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  • Deutschlands konjunktureller Sommernachtstraum

    geschrieben am 16. August 2010 von Spiegelfechter

    Die deutsche Exportwirtschaft legt phantastische Zahlen vor, Medien und Politik feiern das “Sommermärchen”. Doch ohne Lohnzuwächse droht der Aufschwung zu einem Strohfeuer zu werden

    Schon der von den Göttern bestrafte Sisyphos wusste, dass er seinen Felsbrocken nur deshalb tagaus, tagein steil bergauf schieben konnte, weil dieser stets kurz vor dem Höhepunkt wieder in die Tiefe rauschte. Auch die deutsche Wirtschaftspolitik ist eine Sisyphosarbeit. Die Konjunktur durchläuft ihren Schweinezyklus, mal geht es bergauf, mal geht es bergab – je steiler es bergauf geht, desto steiler geht es bergab und umgekehrt. Seit das Statistische Bundesamt am Freitag das Wirtschaftswachstum für das zweite Quartal des laufenden Jahres mit +2,2% beziffert hat, ist Deutschland aus dem Häuschen. Wirtschaftsminister Brüderle spricht von einem “Aufschwung XL”, die Medien feiern den Superstar Deutschland, der ganz Europa abgehängt hat und die Wirtschaftsverbände suchen bereits nach Argumenten, warum es auf keinen Fall Lohnsteigerungen geben darf.

    Ein historischer Aufschwung?

    Historisch sei dieses Wirtschaftswachstum, so verkünden die Statistiker. Im Vergleich zum Vorjahr sei die deutsche Wirtschaft um gigantische 4,1% gewachsen. So eine Zahl gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Das ist natürlich korrekt, aber dennoch nur eine Seite der Medaille. Das Bezugsquartal des Vorjahres lag nämlich um stolze 6,8% unter dem Ergebnis des Frühlingsquartals 2008. Die aktuelle Wirtschaftskraft liegt trotz “XL-Wachstum” immer noch unter den guten Zahlen des Jahres 2006.

    Fasst man die Bezugszeiträume für die statistischen Betrachtungen etwas weiter, so handelt es sich eher um eine Konsolidierung als um ein “XL-Wachstum”. Wäre die deutsche Wirtschaft in der Krise nicht so brachial eingebrochen, könnte sie jetzt auch nicht so kräftig wachsen. Die französische Volkswirtschaft ist im Krisenjahr 2009 nur um 2,0% geschrumpft und wuchs im zweiten Quartal diesen Jahres dementsprechend auch nur um 0,6%. Damit steht sie im Zweijahresvergleich mit -1,4% natürlich besser als Deutschland (-2,7%) da, aber das interessiert die meisten Kommentatoren nicht, denn es gilt schließlich, den teutonischen Phoenix aus der Asche zu bejubeln.

    Warum aber steigt und fällt das deutsche Konjunkturbarometer schneller als das französische? Die deutsche Wirtschaft hängt wegen ihrer vergleichsweise niedrigen Löhne in einem signifikanten Ausmaß vom Außenhandel ab. Brummt die Weltkonjunktur, feiert Deutschland Exportzuwächse, lahmt sie, bricht die deutsche Wirtschaft ein. Beim letzten großen Boom im Jahre 2006 war es vor allem der Konjunkturmotor USA, der das deutsche Wachstum antrieb. Heute ist es vor allem die chinesische Nachfrage, die Brüderle und Co. ein Lächeln ins Gesicht treibt. Wie riskant diese Exportorientierung ist, zeigte allerdings das Krisenjahr 2009 – da schrumpfte die deutsche Wirtschaft aufgrund der wegbrechenden Nachfrage aus dem Ausland wesentlich stärker als in unseren Nachbarländern.

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    Die deutsche Exportwirtschaft legt phantastische Zahlen vor, Medien und Politik feiern das "Sommermärchen". Doch ohne Lohnzuwächse droht der Aufschwung zu einem Strohfeuer zu werden Schon der von den Göttern bestrafte Sisyphos wusste, dass er seinen Felsbrocken nur deshalb tagaus, tagein steil bergauf schieben konnte, weil dieser stets kurz vor dem Höhepunkt wieder in die Tiefe ...
    Tags: China Deutschland Finanzkrise Neoliberalismus Volkswirtschaft Wirtschaft
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    1. Tweets that mention Deutschlands konjunktureller Sommernachtstraum » Spiegelfechter — Topsy.com

    40 Kommentare:

    1. HAL9002 schrieb am 16. August 2010 at 10:18 - Permalink

      Ist es nicht eine (verdrängte, vergesse) deutsche Tugend, dass man bis zur Kapitulation siegen kann?
      Fragt doch man den Knopp, Guido.

    2. R_Winter schrieb am 16. August 2010 at 10:46 - Permalink

      Der Artikel beleuchtet treffend den “Boom”. Der Index des Brutto-Inlands-Produkts war
      1/07 108
      1/08 112
      1/10 106
      Quelle: Statistischen Bundesamt

      und wahrscheinlich 7/10 um die 109.
      Wo ist der Boom?

      Interessant ist was Junkers feststellt:

      Juncker wirft Deutschland “Sozialdumping” vor
      Der Luxemburger Premierminister hatte schon im Frühling Lohnerhöhungen in Deutschland gefordert………..platzte Jean-Claude Juncker der Kragen.
      “Den Weg, wie Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert hat, würde ich in unserem Land nicht gerne gehen”, sagte Juncker unverblümt und warf der Bundesregierung ganz offen “Lohn- und Sozialdumping” vor.
      Explizit verglich er die Lohnentwicklung der beiden Länder: Während die deutschen Arbeitnehmer seit Beginn der Währungsunion 1999 bis heute mit einer schmalen Lohnsteigerung von zwölf Prozent vorlieb nehmen mussten, konnten sich die Luxemburger über 41 Prozent mehr Geld freuen. Wenn man die Inflation mit einbezieht, so Juncker, “hat sich das Realeinkommen der deutschen Arbeitnehmer verschlechtert”. Schuld daran seien unter anderem die Hartz-Reformen, die “ganze Teile der Bevölkerung in den Niedriglohnsektor hinabgedrückt” hätten. “Millionen Menschen in Deutschland verdienen weniger als 700 Euro im Monat”, regt sich Juncker auf.
      Er wirft Deutschland vor, mit niedrigen Löhnen Profit auf Kosten anderer Länder zu machen und attackiert “eine Fehlentwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft und der Tariflandschaft”.
      Quelle: Luxemburger Wort

    3. André aus H. schrieb am 16. August 2010 at 11:09 - Permalink

      Deutschland = sinkender Reallohn, und das schon seit 20 Jahren. Dadurch wird das Land immer wettbewerbsfähiger. Hinzu kommt hierzulande eine unglaubliche Arbeitsintensität, die schon unsere unmittelbaren Nachbarn erschaudern läßt.

      Wenn Statistiken behaupten, es gäbe Lohnsteigerungen (und das wird ja nahezu immer behauptet), dann müßte man hinterfragen, was da ausgewertet wurde. Denn anhand solcher Statistiken wird ja auch bewiesen, daß die Vollbeschäftigung in Reichweite ist. Oder daß der Durchschnittslohn in der Industrie bei deutlich über 3000 Euro liegt.

      Die aktuelle Jubelstimmung ist natürlich ganz bewußt inszeniert, denn schließlich ist ein Aufschwung vor allem Psychologie. Den Binnenmarkt hat man schon seit vielen Jahren abgehakt, der gilt als gesättigt. Das ist er zwar nicht, denn beachtliche Teile der Bevölkerung können nur eingeschränkt konsumieren, weil das Geld knapp ist. Aber nun hat man sich einmal so entschieden, und nun zieht man das durch. Und wenn sich dicke Autos gerade in China verkaufen lassen, dann produziert man eben auf Teufel komm raus für China. Demnächst müßte eigentlich Indien nachziehen, aber da wären erst noch ein paartausend Kilometer Straße auf Kosten des deutschen Steuerzahlers zu teeren, sonst können diese Autos dort nicht fahren.

      Und so wird es wohl langsam eng mit neuen Märkten und mit dem Wachstum ganz allgemein. Aber das blenden unsere Politiker vollkommen aus. Es gibt kein Konzept für die Zeit nach dem Wachstum, deswegen sollte man sich ein solches selber zurechtlegen.

      • schwitzig schrieb am 16. August 2010 at 12:35 - Permalink

        Und nicht zu vergessen:Die völlig irrealen “Inflationszahlen”.

      • Mason schrieb am 16. August 2010 at 15:52 - Permalink

        [...] deswegen sollte man sich ein solches selber zurechtlegen.

        Ganz offene und neugierige Frage: Was schlaegst Du konkret vor ?

    4. Ralf S. schrieb am 16. August 2010 at 11:10 - Permalink

      Ein Mensch der noch selbstständig denken kann und die einfachen Grundrechenarten beherrscht kann eigentlich nicht ernsthaft glauben das irgend etwas besser geworden wäre.

      Nichts hat sich geändert! Das System ist noch genau so in Betrieb wie es immer war. Profit ist immer noch die oberste Prämisse, danach kommt lange nichts. Und innerhalb dieser Prämisse steht die leistungslose Geldvermehrung immer noch ganz weit vorne. Alles hat sich immer noch diesen “Werten” unterzuordnen.

      Und es reichen die einfachen Grundrechenarten um die Katastrophe zu sehen in die wir steuern. Wobei das “wir” noch differenziert betrachtet werden muss.

    5. Heldentasse schrieb am 16. August 2010 at 11:42 - Permalink

      Nee, sach blos dieser Medienrummel wäre im Prinzip was Neues?

      Mediendemokratien produzieren die Fakten, die sie brauchen. Hier wird die Doppelnatur von Medien, einerseits Wirklichkeit zu vermitteln, andererseits Wirklichkeit zu konstruieren und zu manipulieren, besonders deutlich. Politiker haben daraus gelernt, in einem Gelände ohne saubere Markierungen das Verhältnis von Wirklichkeit und Wünschbarem nach partikularen Interessen zu bestimmen

      aus Über den Verfall der Kunst des politischen Lügens

      Ob sich die aktuellen Aufschwungsmeldungen schon mit der Qualität eines winterlichen Wetterberichtes der rumänischen Ceausescu Ära messen können möchte ich bezweifeln, aber was nicht ist kann ja noch werden.

    6. Beate schrieb am 16. August 2010 at 12:07 - Permalink

      Die Lügner und Betrüger haben uns fest im Griff.

      Beispiel: Desertec. Die deutschen Stromkonzerne haben gar nicht die Absicht dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, da die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke, das primäre Ziel ist.

      Die EZB könnte Geld drucken, und mit dem Geld könnte Desertec durch die EU finanziert werden.

      Folgen 100000de finden wieder eine Arbeit, die Energiepreise sinken um 1/3, die deutsche Industrie wird international wettbewerbsfähiger, die deutschen Verbraucher konsumieren mehr.

      • Hans Bambel schrieb am 16. August 2010 at 15:09 - Permalink

        Klingt zwar gut, hat aber einen Haken. Wenn die Bürger mehr Geld haben, dann sind sie auch unabhängiger und schlechter zu kontrollieren.

    7. Maria schrieb am 16. August 2010 at 12:40 - Permalink

      Brüderles Aussage über den “Aufschwung XL” ist doch nur reine Psychologie! Optimismus hilft der deutschen Wirtschaft viel mehr weiter als Sketizismus. Dies gilt umso mehr, wenn es Aussagen des Bundeswirtschaftsministers betrifft…

    8. HAM schrieb am 16. August 2010 at 12:55 - Permalink

      @SF

      „Die Konjunktur durchläuft ihren Schweinezyklus, mal geht es bergauf, mal geht es bergab – je steiler es bergauf geht, desto steiler geht es bergab und umgekehrt.“

      Es sind keine „Schweinezyklen“.
      Sondern für die normale Bevölkerung geht es nur abwärts, genauso mit den staatlichen Infrastruktur-Investitionen.
      BIP-Zahlen, selbst wenn sie korrekt sind, sagen überhaupt nichts Inhaltliches aus.

      • Spiegelfechter schrieb am 16. August 2010 at 12:57 - Permalink

        Das ist so nicht richtig. Frag doch mal die (ehemaligen) Kurzarbeiter in der Automobilindustrie, ob es ihnen heute oder vor einem halben Jahr besser ging. Dass es uns allen besser gehen könnte, wenn wir eine vernünftige Politik hätten … geschenkt ;-)

        • HAM schrieb am 16. August 2010 at 13:52 - Permalink

          @SF

          Schweinzyklus bezeichnet ein Marktregulativ.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Schweinezyklus

          Hier spielen aber ganz andere Prozesse die entscheidende Rolle. z.B.
          Automatisierung
          http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html
          Defizitkreisläufe
          http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32931/1.html

        • Stefan K. schrieb am 16. August 2010 at 17:40 - Permalink

          Hey! – weshalb hast Du den link rausgeworfen?

          http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-08/industrie-beschaeftigte

        • Stefan K. schrieb am 16. August 2010 at 17:49 - Permalink

          Hey! – weshalb wurde mein Kommentar mit link zu einem anderen Artikel als Spam makiert?

          • Spiegelfechter schrieb am 16. August 2010 at 19:15 - Permalink

            Ich habe keine Ahnung – muss ein Fehler im System sein. Sorry.

            • Stefan K. schrieb am 16. August 2010 at 21:16 - Permalink

              It does’nt matter – Hauptsache ist, ein Systemfehler wird erkannt, um ihn beheben zu können).

    9. Elbarto schrieb am 16. August 2010 at 12:57 - Permalink

      Eine Stärkung der Binnennachfrage ist aber nur dann möglich, wenn entweder die Löhne oder aber die Binneninvestitionen steigen.

      Hat Onkel Sinn doch letztens schon erklärt. Wir brauchen doch nur Investitionen für den Aufschwung. Konsum spielt keine Rolle. Passt ihr denn gar nicht auf?

      Immer diese Unwahrheiten auf SF!

      • Spiegelfechter schrieb am 16. August 2010 at 13:00 - Permalink

        Ich halte diese Antwort auf Prof. (Un)Sinn für ausreichend ;-)

        • Elbarto schrieb am 16. August 2010 at 14:51 - Permalink

          Danke für den Link! Hab zwar nicht alles verstanden und musste mehrmals guugeln aber mit meinen drei Jahren Berufsschul-VWL aus den frühen 90zigern geht das wohl klar, find ich *g*

          Eine These zur Stärkung des Konsums aus dem Artikel:
          "Durch mehr Massenkaufkraft, zum Beispiel durch höhere Löhne, sagen bekanntlich die Keynesianer."

          FAZ/Sinn:

          "Um die Binnenwirtschaft zu beleben, taugen die alten keynesianischen Rezepte nicht. Es kommt darauf an, durch mehr Wettbewerb die ungenutzten Potenziale der Volkswirtschaft zu mobilisieren. "

          Wenn Sinn dabei mit dem Sayschen Theorem (was ich natürlich guugeln musste) um die Ecke kommt um seine These zu untermauern, dann kann ich als Laie nur staunend mit dem Kopf schütteln. Dieses Theorem ist irgendwann 18 Hundert schiess mich tot aufgestellt worden.

          Um es zuzuspitzen: Wer an I glaubt, will den Reichen mehr Geld geben, wer an C glaubt, den Armen.

          Starkes Ende O_o

        • goldman sachs schrieb am 16. August 2010 at 15:46 - Permalink

          @spiegelfechter

          Ich halte diese Antwort auf Prof. (Un)Sinn für ausreichend ;-)

          Ich fürchte, deine im Artikel vorgetragenen Rezepte sind “intellektuelle” (VWL)-Glasperlenspielerei.

          Wo soll der übermenschliche politische Wille zum Umschalten auf „Binnenkonjunktur“ eigentlich herkommen? Selbst wenn es 2013 zur politischen Gezeitenwende und zum Desaster für Schwarz-Gelb kommen sollte, wird das Umschalten auf „Binnenkonjunktur“ anschließend im massiven gegnerischen Sperrfeuer stecken bleiben.

          Das Weiter-so ist in Deutschland ganz tief einprogrammiert. Nüchtern betrachtet werden sich die Rahmenbedingungen in Deutschland daher auf mittlere Sicht beschleunigend noch weiter verschlechtern, der Druck nach unten wird immer brutaler durchgereicht werden, politisch wird die Stimmung immer explosiver werden. Man muß nun wirklich keine bunte Fantasie haben, um sich am Horizont eine vorrevolutionäre Situation in diesem kommenden Deutschland vorzustellen.

          Aber bleiben wir kurzfristig noch auf dem Teppich: wenn nicht bald, dann 2013 wird sich aber unter dem Druck externer Großereignisse die Macht ruckartig eine Stufe höher zur EU verlagern und dieses Land Deutschland wird wohl von höheren Mächten u.a. per Industriepolitik zu seinem Glück gezwungen werden.

    10. elwu schrieb am 16. August 2010 at 12:58 - Permalink

      Zu Lohnzuwächsen: die Gewerkschaften des DGB betreiben seit vielen Jahren eine aktive Mithilfe, die Realeinkommen der Beschäftigten gering zu halten. Allen voran die IG Metall.

      Die hat ja sogar bei bereits stark anziehender Konjunktur im Frühjahr für dieses Jahr bei den Arbeitgebern eine de-facto Nullrunde beantragt und die erstaunlicherweise auch erhalten. Und für nächstes Jahr eine Mini-Anhebung von 2,7%.

      Ein Nachschlag ist natürlich nicht vorgesehen, selbst wenn die Gewinne der Unternehmen explodieren. Über die Laufzeit ergibt sich unter Berücksichtigung der Inflationsrate wieder mal ein Reallohnverlust für die dem TV angehörigen Beschäftigten (wie unterm Strich seit ungefähr 12 Jahren).

      Diese Reallohnverluste mussten sie hinnehmen unter anderem weil sie, ungefragt, die politische Herzensangelegenheit der IG Metall, den ERA-Tarifvertrag, finanzieren müssen. Durch sogenannte ‘Strukturkomponenten’, eine Art interner Verschiebebahnhof, in dem die Gehaltsanhebungen der einen durch erzwungenen Gerhaltsverzicht der anderen Mitarbeiter finanziert werden. Den Arbeitgebern ist das natürlich recht.

      Die IG Metall, der auch Unsinn wie die ‘Abwrackprämie’ zu verdanken ist, stellt sich sogar inzwischen zusammen mit den Arbeitgebern und Parteien hin und verlangt eine Grundgesetzänderung. Nicht zum Wohle der Beschäftigten sondern allein des Machterhalts wegen: um kleinere, schlagkräftigere, mehr an den Interessen der Mitarbeiter orientierte Gewerkschaften kaltzustellen.

      • André aus H. schrieb am 16. August 2010 at 13:23 - Permalink

        Richtig, die Gewerkschaften sind seit Jahren in der Defensive und rennen der Entwicklung hinterher. Sie haben der Durchrationalisierung der Wirtschaft nichts mehr entgegenzusetzen. Ich bin nach ERA eingestuft und stelle fest, daß es sich hierbei um ein Kostensenkungsprogramm für die Industrie handelt. Sonst hätten die Firmen da auch gar nicht mitgemacht. Ist man einmal in eine ERA – Lohngruppe eingestuft, kommt man dort nie mehr raus. Die Zeiten, wo man mit den Jahren an Betriebszugehörigkeit auch mehr Geld bekam, diese Zeiten sind lange vorbei. Hochstufungen gibt es deswegen schon nicht, weil das Entlohnungssystem eine Art Pyramidenform haben muß. Will ich mehr, muß ein anderer weniger bekommen.

        Und so steht man da und schaut zu, wie die reale, persönliche Inflation (also nicht die statistisch zurechtgelogene) das Nettogehalt nach und nach auffrißt. Wechsel der Firma? Quatsch, inzwischen arbeiten alle so!

    11. Schneemann schrieb am 16. August 2010 at 13:14 - Permalink

      …verlangt eine Grundgesetzänderung. Nicht zum Wohle der Beschäftigten sondern allein des Machterhalts wegen: um kleinere, schlagkräftigere, mehr an den Interessen der Mitarbeiter orientierte Gewerkschaften kaltzustellen.

      Hand in Hand mit der Arbeitgeberseite. Siehe FAU in Berlin — ein halbes Jahr lang ganz legal verboten.

    12. goldman sachs schrieb am 16. August 2010 at 13:17 - Permalink

      Vor der Systemkrise waren die kapitalistischen Kernländer der Motor der weltweiten Konjunktur. Die ihnen subordinierten Ökonomien (wie China, aber auch Nachkriegsdeutschland) waren in hohem Maße auf die Exportnachfrage dieser kapitalistische Kernländer angewiesen. Heute ist das genaue Gegenteil der Fall: Die kapitalistischen Kernländer sind heute erstmals auf die Nachfrage der „Schwellenländer“ angewiesen.

      Wenn Deutschland nicht grundlegend umschaltet und die Binnennachfrage ins Zentrum stellt, wird es ein abhängiger Zulieferstaat werden.

      Die aktuelle Entwicklung in China ist bereits erstmals stärker von der chinesischen Binnennachfrage als von der Exportnachfrage der „Industrieländer“ getrieben. China hat 2009 mit Exporten von 840 Milliarden Euro Deutschland als Exportweltmeister überholt. China wird möglicherweise schon 2010 zweitgrößte Wirtschaftsmacht vor Japan und Deutschland. China hatte 2007 schon einmal Deutschland als drittgrößte Ökonomie überholt.

      China zeigt das erste Mal in der Geschichte des kapitalistischen Weltsystems, dass eine Ökonomie mit seiner Binnennachfrage als größtem Motor zu einer weltgestaltenden Wirtschaftsmacht aufsteigen kann. Deutschland kann das aber nicht kopieren. Es hat u.a. mit der Milliardenbevölkerung Chinas zu tun, daß Wirtschaftsprozesse dort viel schneller und mächtiger ablaufen als sich Ökonomen so vorstellten.

      In „Schwellenländern“ (China, Brasilien, Russland, Indien) vollzieht sich gerade als Folge der Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems ein historisch einmaliger epochaler Strukturwandel. In den führenden 16 „Schwellenländern“ werden zum Beispiel heute mehr Autos verkauft als in den USA, Japan und der EU zusammen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich die Lebensbedingungen in den kapitalistischen Kernländern immer mehr an die früheren miserablen Lebensbedingungen in den „Schwellenstaaten“ annähern werden.

      Das gilt ganz besonders für die USA und deshalb sind die USA momentan das Hauptrisiko: Die Machteliten der USA könnten kalkulieren, durch einen Angriff auf den Ölstaat Iran die in US-Dollar fakturierten Ölpreise zur Explosion bringen, um den US-Dollar eine Zeitlang noch als Weltwährung zu retten und so den totalen Wirtschaftskollaps hinauszuzögern

    13. sparbrötchen schrieb am 16. August 2010 at 13:18 - Permalink

      Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt hat natürlich das Potential, einen selbsttragenden Aufschwung anzustoßen. Dabei müsste man lediglich seine eigenen Vorgaben erfüllen. Der Euro-Stabilitätspakt sieht vor, dass die Löhne sich im Idealfall in der Höhe des Inflationsziels oberhalb der Produktivitätssteigerung [extern] bewegen.

      Lohnerhöhungen sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für einen selbsttragenden Aufschwung. Da die Mehrheit der Bevölkerung (mein Eindruck) das Ideal der schwäbischen Hausfrau für sich und den Staat vor sich herträgt dürften die, die schuldenfrei sind, das Lohnplus größtenteils auf das nächste Tagesgeldkonto schieben. Das Geld darf der Staat natürlich nicht leihen weil er gefälligst zu sparen hat und Unternehmer werden es wohl auch nicht leihen wollen, denn warum sollten sie investieren wenn die Nachfrage nach ihren Produkten nicht steigt. Daher wird es neben den Lohnerhöhungen auch dringenst notwendig sein, den volkswirtschaftlichen Diskurs in dieser Gesellschaft zu versachlichen.

    14. Schneemann schrieb am 16. August 2010 at 13:32 - Permalink

      um gigantische 4,1% gewachsen. … Das Bezugsquartal des Vorjahres lag nämlich um stolze 6,8% unter dem Ergebnis des Frühlingsquartals 2008.

      Und eben dies ist der Taschenspielertrick der Prozentrechnerei. Beispiel: jeder Schüler lernt in der Rechenstunde, daß nach einem Verlust von 50% eine Steigerung um ebensolche 50% zu einem Niveau von 75% führt, also einem Nettoverlust von 25%.

      Letztes Jahr fielen die Exporte zwar nur um rund 30%, doch nun werden einstellige Wachstumsraten gefeiert, als ob das Land aus dem Schneider wäre. Von einem Ausgangswert 100 bringen 6,8% Verlust einen reduzierten Wert in Höhe von 93,2; ein Wachstum um 4,1% führt somit zu einem aktuellen Wert von 97 — etwa 3% weniger als der Ausgangswert.

      Völlig unberücksichtigt bleiben die zig Milliarden, die für diesen ‘Aufschwung’ vergeudet worden sind. Doch hat nicht jedes Land die Politiker, die es verdient??

      • Heldentasse schrieb am 16. August 2010 at 20:24 - Permalink

        Diese Art von % Rechnung ist ein Taschenspielertrick, darum benutzen auch (mehr oder weniger) seriöse Institutionen Punkte die sich auf einen festgelegten Normwert beziehen. Z.B. ergibt sich beim DAX das ein heutiger Rückgang um 100 Punkte mit einer morgigen Zunahme um den gleichen Wert kompensiert werden könnte.

        Es spräche in meinen Augen nichts dagen so eine Art der Berechnung auch bei den Veränderungen diverser Wirtschafts/ bzw. Einkommensleistungen einzuführen (gibts vermutlich auch schon für Fachleute), bis auf die Tatsache das dadurch Manipulationen erschwert würden, was womöglich einige Mitmenschen nicht in den Kram passen könnte.

        In diesem Zusamenhang kann ich nur das Büchlein von Beck-Bornholdt/ Dubben “Der Hund, der Eier legt – Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken” empfehlen!

        Darin stehen noch einige weitere hybsche Methoden wie man seinen Mitmenschen Sachverhalte vorgaukeln kann die objektiv so gar nicht vorliegen. IMO bassiert das Ganze u.a. auf Lücken in der menschlichen Wahrnehmung, die wenn man die Statistik verantwortungsvoll und richtig enwenden würde, teilweise geschlossen werden könnten.

    15. salvo schrieb am 16. August 2010 at 15:06 - Permalink

      neuer Versuch:

      Die USA scheinen als künftige Lokomotive der Weltwirtschaft ohnehin auszuscheiden, wollen sie ihren gigantischen Schuldenberg in den nächsten Dekaden abbauen.

      lieber Jens

      ein gut gemeinter Tip, setze Dich mal bitte mit der Modern Monetary Theory auseinander. Für einen souveränen Staat wie die USA mit eigener nicht-konvertibler Währung mit flexiblen Wechselkursen (fiat currency) spielt der ‘Schuldenberg’ keine Rolle, look at Japan. Oder um es mit Bill Mitchell zu sagen:

      “Third, in a fiat currency system the government does not need to finance spending in which case the issuing of debt by the monetary authority or the treasury has to serve other purposes. Accordingly, it serves a interest-maintenance function by providing investors with an interest-bearing asset that drains the excess reserves in the banking system that result from deficit spending. If these reserves were not drained (that is, if the government did not borrow) then the spending would still occur but the overnight interest rate would plunge (due to competition by banks to rid themselves of the non-profitable reserves) and this may not be consistent with the stated intention of the central bank to maintain a particular target interest rate.”

      hierzu ein paar Kurse von Bill Mitchell

      Deficit spending 101 – Part 1
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=332

      Deficit spending 101 – Part 2
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=352

      Deficit spending 101 – Part 3
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=381

      Size of deficit 101
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=930

      Structural deficits – the great con job!
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=2326

      Gold standard and fixed exchange rates – myths that still prevail
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=2562

      Fiscal sustainability 101 – Part 1
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=2905

      Fiscal sustainability 101 – Part 2
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=2916

      Fiscal sustainability 101 – Part 3
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=2943

      Debt is not debt
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=3346

      btw, Deutschland ist, was das ökonomische Bewußtsein anbelangt, in einem wahrhaft mythologischen Zustand zurückgeblieben

      • Spiegelfechter schrieb am 16. August 2010 at 16:37 - Permalink

        mit dem Thema werde ich mich noch ausführlich beschäftigen. Danke für den Tipp.

        p.s.: Neuer Versuch deshalb, weil das System Kommentare mit mehr als 6 Links automatisch in die Freigabeschlange schiebt. Sorry

      • Christian schrieb am 17. August 2010 at 00:29 - Permalink

        Den Tipp wollte ich auch gerade geben, die Suchfunktion meines Browsers hat mich aber davor bewahrt ;)

        Wenn ich hier aber mal jemanden habe, der sich anscheinend genauer mit MMT auskennt, dann kann ich ja mal fragen: Wie sollte man die Finanzierung der EU-Staaten ändern, die ja in gewisser Weise analog zu der Finanzierung der US-Staaten ist, die ja auch kein eigenes Geld schöpfen können, was in der Realität ja zu gewissen Problemen führt, z.B. Kalifornien. Gibt es dafür einfache oder kluge Ideen?

        Zum Thema ökonomisches Bewusstsein: Das scheint in anderen Ländern zwar evtl. besser zu sein, aber MMT führt doch auch eher ein gewisses Nischenleben, oder? Da gab es doch neulich noch einen Eintrag bzgl. Deficite Doves und Deficite Hawks..
        Krugman hat die Theorie neulich kritisiert, indem er sie falsch interpretiert hat, wenn ich nicht irre.. (Link grade nicht zur Hand)

        • salvo schrieb am 17. August 2010 at 08:03 - Permalink

          Hallo Christian

          da Du den Blog von Bill Mitchell kennst, verweise ich auf seine zahlreichen Beiträge zum Thema Euro. Im Archiv findest Du unter der Kategorie Eurozone viele Beiträge.

          http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?page_id=1667

          In Kürze: Er beurteilt die Euro-Konzeption negativ, weil sich die betroffenen Staaten mit dieser Konstruktion unnötige Schranken aufgegeben haben, eine dem Allgemeinwohl verpflichtete Fiskalpolitik zu verfolgen, die prinzipiell unter den monetären Voraussetzungen einer fiat Währung möglich wäre. Indem die Euro-Länder die monetäre Politik auf die supranationale Ebene verlegt, die Finanzpolitik aber den Mitgliedstaaten überlassen haben, haben sie das konterkariert. Die euro Zone funktioniert so wie eine Karikatur des eigentlich überwundenen Gold-Standards. Man könnte sagen, dass die eigentliche Auswirkung der derzeiitigen Eurozone-Struktur darin besteht, die demokratischen Strukturen und Möglichkeiten der nationalen Mitgliedsstaaten auszuhöhlen, indem ihnen die Rechte und Werkzeuge (zB die fiskalpolitischen) genommen werden, eine an dem Allgemeinwohl ausgerichtete Politik umzusetzen. Lösungen sieht Mitchel eigentlich nur zwei:
          1. ich zitiere mal:
          “The other solution would be to create a properly function sovereign state at the EMU level by giving the European Parliament fiscal responsibilities that are currently borne by the individual member states and making it more representative. To make this work even better, the ECB should come under the responsibility and direction of the European Parliament so that macroeconomic policy is enacted by elected officials.”
          2. Da er nicht glaubt, dass die europäischen Eliten diese Lösung zulassen werden, hilft nur der Druck der betroffenen Bevölkerungen auf die nationalen Politiken, die Eurozone zu verlassen und diese ultimativ aufzulösen.

          Die MMT mag noch ein Nischendasein führen, vor allem im rückständigen Europa. Was aber kein Wunder ist, da sie vom akademischen und medialen Mainstream natürlich bekämpft wird, geht es ja darum, die Grundvoraussetzungen, auf denen die neoliberalen Konzepte beruhen, zu erschüttern, die dafür verantwortlich sind, dass die Ökonomie zum Werkzeug zur Durchsetzung der Interessen einer Minderheit pervertiert ist und nicht als eines zur Umsetzung gesellschaftlicher Interessen. Vielleicht sehe ich das zu optimistisch, aber im Grunde sehe ich die MMT als realistische Möglichkeiten einer echten nachhaltigen Domestizierung des Kapitalismus, die möglicherweise irgend wann auch aus ihm herausführen könnte.

          btw im angelsächsichen Sprachraum gibt es doch eine prominente Vertreter der MMT, u.a.
          Bill Mitchell
          Walter Mosler
          James K. Galbraith
          Marshall Auerback
          L. Randall Wray

          und es werden mehr :-)

          Paul Krugman ist soch nicht so weit, whrscheinlich erlaubt es ihm seine Stellung im öffentlichen Diskurs noch nicht, sich so weit aus dem mainstream herauszuwagen

    16. Soulsurfer schrieb am 16. August 2010 at 16:27 - Permalink

      Ansturm auf Public Housing-Anträge(!) in Atlanta:
      http://www.msnbc.msn.com/id/21134540/vp/38667261#38667261

    17. Grobrhetoriker schrieb am 16. August 2010 at 17:38 - Permalink

      Ein Jahr “Grundlagen der Psychologie” an jeder Schule als Pflichtfach in der 9ten oder 10ten Klasse einführen, damit den Jugendlichen schon von vorne herein klar gemacht wird, wie sie in den darauf folgenden Jahrzehnten ihres Lebens belogen, betrogen und manipuliert werden.
      Hinzu kommt ein Jahr – nennen wir es aus Ermangelung an Begriffen, die sich den Schulen verkaufen lassen – Informatik. Hier lernt man nicht nur die Grundlagen, um mit dem PC zu arbeiten. Nein! Man lernt auch, wie man sich richtig und ausgewogen informieren kann. Das hilft nicht nur später beim selbstständigen Lernen – das hilft auch dabei, sich eine ausgewogene Meinung zu bilden. Dafür streichen wir dann das halbe Jahr, in denen man mit Visual Basic bunte Taschenrechner bastelt. Hussa!
      Es wäre so einfach, die ersten Schritte in die richtige Richtung zu machen. Aber das will ja niemand.

      So. Ja. Ich habe gehofft, das Thema beim Spiegelfechter zu sehen, nachdem ich schon einen blinden Jubelartikel in unserer Regionalzeitung gelesen habe. Und dann in anderen Zeitungen und Magazinen. Es ist wirklich abartig, wie viele Journalisten – oder wenigstens deren Vorgesetzte – sich wieder als Jubelperser outen. Kein Wort darüber, dass nun auch die Löhne steigen müssten und sonstwas. Nein! Der Aufschwung ist da, und allen geht es automatisch besser als jemals zuvor. Ich finde das einfach nur noch abartig.

      Vielen Dank für den Artikel! :]
      Müsste eigentlich mal anfragen, ob ich ihnen nicht etwas über die Krankenkasse zukommen lassen kann. Sie betreiben hier Herzinfarkt-Prävention.

    18. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2010 at 17:43 - Permalink

      @Stephan K

      Sorry, ich habe Deinen Kommentar wohl versehentlich gelöscht. Schick den Link doch bitte noch einmal rüber.

      • Stefan K. schrieb am 17. August 2010 at 11:27 - Permalink

        War wohl ein “Stefan P.” – Reflex).

    19. Cobra Liberaleusis schrieb am 16. August 2010 at 21:12 - Permalink

      @André aus H. #3

      Deutschland = sinkender Reallohn, und das schon seit 20 Jahren. Dadurch wird das Land immer wettbewerbsfähiger. Hinzu kommt hierzulande eine unglaubliche Arbeitsintensität, die schon unsere unmittelbaren Nachbarn erschaudern läßt.

      Kurz, knapp, gut.

      So einfach geht das in D: Mit dem logistischen Umgang von Menschenopfern (zutreffender: Opfermenschen) haben wir halt Erfahrung, mehr als jede andere Nation.

    20. Karl Heinrich schrieb am 16. August 2010 at 22:20 - Permalink

      Die deutsche Wirtschaft hängt wegen ihrer vergleichsweise niedrigen Löhne in einem signifikanten Ausmaß vom Außenhandel ab.

      Natürlich wieder ohne einen Case in point, was ja auch bei Flassbeck stets fehlt. China ist derzeit verrückt nach BMW, Mercedes und Audi. Da spielt der Euro eine unterstützende Rolle, nicht Billiglöhne.

      Auch bleibt bei dieser Exportkritik nebulös, worin denn der Vorteil läge, wenn eine bestimmte Zahl an Autos in Italien statt in Deutschland bestellt würde.

      Die Importe waren übrigens im Juni so hoch wie noch in keinem Monat zuvor. Lohn-Dumpen da etwa andere?

    21. Schweigsam schrieb am 17. August 2010 at 08:43 - Permalink

      Gut zu lesender und verständlicher Artikel!
      Ich hätte da noch einige Fragen, aber ich glaube dass mir noch so einige grundlegende Wirtschaftszusammenhänge nicht klar sind.
      Müsste mich bei Gelegenheit mal mit online Literatur zu diesen Thema grundlegender befassen.
      Jedenfalls ist mir diesmal dein “Fremdwörterarsenal” nicht um die Ohren geflogen;-)


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