Katerstimmung bei der NATO

13. August 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Der georgisch-russische Krieg endete in einem Debakel für die georgische Seite. „Moskau hat auf ganzer Linie gewonnen“, so subsummiert Russlandexperte Alexander Rahr in einem Interview mit der ZEIT die Ereignisse der letzten Tage. Verlierer dieses Krieges ist neben Georgien der Westen und hier vor allem der transatlantische Flügel, der sich nun mit einer neuen geostrategischen Situation abfinden muss – die Tage der Unilateralität sind gezählt. In der NATO und in der EU treten bei der Analyse der Kaukasuskrise bereits Bruchlinien auf. Militärisch hat Russland in der Tat gesiegt. Dieser Sieg könnte sich allerdings in eine strategische Niederlage verwandeln, wenn sich in der NATO und in der EU die „Falken“ durchsetzen und eine neuen Kalten Krieg ausrufen, an dem Russland nicht gelegen sein kann.

Die NATO wurde als Konterpart zur sowjetischen Einflusssphäre in Osteuropa gegründet und sicherte in Zeiten des Kalten Krieges nicht nur das demokratische System Westeuropas, sondern auch den Frieden in Europa und weiten Teilen der Welt. Beide Bündnisse hatten ihre Einflusssphären und wenn eine Seite im fremden Gebiet „wilderte“, drohte der direkte Zusammenstoß der Machtblöcke. Die nukleare Abschreckungsdoktrin sorgte in Verbindung mit gegenseitigen Beistandserklärungen zu einem Gleichgewicht des Schreckens. Auch wenn es schon immer „Falken“ in der NATO gab, so war sie doch vor allem ein Defensivbündnis, das die Welt sicherer und nicht unsicherer machte.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich das globale Gleichgewicht verschoben. Aufbauend auf Brzezinskis „Grand Chessboard“-Strategie wurde das Machtvakuum des kollabierten Gegners genutzt, um sich in dessen ehemaliger Einflusssphäre auszubreiten und die neu formierte Russische Föderation einzukreisen. In Europa breitete sich die NATO bis an die Grenzen Russlands aus, in Asien wurden im Rahmen des „War on Terror“ an Russlands Südflanke amerikanische Militärposten errichtet. Die Eingliederung der osteuropäischen Staaten in die westliche Sicherheitsarchitektur war eine folgerichtige Entscheidung, die von den jungen Republiken in Osteuropa gewünscht wurde. Das Misstrauen des „neuen Europas“ gegen die ehemalige Besatzungsmacht war und ist verständlich. Den „Verlust“ der osteuropäischen Satellitenstaaten hatte Russlands nichts entgegenzusetzen und deren Mitgliedschaft im westlichen Sicherheitssystem ist irreversibel.

Mit dem Wiedererstarken Russlands hat sich die geostrategische Lage geändert. Putin machte auf der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik 2007 unmissverständlich klar, dass Russland ein weiteres Eindringen der NATO in seinen Einflussbereich nicht mehr dulden würde. Das heißt allerdings im Umkehrschluss nicht, dass Russland die betroffenen Gebiete einseitig für sich beansprucht. Putin und Medwedew sprechen in diesem Zusammenhang immer wieder von einer neuen Sicherheitsarchitektur. Die NATO wurde als Bündnis gegen die Sowjetunion gegründet und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat die NATO ihre Daseinsberechtigung als „antirussisches Bündnis“ eingebüßt. Die NATO hat das schmale Handlungsfenster für seine Erweiterungen genutzt und ist nun ein gesamteuropäisches Sicherheitsbündnis. Ein solches Bündnis ist sinnvoll, aber nicht dann, wenn es sich gegen eine andere europäische Macht richtet und sich expansiv in deren Einflusssphäre vorarbeitet. Aus russischer Sicht ist eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens nicht akzeptabel. Die Kernaufgabe der NATO ist die Sicherheit seiner Mitgliedstaaten – dies wird durch Expansionsgedanken in den „Hexenkessel“ Kaukasus jedoch ad absurdum geführt, wie der georgisch-russische Krieg beweist.

Der Wunsch des georgischen Volkes, seine Souveränität gegen den übermächtigen nördlichen Nachbarn Russlands zu sichern, ist verständlich. Ein Staat, der ungelöste Probleme mit separatistischen Teilrepubliken hat, die der russischen Interessensphäre zuzuordnen sind, ist für die NATO jedoch ein nicht hinzunehmender Unsicherheitsfaktor. Die Verpflichtung, sich im Verteidigungsfall gegenseitig militärisch beizustehen, ist im Falle Georgiens nicht einzuhalten. Auch wenn der Westen Georgien sicherlich keine „Carte Blanche“ für die dramatische militärische Eskalation gegeben hat, die letztendlich von Georgien ausging, so wäre Saakaschwilis Eselei ohne die expansionistische Politik der NATO nicht möglich gewesen.

Jahrelang köchelte der Konflikt in den abtrünnigen Teilrepubliken Südossetien und Abchasien. Eine NATO-Vollmitgliedschaft Georgiens ist für Russland inakzeptabel. Dies zu verhindern, steht auf der russischen Agenda weit oben. Mit der Anerkennung des Kosovos und der engen Kooperation mit Georgien, bei der die Vollmitgliedschaft immer noch als Endziel im Raum steht, hat der Westen Georgien keinen Gefallen getan und Russland eine Steilvorlage gegeben. Russland goss Öl ins Feuer und unterstützte die abchasischen und südossetischen Sezessionisten, die den Konflikt mit Georgien in einer Eskalationsspirale gegenseitig schürten. Georgien stand vor der Wahl, die abtrünnigen Teilrepubliken gehen zu lassen, oder eine neue Stufe der militärischen Eskalation einzuleiten. Obgleich einige Partner aus dem Westen, allen voran Deutschland und Frankreich, Georgien unmissverständlich klar gemacht haben, dass sie eine militärische Lösung des Problems strikt ablehnen und Georgien nicht beistehen würden, hat sich Georgien für eben diesen Weg entschieden und ist kläglich gescheitert. Ohne die Rückendeckung der USA und den expansionistischen und antirussischen Teilen der NATO hätte Georgien diese Option wohl nie in Betracht gezogen. Man kann aber nur militärische Beistandsbekundungen geben, wenn man auch bereit und in der Lage ist, diese einzuhalten. Die USA und ihre Verbündeten aus Polen, dem Baltikum und Großbritannien waren nie in der Lage, im Ernstfall zu intervenieren. Der ausgestellte Blankoscheck für Georgiens NATO-Mitgliedschaft war nicht gedeckt.

Russland hat nur auf eine Gelegenheit gewartet, der NATO eine Lektion zu erteilen und Saakaschwili war dumm genug, Russland diese Gelegenheit zu geben. Der Krieg ist geschlagen und die NATO steht vor einer schwierigen Frage, die noch zu harten Kontroversen zwischen dem „alten Europa“ und den USA an der Seite mit dem „neuen Europa“ führen wird. Die NATO könnte sich auf ihre Kernaufgaben beschränken und ein defensives Militärbündnis bleiben, das allen Mitgliedern Sicherheit vor externen Aggressoren bietet. Die NATO könnte aber auch expansiv agieren und andere Nationen unter ihren Schutzschirm nehmen und dadurch den Einfluss anderer Mächte zurückdrängen. In einer Welt, die immer multipolarer wird, ist dies jedoch eine riskante Strategie, die Konflikte nicht deeskalieren sondern eskalieren wird. Letztendlich läuft es auf die Frage hinaus, ob „der Westen“ sein Kerngebiet gegen Gefahren sichern will, oder sein Kerngebiet unter Inkaufnahme von Konflikten, die auch militärisch ausgetragen werden, ausweiten will – „Tauben“ gegen „Falken“, „defensiv“ gegen „offensiv“.

Die Bruchlinie zwischen den beiden Lagern wird nach dem georgisch-russischen Krieg deutlich. Während Frankreich und Deutschland es ablehnen, Russland die Schuld am Krieg zu geben und zusammen mit Russland an einer Nachkriegsordnung für den Kaukasus arbeiten wollen, ertönen aus Polen, dem Baltikum, Großbritannien und den USA schrille Töne, die einen neuen Kalten Krieg beschwören und Russland isolieren wollen. Für Georgien sind diese schrillen Töne sehr gefährlich. Eine Nachkriegsordnung ohne den Kriegsgewinner Russland wird es nicht geben. Wenn der Westen sich in dieser Frage gegen Russland stellt, wird Russland unilateral über die Nachkriegsordnung im Kaukasus entscheiden. Dies dürfte sehr zum Missfallen Georgiens sein und würde ein gefährliches neues Konfliktpotential schaffen. Dies entspricht den Vorstellungen der NeoCons in Washington, die sich sehr klar positioniert haben und in ihrer den „War on Terror“ mittlerweile gegen eine Neuauflage des Kalten Krieges ersetzt haben. McCain ist ihr politischer Vertreter, während Obama auf Kooperation mit Russland setzt.

Frankreich und Deutschland haben allerdings strategische Interessen an einem guten Verhältnis zu Russland. Die Energiesicherheit beider Staaten ist nur dann gewährleistet, wenn man mit Russland kooperiert und Russland zur Vermeidung weitere Konflikte in eine erweiterte Sicherheitsarchitektur mit einbezieht. Medwedews „neue Sicherheitsarchitektur“ baut auf diesem Gedanken auf. Staaten wie die Ukraine und Georgien können weder nur dem westlichen Einflussbereich, noch nur dem russischen Einflussbereich überlassen werden. Die NATO hat keine Antwort auf dieses Problem, sie kennt nur Freund und Feind, eine Einbeziehung des Feindes in ihre Sicherheitsarchitektur ist ihr fremd. Europa und die NATO stehen daher vor keiner geringeren Frage, als der Neuerfindung einer Sicherheitsarchitektur, die den Spagat zwischen den Interessen der einzelnen Mitgliedsstaaten schafft. Eine weitere Osterweiterung dürfte heute vom Tisch sein, sie ist gegen Paris und Berlin nicht durchsetzbar. Wenn man in Washington, London und Warschau eine Achse Paris-Berlin-Moskau verhindern will, so müsste man vor allem auf deutsche und französische Interessen eingehen. Dies ist allerdings nach dem georgisch-russischen Krieg unwahrscheinlicher denn je. Der NATO steht ein langwährender Konflikt bevor.

Jens Berger

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  1. 1 · Plan von Moskaus Gnaden - Lälles am 13. August 2008 um 21:32

    [...] führen. Einen guten Artikel in Bezug auf die Auswirkungen des Krieges auf die NATO hat auch der Spiegelfechter geschrieben. Geschrieben von Kil in Politik um 10:23 | Kommentare (0) | Trackbacks (0) Tags für [...]


  2. [...] link: Spiegelfechter.com - Katerstimmung bei der NATO [...]


  3. 3 · Katerstimmung bei der NATO « Ansar News am 14. August 2008 um 15:45

    [...] Katerstimmung bei der NATO Zu den Kommentaren Der georgisch-russische Krieg endete in einem Debakel für die georgische Seite. „Moskau hat auf ganzer Linie gewonnen“, so subsummiert Russlandexperte Alexander Rahr in einem Interview mit der ZEIT die Ereignisse der letzten Tage. Verlierer dieses Krieges ist neben Georgien der Westen und hier vor allem der transatlantische Flügel, der sich nun mit einer neuen geostrategischen Situation abfinden muss – die Tage der Unilateralität sind gezählt. In der NATO und in der EU treten bei der Analyse der Kaukasuskrise bereits Bruchlinien auf. Militärisch hat Russland in der Tat gesiegt. Dieser Sieg könnte sich allerdings in eine strategische Niederlage verwandeln, wenn sich in der NATO und in der EU die „Falken“ durchsetzen und eine neuen Kalten Krieg ausrufen, an dem Russland nicht gelegen sein kann. . . Weiterlesen [...]


  4. [...] Spiegelfechter, 2008-08-15: Katerstimmung bei der NATO [...]


  5. [...] Ich vermute zwar, dass Chavez sich nur dazu äußert, weil er persönlich einen, berechtigten, Groll gegen die USA hegt, aber damit hat er trotzdem nicht Unrecht. Es ist jedem, der sich mit der Weltpolitik beschäftigt ersichtlich, dass der USA und damit ihren Verbündeten der NATO und der EU daran gelegen ist Russland in die enge zu treiben; Angefangen bei Raketenabwehrsystemen bis hin zu (geplanter) NATO und EU Mitgliedschaft der benachbarten Länder. Zu dem Thema verweise ich auf einen informativen Artikel des Spiegelfechter-Magazins (Katerstimmung bei der NATO). [...]


  6. 6 · Heul doch! « Der Volkszustandsbericht! am 22. August 2008 um 22:06

    [...] Der Artikel dazu ist wieder einmal Graswurzeljournalismus vom Besten! Dieser Eintrag wurde von Maria v. Boisse erstellt und geposted auf Freitag, 22. August 2008 (234/34) at 22:06 sowie gespeichert unter Terrorwarnung, Verschwörungspraxis, Widerstandsmeldung, Zitatemit TagsGeorgien, Nato, Russland. Speichern sie das permanente Lesezeichen. Verfolgen sie Kommentare durch den RSS feed für diesen Artikel. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback: Trackback-URL. « links for 2008-08-22 [...]


Kommentare:

  1. · Jamas am 13. August 2008 um 18:19 - Permalink

    Ich musste in den letzten Tagen mehrmals kotzen über die heuchlerischen Hetzartikel gegen Russland, obgleich man beim Öffnen der Büchse der Pandora der Kosovoanerkennung sich in Lobeshymnen über die “Befreiung” der Kosovaren ergoss während die iranischen Ossetier nun gegen ihren Willen unter Sarkaschwilis Scheindemokratie leben sollen. Wie pervers und verlogen ist das? Es war richtig, dass Moskau hier seine starke Hand gezeigt hat und vor allem der Expansionspolitik der USA und EU auf die Finger gehauen hat. Wie groß war doch vor Wochen das Gejaule, als man in Moskau über Stationierung von Einheiten in Südamerika nachdachte? Das geht natürlich nicht, die anderen dürfen ja nicht vor unsere Haustür treten…nur wir selbst. Peinlich. Die NATO sollte sich selbst endlich nach 18 Jahren ad acta legen und ihre reliktäres Dasein beenden.


  2. · RE am 13. August 2008 um 18:48 - Permalink

    Noch eine kurze Ergänzung: Die NATO, pars pro toto die USA, sind sozusagen imperial überdehnt. Man hat auf dem Balkan zu stabilisieren, muss im Irak einen Bürgeraufstand bekämpfen und ist in Afghanistan praktisch aussichtslos (Peter Scholl-Latour) in einen Guerillakrieg verwickelt. Der Abzug der 2000 georgischen Soldaten, nach den USA und GB immerhin das drittgrößte nationale Kontingent im Zweistromland, steht symbolisch für die ganze Überforderung. Die Stärke Russlands ist auch eine Folge der zunehmenden Erschöpfung der NATO. Natürlich könnte der Westen noch mehr mobilisieren, aber dazu ist die Bevölkerung immer weniger willens. Es sei denn der “Himmel” schickt den Falken ein Initialmoment, z.B. einen Terroranschlag oder eine Falle, die Moskau zu einer Überreaktion verleitet.

    Die geopolitische Lage ist zur Zeit sehr fragil. Wenn man öffentlich anfängt über “rote Linien” zu debattieren, dann stehen die Zeichen auf Verhärtung der Fronten. Fazit: Wir brauchen weltweit mehr Tauben!


  3. · Zester am 13. August 2008 um 18:50 - Permalink

    Vielen Dank für die wertvolle Berichterstattung in den letzten Tagen. Abgesehen von der Völkerrechtsfrage, stimme ich 100% zu. In der Völkrerrechtsfrage hat der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), eine - wie ich finde - ehrliche Antwort im NDR-Interview gegeben (http://www.ndrinfo.de/nachrichten/ossetiensammel100.html).

    Dürfte man erfahren, woher die tragikomische Karikatur stammt? Ich kann die Signatur leider nicht entziffern.


  4. · Spiegelfechter am 13. August 2008 um 18:54 - Permalink

    @Zester

    Dürfte man erfahren, woher die tragikomische Karikatur stammt? Ich kann die Signatur leider nicht entziffern.

    Aus einem russischen Forum - die genaue Herkunft kenne ich selber nicht.


  5. · Schwitzig am 13. August 2008 um 19:02 - Permalink

    Die Nato und eine Neuauflage des Warschauer Paktes? Nun, wenn man die “Innovationen” bei der Rüstung des letzten Kalten Krieges verfolgt, kommt man zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil der Waffen und Verteidigungsapparate in den USA entwickelt wurde und dann mit kurzer zeitlicher Verzögerung in der UDSSR dank Spionage nachgebaut bzw. nachentwickelt wurde.
    So betrachtet war die Nato schon immer eine Offensiv- und nicht Defensivkraft.

    Ein Kalter Krieg bedeutet auch eine gigantische, kontinuierliche Finanzspritze für die Rüstungsindustrie und wer wie ich davon ausgeht, dass die Irakdemokratisierung in erster Linie zur Subventionierung der amerikanischen Rüstungsindustrie und erst in zweiter Linie wegen Öl und Territorialinteressen durchgeführt wurde, kommt auch schnell zu dem Gedankengang, dass ein neuer Kalter Krieg gegen einen fast gleichwertigen Gegner das beste ist, was den amerikanischen Rüstungskonzernen passieren kann. Das “Westliche Demokratien” und “Ostblock”-Geschwaller halte ich für Augenwischerei: Es geht um’s Geldverdienen.


  6. · RE am 13. August 2008 um 19:17 - Permalink

    @ 5 Schwitzig:

    Geldverdienen läßt sich nur, wenn Rohstoffe und Energie vorhanden sind bzw. ungehindert fließen. Denn nur Gelddrucken, also weitere Staatsverschuldung seitens Washingtons, vermehrt ja keinen Reichtum, schafft keine Werte. Insofern muss die Investition in Rüstungsgüter auch immer einen Mehrwert abwerfen. Der militärisch-industrielle Komplex der USA kann keine Lobbyarbeit jenseits der wirtschaftlichen Logik durchsetzen. Georgien ist da als Flaschenhals im Kaukasus zwischen dem Iran und Russland strategisch in einer Schlüsselstellung. Da prallen schon politische Interessen aufeinander.


  7. · king balance am 13. August 2008 um 19:21 - Permalink

    Georgien und seine Geschichte:
    de.youtube...
    Einmal mehr ein Beleg dafür, dass Arte und 3Sat so ziemlich das Beste sind, was die Medien heutzutage zu bieten haben.

    Ein Kommentar bei derstandar...

    Russlands Natobeitritt !!! den Vorschlag hat es tatsächlich schon von russischer Seite gegeben, und zwar - man höre und staune, von Putin. “In Moskau drängte ein Putin-Berater vergangene Woche aufs Tempo: “Die Frage heißt nicht mehr, ob Russland der Nato beitritt, sondern: Wie verändert sich die Nato, so das Russland beitreten kann?” - hamburger-...

    Das stieß im Westen allerdings auf wenig Gegenliebe, vielleicht hing man auch noch zu sehr an liebgewonnen Feindbildern in den Köpfen, und werkelte daran, den wieder zum Feind zu machen, der es vordem gewesen war. Eine verpasste Chance nicht nur für Europa.


  8. · Schwitzig am 13. August 2008 um 19:24 - Permalink

    @RE

    @ 5 Schwitzig:

    Geldverdienen läßt sich nur, wenn Rohstoffe und Energie vorhanden sind bzw. ungehindert fließen. Denn nur Gelddrucken, also weitere Staatsverschuldung seitens Washingtons, vermehrt ja keinen Reichtum, schafft keine Werte. Insofern muss die Investition in Rüstungsgüter auch immer einen Mehrwert abwerfen. Der militärisch-industrielle Komplex der USA kann keine Lobbyarbeit jenseits der wirtschaftlichen Logik durchsetzen. Georgien ist da als Flaschenhals im Kaukasus zwischen dem Iran und Russland strategisch in einer Schlüsselstellung. Da prallen schon politische Interessen aufeinander.

    Doch kann er und hat er jahrzehntelang. Du musst nur die richtigen Marionetten in der Regierung haben und schon fließen Steuergelder in private Rüstungs- und Sicherheitskonzere - siehe Irak, Blackwater usw.. Das gedruckte, ausgezahlte Geld wird dann in Rohstoffe investiert.


  9. · Lau Dan am 13. August 2008 um 19:26 - Permalink

    “neuer kalter Krieg” : läuft doch schon

    “Die Kernaufgabe der NATO ist die Sicherheit seiner Mitgliedstaaten”

    das trifft genau meinen Sinn für Humor - obwohls anders gemeint war

    “Auch wenn der Westen Georgien sicherlich keine „Carte Blanche“ für die dramatische militärische Eskalation gegeben hat, [...]”

    “Ohne die Rückendeckung der USA und den expansionistischen und antirussischen Teilen der NATO hätte Georgien diese Option wohl nie in Betracht gezogen.”

    k.K

    “Frankreich und Deutschland haben allerdings strategische Interessen an einem guten Verhältnis zu Russland.”

    Deutschland hatte auch auf dem Balkan andere Interessen, beide haben auch in Nahost etwas anderer Interessen als die Angelsachsen. Und ich glaub kaum dass diese Interessen mit EU Friedenstruppen im Kaukasus bedient wird. Was uns fehlt sind Regierungen, die zumindest Versuchen die Interessen unserer Länder wahrzunehmen,

    “Der NATO steht ein langwährender Konflikt bevor.”

    die NATO befindet sich im Krieg, “4. Weltkrieg” nannten es die einen, “neue Art von Krieg” jene anderen, die diesen propagiert haben und weiter vorantreiben - schon vergessen ? was uns bevorsteht ist die Sache auch zu Ende zu bringen,

    ist aber alles kein echter Widerspruch zum Artikel,


  10. · Sulukol am 13. August 2008 um 19:44 - Permalink

    Das amerikanische Unverständnis für europäische Belange gepaart mit dem Unwillen, die Europäer zu einer echten Einheit werden zu lassen, angereichert mit (verständlicher, aber dennoch grunddämlicher) Russlandphopie einiger neuer Natomitglieder, die dem Nationalismus frönen, machen unsere Position gegenüber Russland eher schwächer als stärker.

    Polen ist ein Extrembeispiel: großer Freund der USA hat es meines Wissens keinen Nachbarn, den es leiden kann.

    Was mich auch immer wieder wundert: Haben Ungarn oder Tschechien etwa weniger unter Sowjets gelitten als die Polen? Wohl kaum. Aber die Russlandphobie ist in Polen extrem ausgeprägt. Und mit Erfahrungen aus dem Zarenreich wird es nicht viel zu tun haben, denn dann müssten die Tschechen oder Ungarn entsprechnde Phopien gegen Deutsche haben. Aber auch hier ist Polen eher führend.

    So lange diese Kräfte Einfluss haben, wird es immer wieder zu an sich vermeidbaren Konflikten kommen.

    Dort wo Solidarität angezeigt wäre, als zum Beispiel Estland in Russland aus reinem Nationalismus an den Pranger gestellt wurde, kommt sie kaum. Aber zum Saakashvill (der ständig englischsprechende Demokrat!) reisen sie. Und warum, weil man dauernd nach Amerika schielt, anstatt mit seinen Nachbarn zusammenzuarbeiten.


  11. · Sulukol am 13. August 2008 um 19:54 - Permalink

    Wenn immer wieder von strategischen Interessen geredet wird, eine Frage: war es für die USA an sich vom Nutzen, Kosovo gegen Serbien zu unterstützen, war es also in deren Interesse? Aus meiner Sicht wohl eher nicht. Auf mittlere Sicht hat man sich ein europäisches Afganistan geschaffen.

    Und mit Georgien ist es ähnlich. Der Versuch, Georgien als Vorposten gegen Russland aufzubauen, kann nur scheitern.


  12. · Spiegelfechter am 13. August 2008 um 19:56 - Permalink

    @Lau Dan

    Immer ruhig mit den scheuen Pferden.

    Natürlich haben alle Staaten Teilinteressen, die sich mit denen anderer Staaten nicht vereinbaren lassen. Dafür gibt es ja eben eine gemeinsame Sicherheitsstruktur. Die Frage lautet vielmehr, wer sich innerhalb dieser Struktur durchsetzt und ob es abseits dieser Strukturen Aktionen geben kann. Im Falle Irakkrieg hat die NATO ja beispielsweise keine Rolle gespielt, da Deutschland und Frankreich gegen ein Engagement waren. Genützt hat er nichts, da die USA sich über alle vorhandenen Strukturen hinweggesetzt haben. Die Lösung für die Zukunft kann daher mE nur in robusten Strukturen bestehen, die Aktionen ausserhalb sanktionieren. Ich sage nicht, dass die Bildung solcher Strukturen einfach ist ;-)


  13. · Spiegelfechter am 13. August 2008 um 20:00 - Permalink

    @Sulukol

    Ganz richtig! Hätten Deutschland und Frankreich derartige Phobien voreinander gehabt - wozu durchaus Grund bestanden hätte - wäre es wohl nie zu einem (nach innen) friedlichen Kerneuropa gekommen. Manchmal sollte man auch aus der Geschichte lernen und die deutsch-französische Freundschaft ist sicher etwas, von dem man vor allem heute lernen könnte und sollte.


  14. · Ingrid am 13. August 2008 um 20:07 - Permalink

    It’s been a while since I wrote in German so pardon me for not trying today. Had to say I like that cartoon.. the US is so much behind this it’s pathetic. Of course, the predominent line here in the US is that Georgia is innocent. Never mind that American troops participated with the “Immediate Response 2008″ in July, just before Saakashvili felt emboldened to go and ‘kick’ S. Ossetia into submission.. Israeli military advisers and American involvement.. can you spell o.i.l.??

    Ingrid


  15. · Sanders am 13. August 2008 um 20:10 - Permalink

    Lieber Herr Berger

    Herzliche Gratulation zu ihren exzellenten Artikeln, die unsere “Alpha-Medien” vor Schamesröte erbleichen lassen müssten, angesichts fehlender Meinungsvielfalt und Objektivität, als auch ihres Rückfalls in einen primitiven, auf Kaltenkriegsmustern beruhenden Konsens.

    Das Interessante in den letzten Tagen war wie schon bemerkt das Aufzeigen der neuen Gratlinien (”faultlines”), nicht nur der geopolitischen sondern auch derer innerhalb der westlichen Gemeinschaft. Irgendwie erinnert das fast schon wieder an die Situation 2003, vor dem Zweiten Golfkrieg. Aber selbst in Großbritannien gab es “Tauben” wie Lord Owen, die nicht automatisch in einseitige Russlandkritik verfallen sind (BBC Interview).

    Ein anderer wichtiger Faktor, aber das wussten wir auch schon vorher, scheint die Verdrossenheit der Menschen mit den Mainstream-Medien zu sein. Bei der georgischen Propaganda die in den letzten Tagen beispielsweise auf CNN lief darf das auch nicht verwundern. Diejenigen die es “genauer wissen wollten” gingen ins Internet. Mich selbst hat das Ganze dazu angespornt mich zum wiederholten Male mit Noam Chomskys “Manufacturing Consent” auseinanderzusetzen.

    Ich lebe in Frankreich und habe mich in den letzten Tagen sehr darüber aufgeregt (andere haben das als “Abkotzen” beschrieben) wie die georgische Diaspora hier mobil gemacht hat um die öffentliche Meinung in Beschlag zu nehmen. Gestern sah man im französischen Fernsehen fast nur besorgte georgische Gesichter, obwohl es sicher auf südossetischer Seite genauso viele besorgte Gesichter gab. Man hatte unweigerlich ein Gefühl der Parteinahme, und diese suggerierte uns, dass die Südossetier unsere Sympathie nicht verdienten, da sie auf der Seite des Bären standen. Dieser georgische Versuch scheint aber gescheitert zu sein, wenn ich mir die heutigen Titel in der Presse ansehe. Der konservative Figaro z.B. führt heute einen sehr kritischen Artikel zu Saakaschwili.

    Die russische Seite hatte dieser Progandaoffensive so gut wie nichts entgegenzusetzen und hat sich (wie schon an anderer Stelle) überrumpeln lassen. Einige Medien haben also gut reden von der Relancierung der “Sowjetpropaganda” (unter Putin und jetzt Medwedew). Das mag für Russland gelten, im Westen jedenfalls war davon absolut nichts zu verspüren.

    Ich kann das nur auf zu großes russisches Selbstvertrauen und die Unkenntnis moderner PR-Techniken zurückführen (davon handeln auch die beiden weiter unten angeführten Artikel). Insofern ist Russland militärischer Sieger, kann aber nicht als Propagandasieger gelten. In diesem Sinne könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Falken jetzt alle Mittel in Bewegung setzen werden um den Nato-Beitritt Georgiens doch noch durchzupushen, auch gegen deutsch-französischen Widerstand. Man hat ja gesehen wie die Angelsachsen 2003 Neues Europa gegen Altes Europa ausgespielt haben.

    Ihren Lesern würde ich gerne zwei Artikel und ein zweites deutschsprachiges Blog empfehlen

    1. “Saakashvili as a propaganda phenomenon”, Ria Novosti
    en.rian.ru...

    2. “Georgia Gets Its War On…McCain Gets His Brain Plaque…”, The Exiled Online
    exiledonli...

    3. Blog von Andreas Fecke
    andreassoz...

    Da einige ihrer Leser jetzt auch bereits Parallelen zwischen der deutsch-französischen Annäherung und der so nötigen europäisch-russischen Annäherung diskutieren möchte ich gerne die Gelegenheit wahrnehmen um auf einen meiner eigenen Artikel zu verweisen:

    “Wie notwendig ist eine Kehrtwende im europäischen Russlandbild?”
    russland.r...


  16. · RE am 13. August 2008 um 20:24 - Permalink

    @ 8 Schwitzig:

    Doch kann er und hat er jahrzehntelang. Du musst nur die richtigen Marionetten in der Regierung haben und schon fließen Steuergelder in private Rüstungs- und Sicherheitskonzere - siehe Irak, Blackwater usw.. Das gedruckte, ausgezahlte Geld wird dann in Rohstoffe investiert.

    Du unterliegst meiner Ansicht nach dem typischen Denkfehler unseres monetär gefangenen Zeitgeistes. Geld ist erst einmal nichts. Reichtum vermehren geht nur durch die wahlweise Steigerung zweier Mittel: Menschen für mich arbeiten lassen (dazu gehört auch die Nutzbarmachung von Innovationen) und Naturressourcen wie Rohstoffe oder Energie besorgen. Die mongolischen Steppenvölker, die weder die menschlichen Fähigkeiten noch Rohstoffe besaßen, haben das früher auf ganz direkte Weise gemacht: Angreifen, ausbeuten, abziehen. So plump geht das heute nicht mehr, aber das grundlegende Prinzip dahinter bleibt gültig.

    Die moderne, monetäre Weise der Güterbeschaffung, benötigt in einer asymmetrischen Weltordnung ebenfalls Druckmittel. Wenn ich mehr Geld drucke und dafür Rohstoffe (oder aus China billig produzierte Fertigprodukte) kaufen will, dann brauch ich immer noch jemanden, der daran glaubt, dass er für dieses Geld auch einen entsprechenden Gegenwert in Form von Dienstleistungen oder Güter erhält. Die USA nutzen ihr militärisches Potential dafür, die Transportwege zu sichern und den Dollar als Leitwährung im Spiel zu halten. Das Militärische ist also Teil von Machtpolitik, nicht die Politik der gefügige Teil eines einzigen Produktionssektors.

    Die einzige Möglichkeit ohne aggressive außenpolitische Mehrwertbeschaffung den Reichtum des militärisch-industriellen Komplexes durch Lobbyarbeit zu erhöhen, wäre das Absaugen von Ressourcen aus der eigenen Bevölkerung durch Angst aufgrund realer oder erzeugter Bedrohungen oder mit Zwang. Das geschieht natürlich auch, unterliegt aber innenpolitischer Grenzen. Das Risiko sozialer Verwerfungen wächst. Ganz ohne Brot und Spiele geht es einfach nicht.

    Was wir heute erleben, ist die zunehmende Einengung dieses Jahrtausende alten Musters wirtschaftlicher Expansion. Auf unserem Planeten stoßen wir als Menschheit immer mehr aneinander. Was sich früher durch das Prinzip “New Frontiers” trennen ließ - die gewissenlose Ausbeutung des äußeren Fremden einerseits und die Ruhe und Sicherheit des inneren Kernlandes durch geschickte Distribution andererseits - verschmilzt in Zeiten der Globalisierung immer mehr zu einer krisenhaften Weltinnenpolitik. Kurz gesagt: Der Schaden, den ich heute zum eigenen Vorteil Tausende von Kilometer entfernt anrichte, kommt morgen als innenpolitischer Bumerang zurück. Diese Einsicht wird sich in den nächsten Jahrzehnten zwangsläufig durchsetzen.

    Im Moment sind wir als Menschheit wie der berühmte Frosch im Kochtopf. Der Druck wird zunehmen und uns zu einer umfassenden Weltfriedensordnung zwingen, wenn wir als Spezie nicht gemeinsam untergehen wollen. Auch wenn es Kulturpessimisten kaum glauben wollen, aber wir erleben gerade die Dämmerung eines historischen Wendepunktes in der Zivilisationsgeschichte: Das pragmatische Ende machtpolitischer Logik in der Außenpolitik.


  17. · Flow ErLeben am 13. August 2008 um 20:35 - Permalink

    @ SF
    Da Anerkennung und Lob nicht oft genug zuteil werden können, möchte ich dies nun auch einmal Aussprechen.
    Eine riesige Bereicherung in der weitgehend trostlosen Infowelt!!!

    Weshalb ich eigentlich ursprünglich posten wollte: Ich habe folgende Karikatur treffender empfunden und trotz Tragik herzhaft lachen müssen:

    Schöne Grüße aus Wien,
    Flow ErLeben


  18. · Sulukol am 13. August 2008 um 20:38 - Permalink

    @ 16 RE

    Treffend. Aber mit der Wende zu einer umfassenden Weltfriedensordnung wird es wohl noch etwas dauern.


  19. · Hannes Zurfinkel am 13. August 2008 um 20:38 - Permalink

    Auch ich finde die Berichterstattung der Medien insgesamt sehr schlecht. Besonders vermisse ich das Hinzufügen weiterer erklärender Informationen. ZB. erfuhr ich durch Wikipedia (auch keine neutrale Quelle) das Georgien wirtschaftlich und sozial ein armseliges Land ist. Die Eliten schon längst davongelaufen, die wirtschaftliche Situation sei miserabel. Sehr schwere Umweltprobleme, vergiftete Böden und Gewässer. Laut eines russischen Arbeitskollegen gibt es nicht einmal ein Kraftwerk in Georgien. Elektrizität wird aus Russland bezogen. Der Krieg wird die Ökologie wohl entgültig zerstört haben. Nur, worauf auch niemand hinwies, etwas hat das Land laut Spiegel im Überfluss nämlich Waffen. Mit denen wird es reichlich aus aller Welt beliefert, vornehmlich den neuen Vasallenstaaten der USA. Allein 1000 Artilleriesysteme aus Tchechien, Bulgarien und der Ukraine werden erwähnt. Da kann ich mir gut vorstellen wer Städte und Dörfer zerschossen hat. In Kommentaren und Blogs ist von Tausenden von Militärberatern oder Ausbildern die Rede, einmal Israelis dann Amerikaner oder beides. Ebenfalls von noch mehr Söldnern aus ehemaligen UdSSR Republiken. Diese sollen an den Kampfhandlungen teilnehmen. Die russische Presse wird von den westlichen Medien kaum zitiert, dabei scheint sie mir die seriöseste Quelle zu sein. Das russische Militär ist wohl zur Zeit damit beschäftigt diese immensen Waffenarsenale zu zerstören und die Söldnertruppen ebenso. Zur Stabilisierung der Gegend ist beides notwendig. Ansonsten erscheint mir die Lage ein Ergebnis angewandter Theorie des Herrn Brzezinski zu sein, Destabilisierung im Süden Russlands herbeizuführen zur Stärkung der amerikanischen Position. Putin mußte einschreiten. Man sollte auch nicht vergessen das bei Ölförderkosten von etwa 30$ je Barrel zB. in der Nordsee (woanders eher weniger) es die westlichen Ölfirmen sind die zur Zeit sehr sehr gut verdienen. Also ist der westliche Kapitalismus hier kein Opfer. In dem Zusammenhang vermisse ich auch Informationen darüber ob und wie weit Georgien von der Durchleitung der Energieträger profitiert, auch im Vergleich zu anderen Transitländern. Zu der Bevölkerung noch möchte ich bemerken das eine ethnische Vielfalt und Zergliederung besteht gegen die der Balkan als Monokultur erscheint. All dies und mehr wird in der Berichterstattung gar nicht oder sehr flach und
    schlicht dargestellt. Insgesamt möchte ich hier schon von gleichgeschalteter Propaganda sprechen. Die mich an die unsägliche Menschenrechts/Tibet Kampagne der GEZ-Medien im Vorfeld der Olympiade erinnert. Herr Brzezinski zählt nun zu den Beratern des Kandidaten Obama. Auch das noch.


  20. · Schwitzig am 13. August 2008 um 21:25 - Permalink

    @ 16 -RE

    Ein sehr guter, bedenkenswerter Kommentar, über den ich erst mal nachdenken möchte, bevor ich antworte :-). Kommt also noch.


  21. · ra0105 am 13. August 2008 um 22:10 - Permalink

    Schade das du nur bloggst und deine Artikel nicht auch auf indy einstellst *mitdemzaunpfahlwink*


  22. · knt am 13. August 2008 um 22:35 - Permalink

    All die geopolitischen Machtinteressen sind gut beschrieben - aber sie sind nicht Grund der Eskalation. Um Georgien am Beitritt zur NATO zu hindern, braucht Russland keine Lösung und keine Verschärfung der internen Georgischen Konflikte. Ein status quo hätte ihnen vollkommen gereicht! Den ohne Lösung dieser Konflikte kommt Georgien nicht in die NATO.

    Darum glaube ich auch nicht daran, das Russland diesen Krieg gewollt - oder ihn sogar provoziert hat (was ihnen ja immer wieder vorgeworfen wurde!). Was hat Russland den davon - abgesehn davon das es mal Muskeln zeigen konnte? Wahrscheinlich kommen EU Friedenstruppen nach Georgien! Wahrscheinlich wird sich die EU nun intensive mit dem Seperatismus in Georgien befassen - und Lösungen suchen. Zudem ist das Verhältnis mit den USA offen vergiftet und das mit der EU zumindestens getrübt.

    Auch ein neuer kalter Krieg liegt nicht im Interesse Russlands, stärkt das doch nur die Falken in den USA und EU! Russland will aber eine “strategische Partnerschaft” gerade auch im Sicherheitsbereich - erinnert ihr euch an den Vorschlag eines gemeinsamer Raketenabwehr-Anlagen?

    Der schnellste Weg für Georgien in die NATO zu kommen, wäre die beiden Regionen gehen zu lassen…Ich weiß nicht ob ich die Geschichte des naiven Saakaschwili’s glauben soll der die Reaktion Russlands unterschätzt hat. Russland hat klipp und klar gesagt wie es reagieren wird, mehrmals - ausdrücklich und es war auch klar das die NATO millitärisch nicht eingreift! Nein ich denke dieser Konflikt sollte die EU dazuzwingen sich aktiv in den Konflikt einzuschalten - darum vielleicht auch die EU Flagge? Ach und neben bei kann man ja noch versuchen Russland ethnische Säuberungen vorzuwerfen! Na ich hoffe die Russen haben ihre Leute da unter Kontrolle - gerade die Freiwilligen, ein Progrom wäre das letzte was die menschen dort brauchen können…


  23. · H. Zurwinkel am 13. August 2008 um 22:54 - Permalink

    Halte es für unwahrscheinlich das diese Aktion allein Russland soviel bringen wird, bzw. den Westen dauerhaft schwächt. Das russische Militär muß kurzfristig wieder aus Georgien abziehen. Die dortige Regierung sitzt scheinbar fest im Sattel. Auch die Pipelines wird Russland weder behalten noch kontrollieren. Schon gestern Abend zeigte der sinkende Ölpreis das Zusagen gemacht wurden. Von einem Würgegriff für die EU kann man da wohl nicht sprechen. Denke wir erleben eine Episode in einem sehr langen Ringen das gerade erst angefangen hat. USA wird an der Strategie der Destabilisierung Russland/China festhalten weil sie haben keine Alternativen die für sie gangbar wären. Der militärische Rüstungskomplex hat das Sagen dort es geht um Profit durch Krieg, EXXON nicht zu vergessen. Das Wiedererstarken Russlands ging denen viel zu schnell. Was ihnen glaube ich das Genick brechen wird ist der Niedergang ihrer Bevölkerung. Eine Oberschicht allein bringts nicht trotz aller Technologie und bankrott sind sie dazu. Was sind schon 250 Millionen Menschen von denen bald die Hälfte spanisch spricht und denkt in diesem Kampf. Das europäische Konstrukt der Ratspräsidentschaft wo alle 3 Monate jemand anderes die Krisenherde abklappert ist dem System Putin unterlegen. Das ist auch ein Schwachpunkt.


  24. · kimschmitzii am 13. August 2008 um 23:54 - Permalink

    Die USA können es einfach nicht lassen mit ihrer Scheißpolitik. Ich frage mich, was sich diese geistigen Vollpfosten dabei denken. Aus Russland läßt sich mit Sicherheit nicht so ein Hinterhof machen, wie ihn die USA jahrzehntelang in Lateinamerika hatten. Und da mittlerweile jeder weiß, was die USA für eine dreckige Scheißpolitik betreiben, ist natürlich auch jeder bestrebt sich dagegen zu positionieren, um sich zu schützen. Gerade Russland gelingt das hervorragend (die Achse Russland, China bzw. Asien hat das Potenzial die wichtigste und mächtigste Achse der Welt zu werden*), was nicht unbedingt positiv sein muss (ich will aber mal gar nicht bewerten ob’s positiv oder negativ ist). Es ist aber nur Folge der beschissenen Dreckspolitik, wie sie die USA seit Jahrzehnten betreiben. Und sie werden daran zu Grunde gehen. Sie wissen es auch. Ok. Der Todeskampf könnte ganz böse ausgehen, weil dieser Schurkenstaat Atomwaffen besitzt.

    *Russland besitzt nicht nur große Mengen an diversen, insbesondere fossilen Rohstoffen sondern hat sich auch ein enormes Pipelinenetz und Kooperationen aufgebaut; was Kooperationen sind, weiß man in den USA nicht; die kennen ausschließlich das Prinzip Unterdrückung, wenn es nicht gerade ein gekaufter Despot ist; so ist Russland vermutlich bereits heute mächtiger als die USA… jedoch… Russland und China sind zwei behäbige, schlafende Riesen, die nicht jedem auf der Welt ihre CocaCola aufdrücken. In der Ruhe liegt die Kraft. Man könnte die Muskeln zucken und damit die Welt nach den eigenen Regeln spielen lassen, muss man aber nicht. Die USA sind nur noch ein jämmerliches Häuflein Elend, welches so nah am Abgrund steht, dass sie einem schon fast leid tun könnten.


  25. · Der Unbequeme am 14. August 2008 um 00:26 - Permalink

    Auch noch ein lustiges Bild:

    echo.msk.r...

    Ein wunderbares Video mit dem tapferen Helden Micho in der Rolle des demokratischen Präsidenten hat die CNN auf den Straßen von Gori gedreht. Mischa glaubte ein Pfeiffen nahender russischer Raketen zu hören und sputete wie ein erschrockenes Schaf zu seinem Hummer. Besonders schön war das Ende, wo diesen Clown unter einem Gemenge von tapferen Bodyguards in kugelsicheren Vesten lag und danach mit einer vom Schrecken verzerrten Fresse rauskroch. Die Leibwächter erinnerten an irgendein Hühnerhaufen oder an einen Basar in Istanbul oder Kairo. Bravo, georgische Helden.

    Foto:

    timesonlin...


  26. · Karl Heinrich am 14. August 2008 um 00:49 - Permalink

    Die NATO würde - mit Zeitverzögerung - von einem gegen ein System gerichteten Bündnis zu einem gegen ein Land gerichteten Bündnis. Das ist sicherlich bedenklich.


  27. · hannilein am 14. August 2008 um 00:53 - Permalink

    Mal ein Einwurf, “cheffe” ;-) Bei der neuen Umfrage hättest Du imho durchaus reichlich mit dem Wörtchen “überwiegend” operieren können, dann hätte nämlich auch ich mich zu einer vote hinreissen lassen :-D
    So aber ist mir das zu eng und Du verstehst - in Korsetts kann ich mich, angesichts meiner Körperfülle, nicht begeben ;-)

    Die Deine
    hannilein


  28. · Der Chef am 14. August 2008 um 07:39 - Permalink

    Die NATO hat sich doch schon aufgelöst! Und die Nachfolger haben überhaupt keinen Grund, sich hier reinzuhängen ;-)

    zentrum-de...


  29. · Nanuk am 14. August 2008 um 08:56 - Permalink

    Die Türkei verabschiedet sich auch immer mehr aus dem Geostrategischen spielen der USA.

    Gestern war Gül in Russland und sprach von “unserer Region”
    Heute triff Achmadenischad in der Türkei ein für 2 Tage mal schaun was da rauskommt.


  30. · Historische Korrektheit am 14. August 2008 um 10:34 - Permalink

    In deinem insgesamt recht guten Artikel heißt es:

    “Die NATO wurde als Konterpart zur sowjetischen Einflusssphäre in Osteuropa gegründet (…) ”

    Die Aussage ist inhaltlich nicht ganz korrekt. Die NATO war das erste global-militärische Blockbündnis. (gegründet 1949). Der Warschauer Pakt (Das Sowjetische Militär-Bündnis) wurde erst 1955 gegründet, nachdem West-Deutschland Teil der NATO wurde. Mir ist klar dass du nicht “Warschauer Pakt” sondern “Einflusphäre” geschrieben hast, aber soviel historische Genauigkeit sollte doch sein. Die Formulierungsweise kann meiner Meinung nach zu Missverständnissen führen.

    “Die nukleare Abschreckungsdoktrin sorgte in Verbindung mit gegenseitigen Beistandserklärungen zu einem Gleichgewicht des Schreckens.”
    Definitiv richtig.
    “Auch wenn es schon immer „Falken“ in der NATO gab, so war sie doch vor allem ein Defensivbündnis(…)”

    Das ist so auch nicht richtig, vorallem, wenn man deine Aussage aus dem folgenden Absatz mit einbezieht:
    “Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich das globale Gleichgewicht verschoben. Aufbauend auf Brzezinskis „Grand Chessboard“-Strategie wurde das Machtvakuum des kollabierten Gegners genutzt, um sich in dessen ehemaliger Einflusssphäre auszubreiten und die neu formierte Russische Föderation einzukreisen.”

    Die NATO war nicht das einzige Militärbündnis des Westens gegen die UdSSR.
    die SEATO in Süd-Ost-Asien und die CENTO im Arabischen Raum waren ebenfalls solche Militärbündnisse, die als Ergänzungen zur NATO gedacht und konzipiert wurden.
    Das “Einkreisen” ist also eine altbewährte Taktik gegen den ‘Alten Feind’.
    Das einzige Novum unserer Tage ist, dass auch Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes (Insbesondere Polen sei aufgrund der Hauptstadt erwähnt) mittlerweile NATO-Mitglieder sind und somit für Russische konservative, Nationalisten und UdSSR-Anhänger die Bedrohung durch das westliche Militärbündnis in den letzten Jahren stark angestiegen ist.
    Die installierung des US-Raketenabwehr-Schildes ist hier nur der Höhepunkt.

    Mit freundlichen Grüßen, Haarspalter


  31. · Admiral Golowko am 14. August 2008 um 11:30 - Permalink

    Da es derzeit nicht eben häufig ist, dass in den “Qualitätsmedien” auch die georgische Seite kritisch beleuchtet wird, sei auf diesen Artikel der “Neuen Zürcher Zeitung” verwiesen:

    “Die Opposition, vor kurzem noch Gegner fast aller Aktionen Saakaschwilis, ist verstummt. Statt Kritik herrscht Zustimmung und demonstrative Unterstützung.
    Die georgischen Medien feiern den Präsidenten als Helden der Nation.
    Der führende Parlamentsabgeordnete Bokeria ruft der Menge zu, noch tausend und abertausend Jahre werde sich Georgien nicht in die Knie zwingen lassen.
    Dabei ist die schwerwiegende militärische und politische Niederlage offenkundig…Der soziale Druck ist gross. Die Nachrichtensendungen im Fernsehen setzten, nach den üblichen Grussworten, mit der Phrase ein: «Wir müssen alle zusammenhalten. Seid stark, seid einheitlich.» Es ist ein Wunsch, zugleich aber auch eine Warnung….Georgien fehlt es an der Souveränität, Probleme politisch zu lösen, und ebendies ist es, was bewirkt, dass der Konflikt statt in rechtlichen am Ende bereitwillig in militärischen Kategorien angegangen wird.
    Es ist die perpetuierte Erfahrung dieses Mangels, welche selbstzerstörerische militärische Aktionen auch in Zukunft nicht unwahrscheinlich macht.”

    Quelle:

    nzz.ch/nac...


  32. · Daniel am 14. August 2008 um 11:36 - Permalink

    Hier noch einer der besten Artikel die ich bisher zur Thematik gelesen habe!

    guardian.c...


  33. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 11:48 - Permalink

    @19 Hannes Zurfinkel

    Die russische Presse wird von den westlichen Medien kaum zitiert, dabei scheint sie mir die seriöseste Quelle zu sein.

    Seriöser als georgische Quellen … ja.
    Seriös … jein.

    Die russische Presse ist keinesfalls homogen. Während beispielsweise die Internetzeitung lenta.ru stets bemüht ist, Quellen anzugeben, verhält es sich bei einigen “Großen” nicht sonderlich anders als bei ihren westlichen Pendants. Der eigenen Seite wird Glauben geschenkt, Meldungen der Gegenseite werden vor vorne weg ignoriert. Der Kommersant, Istwestija und andere haben ebenfalls durch eine sehr voreingenommene Berichterstattung geglänzt. RIA-Novosti ist mE in diesem Konflikt zu sehr zum Sprachorgan russischer Behörden- und Militärkreise mutiert.

    Als Zusatzinformation sind “russische Medien” unerlässlich, vor allem wegen der Kommentare, die ja auch gar nicht ausgewogen sein sollen, wenn man sich ein Bild machen will. Als Nachrichtenquelle sind sie nicht zu gebrauchen. Da “vertraue” ich ehrlich gesagt Reuters, AFP oder AP schon eher - natürlich auch mit Abstrichen und Vorsicht.

    Ansonsten erscheint mir die Lage ein Ergebnis angewandter Theorie des Herrn Brzezinski zu sein, Destabilisierung im Süden Russlands herbeizuführen zur Stärkung der amerikanischen Position.

    Ja, das ist richtig. Aber das Vorgehen erinnert eher an Big-Z´s alte Doktrin (Grand Chessboard) und weniger an seine neue Doktrin (The Choice).

    Insgesamt möchte ich hier schon von gleichgeschalteter Propaganda sprechen. Die mich an die unsägliche Menschenrechts/Tibet Kampagne der GEZ-Medien im Vorfeld der Olympiade erinnert.

    Gerade in den ÖR-Medien gibt es aber auch die großen Ausnahmen - DLF, D-Radio und die Spartenprogramme der Landesfunkanstalten. Vom heimischen Spartensender NDR-Info fühlte ich mich im Großen und Ganzen beispielsweise recht ordentlich informiert - die nötige Medienkompetenz natürlich vorausgesetzt ;-)

    Herr Brzezinski zählt nun zu den Beratern des Kandidaten Obama. Auch das noch.

    “Big-Z” ist aber auch ein 100%er Pragmatiker und Realist. Auch wenn ich mit einigen seiner Strategien nicht konform gehe, so sehe ich in ihm auf jeden Fall einen positiven Faktor. Unter “Big-Z” wird es beispielsweise im Nahen und Mittleren Osten zu einer Entspannungspolitik kommen, Russland sieht er allerdings als Konkurrent, was aus amerikanischer Sicht auch keinesfalls unverständlich ist. Dennoch denke ich, dass “Big-Z´s” Doktrin für das Ost-West Verhältnis wesentlich(!) besser ist, als alles, was die NeoCons um McCain und Scheunemann umsetzen wollen.


  34. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 11:50 - Permalink

    @21 ra105

    Schade das du nur bloggst und deine Artikel nicht auch auf indy einstellst *mitdemzaunpfahlwink*

    Nur? ;-)
    Die Artikel auf dem SF sind übrigens alle CC und können mit Quellangabe in nichtkommerziellen Medien verwandt werden *mitdemzaunpfahlzurückwink*


  35. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 11:54 - Permalink

    @22 knt

    Darum glaube ich auch nicht daran, das Russland diesen Krieg gewollt - oder ihn sogar provoziert hat (was ihnen ja immer wieder vorgeworfen wurde!). Was hat Russland den davon - abgesehn davon das es mal Muskeln zeigen konnte? Wahrscheinlich kommen EU Friedenstruppen nach Georgien! Wahrscheinlich wird sich die EU nun intensive mit dem Seperatismus in Georgien befassen

    Zuerst einmal, kommt Georgien nicht in die NATO. Dies ist für die russische Strategie der wichtigste Punkt. EU-Friedenstruppen werden nur unter russischen Bedingungen und unter einem Mandat, dem Moskau zugestimmt hat (das Moskau geschrieben hat ;-)) in den Kaukasus kommen, was für Russland durchaus von Vorteil wäre, da Russland nicht abseits dieser Sicherheitsstrukturen stände, sondern in die Strukturen mit einbezogen werden muss.


  36. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 11:57 - Permalink

    @25 Der Unbequeme

    Wo wir schon mal bei “lustigen” Bildern sind:

    und


  37. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 12:11 - Permalink

    @30 Historische Korrektheit

    Die Aussage ist inhaltlich nicht ganz korrekt. Die NATO war das erste global-militärische Blockbündnis. (gegründet 1949). Der Warschauer Pakt (Das Sowjetische Militär-Bündnis) wurde erst 1955 gegründet, nachdem West-Deutschland Teil der NATO wurde.

    Formal hast Du natürlich recht. Die NATO wurde allerdings gegen die “Sowjetblock”, “Ostblock” oder den “sowjetischen Einfluss- und Machtbereich” gegründet. Der Warschauer Pakt war ja keine Neuerfindung, sondern iwS “nur” eine Manifestation eigentlich bereits bestehender Strukturen.

    Mir ist klar dass du nicht “Warschauer Pakt” sondern “Einflusphäre” geschrieben hast, aber soviel historische Genauigkeit sollte doch sein. Die Formulierungsweise kann meiner Meinung nach zu Missverständnissen führen.

    OK, aber - wie schon gesagt - für mich macht das auch keinen großen Unterschied. Schon 1945 wollten Patton und andere zusammen mit den Deutschen gen Moskau marschieren - natürlich waren sie nicht repräsentativ für das Westbündnis, Truman und v.a. der Oberbefehlshaber Eisenhower hatten da ganz andere Ideen. Die Potsamer Konferenz hat die Zweiteilung Europas manifestiert und vor die Truman Doktrin aus dem Jahre 1947 war eine klare Ansage an den sowjetischen Einflussbereich, dass fortan eine bipolare Welt gilt, in der sich zwei Machtblöcke gegenüberstehen. Die Gründung der NATO war daher eine folgerichtige Gründung einer Sicherheitsarchitektur für den “Westen” gegen den “Osten”.

    Die NATO war nicht das einzige Militärbündnis des Westens gegen die UdSSR.
    die SEATO in Süd-Ost-Asien und die CENTO im Arabischen Raum waren ebenfalls solche Militärbündnisse, die als Ergänzungen zur NATO gedacht und konzipiert wurden.
    Das “Einkreisen” ist also eine altbewährte Taktik gegen den ‘Alten Feind’.

    D´accord (auch in der weiteren Ausführung)


  38. · degruyter am 14. August 2008 um 12:12 - Permalink

    Zu Mord und Vertreibung:
    Die russische Seite begründet ihre Intervention ja auch mit der Verhinderung eines angeblichen Massenmordes an südossetischen Bürgern.
    Die georgische Seite bestreitet dies und verweist ihrerseits auf angeb. “ethnische Säuberungen” von bis dahin noch von Georgiern bewohnten Dörfern in Südossetien.
    Auch sollen Einwohner des Kodori-Tales in Abchasien von Freischärlern unter Duldung der russischen Armee vertrieben worden sein. (Russland hat zumindest den Abzug von georgischen Sicherheitskräften aus diesem Gebiet bestätigt, RIAN-Meldung)

    Verlässliche Angaben sind Mangelware, unabhängige Untersuchungen wären notwendig.
    Zum Vorgehen georgischer, abchasischer und russischer Kräfte in Abchasien 1992 gibt es einen hochinteressanten Bericht von “Human right watch” .
    Massaker, Massengeiselnahmen und ethnische Vertreibung waren an der Tagesordnung.
    Zumindest damals haben die russischen Kräfte aber oft nicht zum Schutz der Zivilbevölkerung agiert. (Schwerste Verbrechen gab es auf allen Seiten, die der Abchasier überwogen wohl)

    Siehe (56 Seiten, PDF) : hrw.org/re...


  39. · name am 14. August 2008 um 12:48 - Permalink

    Jens, die Bilder vom Willi sind echt klasse :)

    Was leider bei den ganzen richtigen geostrategischen Erwägungen völlig zu kurz kommt, ist die wirkliche soziale Lage im Kaukasus und auch in Russland. Der Zusammenbruch der ökonomischen Strukturen hat den Zusammenbruch der politischen Strukturen erzeugt, und letztlich auch diese Mafiakriegsökonomie samt den nationalistischem Bestrebungen erst möglich gemacht.

    Die einfachen Menschen haben keine Lust sich gegenseitig abzuschlachten. Bestes Beispiel ist da immer noch der ekelhafte European Song Contest, wo die deutsche Presse regelmässig tobt, dass auf dem Balkan sich die angeblich nationalisierten Totschläger gegenseitig die Stimmen geben, statt sie den treuen westlichen Beträgen zu schenken.

    Ach ja, wer den Propagandakrieg gewinnen will, sollte den Mohammed Said el Sahhaf anheuern :)

    welovethei...

    Jens, ob man die Bilder verwenden darf, weiss ich nicht, lösche sie, wenn es zu heikel ist.

    Toller Artikel wieder :)

    images.caf...


  40. · Dr. Dean am 14. August 2008 um 12:49 - Permalink

    Am Ende hat SaakaSchwili - gerade durch den Einsatz “moderner” PR-Techniken jede Menge Wohlwollen eingebüßt - und zwar im Westen und in der NATO. Wenn der Nebel des Krieges verschwunden ist und die - leider oft - unsachliche Berichterstattung im Westen versachlicht wurde, wird sich dieser Effekt noch verstärken. Vielleicht (daran glaube ich allerdings weniger) wird dann auch die amerikanische Presse merken, dass der georgische Blitzkrieg in Südossetien Menschen verachtend war. Unabhängig davon ist die US-Regierung alles andere als erfreut über den militärischen Alleingang von Georgien.

    Der Georgisch-Südossetische Krieg ist für die Falken in den USA ein Debakel.

    (sie versuchen darüber hinweg zu bellen)

    Tja - und mit seinem “Today we are all Georgian” hat sich McCain auf lange Sicht hin lächerlich gemacht. Den Spruch finden nicht einmal Republikaner lustig.


  41. · salvo am 14. August 2008 um 12:54 - Permalink

    @degruyter

    ich zitiere aud dem von dir verlinkten Bericht:

    “Contemporary Politics, Not Ancient Ethnic Hatred

    Yet the fact of ethnic war does not explain very much either about the Abkhaz conflict or about ethnic wars elsewhere in the former Soviet republics. Ethnic conflict is not a sui generis phenomenon. The turn from ethnicity as a cultural fact in Abkhazia during the Soviet era to ethnicity as a reason for war is directly rooted in three closely linked contemporary phenomena.
    First was the rise of the late Georgian leader Zviad Gamsakhurdia, the first popularly elected president of the Republic of Georgia since Soviet rule. Having won the 1991 elections with 86 percent of the vote, he sought to build a strong state on a patrioticnationalist platform which proved frightening to non-ethnic Georgians.
    Second was the collapse of virtually all modern state structures and authority into the anarchy, gangsterism, and lawlessness that have characterized Georgia in recent years. This social breakdown was rooted in many causes, but one of them was surely Gamsakhurdia’s tendency toward dictatorial rule, exemplified by systematic abuses of human rights during his tenure as head of state.8
    Third, as a consequence of the second, was the rise of independent armed groups, some with political pretensions and some simply armed bands. These utterly undisciplined bands of armed men, some with loyalty to a warlord, had sufficient firepower in early 1992 to turn against what remained of the Gamsakhurdia state. The two most important armed militias, Tengiz Kitovani’s National Guard and Jaba Ioseliani’s “Mkhedrioni” (”Horsemen”), became the de facto armies of Eduard Shevardnadze’s government (which replaced Gamsakhurdia’s government following the latter’s ouster in a coup in 1992) in the Abkhaz war.
    In the vacuum left by the collapse of state controls, other loyalties were able to come to the foreground: loyalty to a militia leader, for example, or loyalty to one’s ethnic group. Ethnic sentiment was then mobilized and whipped up even further by the militias and other paramilitary groups, who pursued ethnic agendas of the worst chauvinist sort to serve their own private ends.”

    Danach scheinen die heutigen Konflikte ursächlich aus dem nationalistischem Un-Wesen der politischen Unabhängigkeit Georgiens herzurühren


  42. · Björn am 14. August 2008 um 15:26 - Permalink

    Lieber Spiegelfechter,

    vielen Dank für die interessanten Beiträge, nicht nur zum Georgien-Konflikt - sehr informativ! Es ist lohnenswert, hier Gedanken und Meinungen jenseits des Mainstreams verfolgen zu können. Dennoch zwei ketzerische Anmerkungen:

    1. Ich stimme mit deinen Analysen im wesentlichen überein. Ich glaube, dass alle Länder kalte Machtpolitik betreiben und jene des Westens nur heuchlerisch als Kampf für Demokratie und Menschenrechte bemäntelt wird. Allein: Vor die Wahl gestellt, ein Büttel Amerikas oder Russlands zu sein, würde ich mich immer für die Amerikaner entscheiden (und ich glaube, mit dieser Meinung bin ich nicht allein—es ist ja kein Zufall, wie Polen, die baltischen Staaten usw. in diesen Tagen reagieren). Was ich also bedenklich finde, ist, die USA auf der einen, Russland/China auf der anderen Seite unentwegt auf eine Stufe zu stellen. Die USA sind mir im Zweifel lieber - und sie waren für andere Staaten meist (nicht immer) die angenehmere Einfluss- und Besatzungsmacht.

    2. Bei aller Anerkennung für deine Website kann ich die einseitige Lobhudelei auf den Blog-Journalismus und die Verachtung professioneller Journalisten, die hier teilweise zu beobachten ist, nicht nachvollziehen. (By the way: Die professionellen Journalisten geraten hier ja auch nur dann in die Kritik, wenn sie nicht die erwünschte politische Richtung vertreten. Einen Verriss der “Junge Welt”-Berichterstattung habe ich jedenfalls noch nicht entdeckt, obwohl es auch in dieser Hinsicht mehr als genug zu kritisieren gäbe.) In einigen Kommentaren wurde zum Beispiel deine tolle Recherche gelobt. Ich glaube, dass du hier sehr gute, meinungsstarke Kommentare zur weltpolitischen Lage lieferst. Aber deine “Recherche” beschränkt sich, ebenso wie die vieler anderer Blogger, meist auf das Lesen der verachteten Mainstream-Presse und der (häufig sicher gerechtfertigten) Kritik derselben. Du hast weder Zugang zu Informanten, noch präsentierst du besonders aufschlussreiche Quellen, noch verfügst du über Eindrücke aus erster Hand. Du schreibst einfach auf, wie du die Situation interpretierst. Das ist gut, aber kann, mit Verlaub, mitnichten die Zukunft des Journalismus sein. Was ich mir wirklich unter einer neuen Art der Informationskultur vorstellen könnte, wäre zum Beispiel der rege, transparente Austausch mit Bloggern aus Russland und Georgien usw., um ein realistischeres Bild von der Situation vor Ort zu gewinnen.

    Dennoch weiter so!

    Viele Grüße
    Björn


  43. · markus am 14. August 2008 um 16:09 - Permalink

    @ björn

    bis zu einem gewissen grad hast du mit deiner kritik recht. investigativ ist deutscher blogjournalismus eher selten. für investigative arbeit benötigt man jedoch oft persönliche kontakte. sowas aufzubauen kann ein gelegenheitsjournalist ( aka blogger) in der zeit von feierabend bis gutenachtgeschichte nur bedingt leisten. aber investigativ arbeiten auch nur die wenigsten vollzeitschreiberlinge und zwar aus den gleichen gründen: kein geld, keine zeit!
    dein junge welt vergleich halte ich jedoch für verfehlt. die kommt hier im allgemeinen eher selten vor und ist vlt auch ne spur zu wenig tonangebend. das schwein scheuert sich halt lieber an der eiche als an der dürren birke.


  44. · Donald am 14. August 2008 um 16:52 - Permalink

    Hallo,

    hier ist der ultimative Beweis dafür, dass Russland eine dem Westen ebenbürtige Demokratie mit den friedlichsten Absichten ist: de.rian.ru...

    Bin ja mal gespannt was Georg und Olmert dazu sagen, ob die den Putin in den “Club der Präventivkrieger” aufnehmen? ;)

    PS Die Karikatur ist einfach genial, mir tat der Bauch weh vor lauter lachen.


  45. · Manfred am 14. August 2008 um 17:30 - Permalink

    Auch nach kurzer Recherche in Google und im militärisch gebildeten Umfeld meines Bekanntenkreises bin ich immer noch nicht drauf gestoßen, daher meine Frage. Woher stammt wohl das deutsch-französische Abzeichen am Ende des Artikels?
    (Du brauchst dringend Quellenangaben für Deine Bilder!)


  46. · knt am 14. August 2008 um 18:00 - Permalink

    @45 das ist das Abzeichen des Eurokorps:
    de.wikiped...


  47. · Schwitzig am 14. August 2008 um 18:12 - Permalink

    @Björn

    2. Bei aller Anerkennung für deine Website kann ich die einseitige Lobhudelei auf den Blog-Journalismus und die Verachtung professioneller Journalisten, die hier teilweise zu beobachten ist, nicht nachvollziehen.

    Warum nicht? Ich nehme mir das Recht heraus, Leute zu verachten, die mich anlügen. Auch wenn es Journalisten sind. Die 4te Macht ist längst nicht mehr das, was sie sein sollte und sie hat die Verachtung durch z.B. die Serbien-Berichterstattung nachhaltig verdient.
    Ich finde es beschämend, dass viele wie dazu übergegangen sind, Schlagzeilen aus den Leitmedien zu beziehen, um _DANN_ die Wahrheit oder die weggelassenen Informationen im Netz unter anderem bei Bloggern zusammensuchen zu müssen. Verachtung ist eigentlich zu wenig - normalerweise müßte man den Spin-Journalismus bekämpfen.
    Auf Telepolis gab es mal einen Artikel, der die Hintergründe des immer schlechter werdenden gekauften Journalismus’ erläutert hat.
    Wenn mir ein “Journalist” “Guten Morgen” sagt, schaue ich erstmal aus dem Fenster, um festzustellen, ob es auch wirklich Morgen und nicht etwa Nachmittag oder Abend ist.


  48. · otti am 14. August 2008 um 18:13 - Permalink

    Katerstimmung

    Schnurren der georgischen Katze war für die Katz’, da westlicher Kater kastriert - und frustriert (Neocons).


  49. · TM am 14. August 2008 um 18:22 - Permalink

    Ups, das hätten die Propagandisten aber nicht erwartet
    youtube.co...


  50. · susi am 14. August 2008 um 19:13 - Permalink

    Das Abzeichen des Eurocorps sieht anders aus, es trägt die Länderumrisse von D unF, aber keine Landesflaggen.
    Vielleicht stammt das Abzeichen von Gladio?


  51. · dein schatten am 14. August 2008 um 19:55 - Permalink

    Ein ausdrückliches Kompliment an den Spiegelfechter für die differenzierte Betrachtungsweise des Konflikts im Kaukasus.
    An dieser Stelle nochmals der nachdrückliche Verweis auf die gewaltige Macht der Medien und der gewaltigen Manipulation, der wir in derlei Situationen ausgesetzt sind, sehr gut dargelegt in dem Artikel “Medienkriege ? Die Rolle der PR-Agenturen in den Kriegen der Gegenwart” von Jean Visconti bei
    zeit-frage...


  52. · Manfred am 14. August 2008 um 20:24 - Permalink

    @46+50 Das Eurokorpsabzeichen trägt den (stilisierten) Umriss ganz Mittel- und Westeuropas.
    Das der Deutsch-Französischen Brigade ist es auch nicht, auch wenn es von der Gestaltung her naheliegen würde.


  53. · name am 14. August 2008 um 21:32 - Permalink

    Die polnischen und tschechischen Eliten erklären Europa zum zukünftigen Schlachtfeld.

    de.news.ya...

    Sollte das so weiter gehen, so sind beide Staaten aus der europäischen Union auszuschliessen. Bilaterale Verträge mit feindlichen Staaten, die Europa zur Zielscheibe machen, widersprechen den europäischen Verträgen.


  54. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 22:12 - Permalink

    @45 Manfred

    Hast ja recht - diesmal habe ich mit den Quellangaben für die Bilder geschlampt ;-)

    Das Symbol ist vom “CENTRE FRANCO-ALLEMAND TIGRE”


  55. · Spiegelfechter am 14. August 2008 um 22:18 - Permalink

    @49 TM

    *g*

    Da hat wohl wer bei FOX nicht aufgepasst. Lustig anzuschauen, wie der Anchorman ins Schwitzen gerät ;-)


  56. · Lau Dan am 14. August 2008 um 22:52 - Permalink

    zu 45, 54
    bemerkenswert find ich den Wortlaut eines anderen Abzeichens auf der Seite : “Tiger Training Center” - nix mit “tigre” - überhaupt ist die Anmutung der anderen Abzeichen ausgesprochen amerikanisch, insbesondere das erste und eigentliche - u der Stern wird bezeichnenderweise überhaupt nicht erklärt - Nebensache aber kein Zufall, u. damit kommentiert sich der Artikel auf perfide Weise gewissermassen selbst - ebenfalls mein Sinn für Humor ; )


  57. · Karl Heinrich am 14. August 2008 um 23:00 - Permalink

    Eines ist wirklich kurios: Die deutschen Medien haben den Stahlhelm viel enger geschnürt als die deutschen Beamten und Politiker.

    Man würde erwarten, dass es umgekehrt ist, dass die Presse stärker differenziert und die Politiker den Haudrauf geben. Aber es ist besser so.


  58. · jolly rogers am 14. August 2008 um 23:19 - Permalink

    Ein weiteres, peinliches Beispiel für die Einseitigkeit der deutschen “Qualitätspresse” liefert die ZEIT: kommentare...

    Während Russland als raubgieriger “Aggressor” abgestempelt wird, erscheint der nichts als größenwahnisnnige Putschist und Volksniederknüppler Saakashwili lediglich als “fragwürdig”.


  59. · Sackarschwilli am 15. August 2008 um 02:00 - Permalink

    edition.cn...


  60. · salvo am 15. August 2008 um 09:57 - Permalink

    @58

    ja, ist in der Tat peinlich, mit welcher Nonchalance die Autoren die eigene Bigotterie zur Schau stellen - die Lektüre der kritischen Kommentare lohnt aber immerhin

    apropos Bigotterie

    “Meanwhile, McCain appeared to make a new campaign gaffe Wednesday when he claimed he doesn’t support the right of nations to invade other nations.

    Sen. John McCain: “I want to have a dialogue with the Russians. I want them to get out of Georgian territory as quickly as possible. And I am interested in good relations between the United States and Russia. But in the twenty-first century, nations don’t invade other nations.””

    democracyn...


  61. · name am 15. August 2008 um 11:30 - Permalink

    Sollte MC Cain an die Macht kommen, so wäre diese Wahl für Europa nur von Vorteil. Die Gräben würden sich innerhalb der westlichen Hegimonialmächte an den eigenen entgegengesetzen Interessen weiter zuspitzen, mit der möglichen Endkonsquenz, dass der terrestrische Flugzeugträger Europa seinen völlig eigenen Weg geht.

    Georgien hat gezeigt ,dass die Ideologie der transatlantischen Vorherrschaft und Unterwerfung Geschichte ist, aber nicht, weil das europäische Bewußtsein ein friedliches ist, sondern die spezifischen europäischen Konzerne eigene Interessen verfolgen und in bestimmten Sektoren in kriegerischer Konkurrenz zu den amerikanischen Konzernen stehen.

    Die Panik im Weissen Haus ist laut vernehmbar und in der deutschen Presselandschaft kämpfen alte transatlantische Hardliner, die in ihrer eigenen Geschichte gefangen sind, gegen die neuen deutsch europäisch bürgerlichen Eliten (Artikel in der FAZ und Spon), denen der Osten mit seinen Rohstoffen näher steht, als ein unsicheres, im Zerfall befindliches Imperium. Ein europäischer Imperialimus wächst langsam mit seinen eigenen politischen Handlungen: das ist die Konsequenz aus dem Verbrechen Georgiens im Kaukasus.

    Frieden, bedeutet diese Entwicklung jedoch keineswegs.


  62. · arnim am 15. August 2008 um 11:52 - Permalink

    de.youtube...

    saakashvilli-interview bei glenn beck show..

    einfach unglaublich diese scheinheiligkeit.


  63. · Björn am 15. August 2008 um 12:08 - Permalink

    @markus

    “für investigative arbeit benötigt man jedoch oft persönliche kontakte. sowas aufzubauen kann ein gelegenheitsjournalist ( aka blogger) in der zeit von feierabend bis gutenachtgeschichte nur bedingt leisten.”

    genau das ist ja meiner meinung nach das problem.

    “aber investigativ arbeiten auch nur die wenigsten vollzeitschreiberlinge und zwar aus den gleichen gründen: kein geld, keine zeit!”

    da hast du recht. aber es muss auch nicht immer gleich “investigativ” sein. unter &#