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      Krugman und Flassbeck sagen aber wir brauchen mehr Schulden....

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      Und leitest du daraus ab, dass wir keinen Staat brauchen,...

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      haha, lustig.

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      Nein – wir brauchen die...

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      lol. wir brauchen die...

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      anders formuliert bzw.in kontext gesetzt: Apropos Schulden:...

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  • Psychologische Kriegsführung

    geschrieben am 15. August 2008 von Spiegelfechter

    Georgien hat seit dem Regierungsantritt des amtierenden Präsidenten Saakaschwili sein Verteidigungsbudget mehr als versiebenfacht. Die georgischen Streitkräfte wurden von amerikanischen und israelischen Militärberatern in moderner Kriegsführung geschult. Militärisch hatte das kleine Georgien der Großmacht Russland trotzdem nicht viel entgegenzusetzen. In einem militärischen Teilbereich konnte Georgien allerdings glänzen und den Gegner auf allen Feldern in die Schranken verweisen. Die ?Psychologische Kriegsführung? ist ein militärisches Fachgebiet, das sich mit der Beeinflussung und Manipulation gegnerischer Streitkräfte und der Öffentlichkeit gegnerischer, neutraler und befreundeter Staaten befasst. Sie ist damit die militärische Schwester der ?Public Relations? und wird in einer weltweiten Mediengesellschaft immer wichtiger.

    Wenn in einem Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, hat es dann ein Geräusch dabei gegeben? Gibt es eine Wahrheit, wenn niemand sie kennt? In den westlichen Demokratien ist der Krieg nicht sonderlich beliebt. Der Wähler mag keine Politiker, die große Teile seiner Steuergelder für Militär und Kriege ausgeben und er versteht von sich aus nicht, warum einige Länder der Achse des Bösen angehören sollen. Um den Wähler von der Notwendigkeit dieser Ausgaben und der Richtigkeit einer ausgrenzenden und feindlichen Außenpolitik zu überzeugen, muss ihm glaubhaft gemacht werden, dass dies auch in seinem Interesse sind. Ein Bedrohungsszenario eignet sich dafür recht gut, wie auch die gefühlte Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus in Deutschland belegt. Menschliches Mitleid ist ein weiterer Punkt. Wenn ein großes Land ein kleines überfällt und dabei mordet, brandschatzt und plündert, so wird dies beim Betrachter als Ungerechtigkeit aufgefasst, die korrigiert werden muss. Problematisch wird es allerdings, wenn die Nation, der die Solidarität der Regierenden gehört, sich nicht so benimmt, dass ein teures und riskantes Engagement für diese Nation dem Wähler zu vermitteln wäre. Zur Lösung dieses Problems gibt es die “Psychologische Kriegsführung” und spezielle PR-Agenturen, die sich auf dieses Fachgebiet spezialisiert haben.



    Weltweit werden im Marketingbereich jährlich über 1.000 Mrd. US$ ausgegeben. Wissenschaftlich perfektionierte Methoden sorgen dafür, dass der Großstädter den Wunsch hat, sich einen teuren und umweltfeindlichen Geländewagen zu kaufen und im Supermarkt gerne zum Markenprodukt greift, das wesentlich teurer als das No-Name Produkt ist. Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus. ?Psychologische Kriegsführung? nutzt diese Mechanismen, um den Bürger in einem militärischen Konflikt auf die ?richtige? Seite zu bringen. Die Grenzen zwischen klassischer PR und ?Psychologischer Kriegsführung? sind fließend. Die ?Brutkastenlüge? wurde von der PR-Agentur Hill & Knowlton konzipiert und hatte bedeutenden Einfluss auf die öffentliche Unterstützung der US-Politik im Vorfeld der Zweiten Golfkrieges. Georgien wird in den Bereichen Medien- und Politikkommunikation von der PR-Agentur Aspect Consulting beraten. Deren Gründer und Senior-Partner James Hunt war zuletzt in der Geschäftsführung von Hill & Knowlton. Er arbeite während der Brent-Spar Krise für Shell, polierte das Image von McDonalds während der BSE-Krise auf und wischte die Bedenken der Gegner genetisch manipulierter Saatgüter vom Tisch. Der Georgien-Krieg ist allerdings sein Meisterstück und seine Arbeit kann getrost als meisterlich gewertet werden.

    Vom ersten Moment an hatte Georgien die Lufthoheit im Krieg um die Wahrheit in den Köpfen inne. Die Krisen-PR war dabei generalstabsmäßig geplant. Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete, veranstaltete der georgische Premier Lado Gurgenidze ein gut organisiertes ?Investoren-Treffen? mit den fünfzig einflussreichsten Bankern der Wall-Street und impfte diese auf die georgische Version, das kleine Land würde von großen Nachbarn Russland brutal überfallen, obgleich zu diesem Zeitpunkt offensichtlich war, dass der Aggressor Georgien heißt. Die georgische Version wurde bereits am ersten Kriegstag nahezu Wort für Wort von den großen US-Sendern übernommen. Der smarte Präsident Saakaschwili, der an der Georgetown University in Rechtswissenschaften promovierte, suchte von Anfang an die Medienöffentlichkeit und stand CNN und BBC stets für Interviews zur Verfügung. Dort saß er dann an seinem Schreibtisch vor den Flaggen Georgiens und der EU und parlierte im fließenden Englisch. Georgien ist freilich kein Mitglied der EU aber die Botschaft war klar ? wir gehören zu euch, wenn wir ?angegriffen? werden, werdet auch ihr angegriffen.

    Den Korrespondenten der westlichen Medien, die zu Beginn des Krieges in Tiflis einfielen, wurden von der PR-Agentur Aspect Consulting mit gut ausgearbeiteten Informationen und regelmäßigen E-Mail Newslettern versorgt, die die georgische Sicht der Dinge als Fakten darstellten. Die TIMES berichtet von alleine 20 Presseinformationen, die am Sonntag per Mail herausgingen, um zu belegen, dass Russland eine Invasion gestartet hätte. Einige Meldungen ließen sich schlicht nicht überprüfen, andere hätten sich zwar überprüfen lassen, was von den Medien aber aus Bequemlichkeit meist unterlassen wurde. Wieder andere Meldungen waren schlichtweg grotesk ? so wurde etwa gemeldet, dass russische Jets Tiflis intensiv bombardieren würden und russische Truppen Gori eingenommen hätten. Westliche Korrespondenten in Tiflis und Gori konnten zumindest diese Meldungen schnell widerlegen.

    Die russische Pressearbeit war traditionell katastrophal. Den westlichen Journalisten standen entweder keine Ansprechpartner zur Verfügung oder diese blockten alle Anfragen ab ? dies ist in Russland allerdings vollkommen normal. Was überblieb, waren Agenturmeldungen von RIA-Novosti und Interfax, die bereits im Tonfall nicht eben nach neutralen Informationen klangen und nicht durch Stellen in der Politik oder dem Militär bestätigt wurden. Russland verfolgte auch im Georgien-Krieg seine Politik, westlichen Journalisten keinen Zugang zur Konfliktzone zu gestatten. Georgien karrte die Journalisten in ?genehme? Konfliktzonen und sorgte so dafür, dass Bilder der bombardierten Wohngebäude in Gori um die Welt gingen, während Agenturphotographen und westliche Kamerateams in Südossetien keine Bilder machen konnten. Dass dadurch der Eindruck entstand, Russland würde einen Krieg gegen die georgische Zivilbevölkerung führen, ist kaum zu vermeiden. Die Macht der Bilder war den georgischen Spin-Doctors bekannt, Russland versagte auf diesem Gebiet kläglich. Man war in Russland vor allem auf die Rezeption im eigenen Lande konzentriert und schenkte der öffentlichen Meinung des Westens kaum Beachtung.

    Die russische Arroganz hat dazu geführt, dass die georgische Version der Geschehnisse sich in den Köpfen der westlichen Medienkonsumenten festgesetzt hat. Kommentatoren sind auf diesen Zug aufgesprungen und passten ihrerseits die mediale Gemengelage in ihr Weltbild ein. Unabhängige Experten, wie Segbers, Rahr oder Krone-Schmalz kamen in den deutschen Medien freilich auch zu Wort, aber bereits die Überschriften wiesen den Weg, wohin die Berichterstattung geht. “Russlands Gas riecht nun nach georgischem Blut” ließ SPON seine Leser durch den Mund David Darchiaschwilis wissen. Darchiaschwili ist ? wie die Hälfte der neuen georgischen Elite ? ein Zögling von amerikanischen Think-Tanks, wie George Soros Open Society. Ein PR-Profi, der weiß, wie man westliche Medien in ihrem Wunsch nach ?peppigen Schlagzeilen? bedient.

    Deutsche und britische Medien sind jedoch im Vergleich zur US-Konkurrenz geradezu sachlich. In den US-Medien gibt es kaum einen Zweifel an der georgischen Sichtweise und selbst liberale Kommentatoren schlagen kräftig auf die georgische PR-Trommel. Saakaschwili ist auf CNN Dauergast, wenn er vom ?George-Bush Boulvard? in Tiflis spricht, sagt er schon mal, dieser sei nach ?unserem?(sic!) Präsidenten benannt. Die konfrontative bis bellizistische Linie der US-Mainstreammedien überrascht wenig, das offensichtliche Desinteresse der alternativen US-Medien schon eher. Auf den unabhängigen liberalen Internetplattformen, wie Mother-Jones, Foreign-Policy in Focus, Commons Dreams, Counterpunch oder The American Prospect wird das Thema entweder ignoriert oder herzergreifend naiv angefasst ? es ginge nur um Öl (das Standardargument ?progressiver? Amerikaner) und das ganze solle man so und so nicht überbewerten. Zu den offensichtlichen Medienmanipulationen und Verdrehungen kein Wort.

    Vergleicht man die Naivität, mit der viele deutsche Medien der ?Psychologischen Kriegsführung? Georgiens auf den Leim gingen oder in einigen Fällen sicher auch gehen wollten, so ist die Zurückhaltung seitens der Politik bemerkenswert. Springen sonst Hinterbänkler auf jedes Schwein, das durchs mediale Dorf getrieben wird, verhielt sich die deutsche Politik während des Georgien-Krieges erfreulich verantwortungsvoll. Die Medien sollten sich abseits jeglicher Quoten und Klickzahlen jedoch einmal selbstkritisch mit ihrer Berichterstattung auseinandersetzen. Der Michel will bei komplexen Fragen an die Hand genommen werden. Er will sich keine eigene Meinung bilden, sondern eine Interpretation der Ereignisse von verantwortungsvollen Journalisten mundgerecht serviert bekommen. Die Medien nehmen dabei eine sehr wichtige Aufgabe wahr. Ob sie sich dieser Verantwortung bewusst sind?

    Es wäre falsch, anzunehmen, dass die Politik sich von der Berichterstattung der Medien nicht beeinflussen ließe. Politiker wollen gewählt werden und es ist dabei taktisch unklug, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen. Dies ist ja auch das Ziel ?Psychologischer Kriegsführung?. Auf dem Schlachtfeld der US-Medien hat die georgische Kriegsführung einen Kantersieg eingefahren. Die Folge wird eine zunehmend antirussische Politik sein, wie sie vor allem von den NeoCons schon lange Zeit gefordert wird. War eine solche Konfrontationspolitik bislang nur in einem kleineren politischen Spektrum auf der Agenda, so darf sie heute als ?common sense? gelten. Die Folgen werden wir alle zu tragen haben und das stimmt wenig optimistisch.

    Jens Berger

    Zum Thema:
    Yasha Levine – The CNN Effect: Georgia Schools Russia in Information Warfare
    Tony Halpin und Roger Boyes – Georgia loses the fight with Russia, but manages to win the PR war
    Mark Tran – Mikhail Saakashvili: the media’s man in Tibilisi
    Andrei Fedyashin – Saakashvili as a propaganda phenomenon
    Andreas Fecke – Kaukasuskrieg und internationaler Propagandakrieg

    Bildnachweis: Alle Lenta.ru

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    Tags: Medien Russland
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    196 Kommentare:

    1. Zapp schrieb am 15. August 2008 um 17:54 - Permalink

      Kleine Korinthenkackerei: Die Europaflagge gehört nicht nur der EU, sondern auch (und ursprünglich) dem Europarat. In dem ist Georgien, wie übrigens auch Russland, Mitglied, weshalb sie sich formal nicht mit falschen Farben geschmückt haben dürften.
      Das ändert aber natürlich nichts an der politischen Aussage der Bilder von Saakaschwili vor der Europaflagge.

    2. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 17:58 - Permalink

      @Zapp

      Da hast Du allerdings recht. Man lernt nie aus ;-)

    3. x-cube schrieb am 15. August 2008 um 18:04 - Permalink

      Wieder mal ein guter Artikel.
      Vielen Dank.

    4. arnim schrieb am 15. August 2008 um 18:12 - Permalink

      das letzte video mit dem 12jährigen mädchen und der frau ist jawohl einfach herrlich.

      “…ahhhh unfortunately a commercial brake…”

      das ist wohl das problem bei live-schaltungen : )

    5. ra0105 schrieb am 15. August 2008 um 18:21 - Permalink

      Ich war mal so frei und habe deinen Artikel für indy übernommen…

      http://de.indymedia.org/2008/08/224568.shtml

    6. snafu schrieb am 15. August 2008 um 18:23 - Permalink

      Noch anzumerken wäre auch, dass Mister “Today we all are Georgians” McCains oberster außenpolitischer Berater seinen Lohn als Lobbyist für die georgische Regierung aufbessert… ;)

      Washingtin Post

      edit: upps, aufbessert. inzwischen anscheinend nicht mehr.

    7. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 18:23 - Permalink

      @ra105

      Kein Problem – jeder Leser mehr, freut mich ;-)

    8. ra0105 schrieb am 15. August 2008 um 18:37 - Permalink

      @ spiegelfechter

      sogar die von indy?

      ;)

    9. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 18:39 - Permalink

      @ra105

      Nicht “sogar”, sondern “ganz besonders”! ;-)

    10. Jean Luc Bizarre schrieb am 15. August 2008 um 18:53 - Permalink

      “Der Michel will bei komplexen Fragen an die Hand genommen werden. Er will sich keine eigene Meinung bilden, sondern eine Interpretation der Ereignisse von verantwortungsvollen Journalisten mundgerecht serviert bekommen.”

      ui! ertappt! aber ich danke dir dafür, dass du so gut servieren kannst..

    11. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 18:56 - Permalink

      @Jean Luc Bizarre

      *g*

      Ach watt, ich bin doch eher freakiges Spartenprogramm – den “Michel” will ich gar nicht ansprechen.

    12. Peinhard schrieb am 15. August 2008 um 18:58 - Permalink

      @SF

      Hat man dir denn immer noch nicht beigebracht, dass man gerade führende Nullen nicht einfach wegkürzen darf…? ;-)

    13. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 19:01 - Permalink

      @all

      Wen das CNN-Interview mit Gorbatschow interessiert, über das sich der Herr Saakaschwili so echauffiert … hier ist es:

    14. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 19:03 - Permalink

      @Peinhard

      Führende Nullen? Ich stehe mal wieder auf dem Schlauch ;-)

    15. Peinhard schrieb am 15. August 2008 um 19:05 - Permalink

      Noch ein Beispiel für russische ‘Pressearbeit’:

      “Dmitri Medwedew hat insbesondere die westliche Berichterstattung über die jüngsten Entwicklungen in Südossetien kritisiert und abgekündigt, Videobelege für die Konsequenzen des georgischen Vorgehens an Angela Merkel zu übergeben.”
      http://de.rian.ru/world/20080815/116068121.html

      Und Angie bringt das dann in ihrer nächsten Videobotschaft…?

      P.S. Re Schlauch – ra0105 vs ra105. Zugegebenermaßen ein eher dünner Schlauch. ;)

    16. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 19:08 - Permalink

      Was würde eigentlich passieren, wenn morgen die serbische Armee in Pristina einmarschiert, amerikanische KFOR-Soldaten und haufenweise Zivilisten tötet, rumbombardiert?

    17. Spiegelfechter schrieb am 15. August 2008 um 19:09 - Permalink

      @Avantgarde

      Das ist doch was GANZ anderes!!! WIR sind doch die GUTEN!!! *fg*

    18. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 19:13 - Permalink

      Und Polen will jetzt auch Raketen.
      Irgendwie ist da ein ganz linkes Ding gelaufen.
      Wüßte zu gern, was Condi Saakashvili WIRKLICH in Tiflis gesagt hat.

    19. name schrieb am 15. August 2008 um 19:30 - Permalink

      Das Ding mit den Raketen in Polen nimmt noch ein schlimmes Ende.

      Ein kleinster technischer oder menschlicher Fehler und Europa ist wegen diesen Idioten in der polnischen Regierung eine Wüste für die nächsten 100.000 Jahre. Das Zeitfenster für einen atomaren Gegenschlag kann doch bei Errichtung dieser Raketen nur ein paar Sekunden sein. :((

      Ansonsten Jens: sehr sehr guter Artikel.

    20. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 19:34 - Permalink

      Ohne hier die Russen zu sehr als “unschuldig” zu betrachten (das sind sie nicht), stellen sich mir jede Menge Fragen:

      1) Warum wurde Georgien plötzlich dermaßen extrem aufgerüstet?
      2) Warum wussten die Amerikaner angeblich nichts vorher?
      3) Warum marschiert Georgien ausgerechnet zu einem strategisch so “günstigem” Datum ein?
      4) Warum tut die georgische Armee nicht das Naheliegende und sprengt den Tunnel, durch den die russischen Panzer kommen würden?
      5) Warum glaubt Georgien, es könne russische Soldaten töten, ohne dass Russland eingreift?
      6) Was verspricht sich Georgien vom Einmarsch in ein wirtschaftlich völlig uninteressante Gebiet, das mit Sicherheit auch “besetzt” nicht wieder georgisch werden will?
      7) Warum marschiert man nicht gleichzeitig in Abchasien ein, wo doch absehbar ist, dass es dort sofort ebenfalls krachen wird und man die zweite Front bekommen wird?
      8) Warum erfährt man fast nichts von der Resolution des Sicherheitsrats, die Russland schon am 8.8., VOR dem russischen Einmarsch gefordert hat?
      9) Wieso “traut” sich die Ukraine, die Rückkehr der russischen Schwarzmeerflotte auf die Krim zu blockieren? (Wie denn?)
      10) Warum unterschreibt Polen, dass sich bei der Raketenabwehr bisher so zierte, jetzt plötzlich den Vertrag?

      Kardinalfrage: Ist Saakashvili nur ein durchgeknallter größenwahnsinniger Nationalist, oder ein Neocon-Maulwurf, den man rechtzeitig ausgeflogen hätte, um einen sehr reichen Ruhestand zu verleben?

    21. CK schrieb am 15. August 2008 um 19:39 - Permalink

      Das sollte man im Zusammenhang mit der russischen Pressearbeit vielleicht auch anführen:

      Reporter ohne Grenzen

      Angriff auf türkische Reporter

      So kann man auch eine Konfliktzone von Berichterstattern reinigen.

    22. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 19:46 - Permalink

      Was die Amerikaner im Irak natürlich nie tun würden….

    23. dimakratiefan schrieb am 15. August 2008 um 20:00 - Permalink

      http://www.youtube.com/watch?v=WtdVS8646GI

    24. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 20:01 - Permalink

      Wie gesagt, ich bin nicht der Meinung, dass hier nur eine Seite schuld ist. Die Russen haben vorher (besonders nach der Anerkennung des Kosovo) da Feuer mit ossetischen Freischärlern geschürt, und die Pipeline schmeckt ihnen bestimmt auch nicht.

      Trotzdem glaube ich nicht, dass sie diese Invasion wollten, denn sie haben nicht wirklich etwas davon.

      Besetzen sie ganz Georgien, kriegen sie Guerillakrieg und sind im Westen völlig unten durch. Georgien ist jetzt zwar militärisch geschwächt, aber letztlich ist das nicht wirklich wichtig.

      M.E. wollen die Russen hauptsächlich Ruhe an ihren Grenzen haben und ansonsten Energiegeschäfte machen. Das ist keine Sowjetunion mehr. Die Russen haben schon genug Vielvölkerprobleme am Hals, die brauchen nicht auch noch Stress mit Georgiern, die am Ende noch mit Stingerraketen Guerilla spielen.

    25. Onkel schrieb am 15. August 2008 um 20:03 - Permalink

      Von mir aus kann man David Darchiaschwili als Handlanger der Amerikaner darstellen, aber ihm gegenüber dann ausgerechnet Frau Krone-Schmalz als Beispiel eines unabhängigen Journalismus’ anzuführen, lässt micht dann doch schmunzeln.
      Ihr könnt ja mal ‘n Interview mit Daniel Cohn-Bendit machen, was er so über die Neutralität von Frau Krone-Schmalz denkt.

    26. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 20:22 - Permalink

      Und das kleine knuffelige demokratische Land ist Georgien auch nicht. Das ist eine Nominaldemokratie, deren reichlich autokratischer Präsident nur ein Kerngebiet rund um Tiflis wirklich beherrscht, der Rest ist in den Händen lokaler mafiöser Strukturen… das ganze Land ist extrem korrupt.

    27. KGriebenow schrieb am 15. August 2008 um 20:29 - Permalink

      Zitat: “Es wäre falsch, anzunehmen, dass die Politik sich von der Berichterstattung der Medien nicht beeinflussen ließe. Politiker wollen gewählt werden und es ist dabei taktisch unklug, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen. Dies ist ja auch das Ziel ?Psychologischer Kriegsführung?. Auf dem Schlachtfeld der US-Medien hat die georgische Kriegsführung einen Kantersieg eingefahren. Die Folge wird eine zunehmend antirussische Politik sein, wie sie vor allem von den NeoCons schon lange Zeit gefordert wird. War eine solche Konfrontationspolitik bislang nur in einem kleineren politischen Spektrum auf der Agenda, so darf sie heute als ?common sense? gelten. Die Folgen werden wir alle zu tragen haben und das stimmt wenig optimistisch.”

      Ich denke, dieses stimmt nur kurzfristig. Natuerlich kam es einigen US Politikers sehr entgegen, dass es zum Konflikt kam. Je mehr es aber klar wird, wie das Bild verzerrt wurde, desto mehr wird natuerlich Georgiens Politik unter die Lupe kommen.

      Ansonsten sind US Medien wie CNN und Fix und Foxi News natuerlich selten an wirklichem Journalismus interessiert. Besonders Glenn Beck (CNN) haengt ungefaehr alle 2 Minuten raus, das er ja soooooooooo konservativ ist. Ihm geht es auch nicht um die Sache, sondern nur um Meinungsmache. Da ist Larry Kind (auch CNN) schon etwas besser. Aber von CNN etc. erwartet man eh nix. Enttaeuscht hat mich eigentlich mehr die schwache Rolle von Public Broadcasting Service (PBS) in dieser Sache. Die haben auch mehr oder weniger alle Behauptungen geschluckt, die da so von Georgischen Staatsorganen kamen.

    28. Lau Dan schrieb am 15. August 2008 um 20:29 - Permalink

      zu 20:

      “…nur ein durchgeknallter größenwahnsinniger Nationalist, oder ein Neocon-Maulwurf, den man rechtzeitig ausgeflogen hätte,…”

      naja die PsyOps verkaufen ihn als ersteres sobald er Fehler macht, was die Frage aufwirft warum man dann nicht versucht hat Ihn bei Zeiten durch jemand noch zuverlässigeren zu ersetzt -

      u da es dafür keine Anzeichen gibt muss man davon ausgehen dass er nach Plan funktioniert, schliesslich ist er ja genau der Mann den man sich im Vorfeld ausgekuckt hatte, er ist ja nicht durch Zufall da wo er ist

    29. Anonymous schrieb am 15. August 2008 um 20:32 - Permalink

      “Weltweit werden im Marketingbereich jährlich über 1.000 Mrd. US$ ausgegeben. Wissenschaftlich perfektionierte Methoden sorgen dafür, dass der Großstädter den Wunsch hat, sich einen teuren und umweltfeindlichen Geländewagen zu kaufen und im Supermarkt gerne zum Markenprodukt greift, das wesentlich teurer als das No-Name Produkt ist. Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus.”
      Klingt wie aus 99 Francs geklaut. ;)

      Guter Artikel, nur hätte man an die Videos schreiben können was in ihnen gezeigt wird. Ich hab mir die ersten drei Videos mit dem Interview von Saakaschwili angeschaut weil ich dachte dort würde irgend etwas interessantes zu sehen sein. Einzig interessant war die Anbiederung des Moderators.

    30. Anindo schrieb am 15. August 2008 um 20:36 - Permalink

      Sehr geil fand ich einige Minuten der DailyShow gestern zu dem Thema (so ab 2:20):
      http://www.thedailyshow.com/full-episodes/index.jhtml?episodeId=179231
      Unbedingt auch die Folgen vom 7. August und 31. Juli gucken.

    31. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 20:38 - Permalink

      Amerika ist rein zufällig am Beginn seiner größten Wirtschaftskrise seit 1929.
      Und wir sollen die bezahlen, über völlig überflüssige Ausgaben wie Raketenschild etc.

      Wer zum Teufel braucht einen Schild in Polen? Welche Raketen könnte man über Polen abfangen? Der Besitz eines Globus hilft weiter.

      Und warum die Russen ihre wichtigsten Geschäftspartner vernichten sollten, leuchtet mir nicht ein.

      Die Amerikaner drucken Geld ohne Ende aber der Dollar steigt??

    32. Shitop schrieb am 15. August 2008 um 20:41 - Permalink

      @Onkel
      Daniel Cohn-Bendit als Referenz für Neutralität anzuführen, halte ich doch für gewagt. Gerade in der direkten Auseinandersetzung mit Krone-Schmalz hat er sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Diskussion zwischen den beiden war sicher kein Glanzstück der Diskussionskultur.

    33. KGriebenow schrieb am 15. August 2008 um 21:09 - Permalink

      @30 Die Daily Show ist ja sowieso die beste Quelle von Nachrichten in den USA ;P. Ist schon ein Witz, dass ausgerechnet eine “Comedy Show” naeher an der Wahrheit ist, als viele andere “News” Medien. Jon Stewart rules!

    34. jolly rogers schrieb am 15. August 2008 um 21:12 - Permalink

      Jens, dieser Artikel ist – wenn vielleicht auch unbewusst – eine feine und souveräne Antwort auf die Angriffe der neuen Rinkslechten in der deutschen Bloggosphäre! Die Jungs werden – wo sie bisher lediglich Gift und Galle spucken konnten – nun heftig an ihrem Erbrochenen zu kauen haben.

      Deine Analyse betreffs der Arbeit von PR-Agenturen in diesem und anderen Kriegen trifft mitten ins Schwarze: Mr. Saakashvilis Statement auf der heutigen Pressekonferenz mit der Amerikanerin (zu sehen auf CNN, wo sonst?) war ein Beispiel für Spindoctoring erster Güte.

    35. chrigi schrieb am 15. August 2008 um 21:37 - Permalink

      endlich ein wirklich gut recherchierter Artikel!

    36. carlo schrieb am 15. August 2008 um 21:58 - Permalink

      Hier die Weisheiten der Kanzlerin aus der Tagesschau: (ard.de)

      “Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die russischen Militäraktionen im Südkaukasus deutlich kritisiert und Präsident Dimitri Medwedjew zum Abzug der Truppen aus dem Kerngebiet Georgiens aufgefordert. Nach einem Gespräch mit Medwedjew in Sotschi sagte sie, “einige Aktionen Russlands” seien “nicht verhältnismäßig” gewesen.

      Allerdings sei in so schwierigen Konflikten nie nur eine Seite Schuld sei: “Ich denke, dass wir jetzt den Blick nach vorne richten müssen.” So müsse der Sechs-Punkte-Plan des französischen Präsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy so schnell wie möglich umgesetzt werden.

      Merkel betonte, dass die territoriale Integrität Georgiens nicht angetastet werden dürfe. Zu den Unabhängigkeitsbestrebungen Südossetiens und Abchasiens äußerte sie sich skeptisch: Nicht jedes Volk der Welt, das aus einem Staatenverbund austreten wolle, sei in der Lage, einen eigenen Staat zu bilden. Dann würde man sehr viele Probleme in der Welt bekommen.”

      Ist unsere Bundeskanzlerin des Wahnsinns fette Beute geworden? Ich kenne die Mahnung nach “Verhälnismäßigkeit” eigentlich nur aus Diskussionen über die Folgen polizeilicher Übergriffe, bei ansonsten friedlichen Demonstrationen.

      Denkt Frau Merkel denn wirklich, eine Rüge oder ein Platzverweis mit rechtlichen Belehrungen über die Folgen hätte ausgereicht?
      Ein Opfer der forcierten PR dürfte sie eigentlich nicht sein, dafür wird ihr schließlich ein wie auch immer “kompetenter” Beraterstab zur Seite gestellt. Oder wars so….sie hat die politischen Excerpte ihres Stabes gar nicht gelesen, und lieber Kommissar Rex geguckt?
      Fazit: Es gibt zuviel Polizeifilme im öffenlich Rechtlichen, und man sieht wohin das führt.
      Ihre zweite Stilblüte “Nicht jedes Volk…..” ergibt eine Steilvorlage für Urban Priol. Ich freu mich schon auf die nächste Sendung “Neues aus der Anstalt”.

    37. Armin schrieb am 15. August 2008 um 22:03 - Permalink

      Die Korinthe zu Beginn:

      Wenn in einem Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, hat es dann ein Geräusch dabei gegeben?

      Nein. Ein umfallender Baum erzeugt nur Schallwellen. Ohne Ohr kein Geräusch. ;-)

      Es ist wirklich beeindruckend gewesen. Was wäre passiert, hätte Adolf damals nur bessere PR-Berater gehabt… (“Seit 5 Uhr 45 wird zurück geschossen.”) Natürlich ist der georgische Angriff nicht dasselbe, aber so gewisse Parallelen gibt’s meiner Meinung nach schon. Wieso sind die Russen in der Beziehung eigentlich so rückschrittlich? Abgesehen von RussiaToday tun die wirklich nicht viel.

      Ich glaube aber andererseits auch nicht, dass Glenn Beck und Fox die optimalen Multiplikatoren für das amerikanische Publikum sind. Weite Teile des Landes sehen diese Medien mittlerweile ziemlich kritisch. http://mediamatters.org/issues_topics/tags/glenn_beck
      Deren Stammzuschauer halten den Russen ohnehin für böse. Dazu brauchen die keine Nachrichten. Erinnert sich noch jemand an Red Dawn? http://www.allmovie.com/cg/avg.dll?p=avg&sql=1:40667

      Die große Aufgabe moderner PR wird es sein, derartige Meldungen in die DailyShow und den Colbert Report zu kriegen. Und ich wette drauf, dass es diesbezüglich in den Think Tanks schon ganz schön qualmt.

    38. whamburg schrieb am 15. August 2008 um 22:48 - Permalink

      @CK(12):
      “Reporter ohne Grenzen” solltest Du ganz schnell vergessen! Die beißen niemals in die Hand die sie füttert, die Hand ist reichlich schmutzig IMHO. Richtig Dreck fressen, muss das lustig sein.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Reporter_ohne_Grenzen#Kritik
      http://www.dergloeckel.eu/Politik/Reporter/0506_xx_05.html
      http://www.ceiberweiber.at/2004/06pressefreiheit.htm

    39. Martin schrieb am 15. August 2008 um 22:56 - Permalink

      Du schreibst: “Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete”… Hab schon einiges, auch in der ausländischen Presse, über diesen Krieg und dessen Anfang gelesen, aber keiner hat sich so defintitiv festgelegt, wer denn die Chose begonnen hat. Redlicherweise wird meist geschrieben: “laut den Angaben Georgiens” ider “laut russischen Angaben”. Bei Dir hört es sich so an, als hättest Du genauere Quellen, ohne sie allerdings zu benennen (vielleicht hab ich was überlesen?). Und “Großoffensive” scheint es auch nicht ganz zu treffen, denn wäre es so eine gewesen, hätten die Russen sicherlich nicht aus dem Stegreif die Regie übernommen, oder?

    40. whamburg schrieb am 15. August 2008 um 23:26 - Permalink

      Sind Türken richtig “psyop”-fest? Scheinbar ja: http://de.rian.ru/world/20080815/116074970.html

      Beim Iran wollen die auch nicht mitspielen! Warum sind die noch in der NATO? Die Weicheier!

      0.02 FRZ only

    41. whamburg schrieb am 15. August 2008 um 23:33 - Permalink

      @Martin(39):
      Freitag schreibt vom 7.8. 23:30Uhr(Ortszeit?): http://www.freitag.de/2008/33/08330601.php
      Die genaue Stunde ist IMHO nicht wirklich wichtig, wenn man wissen will wer das Messer ausgepackt hat. Die ersten Bilder in fast allen Medien waren abfliegende Geschoßwerferraketen, IMHO. Da sagten alle(Ost+West) das käme von Georgien, jetzt sind die vom Westen nicht mehr so sicher! ;-)

    42. Avantgarde schrieb am 15. August 2008 um 23:42 - Permalink

      Ich bin mit Kommentaren vorsichtig, aber der Eindruck ist, dass man erst mal hübsch beschoss und dann eine Waffenpause einlegte und hoffte, die Osseten wären danach… naja nicht mehr da. Ist ja nicht weit über die Grenze

    43. Onkel schrieb am 16. August 2008 um 00:09 - Permalink

      @Shitop
      Ob der Schlagabtausch zwischen Cohn-Bendit und Krone-Schmalz damals eine Sternstunde der Diskussionskultur war, sei mal dahingestellt. Gezeigt hat er aber, daß Gabriele Krone-Schmalz alles andere als neutral und unparteiisch ist, sondern u.a. eine geradezu beängstigende Putin-Verehrung an den Tag legt.
      Damit habe ich auch kein Problem, wenn dies ihre Meinung ist – von mir aus. Aber wenn Krone-Schmalz in diesem Artikel als unabhängige und somit neutrale Expertin angeführt wird, kann man darüber einfach nur den Kopf schütteln.

    44. Lau Dan schrieb am 16. August 2008 um 00:34 - Permalink

      zu 23,
      fällt mir ein dass ich eine perverse Schwäche für Rice ( und auch Rumsfeld ) habe, beide sind scheinbar intelligent u sich offenbar bewusst in was sie verstrickt sind, Rice Mimik spricht in kurzer Abfolge Bände, man sieht dass sie unwillkürlich und schnell denkt, sehr schade dass da jemand vor Schreck den Stecker gezogen hat u das es keine HiRes Zeitlupenaufnahme gibt

    45. Jan Friedrich schrieb am 16. August 2008 um 00:35 - Permalink

      Danke, Spiegelfechter. Das musste mal wieder gesagt werden ;)

    46. Lau Dan schrieb am 16. August 2008 um 00:35 - Permalink

      u zu Cohn-Bendit fällt mir ein dass interstellare Reisen theoretisch möglich sind : offensichtlich kann man einen bekifften Klassensprecher mit 17 Jahren einfrieren und 400 Jahre später wieder auftauen ohne dass der irgendwas mitkriegt

    47. Lau Dan schrieb am 16. August 2008 um 00:55 - Permalink

      unbeantwortet bleibt auch die Frage warum man ( bzw wer ) Gorby in Bad Saarov oder wo immer er rumhängt aufgestöbert hat und und ihn nochmal den komplizierten Scheiss aufsagen lässt den doch schon dieser Willi gesagt hat ( oder hat er nicht ? ) – um klar zu machen das es mal wieder die Russkys sind u nix mehr Mullah Abdullah ?

    48. Follikel schrieb am 16. August 2008 um 01:04 - Permalink

      Keine Sorge Spiegelfechter, Einträge wie deine werden mittlerweile signifikant wahrgenommen. Deswegen rudern die Presstitutes und Hofschranzen bei SpOn, Sueddeutsche, Faz, Zeit und co. so heftig und verstricken sich in Einseitigkeiten und Gräuel. Man überfliege nur mal was Transatlantiker wie Joffe so für Wahnvorstellungen von sich geben:
      http://www.zeit.de/2008/34/Zeitgeist-34

      Das ist sogar dem geneigten Zeitleser zu blöde, wenn man in die Kommentarsektion schaut. Interessant auch, dass vermeintlich linke Medien wie die Sueddeutsche und die TAZ besonders auf die georgische Linie einschwenken und auf Russland eindreschen. Gerade berichtet die ARD über Streubombeneinsatz durch Russland. Das volle Programm also.

    49. COPOKA schrieb am 16. August 2008 um 01:06 - Permalink

      @Onkel, #25

      Sowohl Klaus Segbers a.a. Gabriele Krone-Schmalz liefern wirklich sehr nüchterne Analysen der Lage in ihren Interviews. Und stellen außerdem ihren Sachvestand unter Beweis – Dank an Jens für die Links.
      Was ich dagegen von Cohn-Bendit in letzten Tagen am Rande wahrgenommen habe, war sinnfreies Nachplappere CNN-Propaganda — Demokratie und Freiheit Blah-Blah. Der hatte schlicht keine Ahnung davon, wovon er geredet hat.

      ———– @All

      Noch kurz zur Umfrage von Jens. Was ich nicht verstehe – wieso fühlen sich denn 90% so schlecht informiert? Sorry, aber ich habe dieses Gefühl nicht.
      Dass US-Bürger und zgT die Briten mit Kriegspropaganda zugedeönt werden, ist beileibe nichts neues. In De hält und hielt es sich meiner Empfindung nach all die Tage in verkraftbaren Grenzen. Zumindest auf den Medien, die ich konsumiere, wurde die Sachlage einigermaßen adäquat dargestellt, Meldungen und Meinungen von beiden Parteien/Lager artikuliert, und keine endgültigen “Wahrheiten” nach dem Motto “Da sind die Bösen!” oder ähnl. verkündet. Ja, es kamen auch diverse “Experten” und “Analytiker” zu Wort, aber eben mit verschiedenen Meinungen und ideologischen Hintergründen dazu. Schlecht im Sinne einseitig war es jedoch summa summarum nicht.

      Ja-ja, ich weiß, ich bin kein durchschnittlicher Medienkonsument und tue mir weder RTL, noch Vox/Fox, noch CNN, noch BILD oder ähnliches an. Aber sind denn DIE “westlichen Medien” so schlecht, wenn Menschen sich nicht wirklich informieren möchten und sich lieber von den o.g. Medien die [flachen] “Wahrheiten” verkünden und aufregende Bilder zeigen lassen? Wer sich gerne verarschen lässt, wird munter bedient, u.z. auf kommerzieller Basis. Es ist zwar höchst bedauerlich, aber es ist nun mal so und zeugt nicht von “Schlechtigkeit der westlichen Medien”.

      Im Übrigen denke ich, dass die RTL- und BILD-Gucker sich sehr gut von den Medien bedient(!) fühlen – sie bekommen exakt das, was sie von den Medien erwarten. Sonst würden sie diese nicht konsumieren. Und das ist leider die Mehrheit – das ist der Punkt! Wer sich jedoch informieren will, wird auch informiert, aber halt woanders.

      Und damit wir uns nicht missverstehen – ich rede jetzt nur um Berichterstattung zu diesem konkreten Thema.

    50. carlo schrieb am 16. August 2008 um 01:58 - Permalink

      @COPOKA

      Was ich dagegen von Cohn-Bendit in letzten Tagen am Rande wahrgenommen habe, war sinnfreies Nachplappere CNN-Propaganda ? Demokratie und Freiheit Blah-Blah. Der hatte schlicht keine Ahnung davon, wovon er geredet hat.

      Volle Zustimmung:
      Dennoch tuts weh. Früher hielten wir doch ganz viel von ihm (alter Jargon). Auch damals war er immer gut für eine “Inszenierung”, seis für sich selbst oder “mit anderen”.
      Vielleicht war er immer ein Medienclown.
      Zumindest…eins ist an Jensens Blog gut, auch über 55jährige lernen dazu.
      Ich habe die Äusserungen von Daniel vernommen, und war perplex. Mein Vorschlag: Er geht zum ADAC, und läßt sich demnächst nur noch als “Anführer der längsten Autoschlange”
      benennen. Das wäre jedenfalls sein erster, erworbener Titel.
      Hätte er geschwiegen, wär er Philosoph beblieben.
      Nebenbei bemerkt: Ich glaube nicht, das Rotwein einen Menschen so weit….weg von der Wirklichkeit…bringen kann. Er und Joschka sind dort angekommen, worauf die Bundeskanzlerin nicht mal kotzen könnte. Die Welt ist grausam! Fischer darf spazierenfliegen, Cohn darf affirmative “Dummheiten” verbreiten und Otto Schilly bemüht sich um die “seriöse Betrachtung” von Verrätern, die nicht einmal das Liedgut der SPD kennen,
      aber um der lieben Einflußnahme wegen, drinnen bleiben sollen.
      Übrigens zur Überschreibung des Artikels….wegen Psychologischer Kriegsführung:
      Hier bei uns hab ich an irgendeiner Wand mal den Spruch gelesen:
      Es herrscht immer Krieg in den Städten.

    51. COPOKA schrieb am 16. August 2008 um 02:23 - Permalink

      @Jens

      Noch zum eigentlichen Thema.
      Im Grunde hast du zweifelsohne Recht – Russland hat den “Medienkrieg” im Westen(!) verloren. Nur frage ich mich, ob Russland wirklich eine Chance hätte, ihn auch auf westlichen Terrain zu gewinnen? Ich denke, diese Chance war in etwa genau so hoch wie die georgiens Chance, Russland militärisch zu bezwingen oder gar auszutricksen. Rein theoretisch kann man solche Chance etwas größer als Null einschätzen. Wie groß war sie wirklich?

      Die [s.g. demokratische] Mehrheit holt sich aus den Medien nur die Bestätigung für die Meinung, die bei dem Publikum ohnehin bereits verfestigt ist. Diese kann nur langfristig beeinflusst werden und wohl nicht alleine durch massive Propagandakampagnen. In Russland hatte die us- und georgische Propaganda auch so gut wie keine Wirkung gezeigt. Bei eisernem Vorhang funktionierte es besser.
      Den Schaden im Ansehen, der sich “der Westen” mit der Führungsmacht USA in letzten Kriegszügen in aller Welt eingehandelt hat, lässt sich nur z.T. durch teure Propagandakampagnen kompensieren und schon gar nicht auf Dauer. Die Frage ist nun, wie lange diese Welt noch bereit und/oder gezwungen wird, sowohl derart Kriegszüge und sonstige Arroganz a.a. begleitende Propaganda der “Supermacht” samt Gefolgschaft teuer zu bezahlen.

    52. COPOKA schrieb am 16. August 2008 um 02:25 - Permalink

      @carlo.

      Ich frage mich auch öfters, ob es wirklich so ist, dass die Welt schlechter geworden ist, oder wird sie nur dadurch “schlechter”, dass wir uns die Realität näher und ohne Scheuklappen angucken.

      St. Lem hat “Der futurologische Kongreß” auch im Alter um die 50 geschrieben.

    53. carlo schrieb am 16. August 2008 um 03:42 - Permalink

      @copoka

      Mitnichten gehe ich davon aus, daß die Welt schlechter geworden ist! Der “Welt” ist der Mensch ohnehin egal, auch ohne die Besatzung wird sie ihre Runden um die Sonne drehen.
      Der Mensch ist gut, aber die Leut sind schlecht. (ZT)
      Nur ist der bisher ausgleichende Widerstand derart unter das schwerste Feuer geraten, sodaß man sich gar nicht so richtig mehr bewegen kann!
      Ab wann darf man “Bündelung der Kräfte- Volksgemeinschaft-Integration- oder auch völkische Integrität (Merkel!)” als das benennen was es ist? Simmawiddasoweit??

      Wir leben schon lange darin….machen wir uns doch nichts mehr vor! Kapitalismus ist Gewalt und geht über Leichen!
      Der zweite Weltkrieg ist ja noch nicht so lange her, als dass, man nicht seine Vorbereitung im alten Deutschen Reich erinnern könnte. Soll sich die Tragödie wirklich wieder als Farce ihrer selbst wiederholen? (Hegel konnte weissgott nicht voraussehen dass es Waffen zur Zerstörung des gesamten Planeten Erde einmal geben wird…ebensowenig Clausewitz…daher obsolet!….nur zur Erinnerung an die Lebensarbeit von Günter Anders!) Daher irrt Hegel!!!!!!
      Es tut wirklich weh, wenn ich sehe, wie sich für das Kapital Seite für Seite bewegt, rührt und in allen Bereichen tätig ist, und sich prostituiert.
      Eine kleine Frage daher….gibt es “uns” nicht mehr?

    54. bubaka schrieb am 16. August 2008 um 03:47 - Permalink

      Einige Bilder aus Gori unter Lupe

      http://zbs-zombies.blogspot.com/

    55. carlo schrieb am 16. August 2008 um 04:40 - Permalink

      @bubaka
      Es gibt auch “Auftragsjournalisten und Auftragsfotografen”.
      Leider so, wie Jens schon in seinem vorherigen Titel angedeutet:
      …Die Wahrheit stirbt zuerst….

    56. name schrieb am 16. August 2008 um 04:52 - Permalink

      Zu dem verlorenen Medienkrieg nur eines noch, was wirklich wichtig ist:

      Russland hat den Medienkrieg im westlichen (!) Medienimperium verloren. Es war nicht zu erwarten, dass CNN und Andere die russische Sichtweise auch nur in Ansätzen neutral schildern werden. Diesen Krieg konnte Russland nicht gewinnen.

      Man sieht ja an dem Beispiel der 2000 Ermordeten, die zwar formal übernommen wurden, jedoch völlig aus dem Zusammenhang gegrissen wurden, um diese zu relativieren. Momentan versucht man diese sogar mit den anderen Ergebnissen des Angriffskrieges in die georische Opferperspektive zu drehen. Pervers, aber wahr, und wer Mörderbrause verkaufen kann, kann schon lange einen Krieg anders verkaufen.

      Das eigentiche Verbrechen ist, dass niemand, egal ob auf den Diskussionen bei Arte die Lage mal auf den Punkt bringt:

      Wer in der Nacht, wenn Menschen hilflos schlafen, eine zivile Stadt mit Mehrfachraketenwerfern bombardiert ist ein Kriegsverbrecher! Punkt.

      Die konzentrierte Medienkampage unter Leitung der PR Agenturen hat in den Vereinigten Staaten ihre volle Wirksamkeit bei den dort erstreben Konsumenten & Adressaten erzielt und hier in Europa heulen deren alte transatlantischen Ableger natürlich mit, aber und das ist wichtig, es war in einigen etablierten europäisch Medien auch andere Stimmen zu vernehmen, die völlig andere Interessen spiegelten.

      Daher auch die riesige Panik, die sich in den Gesichtern von Rice und dem Willi ablesen lässt und die in Stuben der alten transatlantischen Hardlinern herrscht: Sie spüren genau, dass ihre Tage auch in Europa gezählt sind, und das die jüngere Generation eine völlig andere Sichtweise auf Europa hat. Eine, die nicht vom kalten Krieg und amerikanischer Unterwerfung geprägt ist.

      Das ideologische Bewusstsein der deutschen und französischen Eliten zu Europa, dessen Sein von der sicheren friedlichen Versorgung mit russischen Rohstoffen abhängig ist, lässt sich mit den alten antikommunistischen und antirussischen Konzepten nicht zäumen. Die Zeiten haben sich geändert.

    57. carlo schrieb am 16. August 2008 um 05:09 - Permalink

      Darf man denn noch fordern:…………oder ist das nicht mehr erlaubt?

      Deutschland, raus aus der NATO

      Vielleicht ist das die Lösung…wir haben das schon vor 30 Jahren gefordert. Ist das deswegen falsch, weil Frankreich dazu auch ganz besondere Eigenheiten pflegt?
      Wenigstens würde das doch unsere Volkswirtschaft erheblich entlasten….oder?
      Medienkrieg kostet auch nur unnötige Arbeit.

    58. RE schrieb am 16. August 2008 um 05:47 - Permalink

      Sehr guter Artikel, Spiegelfechter!

      Ich stelle mal folgendes zur Diskussion:

      Seit einer Woche sehen wir immer wieder Bilder von zerstörten Häusern in Gori. Davor entweder die verletzte Frau , der weinende Mann mit seinem Bruder (lt. Presse) oder die Mutter mit Kind.

      Dieser Wohnhauskomplex befindet sich am Stadtrand von Gori.
      Ausschnitt aus Googleearth: http://wikimapia.org/#lat=41.9948634&lon=44.1245377&z=17&l=5&m=a&v=2
      Auf diesem Foto von Gori sind die 8 Blöcke links oben zu erkennen.

      Stöbert das Netz durch. Ihr werdet immer wieder diesen Komplex sehen. Von einer umfassenden Bombardierung der Stadt kann keine Rede sein, sonst würden auch noch andere zerstörte Gebäude auftauchen (das läßt man sich doch nicht entgehen, oder?). Stutzig macht mich folgendes: Das Gebäude hinter der verletzten Frau und hinter der Mutter mit Kind ist das gleiche. Nur: bei der verletzten Frau sieht man zwar Zerstörungen, offensichtlich entstanden durch die Druckwelle einer Bombe, aber ein Feuer ist nicht zu sehen. Auf dem Bild mit der Mutter ist es dann aber ausgebrannt. Auch dieses Foto wurde an einem anderen Tag gemacht. Es gibt in den Bildergalerien der Mainstreammedien noch mehr Fotos – schaut euch die genau an! Das Wetter ist auch freundlicher (hier). Übrigens waren auch Herr Stubb und Herr Kouchner als OSZE bzw. EU-Vertreter angeblich dort.(siehe Bild 19) Die beiden Herren waren angeblich dort, obwohl noch nicht mal ein Waffenstillstand unterzeichnet war??? Wieso keine Schutzwesten wie der flüchtende Saaka, der sich dort erst nach dem Waffenstillstand hintraute? Oder ist ersteres eine Fotomontage?)

      Die Welt benutzt die Kulisse auch für die Bildunterschrift: “In der Stadt Gori soll es zu Plünderungen gekommen sein. Angeblich rollen russische Panzer durch die Stadt.” (siehe Bild 14)

      Ein Video (aus dem georgischen Fernsehen?) zeigt bei ca. 3:40 eine Explosion in dem Wohnblock. Zufällig fuhren Leute vorbei und dann knallte es. Leider hört man weder vorher noch nachher ein Militärflugzeug. Und die kann man nicht überhören, die sind verdammt laut! Vielleicht eine gestellte Bombenexplosion im Innenhof mit anschließenden 2 künstlich gelegten Feuern in 2 Gebäuden? Werfe die Spekulation nur mal in den Raum. Auffällig, dass die grundlegende Gebäudestruktur intakt zu sein scheint, zumindest finde ich keine eingestürtzten Mauern. Ungewöhnlich für Luftangriffe. Wenn die Bombe im Innenhof eingeschlug, wo ist dann der Krater?

      In diesem BBC-Bericht sieht man die Protagonisten der Szenerie in Aktion. Und hier eine Reportage von Al-Jazeera über die Bombenangriffe. Die Männergruppe bei 2:10 sieht eigentlich nicht verzweifelt aus, sondern eher sehr kamerascheu. Alle im besten Alter und gut gebaut – Sondereinheit?

      Noch ein Wort zu dem weinenden Mann mit seinem “Bruder”: Ist zwar jetzt wirklich sehr abgedreht, aber die Unterarme dieses Verletzten (Vergleich zw. Bild 9 und 20) im Krankenhaus – unten behaart und dunkel, oben hell – sind genau die gleichen. Der Kopf wird zwar vom Verband verdeckt, aber Mund und Kiefer passen ebenfalls.

      Zum Schluss noch kurz die Frage, wieso ausgerechnet ein niederländischer Kameramann in einer Stadt stirbt, die gar nicht so stark bombardiert wird? Hat er eventuell die “falschen” Aufnahmen” im Kasten gehabt?

    59. arnim schrieb am 16. August 2008 um 09:37 - Permalink

      kann mir jemand genau erläutern was die usa kurz und langfristig davon haben russland als bösen Kriegstreiber darzustellen?

      wollen sie ihre eigenen kriegerischen aktionen im nahen Osten dadurch harmloser erscheinen lassen? den kalten krieg wieder auffrischen um wieder ein ernstzunehmendes feindbild für was auch immer zu haben?

      oder damit eine legitimierung für das raketenabwehrschild erreichen, aber was haben sie eigentlich von diesem projekt, ausser dass die rüstungsindustrie absahnt, ich meine sie haben ja wohl kaum vor russland irgendwann anzugreifen und mit russischen angriffen kann man wenn man ehrlich ist auch nicht rechnen.
      da würde mir nur einfallen dass sie damit angst schüren wollen, um der breiten masse einzutrichtern dass es im nahen osten/russland tatsächlich bösewichte gibt, die jederzeit bereit sind den westen zu attackieren auf welche art und weise auch immer. wobei das dann auch bescheuert erscheint, da die bösen Terroristen ja immer mit gemeinen Untergrundaktionen schaden anrichten und eher selten in besitz von gewaltigen scud-raketen sind, was hilft da ein raketenabwehrschild im weltall.

    60. Gerhard Schoolmann schrieb am 16. August 2008 um 09:47 - Permalink

      Die psychologische Kriegsführung der Georgier ist wirklich sehr geschickt. Sie hat sogar verhindert, daß ich mitbekommen habe, daß die georgische Armee in Russland einmarschiert ist.

    61. Armin schrieb am 16. August 2008 um 10:37 - Permalink

      Zur Frage “wer hat angefangen?” möchte ich einfach mal wissen, wenn die Georgier nicht angefangen haben, den Russen jedoch hoffnungslos unterlegen waren/sind (Konsens in der Berichterstattung) wie haben sie es dann anfänglich mit Bodentruppen in die südossetische Hauptstadt geschafft?

      Die Bilder vom Häuserblock sind übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit wirklich gestellt. In den Komentaren zu “Die Wahrheit stirbt zuerst” war da irgendwo ein hübscher Link.

      Und @ Gerhard Schoolmann:
      Nein, der Russe ist keine per se guter Mensch, Unschuldslamm und Opfer. Wenn es aber stinkt, hilft es nicht immer in die selbe Richtung zu zeigen. Nicht alles was “unsere Seite” absondert, richt nach Rosen.

    62. name schrieb am 16. August 2008 um 11:01 - Permalink

      @RE

      Das mit den überall veröffentlichen Opferbildern (die Brüder usw.) ist echt übel. Ich hatte diese Bilderserie schon letzte Woche Sonnabend oder Sonntag in alle Varianten in einem Forum gesehen, und mir gedacht, der sich festkrallende Totlebendige, der an der Krankenschwester

      http://3.bp.blogspot.com/_vsQ4723L9PQ/SKO0nXEoRuI/AAAAAAAAAA8/CJ0UrIq2hIU/s1600-h/002.jpg

      , hat ganz schön Kraft, und es kann doch schon wieder nicht sein, dass die PR Truppen schon so schnell marschieren.

      Wenn da wieder eine Laienspielprtruppe unterwegs war, die sich den Krieg selbst zurecht gestellt hat, dann müssen diese Lügner wirklich schnell und perfekt gearbeitet haben.

    63. Dr. Dean schrieb am 16. August 2008 um 12:36 - Permalink

      Hinweis:
      Einen guten Korrespondentenbericht liefert Christian Esch in der Berliner Zeitung. Er bietet Hinweise auf die ethnischen Säuberungen, die von Südosseten und Russen betrieben wurden – und hat sich sich zudem bei der professionell lügenden PR-Agentur Aspect Consulting umgeschaut.
      => hier

    64. Fiend_THeyde schrieb am 16. August 2008 um 12:50 - Permalink

      @all wegen angeblicher Fotofälschungen:
      Ihr Lieben vergeßt ein wenig, daß Fotografien stets nur Momentaufnahmen sind, die in unterschiedlichen Winkeln und in differierenden Zeitabständen aufgenommen werden. Einzelne Bilddetails herauszugreifen und an diesen beweisen zu wollen, daß es sich um Fälschungen handelt, hat schon die “Gegenseite” (d.h. PI & Co.) im Libanonkrieg (bezüglich libanesischer Opfer) praktiziert und ist deswegen – zurecht – kritisiert worden. Sich jetzt auf dieses Niveau zu begeben, ist wenig hilfreich.

      Übrigens haben die Mainstreammedien sämtliche Kriegsgegner der NATO scharf kritisiert, weil sie Bilder von Opfern als Propagandainstrument verwenden würden . “Wir” (die “westlichen” Medien), verwenden solche Bilder dagegen nicht, “um die Würde der Opfer zu schützen” (hat bspw. Herr Kleber im Heutejournal wiederholt betont, u.a. bezüglich des Irakkrieges ).

      Wieder einmal zeigt sich, daß diese “Selbstverpflichtung” nur eine Ausrede ist und es eigentlich um die “Würde der Täter” geht; daß eine Veröffentlichung also davon abhängt, welche Seite die Opfer auf dem Gewissen hat.

    65. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2008 um 12:53 - Permalink

      @39 Martin

      Du schreibst: ?Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete?? Hab schon einiges, auch in der ausländischen Presse, über diesen Krieg und dessen Anfang gelesen, aber keiner hat sich so defintitiv festgelegt, wer denn die Chose begonnen hat.

      Was heißt beginnen? Scharmützel zwischen den Parteien gibt es bereits seit Monaten. Ich sehe auch im Medienmainstream keine echten Zweifel, dass Georgien verantwortlich für eine neue Eskalationsstufe war, die ich …

      Und ?Großoffensive? scheint es auch nicht ganz zu treffen, denn wäre es so eine gewesen, hätten die Russen sicherlich nicht aus dem Stegreif die Regie übernommen, oder?

      … Großoffensive nenne. Georgien ist (da bestehen mW keine echten Zweifel) in Südoessetien einmarschiert bevor(!) russische Truppen durch den Kori-Tunnel kamen und zur Gegenattacke ausholten. Dies stellt einen eklatanten Bruch des Waffenstillstandsabkommen dar und ist damit eindeutig als Aggression zu bewerten – unabhängig davon, ob Georgien gereizt wurde. Von georgischer Seite wird ja immer wieder die Legitimität dieser Aktion aus völkerrechtlicher Sicht betont, da SO ja georgisches Gebiet ist. Das ist aber nur die halbe (Un)Wahrheit – auch das Waffenstillstandsabkommen stellt ein völkerrechtiches Element dar.

    66. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2008 um 13:01 - Permalink

      @Onkel

      -> Krone-Schmalz

      Wieso sollte eine “unabhängige” Expertin keine eigene Meinung haben, die mit dem “Common Sense” nicht übereinstimmt? Man sollte das Wort “Neutralität” nicht überstrapazieren – in Kommentator aktueller Geschehnisse ist nun einmal nicht neutral sondern bringt seine Meinung ein. Ich halte Frau K-S für seriös und habe kein Problem damit, sie als unabhängige Expertin zu bezeichnen.

      Über den unsäglichen Cohn-Bendit sage ich an dieser Stelle mal lieber nichts … Du weißt, der Blutdruck ;-)

    67. Fiend_THeyde schrieb am 16. August 2008 um 13:18 - Permalink

      Wegen Cohn-Bendit:
      Zu Zeiten der “Putztruppe”, ging sein “Silberrückengehabe” noch als “sophisticated” durch… heute jedoch, in gesetzterem Alter, mit Falten im Gesicht und Wampe als Balast (vom feinen Fressifressi in der gehobenen Gastronomie), wirkt es dagegen nur noch albern und peinlich. :-)

    68. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2008 um 13:19 - Permalink

      @51 COPOKA

      Nur frage ich mich, ob Russland wirklich eine Chance hätte, ihn auch auf westlichen Terrain zu gewinnen?

      Gewinnen? Nein, aber zumindest besser dastehen könnten sie. Medien funktionieren nun einmal auch nach dem Prinzip, dass sie a) verwertbare Bilder brauchen und b) zitierfähige Informationen benötigen. In diesem Krieg hatten sie beides en masse von der georgischen Seite aber nichts von der russischen Seite. Stell Dir doch mal vor, Du wärst Redakteur bei der Tagesschau. Du mußt bewegte Bilder und irgendwelche Meldungen zum Konflikt bringen. Selbst wenn Du Dich im Text bemühst, klar zu stellen, dass diese Informationen von einer Seite des Konfliktes kommen, so bleibt diese Seite dann stärker hängen, als die andere. Wenn Georgien 20 Presseinformationen ausgibt und Russland nur Dementis dieser Meldungen und sein übliches Mantra von sich gibt, wird die georgische Seite automatisch präsenter sein.

      Otto Normalfernsehgucker weiß auch nicht, was es in einem solchen Falle heißt, wenn Informationen von georgischer Regierungsseite kommen. Wenn beispielsweise Informationen aus einem anderen Gebiet mit dem Zusatz versehen werden, sie stammten aus einem deutschen Ministerium oder vom britischen Innenminister, so gilt dies als seriöse Quellangabe, der getraut werden kann. Wenn in einem Krieg eine Information von einem georgischen Minister kommt, klingt dies für Otto also nicht als Mahnung, diese Information mit Vorsicht zu genießen, sondern als Seriösitätsausweis. Die kritische Betrachtung dieser Quellen hat sich in den meisten Medien erst wesentlich später ergeben – da waren die Bilder im Kopf aber schon fest.

    69. GoeZz schrieb am 16. August 2008 um 14:12 - Permalink

      hab die letztetn tage oefters ccn geschaut, und da koennte man schon hin und wieder brechen! unfassbare propaganda, es hoert sich dort so an, als stuenden wir kurz vor einem weltkrieg! ich hatte auch das gefuehl, als ob die die sendungen auf cnn nur den zweck haben, die bevoelkerung langfristig auf krieg(e) vorzubereiten, und gleich von vornherein klar zu stellen wer gut, und wer boese ist.
      man kann nur hoffen das moeglichst wenige menschen auf diese unsaegliche propaganda reinfallen.
      kritischer gehts aber z.b. auch hier zu:
      http://news.web-hh.de//index.php?newsfull=1&lid=32426&rubrik=politik

    70. RE schrieb am 16. August 2008 um 14:30 - Permalink

      @64 Fiend_THeyde:

      Bei der Analyse der Fotoserien des angeblich angegriffenen Häuserblocks geht es in erster Linie darum, die Ereignisse einem Ort und einer Chronologie zuzuordnen. Genau das verweigern uns die Mainstreammedien nämlich. Die Bilder und TV-Sequenzen von diesem Wohnblock werden seit einer Woche in unterschiedlichen Varianten und Perspektiven ständig wiederholt. Mal soll es akute Bombardierungen seitens Russlands beweisen, dann als Beispiel für Plünderungen dienen oder als Hintergrundtristesse das zivile Leiden der “völlig zerstörten” Stadt Gori dokumentieren. Dabei tauchen immer wieder die gleichen Gesichter auf.

      Der Punkt ist folgender: Der große weltpolitische Vorwurf an Russland lautet “unverhältnismäßige militärische Antwort”. Diese Unterstellung löst sich bei genauerem, lokalen Hinsehen aber als ziemlich haltlos auf. Mit den Bildern aus dem 8-teiligen Wohnblock (siehe Satellitenbilder oder Stadtfotos oben) wird eine mediale Unübersichtlichkeit, Intensität und Streuung an Zerstörungen erzeugt. Wir müssen sozusagen die Lupe umkehren: Die Streuung der Propaganda wieder bündeln und auf ihren Ursprung zurückführen.

      Wenn überhaupt, dann gab es nach Maßgabe der Bilder nur einen “Fehlabwurf” am äußersten Rand von Gori und einen Abwurf in ein zentraleres, jedoch unbebautes Gebiet an einem Fluss, wahrscheinlich dem Großen Liachwi, der dort in die Kura fließt. Durch letztere Bombe wurden dann die Aufnahmen der dicken Rauchwolken über Gori erzeugt. (Man könnte ja mal fragen, wer diese Bombe eigentlich dort abgeworfen hat und was der militärische Nutzen war, ein leeres Gebiet zu bombardieren?) Hier sind die TV-Aufnahmen davon. (Ansonsten wird viel Straße gezeigt, im Hintergrund Artillerie-Feuer, aber von Flugzeugen nicht im Entferntesten eine Spur.)

      Wieso fahren der finnische und der französische Außenminister in ein Kriegsgebiet, das sich unter Luftwaffenbombardierung befinden soll?

      Zusätzlich unterfüttert wird die Verunglimpfung des russischen Militäreinsatzes noch durch Meldungen über angebliche Vormärsche, Besetzungen von Poti, ethnischen Säuberungen, Plünderungen, Brandschatzungen, Morden. Natürlich hat diese Propanganda enorme Auswirkungen auf die politischen Diskussionen in Europa, in den USA, in der NATO. Durch die so inszenierte veröffentlichte Meinung wird es für gemäßigte, auf Ausgleich bedachte Stimmen schwieriger.

      Mit den Meldungen über angebliche Entführungen von Deutschen nach Süd-Ossetien geht es nun vielleicht darum die vermittelnde Haltung Deutschlands anzugreifen. Ich weiß nicht, wer da im Hintergrund am Rad dreht, aber zu unserem Wohl ist es ganz sicher nicht, wenn Konfrontationen auf solch hinterhältige Weise angefacht werden. Cui bono?

    71. RE schrieb am 16. August 2008 um 14:44 - Permalink

      Ich bin fern davon, einseitig die russische Sichtweise zu übernehmen, aber dieser Artikel gibt sehr gut die Befürchtung wieder, die ich schon vor einigen Tagen geäußert habe.

      http://de.rian.ru/world/20080814/116048049.html

    72. Schwitzig schrieb am 16. August 2008 um 15:14 - Permalink

      @59

      kann mir jemand genau erläutern was die usa kurz und langfristig davon haben russland als bösen Kriegstreiber darzustellen?

      Die private Rüstungsindustrie bekommt mehr Aufträge.

    73. jamesf schrieb am 16. August 2008 um 15:52 - Permalink

      Ich wollte mal eben viel Lob loswerden für den Blog. Bin erst durch den Krieg darauf aufmerksam geworden und finde es sehr gut. Es ist gut zu wissen, dass es mehr Menschen gibt, die die Infos der großen Medien hinterfragen und einen klaren Blick auf die Ereignisse haben. Bin zum glück nicht der einzige, der sich bei der abscheulichen Propaganda aufregt.

      Danke für die interessanten Berichte!

    74. RE schrieb am 16. August 2008 um 15:54 - Permalink

      @63 Dr. Dean

      Die Berliner Zeitung ist sowieso ein kleines Juwel. Mit reißerischen Schlagzeilen halten sie sich angenehm zurück. Die Berichte sind bemüht um ausgeglichene Darstellung und relativ gut recherchiert. Das ist mir z.B. auch schon während des G8-Gipels und den Krawallen in Rostock aufgefallen.

    75. Gogi schrieb am 16. August 2008 um 15:54 - Permalink

      “”Die russische Pressearbeit war traditionell katastrophal”" Das zeigte sich gestern wieder bei der Pressekonferenz von Medwedev und Merkel.Medewedew hatte am ende der Konferenz die anwesenden Journalisten gebeten sich ein paar fragen zu stellen .Die erste frage war “wer hat den Krieg angefangen? “(die andern fragen habe ich leider vergessen).Das es nicht nur naiv war zu glauben das diese fragen die Journalisten zu mehr Objektivität verleiten werden sondern auch noch kontraproduktiv sind zeigte ein paar Sekunden späther der Moderator ( Phöenix) der behauptet hat dass Medwedev der presse vorschreibt wie sie zu berichten haben.

    76. Shitop schrieb am 16. August 2008 um 16:05 - Permalink

      @20, @28
      Jetzt scheint Plan B zum Zuge zu kommen.
      SPON: TERMIN BEI SAAKASCHWILI “Micha will Euch sofort sprechen”
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572526,00.html

    77. Karl Heinrich schrieb am 16. August 2008 um 16:08 - Permalink

      Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus.

      Wenn das so wäre, würden es natürlich alle machen, und wir wären einer Trance-Attacke nach der anderen ausgesetzt (die sich dann vielleicht auch irgendwie gegenseitig aufheben würden).

      Nee, es ist harmloser. Public Relations betreibt natürlich jeder, der Spiegelfechter eingeschlossen. Und dass eine Regierung Agenturen beschäftigt, das kann nun wirklich niemanden vom Hocker reißen.

      Das beste PR-Mittel für Saakaschwili war Saakaschwili. Die andauernden Interviews auf CNN und BBC, die haben es gebracht. Deswegen war der Effekt in Frankreich und Deutschland ja auch weniger nachhaltig.

      Für westliche Politiker ist das interessant, weil der antirussische Reflex bei vielen Wählern noch da ist, und sie auf dem surfen wollen. Dazu ist es vorteilhaft, wenn die Gegenspieler der Russen gut aussehen, offen und lächelnd daherkommen, und mindestens einen MBA in Kentucky gemacht haben. Halt einer von uns.

      Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete, veranstaltete der georgische Premier Lado Gurgenidze ein gut organisiertes ?Investoren-Treffen? mit den fünfzig einflussreichsten Bankern der Wall-Street

      Bei aller Liebe, aber so ein toller Businessplatz ist Georgien nun wirklich nicht, dass die Wall-Street-Banker den Kollegen in Frankfurt dafür die Beziehungen zu Russland überlassen würden.

      Tiefer hängen, insgesamt. – Dass Russland eine geschicktere PR machen sollte, das stimmt allerdings. Dazu müssten sie dann auch mal über ihren Schatten springen und westliche Journalisten, nun, mindestens einbetten.

    78. buddel schrieb am 16. August 2008 um 17:37 - Permalink

      kommen in diesem konflikt eigentlich auch die osseten zu wort ?

      tatsächlich war ich überrascht
      im “wiki”-link zu südossetien zu lesen,
      dass der bevölkerungsanteil der russen dort eher verschwindend gering ist.
      nahezu 70% sind osseten
      und wenn die,
      wie bei wiki zu lesen
      tatsächlich ursprünglich aus persien stammen,
      dann frage ich mich doch,
      weshalb diese volksgruppe nicht zu wort kommt.

    79. Der Unbequeme schrieb am 16. August 2008 um 17:44 - Permalink

      Eine kleine visuelle Ergänzung zum psychologischen Profil von Saakaschwili

    80. Shitop schrieb am 16. August 2008 um 18:02 - Permalink

      Die öffentlichen Auftritte des georgischen Präsidenten werden immer entlarvender:
      http://www.liveleak.com/view?i=21b_1218877770

    81. Coldhand schrieb am 16. August 2008 um 18:41 - Permalink

      @76

      “Immer wieder reichen sehr amerikanisch aussehende Berater dem Präsidenten kleine Zettel von der Seite. “HRW” steht auf einem. Gemeint ist wohl der Bericht von “Human Rights Watch” über den russischen Einsatz von Streubomben. Der Tipp wirkt, sofort spricht Saakaschwili über die Bomben. “Ich habe es schon immer gesagt”, sagt er hektisch, “doch hier sehen Sie die Beweise”.”
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572526,00.html

      Warum musste ich dabei wohl blos an Herr der Ringe denken ? Und im speziellen die Szenen mit “Schlangenzunge”.^^

    82. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2008 um 18:48 - Permalink

      @77 Karl Heinrich

      Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus.
      Wenn das so wäre, würden es natürlich alle machen, und wir wären einer Trance-Attacke nach der anderen ausgesetzt (die sich dann vielleicht auch irgendwie gegenseitig aufheben würden).

      Das sind wir auch, nur wirken natürlich nicht alle “Attacken” bei jedem ;-)

      Nee, es ist harmloser. Public Relations betreibt natürlich jeder, der Spiegelfechter eingeschlossen.

      Aber natürlich, es geht mir auch nicht darum, PR zu verteufeln – um Himmels willen, dann wäre ich ja arbeitslos ;-)

      Es geht mir um die nicht vorhandene Distanz der Medien. Wenn ich als Pressesprecher eines Unternehmens einem “Dorfreporter” etwas sage, so schreibt er nicht, dies sei Fakt, sondern dies sei die Sicht des Unternehmens XYZ. Einige “Starjournalisten” könnten sich in diesem Kontext bei den “Dorfreportern” noch Nachhilfe geben lassen.

      Und dass eine Regierung Agenturen beschäftigt, das kann nun wirklich niemanden vom Hocker reißen.

      Tut es auch nicht.

      Das beste PR-Mittel für Saakaschwili war Saakaschwili. Die andauernden Interviews auf CNN und BBC, die haben es gebracht. Deswegen war der Effekt in Frankreich und Deutschland ja auch weniger nachhaltig.

      Das ist richtig, aber auch Herr S wurde ja gebrieft. Er “denkt” sich so etwas ja nicht selber aus.

      Bei aller Liebe, aber so ein toller Businessplatz ist Georgien nun wirklich nicht, dass die Wall-Street-Banker den Kollegen in Frankfurt dafür die Beziehungen zu Russland überlassen würden.

      Darum geht es auch nicht – die Mechanismen sind im verlinkten Artikel recht gut beschrieben.

    83. Spiegelfechter schrieb am 16. August 2008 um 18:49 - Permalink

      @76 Shitop

      Ein sehr guter Artikel, den der SPIEGEL da veröffentlicht hat.

    84. sadchikow schrieb am 16. August 2008 um 19:04 - Permalink

      Ein sehr interessanter Artikel.
      Ich habe gerade in russischen Nachrichten gelesen dass Medwedjew den Sechs-Punkte-Plan unterschrieben hat und Saakaschwilli eine abgeänderte Form dieses Plans unterschrieben hat!!! Wieso finde ich es in keinen Deutschen Medien wie Spiegel,Süddeutsche,Stern,Focus??? Ich verstehe nicht wieso dass die Deutsche Bürger nicht erfahren dürfen, oder habe ich noch viel zu wenig Nachrichten im Internet gelesen? Ansonsten muss ich sagen das ich Ihren Artikel immer wieder lese weil es mir die Tatsachen erklärt die man in Nachrichten leider nicht immer mitbekommt.

    85. Coldhand schrieb am 16. August 2008 um 20:11 - Permalink

      Es scheint fast so als hätte jemand die Redaktion von SPON augetauscht. In den ersten Tagen haben sie ja die Falken mal wieder rausgelassen, aber in letzter Zeit kommen eine Menge sehr negative Kommentare und Interviews zu Sakaschwilli. Erst Gorbi, Schwewadnadze, Schröder und nun eine sehr interessante Einschätzung von einem Ex-Minister von Georgien der früher für Südossetien und Abchasien zuständig war und dann von Sakaschwilli entlassen wurde weil er sich gegen Militäreinsätze ausgesprochen hatte

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572496,00.html

    86. jakester schrieb am 16. August 2008 um 21:37 - Permalink

      Mit diesem Artikel und allem anderen ‘Diesbezueglichen’ kann ich durchaus leben.
      Aber da steh ich nur auf einem Bein.
      Als 3/4tel realistischer Hobby-Paranoiker geh ich nunmal davon aus, dass das Ganze in Sich das konfusioniert-produzierte Global-Player-Sommertheater fuer ‘vor Allem’ die sowieso durchschnittsgepeinigtueberforderten “Michels” der westlichen Hemisphaere verkoerpert.

      Inklusive des gewohnten Versagens russischer ‘PR.
      Hat ja auch keiner gewusst was passieren wuerde!
      Aber die kleine/grosse GlobalStory gibt mannigfachen Spielraum fuer Ablenkung jeglichster Art in jeglichstem Bereich.

      Da hat jeder die Gelegenheit halbversteckten Dreck unter dem Teppich vorzuholen und zu etablieren. …. Easy!
      Wo der ‘Kleine gelaehmt, bewegt sich der ‘Grosse schnell und schaue man ‘Zurueck war es nie anders.
      Es gibt keine ‘Wahrheit. Aus was auch immer ‘Realitaet gestrickt wird, ist was uns gestern, heute und Morgen kaputt macht.

      In diesem Zusammenhang war ja auch die Demolierung Russlands durch die 90ger nicht gerade etwas, das nicht komplett konsequent durchgeplant war. .. Grossartig!

      Realitaet ist, das der ‘Werbefeldzug wie immer glaenzend funktioniert. Die Manipulation und steigend-deprimierte Desinteresse der Massen ist nahezu perfekt. Je mehr davon desto besser.

      Gezielte Oberflaechlichkeit ist angesagt. Dessen schliesse ich mich an.
      Da ist zumindest eines sicher, …. ich werde bei negativen Prognosen meinerseit nur selten bis Nie enttaeuscht.
      Was bin ich gluecklich keine positive Einstellung zu haben. :-)

    87. name schrieb am 16. August 2008 um 21:45 - Permalink

      Hui, Spon schlägt wirklich zum zweiten Male positiv an diesem Wochenende mit einem realistischen Artikel zurück :)

      Das sind wenigstens Bestätigungen, dass es halbwegs noch eine Ebene zu geben scheint, die nicht jeden Quatsch mitverkaufen will.

    88. COPOKA schrieb am 16. August 2008 um 23:21 - Permalink

      @SF, #68

      Nur frage ich mich, ob Russland wirklich eine Chance hätte, ihn auch auf westlichen Terrain zu gewinnen?

      Gewinnen? Nein, aber zumindest besser dastehen könnten sie. Medien funktionieren nun einmal auch nach dem Prinzip, dass sie a) verwertbare Bilder brauchen und b) zitierfähige Informationen benötigen. In diesem Krieg hatten sie beides en masse von der georgischen Seite aber nichts von der russischen Seite.

      Ob du dich nicht täuschst!? Zumindest in Hinsicht auf EU.

      In der Nacht von 7. nach 8. August las ich in russ. Medien, dass Zchinwali von Georgien angegriffen wurde und dass die Stadt unter massivem Artilleriebeschuss steht (schwere Artillerie, zahlreiche Panzer und flächendeckender Grad-Beschuss – wow!). Also malte ich mir schon mal aus, was in der Stadt alles los ist – ‘ne rieeese Sauerei! Bereits beim Frühstücken am selben Tag vernahm ich genau diese Nachricht aus Radio mit paar grauenerregenden Details – die Stadt sei weitgehend zerstört, viele Gebäude (darunter Uni, Stadtbibliothek und noch einige prominenten Gebäude) seien schwer(!?) beschädigt. Es wird in der Stadt heftig gekämpft und es sind bereits 1600 Opfer unter Zivilisten gemeldet. Abertausende sind auf der Flucht. Korrekterweise wurde auch darauf hingewiesen, dass die Information aus den russischen Quellen stammen.

      An diesem und in den nächsten Tagen wurde diese Nachricht mehrmals wiederholt, wobei die Opferzahl unter Zivilisten bald auf 2000 gerundet wurde. Also zumindest diese Botschaft kam hierzulande ganz breit an und hat sich, wie ich es einschätze, fest in Köpfen eingebrannt. Und wo kam sie her? Eben!

      Was die Bilder anbetrifft, so wurden in TV und INet immerwieder rollende Panzer und irgendwas rauchendes in Ferne gezeigt. Ob die motorisierten Verbände in Offen-, Defensive oder gar auf der Flucht sind, war eigentlich aus den Bildern selbst nicht klar gewesen. Daraus war es meistens nicht mal klar gewesen, ob’s nun russische oder georgische Verbände gezeigt wurden – also suggestive Stimmungsmache um die Tragik der Stunde zu untermalen.
      Was mich allerdings nach paar Tagen stutzig machte, waren die immernoch fehlenden Bilder aus der ‘zerstörten’ Zchinwali – immerwieder die gleichen Nahaufnahmen von paar zerstörten Gebäuden und demolierter Kriegstechnik.
      Und das ist alles nach einem massiven Artilleriebeschuss der Stadt!? Mittlerweile wird auch die Zahl der Opfer unter Zivilbevölkerung stark in Zweifel gezogen – ist wohl von Anfang an auch um eine Größenordnung übertrieben worden. Nur was ändert’s jetzt?!

      Stell Dir doch mal vor, Du wärst Redakteur bei der Tagesschau. Du mußt bewegte Bilder und irgendwelche Meldungen zum Konflikt bringen. …

      Ja, rollende Panzer, brennende Gebäude, Rauchwolke über die Stadt und auf englisch plappernde Saakashwilli ;) Unterschätze bitte nicht Anzahl derer, die in ihren Autos Radio unterwegs hören. Und der erste Nachrichtenblock dazu kam bereits am Freitag morgens! Also zumindest in [Kern]Europa hatten die meisten zum Abend bereits ihre erste Meinung dazu gebildet, was los war – Südossetien wurde von Georgien angegriffen. Die Russen rückten später nach.

      Otto Normalfernsehgucker weiß auch nicht, was es in einem solchen Falle heißt, wenn Informationen von georgischer Regierungsseite kommen. …

      Gott sieht, Menschen sind idT nicht besonders intelligent oder haben schlicht keine Zeit/Lust, um den Background für solche Ereignisse zu ergründen. Aber total doof und unkritisch sind sie en Masse nun auch mal nicht, nicht in [Kern]Europa. Oder unterhalte ich mich immer mit den Falschen? Ich meine jetzt außerhalb von SF-Blog ;)

      … da waren die Bilder im Kopf aber schon fest.

      Nö, zunächst erfuhren sehr viele, dass Südossetien von Georgien überfallen wurde und zerbombt wird. Die Bilder wurden hinterher abends nachgeschoben.
      Und die Bilder, die “Der Unbequeme” oben, #79 gepostet hat, bleiben auch nicht unbemerkt. Steht übrigens überall CNN drauf. Besonders beeindruckend war seine Sprinterleistung – wird bestimmt von Publikum gewürdigt ;)

      —————-
      Im Übrigen bleiben die gestellten Bilder von Reuters noch ‘ne Weile ein Thema. Autor der Bilder ist ein ukrainischer Fotokorrespondent, gewisser Gleb Garanitsch, der ganz offen zugibt, dass er bei dem Auftrag sehr kreativ in ‘zerbombter’ Gori vorgegangen ist – das sei doch völlig normal! :))
      Siehe: http://haladdin.livejournal.com/45025.html?page=6
      In drei letzten Beiträgen auf der Seite ist sein Interview an “Echo Moskau” – sehr aufschlussreich. Das wird ganz gewiss noch in Gespräch kommen, wenn den Russen die Übertreibungen mit Meldungen aus Zchinwali unter die Nase gerieben werden.
      Wenn jemand Interesse an Übersetzung hat, werde ich gerne nachhelfen.

      Tja, und was ist nun mit dem Krieg? Der Willi, wie es aussieht, ist mit all seinen coolen Waffen und Beratern voll in die Falle getappt, die ihm von Russen geschickt gestellt wurde. Ja, russische Verbände sind noch in Georgien, aber die bombardieren im Gegensatz zu Willi keine Städte, sondern transportieren aus dem Lande die von ihm teuer eingekauften Waffen ab oder verwandeln sie beharrlich in Schrott. Diese Aktionen werden m.E. großes Nachsehen in [Kern]Europa finden – ich meine nun gewisse politischen Kräfte wie auch Otto Normalfernsehgucker und -radiohörer.

      Und da wären noch die normalen Georgier und politische Opposition, die noch die Frage stellen werden, wer nun die Milliarde, die Willi für die coolen Waffen ausgegeben hat, zurückzahlen wird. Georgiens BIP ist ca. 1.500? pro Nase. Im Jahr, wohl gemerkt. Der Willi hat ausgedient!
      Und die Russen haben genau das erreicht, was sie wollten. Der Schaden am Ansehen wird m.E. für sie durchaus in Grenzen halten – man muss immer was opfern, wenn man etwas erreichen will.

    89. COPOKA schrieb am 16. August 2008 um 23:57 - Permalink

      PS. Das Interview, das Gleb Garanitsch angeblich dem Redaktor vom Sender “Echo Moskau” Alexej Venediktov gegeben habe, wird nun als Fake entlarvt: http://www.newsland.ru/News/Detail/id/286624/cat/42/
      Dennoch sind die Bilder und Kommentare dazu auf dem verlinkten Forum durchaus interessant.
      Tja, es bleibt spannend auf der medialen Front.

    90. Lau Dan schrieb am 17. August 2008 um 01:04 - Permalink

      “russische armee ist beste von welt”
      - ein ganz besonderer Spin ist, dass jetzt wohl schon Spam Mail zum Thema abgefeuert wird, fragt sich nur wer die mit welcher Intention loslässt …

      wenn ich COPOKA richtig versteh, stimm ich zu dass es fast egal ist wer welches Bildmaterial bereitstellt, wenns gar keinen Bilder gibt wird halt Archiv Material aus dem WK 2 genommen um die Message rüber zu bringen

      Spon zb hatte zu nichtssagenden Bildern von russischen Panzern ( ganz früh bei der Aktion ) heroisch dazu gedichtet :
      “Die Eroberer : Georgische Panzer auf dem Weg in die Hauptstadt Zchinwali”

      man beachte den Hurra-Tonfall zur Bilderfälschung, ist kaum paar Tage her, und den Gegensatz zum Wirrer Willi Portrait von heute

      was Radiohörer angeht – bin selber keiner, aber bei denen die ich kenne und die zB gern DW hören, da bin ich sicher dass da nicht nur das meiste zum andern Ohr wieder rausläuft sondern auch dass Bildinfo Ton verdrängt und sowieso die nachfolgende “Information” das zuerst gehörte

      Ist ja ein Fakt dass man sogar Augenzeugen dazu bringen kann ernsthaft andere Dinge zu glauben als das was sie persönlich erlebt haben
      Übrigens werden auch Ticker Texte wie in den Mitschnitten oben unbewusst verarbeitet

      ein ganz schöner andere Spin ist auch, dass die vormals gegen Ru unwirksamen Ostraketen jetzt doch gegen Russen helfen, über Nacht, aber nicht so gut dass man nicht noch extra Systeme von denen vorher nicht die Rede war braucht, die noch besser gegen Russen helfen

      n noch schönerer Spin ist dass Polen jetzt per Vertrag direkt unter der Schirmherrschaft der US stehen, und nicht mehr mittelbar über die NATO Mitgliedschaft, und das ohne lange Diskussion, ist jetzt einfach Fakt, über Nacht im Garten gewachsen

      auch ein super Spin : Frau Rice und Graf Popel und wer noch kümmern sich alle um Georgien, man fährt sofort persönlich hin usw – aber keiner fragt : warum die riesen Aktion und das Dauer-Stelldichein ? das läuft doch bei anderen Krisen etwas anders, aber keiner wundert sich

      hätte es diese Migräne Parties auch gegeben wenn Georgien ruck-zuck die AKtion abgeschlossen hätte ?

      auch bemerkenswert, wenn auch ein anderes Thema ist, dass es weder Info noch wenigsten wilde Spekulation darübergibt, wie u warum solche Entscheidungen wie die Raketenstationierung in PL und Tschechien überhaupt zu Stande kommen, ich meine welche Vorteile haben die betroffenen Länder in realiter, das fragt keiner, da es keine gibt, sinniert wird wenn überhaupt über Neben- bzw Nebelaspekte

    91. COPOKA schrieb am 17. August 2008 um 03:00 - Permalink

      @Lau Dan

      n noch schönerer Spin ist, dass Polen jetzt per Vertrag direkt unter der Schirmherrschaft der US stehen, und nicht mehr mittelbar über die NATO Mitgliedschaft, und das ohne lange Diskussion, ist jetzt einfach Fakt, …

      Was m.E. von enormer Nervosität der Neocon-Garde zeugt. Plötzlich wird dem Polen, also dem schwächeren Partner in der Verhandlung ggü in allen Punkten nachgegeben (womit das Land nicht auf große Gegenliebe in der EU stoßen wird – das aber nur am Rande). Die Neocon haben’s nämlich begriffen, dass Willi ganz großen Mist gebaut hat und versuchen nun zu retten, was noch zu retten ist. Daher auch das hysterische Propagandageschreie auf Fox & Co.
      Willi ist kein Thema mehr – seine Stunde ist längst geschlagen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass er durch seine Dummheit was viel größeres in Gang gesetzt hat, was aus Sicht der Neocons verdammt ungünstig ausfällt.
      Allmählich ändert sich die Tonlage zum Thema in der EU, Altkanzler Gerhard Schröder outet sich nun über die Strategie des Kreml und verkündet das Ende der amerikanischen Vorherrschaft , Kasachstan und Aserbaidschan drehen die Lieferungen durch Georgien ab, Türkei will nun Russland im Kaukasus-Konflikt unterstützen und lässt Bushs Bescherungen durch Bosporus nach Georgien nicht durch, und Ahmadenijad findet plötzlich US-Streitkräfte im Irak ganz hilfreich – da sollen sie auch brav bei Terrorismusbekämpfung bleiben ;)

      Mal abwarten …

    92. dimakratiefan schrieb am 17. August 2008 um 10:36 - Permalink

      @91
      http://sl-lopatnikov.livejournal.com/

    93. Sulukol schrieb am 17. August 2008 um 12:35 - Permalink

      Schaue gerade “Internationale Frühschoppen” auf “Phoenix”. Ziemlich peinlich.

    94. name schrieb am 17. August 2008 um 13:33 - Permalink

      Sehr guter Artikel..dieser Scheisskrieg :(

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572570,00.html

    95. savion schrieb am 17. August 2008 um 18:13 - Permalink

      The Europeans !
      Wake up – American TV and newspapers impudently deceive you!
      Photo files on a theme.
      http://www.nebog.com/truthaboutwar.htm

    96. Avantgarde schrieb am 17. August 2008 um 19:41 - Permalink

      Der große Präsident Bush hat gesprochen. Süd-Ossetien und Abchasien MÜSSEN bei Georgien bleiben. Es gibt da keinen Raum für eine Diskussion. Dixit Bush.

      Er vergaß hinzuzufügen, dass es die USA nach dieser Argumentation gar nicht geben dürfte.

    97. Peinhard schrieb am 17. August 2008 um 20:01 - Permalink

      Merkel hat auch was gesprochen: “Georgien wird Mitglied der NATO”. Und die georgische Führung habe ihre Unterstützung. Nachdenklich stimmt auch: “Wichtig sei es jetzt, den Blick nach vorne zu richten und nicht “ewig” Ursachenforschung zu dem Konflikt zu betreiben”.
      http://www.tagesschau.de/ausland/kaukasus118.html

      Die FTD ergänzt: “Merkel sagte Georgien in diesem Zusammenhang Hilfe beim Wiederaufbau militärischer Anlagen zu. Darüber könne beim Nato-Rat in Brüssel am Dienstag schon gesprochen werden.”
      http://www.ftd.de/politik/international/:Kaukasus_Konflikt_Merkel_f%FCr_Nato_Beitritt_Georgiens/401010.html

      Da wäre ‘Ursachenforschung’ ja eventuell hinderlich…

    98. Admiral Golowko schrieb am 17. August 2008 um 20:05 - Permalink

      Ein schönes Fundstück aus dem FOCUS, eine dort zitierte Äusserung des früheren US-Boschafters in Deutschland und Ex-Balkan-Beauftragten, Herrn Holbrooke:

      “Nach 1958 in Ungarn, 1968 in Prag und 1979 in Afghanistan seien jetzt erstmals nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder russische Truppen in ein souveränes Land einmarschiert. ?Das ist eine Tragödie?, warnte Holbrooke: ?Es ist jetzt ganz entscheidend, dass sich die Russen wirklich aus Georgien zurückziehen. Wenn sie das nicht tun, werden die Konsequenzen sehr weit reichend sein.”

      http://www.focus.de/politik/ausland/kaukasus/russische-truppen-erneuter-vorstoss-statt-rueckzug_aid_325667.html

      Abgesehen davon dass der sowjetische Einmarsch in Ungarn 1956 stattfand…auch die USA sind doch bereits mehrfach in souveräne Länder einmarschiert…die dürfen das also, oder wie?

    99. Avantgarde schrieb am 17. August 2008 um 20:09 - Permalink

      Oh nein, bitte keine Ursachenforschung, lieber noch mehr Spin.
      Der geht inzwischen dahin, dass Georgien russische Truppenbewegungen in Richtung Tunnel beobachtet haben will und lediglich einer russischen “Invasion” zuvorkommen wollte.

      Als müssten die Russen eine Invasion in ein Land, das sie militärisch kontrollieren, eine Invasion durchführen. Jeden Tag einen Panzer durch den Tunnel schicken ginge da auch.

      Nein, das wollen wir nicht hören, dass Saakaschvili am Abend des 7.8. einen Waffenstillstand aufgrund des Beginns der Olympischen Spiele verkündete, und dann einige Stunden später die Bewohner von Zchinwali aus den Betten in Kellerverschläge bombte.

    100. traurig schrieb am 17. August 2008 um 20:29 - Permalink

      .

    101. Schwitzig schrieb am 17. August 2008 um 20:36 - Permalink

      Die tickt ja wohl nicht mehr ganz sauber:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,572627,00.html

      Langsam sollte man der Type ein Amtsenthebungsverfahren anhängen.

    102. Avantgarde schrieb am 17. August 2008 um 20:39 - Permalink

      Ein Land in die Nato aufnehmen zu wollen, dass sich in einem (weitgehend selbstverschuldeten) Kriegszustand mit Russland befindet, ist schlichtweg Irrwitz.

      Langsam wird mir wirklich mulmig, ob hier nicht der wirtschaftlich Kollaps der USA mit einem neuen Kalten Krieg kaschiert werden soll. Aufschwung durch Aufrüstung, die Europa bezahlt?

      Ich hoffe nur, Obama ist vernünftiger. Wenn McCain ans Ruder kommt, dann gute Nacht

    103. traurig schrieb am 17. August 2008 um 20:50 - Permalink

      ?Merkel sagte Georgien in diesem Zusammenhang Hilfe beim Wiederaufbau militärischer Anlagen zu. Darüber könne beim Nato-Rat in Brüssel am Dienstag schon gesprochen werden.?
      http://www.ftd.de/politik/international/:Kaukasus_Konflikt_Merkel_f%FCr_Nato_Beitritt_Georgiens/401010.html
      Also, direkte militärische Unterstützung für ein Land, das sich de fecto im Kriegszustand befindet. Geht da Merkel nicht zu weit? Ist es eine Kriegserklärung an Russland? Wäre es nicht besser vorerst abzuwarten, bis sich die Situation normalisiert, bevor man die militärische Aufbauhilfe in Betracht zieht?!

    104. jakester schrieb am 17. August 2008 um 22:48 - Permalink

      “Wichtig sei es jetzt, den Blick nach vorne zu richten und nicht “ewig” Ursachenforschung zu dem Konflikt zu betreiben.” …. das Merkel.

      Frag ich mich aus der Ferne wann Deutschland wohl erkennt, das Merkel das Uebelste ist was der Republik zustossen konnte.
      Ihre Aktionen sind nur fuer wenige voraussehbar und man kann sich sicher sein, dass sie immer und immer wieder Falsches tut. Innen wie Aussenpolitisch an Schaebigkeit kaum zu ueberbieten und im Globalen durchaus als provokativ und gefaehrlich zu bezeichnen.

      Ja ,.. Ja das Angie. Die ‘Mutter der Nation!
      Fragt sich nur Welcher ……………

    105. Dr. Dean schrieb am 17. August 2008 um 23:52 - Permalink

      Merkel ist unglaublich. Nicht nur, dass sie ihren eigenen Außenminister hintergeht (und zwar: total), dass sie Sarkozy hintertreibt, sie stellt – kurz nachdem die Ausrüstung der georgischen Armee mit deutschen Sturmgewehren bekannt wurde – ihren Hintern gemeinsam mit dem Autokraten SaakaSchwili vor EU-Fahnen und verkündet dort die baldige NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Selbstredend ohne auch nur ein Wort der Kritik am Blitzkrieg Georgiens am 8.8.2008 gegen die südossetische Bevölkerung.

      Sie lobt den Kriegsverbrecher SaakaSchwili sogar und verspricht ihm umgehend deutsche Hilfe bei der militärischen Wiederaufrüstung, was u.a. nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz unzulässig ist! Ihre Begründung: “Terretoriale Integrität” und so.

      Angela Merkel hat hoffentlich noch alle Tassen im Schrank – Zweifel daran sind erlaubt.

    106. Avantgarde schrieb am 18. August 2008 um 00:40 - Permalink

      Na toll, dann ist Deutschland ja endlich am Kaukasus angekommen… 1942 haben die Osseten die Wehrmacht noch zurückgeschlagen.

    107. Der Unbequeme schrieb am 18. August 2008 um 03:05 - Permalink

      Die Georgier waren schon immer feige, man lese Lermontov. Egal wie sehr man sie aufrüstet: wenn es hart auf hart kommt, lassen sie alles liegen und rennen davon. Die Russen haben hunderte intakte Panzer erbeutet, Artillerie, Maschinengewehre.

      Russische Panzer vor dem Plakat mit coolen georgischen GIs.

      Umso hirnrissiger ist, dass die Merkel sie in die NATO aufnehmen und hochrüsten will.

    108. Avantgarde schrieb am 18. August 2008 um 05:45 - Permalink

      Vielleicht war das alles ja nur ein Trick, aus dem Irak rauszukommen?

    109. notwenidg schrieb am 18. August 2008 um 09:25 - Permalink

      Hallo Herr Berger,

      da ich leider keine E-Mail Adresse von Ihnen finden konnte, sie jedoch gerne auf ein Video des Senders FOX hinweisen möchte, tue ich das auf diese Weise. Sollte das nicht gewünscht sein, so löschen Sie doch bitte meinen Kommentar. Das folgende Video zeigt ein Interview von einem ossietischen Mädchen und Ihrer Tante. Nachdem das Mädchen den russischen Truppen dankt und die Tante georgiens Präsident für den Krieg verwantwortlich macht wird das Interview einfach unterbrochen.

      http://www.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ

      Youtube nimmt das Video permanent raus und zeigt es nicht auf den Toplisten.

    110. Matze schrieb am 18. August 2008 um 11:09 - Permalink

      Südossetien gehört völkerrechtlich zu Georgien. Präsident Saakaschwili wurde von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt. Die Wahlen wurden von westlichen Organisationen wie der OSZE als fair bezeichnet; das waren die in Russland leider nicht. Dort hat nicht einmal der verfassungsmäßige Präsident das Sagen, sondern Putin. Und über den südossetischen, selbsternannten Präsidenten Kokojty, von Beruf Freistilringer, wollen wir hier lieber nicht weiter reden. Lawrow hat jetzt sogar öffentlich den Satz geäußern:?Vergesst das Gerede um die Souveränität Georgiens.? Moskau geht es erstens darum, Georgien seine Grenzen aufzuzeigen – auch im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vor allem will der Kreml dem Westen zeigen, dass Russland eine politische Großmacht ist.

      Diese russischen Spielchen sind pervers und ich frage mich, welche Probleme einmal Deutschland bekommen wird, wenn wir nicht nach Mütterchen Russlands Pfeife tanzen – Stichwort Energieabhänigkeit.

      Russland hat sich hier gewaltig selbst geschadet. Vielleicht geht dem ein oder anderen jetzt ein Licht auf.

    111. corny schrieb am 18. August 2008 um 11:10 - Permalink

      @97

      Merkel: ?Wichtig sei es jetzt, den Blick nach vorne zu richten und nicht ?ewig? Ursachenforschung zu dem Konflikt zu betreiben?.

      Dasselbe denke ich immer beim Thema zweiter Weltkrieg… (scnr)

      @98
      >>?Nach 1958 in Ungarn, 1968 in Prag und 1979 in Afghanistan seien jetzt erstmals nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder russische Truppen in ein souveränes Land einmarschiert.[...]“<<

      Wenn ich diese (und andere) Propaganda so lese, verstehe ich langsam wieso Menschen zu Attentätern werden…

      @102
      “Ich hoffe nur, Obama ist vernünftiger. Wenn McCain ans Ruder kommt, dann gute Nacht”

      Obama = Wolf im Schafspelz, iirc hat er sich doch schon für Truppenverstärkung im Irak und Ähnliches ausgsprochen oder hab ich das falsch verstanden?

    112. salvo schrieb am 18. August 2008 um 11:34 - Permalink

      ein glaubwürdiger Bericht der georgischen Journalistin Margarita Akhvlediani

      http://www.thenation.com/doc/20080901/akhvlediani

      Interview mit Michael Klare über die geopolitischen Hintergründe des Konflikts

      http://www.democracynow.org/2008/8/15/russia_georgia_conflict_fueled_by_rush

      lesenswert sind auch die Artikel dazu auf asia times

      the bear is back

      http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH16Ag01.html

      The end of the post-Cold War era

      http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH13Ag02.html

    113. salvo schrieb am 18. August 2008 um 11:51 - Permalink

      siehe dazu auch

      http://www.monde-diplomatique.fr/carnet/2008-08-15-Georgie

    114. salvo schrieb am 18. August 2008 um 13:13 - Permalink

      noch zwei Hinweise

      “Why Americans swoon for the former Soviet Republic of Georgia”

      http://www.slate.com/id/2197597/

      nach Berry Gray gibt es auch US-innenpolitische Interessen an einer Eskalation des Konflikts

      “There is undoubtedly a domestic political component to the US-backed provocation against Russia as well. The Bush administration and the Republican presidential candidate, John McCain, want the November elections to take place under conditions of immense international crisis. They calculate that an environment of fear and insecurity will strengthen McCain?s chances, since a major prop of his campaign is his supposed foreign policy experience and national security expertise.”

      http://wsws.org/articles/2008/aug2008/cauc-a12.shtml

    115. Spiegelfechter schrieb am 18. August 2008 um 13:25 - Permalink

      @109 notwenidg

      da ich leider keine E-Mail Adresse von Ihnen finden konnte,

      … die können Sie im Impressum finden …

      sie jedoch gerne auf ein Video des Senders FOX hinweisen möchte, tue ich das auf diese Weise. Sollte das nicht gewünscht sein, so löschen Sie doch bitte meinen Kommentar. Das folgende Video zeigt ein Interview von einem ossietischen Mädchen und Ihrer Tante. Nachdem das Mädchen den russischen Truppen dankt und die Tante georgiens Präsident für den Krieg verwantwortlich macht wird das Interview einfach unterbrochen.

      youtube.co…

      Youtube nimmt das Video permanent raus und zeigt es nicht auf den Toplisten.

      Danke für den Hinweis, aber das Video ist bereits im Text selbst eingebettet. Der Grund, warum Youtube das Video nicht in die Toplist nimmt, wird die Tatsache sein, dass in Spam-Mails auf dieses Video verlinkt wird – so behaupten es zumindest einige Blogs.

    116. Informationsminister schrieb am 18. August 2008 um 13:32 - Permalink

      Matze am 18. August 2008 um 11:09 – Permalink

      Südossetien gehört völkerrechtlich zu Georgien.

      ->So wie das Kosovo zu Serbien&Montenegro?

      Präsident Saakaschwili wurde von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt. Die Wahlen wurden von westlichen Organisationen wie der OSZE als fair bezeichnet; das waren die in Russland leider nicht.

      ->Das stimmt so nicht; einige tage nach der Wahl mehrten sich die Zweifel: “Neue Berichte zu Wahl-Fälschungen in Georgien”
      http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3049519,00.html?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

      “Zweifel an korrektem Ablauf von Georgien-Wahl”
      http://www.dasjournal.net/news/306/ARTICLE/4701/2008-01-10.html

      Dort hat nicht einmal der verfassungsmäßige Präsident das Sagen, sondern Putin. Und über den südossetischen, selbsternannten Präsidenten Kokojty, von Beruf Freistilringer, wollen wir hier lieber nicht weiter reden. Lawrow hat jetzt sogar öffentlich den Satz geäußern:?Vergesst das Gerede um die Souveränität Georgiens.?

      ->Da ging es um die territoriale Souveränität Georgiens mit Bezug auf Südossetien und Abchasien. Die territoriale Souveränität Serbiens at die NATO auch nicht interessiert. UNd damit wurde ein Präzedenzfall geschaffen. Die Geister, die man rief….

      Moskau geht es erstens darum, Georgien seine Grenzen aufzuzeigen – auch im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vor allem will der Kreml dem Westen zeigen, dass Russland eine politische Großmacht ist.

      ->Dann hätte Georgien nicht den Fehler machen sollen, den Russen eine Begründung für ein militärisches Schaffen von Fakten zu liefern. Saakaschwili hat damit hunderte oder tausende seiner eigenen Landsleute zu Tode verurteilt.

      Diese russischen Spielchen sind pervers und ich frage mich, welche Probleme einmal Deutschland bekommen wird, wenn wir nicht nach Mütterchen Russlands Pfeife tanzen – Stichwort Energieabhänigkeit.

      ->Ja ja, und irgendwann fahren dann T-90 durch Berlin, schon klar. Staaten haben keine Freunde, sondern INteressen. Die Russen fühlen sich von der NATO eingekreist. Das ist die Grundlage ihrer Politik ggü. NATO-Anwärtern an ihren Grenzen. Vielleicht sollte man ihre Bedenken einfach mal ernst nehmen…

      Russland hat sich hier gewaltig selbst geschadet. Vielleicht geht dem ein oder anderen jetzt ein Licht auf.

      ->Letztendlich findet hier ein Konflikt zwischen Russland und USA / NATO auf dem Rücken von Osseten, Georgiern und Russen statt. Vielleicht geht dir ja noch ein Licht auf – dass es in solchen Situationen selten EINEN Schuldigen gibt…

      IM

    117. Chefarztfrau schrieb am 18. August 2008 um 14:09 - Permalink

      In der qualitätsmedialen Berichterstattung zum Kaukasus-Konflikt wird ein Aspekt peinlich beschwiegen: der Gesundheitszustand des georgischen Präsidenten. Dabei spielt sich das Drama der kaukasischen Psychopathologie täglich vor unseren Augen ab …
      http://chefarztfrau.de/?p=235

      Ist leider ernster als es lustig ist.

    118. Sulukol schrieb am 18. August 2008 um 14:24 - Permalink

      Es ist wichtig, sich ein bißchen die Geschichte der Region zu vergegenwärtigen. Woher stammen die heutigen georgischen Grenzen, wer hat sie bestimmt? Und man kann es drehen und wenden wie man will: die Grenzen wurden, weitgehend willkürlich von der Sowjetregierung gezogen. Diese, durch nichts legitimierte Regierungen, haben aus eigener Herrlichkeit heraus bestimmt, welche Völkergruppen den Status einer Teilrepublik, mit formalem Recht auf Unabhängigkeit von den Übrigen, welche nur einer Autonomen Republik(z.B. Abchasien) oder eines Autonomen Kreises (z.B. Südosetien) ohne dieses ein Recht, und welche Völkerschaften gar keine Autonomie erhalten. Da die Sowjetunion unteilbar schien, waren die Unterschiede auch nicht besonders bedeutsam. Die Einteilung wurde deshalb nicht ohne Willkür gehandhabt, es war ja in vielen Fällen kaum mehr als eine verwaltungstechnische Angelegenheit.

      Nun kann man natürlich diese Grenzen als in Stein gemeißelt ansehen, sind doch andere Grenzen auch meist durch Kriege und ähnlichen Unfug entstanden. Aber das kann man natürlich nur tun, wenn man mt anderen Grenzen genau so verfährt. Das tut man spätestens seit dem Kosovokonflikt nicht mehr.

      Im vorliegenden Fall ist die Sache noch klarer. Weder Abchasien noch Südossetien wurden jemals von Tiflis aus regiert. St. Peterburg wurde 1918 von Moskau abgelöst und dann 1992 kam die faktische Unabhängigkeit der beiden Provinzen. Klar, dass Georgien die Provinzen halten will, zumal es auch in der dritten Autonomen Region (Adscharien) Probleme gibt, aber eine durchschlagende Legitimation dafür kann ich nicht erkennen.

      Was in unsere Kanzlerin gefahren ist, weiß der Teufel. Aber die Propaganda wirkt. Fast 50 % der Polen halten nach neusten Umfrage einen russischen Einfall in Polen für wahrscheinlich. Das kann man gar nicht mehr kommentieren.

    119. Oliver schrieb am 18. August 2008 um 14:30 - Permalink

      hier ein guter Link aus Kanada/Toronto, mit einem Kommentar, der es meiner Meinung nach gut zusammenfasst:

      http://www.torontosun.com/Comment/2008/08/17/pf-6478116.html

      Der Schlussabsatz bringt es auf den Punkt:

      …..
      RUSSIAN INTERESTS

      The West must accept that Russia has vital national interests in the Caucasus and former U.S.S.R. Russia is a great power and must be afforded respect. The days of treating Russia like a banana republic are over. The most important foreign policy concern for the U.S. is keeping correct relations with Russia, which has thousands of nuclear warheads pointed at North America. Georgia is a sideshow.

      in diesem Sinne
      gruss

    120. Karl Heinrich schrieb am 18. August 2008 um 16:32 - Permalink

      @82 Spiegelfechter

      auch Herr S wurde ja gebrieft. Er ?denkt? sich so etwas ja nicht selber aus.

      Natürlich wurder er gebrieft. Aber mit ziemlicher Sicherheit gehört auch Herr Saakaschwili zu denjenigen Politikern, die sich ihre Berater selber aussuchen, weil sie sich davon Erfolg versprechen. Er ist ein – im europäischen Sinn – Liberaler, der gerne auch mit amerikanischen Kräften der “Free markets, free people”-Richtung zusammenarbeitet (Republicans eben).
      Darin sehe ich nicht grundsätzlich ein Problem – und auch keine Verschwörung -, solange das demokratische Fundament gewährleistet ist, nämlich dass Regierungen abgewählt werden können. Nur verlegt sich Saakaschwili, wenn ihm das droht, weil er sich verrannt hat, auf den Chauvinismus (wie viele andere Politiker auch). Und das verdient wirklich keine Unterstützung.

      @118 Sulukol

      Weder Abchasien noch Südossetien wurden jemals von Tiflis aus regiert.

      Wenn es nur so einfach wäre. Allein die Abchasier haben vor 15 Jahren 200.000 Georgier vertrieben, fast die Hälfte der Bevölkerung.
      In dieser Gegend gibt es nicht richtig und falsch. Nur flasch und flascher.

    121. Spiegelfechter schrieb am 18. August 2008 um 16:42 - Permalink

      @Karl-Heinrich

      Ein Problem sehe ich darin auch nicht. Ich sehe aber sehr wohl ein Problem, wenn die Medien hier nicht zwischen verifizierbaren Fakten und Informationen aus der PR-Maschinerie trennen. Das ist der Punkt.

    122. jakester schrieb am 18. August 2008 um 16:44 - Permalink

      Howdy Admiral Golowko, (98)

      ‘Herr Holbrooke’ ist einer der Recken mit so richtig Dreck am Stecken.
      http://jakester-express.blogspot.com/2008/08/karadzic-deals-and-related-shit.html
      Aber damit befindet er sich in einer geschlossenen Gesellschaft.

      Gruss
      J.

    123. clear schrieb am 18. August 2008 um 16:44 - Permalink

      Dass Merkel in dieser Situation ganz selbstverständlich einen Nato Beitritt in Aussicht stellt und dazu noch militärische Aufbauhilfe kann ich ja schon nicht verstehen.

      Dass aber dazu keinerlei Opposition zu lesen ist verstehe ich noch viel weniger.
      Oder habe ich da Wichtiges überlesen?

      Mein Bauchgefühl jedenfalls hat den Eindruck da ist noch irgendwas im Busch…

    124. clear schrieb am 18. August 2008 um 17:45 - Permalink

      grade auf den NachDenkSeiten entdeckt

      http://www.nytimes.com/2008/08/18/washington/18diplo.html?ei=5070&en=b964a6c18ac0f3ec&ex=1219723200&adxnnl=1&emc=eta1&pagewanted=2&adxnnlx=1219072036-P9iTVcd9RjJRo4NuSxMz2w

      eine interessante “ups – das haben wir nicht gewollt” analyse

    125. carlo schrieb am 18. August 2008 um 18:12 - Permalink

      @chefarztfrau

      “Psychisch Kranke verdienen unbedingt unser Mitgefühl und unsere Solidarität, aber Bitte [!] keine neuen Bündniszusagen oder gar weitere Militärhilfen.”

      Super, richtig so. Woher ist eigentlich der Videomitschnitt, wo Saakashvili in seine Kravatte beisst?
      Vor langer Zeit gabs hier auch mal einen, den nannten sie den Teppichbeisser.

      @clear
      Die “ups-das haben wir nicht gewollt-analyse” hab ich auch gelesen…..hoffentlich zieht in die “dinner parties” mal wieder Vernunft ein!
      Was unsere Bunzkanzlerin zur Sache losgelassen hat, stimmt mich jedoch sehr nachdenklich.

    126. Sulukol schrieb am 18. August 2008 um 18:33 - Permalink

      @ Karl Heinrich 120

      “Wenn es nur so einfach wäre. Allein die Abchasier haben vor 15 Jahren 200.000 Georgier vertrieben, fast die Hälfte der Bevölkerung.
      In dieser Gegend gibt es nicht richtig und falsch. Nur flasch und flascher.”

      Wer sagt denn, dass es einfach ist? Es ist in keiner Gegend besonders einfach, nicht nur in dieser. Das ist der Preis der Freiheit, die als nationale Selbstbestimmung verstanden wird. Georgien wollte nicht mehr von Russland beherrscht werden lebten. Die Abchasen wollten nicht von Georgiern beherrscht werden. Die nationale Selbstbestimmung führt immer zu Opfern, weil jede Grenze letzlich mehr oder weniger willkürlich ist, sie aber ohne Grenzen nicht auskommt. Die Einteilung in Nationen ist aber kein optimales Mittel für gute Nachbarschaft. Aber wir werden nicht mehr erleben, wie sich andere Mittel entwickeln, wenn das überhaupt möglich ist. Die Eliten sichern ihre Macht im nationalen Rahmen, ein Verzicht auf die nationale Karte ist da kaum zu erwarten.

    127. carlo schrieb am 18. August 2008 um 19:26 - Permalink

      @sulukol

      Aber wir werden nicht mehr erleben, wie sich andere Mittel entwickeln, wenn das überhaupt möglich ist. Die Eliten sichern ihre Macht im nationalen Rahmen, ein Verzicht auf die nationale Karte ist da kaum zu erwarten.

      Aus dem Willen zur Selbsterhaltung müssen und werden wir da schon gegensteuern.
      Existiert Demokratie nur in sogenannten politischen “Schönwetterperioden”? Ist die Basis jeglicher Politik nur die barbarische Gewalt? Für meinen Teil denke ich das nicht. Das veraltete und sinnlose Konstrukt “NATO” muß aufgelöst werden. Es erzeugt mehr wirtschaftlichen und politischen Schaden als wir jetzt wahrnehmen, für die Zukunft kann es uns nur noch Zerstörung anbieten. Das wollen wir nicht. Auch Frau Merkel sollte in dieser Hinsicht lernfähig sein. Bisher war das bei ihr halt sehr zweifelhaft…….irgendwann sind ja wieder Neuwahlen.
      RAUS AUS DER NATO – REIN INS VERGNÜGEN

    128. Avantgarde schrieb am 18. August 2008 um 20:21 - Permalink

      #126 sulukoi

      “Die nationale Selbstbestimmung führt immer zu Opfern, weil jede Grenze letzlich mehr oder weniger willkürlich ist, sie aber ohne Grenzen nicht auskommt. Die Einteilung in Nationen ist aber kein optimales Mittel für gute Nachbarschaft.”

      Ja da ist die Crux, und da die Grenzen in West- und Mitteleuropa oft auch nicht minder willkürlich gezogen sind, könnte es hier ebenso zu solchen Kriegen kommen.

      Eigentlich. Denn größtenteils hat man wohl eingesehen, dass es wenig bringt. So haben sich die Südtiroler mit Italien arrangiert, die Elsässer mit Frankreich und die Bayern mit Deutschland (und die Franken mit Altbaiern).

      Ganz vom Tisch ist die Sache aber nie. Die Katalanen finden, die kämen ganz ohne Spanien recht gut zurecht, aber einen Bürgerkrieg wollen sie darum auch nicht führen.

      Was die Südosseten wirklich wollen? So richtig interessiert das ja auch keinen. Wäre Georgien ein wirklich demokratischer Staat, der die Südosseten weitgehend in Ruhe lässt, gäbe es wohl keine kriegerischen Auseinandersetzungen.

      Die Kriege gabs ja immer in Phasen extremer nationalistischer Politik. Würde man in Berlin plötzlich versuchen, den Bayern jegliche Eigenständigkeit zu nehmen, die Strukturen des Freistaats zu zerschlagen und straffen Zentralismus aufzubauen, gäbe es auch schnell Ärger. Und wenn dann die Bundeswehr das rebellische München zusammenschießt, dann auch richtig Tote.

    129. Admiral Golowko schrieb am 18. August 2008 um 20:22 - Permalink

      Die neueste Reportage von FOCUS- Korrespondent Boris Reitschuster, direkt aus Gori:

      http://www.focus.de/politik/ausland/kaukasus/tid-11524/georgien-abendliche-treffen-in-stalins-schatten_aid_325879.html

      Ich will das gar nicht kommentieren, der Herr Reitschuster ist einfach einmalig. inhaltlich wie stilistisch!

    130. Peinhard schrieb am 18. August 2008 um 20:41 - Permalink

      “Dass Merkel in dieser Situation ganz selbstverständlich einen Nato Beitritt in Aussicht stellt und dazu noch militärische Aufbauhilfe kann ich ja schon nicht verstehen.

      Dass aber dazu keinerlei Opposition zu lesen ist verstehe ich noch viel weniger.
      Oder habe ich da Wichtiges überlesen?”

      Bis auf einen sogar recht vernünftigen tagesschau-Kommentar habe ich auch nicht viel entdecken können. Man scheint das wohl für ‘normal’ zu halten… und der Weißkopfhaubentaucher lässt sich natürlich auch nach Belieben die Butter vom Brot nehmen. Der brave Bub macht eh was Mutti sagt, jetzt wo Vatti aus’m Haus ist und lieber Gas vertickt.

      “Belohnung für einen Eroberungskrieg?”
      http://www.tagesschau.de/kommentar/georgien498.html

    131. Dr. Dean schrieb am 18. August 2008 um 20:44 - Permalink

      Die NATO ist nur dann ein Problem, wenn die europäische Außenpolitik von Politikern wie Cheney, Merkel, de Hopp Scheffer oder Kaczy?ski bestimmt und in Richtung kalter Krieg deformiert wird.

      Hinweis: Teils überraschend gut informiert: Soldatenglück. So berichtet das Blog Soldatenglück u.a.:

      Von Heckler & Koch Sturmgewehr-Exporten ist die Rede und dem Versagen der deutschen Ausfuhrkontrolle. Denn Georgien war auch schon vor dem aktuellen Konflikt eine Krisenregion, die nicht hätte beliefert werden dürfen. Dass die georgische 530 Mann starke Marine das ausgediente Minenjagdboot MINDEN der LINDAU-Klasse (Baujahr 1959, im Bild, oben als georgisches Küstenwachboot, unten als Bundeswehr-Marineschiff) von Deutschland bekommen hat, haben die Medienleute offenbar noch nicht heraus gefunden.

    132. Karl Heinrich schrieb am 18. August 2008 um 20:50 - Permalink

      @128 Avantgarde

      Wäre Georgien ein wirklich demokratischer Staat, der die Südosseten weitgehend in Ruhe lässt, gäbe es wohl keine kriegerischen Auseinandersetzungen.

      Das darf bezweifelt werden. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

      Am 12. November 2006 wurden in Südossetien Präsidentschaftswahlen und ein Referendum über die Unabhängigkeit von Georgien durchgeführt. Vorbild war die Volksabstimmung in Montenegro am 21. Mai 2006. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission nahmen 52.000 Südosseten am Referendum teil, wobei die georgischen Einwohner gehindert wurden, am Referendum teilzunehmen. 99 Prozent sprachen sich für die Unabhängigkeit aus, 96 Prozent stimmten für die Wiederwahl Präsident Kokoitys.
      [...]
      Als Reaktion auf das Referendum wurden gleichzeitig in den von Georgien kontrollierten Teilen Südossetiens ein alternatives Referendum und Präsidentschaftswahlen abgehalten. Dabei ging es um die Frage, ob Südossetien mit Georgien in einer Föderation wiedervereint werden solle. Nach Angaben der dortigen Wahlkommission nahmen 42.000 Südosseten an den Wahlen teil. Über 94 Prozent der dort lebenden Einwohner stimmten für eine Wiedervereinigung mit Georgien, ebenfalls über 94 Prozent für den früheren südossetischen Premierminister Dimitri Sanakojew als Präsidenten.

      Tja, alles nicht so einfach.

    133. Avantgarde schrieb am 18. August 2008 um 20:56 - Permalink

      Natürlich ist es nicht so einfach. Wäre es z.B. im Fall Katalonien auch nicht, denn sa leben ja auch nicht nur Katalanen.

      Ein Referendum, das eine Minderheit ausschließt, ist natürlich nichtig. Man kann wohl davon ausgehen, dass bei diesen Zahlen ein wirklich demokratisches Referendum etwa 70:30 ausgegangen wäre.

      Nein einfach ist es nie. Darum ist ja “ethnic cleansing” so populär

    134. KGriebenow schrieb am 18. August 2008 um 21:02 - Permalink

      Jetzt ist endlich ein zumindest kritischer Article in der “Atlantic” rausgekommen. Zwar nicht ganz geglueckt, aber immerhin. Seite 3 finde ich interessant bezueglich der US Perspektive.

      http://www.theatlantic.com/doc/200808u/georgia-russia-war

    135. sulukol schrieb am 18. August 2008 um 21:45 - Permalink

      @Admiral Golowko

      “Die neueste Reportage von FOCUS- Korrespondent Boris Reitschuster, direkt aus Gori:
      focus.de/p…

      Ich will das gar nicht kommentieren, der Herr Reitschuster ist einfach einmalig. inhaltlich wie stilistisch!”

      Ja, das ist eine Leistung! Was will er uns sagen? Ich habe es nicht begriffen. Das die Menschen in Gori leiden und von Freischärlern terrorisiert werden, ist, fürchte ich, leider wahr. Dass sie die Rechnung dafür ihren Präsidenten präsentieren müssten, ist für viele unsere Medien, die in diesem Fall lieber nach vorne sehen, nicht erwähnenswert. Da ist der Knabe schon in Goro und könnte den Zustand der Stadt mit den Berichten über deen Bombardierung vergleichen. Aber das ist wohl nicht sein Job. Top-Journalismus!

    136. Dr. Dean schrieb am 18. August 2008 um 22:04 - Permalink

      @ Karl Heinz
      Das war eine “Wahl”, bei der die georgischen Bewohner Südossetiens von der Abstimmung abgehalten wurden. Das Gangsterregime Südossetiens dürfte schwerlich in der Lage und willens sein, wirklich freie Wahlen zu organisieren.

    137. Avantgarde schrieb am 18. August 2008 um 22:20 - Permalink

      @DrDean

      Das Ärgerliche an diesen Konflikten ist, dass die Leute ihre Meinung schon fertig haben und den jeweiligen Konflikt darauf anpassen.

      Ich habe z.B. keine Lust auf Parteinahme für

      1) nächtens Zivilisten bombardierende Georgier
      2) südossetische Freischärler, die georgische Dörfer einebnen
      3) plündernde russische Truppen

      und Saakashvili finde ich ebenso zum Kotzen wie Putin oder den südossetischen Marionettenpräsidenten.

      Es macht mich unheimlich wütend, dass wie üblich wieder einmal Leute die Zeche bezahlen, die sich ohne die Machtspiele andere durchaus vertragen würden.

      Immer das gleiche Scheissspiel

    138. carlo schrieb am 18. August 2008 um 23:07 - Permalink

      @Dr. Dean

      Sie lobt den Kriegsverbrecher SaakaSchwili sogar und verspricht ihm umgehend deutsche Hilfe bei der militärischen Wiederaufrüstung, was u.a. nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz unzulässig ist! Ihre Begründung: ?Terretoriale Integrität? und so.

      Angela Merkel hat hoffentlich noch alle Tassen im Schrank – Zweifel daran sind erlaubt.

      Seh ich auch so…..hoffentlich gibt es einen Untersuchungsaussschuss der prüft wie die vom Steuerzahler geleistete Entwicklung Sturmgewehr G36 nach Georgien kommt. Ich denke nämlich dass es in Deutschland viele Betriebe gibt, ohne staatliche Subvention, die ordentliche und sinnvollere Produkte herstellen. Übrigens das mit dem Kampfschiff ist der Hammer…..hoffentlich hat das alles ein Nachspiel. Wenigstens sollte Heckler und Koch “ohne Entschädigung” verstaatlicht werden, mit der Begründung der Unzuverlässigkeit und des Verdachtes auf krimminelle Geschäftsführung.
      (is ja bei solchen Unternehmen nicht gerade selten)
      Die für mich jedenfalls richtige Lösung wäre jetzt:
      Deutschland, Frankreich raus aus der Nato
      Übrigens zur Frage von Dr. Dean zur Bunzkanzlerin:
      “Ich glaub der Schrank muß noch erst erfunden werden”.

    139. Friedemann schrieb am 19. August 2008 um 01:25 - Permalink

      Sehr schöner Artikel. Hat mir beim Bloggen geholfen ;-)

      http://www.friedemann-wehr.de/35,205,die-wetterlage-gefaellt-mir-nicht,item,0.php

      Kommt eine Eiszeit statt Klimawandel?

    140. KGriebenow schrieb am 19. August 2008 um 02:30 - Permalink

      Habe mir einmal einige der Friedemann blogs reingezogen – kotz. Ist ja grauenhaft. Sollte sich einmal bei Fix und Foxi News bewerben – er haette da Chancen.

    141. Sackarschwilli schrieb am 19. August 2008 um 06:02 - Permalink

      Ein interessanter Artikel von stern.de

      http://www.stern.de/politik/ausland/:Krieg-Georgien-Huber-/635238.html

    142. mb2000 schrieb am 19. August 2008 um 07:18 - Permalink

      Empfehlenswert ist die Reportage von Stephan Stuchlik Das Leid, die Opfer und der Krieg,
      http://www.tagesschau.de/ausland/reportagekaukasus100.html
      Im letzten Teil, der in Tschinwali aufgenommen wurde, sind ansonsten selten (im Westlichen) Fernsehen zu sehende Interviews mit den Bewohnern über den Angriff auf Tschinwali und das Leid der Bevölkerung dort zu sehen. Dies wird in unseren Medien meist systematisch ausgeblendet und es wird sogar als irrelevant dargestellt, wer den Krieg begonnen hat und auf welche Weise.
      Selbst in der Programmankündigung bei der ARD stehen nur Sätze wie er “besuchte von Russen geplünderte Orte und sah viel Leid”, Besonders interessant fand ich auch, wie die Tagesschau und Tagesthemen aus der Reportage nur Szenen wie das Schlachten einer Kuh zeigen (meiner Meinung nach völlig irrelevant), zumindest jedoch einseitig. Die volle Reportage zu später Stunde hat wahrscheinlich kaum jemand angesehen.

    143. Matze schrieb am 19. August 2008 um 08:28 - Permalink

      Eine bessere Propaganda als dieses 12-jährige Mädchen kann man sich nicht wünschen.
      Mit zwölf Jahren nochmals deutlich aussprechen, dass man den Russen danken möchte und als Special noch die Mutter, die das selbe nochmals wiederholt und den Georgiern die Schuld gibt, suuuuuper.

      Die Mama hat die Kleine gut geschult ;-)

      PsyOps in Perfektion. Es ist traurig, dass der Westen sofort alles glaubt, nur wenn man ein Kind vor die Kamera stellt. Wäre das ein 80-jähriger Rentner, der vor der Kamera erzählt, dass der Russe oder der Georgier an allem schuld sei, das würde niemanden interessieren.

    144. CK schrieb am 19. August 2008 um 09:35 - Permalink

      @135
      Ich dachte eine Besatzungsmacht sei für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich. So gut wie die Zusammenarbeit zwischen Seperatisten und russischen Truppen funktioniert hat, sollte man ja annehmen das es möglich sein sollte die Ordnung aufrecht zu erhalten. Wenn man denn wollte.

      Und wenn es um den -völlig legitimen- Schutz von Südossetien und Abchasien geht, was zur Hölle macht man auf georgischem Territorium?

      http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article4561222.ece

      “Colonel-General Anatoly Nogovitsyn said: ?I can only say that we will not be leaving as fast as we came.?”

    145. salvo schrieb am 19. August 2008 um 09:49 - Permalink

      ich meine, nach dem was vorgefallen ist, ist der Anspruch der russischen Regierung mehr als verständlich, der georgischen Regierung jede Fähigkeit zu weiteren militärischen Aggressionen zu nehmen, die diese erst mit Hilfe des Westens geschaffen hat

      einigen, auch hier scheint nicht bewußt zu sein, welche Gefahren dieser Konflikt birgt – der Westen spielt hier mit dem Feuer und die Gefahr, dass der Konflikt von einem lokal begrenzten zu einem globalen eskaliert, ist durchaus gegeben – Europa würde dann den größten Preis zu zahlen haben

      http://www.nytimes.com/2008/08/18/washington/18diplo.html?ex=1219723200&en=b964a6c18ac0f3ec&ei=5070&emc=eta1

      erschreckend ist auch zu sehen, wie tief bei manchen die alten antirussischen Ressentiments noch sitzen

    146. salvo schrieb am 19. August 2008 um 10:17 - Permalink

      “At Putin’s Mercy”

      http://www.theatlantic.com/doc/200808u/georgia-russia-war

    147. name schrieb am 19. August 2008 um 10:32 - Permalink

      @Salvo

      Absolut richtig!

      Der Matzekindergarten und Freund CK sind nur Kleinstprovokateuere.

      Russland hat als mandatierte GUS Friedensmacht aus dem Mandat heraus natürlich das absolute Recht, den georgischen Aggressor zu entwaffen, die Waffen zu beschlagnahmen und auch direkt sicherzustellen, um die Friedenspflicht des Mandats wiederherzustellen.

      Georgien hat freiwillig in dem Augenblick selbst seinen Anspruch auf die völkerrrechtliche Unversehrtheit seiner Staatsgrenzen zeitweilig und freiwillig aufgegeben, indem es die zivile Stadt Tschinwal nachts heimtückisch von seinen Truppen angreifen lies. Außerdem besteht laut Friedensvertrag das Recht Russlands, dass die Sicherheit zu gewährleisten.

      Die russische Präsenz bewegt sich zeitlich genau in diesem Rahmen.

      Das Gejammer Einiger ist schon witzig: als ob Onkel Addy nach seinem Angriffskrieg auf andere und der Notwehr der Angegriffenen laut brüllen hätte können:

      “Ihr dürft mich nicht entwaffenen, und schon gar nicht auf großdeutschem Gebiet”.

    148. name schrieb am 19. August 2008 um 10:51 - Permalink

      http://de.rian.ru/analysis/20080818/116096136.html

      Selbst der alte Gorbi hat immer noch ein paar klare Gedanken:

      King: Mr. Präsident, Entschuldigung, Sie sagen, das Georgien das alles angefangen hat?

      Gorbatschow: Ja, in der Tat. Es besteht kein Zweifel, dass Georgien das alles angefangen haben. Ja, auf jeden Fall. Auf diesen ersten Schritt von Georgien mussten zusätzliche Truppen nach Südossetien geschickt werden, da Zchinwali mit starken Truppen, ja mit einer ganzen Armada angegriffen wurde. Ich erinnere mich an den Zweiten Weltkrieg, ich erinnere mich an die Front und an die Besatzung und ich habe gesehen, wie dort grausame Waffen zum Einsatz kamen. Aber hier wurden hochentwickelte Waffen gegen eine kleine Stadt und eine hilflose, schlafende Bevölkerung eingesetzt. Das war ein barbarischer Überfall.

    149. salvo schrieb am 19. August 2008 um 11:12 - Permalink

      zwei lesenswerte Artikel auf asia times

      die Implikationen des kaukasichen Konfliktes für die sino-russischen Beziehungen

      http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH19Ag01.html

      der kaukas. Konflikt unter dem Aspekt des multi-ethnischen Charakters des russischen Staates

      http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH19Ag05.html

    150. Friedemann schrieb am 19. August 2008 um 11:56 - Permalink

      @ salvo
      Deine Literaturempfehlungen sind hervorragend. Am besten haben mir die NYTimes -Artikel gefallen. Neben dem Präsidenten gibt es ja auch noch intelligente Leute in den USA. Ist ja fast so wie bei uns. Nur hier sind die Planstellen für kritischen Journalismus gestrichen worden.

    151. Admiral Golowko schrieb am 19. August 2008 um 11:58 - Permalink

      Nun hat der FOCUS- Korrespondent Herr Boris Reitschuster auch noch ein sehr aufschlussreiches Interview gegeben:

      http://www.readers-edition.de/2008/08/19/kaukasus-krise-es-stinkt-dort-schrecklich-nach-leichen-boris-reitschuster-im-interview/

    152. name schrieb am 19. August 2008 um 12:08 - Permalink

      Dem Reitschuster fiel es sichtlich schwer, den hinterhältigen Russen zu finden, und geschickt wie er ist, verschweigt er natürlich alles wichtige. Das Interview gleicht eher einem Kommentar, so wie die Fragen gestellt und gestellt wurden. Da kann er noch so sehr sein Händchen aufstützen: reaktionär bleibt er mit seinen vermeintlichen Antworten und Aussagen trotzdem.

      Davon hat er nämlich nichts berichtet oder gezeigt:

      http://www.militaryphotos.net/forums/showthread.php?t=140157&page=2

      http://www.militaryphotos.net/forums/showthread.php?t=140157

    153. Dilettant schrieb am 19. August 2008 um 12:09 - Permalink

      Machen wir uns nichts vor, das ist ein Krieg der Medien. Wie schon vorher erwähnt ist Russlands Pressearbeit miserabel, ganz nach russichem Sprichwort “wenn man die Kraft hat, braucht man Hirn nicht zu benutzen”. Aber dennoch, auch die Medien haben in diesem Konflikt ihren Auftrag, der objektiven Berichterstattung vollkommen verfehlt.
      Wie der russische ultra-rechte Dumamitglied Wladimir Shirinowski der nicht gerade für seine Seriösität berühmt, ist meiner Meinung nach, trotzdem trefflich formuliert hat, “Israel hat Libanon angegriffen, weil Libanon ihre Soldaten entführt haben und wir müssen uns mit dem Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit herumschlagen, weil man usere Soldaten getötet hat”.

      Ich denke das sagt alles, zur Objektivität.

    154. escii schrieb am 19. August 2008 um 15:33 - Permalink

      Wer war noch gleich der politisch bedeutenste Georgier?
      Richtig. Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili in Doofland auch als Stalin bekannt. Keine weiteren fragen.

    155. Sulukol schrieb am 19. August 2008 um 16:17 - Permalink

      @ CK #144

      “Ich dachte eine Besatzungsmacht sei für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich. So gut wie die Zusammenarbeit zwischen Seperatisten und russischen Truppen funktioniert hat, sollte man ja annehmen das es möglich sein sollte die Ordnung aufrecht zu erhalten. Wenn man denn wollte.”

      Völlig korrekt. Und das die russische Armee zumindest nach 1917 es nie schafft in Kriegen die Zivilbevölkerung zu schonen, ist eine Schweinerei und ist zu kritisieren. Nur waren die Georgier lange Jahre Teil dieser Armee, sie wissen genau, wie sie “tickt”. Wenn man die “einlädt”, dann passiert Schlimmes: siehe Deutschland 1945.

      Das ist das eine.

      Und das andere ist: natürlich sind Georgiern von den Russen nun auch schlimme Dinge wiederfahren. Darüber zu erzählen ist legitim. Aber dabei die Ursachen zu verschweigen oder nur darüber zu erzählen ist unredlich.

      In Jugoslawien ist man immer noch dabei, sich mit Vergangenheit zu beschäftigen (Den Haag!). In Georgien will der Westen aber nur nach vorne schauen.

    156. Peinhard schrieb am 19. August 2008 um 16:57 - Permalink

      “NATO-Russland-Rat wird ausgesetzt

      Die NATO-Außenminister haben bei einer Krisensitzung in Brüssel entschieden, die Treffen des Bündnisses mit Russland vorerst auszusetzen. Eine weitere Zusammenarbeit sei abhängig vom Rückzug der russischen Truppen aus Georgien. Die Minister erneuerten das Versprechen einer künftigen NATO-Mitgliedschaft Georgiens.”
      http://www.tagesschau.de/ausland/nato102.html

      War dieser Rat nicht auch eingerichtet worden, um insbesondere und gerade in Krisenfällen einen ‘Konsultationsmechanismus’ zu haben? Zu der heutigen Vorgehensweise passt aber, dass die NATO sich offenbar schon seit Tagen weigert, einer von Russland gewünschten Einberufung dieses Rates nachzukommen. Dem russischen ‘Botschafter’ bei der NATO wurde angeblich sogar ein Raum für eine entsprechende Pressekonferenz verweigert, sie würden alle anderweitig benötigt. Werden wir nur noch von irren Hütchenspielern regiert…?

    157. Admiral Golowko schrieb am 19. August 2008 um 17:22 - Permalink

      Herr Reitschuster legt sich weiter mächtig ins Zeug:

      http://www.bunte.de/leben/leben-in-moskau/georgien_aid_6132.html

      und

      http://www.focus.de/politik/ausland/kaukasus/tid-11535/georgien-ein-furchtbarer-knall-dann-ein-lichtblitz_aid_326057.html

    158. CK schrieb am 19. August 2008 um 18:04 - Permalink

      @ Sulokol

      Wenn man an Deeskalation interessiert ist, was m.E. moemtan die einzig vernünftige Herangehensweise -und zwar für alle Seiten- darstellt, sind solche Argumentationen nicht wirklich hilfreich.
      Klar haben die Russen ein fürchterlich undiszipliniertes Heer, bei dem Durchschnittalter und der Wehrpflichtigenquote auch kein Wunder, aber das ist m.E. inakzeptabel.
      Genausowenig wie die Verfehlungen der Soldaten anderer Nationen, egal wo, inakzeptabel sind und verfolgt werden müssen.
      An letzteres glaube ich bei den russischen Truppen aber weniger.
      Oder gab es Prozesse in Russland im Zusammenhang mit Tschetschenien?

      Und Georgien mit NS-Deutschland zu vergleichen erscheint mir doch etwas überzogen.

    159. salvo schrieb am 19. August 2008 um 18:25 - Permalink

      “Und das die russische Armee zumindest nach 1917 es nie schafft in Kriegen die Zivilbevölkerung zu schonen, ist eine Schweinerei und ist zu kritisieren.”

      seit 1917 sind viele Kriege, kleinere, größere und sogar ein Weltkrieg ausgebrochen, an dem u.a. Deutschland maßgeblich beteiligt war. Ich bezweifle, dass die russische in dieser Zeit die Armee gewesen ist, die es “nicht geschafft hat, die Zivilbevölkerung zu schonen.” Ich verweise auf aktuelle Beispiele: Yugoslawien, Irak, Afghanistan

      “Klar haben die Russen ein fürchterlich undiszipliniertes Heer, bei dem Durchschnittalter und der Wehrpflichtigenquote auch kein Wunder”

      mich würde interessieren, auf welcher nachprüfbarer Faktizität solche Behauptungen beruhen

    160. Schwitzig schrieb am 19. August 2008 um 18:32 - Permalink

      @Peinhard

      Werden wir nur noch von irren Hütchenspielern regiert??

      Ja, aber sie werden dafür super bezahlt. Steuergelder sind den Hütchenspielern längst nicht mehr genug.

    161. name schrieb am 19. August 2008 um 18:54 - Permalink

      Da Du ja sehr an Deskalation interessiert bist CK, ist es ungewöhnlich, keine Forderung aus deinem angeblich so deskalierenden Bewusstsein zu lesen, dass jene Kriegsverbrecher auf georgischer Seite, die direkt für die zivilen Tote und die zerstörte Stadt Tschinwal, für die Toten und Verletzten als direkter Veranlasser verantwortlich sind, vor ein internationales Tribunal zu stellen sind und ihr Verhalten von einem Gericht aburteilen ist.

      Es gibt für die Situation in Georgien nun eine Seite, die Verantwortung trägt:

      die georgische Regierung samt deren westliche “Berater”. Die rechtliche Lage ist durchaus mit dem deutschen Angriffskrieg vergleichbar: seit Nürnberg gilt völkerrechtlich jeder Angriffkrieg eines Staates gegen einen anderen Staat als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dieses Rechtsprinzip, den staatlichen Krieg als höchstes Verbrechen zu sanktionierten und Frieden zu schützen, gilt im erst recht Schluss gerade dann, wenn internationale Friedenstruppen, die den zwischenstaatlichen Frieden bewahren sollen, vorsätzlich und rechtswidrig von einem Staat angegriffen werden, die den Frieden auf dessen Staatsgebiet bewahren sollen.

      Auch hier haben wir einen staatlichen Angriffskrieg auf das Friedensprinzip, zwar nicht auf einen anderen Staat, sondern auf international anerkannte Friedenstruppen, deren Aufgabe die Bewahrung des Friedens war.

      Der Völkermord in Runanda wäre verhindert worden, wenn die dortigen Friedenstruppen ihre Mandatspflicht wahrnehmen hätten können.

      PS: die angebliche Undisziplinierheit der russischen Armee ist genau so eine georgische Propagandageschichte, wie die mit den beiden angeblich entführten “Deutsch-Georgiern”. Russland hat in diesem Konflikt bisher so milde reagiert, dass in allen westlichen Regierungsstellen nur darauf gewartet wurde, den polternden Bären zu erleben. Er polterte nur überhaupt nicht und das nicht mal ein ganz klein wenig.

    162. salvo schrieb am 19. August 2008 um 19:44 - Permalink

      die russiche Diplomatie schlägt zurück

      “Si l’Otan veut coopérer avec des criminels, nous ne pouvons pas l’en empêcher, mais nous ne pouvons pas non plus coopérer avec une organisation qui travaille avec des criminels”

      http://www.lemonde.fr/web/depeches/0,14-0,39-36642393@7-60,0.html

      Dmitri Rogozine, der russische Botschafter in Brüssel auf die Entscheidung der nato – wohl auf Druck der usa – den NATO-Russland-Rat auszusetzen

      wie formulierte es spengler auf asia times?

      “The fact is that all Russian politicians are clever. The stupid ones are all dead. By contrast, America in its complacency promotes dullards. A deadly miscommunication arises from this asymmetry. The Russians cannot believe that the Americans are as stupid as they look, and conclude that Washington wants to destroy them. That is what the informed Russian public believes, judging from last week’s postings on web forums, including this writer’s own. ”

      möglicherweise trifft das nicht nur auf die us-Diplomaten zu, sondern auch auf die ihrer europ. Verbündeten

    163. Peinhard schrieb am 19. August 2008 um 22:36 - Permalink

      ‘Entlastung’ für Merkel ausgerechnet in der jW:

      “Zu den EU-Pragmatikern in Sachen Rußland gehört auch Deutschland. Obwohl nach dem gemeinsamen Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem georgischen Präsidenten Saakaschwili am Sonntag in den Medien kolportiert wurde, die Besucherin aus Berlin habe sich in Tbilissi für eine möglichst schnelle NATO-Mitgliedschaft Georgiens eingesetzt.

      Aus der offiziellen, von der Bundesregierung verbreiteten Mitschrift der Erklärungen Merkels wird jedoch deutlich, daß die Kanzlerin von der deutschen Position beim ­NATO-Gipfel im Frühjahr in Bukarest nicht abgewichen ist. Damals wurde Georgien zwar irgendwann für die Zukunft die Mitgliedschaft im Bündnis zugesichert. Zugleich war seinerzeit aber klargemacht worden, daß der Zeitpunkt für die Mitgliedschaft noch nicht gekommen ist. Dies gilt laut Merkel weiterhin, auch nach der jüngsten Krise. »Die Frage, über die wir (in Bukarest) diskutiert haben, ist die, ob zu einem bestimmten Zeitpunkt der ?Membership Action Plan? (der NATO) greift oder nicht. Diesbezüglich gab es (damals) eine Differenz. Wann genau dieser Schritt erreicht sein wird, kann ich heute auch nicht sagen«, hatte die Kanzlerin am Sonntag in Tbilissi den politischen Konsens der großen Parteien in der BRD betont. Sie bekräftigte damit, daß jetzt erst recht nicht mehr mit einer schnellen Aufnahme Georgiens in die NATO zu rechnen ist.”
      http://www.jungewelt.de/2008/08-20/013.php

      Haben sich die ‘transatlantischen’ Medien mit ihrer Schlagzeilenberichterstattung da tatsächlich etwas ‘vertan’? Ebenfalls zum Thema:

      “PR-Desaster in Washington”
      http://www.jungewelt.de/2008/08-20/014.php

      “Donnernde Rhetorik, butterweiche Reaktionen”
      http://www.jungewelt.de/2008/08-20/015.php

    164. Ich schrieb am 20. August 2008 um 00:19 - Permalink

      Gute Frage, das mit der Wahrheit… und dem umfallenden Baum.

      Ich denke, man kann sie mit NEIN beantworten. Das liegt nicht daran, dass sich der “Michel” keine Meinung bilden “will”, wie du so herzergreifend naiv (Aug’ um Aug’ ;-) glaubst, sondern dass er es nicht kann. Woher weiß er beispielsweise, dass er nicht der Propaganda der anderen Seite aufgesessen ist?, ja – sofern er nicht selbst dort war – dass es überhaupt ein Georgien/Süd-Ossetien gibt? Die Karten könnten ja alle gefälscht sein… was, habe ich mir sagen lassen, in der verflossenen DDR in Grenznähe gar nicht ungewöhnlich war.

      Orwell’sche Zustände?, wirst du vielleicht sagen. Schon, das ist jetzt stark übertrieben (glaube ich). Nur ist die Sache mit der Öl-Pipeline wahr, und vielleicht sogar der Auslöser der ganzen Geschichte auf georgischer Seite. Was – abgesehen von seiner strategischen Lage – hat das kleine, arme Georgien zu bieten und zu gewinnen, dass es sich bis an die Zähne bewaffnen und den Bären reizen muss, oder: sich das leisten kann? Dabei will ich gar nicht unterstellen, dass übersteigerter georgischer Nationalismus und US/NATO-Dominanzstreben dabei keine (sogar große) Rolle spielen. Auf der Gegenseite ist es möglich (bzw. sehr wahrscheinlich), dass Russland den ossetischen Nationalismus gezielt geschürt und auf eine Konfrontation hingearbeitet hat – fragt sich nur, seit wann. Je nachdem, was und wem man lieber glaubt, war die Henne oder das Ei zuerst da. Eine wahrhaft unabhängige, neutrale Meinung wirst du nie und nirgens finden. Putin & Nachfolger zehren im eigenen Land noch heute von ihrer “Politik der starken Hand” in Tschetschenien – Russland zuerst. Das Gerede von den “Mafia-Elementen”, von denen Georgien angeblich regiert wird, klingt haargenau wie die Geschichte von Tschetschenien oder dem Kosovo – mag nun dran sein, was will. Nach diesem Maßstab müsste ein erheblicher Anteil der russischen Oberschicht im Gefängnis sitzen, wie wohl auch in den restlichen Splitter-Republiken der Ex-Sowjetunion ;-)

      Wichtig und richtig ist, das man Propaganda als solche entlarvt – auch die von “guten” Journalisten wie zum Beispiel John Pilger, der bis heute herumposaunt, im Kosovo seien nie Massengräber gefunden worden. Oder wenn doch, dann lagen eben nicht genügend Leute drin. Oder nicht soviele wie in Bosnien.

      Ich denke, dass “Follow the money” oder – mit dem alten Verschörungstheoretiker Cicero: “Cui bono?” – in undurchschaubaren Fällen die besten Antworten liefert, abgesehen von der inherenten Blödheit und Machtversessenheit des (oder gewisser) Menschen und – wie du ganz richtig beschrieben hast – Staaten- und Staatsgemeinschaften.

    165. Spiegelfechter schrieb am 20. August 2008 um 11:32 - Permalink

      @Ich

      Gute Frage, das mit der Wahrheit? und dem umfallenden Baum.

      Ich denke, man kann sie mit NEIN beantworten. Das liegt nicht daran, dass sich der ?Michel? keine Meinung bilden ?will?, wie du so herzergreifend naiv (Aug? um Aug? ;-) glaubst, sondern dass er es nicht kann. Woher weiß er beispielsweise, dass er nicht der Propaganda der anderen Seite aufgesessen ist?

      Nun, das meine ich ja mit dem Ausflug in die Philosophie. “Wahr” ist das, was die Menschen für “wahr” halten. Wenn alle Menschen überzeugt sind, Russland hätte Georgien angegriffen, dann ist dies auch so, wenn es um die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen dieser “Wahrheit” geht. Als die Kirche früher die “Wahrheit” gepachtet hatte, wurden Zweifler an der Wahrheit als Heretiker auf dem Scheiterhaufen verbrannt – da sind wir heute schon weiter. “Und sie dreht sich doch” ist da ein schöner Sinnspruch. Was nutzt es “uns”, eine Version der “Wahrheit” kennen zu wollen, die kein anderer antizipiert?

      Eine wahrhaft unabhängige, neutrale Meinung wirst du nie und nirgens finden.

      D´accord – wie denn auch?

      Ich denke, dass ?Follow the money? oder – mit dem alten Verschörungstheoretiker Cicero: ?Cui bono?? – in undurchschaubaren Fällen die besten Antworten liefert, abgesehen von der inherenten Blödheit und Machtversessenheit des (oder gewisser) Menschen und – wie du ganz richtig beschrieben hast – Staaten- und Staatsgemeinschaften.

      Aber das “Money” hat gerade bei der Geostrategie sehr unterschiedliche Interessen. Öl- und Gaswirtschaft wollen in Staatskonzerne “einbrechen”, der militärisch-industrielle Komplex will Spannungen am Köcheln halten und auch Kriege passen ihm ins Geschäft, Wall-Street und der Handel haben eine Allergie gegen hohe Energiepreise und Spannungen und präferieren einen weltweit offenen und möglichst “freien” Handel. So einfach ist das alles nicht mit dem Cui bono.

    166. Ich schrieb am 20. August 2008 um 15:41 - Permalink

      Nun, mit der Bush-Clique sitzt augenblicklich das Öl-Establishment in den USA am Schalthebel; und dann leben wir in Zeiten der ständig steigenden Ölpreise und eines beginnenden Kampfs um die “letzten (lohnenden) Reserven”, wenn man dem Hype glauben darf. Die geostrategischen Ziele gehen in diesem Fall mit den wirtschaftlichen Hand in Hand, denke ich – die USA bauen ihren “Raketenschild” (angeblich) mit vorrangigem Blick in den Mittleren Osten, namentlich Iran, und Georgien besetzt eine vierfache Schlüsselposition zwischen dem Öl des Schwarzen Meeres, Iran, dem Öl des Kaspischen Meeres (mit Armenien/Azerbaijan dazwischen) – und Russland. Im Gegensatz zum Kosovo, wo (soviel ich weiss) nichts direkt zu “holen” war. Die ersten “Profiteure” der Pipelines sind übrigens wir Westeuropäer, aber organisiert wird das Ganze von transnationalen Konzernen mit “Beihilfen” der die US-Regierung.

      Nicht zu vergessen: Der Öl-”Produzent” Nr. 1 ist… nicht Saudi-Arabien, sondern… Russland! Wenn man den islamischen Extremismus im Süden “besiegt” hat, lassen sich Raketen auch ganz leicht drehen. Und diesmal verläuft die Kalte Kriegs-Font nicht quer durch Deutschland, sondern durch die ehemaligen sowjetischen Besitzungen – da kann man eine Menge “begrenzter” Kriege führen und alte Rechnungen begleichen.

      Der Kotzbrocken Spengler hat in der Asia Times einen interessanten Artikel zur russischen Geostrategie geschrieben:

      Americans play Monopoly, Russians chess
      (http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/JH19Ag04.html)

      , wo er Details zur russischen Bevölkerungsstatistik erwähnt – wie etwa die doppelte Staatsbürgerschaft; einige (nicht so viele) Süd-Osseten, Georgier, Ukrainer usw. sind gleichzeitig Russen. Bei der ATimes gibt es gleich einen ganzen Chor von Unkenrufen, was wohl passiert, wenn beispielsweise die Ukraine zu stark “westwärts” driftet.
      Den Monopoly-Vergleich finde ich treffend – das ist nunmal die Art, wie die USA “herrscht” bzw. strategisch plant, und gar nicht so “dumm”, wie Spengler unterstellt (der Typ geht mir echt auf den Keks, hat aber den typischen Neocon-Tunnelblick – Laserscharf in der Mitte, verschwommen am Rand). Die Bevölkerungs-Theorie – dass Russland 2050 mehrheitlich moslemisch sein wird und Putin quasi für die Erhaltung des “Russentums” kämpft – erinnert mich (außer an den guten alten Adolf) an die schönen Kurven zur Globalen Erwärmung. Ist allerdings nicht das erste Mal, dass ich dieses “Argument” gehört/gelesen habe.

      Ich denke also, dass hier zumindest die strategischen Ziele klar sind. Mit einem weniger kriegerischen “Leader of the Free Market” wäre es aber wohl nie schnell so weit gekommen. Ohne die massive amerikanisch-israelische Aufrüstung und moralische Unterstützung hätte Georgien nie so selbstbewußt auftrumpfen können; ohne den “Raketenschild” und den “War on Terror” wären die Beziehungen zwischen den Supermächten wesentlich besser und die Ölpreise niedriger. Ob die Profite der Ölkonzerne letztlich höher oder niedriger sind -? Keine Ahnung, man kann von Knappheit oder Überfluss profitieren. Bei den Verträgen zur Ausbeutung (oder: Ausbeuterverträgen) würde ich sagen, eindeutig positiv, aber das ist Zukunftsmusik. Vielleicht sind die Ölkonzerne auch unwillige “Mitspieler” in diesem “Spiel”. Allerdings: Wenn G.W.B. & Co. nicht mächtige Freunde hätten, wäre er längst nicht mehr Präsident.

    167. Sulukol schrieb am 20. August 2008 um 15:49 - Permalink

      Meine Güte wird man hier mißverstanden.

      @ CK #158

      “Und Georgien mit NS-Deutschland zu vergleichen erscheint mir doch etwas überzogen.”

      Nicht alles was in einem Text erwähnt wird, wird miteinander verglichen. Ich habe höchstens das Verhalten der russischen Armee 1945 und 2008 miteinander verglichen, aber eigentlich auch das nicht. Ich habe lediglich ein historisch sehr bekanntes Beispiel für das Verhalten der russischen Armee gegenüber der Zivilbevölkerung angeführt.

      @ CK #158

      “Wenn man an Deeskalation interessiert ist, was m.E. moemtan die einzig vernünftige Herangehensweise -und zwar für alle Seiten- darstellt, sind solche Argumentationen nicht wirklich hilfreich.
      Klar haben die Russen ein fürchterlich undiszipliniertes Heer, bei dem Durchschnittalter und der Wehrpflichtigenquote auch kein Wunder, aber das ist m.E. inakzeptabel.”

      Das ist auch m. E. nicht akzeptabel. Ich habe nichts anderes behauptet. Nur über die Untaten der Russen zu vergessen, wieso die Russen überhaupt im Krieg sind, wie es in weiten Teilen der Presse gemacht wird, ist m.E. ebenfalls nicht akzeptabel und führt auch zu keiner echten Deeskalation.

      @ salvo 159

      “seit 1917 sind viele Kriege, kleinere, größere und sogar ein Weltkrieg ausgebrochen, an dem u.a. Deutschland maßgeblich beteiligt war. Ich bezweifle, dass die russische in dieser Zeit die Armee gewesen ist, die es ?nicht geschafft hat, die Zivilbevölkerung zu schonen.? Ich verweise auf aktuelle Beispiele: Yugoslawien, Irak, Afghanistan”

      Dass die russische Armee die einzige Armee ist, die sich nicht benehmen kann, hat ja niemand gesagt. Aber die russische Armee kann sich ja auch gegenüber eigenen Soldaten nicht anständig benehmen. Das kann jeder Frisscheingezogener in Russland bezeugen.

    168. Spiegelfechter schrieb am 20. August 2008 um 16:29 - Permalink

      @Ich

      Nun, mit der Bush-Clique sitzt augenblicklich das Öl-Establishment in den USA am Schalthebel; und dann leben wir in Zeiten der ständig steigenden Ölpreise und eines beginnenden Kampfs um die ?letzten (lohnenden) Reserven?, wenn man dem Hype glauben darf.

      Yep, ich kenne die “Hypothese”, in den USA gäbe eine Oligarchie auf Zeit. Unter Bush regiert Big-Oil unter Nixon war es Big-Lemon und unter Carter Big-Peanut. Ich halte nicht sehr viel von dieser groben Vereinfachung.

      die USA bauen ihren ?Raketenschild? (angeblich) mit vorrangigem Blick in den Mittleren Osten, namentlich Iran

      Das glaubt aber niemand … wirklich niemand

      und Georgien besetzt eine vierfache Schlüsselposition zwischen dem Öl des Schwarzen Meeres, Iran, dem Öl des Kaspischen Meeres (mit Armenien/Azerbaijan dazwischen) – und Russland.

      Zwischen Armenien und Iran nicht. Und für das Öl des Kaspischen Meeres muss es erst einmal Verkäufer geben. Daran ist ja auch die alte Nabucco gescheitert. Jetzt wird die iranisch-türkische Grenze entscheidend werden.

      Der Kotzbrocken Spengler hat in der Asia Times einen interessanten Artikel zur russischen Geostrategie geschrieben:

      *g*
      Ich mag ihn ;-)

    169. informant schrieb am 20. August 2008 um 17:54 - Permalink

      Dass Rußland westlichen Journalisten keinen Zugang zur Konfliktzone gestattet, stimmt so nicht. Zumindest die ARD hatte einen Reporter in Nordossetien, der dann von da auch nach Südossetien gereist ist.
      Man sollte auch bedenken, dass die westlichen Mainstreammedien schon immer antirussisch ausgerichtet waren, dafür braucht es keine georgische Überzeugungsarbeit. Dass diese Lügen verbreiten und von der Propaganda abweichende Informationen zensieren, kann Rußland nicht verhindern. Schliesslich stehen diese unter Kontrolle mächtiger westlicher Konzerne darunter Rüstungskonzerne wie z.B. General Electric, die eigene Interessen verfolgen. Es handelt sich nicht um unabhängige Medien, die lediglich einer von Georgien angeheurten PR-Agentur auf den Leim gehen.
      Im NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien hat Belgrad neben OSZE-Beobachtern auch den westlichen Journalisten freien Zugang zur Konfliktzone gestattet. An der antiserbischen Hetze und Lügenpropaganda in den westlichen Konzern- und Staatsmedien hat dies aber nichts geändert. Dass die russische Armee inzwischen den Zugang westlicher Reporter beschränken, ist lediglich eine Reaktion auf die Lügen in den westlichen Mainstreammedien.

      Hier mal einige entlarvende Beispiele:
      Verkehrsunfall wird als Luftangriff ausgegeben
      http://www.life.ru/news/30782

      Manipulierte Fotos von Reuters
      http://byzantinesacredart.com/blog/2008/08/deceiving_the_world_with_pictu.html

      CNN gibt Videoaufnahmen von Zchinwali als Aufnahmen von Gori aus

      Alexander Rahr ist übrigens kein unabhängiger Experte sondern Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik(DGAP), einer Schwesterorganisation des Council on Foreign Relations.

    170. Jonas Mayer schrieb am 21. August 2008 um 21:19 - Permalink

      “Skandal” des Tages: Der russische Dirigent Valery Gergiev gibt ein Konzert in den Ruinen von Tskhinvali. Er hält eine Trauerrede, in der er die Opfer beklagt und zum Frieden auf der Erde auffordert. Den Originalton kann man hier hören:

      http://www.russiatoday.com/news/news/29286/video

      Außerdem klagt er die Ignoranz an, mit der die Opfer des georgischen Krieges im Westen unter den Teppich gekehrt werden, weil diese parteilich sind:

      “Man muss alles tun, damit sich die Tragödie von Zchinwali nie wiederholt, dass die Welt von dieser Tragödie erfährt… Die internationale Gemeinschaft schreckte zurück, als russische Panzer auf das Territorium Georgiens vorgerückt waren. Aber niemand spricht davon, dass tausende Menschen getötet oder bei lebendigem Leibe begraben wurden, als die georgische Seite die schlafende Stadt unter massiven Beschuss genommen hatte… Die Welt weiß von nichts.”

      http://en.rian.ru/world/20080821/116201111.html

      Gergiev spielt mehrer Stücke, unter anderem die “Leningrad-Synfonie”, die zu Ehren, der 1 Millionen Opfer der deutschen Hungerblokade komponiert wurde. Dies ist ein gefundenes Fressen für die, in diesem Fall britische, Kriegpresse, um loszuwüten:

      Aus einer Trauerfeier wird eine zynische Kriegpropaganda:

      “The principal conductor of the London Symphony Orchestra led a pro-Russian classical concert in the ruins of the capital of South Ossetia to celebrate a crushing battlefield victory over Georgia.”

      “The program was specially designed to combine pomp, grandeur and defiance with pathos and grief.”

      Wie es Trauerfeiern insbesondere im Westen bekanntlich fremd ist…

      “Shostakovich’s Leningrad Symphony, written on the orders of Stalin to rouse Russians against the Nazi invasions, was followed by the delicate strains of Tchaikovsky’s Pathetique symphony.”

      Stalin! Na, da hat man das richtige Stichwort, um die Trauer ins Unrecht zu setzen. Eine Millionen tote Leningrader? Egal! Stalin hat’s “befohlen” also: “pfui!”

      Zwilichte Gesellen haben sich da zur russischen Propagandashow versammelt: Soldaten, orthodoxe Prieser, sogar Juden. Schauder… :

      “Russian soldiers perched on the top of armoured personnel carriers, straining for a better view, as Orthodox priests, Jewish rabbis and even an imam passed through the audience granting benedictions to a self-proclaimed nation united in victory.”

      Ähnlich zynisch Radio Netherlands:

      Es zitiert: “The world needs this peace and musicians can make these kind of statements. They can also be a very good example for many politicians, the people who are responsible…. Peace is exactly what everyone believes in. If we think of tomorrow or the day after tomorrow, or especially if we think of our children.”

      Nevertheless, he does not try to hide his national loyalty in the face of this conflict:

      “One thing I do know. When a thousand or 12 hundred people are killed, many of them peacefully asleep in their beds, the world cannot shut its eyes to the fact.”

      Das ist wirklich eine Unverschämtheit, dass der Herr Gergiev Opfer beklagt. Doch was macht seine Klage eigentlich zur “Propaganda”, warum soll er seine Klage nicht führen dürfen? Antwort: Weil er Opfer beklagt, die nicht zu beklagen sind, weil sie für eine gerechte Sache getötet wurden. So wird die Tatsache, dass der Herr selber Osste ist, mit einmal eine “Entlarvung” der Trauerfeier. Ohne dass ein einziges Argument gegen ihn vorgebracht werden muss. Und wie herrlich kritisch die Presse plötzlich wird:

      “Music and politics is a notoriously dangerous mix.(Hört, hört! Ich vermute, Radio Netherland bringt diesen äußerst kritischen Einwand auch bei jeder Einspielung der niederländischen Nationalhymne u.a. …) And Gergiev is known for his pro-Russian views. He’s a friend of Vladimir Putin, after all. Aren’t people bound to question his motives?”

      http://www.radionetherlands.nl/currentaffairs/region/europe/080821-Gergiev-mc

      “Aren’t people bound to question his motives?” Wir haben ein Recht auf kritische Fragen!!! Das lassen wird uns nicht nehmen, auch nicht vom Russen. So als ob RN das jemand verboten hätte, so als ob sie nicht in einer Tour 24/7 die Welt mit kritischen Fragen nerven würden. Müssen halt nur die Richtigen sein…

      Zurück nach England:

      “Nobody else was ever going to conduct this concert. Valery Gergiev, the most talked-about maestro in the world today, is not only (Pfui! Entlarvt!) Ossetian by birth (his wife and children still live there) but also a close friend of Vladimir Putin.”

      http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article4581638.ece

      Na dann ist ja alles klar. Entlarvt! Selber Ossete! Frau und Kinder auch! So einen kann man ja nicht ernst zu nehmen!

      “Other conductors have made famous political gestures. Leonard Bernstein conducted Beethoven?s Ninth Symphony by the ruins of the Berlin Wall. Simon Rattle pointedly conducted the same work at Mauthausen concentration-camp, outside Linz, soon after Jorg Haider?s right-wing Freedom Party had won power in the Austrian Government. Daniel Barenboim, an Israeli, appalled many Zionist Jews by playing concerts in Ramallah. And Mstislav Rostropovich rushed to Moscow in 1991 to join Yeltsin in the besieged White House.

      But none of those figures was, or is, as closely allied to a country?s political elite as Gergiev is to Putin.”

      Lernziel: Politische Konzerte sind sehr wohl erlaubt, die gab es im Westen auch. Ein Konzert in Tiflis wäre von der Times sicher bejubelt worden. Bloß dürfen die Konzerte nicht für Opfer eines “gerechten Krieges” veranstaltet werden. Dann werden sie ganz schnell “entlarvt”. Argument? Putin. Das reicht, wie immer.

      “The Kremlin escorted a group of journalists on a tightly controlled media trip to see tonight’s concert and observe the damage inflicted by the Georgians. Russian officials showed off the blackened remains of the barracks where Russian peacekeeping troops had been stationed during Georgia’s brief and disastrous incursion into South Ossetia.”

      http://www.guardian.co.uk/world/2008/aug/21/georgia.russia2

      Da kennt sich der Guardian aus. Wieder was “entlarvt”. Kriegsopfer werden tatsächlich politisch instrumentalisiert. Böse ist das aber nur bei den Russen, der Guardian traut sich sowas zu schreiben und schreibt selber vielleicht ein paar dutzend Artikel über georgische Opfer, verbunden mit dem Aufruf, es den bösen Russen richtig zu besorgen. Vielleicht hat die Russen-PR ja im Westen ihren Lehrmeister gehabt?

      Die Masche ist immer die selber. Der Komponist wird zitiert, da wird nichts verheimlicht. Anschließend werden die Zitate nicht kritisiert sondern in den “richten Kontext” gesetzt. Ihr Urheber wird nicht widerlegt sondern mit Dinge, die mit dem eigentlichen Sachverhalt gar nichts zu tun haben “unglaubwürdig gemacht”. Auf billigste Weise:

      “The world should know what is happening. There were a thousand or more South Ossetians were killed at that time,” he told the BBC last week. “The arrival of Russian troops saved maybe a thousand or more lives.”

      He blamed the fighting on the actions of Georgia’s president, Mikhail Saakashvilii. “The President of Georgia had no right to order his army to go and crush and use Grad missiles against peaceful civilians,” he said, calling it “the mistake of his life”.

      “You cannot imagine the scale of this tragedy,” he added. He has also said that people in the West “don’t understand who bombed Tskhinvali. The city was totally destroyed.”

      In the aftermath of the Beslan school massacre in North Ossetia in 2004, Mr Gergiev appealed for peace and led emotional memorial concerts for the victims.

      Mr Gergiev describes Mr Putin as “my friend”, and has praised him for bringing stability to Russia. Mr Putin’s support has in turn helped bolster and raise funds for Mr Gergiev’s Mariinsky Theatre, which recently opened a new £20 million, 1,100-seater concert hall.

      http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article4579829.ece

    171. Mile schrieb am 22. August 2008 um 10:00 - Permalink

      Ich denke mal, dass man die russische Abteilung von Human Rights Watch als einigermassen neutral einordnen kann.
      Und ich finde deren Einschätzung auch nachvollziehbar. und das nicht nur, um als ob
      http://www.welt.de/politik/arti2347403/Es_sind_eher_Dutzende_als_Tausende_Tote.html

      Ah ja,
      (zu einem Abschnitt daraus:
      http://www.faz.net/s/Rub97F2F5D596354F4BBE619038133D791F/Doc~E129697B7EF4749DF8A851271C58A7F89~ATpl~Ecommon~Scontent.html
      ich bin nun wirklich kein Militärexperte aber es ist schon makaber, dass georgische Kriegsverbrechen nun als Indizien für die Propaganda Russlands verwendet werden kann und spricht für mich als Laien für die Dummheit der georgischen Armee.
      Mit Streubomben schiesst man doch keine Stadt sturmreif. Sind die in ihrer Perversion nicht dazu gedacht, möglichst viele frei stehende Menschen zu töten und nicht um Gebäude zu zerstören?

    172. otti schrieb am 23. August 2008 um 16:45 - Permalink

      Kritik der einseitigen Ausrichtung von US-Medien.
      http://www.fair.org/index.php?page=3596

      Bush’ Erfolge:
      Stationierung eines amerikanischen ‘Abwehrschildes’ in Osteuropa, das sich stärker an die USA als an Europa gebunden fühlt.
      Nicht die NATO hat etwas zu sagen, sondern einzig und alleine die USA.
      Das Säbelrasseln McCains bringt den Republikanern Wählerstimmen.
      Die Amerikaner fallen wieder auf die Propaganda rechter Kreise herein. Nichts haben die Menschen aus den den Lügen im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg gelernt.

      Die Propagandamasche ‘BAD GUY – GOOD GUY’ funktionier erstaunlicherweise immer wieder.

      Schwarz-weiß ist Propaganda,
      schwarz-braun die Haselnuss …

    173. Karl Kaul schrieb am 23. August 2008 um 18:55 - Permalink

      Man muss ja noch nicht mal lügen, es reicht auch eine gewisse Darstellungstechnik. Schaut mal die Hausmitteilung des Spiegel vom 18.8. Sinngemäß (habs gerade nicht vor mir): “Furchtbares musste der Reporter xy erleben. Russisches Militär stoppte ein georgisches Fahrzeug. Der Fahrer hatte eine Maschinenpistole dabei. Sofort musste er sich auf den Boden legen und wurde mit Waffengewalt in Schach gehalten. Er flehte um sein Leben. Die Soldaten erschossen ihn nicht, nahmen ihn aber mit …” JA WAS DENN SONST?? Man nehme die Worte “Furchtbares … mit Waffengewalt … flehte” heraus, und man hat den normalsten Vorgang. Sowas kotzt mich derartig an!

    174. Shitop schrieb am 23. August 2008 um 21:10 - Permalink

      “Die georgische Stadt Gori ist weitgehend intakt, wirkt aber ziemlich menschenleer. Die russischen Truppen sind abgezogen, georgische Soldaten haben die Kontrolle übernommen.”
      http://www.nzz.ch/nachrichten/international/gori_ohne_einwohner__1.814333.html

    175. SD6 schrieb am 28. August 2008 um 04:27 - Permalink

      “ich bin nun wirklich kein Militärexperte aber es ist schon makaber, dass georgische Kriegsverbrechen nun als Indizien für die Propaganda Russlands verwendet werden kann und spricht für mich als Laien für die Dummheit der georgischen Armee.
      Mit Streubomben schiesst man doch keine Stadt sturmreif. Sind die in ihrer Perversion nicht dazu gedacht, möglichst viele frei stehende Menschen zu töten und nicht um Gebäude zu zerstören?”
      Warum nicht?
      Gibt ja in Städten auch freie Flächen, Straßen etc. wo man “wirken” kann.
      Und es ist ja nicht so das man besonders präzise und teure Munition verwendet hätte.
      Da macht dann bei der Feuerleitung irgendeiner einen kleinen Fehler und schon landet die Salve ein paar 100 m weiter rechts in einer Siedlung.

      Die von der Bundesmarine gestiftete “Minden” ist übrigens schon hinüber, aber vielleicht gibts von der Merkel demnächst ein neues Boot.

    176. Sebastian schrieb am 28. August 2008 um 23:08 - Permalink

      Die Youtube Videos von Condi und dem 12jährigen Mädchen sind nun auch gelöscht worden

    177. alien schrieb am 29. August 2008 um 00:49 - Permalink

      @176 Sebastian
      Das entspricht nicht den Tatsachen.
      http://www.youtube.com/watch?v=H8XI2Chc6uQ
      http://www.youtube.com/watch?v=WtdVS8646GI

    178. Man schrieb am 30. August 2008 um 23:25 - Permalink

      Ist schon komisch, traurig, dass soviele glauben, dass die “Abwehrschilde” wirklich für die Abwehr gedacht sind. :(

    179. Friedemann schrieb am 31. August 2008 um 00:03 - Permalink

      @ Man
      Die Zitronenfalter falten ja auch Zitronen!

    180. dimakratiefan schrieb am 1. September 2008 um 16:38 - Permalink

      Georgia admits dropping cluster bombs

      http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/01/georgia.russia

    181. bernd50 schrieb am 5. September 2008 um 10:22 - Permalink

      heute wird auf -russlandonline.ru -die sache roth/putin filmisch aufgearbeitet.sehr gut.


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