside-de-beers/Governance/Board-of-directors/Baron-David-de-Rothschild/
Toll Goldman, was soll das wirre Name-Dropping? Wo hat Frau Campbell Herrn Rothschild einen Blutdiamanten geschenkt? Ach, lass es, ich warte nicht auf eine Antwort. Nimm lieber Deine Pillen und komm runter.
EOD
@spiegelfechter
Sorry, spiegelfechter, Frau Campell hat natürlich einen Diamanten und keinen “Blutdiamanten” … verschenkt!
„Blutdiamanten“ ist ein hässliches Wort, und Juweliere hören es gar nicht gern. (..) Es sei „in höchstem Maße unzuträglich“, wenn ein so bedeutender Stein wie der Diamant, der als Synonym für Liebe und Unvergänglichkeit stehe, in Verruf gerate. (…) Schließlich kaufe der bewusste Kunde Fleisch von glücklichen Kühen beim Metzger und nicht im Supermarkt.”
http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E1FD09CC0EEA4433EB5C521D8BF12BA75~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@ goldman:
Klar, wenn’s in der Bunten steht, muß der Quark ja stimmen.
Der Film ist von 2006, längst in den Kinos gelaufen und ansonsten gar nicht mal ganz schlecht.
@rausgucker
„Im Trio der ungleichen Stars brilliert vor allem Leonardo DiCaprio. (…) Außer seiner Militärerfahrung hat er einzig die blitzschnellen Reaktionen eines Tiers auf der Lauer (…) zu bieten. Der Film erzählt die Liebesgeschichte (…): Ihr anfänglicher Schlagabtausch um Moral und Krieg mündet immer mehr in ein gegenseitiges Streicheln mit Blicken und Schweigen. Trotz Zehntausender Kriegstoter und zwei Millionen Vertriebener funkelt in Hollywood Sierra Leones kostbarer Diamant als Symbol der Liebe.“ http://www.zeit.de/2007/05/Kino-Blood-Diamond
Ist dir eigentlich klar, dass du jetzt mehrmals darauf hingewiesen wurdest, dass du Unfug verzapfst? Der Film ist aus dem Jahre 2006. Äußere dich bitte dazu!
Diese massive Trollerei nervt langsam!
Dank Goldman für die Recherche bzgl. Rothschild. Man muss wie immer nur die Spur des Geldes verfolgen….
OMG! Hört das denn nie auf?
Der Typ da oben hat damit mal gar nichts zu tun. Ansonsten würden wir uns entweder den ganzen Tag geisseln oder wir Schafe wären auf einer friedlichen Wiese grasen.
Ich zähle mich nicht zu den fanatischen Verschwörungstheoretikern. Aber gewisse Strukturen sind eben einfach nicht von der Hand zu weisen. Und gerade weil ein Name über mehrere Jahrhunderte präsent ist, sagt mir, dass diese Familie immer versucht hat ihren Status zu bewahren. Egal wie.
Mir fällt gerade auf, dass Du auch an einem Samstag Abend nichts besseres zu tun hast. Har har…
Sagt jemand, der Samstag Abend offensichtlich auch nichts Besseres zu tun hat :D
Wo findet man die “Teilnehmerliste” an Gaddafis Militärcamps?
Kein zweifel, ich bin von der richtigkeit überzeugt, nur die Quellen hierfür kann ich mir schwer vorstellen.
@Chiasmus
Pööser pöser Gadaffffi! Alle Militär-Konflikte im heutigen Afrika haben mit Bodenschätzen zu tun, besonders mit Öl, Gold oder Diamanten. Das hauptsächliche Interesse „des Westens“ dreht sich um die Kontrolle der Regionen mit Öl, Gold oder Diamanten und Herr Ghadaffi ist nun mal auch käuflich.
1997 gab es in Sierra Leone einen Militärputsch und die englische Regierung beauftragte die Söldnerfirma Sandline Intl., die Kontrolle über die Regionen mit Diamantenproduktion wieder zu erlangen. Die Söldnerintervention Englands in Sierra Leone 1997 war die erste unilaterale Aktion einer europäischen Macht, ohne sich um die UNO zu kümmern; nach den gemeinsamen Kriegen mit den USA gegen den Irak, in Bosnien und Kosovo, Somalia und Sudan.
1998 wurden die Putschisten in Sierra Leone wieder gestürzt, die englischen Söldner-Aktivitäten wurden von irgendwem publik gemacht und die Söldner der Sandline International mussten wieder nach England abziehen. Der neue Bergbauminister Sierra Leones wurde allerdings vertragsbrüchig, da er die staatliche Kontrolle über den Diamantenhandel dem De Beers-Konzern nicht übergeben wollte. Um sich gegen drohende Militärinterventionen abzusichern, nahm Sierra Leone 500 UNO-Soldaten als Geiseln. Also arbeitete England wieder mit den USA zusammen. Tony Blair wurde am 26.11.1998 neuer britischer Premier und forderte gemeinsam mit den USA eine UN-Friedenstruppe. Einerseits für Sierra Leone (De Beers, Diamanten) andererseits für den Kongo (BP: Öl).De Beers und BP haben schließlich gemeinsame Eigentümer.
Forderungen nach UN-Sanktionen und “Friedenstruppen” kommen komischerweise immer aus den Ländern, in denen die hauptsächlichen Shareholder der Konzerne sitzen, die gegenwärtig nicht profitieren.
Alle Militär-Konflikte in der Geschichte der Menschheit haben in irgendeinder Form mit Bodenschätzen zu tun.
Und was ist das hauptsächliche Interesse der Russen, der Chinesen oder der “Blockfreien Staaten”?
@spiegelfechter
Sehr schöner Gedanke, spiegelfechter, alles hat irgendwie irgendwo mit allem zu tun!
Aber, lieber Goldmann, Du checkst mal wieder nichts. SIE stecken dahinter! Ich gebe Dir mal ein paar Tipps: Wer ist Hauptdarsteller im Film “Blood Diamonds”? Richtig, Leonardo di Caprio! Und in welchen Filmen spielt di Caprio noch mit? Richtig, in Titanic. Und wer hat die Titanic versenkt? Für uns Verschwörungstheoretiker eine leichte Frage – Die Rothschilds! Zufall? Wohl kaum! Dann spielte di Caprio im Film “Aviator” niemanden anderen als Howard Hughes! Howard Hughes! Der war doch ein Mitglied der Weltregierung, die von Rothschild eingesetzt wurde! Zufall? Wohl kaum! Das hängt alles zusammen! Was wurde in der ersten Klasse der Titanic getrunken? Chateau Rothschild, Jahrgang 1900! Zufall? Wem gehörte die Titanic? Der White-Star-Line! Wer war der größte Konkurrent von White-Star? Die Cunard-Line! Welches berühmte Schiff gehörte der Cunard-Line? Die Lustitania! Wer versenkte die Lusitania und trieb damit die USA in den Ersten Weltkrieg? Richtig, wir Verschwörungstheoretiker kennen die Wahrheit – Baron Rothschild! Zufall?
Und überhaupt!
Wen hat Louis F. Rothschild geheiratet? Cora Guggenheim, die Nichte von Benjamin Guggenheim, der mit der Titanic unterging! Cora Guggenheim war Tochter von Meyer Guggenheim. Die Enkelin von Meyer Guggenheim war Gladys Guggenheim, die Roger William Straus heiratete, der wiederum der Cousin von Nathan Straus jr. war. Nathan Straus jr. war wiederum der Eheman von Helen Sachs, die Enkelin des Goldman-Sachs-Mitgründers Joseph Sachs! Goldman Sachs! Alles hängt zusammen und die Rothschilds und Leonardo di Caprio stecken dahinter!
@Jens: *g* Sehr schön.
Zu sagen, dass alle Militär-Konflikte der Geschichte in irgendeiner Form mit Bodenschätzen zu tun haben, ist aber in der Tat so schwammig, dass du die pampige Antwort verdient hast ;)
Na gut, Kalle, saftige Weidegründe unn andere Wirtschafts…gründe gibt’s noch, unn Religion, die gibt’s auch noch ;-)
Vollständig?
Das habe ich aus einer Radiodoku von NPR aus dem Jahr 2003, es lässt sich aber auch an verschiedenen Stellen des Netzes finden.
Danke für die Antwort.
Es ist nicht jeder ein geborener Rechercheur.. ;-)
@ Spiegelfechter:
Guten Tag!
Ich habe da mal eine etwas persönlichere Frage an dich, die eigentlich nichts mit diesem Artikel zu tun hat.
Bist du ein Klon; ich meine einer von zehn?
Wie schaffst du es nur jeden Tag einen oder manchmal auch zwei Artikel zu schreiben?
Ich habe das vor kurzem auch mal probiert und für die Recherche, das Abtippen und Abändern fast ‘ne Woche gebraucht.
Und nebenbei werden von dir noch Leser-Kommentare beantwortet – du dürftest doch gar nicht schlafen, um das alles auf die Reihe zu kriegen.
Des Weiteren verwendest du auffallend viele hochgestochene Wörter und Anspielungen auf die griechische Kultur, dass man meinen müsste, du kennst alle Horaz-Werke auswendig. Daher denke ich, dass du Philosophie oder zumindest Germanistik studiert hast.
Oder is’ das hier eine Art Experiment à la Shakespeare, wo ein Haufen adliger Gelehrter (oder wenigstens Studenten der Philosphie an einer Uni) dem Volk vormacht, dass ein einziger Mensch so ein 200-Jahre-Mann-Weisheit besitzt?
PS: Du denkst richtig, ich bin nur ein neidischer Affe!
Und halt dich von Kryptonit fern; besonders von rotem!
Und möge die Macht weiter mit dir sein!
Och, so viele sind doch das gar nicht. An diesem Artikel saß ich idT sehr lange – eigentlich sollte er pünktlich zur Vernehmung von NC kommen, woraus aber nichts wurde. Wenn man erst einmal ein eigenes Archiv und ein wenig Struktur in der Arbeit hat, ist das auch alles nicht soooo wild.
Das geht schon, obgleich meine bessere Hälfte der Meinung ist, dass ich sowohl zu viel arbeite, als auch zu viel schlafe ;-)
Echt? Ist mir nie aufgefallen.
Nö, ich habe lediglich den ollen Schwab gelesen und war auf einem humanistischen Gymnasium. Daher habe ich auch nicht die geringste Ahnung von Naturwissenschaften und Technik ;-)
Auf jeden Fall ;-)
@Spiegelfechter:
Aus Deinem Artikel und einem Kommentar weiter oben habe ich entnommen, dass Du eine Verteidigung des Angeklagten bezahlt durch den deutschen Steuerzahler kritisierst. Ist dies so richtig?
Jeder Angeklagte hat das Recht auf eine ausreichende Verteidigung, auch Charles Taylor. Und selbst wenn er sich die Verteidigung auch selbst hätte leisten können, ist eine finanzielle Zuwendung an eine rechtstaatliche Justiz durch die Bundesregierung wohl in keinster Weise verwerflich. Oder haben etwa nur “gute Angeklagte” das Recht, in den Genuss solcher Unterstützung zu kommen?
Wie muss ich Deinen Kommentar also verstehen?
Da hast Du mich aber gründlich missverstanden – nein, ich finde die Spenden aus Berlin grundsätzlich absolut ok.
So fängt der Artikel an.
Es war eine Fundraising-Veranstaltung für den Kinderhilfsfond NMCF von Mandela.
Wie endet er?
“Der Sondergerichtshof für Sierra Leone, auch Sondertribunal für Sierra Leone, (engl.: Special Court for Sierra Leone, SCSL) mit Sitz in Freetown ist ein durch einen bilateralen Vertrag zwischen Sierra Leone und den Vereinten Nationen vom 16. Januar 2002 geschaffener Ad-hoc-Strafgerichtshof. Zwei Tage später erklärte Sierra Leones Präsident Ahmad Tejan Kabbah in einer feierlichen Zeremonie den Bürgerkrieg für beendet (siehe auch: United Nations Mission in Sierra Leone).
Der SCSL ist ein internationales Gericht, das nach seinem Statut aber nicht nur Verstöße gegen internationales Recht, sondern auch bestimmte Verstöße gegen nationales Recht verfolgen kann, und ist damit das erste seiner Art.” Zitat aus wikipedia.
Welche Rolle spielt dabei die “Anerkennung des Massenmörders G.W. Bush”? Keine. Fast keine, denn sie scheint hier Trägerin einer Erläuterung afrikanischer Kriege zu sein, die Antworten hat, bevor maßgebliche Fragen gestellt wurden.
Ich bin um jeden Artikel froh, der ein Licht auf die Historie des afrikanischen Leids wirft. Wieder einmal bin ich hier vom Licht (spezielle Wellenlänge: “links”) des globalen Nordens erleuchtet worden, wieder einmal strahlt es erblindend nur auf uns.
Instrumentalisierung von Themen für parteitaktische oder ideologische Zwecke, das ist doch der große, berechtigte Vorwurf der kritischen Blogwelt an die Mainstreammedien.
Was geschieht denn da oben, und was muss man konsequenterweise im Kommentarbereich lesen?
Oh man, help Africa not to be talked about like this.
Ich gebe zu, das ist recht spitzfindig – das Verfahren gegen Taylor findet (als einziges des SCSL) am ICC in Den Haag statt, wird aber vom SCSL durchgeführt. Den ICC erkennen die USA nicht an. So abwegig finde ich den Zusammenhang gar nicht, zumal Bush und die USA eine große Rolle im Zustandekommen des SCSL gespielt haben.
Und wenn Du ein Licht aus dem Süden sehen willst, das zumindest in diesem Punkt auf meiner “Wellenlänge” ist: Schein! ;-)
SCSL wurde ohne Druck der wir-wissen-schon-wer-internationalen Mächte aus der Region nach Den Haag verlegt, um weiteren Spannungen in der Region keinen zusätzlichen Heizstoff zu liefern. SCSL kann nur den Bürgerkrieg in Sierra Leone behandeln. Bush (nicht mein Freund) hat also bei der Schaffung dieser Justiz seine Finger im Spiel gehabt, so heisst es. Dann heisst es auch, diese Justiz sei von denen nicht anerkannt.
Und? Ist diese Justiz darum keine Justiz, sondern suspekt? Vielleicht geht es ja, wie immer in linken Interpretationen, hauptsächlich um Öl. Warum sitzt Taylor dann aber auf der Anklagebank?
Womöglich finden wir hier Erklärungen für den Erfolg des Kapitalismus: seine Gegner haben nichts zu liefern.
Im Gegenteil, das ist Deine Interpretation, die ich keinesfalls teile.
Im Artikel kommt das Wort “Öl” kein einziges Mal vor.
Warum sitzt Taylor nicht wegen seiner Verbrechen in Liberia auf der Anklagebank? Verstehe mich nicht falsch, ich unterstützte das SCSL absolut, würde mir aber wünschen, dass die “Internationale Gemeinschaft” viel mehr dieser Tribunale veranstalten sollte, auf deren Anklagebank auch die Hintermänner aus dem Norden sitzen.
@Jens,
heisst das, dass Du mit FEMI FANI-KAYODE einverstanden bist?
Habe zugegeben bisher noch nichts von ihm gehört.
Zur Person:
—is a Nigerian politician, essayist, poet, lawyer and aristocrat.
—Cambridge University (Pembroke College)
—became a Pentecostal/Evangelical Christian …gaining a diploma in theology in 1995
—was arrested in July 2008 in connection with alleged misappropriation of a N19.5 billion “Aviation Intervention Fund”.
—was arrested 22 December 2008 by the Economic and Financial Crimes Commission (EFCC) and charged with 47 counts of money laundering and associated corrupt activities. The charges were later dropped,…
—has four other daughters from two previous marriages, both of which ended up in divorce in 1989 and 1993 respectively
( http://en.wikipedia.org/wiki/Femi_Fani-Kayode )
Ist es unfair, ihn mit der Type Karadzic zu assoziieren?
‘Politik’ scheint mir in Afrika eine noch höher libidinöse Sache zu sein als anderswo.
Sorry. Ich denke so.
(Die Schlussfolgerungen behalte ich erstmal für mich.)
Wahrscheinlich muss man in Afrika so sein, um zu überleben, um nicht zu enden wie Ken Saro Wiwa, Lumumba oder Aristide.
Da gibt es einen brutalen Ausleseprozess in Richtung Psychopathen/Soziopathen.
Nur die haben die Gegen-Chuzpe zur Chuzpe der westlichen Politik/Konzerne.
Das Volk geht dabei vor die Hunde.
Wen kümmert das, ausser ein paar Weicheiern?
Die Rollenmodelle sassen und sitzen im Westen.
Hat sich Belgien mittlerweile für König Leopold entschuldigt?
‘halbherzig’.
Frankreich hat von Haiti 22Mrd$ ‘Schadensersatz’ für die entgangenen Gewinne durch die Entlassung aus dem Kolonialstatus verlangt!
WER hätte eigentlich an wen Schadensersatz zu zahlen?
Und wir wundern uns, und Kayode zurecht auch, über die Scheinheiligkeit des Westens und die Brutalität afrikanischer Potentaten.
Das wird erst aufhören, wenn es einen Hauch von ‘Unteilbarkeit des Rechts’ gibt.
Diese Selbstreinigung muss vom Westen ausgehen, sonst enden wir noch in der Scharia oder Schlimmerem!
Keinesfalls, sonst sähe der Artikel auch anders aus.
Sagen wir es mal so: DIe Politik des Nordens (nicht nur des Westens!) mag eine Erklärung (unter vielen) für die Verbrechen einiger afrikanischer Despoten sein – eine Entschuldigung ist dies aber nicht.
Etwas weiter oben hattest Du mir diesen Femi Fani-Kayode empfohlen mit
Dein Artikel ist insgesamt gut, sogar ein zu applaudierendes Wagnis, aber er hat eben an entscheidenden Stellen immer wieder (andere Kommentatoren fragten nach Belegen) das, was ich als Nordsicht bezeichne.
Hilft dieser Artikel irgendeinem Afrikaner weiter in der Aufarbeitung der manchmal noch gegenwärtigen Vergangenheit?
Nein. Soll und kann er auch nicht. Meinesteils weiss ich, dass die afrikanischen Zivilgesellschaften (Verallgemeinerung ob der Kürze) ohne unsere Interpretationen auskommen, auch weil sie ohne uns agieren müssen.
Warum dann dieses wisserische, aufreizende Gehabe? Vor 30 Jahren hätte dieser Artikel im “Stern” gestanden, vielleicht auch noch heute, ich kenne den stern seither nicht mehr.
Eine Erklärung: hier soll eine Interpretation der Welt verkauft werden, leider ohne Rücksicht auf das benutzte Objekt Afrika.
Natürlich ist diese Kritik nicht persönlich, aber ich meine sie in der Sache wie gesagt.
@groo
groo, wie auch Herrn S. bereits dämmerte, hängt ja irgendwie alles irgendwie zusammen.
Wie ein afrikanischerFreund berichtete, kämpft seit Jahren eine Rebellenarmee im Delta des Niger um ihren gerechten Anteil an der dortigen BP-Ölforderung, die ja immerhin 10% der gesamten US-Ölimporte ausmachen soll. Nigerias Präsident Yaruda verhandelte im Herbst 2009 einen Deal über die Neu-Aufteilung der Öl-Dollars. Sein Vicepräsident Dr. Goodlock soll aber von BP kein „Ok“ bekommen haben und so trat das Parlament zusammen, um ein außerplanmäßiges Militärbudget für die Intervention in das Niger-Delta zu beschließen. Nigerias Präsident Yaruda schwänzte aber erstmals in seinem Leben die Sitzung und ohne seine Unterschrift war der Beschluß nicht rechtskräftig.
Tags darauf wurde Präsident Yaruda schwerstens herzkrank, sodaß er sofort, ausgeflogen und in einer Herzklinik in Jiddah/Saudi Arabien unter Quarantäne gestellt werden mußte. Gerüchte besagten, er sei so gut wie gestorben. Obwohl schon quasi tot unterschieb Mr. President monatelang nicht den Parlamentsbeschluß zur Militärintervention zum Schutz der BP-Ölfelder im Niger-Delta. Null komma Nix zu machen!
Achtung, jetzt wird’s so richtisch afrikanisch: Nigerias Öl-Präsident Yaruda hat einen besten Freund, Old Boy und Geschäftspartner und der hat einen geliebten Sohn. Jetzt denk nach groo, was ist bei afrikanischen Muslimen das Allerallerschlimmste? Richtig! Wenn dem Sohne des allerallerbesten Freundes beide Hoden z.B. mittels einer Bombe entfernt werden! Auch dieser extrem quälende Gedanke nützte nix! Präsident Yaruda unterschieb in seinem Krankenbette in Yiddah nix. Er unterschrieb auch nix, als sein allerallerbester Freund eine SMS von seinem Sohne erhielt, der sei jetzt per Erleuchtung Fundamentalislamist geworden und werde NIE mehr zurückkommen. Obwohl doch jedem klar ist, was das NIE in Afrika bedeutet, nützte es einfach nix.
So blieb keine andere Alternative, als den Sohn des besten Freundes des herzkranken Präsidenten Nigerias direkt aus dem Yemen kommend von na-von-wem-schon in Lagos mit Barticket in ein Flugzeug nach Detroit setzen zu lassen und denselbigen als terroristischem „UNTERHOSENBOMBER“ zur Weltberühmtheit zu verhelfen. Das half! Präsident Yaruda unterschieb sofort den Parlamentabeschluß zur Militärintervention in BPs Niger-Delta, erwachte quicklebendig aus dem Koma und wenn er nicht gestorben ist, so ist er noch heute President.
@gs,
wenn es nicht so traurig wär, könnte man eine soap opera draus machen.
Wenn uns mal die Ideen ausgehen, DA sind sie!
‘Moral’, ebenso wie ‘Unmoral’ ist eine Reaktion auf Bedingungen.
Wieso ist das in Afrika anders als in Afghanistan?
Es ist bei den Taliban ein Rückbezug auf ein ‘strict-father’ model,
wie es die Wüstenreligionen anbieten.
Die afrikanischen Potentaten, haben sich in Gesellschaften, die traditionell tribalistisch organisiert sind, der Ideologie der Unterdrücker angeschlossen, und sie ‘überhöht’.
Dadurch wirken sie wie ein Zerrspiegel des Westens, in dem wir uns verständlicherweise nicht gern wiedererkennen.
Allgemeiner Schluss:
Die Peripherie überhöht die Widersprüche des Zentrums, ausser sie hat eine ‘Gegenstrategie’, wie die Taliban.
Aber auch das ist nur ein zweiter Zerrspiegel.
Wir könnten -wenn wir es schaffen könnten da hineinzuschauen-
die hässliche Fratze unserer selbst erkennen, die bis ins diabolische verzerrt wird.
Spannendes Thema! So viele Lügen und Heuchelei. Passend dazu:
Gegenüber dem Vorjahr konnten die Gewinne um 125% gesteigert werden.
Rio Tinto fördert unter anderem Diamanten in Zimbabwe, natürlich sozial, nachhaltig und so, versteht sich
(http://www.riotintodiamonds.com/ENG/ourmines/murowa_diamond_mine.asp)
Da zeigen die europäischen Finger gen Afrika zu diesen bösen schwarzen Buben, aber wo wird das ganz große Geld an den Rohstoffen verdient?
Schmutzige kleine Steinchen und viele schmutzige gierige Menschen. Gute Nacht!
Beware of Generalizations!
Es gibt bestimmte Leute, die so denken und handeln.
zB Olaf Henkel:
“Gier liegt im Wesen des Menschen”
Das ist eine Verallgemeinerung, die so nicht stimmt.
Ich würde es umformulieren in:
‘Gier liegt im Wesen bestimmter Menschen.’
Und die versuchen, die Agenda zu bestimmen.
Guckst Du zB da:
http://scan.oxfordjournals.org/content/early/2010/01/06/scan.nsp051
Ich habe hier eine längere (Audio) Debatte von NPR darüber.
Bei Bedarf kann ich den Link einstellen.
Diese Debatte ist in USA sehr heftig, bei uns fast unbekannt.
Obwohl ein Niels Birbaumer bei uns seit Jahren an der Problematik dran ist.
Hört man ab und zu in Wissensmagazinen von, sonst nichts.
Das hat auch seine Gründe, über die man (noch) spekulieren darf.
Ich bin zunehmend der Überzeugung, dass man unser Führungspersonal einem Hirnscan unterziehen sollte, und nicht nur Kriminelle.
Dauert vermutlich noch ein paar Jahre.
Hoffentlich ist es bis dann nicht zu spät.
Die Zeit ist spät!
Derweil unterstellt eben dieses Personal ihre eigenen – vorgetäuschten bzw nicht vorhandenen – ‘Überzeugungen’ dem Rest der Bevölkerung und benutzt sie als Herrschaftsinstrumente a’la “quod licet Jovi, non licet Bovi”,
was, nebenbei gesagt, eben dem Konzept der Unteilbarkeit des Rechts widerspricht.
Es ist ein Zweiklassenrecht, ein predator-prey ‘Recht’!
Und das muss aufhören!
Um mal wieder zum Model zurückzukommen ;) :
In der Befragung gab sie an sie hätte noch nie was von Liberia gehört.
Es gibt einen Song von Michael Jackson “Liberian Girl” in dem wer herumtänzelt? Naomi ich-stell-mich-doof Campbel.
Schlecht recherchiert Herr Spiegelfechter, solche wichtigen Infos dürfen in diesem Artikel nicht fehlen!
Das glaube ich nicht.
Außerdem ist der Ausdruck “Liberian Girl” m.W. ein Slang-Ausdruck für einen “Book Worm”, also ein Mädchen, das immer in der “library” herumhängt ;-)
Nana,
Damit sollte Deine These wohl widerlegt sein.
Halte das trotzdem für reichlich irrelevant –bis zum Beweis des Gegenteils.
Und was hat Kisuaheli mit Liberia zu tun? Warum sollte kein “Bookworm” in Jackos Leben treten? Man weiß so wenig ;-)
Was man aber weiß, ist, dass Frau Campbell nicht in Jackos Video aufgetreten ist.
Das weiss ich nicht.
Das geht mir auch irgendwo vorbei.
…Liberian Girl is dedicated to close friend and actress Elizabeth Taylor. …
Noch doofer.
Rein scholastisches Interesse.
Allenfalls: Archäologie in Sachen menschlicher Dummheit und Perfidie.
‘abc’ sollte mal sagen wo er diese Campbell-Jackson connection her hat.
Ich habe sie mal für bare Münze gehalten.
Ansonsten sind afrikanische ‘Buchwürmer’, gleich in welcher afrikanischen Sprache, doch eher eine Seltenheit.
Da müsste ich Jacko ja für einen Gelehrten halten, der er wohl eher weniger war. Frau Campbell wohl eher auch nicht.
Gehört für mich in den Sack ‘diffuse Semantik’.
UND GENAU DAS IST TEIL DES PROBLEMS!
Eine N.C. oder ein M.J. verschmieren den Diskurs!
Ich halte eine N.C. nicht für bezeugungsfähig für irgendwas.
(das machen allenfalls die Anwälte für sie)
Wie gesagt, halte ich das für irrelevant, bis zum Beweis des Gegenteils,
Deshalb warte ich mal auf ‘abc’, wieso er das für wichtig hält. ;)
Oh shit du hast recht, sie war in “In the closet”.
Dazu gibt es sogar ein Making of – LOL:
@abc
Kein Problem ;-)
was die Sprachräume betrifft:
a) http://de.wikipedia.org/wiki/Niger-Kongo-Sprachen
b) http://de.wikipedia.org/wiki/Swahili_(Sprache)
Bantu A und Bantu B
Wie das zusammenhängt?
Keine Ahnung.
Jedenfalls erstrecken sich die Bantu-Sprachen von Ost nach West.
Ob die sich verständigen können?
Frag mich was Leichteres.
(Wie Polen und Russen?)
Wird wahrscheinlich in Gerichtshöfen auch nicht abgehandelt.
Nicht, dass ich recht haben wollte!
Ich stosse da an meine Grenzen.
Dass J.C und/oder M.J. sich darüber Gedanken gemacht haben, wage ich eher zu beweifeln.
Ansonsten empfehle ich die ‘Near-Far’ Meditationen von Robin Hanson:
zB
http://www.overcomingbias.com/2010/08/detail-is-near.html
etc.
…solche wichtigen Infos…
Haha.
und wenn “abc” noch weiter “recherchiert” hätte, wäre er auf einen ganz interessanten Zusammenhang gestoßen: Jacksons “Liberian Girl” wurde von Quincy Jones produziert, der bei besagtem Treffen im Jahre 1997 anwesend war ;-)
Oder um es mit “Goldman Sachs” zu sagen: Alles hängt zusammen! Fehlt nur noch, dass Michael Jackson ein unehlicher Sohn der Rothschild-Dynastie ist ;-)
Eigentlich sollte ich einen VT-Blog aufmachen *lol*
In gewisser Weise passen NC und CT zusammen, er der Schlächter, sie die Angestellte/Paparazzi/Flugpersonal Prügelnde.
Auf jeden Fall. Wäre CT nicht auf der Anklagebank, sondern in Amt und Würden, hätte das “seltsame Paar” durchaus Chancen ;-)
das ist eine psychopathologische Männlein-Weiblein Kohäsion .
Der common denominator ist ‘Pathologie’.
Gleich muss ich weg,
aber wenn du -ähem- ‘deep thinking’ mit VT gleichsetzt..!
Ich habe weder etwas von Rothschild noch Goldman Sachs erwähnt.
Vielleicht hast Du da eine Datenbank, die doch recht hochorganisiert zu sein scheint. ;)
Nur so eine VT, die mir wg Deines übermenschlichen outputs, was manchen anderen aufgefallen ist, in den Kopf gekommen ist:
Wer bin ich, und wenn ja, wieviele?
nochne VT.
Sei bitte vorsichtig, dass Du wohlmeinende Kommentatoren nicht vergraulst.
@SF
Kannst Du mal bitte erklären:
Wovon ernährst du Dich?
Meine Spenden waren bisher mehr als dürftig.
Genau genommen: keine.
Du bist unterwegs, schreibst doll recherchierte Artikel, die ich masslos bewundere, und trotzdem bricht da ein Misstrauen aus.
Es ist mir einfach nicht klar, wie Du Deine Brötchen verdienst.
Nicht von Flattr-Punkten, die sowas von lächerlich sind, dass ich darüber garnicht sprechen möchte.
Was mich nach wie vor daran hindert, Dir ein paarhundert Euro rüberzuschieben, ist, dass mir nach wie vor durchaus unklar ist, worauf Du eigentlich rauswillst?
Agent provocateur?
Bist Du frustrierter Hartz IV -Empfänger, der sich seine Brötchen als Lohnschreiber der PTB verdient?
Ich glaube nicht. Dazu bist Du zu selbstbewusst.
Wie kann ich das rausfinden?
Wahrscheinlich nur, wenn ich dem Avatar ‘Spiegelfechter’ von Aug zu Aug gegenüber stehe.
Ich bin höchst frustruiert!
@Groo
Dass ich hier keine detaillierte Einkommensaufstellung poste, sollte Dir klar sein ;-)
Aber mal so als Anhaltspunkt: Auftragsschreibereien (hautsächlich für TP und einige ÖR-Rundfunktanstalten) sind ein Standbein, die Werbeeinnahmen dieses Blogs ein weiteres Standbein. Die Spenden über Flattr, Paypal und Co. sind mittlerweile übrigens ein echtes drittes Standbein. Keine Frage – in meinem ehemaligen Job (PR) habe ich um einiges mehr verdient, aber Hartz IV ist zum Glück kein Thema und Freiheit hat nun einmal ihren Preis.
p.s.: Was ist PTB? Kann man bei der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt Lohnschreiber werden? Cool, da bewerb ich mich mal ;-)
@SF
PTB= ‘the Powers That Be”
Ansonsten danke ich, dass Du überhaupt geantwortet hast.
Nicht mehr zu wissen, aus welchen Gründen wer was sagt, halte ich für ein echtes Problem.
Hope You understand!
Vielleicht treffen wir uns mal.
Anfang September fahre ich mit meinem Sohnemann Richtung Norden.
Vielleicht könnten wir uns dann treffen?
So ein Unikum wie Dich, wenn es denn real ist , wäre für meinen Sohnemann eine echte Erleuchtung, da er sonst nur die Meinung seines Vaters kennt.
Was meinst Du?
@Groo
Gerne, der Harz ist immer für eine Übernachtung und einen Plausch bei einem Bier gut ;-)
Melde Dich einfach, wenn es soweit ist.
Wunderbar!
“Sir Desmond de Silva was called to the Bar in the Middle Temple in London in 1964, and appointed Queen’s Counsel in 1984.He is one of the most high profile criminal Queen’s Counsel in England (…) In 2002, the UN (…) appointed him as Deputy Prosecutor for the Special Court for Sierra Leone. (…) He brought about the arrest of Charles Taylor, the former President of Liberia, who currently is on trial at the Hague. His role as a defence counsel has led to The Times referring to him as the “Scarlet Pimpernel” because he has saved so many people from execution in Commonwealth countries that still carry capital punishment. (…) Sir Desmond’s breadth of legal expertise includes War Crimes, Espionage Trials, Treason, Drugs, Terrorism, Human Rights, White Collar Fraud and Sports law.
http://en.wikipedia.org/wiki/Desmond_Lorenz_de_Silva
“… last week, at a war-crimes tribunal at The Hague, Naomi Campbell came face-to-face with Sir Desmond de Silva — the man who brought about the arrest of ex-Liberian leader Charles Taylor in his former role as chief prosecutor of the International Criminal Court for Sierra Leone.”
http://www.dailymail.co.uk/news/article-1301388/Naomi-Campbells-blood-diamonds-Top-lawyer-speaks-out.html
„Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hat am Freitag einen internationalen Ausschuss eingesetzt, der den israelischen Militäreinsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte untersuchen soll. Sir Desmond de Silva (Großbritannien), Karl Hudson-Phillips (Trinidad und Tobago) sowie Mary Shanthi Dairiam (Malaysia) sollen herausfinden, ob bei der Erstürmung der “Mavi Marmara” internationales Recht verletzt wurde.“
http://derstandard.at/1277338804856/UN-Menschenrechtsrat-ernennt-U-Ausschuss
Wie süüss, in seiner Rolle als königlicher Jurist beschrieb die TIMES Sir Desmond de Silva als den “Scarlet Pimpernel”, denn er habe so viele Menschen vor der Hinrichtung in den Commonwealth-Ländern bewahrt… In dem gleichnamigen Musical bewahrt ein stets maskierter “Scarlet Pimpernel” zahlreiche Menschen vor der Guillotine, während er in England den adligen Schnösel gibt, um jeglichen Verdacht von sich abzulenken.
na, das ist doch schön. Scheint ja ein honoriger Mann zu sein.
@Groo:
Und
Sehr eindrücklich, was du da schreibst. Ob´s stimmt?
Klingt wie eine Zusammenfassung zu “Herz der Finsternis”. In “Apokalypse now” ist die psychotische Komponente sogar noch deutlicher. Spielt allerdings nicht in Afrika, sondern in Vietnam.
Das Etikett “predator-prey” mag für Afrika zutreffen, bei uns sagt man politisch korrekt “Gewinner und Verlierer”. Nun mag an der These was dran, daß der Kapitalismus einfach nur die virtualisierte Kopie der “Prädator-Prey” Situation ist, sozusagen Bionik. Wir erklären das Ganze als großes Spiel. Und die Spielwährung, die Jettons, dazu ist das Geld. Das ist tatsächlich ein Fortschritt – immerhin müssen wir uns nicht mehr real um die Ecke bringen, jedoch noch kein wirklicher Systemwandel.
Bei Rohstoffen ist aber Schluß mit lustig. Die lassen sich nunmal nicht durch Geld ersetzen. Deswegen klappt das nicht dann mehr mit der Virtualisierung, und das archaische Original tritt wieder auf den Plan.
Damit wäre das innere Spiel einfach eine virtuelle Kopie des äußeren Spiels, also der Auseindersetzung mit den realen Randbedingungen des Systems an der “Peripherie”.
Wirkt plausibel, ist aber bestimmt nicht alternativlos. Man hüte sich davor, dies als “natürlich” zu interpretieren.
@Linus,
ich habe dabei nicht an ‘Herz der Finsternis’ gedacht, aber jetzt, wo Du es sagst.
Grüsse
‘Apokalypse now’
habe ich für meinen Sohnemann mal besorgt.
Zusammen angeschaut.
Diskutiert.
Was soll ich sagen?
Ich werde mittlerweile brutal:
Psychopathologie.
Wegsperren.
Therapie zwecklos.
Fortschritt?
An dieser Stelle erst einmal ein dickes Lob an den Spiegelfechter für diesen (wie gewohnt) gut recherchierten und zusammengefassten Bericht, der mich wieder auf Informationen stößt, die man in anderen Medien gar nicht, nur in Bruchstücken oder zusammenhangslos erhält.
Vielen Dank für diese Arbeit und die politisch einwandfreie Sichtweise!
Dieser Kerl ist angeblich ein Christ und fühlte sich von Gott berufen, um über das Land zu herrschen.
Ich meine, der ist doch kein Idiot, der ist studiert und christlich…
Das Ganze erinnert mich an ein Abschnitt des Buches “Der brave Soldat Schwejk” von Joraslav Hasek, den ich leider nur schemenhaft wiedergeben kann.
Zwei Armeen standen sich gegenüber und bekamen vor der Schlacht von Feld-Kurat noch “die letzte Salbung” mit den Worten: “Ihr kämpft für Gott und König. Wenn euch die Glieder abgehackt werden; wenn ihr von Schrapnellsplittern entstellt werdet; wenn ihr gevierteilt, erstochen oder erschossen werdet, dann denkt daran, was jener am Kreuz alles erdulden musste…” Und die Gegner bekamen die selben Worte mit auf den Weg.
Doch vielleicht macht Macht irgendwann doch größenwahnsinnig.
“Gib Narren Macht und sie werden sie nutzen!”
-Jochen-
Sehr guter Artikel, Danke. Ich glaube, wenn man die Verhältnisse in Afrika ändern will, ließe sich das am leichtesten erreichen, indem für die ganzen Rohstoffe aus Afrika angemessene Preise bezahlt werden würden (und natürlich, dass die angemessenen Preise in Afrika verblieben). Fair-Trade eben. Das hieße aber evtl. auch, das unser Lebensstandard empfindlich sinken würde. Ich sage mal ganz provokativ, solange Geiz geil ist, bleibt Afrika arm.
Ich will den Artikel nicht schlecht machen, aber nachdem ich nun eine Weile selbst herum recherchiert habe finde ich ihn doch etwas zu “yellow-press”-eingefärbt. Klar, das ist hier keine Dissertation, aber der Anspruch dieses Blogs ist es doch auch, Dinge von einer anderen Seite zu betrachten, wie es gerade der Mainstream tut. Das ist bei diesem Artikel kaum der Fall. Da ist das schöne Luder, der brutale Despot und Mandela die Lichtgestalt, auf die plötzlich ein Schatten fällt. Für mich ist Campbells “Verbrechen” nicht der Rede wert. Immerhin hat sie die Steinchen weiter gegeben und nicht wie J. Ratcliffe still schweigend behalten. Ungeschliffene Diamanten sehen ja tatsächlich unscheinbar aus.
Interessant finde ich da die Diskussion die Truvor angestoßen hat. Leider kann ich kein Russisch. Man sollte aber wirklich genau hinschauen: das wirkt ja auf den ersten Blick politisch sehr korrekt, wenn so ein Tribunal abgehalten wird. Gleichzeitig trägt aber Großbritannien, als Sitz großer global agierender Rohstoffhändler, selbst sehr viel Verantwortung für die haarsträubenden Menschenrechtsverstöße in Afrika und anderen armen Regionen. Diese gut verschleierten Verstrickungen des Westens in die Brutalitäten im fernen Afrika aufzudecken, das wäre eine anstrengende, aber sehr wichtige Aufgabe.
Deshalb auch nochmals der Hinweis darauf, dass westliche Großkonzerne wie Rio Tinto mit Blutdiamanten, z.B. aus Zimbabwe, immer noch sagenhafte Gewinne machen und das auf ihrer Homepage noch dreist als sozial und nachhaltig verkaufen. Dazu, z.B., dieser Artikel: Inside the battle for Zimbabwe’s blood diamonds.
Mit dem “mainstreamig” ist das immer so ein Problem. Nur weil Telegraph, BBC und SPIEGEL etwas schreiben, muss es noch lange nicht falsch sein ;-)
Aber zu Deinen Punkten:
- Großbritannien
Natürlich haben die Briten gewisse Motive, aber was soll das heißen? Ich finde es durchaus begrüßenswert, wenn eine Großmacht – aus welchen Motiven auch immer – einen Bürgerkrieg beendet. Die Richter kommen zu einem großen Teil aus Commonwealth-Staaten? So what, so lange sie eine gute Arbeit machen (und davon gehe ich hier aus), habe ich keine Probleme damit.
- Zimbabwe
Sicher, sicher. Das habe ich im Artikel nur angedeutet. Stell Dir aber vor, wie die “üblichen Verdächtigen” hier im Blog über mich hergefallen werden, wenn ich Zimbabwe kritisiert hätte. Wir kennen doch diese Denkschemata: Die Briten mögen “Hitlerbärtchen Mugabe” nicht, also muss das ein echt toller Kerl sein! Nicht, dass ich mich auch nur in irgendeiner Form von solchen Kommentatoren beeinflussen ließe ;-)
p.s.: Ob Ratcliffe die Steine wirklich behaten hat oder ob er nun, da alles publik wurde, sich “neue Steinchen” hat geben lassen, ist m.E. keinesfalls belegbar. Ich habe da so meine Zweifel.
@ Spiegelfechter
” ….. und SPIEGEL etwas schreiben, muss es noch lange nicht falsch sein ;-) ”
http://www.spiegel.de/spiegel/ “Allein gegen Hitler” – Wie Winston Churchill die Nazis stoppte.
Die Lächerlichkeit des Titels übertrifft alles, was ich seit Langem zu Gesicht bekommen habe.
“Falsch” wäre das unpassendste Wort im Bezug auf diesen Titel.
Ich glaube, tiefer kann SPIEGEL nicht mehr fallen (soviel zu SPIEGELs Objektivität).
werter Gebintit
Woran denkst du denn exactly?
Welche yellow press?
An ‘Diamonds are a girls best friend’?
Eine de Beers- Erfindung.
Genau das, worauf Dummerchen wie N.C. hereinfallen.
Und Du auch noch.
(In nobler Terminologie ist das ein Konstrukt, wo die Träger nichtmal zu wissen scheinen, dass sie Träger eben dieses Konstrukts/Mems sind. Soll man mit denen auch noch Mitleid haben, v.a., wenn sie in so privilegierter Position sind?)
Erklär’ lieber mal, wieso das anders sein sollte?
DAS wäre des Schweisses der Edlen wert!
Soziale Pathologie wird von Personen auf Strukturen projiziert.
Und dann zurück von Strukturen auf Personen.
‘Wert’ gewisser Kreise ist (in Aussensicht) eben das: P-A-T-H-O-L-O-G-I-S-C-H.
Reicht das?
Gleich werd’ ich mächtig wütend.
Werter Groo,
Psychopathologie-Experte. Gerne werde ich dir erläutern was ich meine. Nicht dass du wütend wirst, das würde mir Angst machen.
Mit yellow-press-eingefärbt meine ich die Fokusierung auf diese illustren Figuren Campbell, Taylor, Nelson Mandela etc.. Dann noch Diamanten, Lügen, Kreuzverhör. Ein Fressen für die Yellow-Press. Brauchst du wirklich Beispiele oder kannst du Google bedienen? Ich habe ja nicht gesagt, dass dieser Artikel hier Bild-Niveau hat, obwohl der Bild-Artikel über die Hintergründe dieser Geschichte sogar vergleichsweise niveauvoll ist, aber er fokussiert sich aus meiner bescheidenen Sicht zu sehr auf die Promis.
In deinem Psychopathologie-Ansatz erkenne ich jedenfalls nichts, was uns wirklich weiterhelfen könnte. Aber Abstempeln macht Spaß, ich weiß.
@groo
Wie Psychopathologen mit Transocean- und BP-Optionen Milliarden machen, während sie uns und unseren Planeten umbringen.
“The Management Boards of the Eurex Exchanges and the Executive Board of Eurex Clearing AG decided on the introduction of an equity option on Transocean Ltd, effective April 20, 2010. For this equity option, only Advanced Market-Making (AMM) and Permanent Market-Making will be offered.
The minimum amount of tradable units for OTC Wholesale facilities is 250 contracts. (…)
Frankfurt, April 14, 2010“
http://www.eurexclearing.com/download/documents/circulars/cf0612010e.pdf
Transocean- Equity-Investitionsoption. groo, warum wurde die „equity option on Transocean Ltd“ der Eurex vom 14. April 2010 wirksam am 20. April 2010, dem Tag der Explosion der Transocean-Ölplattform? Richtig, dies verschaffte Insidern über 24 Stunden, um ihre nicht abgesicherten Bestände an Transocean-Aktien zum höchstmöglichen Preis abzustoßen.
BP Aktienabsicherungsplan: „What’s the risk? If BP remains below $55 on the January 21, 2012 expiration date:”
http://www.gurufocus.com/news.php?id=91822
Referenz: Die Schweizer Bank UBS verkaufte 2.1 Millionen BP-Aktion vor dem 20.4.2010 und übte am 7.6.2010 ihre Put-Option mit dem Kauf von 8,6 Millionen BP-Aktien aus.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,614320,00.html
@Groo:
Nochmal zu Apocalypse now: Kurtz (der Irre) hat das Layout, die äußere Form des Systems begriffen, nämlich Fressen und gefressen werden. Und er verfällt der Vorstellung, daß es so sein muß. Es erscheint ihm natürlich. Deshalb kopiert er es.
Wo er jedoch nach dem Sinn fragt, sozusagen ins Innere geht, stellt er fest, daß es leer ist. Da ist nichts, niemand. Deshalb füllt er es mit sich selbst. Sein Gedanke: “Das System sucht seinen Sinn. Es ist egal, welcher das ist, Hauptsache irgendeiner. Also gebe ich ihm Sinn”.
Und das System scheint ihm recht zu geben. Seine Untertanen akzeptieren das wahllose Morden und die inszenierten Rituale hilflosen Werdens und Vergehens und befinden es z.T. sogar für gut.
Denn ihr Schicksal erscheint ihnen in seiner Blindheit und Wahllosigkeit gerecht. Es macht die Menschen gleich. (Vielleicht stirbt es sich tatsächlich leichter im Bewußtsein, daß noch 15 andere erschossen werden, als wenn man allein erschossen wird. Was sind wir schräg!)
So ist er, Kurtz, also Sinngeber, aber weiß um seine Austauschbarkeit. Und er schafft es tatsächlich, diesen ganzen Irrsinn auch noch mit seinem Blut zu unterschreiben, indem er Willard dazu bringt, ihn zu töten. Er unterwirft sich selbst den Regeln. Und Willard soll dann logischerweise der nächste Sinngeber sein. The show must go on, das Ritual wird zur Spielregel.
Das ist ein Stoff, der durchaus für Massenmörder taugt. Ein Feedback zwischen Herrscher und Beherrschten, das nur noch in die Paranoia führen kann.
Ich fürchte, das alles ist nicht nur ein Plot, sondern tatsächlich ein wesentlicher Aspekt, der sich durch die Geschichte zieht.
Was nun unser aktuelles System anbetrifft: Ich glaube, es ist leer. Die wirklich Mächtigen haben keinen Sinn, den sie geben könnten, so es sie denn gibt. Der Sinn wird von ihren Wasserträgern erfunden, dafür sind sie da. Und damit bekommt der ganze Rest Sinn, und alles strampelt, um zum Sinn zu kommen. Es geht darum, nicht Chef (den gibt es nicht, denn das sind z.B. die Aktionäre ;-), sondern erster Wasserträger zu werden. Nur so kriegt das Ganze Struktur, -und Gliederung, – und Ordnung, – und Sinn! Und kehrt man das weg, so bleibt übrig: “Wir hier oben, ihr da unten”, und das ist keine Kampfansage, keine Parole, sondern eine Beobachtung – *lol*. Blödsinn? Schau mal in die Abendnachrichten. So unerreichbar Liberia, so unerreichbar Afghanistan!
Unsere Kommunikationsfähigkeit erweist sich als untauglich. Wäre schade, wenn die Menschheit an solcher Sprachlosigkeit zugrunde ginge.
Naomi Campbell hat es geschafft, durch ihr Zutun ist wieder ein Thema in den Medien gelandet, das sonst vielleicht für immer bei den Akten verschwunden wäre. Trotzdem hat der Artikel natürlich recht, wenn er sagt, das hier nur sie und die Diamanten eine Rolle spielen und niemand die weiteren Ausmaße in den Fokus der Öffentlichkeit rückt
Da ich mal davon ausgehe, das sich die gute Naomi nicht einmal bewusst war, was sie dort trieb, kann man ihr nur in einer Hinsicht einen Vorwurf machen: nämlich das sie das Thema jetzt schnell abhacken will, anstatt es in die Öffentlichkeit zu rücken und den Menschen in den betroffenen Ländern vielleicht doch noch zu helfen.
Außerdem find ich es ja wirklich verwunderlich, das sie die Diamanten nicht genommen hat, aber wahrscheinlich kommt sie auch über andere Wege an die Steinchen, so das es denn auch legal wirkt.
Danke für den tollen Artikel!
Hallo Blogmacher
auf Ihrem Gruppenbild sind zehn Leute – wer soll davon DIE SCHÖNE und wer DASS MONSTER sein?