Psychologische Kriegsführung

15. August 2008 von Spiegelfechter - Drucken

Georgien hat seit dem Regierungsantritt des amtierenden Präsidenten Saakaschwili sein Verteidigungsbudget mehr als versiebenfacht. Die georgischen Streitkräfte wurden von amerikanischen und israelischen Militärberatern in moderner Kriegsführung geschult. Militärisch hatte das kleine Georgien der Großmacht Russland trotzdem nicht viel entgegenzusetzen. In einem militärischen Teilbereich konnte Georgien allerdings glänzen und den Gegner auf allen Feldern in die Schranken verweisen. Die „Psychologische Kriegsführung“ ist ein militärisches Fachgebiet, das sich mit der Beeinflussung und Manipulation gegnerischer Streitkräfte und der Öffentlichkeit gegnerischer, neutraler und befreundeter Staaten befasst. Sie ist damit die militärische Schwester der „Public Relations“ und wird in einer weltweiten Mediengesellschaft immer wichtiger.

Wenn in einem Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, hat es dann ein Geräusch dabei gegeben? Gibt es eine Wahrheit, wenn niemand sie kennt? In den westlichen Demokratien ist der Krieg nicht sonderlich beliebt. Der Wähler mag keine Politiker, die große Teile seiner Steuergelder für Militär und Kriege ausgeben und er versteht von sich aus nicht, warum einige Länder der Achse des Bösen angehören sollen. Um den Wähler von der Notwendigkeit dieser Ausgaben und der Richtigkeit einer ausgrenzenden und feindlichen Außenpolitik zu überzeugen, muss ihm glaubhaft gemacht werden, dass dies auch in seinem Interesse sind. Ein Bedrohungsszenario eignet sich dafür recht gut, wie auch die gefühlte Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus in Deutschland belegt. Menschliches Mitleid ist ein weiterer Punkt. Wenn ein großes Land ein kleines überfällt und dabei mordet, brandschatzt und plündert, so wird dies beim Betrachter als Ungerechtigkeit aufgefasst, die korrigiert werden muss. Problematisch wird es allerdings, wenn die Nation, der die Solidarität der Regierenden gehört, sich nicht so benimmt, dass ein teures und riskantes Engagement für diese Nation dem Wähler zu vermitteln wäre. Zur Lösung dieses Problems gibt es die “Psychologische Kriegsführung” und spezielle PR-Agenturen, die sich auf dieses Fachgebiet spezialisiert haben.



Weltweit werden im Marketingbereich jährlich über 1.000 Mrd. US$ ausgegeben. Wissenschaftlich perfektionierte Methoden sorgen dafür, dass der Großstädter den Wunsch hat, sich einen teuren und umweltfeindlichen Geländewagen zu kaufen und im Supermarkt gerne zum Markenprodukt greift, das wesentlich teurer als das No-Name Produkt ist. Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus. „Psychologische Kriegsführung“ nutzt diese Mechanismen, um den Bürger in einem militärischen Konflikt auf die „richtige“ Seite zu bringen. Die Grenzen zwischen klassischer PR und „Psychologischer Kriegsführung“ sind fließend. Die „Brutkastenlüge“ wurde von der PR-Agentur Hill & Knowlton konzipiert und hatte bedeutenden Einfluss auf die öffentliche Unterstützung der US-Politik im Vorfeld der Zweiten Golfkrieges. Georgien wird in den Bereichen Medien- und Politikkommunikation von der PR-Agentur Aspect Consulting beraten. Deren Gründer und Senior-Partner James Hunt war zuletzt in der Geschäftsführung von Hill & Knowlton. Er arbeite während der Brent-Spar Krise für Shell, polierte das Image von McDonalds während der BSE-Krise auf und wischte die Bedenken der Gegner genetisch manipulierter Saatgüter vom Tisch. Der Georgien-Krieg ist allerdings sein Meisterstück und seine Arbeit kann getrost als meisterlich gewertet werden.

Vom ersten Moment an hatte Georgien die Lufthoheit im Krieg um die Wahrheit in den Köpfen inne. Die Krisen-PR war dabei generalstabsmäßig geplant. Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete, veranstaltete der georgische Premier Lado Gurgenidze ein gut organisiertes „Investoren-Treffen“ mit den fünfzig einflussreichsten Bankern der Wall-Street und impfte diese auf die georgische Version, das kleine Land würde von großen Nachbarn Russland brutal überfallen, obgleich zu diesem Zeitpunkt offensichtlich war, dass der Aggressor Georgien heißt. Die georgische Version wurde bereits am ersten Kriegstag nahezu Wort für Wort von den großen US-Sendern übernommen. Der smarte Präsident Saakaschwili, der an der Georgetown University in Rechtswissenschaften promovierte, suchte von Anfang an die Medienöffentlichkeit und stand CNN und BBC stets für Interviews zur Verfügung. Dort saß er dann an seinem Schreibtisch vor den Flaggen Georgiens und der EU und parlierte im fließenden Englisch. Georgien ist freilich kein Mitglied der EU aber die Botschaft war klar – wir gehören zu euch, wenn wir „angegriffen“ werden, werdet auch ihr angegriffen.

Den Korrespondenten der westlichen Medien, die zu Beginn des Krieges in Tiflis einfielen, wurden von der PR-Agentur Aspect Consulting mit gut ausgearbeiteten Informationen und regelmäßigen E-Mail Newslettern versorgt, die die georgische Sicht der Dinge als Fakten darstellten. Die TIMES berichtet von alleine 20 Presseinformationen, die am Sonntag per Mail herausgingen, um zu belegen, dass Russland eine Invasion gestartet hätte. Einige Meldungen ließen sich schlicht nicht überprüfen, andere hätten sich zwar überprüfen lassen, was von den Medien aber aus Bequemlichkeit meist unterlassen wurde. Wieder andere Meldungen waren schlichtweg grotesk – so wurde etwa gemeldet, dass russische Jets Tiflis intensiv bombardieren würden und russische Truppen Gori eingenommen hätten. Westliche Korrespondenten in Tiflis und Gori konnten zumindest diese Meldungen schnell widerlegen.

Die russische Pressearbeit war traditionell katastrophal. Den westlichen Journalisten standen entweder keine Ansprechpartner zur Verfügung oder diese blockten alle Anfragen ab – dies ist in Russland allerdings vollkommen normal. Was überblieb, waren Agenturmeldungen von RIA-Novosti und Interfax, die bereits im Tonfall nicht eben nach neutralen Informationen klangen und nicht durch Stellen in der Politik oder dem Militär bestätigt wurden. Russland verfolgte auch im Georgien-Krieg seine Politik, westlichen Journalisten keinen Zugang zur Konfliktzone zu gestatten. Georgien karrte die Journalisten in „genehme“ Konfliktzonen und sorgte so dafür, dass Bilder der bombardierten Wohngebäude in Gori um die Welt gingen, während Agenturphotographen und westliche Kamerateams in Südossetien keine Bilder machen konnten. Dass dadurch der Eindruck entstand, Russland würde einen Krieg gegen die georgische Zivilbevölkerung führen, ist kaum zu vermeiden. Die Macht der Bilder war den georgischen Spin-Doctors bekannt, Russland versagte auf diesem Gebiet kläglich. Man war in Russland vor allem auf die Rezeption im eigenen Lande konzentriert und schenkte der öffentlichen Meinung des Westens kaum Beachtung.

Die russische Arroganz hat dazu geführt, dass die georgische Version der Geschehnisse sich in den Köpfen der westlichen Medienkonsumenten festgesetzt hat. Kommentatoren sind auf diesen Zug aufgesprungen und passten ihrerseits die mediale Gemengelage in ihr Weltbild ein. Unabhängige Experten, wie Segbers, Rahr oder Krone-Schmalz kamen in den deutschen Medien freilich auch zu Wort, aber bereits die Überschriften wiesen den Weg, wohin die Berichterstattung geht. “Russlands Gas riecht nun nach georgischem Blut” ließ SPON seine Leser durch den Mund David Darchiaschwilis wissen. Darchiaschwili ist – wie die Hälfte der neuen georgischen Elite – ein Zögling von amerikanischen Think-Tanks, wie George Soros Open Society. Ein PR-Profi, der weiß, wie man westliche Medien in ihrem Wunsch nach „peppigen Schlagzeilen“ bedient.

Deutsche und britische Medien sind jedoch im Vergleich zur US-Konkurrenz geradezu sachlich. In den US-Medien gibt es kaum einen Zweifel an der georgischen Sichtweise und selbst liberale Kommentatoren schlagen kräftig auf die georgische PR-Trommel. Saakaschwili ist auf CNN Dauergast, wenn er vom „George-Bush Boulvard“ in Tiflis spricht, sagt er schon mal, dieser sei nach „unserem“(sic!) Präsidenten benannt. Die konfrontative bis bellizistische Linie der US-Mainstreammedien überrascht wenig, das offensichtliche Desinteresse der alternativen US-Medien schon eher. Auf den unabhängigen liberalen Internetplattformen, wie Mother-Jones, Foreign-Policy in Focus, Commons Dreams, Counterpunch oder The American Prospect wird das Thema entweder ignoriert oder herzergreifend naiv angefasst – es ginge nur um Öl (das Standardargument „progressiver“ Amerikaner) und das ganze solle man so und so nicht überbewerten. Zu den offensichtlichen Medienmanipulationen und Verdrehungen kein Wort.

Vergleicht man die Naivität, mit der viele deutsche Medien der „Psychologischen Kriegsführung“ Georgiens auf den Leim gingen oder in einigen Fällen sicher auch gehen wollten, so ist die Zurückhaltung seitens der Politik bemerkenswert. Springen sonst Hinterbänkler auf jedes Schwein, das durchs mediale Dorf getrieben wird, verhielt sich die deutsche Politik während des Georgien-Krieges erfreulich verantwortungsvoll. Die Medien sollten sich abseits jeglicher Quoten und Klickzahlen jedoch einmal selbstkritisch mit ihrer Berichterstattung auseinandersetzen. Der Michel will bei komplexen Fragen an die Hand genommen werden. Er will sich keine eigene Meinung bilden, sondern eine Interpretation der Ereignisse von verantwortungsvollen Journalisten mundgerecht serviert bekommen. Die Medien nehmen dabei eine sehr wichtige Aufgabe wahr. Ob sie sich dieser Verantwortung bewusst sind?

Es wäre falsch, anzunehmen, dass die Politik sich von der Berichterstattung der Medien nicht beeinflussen ließe. Politiker wollen gewählt werden und es ist dabei taktisch unklug, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen. Dies ist ja auch das Ziel „Psychologischer Kriegsführung“. Auf dem Schlachtfeld der US-Medien hat die georgische Kriegsführung einen Kantersieg eingefahren. Die Folge wird eine zunehmend antirussische Politik sein, wie sie vor allem von den NeoCons schon lange Zeit gefordert wird. War eine solche Konfrontationspolitik bislang nur in einem kleineren politischen Spektrum auf der Agenda, so darf sie heute als „common sense“ gelten. Die Folgen werden wir alle zu tragen haben und das stimmt wenig optimistisch.

Jens Berger

Zum Thema:
Yasha Levine - The CNN Effect: Georgia Schools Russia in Information Warfare
Tony Halpin und Roger Boyes - Georgia loses the fight with Russia, but manages to win the PR war
Mark Tran - Mikhail Saakashvili: the media’s man in Tibilisi
Andrei Fedyashin - Saakashvili as a propaganda phenomenon
Andreas Fecke - Kaukasuskrieg und internationaler Propagandakrieg

Bildnachweis: Alle Lenta.ru

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  1. 1 · » Blog Archive » Georgische Spin Doktoren am 16. August 2008 um 13:31

    [...] Weiterlesen… [...]


  2. 2 · Psychologische Kriegsführung « Ansar News am 16. August 2008 um 15:46

    [...] August 16, 2008 von ansarnews Georgien hat seit dem Regierungsantritt des amtierenden Präsidenten Saakaschwili sein Verteidigungsbudget mehr als versiebenfacht. Die georgischen Streitkräfte wurden von amerikanischen und israelischen Militärberatern in moderner Kriegsführung geschult. Militärisch hatte das kleine Georgien der Großmacht Russland trotzdem nicht viel entgegenzusetzen. In einem militärischen Teilbereich konnte Georgien allerdings glänzen und den Gegner auf allen Feldern in die Schranken verweisen. Die „Psychologische Kriegsführung“ ist ein militärisches Fachgebiet, das sich mit der Beeinflussung und Manipulation gegnerischer Streitkräfte und der Öffentlichkeit gegnerischer, neutraler und befreundeter Staaten befasst. Sie ist damit die militärische Schwester der „Public Relations“ und wird in einer weltweiten Mediengesellschaft immer wichtiger. . . Weiterlesen [...]


  3. 3 · Freiheitsrhetorik - Mutantenstadl am 16. August 2008 um 16:27

    [...] Micheil Saakaschwili hat mir gerade erklärt, warum Russland Georgien angegriffen hat: »They hate our freedom.« Das Zitat kommt mir [...]


  4. [...] wieder nützliche Idioten, die den Kreml-Chefs ins Rektum kriechen. Egal ob Außenminister oder SPD-geschmierte und -stiefelleckende Propagandisten. Immerhin bleibt Frank-Walter Steinmaier so die Option versagt, 2009 den Friedensengel zu spielen, [...]


  5. 5 · Psychologische Kriegsführung - Pax Aeterna am 17. August 2008 um 15:11

    [...] · tar, den 17.08.08 in Amerika, Deutschland, Europa, Geschichte, Krieg, Krise, Lügen, Medien, Nahost, Politik, Probleme, Verschwörung Quelle: spiegelfechter.com [...]


  6. [...] Lesen Sie den ganzen Beitrag hier. [...]


  7. 7 · mein-parteibuch.com » Armee des 21. Jahrhunderts am 17. August 2008 um 20:22

    [...] Spiegelfechter hat vorgestern recherchiert, dass James Hunt, Mitgründer der belgischen PR-Agentur “Aspect Consulting”, zuvor [...]


  8. 8 · Wie weiter mit Russland? | kopfzeiler.org am 17. August 2008 um 23:46

    [...] Kritik am laxen Umgang vieler westlicher Medien mit den vorhandenen Quellen während des Georgien-Krieges ist berechtigt: Doch wir sollten uns [...]


  9. [...] für die USA und Georgien übernommen. Siehe dazu den wichtigen Beitrag von Jens Berger in Spiegelfechter. Man muss leider davon ausgehen, dass sowohl der georgische Präsident wie auch die deutsche [...]


  10. [...] Gastautor Frank Seezen allerdings größtenteils auf die russische Sichtweise. Aber auch Jens Berger macht in einem Beitrag über die psychologische Kriegsführung des georgischen [...]


  11. [...] Friedemann @ Man Die Zitronenfalter falten ja auch Zitronen! [...]


  12. [...] Mit neutraler Berichterstattung hat das nichts zu tun. Leider ist es nur ein Beispiel für die tendenziöse Berichterstattung über den Kaukasus-Konflikt seitens westlicher [...]


  13. [...] für die USA und Georgien übernommen. Siehe dazu den wichtigen Beitrag von Jens Berger in Spiegelfechter. Man muss leider davon ausgehen, dass sowohl der georgische Präsident wie auch die deutsche [...]


  14. [...] spricht von seinem demokratischen Freund Saakaschwili und der Aggression Rußlands gegen diesen treuen Freund, während just dieser Saakaschwili von [...]


Kommentare:

  1. · Zapp am 15. August 2008 um 17:54 - Permalink

    Kleine Korinthenkackerei: Die Europaflagge gehört nicht nur der EU, sondern auch (und ursprünglich) dem Europarat. In dem ist Georgien, wie übrigens auch Russland, Mitglied, weshalb sie sich formal nicht mit falschen Farben geschmückt haben dürften.
    Das ändert aber natürlich nichts an der politischen Aussage der Bilder von Saakaschwili vor der Europaflagge.


  2. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 17:58 - Permalink

    @Zapp

    Da hast Du allerdings recht. Man lernt nie aus ;-)


  3. · x-cube am 15. August 2008 um 18:04 - Permalink

    Wieder mal ein guter Artikel.
    Vielen Dank.


  4. · arnim am 15. August 2008 um 18:12 - Permalink

    das letzte video mit dem 12jährigen mädchen und der frau ist jawohl einfach herrlich.

    “…ahhhh unfortunately a commercial brake…”

    das ist wohl das problem bei live-schaltungen : )


  5. · ra0105 am 15. August 2008 um 18:21 - Permalink

    Ich war mal so frei und habe deinen Artikel für indy übernommen…

    de.indymed...


  6. · snafu am 15. August 2008 um 18:23 - Permalink

    Noch anzumerken wäre auch, dass Mister “Today we all are Georgians” McCains oberster außenpolitischer Berater seinen Lohn als Lobbyist für die georgische Regierung aufbessert… ;)

    Washingtin Post

    edit: upps, aufbessert. inzwischen anscheinend nicht mehr.


  7. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 18:23 - Permalink

    @ra105

    Kein Problem - jeder Leser mehr, freut mich ;-)


  8. · ra0105 am 15. August 2008 um 18:37 - Permalink

    @ spiegelfechter

    sogar die von indy?

    ;)


  9. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 18:39 - Permalink

    @ra105

    Nicht “sogar”, sondern “ganz besonders”! ;-)


  10. · Jean Luc Bizarre am 15. August 2008 um 18:53 - Permalink

    “Der Michel will bei komplexen Fragen an die Hand genommen werden. Er will sich keine eigene Meinung bilden, sondern eine Interpretation der Ereignisse von verantwortungsvollen Journalisten mundgerecht serviert bekommen.”

    ui! ertappt! aber ich danke dir dafür, dass du so gut servieren kannst..


  11. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 18:56 - Permalink

    @Jean Luc Bizarre

    *g*

    Ach watt, ich bin doch eher freakiges Spartenprogramm - den “Michel” will ich gar nicht ansprechen.


  12. · Peinhard am 15. August 2008 um 18:58 - Permalink

    @SF

    Hat man dir denn immer noch nicht beigebracht, dass man gerade führende Nullen nicht einfach wegkürzen darf…? ;-)


  13. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 19:01 - Permalink

    @all

    Wen das CNN-Interview mit Gorbatschow interessiert, über das sich der Herr Saakaschwili so echauffiert … hier ist es:


  14. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 19:03 - Permalink

    @Peinhard

    Führende Nullen? Ich stehe mal wieder auf dem Schlauch ;-)


  15. · Peinhard am 15. August 2008 um 19:05 - Permalink

    Noch ein Beispiel für russische ‘Pressearbeit’:

    “Dmitri Medwedew hat insbesondere die westliche Berichterstattung über die jüngsten Entwicklungen in Südossetien kritisiert und abgekündigt, Videobelege für die Konsequenzen des georgischen Vorgehens an Angela Merkel zu übergeben.”
    de.rian.ru...

    Und Angie bringt das dann in ihrer nächsten Videobotschaft…?

    P.S. Re Schlauch - ra0105 vs ra105. Zugegebenermaßen ein eher dünner Schlauch. ;)


  16. · Avantgarde am 15. August 2008 um 19:08 - Permalink

    Was würde eigentlich passieren, wenn morgen die serbische Armee in Pristina einmarschiert, amerikanische KFOR-Soldaten und haufenweise Zivilisten tötet, rumbombardiert?


  17. · Spiegelfechter am 15. August 2008 um 19:09 - Permalink

    @Avantgarde

    Das ist doch was GANZ anderes!!! WIR sind doch die GUTEN!!! *fg*


  18. · Avantgarde am 15. August 2008 um 19:13 - Permalink

    Und Polen will jetzt auch Raketen.
    Irgendwie ist da ein ganz linkes Ding gelaufen.
    Wüßte zu gern, was Condi Saakashvili WIRKLICH in Tiflis gesagt hat.


  19. · name am 15. August 2008 um 19:30 - Permalink

    Das Ding mit den Raketen in Polen nimmt noch ein schlimmes Ende.

    Ein kleinster technischer oder menschlicher Fehler und Europa ist wegen diesen Idioten in der polnischen Regierung eine Wüste für die nächsten 100.000 Jahre. Das Zeitfenster für einen atomaren Gegenschlag kann doch bei Errichtung dieser Raketen nur ein paar Sekunden sein. :((

    Ansonsten Jens: sehr sehr guter Artikel.


  20. · Avantgarde am 15. August 2008 um 19:34 - Permalink

    Ohne hier die Russen zu sehr als “unschuldig” zu betrachten (das sind sie nicht), stellen sich mir jede Menge Fragen:

    1) Warum wurde Georgien plötzlich dermaßen extrem aufgerüstet?
    2) Warum wussten die Amerikaner angeblich nichts vorher?
    3) Warum marschiert Georgien ausgerechnet zu einem strategisch so “günstigem” Datum ein?
    4) Warum tut die georgische Armee nicht das Naheliegende und sprengt den Tunnel, durch den die russischen Panzer kommen würden?
    5) Warum glaubt Georgien, es könne russische Soldaten töten, ohne dass Russland eingreift?
    6) Was verspricht sich Georgien vom Einmarsch in ein wirtschaftlich völlig uninteressante Gebiet, das mit Sicherheit auch “besetzt” nicht wieder georgisch werden will?
    7) Warum marschiert man nicht gleichzeitig in Abchasien ein, wo doch absehbar ist, dass es dort sofort ebenfalls krachen wird und man die zweite Front bekommen wird?
    8) Warum erfährt man fast nichts von der Resolution des Sicherheitsrats, die Russland schon am 8.8., VOR dem russischen Einmarsch gefordert hat?
    9) Wieso “traut” sich die Ukraine, die Rückkehr der russischen Schwarzmeerflotte auf die Krim zu blockieren? (Wie denn?)
    10) Warum unterschreibt Polen, dass sich bei der Raketenabwehr bisher so zierte, jetzt plötzlich den Vertrag?

    Kardinalfrage: Ist Saakashvili nur ein durchgeknallter größenwahnsinniger Nationalist, oder ein Neocon-Maulwurf, den man rechtzeitig ausgeflogen hätte, um einen sehr reichen Ruhestand zu verleben?


  21. · CK am 15. August 2008 um 19:39 - Permalink

    Das sollte man im Zusammenhang mit der russischen Pressearbeit vielleicht auch anführen:

    Reporter ohne Grenzen

    Angriff auf türkische Reporter

    So kann man auch eine Konfliktzone von Berichterstattern reinigen.


  22. · Avantgarde am 15. August 2008 um 19:46 - Permalink

    Was die Amerikaner im Irak natürlich nie tun würden….


  23. · dimakratiefan am 15. August 2008 um 20:00 - Permalink

    youtube.co...
    youtube.co...


  24. · Avantgarde am 15. August 2008 um 20:01 - Permalink

    Wie gesagt, ich bin nicht der Meinung, dass hier nur eine Seite schuld ist. Die Russen haben vorher (besonders nach der Anerkennung des Kosovo) da Feuer mit ossetischen Freischärlern geschürt, und die Pipeline schmeckt ihnen bestimmt auch nicht.

    Trotzdem glaube ich nicht, dass sie diese Invasion wollten, denn sie haben nicht wirklich etwas davon.

    Besetzen sie ganz Georgien, kriegen sie Guerillakrieg und sind im Westen völlig unten durch. Georgien ist jetzt zwar militärisch geschwächt, aber letztlich ist das nicht wirklich wichtig.

    M.E. wollen die Russen hauptsächlich Ruhe an ihren Grenzen haben und ansonsten Energiegeschäfte machen. Das ist keine Sowjetunion mehr. Die Russen haben schon genug Vielvölkerprobleme am Hals, die brauchen nicht auch noch Stress mit Georgiern, die am Ende noch mit Stingerraketen Guerilla spielen.


  25. · Onkel am 15. August 2008 um 20:03 - Permalink

    Von mir aus kann man David Darchiaschwili als Handlanger der Amerikaner darstellen, aber ihm gegenüber dann ausgerechnet Frau Krone-Schmalz als Beispiel eines unabhängigen Journalismus’ anzuführen, lässt micht dann doch schmunzeln.
    Ihr könnt ja mal ‘n Interview mit Daniel Cohn-Bendit machen, was er so über die Neutralität von Frau Krone-Schmalz denkt.


  26. · Avantgarde am 15. August 2008 um 20:22 - Permalink

    Und das kleine knuffelige demokratische Land ist Georgien auch nicht. Das ist eine Nominaldemokratie, deren reichlich autokratischer Präsident nur ein Kerngebiet rund um Tiflis wirklich beherrscht, der Rest ist in den Händen lokaler mafiöser Strukturen… das ganze Land ist extrem korrupt.


  27. · KGriebenow am 15. August 2008 um 20:29 - Permalink

    Zitat: “Es wäre falsch, anzunehmen, dass die Politik sich von der Berichterstattung der Medien nicht beeinflussen ließe. Politiker wollen gewählt werden und es ist dabei taktisch unklug, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen. Dies ist ja auch das Ziel „Psychologischer Kriegsführung“. Auf dem Schlachtfeld der US-Medien hat die georgische Kriegsführung einen Kantersieg eingefahren. Die Folge wird eine zunehmend antirussische Politik sein, wie sie vor allem von den NeoCons schon lange Zeit gefordert wird. War eine solche Konfrontationspolitik bislang nur in einem kleineren politischen Spektrum auf der Agenda, so darf sie heute als „common sense“ gelten. Die Folgen werden wir alle zu tragen haben und das stimmt wenig optimistisch.”

    Ich denke, dieses stimmt nur kurzfristig. Natuerlich kam es einigen US Politikers sehr entgegen, dass es zum Konflikt kam. Je mehr es aber klar wird, wie das Bild verzerrt wurde, desto mehr wird natuerlich Georgiens Politik unter die Lupe kommen.

    Ansonsten sind US Medien wie CNN und Fix und Foxi News natuerlich selten an wirklichem Journalismus interessiert. Besonders Glenn Beck (CNN) haengt ungefaehr alle 2 Minuten raus, das er ja soooooooooo konservativ ist. Ihm geht es auch nicht um die Sache, sondern nur um Meinungsmache. Da ist Larry Kind (auch CNN) schon etwas besser. Aber von CNN etc. erwartet man eh nix. Enttaeuscht hat mich eigentlich mehr die schwache Rolle von Public Broadcasting Service (PBS) in dieser Sache. Die haben auch mehr oder weniger alle Behauptungen geschluckt, die da so von Georgischen Staatsorganen kamen.


  28. · Lau Dan am 15. August 2008 um 20:29 - Permalink

    zu 20:

    “…nur ein durchgeknallter größenwahnsinniger Nationalist, oder ein Neocon-Maulwurf, den man rechtzeitig ausgeflogen hätte,…”

    naja die PsyOps verkaufen ihn als ersteres sobald er Fehler macht, was die Frage aufwirft warum man dann nicht versucht hat Ihn bei Zeiten durch jemand noch zuverlässigeren zu ersetzt -

    u da es dafür keine Anzeichen gibt muss man davon ausgehen dass er nach Plan funktioniert, schliesslich ist er ja genau der Mann den man sich im Vorfeld ausgekuckt hatte, er ist ja nicht durch Zufall da wo er ist


  29. · Anonymous am 15. August 2008 um 20:32 - Permalink

    “Weltweit werden im Marketingbereich jährlich über 1.000 Mrd. US$ ausgegeben. Wissenschaftlich perfektionierte Methoden sorgen dafür, dass der Großstädter den Wunsch hat, sich einen teuren und umweltfeindlichen Geländewagen zu kaufen und im Supermarkt gerne zum Markenprodukt greift, das wesentlich teurer als das No-Name Produkt ist. Marketing zielt tiefenpsychologisch auf das Unbewusste und hebelt rationale Prozesse aus.”
    Klingt wie aus 99 Francs geklaut. ;)

    Guter Artikel, nur hätte man an die Videos schreiben können was in ihnen gezeigt wird. Ich hab mir die ersten drei Videos mit dem Interview von Saakaschwili angeschaut weil ich dachte dort würde irgend etwas interessantes zu sehen sein. Einzig interessant war die Anbiederung des Moderators.


  30. · Anindo am 15. August 2008 um 20:36 - Permalink

    Sehr geil fand ich einige Minuten der DailyShow gestern zu dem Thema (so ab 2:20):
    thedailysh...
    Unbedingt auch die Folgen vom 7. August und 31. Juli gucken.


  31. · Avantgarde am 15. August 2008 um 20:38 - Permalink

    Amerika ist rein zufällig am Beginn seiner größten Wirtschaftskrise seit 1929.
    Und wir sollen die bezahlen, über völlig überflüssige Ausgaben wie Raketenschild etc.

    Wer zum Teufel braucht einen Schild in Polen? Welche Raketen könnte man über Polen abfangen? Der Besitz eines Globus hilft weiter.

    Und warum die Russen ihre wichtigsten Geschäftspartner vernichten sollten, leuchtet mir nicht ein.

    Die Amerikaner drucken Geld ohne Ende aber der Dollar steigt??


  32. · Shitop am 15. August 2008 um 20:41 - Permalink

    @Onkel
    Daniel Cohn-Bendit als Referenz für Neutralität anzuführen, halte ich doch für gewagt. Gerade in der direkten Auseinandersetzung mit Krone-Schmalz hat er sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Diskussion zwischen den beiden war sicher kein Glanzstück der Diskussionskultur.


  33. · KGriebenow am 15. August 2008 um 21:09 - Permalink

    @30 Die Daily Show ist ja sowieso die beste Quelle von Nachrichten in den USA ;P. Ist schon ein Witz, dass ausgerechnet eine “Comedy Show” naeher an der Wahrheit ist, als viele andere “News” Medien. Jon Stewart rules!


  34. · jolly rogers am 15. August 2008 um 21:12 - Permalink

    Jens, dieser Artikel ist - wenn vielleicht auch unbewusst - eine feine und souveräne Antwort auf die Angriffe der neuen Rinkslechten in der deutschen Bloggosphäre! Die Jungs werden - wo sie bisher lediglich Gift und Galle spucken konnten - nun heftig an ihrem Erbrochenen zu kauen haben.

    Deine Analyse betreffs der Arbeit von PR-Agenturen in diesem und anderen Kriegen trifft mitten ins Schwarze: Mr. Saakashvilis Statement auf der heutigen Pressekonferenz mit der Amerikanerin (zu sehen auf CNN, wo sonst?) war ein Beispiel für Spindoctoring erster Güte.


  35. · chrigi am 15. August 2008 um 21:37 - Permalink

    endlich ein wirklich gut recherchierter Artikel!


  36. · carlo am 15. August 2008 um 21:58 - Permalink

    Hier die Weisheiten der Kanzlerin aus der Tagesschau: (ard.de)

    “Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die russischen Militäraktionen im Südkaukasus deutlich kritisiert und Präsident Dimitri Medwedjew zum Abzug der Truppen aus dem Kerngebiet Georgiens aufgefordert. Nach einem Gespräch mit Medwedjew in Sotschi sagte sie, “einige Aktionen Russlands” seien “nicht verhältnismäßig” gewesen.

    Allerdings sei in so schwierigen Konflikten nie nur eine Seite Schuld sei: “Ich denke, dass wir jetzt den Blick nach vorne richten müssen.” So müsse der Sechs-Punkte-Plan des französischen Präsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy so schnell wie möglich umgesetzt werden.

    Merkel betonte, dass die territoriale Integrität Georgiens nicht angetastet werden dürfe. Zu den Unabhängigkeitsbestrebungen Südossetiens und Abchasiens äußerte sie sich skeptisch: Nicht jedes Volk der Welt, das aus einem Staatenverbund austreten wolle, sei in der Lage, einen eigenen Staat zu bilden. Dann würde man sehr viele Probleme in der Welt bekommen.

    Ist unsere Bundeskanzlerin des Wahnsinns fette Beute geworden? Ich kenne die Mahnung nach “Verhälnismäßigkeit” eigentlich nur aus Diskussionen über die Folgen polizeilicher Übergriffe, bei ansonsten friedlichen Demonstrationen.

    Denkt Frau Merkel denn wirklich, eine Rüge oder ein Platzverweis mit rechtlichen Belehrungen über die Folgen hätte ausgereicht?
    Ein Opfer der forcierten PR dürfte sie eigentlich nicht sein, dafür wird ihr schließlich ein wie auch immer “kompetenter” Beraterstab zur Seite gestellt. Oder wars so….sie hat die politischen Excerpte ihres Stabes gar nicht gelesen, und lieber Kommissar Rex geguckt?
    Fazit: Es gibt zuviel Polizeifilme im öffenlich Rechtlichen, und man sieht wohin das führt.
    Ihre zweite Stilblüte “Nicht jedes Volk…..” ergibt eine Steilvorlage für Urban Priol. Ich freu mich schon auf die nächste Sendung “Neues aus der Anstalt”.


  37. · Armin am 15. August 2008 um 22:03 - Permalink

    Die Korinthe zu Beginn:

    Wenn in einem Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, hat es dann ein Geräusch dabei gegeben?

    Nein. Ein umfallender Baum erzeugt nur Schallwellen. Ohne Ohr kein Geräusch. ;-)

    Es ist wirklich beeindruckend gewesen. Was wäre passiert, hätte Adolf damals nur bessere PR-Berater gehabt… (”Seit 5 Uhr 45 wird zurück geschossen.”) Natürlich ist der georgische Angriff nicht dasselbe, aber so gewisse Parallelen gibt’s meiner Meinung nach schon. Wieso sind die Russen in der Beziehung eigentlich so rückschrittlich? Abgesehen von RussiaToday tun die wirklich nicht viel.

    Ich glaube aber andererseits auch nicht, dass Glenn Beck und Fox die optimalen Multiplikatoren für das amerikanische Publikum sind. Weite Teile des Landes sehen diese Medien mittlerweile ziemlich kritisch. mediamatte...
    Deren Stammzuschauer halten den Russen ohnehin für böse. Dazu brauchen die keine Nachrichten. Erinnert sich noch jemand an Red Dawn? allmovie.c...

    Die große Aufgabe moderner PR wird es sein, derartige Meldungen in die DailyShow und den Colbert Report zu kriegen. Und ich wette drauf, dass es diesbezüglich in den Think Tanks schon ganz schön qualmt.


  38. · whamburg am 15. August 2008 um 22:48 - Permalink

    @CK(12):
    “Reporter ohne Grenzen” solltest Du ganz schnell vergessen! Die beißen niemals in die Hand die sie füttert, die Hand ist reichlich schmutzig IMHO. Richtig Dreck fressen, muss das lustig sein.
    de.wikiped...
    dergloecke...
    ceiberweib...


  39. · Martin am 15. August 2008 um 22:56 - Permalink

    Du schreibst: “Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete”… Hab schon einiges, auch in der ausländischen Presse, über diesen Krieg und dessen Anfang gelesen, aber keiner hat sich so defintitiv festgelegt, wer denn die Chose begonnen hat. Redlicherweise wird meist geschrieben: “laut den Angaben Georgiens” ider “laut russischen Angaben”. Bei Dir hört es sich so an, als hättest Du genauere Quellen, ohne sie allerdings zu benennen (vielleicht hab ich was überlesen?). Und “Großoffensive” scheint es auch nicht ganz zu treffen, denn wäre es so eine gewesen, hätten die Russen sicherlich nicht aus dem Stegreif die Regie übernommen, oder?


  40. · whamburg am 15. August 2008 um 23:26 - Permalink

    Sind Türken richtig “psyop”-fest? Scheinbar ja: de.rian.ru...

    Beim Iran wollen die auch nicht mitspielen! Warum sind die noch in der NATO? Die Weicheier!

    0.02 FRZ only


  41. · whamburg am 15. August 2008 um 23:33 - Permalink

    @Martin(39):
    Freitag schreibt vom 7.8. 23:30Uhr(Ortszeit?): freitag.de...
    Die genaue Stunde ist IMHO nicht wirklich wichtig, wenn man wissen will wer das Messer ausgepackt hat. Die ersten Bilder in fast allen Medien waren abfliegende Geschoßwerferraketen, IMHO. Da sagten alle(Ost+West) das käme von Georgien, jetzt sind die vom Westen nicht mehr so sicher! ;-)


  42. · Avantgarde am 15. August 2008 um 23:42 - Permalink

    Ich bin mit Kommentaren vorsichtig, aber der Eindruck ist, dass man erst mal hübsch beschoss und dann eine Waffenpause einlegte und hoffte, die Osseten wären danach… naja nicht mehr da. Ist ja nicht weit über die Grenze


  43. · Onkel am 16. August 2008 um 00:09 - Permalink

    @Shitop
    Ob der Schlagabtausch zwischen Cohn-Bendit und Krone-Schmalz damals eine Sternstunde der Diskussionskultur war, sei mal dahingestellt. Gezeigt hat er aber, daß Gabriele Krone-Schmalz alles andere als neutral und unparteiisch ist, sondern u.a. eine geradezu beängstigende Putin-Verehrung an den Tag legt.
    Damit habe ich auch kein Problem, wenn dies ihre Meinung ist - von mir aus. Aber wenn Krone-Schmalz in diesem Artikel als unabhängige und somit neutrale Expertin angeführt wird, kann man darüber einfach nur den Kopf schütteln.


  44. · Lau Dan am 16. August 2008 um 00:34 - Permalink

    zu 23,
    fällt mir ein dass ich eine perverse Schwäche für Rice ( und auch Rumsfeld ) habe, beide sind scheinbar intelligent u sich offenbar bewusst in was sie verstrickt sind, Rice Mimik spricht in kurzer Abfolge Bände, man sieht dass sie unwillkürlich und schnell denkt, sehr schade dass da jemand vor Schreck den Stecker gezogen hat u das es keine HiRes Zeitlupenaufnahme gibt


  45. · Jan Friedrich am 16. August 2008 um 00:35 - Permalink

    Danke, Spiegelfechter. Das musste mal wieder gesagt werden ;)


  46. · Lau Dan am 16. August 2008 um 00:35 - Permalink

    u zu Cohn-Bendit fällt mir ein dass interstellare Reisen theoretisch möglich sind : offensichtlich kann man einen bekifften Klassensprecher mit 17 Jahren einfrieren und 400 Jahre später wieder auftauen ohne dass der irgendwas mitkriegt


  47. · Lau Dan am 16. August 2008 um 00:55 - Permalink

    unbeantwortet bleibt auch die Frage warum man ( bzw wer ) Gorby in Bad Saarov oder wo immer er rumhängt aufgestöbert hat und und ihn nochmal den komplizierten Scheiss aufsagen lässt den doch schon dieser Willi gesagt hat ( oder hat er nicht ? ) - um klar zu machen das es mal wieder die Russkys sind u nix mehr Mullah Abdullah ?


  48. · Follikel am 16. August 2008 um 01:04 - Permalink

    Keine Sorge Spiegelfechter, Einträge wie deine werden mittlerweile signifikant wahrgenommen. Deswegen rudern die Presstitutes und Hofschranzen bei SpOn, Sueddeutsche, Faz, Zeit und co. so heftig und verstricken sich in Einseitigkeiten und Gräuel. Man überfliege nur mal was Transatlantiker wie Joffe so für Wahnvorstellungen von sich geben:
    zeit.de/20...

    Das ist sogar dem geneigten Zeitleser zu blöde, wenn man in die Kommentarsektion schaut. Interessant auch, dass vermeintlich linke Medien wie die Sueddeutsche und die TAZ besonders auf die georgische Linie einschwenken und auf Russland eindreschen. Gerade berichtet die ARD über Streubombeneinsatz durch Russland. Das volle Programm also.


  49. · COPOKA am 16. August 2008 um 01:06 - Permalink

    @Onkel, #25

    Sowohl Klaus Segbers a.a. Gabriele Krone-Schmalz liefern wirklich sehr nüchterne Analysen der Lage in ihren Interviews. Und stellen außerdem ihren Sachvestand unter Beweis - Dank an Jens für die Links.
    Was ich dagegen von Cohn-Bendit in letzten Tagen am Rande wahrgenommen habe, war sinnfreies Nachplappere CNN-Propaganda — Demokratie und Freiheit Blah-Blah. Der hatte schlicht keine Ahnung davon, wovon er geredet hat.

    ———– @All

    Noch kurz zur Umfrage von Jens. Was ich nicht verstehe - wieso fühlen sich denn 90% so schlecht informiert? Sorry, aber ich habe dieses Gefühl nicht.
    Dass US-Bürger und zgT die Briten mit Kriegspropaganda zugedeönt werden, ist beileibe nichts neues. In De hält und hielt es sich meiner Empfindung nach all die Tage in verkraftbaren Grenzen. Zumindest auf den Medien, die ich konsumiere, wurde die Sachlage einigermaßen adäquat dargestellt, Meldungen und Meinungen von beiden Parteien/Lager artikuliert, und keine endgültigen “Wahrheiten” nach dem Motto “Da sind die Bösen!” oder ähnl. verkündet. Ja, es kamen auch diverse “Experten” und “Analytiker” zu Wort, aber eben mit verschiedenen Meinungen und ideologischen Hintergründen dazu. Schlecht im Sinne einseitig war es jedoch summa summarum nicht.

    Ja-ja, ich weiß, ich bin kein durchschnittlicher Medienkonsument und tue mir weder RTL, noch Vox/Fox, noch CNN, noch BILD oder ähnliches an. Aber sind denn DIE “westlichen Medien” so schlecht, wenn Menschen sich nicht wirklich informieren möchten und sich lieber von den o.g. Medien die [flachen] “Wahrheiten” verkünden und aufregende Bilder zeigen lassen? Wer sich gerne verarschen lässt, wird munter bedient, u.z. auf kommerzieller Basis. Es ist zwar höchst bedauerlich, aber es ist nun mal so und zeugt nicht von “Schlechtigkeit der westlichen Medien”.

    Im Übrigen denke ich, dass die RTL- und BILD-Gucker sich sehr gut von den Medien bedient(!) fühlen - sie bekommen exakt das, was sie von den Medien erwarten. Sonst würden sie diese nicht konsumieren. Und das ist leider die Mehrheit - das ist der Punkt! Wer sich jedoch informieren will, wird auch informiert, aber halt woanders.

    Und damit wir uns nicht missverstehen - ich rede jetzt nur um Berichterstattung zu diesem konkreten Thema.


  50. · carlo am 16. August 2008 um 01:58 - Permalink

    @COPOKA

    Was ich dagegen von Cohn-Bendit in letzten Tagen am Rande wahrgenommen habe, war sinnfreies Nachplappere CNN-Propaganda — Demokratie und Freiheit Blah-Blah. Der hatte schlicht keine Ahnung davon, wovon er geredet hat.

    Volle Zustimmung:
    Dennoch tuts weh. Früher hielten wir doch ganz viel von ihm (alter Jargon). Auch damals war er immer gut für eine “Inszenierung”, seis für sich selbst oder “mit anderen”.
    Vielleicht war er immer ein Medienclown.
    Zumindest…eins ist an Jensens Blog gut, auch über 55jährige lernen dazu.
    Ich habe die Äusserungen von Daniel vernommen, und war perplex. Mein Vorschlag: Er geht zum ADAC, und läßt sich demnächst nur noch als “Anführer der längsten Autoschlange”
    benennen. Das wäre jedenfalls sein erster, erworbener Titel.
    Hätte er geschwiegen, wär er Philosoph beblieben.
    Nebenbei bemerkt: Ich glaube nicht, das Rotwein einen Menschen so weit….weg von der Wirklichkeit…bringen kann. Er und Joschka sind dort angekommen, worauf die Bundeskanzlerin nicht mal kotzen könnte. Die Welt ist grausam! Fischer darf spazierenfliegen, Cohn darf affirmative “Dummheiten” verbreiten und Otto Schilly bemüht sich um die “seriöse Betrachtung” von Verrätern, die nicht einmal das Liedgut der SPD kennen,
    aber um der lieben Einflußnahme wegen, drinnen bleiben sollen.
    Übrigens zur Überschreibung des Artikels….wegen Psychologischer Kriegsführung:
    Hier bei uns hab ich an irgendeiner Wand mal den Spruch gelesen:
    Es herrscht immer Krieg in den Städten.


  51. · COPOKA am 16. August 2008 um 02:23 - Permalink

    @Jens

    Noch zum eigentlichen Thema.
    Im Grunde hast du zweifelsohne Recht - Russland hat den “Medienkrieg” im Westen(!) verloren. Nur frage ich mich, ob Russland wirklich eine Chance hätte, ihn auch auf westlichen Terrain zu gewinnen? Ich denke, diese Chance war in etwa genau so hoch wie die georgiens Chance, Russland militärisch zu bezwingen oder gar auszutricksen. Rein theoretisch kann man solche Chance etwas größer als Null einschätzen. Wie groß war sie wirklich?

    Die [s.g. demokratische] Mehrheit holt sich aus den Medien nur die Bestätigung für die Meinung, die bei dem Publikum ohnehin bereits verfestigt ist. Diese kann nur langfristig beeinflusst werden und wohl nicht alleine durch massive Propagandakampagnen. In Russland hatte die us- und georgische Propaganda auch so gut wie keine Wirkung gezeigt. Bei eisernem Vorhang funktionierte es besser.
    Den Schaden im Ansehen, der sich “der Westen” mit der Führungsmacht USA in letzten Kriegszügen in aller Welt eingehandelt hat, lässt sich nur z.T. durch teure Propagandakampagnen kompensieren und schon gar nicht auf Dauer. Die Frage ist nun, wie lange diese Welt noch bereit und/oder gezwungen wird, sowohl derart Kriegszüge und sonstige Arroganz a.a. begleitende Propaganda der “Supermacht” samt Gefolgschaft teuer zu bezahlen.


  52. · COPOKA am 16. August 2008 um 02:25 - Permalink

    @carlo.

    Ich frage mich auch öfters, ob es wirklich so ist, dass die Welt schlechter geworden ist, oder wird sie nur dadurch “schlechter”, dass wir uns die Realität näher und ohne Scheuklappen angucken.

    St. Lem hat “Der futurologische Kongreß” auch im Alter um die 50 geschrieben.


  53. · carlo am 16. August 2008 um 03:42 - Permalink

    @copoka

    Mitnichten gehe ich davon aus, daß die Welt schlechter geworden ist! Der “Welt” ist der Mensch ohnehin egal, auch ohne die Besatzung wird sie ihre Runden um die Sonne drehen.
    Der Mensch ist gut, aber die Leut sind schlecht. (ZT)
    Nur ist der bisher ausgleichende Widerstand derart unter das schwerste Feuer geraten, sodaß man sich gar nicht so richtig mehr bewegen kann!
    Ab wann darf man “Bündelung der Kräfte- Volksgemeinschaft-Integration- oder auch völkische Integrität (Merkel!)” als das benennen was es ist? Simmawiddasoweit??

    Wir leben schon lange darin….machen wir uns doch nichts mehr vor! Kapitalismus ist Gewalt und geht über Leichen!
    Der zweite Weltkrieg ist ja noch nicht so lange her, als dass, man nicht seine Vorbereitung im alten Deutschen Reich erinnern könnte. Soll sich die Tragödie wirklich wieder als Farce ihrer selbst wiederholen? (Hegel konnte weissgott nicht voraussehen dass es Waffen zur Zerstörung des gesamten Planeten Erde einmal geben wird…ebensowenig Clausewitz…daher obsolet!….nur zur Erinnerung an die Lebensarbeit von Günter Anders!) Daher irrt Hegel!!!!!!
    Es tut wirklich weh, wenn ich sehe, wie sich für das Kapital Seite für Seite bewegt, rührt und in allen Bereichen tätig ist, und sich prostituiert.
    Eine kleine Frage daher….gibt es “uns” nicht mehr?


  54. · bubaka am 16. August 2008 um 03:47 - Permalink

    Einige Bilder aus Gori unter Lupe

    zbs-zombie...


  55. · carlo am 16. August 2008 um 04:40 - Permalink

    @bubaka
    Es gibt auch “Auftragsjournalisten und Auftragsfotografen”.
    Leider so, wie Jens schon in seinem vorherigen Titel angedeutet:
    …Die Wahrheit stirbt zuerst….


  56. · name am 16. August 2008 um 04:52 - Permalink

    Zu dem verlorenen Medienkrieg nur eines noch, was wirklich wichtig ist:

    Russland hat den Medienkrieg im westlichen (!) Medienimperium verloren. Es war nicht zu erwarten, dass CNN und Andere die russische Sichtweise auch nur in Ansätzen neutral schildern werden. Diesen Krieg konnte Russland nicht gewinnen.

    Man sieht ja an dem Beispiel der 2000 Ermordeten, die zwar formal übernommen wurden, jedoch völlig aus dem Zusammenhang gegrissen wurden, um diese zu relativieren. Momentan versucht man diese sogar mit den anderen Ergebnissen des Angriffskrieges in die georische Opferperspektive zu drehen. Pervers, aber wahr, und wer Mörderbrause verkaufen kann, kann schon lange einen Krieg anders verkaufen.

    Das eigentiche Verbrechen ist, dass niemand, egal ob auf den Diskussionen bei Arte die Lage mal auf den Punkt bringt:

    Wer in der Nacht, wenn Menschen hilflos schlafen, eine zivile Stadt mit Mehrfachraketenwerfern bombardiert ist ein Kriegsverbrecher! Punkt.

    Die konzentrierte Medienkampage unter Leitung der PR Agenturen hat in den Vereinigten Staaten ihre volle Wirksamkeit bei den dort erstreben Konsumenten & Adressaten erzielt und hier in Europa heulen deren alte transatlantischen Ableger natürlich mit, aber und das ist wichtig, es war in einigen etablierten europäisch Medien auch andere Stimmen zu vernehmen, die völlig andere Interessen spiegelten.

    Daher auch die riesige Panik, die sich in den Gesichtern von Rice und dem Willi ablesen lässt und die in Stuben der alten transatlantischen Hardlinern herrscht: Sie spüren genau, dass ihre Tage auch in Europa gezählt sind, und das die jüngere Generation eine völlig andere Sichtweise auf Europa hat. Eine, die nicht vom kalten Krieg und amerikanischer Unterwerfung geprägt ist.

    Das ideologische Bewusstsein der deutschen und französischen Eliten zu Europa, dessen Sein von der sicheren friedlichen Versorgung mit russischen Rohstoffen abhängig ist, lässt sich mit den alten antikommunistischen und antirussischen Konzepten nicht zäumen. Die Zeiten haben sich geändert.


  57. · carlo am 16. August 2008 um 05:09 - Permalink

    Darf man denn noch fordern:…………oder ist das nicht mehr erlaubt?

    Deutschland, raus aus der NATO

    Vielleicht ist das die Lösung…wir haben das schon vor 30 Jahren gefordert. Ist das deswegen falsch, weil Frankreich dazu auch ganz besondere Eigenheiten pflegt?
    Wenigstens würde das doch unsere Volkswirtschaft erheblich entlasten….oder?
    Medienkrieg kostet auch nur unnötige Arbeit.


  58. · RE am 16. August 2008 um 05:47 - Permalink

    Sehr guter Artikel, Spiegelfechter!

    Ich stelle mal folgendes zur Diskussion:

    Seit einer Woche sehen wir immer wieder Bilder von zerstörten Häusern in Gori. Davor entweder die verletzte Frau , der weinende Mann mit seinem Bruder (lt. Presse) oder die Mutter mit Kind.

    Dieser Wohnhauskomplex befindet sich am Stadtrand von Gori.
    Ausschnitt aus Googleearth: wikimapia....
    Auf diesem Foto von Gori sind die 8 Blöcke links oben zu erkennen.

    Stöbert das Netz durch. Ihr werdet immer wieder diesen Komplex sehen. Von einer umfassenden Bombardierung der Stadt kann keine Rede sein, sonst würden auch noch andere zerstörte Gebäude auftauchen (das läßt man sich doch nicht entgehen, oder?). Stutzig macht mich folgendes: Das Gebäude hinter der verletzten Frau und hinter der Mutter mit Kind ist das gleiche. Nur: bei der verletzten Frau sieht man zwar Zerstörungen, offensichtlich entstanden durch die Druckwelle einer Bombe, aber ein Feuer ist nicht zu sehen. Auf dem Bild mit der Mutter ist es dann aber ausgebrannt. Auch dieses Foto wurde an einem anderen Tag gemacht. Es gibt in den Bildergalerien der Mainstreammedien noch mehr Fotos - schaut euch die genau an! Das Wetter ist auch freundlicher (hier). Übrigens waren auch Herr Stubb und Herr Kouchner als OSZE bzw. EU-Vertreter angeblich dort.(siehe Bild 19) Die beiden Herren waren angeblich dort, obwohl noch nicht mal ein Waffenstillstand unterzeichnet war??? Wieso keine Schutzwesten wie der flüchtende Saaka, der sich dort erst nach dem Waffenstillstand hintraute? Oder ist ersteres eine Fotomontage?)

    Die Welt benutzt die Kulisse auch für die Bildunterschrift: “In der Stadt Gori soll es zu Plünderungen gekommen sein. Angeblich rollen russische Panzer durch die Stadt.” (siehe Bild 14)

    Ein Video (aus dem georgischen Fernsehen?) zeigt bei ca. 3:40 eine Explosion in dem Wohnblock. Zufällig fuhren Leute vorbei und dann knallte es. Leider hört man weder vorher noch nachher ein Militärflugzeug. Und die kann man nicht überhören, die sind verdammt laut! Vielleicht eine gestellte Bombenexplosion im Innenhof mit anschließenden 2 künstlich gelegten Feuern in 2 Gebäuden? Werfe die Spekulation nur mal in den Raum. Auffällig, dass die grundlegende Gebäudestruktur intakt zu sein scheint, zumindest finde ich keine eingestürtzten Mauern. Ungewöhnlich für Luftangriffe. Wenn die Bombe im Innenhof eingeschlug, wo ist dann der Krater?

    In diesem BBC-Bericht sieht man die Protagonisten der Szenerie in Aktion. Und hier eine Reportage von Al-Jazeera über die Bombenangriffe. Die Männergruppe bei 2:10 sieht eigentlich nicht verzweifelt aus, sondern eher sehr kamerascheu. Alle im besten Alter und gut gebaut - Sondereinheit?

    Noch ein Wort zu dem weinenden Mann mit seinem “Bruder”: Ist zwar jetzt wirklich sehr abgedreht, aber die Unterarme dieses Verletzten (Vergleich zw. Bild 9 und 20) im Krankenhaus - unten behaart und dunkel, oben hell - sind genau die gleichen. Der Kopf wird zwar vom Verband verdeckt, aber Mund und Kiefer passen ebenfalls.

    Zum Schluss noch kurz die Frage, wieso ausgerechnet ein niederländischer Kameramann in einer Stadt stirbt, die gar nicht so stark bombardiert wird? Hat er eventuell die “falschen” Aufnahmen” im Kasten gehabt?


  59. · arnim am 16. August 2008 um 09:37 - Permalink

    kann mir jemand genau erläutern was die usa kurz und langfristig davon haben russland als bösen Kriegstreiber darzustellen?

    wollen sie ihre eigenen kriegerischen aktionen im nahen Osten dadurch harmloser erscheinen lassen? den kalten krieg wieder auffrischen um wieder ein ernstzunehmendes feindbild für was auch immer zu haben?

    oder damit eine legitimierung für das raketenabwehrschild erreichen, aber was haben sie eigentlich von diesem projekt, ausser dass die rüstungsindustrie absahnt, ich meine sie haben ja wohl kaum vor russland irgendwann anzugreifen und mit russischen angriffen kann man wenn man ehrlich ist auch nicht rechnen.
    da würde mir nur einfallen dass sie damit angst schüren wollen, um der breiten masse einzutrichtern dass es im nahen osten/russland tatsächlich bösewichte gibt, die jederzeit bereit sind den westen zu attackieren auf welche art und weise auch immer. wobei das dann auch bescheuert erscheint, da die bösen Terroristen ja immer mit gemeinen Untergrundaktionen schaden anrichten und eher selten in besitz von gewaltigen scud-raketen sind, was hilft da ein raketenabwehrschild im weltall.


  60. · Gerhard Schoolmann am 16. August 2008 um 09:47 - Permalink

    Die psychologische Kriegsführung der Georgier ist wirklich sehr geschickt. Sie hat sogar verhindert, daß ich mitbekommen habe, daß die georgische Armee in Russland einmarschiert ist.


  61. · Armin am 16. August 2008 um 10:37 - Permalink

    Zur Frage “wer hat angefangen?” möchte ich einfach mal wissen, wenn die Georgier nicht angefangen haben, den Russen jedoch hoffnungslos unterlegen waren/sind (Konsens in der Berichterstattung) wie haben sie es dann anfänglich mit Bodentruppen in die südossetische Hauptstadt geschafft?

    Die Bilder vom Häuserblock sind übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit wirklich gestellt. In den Komentaren zu “Die Wahrheit stirbt zuerst” war da irgendwo ein hübscher Link.

    Und @ Gerhard Schoolmann:
    Nein, der Russe ist keine per se guter Mensch, Unschuldslamm und Opfer. Wenn es aber stinkt, hilft es nicht immer in die selbe Richtung zu zeigen. Nicht alles was “unsere Seite” absondert, richt nach Rosen.


  62. · name am 16. August 2008 um 11:01 - Permalink

    @RE

    Das mit den überall veröffentlichen Opferbildern (die Brüder usw.) ist echt übel. Ich hatte diese Bilderserie schon letzte Woche Sonnabend oder Sonntag in alle Varianten in einem Forum gesehen, und mir gedacht, der sich festkrallende Totlebendige, der an der Krankenschwester

    3.bp.blogs...

    , hat ganz schön Kraft, und es kann doch schon wieder nicht sein, dass die PR Truppen schon so schnell marschieren.

    Wenn da wieder eine Laienspielprtruppe unterwegs war, die sich den Krieg selbst zurecht gestellt hat, dann müssen diese Lügner wirklich schnell und perfekt gearbeitet haben.


  63. · Dr. Dean am 16. August 2008 um 12:36 - Permalink

    Hinweis:
    Einen guten Korrespondentenbericht liefert Christian Esch in der Berliner Zeitung. Er bietet Hinweise auf die ethnischen Säuberungen, die von Südosseten und Russen betrieben wurden - und hat sich sich zudem bei der professionell lügenden PR-Agentur Aspect Consulting umgeschaut.
    => hier


  64. · Fiend_THeyde am 16. August 2008 um 12:50 - Permalink

    @all wegen angeblicher Fotofälschungen:
    Ihr Lieben vergeßt ein wenig, daß Fotografien stets nur Momentaufnahmen sind, die in unterschiedlichen Winkeln und in differierenden Zeitabständen aufgenommen werden. Einzelne Bilddetails herauszugreifen und an diesen beweisen zu wollen, daß es sich um Fälschungen handelt, hat schon die “Gegenseite” (d.h. PI & Co.) im Libanonkrieg (bezüglich libanesischer Opfer) praktiziert und ist deswegen - zurecht - kritisiert worden. Sich jetzt auf dieses Niveau zu begeben, ist wenig hilfreich.

    Übrigens haben die Mainstreammedien sämtliche Kriegsgegner der NATO scharf kritisiert, weil sie Bilder von Opfern als Propagandainstrument verwenden würden . “Wir” (die “westlichen” Medien), verwenden solche Bilder dagegen nicht, “um die Würde der Opfer zu schützen” (hat bspw. Herr Kleber im Heutejournal wiederholt betont, u.a. bezüglich des Irakkrieges ).

    Wieder einmal zeigt sich, daß diese “Selbstverpflichtung” nur eine Ausrede ist und es eigentlich um die “Würde der Täter” geht; daß eine Veröffentlichung also davon abhängt, welche Seite die Opfer auf dem Gewissen hat.


  65. · Spiegelfechter am 16. August 2008 um 12:53 - Permalink

    @39 Martin

    Du schreibst: “Am Morgen der 8. August, als die georgische Armee ihre Großoffensive startete”… Hab schon einiges, auch in der ausländischen Presse, über diesen Krieg und dessen Anfang gelesen, aber keiner hat sich so defintitiv festgelegt, wer denn die Chose begonnen hat.

    Was heißt beginnen? Scharmützel zwischen den Parteien gibt es bereits seit Monaten. Ich sehe auch im Medienmainstream keine echten Zweifel, dass Georgien verantwortlich für eine neue Eskalationsstufe war, die ich …

    Und “Großoffensive” scheint es auch nicht ganz zu treffen, denn wäre es so eine gewesen, hätten die Russen sicherlich nicht aus dem Stegreif die Regie übernommen, oder?

    … Großoffensive nenne. Georgien ist (da bestehen mW keine echten Zweifel) in Südoessetien einmarschiert bevor(!) russische Truppen durch den Kori-Tunnel kamen und zur Gegenattacke ausholten. Dies stellt einen eklatanten Bruch des Waffenstillstandsabkommen dar und ist damit eindeutig als Aggression zu bewerten - unabhängig davon, ob Georgien gereizt wurde. Von georgischer Seite wird ja immer wieder die Legitimität dieser Aktion aus völkerrechtlicher Sicht betont, da SO ja georgisches Gebiet ist. Das ist aber nur die halbe (Un)Wahrheit - auch das Waffenstillstandsabkommen stellt ein völkerrechtiches Element dar.


  66. · Spiegelfechter am 16. August 2008 um 13:01 - Permalink

    @Onkel

    -> Krone-Schmalz

    Wieso sollte eine “unabhängige” Expertin keine eigene Meinung haben, die mit dem “Common Sense” nicht übereinstimmt? Man sollte das Wort “Neutralität” nicht überstrapazieren - in Kommentator aktueller Geschehnisse ist nun einmal nicht neutral sondern bringt seine Meinung ein. Ich halte Frau K-S für seriös und habe kein Problem damit, sie als unabhängige Expertin zu bezeichnen.

    Über den unsäglichen Cohn-Bendit sage ich an dieser Stelle mal lieber nichts … Du weißt, der Blutdruck ;-)


  67. · Fiend_THeyde am 16. August 2008 um 13:18 - Permalink

    Wegen Cohn-Bendit:
    Zu Zeiten der “Putztruppe”, ging sein “Silberrückengehabe” noch als “sophisticated” durch… heute jedoch, in gesetzterem Alter, mit Falten im Gesicht und Wampe als Balast (vom feinen Fressifressi in der gehobenen Gastronomie), wirkt es dagegen nur noch albern und peinlich. :-)


  68. · Spiegelfechter am 16. August 2008 um 13:19 - Permalink

    @51 COPOKA

    Nur frage ich mich, ob Russland wirklich eine Chance hätte, ihn auch auf westlichen Terrain zu gewinnen?

    Gewinnen? Nein, aber zumindest besser dastehen könnten sie. Medien funktionieren nun einmal auch nach dem Prinzip, dass sie a) verwertbare Bilder brauchen und b) zitierfähige Informationen benötigen. In diesem Krieg hatten sie beides en masse von der georgischen Seite aber nichts von der russischen Seite. Stell Dir doch mal vor, Du wärst Redakteur bei der Tagesschau. Du mußt bewegte Bilder und irgendwelche Meldungen zum Konflikt bringen. Selbst wenn Du Dich im Text bemühst, klar zu stellen, dass diese Informationen von einer Seite des Konfliktes kommen, so bleibt diese Seite dann stärker hängen, als die andere. Wenn Georgien 20 Presseinformationen ausgibt und Russland nur Dementis dieser Meldungen und sein übliches Mantra von sich gibt, wird die georgische Seite automatisch präsenter sein.

    Otto Normalfernsehgucker weiß auch nicht, was es in einem solchen Falle heißt, wenn Informationen von georgischer Regierungsseite kommen. Wenn beispielsweise Informationen aus einem anderen Gebiet mit dem Zusatz versehen werden, sie stammten aus einem deutschen Ministerium oder vom britischen Innenminister, so gilt dies als seriöse Quellangabe, der getraut werden kann. Wenn in einem Krieg eine Information von einem georgischen Minister kommt, klingt dies für Otto also nicht als Mahnung, diese Information mit Vorsicht zu genießen, sondern als Seriösitätsausweis. Die kritische Betrachtung dieser Quellen hat sich in den meisten Medien erst wesentlich später ergeben - da waren die Bilder im Kopf aber schon fest.


  69. · GoeZz am 16. August 2008 um 14:12 - Permalink

    hab die letztetn tage oefters ccn geschaut, und da koennte man schon hin und wieder brechen! unfassbare propaganda, es hoert sich dort so an, als stuenden wir kurz vor einem weltkrieg! ich hatte auch das gefuehl, als ob die die sendungen auf cnn nur den zweck haben, die bevoelkerung langfristig auf krieg(e) vorzubereiten, und gleich von vornherein klar zu stellen wer gut, und wer boese ist.
    man kann nur hoffen das moeglichst wenige menschen auf diese unsaegliche propaganda reinfallen.
    kritischer gehts aber z.b. auch hier zu:
    news.web-h...


  70. · RE am 16. August 2008 um 14:30 - Permalink

    @64 Fiend_THeyde:

    Bei der Analyse der Fotoserien des angeblich angegriffenen Häuserblocks geht es in erster Linie darum, die Ereignisse einem Ort und einer Chronologie zuzuordnen. Genau das verweigern uns die Mainstreammedien nämlich. Die Bilder und TV-Sequenzen von diesem Wohnblock werden seit einer Woche in unterschiedlichen Varianten und Perspektiven ständig wiederholt. Mal soll es akute Bombardierungen seitens Russlands beweisen, dann als Beispiel für Plünderungen dienen oder als Hintergrundtristesse das zivile Leiden der “völlig zerstörten” Stadt Gori dokumentieren. Dabei tauchen immer wieder die gleichen Gesichter auf.

    Der Punkt ist folgender: Der große weltpolitische Vorwurf an Russland lautet “unverhältnismäßige militärische Antwort”. Diese Unterstellung löst sich bei genauerem, lokalen Hinsehen aber als ziemlich haltlos auf. Mit den Bildern aus dem 8-teiligen Wohnblock (siehe Satellitenbilder oder Stadtfotos oben) wird eine mediale Unübersichtlichkeit, Intensität und Streuung an Zerstörungen erzeugt. Wir müssen sozusagen die Lupe umkehren: Die Streuung der Propaganda wieder bündeln und auf ihren Ursprung zurückführen.

    Wenn überhaupt, dann gab es nach Maßgabe der Bilder nur einen “Fehlabwurf” am äußersten Rand von Gori und einen Abwurf in ein zentraleres, jedoch unbebautes Gebiet an einem Fluss, wahrscheinlich dem Großen Liachwi, der dort in die Kura fließt. Durch letztere Bombe wurden dann die Aufnahmen der dicken Rauchwolken über Gori erzeugt. (Man könnte ja mal fragen, wer diese Bombe eigentlich dort abgeworfen hat und was der militärische Nutzen war, ein leeres Gebiet zu bombardieren?) Hier sind die TV-Aufnahmen davon. (Ansonsten wird viel Straße gezeigt, im Hintergrund Artillerie-Feuer, aber von Flugzeugen nicht im Entferntesten eine Spur.)

    Wieso fahren der finnische und der französische Außenminister in ein Kriegsgebiet, das sich unter Luftwaffenbombardierung befinden soll?

    Zusätzlich unterfüttert wird die Verunglimpfung des russischen Militäreinsatzes noch durch Meldungen über angebliche Vormärsche, Besetzungen von Poti, ethnischen Säuberungen, Plünderungen, Brandschatzungen, Morden. Natürlich hat diese Propanganda enorme Auswirkungen auf die politischen Diskussionen in Europa, in den USA, in der NATO. Durch die so inszenierte veröffentlichte Meinung wird es für gemäßigte, auf Ausgleich bedachte Stimmen schwieriger.

    Mit den Meldungen über angebliche Entführungen von Deutschen nach Süd-Ossetien geht es nun vielleicht darum die vermittelnde Haltung Deutschlands anzugreifen. Ich weiß nicht, wer da im Hintergrund am Rad dreht, aber zu unserem Wohl ist es ganz sicher nicht, wenn Konfrontationen auf solch hinterhältige Weise angefacht werden. Cui bono?


  71. · RE am 16. August 2008 um 14:44 - Permalink

    Ich bin fern davon, einseitig die russische Sichtweise zu übernehmen, aber dieser Artikel gibt sehr gut die Befürchtung wieder, die ich schon vor einigen Tagen geäußert habe.