Das Interview
31. August 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Wo fängt Zensur an? Wenn Informationen nach dem Willen eines Zensors manipuliert oder unterdrückt werden, so ist dies zweifelsohne ein Fall von Zensur. Wenn Informationen zusammengekürzt werden, um in ein sende- oder drucktaugliches Format gebracht zu werden, ist die Grenze zwischen journalistischer Verantwortung und gewollter Meinungsmanipulation oft fließend. Welche Passagen sollen beispielsweise aus einem einstündigen Interview gekürzt werden, für dessen Sendeplatz nur 10 Minuten zur Verfügung stehen? Vor diesem Problem stand die ARD am letzten Freitag.
Der Moskauer ARD-Studioleiter Thomas Roth hatte die Gelegenheit, den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin ausführlich zur Kaukasus-Krise und zu den politischen Verwerfungen zwischen dem Westen und Russland zu befragen. Roth schreibt im Tagesschau-Blog stolz, es hätte seitens Putins keine Themenbeschränkung gegeben. Die Themenbeschränkungen kamen indes von der Redaktion aus Deutschland, die dem Interview nur 10 Minuten Sendeplatz nach den Tagesthemen einräumte. Roth und sein Team mussten das Interview, das in voller Länge im russischen Fernsehen 27 Minuten Sendezeit einnahm, also radikal kürzen. Warum die ARD für dieses interessante und hochbrisante Stück Fernsehjournalismus keine halbe Stunde Sendezeit über hatte, bleibt fraglich. An einem starren Sendefenster kann es nicht gelegen haben. Nach dem Putin-Interview sendete man bei der ARD von 23:30 bis 5:00 morgens eine Sondersendung mit dem Namen “Der Kampf ums Weiße Haus - Die lange Nacht der US-Wahlen” - warum man nicht 20 Minuten dieser Sendung für ein zeithistorisches Dokument hätte kürzen können, ist unerklärlich. Ebenso fraglich bleibt es, warum aus dem Interview gerade die Stellen herausgefiltert wurden, die der westlichen Position widersprechen. Mit der vorgenommenen Kürzung erhält das Interview einen vollkommen anderen Informationsgehalt. Die ARD hat in diesem Falle die Grenze zwischen journalistischer Verantwortung und Meinungsmanipulation überschritten.
Besonders tragisch ist in diesem Zusammenhang, dass es von Seiten der ARD kein Transscript des vollständigen Interviews gibt. Auch im Internet veröffentlicht die ARD nur die gekürzte Fassung.
Update: Nach über 300 größtenteils äußerst enttäuschten Kommentaren im Tageschau-Blog und einer steigenden Zahl von Blogs, die sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben, hat die ARD reagiert und Thomas Roth hat eine Erklärung veröffentlicht.
Roth entschuldigt die technisch schlechte und gekürzte Version mit Terminproblemen, weist aber jeden Vorwurf der “Zensur” kategorisch von sich. Er kündigt an, dass das Interview in voller Länge am 2. September um 6.20 im WDR gezeigt wird und er sich am 4. September um 14.00 im Tagesschau-Chat dem Volke stellen will. Das wird sicher sinnvoll sein, denn Roths Kommentar geht auf einige zentrale Kritikpunkte nicht ein:
- Warum wurde das Interview in voller Länge nicht ins Internet gestellt?
- Warum wurde das Interview in voller Länge nicht auf einem Spartensender gezeigt?
- Warum findet sich nirgends ein von der ARD autorisiertes Script mit dem Interview in voller Länge?
- Warum erweckte man sowohl im Fernsehen, als auch im Internet, den Eindruck, das gekürzte Interview sei nicht gekürzt, sondern vollständig?
- Ist es einem Inhalt angemessen, der sich bei den Zuschauern und Lesern eines überaus großen Interesses erfreut, um 6.20 auf einem Regionalsender gezeigt zu werden?
Die Krisen-PR der ARD scheint zumindest im Ansatz zu funktionieren. Ohne die überwältigende Reaktion auf das Fehlverhalten, hätte es sicher noch nicht einmal eine Ausstrahlung in den frühen Morgenstunden gegeben. Die Reaktion der ARD ist aber nicht mehr als ein Notnagel. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und vielen Internetnutzern ist ein Licht aufgegangen, dass auch das “Schlachtschiff” des deutschen Fernsehjournalismus nicht so neutral und objektiv ist, wie es sich gerne gibt. Ende des Updates
Als Videoversion für Leser, die der russischen Sprache nicht mächtig sind, gibt es eine Version des russischen Fernsehens, die ein User auf YouTube mit deutschen Untertiteln einstellte:
Besondere Mühe machte sich der Blogger Azot, der auf Blogspot.com einen eigenen Blog einrichtete, auf dem er das offizielle Transscript des Interviews auf Deutsch übersetzte und die gekürzten Teile markierte. Dieses interessante Dokument möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten - die gekürzten Teile sind orange markiert. Zusätzliche Passagen aus einer Abschrift auf dem Internetportal Russland.ru sind gelb markiert:
Thomas Roth: Herr Ministerpräsident, nach der Eskalation in Georgien sieht das Bild in der internationalen Öffentlichkeit so aus damit meine ich Politik, aber auch Presse: Russland gegen den Rest der Welt. Warum haben Sie Ihr Land mit Gewalt in diese Situation getrieben?
Wladimir Putin: Was meinen Sie, wer hat den Krieg begonnen?
Thomas Roth: Der letzte Auslöser war der georgische Angriff auf Zchinwali
Wladimir Putin: [Ich] Danke Ihnen für diese Antwort. So ist es auch, das ist die Wahrheit. Wir werden dieses Thema später ausführlicher erörtern. Ich möchte nur anmerken, dass wir diese Situation nicht herbeigeführt haben.
Wladimir Putin: Ich bin überzeugt, dass das Ansehen eines jeden Landes, das im Stande ist, das Leben und die Würde der Bürger zu verteidigen, eines Landes, das eine unabhängige Außenpolitik betreiben kann, dass das Ansehen eines solchen Landes mittel- oder langfristig steigen wird. Umgekehrt: Das Ansehen der Länder, die in der Regel die Interessen anderer Staaten bedienen, die die eigenen nationalen Interessen vernachlässigen unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen , wird sinken.
Roth: Sie haben die Frage trotzdem noch nicht beantwortet, warum Sie die Isolation ihres ganzen Landes riskiert haben
Putin: Ich dachte, geantwortet zu haben, aber wenn sie zusätzliche Erklärungen brauchen, das mache ich. Unser Land, das die Würde und den Stolz unserer Bürger verteidigen kann, und die außenpolitischen Verpflichtungen im Rahmen der Friedensstiftung erfüllen kann, wird nicht in Isolation geraten, ungeachtet dessen was unsere Partner in Europa und USA im Rahmen ihres Blockdenkens sagen. Mit Europa und den USA endet die Welt nicht. Und im Gegenteil, ich möchte es nochmal betonen: Wenn Staaten ihre eigene nationale Interessen vernachlässigen, um außenpolitische Interessen anderer Staaten zu bedienen, dann wird die Autorität dieser Länder unabhängig davon, wie sie das auch erklären mögen , nach und nach sinken. D.h. wenn die europäischen Staaten die außenpolitischen Interessen der USA bedienen wollen, dann werden sie, aus meiner Sicht, nichts dabei gewinnen.
Jetzt reden wir mal über unsere internationalen rechtlichen Verpflichtungen. Nach internationalen Verträgen haben die russischen Friedenstifter die Pflicht, die zivile Bevölkerung von Südossetien zu verteidigen. Und jetzt denken wir mal an 1995 (Bosnien). Und wie ich und Sie gut wissen, haben sich die europäischen Friedensstifter, in dem Fall repräsentiert durch niederländische Streitkräfte, nicht in den Konflikt eingemischt und haben einer Seite damit erlaubt, einen ganzen Ort zu vernichten. Hunderte wurden getötet und verletzt. Das Problem und die Tragödie von Srebrenica ist in Europa sehr bekannt. Wollten Sie, dass wir auch so verfahren? Dass wir uns zurückgezogen hätten und den georgischen Streitkräften erlaubt hätten, die in Zchinwali lebende Bevölkerung zu vernichten?
Roth: Herr Ministerpräsident, Kritiker sagen, Ihr eigentliches Kriegsziel war gar nicht, nur die südossetische Bevölkerung aus Ihrer Sicht zu schützen, sondern zu versuchen, den georgischen Präsidenten aus dem Amt zu treiben, um den Beitritt Georgiens über kurz oder lang zur NATO zu verhindern. Ist das so?
Putin: Das stimmt nicht, das ist eine Verdrehung der Tatsachen, das ist eine Lüge. Wenn das unser Ziel gewesen wäre, hätten wir vielleicht den Konflikt begonnen. Aber, wie sie selbst sagten, das hat Georgien gemacht. Jetzt gestatte ich mir, an die Tatsachen zu erinnern. Nach der nicht legitimen Anerkennung des Kosovo haben alle erwartet, dass wir Südossetien und Abchasien anerkennen. Alle haben darauf gewartet und wir hatten ein moralisches Recht darauf. Wir haben uns mehr als zurückgehalten. Ich will das auch nicht kommentieren. Ja, mehr noch, wir haben das geschluckt. Und was haben wir bekommen? Eine Eskalation des Konfliktes. Überfall auf unsere Friedensstifter. Überfall und Vernichtung der friedlichen Bevölkerung in Südossetien. Das sind Tatsachen, die angesprochen wurden. Der französische Aussenminister war in Nordossetien und hat sich mit Flüchtlingen getroffen. Die Augenzeugen berichten, dass die georgischen Streitkräfte mit Panzern Frauen und Kinder überfahren haben, die Leute in die Häuser getrieben und lebendig verbrannt haben. Georgische Soldaten haben, als sie nach Zchinwali kamen, - so im vorbeigehen Granaten in die Keller und Bunker geworfen, wo Frauen und Kinder sich versteckt hatten. Wie kann man so etwas anders nennen als Genozid?
Und jetzt zur Regierung in Georgien.
Das sind die Menschen, die ihr Land in die Katastrophe getrieben haben, die georgische Führung hat das mit eigenen Aktionen gemacht. Die Staatlichkeit des eigenen Landes torpediert. Solche Menschen sollten keinen Staat führen, ob groß oder klein. Wären sie anständige Personen, sollten sie unbedingt zurücktreten.
Roth: Das ist jedoch nicht Ihre Entscheidung, sondern die der georgischen Regierung.
Putin: Natürlich, jedoch kennen wir auch Präzedenzfälle, die einen anderen Charakter haben. Ich erinnere nur die amerikanische Invasion des Iraks und was sie mit Saddam Hussein gemacht haben, weil dieser ein paar schiitische Dörfer vernichtet hatte. Und hier wurden in den ersten Stunden der Kampfhandlungen auf südossetischem Territorium 10 ossetische Dörfer vollständig vernichtet (ausradiert).
Roth: Herr Ministerpräsident, sehen Sie sich denn im Recht, in das Territorium eines souveränen Staates, nämlich Georgien, vorzudringen und dort Bombardierungen durchzuführen? Ich selbst sitze hier nur aus purem Zufall mit Ihnen, da buchstäblich einige Meter von mir eine Bombe explodiert ist, die aus Ihrem Flugzeug abgeworfen wurde. Gibt Ihnen das aus völkerrechtlicher Sicht das Recht
Putin: Natürlich, haben wir ein Recht darauf …
Roth: Ich will nochmal darauf hinweisen: Die Bombe ist auf ein Wohnhaus abgeworfen worden.
Putin: Wir haben uns absolut im Rahmen des Völkerrechts bewegt. Wir haben den Angriff auf unsere Friedensstifter, auf unsere Bürger als ein Angriff auf Rußland aufgefasst. In den ersten Stunden der Kampfhandlungen töteten die georgischen Streitkräfte mehre Dutzend unserer Blauhelme. Haben unseren südlichen Posten, da war südlicher und nördlicher, mit Panzern eingekreist und direkt beschossen. Als unsere Blauhelmsoldaten die Technik aus einem Hangar holen wollten, wurde ein Schlag mit dem Artilleriesystem Grad ausgeführt. 10 Leute, die in diesen Hangar reingingen, wurden auf der Stelle getötet (lebendig verbrannt). Danach hat die georgische Luftwaffe Luftschläge in verschiedenen Punkten in Südossetien durchgeführt. Nicht in Zchinwali, sondern inmitten von Südossetien. Und wir sahen uns gezwungen, die Verwaltungspunkte der georgischen Streitkräfte, die sich außerhalb der Konfliktzone befanden, unschädlich zu machen. Das waren solche Punkte, von wo die Artillerieschläge und die Luftangriffe auf russische Blauhelme koordiniert und ausgeführt wurden.
Roth: Ich hatte ja gesagt, dass auch die Bombardierung der Zivilbevölkerung stattgefunden hat. Sie haben womöglich nicht alle Informationen.
Putin: Ich verfüge möglicherweise nicht über alle Informationen. Im Zuge der Kampfhandlungen sind Fehler möglich. Jetzt gerade hat die amerikanische Luftwaffe in Afghanistan einen Schlag gegen die Taliban durchgeführt und hat fast 100 Leute aus der Zivilbevölkerung getötet. Das ist die erste Möglichkeit. Die zweite, die wahrscheinlicher ist: die Verwaltungspunkte der georgischen Artillerie, der Luftwaffe und Radarstationen wurden mutwillig mitten in den Wohngebieten platziert, damit die Wahrscheinlichkeit der Luftschläge gegen diese minimiert wird. Sie haben die Zivilbevölkerung und Sie als Geiseln benutzt.
Roth: Das ist eine Mutmaßung.
Roth: Der französische Außenminister Kouchner hat viele Sorgen geäußert in den letzten Tagen, als Minister der Ratspräsidentschaft. Er hat auch die Sorge geäußert, dass der nächste Konfliktherd um die Ukraine beginnt, nämlich um die Krim, um die Stadt Sewastopol. Ist die Krim das nächste Ziel, der Sitz der Schwarzmeerflotte?
Putin: Sie sagten das nächste Ziel. Wir haben auch hier kein Ziel gehabt. Deshalb ist es nicht korrekt, so zu reden.
Roth: Schließen sie das aus?
Putin: Und, wenn Sie gestatten, dann bekommen Sie eine zufriedenstellende Antwort: Die Krim ist kein kritisches Territorium, da hat es keinen ethnischen Konflikt gegeben, im Unterschied zum Konflikt zwischen Südossetien und Georgien. Und Russland hat längst die Grenzen der heutigen Ukraine anerkannt. Im Grunde genommen haben wir die Grenzverhandlungen abgeschlossen. Da bleiben nur Demarkationsangelegenheiten, das ist eine technische Angelegenheit. Und eine solche Frage riecht nach Provokation. Da gibt es innerhalb der Krim komplizierte Prozesse, Krim-Tataren, ukrainische Bevölkerung, russische Bevölkerung, also slavische Bevölkerung. Das ist aber ein internes Problem der Ukraine. Es gibt einen Vertrag über die Flotte bis 2017.
Roth: Ein anderer Außenminister, dieses mal der britische, Herr Millbrand äußerte seine Bedenken, dass ein neuer Kalter Krieg beginnt. Ein neuer Rüstungswettlauf. Wo stehen wir? Ist es nur eine Eiszeit, ist es schon ein kalter Krieg, hat das Wettrüsten schon begonnen oder schließen sie alles aus?
Putin: Wissen sie, es gibt so einen Witz: Wer schreit als erster: Haltet den Dieb? - Derjenige, der gestohlen hat.
Roth: Der Außenminister von Großbritannien.
Putin: Das haben sie so gesagt. Wunderbar. Es ist eine Freude mit ihnen zu reden. Aber sie haben es gesagt.
Putin: Russland strebt keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen. Obwohl auch das sein kann. Wir wollen gutnachbarschaftliche, partnerschaftliche Beziehungen unterhalten. Wenn Sie erlauben, dann sage ich, was ich darüber denke. Es gab die Sowjetunion und den Warschauerpakt. Und es gab die sowjetischen Streitkräfte in der DDR, und man muss es ehrlich zugestehen, das waren Okkupationskräfte, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland geblieben sind unter dem Deckmantel der Koalitionsstreitkräfte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion, des Warschauerpaktes sind diese Okkupationskräfte weg. Die Gefahr von Seiten der Sowjetunion ist weg. Die NATO aber, die amerikanischen Streitkräfte, in Europa sind immer noch da. Wofür?
Um Ordnung und Disziplin in den eignen Reihen zu halten, um alle Koalitionspartner innerhalb eines Blocks zu halten, braucht man eine außenstehende Gefahr. Und Iran ist da nicht ganz passend für diese Rolle. Man will daher einen Gegner wiederauferstehen lassen und dieser soll Rußland sein. In Europa jedoch fürchtet uns niemand mehr.
Roth: Die Europäische Union in Brüssel wird über Russland reden. Es wird wohl auch über Sanktionen gegen Russland zumindest geredet werden, möglicherweise werden sie beschlossen. Macht Ihnen das irgend eine Art von Sorge oder ist Ihnen das egal, weil Sie sagen, die Europäer finden sowieso nicht zu einer Stimme?
Putin: Würde ich sagen, wir pfeifen drauf, es ist uns egal, würde ich lügen. Natürlich verfolgen wir alles sehr aufmerksam. Wir hoffen, dass der gesunde Menschenverstand triumphieren wird, und wir glauben, dass eine nicht politisierte, sondern objektive Einschätzung der Ereignisse gegeben wird. Wir hoffen auch, dass die Aktionen der russischen Friedensstifter unterstützt werden und die Aktionen der georgischen Seite, , die diese verbrecherische Aktion durchgeführt hatte, sanktioniert werden.
Roth: Herr Ministerpräsident, müssen Sie sich in Wirklichkeit nicht entscheiden? Sie wollen auf der einen Seite auf eine intensive Zusammenarbeit mit Europa nicht verzichten, Sie können es meines Erachtens wirtschaftlich auch gar nicht, andererseits wollen Sie trotzdem nach eigenen russischen Spielregeln spielen. Also auf der einen Seite ein Europa der gemeinsamen Werte, die Sie auch teilen müssen, andererseits spielen Sie nach russischen Spielregeln. Beides zusammen geht aber nicht
Putin: Wir wollen nicht nach irgendwelchen besonderen Spielregeln spielen. Wir wollen, dass alle nach einheitlichen völkerrechtlichen Regeln vorgehen. Wir wollen nicht, dass diese Begriffe manipuliert werden, in einer Region die Regeln, in einer anderen die Regeln. Wir wollen einheitliche Regeln. Einheitliche Regeln, die die Interessen aller Teilnehmer berücksichtigen.
Roth: Wollen Sie damit sagen, dass die EU je nach Region nach unterschiedlichen Regeln handelt, die nicht dem Völkerrecht entsprechen?
Putin: Absolut. Wie hat man Kosovo anerkannt? Man vergaß die territoriale Souverenität der Staaten, die UN-Resolution 1244, die sie selbst beschlossen haben. Dort durfte man das und in Abchasien und Südossetioen nicht. Warum?
Roth: D.h. Rußland ist einzig und allein fähig die Regeln des internationalen Völkerrechts zu bestimmen. Alle anderen manipulieren, machen es wie sie wollen? Hab ich Sie richtig verstanden?
Putin: Sie haben mich falsch verstanden. Haben Sie die Unabhängigkeit Kosovos anerkannt? Ja oder Nein?
Roth: Ich selbst nicht, ich bin Journalist.
Putin: Die westlichen Länder. Im Grunde haben es alle anerkannt. Nur, wenn man es dort anerkennt, dann muss man auch die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien anerkennen. Es gibt überhaupt keinen Unterschied. Der Unterschied ist ausgedacht. Dort gab es ethnische Spannungen und hier gibt es ethnische Spannungen. Dort gab es Verbrechen praktisch von beiden Seiten-, und hier kann man die wahrscheinlich finden. Wenn man etwas gräbt, dann kann man die bestimmt finden. Dort gab es die Entscheidung, dass beide Völker nicht mehr zusammen in einem Staat leben können, und hier wollen sie es auch nicht. Es gibt keinen Unterschied und alle verstehen es in Wirklichkeit. Das alles ist nur Gerede, um rechtwidrige Schritte zu decken. Das nennt man, das Recht des Stärkeren. Und damit kann sich Rußland nicht abfinden.
Herr Roth, Sie leben schon lange in Rußland, sie sprechen hervorragend, fast ohne Akzent, russisch. Dass Sie mich verstanden haben, wundert mich nicht. Das ist mir sehr angenehm, jedoch möchte ich auch sehr, dass mich meine europäischen Kollegen verstehen, die sich am 1. September treffen und über diesen Konflikt beraten werden.
Wurde die Resolution 1244 angenommen? Ja! Dort wurde unterstrichen geschrieben: territoriale Souverenität Serbiens! Die Resolution haben die in den Müll weggeworfen. Alles vergessen. Sie wollten die Resolution zuerst umdeuten, anders interpretieren, aber es ging nicht. Alles vergessen. Warum? Das Weiße Haus ordnete an, und alle führen aus! Wenn die europäischen Länder auch weiterhin eine solche Politik führen, dann werden wir über europäische Angelegenheiten in Zukunft mit Washington reden müssen.
Roth: Ich verstehe, was sie gesagt haben. Können wir ohne Übersetzer weitermachen?
Putin: Sicher.
Roth: Danke. Ich würde gerne eine Frage stellen, die die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen betrifft. Unabhängig davon was es aktuell für Einschätzungen und Vorschläge gibt. Unter Berücksichtigung der besonderen Beziehungen zwischen unseren Ländern: Kann Deutschland in dieser Situation eine bestimmte Vermittlerrolle übernehmen?
Putin: Wir haben zu Deutschland sehr gute Beziehungen, vertrauensvolle Beziehungen, sowohl politische als auch ökonomische. Als wir mit Herrn Sarkozy gesprochen haben, bei seinem Besuch hier, haben wir gesagt, dass wir keinerlei Territorien in Georgien wollen. Wir werden uns in die Sicherheitszone zurückziehen, die in den früheren internationalen Abkommen vereinbart wurde. Aber da werden wir auch nicht ewig bleiben. Wir betrachten das als georgisches Territorium. Unsere Absicht besteht nur darin, die Sicherheit zu gewährleisten und es nicht so zu machen, dass da Truppen und Kriegsgerät heimlich geballt werden. Und zu verhindern, dass da die Möglichkeit eines neuen Konfliktes entsteht. Dann begrüßen wir die Teilnahme von Beobachtern der EU, der OSZE und natürlich auch Deutschlands. Wenn die Prinzipien der Zusammenarbeit geklärt sind.
Roth: D.h. Sie werden ihre Truppen auf jeden Fall zurückziehen.
Putin: Natürlich. Es ist für uns als erstes wichtig, die Sicherheit in der Region sicherzustellen. Als nächstes Südossetien zu helfen, die eigenen Grenzen zu sichern. Danach haben wir keine Gründe mehr uns dort aufhalten zu müssen. Und währen dieser Arbeit würden wir die Kooperation mit der EU, OSZE nur begrüßen.
Roth: Was können Sie unter der Berücksichtigung der Umstände, in dem sich diese Krise befindet, der Beziehungen zur USA und Europa, zur Eskalation dieser Krise beitragen?
Putin: Als erstes, das habe ich bereits gestern Ihren CNN-Kollegen gesagt, dass diese Krise unter anderem von unseren amerikanischen Freunden, im Zuge des Vorwahlkampfes provoziert wurde. Das schließt auch die Nutzung der administrativen Ressourcen in einer sehr bedauernswerten Ausführung ein, um einem der Kandidaten eine Mehrheit sicherzustellen. In dem Fall, dem der Regierungspartei.
Roth: Das glauben Sie wirklich? [auf russisch]: Das ist kein Fakt
Putin: [auf deutsch]: Das ist kein Fakt. [weiter auf russisch] Wir wissen, dass es dort viele amerikanische Berater gegeben hat. Das ist sehr schlecht, wenn man eine Seite des ethnischen Konflikts zuerst aufrüstet und sie dann dazu drängt, die Lösung des ethnischen Problems auf militärischem Wege zu suchen. Das scheint auf den ersten Blick einfacher zu sein, als mehrjährige Verhandlungen zu führen, Kompromisse zu suchen. Das ist jedoch ein sehr gefährlicher Weg. Und die Entwicklung der Ereignisse hat es gezeigt.
Instruktoren, Lehrer im weiten Sinne, Personal, welches die Nutzung der gelieferten Technik zeigt, sie alle müssen sich wo befinden? Auf Übungsanlagen und in den Übungszentren. Und wo waren diese Leute? In der Kampfzone! Und das drängt den Gedanken auf, dass die amerikanische Führung über die vorbereitete Aktion gewusst und mehr noch an dieser teilgenommen hat. Ohne einen Befehl der obersten Führung dürfen sich amerikanische Bürger nicht in der Konfliktzone aufhalten. In der Sicherheitszone durften sich lediglich die zivile Bevölkerung, Beobachter der OSZE und die Blauhelme. Wir jedoch haben da Spuren von amerikanischen Staatsangehörigen gefunden, die keiner dieser Gruppen angehören. Das ist die Frage: wieso hat die Führung der USA es erlaubt, sich ihren Bürgern dort aufzuhalten, die dort kein Recht dazu hatten?Und wenn sie es erlaubt haben, dann hab ich die Vermutung, dass es mutwillig passiert ist, um einen kleinen, siegreichen Krieg zu organisieren. Und falls das schiefläuft, Rußland in die Rolle des Gegners zu drängen, um daraufhin das Wahlvolk hinter einem der Präsidentschaftskandidaten zu vereinigen. Natürlich dem der Regierungspartei, da nur diese über eine solchen Ressource verfügen kann. Das sind meine Ausführungen und Vermutungen. Es ist Ihre Sache, ob Sie mir zustimmen oder nicht. Aber sie haben das Recht zu existieren, da wir Spuren von amerikanischen Staatsangehörigen in der Kampfzone gefunden haben.
Roth: Und eine letzte Frage, die mich sehr interessiert. Denken Sie nicht, dass Sie sich in der Falle Ihres eigenen autoritären Systems befinden? Sie kriegen Informationen von Ihren Geheimdiensten und anderen Quellen, jedoch haben die Medien Angst etwas zu berichten, was nicht mit der Linie der Regierung übereinstimmt. Ist es nicht so, dass das von Ihnen geschaffene System, Ihnen die Möglichkeit eines breiten Sichtfeldes auf diesen Konflikt nimmt, auf die Geschehnisse in Europa und anderen Ländern?
Putin: Sehr geehrter Herr Roth, Sie haben unser politisches System als autoritär bezeichnet. Sie haben in unserer heutigen Diskussion auch mehrfach über unsere gemeinsamen Werte gesprochen. Woraus bestehen diese? Es gibt einige grundliegende Werte, wie das Recht zu leben. In USA z.B. gibtes immernoch die Todesstrafe, in Rußland und Europa gibt es die nicht. Heißt das denn, dass Sie aus dem NATO-Block austreten wollen, weil es keine vollständige Übereinstimmung der Werte zwischen den Europäern und Amerikanern gibt?
Jetzt zum Konflikt, über den wir heute sprechen. Wissen Sie denn nicht, was sich in Georgien die letzten Jahre abgespielt hat? Rätselhafter Tot des Ministerpräsidenten Shwania, Niederschlagung der Opposition, physische Zerschlagung von Protestmärschen der Oppositionellen, Durchführung der Wahlen während eines Ausnahmezustands und jetzt diese verbrecherische Aktion in Ossetien mit vielen Toten. Und da ist natürlich ein demokratisches Land, mit der ein Dialog über die Aufnahme in die NATO oder gar EU geführt werden muss. Und wenn ein anderes Land seine Interessen verteidigt, das Recht seiner Bürger auf Leben verteidigt, 80 unserer Leute wurden sofort getötet, 2000 aus der zivilen Bevölkerung wurden getötet und wir dürfen unsere Bürger dort nicht schützen? Und wenn wir das machen, dann nimmt man uns die Wurst weg? Wir haben die Wahl Wurst oder Leben. Wir wählen das Leben, Herr Roth.
Jetzt über den anderen Wert: Pressefreiheit. Sehen Sie nur wie diese Ereignisse in der amerikanischen Presse beleuchtet werden, die als leuchtendes Beispiel der Demokratie gilt. Und in der europäischen ist es ähnlich. Ich war in Peking, als die Ereignisse anfingen. Massierter Beschuß von Zchinwali, Anfang des Vorstoßes der georgischen Truppen, es gab sogar bereits vielfache Opfer, es hat keiner ein Wort gesagt. Auch Ihre Anstalt hat geschwiegen, alle amerikanischen Anstalten. So als ob gar nichts passiert. Erst als der Agressor in die Fresse bekam, “Zähne rausgeschlagen” bekommen hat, als er seine ganze amerikanische Ausrüstung aufgegeben und ohne Rücksicht gerannt ist, haben sich alle erinnert. An das internationale Völkerrecht, an das böse Rußland. Da waren alle wieder auf der Stelle. Wieso eine solche Willkür [in der Berichterstattung]?
Nun zur Wurst: Wirtschaft. Wir wollen normale, wirtschaftliche Beziehungen zu allen unseren Partnern. Wir sind ein sehr zuverlässiger Partner, wir haben noch nie einen Partner betrogen. Als wir Anfang der 60er die Pipeline in die BRD gebaut haben, hat unser transatlantischer Partner den Deutschen geraten, diesem Projekt nicht zuzustimmen. Sie müssen das ja wissen. Damals hat die Führung Deutschlands die richtige Entscheidung getroffen und die Pipeline wurde zusammen mit der Sowjetunion gebaut. Heute ist eine der zuverlässigsten Gas-Quellen für die deutsche Wirtschaft. 40 Mrd. m³ bekommt Deutschland jedes Jahr. Und wird es auch weiterhin, das garantiere ich. Sehen wir uns das globaler an. Wie ist die Struktur unseres Exports in die europäischen Länder und auch in die USA? 80 % davon sind Rohstoffe (Öl, Gas, Ölchemie, Holz, Metalle). Das alles ist von der europäischen und Weltwirtschaft in höchsem Maße gefragt. Das sind sehr gefragte Produkte auf dem Weltmarkt. Wir haben auch die Möglichkeiten in hochtechnologischen Gebieten, die sind jedoch sehr begrenzt. Mehr noch, trotz rechtsgültiger Abkommen mit der EU beispielsweise über atomaren Brennstoff, werden wir rechtswidrig vom europäischen Markt ferngehalten. Wegen der Position unserer französischen Freunde. Aber sie wissen davon, wir haben mit denen lange diskutiert. Und wenn jemand diese Beziehungen aufgeben will, dann können wir nichts dagegen machen. Wir wollen das jedoch nicht. Wir hoffen sehr, dass unsere Partner ihre Pflichten genauso erfüllen, wie wir unsere.
Das war über unseren Export. Was Euren Export, also unseren Import, angeht, so ist Rußland ein sehr zuverlässiger und großer Markt. Ich erinnere mich jetzt nicht an genaue Zahlen, Import der Maschinenbautechnologie aus Deutschland wächst von Jahr zu Jahr. Dieser ist sehr groß heutzutage. Und wenn jemand uns nicht mehr beliefern will, dann werden wir das wo anders kaufen. Nur wer braucht das, verstehe ich nicht?
Wir drängen auf eine objektive Analyse der Geschehnisse und wir hoffen, dass gesunder Menschenverstand und die Gerechtigkeit siegen werden. Wir sind das Opfer der Aggression und wir hoffen auf die Unterstützung unserer europäischen Partner.
Update II: Das vollständige Interview mit einer Länge von 28 Minuten ist nun auch auf den Seiten der ARD zu finden. Ein Transkript des Interviews findet sich mittlerweile ebenfalls auf den Seiten der ARD.
Jens Berger
Bildnachweis: Regierung der Russischen Föderation







































































Danke für’s unermüdliche Zusammentragen, auch wenn’s beinahe jeder Leser hier schon weiß und der Rest sich auch nicht weiter davon beeindrucken lässt.
Glück auf!
@corax
Je mehr Leser von diesen Vorgängen erfahren, desto besser ;-)
Wir Blogger kämpfen ja bekanntlich gegen Windmühlen.
Während des Lesens wunderte ich mich über die Kritik an Roth. Ich fand die Streichungen nicht schlimm, und wunderte mich immer wieder nur über Satzfetzen. Nachdem ich das ganze Interview gelesen hatte, las ich noch mal den Eingangstext. Ich war die ganze Zeit der Meinung gewesen, das Kursive wäre gesendet worden. Wenn man das herausgeschnitten hat, hätte man sich das Interview ja sparen können.
Und vor dem Hintergrund gibt es allen ernstes Menschen, die sich über GEZ-Verweigerer wundern? Mittlerweile möchte man ja einen Sondertarif verlangen, bei dem das Geld nur noch Arte, Phönix, einigen Dritten und den Radiosendern zukommt. Dann würde die Gebühr auch auf weniger als ein Viertel fallen …
@corax
Es geht nicht nur um die interressierten Leser, da hast du möglicherweise recht, es geht darum möglicht viele Leser (@SP) zu erreichen.
Und dafür brauchen z.B. die NachDenkSeiten einen zitierungsfähigen Artikel und viele Blogs, die sich erfreulicherweise an Spiegelfechter orientieren, ebenfalls ( Beispiele kann man dem BLOGROLL entnehmen).
@ athe111 ,
möglichst viele Leser erreichen??
Tut mir ja leid, ich bewundere ja die Arbeit von Jens und anderen, aber ich bin auch aus persönlichen Erfahrungen (”Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten” und “Denkt doch an die Kinder!”) zum endgültigen Schluss gekommen, dass politisch interessierte Blogleser gerade einmal 0,5% der Wähler ausmachen, und ansonsten der Großteil der Bevölkerung aus solchen absoluten Vollpfosten besteht.
Da rede ich lieber mit meinem Kühlschrank, als mit jemandem der täglich um 20:00 Uhr den staatlichen Rundfunk rezipiert.
Glück auf!
Es findet, warum auch immer gerade ein großes “Zurückrudern” der Medien statt.
Zitat:
Hamburg - In der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gibt es nach einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” massive Kritik an der georgischen Führung. Fehlverhalten der Regierung in Tiflis habe zum Ausbruch der Kaukasus-Krise beigetragen, schreibt das Blatt.
Der Angriff sei begonnen worden, bevor russische Panzer den Verbindungstunnel nach Südossetien befahren hätten. In den Berichten sei auch von möglichen georgischen Kriegsverbrechen die Rede. OSZE-Beobachter berichteten davon, dass die georgische Führung südossetische Zivilisten im Schlaf habe angreifen lassen.
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Da wird das “Sprachrohr” Georgiens Eckart von Klaeden, “CDU - Außenpolitischer Sprecher” bald nicht nicht mehr umhin kommen von “Beweise” zu sprechen. Bei N-TV “Das Duell” wurde er schon am Dienstag dieser Woche von Vladimir V. Kotenev - Russischer Botschafter in Deutschland auf den Boden der Realität geholt.
Hallo,
habe heute morgen auch bereits einen Artikel darüber geschrieben:
derunbeque...
@ king balance
Eckart von Klaeden und Realität in einem Zusammenhang zu nennen, finde ich nun doch etwas gewagt. ;-)
Der hat sich seinen Witzfigurstatus bei mir wirklich redlich verdient.
@corax
Wenn Du so pessimistisch bist, was ich nicht glaube, warum beteiligst Du dich dann an dem Blog?
0,5% der Bevölkerung Deutschlands sind immerhin rund 400.000 kritisch denkende aktive Mit-Menschen. Das ist doch auch eine Menge, die was bewirken kann.
Irgendwann kommt der Umschlag, gerade dann wenn man es nicht mehr glaubt.
Sicher ist dazu auch ein äußerer Anlaß notwendig.
Aber möglicherweise ist der destabilisierende Faktor schon im Entstehen, vielleicht ist es der kommende US-Präsident McCain in Zusammenspiel mit Bundeskanzlerin Merkel sowie Außenminister von Kläden und Wirtschaftsminister Hinze ?
Gerade die DDR-Geschichte zeigt, daß sich im Vorfeld das allgemeine Unbehagen über staatliches Handeln und die eigene Lebenssituation wie Schimmelpilze ausbreitet.
Hallo Jens,
ich bin vor ein paar Tagen auf Deine hervorragende Seite gestossen. Vieles was ich da lese haut mich glatt um; zum Beispiel die ARD Zensur im «Das Interview» vom 31. August.
Ich glaube, dass das Grundübel des Westens (oder vielleicht aller Völker) dieses eindimensionale Sieg – Niederlage Denken ist. Immer wieder höre ich vom Zusammenbruch der Sowietunion, dem Sieg der freien Marktwirtschaft über den Kommunismus, dem Sieg der Demokratie über die Diktatur, und so weiter…. In Wirklichkeit gab es bei der Beendigung des kalten Krieges nur einen Sieger, nämlich die friedliche Versöhnung und das Nachlassen der furchtbaren Bedrohung. Um diesen Frieden müssen wir uns alle immer wieder neu bemühen. Solange unser Denken und Handeln weiterhin in Richtung Sieg den einen, Niederlage den anderen, läuft, heisst das Ergebnis, –Krieg.
Als Verbesserung für den Spiegelfechter, würde ich vorschlagen, noch viel mehr mit Namen, Gesicht und Person, die eigentlichen Kriegstreiber und Scharfmacher, ganz neutral, egal welcher nationalen Koloration angehörend, ausfindig zu machen und ins Licht zu rücken. Diesen, zu Raubtieren pervertierten Mächtigen, macht es doch Spass, Gewalt auszuüben und Kriege zu führen. Früherkennung des Krebsgeschwürs Gewalttäter, rettet möglicherweise den Frieden.
In diesem Zusammenhang würde es mich zum Beispiel interessieren; wer ist die verantwortliche Person für die obengenante ARD Zensur und welche Namen stecken dahinter? Irgendwelche unsauberen Personen mit unlauteren Absichten stecken doch immer hinter solchen Manipulationen. –Also wer?
Danke Jens und dem Übersetzer und Blogger Azot! Seit die ARD auch von Speichelleckern überrannt worden ist, und mit einem der letzten aufrechten Journalisten Klaus Bednarz vor Jahren verdammt wurde, gibt es selbst in der ARD keinen mehr, der ein wenig, ein klein wenig Format als Journalist hat. Günther Gaus und Klaus Bednarz waren die besten Journalisten, die es im öffentlichen Fernsehen je gegeben hat. Die Anderen sind nur noch Überreste aus dem Infotainmenttopf.
Erinnert sich noch jemand an 1999, als Klaus Bednarz aus Protest auf dem Überfall auf Yugoslawien die Wehrmachtpropaganda “Bomben auf Belgard” hat laufen lassen?
Welche Personen haben eigentlich genau entschieden, wie dieses Interview gesendet wird, wer oder welche Personen haben hier den Zensor gespielt?
Es kann nicht sein, dass der russische Ministerpräsident Putin ein Interview gibt und irgend jemand in der Chefredaktion den Goebbelszensor spielt, ohne dafür benannt werden zu wollen, und wenn doch, wer hält sich für so wichtig, auf welche Weisung hin?
Welche Person hat das entschieden?
>>Photos aus Südossetien werden vom Spiegel aus politischen Motiven nicht >>veröffentlicht:
>>izvestia.r...
Sorry, hier sind die erwähnten Photos bei SPON:
spiegel.de...
danke für den bericht! von dem bericht müsste man mal 10 millionen flugblätter drucken.. .
das verhalten der ard ist natürlich eine schande, und was diese gefährliche schwarz-weiß malerei überhaupt bringen soll hat sich mir immer noch nicht erschlossen..langfristig gesehen ist dass doch ein eigentor…
Wie lang war das Interview? Eine Stunde oder 30 Minuten?
Es ist in Deutschland (leider) immer noch was anderes: George W. Bush im Gespräch mit Christiansen zur besten Sendezeit am Sonntagabend. Oder Vladimir Putin zusammen mit Thomas Roth. Komisch eigentlich. Was passiert wohl mit unserem Land, wenn Russland den Rohstoffhahn zudreht? Zum Glück verhindert russische Gier technisches Know How.
Sendezeit ist kostbar - aber nicht im Netz. Da wäre das gesamte Interview gut aufgehoben, inklusive Abschrift.
Hier spricht ja direkt ein intelligenter Mensch. Das Interview ist so ganz anders als die hohlen Parolen der US Amerikaner und ihren Marionetten. Übrigens, der Hinweis, dass ein Land an Achtung verliert, wenn es nur die Interessen Anderer vertritt stimmt und sollte dringend von der deutschen “Regierung” gehört werden, die ja seit geraumer Zeit kein einziges Interesse von Deutschland mehr vertritt sondern nur noch Bush’ Willen ausführt.
Die ARD ist nur das Merkelsche Horn! Abschalten!
Einer der angesehensten, zuverlässigsten deutschen Auslandsberichterstatter, Ulrich Tilgner, gibt Ende März 2008 die Leitung des Teheraner Büros des Zweiten Deutschen Fernsehens auf und arbeitet künftig für das Schweizer Fernsehen. Dort habe er noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt, von deutschen Medien dagegen fühle er sich zunehmend eingeschränkt, gerade auch bei der Berichterstattung aus Afghanistan - „jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben“, sagte er dem Schweizer Migros-Magazin. Die „massiven deutschen Interessen“ dort wirkten sich auf die redaktionelle Unabhängigkeit der Sender aus, erläuterte er in der Badischen Zeitung (die im Grenzgebiet zur Schweiz erscheint). Die Einschätzung der Korrespondenten vor Ort spiele eine immer geringere Rolle, stattdessen arbeiteten die Redaktionen zunehmend in Absprache mit Politikern und Bundeswehr. In Berichten über den Irak sprächen die Medien immer häufiger von einer „erfolgreichen Mission“. Dies sei angesichts von drei Millionen Flüchtlingen und 150 000 Ermordeten ein „unglaublicher Zynismus“. In Bagdad habe nahezu jede Familie Verwandte verloren. „Wenn man da von Erfolg spricht, weiß ich nicht, was dann ein Mißerfolg wäre.“ Der 60-Jährige, der für seine Berichterstattung über den Irak-Krieg 2003 den begehrten Hans-Joachim-Friedrich-Preis erhalten hatte, sprach von einer „tiefsitzenden Frustration“. Er habe keine Lust, „nur noch für die Folklore zuständig“ zu sein. Politik werde in deutschen Medien immer mehr in Nischen verdrängt.
Wenn ein hochgeschätzter, hochgeehrter Medienmann eine solche Bilanz zieht, müßten die Alarmglocken schrillen. Aber die Sache drang kaum an die Öffentlichkeit; die meisten Medien schweigen darüber. Mit Kritik, die sie nicht veröffentlichen, müssen sie sich nicht auseinandersetzen. So sind sie nahezu unangreifbar.
Quelle: “Die Medien demokratisieren” von Eckart Spoo auf dem Volkszustandsbericht
volkszusta...
Wenn ich mir diesen Kommentar des außenpolitischen E X P E R T E N von Klaeden ansehe bekomme ich Heulkrämpfe ohne Unterlass.
Man beachte das grammatisch und aussprachetechnisch hervorragende Englisch sowie dieses souveräne Auftreten!
youtube.co...
lol
Wäre wesentlich besser, statt kursiv einen farblich abgesetzten Hintergrund zu verwenden. Denn dann sieht man auf den ersten Blick, dass der Herr Roth anscheinend nicht nur “aus Zeitgründen” manches wichtige weggelassen zu haben scheint.
de.wikiped...(Journalist)
“Es ist vorgesehen, dass Roth 2009 neuer Leiter des ARD-Studios New York wird.”
Wenn da die Schere im Kopf nicht richtig schnippelt, ist es vielleicht ganz schnell aus mit dem neuen Job. Schnipp, schnapp!
Also ich weiß nicht, welche ARD du siehst, aber bei dem hier abgedruckten Interview gab es bei mir nichts neues. Ich habe das komplette Interview im deutschen Fernsehen gesehen. Aber ganz offensichtlich - und das ist das Interessante hier - reicht es, wenn einer behauptet es würde nur ein Teil gesendet und wie dann einige andere darauf einsteigen. Wirklich sehr interessant…und beim Schimpfen auf die deutschen Medien kann man so schön die eigentliche Probleme bei diesem Konflikt umgehen: ein völkerrechtswidriger Angriff und eine ebenso völkerrechtswidrige Besetzung, begleitet von jahrelangen gegenseitigen Provokationen. Aber das wäre dann ja inhaltlich und hält sich nicht nur bei der Form der Berichterstattung durch Dritte auf…
Herr Roth,
nehmen Sie Ihren Hut. Sofort.
Es ist genug!
Ursachenforschung wegen des ‘Konflikts’, will heißen Ermordens Unschuldiger, wollen westliche Machthaber selbstverständlich nicht betreiben, was dann auch von solchen Journalisten verinnerlicht wird.
Pressefreiheit? Nein, die Freiheit der Machthaber!
Deutschland? Nein, Täuschland, wo Lug und Trug herrscht.
Ein Land der Unmoral; ein erbärmlich korruptes Land.
Interessant ist doch, dass ein Interview eines russlandkritischen “Journalisten” mit Putin ungekürzt im russischen Fernsehen ausgestrahlt wird.
Kann sich jemand vorstellen, Merkel wird unzensiert in der ARD von einem Russen, kritisch und ohne Themenvorabstimmung befragt ?
@all
Update: Ich habe nun das komplette IV mit deutschen Untertiteln von YouTube eingebunden und einen zweiten Quelltext eingebunden, der farbig (gelb) markiert ist.
@14 Paul Lannon
Das komplette IV dauerte nach ARD-Angaben fast eine Stunde. Nach meinem Informationsstand ist die russische TV-Version (von Vesti-24) allerdings ohne Kürzungen - die Restzeit war wohl (meine Mutmaßung) Geplänkel, Vorbereitung usw. usf.
So so, wenn “der Russe” Geschäfte macht, ist dies Gier. Bei “uns” ist dies sicher eher eine altruistische Tat, um der Welt die Zivilisation zu bringen ;-)
@egal
Nein, das hast Du nicht. Lustigerweise wird sich selbst im Tagesschau-Blog darüber aufgeregt.
Was soll also Deine Bemerkung? Woher kommst Du, wer bist Du, welche Interessen vertretest Du? Diese Fragen sind sicherlich unhöflich, aber angesichts Deiner Behauptung angebracht. Ich bin gespannt, ob Du sie beantwortest.
@17 Jamuna
*rofl*
Der ewige Klassensprecher Ecki - es ist zum Heulen. Eine Partei, die diesen Burschen als “außenpolitischen Sprecher” einsetzt, sollte dem Untergang geweiht sein … zumindest in einer gerechten Welt *heul*
Übrigends soll der verantwortliche ARD-Journalist laut wiki bald das Studio in New York leiten…
Das Bild wird immer vollständiger: Hetze und Falschübersetzungen - Rußland, Iran sind nur zwei Beispiele….
so arbeiten die Massenmedien. Der Staatsrundfunk ist von politischen Intendanten abhängig, die privaten Medienkonzerne von “internationalen” Finanzfonds.
Überraschend ist bloß, mit welch fanatischem Eifer die sog. Funktionselite an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen…..
Wir haben zuviele korrupte Geisterfahrer….
entzensur....
@18 Spiegelputzer
Dein Wunsch ist mir Befehl ;-)
Hut ab vor den Russen:
Alles Schall und Rauch hat heute unter der Überschrift: “Habt ihr Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden?” geschrieben:
Der russische UNO-Botschafter Vitaly Churkin kritisiert die Heuchelei des UNO-Sicherheitsrats betreffend der Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien. Er beschuldigt die UNO und die USA sie würden eine Doppelmoral an den Tag legen. Er sagte, Mitglieder des Sicherheitsrates würden die Tatsache was im Kaukasus wirklich abgeht ignorieren. Dann fragte er den US-Botschafter, “Habt ihr Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden?”
Die Aussagen wurden anlässlich der Sitzung des Sicherheitsrates gemacht, an der die Westmächte Russland wegen der Anerkennung von Südossetien und Abchasien kritisierten.
“Russland verletzte die Sicherheitszone die durch UNO-Friedenssoldaten patrouilliert wird, welche durch den UNO-Sicherheitsrate dort eingesetzt sind,” sagte Alejandro Daniel Wolf, der UNO-Botschafter der USA. “In Abchasien hat Russland nicht nur die territoriale Integrität Georgiens verletzt, sondern auch die Integrität des Rates.”
Der US-Botschafter sagte weiter, Russland hätte nicht das Territorium von Georgien, ein souveränes UNO-Mitglied, verletzen dürfen.
Churkin erwiderte und schoss zurück, in dem er auf die Invasion und Okkupation des Irak durch die USA hinwies, in dem er darauf anspielte, die USA wäre ja alleine wegen dieser angeblichen Massenvernichtungswaffen dort einmarschiert, die ja SOOOO eine Bedrohung darstellten, die aber nie gefunden wurden, weil Saddam Hussein keine hatte und der ganze Kriegsgrund eine offensichtliche Lüge ist.
“Ich möchte den eherenwerten Repräsentanten der Vereinigten Staaten über die Massenvernichtungswaffen fragen. Habt ihr sie im Irak bisher gefunden oder suchen sie immer noch?” fragte Churkin.
Er erwähnt auch die massive Drohung der Gewaltanwendung durch die USA und Israel, sie möchten den Iran “sogar von der Landkarte tilgen!”, in dem sie das Land präventiv angreifen wollen, obwohl der Iran gar kein Atomwaffenprogramm hat, wie der eigene US-Geheimdienst bestätigt.
Dann sagte Churkin, die westlichen Kollegen pochen auf die territoriale Integrität von Georgien, aber “wo wart ihr alle als wir den Kosovo diskutierten?” in dem er auf das Recht der territorialen Integrität von Serbien hinwies. Denn im November 2007 hat der UNO-Sicherheitsrat die Resolution 1244 angenommen, in der die territoriale Integrität aller Staaten des ehemaligen Jugoslawien bestätigt wurde.
“Warum habt ihr euch dann einige Monate später nicht gegen die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo gestellt?” fragte Churkin, denn die Resolution 1244 ist immer noch gültig. “Wo ist euer Respekt für das internationale Recht in diesem Fall?”
Churkin sagte weiter, die internationale Gemeinschaft versagte und handelte nicht als Antwort auch die Invasion von Südossetien durch Georgien. Er sagte auch, dass Moskau zu einer Feuerpause in den frühen Stunden des Konflikts aufrief, aber niemand unterstützte diese.
Er wies darauf hin, dass Premierminister Putin gleich am ersten Tag des Konflikt bei der Eröffnungsfeier der Olympiade in Peking am 8.8.08 Präsident Bush auf den Konflikt angesprochen und um sein Eingreifen gebeten hat. Da nichts passierte, war es darauf hin die Aufgabe Russlands, die Südosseten gegen die Aggression aus Georgien zu schützen, sagte Churkin.
“Selbstverständlich ist die Anwendung von Gewalt schlecht, aber wenn sie schon diese Frage aufwerfen, dann möchte ich sie daran erinnern, wie die NATO im Kosovo Gewalt angewendet hat,” sagte Churkin.
Er erinnerte daran, dass die NATO während des Kosovokrieges einen TV-Sender in Belgrad bombardierte, bei dem zahllose serbische, aber auch internationale Journalisten, getötet wurden, nur weil dieser unliebsame Nachrichten welche der NATO nicht passte verbreiteten. “Haben wir den TV-Sendeturm in Tiflis bombardiert? Nein!” sagte Churkin, obwohl die georgische Regierung alle russischen Radio- und TV-Sender blockiert und die Medien antirussische Propaganda von sich geben.
link: alles-scha...
@19 egal
Wow! Erzähl mir mehr! Dann lügt die ARD anscheinend doppelt ;-)
Vergleiche doch mal bitte die Videos - YouTube im Artikel und die ARD-Version. Und dann erzähle mir noch einmal, das IV wäre vollständig. *kopfschüttel*
@Otti und andere
Ich finde es falsch, Thomas Roth Vorwürfe zu machen. Das IV ist eigentlich in Ordnung, da kann man wenig aussetzen. Es ist nicht das IV, sondern die Kürzung, die skandalös ist.
Pressefreiheit, was ist das mittlerweile?
Das Handlanger mit dem meisten Geld Meinung bzw. Politik machen? Im gleichen Atemzug könnte man die Sendung von Maybrit Illner nennen. Ein hochintelligenter Peter Scholl Latour (noch wird er eingeladen) …
Egal, auf dem globalen Schachbrett sieht es mE so aus, als wollte die USA einen (nuklearen) Krieg zwischen Europa und den USA provozieren. Sie sind schön drüben auf ihrer “Insel” und können zuschauen wie sich 2 imperiale Mitbewerber schwächen. Wobei ich den Russen in diesem Fall noch am ehesten ein moralisches Gewissen zutraue.
Ich weiß noch, wie ich nach der Münchener Sicherheitskonferenz fast verzweifelt bin, beim Versuch, Putins Rede auf deutsch im Internet zu finden. Irgendwann bin ich glaube ich auf einem russischen Server fündig geworden.
Noch ein Zitat von Uli Tilgner (zur Süddeutschen): “Ich finde es beunruhigend, wenn Gespräche mit der ZDF-Zentrale in Mainz abgehört worden sein sollten und diese Erkenntnisse dazu dienen sollten, die Berichterstattung zu beeinflussen.”
Manchmal ist es auch die Wortwahl. Gestern in der Tagesschau: “Nach ersten Erkenntnissen der Bundeswehr haben vermutlich deutsche Soldaten auf das Fahrzeug geschossen, in dem drei Zivilisten ums Leben kamen.”
Vermutlich, Fahrzeug, Zivilisten (=eine Frau und zwei Kinder).
“Interessant ist doch, dass ein Interview eines russlandkritischen Journalisten mit Putin ungekürzt im russischen Fernsehen ausgestrahlt wird.”
Grundsätzlich finde ich das Vorgehen der ARD (und nicht die Arbeit des Interviewers, der gute Fragen stellte und von einem souveränen Wladimir Putin gute Antworten erhielt) rund um dieses Putin-Interview sehr unglücklich, hier aber möchte ich doch korrigieren:
Das vollständige Interview dauerte rund 60 Minuten und wurde vom russischen Fernsehen genau so wie von der ARD massiv gekürzt. Das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern ist ganz normale Fernseharbeit – oder möchte jemand freiwillig jeden Abend eine fünfstündige Tagesschau mit vollständigen Interviews sehen?
Die russischen Journalisten legten dabei ihren Schwerpunkt logischerweise ganz anders, als die deutschen Journalisten. Wer dabei die richtigen oder die falschen Interview-Teile herausgeschnitten hatten, ist immer eine Frage des eigenen Standpunktes.
Danke @Maria v. Boisse
Erschreckend, dass überall das gleiche Elend herrscht.
Danke @ Spiegelputzer
Diese arbeitsrechtliche Besonderheit des Herrn Roth lässt natürlich vieles erklären Für New York kann man schon mal alle Sieben gerade liegen lassen…
Ach ja: die Esten ,die auch so Krawall Krawall gegen Russland geschriehen haben, geht es natürlich ökonomisch großartig.
spiegel.de...
@33
Tja, individuelle Schwerpunktsetzung nennt man das also heute, genauso wie Deutschland in Afgahnistan verteidigt wird. Einige scheinen schon nicht mal mehr ihr Propagandaschnittwerkzeug selbst verstehen zu können.
@Krusenstern
Ich habe Dich gerade schon in Deinem Blog gefragt, wiederhole das aber auch gerne hier noch einmal:
Hast Du eigentlich Informationen, ob und wenn ja dann was bei der “langen” Version von Vesti-24 gekürzt wurde? Das komplette IV soll zwar fast 60 Minuten gedauert haben, aber es ist ja auch möglich, dass die Differenz zu den 27 Minuten, die Vesti-24 sendete, kein “richtiger” Inhalt war, sondern technische Pausen oder Gespräche zur “Geschäftsordnung”.
@ Rudi: Das wäre auch einfacher gegangen. Über Google findet sich relativ einfach die vollständige Rede Putins an der Münchner Sicherheitskonferenz in deutscher Übersetzung (wenn auch noch mit der komplizierten URL meines alten Weblogs):
krusenster...
Zum Kommentar 19. von @egal
Wer hat jetzt Recht?
Wurde im deutschen Fernsehen das komplette Interview ausgestrahlt oder nur die zensurierte Version? Oder ist die Zensur nur eine Behauptung vom Spiegelfechter?
@ urs
hier siehst du die fassung wie sie in der ard ausgestrahlt wurde de.youtube...
unter 10 minuten
Die optische Markierung ist echt gut Jens ;)
Inhaltlich natürlich ist es irre, was da weggelassen und ganz “individuell” bearbeitet wurde, und es sagt vieles über die charakterliche Verfassung des “Fragenden” und des Antwortenden aus.
Darf man erfahren, wer dort ganz individuell seine “Schwerpunkte” gesetzt hat?
Dann braucht man keine Interviews zu führen, wenn man die wichtigsten Aussagen einfach rausschneidet!
PS: Es gab vom MDR vor ein paar Monaten bei der Sendung “Escher” ein Interview, nach der Grenzöffnung, zum Thema Autodiebstahl von “Polen” nach der Grenzöffnung. Da hat Herr Escher auch ein Interview mit einem polnischen “Autodieb” geführt, der nur, kein Pole sondern muttersprachlicher Russe war, und das, obwohl Herr Escher selbst russisch spricht, und ihm hätte der Unterschied auffallen müssen. Scheint auch so eine individuelle Schwerpunktsetzung zu sein…
März 26, 2008 - Offener Brief von Michail S. Gorbatschow - An meine Freunde, die deutschen Journalisten
….
..
Worüber habe ich da gesprochen?
Darüber, dass Fragen und Unverständnis entstehen, wenn man sieht, was in Deutschland über Russland geschrieben wird und wie es geschrieben wird.
Nicht von ungefähr habe ich das wie hervorgehoben. Denn die Fakten, die Anlass zur Kritik bieten, stammen ja oft aus der Realität oder werden aus russischen Zeitungen übernommen. Übrigens treten russische Zeitungen zuweilen sogar kritischer auf als die ausländischen.
Beim aufmerksamen Blick auf die Flut von Veröffentlichungen in Deutschland wird man jedoch schwer den Eindruck wieder los, als ob man es mit einer gezielten Kampagne zu tun hat, als ob alle aus einer einzigen Quelle schöpften, die eine Handvoll Thesen enthält (in Russland gebe es keine Demokratie; die Meinungsfreiheit werde unterdrückt; eine arglistige Energiepolitik werde durchgesetzt; die Machthaber drifteten immer weiter in Richtung Diktatur ab – und so weiter und so fort.)
Diese Thesen werden in verschiedenen Tonarten wiederholt. Die Zeitungsmacher scheinen auch keinerlei Interessen jenseits dieser Aussagen zu haben.
Mehr noch: diejenigen, die aus der Reihe tanzen, bekommen das zu spüren. So kürzlich geschehen im Fall der Fernsehjournalistin und Autorin Gabriele Krone-Schmalz nach der Veröffentlichung des Buches „Was passiert in Russland?“. Der allgemeinen Mode zuwider beschränkte sie sich nicht auf eine Aufzählung der Schattenseiten, sondern führte vielfältige Tatsachen aus dem Leben meines Landes auf, die sich nicht in das Prokrustesbett der modisch gewordenen Anschuldigungen zwängen lassen.
….
…
Vor einigen Tagen bekam ich von meinem Freund Hans-Dietrich Genscher, dem ehemaligen deutschen Vizekanzler und Außenminister, ein Glückwunschschreiben zum neuen Lebensjahr. Darin schreibt er:
“Mit meinen Gedanken bin ich in dieser durch viele Ungewissheiten geprägten internationalen Situation oft bei Dir. Es wird Zeit, die Stimme zu erheben für Zusammenarbeit und Vertrauensbildung.
Wie schwer es ist gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, wissen wir beide wohl am besten. Ich erinnere mich immer wieder an die Zeit, in der im Westen darüber gestritten wurde, ob man Dir vertrauen könne. Aber Vertrauen ist eine kostbare Sache und leicht zerbrechlich. Hier sind wir gefordert und hier können wir etwas tun…”
Das war zwar ein persönlicher Brief an mich, aber ich glaube, er hat einen öffentlichen Klang.
Sagt doch einiges aus über unsere “qualitäts schreiberlinge”!!!
link: xxlkillaba...
Klassensprecher Ecki war übrigens dieses Jahr auf unsere Kosten bei der Bilderberg-Konferenz. ;-)
Ein “vollständigeres” Interview gab es zu später Stunde auf PHOENIX! Ob es komplett war, kann ich nicht sagen, da ich vorher ausgeschaltet habe. Diverse als von der ARD “zensiert” bezeichnete Passagen habe ich aber dort bereits gehört. Auch bei einem vollständigen Interview ist die tendentiöse Formulierung von Herrn Roth bedauerlich.
Zeitewende.ch - Zensur im deutschen Fernsehen?
Zitat:
“Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.” So steht es im deutschen Grundgesetz Artikel 5, Abs. 1. Ob diesem Gesetz Folge geleistet wurde im Interview des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ARD mit Wladimir Putin kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Jurist. Der Sachverhalt wirft aber Fragen auf.
Seit der georgische Konflikt begonnen hat, beschleicht mich das ungute Gefühl, dass die Oeffentlichkeit nicht nach besten Wissen und Gewissen informiert wird. Das folgende Beispiel ist nur eines von vielen, bekommt aber eine spezielle Note, weil es sich um einen staatlichen, gebührenfinanzierten Sender handelt.
Auf der Internetseite der Tagesschau von ARD steht: “Neun Minuten Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut.” Hier wird suggeriert, dass wir das komplette Interview nachlesen können. Im Blog des Journalisten Thomas Roth, welcher das Interview geführt hat, erfahren wir dazu mehr:
Überraschend bekamen ich und das ARD Studio Moskau Gelegenheit den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in einem Hotel an der Schwarzmeerküste der russischen Stadt Sotschi zu interviewen - natürlich im Zuge der Georgienkrise aber auch der kommenden Tagung (Montag) der EU in Brüssel zum Thema Russland eine hochspannende Angelegenheit. Rund eine Stunde dauerte das Interview - übrigens ohne jede Themenbeschränkung. Und dann wurde es wirklich spannend.
Die ARD hatte sich zu Recht entschlossen, nicht nur in der Tagesschau und den Tagesthemen darüber zu berichten, sondern nach den Tagesthemen auch noch 10 Minuten zusätzlich zur Verfügung zu stellen.
Thomas Roth erklärt uns hier durch die Blume, dass das Interview gekürzt wurde. Vermutlich war dies für ihn eine Möglichkeit, der Ethik eines Journalisten Folge zu leisten und den Leser zu informieren. Nur sucht man das komplette Interview auf der Internetseite des ARD vergebens.
link: blog.zeite...
30 Minuten Interview + 30 Minuten für Dolmetscher dazwischen = 60 Minuten
@Simon: Das komplette Interview fand ich einen ausgesprochenen Lesegenuss (zum Hören reicht mein Russisch nicht, ich habe reingehört, um den Tonfall mitzukriegen, das was ich verstanden habe bestätigt meinen Eindruck). Putin ist nicht nur hochgebildet, er ist auch ein Meister feinsinniger Ironie. Er nimmt alle Bälle auf, die Roth ihm zuspielt, jongliert damit mit grosser Rafinesse, entwaffnet seinen Interviewer durch Komplimente wie durch milden Tadel. Putin beherrscht diesen Diskurs zu hundert Prozent.
Was er zur Sache sagt, finde ich im wesentlichen okay. Jens mag das anders sehen, ich bin gespannt, was er an der russischen Position auszusetzen hat.
Ich finde im übrigen, man sollte Thomas Roth nicht zu sehr verdammen. Sein erster Bericht aus Zchinwali war sehr gut und gegen die Tendenz, in Gori hat er voll danebengetreten mit seiner Formulierung von “schwer zerstörten Gori”, wo die drei Wohnblocks neben dem Panzerstützpunkt fast die einzigen Zerstörungen blieben, mit denen aufgewartet werden konnte (ausser dem Treffer im Nachrichtenzentrum, das wiederum m.W. unmittelbar neben militärischen Einrichtungen lag). Ich fand den Stil des Interviews in Ordnung, und gerade Putin hat keine Liebediener nötig, die ihm schwierige Fragen ersparen, das ist kein Dubya oder Merkel.
Ohne mich in die Debatte einmischen zu wollen (ich habe die Kommentare nicht gelesen): das ist eine ganz üble Geschichte, unterster Stiefel im Versuch, die öffentliche Meinung zu manipulieren - und zwar unternommen von einer Institution, die u.a. von meinen Beitragszahlungen lebt.
Danke für die Dokumentation.
Erinnert mich irgendwie auch an das ZDF, Johannes B. Kerner mit Eva Herman, wo JBK der Herman unterstellen wollte, sie würde den Nationalsozialismus gutheißen.
Und als ob dieses nicht reicht, so ist diese Sendung in der Mediathek nur gekürzt zu sehen (am Anfang wurde ein Intro rausgeschnitten). Diese Version war auch eine Zeitlang auf YouTube zu sehen, wurde später jedoch gelöscht.
Wahrscheinlich deshalb gekürzt, um Herman nachträglich noch zu diskreditieren.
Die vollständige Version ist weiterhin auf YouTube ( youtube.co... ) zu sehen. Interessant wird es ab Position 1:17) und mit der Version in der Mediathek vom ZDF vergleichen.
Siehe auch politblog....
Edit: wie ich sehe, ist anscheinend diese Sendung wieder aus dem Archiv entfernt worden. Es ist lediglich eine Sendung “hallo Deutschland” noch im Archiv, wo die vorzeitige Entlassung von Herman thematisiert wurde.
> Erinnert mich irgendwie auch an das ZDF, Johannes B. Kerner mit Eva Herman, wo JBK der Herman unterstellen wollte, sie würde den Nationalsozialismus gutheißen.
Das habe ich auch noch im Kopf (die Konkurrenz berichtete…).
Die Mechanismen, mit denen die Medien hier jeweils funktionieren, ähneln sich tatsächlich verdächtig - wobei die Relevanz der beiden Themen/Ereignisse natürlich meilenweit voneinander entfernt ist. Insofern habe ich schon vorausgesetzt/gehofft, daß hier auch unterschiedliche journalistische Maßstäbe greifen. Kerner ist Boulevard - daß selbst ein Thomas Roth auf ein solches Level heruntergestutzt wird (wofür er nicht die Verantwortung trägt!), hätte ich nicht für möglich gehalten.
@37 Urs und @43 king balance
Um hier einer Legendenbildung seitens Th.Rot(h) und der ARD vorzubeugen, der genaue Ablauf:
- in der Tagesschau vom 30.8. 20Uhr wurde das gekürzte Interview Roth-Putin gezeigt
Der Sprecher verwies auf eine Sondersendung nach den Tagesthemen 23Uhr30 zu dem Interview .
- in den Tagesthemen um 23Uhr wurde das selbe gekürzte Interview gezeigt und Tom Burow verwies anschließend auf die Sondersendung 23Uhr30 in der das vollständige Interview gezeigt werde !
Das Interview 23Uhr30 war jedoch die zensierte Fassung gemäß @38 armin mit einer Länge von ca. 9 Minuten.
Da die Übersetzung Putins grauenvoll und auch Herr Rot(h) kaum zu versehen war, wollte ich das Interview bei Tagesschau.de nachlesen/sehen. Dort stand, daß der Text gegen 1 Uhr abrufbar ist. Letztendlich erschien er gegen 4Uhr07 unter dem Text “Das Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut”.
tagesschau...
Bis zu diesem Zeitpunkt war von Seiten der ARD nirgens vermerkt, daß es sich um eine stark gekürzte 9 Minuten Version handelt, so daß ich und jeder andere Fernsehzuschauer annehmen musste, es ist die vollständige Version.
Das dieser Eindruck bewusst erzeugt wurde, muß man nun nach den vielfältigen verpassten Korrekturmöglichkeiten und der noch immer nicht freigegebenen vollständigen Version als gegeben annehmen.
Außerdem wurde zwischenzeitlich die Text-Überschrift bei der ARD ohne Korrektur der Uhrzeit in “9 Minuten Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut” verändert.
In dem dazugehörigen Tagesschau-Blog verweist die Redaktion etwas hilflos im Eintag #74:
Moderator
Am 31. August 2008 um 13:41 Uhr
Anmerkung zum „Zensur“-Vorwurf: Das Interview mit Wladimir Putin wurde vom ersten und zweiten Kanal des russischen Fernsehens sowie vom Auslandskanal „Russia Today“ mitgedreht. Die russischen Kollegen haben ebenfalls Auszüge des insgesamt einstündigen Interviews veröffentlicht. Diese finden sich jetzt im Internet, unter anderem bei YouTube.
Die Kollegen in Russland haben - zum Teil - einen anderen Fokus als die ARD gewählt. Dies ist das Ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen Auswahlprozesses und hat – mit einer von welchen Stelle auch immer verordneten – Zensur nichts zu tun.
Mit freundlichen Grüßen
Die Redaktion
##############
Natürlich können alle deutschen Fernsehzuschauer fließend russisch um sich eine eigene Meinung zu bilden. Gleichzeitig wird, wieder unüberprüfbar, in subtiler Weise auf eine mögliche russische Zensur verwiesen.
Komisch auf die einfachste Lösung, das komplette Interview in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen, scheint bei der Tagesschau-Redaktion keinen Mensch zu kommen.
Das bestärkt mich in der Annahme, daß die russischen Medien doch das komplette Interview veröffentlicht haben.
@30 Spiegelfechter
Das sehe ich ganz genauso, denn die Antwort auf die Frage ist es, die zählt. Und wenn die Frage suggestiv oder manipulativ ist, entkräftet eine kompetente Antwort deren Wirkung nachhaltiger, als wenn sie nicht gestellt wird. Putin ist ganz zweifellos ein hochintelligenter Mensch, auch wenn ich mich mit seiner Politik (zumindest nach dem, was ich so kenne) nicht wirklich anfreunden kann. Er hat die Wirkung der Fragen, die hier beanstandet werden ja auch ganz souverän entkräftet.
Niemand kann erwarten, dass ein Journalist intelligente oder objektive Fragen stellt, aber es sollte in einem freien Land selbstverständlich sein, dass keine sinnverstümmelnde und die Qualität der Antwort reduzierende Kürzungen passieren. Meine Meinung zu der deutschen Presselandschaft kennst Du … :-)
Man stelle sich mal vor, die ARD hätte ein Interview mit Bush dermaßen gekürzt.
Abenteuerlich
Nachtrag: Die fragliche Sendung ist unter zdf.de/ZDF... zu erreichen. Jedoch ist sie nicht über die Suchen-Funktion der ZDF-Mediathek zu finden.
Danke für die Doku!
Bekräftigt mich darin, mich zunehmend über das Internet und kaum noch über das Fernsehen zu informieren! Es lebe die Vielfalt der Meinungen und die Freiheit der Presse!
Dein RSS-Feed kommt in meinen News-Ordner!
Vielleicht noch zur Klarstellung. Am 29.08.2008 um 23:30 nach den Tagesthemen wurde von ARD ein IV mit Putin ausgestrahlt, das eine Länge von etwa 10 Minuten hatte. Es wurde nirgendswo angegeben, dass das IV nicht vollständig war. Dieses IV wurde auch als Abschrift auf der Internetseite von ARD veröffentlicht mit der Überschrift “Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut”. Das heißt auch auf der Internetseite von ARD wurde nicht angegeben, dass das IV nicht vollständig war. Erst heute am 31.08.2008 wurde die Überschrift der Abschrift des IV mit Putin auf der Inet-Seite von ARD in “Neun Minuten Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut” umgeändert. Der Ausspruch “Vollständig” bezieht sich dabei auf das IV mit Putin wie es vom russischen Nachrichtenkanal Vesti24 ausgestrahlt wurde. Diese Version ist über 20 Minuten lang und die Version von ARD ist dem Inhalt nach in der Version von Vesti komplett enthalten. Dies würde ein Vergleich der Abschriften der beiden IV-Version schnell bestätigen.
einfach nur wut
Die Diskrepanz von 60 zu 27 Minuten auch im russischen Fernsehen dürfte einerseits auf den “dazwischen geschalteten” Übersetzer zurückzuführen sein – wobei ich mir nicht vorstellen kann, wieso der nachweislich sehr gut Russisch sprechende ARD-Korrespondent Roth und der ebenso sehr gut Deutsch sprechende Putin einen Übersetzer brauchten – andererseits auf das Weglassen einiger weniger wichtigen Fragen und Antworten.
Dies müssen aber Vermutungen bleiben, solange nicht die vollständige Aufnahme inklusive Übersetzer publiziert wird.
Wieso die ARD-Redaktion dies nicht schon längst getan hat und wieso die ARD-Redaktion im blog.tages... nach mittlerweile 177 Kommentaren die drei von mir angesprochenen Fragen nicht beantwortet, ist mir ein Rätsel.
Wahrscheinlich handelte es sich nur um eine Verkettung unglücklicher Umstände, von der überhasteten Übersetzung über die (je nach politischem Standpunkt) etwas ungeschickte Kürzung des Putin-Interviews bis zur anschliessenden unsäglich langen und langweiligen US-Wahlkampf-Spezialsendung.
Ein einziger Beitrag im Tagesschau-Blog würde dies klären.
Ja, die Verkettung, Ankettung und Verknebelung von Umständen ;) Die Umstände haben schon immer arg viel zu leiden, und man redet sich in Deutschland immer mit bewußter Fahrlässigkeit raus.
Sie haben genau gewußt, was sie gesendet haben: was gesendet wurde, war genau so geplant.
Ach ja, mal was lustiges: Ob Frau Merkel auch Tiger jagen würde ? ;)
spiegel.de...
@Krusenstern
Yep, im Transcript von Russland.ru ist ja auch kurz vor dem Ende des IV der Satz von Roth aufgezeichnet: “Ich verstehe, was sie gesagt haben. Können wir ohne Übersetzer weitermachen?”. Einen Übersetzer gab es also und da ich keinen Ohrhörer bei den beiden IV-Partnern sehen kann, wird es sich idT so verhalten haben, dass die Übersetzung nicht simultan, sondern Absatz für Absatz erfolgte, was zeitaufwendig ist.
Darauf werden wir wohl ewig warten können ;-)
Mir auch - eine ziemlich miese Krisen-PR. Die 177 fast ausschließlich sehr negativen Kommentare überraschen mich allerdings … vor allem die Tatsache, dass sie von der Moderation freigegeben wurden. Ich kann mich noch an den G8-Gipfel in Heiligendamm erinnern, als die Moderatoren des ZDF-Blogs kritische Hinweise mit Links in die Bloggosphäre erst nach heftigen Protest freischalteten.
Wahrscheinlich - aber dies ist dennoch ein sehr unrühmliches Kapitel des deutschen TV-Journalismus.
@name
Nun, zumindest ist Putin ein besserer Schütze als Cheney *lol*
Es gibt übrigens kein einziges Stück in der deutschen Version, was nicht in der russischen Version vorkommt. Nur umgekehrt. So viel zum Thema “Russische Zensur”.
Ich glaube nicht, dass das Krisenmanagement der ARD schlecht ist, ich glaube, es findet mangels Krise nicht statt. Nur weil ein paar Blogger unzufrieden mit der Zusammenfassung irgendeines x-beliebigen Interviews sind, ist das staatliche Fernsehen doch nicht in einer Krise …
@All
Ich habe mir das Interview in Originalsprache (für Putin) angeschaut, und so wie es ausieht, ist das russische Transkript auf government...
doch sehr nah an dem Originaltext.
Also habe ich es versucht, das Interview möglichst adäquat ins deutsche zu übertragen. Es ist etwas anders als der Text hier im Artikel, vom ARD-Transkript schon ganz zu schweigen ^^
Vielleicht ist es nicht ganz irrelevant - mal gucken.
Roths Fragen in Deutsch konnte ich nicht so genau nachvollziehen - sie wurden mit Übersetzung überblendet, daher übersetze ich sie wieder aus dem russ. Transkript. Also …
——————————————
Thomas Roth: Herr Primärminister! (im Originalinterview - Ministerpräsident?)
Nach der Eskalation in Georgien entsteht im Westen öffentliche Meinung - damit werden nicht nur politische Kreise, sondern auch die Presse und andere Menschen gemeint, dass ihr [die Russen] diese Situation mit Gewahlt herbeigeführt habt: Russland gegen Rest der Welt.
Wladimir Putin: Was meinen Sie, wer hat den Krieg begonnen?
Thomas Roth: Der letzte Auslöser dafür war der georgische Angriff auf Zchinwali.
Wladimir Putin: Ich danke Ihnen für diese Antwort. So ist es auch, das ist die Wahrheit. Wir werden dieses Thema etwas später ausführlicher erörtern. An der Stelle möchte ich lediglich anmerken, dass nicht wir diese Situation herbeigeführt haben.
Und nun zu Autorität Russland. Ich bin davon überzeugt, dass das Ansehen eines jeden Landes, das im Stande ist, das Leben und die Würde seiner Bürger zu schützen, eines Landes, das eine unabhängige Außenpolitik betreiben kann, dass das Ansehen eines solchen Landes in der Welt mittel- oder längerfristig steigen wird.
Und umgekehrt: Das Ansehen der Länder, die es zur Regel gemacht haben, außenpolitische Interessen anderer Staaten unter Vernachlässigung eigener nationalen Interessen zu bedienen – unabhängig davon, wie sie das zu erklären mögen –, wird sinken.
Roth: Dennoch haben Sie die Frage nicht beantwortet: warum sind Sie das Risiko einer Isolation Ihres Landes eingegangen?
Putin: Ich bin der Meinung, dass ein Land – in diesem Fall Russland – , das die Würde und Ehre seiner Bürger verteidigen kann, ihr Leben verteidigen, und seine internationalen Verpflichtungen im Rahmen der Friedensstiftung erfüllen kann, solches Land wird nicht in Isolation geraten, egal was unsere Partner in Europa und USA im Rahmen ihres Blockdenkens dazu sagen. Europa und die USA ist noch nicht die ganze Welt.
Und umgekehrt, ich möchte es noch ein Mal betonen: Wenn manche/gewisse Staaten der Meinung sind, ihre eigenen nationalen Interessen vernachlässigen zu können, um außenpolitische Interessen anderer Staaten zu bedienen, dann wird die Autorität dieser Länder in der Welt – unbeachtet dessen, wie sie ihre Position zu rechtfertigen vermögen –, nach und nach sinken.
In diesem Zusammenhang – wenn die europäischen Staaten die außenpolitischen Interessen der USA bedienen möchten, dann werden sie meiner Meinung nach nichts daraus gewinnen.
Nun zu unseren internationalen rechtlichen Verpflichtungen. Nach internationalen Verträgen haben die russischen Friedenstifter die Pflicht, die zivile Bevölkerung in Südossetien zu schützen.
Und jetzt erinnern wir uns an 1995, Bosnien. Wie wir es beide wissen, hatten sich die europäischen Friedensstifter – in diesem Fall niederländische Wehrbedienstete – aus dem Konflikt herausgehalten und somit einer Seite ermöglicht, eine ganze Ortschaft zu vernichten. Hunderte wurden getötet und verletzt. Das Problem und die Tragödie von Srebrenica ist in Europa durchaus bekannt.
Sind Sie der Meinung, dass wir uns auch auf solche Weise verhalten sollten? Dass wir uns zurückziehen hätten sollen und den georgischen Einheiten erlaubt, die in Zchinwali lebende Bevölkerung zu vernichten?
Roth: Ihre Kritiker behaupten, dass das eigentliche Kriegsziel von Russland nicht der Schutz der südossetischen Bevölkerung war, sondern lediglich der Versuch, den georgischen Präsidenten zu stürzen, das Land zu destabilisieren und somit den Beitritt Georgiens zur NATO zu verhindern. Ist es so?
Putin: Das stimmt nicht, das ist eine Verdrehung der Tatsachen, das ist eine Lüge.
Wenn das unser Ziel gewesen wäre, dann würden wir vielleicht auch den Konflikt beginnen. Aber, wie sie es selbst sagten, der Konflikt wurde von georgiescher Seite begonnen.
Nun gestatte ich mir, die jüngsten Ereignisse [aus der Geschichte] in Erinnerung zu rufen. Nach der illegitimen Anerkennung des Kosovo haben alle erwartet, dass wir [daraufhin] Südossetien und Abchasien anerkennen würden. Stimmt doch, so war es gewesen – alle haben es von Russland erwartet und wir hatten sogar ein moralisches Recht darauf; nur wir haben es nicht gemacht. Wir haben uns sehr zurückhaltend verhalten – ich möchte es nicht [weiter] kommentieren. Ja in der Tat, wir haben das “geschluckt”.
Und was haben wir [dafür] bekommen? Eine Eskalation des Konflikts, Angriff auf unsere Friedensstifter, Überfall auf und Vernichtung der zivilen Bevölkerung in Südossetien. Sie sind doch auf dem Laufenden, was dort vorgefallen ist und was [bereits allgemein] bekannt ist. Der französische Außenminister besuchte [neulich] Nordossetien und hat sich dort mit Flüchtlingen getroffen/unterhalten. Die Augenzeugen berichteten, dass georgische Militärangehörige Frauen und Kinder mit Panzern überfahren hatten, Menschen in die Häuser zusammentrieben und bei lebendigem Leibe verbrannten. Georgische Soldaten, als sie nach Zchinwali kamen, haben - so im Vorbeigehen Handgranaten in die Keller und Schutzbunker geworfen, wo Frauen und Kinder sich [vor kriegerischen Auseinandersetzungen] versteckt hatten. Was ist es denn, wenn kein Genozid?
Und nun zu georgiens Führung.
Menschen, die ihr Land in eine Katastrophe geführt haben – und die georgische Führung hat es dazu beigetragen, die territoriale Integrität und die Staatlichkeit eigenes Landes zu untergraben –, solche Menschen dürfen meiner Meinung nach keinen Staat mehr führen, ob nun groß oder klein. Wenn es anständige Personen wären, dann würden sie sofort selber zurücktreten.
Roth: Das ist jedoch nicht Ihre Entscheidung, sondern die der Georgiens.
Putin: Natürlich, jedoch kennen wir auch Präzedenzfälle, die einen anderen Charakter tragen.
Erinnern wir uns daran, wie die amerikanischen Streitkräfte in Irak einmarschiert sind und was sie mit Saddam Hussein gemacht haben, weil er einige schiitische Dörfer vernichtet hatte. Und hier wurden in den ersten Stunden der Kampfhandlungen vollständig 10 südossetische Dörfer vernichtet, vom Erdboden ausradiert.
Roth: Herr Primärminister, sehen Sie sich denn im Recht, in das Territorium eines souveränen Staates, nämlich Georgien, vorzudringen und dort Bombardierungen durchzuführen? Ich selbst sitze noch hier mit Ihnen nur dank purem Zufall, denn in 100 Meter von mir eine Bombe explodiert ist, die aus ihrem/eurem [also russischen] Flugzeug abgeworfen wurde. Ist es nicht Verletzung des internationalen Rechts, dass ihr [die Russen] de facto ein kleines Land besetzt. Wo habt ihr dieses Recht her?
Putin: Natürlich haben wir das Recht darauf …
Roth: Ich möchte es noch ein Mal betonen - die Bombe wurde auf ein Wohnhaus abgeworfen.
Putin: Wir haben uns absolut im Rahmen des Völkerrechts bewegt.
Den Angriff auf unsere Friedensstifter, auf unsere Bürger, haben wir selbstredend als ein Angriff auf Rußland aufgefasst.
In den ersten Stunden der Kampfhandlungen töteten die georgischen Militärs mehre Dutzend unserer Friedensstifter. Haben unsere südlichen Posten – da war südlicher und nördlicher – mit Panzern eingekreist und frontal beschossen.
Als unsere Friedensstifter es versuchten, das Kriegsgerät aus Hangar zu holen, wurde auf sie ein Schlag aus Artilleriesystem “Grad” ausgeführt. 10 Leute, die in den Hangar reingingen sind, wurden auf der Stelle getötet, bei lebendigem Leibe verbrannt.
Danach führten die georgischen Flieger/Flugzeuge Luftschläge an verschiedenen Stellen in Südossetien durch - nicht in Zchinwali, sondern tief im südossetieschen Land. So sahen wir uns gezwungen, die Kommandopunkte (oder Kommandozentralen) der georgischen Streitkräfte, die sich im georgieschen Kernland befanden, zu neutralisieren. Das waren also solche Stellen, von wo aus Artilleriebeschüsse und Luftangriffe auf die russischen Friedensstifter koordiniert und ausgeführt wurden.
Roth: Wie ich schon sagte, es fanden auch Bombardierungen der Wohngebiete statt. Womöglich sind Sie nicht auf dem Stand aller Informationen.
Putin: Es mag sein, dass ich nicht über alles informiert bin – solche Fehler sind in Kampfhandlungen nicht ausgeschlossen.
Eben vor kurzem führten amerikanische Flieger in Afghanistan einen angeblichen Schlag gegen die Taliban durch und töteten dabei [auch] fast ein Hundert Zivilisten. Das wäre die erste Möglichkeit.
Die zweite, die wahrscheinlicher ist: die Kommandozentralen der georgischen Artillerie, der Luftwaffe und Radarstationen wurden nicht selten ausgerechnet in den Wohngebieten positioniert, um unsere Beretschaft (also Vertretbarkeit für russ. Streitkräfte), die Luftschläge gegen diese durchzuführen, zu redizieren – da wurde die Zivilbevölkerung und auch Sie als Geisel genommen.
Roth: das ist aber eine/Ihre Mutmaßung. [diese Replik fehlt im russ. Transkript].
Roth: Der französische Außenminister Kouchner, der zur Zeit EU-Ratsvorsitzender ist, äußerte vor kurzem die Sorge, dass der nächste Konflikt in der Ukraine entstehen könnte, nämlich um die Krym und die Stadt Sewastopol – Stützpunkt der russ. Schwarzmeerflotte. Sind die Krym und Sewastopol solche Ziele für Russland?
Putin: Sie sagten – das nächste Ziel. Wir hatten auch hier [im Kaukasuskonflikt] kein Ziel gehabt. Daher ist es meines Erachtens nicht korrekt, über das nächste Ziel zu reden.
Roth: Schließen Sie es also aus?
Putin: Wenn sie mir gestatten [ausführlicher] zu antworten, werden Sie damit zufrieden.
Die Krym ist kein umstrittenes Territorium. Dort hat es im Unterschied zum Konflikt zwischen Südossetien und Georgien nie ethnische Konflikte gegeben.
Außerdem hat Russland längst die gegenwärtige Grenzen der Ukraine anerkannt. Im wesentlichen haben wir die Grenzverhandlungen abgeschlossen. Da bleiben nur Demarkationsangelegenheiten [also Verhandlungen über genaueren Grenzenverlauf zw. den beiden Staaten], das ist jedoch eine technische Angelegenheit. Und eine solche Frage nach derart Zielen für Russland riecht meines Erachtens nach einer Provokation.
Dort, innerhalb innerhalb der Krim, laufen komplexe gesellschaftlichen Prozesse ab. Dort gibt’s Probleme der Krim-Tataren, ukrainischer Bevölkerung, russischer Bevölkerung, und i.a. slavischer Bevölkerung. Das ist aber ein innenpolitisches Problem der Ukraine.
Wir haben einen Vertrag mit Ukraine betreffend Aufenthalts/Stationierung unserer Flotte bis zum 2017 [geschlossen], und wir werden uns daran halten.
Roth: Ein anderer Außenminister – diesmal der britische, Herr Miliband – äußerte jüngst die Sorge/Befürchtung darüber, dass es der neue “kalter Krieg” und neues Wettrüsten anbricht. Wie schätzen Sie die ggw. Situation ein? Stehen wir auf der Schwelle neuer “Eiszeit”, neues “kalten Krieges”, neues Wettrüstens? Wie ist es Ihre Sicht darauf?
Putin: Wissen Sie, es gibt so’n Witz: «Wer schreit am lautesten “Haltet den Dieb!”? - Der Dieb selbst!».
Roth: Britischer Außenminister!?
Putin: Das sagten Sie - ausgezeichnet! Es ist angenehm, mit Ihnen zu unterhalten. Das haben jedoch Sie gesagt.
Im Ernst, Russland strebt keinerlei Verschärfungen in Beziehungen an, keinerlei Spannungen mit wem auch immer. Wir möchten gute nachbarschaftliche, partnerschaftliche Beziehungen mit allen pflegen.
Wenn Sie gestatten, dann sage ich, was ich darüber denke. Es gab die Sowjetunion und den Warschauerpakt. Und es gab die sowjetischen Streitkräfte in der DDR, die im Grunde – man muss es ehrlich zugestehen – eine Besatzung gewesen ist, welche nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland unter dem Vorwand der Koalitionsstreitkräfte geblieben ist. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Pakts sind diese Besatzungsverbände weg. Die Gefahr seitens der Sowjetunion ist weg. Die NATO aber, die amerikanischen Streitkräfte, sind jedoch in Europa geblieben. Wofür?
Um die Ordnung im eigenen Lande zu schaffen, um eigene Koalitionäre im Block zu disziplinieren, dafür wird eine äußere Bedrohung gebraucht. Iran ist dafür nicht ganz geeignet. Man möchte daher das alte Feinbild Russland wiederbeleben. In Europa jedoch wird es [infolgedessen] niemandem bange.
Roth: Am Montag findet eine EU-Ratssitzung im Brüssel statt. Unter anderem wird auf der Sitzung über Sanktionen gegen Russland gesprochen, zumindest wird es darüber diskutiert.
Was halten sie davon? Ist es Ihnen egal? Denken/Hoffen Sie immernoch, dass im Brüssel [auch diesmal] unterschiedliche Sprachen gesprochen wird?
Putin: Würde ich sagen, wir pfeifen drauf, es sei uns egal, es wäre gelogen. Selbstverständlich ist es uns nicht egal.
Natürlich werden wir das sehr aufmerksam verfolgen. Wir hoffen bloß, dass der gesunde Menschenverstand überhand gewinnt, und wir hoffen auch, dass eine nicht politisierte, sondern eine objektive/sachliche Beurteilung (oder Stellungnahme zu den) der Ereignisse(n) in Südossetien und Abchasien erreicht wird.
Wir hoffen auch, dass das Handeln russischer Friedensstifter Unterstützung findet, und dass Vorgehen der georg. Seite, die diese verbrecherische Aktion durchgeführt hatte, verurteilt wird.
Мы надеемся, что действия российских миротворцев будут поддержаны, а действие грузинской стороны, которая провела эту преступную акцию, найдет осуждение.
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An der Stelle ist mir leider die Puste ausgegangen - es ist doch etwas mühseliger als ich es mir vorgestellt habe, sinngetreu nach gebräuchlichen Redewendungen zu übersetzen - Russisch kenne ich doch etwas besser als Deutsch.
@23 Spiegelfechter
Nein, Nein. Gier ist überall. :) Hoffentlich erlebe ich nicht den Tag, an dem russische Ingenieure aus russischen Rohstoffen, russische Autos, Konsumelektronik, Solaranlagen und Windräder bauen, die auf dem Weltmarkt bestehen. Dann wird “der Russe” seine Rohstoffe selbst brauchen. Aber zur Zeit lassen sich mit letzterem schon ein paar Dollar verdienen. Glück für uns. Aber ein anderes Thema.
Was ist das Ergebnis dieses Aufstandes? Weniger ARD schauen? Mehr Auslandsfernsehen, weil es anders zensiert? Oder wieder ein Paradebeispiel dafür. das Dinge zwei Seiten haben in der Politik? Weder eine Richtige, noch eine Falsche. Aber Unterschiedliche.
gerade eben war auf ARD anne will zu sehen mit dem thema “russland gegen den westen - riskantes sebelrassen” mit den üblichen tönen die man eben zu diesem thema gewöhnt ist.
wobei man sagen muss dass fritz pleitgen, welcher zu gast war, das ganze durchaus differenziert angegangen ist.
nett war noch zu sehen war wie der russische vertreter vladimir kostenev auf die frage ob nun ein neuerliches aufrüsten von seiten der russischen förderation droht, mit einem titelblatt aus der zeit (wenn ich mich recht entsinne) konterte mit den worten, dass die deutschen medien selber erstmal abrüsten sollen.
auf dem titelblatt war zu einem getitelt “Die Bundeswehr im Fadenkreuz” und eine Fotomontage mit Putins Gesicht auf der Gestalt eines furchteinflößenden Zaren mit dem Titel ” Die Neue Angst vor Russland(so ähnlich)” : ) ———-eben die übliche angstmacherei
Es ist einfach nur bitter… Man darf gespannt sein, wie die Reaktionen in den nächsten Tagen so aussehen werden.
Danke an den Spiegelfechter!
NAJA wem auch immer man nun die hauptschuld an der eskalation dieses krieges geben
mag, empört es mich innerlich JEDES mal wenn ich politiker aus der westlichen hemisphäre
sprechen höre mit einem doppelten heiligenschein über dem kopf schwebend, wie gottlos
und kriegslüstern russland doch agiere und wie wenig demokratie
und menschenrechte dort doch verbreitet seien und wie eingeschränkt dort die
pressefreiheit ist.
Kriitik an russland schön und gut, aber einfach zum kotzen, wenn man bedenkt wieviel dreck der gelobte “westen” in dieser hinsicht selber am Stecken hat.
und:
vielen dank @ Spiegelfechter. immer gut zu wissen eine “unparteiische” quelle der berichterstattung zu haben.
Danke für ALLES - SpiegelFechter !
…und wie man sieht, hat Dir Dein Urlaub ziemlich viel Energie gegeben.
Ein Spruch, der zu der “Deutschen Medien-Waschmaschine” passt:
“Wenn man keine Feinde hat, schafft man sich welche!” - dreifachdeutig:
1. Die West-”mächte” gegen den Russland …
2. Aufgeweckte Konsumenten gegen die öffentlichen Sender …
3. Der Staat gegen Dich … (sorry für den realsarkasmus)
Ich habe die Seite erst vor kurzem entdeckt und bin sehr beeindruckt und vor allem dankbar, diese dinge so genau recherchiert zu erfahren! Man ahnt ja vieles und kennt die ein oder andere Verschwörungstheorie, aber hier gibt es neutrale Fakten, die auch als Argumente in Gesprächen dienen können. Ich verweise dann immer gleich auf den Blog, eine Handvoll neue Leser kommen dadurch sicher vorbei…
Ja, ich habe das Interview in der ARD gesehen, gezappt und hängengeblieben.
Mein erster Eindruck: Herr Roth stellt aggressive und suggestive Fragen.
Ich selbst hätte ein solches “Interview” nicht so lange durchgestanden wie Herr Putin.
Mein zweiter Eindruck: Die Übersetzung stellte Herrn Putin als einen Stotterer dar, der keine zusammenhängenden Gedanken äussern kann. Was sicherlich nicht stimmt.
Nachdem ich dann auch noch erfahren habe, dass das Wesentliche der Schere zum Opfer fiel, hat mein Weltbild wieder gestimmt.
Weiter so, Spiegelfechter
M f G researchernet
@Copoka: Danke, das entspricht weitgehend den Übersetzungen, die es mittlerweile, nicht durch das Verdienst der ARD, gibt. Was für mich wichtiger ist, ist die Atmosphäre des Interviews. Mein Russisch ist leider miserabel, so dass ich erst nach dem Vorliegen der Übersetzung dem Dialog einigermassen folgen konnte. Mein Eindruck war und ist aber, dass Putin den Dialog die ganze Zeit über dominierte und kontrollierte. Er konterte jede Herausforderung mit fundierten Antworten und provokativen Gegenfragen. Ich kenne im Westen keinen Politiker, der zu Ähnlichem fähig wäre. Am nächsten kämen ironischerweise Sarkozi und Berlusconi, dann lange nichts, dann vielleicht Steinmeier. Das Merkel käme mit Bush und Cheney am untersten Ende.
@COPOKA
Большое спасибо!
Die Amerikaner waren evt. direkt in die Kampfhandlungen gegen die Russen verwickelt. Man erinnere sich an Putins Hinweis im Interview:
———————–
Putin: …Wir wissen, dass es dort viele amerikanische Berater gegeben hat … sie alle müssen sich wo befinden? Auf Übungsanlagen und in den Übungszentren. Und wo waren diese Leute? In der Kampfzone!
———————
Da gibt es nämlich den angeblichen Fund eines amerikanischen Passes in einem Gebäude in der Kampfzone in Süd-Ossetien. Das Gebäude wurde nach Aussagen der Russen angeblich von georgischen Special Forces verteidigt.
Quellen:
youtube.co...
presstv.ir...
Name des Passbesitzers:
Michael L. White, geb. 1967
San Angelo, Tx. 76904 USA
Pass-Nr.: 133951943, Ausstellungs-Datum: 11 October 2001 in Housten.
Einreise-Visum aus dem Jahre 2008.
Quelle f. Passdaten: tinyurl.co...
Angeblich ist Herr White Englisch-Sprachlehrer.
“World Travel: worked and studied on four continents, while visiting
1993-2005 more than 85 countries on six continents”
Quelle: networkesl...
Mein Kommentar: Nicht schlecht für einen Englisch-Lehrer: 85 Länder in 12 Jahren besucht. Er scheint sich aber auch mit Militär-Technik ganz gut auszukennen:
United States Army 1992-1997 Petroleum Specialist (www.army.mil) • awarded NATO medal, Army Achievement Medal, 1994-1997
Good Conduct Medal, and Overseas Service Ribbon
• helped implement Operation Joint Endeavor in Bosnia 1996 • administered and improved the Unit Fund, while 1995
serving with the First Armored Division in Germany
• guided and trained soldiers in refueling aircraft, 1993-1994
101st Airborne Division, Fort Campbell, Kentucky
• graduated from ‘Air Assault’ airborne training school 1993
Quelle: networkesl...
Interessanterweise ist jetzt in einem Blog, in welchem der Sachverhalt diskutiert wurde, der große Bruder von Michael L. White aufgetaucht und behauptet, sein kleiner Bruder lebe in Austin, Texas und arbeite in Kazakhstan und China. Der Pass seines kleinen Bruders sei aber schon 2005 verloren gegangen. Ebenso wie seit einigen Tagen sein kleiner Bruder selbst.
Quelle: jtaplin.wo...
Nähere Details zu dieser Sache siehe:
presstv.ir...
youtube.co...
en.wikiped...
jtaplin.wo...
Manche werden sich vielleicht noch an die Geschichte des amerikanischen Piloten eines U2 “Wetterflugzeugs” erinnern. Das Flugzeug wurde damals von den USA als vermisst gemeldet. Bis dann die Russen den über Russland abgeschossenen Piloten des Spionage-Flugzeugs präsentiert haben…
Quelle: en.wikiped...
Hallo Spiegelfechter!
“Dieses interessante Dokument möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten - die gekürzten Teile sind orange markiert. Zusätzliche Passagen aus einer Abschrift auf dem Internetportal Russland.ru sind gelb markiert:”
Zunächst einmal finde ich die Idee absolut Klasse, die jeweiligen gesendeten bzw. nicht gesendeten Passagen unterschiedlich farblich zu markieren. Leider ist Dir hierbei ein Fehler unterlaufen. Und zwar stimmt die Markierung ab dem Absatz mit dem Photo, auf dem Roth und Putin beide gleichzeitig abgebildet sind, nicht mehr.
Passagen, die tatsächlich von der ARD gezeigt wurden und damit eigentlich farblich unmarkiert sein müssten, sind hier leider orange eingefärbt. Am besten also nochmal beim Blogger Azot nachschauen, was ab der erwähnten Stelle tatsächlich kursiv ist und hier damit orange hervorgehoben werden müßte, bzw. was dort nicht kursiv ist und damit hier farblich unmarkiert zu sein hat.
Es wäre super, wenn das schnell korrigiert werden könnte.
Ansonsten vielen Dank und viele Grüße
sum sum
Die Amerikaner waren evt. direkt in die Kampfhandlungen gegen die Russen verwickelt. Man erinnere sich an Putins Hinweis im Interview:
Putin: …Wir wissen, dass es dort viele amerikanische Berater gegeben hat … sie alle müssen sich wo befinden? Auf Übungsanlagen und in den Übungszentren. Und wo waren diese Leute? In der Kampfzone!
Die Russen behaupten, einen amerikanischen Pass in einem Gebäude in der Kampfzone in Süd-Ossetien gefunden zu haben. Das Gebäude wurde nach Aussagen der Russen angeblich von georgischen Special Forces verteidigt.
Name des Passbesitzers:
Michael L. White, geb. 1967
San Angelo, Tx. 76904 USA
Pass-Nr.: 133951943, Ausstellungs-Datum: 11 October 2001 in Housten.
Einreise-Visum nach Russland aus dem Jahre 2008.
Quelle f. Passdaten: tinyurl.co...
Angeblich ist Herr White Englisch-Sprachlehrer.
“World Travel: worked and studied on four continents, while visiting
1993-2005 more than 85 countries on six continents”
Quelle: networkesl...
Mein Kommentar: Nicht schlecht für einen Englisch-Lehrer: 85 Länder besucht in 12 Jahren…
Er scheint aber auch mit Militär-Technik ganz gut auszukennen:
United States Army 1992-1997 Petroleum Specialist (www.army.mil) • awarded NATO medal, Army Achievement Medal, 1994-1997
Good Conduct Medal, and Overseas Service Ribbon
helped implement Operation Joint Endeavor in Bosnia 1996 • administered and improved the Unit Fund, while 1995
serving with the First Armored Division in Germany
guided and trained soldiers in refueling aircraft, 1993-1994
101st Airborne Division, Fort Campbell, Kentucky
graduated from ‘Air Assault’ airborne training school 1993
Quelle: networkesl...
Interessanterweise ist jetzt in einem Blog, in welchem der Sachverhalt diskutiert wurde, der große Bruder von Michael L. White aufgetaucht und behauptet, sein kleiner Bruder lebe in Austin, Texas und arbeite in Kazakhstan und China. Der Pass seines kleinen Bruders sei aber schon 2005 verloren gegangen.Ebenso wie seit einigen Tagen sein kleiner Bruder selber.
Quelle: jtaplin.wo...
Nähere Details zu dieser Sache siehe:
presstv.ir...
youtube.co...
en.wikiped...
jtaplin.wo...
Man kann gespannt sein, wie die ARD reagieren wird, wenn dieses Interview von ARD in Russland in die Medien gerät. Das ist doch eine ausgezeichnete Steilvorlage für Propagandamaschine, vor allem angesichts der Empörung in Russland für die die Sendung von FoxNews mit dem ossetischen Mädchen gesorgt hat. Die russischen Medien haben dies massiv und manipulativ ausgeschlachtet.
[Beitrag wurde im Rahmen der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
@56 · Krusenstern … “wobei ich mir nicht vorstellen kann, wieso der nachweislich sehr gut Russisch sprechende ARD-Korrespondent Roth und der ebenso sehr gut Deutsch sprechende Putin einen Übersetzer brauchten”…
Das war der ausdrückliche Wunsch von Herrn Putin, seine Antworten auf Russisch zu geben, da es um sehr wichtige Dinge ginge. Herr Putin sagte das auf Russisch am Anfang des IV’s, was auch in der “deutschen” Version mitgesendet wurde.
Der Spiegel findet zur alten Form zurück:
Zitat:
“Mit Hilfe riesiger Antennen hören Kriesels Leute aus Deutschland seit Wochen die Funksprüche der russischen Luftstreitkräfte ab, die im Kaukasus erst ein Manöver absolvierten und dann Anfang August plötzlich Bomben auf Georgien warfen.”
spiegel.de...
@telegehirn
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@74
Schlimm wird’s wenn sich zur Dummheit Arroganz gesellt. Ab zurück in deine kleine enggeistige Dunkelkammer…
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@Telegehirn
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Ich habe das Interview am späten Freitag abend auf Phönix gesehen. Dauer kaum 10 min. Die Enttäuschung war ziemlich groß, denn Putin kam ziemlich erregt und abgehakt rüber. Die Übersetzung Putins war zu laut um der Originalstimme zu folgen, aber andererseits so schlecht, dass jegliche Rhetorik und Ironie verloren ging.
Danke an Azot, für die schnelle Übersetzung und natürlich an den SF für die gute Aufbereitung des Sachverhalts. Mein Russisch ist zwar nicht perfekt, aber zwischen dem Original-IV und der ARD-Verstümmelung liegen Größenordnungen.
Bolschoe Spasibo!
AK
p.s wie poste ich kyrillisch?
[Beitrag wurde im Umfeld der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
Dieses Interview, wie es von einem “Leitmedium” aufbereitet wurde und wie es nun an so vielen Orten diskutiert wird - ich finde es großartig. In mir kommt Hoffnung auf, dass einige weitere Mitglieder der “großen und trägen Herde” der “Hauptnachrichtenhinnehmer” erwachen und zu kritischen und selbstdenkenden Nachrichtenempfängern werden.
Und auch die nun einsetzende “professionelle Wortklauberei”, beispielsweise bezüglich des Wortes Zensur scheint mir nicht nicht schlimm.
Viele, die gegen Manipulation von und durch Medien sind, werden einige Vorgehensmuster der Wortklauberer an den in dieser Diskussion gezündeten geistigen Nebelkerzen ausgiebig studieren können.
Nebelkerzen:
- “Zensur ist eigentlich anders definiert”
- “wir dürfen die russische Bedrohung nicht ausser acht lassen”
- unterstellung, dass andere Meinungen dumm, engstirnig, manipulativ, … seien.
- ach sucht doch selbst - die Themen wechseln, der verwirrende und destruktive Grundton bleibt
Meiner Meinung nach wird mit all diese Nebelkerzen versucht, vom Kern der Sache abzulenken.
Kernpunkte dieser Diskussion sind in meinen Augen Ausmass und Hintergründe der stattfindenden Medienmanipulation, die am Beispiel des Putin-Interviews sehr deutlich offenbart werden.
[Beitrag wurde im Umfeld der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
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@5 corax
“dass politisch interessierte Blogleser gerade einmal 0,5% der Wähler ausmachen”
Und genau jene 0.5% wirken auf ihr Umfeld ein und eröffnen so anderen zumindest eine alternative Sichtweise oder auch nur den Einblick, dass das nicht umbedingt der Wahrheit letzter Schluss ist, was uns da durch die Massenmedien vorgekaut wird.
Ich würde mir mehr Gedanken darum machen, welche Gegenmaßnahmen wir künftig zu erwarten haben um den Machtverlust der Massenmedien und damit einhergehend der Möglichkeit großflächig Wissen und Informationen zu manipulieren und zu kontrollieren, aufzuhalten.
” terminliche Zwänge”
Ich hoffe der Arzt der sie kuriert hat genügend Zeit … Nein so bös will ich dann doch nicht werden. Sie scheinen aber in ihrer Parallelwelt nur noch von brauner Farbe umgeben zu sein.
Ich weiß auch nicht genau was sie hier für Werte verteidigen wollen. Aufklärung haben sie sicher nicht im Sinn.
Ein treffenderes Wort für Zensur ist Informationskontrolle. Die “weggelassenen” Informationen zeichnen gerade in dem Interview mit Herrn Putin ein ganz anderes Bild für mich. Menschen mit vorgefertigten Meinungen und Weltbildern ist das natürlich egal.
Da sie unter Meinungsmanipulation sicher auch keine Zensur sehen sondern ein ganz normales demokratisches Übel weise ich sie trotzdem noch einmal auf folgendes hin:
Fox-News
ru.youtube...
Man kann schon von Zensur reden, wenn ein gestandener Journalist (oder mehrere, je nachdem, wer für die “Focus-Setzung” zuständig war) nicht in der Lage zu sein vorgibt, ein Interview so zu kürzen, dass der Sinn nicht entstellt wird oder wesentliche Aussagen wegfallen, während Belanglosigkeiten gesendet werden.
Man kann es Lüge nennen, wenn so getan wird, als sendete man ein vollständiges Interview, während man nur Auszüge sendet und im veröffentlichten Text “im Wortlaut” auf Auslassungszeichen gleich ganz verzichtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Herrschaften bei der ARD nicht wissen, wie man korrekt zitiert.
Es mag ja sein, dass es keine schriftliche Anordnung gibt, die beweisen könnte, wer warum so stümperhaft den Text verstümmelt hat, aber wir wissen doch alle: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Ulrich Tilgner hat einen anderen Hinweis auf die regierungsgefällige Berichterstattung gegeben: Die Sender arbeiten zunehmend mit Politikern und Bundeswehr zusammen und ich finde, von unabhängiger Berichterstattung kann unter solchen Bedingungen (embedded journalism) keine Rede mehr sein, sondern nur noch von Hofberichterstattung und Manipulation der öffentlichen Meinung. Dafür sind die Gebühren für die GEZ eigentlich nicht gedacht. Vielleicht sollte man seine Gebühren nur noch auf ein Sperrkonto überweisen, bis die GEZ-Zöglinge ARD und ZDF wieder zurückkehren zu ihrem ursprünglichen Auftrag: Die Bevölkerung umfassend, neutral und sachlich zu INFORMIEREN.
PS: Telegehirn am besten gar nicht beachten. Er will nur ein bisschen Aufmerksamkeit und hofft, dass er ein paar Klicks bei Jens schnorren kann. :) Außerdem: Wenn man die Streuner nicht jeden Tag füttern will, fängt man am besten gar nicht erst an.
[Beitrag wurde im Umfeld der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
@73 sumsum
Ich habe den Text noch mal mit dem Video der ARD abgeglichen und nur einen kleinen Fehler am Anfang des IV gefunden. Ein Textblock (Eiszeit) ist im ARD-IV nach vorne gerückt, aber die Markierungen sind dennoch ok.
@ Sebastian
Ich hab’s aufgegeben meinem “Umfeld” was zu erzählen, die sehen mich dann nämlich immer so komisch an als ob bald die Leute mit den weißen Kitteln kommen müssten.
Neulich erst fand jemand in einem sonst durchaus kritischem Blog die neue Steuer-ID ganz toll weil man sich dann nicht mehr lauter verschiedene Nummern merken muss, und gerade eben wird praktisch unbemerkt das neue Jugendpornographiegesetz verabschiedet, das auch bei “Anscheinsminderjährigen” greift, also das neue “Ermächtigungsgesetz” ist. Die Wette um nen Kasten Bier wollte Jens ja nicht eingehen, im Dezember.
Das Land ist im Arsch, und um 80% der Bevölkerung ist es auch nicht schade, die wollen es ja nicht anders. Und glaub doch nicht, dass die 2000+ Leute, die kritische Blogs lesen, gegen die restlichen 82 Millionen Vollpfosten etwas ausrichten könnten.
Hört sich traurig an, ist aber so.
Der Roth-Blog ist nicht mehr zu errreichen? :)
blog.tages...
Ich frage mich nur, wieso bei Interviews von US-amerikanischen Grössen nur Softball-Fragen kommen und bei Putin so penetrant einseitig gefragt und man muss schon sagen provoziert wird. Suggestivfragen, Unterstellungen, im Weissen Haus wäre Roth nach der ersten solchen Frage rausgeworfen worden.
Wohltuend die Antworten Putins, der keine nichtssagenden Politikerphrasen wiederholt sondern durchaus mal Klartext redet. Einzig bei der Formulierung “Aggressor bekommt in die Fresse” ist ihm wohl der Geduldsfaden geplatzt. Aber angesichts meiner eigenen Frustration über die im wahrsten Sinne des Wortes unverschämte Inkonsistenz der westlichen Medien kann ich ihn verstehen.
Letzter Beitrag war 233: Heinz-Peter, Am 1. September 2008 um 10:47 Uhr
mal gucken was jetzt kommt :-)
@corax
> Ich hab’s aufgegeben meinem “Umfeld” was zu erzählen
Das ist nicht gut, aber verständlich. Viele wollen auch nichts wissen und sind glücklich sich keine Gedanken machen zu müssen.
> Ermächtigungsgesetz
Ach, das ist noch gar nichts. Geschichte wiederholt sich und das immer wieder. Ich fürchte, daß läßt sich nicht aufhalten, nur verlangsamen oder in den Auswirkungen vermindern.
> Das Land ist im Arsch
Noch lange nicht. Wir können hier *noch* relativ unbehelligt leben. Die Frage ist, wie lange noch?
@Telegehirn
Eigentlich verfolge ich ja den Leitspruch “Don´t wrestle with a pig - you both get dirty, but the pig likes it”. Ich denke auch nicht, dass ein so konfuses und hasserfülltes Netzlebewesen wie das “Telegehirn” auf einen konstruktiven Dialog aus ist. Aber dennoch adle ich Dein Getrolle durch eine Antwort … was sicher ein Fehler ist:
[Dies war ein Fehler. Der Rest des Beitrages wurde im Umfeld der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
Zu “wer hat die Zensur angeordnet” - der vorauseilende Gehorsam, die Schere im Kopf, das Gefühl dafür, was sich gerade schickt und was nicht. Da sind keine plumpen Machtworte nötig, sondern man kennt sich, stimmt in Bewertungen überein, und weiss, was zu tun ist (oder man heisst Ulrich Tilgner). Sonst hätte man den Job gar nicht.
Es gibt eine sich herauskristallisierende Linie der Einordnung der Geschehnisse im Kaukasus - eine offizielle Linie, die der CDU- und auch rechte-SPD-Sicht entspricht, zu finden in allen großen “Leitmedien”. Man könnte es gemässigt-pragmatischen Transatlantismus nennen. Warnungen an Putin, aber es sich nicht ganz mit Russland verderben. Oder auch nicht “ewig” (Merkel) “Ursachenforschung betreiben”. Quasi, “Ist doch egal, wer angefangen hat”.
Daneben leistet man sich dann noch paar “prowestliche” Heißsporne und Übers-Ziel-hinaus-Schiesser (Achse des Guten etwa, oder die FAZ), neben denen man gemässigt erscheint, und paar Nörgler und Kritikaster (Freitag, Telepolis, Jungle World - die taz schon nicht mehr), und fertig ist die westliche Meinungs- und Pressefreiheit, bei der von Zensur gar keine Rede sein kann. Kann doch jeder schreiben, was er will, nur eben nicht überall. Und so hat die Bild-, taz-, SZ-, ZDF-, ARD-konsumierende überwiegende Mehrheit wie von Zauberhand die offizielle Regierungslinie als Wahrheit erfahren.
Dass der ARD-Blog verschwunden ist, auf dem in erbosten Kommentaren der Putin-Ard-Interview-Blog und der Spiegelfechter hier verlinkt waren, ist auch nur ein Zufall, und hat mit technischen Problemen zu tun. Bestimmt ist er gleich wieder da, in alter Frische. Wir sind ja schliesslich nicht in Russland.
PS.: Ganzschön langsam, heute, der Spiegelfechter-Blog - Viel Andrang? ;)
@Avantgarde
“Man stelle sich mal vor, die ARD hätte ein Interview mit Bush dermaßen gekürzt.”
… der kann gar nicht so lange frei reden. (sämtliche Deutungen von “frei” sind erlaubt)
Bitte alle Freunde, Kollegen, Nachbarn etc. auf diesen Vorgang aufmerksam machen und Zahlungen an die GEZ sofort stoppen.
Guten Tag,
ARD + CNN Interview mit Untertiteln (Engl + Deutsch, entsprechend)
youtube.co...
MFG
@106 Postgrün
Das auch, aber die Performance-Probleme haben wohl eher etwas mit meinem Hoster zu tun - ich habe mich schon beschwert. Ein ähnliches Problem scheint der Tagesschau-Blog zu haben, er ist erreichbar, das zeigen mir die Refferer, aber ich erreiche ihn momentan nicht. Der kleine Unterschied … ich zahle mW rund 2 Euro im Monat, der NDR zahlt dies Summe sicher pro Sekunde *g*
@101 - alien
>Der Roth-Blog ist nicht mehr zu errreichen? :)
tja, “Service Unavailable”.
Übrigends, von der Startseite ist der Link auch verschwunden.
“Die ARD ist ein staatlicher Fernsehsender, allerdings kein “Regierungssender”, wenn du auf diesen Unterschied hinausmöchtest. Strukturell unterscheidet sie die ARD kaum von, sagen wir, dem chinesischen staatlichen Fernsehen (mit Ausnahme von CCTV). Ach ja, die ARD wird nicht durch Steuern finanziert, sondern durch Gebühren. Falls das der Unterschied zwischen staatlich und nicht-staatlich sein soll …”
Nein, nicht nur Finanzierung, auch Verwaltung usw. sind nicht staatlich!
Die ARD ist KEIN staatlicher Sender.
Ich kann zwar verstehen, dass man sich über massive Kürzungen ärgert, aber kein Interview wird ungekürzt oder unredigiert gesendet oder gedruckt. Keines. Dabei ist es auch vollkommen normal, dass dahingehend verdichtet wird, was die Zuschauer/Leser besonders interessiert.
Von daher ist vieles der Aufregung hier reichlich übertrieben - auch wenn ich es grundsätzlich gut finde, wenn solche Vorgänge transparent gemacht werden.
The proxy server did not receive a timely response from the upstream server.
Auch eine Reaktion…
Die Webseite des ARD Blogs bzgl. des Interviews scheint ja inzwischen nicht mehr erreichbar zu sein. Ist der Speicherplatz auf den ARD-Servern schon so knapp?
Oder hat da vielleicht jemand die Notbremse gezogen?
Im Google Cache ist das Blog noch lesbar. Allerdings sind die Kommentare nur bis #74 drin:
209.85.135...
Hallo Jens, melde Dich bitte einmal per Mail - meine Mail scheint untergegangen zu sein. Sorry für den Umweg.
@112 P.
Ich wäre ja geneigt, deiner Argumentation zu folgen, nur ist es schon auffällig, dass alles entfernt wurde, was a) den Beginn des Konflikts, den georgischen Angriff, bzw. die Verantwortung dafür, und b) die Rolle Europas und entsprechende US-Interessen betraf. Du meinst ernsthaft, das hätte man rausgekürzt, weil es den Zuschauer nicht interessiert? Scheinbar interessierte es ihn in seiner Gestalt als Blogkommentator bei der ARD doch sehr, wie sonst sollte man sich die empörten Reaktionen erklären?
Was die ARD angeht, die Rolle der Parteien und gesellschaftlichen Organisationen (Kirchen, Verbände, Gewerkschaften) dort sind doch hinlänglich bekannt. Wenn CDU und SPD zusammen regieren, werden ihre Gremien-Vertreter auf entsprechend positive Berichterstattungs-Begleitung drängen - ist das so weit hergeholt?
Es ist ja auch nicht der einzige dubiose Fall, ich erinnere an die, inzwischen abgesetzte INSM-Propagandashow “Sabine Christiansen”.
[Beitrag wurde im Rahmen der Aktion "Trollfreier Blog" entfernt/ SPIEGELFECHTER]
@112:
Grundsätzlich bin ich auch der Ansicht, dass man hier (in den Kommentaren) und anderswo leicht mit Übertreibungen bei der Hand ist. Natürlich ist die ARD kein Staatsfernsehen, und wenn dort etwas zensiert, ähm … gekürzt wird, entscheiden das deren Redakteure und sonst niemand.
Tatsächlich kann man nach Durchsicht der hier und von Azot geposteten Fassung und dem Vergleich und dem was in der ARD gesendet wurde aber nur von politisch motivierter Zensur sprechen. Objektiver Journalismus ist das nicht und sollte auch nicht als solcher verkauft werden.
Was mich bei der Berichterstattung in den deutchen Medien der letzte Tage und Wochen immer am meisten geärgert hat, ist das Herumdrücken um die Frage, wer denn nun den Konflikt begonnen hat. Das war zweifelsohne Georgien. Daher finde ich die erste “Kürzung” im Interview, wo Putin Roth diesen Fakt klarstellen lässt, ziemlich bezeichnend. Sicher hat Russland in den Jahren nicht davor gescheut, stetig Öl ins Feuer zu gießen. Ich würde mich dennoch nicht wundern, wenn die meisten Bürger mittlerweile Russland für den einzigen Agressor halten.
Ich erwarte gar nicht, dass sich Herr Roth und Konsorten mit Putin ein Feel-Good-Interview führen. Ich finde den kritischen Stil im Interview bewundernswert. Ich erwarte aber das Streben nach Objektivität und auch den Versuch, auch einem oberflächlich lesenden und schauenden Menschen einen einigermaßen ausgeglichenen Einblick auf die Lage zu gewähren. Die Kürzungen dieses Interviews sind dazu nicht geeignet.
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echo ‘
Wartungsarbeiten
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Blog befindet sich momentan im Wartungsmodus.
Bitte rufen Sie die Seite zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
tagesschau.de
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@Telegehirn
Wenn Du Krawall machen willst, bist Du raus. Sorry, aber ich setzte Dich nun auf meine Blacklist. Das hast Du selbst zu verantworten. Adios.
@all
Alle Beiträge vom und über das Telegehirn werden jetzt gelöscht, ich will den Blog trollfrei halten.
@ 112 P.
“Dabei ist es auch vollkommen normal, dass dahingehend verdichtet wird, was die Zuschauer/Leser besonders interessiert. Von daher ist vieles der Aufregung hier reichlich übertrieben - auch wenn ich es grundsätzlich gut finde, wenn solche Vorgänge transparent gemacht werden.”
Da ist nichts mehr schön zu reden und die Aufregung ist wie ich finde vollkommen gerechtfertigt. Schon viel zu lange wird der ganze manipulative Müll einfach nur hingenommen. Und staatlicher Sender hin oder her - nicht immer ist es unbedingt der jeweilige Staat der die Marschrichtung in den Medien vorgibt. Da gibt es wie wir wissen noch genug andere dreckige Finger, die in dieser trüben Suppe rumrühren.
@Jens: Hast was übersehen, ganz unten in meiner #97.
Hi Jens,
Danke für den aufschlußreichen Artikel. Hatte das Interview auf tagesschau.online gesehen und mir danach das Transkript angesehen. Zu dem Zeitpunkt - letzte Woche - stand im Transkript, dass es gekürzt ist. Ich wunderte mich - schließlich hätte man ja zumindest jenes Transkript komplett ins Netz stellen können, hatte aber auch nicht die Zeit, zu recherchieren. Nun wundert mich nichts mehr…
Jetzt fehlt der Hinweis auf Kürzungen im Transkript übrigens völlig.
Beste Grüße,
N.A.
Eine kurze Anmerkung: Es liegt ein kleiner, aber dennoch die Bedeutung von Putins Aussage verändernder Übersetzungsfehler vor:
Putin sagt nicht: “Russland strebt keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen. Obwohl auch das sein kann.” - sondern: “Russland strebt keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen, mit wem auch immer.”
Nun, der jetzt gesperrte Telegehirn hat einige richtige Erklärungen zur Medienarbeit angebracht. Schade, dass dies jetzt im Zuge des “detrolling” zum Kollateralschaden wird.
Ich finde es schade und auch falsch, wenn solche Fälle zum Anlass für pauschale Medienkritik oder Selbstbeweihräucherung genommen werden (bezogen auf einige Kommentare).
Man sollte stattdessen lieber im Detail betrachten, was dort geschehen ist und warum. Es sieht so aus, als hätte man sich dazu entschlossen, die hetzerischen, provokanten Antworten Putins zu tilgen. Stattdessen hat man sich auf das Verhältnis zur EU und Deutschland konzentriert. Vorwürfe an die USA und Georgien sind hingegen oft gekürzt (wenn man jetzt mal von der Authentizität des Manuskriptes ausgeht).
Es ist also keine willkürliche Kürzung, sondern eine bewusste Auslassung.
Um den Zuschauer zu manipulieren? IMHO eher im Gegenteil:
Das Kürzen ist selbstverständlich fraglich. Aber was tut man? Bietet man einem an einem Konflikt direkt Beteiligten eine Plattform für seine Vorwürfe und subjektive Darstellung? Das hat zwar den Vorteil, dass intelligente Zuschauer daraus ihre Schlüsse über die Rolle und Ziele des Interviewten ziehen können, aber ist eben auch eine Plattform. Oder überlässt man die Einordnung und Wertung eines solchen Ereignisses lieber den Korrespondenten vor Ort, die mit beiden Seiten sprechen und sich selbst ein Bild machen?
Keine leichte Entscheidung.
@Kati
Och, lass mal. Die Aussage stützt ja zu 100% den Grund meiner “Zensuraktion” ;-)
Hi! Ist da irgendwo ein tag nicht geschlossen? Der komplette Text ab “Ich würde gerne eine Frage stellen, die die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen betrifft” ist bei mir orange/terracotta eingefärbt. Also, alle Artikel vorne auf der Seite und alle Kommentare hier.
Hallo,
Ich les bei Spiegelfechter schon länger mit (bin über die nachdenkseiten drauf gekommen) und erstmal ein allgemeines Lob: Tolle Seite, man merkt, hier denkt jemand umfassend wenn er schreibt. :)
DAs mit dem Interview ist eine totale Sauerei, aber leider ja nicht das erste Mal, dass etwas derartiges passiert - hier ist aber bereits die Grenze zur zensur und Wortverdrehung überschritten. Mal seh3n, wann bei uns die ersten Pressegesetze verabschiedet werden^^
@90 AK
Am besten per Copy&Paste
@127 Land unter
Die Tags sind ordentlich geschlossen - welchen Browser nutzt Du denn? Es kann sein (einige Tags sind in Großbuchstaben), dass hier ein Problem vorliegt. Ich habe mal einen Schlusstag in Kleinbuchstaben gesetzt. Vielleicht ist das Problem damit ja gelöst?!?
Irgendein IE (sorry). Inzwischen hört die Einfärbung nach dem Bildnachweis auf.
@125 P
Sorry, aber ich sehe darin keine Hetze. Die Antworten sind sicher für westliche Ohren provokant, aber dies sollte in einer Gesellschaft, die die freie Meinungsäußerung propagiert, eigentlich kein Problem sein. Das Putin nicht den “westlichen” Meinungstenor bedient, sondern die russische Sicht der Dinge schildert, dürfte selbstverständlich sein. Ich kann mich nicht erinnern, dass in einem Bush-IV im Vorfeld des Irak-Krieges “provokante” und “hetzerische” Töne weggeschnitten wurden. Herrn Saakaschwili wurde in der Sendung “Maybrit Illner” auch eine Plattform für seine Argumentation gegeben, die (mal ganz objektiv betrachtet) provokanter und hetzerischer war, als alles was Putin je gesagt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass Saakaschwili offen Lügen verbreiten durfte, ohne dass dies richtig gestellt wurde. Versteh mich nicht falsch - auch Saakaschwili soll seine Punkte unzensiert wiedergeben dürfen, aber ich hätte mir da eine kompetente Moderation erhofft.
Um dem Zuschauer einen gefilterten Inhalt zu geben - das ist manipulativ, ja.
Das ist Sinn und Zweck eines IVs. Herr Roth hat ja bei einigen Punkten interveniert, die er für moderationsbedürftig hielt. Ich sehe hier kein Problem und möchte noch einmal auf die Saakaschwili-IVs verweisen.
Ist es nicht Aufgabe der ÖR-Medien dem Zuschauer das komplette Meinungsspektrum zu bieten? Warum interviewt man dann überhaupt einen ausländischen Staatsmann, wenn man nicht will, dass er kontroverse Punkte anspricht?
@131 Land unter
OK, dann lag es idT an den Großbuchstaben. Danke für den Hinweis, so kann ich dieses Problem in Zukunft umschiffen.
@125
Sorry:
Der georgische Präsident hatte, vermittelt wohl durch seine PR-Firma AspectConsulting, eine große Medienpräsenz. Im Gegensatz zu Putin verbreitete er wirklich absurde, und inzwischen eindeutig als falsch identifizierte, hetzerische Angaben, um Nato und EU in seinen Konflikt mit der Minderheit zu ziehen. Mir ist nicht bekannt, dass seine Aussagen irgendwie sinnentstellend gekürzt worden wären, weil er für eine Konfliktpartei stand - weder auf CNN, noch in der ARD. Seine Angaben wurden verbreitet.
Nein, die Berichterstattung ergreift hier eindeutig Partei, und deine Rechtfertigung des in Deutschland üblichen Paternalismus, fände ich auch schon fragwürdig, wenn dieser wenigstens um Neutralität bemüht wäre - was er erkennbar aber nicht mal war.
Das offizielle Deutschland, also Merkel, und die CDU hatten in diesem Konflikt schnell Partei ergriffen und sich eindeutig auf Saakaschwilis Seite - als angeblichem Vertreter “unserer” Werte - gestellt. In diesem Kontext muss man die Streichungen sehen, und so ergeben sie ihren, hässlichen, Sinn. Die Bevölkerung soll der offiziellen Merkel-Linie folgen, Fragen nach der georgischen Verantwortung, Fragen nach Interessen der USA an dem Konflikt, sollen gar nicht erst aufkommen. Das ist das ganze Geheimnis.
Nicht zum Thema, aber … unter Firefox kann ich mir die Seite ansehen, wenn sie auch nicht unbedingt rasend schnell läd. Unter Konqueror bekomme ich lediglich die Meldung “Error establishing a database connection” und zwar während der Firefox die Seite gleichzeitig erfolgreich läd. Ich nehme an das ist nicht so gedacht?
@Mela
Ne, dieses Problem taucht bei allen Browsern auf und hängt mit Problemen beim Hoster zusammen, der es nicht schafft, die SQL-Datenbank zu meiner Seite 24 Stunden problemlos zu betreiben *rolleyes*
Der Blog der tagesschau geht jetzt wieder.
blog.tages...
Leider ist dort (noch?) keine Stellungnahme zu finden.
Ich gehe mal davon aus, dass die zeitweisen Datenbank-Disconnects hier beim Spiegelfechter (heute neuen Besucherrekord?) und die “Wartungsarbeiten” beim Tagesschau-Blog mit dem enormen Interesse an dieser Story zu tun haben.
Ärgerlich ist daher, dass das Thema bislang offenbar noch in keinem der “traditionellen Medien” seinen Niederschlag fand:
news.googl...
(Der Link zu ZEIT-Online ist ein Leserartikel.)
Flinx
@132 & 143:
Ja, ich gehe völlig konform damit, dass die westlichen Medien Georgien zu lange ausschließlich als Opfer stilisiert haben und teilweise heute noch tun. Auch das könnte ein Grund für die extreme Kürzung des Interviews sein, keine Frage.
Ich habe ja lediglich versucht, andere Erklärungsansätze aus Sicht der Medien zu finden.
Aber man sollte IMHO auch nicht ins Gegenteil umschlagen (die Tendenzen sieht man gelegentlich). Schließlich hat Russland die Grenzen eines souveränen Staates militärisch verletzt, das darf man nicht trotz aller Provokationen und Zwischenfälle auf der anderen Seite nicht unterbewerten.
Z.B. der gekürzte Absatz, wo Putin Roth sinngemäß sagen lässt (oder es so darstellt), die Georgier hätten diesen Konflikt ausgelöst. Das ist SO nicht objektiv richtig und deshalb fraglich. Das kann ich schon verstehen, dass man das redaktionell hinterher nicht stehen lassen will.
Und allgemein: Filterung ist keine Zensur oder Manipulation - zumindest nicht per se. Journalismus ist nicht anderes als Filterung - plus ein wenig Einordnung und Bewertung - je nach Darstellungsform.
Gerade Interviews sind hochsubjektive und oft inszenierte Geschichten.
In diesem Zusammenhang fände ich es besonders interessant, ob nicht von der anderen Seite auch Einfluss genommen wurde. Bei gedruckten Interviews bekommen die Interviewten schließlich auch die Gelegenheit, ihre Aussagen noch einmal zu überprüfen und Änderungen zu verlangen. Das geht soweit, dass gedruckte Interviews teilweise fast reine Kunstprodukte sind, auf schlagfertig und dynamisch getrimmt sind, mit dem echten Gespräch aber kaum noch etwas zu tun haben.
Gut möglich, dass auch hier ein Pressereferent der russischen Seite gewünscht hat, dass einige Aussagen bitte nicht gezeigt werden (aus diplomatischen Gründen oder wasauchimmer)…
Die Bedingungen, einen Spitzenpolitiker zu einer solchen Zeit vors Mikrofon zu bekommen, sind sicher nicht einfach.
Just a few thoughts.
@Jens Flens
Ich habe zwar idT heute recht viele Besucher (rund 20.000 in den letzten 24 Stunden), aber das sollte eine ordentliche Datenbank eigentlich bewältigen. Und die Tagesschau sowieso ;-)
Das Interesse an diesem Thema ist allerdings schon sehr groß, was nicht zuletzt die über 250 Kommentare im ansonsten eher kommentararmen Tagesschau-Blog nahelegen. Nun ist das Thema aber für die “Etablierten” verbrannt. Es geht ja nicht an, dass man den bösen Bloggern hinterher schreibt, da schweigt man es lieber tot und berichtet über Putins Tigerschuss, Nazi-Bordelle und einen Sturm namens Gustav. So ist das halt.
Faktisches zum verdrehten Interview
Ich finde die entstellenden (angeblich “journalistischen”) Kürzungen des Interviews für die ARD sehr peinlich. Das war doch nicht nötig. Wie leicht könnte man in der ARD oder bei Phoenix aus dem vollständigen Interview z.B. eine 45-minütige Sondersendung machen, ergänzt mit Expertenkommentaren und Korrespondentenberichten!
Das wäre für viele politisch interessierte Bürger interessant gewesen.
Ich finde es bedenklich, dass die ARD mit dieser Art der Interviewbehandlung Politik macht. Meine Sorge ist es, dass ein Kurs in Richtung kalter Krieg mit derartigen Manipulationspraktiken - ein Stück weit - erleichtert wird.
Ein anderer Punkt ist das Interview selbst - inhaltlich. Einmal wäre es schön gewesen, wenn die russische Position für den Fernsehzuschauer verständlicher geworden wäre - was durch die Kürzungen verhindert wurde. Aber da ist noch was, es gibt auch Punkte, wo die russische Position etwas seltsam wirkt - auch im vollständigen Interview.
Wenn Putin von einer europäisch-russischen Wertegemeinschaft schwärmt (in Bezug auf die Todesstrafe), so ist das ein interessanter Punkt - und umso bemerkenswerter ist es, dass in Moskau, praktisch zur gleichen Stunde, wo dieses Interview ausgestrahlt wird, gerade ein Oppositioneller nach seiner Verhaftung von der Polizei erschossen wurde, mit einem Schuss in den Hinterkopf.
Wie war das noch einmal mit der Todesstrafe - und den gemeinsamen Werten?
Ein dritter Punkt ist, dass auch die russische Version des Interviews gekürzt wurde - und zwar um genau die Stellen, wo Putin nicht gut aussah. Zum Beispiel gab es den bemerkenswerten Moment, wo Putin dem ARD-Mann in deutscher Sprache Recht gab, “Das ist kein Fakt“, um anschließend das Nicht-Faktische, bzw. etwas zur Sprache zu bringen, was sich als anti-amerikanische Verschwörungstheorie deuten lässt. Hätten die Russen diese Stelle im Interview sehen können, dann hätten sie sich z.B. fragen können, warum ihnen etwas als “Fakt” (im Sinne einer gesicherten Tatsache) präsentiert wird, von dem Putin ganz deutlich gesagt hat: “Das ist kein Fakt.”
@all
Ich habe auf dem Volkszustandsbericht einen Thread “ARD und das Schweigen der Lämmer” eröffnet, in dem sich jeder, der eine Stellungnahme der ARD haben möchte, eintragen kann. In 2 Tagen werde ich, wenn bis dahin keine Realtion seitens der ARD veröffentlicht wurde, den Vorsitzenden der ARD, Dr. Thomas Gruber, mit einer diesbezüglichen Anfrage im Namen aller Kommentatoren belästigen.
Thread: volkszusta...
@139 P
Das ist idT richtig nur begibt sich die Westen mit seiner “Überbewertung” in die Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden und damit jeglichen Einfluss zu verlieren. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Moskau einer Lösung des Separatismusproblems z.B. auf OSZE-Basis (mit neu zu entwickelnden Mechanismen) zustimmen würden. Aber bleiben wir doch mal auf dem Teppich. Der Westen hat (Kosovo) die Vorlage geliefert und die Maximalforderungen des Westens sind von Moskau nicht zu erfüllen. Die leisen Töne (z.B. von Steinmeier) verhallen zwischem dem Geplärre aus Warschau, London und Washington in das auch das Merkel frohgemut einstimmt, wohlwissend(!), dass dies keinen Erfolg haben kann.
Doch doch, dass ist SO schon richtig. Ausgelöst haben den Konflikt idT die Georgier - das heißt natürlich nicht, dass Russland an der Auslösung des Konfliktes unschuldig war.
Natürlich.
Gerade Interviews haben ja auch nicht den Anspruch neutral oder gar objektiv zu sein. Neben dem Kommentar gibt es kaum eine subjektivere Form der Meinungsdarstellung als das IV. Das Schöne daran ist: Das weiß aber auch jeder. Wenn Putin spricht, denkt kein Zuschauer, er wolle objektiv sein, sondern es ist ganz klar, dass er seine Sicht der Dinge propagiert.
Es geht ja auch primär um die Selektion der Kürzung. Und die ist in diesem Falle alles andere als neutral. Ich könnte als Blogger auch einen Kommentar von Merkel nehmen und ihm durch Kürzung einiger Stellen einen ganz anderen Sinn geben. Das wäre Manipulation. Wenn man kürzt oder kürzen muss, so sollte dies sinnerhaltend geschehen. Im Falle des Putin-IVs ist auch gar nicht klar, warum über die üblichen Schnitte hinweg gekürzt werden musste. Eine halbe Stunde hätte man dem IV schon einräumen können. Sogar der Herr Westerwelle bekommt eine volle halbe Stunde am Sonntagabend, wenn er im Rahmen der “Sommergespräche” interviewt wird.
Sorry, der ARD-Vorsitzenden ist Fritz Raff
September 1, 2008 - interview with Medvedev in english transscript:
russiatoda...
Wie schön, Georgien bekommt als Belohnung eine Freihandelszone: spiegel.de...
Eine Ermutigung an alle Despoten, dass “wir” schon mal ein Auge zudrücken, wenn sich der Despot nur “prowestlich” genug positioniert, und z.B. wirtschaftliche Reformen ankündigt oder Truppen in den Irak sendet. Da darf auch die Opposition niedergeknüppelt, oder zuhause ein Krieg vom Zaun gebrochen werden.
Im übrigen, an P.:
Es geht wohl nicht darum, hier Russland naiv in Schutz zu nehmen. Der erschossene Webjournalist von gestern, oder auch Meldungen, die “plötzlich” in Archiven verschwunden sind, sprechen für sich. Nur - wir sind doch der tolle, freie Westen, bei uns ist doch alles in Butter. Da kann man schon mal vor der eigenen Tür kehren, oder? Die strengsten Maßstäbe sollte man zunächst an sich selber anlegen.
“Wir” nähern uns nämlich in erschreckendem Tempo Verhältnissen an, die von uns sonst so scharf kritisiert werden. Die Heuchelei und Doppelmoral wird durchschaubar, und der Westen verliert so seine Glaubwürdigkeit. Sieh es auch mal so. Schuld an diesen Entwicklungen ist wohl auch das, was man so beschönigend als “politische Kommunikation” beschreibt: PR-Agenturen wie diese unsägliche Aspect-Consulting lügen uns die Hucke voll, im Interesse ihrer Auftraggeber, embedded journalism nimmt zu, Journalismus ergreift Partei, eingekaufte PR-Berichte, Naivität auf Seiten der ehrbaren Journalisten, steigende Budgets für Agenturen, die Politik verkaufen wie ein Waschmittel… Am Ende glaubt man nichts mehr.
… anbei noch die folgende, eigentlich unfassbare Begebenheit:
Ich habe die Ankündigung vom hiesigen Kommentar 142 vor einer halben Stunde im Blog der Tagesschau gepostet - danach den Fehler des Namens des Intendanten berichtigt.
Erschienen ist die Berichtigung (K.: 274), aber der eigentliche Beitrag nicht, obwohl die Kommentarrichtlinien folgendes sagen:
Um zu verhindern, dass Gruppen oder einzelne Nutzer die Kommentarfunktion des Blogs für politische Werbung oder die Verbreitung von beleidigenden oder rassistischen Texten missbrauchen, sind wir gezwungen, Einträge nur nach vorheriger Kontrolle durch die Redaktion zu gestatten.
… soviel zum Thema Zensur.
Hm, seltsam, den “Wartungsarbeiten” am Tagesschaublog ist mein Beitrag zum Opfer gefallen.
War wohl etwas zu kritisch.
Was muss ich nochmal tun, um aus dem Verein (GEZ) auszutreten, wenn ich den Fernseher trotzdem noch nutzen will (Spielekonsole), ebenso PC und Radio?
Entweder Auswandern oder Revolution - was bleiben sonst noch für Möglichkeiten?
gruß, Frank
146: Schuld an diesen Entwicklungen ist wohl auch das, was man so beschönigend als “politische Kommunikation” beschreibt: PR-Agenturen wie diese unsägliche Aspect-Consulting lügen uns die Hucke voll, im Interesse ihrer Auftraggeber, embedded journalism nimmt zu, Journalismus ergreift Partei, eingekaufte PR-Berichte, Naivität auf Seiten der ehrbaren Journalisten, steigende Budgets für Agenturen, die Politik verkaufen wie ein Waschmittel… Am Ende glaubt man nichts mehr.
Das ist richtig. Hier muss ich die ARD aber mal in Schutz nehmen. Dort lief die Tage ein Beitrag über eben diese Medienmanipulation. Dort hatte sich ein ARD-Korrespondent die Mühe gemacht, die Inszenierungen mal zu dokumentieren. So zeigte die ARD die schätzungsweise 20 Journalisten, die sich auf die drei Flüchtlinge stürzten, die am Ortrand ankamen.
Oder zeigte, wie auf beiden Seiten angebliche Opfer und Zeugen von Gräueltaten wie am Fließband Interviews geben. Und dann ist das ARD den sich widersprechenden Horroraussagen der jeweiligen Seiten auf den Grund gegangen und konnte keinerlei Hinweise dafür finden, dass die erzählten Taten stattgefunden haben (ging um verbrannte Kinder in einer Kirche).
Auch finde ich nicht, dass die Kürzung des Interviews einen anti-russischen Touch hat, wie hier und im ARD-Blog oft behauptet wird. In meiner Sicht sogar im Gegenteil. Hätte man all die Vorwürfe, Behauptungen und teils verschwörungstheoretischen Aussagen drin gelassen, hätte Putin deutlich unglaubwürdiger und gefährlicher gewirkt als jetzt.
Was mich wieder dazu bringt, dass vielleicht die russische Diplomatie eben genau so nicht aussehen wollte. Neutral ist die Kürzung sicher nicht, pro-georgisch aber auch nicht wirklich.
@P
Das ist wohl eine sehr subtile der Form der Propaganda, selbst bestimmen zu wollen, welche Aussagen der Zuhörer zu hören bekommt, weil man selbst einiges als nichthörbar bewertet.
Wenn ein russischer Ministerpräsident Aussagen trifft, hat man diese im Original zu senden. Punkt. Alles andere ist finstere Propaganda. Der angeblich so seriös wirkende Herr Roth hat so unglaub unseriös, nervös, arrogant und schwach gewirkt.
Da tun sich Charakterwelten zwischen beiden Personen auf und einem Günter Gaus wäre so etwas nie passiert.
@149 P.
Naja, wenn Herr Roth mit Putin über den Auslöser des Krieges streitet, gleich zu Beginn. Und dieser Einstieg herausgenommen wird von der Redaktion, ja dann: Das macht durchaus einen pro-georgischen Eindruck auf mich.
Denn hier gibt es, wie immer, die Grundsatzfrage: Wer hat den Krieg angefangen? Und ich wüsste nicht, dass darüber überhaupt diskutiert wird in der breiten Öffentlichkeit. Wer hat denn jetzt eigentlich Recht? Georgien, oder Russland? Die Frage wurde mir neulich gestellt. Meine Antwort: Dummerweise Beide.
Hier die offizielle Stellungnahme von Roth auf tagesschau.de
tagesschau...
Ich fuerchte, Deutschland nun kein freies Land ist. Schade oder…?
@Sven (152):
Ach was, das sind doch alles nur von den Bütteln der [hier Lieblings-Verschwörer einsetzen] erfundene Ausreden. ;)
@150:
Kürzen, Reduktion und Selektion sind per se nicht “subtile Propaganda”, sondern exakt das, was Journalismus zunächst einmal ausmacht.
Ich überspitze jetzt zur Verdeutlichung:
Ist es Propaganda, wenn die Tagesschau zwar berichtet, dass in Asien ein Flugzeug abgestürzt ist, aber mit keiner Silbe erwähnt, dass heute ein Unbekannter 20 Liter Diesel im Wormser Stadtweiher entsorgt hat? Ist es Propaganda, wenn am nächsten Tag der “Wormser Rundblick” zwar die Verunreinigung des Stadtweihers meldet, aber keine Silbe über einen Flugzeugabsturz bringt? Ist es Propaganda, wenn eine Nachrichtensendung nur wenige Sekunden einer Politikerrede zeigt, ein paar weitere Aspekte vom Sprecher zusammengefasst werden und andere Punkte der Rede überhaupt nicht erwähnt werden?
Ist es Propaganda, wenn der Redakteur eines Technikmagazins zwar die technischen Daten vom Hersteller übernimmt, die überschwänglichen Lobeshymnen auf das Gerät (aus der Pressemitteilung des Herstellers) aber weglässt?
Nein, Journalismus funktioniert nur durch Selektion. Es ist der Versuch, der jeweiligen Zielgruppe nur das zu vermitteln, was für sie relevant ist. Dass das nicht immer funktioniert: selbstverständlich.
Umgekehrt ginge es aber nicht. Wenn Berichterstattung nur 1:1-Verlautbarungen wären, dürfte man eben über die Politikerrede nur berichten, wenn man wie Phoenix nur alles live zeigt und nicht zusammengefasst usw.?
ARD strikes back. :)
Sehr geehrter alien,
vielen Dank für Ihre e-mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen. Das Interview mit dem russischen Ministerpräsidenten war kurzfristig zustande gekommen und aktuell ins Programm genommen worden. Darüberhinaus hatte Das Erste in seinen Informationssendungen bereits ausführlich über den Konflikt im Kaukasus berichtet. Daher stand für das Interview mit Wladimir Putin nur eine begrenzte Sendezeit zur Verfügung. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht die vielen Zuschauer enttäuschen wollten, die auf das ausgedruckte Regelprogramm gewartet haben.
Darüberhinaus weise ich Sie gerne darauf hin, dass das Erste Deutsche Fernsehen keiner politischen Instanz oder Partei in besonderer Weise verpflichtet ist. Das öffentlich-rechtliche ARD-Gemeinschaftsprogramm wird aus Rundfunkgebühren finanziert und arbeitet frei von staatlicher Einflussnahme. In den Kontrollgremien der Landesrundfunkanstalten achten Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen darauf, dass journalistische und ethische Standards eingehalten werden.
Natürlich verstehen wir, dass Sie aufgrund Ihrer politischen Einstellung oder Weltanschauung nicht ganz damit einverstanden sind, wie Das Erste den Konflikt im Kaukasus behandelt hat. Doch können Sie davon ausgehen, dass weder politischer Einfluss noch gewollte Parteinahme dazu führten, das Thema so auszuwählen und darzustellen. Vielmehr verfolgen unsere politischen Berichterstatter und Moderatoren den Anspruch, seriöse öffentlich-rechtliche Arbeit zu leisten.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Pxxx
ARD-Zuschauerredaktion
Erstes Deutsches Fernsehen
“Letzter Punkt: Selbstverständlich ist unser journalistisches Interesse, das ganze Interview zu veröffentlichen. Das geschieht am Dienstag, den 2. September um 6:20 Uhr”
Wow…um 6:20 im WDR. Das werden auch viele zu Gesicht bekommen…
@P. (komischer Name….heißt du wirklich so?)
…meiner Meinung nach reicht es jetzt…mit den albernen, kindischen PR Versuchen hier den Blog zu beeinflussen.
Ich, ja ich kleiner, denke das ist völlig daneben……..P. bist du etwa der Meinung daß wir nur das uns gemäße an Information zugeteilt werden sollte…..so nach dem Motto:
Der Kerl soll wissen wie sein Vorgesetzter heisst und wenigstens die Wochentage kennen?
Manche Blogs verbreiten halt die Wahrheit….wenn dir das Weheleiden oder wie man sagt Bauchweh verursacht……dann geh…….
Aus deiner Schreibe werde ich jedenfalls nicht schlau!
@all
Update: Nach über 300 größtenteils äußerst enttäuschten Kommentaren im Tageschau-Blog und einer steigenden Zahl von Blogs, die sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben, hat die ARD reagiert und Thomas Roth hat eine Erklärung veröffentlicht.
Roth entschuldigt die technisch schlechte und gekürzte Version mit Terminproblemen, weißt aber jeden Vorwurf der “Zensur” kategorisch von sich. Er kündigt an, dass das Interview in voller Länge am 2. September um 6.20 im WDR gezeigt wird und er sich am 4. September um 14.00 im Tagesschau-Chat dem Volke stellen will. Das wird sicher sinnvoll sein, denn Roths Kommentar geht auf einige zentrale Kritikpunkte nicht ein:
- Warum wurde das Interview in voller Länge nicht ins Internet gestellt?
- Warum wurde das Interview in voller Länge nicht auf einem Spartensender gezeigt?
- Warum findet sich nirgends ein von der ARD autorisiertes Script mit dem Interview in voller Länge?
- Warum erweckte man sowohl im Fernsehen, als auch im Internet, den Eindruck, das gekürzte Interview sei nicht gekürzt, sondern vollständig?
- Ist es einem Inhalt angemessen, der sich bei den Zuschauern und Lesern eines überaus großen Interesse erfreut, um 6.20 auf einem Regionalsender gezeigt zu werden?
Die Krisen-PR der ARD scheint zumindest im Ansatz zu funktionieren. Ohne die überwältigende Reaktion auf das Fehlverhalten, hätte es sicher noch nicht einmal eine Ausstrahlung in den frühen Morgenstunden gegeben. Die Reaktion der ARD ist aber nicht mehr als ein Notnagel. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und vielen Internetnutzern ist ein Licht aufgegangen, dass auch das “Schlachtschiff” des deutschen Fernsehjournalismus nicht so neutral und objektiv ist, wie es sich gerne gibt.
@P
Es macht einen wichtigen qualitativen Unterschied, ob in Worms über Worms von deutschen Journalisten berichtet wird, oder ob einer wirklich gefährlichen Situation in und für Europa der Ministerpräsident eines von Deutschland an den politischen Pranger gestellten Landes ein Interview zu seiner Sichtweise gibt und diese seine Sichtweise aus dem Zusammenhang gerissen wird, indem seine Aussagen einfach nicht vollständig wieder gegeben werden und vom Deutschen Staatsfernsehen nach seinen Bedürfnissen zusammengeschnitten werden.
Der Unterschied in den verschiedenen Fassungen ist eklatant! Die 10 Minutenfassung, deren Schnittweise stellt eine völlig andere Situtation dar, als das 30 Minuten Interview.
Wenn es gewollt gewesen wäre, hätte man ein Spezial von einer Stunde genau im Anschluß bringen können und den Rest nach hinten rausgeschoben.
Ohne den Artikel hier von Jens und den vielen Kommentaren und Anmerkungen in den Blogs hätte die ARD nie reagiert. Ich wusste selbst nicht, dass es eine zweite Fassung vom Interview gibt.
das tagesschaublog wird auch zensiert, ich habe geschrieben:
zu Ihrer Stellungnahme:
Sehr geehrter Herr Roth,
ich denke nicht, dass sich die Kritik an irgendwelchen technischen oder organisatorischen Schwierigkeiten entzündet.
Der Vorwurf lautet, dass wesentliche Teile des Interviews, insbesondere die, welche die russische Argumentation stützen könnten und die georgische bzw. USA kritisieren (um es mal vorsichtig auszudrücken), weggelassen wurden und auch noch der Eindruck vermittelt wurde, es gäbe sie nicht (10min).
Sie glauben doch nicht im Ernst, Ihnen nimmt jemand ab, sie wüssten nicht, was Sie tun.
Übrigens, wie war das noch mal mit der Aussage “Israel von der Landkarte fegen”, etwas viel Versehen in letzter Zeit, allerdings immer nur in eine Richtung …
Was war da jetzt so schlimm?^^
tagesschau...
+ Letzter Punkt: Selbstverständlich ist unser journalistisches Interesse,
+ das ganze Interview zu veröffentlichen. Das geschieht am Dienstag,
+ den 2. September um 6:20 Uhr + im WDR-Fernsehen und wird danach auf
+ tagesschau... auch in schriftlicher Form
+ veröffentlicht. Wir machen das sehr gerne und freuen uns,
+ wenn wir das große Interesse damit zufriedenstellen können.
Warum wird das Interview nicht um 5:00 Uhr früh ausgestrahlt?
Da haben dann noch weniger Leute den Fernseher eingeschaltet…
@155 P.
Du beschreibst sehr richtig die verantwortungsvolle Aufgabe der Selektion von Relevanz, die die Tagesschauredaktion z.B. täglich leisten muss. Auch klar ist, dass wenn von einer Bundestagsdebatte o.ä. berichtet wird, da nicht der ganze Sermon ausgestrahlt werden kann, sondern inhaltlich knackig zusammengefasst werden muss. Das ist Journalismus, im Übrigen lernt man das schon in der Schule in Deutsch, als sog. Inhaltsangabe.
Hier richtet sich aber die Kritik - u.a. meine - gegen eine Auswahl, die wesentliches - die Frage der Kriegsschlud etwa - unter den Tisch fallen lässt, und den Sinngehalt von Putins Aussagen dadurch verzerrt, nicht zusammenfasst. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Frage für Putin elementar war, daher wollte er das glech am Anfang geklärt sehen. Und Herr Roth schien ihm ja zuzustimmen. Das wurde dann aber heraus”gekürzt”.
Und das deckt sich eben nun - ob rein zufällig oder absichtlich - mit Merkels “man solle nicht ewig Ursachenforschung betreiben, sondern in die Zukunft blicken”. Nun ist sowohl diese Haltung per se fragwürdig (es ist ja wohl von Interesse, wer warum einen Krieg begann, auch wenn es ein von den USA gehätschelter und hochgerüsteter Hasardeur war, auf dessen Seite sich dann Merkel stellte), als auch das, was ich vorauseilenden Gehorsam der ARD dazu nenne: Diese Merkel-Haltung nämlich mit den Streichungen im Interview noch mal nachzuvollziehen. Es handelt sich auch gewiss nicht um Verschwörungstheorien, wenn u.a. Teltschik, Bahr, Schwardnadse, Gorbatschow und die OSZE hinsichtlich der Frage der Kriegsschuld zu ähnlichen Antworten gelangen. Ist es nicht, anders als Merkel sagt, eine entscheidende Frage zur Bewertung des Konflikts, wer ihn denn begann? Oder welches Interesse sonst an einem Konflikt bestand, auf allen Seiten? Warum streicht man das also? Die Frage hast du bisher nicht beantwortet…
Die Kaukasuskonflikt-Berichterstattung war kein Ruhmesblatt für die westlichen Medien, und leider kann man die ARD da nicht ausnehmen. Es ist ehrenwert, dass sie sich nun auch mit Medienmanipulation auseinandersetzt oder darstellt, dass sowas existiert. Aber die verwunderte Reaktion auf die Kritik finde ich wenig glaubhaft, wenn auch verständlich: Ehrlicherweise zu sagen “Tja, da habt ihr uns erwischt, dumm gelaufen, aber sorry, ist nun mal so, die USA sind unsere Verbündeten, da haben wir gewisse Verpflichtungen” wäre ja eine absolute Bankrotterklärung.
(ja, ich bin mir bewusst, dass die ARD durchaus sehr kritisch über Irakkrieg oder Guantanamo berichtete. In der Afghanistan-Berichterstattung sieht das aber wieder anders aus, usw., etc., pp)
158: …meiner Meinung nach reicht es jetzt…mit den albernen, kindischen PR Versuchen hier den Blog zu beeinflussen.
Ui, das ist harter Tobak. Nein, ich mache hier keine PR, sondern will lediglich etwas Mäßigung erreichen.
Ich, ja ich kleiner, denke das ist völlig daneben……..P. bist du etwa der Meinung daß wir nur das uns gemäße an Information zugeteilt werden sollte…..so nach dem Motto:
Der Kerl soll wissen wie sein Vorgesetzter heisst und wenigstens die Wochentage kennen?
Wenn jemand sagt, dass Medien grundsätzlich nicht selektieren dürfen, dann ist das einfach nicht umsetzbar, weil Selektion die Hauptfunktion von Journalisten ist. Das wollte ich darstellen. Dass hier, in diesem konkreten Fall zu sehr und zu “selektiv” selektiert wurde (ja, so dass es den Inhalt verfälscht): dem stimme ich ja zu, keine Frage, kein Einspruch.
Manche Blogs verbreiten halt die Wahrheit….wenn dir das Weheleiden oder wie man sagt Bauchweh verursacht……dann geh…….
Aus deiner Schreibe werde ich jedenfalls nicht schlau!
Niemand verbreitet die Wahrheit ;). Ja, Blogs können ein tolles Korrektiv sein, andere Perspektiven zeigen… Und ich habe ja keinerlei Beschwerden gegen diesen Blogeintrag, im Gegenteil: er ist großartig. Mir gehen nur die in den Kommentaren gezogenen Schlüsse zu weit.
Nachtrag: @163/postgrün: Schöner Beitrag, da stimme ich vorbehaltlos zu
Manipulation des Monats
nachdenkse...
@schwitzig
Mohr (Spiegel) wird da auch ‘lobend’ erwähnt!
Als Laie, der das nur so ganz subjektiv einschätzt, würde ich meinen, Sendungen, die um 6:20 im WDR ausgestrahlt werden, haben die geringst mögliche Reichweite überhaupt. Schwer vorstellbar, dass man sich das zum Frühstück ansieht, so man da schon - oder noch - wach ist. Die allermeisten Menschen ruhen zu dieser Zeit in Sandmännchens Armen. Außer vielleicht bei speziellen Events wie Wahlen in den USA, wo Interessierte deswegen vielleicht “durchmachen”. Ich persönlich habe um diese Zeit das letzte mal vor x Jahren ferngesehen. Damals kamen wir nach einer durchzechten Nacht nach Hause, und sahen uns noch im Dämmerzustand die “Teletubbies” an. - Die vollständige Veröffentlichung als Text im Netz ist aber in Ordnung, und kann wohl als Reaktion auf Kritik aus dem Netz gedeutet werden. Warum überhaupt zuvor ein gekürzter Text veröffentlicht wurde, weiß ich nicht, an den paar Kilobyte kann es ja nicht gelegen haben.
Lieber Spiegelfechter,
manchmal liegt man einfach daneben. Ich habe am Freitag das Putin Interview nicht gesehen, aber mittlerweile dieses Versäumnis nachgeholt. Der Vorwurf der Zensur und der Manipulation beim Roth Interview ist absurd. In jedem Interview werden Kürzungen gemacht - und das sollten vor allem diejenigen endlich zur Kenntnis nehmen, die in ihrem ganzen Leben noch kein Interview gemacht haben … . Manipulation und Zensur kann es nur geben, wenn Aussagen des Interviewpartners sinnentstellend wiedergegeben werden. In solchen Fällen gibt es ein Dementi des Interviewpartners - und das ist für den Journalisten ziemlich peinlich. Meines Wissens hat es auch noch keinen Protest der russischen Regierung bei der ARD gegeben. Das liegt aber bestimmt nicht daran, dass in der russischen Regierung niemand außer Putin die deutsche Sprache versteht … . Wenn sich also noch nicht einmal die russische Regierung unfair behandelt fühlt, ist es schon etwas seltsam, wenn ausgerechnet eine Schar aufgeregter Blogger hier russischer als die Russen selbst sind … . Welche Interviewpassagen am Ende gebracht werden, ist immer die Entscheidung des Journalisten. Das wäre ja noch schöner, wenn es anders wäre … . Der Vergleich mit US Präsidenten ist übrigens völliger Unsinn. Da wird schon im Vorfeld festgelegt wie lang das Interview ist - und auch kein Wort mehr aufgenommen. Putin hätte das auch so machen können. Das ist immer die Entscheidung des Interviewpartners. Er zog dann allerdings das Schwadronieren vor … .
Die Erklärung Roths ist tatsächlich plausibel, sowohl was den Zeitdruck als auch die Platzierung der Sendung, inclusive Zeitplanung betrifft. Das kann man mir wirklich glauben. Bei meinen Radiobeträgen habe ich in der Regel wesentlich mehr Zeit als Roth - und trotzdem: Das Kürzen auf eine Sendefähige Form ist die große Kunst. Da hat man schlichtweg keine Zeit für Manipulation und ähnlichen Unsinn … . Zudem war die USA Sendung war mit Sicherheit lange vorbereitet - und die baut man nicht einfach um, nur weil irgendjemand später ein ansonsten journalistisch keineswegs besonders bemerkenswertes Interview auf einmal für besonders bemerkenswert hält. Roth hat übrigens auch in seinen früheren Berichten zum Konflikt keineswegs bestritten, dass die Kampfhandlungen von Georgien begonnen worden sind. Wieso soll das also für ihn dann auf einmal besonders interessant gewesen sein? Nur weil das der Spiegelfechter für interessant hält, muss das nun jemand anderes nicht für interessant halten.
Und zu den Fragen: Die sind zum großen Teil völliger Kokolores. Was soll der Unsinn, dass man in Zukunft jedes Interview gewissermassen im Rohschnitt ins Internet stellt? Das ist vielleicht unter Bloggern üblich, hat aber mit Journalismus nichts zu tun. Ja, warum wurde das Interview nicht in voller Länge in einem Spartenkanal gezeigt? Weil in dem Interview schlicht nichts gesagt wird, dass journalistisch diese Langfassung rechtfertigen würde. Es sei denn, man verwechselt mittlerweile kritische Kommentare zur Berichterstattung in westlichen Medien mit der kritiklosen Weiterverbreitung russischer Propaganda … . Darauf läuft es nämlich bald heraus. Dass es trotzdem gemacht wird, hat mit der hier artikulierten Kritik an Roth zu tun. Journalistisch gerechtfertigt ist es nicht, um das einmal klarzustellen.
“Das Kind ist in den Brunnen gefallen und vielen Internetnutzern ist ein Licht aufgegangen, dass auch das “Schlachtschiff” des deutschen Fernsehjournalismus nicht so neutral und objektiv ist, wie es sich gerne gibt.”
Das ist eine Schlussfolgerung, die ziemlich absurd ist. Ich sehe den Konflikt übrigens anders als Roth - und ich habe gleich zu Beginn des Krieges auf die Propagandaschlacht hingewiesen. Die übrigens mit einer russischen Lüge bezüglich der Opferzahlen angefangen hat … . Allerdings zugleich die georgische Regierung und die westliche Politik kritisiert. Aber hier wird ehrabschneidend gegenüber Roth argumentiert … und das ist schlicht eine Sauerei. Auch wenn ich Ihre Beiträge ansonsten für interessant halte, hier haben Sie sich schlicht vergaloppiert.
Gruss
f.lübberding
@SF
Schön logisch gedacht. Diese in dem Tagesschau-Blog mehrfach erwähnten Punkte finden in der “Erklärung” der ARD(Roth) keinen Platz - und das, obwohl sie vorher diskutiert wurden und bei der ARD sicherlich nicht nur lesebehinderte Gehirnamputierte arbeiten. Meines Erachtens wird durch diese “Erklärung” des Herrn Roth im Kontext der Nichterwähnung dieser Punkte belegt, dass es sich sehr wohl um manipulative Filterung(Zensur) handelt.
Ausserdem hat das Krisenmanagement der ARD in meinen Augen unter zuhilfenahme der üblichen Borniertheit monumental versagt, denn ich werde sicherlich nicht der einzige sein, der diese “Erklärung” derartig interpretiert.
Sinnvoll wäre eine Flucht nach vorne mit Komplettveröffentlichung im Internet und einer Sondersendung mit Bewertung/Kommentierung des vollständigen Intervies gewesen.
Statt dessen: Eine Auslasser”erklärung” und ein Sendeplatz um 6:20 Uhr unter ferner liefen.
Noch deutlicher kann man den GEZ-Zahlern wohl kaum ins Gesicht kotzen.
Lieber Spiegelfechter,
manchmal liegt man einfach daneben. Ich habe am Freitag das Putin Interview nicht gesehen, aber mittlerweile dieses Versäumnis nachgeholt. Der Vorwurf der Zensur und der Manipulation beim Roth Interview ist absurd. In jedem Interview werden Kürzungen gemacht - und das sollten vor allem diejenigen endlich zur Kenntnis nehmen, die in ihrem ganzen Leben noch kein Interview gemacht haben … . Manipulation und Zensur kann es nur geben, wenn Aussagen des Interviewpartners sinnentstellend wiedergegeben werden. In solchen Fällen gibt es ein Dementi des Interviewpartners - und das ist für den Journalisten ziemlich peinlich. Meines Wissens hat es auch noch keinen Protest der russischen Regierung bei der ARD gegeben. Das liegt aber bestimmt nicht daran, dass in der russischen Regierung niemand außer Putin die deutsche Sprache versteht … . Wenn sich also noch nicht einmal die russische Regierung unfair behandelt fühlt, ist es schon etwas seltsam, wenn ausgerechnet eine Schar aufgeregter Blogger hier russischer als die Russen selbst sind … . Welche Interviewpassagen am Ende gebracht werden, ist immer die Entscheidung des Journalisten. Das wäre ja noch schöner, wenn es anders wäre … . Der Vergleich mit US Präsidenten ist übrigens völliger Unsinn. Da wird schon im Vorfeld festgelegt wie lang das Interview ist - und auch kein Wort mehr aufgenommen. Putin hätte das auch so machen können. Das ist immer die Entscheidung des Interviewpartners. Er zog dann allerdings das Schwadronieren vor … .
Die Erklärung Roths ist tatsächlich plausibel, sowohl was den Zeitdruck als auch die Platzierung der Sendung, inclusive Zeitplanung betrifft. Das kann man mir wirklich glauben. Bei meinen Radiobeträgen habe ich in der Regel wesentlich mehr Zeit als Roth - und trotzdem: Das Kürzen auf eine Sendefähige Form ist die große Kunst. Da hat man schlichtweg keine Zeit für Manipulation und ähnlichen Unsinn … . Zudem war die USA Sendung mit Sicherheit lange vorbereitet - und die baut man nicht einfach um, nur weil irgendjemand später ein ansonsten journalistisch keineswegs besonders bemerkenswertes Interview auf einmal für besonders bemerkenswert hält. Roth hat übrigens auch in seinen früheren Berichten zum Konflikt keineswegs bestritten, dass die Kampfhandlungen von Georgien begonnen worden sind. Wieso soll das also für ihn dann auf einmal besonders interessant gewesen sein? Nur weil das der Spiegelfechter für interessant hält, muss das nun jemand anderes nicht für interessant halten.
Und zu den Fragen: Die sind zum großen Teil völliger Kokolores. Was soll der Unsinn, dass man in Zukunft jedes Interview gewissermassen im Rohschnitt ins Internet stellt? Das ist vielleicht unter Bloggern üblich, hat aber mit Journalismus nichts zu tun. Ja, warum wurde das Interview nicht in voller Länge in einem Spartenkanal gezeigt? Weil in dem Interview schlicht nichts gesagt wird, dass journalistisch diese Langfassung rechtfertigen würde. Es sei denn, man verwechselt mittlerweile kritische Kommentare zur Berichterstattung in westlichen Medien mit der kritiklosen Weiterverbreitung russischer Propaganda … . Darauf läuft es nämlich bald heraus. Dass es trotzdem gemacht wird, hat mit der hier artikulierten Kritik an Roth zu tun. Journalistisch gerechtfertigt ist es nicht, um das einmal klarzustellen.
“Das Kind ist in den Brunnen gefallen und vielen Internetnutzern ist ein Licht aufgegangen, dass auch das “Schlachtschiff” des deutschen Fernsehjournalismus nicht so neutral und objektiv ist, wie es sich gerne gibt.”
Das ist eine Schlussfolgerung, die ziemlich absurd ist. Ich sehe den Konflikt übrigens anders als Roth - und ich habe gleich zu Beginn des Krieges auf die Propagandaschlacht hingewiesen. Die übrigens mit einer russischen Lüge bezüglich der Opferzahlen angefangen hat … . Allerdings zugleich die georgische Regierung und die westliche Politik kritisiert. Aber hier wird ehrabschneidend gegenüber Roth argumentiert … und das ist schlicht eine Sauerei. Auch wenn ich Ihre Beiträge ansonsten für interessant halte, hier haben Sie sich schlicht vergaloppiert.
Gruss
f.lübberding
@flirgendwas
Nein.
@167( f.lübberding)
Sind Sie der Feudel von der taz, der dies verbrochen hat?
taz.de/ind...
Diesen Krieg hatte Israel wegen zwei Gefangenen Militärs durchgeführt. Dort ist bis heute immer noch strittig auf welchem Staatsgebiet(Israel oder Libanon), die beiden abhanden kamen. Die deutschen Medien haben sich da auch sofort auf eine Seite geschlagen. Der absurde Kriegsgrund spielte da auch keine Rolle. Der Verbrecher Saakaschwili hat diesmal mehr als zwei auf dem Kerbholz! Aber der ist ja scheinbar unser Schweinehund, ein “Guter”(tm). “Der Russe”(LTI) ist per Definition das “Böse”(tm). Ihr Link hinter/unter dem Namen sagt auch viel, Sie wissen nicht nur scheinbar gar nix!
@ f.lübberding
Das bestreitet auch niemand. Es geht in diesem Punkt darum, dass der Eindruck erweckt wurde, es handele sich um ein vollständiges Interview. Jeder, der ein Interview gemacht hat, weiß auch, dass es keinesfalls üblich ist, inhaltlich relevante Teile eines Satzes zu kürzen. Auch dies wurde hier gemacht.
Sinnentstellend oder auch sinnentfremdet? Letzteres ist hier der Fall.
Natürlich nicht, so etwas ist leider Business as usual. Unterhalte Dich doch mal bitte mit russischen Offiziellen, Publizisten oder Publizistik-Professoren über ihre Einschätzung des Russlandbildes deutscher Medien und über die Neutralität in der deutschen Russlandberichterstattung. Da wirst Du Dir aber einiges anhören können.
Das ARD-Interview wird auch in russischen Blogs und Foren heiß diskutiert, wir mir die Backlinks zeigen.
Natürlich – aber es ist doch offensichtlich, welcher „Fokus“ hier angelegt wurde. Wer lesen kann, der lese.
Sicher hätte er das und ich kann mir die Rahmenberichterstattung in einem solchen Falle sehr gut vorstellen: Putin diktiert deutschen Medien, wie sie zu arbeiten haben. Dies wäre sicher sehr hilfreich.
Und warum hatte die ARD keinen Sendeplatz für eine vollständige Version? Zeitplanung? Wohl kaum.
*g*
Du weißt doch, für welche unglaublich „wichtigen“ Dinge in der ARD das Programm verschoben wird. Ein Interview mit dem wichtigsten Mann des Landes, das Wochenthema Nummer Eins ist, soll „ansonsten“ keineswegs besonders bemerkenswert sein? Da unterscheidet sich unser Wertigkeitsfokus aber anscheinend gewaltig.
Der Spiegelfechter findet das sogar uninteressant, da dies eigentlich hinlänglich bekannt ist. Putins Äußerungen zu Srebenica und zur zukünftigen Ost-West Politik fand ich allerdings schon sehr interessant.
Das ist Deine persönliche Meinung, die (das zeigen auch die Reaktionen der ARD-Zuschauer) sicher nicht mehrheitsfähig ist.
Nicht bereits mit der georgischen Erklärung, man verteidige sich gegen eine russischen Invasion? Ich bin verwundert.
An welcher Stelle kritisiere ich den Roth? Im Gegenteil, gegen das Interview habe ich nichts und das merke ich an einigen Stellen an.
Nichts als Pharsen und Pharsen Lübbering, und diejenigen, die hier selbst schreiben, brauchst du nicht für dumm verkaufen zu wollen: Was Roth abgeliefert und gesendet wurde ist eine bodenlose Sauerei und hat mit Journalismus nichts zu tun, absolut nichts.
Whamburg
Ja, der bin ich. Sie dürfen auch gerne eine inhaltliche Stellungnahme dazu abgeben. Ansonsten verschonen Sie mich mit Ihren Anmerkungen.
@169 f.lübberding
Es ist richtig, dass Interviews Ergebnis eines Verdichtungsprozesses sind. In diesem Fall ist das Gespräch - die Basis des Interviews - aber durch das russische Fernsehen öffentlich, und man sieht ganz genau den Bias der deutschen Redakteure. Sie haben alles weggelassen, was an die ‘Kriegsschuldfrage’ rührt. Alles, was geeignet ist, die Handlungen Russlands zu plausibilisieren.
Das ist äußerst kritikwürdig, da hat der Spiegelfechter recht. Hintergrund ist natürlich, dass manche Redaktionen krampfhaft an dem Narrativ der letzten Wochen festhalten: ‘Georgien - na, Sie wissen schon, da macht Russland mal wieder Trouble.’
Der eigenständigeren Redaktion von Anne Will gestern abend war es vorbehalten, durch die Auswahl der Gäste dazu einen Kontrapunkt zu setzen.
Schade, dass man Herrn Saakashwili im deutschen Fernsehen nicht auch so kritischen Fragen ausgesetzt hat wie Herrn Putin.
Herrn Roth hat sich geäußert:
“”Lieber Zuschauer, liebe Zuschauerin,
aus Anlass des Interviews mit dem russischen Ministerpräsidenten haben wir so viele e mails bekommen, dass ich sie leider nicht mehr alle einzeln beantworten kann. Die meisten beziehen sich aber auf den gleichen Sachverhalt, dass wir das Interview unzulässig gekürzt hätten. [...]
Selbstverständlich ist unser journalistisches Interesse, das ganze Interview zu veröffentlichen. Das geschieht am Dienstag, den 2. September um 6Uhr20 im WDR Fernsehen und wird danach auf der Webseite tagesschau... auch in schriftlicher Form veröffentlicht. Wir machen das sehr gerne und freuen uns, wenn wir das große Interesse damit zufriedenstellen können. [...]”
Die komplette Antwort findet ihr hier:
• 0815-info....
(Antwort ist als Kommentar hinzugefügt, also scrollen!)
Beste Grüße
Tilo
sorry. Fehleintrag, ihr habt die Stellungnahme Roths ja schon diskutiert.
@174:(f.lübberding):
Der o.g. Artikel sagt viel über Sie, genau auch Ihre Reaktion hier, es wird um Verständnis für einen Aggressor gebettelt.
“Ansonsten verschonen Sie mich mit Ihren Anmerkungen.” Klar, Kritik ist nicht erwünscht.
Auf phoenix.de sehen wir nun im Russlandblog das Ergebnis der Versammlung in Brüssel kurz beschrieben:
“[...] Für die EU ist Moskau der Hauptschuldige. Georgien dagegen darf mit europäischer Wiederaufbauhilfe rechnen, die Visabestimmungen für Georgier werden gelockert, eine internationale Geberkonferenz für das von Russland teilbesetzte Land wird in Kürze organisiert. Schließlich wird es einen EU-Beauftragten für Georgien geben. Die Regierungschefs forderten andere Staaten auf, dem russischen Beispiel in der Frage der Anerkennung der abtrünnigen georgischen Provinzen nicht zu folgen. Dies war von der Sache eigentlich nicht nötig, da dies ohnehin niemand vorhat und Russland in diesem Punkt ohnehin isoliert ist.
Schwarz-Weiß-Denken? Nein, sondern ein klares Bekenntnis zu europäischen Werten. Der Dialog mit Russland soll weitergehen - trotz der von Moskau geschaffenen Belastungen. Es gab innerhalb der 27 mehrere Staaten, die ein härteres Vorgehen verlangten. Sie haben sich nicht durchgesetzt - und das ist zu begrüßen. Moskaus militärischer Sieg geht mit einer herben diplomatischen Niederlage einher, die fast mit Sanktionen geendet hat. Georgien dagegen hat erreicht, dass es näher an die EU gerückt ist und der Konflikt auf einer internationaler Bühne angelangt ist.”
Herrlich, da haben wir den Salat - Russland ist für die deutsche Bevölkerung damit entgültig zum schwarzen Schaf gestempelt, man darf gespannt sein, was darauf noch so alles folgt… keine Chance, es ist echt zum heulen
@sf/172:
Ein wenig einschränken würde ich das schon. Zum einen kann man kaum sagen, dass der “Eindruck erweckt” werde, es handele sich um ein vollständiges Interview. Das ist Usus, der branchenfremde Leser/Zuschauer denkt vermutlich immer, ein Interview wäre vollständig, auch wenn das eigentlich nie der Fall ist. Das finde ich als Vorwurf nicht unbedingt angemessen. Das kann man natürlich als allgemeine Medienkritik anbringen, ist aber nicht ein spezifisches Problem dieses Interviews.
Wenn ein Interview für eine bestimmte Länge (sei es in Seiten, Spalten oder Sendezeit) gedacht ist, lässt sich das Kürzen nicht vermeiden. Einen expliziten Hinweis erachte ich da nicht als unbedingt notwendig. (Disclaimer: Noch einmal angemerkt, ich heiße DIESE Kürzungen auch nicht für gut, mir geht es um die durchklingende Allgemeingültigkeit der Forderungen)
Auch den Ruf nach der vollständigen Online-Version finde ich nicht selbstverständlich. Nur weil man im Netz alles abladen kann, muss man es nicht auch unbedingt tun (allgemein, hier wäre es aufgrund der stark gekürzten AIr-Version sicherlich erwägenswert gewesen). Immerhin hat die ARD ja von sich aus auch eine vollständige Übertragung eingeplant (wenn auch auf bescheidenem Sendeplatz). Grundsätzlich davon auszugehen, dass alles unbearbeitet im Netz sein muss, halte ich für übertrieben.
Das große ABER: Auch die klassischen Medien müssen sich langsam daran gewöhnen, dass die Internetgeneration mit vergleichsweise hoher Medienkompetenz (also beispielsweise Politik-/Medienblogleser) höhere Anforderungen an die Transparenz der Medien haben. Da sollte man zumindest ein Stück weit auf diese Anforderungen eingehen. Ein Stoiber-Interview will sicher niemand unredigiert lesen, aber in manchen Fällen hat es durchaus seinen Sinn, Zusatzinformationen zu bringen, die in den straffen Sendeplan nicht hineingepasst haben (wir wissen jetzt natürlich nicht, ob die volle Version auch ohne den Aufschrei der Blogosphäre irgendwann eh in der Mediathek gelandet wäre…).
Danke!
@180 P.
Nun, wenn in den Tagesthemen gesagt wird, das Interview in voller Länge würde in einer Sondersendung um 23.30 gebracht, gehe ich als Zuschauer davon aus, es wäre ein vollständiges Interview. Es ist ja nun nicht so, dass Verhaspeler, schlecht formulierte Sätze oder technische Probleme gekürzt wurden, sondern wichtige Passagen, die die Position des Interviewten verdeutlichen sollen.
Das hatten wir doch schon ;-)
Natürlich wird geschnitten und gekürzt. Die Frage ist doch eher „was“ gekürzt wird.
„Das“ fände ich als Vorwurf auch unangemessen. Ich meine allerdings (s.o.) auch etwas anderes.
Wer redet denn von unbearbeitet? Die ARD spricht doch immer so viel von ihrer Internetoffensive. Da hat sie nun schon mal einen exklusiven und interessanten Content und will in partout nicht ins Netz stellen? Das hört sich für mich – gelinde gesagt – seltsam an.
Wie kaum anders zu erwarten: D´accord ;-)
@sf
Hier,….Spiegelfechter….das Interview liegt doch in diversen sendefähigen Formaten komplett vor, seis digital oder analog. Will der wirklich so früh morgen am 2.9. um 6.20 Uhr loslegen auch noch im WDR, den ja nicht jeder empfangen kann….naja
Ich denk das ist volle Verarsche…….warum wird nicht einfach das ganze Interview so wie es sich gehört, in voller Länge gesendet? Bin nur noch am staunen…..naja PR….vielleicht haben die in ihren Agenturen auch schon Casting-Shows. Der “schöne Herr” Roth will uns nur verarschen!
“Nun, wenn in den Tagesthemen gesagt wird, das Interview in voller Länge würde in einer Sondersendung um 23.30 gebracht, gehe ich als Zuschauer davon aus, es wäre ein vollständiges Interview. Es ist ja nun nicht so, dass Verhaspeler, schlecht formulierte Sätze oder technische Probleme gekürzt wurden, sondern wichtige Passagen, die die Position des Interviewten verdeutlichen sollen.”
Autsch, böser Fehler von mir. Tschuldigung, hatte diese Ankündigung nicht mehr auf dem Schirm. Dann ist die Frage nach der vollständigen Version selbstverständlich völlig berechtigt.
Dennoch habe ich Verständnis dafür, dass die Programmplanung für so ein kurzfristiges Interview vermutlich genau überlegt, wieviel Sendezeit man dafür auf dem Hauptsender freischaufeln kann und will.
“Herrlich, da haben wir den Salat - Russland ist für die deutsche Bevölkerung damit entgültig zum schwarzen Schaf gestempelt, man darf gespannt sein, was darauf noch so alles folgt… keine Chance, es ist echt zum heulen”
Mission Accomplished würde ich da mal sagen…
Einfach unglaublich!
Der ganze Schlamassel hat seinen Ursprung im “politisch korrekten Denken”, made in USA.
Spiegelfechter
Danke für die sachlichen Anmerkungen.
Nun zu den einzelnen Punkten.
Es geht nicht um die Meinung von Roth zum Thema Putin oder Georgien. Roth hat einen völlig anderen Ansatzpunkt als ich. Hier geht es nur um den Vorwurf, Roth hätte unprofessionell gearbeitet. Man kann dann also nicht seine divergierende Ansicht zum Thema zum Gegenstand der Verhandlung machen, sondern nur journalistische Kriterien.
1. Es wird fast kein Interview vollständig gedruckt oder gesendet. Ein besonderer Hinweis darauf ist schlicht überflüssig. In Deutschland etwa werden Interviews zumeist autorisiert, gerade weil man kürzen muss. Es ist nämlich kaum jemand in der Lage, in Interviews die Dinge auf den Punkt zu bringen - und Platz ist in allen Medien ein Problem. Diese Praxis der Autorisierung wird übrigens durchaus kritisch gesehen. Dabei kann es auch vorkommen, dass man nicht sinnentstellend einzelne Sätze verändert. Ich kann nicht erkennen, dass Roth sinnentfremdend gekürzt hat.
2. Wie russische Offizielle die deutsche Medienlandschaft betrachten, ist sicherlich ein interessantes Thema. Nur was hat das mit diesem Interview zu tun? Bei allem Respekt vor den Russen: Im Vergleich zum russischen Staatsfernsehen ist der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Leuchtturm der Demokratie …. . Und im übrigen weiss ich ziemlich sicher, dass amerikanische Neokonservative die deutschen Medien aus ihrer Perspektive ähnlich kritisch betrachten wie die Russen. Nur was sagt das aus? Das wir jetzt mehr aus der Perspektive der Neocons berichten müssen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Leute, die ich etwa für die Hintergrund-Recherche interviewt habe, mit meinem späteren Beitrag inhaltlich nicht übereinstimmten. Allerdings hat mir noch keiner vorgeworfen, ich hätte ihn falsch zitiert … .
2. Jeder Journalist hat seinen eigenen Focus. Das ist gar nicht zu ändern. Das gilt auch für Roth. Es gibt aber professionelle Standards, die ihn vor reiner Subjektivität schützen. Ein solcher Standard ist nicht, dass der Interviewpartner meint, er hätte nicht alles sagen können, was er sagen wollte. Oder dass der Journalist nicht die Passagen bringt, die ihm besonders wichtig sind. Der Standard ist der, dass der Journalist keine falschen Zitate in die Welt setzt. Das hat Roth nicht getan. Im übrigen hätte sich Roth kaum darüber beschwert, dass Putin solche Bedingungen stellt. Wie kommen Sie darauf? Er wird froh darüber gewesen sein, dass Putin zum Interview bereit war. Er hätte nur dann kein Interview gemacht, wenn Putin ihm vorgefertigte Fragen mit den Antworten präsentiert hätte. Auf solche Interviews könnte man verzichten.
3. Was ist in der Sendeplanung schon wichtig? Eine interessante Frage, die sich jeder Medienvertreter jeden Tag neu stellt … . Roth wird das Interview angekündigt haben und die ARD fand es so wichtig, dafür noch einen Sendeplatz freizumachen. War mit Sicherheit nicht geplant. 10 Minuten sind viel Zeit. Der durchschnittliche Politiker kann froh sein, 1 Minute zu bekommen. Das Interesse der Zuschauer an solchen Interviews ist auch begrenzt - und gerade die Terminplanung mit den US Wahlen wird die Entscheidung zu diesem Sendeplatz positiv beeinflusst haben, weil dann vor allem politisch interessiertes Publikum vor dem Fernseher sitzt. So ein Putin Interview ist im anderen Umfeld ein echter Quotenkiller … . Hier wird das eigene Interesse mit dem des sonstigen Publikums verwechselt. Allerdings bringen die gescholtenen Öffentlich-rechtlichen noch solche Sachen. Bei den Privaten wird man das nicht finden. Man kann alles mögliche kritisieren, nur dieser Sachverhalt ist eben einfach zu erklären. Die ARD gab Roth 10 Minuten - und zwar mit Sicherheit bevor sie das Interview überhaupt kannten. Was meinen Sie wie oft man solche Vorgaben bekommt? Das ist jeden Tag so. Hier etwas besonderes zu wittern, ist schlicht absurd.
3. Das Interview wird ja jetzt komplett gezeigt. Dass sich manche Leute über die Terminplanung aufregen, ist etwas merkwürdig in Zeiten der Digitalisierung … . Wann sollen die das Interview bringen? Um 20.15? Nur zur Information: Die ARD ist nicht das russische Staatsfernsehen, wo Putin zur besten Sendezeit kommt. Hier geht es vor allem darum, dem Eindruck entgegenzutreten, hier werde manipuliert. Und es ist ja interessant, dass das Argument von Roth - nämlich dass russische Medien das Interview selber verwerten konnten - hier überhaupt nicht erwähnt wird. Allein damit fällt der Manipulationsvorwurf in sich zusammen.
Und schließlich: Ja über den georgischen Einwand des Verteidigungskriegs habe ich zu dem Zeitpunkt nicht geschrieben. Das hatte einen einfachen Grund: Den Georgiern ist dieses Argument erst nach Beendigung der Kampfhandlungen eingefallen … . Nur das ändert nichts an der Tatsache, dass nicht jede russische Information richtig sein muss, nur weil der Gegner in Tiflis auch Unsinn erzählt
Nach mehreren Versuchen hat die ARD-Redaktion meinen Kommentar in dem Blog nicht freigeschaltet.
Er lautete:
Es muss etwas passieren. Man kann so nicht abgespeißt werden. Eine Demonstration vor dem ARD-Hauptstadtstudio ist eine Aktion. Es werden unsere Rechte mit Füßen getreten.
Dieses wird dann in den Nachrichten auftauchen.
Was soll man dazu sagen?
Whamburg
Sie können meinen Artikel kritisieren, kein Problem. Darauf antworte ich auch. Nur ich lasse mich nicht “feudel” nennen. Damit das klar ist. Im übrigen war es der Hisbollah völlig egal, ob die israelischen Soldaten noch in Israel oder schon im Libanon waren. Auch die Hisbollah ging davon aus, dass es sich um keine israelische Invasion gehandelt hat. Dieses Problem wurde nur in deutschen Blogs diskutiert, hatte aber mit der Realität nichts zu tun. Die Hisbollah wusste nämlich ganz genau, was sie dort taten … .
Nun wurde er doch noch veröffentlicht. Scheint ungemeinen andrang nach Herr Roths Kommentar zu haben.
@Heinz
Da hast Du recht Heinz….diese Art und Weise geht mir auch langsam auf den Sack.
Man macht sich Mühe um aufzuklären, aber nein es wird nicht gesendet oder weiterverbreitet. Warum….ist dir ja wohl auch mittlerweile klar. PR ist teuer…..ein schädigender Widerspruch, auch noch veröffentlicht, setzt etwa 20 Mio in den Sand…wenn nicht mehr….daher wird gemauert.
Das ärgerliche ist ja noch dabei, daß die Chose reichlich “Überzeugungsarbeit” kostet, im warsten Sinne des Wortes. Mein Nachbar schwätzt unerträglichen Unsinn weil er das glaubt was er im deutschen Fernsehen gesehen hat. Ich hab dann das Problem.
Diese PR-A…..lö…er machen es sich ja leicht. Völligen Unsinn, der irgenwie vielleicht vermittelt werden kann, möglichst an einfach “Strukturierte” (das ist deren Jargon) und ich hab die Problebeme bzw. die Sch… hier.
Bis mein Nachbar durchblickt, braucht das etwa 3 Stunden am PC mit anschließender längerer Diskussion. Sowas ist nerfig……ich sags auch Sch……Public..Relations.
@Heinz
Glücksache………ich werd mich aber für den “schönen Herrn” Roth nicht in eine Warteschleife anmelden. Für mich ist die Sache klar.
Schön wärs ich könnte die ARD nur nach Qualität und Nutzung bezahlen!
Und sonst keinen Pfifferling mehr!
Bei RTl und Pro7 kostet Sch…. nichts!
Karl Heinrich
“Sie haben alles weggelassen, was an die ‘Kriegsschuldfrage’ rührt. Alles, was geeignet ist, die Handlungen Russlands zu plausibilisieren.”
Diese Kritik ist absolut diskussionsfähig. Wenn es um die Berichterstattung in den deutschen Medien geht. Darüber würde ich mich wahrscheinlich auch mit Roth streiten. Nur was hat das mit Manipulation und Zensur in diesem Interview zu tun? Nichts. Denn in einem Putin Interview geht es eben nicht darum, dass der Herr Ministerpräsident auch unbedingt die Gelegenheit bekommt, seine Handlungen zu plausibilisieren …. . Ich wäre durchaus gespannt auf die Reaktionen, wenn denn ein Journalist der Ansicht ist, er müsse unbedingt in einem Interview mit George Bush dessen Handlungen plausibilisieren … . Ein guter Journalist legt nämlich Wert darauf, dass genau die Dinge zur Sprache kommen, die dem Interviewpartner nicht passen. Das nennt man kritische Befragung. Und ich kann mich an kein Interview von Roth erinnern, wo er diesen Grundsatz nicht befolgt hätte.
@187 f.lübberding
Deine Kritik war ja schließlich auch sachlich und höflich formuliert. Ich bin ja auch durchaus kritikfähig ;-)
Und genau diesen Vorwurf mache ich ihm ja auch gar nicht. Im Artikel kritisiere ich die ARD als Institution und nicht Herrn Roth als Person oder als Journalisten. Von solchen „ad hominem“-Angriffen halte ich auch nicht viel, zumal ich an Roths Arbeit per se nicht viel auszusetzen habe.
D´accord. Kritisch wird es dann nur bei der Beurteilung, ob die Kürzungen sinnverstellend waren. Da haben wir unterschiedliche Ansichten.
Richtig. Aber der Umkehrschluss ist nicht gestattet! Wenn Herr Buhrow in den Tagesthemen ein „vollständiges Interview“ (sic!) in einer folgenden Sondersendung ankündigt, erwarte ich mehr, als ein IV, dass auf 1/3 gekürzt wurde und bei dem die Kürzungen im Kontext wichtig waren.
Auch das ist richtig. Ich hätte auch gar nichts geschrieben, wenn z.B. das IV in gekürzter Version in der ARD und in langer Version auf Phoenix gesendet worden wäre. Wenn auch nur das komplette Transscript (das die russ. Regierung autorisiert in Russischer Sprache ins Netz gestellt hat) auf den Seiten der ARD zu finden gewesen wäre, hätte zwar gemault aber sicher keinen Artikel geschrieben.
Ich schon – wenn er fast den kompletten Teil weglässt, in dem Putin die deutsche Russlandpolitik in den internationalen Kontext stellt, kann er die Frage nach den zukünftigen „deutsch-russischen“ Beziehungen so nicht stehen lassen, da der Interviewte Teile dieses Themenkomplexes bereits für „abgearbeitet“ halten muss. Und dies ist nur ein Beispiel.
Wenig bis nichts. Es ging darum, Deinen Einwand zu „entkräften“, die russische Seite hätte ja eine genaue Freigabe der Kürzungen erwägen können und sollte sich nun „aufregen“. Von russischer Seite ist man bei der Arbeit mit deutschen Medien gewohnt, dass diese ein anderes politisches Spektrum bedienen wollen und dementsprechend kürzen und filtern.
Natürlich – es geht hier ja auch nicht ums Russische Fernsehen, sondern um die ARD
Warum eigentlich nicht? Ich würde mir wünschen, dass mehr Positionen vorgestellt werden. Natürlich muss das Ganze moderiert werden. Nur so kann der o815-Zuschauer erkennen, welche Meinungen suggestiv von vermeintlich neutralen Kommentatoren vorgebracht werden. Wenn man erkennt, dass z.B. Ecki von Klaeden nur das Gewäsch transatlantischer Think-Tanks nachplappert, so trägt dies zur allgemeinen Bildung in Sachen Medienkompetenz bei. Warum also nicht? Außerdem bin ich ein Freund der Meinungsvielfalt – auch Personen, die eine andere Meinung haben als ich, sollten alle Möglichkeiten haben, diese Meinungen kundzutun.
Das ist aber auch ein „kleiner“ Unterschied ;-)
Nein, natürlich nicht. Aber er hat Inhalte gekürzt, die für das Verständnis der Position des IV-Partners durchaus von Belang sind.
Die ARD sollte als ÖR-Sender aber nicht auf Quoten schielen. Außerdem gibt es ja genau dafür die Spartensender der ARD. Ich sehe das Problem nicht.
Da gebe ich Dir recht. Ich hänge immer noch den anachronistischen Vorstellungen an, der ÖR-Rundfunk hätte einen Bildungsauftrag ;-)
Auf CNN gab es ein Putin-IV, das nicht derart gekürzt wurde.
Aber auch nur wegen des Protestes. Insofern ist dies Anmerkung ein wenig seltsam.
Auf Phoenix gibt es zig(!) Sendeplätze, an denen das IV gebracht werden könnte.
Nein, in Deutschland kommen „Sommerinterviews“ mit Merkel und Westerwelle zur besten Sendezeit.
Keinesfalls – welcher deutsche TV-Konsument schaut russisches Fernsehen. Wenn ich von Manipulation spreche, meine damit ja keine groß angelegte Verschwörung, bei der Merkel die Intendanten anruft und diese Druck auf Roth machen ;-) Es geht um die Schere im Kopf deutscher Journalisten und Programmchefs. Ein wenig Selbstkritik täte der Branche da sehr gut.
Jein, nach den Kampfhandlungen kam die Variante mit den Panzern, die bereits den Roki-Tunnel passiert hatten. Du kannst dies auch in den Reden des georgischen UN-Botschafters vor dem Sicherheitsrat nachlesen. „Verteidigt“ haben die Georgier sich von Anfang an.
Um Himmels Willen! Natürlich nicht. Auch die Russen beherrschen das Propaganda-Geschäft. Nur kommen sie (zum Glück) dabei bei den westlichen Medien nicht durch – anders als die Georgier.
Was soll die zynisch dumme Anmerkung mit der Zweitverwertung lübberding?
Soll der normale deutsche ARD Nutzer nun, weil die ARD Politik machen muss, und alles wegzensieriert, russisch lernen und die russischen Fernsehkanäle schauen, obwohl nach dem Rundfunkstaatsvertrag der staatliche Auftrag der ARD klar umrissen ist?
Die Anmerkung mit der Zeit ist absoluter Nonsens: jeder, der sich ein wenig in diesem Medium auskennt, weiss genau: wenn es politisch gewollt ist, fliegt eine Sendung von jetzt auf gleich raus. Da gibt es überhaupt keine Probleme.
Ich wiederhole mal aus gegebenem Grunde meinen Beitrag von #73:
Hallo Spiegelfechter!
“Dieses interessante Dokument möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten - die gekürzten Teile sind orange markiert. Zusätzliche Passagen aus einer Abschrift auf dem Internetportal Russland.ru sind gelb markiert:”
Zunächst einmal finde ich die Idee absolut Klasse, die jeweiligen gesendeten bzw. nicht gesendeten Passagen unterschiedlich farblich zu markieren. Leider ist Dir hierbei ein Fehler unterlaufen. Und zwar stimmt die Markierung ab dem Absatz mit dem Photo, auf dem Roth und Putin beide gleichzeitig abgebildet sind, nicht mehr.
Passagen, die tatsächlich von der ARD gezeigt wurden und damit eigentlich farblich unmarkiert sein müssten, sind hier leider orange eingefärbt. Am besten also nochmal beim Blogger Azot nachschauen, was ab der erwähnten Stelle tatsächlich kursiv ist und hier damit orange hervorgehoben werden müßte, bzw. was dort nicht kursiv ist und damit hier farblich unmarkiert zu sein hat.
Es wäre super, wenn das schnell korrigiert werden könnte.
Ansonsten vielen Dank und viele Grüße
sum sum
187 f.lübberding
> Hier geht es nur um den Vorwurf, Roth hätte unprofessionell gearbeitet.
Der Vorwurf wurde von manchen formuliert. Der Spiegelfechter gehört nicht dazu. Siehe auch Kommentar #30 ;
“Ich finde es falsch, Thomas Roth Vorwürfe zu machen. Das IV ist eigentlich in Ordnung, da kann man wenig aussetzen. Es ist nicht das IV, sondern die Kürzung, die skandalös ist.”
p.s. Bitte *vorher* lesen worum es geht. Thx.
ein kleines kurzes Zitat zur Sache:
Karl Marx………tja ……….im Westen nichts Neues……..
Vielleicht sollten wir einfach eine Demonstration vor der ARD Zentrale organisieren??
@196 sumsum
Dann wiederhole ich gerne noch mal meine #99
Ich habe den Text noch mal mit dem Video der ARD abgeglichen und nur einen kleinen Fehler am Anfang des IV gefunden. Ein Textblock (Eiszeit) ist im ARD-IV nach vorne gerückt, aber die Markierungen sind dennoch ok.
Ich denke, wir sollten angesichts der sich anbahnenden weltpolitischen Lage lieber alle ganz schnell russisch lernen, damit wir in Zukunft wenigstens beide Pole propagandistischer Zurechtlegungen des Konfliktes rezipieren können, dann gibt es vielleicht eine leise Hoffnung, irgendwo in der Mitte so etwas wie den “aktuellen Zustand” erahnen zu können. Das hab ich übrigens auch bei der ARD gebloggt, mal schauen, ob sie sich an dem Attribut “propagandistisch” aufhängen…
@189(f.lübberding):
Das die Truppe der Hisbollah, die das auslösende Gefecht mit der IDF geführt hat wirklich gewusst hat was sie auslöst, ist IHMO eine VT. Von dieser VT höre ich zum ersten Mal. Haben Sie da verlässliche Quellen? (alles weitere ist hier offtopic; Die Geschichte der Hisbollah ist auch interessant, die wurde mal als Gegengift zur PLO aus der Taufe gehoben. Raten Sie mal von wem. Komisch sowas passiert immer wieder.)
Zum Feudel, tut mir fast leid, das machte mich angreifbar, da unsachlich. Als Sachse(die mit der Rechtschreibschwäche u.a. bei t und d) hatte ich erst Feutel geschrieben, gemeint war der Verfasser eines Feuilletons. Feutel mochte aber das Rechtschreibaddon vom FF nicht. Na ja zum Saubermachen eignen Sie sich nicht wirklich.
164 P.
>> Manche Blogs verbreiten halt die Wahrheit
> Niemand verbreitet *die* Wahrheit ;)
Als Informatiker würde ich dir mal glatt wiedersprechen. Für uns ist Wahrheit ein klar umrissener Begriff und das bisher bei ARD veröffentlichten Interview ist (im Kontext des Manipulationsvorwurfes) umgangssprachlich “unwahr” weil es sich aufgrund der Sinnentstellung um keine Teilmenge des vollen Interviews handelt. Dahingend ist die hier veröffentlichten längere Version eine Teilmenge und somit “wahr”. Aussagenlogik ist was wunderbares :)
@#199 Piotr
Ich wär schon dabei…andere auch….aber warum meldest Du nicht einfach Deinen Fernseher ab?
Tja…zum Nachteil muß ich sagen …..ich habs schon gemacht….und sie haben mich mit der Geschichte, daß ja ein Computer etc…..etc…..etc…. wieder gefangen.
Bullshit……..dennoch eine Demo wär schon angebracht!!!
…ich bin echt beeindruckt von der Masse der Kommentare, Wahnsinn, bei ARD schon über 400 und ständig neue…
@f.lübberding
Bitte mal 198….das Zitat von Karl Marx lesen und darüber (neudeutsch) reflektieren…..oder
(deutsch) nachdenken…………………
täte Ihnen vielleicht ganz gut! So böse Menschen sind wir in diesem Blog doch garnicht!
Wir wollen nur nicht belogen und betrogen werden! So einfach ist das!
Ich weiß nicht ob Sie katholisch sind, und generell den Zweifel verteufeln, aber zugegeben:
Dieser Blog mit seiner ausgezeichneten Info-Kultur (für Sie …….Ketzereien) hat mir viel an
Erfahrung und Wissen gegeben. Es steht Ihnen doch frei….sich hier anzuschließen?! Nicht-Oder……wolln’se nich…..?
Jedenfalls werden hier Ihre Aussagen zunächst ernstgenommen…..wenn sich aber herausstellt, das, nun ja sie kennen das Gleichnis von Lichtenberg mit dem Buch als Spiegel und dem Affen, nichts dahinter ist, tja dann riskieren Sie auch mal den Spott oder neudeutsches Gelächter.
Danke an AZOT mit seinem putin-ard.blogspot.com
Mangels auffindbarer Email-Adresse möchte ich mich auf diesem Weg bei AZOT vom putin-ard.blogspot bedanken ( putin-ard.... ). Denn er hat mit seiner Übersetzung der fehlenden Interview-Teile die Lawine erst so richtig losgetreten, bzw. ganz gewaltig beschleunigt.
DANKE, liebe/r Azot!
@spiegelputzer bzw. @ Azot
Dem schließe ich mich natürlich von Herzen an!
Wieviele Deutsche nun ahnungslos den Mist glauben, was in den Medien verzapft wird. Alleine der Gedanke tut schon weh.
Spiegelfechter
Jetzt wird es ja richtig interessant. Tatsächlich ist der Protest auf das Interview wohl das ausschlaggebende Argument für die ARD - oder in diesem Fall den WDR - gewesen, das Rohmaterial zu senden. Davon kann man durchaus ausgehen, wenn ich das jetzt auch nicht aus dem Sender habe. Man kann also nicht davon reden, dass der Sender nicht reagieren würde …. . Ich spreche hier übrigens nur für mich, damit keine Missverständnisse aufkommen. Man kann aber jetzt nicht zwischen Roth und dem Sender trennen. Roth wird das Interview selber geschnitten haben, wenigstens kann ich mir nicht vorstellen, dass er das der Zentrale überlassen hat. Die sucht nur die Passagen für die Tagesthemen aus. Wenn die aber von einem vollständigen Interview reden, meinen die nicht das Rohmaterial, sondern die spätere Sendefassung.
Das Argument mit den armen Russen kann ich ncht ganz nachvollziehen. Natürlich würden sie sich mit Aussicht auf Erfolg bei der ARD beschwerden, wenn sie denn ein professionelles Argument hätten. Sie können sich aber nur darüber beschweren, dass ihre Sichtweise nicht so in dem Interview zur Geltung kommt wie sie sich das vorgestellt haben. Das ist aber nun wirklich kein Argument … . Denn das Argument gehört zur Standardkritik an den bösen Medien … . Der Vergleich mit den Sommerinterviews ist deplaciert. Hier kommen die im Bundestag vertretenen Parteien zu Wort. Das Parlament ist der Ort deutscher Demokratie. Man kann durchaus die Interviewführung bisweilen kritisieren, aber wohl nicht die Tatsache, dass Putin nicht so zu Wort kommt wie die deutschen Parteien. 10 Minuten war ein angemessener Raum für einen Minsterpräsidenten, der, nur als Hinweis, eigentlich gar keine Kompetenzen in der Außenpolitik hat … .
“Es geht um die Schere im Kopf deutscher Journalisten und Programmchefs. Ein wenig Selbstkritik täte der Branche da sehr gut.”
Damit habe ich kein Problem. Nur lässt sich diese Kritik meiner Meinung nach nicht an dem Interview festmachen, sondern hat etwas mit dem Frust über die einseitige Berichterstattung zu tun - vor allem zu Beginn des Konflikts. Mittlerweile hat sich der Tonfall in den Medien durchaus geändert. Das sollte man schon zur Kenntnis nehmen. Im übrigen habe ich meine Beitrag “Nebel des Krieges” am 11. August geschrieben. Wenn die Georgier mit dem Verteidigungskrieg argumentiert hätten, wäre ich darauf eingegangen. Da kann man sicher sein … .
Name
“Die Anmerkung mit der Zeit ist absoluter Nonsens: jeder, der sich ein wenig in diesem Medium auskennt, weiss genau: wenn es politisch gewollt ist, fliegt eine Sendung von jetzt auf gleich raus. Da gibt es überhaupt keine Probleme.”
Aha. Schön wie Sie sich auskennen. Nur eine Frage alter Juristen: Wer will was von wem woraus? Wer will, das etwas rausfliegt? Entscheidet das das Kanzleramt? Die CIA? Der FSB? Florian Silbereisen? Schwierig zu beantworten. Glauben Sie mir, Florian Silbereisen ist bei solchen Putin Interviews die plausibelste Antwort.
Whamburg
Es ging mir nicht um die konkrete Reaktion der Israelis. Da war die Hisbollah wohl selbst überrascht. Nur der Hisbollah war es bei dem Angriff völlig egal, ob diese Israelis im Libanon waren oder nicht. Darum ging es mir. Jede andere Annahme ist schlicht naiv.
p.s Sachsen ist schön. Das macht Sie doch gleich sympathisch.
Interviewkuerzung weiter verschleiert.
Bisher wurde in den Kommentaren die ARD-Seite immer folgendermassen zitiert: “Neun Minuten Interview mit Wladimir Putin im Wortlaut.” Das liess immer noch das unserioese Schlupfloch, dass 9 Minuten von 60 gezeigt wurden - auch wenn es natuerlich etwas ganz anderes suggeriert.
Aktuell behauptet die Seite jedoch “Das neunminütige Interview mit Russlands Regierungschef Wladimir Putin im Wortlaut.” - und das ist nun wirklich eindeutig. Wobei ich
mich frage, warum sich die verantwortlichen freiwillig weiter in die Nesseln setzen wollen.
“30 Minuten Bundesligaspiele” - da hier die Dauer bekannt ist, koennte man von einem Zusammenschnitt ausgehen
“Das 30 Minuten Bundesligaspiel” dagegen ist kaum derart erklaerbar.
Aus dem Tagesschaublog:
409: Andre B.
Am 1. September 2008 um 21:48 Uhr
Hallo Leute, sollte jemand das Bedürfnis haben, dem russischen Präsidenten zu schreiben, hier ist der direkte Link zu ihm: kremlin.ru...... Ich bin mir sicher, daß man dort auch deutsche Emails übersetzt bekommt.
*Ich denke manch einer hier kann vielleicht auch was damit anfangen… Mila
mir ist der fehler, den sumsum in #73: und #196 meint, auch aufgefallen!
also:
du meinst, das folgende wurde nicht gesendet (orange):
“Roth: Der französische Außenminister Kouchner hat viele Sorgen geäußert in den letzten Tagen…
… Es gibt einen Vertrag über die Flotte bis 2017.”
aber das wurde von 06:01 bis 07:21 gesendet.
weiter stimmt das hier nicht:
“Kann Deutschland in dieser Situation eine bestimmte Vermittlerrolle übernehmen?
Putin: Wir haben zu Deutschland sehr gute Beziehungen, ….
….Wenn die Prinzipien der Zusammenarbeit geklärt sind.”
denn das wird gesendet 7:21 bis ende.
das meinen wohl sumsum und ich!
es wurde gesendet, ist bei dir aber orange.
trotzdem respekt und thx
@Heinz
Das spricht mir aus der Seele……morgen…mir graut schon davor. Dem Nachbarn (meine Wenigkeit!) und gelegentlichen Helfer wird erst nach langer Zeit (min. 3 STD. ) das Offensichtliche abgenommen, aber Sch……. wird in Sekundenschnelle “geglaubt”. Meinem Nachbarn hab ich mal jetzt das Buch “Gotteswahn von Richard Dawkins” zu lesen ausgeliehen, mal sehen was passiert.
Hoffentlich keine Familietragödie…….(falls seine Frau das auch liest!)
Ich habe mir zahlreiche Kommentare in einigen Blogs durchgelesen und teile größtenteils die Meinung der Kommentatoren.
Doch leider bezweifle ich das diese dreiste Aktion der ARD irgendwelche Konsequenzen haben wird. Nur ein geringer Bruchteil der Bevölkerung wird von dieser Welle des Protestes, gegen die ARD Berichterstattung, etwas mitbekommen.
Ich bin sauer und fühle mich gleichzeitig machtlos!
Dieser skandalöse Vorfall muss ausführlich und objektiv in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden. Die Verantwortlichen müssen bestraft werden.
Doch wie erreicht man dieses Ziel?
Die Empörung über die ARD wird vermutlich nur einigen wenigen in Erinnerung bleiben und bald in Vergessenheit geraten.
Gruß
Piotr S.
Ruge und Beckmann machen gerade wieder große Politik! (u.a maßlose “Reaktion der Russen”) Da wird Angst vorm Russen propagiert, OMG der Russe kommt!
@211 Onnlein
Und das ist auch korrekt. Das Interview ist das Gesendete oder Gedruckte. Die Aufnahme ist das Material, aus dem das Interview gewonnen wird. (Unabhängig davon kann natürlich noch eine Langfassung veröffentlicht werden.)
Interviews sind journalistische Produkte, so wie Reportagen, Berichte etc. Darin liegt nicht das Problem. Das Problem ist der merkwürdige Verdichtungsprozess in diesem Fall.
@ f.lübberding
Hört sich ja lustig an…..sehr “vornehm”…..(was das wohl bedeutet?) nur im Parlament gibts Demokratie….. und wenn die alle in einer repräsentativen Demokratie das gleiche vertreten, loslassen oder sanktionieren, sehen wir, Gewöhnlichen, die zuweilen doch andere Ansichten haben,ziemlich alt aus….oder.
Diese Kröte sollen wir aus “irgenwelchen Gründen…….belehren Sie uns Herr Lübberding…..
schlucken…..ich sag nein. Mehrheitsabstimmungen sind so alt wie die Welt, aber das meinen sie ja nicht. Nachgeben und delegieren, ja das ist Ihr Wille, aber mit mir nicht mehr! Seit ca. über 2000 Jahren macht Ihr Sch…. , und habt deshalt Euren Anspruch auf sogenannte “Herrschaft” wie auch immer verspielt. Appropos spielt nur weiter an den Börsen, mit der Zukunft, der Natur, der Gesundheit der Menschen……..Eure Aussagen werden schon ernstgenommen.
Wenn man sich das Manuskript aufmerksam durchliest, merkt man, dass fast ausschließlich ausweichende Antworten “zensiert” wurden. Wenn Putin abschweift oder ausweicht.
Das ist journalistisch absolut ok. Vor allem, wenn man aus Zeitgründen drastisch kürzen muss. In einer Livesituation oder unter Zeitdruck (während des Gesprächs) würde der Journalist auf eine konkrete Beantwortung der Fragen drängen, hier wurde nachträglich “montiert” und die abschweifenden Antworten getilgt. Selbstverständlich gehen dabei interessante und wichtige Aspekte des Gesprächs unter, unsauber ist das aber nicht. Es “verfälscht” das Gespräch, nicht aber das “Interview” - das was der Journalist wissen wollte.
Dennoch kann und sollte man sich natürlich über den Fokus des Interviews streiten oder die Kommunikationspolitik des Senders oder die Vernachlässigung des Webs… :)
Diese seltsamen Revolutionsgedanken hier irritieren mich allerdings etwas.
Ich finde schon, dass Roth unsauber gearbeitet hat - damit meine ich nicht die nachträgliche redaktionelle Fokussierung o.ä. - ich meine damit den Ton (”[...] Warum haben Sie Ihr Land mit Gewalt in diese Situation getrieben?”) und die Körpersprache.
Wenn Herr Roth so ein Interview mit George W. begonnen hätte, würde es danach aber verdammt schwer werden, mal wieder einen Termin zu kriegen. Das könnte man als Zeichen aufrechter juornalistischer Tugenden sehen, ist aber komischerweise (meines Wissens) noch nie vorgekommen.
Es gibt im deutschen Fernsehen keine Interviews in voller Länge? Das ist lächerlich. Natürlich werden so gut wie nie Vor- und Nachgespräche gesendet. Aber ich durfte schon desöfteren mit ansehen wie die rethorischen Fähigkeiten und “Inhalte” so manches Gesprächspartners vor dem eigentlichen Ende der Sendung zur Neige gingen.
Ich finde, im deutschen Qualitätsjournalismus werden die Prioritäten heute falsch gestzt. Man hätte das Interview prima in voller Länge auf Phoenix oder Eins Plus bringen können. Hinterher noch eine kleine Presseclub-Runde zur Nachbearbeitung und gegen die “russische Propaganda”. Stattdessen wird Saakashvili bei jeder Gelegenheit live zugeschaltet, ohne irgendeine kritische Frage zu stellen.
Das ZDF hat keinerlei Skrupel einen schwarzweiß gestalteten, mit trauriger Musik unterlegten Bericht des georgischen “Informationsministeriums” mit den Worten “die ganze Geschichte erzählt dasd georgische Fernsehen” zu kommentieren.
Ich meine, man kann sehr wohl eine allgemeine Kanonisierung erkennen. Zwar glaube ich in diesem Zusammenhang nicht an irgendeine Verschwörung oder finstere Instruktionen aus dem Kanzleramt (so clever sind die leider wirklich nicht).. Hinter all diesen Dingen steckt ein über Jahrhunderte kultiviertes Feindbild. Die Türken hassen wir (zumindest unterbewußt) spätestens seit sie damals vor Wien standen. Und auch bei den Russen hat sich seit Urzeiten wenig getan. Man denke nur an solch schöne Assoziationen wie “wild”, “laut”, “unbeherrscht”, “primitiv”, “gewalttätig”, “der Ivan”, “das Flintenweib”, die “bloschewistische Verschwörung” usw.
“Opa” ist mit diesen Vorstellungen in den Krieg gezogen und noch heute macht sich kein Verantwortlicher daran, dieses Feindbild zu relativieren.
Stattdessen redet man von “westlichen Werten”. Eine Phrase mit der man in Köln gegen die Grundrechte (Religionsfreiheit) angehen kann, in Guantanamo Menschen foltern darf und im Mittelmeer Afrikaner ersaufen lässt. Ich glaube nicht, dass Herr Roth und ich die selben “Werte” teilen.
Im Gegensatz zu mir, muss er mich dafür aber nicht auch noch bezahlen.
Ich möchte mal wieder etwas mehr wirklich um Objektivität bemühte “Reporter” und Kommentatoren mit echter Fachkenntnis in den Medien erleben und nicht immer diese selbstgerechten Alphatiere und “Experten”.
@f.lübberding
Das ist wohl wahr. Das führt gleich zu zwei Fragen – ist die Reaktion angemessen und warum ging es nicht gleich so oder besser?
Mir gefällt in diesem Zusammenhang das Wort „Rohmaterial“ nicht sonderlich. Es handelt sich ja hierbei nicht um nicht verwertbaren Abfall, sondern um ganze Abschnitte des IVs, die teilweise sogar die Übersetzung der gesendeten Antworten Putins betrafen. In vielen Stationen im Ausland ist es übrigens idT üblich, das „Rohmaterial“ als Script ins Internet zu stellen.
Ich würde daher nicht von Sendefassung und Rohmaterial sprechen, sondern von Kurzversion und Langversion. Es dürfte ja nicht den Aufwand verursachen, eine angekündigte(!) Langversion in den Spartenkanälen zu senden. Dies wäre günstiger Content, daran kann doch auch der chronisch unterfinanzierten *hüstel* ARD nur gelegen sein.
Und im russischen Staats-TV kommen russische Politiker zu Wort, die demokratisch gewählt wurden. So what? Der Unterschied besteht freilich darin, dass in Russland wohl kaum ein Herr Limonow oder ein Herr Kasparow ins Abendprogramm kämen. Aber in Deutschland kommt ein Herr Apfel von der NPD auch nicht ins Abendprogramm.
Och komm, das ist doch Rabulistik ;-)
Alle Medien – auch die ARD – berichten doch ständig darüber, dass Putin der Ringleader in der russischen Politik ist. Und noch einmal – der Kaukauskonflikt und die Beziehungen zu Russland waren und sind das Thema Nummer Eins. Wenn man den Gesprächspartner bekommt, der als Nummer Eins für das Thema Nummer Eins gelten kann, so sind 10 Minuten kein angemessener Raum.
Nicht nur, aber sicher auch. Das IV war eher der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Nun, ein gesundes Selbstvertrauen hast Du ja ;-)
Aber lassen wir das. Ich gebe Dir ja recht, dass die georgische Propaganda erst nach der Niederlage auf vollen Touren lief.
@P.
[Beitrag gelöscht - Lieber Carlo, bitte unterlasse persönliche Beleidigungen / SF]
Nochmal betreffend die nicht vorhandene Zensur:
Was ist eigentlich aus Hermann Krause geworden? Man muss doch wohl zugeben, dass er und seine Sicht der Dinge in der ARD zur Zeit wriklich nicht sonderlich gefragt sind (muss man erstmal finden)
tagesschau...
tagesschau...
tagesschau...
tagesschau...
Es muss wohl für mich aufbereitet werden, weil ich zu blöde wäre mir das Richtige dazu zu denken! Sowas ist schon eine Frechheit sondergleichen.
Einfach irritierend…
Dank des Internets gibt es ja zunehmend ausführliche Interviews. Da gibt es weniger Notwendigkeit zu kürzen.
Bei einem kurzfristig zwischen zwei Sendungen des planmäßigen Programms geschobenen Interview gibt es die Zeit leider nicht.
Mit für blöd halten hat das überhaupt nichts zu tun.
Angesichts der jetzigen Auswirkungen wäre es sicher besser gewesen, mit der Ausstrahlung noch zwei Tage zu warten und dann mehr Zeit dafür zu finden. Da man man aber den russischen Sendern eine Sperrfrist vereinbart hatte, wollte man sich den Vorsprung wohl nicht entgehen lassen.
@213 elek und sumsum
Ich glaube, ich weiß, wo der Fehler lag. Es handelt sich wohl um Tags in Großbuchstaben, die von einigen Browsern nicht erkannt werden. Lasst mich raten, Ihr benutzt eine ältere Version des IE? Ich habe die Tags mal umgeändert, schaut doch bitte mal, ob nun alles korrekt ist. Bei mir (Firefox und Opera) sieht nämlich alles korrekt aus und die angesprochenen Passagen sind auch korrekt (also nicht farbig).
Das Interview ist vor allem eines: ein typisches Putin - Interview. Typisch vor allem deswegen, weil er stets in das gleiche Argumentationsschema verfällt, das mir meine Mutter bereits im zarten Alter von drei Jahren abgewöhnte: und zwar die “Weil-der-das-gemacht-hat-darf-ich-das-auch” Logik. Nun mögen einige Argumente, die er im Interview anspricht zweifellos richtig sein, aber sollte es nicht Absicht sein, in solchen Fällen ( z.B. Pressefreiheit ) besser und damit glaubwürdiger zu sein? Anscheinend ist das zumindestens in Putins kleiner Welt nicht so. Auch der Rest ist wenig gehaltvoll und ich kann verstehen, dass die ARD vieles rausgeschnitten hat.
P.S.: Das Wort “hesperophob” ist ein Neologismus. Anscheinend hatte jemand zu viel Zeit.
Man muss sich das einmal wirklich vor Augen halten: Weder ARD, ZDF, FAZ, ZEIT, SPIEGEL, STERN, SÜDDEUTSCHE, TAZ, FOCUS oder WELT sowie deren Onlinederivate berichten auch nur einen Iota differenziert. Auch abgeklärten Bloggern muss das einfach zu denken geben… Durch meine Tätigkeit in einem Verlag habe ich die Möglichkeit jeden morgen einen Pressespiegel zu bekommen, der alle diese eben genannten Publikationen abdeckt und noch etliche weitere regionale Blätter.
Ich betrachte fassungslos wie kongruent diese zum Thema Russland/Georgien berichten. So stelle ich mir die Russlandberichterstattung vor wie sie 1961 gewesen sein muss.
Über Sudel-Ede in der DDR hat man wenigstens noch lachen können, der konnte in seinen Tiraden sogar geistreich sein, wenn das nicht sowieso nur große Satire war. Wir haben heute in der Bundesrepublik dafür Silberlocke Roth, der so ärmlich dumpf argumentativ gegen Putin agiert und kein Bein auf den Boden bekommt, dass es eine Schande für seine Profession ist.
Schlimmer noch; angeblich liberale Blätter wie die Süddeutsche oder angeblich linke Blätter wie die TAZ dreschen nochmal richtig drauf. Herr Lübberdings triefende Selbstgerechtigkeit und Selbstgewissheit ist absolut typisches Beispiel seiner Kaste, wie ich im Umgang besonders mit jungen Journalisten lernen musste.
Desweiteren bewundere ich immerhin die Chuzpe hier allen Ernstes der ARD saubere journalistische Arbeit zu attestieren. Ansonsten darf mir Herr Lübberding gerne mal erklären, wieso man einzelne Wörter aus einem Satz filetiert, die eben NICHT der “Verdichtung” dienen, sondern einzig dazu bestimmt sind, den Gegenüber aggressiver/inkoheränter erscheinen zu lassen. Und bitte was? Die Eingangsfrage und deren Beantwortung im Interview gleich mal gnadenlos zu schneiden, obwohl es da um so nebensächliche Dinge wie den Aggressoren geht, soll den Leser nicht interessieren? Sowas kann man auch nur als Journalist glauben.
Weiterhin unfassbar: Saakaschwilli darf/durfte seine Propaganda mehrfach täglich ungefiltert und unwidersprochen zur besten Sendezeit in alle deutschen Wohnzimmer erbrechen (soviel zur kritiklosen Weitergabe von Propaganda, Herr Lübberding), während sich die Berichterstattung über Primärquellen der Gegenseite auf 9 Minuten Putin begrenzt, die so stark beschnitten werden mussten, weil - Ja, warum eigentlich?
Das schlimmst an dieser ganzen Nummer ist, dass sich Europa (-GB, of course) und insbesondere Deutschland immer weiter von einer Partnerschaft zu Russland entfernen, die für ALLE Seiten nur Vorteile hat - bis auf die USA. Und weswegen? Wegen eines Irren, der vor laufender Kamera seine Krawatte isst.
kk, hast recht! mit ff stimmt alles!
hab zwar Maxthon2, der setzt aber auf IE-engine auf…
Fehler betrifft aber auch den neuesten IE7 und ist immer noch “falsch”
@elek
Danke, verstehe da einer was von HTML - die Tags waren korrekt, nun habe ich sie an den Stellen doppelt gesetzt und es scheint auch unter IE zu funktionieren. Zumindest bei mir ;-)
Ich zitiere nochmal aus dem Tagesschaublog:
422: Bertrand Russel
Am 1. September 2008 um 23:15 Uhr
Sehr geehrter Herr Roth, Liebe ARD-Redaktion,
erkennen Sie nicht, was auf dem Spiel steht?
Erkennen Sie nicht, welche Verantwortung SIE als “unabhängige” öffentlich-rechtliche Medien für den Bestand
unserer Pressfreiheit,
unserer Meinungsfreiheit,
unserer Demokratischen Grundordnung,
unserer Werte
und unserer GLAUBWÜRDIGKEIT in der Welt
haben?
Soll morgen, wenn das Interview um 6.20Uhr gelaufen ist und dieser Blog wieder verschwunden ist, alles wie gehabt weitergehen?
Wollen Sie weiter Ihre Beiträge dazu leisten, dass ein düsteres Russlandbild in den Köpfen der Menschen entsteht und alte Feindbilder wieder aufleben?
Wollen Sie weiter durch Desinformation und selektiver Berichterstattung neue und alte Ängste und Vorurteile in den Menschen sähn?
Wollen Sie weiter auf Kampagnen von PR-Agenturen anderer Staaten und Interessengruppen bauen?
Ích frage Sie, wohin soll das Alles führen?
Fürchten Sie sich so sehr davor, dass dieses Interview in der vollen Länge allen Bürgern zu der Hauptsendezeit vorgeführt wird?
Früchten Sie sich so sehr davor, dass sich unsere Staatsbürger sich eine eigene Meinung über die Geschehnisse bilden?
Fürchten Sie sich so sehr davor, zu Ihrem verfassungsrechtlichen Auftrag der objektiven Berichterstattung zurückzukehren?
Ihr Verhalten ist und bleibt inakzeptabel, solange Sie nicht endlich zu Ihren Fehlern stehen und Ihrer Pflicht nachkommen, die breite Öffentlichkeit zu informieren!
Ich will daher nochmals eindrücklich an alle Bürger appellieren:
Jeder EINZELNE von Ihnen muss über diesen Blog hinaus für eine objektive Bereichterstattung und für die WAHRHEIT kämpfen!
Posten Sie in jedem Internetforum, jedem Politik-forum, wenden Sie sich an den Rundfunkrat, aber vor allem tragen Sie die Wahrheit nach Außen!
Es geht letztendlich um unser ALLER Freiheit!
Wir müssen Handeln- hier und jetzt! JEDER!
Lasst diesen Aufschrei der Wahrheit nicht verhallen…
Hochachtungsvoll
BR
*ich hoffe ihr seid nicht zu genervt durch die zitate vom tagesschaublog (den ich mir grad mal vollst. runtergeladen und gespeichert hab…), ich finde nur einiges was dort gepostet wird auch hier nochmal erwähnenswert…
@ 225
Hallo Spiegelfechter, jetzt sieht’s auch bei mir korrekt aus. Ich benutze übrigens IE7.
Vielen Dank!
;) stimmt jetzt!
wiedermal eine analogie, dass das unüberdachte globalPlayer-Monopolisten-volksverarsche-getue sich in alle bereiche erstreckt ;)
in dem Sinne: Seid Wachsam…..
Spiegelfechter
Kein Sender der Welt veröffentlicht das komplette Material. Das wäre schlicht unprofessionell. Das wäre so als wenn ich in einem Spielfilm jeden Meter des Filmmaterials ungeschnitten veröffentliche. Es findet immer eine Auswahl statt, nur kann ich heute im Internet natürlich theoretisch alles online stellen … . Nur was soll das bringen? Dem Nutzer gar nichts. Journalisten lernen zu kürzen, das ist ihre Kernkompetenz. Sie müssen kürzen, ohne zu verfälschen. Das vor allem unterscheidet gute von schlechten Journalisten.
Der Vergleich von Kasparov mit dem NAZI-Apfel ist hoffentlich nicht ernst gemeint. Man kann ja Thomas Roth - oder auch Klaus Bednarz - manches vorwerfen. Das kam allerdings bisher fast nur aus der rechten Ecke. Aber die Kritik an den innenpolitischen Zuständen in Russland ist bei fast allen Experten, die in Russland unterwegs sind, die Gleiche: Putin hat de facto die Meinungsfreiheit in Russland abgeschafft. Journalisten und Oppositionelle sind dort ermordet worden. Da gibt es keinen Grund, diese Verhältnisse irgendwie zu relativieren oder Vergleiche mit unseren Verhältnissen zu machen. Journalisten können bei uns Ärger bekommen, keine Frage. Manche arbeiten auch fahrlässig und schlampig. Sie sind bisweilen skandalös uninformiert und manche meinen sicherlich alle diese Fehler würden auf mich zutreffen … . Kein Problem … . Nur wird bei uns niemand ermordet, weil er es etwa wagt die Darstellung der Regierung in Frage zu stellen. In Russland ist das heute nicht mehr auszuschliessen. Insofern ist es skandalös, den russischen Kollegen, die unter diesen Bedingungen arbeiten müssen, auch noch in die Knie zu treten - indem man unsere wesentlich komfortableren Bedingungen mit ihren gleichsetzt. Das ist schlicht geschmacklos.
Wie gesagt: Das hat nichts mit der Beurteilung der außenpolitischen Situation zu tun. Aber in dieser Frage gibt es für mich keine Kompromisse: Die kritischen russischen Journalisten haben unseren Respekt und unsere Unterstützung verdient. Und zwar gegen ein autoritäres Regime.
@lübberding und “Nebel des Krieges” (http://www.weissgarnix.de/?p=419)
Sie können nicht rechnen, Deutschland 63 Jahre ohne Krieg! Sie haben das freiheitlich-demokratische Menschenrechtsbomben auf Serbien vergessen, das wegen der Albaner im Kosovo, das mit dem “mit Kinderköpfen Fußball spielenden Serben”-Scharping. Das war Krieg! Deswegen sind bei mir die taz und die Grünen unten durch. Damals konnte man auch sehen, das ARD und ZDF lügen was die Schwarte hergibt. Gerade mal 8,3Jahre hat es das einige Dtl. ohne Krieg ausgehalten. Die 45 Jahre bis zum 3.10.1990 war Dtl. leider verhindert. Ihre Leichenzählerei(besser der Zweifel an Opferzahlen) strotzt auch nicht gerade von Humanismus. Clausewitz rotiert im Grabe, ob Ihrer kruden kriegstheoretischen Meinung. Tipp: Die Symmetrie eines Krieges ändert nichts an seinem Wesen. Das wusste im übertragenden Sinne schon Scharnhorst. Lesen Sie nochmal “Von Kriege”; Clausewitz oder gehen sie zu Ihren sozialdemokratischen Wurzeln “Vom Wesen des Krieges” Franz Mehring(der rotiert auch im Grabe wegens der SPD heute).
Mein Gott, f.lübberding, wir haben Ihre Position so langsam begriffen und Sie wiederholen sich in einer Tour! Und das, worum es doch letztlich geht, ist einfach nur eine bedenkliche Verschärfung Russlands als FEINDBILD - das ist offensichtlich und beschränkt sich nicht nur auf die ARD. Beantworten Sie doch einfach mal diesen Sachverhalt, dass Russland in den Medien eindeutig und unter Auslassung von Informationen als aggressiver Staat dargestellt wird, der möglicherweise auch vom Westen gefürchtet werden sollte. Sind Sie vielleicht genau der Meinung und sehen ebenso voraus, dass wir bald wieder durch die Gegend rennen und “Hilfe die Russen kommen!” brüllen?
Blockpartei
“Herr Lübberdings triefende Selbstgerechtigkeit und Selbstgewissheit ist absolut typisches Beispiel seiner Kaste, wie ich im Umgang besonders mit jungen Journalisten lernen musste.”
Wo bin ich selbstgerecht? Das ist mir ein Rätsel … . Tatsächlich habe ich ziemlich früh, die westliche Politik in diesem Konflikt kritisiert. Es ist wirklich grotesk … aber dafür hat man mir prorussische Vorwürfe gemacht … . Ich rede hier nur über das Interview - und nicht über die berechtigte Kritik an Saakaschwili usw.
Aber zum Inhalt des Interviews. War das wirklich so eine Neuigkeit, dass Putin die Verantwortung für den Krieg Georgien zugewiesen hat? Nicht wirklich, oder? Putin einen aggressiven Anschein geben? Putins Image - auch in Russland - besteht in seiner Rolle des starken Manns. Dem braucht kein Journalist ein solches Image zu geben, der lebt das geradezu aus … . Putin ist doch kein anschmiegsames Kätzchen. Der ist sogar noch stolz darauf. Im Performance Vergleich wirkt Bush gegenüber Putin wie das absolute Weichei … . Bush kann als Persönlichkeit noch nicht einmal einen 6jährigen beeindrucken, wenn man nicht seine Funktion wüßte. Bei Putin ist das ohne Zweifel anders … . Putin wirkt in dem langen Interview noch aggressiver als in der Kurzfassung. Wie gesagt: Putin schwadroniert bisweilen … . Das ist übrigens auch das Problem der russischen PR.
@lübberding: Zitat: “Man kann ja Thomas Roth - oder auch Klaus Bednarz - manches vorwerfen. Das kam allerdings bisher fast nur aus der rechten Ecke.”
Godwin’s Law(http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz); Sie sind raus!
@sf
wg. #222 P.
sorry, es ist mir halt vor Wut so rausgerutscht, mir geht halt auch mal der Gaul durch, wenn ich da bestimmte Sachen lese…ihn kann ich ja nicht beleidigen, nur seine Ansichten…………….. aber ich gelobe Besserung.
@f.lübberding
Oh, dann gibt es (zum Glück) aber viele Amateure unter den Profis ;-)
Nicht wirklich – es ist durchaus üblich, dass ein autorisiertes Skript veröffentlicht wird, wie dies u.a. beim Weißen Haus und beim Kreml gute Sitte ist.
Yep
In der sie (siehe Roth) auch gerne Inkompetenz zeigen. Mir geht es doch nicht um ein IV mit dem Vorsitzenden des Taubenzüchtervereins oder mit einem Starlet, sondern um Zeitdokumente.
Der Vergleich von Limonow (Kasparows Bündnispartner) mit Apfel könnte man idT aufstellen. Ich sollte mich aber hüten – Apfel-Vergleiche sind ja verpönt ;-)
Ach herrjeh – das ist ja aber von Dir nicht ernst gemeint? Oder doch? Meinungsfreiheit abgeschafft? Wenn dies Dein Ernst ist, so solltest Du Dich ganz einfach mal in Russland informieren. Wie wäre es beispielsweise bei den Leuten von inosmi.ru? Die veröffentlichen z.B. (auch) alle IVs von Saakaschwili in den Westmedien in russischer Übersetzung und voller Länge. Die Anspielung auf die ermordeten Journalisten fasse ich mal als schlechten Scherz auf – diese Morde mit Putin in Verbindung zu bringen, ist arm … sorry, für die harten Worte.
In Russland auch nicht. Du kannst Dich über dieses Thema gerne mal mit dem ehemaligen Chef von Frau Politiowskaja Dmitrij Muratow unterhalten – er wird Dich da gerne aufklären. Ein bisschen Hintergrundlektüre könnte auch nicht schaden. Aber warum differenzieren, wenn man polemisieren kann?
Niemand setzt hier gleich.
Darf ich mir mal eine persönliche Frage erlauben. Wann hast Du das letzte Mal mit einem russischen Journalisten gesprochen? Natürlich ist die Pressefreiheit in D wesentlich(!) ausgeprägter als in Russland – keine Frage. Ich weiß aber nicht, was dies mit dem Interview zu tun hat.
@P.
Tschuldigung…..mir ging der Gaul durch…..deine Schreibe wollte ich verreissen, aber naja….werde ich fortsetzen.
man beschimpft aus Bequemlichkeit zuweilen den Verfasser.
Kleiner Witz: Was sagt der Reiche zum Armen?
Wenn sie Wasser wollen, begeben sie sich in die Stadt, dort haben sie Einkaufsmöglichkeiten!
Weißt Du so irritiert mich Deine Argumentation oder Ignoranz, für die Du ja unter Umständen gar nichts kannst.
Also, dennoch bin ich betrogen, wenn ich für ein öffentlich rechtliches Fernsehen bzw. auch ein Rundfunkanstalt meine Gebühren ordentlich entrichte, hoffe auf solide Berichterstattung, aber weit gefehlt: Ich erhalte aber die Ergüsse von Public Relations.
Die will ich aber nicht…..ganz einfach. Deine Schreibe hat sich halt so chambrierend für die
verlogene Choose angelesen, das ich halt wütend wurde.
“P.” schreib doch deutlicher…..und bezieh mal Position!
Du machst allerdings den klassischen Rückzieher, es gebe ja genug Möglichkeiten sich zu informieren und irgendwo in der Stadt Wasser zu holen etc. Du weißt selbst daß das falsch ist.
In der Siedlung wo ich wohne, bin ich wohl der einzige Kritiker. Tut weh, is halt so……lebbe geht weidä.
Also, gar nicht irritierend, einfach nur Klassenbewußtsein
Und das ist schwer genug…………….
@149, wenn du den gleichen Bericht (NDR? oder wars WDR?) meinst, den ich sah, lass dir sagen, dass der Bericht selbst nur manipulatives Machwerk war. Bemerkenswert war aber insbesondere die Schlusssequenz (Standbild), mit der - es es expliziet auszusprechen - “bewiesen” wurde, dass die Russen nicht auf dem Rückzug waren, also zu Recht vom Westen als Lügner gebrandmarkt wurden. Als Beweis genügte die Tatsache, dass sich die russischen Truppen auf ihrem Rückzug nicht just im selben Moment am selben Ort aufhielten, also sich auf dieser staubigen Piste, irgendwo im kaukasischem Gebirge, demonstrativ an der ARD-Kamera vorbeiwälzten.
Ja, ja Demokraten! Es gibt als mehrere Hälfte schnitten aus. Lol :)
@ aquadraht, #70
Hab bei der kontroversen Diskussion erst jetzt dein Beitrag gefunden.
Die Diskussion ist so kontrovers geworden, dass ich mir die Zustellung der Kommentare abgeschaltet habe - es lenkt ab.
Zu Übersetzung.
Auf russlandon... liegt mittlerweile sehr gute Übersetzung vor, sodass die ARD-Anstalt bzw. Herr Roth mit ihrer Wiedergutmachung etwas zu spät kommen.
Ich hätte mir auch die Mühe sparen können :-/
Ja, der hat auch bei mir, obwohl ich per se keinem Politiker zu viel Vertrauen schenken würde, sehr positiver Eindruck hinterlassen.
Am Anfang wirkte er ziemlich steif (ist auch kein begnadeter Politishowmeister), wurde dann mit der Zeit lockerer.
Auf jeden Fall wirkte er durchaus authentisch, selbstbewusst und vor allem sachlich und hat letztes Endes alles rübergebracht, was in der politischen Situation zu sagen wäre - z.g.T. auch für russ. Publikum. So wie ich es aus den russ. (online)Medien, Foren und persönlichen Kontakten nachvollziehen kann, hat er ziemlich genau die ggw. Gemütslage in Russland getroffen. Nein, nicht die autoritär gesteuerte Presse hat die Menschen verändert, die Harvard Boys und Neocons haben die ganze Arbeit in Russland geleistet.
Ich kenne noch “Interviews” von alten sowjetischen Kadern - Himmel und Erde!
Sogar Gorbis schwammige Plaudereien aus den Perestroikazeiten sehen in diesem Vergleich wie kindisches Lallen aus - der alte Gorbi wusste wirklich nicht, was er nun mit dem Land anfangen sollte, und nur noch irgendwie alles besser machen wollte, ohne es genauer zu wissen.
Herr Roth war m.E. sichtlich bemüht, ihm die Fragen aus “westlicher Sicht” - dem medialen Russlandklischee nach, vorzutragen. Ob aus innerer Überzeugung oder nach einer Abmachung, schwer zu sagen. Eher aus Überzeugung, nach der auch das Interview später zurechtgestützt wurde, um das “richtige” Weltbild mit bedrohlichem Bärenland zu vermitteln.
Putin ist gut vorbereitet und durchaus flexibel genau darauf eingegangen, um diesem Klischee und dem Feindesbild zielstrebig entgegen zu wirken. Ich denke, dass ist ihm auch gut gelungen, wenn man sich das ganze IV anschaut.
Hmm, Berlusconi tritt m.E. viel zu arrogant auf – jaja, liebe Bürger, ihr wisst ja dass ich meine Prioritäten und Probleme habe, aber auch eure Sorgen gehen mir nicht ganz am Arsch vorbei! So ein richtiger Machotyp. Mag sein, dass es von Italienern so akzeptiert wird.
Und Sarkozi ist m.E. ein narzisstischer Selbstdarsteller, der nach Anerkennung bei “seinem Volk” und seinen “großen Vorbildern” hinter dem Teich lechzt.
In Russland würden sich solche Typen keiner großen Beliebtheit erfreuen - etwas andere Mentalität und politische Erfahrung. Da käme sogar Steinmeier viel besser an.
@ f.lübberding, #187
Auch wenn Jens auf deine Einwände ausführlich eingegangen ist, möchte ich dennoch zwei kleine Anmerkungen dazu loswerden.
1. Es gibt schon einen großen Unterschied zw. einem Interview mit Dieter B. und exklusivem Interview mit Primärminister eines Landes, das – ob’s uns nun gefällt oder nicht – mittlerweile sehr bedeutende Rolle in ggw. Weltgeschehen spielt und wohl auch in absehbarer Zukunft spielen wird.
2. Halbe Wahrheit ist die schlimmste Lüge.
Damit meine ich die “notwendigen” Kürzungen im Interview .
_______________
Ansonsten war es angenehm, eure Diskussion zu verfolgen.
Die verlinkte Seite ist im Übrigen auch sehr anregend - Respekt!
PS. Was zum Schmunzeln lewrockwel...
@227
Ja, Leute wie er sind der Grund, weshalb ich die taz nicht abonniert habe. Extrem fällt mir bei Lübberding seine Borniertheit und das ewige Wiederholen oder schlichte Behaupten von widerlegten Aussagen auf. Auch scheint er sich für einen “guten(professionellen) Journalisten” zu halten.
Der Spiegelfechter hat sich ja mehrfach argumentativ mit seiner Rabulistik auseinandergesetzt und jedesmal wieder dieselbe heisse Luft zurückbekommen.
Ich weiss nicht, was Leute wie Lübberding motiviert; an finanzielle Motivationsschübe glaube ich eher weniger, sondern da würde ich doch eher einfach nur Borniertheit vermuten.
Und ich dachte ich wäre der einzige, mit der perversen Neigung sich auch noch Anne Will zu diesem Thema angucken zu müssen.
da hab ich alles schon in der schule gelernt und bekomme es jeden tag von diesem systhem um die ohren gehaun.korrupte politiker inklusive vorstrafenregister,raffgierige vorstände,kriminelle beamte usw.das die meinung manipuliert wird,kann man ja an der vereinigung sehen,das war der bisher größte coop den sie geschafft haben.doch das schlimmste ist,sie(politiker) machen aus der Missachtung der Wünsche der Mehrheit eine Tugend.sie wollen uns also für dumm verkaufen und auch halten.in den vergangenen jahrzehnten haben uns cdu-csu-fdp-grüne regiert.nun soll die linke zeigen was sie kann.ich wähle links,schlimmer wirds nimmer.
Hallo Zusammen,
ich hatte gestern den untenstehenden Beitrag als Replik auf einen Kommentar im ARD-Blog eingestellt. Er wurde nicht durchgelassen, ohne Begründung. Zugegeben er ist recht harsch und in 5 Minuten im Affekt geschrieben worden. Was meint ihr? Zensurwürdig?
Hier der Kommetar auf die in Anführung stehenden Aussagen:
„Ich habe die russische Version des Putin-Interviews in voller Länge gesehen und finde es ausserordentlich zynisch, wenn der russische Premier und Ex-Präsident Saakaschwili dafür kritisiert, die Opposition zu unterdrücken und Demonstrationen mit Schlagstöcken auseinanderzutreiben, da er dies und mehr selbst seit Jahren praktiziert bzw. aktiv fördert und zulässt.
Alles in allem halte ich Herrn Roth auch weiterhin für integer.“
ICH FINDE ES ERSTMAL ZYNISCH WENN DER SAAKASCHWILI IN UNSEREN MEDIEN ALS JEMAD DARGESTELLT WIRD DER UNSERE WERTE TEILT. GEORGIEN IST EINE KLEINE HÄSSLICHE DIKTATUR! DIE EINZIGE OPPOSITION DIE MIT UNTER MIT SCHLAGSTÖCKEN VERTRIEBEN WERDEN SIND DIE NATIONALBOLSCHEWIKI MIT DENEN SICH DER KASPAROW ABGIBT. MITUNTER GIBT ES BEI SOLCHEN DEMOS MEHR JOURNALISTEN ALS DEMONSTRANTEN! IN GEORGIEN WURDE EINE MASSENBEWEGUNG NIEDERGEKNÜPPELT! SIE VERBREITEN HIER ABSICHTLICH FALSCHINFORMATIONEN! FÜR WEN HABEN SIE DENN IN EX-UDSSR UND EX-JUGOSLAWIEN GEARBEITET?
„Es ist seit Jahren PR-Ziel des Kreml, den Rest der Welt als ebenso zynisch und berechnend darzustellen wie man selbst ist und dadurch jede von Werten getriebene Politik als eigennützig und unehrlich zu diskreditieren“
JA UND ICH STAUNE IMMER ÜBER DIE POSITIVE RUSSLANDBERICHTERSTATTUNG IM WESTEN! UND DER WESTEN IST NICHT „DER REST DER WELT“! SO SCHWER WIE SIE DAS GLAUBEN KÖNNEN, ES GIBT AUCH ANDERE ZIVILISATIONEN AUF DEM PLANETEN! DIE WESTLICHEN WERTE KÖNNEN WIR JEDEN TAG IM IRAK AFGANISTAN KONGO SOMALIA GEORGIEN ESTLAND KOLUMBIEN HAITI …. DIE LISTE WÄRE LANG… SEHEN!
ES IST AUCH ALLGEMEIN BEKANNT DAS DIE GRÖSSTEN MEDIENKONGLOMERATE UND PRESSEAGENTUREN IN RUSSISCHER HAND SIND. WIE KANN MAN SO WIRKLICHKEITSFREMD SCHREIBEN?
„Internationale Beziehungen werden paraniod und fälschlicherweise als Nullsummenspiel gesehen und dargestellt. Es wird so getan als müsse man (z.B. Europa) sich zwischen Russland und den USA entscheiden. Tatsächlich wäre eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den USA, der EU und Russland, verbunden mit vertiefter Demokratisierung und NATO-Beitritt Russlands die für alle Länder und Völker beste Lösung.“
DER NATO BEITRITT RUSSLANDS WURDE STETS VON DEN USA ABGELEHNT! SIE WOLLEN IHRE ALLEINHERRSCHAFT NICHT ABGEBEN! ES SIND DIE USA DIE DIE LÄNDER ZU EINER ENTWEDER ODER ENTSCHEIDUNG ZWINGEN WOLLEN! ÖKONOMISCH HAT IN DIESEM US SPIEL NUR EUROPA ZU VERLIEREN! UND ICH WÜDE ERSTMAL DIE USA DEMOKRATISIEREN DANN WÄRE VIELES MACHBAR!
„Leider wird dies mit der zynischen aktuellen politischen Führung Russlands nie passieren, da ohne die Heraufbeschwörung äußerer Feinde, dem eigenen Volk auffallen könnte, dass die Probleme des Landes aus dem Inneren und von der Regierung herrühren, die sich hinter einer Mauer von Lügen, die in den Medien verbreitet werden in unermesslichem Ausmaß auf Kosten des Landes und des Volkes bereichert“
DIE PROBLEME DES LANDES RÜHREN VOM LIEBLINGSSÄUFER DES WESTENS JELTZIN HER UND NICHT VON DER JETZIGEN FÜHRUN! DESSEN SIND SICH DIE RUSSEN SEHR WOHL BEWUSST! PUTIN HAT ERST DIE TURBOKAPITALISTISCHE NEOCON AUSBEUTUNG RUSSLANDS GESTOPPT UND DAS PASST DEM REGIME IN DEN USA NICHT! DIE DIE SICH BEREICHERT HABEN SITZEN TEILWEISE IM GEFÄNGNIS ODER IN DEM SO DEMOKRATISCHEN WESTEN NÄMLICH IN ENGLAND! RUSSLAND WILL DIE AUSLIEFERUNG ABER DIE HERREN DEMOKRATEN SCHÜTZEN DIE AUSBEUTER! WELCHE REGIERUNG IST DENN HIER ZYNISCH?
„Es juckt den Kreml nicht, dass hunderttausdende Russen an HIV infiziert sind und zehntausende auf den schlechten Straßen wegen schlechter Infrastruktur, Gesetzgebung und Verkehrsüberwachung jährlich ihr Leben lassen. Auch Dutzende von Rechtsradikalen ermordete Ausländer und Minderheiten jedes Jahr sind kaum der Rede wert.“
DIE BEHAUPTUNGE SIND VÖLLIG LACHHAFT? GENAUSO KÖNNTE ICH ÜBER DIE STERBENDEN FLÜCHTLINGE AN EUROPAS UND USA GRENZEN SCHREIBEN. ÜBER DEN NICHTVORHANDENEN ÖFFENTLICHEN VERKEHR UND DEN STERBENDEN MENSCHEN DIE SICH KEINE KRANKENVERSICHERUNG IN DEN USA LEISTEN KÖNNEN BERICHTEN!
WAS WOLLEN SIE DAMIT SAGEN?
„Leben aber “Russen” im Ausland wie in Estland, Abchasien oder Südossetien, sind deren Probleme und deren Leben auf einmal von grossen Interesse und müssen geschützt werden. Der Strom von Sündenböcken darf eben nie abreissen.“
JAWOHL! JEDES LAND IST DAZU VERPFLICHTET SEINE BEVÖLKERUNG ZU SCHÜTZEN!
„Als freundschaftliche Gegenmaßnahmen gegen das Ziel des Kremls, den Westen als russlandfeindlich dazustellen, damit das eigene Volk ihm nicht traut und ihn als Modell sieht, bin ich für:
- Aufhebung des Visazwanges für Russen und Ukrainer in die EU, auch einseitig wenn Russland nicht mitzieht. So können sich die Menschen selbst ein Bild davon machen, wo es zynischer zugeht, bei uns in der EU oder in Russland.“
JETZ SIND SIE ABER VÖLLIG DEM ZYNISMUS VERFALLEN! GENAU DAS WILL RUSSLAND ERREICHEN UND ES WIRD STÄNDIG AUS POLITISCHEN GRÜNDEN VERWEIGERT!
WIE SIE HIER DIE TATSACHEN VERDREHEN IST SCHON UNGEHEUERLICH!
Hier noch der Kommentar von Thomas Roth! Ja er hat sich zu Wort gemeldet!
Übrigens gestern um 17:13, das vollständige Interview wurde dann heute im WDR um 6:20! wenn alle schlafen gesendet :-))
tagesschau...
Sauber Jens, sehr gut gemacht.
Ich habe das ganze Geschehen verfolgt. Nun forste ich heute den Blätterwald durch. Und keine dieser Wichsblätter, sei es Focus, Spon oder SZ schreibt über diese “Angelegenheit” auch nur ein Wort. Ist ja auch klar. Wer schiest sich selber ins Bein?!!!!
Ich gehe nun einen Schritt weiter. Fast alle dieser “Medien” sind gleichgeschaltet. Was denken sich eigentlich diese sogenannten Journalisten? Ich hoffe inständig, das der russische Botschafter Kotenev, der ja auch gute Sendezeit bekommt, endlich einmal einen dieser “Journalisten” auf seine Berufsehre angreift und sie mit der Art und Weise der Berichterstattung von 1933-1945 gleich stellt.
Aus meiner Sicht ist das mittlerweile absolut zu vergleichen. Leider!!!
Herr Lübberding, ich denke Sie sind Publizist? Dann sollte Ihnen die Deutsche Sprache mehr am Herzen liegen (Rechtschreibung?)
Nun zum eigentlichen Thema. Das Journalisten in Deutschland schon lange nicht mehr objektiv berichten ist Fakt und daran ändert auch Ihr “flammender” Beitrag nichts. Das Interviews gekürzt werden mag, wenn auch fragwürdig, gängige Praxis sein. Aber hier wurde nicht einfach nur gekürtzt - aber das hatten wir ja schon.
Die Reaktionen der ARD zeigen doch offenkundig, dass man sich “der Schuld bewusst” ist. Ansonsten beweisen die Beamten dort regelmäßig Betonköpfigkeit was Korrekturen Ihrer, über alles erhabenen, einzigartigen journalistischen Arbeit angeht! Auch Sie scheinen dort ein wenig unter “Berufsdeformation” zu leiden.
Wie auch immer, wenn Sie ein Interview mit einem der Staatschefs dieser Welt in denen auch Reizthemen angesprochen werden für nicht würdig erachten in ausreichender, unverfälschter Form gesendet zu werden, dann lässt das tief blicken. Und was wäre unsere Informationslage wenn es (die bösen) freien Blogger nicht gäbe - wir würden weiterhin munter manipuliert und desinformiert. Vielleicht denken Sie über das, was passiert ist nochmal in aller Ruhe nach. Sie müssen auch keinem Ihre Erkenntnis mitteilen, wenn Sie es im Hinterkopf behalten, dass Journalisten und ich denke wohl auch Publizisten nun einfach ordentlicher arbeiten müssen, dann reicht das schon.
Ich finde die Reaktionen im Internet sowohl angemessen und auch korrekt (die des Spiegelfechters ist ja nicht die einzige gewesen) und befürchte, dass wir nur an der Oberfläche gekratzt haben (wie ja auch die gefälschten Fotos einiger Nachrichtenagenturen zu diesem Thema zeigen) - Wag the dog ist Realität geworden (leider).
Die längere Version ist online:
tagesschau...
@224 P. :
Dank des Internets gibt es ja zunehmend ausführliche Interviews. Da gibt es weniger Notwendigkeit zu kürzen.
Das Internet besteht doch hauptsächlich aus (Kinder)pornografie, Links/Rechtsextremistischen Inhalten, süchtigmachenden (Killer)spielen und illegalen Tauschbörsen von (Raub)kopierern. Jedenfalls ist dies das Bild, das zumeist in den öffentlich-rechtlichen Sendern (z.B. in Panorama oder Frontal 21) gezeichnet wird. In der Tagesschau dürfen BKA-Präsidenten nach Lust und Laune Filter, Sperren und staatliche Kontrollen von Inhalten/Verbindungen fordern, während gleichzeitig China scharf kritisiert wird, weil dort Inhalte/Verbindungen gefiltert, gesperrt und staatlich kontrolliert werden.
Imübrigen hat die ARD das Putin-Interview im Internet ebenfalls nur in der gekürzten Fassung veröffentlicht. ;-)
Bei einem kurzfristig zwischen zwei Sendungen des planmäßigen Programms geschobenen Interview gibt es die Zeit leider nicht.
Och, die Zeit gibt es schon… bspw. bei Sportereignissen, deren Übertragungsrechte erst kurzfristig gesichert werden konnten oder wenn ein bekannter Schauspieler zu den Ahnen abgeritten ist (und daraufhin statt des planmäßigen Programms ein Highlight seines Schaffens von annodazumal wiederholt wird). Sogar zu politischen Tagesereignissen gibt es gelegentlich kurzfristig anberaumte Sendungen, die sich “Brennpunkt” nennen. :-)
Mit für blöd halten hat das überhaupt nichts zu tun.
In der Tat. Wer Informationen zurückhält oder manipuliert, fürchtet sich davor, daß die Leute eben nicht blöd sind, sondern sehr wohl dazu in der Lage, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und um diese Urteile zu beeinflussen, gibt es PR-Agenturen… die leben davon, die Fakten so zu präsentieren, daß die Leute die gewünschten Urteile fällen. In der Werbung ebenso wie in der Politik. :-)
Wie soll ma denn Zensur anders als Zensur nennen? Was ist denn passiert? Ein Interview, das als zeithistorisches Dokument dienen sollte, wird von den verantwortlichen Redakteuren gekürzt, und zwar derart gekürzt, dass daraus ein anderes Dokument wird, welches, in dieser veränderten Fassung der Öffentlichkeit zudem als originales Dokument präsentiert wird. Und das soll keine Manipulation, also Zensur sein? Wie nennt man das denn im internen redaktionellen Sprachgebrauch? Ein Dokument, das inhaltlich einen Realitätsausschnitt wiedergibt, derart zu verändern und anzupassen, dass es etwas Anderes wiedergibt, das mit Sichtweise und Intention des Manipulators übereinstimmt. Welchen Namen geben wir dem Kind? Unfaßbar, da das alles tatsächlich nur auf die Spitze des Eisberges deutet. Der Skandal ist, dass dieses manipulative Vorgehen von den Verantwortlichen als Standesrecht, als professionelle Selbstverständlichkeit angesehen wird, die man schlimmstenfalls dann zähneknirschend bedauern muss und auf äußere Umstände, heißt technische Sachzwänge, zurückführen kann, wenn man wider Erwarten dabei auf frischer Tat ertappt wird - von einer Öffentlichkeit, die sich in die Pflicht nimmt, von ihrem Recht auf kritische Aufnahme journalistischer Arbeit Gebrauch zu machen. Aber nennen wir auch dieses Kind beim Namen: Es ist die Wahrnehmung dieses Rechts durch eine kritische Gegenöffentlichkeit, was den Etabilierten ein Dorn im Auge ist, rüttelt es doch an ihrem Anspruch, Öffentlichkeit zu schaffen und zu kontrollieren.
Das vollständige Interview hat die ARD endlich mal im Internet veröffentlicht!
tagesschau...
Ganz untergegangen im Blätterwald ist das Gegrummel über das Interview nicht.
Zum Glück des Russischen im ausreichenden Maße mächtig, habe ich das Interview in der Langfassung des russischen Fernsehens genossen. Und man mag Putin glauben oder nicht, seine Statements unterscheiden sich wohltuend von den gelackten Interviews unserer Mainstreampolitiker. Ich hatte das Gefühl, dass er den Menschen, und nicht nur den Medien etwas sagen wollte und die Zuhörer nicht für dumm verkauft hat. Dies ist schon ein Wert an sich, selbst wenn man mit dem, was da gesagt wurde nicht einverstanden ist. Da wäre es schon vom Interesse, dies komplett zu senden.Die Haltung der ARD ist ja durch die Fragen von Herrn Roth deutlich geworden und hätte auch bei An- und Abmoderation zum Ausdruck gebracht werden können.
Das dies nicht gemacht wurde ist für mich keine Zensur. Auch an bewußte Manipulation glaube ich nicht. Bewußte Manipulation setzt voraus, dass man sich darüber im klaren ist, dass man die Wahrheit verdreht. Ich vermute jedoch, dass sich die Herren Roth und Co. nicht darüber im Klaren sind. Ihrer festen Überzeugung nach wissen sie, was richtig und was falsch ist. Noch bevor Herr Putin auch ein Wort gesprochen hat, ist das Urteil über seine Aussage schon gefällt. Die Zusammenfassung erscheint den Verantwortlichen als bloße Kürzung ohne inhaltliche Entstellungen, da sie den Inhal gar nicht zur Kenntnis genommen haben. Sie nehmen unbewußt alles, was zu ihrer vorgefassten Meinung passt und lassen alles andere als (ihre Meinung nach) nicht zu Kern der Putin’schen Aussage gehörend weg. Das ist weder Zensur noch bewußte Manipulation, sondern schlicht die Unfähigkeit, die eigene Position zu hinterfragen. Passiert uns allen mal, nur dass die meisten von uns dafür nicht bezahlt werden.
Und noch etwas zu dem angeblichen Grund der massiven Kürzung: der fehlenden Sendezeit. Das glaube ich sofort. Auch hier kein Zensurvorwurf. Es ist für einen ARD-Redakteur schlicht selbstverständlich, dass man stundenlang mit nichtssagenden Berichten über einen Nominierungsparteitag eines US-Präsidentschaftskandidaten berichtet (der sich von einem Parteitag der sowjetischen Kommunisten aus den 70-er nur dadurch unterscheidet, dass er bunter und lauter ist, ansonsten ist beides bis ins Kleinste inszeniert) und dem russischen Ministerpräsidenten auch in der größten Krise 10 min zur Verfügung stellt. Das sind die ungeschriebene Gesetze unserer öffentlich-rechtlichen. Nach dem Motto: Putin sollte froh sein, überhaupt zu Wort gekommen zu sein.
Nur eine Frage lässt mir keine Ruhe: was stand so lange einer Veröffentlichung im Internet im Wege?
Hi Jens,
gestern 1920 uhr beim zdf spezial: Als es um die gestrige Demo in Tiflis ging, war der Herr Patrick Worms zu sehen, wie er kurz ins MIkro des zdf diktierte, dass das motto lauten muss: russia go home.
Als was wurde der Herr Worms vorgestellt? Als “kommunikationsstratege”. Nicht etwa “kommunikationsstratege der georgischen regierung”, nur “kommunikationsstratege”.
Nicht das mich das beim zdf wundern würde…
Noch eins: Georgien (bzw. aspect consultings) haben auch soli-stände in polen, etc. Die t-shirts mit der georgischen Fahne verkaufen sich anscheinend prächtig…
Gruß,
N.A.
Ich verfolge nun seit Tagen unter anderem Jens Blog, wie auch den der Tagesschau… an dieser Stelle auch von mir einen herzlichen Dank an den Spiegelfechter.
Als ich soeben die Blogseite der Tagesschau aktualisierte, stellte ich mit Erstaunen fest, daß nun alle Beiträge nach #308 um 17:57 vom Montag gelöscht wurden. Auf der Hauptseite des Blogs liest man allerdings noch die Angabe “562 Kommentare”.
Putzig… gestern wurden wenigstens noch “Wartungsarbeiten” als Grund für die erste Störung angegeben. Jetzt hat man offensichtlich klammheimlich alle Beiträge entfernt, die nach Herrn Roths gestriger “Richtigstellung” geschrieben wurden.
…und diese Herrschaften mokieren sich über die russische Presse.
LuKe
Edit:
Gerade habe ich versuchsweise dort einen Beitrag abgesandt… als Ergebnis erschien eine Benutzer/Passwortabfrage, wie man sie vom
Intranet einer Firma kennt.