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      schwizig … thumbs up! :-D (Perlen vor die Säue, hast recht)

      Vogel bei Die Agonie der Demokratie:

      Schwach: Si tacuisses …

      Vogel bei Die Agonie der Demokratie:

      schwitzig … mein lieber schwitzig … Du weiß doch, dass es heißt:...

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  • Über die Mächtigkeit von Banken … in der Wirklichkeit und im Antisemitismus

    geschrieben am 19. August 2010 von Spiegelfechter

    ein Gastartikel von Wolf Wetzel

    Wenn zur Blockade von Banken aufgerufen wird, hat man es nicht nur mit der Polizei zu tun, sondern mit einem Sack voller Bedenken, Zweifeln und Vorbehalten. Die guten Gründe sind einfach zu benennen: Nirgendwo anders liegen Überschneidungen zwischen antisemitischen Stereotypen, antisemitischen Verschwörungstheorien und antikapitalistischer Kritik – auf den ersten Blick – so nahe, wie beim Thema ›Banken‹ und ›Finanzkapital‹. Vermeidet man antisemitische Ausdeutungen, wenn man sich der Bedeutung des Finanzsektors nicht stellt, sie nicht wahrnimmt?

    Wenn man den Finanzsektor in den Mittelpunkt einer Kampagne stellt, handelt man sich also schnell den Vorwurf ›verkürzter Kapitalismuskritik‹ ein, womit nichts anderes als der Vorwurf im Raum steht, man bediene antisemitische Stereotype wie die vom ›Spekulanten‹ oder dem ›bösen‹ Finanzkapital.

    Dem schließen sich sofort weitere ungeklärte Fragen an: Wer hat diese Krise verursacht? Welche Rolle spielt der Finanzsektor beim Zustandekommen der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg? Wer verkürzt wen und was? Vorausgesetzt, man ist sich einig, dass die Antwort: ›Der Kapitalismus ist an allem schuld‹ zu wenig ist, wird man sich auf die Suche begeben müssen, was sich innerhalb des Kapitalismus in den letzten 20 Jahren verändert hat, welche ökonomischen, politischen und gesellschaftliche Machtverschiebungen stattgefunden haben, die erklären helfen, was fast zum weltweiten Kollaps des Kapitalismus geführt hätte.

    Mit diesem Beitrag soll eine Debatte eröffnet werden, in der Hoffnung, dass man aufhört, darüber zu reden, was der/die andere gemeint haben könnte, was man ihm/ihr unterstellt, mit dem Ziel darüber zu streiten, was die politisch unterschiedlichen Akteure tatsächlich gesagt haben bzw. dazu sagen werden.

    Die Krise hat Gesichter und Namen – Personalisierungsfragen

    Auf dem Aktionsfeld ›Banken‹ trifft man automatisch viele prominente Gesichter, wie Josef Ackermann, wie den Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, und andere. Wenn man ihre Bedeutung in Erinnerung ruft, bedeutet das nicht, dass die Krise dadurch bewältigt ist, indem man z.B. Josef Ackermann festnimmt (wie dies der Bundespräsidenten-Kandidat der Linken Peter Sodann machen wollte) und in den Knast steckt. Genauso falsch wäre es zu glauben, diese ›Reizfiguren‹ hätten persönliche Fehler gemacht. Im Gegenteil: In den allermeisten Fällen darf man davon ausgehen, dass sie alles richtig gemacht haben. Sie wissen um die Spielregeln, sie legen sie mit fest, sie wissen, dass sie in der Regel zu ihren Gunsten ausgelegt werden und wenn sie kriminell sind (wie bei den zahlreich aufgedeckten Bestechungs- und Korruptionsverfahren und Steuerhinterziehungsaktionen), können sie sich sicher sein, dass die Strafe (in aller Regel eine Einstellung gegen Bezahlung einer lächerlichen Geldsstrafe) einer Belobigung gleichkommt. Dass Banken und ihre Führungsetagen also Milliarden an Euro ihrer eigenen Bank und ihrer Kunden aufs Spiel setzen (und dabei verlieren) hat nichts mit dem gewissenlosen Charakter der Akteure zu tun, sondern mit einem äußerst kalkulierten Vorgehen, das dieses Risiko ermöglicht, erwartet und ggf. risiko- und haftungslos verstaatlichen und jetzt sozialisieren wird.

    Spekulationen über verkürzte Kapitalismuskritik

    Wer einen Aufruf macht, eine oder mehrere Banken zu blockieren, muss sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass damit gemeint sein könnte, dass an der größten Krise des Kapitalismus nach 1945 ›die Spekulanten‹ schuld seien. Damit nähere man sich auf gefährliche Weise dem nationalsozialistischen Weltbild, antisemitischen Verschwörungstheorien. In diesen gibt es den Typus des ›reichen/jüdischen Spekulanten‹, das ›raffende Kapital‹, das das ehrbare, schaffende, arische Kapital zu Grunde richtet. Unschwer zu erkennen ist, dass der Spekulant im Antisemitismus eine ethnische, eine rassistische Größe ist, das Gegenbild zum ehrbaren, rechtschaffenen deutschen Volk.

    Hinter dem antisemitischen Typus des Spekulanten verbirgt sich also weder eine (Deutsche) Bank, noch ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, sondern der heimat- und vaterlandslose Jude. Weder in der Ideologie noch in der Praxis des Antisemitismus ging es, geht es darum, die Macht der Banken, des Finanzsektors anzutasten oder gar zu brechen. Ganz im Gegenteil: »Sie haben an der Zerstörung der Weimarer Demokratie aktiv mitgewirkt und dann Hitlers Rüstungs- und Kriegspolitik unterstützt. Sie haben den Bau von Auschwitz vorfinanziert, an Zwangsarbeit, an der ›Arisierung‹ jüdischen Eigentums, am Auschwitz-Gas Zyklon B, an den Bomben und Granaten nahezu aller Kriege, an den Eroberungen der Deutschen Wehrmacht und der Wiederaufrüstung der Regierung Adenauer kräftig profitiert.«*

    Wer also behauptet, die Kritik am Finanzsektor, die Forderung nach Verstaatlichung bis hin zur Zerschlagung von systemischen Banken bediene antisemitische Ressentiments, bekämpft nicht den Antisemitismus, sondern fällt auf dessen antikapitalistische Rhetorik herein. Im Antikapitalismus geht es darum, die Macht (auch) von Banken, über Menschen und Leben zu verfügen, zu brechen – ganz egal, mit welcher Hautfarbe diese Kapitalverbrechen begangen, mit welcher Ideologie sie verkleidet, in welche Ethik sie verpackt werden.

    Die Unterscheidung in ›gutes‹ und ›böses‹ Kapital ist also im besten Falle dumm, im schlechtesten Falle antisemitisch. Wer mit Staatsanleihen, Rohstoffen oder Aktien spekuliert, handelt nicht weniger moralisch oder ethisch als jene, die ihren Profit aus der Verwertung und Vernutzung von Menschen ziehen. Weder Moral noch Ethik bestimmen dieses Wirtschaftssystem, sondern die Aussicht auf Gewinn. Das ist die einzige Maxime, die zählt.

    Zweifellos spielen ›systemrelevanten‹ Banken eine herausragende Rolle beim Zustandekommen der derzeitigen Krise wie bei der Abwälzung der Krise nach unten (Entlassung von Mitarbeitern, Beraterstäbe bei den zahlreichen ›Rettungsschirmen‹, Erarbeitung und Umsetzung von Verarmungsprogrammen). Ihre Rolle und Bedeutung in den Mittelpunkt zu stellen, heißt also nicht zu vergessen, dass die jeweiligen Regierungen alles getan haben (wie zum Beispiel durch die zahlreichen ›Finanzmarktreformen‹), damit die Finanzinstitute in diesem Finanzkrieg freie Hand haben.

    Außerdem trägt der Aktionsaufruf dem besonderen Umstand Rechnung, dass manche Banken mehr als eine privatkapitalistische Bank sind, die bei verlustreichen Geschäften pleite geht. Im Mittelpunkt stehen ›systemrelevante‹ Banken. Diese Bedeutung haben sie nicht, weil besonders fiese Chefs diese Geschäfte führen. Ihre Systemrelevanz bekommen sie aufgrund struktureller Bedingungen: Große Banken wie die Hypo Real Estate, die Commerzbank oder die Deutsche Bank handeln mit einer Quasi-Staatsgarantie, sie üben ein hoheitliches Monopol aus, indem sie die ›Liquidität‹ dieses Systems garantieren sollen. Diese Unentbehrlichkeit mündet bekanntlich in die einzige kostenlose Lebensversicherung: ›To big to fail‹ (Zu groß, um zu stürzen). Sie können viele ruinieren – nur nicht sich selbst.

    Banken – die Rattenlinie der kriminellen Ökonomie

    Die zahlreichen Steuerhinterziehungsskandale, der Medienrummel um aufgekaufte CD’s mit Bankdaten von potenziellen Steuerhinterziehern machten in den letzten Monaten und Jahren immer wieder Schlagzeilen. Ab und an musste auch ein Prominenter dran glauben, wie der ›Bäderkönig‹ Zwick oder der Ex-Post-Chef Zumwinkel. Das ist gut fürs Image – gegen die weit verbreitete Ansicht: die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Letzteres ist Gang und Gäbe – in großem Stil.

    Ganz still wird es hingegen, wenn es um die Frage geht: Wer besorgt dieses filigrane Geschäft? Wie kommen die Milliarden ins Ausland, auf Konten von Banken, Stiftungen und Treuhandgesellschaften? Nur noch im ›Tatort‹ oder bei der hessischen CDU (auf einer Raststätte) wird das Geld im Koffer über die Grenze geschafft oder an einen Mittelsmann an einer dunklen Straßenecke übergeben. Im wirklichen Leben besorgen das Banken, diskret, professionell und durch besonders geschultes Personal.

    Dieses illegale Tunnelsystem, durch das Milliarden von Euro ins Ausland geschleust werden, ist nicht nur hochkomplex, es ist auch vielseitig verwendbar. Es hat Dual-Use-Charakter: Es werden eben nicht nur vermögende Privatpersonen durch diese Pipelines geschleust, sie sind ein Abfallprodukt einer ganz anderen Form von organisiertem Verbrechen, eines kriminellen Systems, das staatstragende, staatsaffine Aufgaben erfüllt.

    Wenn zum Beispiel der Siemenskonzern, der zweifellos eine systemische Größe im ökonomischen und politischen Sinne darstellt, Milliarden spurlos ins Ausland transferiert, dann geht es nur ganz beiläufig, geradezu unbeabsichtigt, um Steuerhinterziehung. Der eigentliche, wesentliche Grund sind außerbilanzielle Geschäftsaktivitäten. Wenn Siemens Regierungen kauft, durch Bestechungen Milliarden-Aufträge akquiriert, dann lässt sich das schlecht im Geschäftsbericht ausweisen und deklarieren. Man braucht also illegale Kassen, aus denen man diese Operationen finanziert. Geld, das keine nachweisbare Herkunft hat, Geld, das nicht zurückverfolgbar ist, Geld, das es nicht gibt. Gewöhnlich benutzt man dafür seine Hausbank, die ihre ganze Kompetenz einbringt, Geld spurlos ins Ausland zu transferieren, um von dort aus besagte Wirtschaftskriminalität in die Wege zu leiten.

    Wenn die CDU illegale Spenden von Großfirmen und Millionären in einer Stiftung in Liechtenstein ›waschen‹ lässt, dann braucht sie dafür eine verschwiegene Bank. Mit deren Hilfe wurde die ›Stiftung Zaunkönig‹ gegründet, deren einziges Ziel es war, die Sponsoren aus Industrie und Politik zu anonymisieren. ›Kriegskasse‹ nannten sie es, mit dem Ziel, einen schmutzigen und rassistischen Wahlkampf in Hessen (1999) zu finanzieren, den man ohne diese anonymen Financiers nicht glaubte, gewinnen zu können.

    Aber auch staatliche Institutionen bedienen sich dieses Tunnelsystems: Wenn der Bundesnachrichtendienst/BND den Auftrag von Regierungs- und Oppositionsparteien bekommt, das rätedemokratische Modell der ›Volksmacht‹ im Zuge der ›Nelkenrevolution‹ in Portugal 1974 mit allen Mitteln zu bekämpfen, dann schickt der BND keinen Kofferträger mit 30 Millionen Mark los, um ihn konterrevolutionären Kräften an einem dunklen Ort in Lissabon zu übergeben. Selbstverständlich verfügt auch der BND über getarnte Auslandskonten, die denselben Weg der Anonymisierung gehen wie den der schlagzeilenträchtigen Steuerhinterzieher.

    Wer glaubt, dass es sich dabei um kleine, ökonomisch vernachlässigbare Größenordungen handelt, der täuscht sich gewaltig: »Der deutsche Staat wird durch Steuerhinterziehung jährlich um schätzungsweise 100 Milliarden Euro betrogen. Dies sagte Finanzminister Peer Steinbrück am Donnerstag im Bundestag in der Debatte über das neue Gesetz gegen Steuerflucht.« Basler Zeitung vom 7.5.2009

    Die Macht des Finanzsektors – wer regiert wen?

    Hinter dem Wort ›Systemrelevanz‹ von großen Banken verbirgt sich keine Übertreibung, sondern ökonomische Macht. Die HypoReal Estate z.B. hatte in ihren Geschäftsbilanzen ›toxische‹, also wertlos gewordene Papiere, in der Größenordnung eines fast kompletten Bundeshaushaltes:

    »Die Hypo Real Estate ist (…) dabei, toxische Wertpapiere und ganze Unternehmensbereiche im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro in eine große ›Bad Bank‹ auszugliedern und sich damit von diesen Risiken zu trennen.« (FR vom 20.7.2010)

    Wäre dieser Verlust realisiert worden, die Bank also pleite gegangen, hätte in der Tat die Gefahr einer ›systemischen‹ Kettenreaktion bestanden, die den gesamten Finanzsektor zur Erliegen gebracht hätte. Im Sinne der Systemerhaltung musste also diese Bank ›gerettet‹ werden, indem der Staat durch ihre Verstaatlichung und Gründung einer ›Bad Bank‹ für diese Verluste aufkam. ›Too big to fail‹, zu groß, zu mächtig, um zu fallen, nennt man dieses Prinzip in der Business Class. Anders formuliert: Eine so große Bank kann selbst angesichts ihres drohenden Untergangs als Erpresser auftreten und überleben.

    Welche Macht hat also eine ähnlich bedeutsame Bank (z.B. die Deutsche Bank) im Normalbetrieb, wenn es ihr gut geht? Sie kann und betreibt Wirtschaftspolitik, in der Regierung, mit der Regierung, außerhalb der Regierung: Wenn ein großer Kredit eines Automobilkonzerns refinanziert werden soll, dann stellt diese Bank Bedingungen: zum Beispiel (mehr) Entlassungen, Senkung der Lohnstückkosten usw. und diktiert damit direkt die Arbeitsbedingungen der Lohnabhängigen.

    Wenn der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nach Athen fliegt, um sich dort als Architekt der Verarmungsprogramme vorzustellen, dann macht er das im Auftrag der deutschen Bundesregierung bzw. der EU. Wenn die seit Jahren geforderten und verkündeten ›Regulierungen‹ im Finanzsektor in allen wesentlichen Punkten scheitern, dann liegt das nicht nur am fehlenden Willen der Bundesregierung, sondern vor allem an der Macht der Banken, die letztendlich ihre Regulierung selbst bestimmen. Von daher kann man der lapidaren Feststellung des Filmemachers Hubert Seipel (Regisseur des Portraits ›Die Welt des Josef Ackermann‹) nur zustimmen, wenn er mit Blick auf die gegenwärtige Bundeskanzlerin feststellt: ›Sie dachte, sie sei an der Macht, dabei ist sie nur an der Regierung.‹ Nichts anderes sagt einer der es wissen muss – CSU-Chef Horst Seehofer: »Bei vielen Menschen herrscht der Eindruck, dass diejenigen, die gewählt werden, keine Macht haben, und diejenigen, die Macht haben, werden nicht gewählt.«

    Unverkürzte Wege zu weit entfernten Zielen

    Die gut gepflegte Schimäre von den skrupellosen Bankern (selbstverständlich sind damit die ›schwarzen Schafe‹ gemeint – zum Schutz der Herde) und der dadurch in Mitleidenschaft gezogenen ›Realwirtschaft‹ hat in vielen gängigen Wirtschaftskommentaren Hochkonjunktur. Diese Unterscheidung ist nicht nur irreführend, sie ist vor allem total falsch. Banken fungieren heute mehr denn je als zentrales Ketten- und Steuerungsglied zwischen ›Privatwirtschaft‹ und ›Staatsaufgaben‹. Sie sind überall engagiert und involviert: als Herausgeber und Dealer von ›riskanten Finanzprodukten‹ genau so, wie als Großaktionäre von Konzernen. Banken gehören heute selbstverständlich zu den politischen ›Beraterstäben‹ jedweder Regierung, wobei die Frage, wer wen regiert, durchaus gestellt werden kann. Diese systemische Aufgabe und Rolle der Banken steht im Mittelpunkt, ein Weg, der folglich nicht bei der Bank aufhört, sondern von dort aus weitergegangen werden kann und soll.

    »Der Gegner heute ist das Kapital in Gestalt des Finanzkapitals; das sogenannte Realkapital, das Kapital, das ›Profit hervorbringt‹, ist darin ebenso vollständig absorbiert wie die verschiedenen anderen Gestalten des Kapitals, die Grundrente, das zinstragende Kapital etc. Das Finanzkapital selbst ist produktives Kapital. Von daher ist es idiotisch, das Finanzkapital als eine ›ungesunde‹ Form des Kapitalismus anzugreifen. Das Finanzkapital heute repräsentiert den wahren Ausbeuter, es steht im Zentrum des sozialen Verhältnisses, in dem sich alle Formen der Ausbeutung, der Verwertung des Lebens verdichten.«
    (Der marxistische Philosoph Antonio Negri über verfehlte Kritik und neue Bedingungen der Ausbeutung, TAZ vom 9.5.2010)

    Der Finanzsektor – ein Verursacher der Krise?

    Die Kampagne gegen den Finanzsektor stellt bewusst die Groß-Banken in den Mittelpunkt der Aktionen. Bekanntlich ist im antisemitischen Weltbild das ›raffende‹, also das Finanzkapital Quelle allen Übels, mit dem klar formulierten Ziel, den Kapitalismus vor seinen angeblichen ›Auswüchse‹ zu retten. Welche Bedeutung hat der Finanzsektor tatsächlich? Was hat das Wissen und die Analyse von der systemischen Bedeutung des Finanzsektors mit seiner antisemitischen Ausdeutung zu tun? Vermeidet man die antisemitische Ausdeutung, wenn man sich der Bedeutung des Finanzsektors nicht stellt, sie nicht wahrnimmt?

    Man darf davon ausgehen, dass die Commerzbank eher an einer Untertreibung, als an einer Übertreibung der Krisenkosten interessiert ist. Wenn man dies mitberücksichtigt, ist das Ergebnis der Studie aus dem Jahr 2009 mehr als überraschend: »Die Finanzkrise wird die Weltwirtschaft laut einer Studie bis Ende dieses Jahres rund 10,5 Billionen Dollar (7,3 Billionen Euro) kosten. Das ergab eine Berechnung von Commerzbank Research, wie die Tageszeitung ›Die Welt‹ berichtet. ›Wir haben uns in der Finanzkrise zwar an hohe Summen gewöhnt, aber dieser Betrag ist einfach unglaublich‹, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Bank, dem Blatt. Je Erdenbewohner belaufen sich die Kosten damit auf etwas mehr als 1500 Dollar.
    Rund 1,6 Billionen Dollar Verlust entstanden demnach bei Banken durch Abschreibungen und Pleiten. Die Commerzbank-Forscher stützen sich hier auf Zahlen des Nachrichtenanbieters Bloomberg. Die Wertverluste an Wohnimmobilien in den USA und England, die besonders von der Immobilienkrise heimgesucht wurden, lagen laut Notenbanken und einer Schätzung der Commerzbank insgesamt bei 4,65 Billionen. Der aus der Finanzkrise folgende Einbruch der Weltwirtschaft kostete in den beiden vergangenen Jahren zudem rund 4,2 Billionen Dollar.

    Die Commerzbank-Volkswirte unterstellten dabei, dass die Weltwirtschaft ohne die Krise so stark gewachsen wäre wie im Durchschnitt der vorangegangenen Jahre. Tatsächlich war das Wachstum 2008 aber deutlich niedriger: 2009 dürfte die Weltwirtschaft erstmals seit 60 Jahren wieder schrumpfen. So errechnet sich der Gesamtverlust. Die Commerzbank hat auch die Zahlen für Deutschland errechnet: Demnach gehen der hiesigen Volkswirtschaft 237 Mrd. Dollar verloren: Auf 104 Mrd. belaufen sich die Abschreibungen deutscher Banken. Das niedrigere Wirtschaftswachstum 2008 und 2009 wird 133 Mrd. Dollar an Bruttoinlandsprodukt (BIP 2008: rund 3600 Mrd. Dollar) kosten, wie die Commerzbank prognostiziert. ›Die Einkommensverluste, die wir am BIP messen, sind viel stärker als in normalen Krisen‹, sagt Krämer. Die Kosten der Finanzkrise dürften in Zukunft noch steigen: Denn in der Rechnung nicht enthalten ist etwa das gedämpfte Weltwirtschaftswachstum für die kommenden Jahre, das Experten infolge der Krise erwarten. Außerdem werden viele Geldhäuser noch weitere Wertberichtigungen vornehmen müssen. Der Internationale Währungsfonds rechnet damit, dass die Banken bis Ende 2010 schlimmstenfalls insgesamt bis zu vier Billionen Dollar abschreiben müssen.« (Handelsblatt vom 29.8.2009)

    Angesichts dieser unvorstellbaren Summen fällt es selbstverständlich schwer, ihnen eine politische Größe zu geben. Eine vage Vorstellung davon bekommt man, wenn man sich diesen Vergleich vor Augen hält:

    »Allein in 13 europäischen Staaten gibt es Banken, deren Bilanzvolumen das Bruttoinlandsprodukt übersteigt.«
    (Gerhard P. Hofmann, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, FAZ vom 18.8.2010)

    Wenn man also festhält, dass Banken mit einem Geschäftsvolumen von nationalen Regierungen eine entscheidende Bedeutung für die gegenwärtige Wirtschaftskrise (und ihre Sozialisierung) haben, dann bedient man damit keine antisemitischen Weltbilder, sondern stellt sich zu allererst der Wirklichkeit kapitalistischer Verhältnisse.

    (Groß-)Banken – Verlierer und Profiteure des Finanzkrieges zugleich

    Zu Recht fragt man sich, wie das möglich ist. Im normalen kapitalistischen Alltag ist man entweder Verlierer oder Gewinner. Beides zugleich geht – für gewöhnlich – nicht. Wie kann man also ruinöse Geschäfte in der Größenordnung von mehreren Staatsbankrotten betreiben und gleichzeitig weitermachen wie bisher? Das Geheimnis ist schnell gelüftet: Man muss sich nur sicher sein, dass andere für die Verluste aufkommen! Auch hier lohnt es sich, einige Legenden zu zerstören, um dieses Paradoxon zu begreifen.

    Die erste Legende betrifft die von Großbanken und Regierung unisono verbreitete Täuschung, die Finanzkrise sei ein amerikanisches Phänomen, deutsche Banken seien darin kaum involviert. Im Gegensatz zum US-amerikanischen Casino-Kapitalismus hätten sich deutsche Banken an diesen ›riskanten‹ Finanzgeschäften kaum beteiligt. Das glatte Gegenteil ist der Fall: Die Deutsche Bank gehörte zu den führenden Designern jener ›riskanten‹ Finanzmarktgeschäfte.

    »Inzwischen wissen wir, dass deutsche Geldinstitute mehr als ein Fünftel des Weltvolumens problematischer oder notleidender Kredite und Wertpapiere in ihren Büchern versteckt hatten.«
    (Leo Müller, Bankräuber, Econ-Verlag 2010, S.99)

    Viele der deutschen Banken, die pleite gegangen sind oder mit Staatshilfe gerettet werden mussten, hatten also genau diese Finanzinnovationen in ihren Geschäftsbüchern – schließlich wollten alle an den traumhaften Renditen von 20 Prozent und mehr partizipieren. Dementsprechend überproportional waren und sind die Verluste deutscher Großbanken im Vergleich zu anderen europäischen Banken.

    Die zweite Legende betrifft die öffentlich eingeräumten Verluste dieses Finanzcrashs. Offiziell sind die Verluste der (heute verstaatlichten) HypoRealEstate in Höhe von 103,5 Milliarden Euro in Form von Staatsgarantien und 7,7 Milliarden Euro Eigenkapital gedeckt. Tatsächlich beruht bereits diese unglaubliche Summe auf einem (Bilanzierungs-)Schwindel, für den Banken und Regierung verantwortlich zeichnen:

    »Die Hypo Real Estate ist (…) dabei, toxische Wertpapiere und ganze Unternehmensbereiche im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro in eine große ›Bad Bank‹ auszugliedern und sich damit von diesen Risiken zu trennen.«
    (FR vom 20.7.2010)

    Die staatliche Bad Bank mit dem orwellschen Namen ›FMS Wertmanagement‹ ist also nichts weiter als die fortgesetzte Verschleierung von Verlusten, ein Bilanzbetrug, den niemand verfolgen wird, solange Banken und Regierung dies in Eintracht tun.

    Die dritte Legende hält sich bis heute: Einige ›verantwortungslose‹ (Groß-)Banken hätten ihr Eigenkapital und das der Kunden ›verbrannt‹, aber nicht alle. Hartnäckig wird behauptet, dass die Deutsche Bank z.B. eine solche solide Ausnahme bilde. Schließlich sei sie die einzige Großbank, die auf staatliche Hilfen verzichtet hätte. Tatsächlich wäre auch die Deutsche Bank pleite, wenn nicht (andere) Staaten in Milliardenhöhe für Verluste von Banken und Versicherungen aufgekommen wären, an denen die Deutsche Bank beteiligt war: Ohne die Staatshilfen für den US-Versicherungskonzern AIG (8,5 Milliarden US-Dollar flossen an die Deutsche Bank), die deutsche Hypo Real Estate (2 Milliarden US-Dollar) und die IKB (ca. 0,5 Milliarden US-Dollar), wäre die Deutsche Bank 2008 höchst wahrscheinlich insolvent gewesen. (Harald Schumann, Journalist und Buchautor – ›Die Globalisierungsfalle‹/›Der globale Countdown‹)

    Das Verhältnis von Finanzkapital zu anderen Quellen kapitalistischer Akkumulation

    Zuallererst ist die Unterscheidung von Finanzkapital und Industriekapital eine notwendige analytische Größe, um Entwicklungen und Verschiebungen innerhalb kapitalistischer Sektoren genauer zu erfassen und einzuordnen. Diese Unterscheidung hat nichts mit einem vermeintlich ›bösen‹ Finanzkapital und einem ›guten‹ und angeblich ›produktiven‹ Kapital zu tun, sondern mit den unterschiedlichen Bedingungen, die diese Kapitalien vorfinden und nutzen.

    Wenn ein Autokonzern im Durchschnitt 5 bis 10 Prozent Rendite erwirtschaftet, während Investitionen im Finanzsektor Renditen von 20 – 100 Prozent bringen, dann folgen die Kapitalströme keinem skrupellosen Instinkt, sondern wirtschaftlicher Renditelogik. Diese Verschiebung von Kapitalströmen ist nicht das Ergebnis von besondern gierigen Investoren, sondern gewolltes Ergebnis politischer Vorgaben, die über die zahlreichen so genannten Finanzmarktreformen ein klar benanntes Ziel hatten: Kapital durch ›attraktive‹ Bedingungen in die jeweiligen nationalen Standorte, in die jeweiligen Finanzmetropolen (City of London, Wall Street, Frankfurt) zu lenken, um mit dem dort gebundenen Kapital Weltmarkt- und Weltmachtpolitik zu betreiben. Tatsächlich trifft man diese analytische Trennung in der Unternehmenspolitik großer Konzerne kaum noch an: Der Autokonzern Porsche z.B. hatte durch Beteiligungen an ›riskanten‹ Finanzmarktprodukten 2008 mehr Gewinne erzielt, als durch den Verkauf von Autos.

    Wolf Wetzel


    * Bündnis gegen Bankenmacht – Was es will, was es könnte! 2000, Prof. Hans See, seit 2005 Herausgeber der Vierteljahreszeitschrift ›BIG Business Crime‹)

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    ein Gastartikel von Wolf Wetzel Wenn zur Blockade von Banken aufgerufen wird, hat man es nicht nur mit der Polizei zu tun, sondern mit einem Sack voller Bedenken, Zweifeln und Vorbehalten. Die guten Gründe sind einfach zu benennen: Nirgendwo anders liegen Überschneidungen zwischen antisemitischen Stereotypen, antisemitischen Verschwörungstheorien und antikapitalistischer Kritik – auf den ersten Blick ...
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    235 Kommentare:

    1. HOLDGER PLATTA schrieb am 19. August 2010 at 21:24 - Permalink

      Erster!

    2. R_Winter schrieb am 19. August 2010 at 22:10 - Permalink

      Der Artikel öffnet die Augen und zeigt viele Zusammenhänge auf, aber auch Schlussfolgerungen:

      - Keiner kann etwas gegen die Finanzmächte unternehmen, da sie außerhalb jeder Rechtsordnung stehen.
      - Wir bleiben besser im Bett, statt Banken zu blockieren.
      - Warum regen wir uns über Steinbrück auf? Er ist weniger Dreck, als unter gerade sorgfältig gereinigten Fingernägeln vorhanden.

      Danke, ich trinke jetzt ein Glas Wein, sehe Fußball und gehe dann frustriert schlafen.

      • schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 09:51 - Permalink

        Dem Fazit kann ich nur bedingt zustimmen, denn der Artikel zeigt eines sehr deutlich auf:

        Das Gehabe unsere Banken ist ein Symptom; die Ursache sind unsere gewählten “Volksvertreter”.

        Eine Meinung, die ich teile. Wie bei Krebspatienten auch, ist es Zeit für chirurgische Eingriffe, um einen Totalkollaps zu vermeiden. Ein 1789-Comeback ist trotz des Charmes keine Lösung, da die Macht- und Geldstrukturen zu einflussreich sind, um nicht eine solch kopflose Krise zu managen.
        Jetzt ist gesunder Menschenverstand, Idealismus, ziviler Widerstand sowie Wahlverhalten gefragt – jetzt, da das bald nicht mehr ausreichend sein wird.

        • Vogel schrieb am 20. August 2010 at 15:51 - Permalink

          … ein Symptom; die Ursache sind unsere gewählten “Volksvertreter”.

          Na, schwitzig, wenn das mal nich genau getroffen hat!!

    3. vivec schrieb am 19. August 2010 at 22:53 - Permalink

      Ich waere vor dem Lesen dieses Artikels nicht mal auf die Idee gekommen, Banken und Antisemitismus in einen Zusammenhang zu bringen. Ich finde gewissenlose Spekulanten scheiße, weil sie gewissenlose Spekulanten sind, ist mir völlig egal, wo sie herkommen und an was sie glauben.

      • Spiegelfechter schrieb am 19. August 2010 at 22:57 - Permalink

        Das ehrt Dich. Leider reiten die neuen und die alten Rechten mit ihrem Antisemitismus momentan sehr erfolgreich auf der Kapitalismuswelle.

        • malewitsch schrieb am 19. August 2010 at 23:42 - Permalink

          die Rechten reiten erfolgreich ?
          Glaube ich nicht , nicht auf Antisemitismus .

          Die Rechten bekommen von verunsicherten Menschen Zuspruch .
          Die Demokratische Lösung von virulenten Fragen scheint für viele angesichts der Kapitalmacht aussichtslos .
          Noch schwieriger wird eine Änderung der Politik ,
          wenn die feudale Kapitalmacht die Demokratie für sich in Anspruch nimmt .
          Das antidemokratische der Kapitalmacht muß
          an den Pranger gestellt werden und ein
          neues Demokratieverständnis an die Öffentlichkeit gebracht werden

          • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:26 - Permalink

            Wenn wir von “Rechten” sprechen, so spreche zumindest ich nich von der NPD, sondern von .

            • sterni schrieb am 20. August 2010 at 10:20 - Permalink

              @sf, die gewalttätigsten rassisten unserer zeit sind ja bekannt: http://sueddeutsche.de/medien/rassistische-moderatorin-meinungsfreiheit-auf-republikanisch-1.990247

              messt sie an ihren taten;)

        • Arbo schrieb am 20. August 2010 at 01:29 - Permalink

          Kann ich nicht ganz beurteilen. Ehrlich gesagt, bekomme ich davon wenig mit.

          Dafür aber von der anderen Seite … da ich habe mir selbst schon den Vorwurf von Antisemitismus anhören müssen, weil ich mich mit islamischer Wirtschaftsethik beschäftigte: Stein des Anstoßes war das dortige “Zinsverbot” (riba) … das “der Islam” ja nur “wegen den Juden” mit sich führe.

          Was soll mensch dazu noch sagen … :-/

          • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:28 - Permalink

            ja klar, das mit der Antisemitismus-Keule Schindluder getrieben wird, stimmt zweifelsohne. Auch ich war schon häufiger Addressat dieser Keule.

            • drummy-b schrieb am 20. August 2010 at 09:38 - Permalink

              Ich will ja nicht schon wieder mit diesem bösen Wort kommen, aber die Antisemitismus-Keule in Zusammenhang mit dem Finanzmarkt bekommt man aus meiner Erfahrung am eheseten von ‘Antideutschen’ übergebraten.

          • noname schrieb am 22. August 2010 at 05:09 - Permalink

            Absoluter Schwachsinn.

            Das Zinsverbot im Islam war dringend nötig weil man zu der Zeit noch rechtmäßig zum Leibeigenen gemacht wurde wenn man seine Zinsen (die sich regelmäßig im dreistelligen Prozentbereich bewegten) nicht zahlen konnte.
            Und wie man an der heutigen Lage sieht wäre ein wenig “Islamic Banking” hier im fortgeschrittenen Westen gar nicht so schlecht gewesen, Banken die nach islamischem Recht handelten waren größtenteils unter denjenigen die die geringsten Verluste während der Finanzkrise verzeichnet haben.

    4. tar schrieb am 19. August 2010 at 23:01 - Permalink

      Spekulanten ist doch nur ein anderes Wort für Investoren. Man nennt sie nur dann Spekulanten, wenn ihre Investition verlustreich sei oder ein durchschnittlich höheres Risiko berge, letztlich sind und bleiben es aber Investoren.

      Es geht aber noch weiter abwärts.

      Das Griechenland-Paket war letztlich auch nur eine Rettungsaktion für die französischen Banken und so wird es in Portugal, Spanien, Irland, Italien, aber auch in England, Frankreich und sogar Deutschland weiter gehen, bis schlussendlich das Experiment Euro gänzlich scheitert (Prof. Hankel hat ja mittlerweile seinen zweiten Brief verfasst), während Japan seine Anleihen nicht mehr loswerden wird…

      Auf, auf! Es geht munter Richtung Untergang.

      Gruß!

      • drummy-b schrieb am 19. August 2010 at 23:31 - Permalink

        Das Griechenland-Paket hatte auch andere Gründe, wie z.B. die Griechen mit ihrer etwas nachlässigen Zahlungsmoral wieder auf Linie zu bringen, so dass sie (endlich) ihre überfälligen U-Boot Rechnungen bezahlt haben und gleich noch ein paar Spezialitäten aus dem Deutschen Waffen-Feinkostladen bestellt haben.

        • tar schrieb am 20. August 2010 at 00:20 - Permalink

          Ja, wobei ich diese Kriegsgerätsgeschäfte viel eher als Umverteilungsbonus (politische Netzwerke) und andererseits als Weg zur Machtsicherung der griechischen Regierung ggü. ihrer Bürge(n/r) betrachte – im Gegensatz zu der notwendig gewordenen Rettung der frz. Banken zur Wahrung der europäischen “Stabilität” (die ohnehin baden geht).

        • Mordred schrieb am 20. August 2010 at 01:56 - Permalink

          naja, bei geschäften dieser größenordnung guckt sich doch der lieferant erstmal an, ob sein kunde überhaupt liquide ist!?

          • drummy-b schrieb am 20. August 2010 at 08:40 - Permalink

            Die Einkäufe sind denke ich eintrittskarten in die europäischen Machtzirkel. bzw in diesem wieder ernst genommen zu werden.
            @mordred: Der Kunde ist ein Konglomerat aus Politikern und Großbanken, der Lieferant ebenfalls (+ ein Unternehmen). Ich glaube, dann kann man solche einfachen marktwirtschaftlichen Regeln nicht anwenden :-)

      • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:30 - Permalink

        Ich weiß nicht, was Hankel und seine Spießgesellen eigentlich wollen? Der Euro erfüllt doch genau den Zweck, für den er gegründet wurde. Ist das Naivität? Ist das Populismus? Ich weiß es ehrlich nicht.

        • unschland schrieb am 21. August 2010 at 17:24 - Permalink

          Ist das Naivität? Ist das Populismus? Ich weiß es ehrlich nicht.

          nee, VT! ;-)
          man kann unsrer junta immer nur die besten absichten unterstellen, alles andere ist doch unredlich und ehrabschneidend. sie sind doch bemüht! ehrlich mal, kein zweifel

    5. Geldhinterfrager schrieb am 19. August 2010 at 23:58 - Permalink

      Hier in diesem Artikel werden nur wieder Symptome behandelt, wie eine Krankheit von der modernen Medizin mit einem “heilenden Mittel” versucht wird, die Krankheit zu verdecken.
      Die Ursache ist einfacher! Fragt: Wem gehört die Bank, Wohin gehen deren Gewinne, Was ist Geldschöpfung?, Wie kann man Geld aus dem nichts schöpfen? (FIAT Money) und wem gehört das Monopol, die Kontrolle Geld aus dem nichts zu schöpfen, Wer kontrolliert und gehört die Zentralbank (z.B.: FED).
      Da werdet Ihr auf eine Mauer des Schweigens stoßen und keine gesicherte Informationen finden. Das ist gewollt so. Aber diese einfachen Zusammenhänge von Geldschöpfungmonopol und Kontrolle dessen mit der verbundenen Macht, ist die Grundvorraussetzung um den diese Krise und deren Auswirkungen zu verstehen.

      • tar schrieb am 20. August 2010 at 00:29 - Permalink

        Wem gehört die Bank

        Den Eigentümern natürlich.

        Wohin gehen deren Gewinne

        Zu den Eigentümern.

        Was ist Geldschöpfung?

        Ein besseres Wort wäre Kreditvergabe. Geld dokumentiert Kreditkontrakte.

        Wie kann man Geld aus dem nichts schöpfen? (FIAT Money)

        Geld wird nicht aus dem Nichts geschöpft (wo ist die Schöpfkelle?), sondern gegen Sicherheiten (Eigentumspfand!) in Kreditkontrakten erzeugt (Geld dokumentiert(!) den Kreditkontrakt).

        Fängt man an, die vertrauenswürdigen(!) Sicherheitsregelungen aufzuweichen (wie bspw. über quantitative easing oder Ankauf schrottreifer Griechenland-Anleihen), ist ein steter Vertrauensverlust die Folge, d.h. die Währung geht baden => Staatsbankrott / Währungsreform

        Man kann dies auch von Anfang an so machen (sog. Willkürgeld, bspw. DDR oder ZB-Politik in Simbabwe), nur zeugt das kaum von einer vertrauenswürdigen Währung.

        und wem gehört das Monopol, die Kontrolle Geld aus dem nichts zu schöpfen

        Je nach Betrachtung: Jedem oder keinem.

        Wer kontrolliert und gehört die Zentralbank (z.B.: FED).

        Das FED-System hat ca. 1000 Memberbanks.

        • Baldur II. schrieb am 20. August 2010 at 01:09 - Permalink

          Mach nicht so auf “dottore”. Leg einfach nen Link ins Gelbe und gut ist.
          :-P

          • tar schrieb am 20. August 2010 at 01:46 - Permalink

            Aber wohin soll ich ins DGF bitte genau verlinken? In die Sammlung mit ihren 39234877 Beiträgen? Da beantworte ich lieber direkt die Fragen, statt Links “ins Blaue” zu geben (welch Doppeldeutigkeit hihi).

        • Hans Bambel schrieb am 20. August 2010 at 10:04 - Permalink

          Geld wird nicht aus dem Nichts geschöpft (wo ist die Schöpfkelle?), sondern gegen Sicherheiten (Eigentumspfand!) in Kreditkontrakten erzeugt (Geld dokumentiert(!) den Kreditkontrakt).

          Also gehört den Bankeigentümern so ziemlich die ganze Welt… Schließlich ist ja so gut wie alles beliehen.

          • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 11:27 - Permalink

            @Hans Bampel

            Also gehört den Bankeigentümern so ziemlich die ganze Welt… Schließlich ist ja so gut wie alles beliehen.

            Bingo!
            Der Kandidat erhält 1.000 von 1.000 möglichen Punkten :-D

            Sollten wir irgendwie noch den Mittelständlern und Aktionären dieser Welt erklären.

            … denn auch den Aktionären gehört wohl noch nur die Hülle ihrer Hütte, der ‘glorreiche Rest’ gehört den Eigentümern der Bank.

            Einstweilen würde vielleicht auch schon reichen Lieschen Müller zu erklären, daß sie mit ihrem Spargroschen der Bank ein Darlehen zur freien Verfügung gibt.
            … und ihre vermeintlichen Zinsen dafür nur so etwas wie die ‘Acht Silberlinge’ ^^

            (Waren doch 8 Silberlinge in der Bibel oder irre ich – egal – die Umschreibung meine ich jedenfalls. Bin nicht bibelfest)

            • unschland schrieb am 21. August 2010 at 17:35 - Permalink

              judaslohn? 30 silberlinge

              das ist ja die erhabene größe unseres systems, dass wir durch unsere geburt in unseren breitengraden alle komprofiteure sind und mit “erbschuld” belastet

            • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 21:53 - Permalink

              Da habe ich doch den ‘Acht-Groschen-Jungen’ mit den ´Dreißig-Silberlingen-Judaslohn’ verwürfelt…

              Irgendwie kommt’s aber aufs gleiche raus.

              Danke.

              ‘Die’ können mich mit ihrer ‘Erblast’ mal gern haben, krieg ihre ‘Erblust’ ja auch nicht *schmunzel*

        • Jason schrieb am 22. August 2010 at 00:01 - Permalink

          Was soll das Märchen.
          Kredit kommt aus dem nichts!!!
          Das einzige was dahinter steht, ist die Sicherheit, die die Banken vorhalten müssen. Dieses war in der Vergangenheit einmal rund 10 Prozent, ist aber in der Zwischenzeit erheblich aufgeweicht, z.B. bei Staatsanleihen oder bei sogenannten “Finanzprodukten” mit AAA-Ratings.
          Aber selbst dieses war den Banken teilweise noch zu viel, und sie haben “Produkte” die zwar AAA geratet waren, an denen sie aber trotzdem noch berechtigte Zweifel hatten einfach in sogenannte “Zweckgesellschaften” ausgegliedert, ganz ohne jegliche Sicherheiten dahinter. Die Regierungen, die solches rechtlich zugelassen haben, gehörten zur Verantwortung gezogen, aber welche Regierung wird solches tun?
          Aber zurück zum Kredit.
          Der Kredit ist nichts anderes, als die Buchung von zwei Zahlen, einmal als Forderung der Bank und einmal als Gutschrift für den Kreditnehmer.
          Der eigentliche Haken beim Kredit ist die Zinsforderung, die mit jedem Kredit entsteht.
          Der Kredit kann zurück gezahlt werden, die Zinsforderung jedoch nicht, denn für die Zinsforderung wurde nie, weder real noch theoretisch ein Wert geschaffen.
          Zinsforderungen können nur durch einen neuen Kredit beglichen werden, ganz egal, wieviel Geldtransaktionen dazwischen ablaufen.
          Zinsforderungen erhöhen den Kreditbedarf dadurch kontinuierlich, und durch den Zinseszinseffekt immer schneller immer mehr.
          Die Schuldner können ab einer gewissen Stufe einfach die Zinsforderungen nicht mehr erfüllen.
          Abschreibungen werden unausweichlich. Dabei werden aber im Prinzip nur Zahlenberge vernichtet.
          Ärgerlich für den Gläubiger, aber nichts anderes, als ein Rückführen überhöhter Zahlen, für die schon lange keine realen Werte zur Verfügung standen.
          Offensichtlich hatten das schon die Juden im AT begriffen, und alle 7 Jahre ein Passah-Jahr eingefügt und alle 49 Jahre ein Jubeljahr mit einem radikalen Schnitt.

      • Spiegelfechter schrieb am 21. August 2010 at 09:15 - Permalink

        Wem gehört die Bank

        Den Aktionären, also u.a. Dir.

        Wohin gehen deren Gewinne

        Per Dividende an die Aktionäre, also u.a. an Dich.

        Was ist Geldschöpfung?

        Ein technisch ansprochsvoller Vorgang, der nichts mit Voodoo zu tun hat von “kritischen Kommentatoren”, die ihr Wissen aus halbseidenen Bezirken des Netzes beziehen, aber grundsätzlich nicht oder falsch verstanden wird.

        Wie kann man Geld aus dem nichts schöpfen? (FIAT Money) und wem gehört das Monopol, die Kontrolle Geld aus dem nichts zu schöpfen

        Da gibt es kein Monopol. Ich kann selbst Geld schöpfen. Das ist gar nicht so schwer. Allerdings kann ich mich nicht direkt an die EZB wenden, sondern brauche eine Bank als Mittler. die dafür teilweise viel zu hohe Gebühren nimmt.

        Wer kontrolliert und gehört die Zentralbank (z.B.: FED)

        Der Staat – der Chairman wird vom Präsidenten bestimmt.

        Da werdet Ihr auf eine Mauer des Schweigens stoßen und keine gesicherte Informationen finden.

        Nö, diese Informationen sind alle publik.

        • LAM schrieb am 21. August 2010 at 11:30 - Permalink

          Seit wann sind “wir” Aktionäre der Zentralbank ?
          Wie funktioniert denn deiner Meinung nach der “technisch anspruchsvolle Vorgang” der Geldschöpfung ?
          Also DU lieber Jens kannst Geld schöpfen ? Dann leih mir bitte 2 Millionen Euro. Dürfte für Dich ja kein Problem darstellen.
          Der Staat kontrolliert die FED ?
          Erst mal nachlesen. “Der Dollar Crash”

        • Groo schrieb am 21. August 2010 at 22:41 - Permalink

          aaah,

          habe ich erst jetzt entdeckt, was Du hier kommentierst
          …

          Der Staat – der Chairman wird vom Präsidenten bestimmt.

          Und wer berät den Präsidenten?

          Und wer beisst Elizabeth Warren grade weg?

          Der Präsident?

          Und wieso sind Geithner, Bernanke, Summers genau da wo sie sind?
          Weil der Präsident das will?

          Kannst Du wohl nicht ernst meinen, was Du da sagst.

          Es geht nicht um obskure VT, sondern Netzwerke von Entscheidern.

          (dasgleiche trifft auf den mythischen Aktionär zu. Es sind nicht die Meckerer auf den Hauptversammlungen, die irgendwas entscheiden, sondern die Gruppe der Mehrheitsaktionäre, die sich hinter den Kleinen versteckt, um den Anschein zu erwecken, dass die auch was zu sagen hätten. Sehr klever. Meinst Du nicht?.
          Naja, ist sicher nur VT^2)

          • Carlos Manoso schrieb am 22. August 2010 at 01:19 - Permalink

            @groo

            Und wieso sind Geithner, Bernanke, Summers genau da wo sie sind?
            Weil der Präsident das will?
            Kannst Du wohl nicht ernst meinen, was Du da sagst.
            Es geht nicht um obskure VT, sondern Netzwerke von Entscheidern.
            (dasgleiche trifft auf den mythischen Aktionär zu. Es sind nicht die Meckerer auf den Hauptversammlungen, die irgendwas entscheiden, sondern die Gruppe der Mehrheitsaktionäre, die sich hinter den Kleinen versteckt, um den Anschein zu erwecken, dass die auch was zu sagen hätten. Sehr klever. Meinst Du nicht?.
            Naja, ist sicher nur VT^2)

            Also um es bei kurzem Reinschauen kurz zu sagen: das Federal Reserve System soll als ein schillerndes mysteriöses Gebilde scheinen, dass immer gerade nicht das ist, wofür es gerade gehalten wird. Um die Wahrheit zu sagen, spielt es nicht die geringste Rolle, ob die FED in Privatbesitz ist oder nicht. Die Frage des Eigentums der Fed ist eigentlich nur ein beabsichtigtes Ablenkungsmanöver, damit gewisse Medienleute mal wieder den Stempel “VT” rausholen können.

            Da der US-Staat keine Aktien an dem FED System hält, werden manche auf Spur gelockt, die FED sei eine typische Privatgesellschaf mit Anteilseignern und Kontrollgremien etc.. Damit soll die Idee für den Irrweg geweckt werden, alles wäre in bester Ordnung, wenn die FED (wieder) eine staatliche Behörde wäre.

            Nun ist die FED aber auch kein privates Unternehmen im üblichen Sinne, denn die FED Anteile tragen nach dem Federal Reserve Act keine Eigentumsansprüche und können auch nicht verkauft oder verpfändet werden. Irgendwie scheinen die Anteile nur eine Art Bescheinigung zu sein, wie viel Kapital jede beteiligte Bank mal in das System eingestellt hat.

            Auf der nach außen sichtbaren Ebene wird das beruhigende Bild erzeugt, das Federal Reserve System unterliege der politischen Kontrolle. So wird das 7köpfige Fed National Board of Governors vom US-Präsidenten ernannt und vom US-Senat bestätigt. Diese 7 Board-Mitglieder dominieren das 12-köpfige Federal Open Market Committee (FOMC), auch weil sie ein Vetorecht haben. Das soll das zu schöne Bild untermalen, die FED sei kontrollierter Teil des demokratisch US-Staates. Aufgrund der enormen Macht der FED über die Politiker und aufgrund der komplexen Wahlprozeduren, die das FED-System geschaffen hat, ist es in der wirklichen Wirklichkeit aber völlig unabhängig von jedweder politischen Kontrolle durch die “demokratisch” gewählte Politikerklasse.

            Analysiert man nun diese einzigartige Organisationsstruktur genauer, muß man das Federal Reserve System für ein allmächtiges Kartell halten.

            • Karl Nathan schrieb am 22. August 2010 at 20:20 - Permalink

              Klingt schon vernünftiger. An der Wortwahl erkennt man halt, ob jemand Ahnung hat oder nicht.

              FED als Kartell?
              Also Mafia? Passt schon.

              Das Unterlaufen von eigentlich demokratisch eingerichteten Auswahl- und Einstellungsrunden könnte man mit Worten wie: Oligarchie (Herrschaft weniger, oft mächtiger Familienclans, siehe Mafia) oder auch als Plutokratie (Herrschaft des Geldes) bezeichnen, auch Aristokratie (Herrschaft der “Besten” bzw. derjenigen, die sich dafür halten und es nie beweisen) wäre nicht ganz falsch, wenn man sich mal die Häufung von mehr oder weniger gültigen Adelstiteln auf hohen Posten oder das adelig-überhebliche Verhalten adeliger und nichtadeliger Posteninhaber ansieht.

              Ich wünsche mir die alte Bundesbank zurück. Leider hat ja Frankreich die EZB aufgeweicht.

    6. unschuldvomland schrieb am 20. August 2010 at 00:09 - Permalink

      1. erfreuerlicherweise scheint das wirklich unsägliche Sommerloch 2010 bei SF beendet zu sein. Aber wir haben ja unendlich Zeit.
      2. da man meint, auf so etwas wie Antisemitismus eingehen zu müssen: weshalb der Einfach- und Vollständigkeit halber nicht einfach mit 1929 zu beginnen (also eindeutig vor dem Holocaust) ?
      - bzw. 1933: glass-steagall act (der wohl erst 1999 vollständig aufgehoben worden ist)
      - oder die Notenbankpolitik(er) 1920-1939 (vielleicht ab 1913, dem eigentlichen Beginn von Notenbankpolitik und – macht)
      - auch hätte mich mal interssiert, wie das Dt. Reich, 1933 wirtschaftlich und finanziell am Boden liegend, eines der größten Rüstungsprogramme aller Zeiten durchziehen (und damit irgendwie finanzieren konnte). Wenn jemand meint, mit so etwas wie Mefo-Wechsel sei alles gesagt, meine ich: wieso nicht wiederholen ?
      - wie konnte die USA die Kosten des II. WK und des Korea-Krieges (re)finanzieren ?
      - wie funktionierte Bretton-Woods g e n a u (und woran scheiterte es) ?
      3. dann hätte man die Reagonomics betrachten können.
      4. dann hätte man die “Finanzinnovationen” seit ca. 1990 betrachten können.
      5. wie agieren chines. Nationalbanker heute (bzw. seit 1990) ? (denken/agieren chines. Nationalbanker auch in Kategoerien wie “Antisemitismus” ? meinetwegen kann man das auch an japan. Banker/Nationalbankern betrachten)

      6. Ist Geldpolitik, speziell Notenbankpolitik, zwingend mit Kapitalismus verknüpft ?
      7. Bevor hier wieder alles in unsäglichen Menschenbilddiskussionen endet: Ist zunächst nicht einfach zu diskutieren und festzustellen, ob – vereinfacht ausgedrückt – es zum Großteil nur um Bilanzierungsrichtlinien geht (bzw. deren Umfunktionieren/Manipulieren): Denkanstoß: Wie berechnet sich das Eigenkapital der Dt. Bank, wie groß ist es und wie groß wäre der Einfluß der Dt. Bank danach wirklich ? Ist auch die Dt. Bank tatsächlich “Too big to fail” ? (Ich bin überzeugt, dass 95 % der Strukturen und des Personals der Dt. Bank auch nach Verstaatlichung “funktionieren” würden – wenn Assmussen das Überwachungsgremium leitet sind wir natürlich da, wo wir jetzt stehen). Nur dieses Denkverbot “Too big to fail” muss mindestens hinterfragt werden, nicht einfach akzeptiert.

      Schlussfazit: Es wird von niemandem beachtet werden: Man muss die Entwicklung der Geld-Nationalbanken so ab 1900/1913 g e n a u analysieren. Man muss ex ante betrachten (also so, als sei man Beobachter von z.B. 1913, also ohne Kenntnis I. WK, der ja nun Alternativen gehbt hätte – wie so vieles).
      Oder um es zu personalisieren: Wollte Schacht mit z.B. den Mefo-Wechseln direkt vor Stalingrad enden ? (Ich möchte Schacht oder die anderen Nationalbanker der 30-iger Jahre ausdrücklich vor nichts in Schutz nehmen) Gleiches gilt für alle anderen Zeiträume/Entwicklungen. Betrachtung ex-post sind natürlich unverzichtbar, aber erst nach der ex-ante-Betrachtung, bitte. Oder um es in mein Lieblingszitat zu packen: Man kann natürlich auch von der Zukunft lernen, man wird dann auch wie Horx.
      Ich bin übrigens kein Nationalbanker. so schwierig ist nachdenken nämlich gar nicht.
      Und wie ich den Beitrag schreibe, lese ich, dass die NYT mal wieder einen – in den Kinderschuhen hängenbleibenden – Artikel veröffentlicht, die Redaktion durfte vermutlich auch allzu offfensichtliches nur andeuten:
      http://www.nytimes.com/2010/08/20/business/20tax.html?_r=1&hp

      • Baldur II. schrieb am 20. August 2010 at 01:25 - Permalink

        Dein Kommentar ist der eigentliche Artikel. Zustimmung! – Kleiner Nachtrag zu Schacht: der Vorbeter heißt Friedlaender-Prechtel.

        Großer Nachtrag zu Punkt 7: Es ist aber nicht nur eine Frage der Bilanzierung(sregeln). Die ist dann nurmehr das Ergebnis einer Entwicklung. Zwei andere Fragen stellen sich mMn zuvor. Erstens: die Entkopplung der Wirtschaft von der Gesellschaft (vgl. Polanyi). Extrem verkürztes Beispiel: der Gutsherr im Feudalismus konnte sich nicht aus der Verantwortung für sein Gesinde stehlen. Heute wird jeder Handschlag rein monetär bewertet. Zweitens: die Einkommensverteilung. Solange es breiteste Finanzströme gibt, werden diese sich immer wieder kreative Bahn schaffen. Sei es durch die Finanzindustrie (Hab ich Industrie gesagt?^^), sei es mit Hilfe der Politik.

      • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:41 - Permalink

        2. da man meint, auf so etwas wie Antisemitismus eingehen zu müssen: weshalb der Einfach- und Vollständigkeit halber nicht einfach mit 1929 zu beginnen (also eindeutig vor dem Holocaust) ?

        Na klar, diese Form des Antisemitismus ist viel älter und auch beileibe nicht nur deutscher Natur. Man schaue sich nur die Geschichte um die Protokolle an.

        3. dann hätte man die Reagonomics betrachten können.

        Richtig, aber wenn Wolf das (und die anderen Punkte) mit einbezogen hätte, hätte der Text schon eher Buchformat ;-)

        6. Ist Geldpolitik, speziell Notenbankpolitik, zwingend mit Kapitalismus verknüpft ?

        Nein, natürlich nicht. Che Guevara war schließlich kubanischer Notenbankpräsident ;-)

        Man kann natürlich auch von der Zukunft lernen, man wird dann auch wie Horx.

        … und kann mit Vorträgen Millionen verdienen ;-)

      • Jason schrieb am 22. August 2010 at 00:13 - Permalink

        Aber sowas darf man doch nicht fragen, selbst darüber “zu Denken” ist in Instituten, Regierungen und Medien TABU

    7. Schneemann schrieb am 20. August 2010 at 00:13 - Permalink

      …bedeutet das nicht, dass die Krise dadurch bewältigt ist, indem man z.B. Josef Ackermann festnimmt

      Nun ja, irgendwo muß Mann schließlich beginnen. Und den Ackermann in Richtung produktive Arbeit zu versetzen, wäre schon ein erster Schritt in die richtige Richtung.

      Große Banken wie die Hypo Real Estate, die Commerzbank oder die Deutsche Bank handeln mit einer Quasi-Staatsgarantie…

      Bluffen wäre hier das passendere Wort gewesen. Die meisten hochriskanten Geschäfte liefen über Tochtergesellschaften in Steueroasen — es wäre ein Leichtes gewesen, bei entsprechendem Willen den ‘systemrelevanten’ Banken die steuerhinterziehenden Beteiligungen zu schließen und den als ‘systemrelevant’ betrachteten Teil zu retten. Offensichtlich war das Überleben der Cayman Islands jedoch wichtiger als das der Volksbank Mittelweser. Schade, daß der Artikel hier nicht darauf eingeht, und stattdessen versucht, den Hintermännern des Großkapitals einen verständnisvollen Persilschein auszustellen.

      Rund 1,6 Billionen Dollar Verlust entstanden demnach bei Banken durch Abschreibungen und Pleiten.

      Bisher. Denn die dicken Brummer hocken noch zum vollen Nominalwert in den Bilanzen. Absolut kriminell und völlig legal.

      Der Internationale Währungsfonds rechnet damit, dass die Banken bis Ende 2010 schlimmstenfalls insgesamt bis zu vier Billionen Dollar abschreiben müssen.

      Das hiesse, daß – bis Ende 2010 – weder Abschreibungen auf die noch Verluste von den BilliArden an ausstehenden Derivatwetten erwartet werden. Mutig.

      Die Deutsche Bank gehörte zu den führenden Designern jener ›riskanten‹ Finanzmarktgeschäfte.

      Zudem hebelt die Ackermann Bank, daß selbst den Amis schwarz vor Augen wird. Doch als kleiner Trost scheinen sie halbwegs zu wissen was sie anstellen, und lassen zuerst die ahnunglosen Verwaltungspfeifen von IKB und HRE in die frisch gewetzten Messer laufen.

      Der Autokonzern Porsche z.B. hatte durch Beteiligungen an ›riskanten‹ Finanzmarktprodukten 2008 mehr Gewinne erzielt, als durch den Verkauf von Autos.

      Porsche hatte m.W. Aktien und Kaufoptionen auf VW gekauft, diese waren teilweise bankfinanziert. Sonst war kein Hebel eingesetzt, daher ist das ‘riskanten’ interpretationsbedürftig. Nebenbei sei bemerkt, daß Porsche eines der wenigen deutschen Unternehmen ist, das sich anständig am Steueraufkommen beteiligt und nicht ständig die Hand nach Investitionsanreizen aufhält.

      Immerhin, der Artikel ist ziemlich gelungen, trotz einiger Schwächen. Doch laßt uns das Geschehen in Kasinokapitalismus als das sehen, was es ist:

      Es ist doch alles nur ein Spiel.

      Wie schön, wenn man dabei schon per Definition stets zu den ‘systemrelevanten’ Gewinnern gehören muß.

    8. Udo schrieb am 20. August 2010 at 00:19 - Permalink

      Oh my dear. Wer nach diesem Gastbeitrag wirklich depremiert pennen geht, hat wohl die letzten Jahrzehnte verpennt. Deutsche Banker laben sich seit jeher am hiesigen Steuerzahler, was meint ihr wer uns Kredit gibt? Viel ärgerlicher ist doch, das dies einfach zu durchschauende System aus seligem Geben (Steuerzahler) und weniger seligem Nehmen (Steuerflüchtigen) nicht nachhaltig in die Köpfe derer zu projezieren ist, die die Differenz zahlen.

      • elwu schrieb am 21. August 2010 at 00:42 - Permalink

        Deutsche Banker laben sich seit jeher am hiesigen Steuerzahler, was meint ihr wer uns Kredit gibt?

        Das Üble ist ja: selbst wenn ein Bürger keinen Kredit in Anspruch nimmt, ist irgendwo im System (Versorger, Arbeitgeber, Kommunen, Staat…) jemand, der Kredit auf ihn beansprucht und zieht.

        Natürlich ohne jegliche seriöse (!) Legitimation.

    9. Jules Griffin schrieb am 20. August 2010 at 00:23 - Permalink

      mich hat dieser ständige unterschwellige Vorwurf ein Antisemit zu sein, weil ich den heutigen Kapitalismus kritisiere echt genervt.

      Beispiel: Ich sage ,dass die Spekulanten alles verbockt haben.
      heißt laut autor: Ich bin Antisemit, denn für mich sind die Juden an allem schuld.

      äh… WTF!

      darf ich nicht so frei sein zu sagen, dass dies und jenes schlecht ist? ohne auch nur auch am entferntesten an religionen zu denken? weil mir diese idee oder jeglicher zusammenhang doch gar nicht alleine kommt. er wird mir immer wieder “aufgezwungen” oder nachgesagt.

      bin ja sehr dafür, dass rechte parolen entlarvt werden, aber wenn dann soweit gegangen wird JEDEN als antisemiten zu beschuldigen wurde etwas grundlegendes falsch gemacht.

      • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:43 - Permalink

        Beispiel: Ich sage ,dass die Spekulanten alles verbockt haben.
        heißt laut autor: Ich bin Antisemit, denn für mich sind die Juden an allem schuld.

        Ich bin zwar nicht der Autor, sage aber “nein”. Du liegst mit dieser Aussage aber kräftig daneben, da wollte Wolf auch ausdrücken.

        • Jason schrieb am 22. August 2010 at 00:29 - Permalink

          Müsste es nicht richtig heissen:
          Ja es gibt auch Juden unter dem Bankerpack, das ganz genau weiss, daß es mit seinem System immer wieder Wirtschaften ruiniert und dieses einfach in Kauf nimmt. Aber genauso gehören zu diesem Pack, Christen, Hindus, Moslems und andere. Und das im Wissen, daß fast alle Religionen das Zinssystem verurteilen.

      • didier3001 schrieb am 21. August 2010 at 15:57 - Permalink

        Unterscheide bitte: antisemitisches Argument / Antisemit.

    10. schädlingsbote schrieb am 20. August 2010 at 00:40 - Permalink

      Wenn man dadurch zum Antisemiten würde das man gegen Spekulanten ist, hiesse das doch im Umkehrschluss das alle Spekulanten Juden sind und alle Juden Spekulanten sind.
      Ich weiss nicht genau als was man Jemanden bezeichnen soll der solche Klischees pflegt…

    11. Cobra Liberaleusis schrieb am 20. August 2010 at 00:57 - Permalink

      @vivec #3

      Ich waere vor dem Lesen dieses Artikels nicht mal auf die Idee gekommen, Banken und Antisemitismus in einen Zusammenhang zu bringen.

      Ich schon. Nur hätte ich nicht darüber geschrieben…

    12. Cobra Liberaleusis schrieb am 20. August 2010 at 00:59 - Permalink

      @Geldhinterfrager #5

      Die Ursache ist einfacher! Fragt: Wem gehört die Bank, Wohin gehen deren Gewinne, Was ist Geldschöpfung?, Wie kann man Geld aus dem nichts schöpfen? (FIAT Money) und wem gehört das Monopol, die Kontrolle Geld aus dem nichts zu schöpfen, Wer kontrolliert und gehört die Zentralbank (z.B.: FED).

      Ja!

    13. ich schrieb am 20. August 2010 at 04:44 - Permalink

      Dieser “strukturelle Antisemitismus”-Vorwurf, der jedesmal aus gewissen Ecken kommt, wenn man es wagt, die globalen Verhältnisse auf den Finanzmärkten in Frage zu stellen, ist mir auch schon gelegentlich untergekommen. Im Grunde kann man dann die Diskussion mit solchen Leuten gleich vergessen, weil sie entweder nur daran interessiert sind, einen ad hominem anzugreifen und vom Thema abzulenken, oder weil sie intellektuell gar nicht in der Lage sind, mehr zu tun, als die dümmlichen Plattitüden der ersten Gruppe nachzuplappern.

      Sicherlich gibt es fundierte Systemkritik, und platte, “verkürzte”, die u.U. sogar grobe Fehler und Inkonsistenzen aufweist, und nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Und es gibt “Kapitalismuskritik” aus antisemitischen Kreisen, und selbst wenn man noch so erregt über die Vorkommnisse der letzten Jahre ist, muss man aufpassen, nicht mit den Antisemiten zu fraternisieren oder auch nur vielleicht das eine oder andere Stereotyp anzunehmen. Den Abstand zu Leuten, die tatsächlich “die Juden” bei dem Thema ins Spiel bringen, sollte man also tunlichst wahren, und das beim Aufeinandertreffen mit solchen Leuten auch klar benennen. Aber der Schluss, jegliche fundamentale Kapitalismuskritik, oder auch nur blödes Stammtischgepöbel gegen “die da oben”, wäre antisemitisch, ist ein sehr durchsichtiger logischer Fehler.

      Wer nach ein paar Bierchen den Ackermann in den Knast wünscht, ohne dabei auch nur an das Wort “Juden” zu denken, ist kein Antisemit. Die Konnotation AckermannJuden wird von demjenigen gezogen, der daraufhin den Antisemitismus-Vorwurf aus der Tasche zieht. *Er* ist also der wahre Antisemit.

      Man stelle sich nur mal folgenden Dialog vor:

      A: Ich find’s scheiße, wenn Leute wegen einer Schachtel Zigaretten halb tot geprügelt werden.

      B: Aha, du bist ein Rassist! Wie jeder durch Lektüre von PI-News feststellen kann, ist es ein gängiges Stereotyp, dass solche Gewalttaten von “Südländern” begangen werden. Du hast also was gegen Ausländer.

      Dämlich? Sicher. Nur wenn ein paar möchtegern-intellektuelle Altlinke diese Idee oft genug in ihren Szene-Postillen propagieren würden, dann würde das für einige Leute auf einmal völlig logisch klingen.

      • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:47 - Permalink

        Ich glaube mal, dass ich relativ unverdächtig bin, ein Antideutscher o.ä. zu sein ;-)

        Es geht auch nicht um Kapitalismuskritik, sondern um die verkürzte Form, in der die “City of London”, das “Ostküstenkapital”, die “Rothschilds” oder ähnliche Chiffren herausgekramt werden. Steinbrück und Co. (der Ami hat alleine Schuld) sind übrigens viel stärker in dieser Schiene verfangen als die meisten Kapitalismuskritiker ;-)

        • ich schrieb am 20. August 2010 at 17:05 - Permalink

          Das sind ja auch genau die Leute, die ich im zweiten Absatz meinte, mit denen man als vernünftiger Mensch besser nichts zu tun haben sollte. Da stimmen wir überein. Das ist im Grunde die Ecke, aus der auch ein Großteil der “9/11-Truther” und “Infokrieger” kommen.

          Ich würde jetzt aber nicht vermuten, dass Steinbrück auch in diese Ecke gehört. Der möchte sich bloß von seiner Schuld reinwaschen, dass seine Partei mit den Finanzmarktliberalisierungen des vergangenen Jahrzehnts maßgeblich die Krise in Deutschland mit ermöglicht hat, und schiebt die Schuld an jemand anderen weiter. Das hätten auch “die Chinesen” oder “die Australier” oder die Klimaerwärmung sein können, wenn’s gerade gepasst hätte. Dass die Vergabepraxis für Privatkredite an Häuslebauer in den USA maßgeblich dazu beigetragen hat, dass alles zusammengebrochen ist, ist ja wohl unbestritten. Nur dass deutsche Banken das nicht seit Jahren gewusst und daran mitverdient haben, sondern davon völlig überrascht wurden, ist wohl ins Reich der Legenden zu verweisen.

          Ich würde da Steinbrück nicht unbedingt mit “Zeitgeist – the movie”-Fans in einen Topf stecken wollen.

          (Oh, mann, jetzt “verteidige” ich sogar schon Peer Steinbrück. ;) )

          • Spiegelfechter schrieb am 21. August 2010 at 09:22 - Permalink

            nein, um Himmels Willen. Ich bin natürlich nicht der Meinung, dass Steinbrück und Co. von ähnlichen Motiven wie unsere “Truther” getrieben werden. Das ist klar.

            • Frank Benedikt schrieb am 21. August 2010 at 12:39 - Permalink

              (o.t.) Äh, Cheffe – ich dachte, Du wärst offline? Muß ich dann noch das Haus hüten?

              LG
              Fränkel

            • malewitsch schrieb am 21. August 2010 at 20:06 - Permalink

              wenn Tatsachen zu weit von der eigenen Weltvorstellung abweichen ,
              stolpern auch die Begabten in die Propagandafalle .

              Die “Truther” sind auf der richtigen Spur .
              Die offizielle Version zu 9.11 ist eine VT

    14. Lemmy Caution schrieb am 20. August 2010 at 06:39 - Permalink

      Es ist doch einfach lächerlich.
      Natürlich müssen wir uns um eine effektive Regulierung des Bankensektors bemühen.
      Es geht darum, diesen langweiliger zu gestalten und auch die in einigen Bereichen des Bankings üblichen Einkommen zu beschränken. Der kroatisch-stämmige Wirt der Gaststädte, die mein Vater zu wöchentlichen Skatrunden aufsucht hat eine Tochter, die im Investmentbanking es relativ frisch von der Uni einen Job mit 1 Mio Gehalt pro Jahr geschafft hat. Das ist sicher nicht normal und Regulierungen müssen her.
      Yours truely arbeitet jetzt in einem Projekt für unsere Steuerbehörden, in der es darum geht Informationen über im Ausland abgeschlossene Lebensversicherungen geht, die dann zum Zwecke der Steuerhinterziehung nicht deklariert werden. Die Gesetzeslage ändert sich dahingehend, dass die Vermittler nun meldeflichtig werden. Und ich verdien mein Geld nun damit, dafür mit anderen ein vernünftiges System zu erstellen, das entsprechend auch in die Systemlandschaft des Bundes eingebunden ist. Ich bin meinem Staat dankbar, für die extra-Motivation für diese business-domain arbeiten zu dürfen. Wie wir sagen.
      Aber Wetzel. Da gabs in diesem reichen Land of ours mal ein Jahr mit Minus-Wachstum und schon wird nach einer Regreßpflicht gerufen. Und ein nicht bestelltes Antisemitismus-Faß aufgemacht. Darum geht es überhaupt nicht.
      Im 19. Jhdt. gabs ständig Bankenkrisen. Nach den Erfahrungen der 30er hatten wir in Europa und Nordamerika sehr wenige Banken-Crashs. Der Markt war recht effektiv reguliert. Da müssen wir wieder hin. Aber sicher nicht mit Wolf Wetzel ;-)
      Wenn Personen für verweigerte Wirtschaftsleistung haftbar gemacht werden könnten, müßten wir ein Menge Steinbrüche aufmachen, um die ganzen ex-SED Funktionäre und Mitläufer halbwegs gewinnbringend in Wert zu setzen ;-)

    15. Lemmy Caution schrieb am 20. August 2010 at 06:49 - Permalink

      und global…
      Das einzige Land ausserhalb Europas und Nordamerikas, in dem es eine Bankenkrise gab, war Venezuela. Zu einem großen Teil – aber nicht nur – waren gute Kumpels des obersten Robolutionärs verantwortlich.
      In Ostasien und Lateinamerika gabs nämlich nach den Erfahrungen der 80er und 90er Jahre effektive Regulierungen. Die BIP-Senkung war mit einigen wenigen Ausnahmen sehr gering und die Ökonomien dieser Länder krabbelten auch viel schneller aus dem Krisenloch.

      • Jason schrieb am 22. August 2010 at 04:32 - Permalink

        Ach!!!
        Und in den USA und in Europa gab es keine Finanzkrise.
        Und daß uns in Europa wohl demnächst der EURO um die Ohren fliegen wird, stell ich hiermit in den Raum.
        In zwei Jahren können wir dann darüber diskutieren.

    16. André aus H. schrieb am 20. August 2010 at 07:46 - Permalink

      Die Sache ist doch die: Es gibt eine Menge Leute mit einer Menge Kohle, auch in Deutschland. Und diese Kohle soll mit hoher Rendite angelegt werden. Die Erwartungshaltung, daß man aus Geld ständig mehr Geld machen kann und machen muß, ohne selbst wertschöpfend tätig zu werden, diese Erwartungshaltung ist sozusagen der Treibsatz für das ganze System. Sogar Ottonormalverbraucher legt die hart ersparten 1000 Euro an, er will daraus in einem Jahr vielleicht 1050 Euro machen – ohne zu arbeiten. Und genau hier beginnt die Misere. Die im Artikel diskutierten Auswirkungen sind nur die logische Folge dessen. Es ist die Gier, die die Welt antreibt.

      Warum gibt es denn “die Spekulanten”? Ganz einfach deshalb, weil auch Lieschen Müller ihr Geld “arbeiten lassen” will. Die Folgen kann man nun besichtigen. Wenn die Zockerei, die eigentlich jeder gutheißt, ein gewisses Maß übersteigt, dann gibt es eine Rückkopplung in die Realwirtschaft hinein, in der noch Wertschöpfung stattfindet. Und dann kann das gesamte Kartenhaus einstürzen.

      • drummy-b schrieb am 20. August 2010 at 09:30 - Permalink

        Ja, das ist ein sehr wichtige Punkt. Wobei ich bei ‘Ottonormalverbraucher’ aber weniger Gier als Triebfeder sehe, als Uninformiertheit. Weiß Lieschen Müller überhaupt, das Ihre Rente ‘arbeitet’ ? Oder versteht sie die Rendite evtl. nicht eher als den ‘klassischen Zins’, wie es z.B. ‘früher’ auf Ihr Sparbuch gegeben hatte. Das Lieschen Müller ein wenig mitspielen darf, liegt imho daran, dass man Ihr Geld gerne in das Spielgeldpotfolio einreihen möchte. In Hinsicht des allgemeinen gesellschaftlichen Werteverständnisses gebe ich Ihnen allerdings völlig Recht.
        Solange Leute, die ‘millionen Vedienen’ als Role-Model und ehrenhaftes Vorbild angesehen werden dürfen und Leute, die wirklich gesellschaftlich prodktiv sind, eher den Status von ‘Deppen’ haben, wird sich nix ändern. Diese Wertvorstellungen sind gewollt und zwingende Voraussetzung für die derzeitige Misere. Wenn es Allgemeingut wäre, ‘Millionenverdiener’ als Gauner anzusehen, die ihre Millionen unmöglich auf legalem Wege verdient haben können (eben weil es ein ‘gesundes’ Verständnis davon gibt, welche Entlohnung für welche Art von gesellschaftlicher Produktion angemessen ist), man denen also eigentlich nur noch nachweisen müsste, durch welche Gaunerei sie denn das viele Geld ‘erwirtschaftet’ hätten, gäbe es selbige wohl erst gar nicht. Leider scheint es aber einfacher zu sein, die Instinkte des ‘Jägers und Sammlers’ für ein vielstufiges Ausbeutungssystem umzudeuten als Bewusstesein für gesellschaftliche Produktivität zu schaffen.

      • Jason schrieb am 22. August 2010 at 00:54 - Permalink

        Jau…
        ….und wieder die verlogene faule Ausrede, daß jeder gierig sei, für ein “Ersatz-Tauschsystem” das die Ausbeutung in seinen Wurzeln trägt.

    17. Cobra Liberaleusis schrieb am 20. August 2010 at 09:18 - Permalink

      @André aus H.

      Sogar Ottonormalverbraucher legt die hart ersparten 1000 Euro an, er will daraus in einem Jahr vielleicht 1050 Euro machen – ohne zu arbeiten. Und genau hier beginnt die Misere.

      Da werden sich die Real-Kriminellen in den Banken aber freuen, wenn sie das lesen…Es wäre schön wenn das die Misere erklären könnte. Dann würde es doch schon reichen wenn wir den Kapitalismus abzuschaffen!

      Mann, Mann, Mann…

      (Ich beschäftige mich seit nahezu 20 Jahren mit dem (Un)wesen von Banken).

    18. DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 09:24 - Permalink

      Wäre dieser Verlust realisiert worden, die Bank also pleite gegangen, hätte in der Tat die Gefahr einer ›systemischen‹ Kettenreaktion bestanden, die den gesamten Finanzsektor zur Erliegen gebracht hätte.

      Über diese absurde Behauptung stolpert man immer und immer wieder….das ist Unsinn. To big to fail ist das Kampfargument des Finanzsektors gewesen, als die Chance erkannt wurde, die Verluste zu privatisieren. Was wäre denn passiert, wenn die Hypo Real Estate pleite gegangen wäre? Eine Menge Spekulanten hätten ihren Wetteinsatz verloren, Banken hätten Kredite nicht mehr zurück bekommen. Und? Hier greifen tatsächlich die “natürlichen” Markmechanismen. Wenn sich irgendwo eine Lücke auftut, also eine erhöhte Nachfrage entsteht, findet sich immer jemand, der diese Lücke füllt. Auch geht das Ganze möglicherweise nicht schmerzlos von statten und auch nicht von heut auf morgen…aber wir werden es in jedem Fall überleben.
      Deutschland hat es nach dem zweiten Weltkrieg, nach dem kein Stein mehr auf dem anderen lag, geschafft, zu einer der grössten Wirtschaftsmächte zu werden….To big to Fail….das ich nicht lache…

      • drummy-b schrieb am 20. August 2010 at 09:33 - Permalink

        Da geb ich Ihnen vollkommen Recht. Die ganze Finanzkrise halte ich für nichts weiter als einen ‘Flaschengeist’, um die Produktionsverhältnisse noch weiter im Sinne der Herbeirufer zu verbessern :-)

      • schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 10:08 - Permalink

        Eine Menge Spekulanten hätten ihren Wetteinsatz verloren, Banken hätten Kredite nicht mehr zurück bekommen. Und? Hier greifen tatsächlich die “natürlichen” Markmechanismen.

        Das Problem dabei ist, dass eigentlich alle Banken bis ganz nach unten – nämlich den Lohnempfängern – vernetzt sind. Ein sogenannter “Kollaps” des Finanzsystems könnte auch dazu führen, dass Dein Geldinstitut Dir das Geld, für das Du schon Arbeit geleistet hast, aufgrund von Pleite mangels Eigenkapital und prognostizierbarer Liquidität nicht mehr auszahlt.
        Der Effekt: Du hungerst, Du verlierst Deine Wohnung, Deinen Job verlierst Du auch, weil Du sicherlich nicht für nichts arbeitest und die Sozialkassen – die ja überdies zu allem Unwesen auch noch von Banken abhängig sind – werden noch stärker gefordert.
        Das gesamte Geldsystem ist meiner Ansicht nach nichts als ein stinkender Haufen Scheiße, der es nur einigen Privilegierten erlaubt, jeweils rechtzeitig Geldwerte in Realwerte wie Häuser, Rohstoffe etc. umzutauschen, während sie sich genau diese Werte zuvor und im Nachhinein von der großen Masse der Arbeitsleistenden erwirtschaften und in Folge bezahlen lassen.
        Nicht nur der Kapitalismus als idiotisches Zyklussystem gehört abgeschafft; das gesamte Geldsystem gehört ersetzt.

        • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 12:57 - Permalink

          Das ist mehr als unwahrscheinlich. Es gibt Ausfallfonds für eben genau solche Situationen, damit Kleinanleger eben nicht ihre gesammten Ersparnisse verlieren, oder eben Löhne nicht mehr bezahlt werden können.
          Die gab es übrigends auch schon vor der sogenannten Bankenkrise.

          • schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 13:12 - Permalink

            Das ist sogar sehr wahrscheinlich, da diese Ausfallfonds bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein und schlimmstenfalls reine Augenwischerei sind. Diese Ausfallfonds funktionieren aber nicht, wenn ein Bankensterben gefolgt von einem Kontoabräumrun einsetzt.

            • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 16:04 - Permalink

              Sehe ich komplett anders.
              Die Ausfallfonds reichen sehr wohl für die Kleinanleger aus. Sie gehen nur gewaltig in die Knie, wenn es sich um hunderte Milliarden Zockerschulden handelt. Dafür sind diese Fonds aber garnicht vorgesehen, denn der Ersatz, den sie abdecken sollen ist limitiert. Wenn ich mich richtig erinnere bis 30.000€. Müsste ich jetzt nachsehen.
              Nein, wer wirklich etwas verliert, wenn so eine ominöse Bank schlapp macht, das sind eben die Grossanleger und Spekulanten. Tjo…da kann ich nur sagen, pech gehabt. Geh du doch mal zu deiner Lottoannahmestelle und verlang dein Geld zurück, weil du keinen Sechser hattest. Wird sicher ein lustiger Nachmittag für die Angestellten dort.

              Selbst wenn…und hier wird es nun wirklich fantastisch…morgen alle Banken dicht machen. Und? Geht deshalb die Welt unter? Dann wird als neues Zahlungssystem eben Muschelgeld wieder eingeführt und fertig. Wäre in der Geschichte nun wirklich nichts Neues.

              Ne, mich hast du nicht überzeugt. To Big to Fail ist ein nettes Kindermärchen, das sich die Banker ausgedacht und die Politiker fraglos geschluckt haben. To Big to Fail ist die deutsche Bank nur für Ackermann, da dies doch herbe Einkommenseinbußen für ihn bedeuten würde.

    19. Dagmar Schatz schrieb am 20. August 2010 at 09:40 - Permalink

      Das Antisemitische ist doch nicht die Kritik am Bankensektor, sondern, wenn man ein “nationales” Kapital meint, gegen ein “internationales” verteidigen zu müssen. So hat das Hindenburg schon 1932 unterschrieben, so wird das von einigen Querfrontakrobaten heute auch wieder vertreten.

      • Spiegelfechter schrieb am 20. August 2010 at 09:48 - Permalink

        Nein, das ist die “alte Rechte”. Die neue Rechte tummelt sich im “rechts-esoterischen” und “Infokrieger-Millieu”. Natürlich gibt es dort den von Dir beschriebenen Ansatz, aber er wird eher tief gestapelt.

        • HAM schrieb am 20. August 2010 at 11:27 - Permalink

          @Spiegelfechter

          Nein, das ist die “alte Rechte”. Die neue Rechte tummelt sich im “rechts-esoterischen” und “Infokrieger-Millieu”.

          Betr.: “Infokrieger- Millieu”, Truther, Alles-Schall-und-Rauch etc.

          Wo ist die Begründung dafür, dass es sich um „neue Rechte“ handelt?
          Warum werden die Kritiker des Neoliberalismus = Sozialdarwinismus als „neue Rechte“ angesehen?
          Und nicht die neoliberalen Sozialdarwinisten mit ihren Systemparteien?

          • SwENSkE schrieb am 20. August 2010 at 12:33 - Permalink

            Wo ist die Begründung dafür, dass es sich um „neue Rechte“ handelt?

            Lies nochmal was Jens geschrieben hat:

            Die neue Rechte tummelt sich im “rechts-esoterischen” und “Infokrieger-Millieu”.

            Da ist nirgends die Rede davon, daß das alles “neue Rechte” sind.

        • Thomas schrieb am 20. August 2010 at 20:45 - Permalink

          Sogar Fidel Castro liest jetzt Bücher über die Bilderberg-Konferenz und spricht Themen an, die man sonst nur von den von Dir genannten “Infokriegern” hört. Ist Castro also jetzt ein “Rechter”?

          “Nein, das ist die “alte Rechte”. Die neue Rechte tummelt sich im “rechts-esoterischen” und “Infokrieger-Millieu”.”

          Diese Behauptung kann nur von jemandem kommen, der sich nicht wirklich damit beschäftigt. Tatsächlich finden sich im “Infokrieger-Milieu” – wenn man es denn so nennen will – Linke wie Rechte und solche, die sich als weder das eine noch das andere sehen. Für selbsternannte Moralapostel wie Dich sind natürlich alle “rechts” die nicht so denken wie Du. Und dann setzt Du “rechts” auch noch mit “rechtsradikal” (national-sozialistisch) gleich, was auch diffus ist.

          • Spiegelfechter schrieb am 21. August 2010 at 08:36 - Permalink

            Tatsächlich finden sich im “Infokrieger-Milieu” – wenn man es denn so nennen will – Linke wie Rechte und solche, die sich als weder das eine noch das andere sehen.

            Natürlich, ich sagte ja auch nicht, dass *alle* Infokrieger zu dieser Gruppe gehören. Die Grenzen zwischen “links” und “rechts” verschwimmen ab einem gewissen Punkt eh – das nennt sich dann Querfrontstrategie.

    20. Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 10:25 - Permalink

      Leider ist die gesamte Thematik ohne die Grundlagen der Geldpolitik, also ohne Keynesianismus, nicht zu verstehen.

      Um es ganz einfach zu machen: Vollbeschäftigung und eine boomende Konjunktur ist inflationär. Früher oder später muss die Geldpolitik gegen die Inflation etwas unternehmen. Sicher kennt Ihr alle den Begriff der Stabilitätspolitik.

      Inflationsbekämpfung funktioniert leider nicht ganz so, wie es dem Publikum erzählt wird. Ganz knapp gesagt: Inflation bekämpft die Notenbank durch die geldpolitische Verursachung von Rezession und Massenarbeitslosigkeit; eine Absatzkrise bei den Gütern und verzweifelt einen Job suchende Arbeiter drücken dann auf die Löhne und Preise. Nur so lässt sich eine Inflation bekämpfen.

      Dass Stabilitätspolitik darin bestehe, eine Geldmenge zu steuern, ist dummes Geschwätz für Leute, die wirklich keine Ahnung haben. Die Notenbank kann eine Geldmenge nur über die Konjunktur steuern, wenn die Leute also bankrott und arbeitslos sind, dann haben die auch wenig Geld in den Taschen und die Geldmenge schrumpft wieder während die Preise und Löhne fallen.

      Die Geldpolitik kann auch missbraucht werden. Zum Beispiel im Interesse der Exporteure, die mit niedrigeren Kosten als das Ausland hohe Exportüberschüsse und riesige Profite erzielen. Voraussetzung ist fortgesetztes Lohndumping durch restriktive Geldpolitik und Sozialabbau. Beides haben die Liberalen in England seit 200 Jahren unter dem Goldstandard betrieben. Man hat also immer eine möglichst restriktive Geldpolitik durchgesetzt, um die Lohnkosten in England gering zu halten und die Waren weltweit zu verkaufen.

      Das Bankensystem insgesamt, also die Notenbank und die Geschäftsbanken, steuern die Konjunktur. Sie können jederzeit mit einer restriktiven Kreditpolitik eine Krise bis hin zu einer deflationären Depression erzeugen und ebenso jederzeit durch expansive Kreditpolitik jede Krise beenden, auch eine Great Depression. Vollbeschäftigung ist also jederzeit machbar, aber nur um den Preis von Inflation, was die reichen Rentiers nicht mögen.

      Ohne zumindest das verstanden zu haben, braucht man gegen die Banken nicht zu demonstrieren und nicht zu argumentieren. Die Macht des Bankensystems beruht auf der Steuerung der Konjunktur, ist aber immer nur das Ergebnis politischer Entscheidungen der großen Kapitalfraktionen. Diese entscheiden, ob zur Disziplinierung und härteren Ausbeutung der Arbeiter mal wieder eine Weltwirtschaftskrise inszeniert wird. Sie entscheiden auch, ob zur Finanzierung von Kriegen mal wieder eine expansive Geldpolitik praktiziert wird, wie etwa im Krieg gegen Napoleon oder in WKI und WKII, was dann aber immer die Preise enorm steigen lässt.

      Die Weltwirtschaftskrise war das gewollte Mittel, um die mit dem WKI gestiegenen Preise wieder auf das Vorkriegsniveau von 1913 zu drücken. Dahinter standen die Interessen der britischen und US-amerikanische Rentiers und die Morgan-Banken mit ihren Leuten in der FED.

      • R_Winter schrieb am 20. August 2010 at 11:38 - Permalink

        So ist es – guter Kommentar.

        Ohne zumindest das verstanden zu haben, braucht man gegen die Banken nicht zu demonstrieren und nicht zu argumentieren.

        … leider richtig – leider.

      • lebowski schrieb am 20. August 2010 at 11:54 - Permalink

        “Vollbeschäftigung ist also jederzeit machbar, aber nur um den Preis von Inflation, was die reichen Rentiers nicht mögen.”

        Erleuchten Sie mich bitte!
        Arbeitslosigkeit hat also bspw. nichts mit fortschreitender Automatisierung oder Rationalisierung zu tun, sondern nur mit irgendeiner Noten- oder Geschäftsbankpolitik?
        Das würde ich dann tatsächlich mal verkürzte Kapitalismuskritik nennen.

        • Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 12:21 - Permalink

          So ist es, lebowski. Dass die Arbeitslosigkeit zu Beginn der 80er Jahre von den bösen Microprozessoren verursacht worden wäre, war eine Lüge. Im Jahr 1982 hatte die FED unter Paul Volcker den Leitzins auf 20 Prozent angehoben. Seitdem haben wir Massenerwerbslosigkeit und SPD und Gewerkschaften diskutieren über die bösen Microprozessoren und die schlimmen Folgen des technischen Fortschritts und der Rationalisierung.

          Natürlich können wir weniger Arbeiten, also die Arbeitszeit von jedem verkürzen, wenn durch Automation die Produktivität steigt. Da kann man weniger arbeiten lassen oder höhere Löhne zahlen.

          Leider haben die Massenmedien und die Parteien die Bürger hinsichtlich der Ursache der Krisen und immer wieder steigenden Arbeitslosenzahlen vollständig verarscht. die Geschichte von den durch Microprozessoren vernichteten Arbeitsplätzen ist ein Teil davon. Als Keynesianer ist man sich zeitweise wie in einem Irrenhaus vorgekommen.

          Aber klar, wenn die Leute gewusst hätten, dass man nur die Geldpolitik weniger restriktiv betreiben muss, hätten alle Zinssenkung statt Hartz-Gesetze gefordert. Das wäre aber schlecht für die Profite und die Inflation hätte die Kaufkraft der Geldvermögen der Reichen gemindert.

          • lebowski schrieb am 20. August 2010 at 12:35 - Permalink

            Im Jahr 1982 hatte die FED unter Paul Volcker den Leitzins auf 20 Prozent angehoben. Seitdem haben wir Massenerwerbslosigkeit und SPD und Gewerkschaften diskutieren über die bösen Microprozessoren und die schlimmen Folgen des technischen Fortschritts und der Rationalisierung.

            Massenarbeitslosigkeit haben wir seit den Siebzigern und in diesem Jahrzehnt wurde auch hauptsächlich über Automatisierung und Rationalisierung gesprochen.
            Dass 1982 ein wirtschaftsgeschichtlicher Einschnitt stattgefunden hat, kann ich schon mal gar nicht erkennen.

            • Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 13:01 - Permalink

              Zu Beginn der 70er Jahre hatten wir noch Vollbeschäftigung. Im Jahr der sogenannten Ölkrise wurde dann zur Inflationsbekämpfung von der Bundesbank 1973/74 mit Hochzinspolitik eine erste Rezession erzeugt. Es gab dann so 1,5 Millionen Arbeitslose. Bis zum Ende des Jahzehnts und bei wieder niedrigeren Zinsen hat sich die Zahl der Arbeitslosen wied auf unter 1 Million entwickelt.

              Erst mit der sogenannten zweiten Ölkrise konnten die Neoliberalen sich durchsetzen und mit ihrem Mometarismus eine brutale Rezession der Weltwirtschaft erzeugen, angeblich um die Inflation zu bekämpfen. Im Jahr 1982 rentierten sich 30-jährige Papiere mit 14% Zins!

              Seitdem bestimmen die neoliberalen Monetaristen die Geldpolitik und haben die Ökonomie nie mehr richtig aus der Rezession geholt, aber die Löhne und Sozialleistungen immer weiter abgebaut. Heute müssen Leute bei Leihfirmen für weniger Geld arbeiten, als in meiner Schulzeit vor 40 Jahren für Ferienarbeit gezahlt wurde. Eine Folge restriktiver Geldpolitik, nicht der Rationalisierung, denn die hätte die Einkommensteigen lassen müssen. Aber man hat den Leuten mit der “Rationalisierung” als Ursache der Massenarbeitslosigkeit erfolgreich ein Märchen erzählt und sie glauben auch fest daran.

            • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 13:35 - Permalink

              @Keneysianer

              Zu Beginn der 70-er war (sorry) noch Vollbeschäftigung.
              Kapitalismus kann aber nur über Knappheit. Durch die Ölkrise kams nur noch etwas schneller.

              ‘Vorsorglich’ hatte man sich schon die s.g. Gastarbeiter ins Land geholt, um da auf dem Arbeitsmarkt mal was ‘zurecht zu rücken’.

              So eine Rendite verträgt nämlich gar nicht, wenn die einzige Stelle, an der ich sie wirklich machen kann (arbeitende Menschen) zuviel für sich einfordert…
              Zumal dann ‘zuviel’ Geld im Umlauf ist, was schnell als Inflation bezeichnet wird.

              Das gilt es zu beschneiden. Immer.

              So richtig war das mit der Rationalisierung keine Märchen – aber eben nur die halbe Wahrheit.

              Die ganze Wahrheit ist nach wie vor:
              Die durch Rationalisierung/Automatisierung frei gesetzten Menschen könnten locker von dem Leben, was ihre Freisetzung dauerhaft(!) geschaffen hat. Wäre da nicht wer oder was (Kapital/einsetzbares Eigentum) welches dieses ausschließlich für sich (allein) beansprucht.
              Und das ganze nennt sich Kapitalismus.
              Genau deshalb.

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 11:55 - Permalink

        Leider ist die gesamte Thematik ohne die Grundlagen der Geldpolitik, also ohne Keynesianismus, nicht zu verstehen.

        Was sind die Grundlagen der Geldpolitik?
        Der Keynesianismus – sorry – das ist schöne Fassadenlackmalerei.

        Wenn @unschuldvomland fragt:

        6. Ist Geldpolitik, speziell Notenbankpolitik, zwingend mit Kapitalismus verknüpft ?

        ist mE diese Frage mit einem eindeutigen JA zu beantworten.

        Da nützt es auch nichts, daß @SF anmerkt, daß schließlich Che Notenbankpräsident von Kuba war.
        Weil ich etwas als etwas bestimmtes bezeichne, muß es das noch lange nicht dieses sein. Auch Soziale Marktwirtschaft war immmer Kapitalismus, so wie Markt’wirtschaft’ das eben ist.

        Keine Geldpolitik der Welt ändert an der Tatsache etwas, daß der, der ‘investiert’ dafür mehr Geld sehen will und wenigstens theoretisch auch sehen können muß!… auch mit einer Regulierung kann das nicht ewig aufgehalten werden.
        Darum wurden ja die Regulierungsregelungen gekippt – der Käfig wurde einfach zu eng – und würde immer wieder zu eng werden.
        Macht und Einfluß sorgt schon dafür, daß die Bedingungen stimmen.
        Genau dafür gibt es Staat – und nur dafür, sorry.

        • Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 12:28 - Permalink

          Die Grundlagen der Geldpolitik habe ich oben in den ersten beiden Beiträgen geschildert. Vielleicht mehrmals lesen, Wat., denn es ist nur ungewohnt für Nicht-Keynesianer, aber nicht wirklich unverständlich. Zumindest nicht so, wie ich es erkläre.

          Keynesianismus ist keine “Fassadenlackmalerei”, sondern der erste Schritt in eine bessere Gesellschaft. Natürlich wäre mir auch die Weltrevolution mit anschließendem Paradies für alle Werktätigen lieber. Aber lass uns doch erst mal damit beginnen, eine expansive Geldpolitik, Mindestlöhne und mehr soziale Absicherung für Arbeitslose durchzusetzen. Dazu ist der Keynesianismus die Voraussetzung; die Wertformanalyse wird das nicht bringen.

          • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 12:42 - Permalink

            Keynesianismus ist keine “Fassadenlackmalerei”, sondern der erste Schritt in eine bessere Gesellschaft. Natürlich wäre mir auch die Weltrevolution mit anschließendem Paradies für alle Werktätigen lieber.

            Ist sie eben doch, weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, was ich oben mit dem ‘Ziel von Investition’ versucht habe zu beschreiben.
            (Sorry, ich greife ja niemanden persönlich an, möchte ich jedenfalls nicht.
            Aber (alle!) Ismen haben es nun einmal so an sich, sich als non plus ultra zu verstehen.)

            Aber lass uns doch erst mal damit beginnen, eine expansive Geldpolitik, Mindestlöhne und mehr soziale Absicherung für Arbeitslose durchzusetzen.

            Natürlich, wie könnte ein halbwegs ‘vernünftiger’ Mensch etwas dagegen haben, es ‘uns’ lebenswerter zu gestalten.

            Aber wie gesagt Geldpolitik ist nicht alles, im Gegenteil, es ist die ‘Erscheinung’ welche das Wesentliche/Ursächliche verschleiert.

            Wir brauchen in unseren unmittelbaren Zielen heute Geld, trotzdem wir eigentlich Nahrung brauchen. Das können wir aber nicht mehr ‘sehen’, weil über Geld ausschließlich vermittelt wird.

            Das Problem ist mE nicht, daß ‘die Menschen’ nicht genug Geld haben.
            Das Problem ist mE, daß die Menschen nicht über das einsetzbare Eigentum verfügen, das sie an Geld kommen läßt.

            Werte lassen sich nur über (einsetzbares) Eigentum realisieren…

        • Jason schrieb am 22. August 2010 at 03:13 - Permalink

          “Macht und Einfluß sorgt schon dafür, daß die Bedingungen stimmen.
          Genau dafür gibt es Staat – und nur dafür, sorry.”

          Sollte dafür sorgen, sollte!
          Tun aber immer weniger der Regierungen.

          • Wat. schrieb am 22. August 2010 at 10:12 - Permalink

            Ja, und genau das meinte ich ;-)

            Staat ist nunmal nicht der liebe Übervater, der es für all seine Kinderlein recht gemütlich macht.
            Dafür ist er nie entstanden, dafür bräuchte ‘man’ keinen Staat…

            Staat ist ein (Rechts-)Konstrukt, das dafür sorgt, daß keiner unter Brücken schlafen darf, nicht dafür, daß keiner unter Brücken schlafen muß.

            • R_Winter schrieb am 22. August 2010 at 10:32 - Permalink

              Gut, ich habe nie eine bessere Definition von “Staat” gelesen.

            • Wat. schrieb am 22. August 2010 at 15:30 - Permalink

              Darf ich bitte trotzdem noch deutlicher werden?
              Beim ersten Anlauf wollte ich nicht mit der Tür ins Haus fallen…

              Staat ist ein (Rechts-)Konstrukt, das dafür sorgt, daß niemand Brot stehlen darf, nicht dafür, daß niemand Brot stehlen muß.

              (Falls sich irgendwann einmal jemand fragt, weshalb in der Regel Eigentumsdelikte härter bestraft werden.)

    21. lebowski schrieb am 20. August 2010 at 10:29 - Permalink

      “Der Autokonzern Porsche z.B. hatte durch Beteiligungen an ›riskanten‹ Finanzmarktprodukten 2008 mehr Gewinne erzielt, als durch den Verkauf von Autos.”

      Wie sagte Volker Pispers: Porsche ist ein Hedge-Fond, der blöderweise auch noch Autos produzieren muss. Aber solange der Wahn des Porsche-Betriebsratsvorsitzende Hück andauert, dass es bei Porsche um Autos geht, ist ja alles in Ordnung.

    22. Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 11:00 - Permalink

      Hier mal ein Link zu den Leitzinsen der FED in den USA, mit denen die Konjunktur gesteuert wird:

      http://www.leitzinsen.info/charts/funds.htm

      Es ist hier gut zu erkennen, wie bis zum Jahr 2000 die Zinsen auf über 6 Prozent erhöht wurden, bis es dann zum Konjunktureinbruch ab 2001 kam. Wenn die Rezession ausgelöst ist, kann und muss man die Zinsen wieder senken. Im Normalfall springt die Konjunktur bei niedrigen Zinsen wieder an, nur bei einer schweren Deflation oder großen Verunsicherung durch Crash von Aktien oder anderen Geldanlagen muss dann der Staat mit deficit spending die Konjunktur anschieben.

      Man kann übrigens schön erkennen, dass auch die jüngste Finanzkrise durch Hochzinspolitik ausgelöst wurde. Bis 2006 hatte die FED die Zinsen wieder über 5 Prozent angehoben. Früher oder später (wann genau sehen die Banker rechtzeitig) bricht dann der Immobilienmarkt ein, wenn es da gerade eine Blase gab. Man kann also Börsenblasen wie 1929 oder 2000 mit Zinsanhebungen zum Platzen bringen. Man kann die Krisen dann auch länger dauern und tiefer gehen lassen, wenn entsprechende Interessen dahinter stehen.

      In Europa hat die EZB auch im Interesse des vor allem deutschen Kapitals eine sehr restriktive Geldpolitik betrieben und noch im Sommer 2008 die Zinsen angehoben. In Deutschland will das exportorientierte Kapital eine restriktive Geldpolitik und Sozialabbau durch die Agenda2010 und die Hartzgesetze, um mit Lohndumping auf den Weltmärkten riesige Profite zu erzielen.

      Nur hat es wenig Sinn, deswegen vor den Banken oder gegen die Banken zu demonstrieren. Vor allem dann, wenn die Zusammenhänge noch nicht einmal klar gemacht werden. Nur irgendwie die Banken schlimm zu finden, das ist wenig hilfreich.

    23. Janeklar schrieb am 20. August 2010 at 11:06 - Permalink

      Artikel ist irgendwie schlecht. Alleine die Einleitung… *augenroll*

      Warum geht man überhaupt auf “Spekulanten” bzw. auf Antisemitismus ein?
      Was soll der Quark? Machen wir jetzt einen auf Hr. Sinn?

      Artikel bezüglich “Das Bilderberg-Phänomen” oder der andere Spekulanten sind ähnlich schlecht.

      Der Blog sollte sich nicht mit dem Themen Wirtschaft/Geld und deren Ursache/Hintergrund konzentrieren. Weil hierfür ganz offensichtlich elementare Sachkenntnisse nicht vorhanden sind.

    24. flatter schrieb am 20. August 2010 at 11:32 - Permalink

      Ein Antisemitismusvorwurf in dem Zusammenhang ist mir noch nicht begegnet. Bringt den Broder doch nicht auf solche Ideen! Ich würde das ohnehin vorauseilend ignorieren.

      zu dem Halbsatz
      “dann folgen die Kapitalströme keinem skrupellosen Instinkt, sondern wirtschaftlicher Renditelogik.“:

      Nehmen wir “skrupelloser Instinkt” als Reflex der Gier, dem gewissenlos gefolgt wird (ansonsten ist Instinkt ja immer ‘skrupellos’), dann kann ich die Negierung der niederen Beweggründe nicht nachvollziehen. Solcher Rationaliät, der “Rendidetolik”, zu folgen, erfordert schließlich durchaus Skrupellosigkeit und die Dummheit, kein ‘Morgen’ zu kennen.
      Das wäre dann auch noch weniger antisemitisch, denn das Stereotyp des Juden lehrt uns doch, daß er ein verschlagener Denker ist. Sogar Sarrazin hält den Juden an sich für “intelligenter”.
      Es hilft jedenfalls wenig, so zu tun, als sei Spekulantentum nicht auch eine Charakterfrage. Im übrigen folgt es einer eigenen Religion.

      • unschland schrieb am 21. August 2010 at 18:34 - Permalink

        in den usa hat aipac verhängt, dass man im öffentlichen raum begriffe wie bankerdynastien, internationale hochfinanz u/oä. so nicht verwenden darf, weil das antisemitisch sei.
        die nennen dort aber auch “blinde” “visuell herausgeforderte”, so wegen antidiskriminierung
        (aber pst! sonst fängt der broder wirklich noch an hier zu schreiben)

    25. Keynesianer schrieb am 20. August 2010 at 11:50 - Permalink

      Lieber flatter,

      das liegt sicher daran, dass Du nicht die Geldpolitik zu Deinem Spezialgebiet erkoren hast. Wer als Keynesianer unterwegs ist, kennt diesbezügliche Vorwürfe, dass also jede Beschäftigung mit Geldpolitik (statt Wertformanalyse) struktureller Antisemitismus wäre, mindestens seit dem Beginn der 80er Jahre.

      Der Vorwurf des strukturellen Antisemitismus wird zum Beispiel von Robert Kurz und den Leuten von EXIT und zumindest früher der KRISIS-Gruppe erhoben, sobald jemand über Geld und Zinsen diskutieren möchte, statt über die nach Marx unvermeidbare Krise des Kapitalismus.

      Habe mir deshalb die Mühe gemacht, die Hintergründe des so sehr als tiefer Denker und gefährlicher Kritiker des Kapitalismus gelobten Schwagers des preußischen Innenministers Ferdinand von Westphalen einmal etwas auszuleuchten:

      http://www.amazon.de/preu%C3%9Fische-Regierungsagent-Karl-Marx-Innenministers/dp/3839114012/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1261043869&sr=1-1

      Dann versteht man auch, warum der gute Marx anlässlich der Finanzkrise selbst von unseren neoliberalen Medien wieder zum (nutzlosen) Studium empfohlen wurde.

    26. Doc schrieb am 20. August 2010 at 12:31 - Permalink

      Um es kurz zu machen:

      Geld entsteht in unserem System durch Gewährung von Kredit. Alles Geld was wir haben ist geliehen. Die Vermögen sind das Spiegelbild der Schulden. Und die Schulden sind Spiegelbild der Vermögen. Das gehört untrennbar zusammen!

      Kein Geld = keine Schulden
      Keine Schulden = kein Geld

      Nur (!) Banken dürfen Geld “schöpfen”. Nur Banken dürfen Geld in den Kreislauf bringen – und sie tun das durch Kreditgewährung! Damit verlangen sie durch den fälligen Zins mehr zurück, als sie je selbst “geschöpft” haben.
      Einziger Ausweg: Es müssen ständig neue Schuldner gefunden werden, um Geld zu schöpfen, damit alte Schulden durch neue getilgt werden können.

      Unser Geldsystem ist ein Schneeballsystem. Es zwingt zum Wirtschaftswachstum, damit dieses mehr an Wachstum zur Schuldentilgung benutzt werden kann, ohne den Lebensstandart der Masse zu senken. Wenn Wachstum ausbleibt, wird eben die Verteilung geändert …

      Das nur kurz und oberflächlich. Läßt sich alles verifizieren. Ein Blick auf http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_g.php reicht.

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 14:50 - Permalink

        Unser Geldsystem ist ein Schneeballsystem. Es zwingt zum Wirtschaftswachstum, damit dieses mehr an Wachstum zur Schuldentilgung benutzt werden kann, ohne den Lebensstandart der Masse zu senken. Wenn Wachstum ausbleibt, wird eben die Verteilung geändert …

        Daß aus (investiertem) Geld immer mehr Geld werden kann, zwingt zum Wachstum!

        Kredite sind nur eine schon vor lange Zeit ‘entdeckte’ Möglichkeit noch schneller höhere Renditen zu erwirtschaften, also zu mehr Geld zu kommen.

        Insofern setzt das Geld-/Kreditsystem auf die eigentliche Zielrichtung von Wirtschaften hier (nur) auf.

        So lange es ein Wachstum gibt, fällt halt für die Massen (Löhne) auch noch was ab.
        Wie lange kann es Wachstum geben – ist das unendlich.
        Ich meine – Nein.

        Denn das Geld, welches die ‘Massen’ bräuchten (um Produkte zu kaufen), daß da jener der investiert hat, wieder zu mehr Geld kommen kann, muß er ihnen andererseits vorenthalten, damit(!) er mehr Geld für sein investiertes herausbekommt.
        … und er muß sein Geld investieren, wenn es sich nicht ‘verflüchtigen’ soll.
        (verflüchtigen meint: konsumiert, aufgebraucht, entwertet)

        Die, die er dabei freisetzt, fallen ‘in die Lasten’ der Gesellschaft, die ihre Mittel durch Steuern einzieht/einziehen müßte.
        Er kann und will dafür aber nicht bezahlen, deshalb hat er sich ja frei gesetzt…

        Da beißt sich die Katze immer wieder in den eigenen Schwanz.

        • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 15:04 - Permalink

          Das Geldsystem ist der elementare Unterbau unsere Gesellschaft. Das Geldsystem legt die Spielregeln auf unterster Ebene fest. Und das Geldsystem bestimmt durch seine Regeln, die Zwänge die uns immer unangenehmer zu schaffen machen.

          Aus investiertem Geld kann nicht nur mehr Geld werden, sondern es MUSS mehr Geld werden. Auf Gedeih und Verderb.
          Das ergibt sich allein daraus, das all unser Geld geliehen ist und mit Zins getilgt werden muss! Hätte niemand Schulden gemacht, gäbe es kein Geld.
          Auch wenn DU selbst keine Schulden hast, wurde das Geld, das du inzwischen besitzt, ursprünglich mal von jemandem geliehen (Kunde, Unternehmer, Staat egal von wem), sonst würde es nicht existieren. Und daraus folgt das diese ursprüngliche Schuld auch wieder erfüllt werden muss. Du merkst davon vielleicht nichts, aber in der Gesamtheit kann die Geldmenge nur wachsen, wenn die Verschuldung wächst.

          Stichwort: Geldschöpfung – das ist super wichtig

          Ursache und Wirkung werden leicht verwechselt.

          Unendliches Wachstum kann es in einer endlichen Welt nicht geben. Und allein darum ist dieses System zu scheitern verurteilt.
          Die nächste Finanzkrise wird kommen und sie wird noch gewaltiger sein. :(

          • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 15:23 - Permalink

            Ursache und Wirkung werden leicht verwechselt.

            Ja, sicher.
            Geld bekommst Du immer nur auf Sicherheiten, also Eigentum!

            Ich habe mich ja bisher ehrlich bemüht alle ‘Schlagwörter’, die bei einigen sofort die Fingernägel nach oben gehen lassen, zu vermeiden.
            Halte ich aber nicht dauerhaft durch, ‘tschuldigung.

            in der Gesamtheit kann die Geldmenge nur wachsen, wenn die Verschuldung wächst

            In der Konsequenz interessiert Geld aber nur, um Eigentum zu bewahren oder neu anzuschaffen.

            Nebenbei: Jede gesellschaftliche Arbeit ist Eigentum.
            Klingt komisch? Ok, aber wozu ‘arbeitet’ man… mit Arbeit schafft man ja wohl etwas – ein Produkt.

            Die Frage ist also, wer ist der eigentliche Nutznießer. – Der, dem das eigentliche Arbeitsergebnis gehört.
            (Lohn ist kein Arbeitsergebnis – das ist ein Teil-Salär daraus)
            Nutznießer ist der private Eigentümer des ‘Ladens’ (ich sag jetzt das schreckliche Wort: Produktionsmittel-Eigentümer)
            Dieses (sein) Eigentum kann er beleihen.

            Ohne Eigentum (logischerweise privates) kann es keine Geldschöpfung geben.

            Ursache – Wirkung/ Eigentum an PM – Geld

            • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 15:35 - Permalink

              Ja, sicher.
              Geld bekommst Du immer nur auf Sicherheiten, also Eigentum!

              Richtig. Du musst Eigentum vorweisen und die Bank zaubert aus dem Nichts (ohne Eigentum nachweisen zu müssen (im Rahmen der Mindestreserve)) Geld und verlangt dafür noch einen Zins.

              Allein aus diesem Vorgang ergibt sein ein großes Problem. Allein die Bank darf Geld schöpfen, verlangt aber durch den Mechanismus der Geldschöpfung mehr Geld zurück, als sie selbst geschöpft hat.
              Wie kann das funktionieren?
              Bsp:
              Ich allein darf Hosenknöpfe als Tauschmittel ausgeben, alle anderen Hosenknöpfe gelten als Fälschung und werden streng bestraft. Ich leihe dir 10 Hosenknöpfe will aber 12 zurück (2 sind der Zins). Wie geht das?
              Es gibt nur einen Weg: Irgendjemand leiht sich bei mir auch Hosenknöpfe, die du ihm abluchst (Tausch, Handel) und dann kannst du mir 12 zurückgeben. Im System gibt es aber weiterhin Schulden und zwar von dem jemand, der sich auch Tauschmittel bei mir geliehen hat. Immer neue Schulden müssen gemacht werden, um alte zu bezahlen.

              Allein dieser Vorgang ist blanker Wahnsinn.

              Die Sache mit dem Eigentum ist soweit korrekt, nur benötigt man dazu kein Schneeballgeldsystem.

            • Lada schrieb am 21. August 2010 at 13:31 - Permalink

              Als Antwort auf DocSnyder: Es gibt noch nen anderen Weg, 12 Hosenknöpfe zurückzuzahlen, obwohl du nur 10 bekommen hast: Du gehst von der Prämisse aus, dass alles auf einmal zurückgezahlt werden musst. Dem ist aber nicht so. Wenn ich heute 5 zurückzahle, die Bank dann was bei mir kauft für 5 Knöpfe, ich weitere 5 Knöpfe Kredit abzahle und die Bank wieder was bei mir kauft, dann hab ich wiederrum Geld, um auch die Zinsen zu bedienen. Da muss nix weiter wachsen.

        • Jason schrieb am 22. August 2010 at 05:01 - Permalink

          Das Problem ist, daß alles Geld nur als Kredit auf den Markt kommt, in den die Geschäftsbanken ohne Unterschied IHREN Zins einrechnen.
          Einen Zins, für den kein Geld geschaffen wurde, ein Zins, der nur über einen neuen Kredit abgelöst werden kann, der wiederum Zinsansprüche generiert.
          Das “Perpetum mobile” der Banken, das aber wie alle “Perpeteum mobile” die unangenehme Eigenschaft hat auf Dauer nicht zu funktionieren.
          Als Lösung könnte ich mir vorstellen, daß der Staat, also die gesamte Gesellschaft eine festgesetze Menge an Geld ausgibt, die unverzinst ist. Diese Menge ist im Umlauf und kann bei der Bank gegen Zinsen hinterlegt werden, Schuldner können es sich gegen Zinsen leihen. Die Schulden können mit den Zinsen zurückgezahlt werden, da Kredit und Zins im Umlauf sind. Dabei würde nur die Zinsdifferenz zu dem Gläubiger wandern und die Bank müsste sich mit einer Vermittlungsgebühr bescheiden. Das Geldmengenwachstum für den geschaffenen realen Mehrwert bringt der Staat in gewissen Abständen als zusätzliche Geld ein, in dem er zum Beispiel Aufträge vergibt und diese mit neuem Geld bezahlt.
          Die Geschäftsbanken und ihre Betreiber können sich eine solche Lösung natürlich “nicht” vorstellen, zerstört es doch ihre herrlichen Gewinne.

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 14:54 - Permalink

        Mal eine generelle Entschuldigung für orthografische Fehler.
        Wenn ich mit dem IE unterwegs bin, kann ich in der Korrekturfunktion nicht arbeiten – der Text scrollt immer weg.

        Den FF zu nehmen, hab ich mal wieder verpennt, sorry dafür.

    27. schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 12:53 - Permalink

      Ein wenig Offtopic: Die Verantwortlichen beklagen sich über ihr Image … göttlich :-)

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,712805,00.html

      Zitat:
      “Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen – mehr als früher, und das kann so nicht bleiben”, sagte Wulff. Demokratie funktioniere aber nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und nicht jeder Politiker als Karrierist verhöhnt werde. “Für dieses unser Land haben wir die Verantwortung; wir haben kein anderes Land, es ist unser Land, aus dem müssen wir gemeinsam etwas machen.”

      (Gacker, pruust :-)

      • drummy-b schrieb am 20. August 2010 at 13:06 - Permalink

        Der soll mal lieber lebenslang Urlaub in der Villa seines Unternehmerfreundes machen, da wird er auch nicht unbeteiligtes Opfer von solch unberechtigtem Hohn und Spott.

      • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 16:19 - Permalink

        Demokratie funktioniere aber nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und nicht jeder Politiker als Karrierist verhöhnt werde.

        Das ist tatsächlich die Kirsche auf dem Jammerhaufen.
        Wenn sich unsere sogenannten “Volksvertreter” mal wieder wie solche verhallten würden, dann gäb es auch keine Verhöhnung. Aber wir kennen das ja. Anstatt, dass mal die Ursache hinterfragt wird, wird wie üblich an den Sympomen rumgemerkelt. Ganz reflexartig sind ersteinmal die anderen Schuld. Kein Wort der Selbstkritik, oder Kritik an anderen Abgeordneten.
        Wulff beweist damit einmal mehr, wie sehr er doch zu “Denen da oben” in ihrer eigenen Parallelwelt gehört.

        Was mich aber auch brennend interessieren würde:
        Wer hat die Gästeliste für die “Tafel der Demokratie” zusammengestellt, und nach welchen Kriterien?
        Am natürlich, denn auch Flaschengeistern brennt es ab und an unter den Nägeln, wieviele Hartz 4 Empfänger von den 1500 geladenen Gästen sind dabei? ;)

    28. D. Fear schrieb am 20. August 2010 at 13:00 - Permalink

      Wie so oft, ein nützlicher und guter Artikel, wofür vielen Dank. Was der Zusammenhang “Antisemitismus” / “Finanzwelt” angeht, so ist das aus verständlichen Gründen besonders in Deutschland auffällig. Ich jedenfalls war froh, im Artikel die Bestätigung zu finden, dass das Kapital eben kein Mensch ist, und menschlichen Zielen nicht verfolgt – “Gewinn” ist nun mal ein Abstraktum, das seinen Platz in den (Fach)Diskussionen über Finanz und Geschäft zu Recht hat. Aber Kapital ist ein Instrument, und keine Daseinsberechtigung. Kritik am Mißbrauch ist allemal angebracht; die vollkommen falsche und brandgefährliche Zusammenbringung von abstrusen, unwahren Vorurteilen etc. über eine Religionsgemeinschaft, ein Volk (was auch immer das sein mag) oder eine Einzelperson mit irgendwelchen Aktivitäten der Wirtschaftswelt ist es dagegen gar nicht.
      Nochmals vielen Dank für diesen Artikel – und für manche andere auch!

    29. Ray schrieb am 20. August 2010 at 14:20 - Permalink

      ›Sie dachte, sie sei an der Macht, dabei ist sie nur an der Regierung.‹ Nichts anderes sagt einer der es wissen muss – CSU-Chef Horst Seehofer: »Bei vielen Menschen herrscht der Eindruck, dass diejenigen, die gewählt werden, keine Macht haben, und diejenigen, die Macht haben, werden nicht gewählt.«
      Na hoppla, da stolpert man ja wohl über das Hauptproblem. Die technischen Einzelheiten der Krise sind ja recht interessant, aber leider ohne Belang. Das Frau Merkel, oder ein Anderer doeser gewählten Affen, nicht die Macht haben das will ich doch mal ganz schwer hoffen. Der einzige Souverän des Staates ist das Volk. Wenn man am Berliner Hauptbahnhof die Rolltreppe nach oben fährt steht eine riesige Glaswand und auf der ist ein Pfeil in Richtung des Reichstags und darauf steht:”400 m entfernt von hier regiert das Volk!”. Der grösste Witz der ganzen Stadt. Es gilt also die Machtverhältnisse wieder ins recht Lot zu bringen, nicht nur in D sondern überall. Die, die Verantwortung tragen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, Pay, you fucker!! Guckst du hier—->http://tuisto.wordpress.com/2010/07/13/pay-you-fuckers/#more-482

    30. DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 14:36 - Permalink

      Wenn ihr wissen wollt was eine der maßgeblichen Ursache für den alltäglichen Wahnsinn ist, schaut nach woher Geld kommt!

      Alles VWL und BWL ist für die Katz, weil man dort einfach davon ausgeht, das Tauschmittel (Geld) wäre vorhanden und würde dann zum Nutzen aller, seinen Weg suchen.

      Genau das ist falsch! Das Tauschmittel stellt die Bank! Ausschließlich als Kredit!
      Was sich hier unspektakulär anhört, ist in Wirklichkeit der blanke Wahnsinn.

      Die Konsequenzen tragen wir alle jeden Tag.

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 14:59 - Permalink

        Ausschließlich als Kredit!

        und den gibt es nur für Sicherheiten – also für (einsetzbares) Eigentum!

        Btw. Von einer Bank bekommst Du immer nur das, von dem diese meint, daß Du es längst hast.

        • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 15:49 - Permalink

          So ist es. Und mit welche Recht verlangt die Bank Zins für ihre “Leistung”? Zumal allein dieser klitzekleine Zins dafür sorgt das allesamt völlig abhängig sind von der Gunst der Banken.
          Verweigert die Bank die Gewährung von Krediten, haben wir Wirtschaftskrise. Arbeit kann nicht gemacht werden, weil das Geld dafür fehlt.

          Die wenigen die das Geldsystem verstehen, werden so sehr an ihrem Profit interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird.
          Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass, das System ihren Interessen feindlich ist.
          Gebrüder Rothschild 1863

          • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 16:13 - Permalink

            So ist es. Und mit welche Recht verlangt die Bank Zins für ihre “Leistung”?

            Mit dem Recht des Eigentümers!

            Sie ist Eigentümer des Rechts Geld zu schöpfen.

            Problem ist nur, Du kannst nur alles Private Eigentum killen oder keins.

            Jedes Private Eigentum will nämlich genau in diese Position.

            Geldverleiher sind nicht als solche geboren, irgendwann in der Geschichte hatte da mal jemand mehr, als er unmittelbar brauchte… und hat sich damit die Arbeitsergebnisse derer gesichert, die das momentan von ihm zur Verfügung gestellte brauchten…. etc. etc. pp. – Geschichtliche Entwicklung halt.

            • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 16:24 - Permalink

              Was ist Geld denn? Allgemeingut oder Privatgut?

              Welchen Interessen soll es dienen? Soll es Tauschmittel sein, oder soll es die unsichtbare Kette sein, an der wir hängen?

              Geld wie wir es kennen, war nicht immer so. Ich bin der Meinung dass das Geld in seiner jetzigen Form einen großen Schaden verursacht!
              Das muss überhaupt nicht so sein.
              Wir brauchen Geld zum tauschen, wir brauchen auch Kredite – aber nicht so.

              Mir wird es nicht gelingen die ganze Tragweite unseres Geldsystems hier anzuprangern. Ich kann nur appellieren sich mit dem Thema kritisch auseinander zu setzen. Es tun sich Abgründe auf, soviel kann ich versprechen.

              Einen Tipp habe ich noch. Es gibt diesen kleinen Animationsfilm von Max von Bock. Dort wird sehr anschaulich gezeigt, wie unser Geldsystem funktioniert.
              Ich empfehle aber den Film öfter anzusehen, weil einmal mit Sicherheit nicht reicht, das unser Blick aufs Geld viel zu verstellt ist:

              http://www.youtube.com/watch?v=t8fTeKVCMVA
              http://www.youtube.com/watch?v=Rf2gZSm3C84&feature=related
              http://www.youtube.com/watch?v=C5lxuNJSvo0&feature=related

              Laufzeit etwa 15 Min.

            • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 16:44 - Permalink

              Geld entsteht aus Eigentum und soll wieder Eigentum werden.
              Damit kann es nicht nur einfaches Tauschmittel sein – es ist Wertersatz.

              Was willst Du als einer, der selbst kein Eigentum hat, tauschen?
              Du hast dann nur Dich – und kannst Dich verkaufen…

              Nennt man dann Lohn.^^

              Warum kriegt der eine also Dich zu im Prinzip allen Bedingungen, nur weil Du schließlich auch leben will, und Du nur ein vergleichsweise Almosen, damit Du leben kannst.

              Mit welchen ‘verkorksten’ Recht, kann einer sich nach hinten lehnen und für sich selbst leistungslos ein (Kapital-)Einkommen verschaffen und der andere muß sich in persona dafür verkaufen.
              Und wenn letzterer grad nicht ‘gebraucht’ wird, sich also nicht verkaufen kann, gilt dieser als leistungsloser ‘Schmarotzer’ – der würde ja wenigstens wollen und es dann auch tun…

              Ok, probiers aus – wirst sehen – auch Muschelgeld, Murmeln und bunte Knete ändert daran nichts.

              Ursache – Wirkung ;-)

    31. Janso schrieb am 20. August 2010 at 15:47 - Permalink

      Kann mich jemand mal verlinken, damit ich dieses alles Geld=Kredit mal nachvollziehen kann?
      Wenn bei einer Währungsreform alle Bürger 100 “neues Geld” bekommen, wer ist dann der Kreditnehmer und wer gibt das Geld raus?

      Ist dann nicht die gesamte Staatsverschuldung systemimmanent, denn irgender muss ja die Schulden haben?
      Würde mit dem Zins dann nicht viel weniger Geld real vorhanden sein als Schulden existieren?
      Fragen über Fragen…
      Vielen dank

      • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 15:52 - Permalink

        Die Bank! Für Geldscheine (Scheingeld) ist die Zentralbank zuständig, für “Giralgeld” oder “Buchgeld”, jede Geschäftsbank. Sie schöpft im Rahmen der Mindestreserve Geld, in dem sie es gegen Kredit zur Verfügung stellt.

        Auch als die junge Bundesrepublik damals ihre 40 oder 50 DM Startgeld ausgaben, war das nur ein Darlehn!

        ALLES GELD IST GELIEHEN!

        Als kleiner Start verweise ich mal auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung

        Oben habe ich bereits auch das Glossar der Bundesbank verlinkt. Stichwort Geldschöpfung.

        Frage: Wie viel Geld bleibt übrig, wenn ALLE Schulden bezahlt werden?

        • Janso schrieb am 20. August 2010 at 16:13 - Permalink

          Auch als die junge Bundesrepublik damals ihre 40 oder 50 DM Startgeld ausgaben, war das nur ein Darlehn!

          Und wer ist der Schuldner? Der Staat?
          Wenn nach einem Jahr dann 105% (wg. dem Zins) des geliehenen Geldes zurückgezahlt werden müssen, woher kommen die restlichen 5%?

          Müßte das nicht in wenigen Jahren zwangsläufig zu einer massiven Verschuldung aller Teilnehmer führen, bzw. einer großen Mehrheit?

          Warum aber scheint das System dennoch gut zu funktionieren, denn an sich hat sich der Wohlstand der Welt ja deutlich vergrößert?

          • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 16:30 - Permalink

            Warum aber scheint das System dennoch gut zu funktionieren, denn an sich hat sich der Wohlstand der Welt ja deutlich vergrößert?

            Im Durchschnitt war der Graben auch nur einen Meter tief und trotzdem ist die Kuh Erna ertrunken ;-)

            Verwechsel dien Welt bitte nicht mit Mitteleuropa oder den Zentren.
            Ich kann mir kaum vorstellen, daß man zB. in Afrika in Gegenzug zu den Stammesgemeinschaften früher, heute überall meint, etwas von Wohlstand dieser Welt abbekommen zu haben…

          • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 16:35 - Permalink

            Warum aber scheint das System dennoch gut zu funktionieren, denn an sich hat sich der Wohlstand der Welt ja deutlich vergrößert?

            Der Wohlstand fußt leider auf Schulden und auf Ausbeutung.
            20% der Weltbevölkerung verbrauchen 80% der Ressourcen. Die 20% sind der Westen.

          • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 16:39 - Permalink

            So ist es doch auch. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf.
            10% der BRD Bevölkerung besitzt schon über die Hälfte der Vermögen.
            Die unteren 50% besitzen fast nichts. und die Schulden steigen und steigen, sowie auch die Vermögen steigen …

            Übrigens ist der Staat ein super Schuldner, weil er fast unbegrenzt auf das Eigentum seiner Bürger zugreifen kann. Er erhebt einfach Steuern.
            Darum heißen wir auch Bürger, weil wir für die Schulden bürgen … ;)

          • Jason schrieb am 22. August 2010 at 05:16 - Permalink

            Die deutschen Vermögen belaufen sich irgendwo in der Gegend von 5 Billiarden, auf der anderen Seite sind Staat, Unternehmen und Bürger in etwa mit der gleichen Summe verschuldet. Differenzen entstehen durch Auslandsschulden bzw. -guthaben.
            Das eigentlich Problem stellen aber die Zinsforderungen dar, die sich aus den Summen ergeben.

        • Spiegelfechter schrieb am 21. August 2010 at 08:45 - Permalink

          Werter Doc Snyder,

          dieser Unfug wird nicht dadurch wahr, weil man ihn pausenlos im Netz in Großbuchstaben herumkrakeelt. Er wird auch nicht dadurch wahr, weil man pausenlos auf You-Tube-Filmchen verlinkt, deren Macher sich zwar mit dem Filmerhandwerk, leider aber noch nicht einmal im Ansatz mit Volkswirtschaft auskennne.

          Google mal (das liebt ihr doch) nach Geldbasis oder Zentralbankgeld. Aber Vorsicht! Diese “Propaganda” kommt bestimmt von IHNEN ;-)

          • Groo schrieb am 21. August 2010 at 09:36 - Permalink

            Jens,
            lass uns doch teilhaben an Deiner Geld-Theorie.
            Oder hast Du darüber schonmal was geschrieben?

            Wenn man die Debatten so verfolgt, meint ‘jeder’, es zu wissen, und dann wird gestritten.
            Hier zB DocSnyder, Keynesianer …
            Sonst: Lietaer (naja, der gibt zu, dass er es erstmal nicht weiss), Heinsohn, Kreutzer, weissgarnix(?), Paul C Martin…, um mal ein paar Lokalgrössen zu nennen.

            Die einen sagen, M3 gibts garnicht oder ist unwichtig und lohnt den Aufwand nicht (FED), die anderen sagen, dass die ganz wichtig ist (shadowstats).

            Selbst über solche simplen Fragen, ob ‘Geld’ vernichtet werden kann, kann man sich endlos streiten (hat nur ein anderer, oder: vernichtet sich automatisch, wenn Schulden beglichen werden.)

            Als nicht-VWL’ler habe ich keine Ahnung, was da so gelehrt wird. Soweit ich höre, eher wenig.

            Also erleuchte uns.

            (PS. sorry, wollte eigentlich nicht mehr kommentieren. Konzentriere mich aufs sporadische Fragenstellen.
            Meine pragmatische Banausentheorie ist, dass ‘Geld’ im wesentlichen Anspruch auf künftige Leistung ist. Aber das ist sicher auch ganz falsch. Aber es ist schon interessant, welche systemischen/systematischen Probleme sich selbst da schon zeigen.)

            • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 11:01 - Permalink

              Groo,

              die verschiedenen “Geldmengen” von M0 bis M3 sind erstens nicht wirklich eindeutig zu bestimmen, zweitens nicht wirklich zu erfassen und drittens spielen sie keine große Rolle für die Konjunktur, sondern sind deren Ergebnis. Der Hintergrund der “Geldmengen” ist die Lüge der Monetaristen, dass man die Inflation einfach damit “bekämpfen” oder verhindern könne, dass die Notenbank die “Geldmenge” steuert.

              Dem Publikum wird das so erzählt, als brauche die Notenbank nur das Wachstum der Geldmenge etwas begrenzen, um Inflation zu verhindern.

              Historisch hat dieser Blödsinn mit David Ricardo angefangen, der vor 200 Jahren der Bank von England in der britischen Presse vorgeworfen hat, sie habe zuviele Banknoten ausgegeben und damit die Entwertung der Banknoten gegen das Gold verschuldet. Das war selbstverständlich dummes Geschwätz, sollte aber damals schon den Lesern einreden, dass die Bank von England doch einfach nur weniger Banknoten auszugeben brauche, um deren Entwertung (und damit die Inflation in England) zu korrigieren.

              In Wahrheit war die Inflation damals durch die Kriegsausgaben gegen Napoleon verursacht. Man hatte dafür eigens die Goldauszahlung durch die BoE ausgesetzt, um den Krieg finanzieren zu können. Krieg verursacht immer eine hohe Auslastung der Ökonomie, einen Boom und Vollbeschäftigung mit steigenden Löhnen und Preisen. Die Bank von England hätte also nicht einfach weniger Banknoten ausgeben können, es sei denn, England hätte den Krieg gegen Napoleon verlieren wollen.

              Nach Waterloo führte die restriktive Kreditpolitik der Bank von England im Sinne von Ricardo zu einer mörderischen Wirtschaftskrise, in der dann der Umlauf der Banknoten entsprechend sank und die Parität zum Gold wieder hergestellt werden konnte. Wenn die Leute bankrott und arbeitslos sind, laufen weniger Banknoten in der Ökonomie um. Man muss also, um die “Geldmenge” zu reduzieren, eine Krise erzeugen, in deren Konsequenz die Bürger weniger Geld in der Tasche haben. Umgekehrt, dass man also einfach “die Geldmenge steuert”, geht es nicht.

              Dass die Notenbank die Geldmenge steuern oder beschränken würde, klingt natürlich besser in den Ohren des Publikums, als wenn man den Leuten sagen würde, dass jetzt eine mörderische Wirtschaftskrise erzeugt werden wird. Das Publikum fordert dann auch lautstark, dass die Notenbank endlich weniger Geld in Umlauf bringen soll, und die Leute wundern sich höchstens, wenn sie dann in den Gossen liegen und bankrott und erwerbslos am verhungern sind. Dass genau dadurch “die Geldmenge gesteuert” wird, hat ihnen ja niemand erzählt.

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 11:23 - Permalink

              @DocSnyder u Keynesianer,

              freut mich, dass ihr das Thema für relevant haltet, und Jens auch ein paar schmerzhafte Fragen stellen wollt.

              so gehts ja nicht.
              Ex kathedra zu verkünden, dass dies und das unsinnig ist.

              Da halte ich es doch lieber mit Sokrates.
              Trage das aber nicht als Monstranz vor mir her.

              Wir versuchen doch alle, das zu verstehen.

              Nebenbei.
              Was mich bisher am meisten überzeugt hat, ist Michael Hudson aus der HET-Schule (history of economic thought)

              Eine der Urideeen der Zivilisation scheint zu gewesen zu sein, Risiko mit Zins abzugelten.
              Eine der mE interessantesten Erkenntnissse:
              Der ‘Zins’ war über etliche Jahrtausende bei ca 20% p.a., bis zu den Römern.
              Der Zins der Antike war eine Risikoprämie, genauso wie heute, und seine Höhe reflektierte die jeweilige Unsicherheit.
              Also nichts Neues seit 5000 Jahren.

              Interessant ist, wie die Mesopotamier das im Vergleich zu den Ägyptern gehandhabt haben.

              Ihr seid klug genug, das selber zu wissen oder rauszurecherchieren.

              Die antike Geld/Risiko-Idee entspricht weitgehend meiner ‘Banaltheorie’.

              Was die Sache schwierig macht, ist was seit der Industrialisierung passiert ist:
              Das insbesondere an ‘Keynesianer’:
              Das implizite Axiom des Keynesianismus ist, dass man IMMER aus Krisen herauswachsen kann. Per deficit-spending als Vorwegnahme künftigen Wachstums.
              Der Staat wetzt die (Schumpeterschen) Scharten aus.
              Keynes verinnerlicht in seinem grossen Herzen die Schwächen der creative destruction, also der säkularen Zusammenbrüche, unter denen der Kapitalismus zu leiden scheint.
              Ist aber wohl nicht so: Die Ursache der Zusammenbrüche ist nicht ein Kreativitätsdefizit, sondern die übermässige Forderung von Zins, der die Realwirtschaft nicht nachkommen kann.

              Frage. Was wenn das (die keynesische Annahme) nicht stimmt?
              Degrowth, Schrumpfung, endliche Ressourcen?
              Die Ansprüche (als ‘Geld’) bleiben stehen, die Fähigkeit zu leisten schrumpft.

              Der Keynesianismus läuft dann ins Leere, da man dann nicht mehr aus der Krise herauswachsen kann.

              Ob der ‘Hausherr’ das versteht?
              Ob ihr?

              Keine Ahnung.

              Wir sollten uns nicht dümmer machen als wir sind, und da hoffe ich auf eine offene Debatte.

            • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 12:21 - Permalink

              Groo,

              zu Deiner Frage, ob man immer aus Krisen herauswachsen kann, weil doch die Ansprüche in Geld bestehen bleiben.

              Antwort: Ja. Ich mache es auch ganz einfach: Inflation!

              Falls also ein Wachstum nicht mehr erwünscht oder wegen Mangels an Ressourcen oder wegen Marktsättigung nicht mehr möglich wäre, dann muss man halt das Geld und damit den Zins real durch Inflation entwerten.

              Das ist auch meine Antwort an die Freiwirte, die immer so tun, als könne oder dürfe es keine Inflation geben. Wir brauchen kein Schrumpfgeld, wir brauchen etwas Inflation. Selbstverständlich sind die reichen Rentiers gegen Inflation und möchten die Inflation ständig mit noch höheren Zinsen bekämpfen. Damit muss man politisch fertig werden.

              Vollbeschäftigung oder Geldwertstabilität – das ist die Wahl. Wollen wir lieber endlos Massenerwerbslosigkeit mit allen Folgen oder darf es für die reichen Geldsäcke etwas Inflation sein?

          • Groo schrieb am 21. August 2010 at 10:23 - Permalink

            Noch ne Frage:

            Wenn meine Banausentheorie schon falsch sein sollte, wie stehts dann erst mit ‘geschichteten’ Theorien?

            Wann sind sie besser?
            Wann sind sie VT?
            Ist zB Regionalgeld eine valide Methode der Komplexitätsreduktion?

            Wie stehts damit?

            Many people hit a proverbial wall on this issue because they simply cannot fathom that certain groups of men (globalists and central bankers) view money and economy in completely different terms than they do. The average American lives within a tiny box when it comes to the mechanics and motivations of finance. They think that their monetary desires and drives are exactly the same as a globalist’s. But, what they don’t realize is that the box they think in was BUILT by globalists. This is why the actions of big banks and the decisions of our mostly corporate establishment run government seem so insane in the face of common sense. We try to rationalize their behavior as “idiocy”, but the reality is that their goals are highly deliberate and so far outside what we have been taught to expect that some of us lack a point of reference. If you cannot see the endgame, you will not understand the steps taken to reach it until it is too late.

            http://www.zerohedge.com/article/guest-post-purpose-behind-engineered-economic-collapse

            Hiesige Schlaumeier ziehen die Antisemitismuskeule und bringen sonstige Denkverbote in Stellung und landen dann in verquasten Konvoluten.

            Was ich an den Amis ab und an bewundere, ist, dass etliche die Fähigkeit haben, outside the Box zu denken, und sich nicht in eine selbstkonstruierte Pseudobox einschliessen.

          • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 10:41 - Permalink

            Das würde mich auch interessieren Jens, was Du uns hier sagen willst. Die komplizierten Formeln auf wiki zum Thema Geldbasis kann man vergessen und schon der Begriff “Geldbasis” ist heute falsch. Unter dem Goldstandard war das Gold die Geldbasis, aber bei fiat money ist das Thema nur noch dazu da, um das Publikum zu verwirren.

            Ganz vereinfacht gesagt gilt bei fiat money:

            Wenn morgen alle Bankeinlagen vom Publikum abgezogen werden, dann müssen sich die Banken das Bargeld zur Auszahlung von der Zentralbank leihen. Weiter ist das kein Problem, außer dass für kurze Zeit die Druckerpressen heißlaufen. Es gäbe deswegen noch nicht einmal Inflation, weil es egal ist, ob das Publikum das Geld auf der Bank hat, oder unter dem Kopfkissen. Die Banken hätten statt der Einlage der Bürger halt die genau entsprechend hohe “Einlage” der Notenbank. Die Banken wären also bei der Notenbank verschuldet und müssten der den Zins für Zentralbankgeld zahlen. Dafür sparen sie dann die Zinsen auf die Sparbücher der Bürger.

            Die Formeln für den “Multiplikator” bei wiki hier braucht man nicht weiter zu studieren:

            http://de.wikipedia.org/wiki/Geldbasis

            Bei fiat money liefert die Zentralbank nämlich so viel Geld an die Geschäftsbanken, wie die brauchen und haben wollen. Nur die Konditionen, also die Zinsen, ändern sich. Natürlich wollen die Banken bei hohen Zinsen weniger Geld von der Zentralbank, weil das Publikum bei hohen Zinsen sein Geld auch lieber bei den Banken lässt. Wie viel Bargeld benötigt wird, lässt sich aber mit einer Formel nicht berechnen, sondern ist von der Konjunktur abhängig.

            Den Quatsch mit den “Mindestreserven” kann man auch gleich vergessen, weil das eine künstliche Vorschrift ist. Das hat mit dem Wesen von Geld und Geldpolitik nichts zu tun.

            Als die Banken noch jedem Bürger sein Geld in Gold auszahlen mussten, war die Sachlage und Problematik eine andere. Aber das ist Geschichte.

          • DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 10:47 - Permalink

            Zunächst mal: Es geht mir nur um den Vorgang der Geldschöpfung. Die Geldmenge wird erhöht, indem von Banken Kredit gewährt wird und die Geldmenge verringert sich wenn der Kredit getilgt wurde.
            Kurz: durch Kreditvergabe wird neues Tauschmittel generiert und durch Kredittilgung verschwindet dieses Tauschmittel wieder.

            Kann man auf http://www.bundesbank.de nachlesen. Also nix mit Verschwörung u.ä.

            Dieser Vorgang allein zieht gewaltige Konsequenzen nach sich.

            In der VWL geht man dagegen einfach davon aus, das Tauschmittel (.z.B. Geld) schon vorhanden wäre.
            Die Theorie der VWL funktioniert nur deshalb, weil sie voraussetzt, das Tauschmittel vorhanden wäre. Eine Theorie auf Basis falscher Annahmen.
            Deswegen kann auch kein Wirtschaftswissenschaftler vernünftig erklären, warum wir in solche Krisen schlittern. Prof. Sinn vom IFO Institut schwafelt von einem “anonymen Systemfehler”. Peinlicher geht es nimmer!

            Die US Immobilienkrise entstand allein deswegen, weil auf der Jagd nach Rendite – nur um sie zu ermöglichen – immer geringere Sicherheiten akzeptiert wurden (mussten). Weil der Druck durch den Zins (FiatMoney) unglaublich hoch wird. Sonst wäre das System eben früher zusammengebrochen. Und nun haben sich alle Staaten gewaltig bei Banken verschuldet, die Geldmenge unglaublich erhöht und müssen den Banken alles mit Zins zurückzahlen. Das nennt sich Bankenrettung. Absurder geht es nicht.

            Die Zinszahlungen haben immer absoluten Vorrang! Auch in unserem Haushalt. Über alle Posten und deren Verteilung wird gestritten, aber nicht um den Zins. Dem hat sich alles unterzuordnen!
            Ein Staat kann sich solange verschulden, wie er Zugriff auf Vermögen der Bürger hat (zur Tilgung der Zinsen). Er erhöht einfach Steuern = absenken des Lebensstandards vgl. Griechenland!
            Dann kann das Spiel weiter gehen, bis die Volkswirtschaft völlig überlastet zusammenbricht.

            Mir ist bewusst das VWLer diesen Gedanken nichts abgewinnen können. Wurden sie doch Jahre in eine ganz andere Richtung geformt. Da hat man gewaltige Schwierigkeiten umzudenken.

            Wer aber einen Schritt zurücktritt und den Vorgang der Geldschöpfung durchdenkt, wird schon drauf kommen.

            Auch Basel II und co ändern daran nichts.

            • Jason schrieb am 22. August 2010 at 05:42 - Permalink

              Muss nicht sein.
              Keynes hatte auch noch ein etwas effektiveres Mittel im Einsatz.
              Extrem hohe Steuern auf Kapital!
              Damit verkürzte er die Geldmenge insgesamt.
              Bilanztechnisch:
              Minus im Guthaben = Minus an Staatsschulden
              Mit den Steuern aus den Guthaben wurden Infrastrukturmaßnahmen finanziert und direkt und indirekt Löhne gezahlt und damit Schulden des Staates und der Bürger abgebaut.
              Die Schnapsideen Mehrwertsteuererhöhung oder Sozialkürzungen ändern doch nichts am Problem, sondern die Staatsschulden werden zum Großteil nur auf andere Bürger verteilt, die eh’ schon auf der Schuldnerseite stehen. Die Forderungen der Gläubiger bleiben dabei die gleichen.
              Deshalb muss das ganze was in Griechenland im Moment passiert in die Hose gehen. Mit dieser “europäischen” Politik, die zudem weiterhin den Exportüberschuss von Deutschland fördert, muss der EURO kollaberieren.

    32. DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 15:59 - Permalink

      Ist dann nicht die gesamte Staatsverschuldung systemimmanent, denn irgender muss ja die Schulden haben?
      Würde mit dem Zins dann nicht viel weniger Geld real vorhanden sein als Schulden existieren?

      Sehr gut aufgepasst! :)

      So ist es! Die verfügbare Geldmenge ist immer geringer, als die Summe aller Schulden. Die Summe aller Schulden liegt immer in Höhe des Zinses, über der gesamten Geldmenge!

      Die Schulden lassen sich nicht bezahlen! Das Geld reicht nie. Die Schulden steigen dagegen immer weiter, weil der Geldbedarf immer über der Geldmenge liegt.

    33. schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 16:42 - Permalink

      @DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 16:04 – Permalink

      Sehe ich komplett anders.
      Die Ausfallfonds reichen sehr wohl für die Kleinanleger aus.

      Die Kleinanleger sind eigentlich gar icht so wichtig. Da ist das Geld halt futsch – es ist sowieso nicht im Umlauf und sorgt nicht für die Befriedigung der Grundbedürfnisse. Was ein Problem ist, sind die Lohnkonten. Ohne die geht in Deutschland gar nichts – soweit ich weiss, sind Lohnbarauszahler echte Exoten und selbst die müßten das Geld von einer Bank holen.
      Wenn jetzt eine signifikante Zahl an Großbanken Pleite geht, sagen wir mal 60% die mit großer Wahrscheinlichkeit die Konten von 80% der Lohnempfänger halten, dann wird es in breiten Teilen der Bevölkerung zu Versorgungsengpässen kommen, bis der Staat Bezugsscheine austeilt. Und das wird sicherlich nicht ohne Bürgerkriegsähnliche Zustände vonstatten gehen, abgesehen davon, dass die Betroffenen zum größten Teil wohl nicht mehr am Arbeitsleben partizipieren.

      Nein, wer wirklich etwas verliert, wenn so eine ominöse Bank schlapp macht, das sind eben die Grossanleger und Spekulanten.

      Dass Grossanleger verlieren, glaube ich nicht. Die kriegen vorher einen Tip und können ihr Geld schnell in Sachwerte umtauschen.

      Selbst wenn…und hier wird es nun wirklich fantastisch…morgen alle Banken dicht machen. Und? Geht deshalb die Welt unter?

      Die Welt wird eine ganze Weile sehr chaotisch sein und es wird Militäreinsätze im Innern geben.

      Ne, mich hast du nicht überzeugt. To Big to Fail ist ein nettes Kindermärchen, das sich die Banker ausgedacht und die Politiker fraglos geschluckt haben. To Big to Fail ist die deutsche Bank nur für Ackermann, da dies doch herbe Einkommenseinbußen für ihn bedeuten würde.

      Da stimme ich Dir zu – TBTF gibt es, nur die Massnahmen sind falsch. Richtige Maßnahmen: “Topmanager” entlassen oder einknasten. Bank enteignen und zu 100% in Staatsbesitz übergehen lassen.
      Unsere Politikermarionetten haben allerdings die TBTF-Kandidaten gekauft (!) und noch nicht einmal einen angemessen Gegenwert dafür erhalten.

    34. Stefan K. schrieb am 20. August 2010 at 16:49 - Permalink

      Das ist doch Quatsch, dass die Banken bzw. die Banker die Bösen sind. Der Gesetzgeber gibt den Handlungsrahmen vor in dem diese agieren können.

      Too big to fail‹, zu groß, zu mächtig, um zu fallen,…

      …dürfte es eigentlich nicht geben, denn wer die freiheitlich, demokratische Grundordnung in Gefahr bringt, agiert Grundgesetzwidrig – Es ist also der Gesetzgeber gefragt dieses zu unterbinden – notfalls mit Zerschlagung oder Verstaatlichung, wenn die Phantasie für mehr nicht ausreicht.

      • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 18:29 - Permalink

        Das ist doch Quatsch, dass die Banken bzw. die Banker die Bösen sind. Der Gesetzgeber gibt den Handlungsrahmen vor in dem diese agieren können.

        Ach so?
        Also ist alles, was nicht verboten ist, automatisch erlaubt?
        Ok, so kann man es zwar sehen, aber deswegen ist es noch lange nicht richtig.

        Es ist also der Gesetzgeber gefragt dieses zu unterbinden – notfalls mit Zerschlagung oder Verstaatlichung, wenn die Phantasie für mehr nicht ausreicht.

        Mir ist jedesmal rätselhaft, warum ständig “der Gesetzgeber” herhalten muss, wenn es um irgendwelche krummen Geschäfte geht.
        Wir haben sogar Gesetze dafür, ab wann ein Kartoffelsalat “Kartoffelsalat” genannt werden darf und wann nicht. In Deutschland quellen uns die Gesetze zum A…. heraus…. das ist doch garnicht das Problem. Alle gesetze auf DIN A4 ausgedruckt, könnten wir wahrscheinlich unsere Kugel doppellagig tapezieren.

        Nein, an Gesetzen mangelt es nicht, aber an deren konsequenter Durchsetzung.
        Und was die Banken betrifft…selbstverständlich sind sie Schuld an dem Ganzen. Wer sonst hat denn in unverantwortlicher Weise über Jahre die Kohle verzockt? Wer hat denn diese Zinseszinseszinseszins-Blase überhaupt entworfen? Dieses Fantasiemodell von Gelderschaffung ohne dafür eine Leistung zu erbringen? Der Gesetzgeber? Nein! Das waren schon die ganzen asozialen, auf die heute mit Fug und Recht gedeutet wird. Aktienspekulanten, Fondmanager, Banker, Finanzanalysten, und wie auch immer sie sich sonst noch gerne nennen.
        DIE haben die Geschäfte gemacht, von denen sie wussten, dass es riskant ist
        DIE haben die Knöpfe selber gedrückt, und nicht auf Anweisung
        DIE haben die Blase ganz gezielt forciert
        DIE wussten ganz genau, was sie tun und haben gut daran verdient

        Zu behaupten, der Gesetzgeber wäre schuld…das ist absurd und naiv.

        • Stefan K. schrieb am 20. August 2010 at 18:42 - Permalink

          das ist absurd und naiv

          Schreiben Sie bitte wenigstens meiner Meinung nach…

          Jede Unternehmung, ob nun ein Imbiß in einer Lage mit wenig Laufkundschaft oder riskante Papiere, ist eine Wette auf die Zukunft. Kann ich andere davon überzeugen in diese Zukunft zu investieren, dann benötige ich weniger Eigenkapital, usw…

          Die Politik hat den Rahmen zu setzen, ab wann diese Unternehmungen zu intransparent und zu riskant für die gesamte Gesellschaft sind.
          Die neoliberale Ideologie hat eben auch nicht vor den politischen Köpfen haltgemacht – und diese sind demzufolge zurechtzurücken.

          • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 19:57 - Permalink

            Jede Unternehmung, ob nun ein Imbiß in einer Lage mit wenig Laufkundschaft oder riskante Papiere, ist eine Wette auf die Zukunft.

            Da gruselt es mich gerade…wer unser Leben auf solch dünne theoretischen Grundsätze herabstuft….naja naja…
            Wette auf die Zukunft? Ich Wette nicht. Ich spiele nichtmal Lotto. Ich halte mich lieber an die Realität und fahre damit bisher recht gut.
            Auch habe ich des öfteren festgestellt, dass das Leben sogar besser funktioniert, ohne dass das Gesetz eingreift. Jeder, der seinem Nachbarn ab und an mal zur Hand geht, weiss das.

            und zu dem hier…

            Schreiben Sie bitte wenigstens meiner Meinung nach…

            Was hab ich falsch gemacht, dass Du nicht gesehen hast, dass eben genau das meine Meinung ist????

            • Stefan K. schrieb am 21. August 2010 at 14:34 - Permalink

              Was hab ich falsch gemacht

              Du hast die Metabotschaft nicht verstanden;).

              Wie auch immer, Du wettest mit jedem Wochenendeinkauf auf die Zukunft. Nähmlich auf jene Deiner weiteren Existenz.
              Na klar, wird man sich dessen im täglichen Leben nicht gewahr, denn es wäre äußerst mühsam jede Handlung zu reflektieren und zu hinterfragen, aber die Wirtschaft basiert auf Theoremen – die nicht funktionierenden und zum Dogma gewordenen gehören eben auf den Prüfstand.
              In der Physik z.B. gilt jedes Gesetz, welches widerlegt wurde als ad absurdum geführt und muss neu gedacht werden, in der Politik geht es, wie mir scheint, zur Zeit nur darum, den eingeschlagenen Weg bis zum bitteren Ende zu gehen, um Stärke zu zeigen, auch falsche Entscheidungen bestätigt zu “wissen” und/oder Bündnisse nicht aufkündigen zu müssen.

        • Jason schrieb am 22. August 2010 at 05:53 - Permalink

          Alleine was unter der Aera Fischer/Schröder an Deregulierungen des Finanzsektors gelaufen ist, war Einladung zum Betrug im großen Maßstab. Ein Großteil des Handels mit den “Verbriefungen” wäre davor verboten gewesen. Und die Regierungen seither haben als einzige Maßnahme seither wieder den Leerverkauf verboten.
          Es ist also sehr wohl die deutsche Politik mit schuld an der Entwicklung.

    35. DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 17:07 - Permalink

      Geld entsteht aus Eigentum und soll wieder Eigentum werden.
      Damit kann es nicht nur einfaches Tauschmittel sein – es ist Wertersatz.

      Dazwischen steht die Bank! Wenn wir keine Banken hätten wäre es wie du es schreibst. Ich kann aus Tannenzapfen was schönes basteln und biete das zum Tausch an. ein Eigentum kann ich frei tauschen…
      Aber Tauschittel ist Geld und Geld darf und kann nur die Bank in den Wirtschaftsraum geben. Und sie tut es indem sie Kredite vergibt.

      Was willst Du als einer, der selbst kein Eigentum hat, tauschen?
      Du hast dann nur Dich – und kannst Dich verkaufen…

      Wie gesagt Geld ist Tauschmittel und das kann ich trotz höchster Begabungt nicht selbst herstellen. Auch wenn ich es könnte, selbst wenn ich es aus Luft zaubern könnte, würde es ich ins Gefängnis bringen ;)

      Nennt man dann Lohn.^^

      Man kann nur Lohn zahlen, wenn man Geld zur Verfügung hat und Geld gibt es nur (!!) wenn es Schulden gibt.

      Wenn ich mich verschulde und dir von dem Geld ein Auto abkaufe, hast du schuldfreies Geld (kannst machen damit was du willst) und ich ein Auto und Schulden! Diese Schulden muss ich wieder los werden, dafür brauch ich wieder Geld.

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 17:25 - Permalink

        @DocSnyder

        Ich stelle mich jetzt nicht auf den Kopf, daß mir Dein Geschriebenes nachvollziehbarer wird.
        Lieber stelle ich noch einmal das Geschriebene vom Kopf auf die Füße.

        Menschen arbeiten um sich zu reproduzieren.
        Reproduktion ist mindestens (!) Ernährung und Vermehrung.

        Er arbeitet nicht um mehr Geld zu bekommen – das machen nur wir im Kapitalismus, weil das die hier einzig verbliebene Möglichkeit ist, Mittel zu besorgen um sich zu reproduzieren.

        Sich ernähren und vermehren, also leben, wollte der Mensch/die Menschen vorher und will auch später – so lange eben dieses Säugetier Mensch auf dieser Erde ist.

        Dazu braucht er nicht wirklich Geld – damit hast Du recht.

        Er ‘braucht’ aber ganz sicher auch nicht, daß da nur einige wenige Eigentum haben und sich damit ‘frei’ reproduzieren können – diese haben ihren Sozialismus/Kommunismus für sich längst.

        Ich hab einfach keine Lust mehr Eigentümer durchzufüttern, damit ich von dem/denen für mich vielleicht gönnerhaft übriggelassenen Brosamen existieren kann.

        Ich will auch leben und wünsche das für jeden anderen.

      • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 18:54 - Permalink

        Man kann nur Lohn zahlen, wenn man Geld zur Verfügung hat und Geld gibt es nur (!!) wenn es Schulden gibt.

        Ja, netter Spruch, aber völlig falsch.
        Zeigt mir aber doch, wie wirksam 50-60 Jahre kapitalistischer Erziehung doch sein kann.
        Hier ist nun wirklich ein Umdenken gefragt, was zugegebenermaßen schwer fällt, wenn man nur (wie antrainiert) auf den Begriff “Geld” fixiert ist.
        Lohn kann man für eine erbrachte Leistung erhalten. Es steht aber nicht in Stein gemeisselt, dass dies mit nem Euro zu geschehen hat. Es kann ebenso ein Apfel, wie eine Goldmünze sein. Die Aussage, dass es Geld nur gegen Schulden gibt, ist im Kern falsch. Es ist heute so, weil Banken dies so eingeführt haben. In der Natur der Sache liegt das aber nicht. Es wurde uns nur so antrainiert, beigebracht. Wir wurden über Jahrzehnte so dressiert. Das ist nunmal so…das kann man nicht ändern…und so weiter…

        Man kann das sehr wohl ändern. In der Schweiz wurde ein sehr erfolgreicher Versuch mit einer Regionalwährung von der Bankenlobby erst durch Gerichtsbeschluss gestoppt.
        In Deutschland gibt es viele Initiativen, eine regionale Währung einzuführen. Für mich, in Bayern z.B., der sogenannte “Chiemgauer”.
        Da baut nix auf Schulden, sondern einfach auf Gegenwerte auf und somit sind wir beim eigentlichen Sinn vom Geld. Ein fester Wert für Tauschgeschäfte.
        Zinsen erschaffen aber nunmal keinen Wert, also ist doch klar, dass das irgendwann in die Hose geht.
        Ein Apfel ist nunmal ein Apfel. Der ist vorhanden und für den kann ich etwas eintauschen. Das ganze virtuelle Zahlenwirrwar mit Zins und Zinseszinz, irgendwelchen Anleihen und trickreichen Fondsgeschäften…alles nur Hokus Pokus. Letzten Endes nur ein Illusion, die nicht satt macht.
        Alles fauler Zauber.

        • DocSnyder schrieb am 20. August 2010 at 21:04 - Permalink

          Ich habe den Ist Zustand beschrieben! Das es besser geht steht außer Frage.

    36. VoltaireJunior schrieb am 20. August 2010 at 17:36 - Permalink

      Wir leben in einer merkwürdigen Zeit. Wenn nicht wenige Linke gegen “Nazis” mobil machen, dann verlieren sie genauso regelmäßig den Verstand, wie manche Juden, vor allem eifrige Zionisten, die bei jedem unpassenden Anlaß eifernd gegen den Antisemitismus wie kleine und große Torquemadas polemisieren. Beim Autor weiß ich nicht, ob er links ist, Jude ist (kann ich mir allerdings nicht vorstellen) und wo politisch er überhaupt steht, aber offenbar hat er ein Konto bei der HRE und unser Spiegelfechter auch nicht alle so beisammen gehabt, wie man es ansonsten von ihm gewohnt ist. Würde er sonst wohl solch hahnebüchenen Unsinn auf seiner Seite publizieren? Oder dachte er sich schlau: Ich trau mich nicht, ich lass da mal einen anderen ans Thema. Gebranntes Kind scheut die feurigen FeministInnen? Oder wie? Keinen Mut mehr zum Widerspruch im eigenen Blog? Der Jens Berger, den ich kenne, hätte jedenfalls kaum so einen geballten Unsinn geschrieben, wie der Wolf Wetzel, da bin ich mir (noch) sicher.

      Das aufgeregte Jonglieren mit dem Thema Antisemitismus scheint daran zu liegen, daß man eben einen offenen Diskurs darüber als sehr heißes, um nicht zu sagen glühendes Eisen ansieht. Der ganze Teil, in dem es dem Autor um die Antisemitismusthematik geht, ist nichts als eine peinliche Rechtfertigung seines Ganz-bestimmt-nicht-Antisemit-sein-Wollens, dabei bedient genau seine klischeehafte Verbindung von Banken und Juden seinen eigenen, offenbar sehr tief sitzenden positiven Antisemitismus, der über den inneren Zensor als Philosemitismus in sein Bewußtsein dringt.

      Ihm fehlt natürlich jede Wissensgrundlage, um das Thema Banken, Wirtschaft, Ökonomie, Geschichte auch ganz nüchtern ohne den Antisemitismusaspekt zu beurteilen. Schließlich braucht er diesen ganz dringend, um Banken wie die HRE zu verteidigen. Tut er das, weil der Sohnemann von Frau Knobloch, das Finanzfrüchtchen Bernd Knobloch, dort im Vorstand ein großes Rad gedreht hat?
      Weder hat der Autor Ahnung von der Funktionsweise von Geldkreisläufen noch von Staatspolitik oder gar Ökonomie oder Geschichte. Dafür ist seine Moral einfach nur jämmerlich, wenn sie antisemitische Klischees bedienen muß, um sich Gehör zu verschaffen. Sein ganzer Artikel hat daher keinerlei Substanz, wohl aber eine Tendenz, und genau das finde ich interessant an diesem Geschreibsel. Es ist eine klare antisemitische Tendenz, die sich als Philosemitismus tarnt. Das ist die übelste Form des Antisemitismus!

      Warum konnte er nicht diesen ganzen Antisemitismusquatsch weglassen? War sein Thema jetzt Banken oder Juden? Oder geht nur Beides zusammen??? Will er uns wirklich weiß machen, daß ausgerechnet heutzutage Kritik an Banken gleich mit Antisemitismus gleichgesetzt wird? Jeder wird für sich allein hunderte von Netzseiten finden, in denen Banken in Grund und Boden kritisiert werden, ohne das das Thema Antisemitismus auch nur unterschwellig erscheint. Vielleicht weiß es ja der Autor nicht, aber wenn auch alle Bankiers dieser Welt Juden wären, so hieße das noch nicht, daß alle Juden Bankiers wären. Es soll sogar Bankiers in der Geschichte gegeben haben, die eine Großmacht finanziell in den Ruin treiben konnten, ohne Juden zu sein, und das beinahe mit den selben Mitteln, wie es heute geschieht. Mir fiele da z.B. der Schotte John Law ein oder noch früher die florentiner Bardi-Bank oder die jansenistischen Bankiers um Madame Pompadour. Alles keine Juden, aber in Bezug auf Bankenkräche, die ganz Europa in Mitleidenschaft zogen, aller erste Sahne! Und dann erst die korrupten Fugger oder Thurn und Taxis…

      Damit will ich sagen, daß Antisemitismus ein so komplexes Thema ist, daß es wohl kaum für solche Verkürzungen geeignet ist, die der Autor vornimmt. Sofern man es auf die Weltbankiers verkürzt, gelingen einem dann die übelsten Klischees. Zwei geradezu klassische Schriften fallen mir hierzu ein, eine ganz linke und eine ganz konservative. Marx schrieb in einer Schrift “Zur Judenfrage” sinngemäß, daß die Emanzipation des Juden seine Emanzipation vom Judentum wäre. Wollte der Autor also die Juden hier von ihrem Judentum, wie es Marx beschrieb, emanziperen? Oder wollte er wie Blüher einer “Secessio judaica” das Wort reden? Also einer Sezession der Juden vom Bankwesen, damit sie weiter dem Idealbild des Juden entsprechen, daß sich der philosemitische Autor gemacht hat?

      Fragen über Fragen! Was seine sonstigen Einlassungen jenseits dieses Themas betrifft, so lohnt, wie gesagt, eine Einlassung nicht, weil eben der Herr Wetzel keine Ahnung davon hat, davon aber sehr viel.

      • schwitzig schrieb am 20. August 2010 at 18:16 - Permalink

        [...]

        Du wolltest auch mal etwas sagen … ?!

        • DerFlaschengeist schrieb am 20. August 2010 at 19:01 - Permalink

          Habe mich auch gerade gefragt, was denn der Kern dieses ewiglangen Beitrages ist…bisher konnte ich ihn nicht finden…werd mir das Ganze also nochmal antun müssen…

          • VoltaireJunior schrieb am 21. August 2010 at 11:44 - Permalink

            Das nenne ich weise gehandelt!

        • VoltaireJunior schrieb am 21. August 2010 at 11:45 - Permalink

          Jawollll Schwitzig! Du auch? Schön, daß wir drüber geredet haben.

      • Carlos Manoso schrieb am 20. August 2010 at 20:00 - Permalink

        @VoltaireJunior

        Damit will ich sagen, daß Antisemitismus ein so komplexes Thema ist, daß es wohl kaum für solche Verkürzungen geeignet ist, die der Autor vornimmt. Sofern man es auf die Weltbankiers verkürzt, gelingen einem dann die übelsten Klischees. Zwei geradezu klassische Schriften fallen mir hierzu ein, eine ganz linke und eine ganz konservative. Marx schrieb in einer Schrift “Zur Judenfrage” sinngemäß, daß die Emanzipation des Juden seine Emanzipation vom Judentum wäre. Wollte der Autor also die Juden hier von ihrem Judentum, wie es Marx beschrieb, emanziperen? … Also einer Sezession der Juden vom Bankwesen, damit sie weiter dem Idealbild des Juden entsprechen, daß sich der philosemitische Autor gemacht hat?

        Von diesen Themen hast du ganz offensichtlich noch nicht viel verstanden, eigentlich nichts. Marx beschreibt doch gerade in seiner Schrift „Zur Judenfrage“, dasss die politische Emanzipation des religiösen Menschen (Katholiken, Juden , Protestanten, Moslems etc.), in der Aufspaltung des Menschen in den religiösen Menschen UND in den Staatsbürger besteht. Also gerade NICHT in der Emanzipation vom Katholizismus, Judentum, Protestantismus oder Islam!

        Nochmal ganz langsam: Ein Protestant emanzipiert sich politisch, in dem er sich aufspaltet in den Staatsbürger und den Protestanten in sich. Ein Jude emanzipiert sich, indem er sich aufspaltet in den Staatsbürger und in den Juden in sich. Das heißt: Beide haben verschiedene religiöse Bekenntnisse, werden aber zu gleichen Staatsbürgern mit gleichen Rechten und Pflichten. Sie können aber nur gleiche Staatsbürger werden, wenn es keinen christlichen, jüdischen etc.Staat mehr gibt, sondern einen religiös/weltanschaulich neutralen Staat gibt! Diesen religiös neutralen Staat bezeichnet Karl Marx als „demokratischen“ Staat, den weltanschaulich nicht neutralen „christlichen“ Staat einfach nur als „Nichtstaat“. Nur im religiös neutralen demokratischen Staat koexistieren freie und gleiche Staatsbürger einerseits und freie und ungleiche religiöse Bekenntnisse (Katholizismus, Judentum, Protestantismus, Islam) andererseits. Das sind Basics.

        Extreme Minderheiten in den religiösen Bekenntnissen haben diesen aufklärerischen Gedanken der politischen Emanzipation nie akzeptieren können. Im Judentum war die zionistische Strömung fanatisch anti-aufklärerisch. Die Zionisten verstanden –interessanterweise- die politische Emanzipation exakt so, wie du sie fälschlicherweise Karl Marx unterstellst, „daß die Emanzipation des Juden seine Emanzipation vom Judentum wäre“. Du unterstellst Karl Marx, dass er ein Zionist war! Ein groteskeres Missverständnis ist kaum vorstellbar. Unglaublich!

        Das hieße ja, dass die politische Emanzipation der Katholiken darin bestünde, sich vom Katholizismus zu emanzipieren, nicht mehr Katholiken sein dürfen! Das glauben nur extremste Reaktionäre, Faschisten a la Franco! Entweder gäbe es dann nur einen atheistischen Staat nur für Atheisten oder einen “christlichen” Staat nur für “Christen”, einen faschistischen Staat nur für Faschisten, einen Nazi-Staat nur für Nazis! Die Zionisten hatte genau diese geistige Sperre: Sie glaubten tatsächlich paranoid, dass die politische Emanzipation der in Europa lebenden Juden direkt zur Zerstörung des Judentums führt. Deshalb lehnten die Zionisten die politische Emanzipation der Juden prinzipiell ab, während das liberale Judentum die politische Emanzipation, das Programm der Aufklärung um so radikaler forderte und sich z.B. in den sozialistischen Bewegungen führend engagierte.

        Als politische Lösung schlugen die Zionisten zu Beginn des 20. Jhdts. die damals mehr als irre erscheinende groteske Lösung vor, dass die europäischen Juden “das Judentum” nur bewahren können, indem sie sich absondern in einen eigenen Staat Palästina, der ja nichts anderes als ein großes Ghetto sein könnte. Dieser neue zionistische Staat konnte kein religiös-weltanschaulich neutraler Staat sein, weil dieser Gedanke den Zionisten völlig fremd war. Weil der Staat nicht weltanschaulich neutral sein sollte, konnte ihr neuer Staat auch nur ein dem äußeren Anschein nach ein demokratischer Staat sein.

        • VoltaireJunior schrieb am 21. August 2010 at 11:43 - Permalink

          Offenbar hast Du die Schrift von Marx gar nicht gelesen. Wiki reicht halt nicht immer. Also erst mal ran an die Lektüre und dann kannst Du den Leuten erklären, was sie alles nicht verstanden haben.

          • Carlos Manoso schrieb am 21. August 2010 at 13:27 - Permalink

            @VoltaireJunior

            Offenbar hast Du die Schrift von Marx gar nicht gelesen. Wiki reicht halt nicht immer. Also erst mal ran an die Lektüre und dann kannst Du den Leuten erklären, was sie alles nicht verstanden haben.

            Sieh an, da wimmert ja einer dieser krumm verzogenen pickligen Schnösel um Gnade.

            Voltaire kann es nicht mehr wissen, aber wir wissen, daß Marx in seinem Werk die Schrift des Philosophen Bruno Bauer »Die Judenfrage« kritisiert. Marx beschreibt nun also den Bauer-Standpunkt: „Wie also löst Bauer die Judenfrage? (…) Die Emanzipation von der Religion wird als Bedingung gestellt , sowohl an den Juden, der politisch emanzipiert sein will, als an den Staat, der emanzipieren und selbst emanzipiert sein soll.“
            http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm

            Alles klaro? Null kapiert und um so exaltierter deklamiert ein verzogener pickliger Schnösel wild drauflos: „Marx schrieb in einer Schrift “Zur Judenfrage” sinngemäß, daß die Emanzipation des Juden seine Emanzipation vom Judentum wäre.“

            Hand aufs Herz, mein verehrtester VoltaireJunior: Wie kommen verzogene picklige Schnösel in derart wirre Zustände, dass sie solch verblödetes Zeugs blubbern können? Weiß du eventuell überhaupt nichts von dem, was du halluzinierst, lügst du mit dem teuflischem Grinsen des Zionisten ganz bewusst oder ist es einfach nur alles beides? Gerührt oder geschüttelt?

            • VoltaireJunior schrieb am 23. August 2010 at 21:42 - Permalink

              @ Carlos Manoso

              “verzogener pickliger Schnösel” – Sag doch gleich Judenlümmel, dann wissen hier gleich alle, welch Geistes Kind Du bist. Linke Antisemiten schießen ja gerade wie Pilze aus dem Boden.

              Trotzdem: Du brauchst bei Deinem Link einfach nur bis ganz nach unten scrollen. Da steht die Quintessenz, und auf die habe ich mich bezogen. Marx geht da sogar noch weiter, als ich es hier sinngemäß angedeutet habe. Kann mir eigentlich kaum vorstellen, daß Du zu blöd bist, zu verstehen, worauf Marx hinauswollte. Wer hier also bewußt lügt und täuscht, davon kann sich ja jeder selbst ein Bild machen, indem er einfach Deinem Link folgt und die Schrift liest. Auch wenn Du sicher darauf spekullierst, daß das niemand tut.

    37. Alexander Dill schrieb am 20. August 2010 at 17:57 - Permalink

      Guten Abend Herr Wetzel,

      auch mir ging es Neuling bei meinem ersten Buch “Der grosse Raubzug” (Finanzbuchverlag 2009) so, dass ich vieles für bare Münze nahm und die Aufklärung im Wechselspiel von Politik und (Landes) Banken suchte. Das System (bzw. das nicht existente System “Wirtschaft”) umging ich mit der Identifikation der Verantwortlichen für die SoFFin Garantien.
      Erst in meinem zweiten Buch “Täuschwirtschaft” (Finanzbuchverlag 2010) begann ich, Wirtschaft grundsätzlicher in Frage zu stellen.
      Übrigens, Herr Wetzel, waren Sie einmal an der FU Berlin?
      Heute muss ich wieder neu anfangen, weil ich keine Antwort auf die Frage finde, warum es keine Krise gibt.
      Das Ausbleiben der Krise ist zumindest in Deutschland das grosse Rätsel, nicht ihr vermeintlicher Eintritt.
      An einer Debatte darüber nehme ich gerne Teil

      Bester Gruss Ihres Alexander Dill
      http://www.philosophieundwirtschaft.de

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 18:09 - Permalink

        Warum sollte es keine Krise geben?
        Weil sich die positiven Wirtschaftsdaten ‘überschlagen’?

        Wie müßte diese Krise denn so aussehen?

        Bitte um Aufklärung – Danke.

    38. Tomsbikecorner.de schrieb am 20. August 2010 at 18:49 - Permalink

      Mir gehts mittlerweile so, das mich diese Themen nicht mehr interessieren. Gemacht wird eh nichts und wenn man einen Kopf des Drachens abschlägt kommen zwei neue nach. Unser System ist auf Profit und Gier ausgerichtet und deswegen wird es immer Krisen – oder wie man es nennen mag – geben. Da man nichts daran ändern kann, ignoriere ich es lieber gleich.

      • Cobra Liberaleusis schrieb am 25. August 2010 at 16:35 - Permalink

        @Tomsbikecorner

        Wenn ich der Ansicht bin dass ich “…etwas nicht ändern kann…” dann lasse ich andere nicht an dieser meiner Geisteshaltung und/oder an meinem Gemütszustand teilhaben. Ich ziehe mich stattdessen wortlos zurück.

        Sonst haben wir am Ende noch mehr von der Spezies, die “…nichts ändern können…”

        Nimm mir das bitte jetzt nicht krumm, aber was anderes fällt mir dazu nicht ein.

    39. Alexander Dill schrieb am 20. August 2010 at 18:51 - Permalink

      @at: Wie eine echte Krise aussehen müsste?
      Massenarbeitslosigkeit, Krieg, Gewalt, Hunger, Grosspleiten, Benzinmangel, Stromausfall, Krankenhäuser schliessen.
      Ein Rückgang eines künstlich hochgerechneten BIP um ein paar Punkte ist noch keine Krise.
      Zum Glück!

      • Wat. schrieb am 20. August 2010 at 19:03 - Permalink

        @Alexander Dill

        @at: Wie eine echte Krise aussehen müsste?
        Massenarbeitslosigkeit, Krieg, Gewalt, Hunger, Grosspleiten, Benzinmangel, Stromausfall, Krankenhäuser schliessen.

        Massenarbeitslosigkeit – haben wir nicht *augenreib*
        Krieg – Afghanistan, Irak… muß der erst wieder ‘nach Hause’ kommen *frag*

        Großpleiten, Benzinmangel, Stromausfall, geschlossene Krankenhäuser (mal zusammengefaßt) – die Großpleiten haben sich vorerst einen Retter gesucht – uns!
        Die kleinen Großen (national aufgestellte Firmen, bibbern sehr wohl und lassen kurzarbeiten)
        Da ‘wir’ aber nicht ewig zahlen können, einstweilen noch die Nutznießer all dieser Katastrophenfälle woanders sind, bitte ich nur um etwas ‘Geduld’.

        Btw. Kapital ist international, das sucht sich nicht nur ein einziges Land, es sucht sich nach und nach die ‘Schwächsten’.
        Die Gelddruckmaschine wird das nicht ewig hier aufhalten.

        ca. 650 Billionen suchen sich ‘Werte’, schrieb hier letztens ein Poster, es gibt aber auf der ganzen Welt nur ca. 55 Billionen.
        Es ist also nur eine Frage der Zeit.

        Das wir hier heute überhaupt über so etwas reden, zu diskutieren versuchen, ist die (berechtigte) Angst, daß es knallt – wann, keine Ahnung – daß, 100 pro.

      • Carlos Manoso schrieb am 20. August 2010 at 21:16 - Permalink

        @Alexander Dill

        Wie eine echte Krise aussehen müsste?
        Massenarbeitslosigkeit, Krieg, Gewalt, Hunger, Grosspleiten, Benzinmangel, Stromausfall, Krankenhäuser schliessen.
        Ein Rückgang eines künstlich hochgerechneten BIP um ein paar Punkte ist noch keine Krise.
        Zum Glück!

        Ja, eine Krise ist das nicht! Es sind nur erste aufkommende Windböen. Wir wissen, wie es aussieht, wenn ein schweres Unwitter aufzieht.

        Ein paar Anzeichen: Bezogen auf den Immobilienbereich mussten US-Banken nur 2009 Abschreibungen von USD 31 Milliarden einbuchen. Der Niedergang der US-Wirtschaft verbreitert sich inzwischen auf alle Wirtschaftssektoren und beschleunigt sich zunehmend. Wenn die Geschwindigkeit weiter anhält, werden die US-Banken 2010 allein im Immobilienbereich weit mehr die schon heftige Summe des Vorjahres abschreiben. Die notleidenen Immobilienkredite werden weiter exponentiell zunehmen, weil die Arbeitslosigkeit wegen des implodierenden Dienstleistungssektors explodiert. Eines wird sichtbar: Es baut sich in den USA eine zweite KO-Welle auf, die könnte die US-Wirtschaft und die mit ihr verbunden Ökonomien wie ein tödlicher Komet treffen, ganz plötzlich wie der erste Blitz aus einer dunkler werdenden Wolke.

        Bis es soweit ist, wird der US-Zentralstaat weiterhin gezwungen, mit immer höheren Dollarbeträgen die schwankenden Banken zu stützen. Millionen notleidende Immobilien fallen in die Hände der US-Banker. Die Banken werfen sie als Sicherheiten dem US-Zentralstaat zu gegen milliardenschwere Dollarpakete. Die Ströme der Dollars für die „Rettung“ der Banken „leiht“ sich der US-Zentralstaat bei der US-Notenbank FED, der Quelle der Quellen. Immer mehr Assets Amerikas werden so dem US-Zentralstaat übereignet. Und der US-Zentralstaat geht immer schneller über ins Eigentum der US-Notenbank FED. Und die US-Notenbank FED gehört wem?

        In diesem rasenden Treibsand muß sich die US-Notenbank FED im Netzwerk aller internationalen Notenbanken „refinanzieren“. Zugleich müssen sich auch die Notenbanken der von der US-Finanzindustrie kontrollierten Länder „refinanzieren“, um es nebulös zu sagen. Am Horizont scheint die kommende Kernschmelze auf. In dieser Kernschmelze verschmilzt das Netzwerk der Notenbanken&Währungen zur Neuen Ordnung, zur „Einheit“. Wer hat die Kontrolle über die Neue Ordnung. Die Eigner der FED?

        Nicht zum Netzwerk gehören heute die Notenbanken Kubas, des Iran, Nordkoreas, vielleicht Chinas und Russlands. Sie haben nun die letzte Chance, nicht vom schwarzen Loch verschluckt zu werden.

    40. GaaraSama schrieb am 20. August 2010 at 20:04 - Permalink

      Die Kommentare hier sind ganz schön informativ. Die Sache mit dem Mefo/Öffa-Wechsel war mir z.B. überhaupt nicht bekannt. Dabei wurde mir vier Jahre lang deutsche Geschichte von Weimarer Repuplik bis Ende WKII eingetrichtert. Nun mal zum Topic.

      Also erstens erschreckt mich irgendwie die Anzahl des Wortes “Antisemitismus” in diesem Gastbeitrag. Ist die Anzahl der Personen in diesem Land so hoch, die “antisemitische Verschwörungstheorien” haben? Keine Ahnung, vielleicht ist das ein Phänomen bestimmter Altersgruppen, aber in meinem Bekanntenkreis (Baujahr 1980-85) fällt mir irgendwie niemand ein, der diese beiden Themen verbindet. Klar, spricht natürlich nicht für alle, schliesslich sucht sich der Mensch ja meist Gleichgesinnte.

      @Wat#34 beschreibt eigentlich ganz gut auch meine Auffassung zu den Problemen der heutigen Zeit. Viele Menschen haben sich mit Geld eine Art kleines Götzenbild geschaffen und treffen für sich und die Gesellschaft die falschen Entscheidungen. Um ehrlich zu sein habe ich eigentlich keine Lust auf die Diskussion ob linke, rechte oder bürgerliche (was auch immer das sein soll) Politik die Leitlinie sein sollte. Wie wäre es einfach mal mit sinnvoll und richtig.

      Ich weiss, das klingt sehr platt, aber ich verstehe einfach nicht wie sich viele als rational bezeichnen und es oft als alternativlos ansehen. Egal ob Umwelt, Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung, Lebensmittel, Kleidung, Infrastruktur, Medizin und was weiss ich. Mir kommt es so vor als würden 90% der Entscheidungen darauf hinaus laufen wie man mehr Profit in all diesen Bereichen rausholt und damit meine ich den monetären und nicht gesellschaftlichen.

      Da wird es auch nicht helfen, dass wir anfangen in Deutschland die finanziellen Mittel auf mehr Menschen zu verteilen. Es würde Probleme aufschieben aber nicht beseitigen. Wir machen uns Sorgen, dass uns das Öl ausgeht, dabei vergessen wir, dass wahrscheinlich eher früher Trinkwasser ein Problem werden könnte. Es soll mir bitte keiner kommen mit Meerwasserentsalzung (mit welcher Methode auch immer). Wenn dies so günstig und einfach wäre, dann hätten nicht heute schon soviele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

      Ich weiss, dies ist nur ein Beispiel, aber es gibt sehr viele Bereiche wo ich nicht verstehen kann, dass wir uns so irrational verhalten. Wir provozieren gerade zu Bürgerkriege, indem wir eine Art moderne Sklaverei in 3. Welt Ländern betreiben und es noch als rühmlich ansehen, dass wir Arbeisplätze schaffen. Das einigt uns langsam (natürlich noch eine weite Distanz, aber die Richtung ist ähnlich), dass Arbeitsplätze entstehen aber die Qualität, Sinnhaftigkeit, Entlohnung immer mehr in den Hintergrund geraten. Egal welche Ressourcen es auch sein mögen, ob nun die Arbeitskraft der Menschen in Produktion oder Dienstleistung oder auch natürlich vorhandene. Ich glaube manche meinen man kann die Regeln der Logik und resultierender Konsequenzen ausmerzen wenn man einfach genügend Geld danach wirft.

    41. unschuldvomland schrieb am 20. August 2010 at 23:00 - Permalink

      zuerst bin ich sehr positiv überrascht über den konstruktiven Verlauf der Kommentare. Ich habe vieles gelernt.
      Mir erscheint – übergangsweise – folgende Programmatik erforderlich:
      Bildung von Netzwerken, einer Partei oder vielleicht nur einer einzigen Initiative:
      Ziel: Ergänzung des Grundgesetzes (mit bindender Wirkung für alle völkerrechtlichen Verträge der BRD) z.B. Artikel 20 Absatz 5 (neu). Vielleicht so:
      Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland sowie die Finanzaufsicht, integraler Bestandteil der verfassungsmäßigen Ordnung der BRD und ausschließlich verpflichtet die in diesem Grundgesetz in Art. 1 bis 20 unveräußerlich niedergelegten Grundsätze zu wahren. Die Deutsche Bundesbank untersteht direkt einem dauerhaft eingerichteten, öffentlich tagendem Ausschuss des Deutschen Bundestages. Der Vorstand wird mit Mehrheit der Mitglieder des Bundestags für die Dauer einer Legislaturperiode ernannt, Art. 39 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend. Beschlüsse des Vorstandes können durch Beschluss des Bundestages aufgehoben werden. Der Vorstand ist seinerseits befugt, Beschlüsse oder Gesetze des Bundestages dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorzulegen.

      Im Unterschied die vermutlich allen bekannten bisherigen Aufgaben der Bundesbank:
      http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bbankg/gesamt.pdf
      Auszugsweise Art . 3:
      Die Deutsche Bundesbank ist als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland integraler
      Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken. Sie wirkt an der Erfüllung
      seiner Aufgaben mit dem vorrangigen Ziel mit, die Preisstabilität zu gewährleisten,
      hält und verwaltet die Währungsreserven der Bundesrepublik Deutschland, sorgt für die
      bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland und trägt zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei. Sie nimmt darüber hinaus die ihr
      nach diesem Gesetz oder anderen Rechtsvorschriften übertragenen Aufgaben wahr.

      Wie gesagt, ein allenfalls übergangsweiser Versuch, aber allemal besser als resigniert auf der Couch zu versinken.

    42. elwu schrieb am 21. August 2010 at 00:28 - Permalink

      Der Antisemitismus an der Sache ist IMO nachrangig. Und was ausgerechnet ein ferngesteuertes Instrument der Finanzindustrie namens Steinbrück äußert, ist für mich sogar irrelevant.

      Was zählt ist, dass den ganzen Schmonzens die ‘average people’ finanzieren. Und dass man in einer Demokratie wie unserer nichts wirksames und legales gegen all den Irrsinn machen kann. Oder kann man?

      /elwu,

      demonstrieren gegen S21 ist weniger intellektuell anspruchsvoll, aber lebensnäher – wer macht noch mit?

      • DerFlaschengeist schrieb am 21. August 2010 at 06:54 - Permalink

        Und dass man in einer Demokratie wie unserer nichts wirksames und legales gegen all den Irrsinn machen kann. Oder kann man?

        Jeps, das geht. Obwohl ich täglich im I-Net unterwegs bin, so treff ich immernoch sehr häufig auf private Initiativen, die durchaus bemerkenswert sind. Dabei spielt der Bereich eigentlich keine Rolle. Seien es politische Blogs, in denen informiert wird, Initiativen zu regionaler Stromversorgung auf privater Basis, Initiativen zum Eigenanbau von gesunden Lebensmitteln und, wie schon erwähnt, die einführung eigener regionalen Währungen…die Liste lässt sich sicherlich fortsetzen. Der Punkt ist aber, dass es in der Bevölkerung viel mehr Bewusstsein um die Probleme unseres Landes gibt, als offensichtlich wäre. Vielmehr gährt es unter der Oberfläche und viele Menschen haben angefangen, sich selber zu helfen. Mir ist das nur zu verständlich, denn sich auf die Politiker zu verlassen heisst, tatenlos auf den Untergang zu warten.
        Jeder stelle sich doch einfach mal selbst die Frage: warum gibt es denn Seiten, wie NDS, Abgeordnetenwatch, Lobbycontrol, oder Foodwatch? (um nur einige wenige zu nennen).
        Das sind keine Aktionen, die von der Politik beschlossen und umgesetzt wurden. All das sind ursprünglich private Initiativen, mit dem Ziel, unser aller Leben zu verbessern. Da sind Leute einfach hergegangen und haben gesagt: Mir reichts, da muss etwas passieren. Nun, mit erfolg, möchte ich meinen, denn es passiert ja ganz langsam etwas.
        Nun kann nicht jeder einfach mal so eine riesen Plattform, wie z.B. Abgeordnetenwatch aus der Tonne treten, aber trotzdem kann jeder etwas tun. Links zu Berichten an Freunde und Bekannte zu verschicken, ist ja nun wirklich kein Hexenwerk mehr. Es kann aber doch zum Umdenken führen, damit eben nicht 2013 wieder die üblichen Verdächtigen nur aus Gewohneit heraus gewählt werden (mich schockiert ja immernoch, das auch heute noch ca 60% SPD und CDU wählen würden.Meinungsumfrage, Morgenmagazin von heute Morgen). Auch die Teilnahme und Unterstützung von regionalen alternativen Initiativen hilft. Ok, es braucht vielleicht mal 10 Minuten google Recherche, da mangels Bekanntheitsgrad diese oft schwer zu finden sind…aber es gibt sie.

        In diesem Sinne….

      • DerFlaschengeist schrieb am 21. August 2010 at 07:08 - Permalink

        demonstrieren gegen S21 ist weniger intellektuell anspruchsvoll, aber lebensnäher – wer macht noch mit?

        Hab ich ja im ersten run völlig überlesen…
        Im geiste bin ich dabei, physikalisch aber zu weit weg von Stuttgart :D
        Auch kenne ich sicherlich nicht alle Details, aber es gibt die üblichen anzeichen, die mich skeptisch werden lassen. Es wird nicht argumentiert, welchen immensen nutzen der Ausbau haben wird…also gibt es scheinbar keinen. Dafür wird aber mal wieder alles mögliche geheim gehalten, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es mal wieder nur ums geld geht. Mein eindruck ist, dass das Projekt auf biegen und brechen durchgepeitscht werden soll, damit sich, wer auch immer die Taschen füllen kann. Mit wirtschaftlichem nutzen für die Allgemeinheit hat das wenig zu tun. Sollte dies anders sein, so kann, oder will man das scheinbar von öffentlicher Seite nicht vermitteln.
        Imo ein Milliardengrab, das sich nicht rechnet. Gutachten, die dies bestätigen, gibts ja ebenfalls.

        • unschland schrieb am 21. August 2010 at 19:00 - Permalink

          rhein-main-donau-kanal ick hör dir trappsen,
          überall blühende landschaften hierzuschland

    43. LAM schrieb am 21. August 2010 at 08:51 - Permalink

      Wenn jemand das neue Buch von Joseph Huber “Monetäre Monetarisierung”
      noch nicht hat: unbedingt besorgen. Ein vergleichsweise dünnes Buch, es wird klar dabei, wie wir mit Vollgeld die Kontrolle über das Geldsystem wiedergewinnen können und dabei unsere Staatsschulden auch gleich noch loswerden.

      Muss gelesen und umgesetz werden, wenn wir in 20 Jahren noch eine Demokratie haben wollen, die den Namen verdient.

    44. Cobra Liberaleusis schrieb am 21. August 2010 at 09:23 - Permalink

      In meiner Eigenschaft als Bankenopfer trage ich seit 1992 alles zusammen was sich im Netz über HVB und HRE finden lässt.

      Ich habe deshalb die folgende Diskussion im Forum von Radio-Utopie gebookmarkt, welche ich der Gemeinde nicht vorenthalten möchte.

      Was hier zu lesen ist stellt lediglich einen Aspekt der Bankenkriminalität dar – die Auswirkungen einer “Bankenrettung” auf den wehrlosen Bürger der ohne zuvor gefragt zu werden in in die Haftung genommen wird.

      Der echte Krimi spielte sich jedoch bereits im Vorfeld ab, eindrucksvoll dargestellt in der ARD-Dokumentation “Die Immobilienfalle” von Michael Holthus und Hans-Michael Kassel.

      Durch den geänderten Rundfunkstaatsvertrag ist das Video-Material heute im Netz nicht mehr verfügbbar, was ich sehr bedaure, die damaligen Akteure der Bank jedoch sehr erleichtert sein dürften. (Wer Interesse an der Video-Aufzeichnung hat, möge sich bei mir melden.)

      Eine sehr gute Zusammenfasung der historischen Vorgänge in der Hypo Vereinsbank bis zu HRE ist hier zu finden.

      http://www.immobilien-zeitung.de/htm/news.php3?id=32691&rubrik=1

    45. Cobra Liberaleusis schrieb am 21. August 2010 at 09:51 - Permalink

      In meiner Eigenschaft als Bankenopfer trage ich seit 1992 alles zusammen was sich im Netz über HVB und HRE finden lässt.

      Ich habe deshalb die folgende Diskussion im Forum von Radio-Utopie gebookmarkt, welche ich der Gemeinde nicht vorenthalten möchte.

      Was hier zu lesen ist stellt lediglich einen Aspekt der Bankenkriminalität dar – die Auswirkungen einer “Bankenrettung” auf den wehrlosen Bürger der ohne zuvor gefragt zu werden in in die Haftung genommen wird.

      Der echte Krimi spielte sich jedoch bereits im Vorfeld ab, eindrucksvoll dargestellt in der ARD-Dokumentation “Die Immobilienfalle” von Michael Holthus und Hans-Michael Kassel.

      Durch den geänderten Rundfunkstaatsvertrag ist das Video-Material heute im Netz nicht mehr verfügbbar, was ich sehr bedaure, die damaligen Akteure der Bank jedoch sehr erleichtert sein dürften. (Wer Interesse an der Video-Aufzeichnung hat, möge sich bei mir melden.)

      Eine sehr gute Zusammenfassung der historischen Vorgänge in der Hypo Vereinsbank bis zur HRE ist hier zu finden.

    46. LAM schrieb am 21. August 2010 at 10:06 - Permalink

      Doc Snyder und Wat haben sehr gut beschrieben wie das Geldsystem – System funktioniert.
      Geld wird aus dem Nichts geschöpft gegen sie Stellung von dinglichen Sicherheiten bzw. Sachwerten.
      Die hierfür zu zahlenden Zinsen werden bei der Kreditvergabe nicht geschöpft.

      Von Dir Jens würde ich erwarten, dass du deiner Leserschaft einmal erklärst wie das Geldsystem deiner Meinung nach funktioniert.
      Du beschränkst dich bisher darauf, richtige Erklärungen als “Unfug” zu bezeichnen.

      Bitte widerlege sachlich drei Aussagen:
      1. Das Geldsystem ist kein Schneeballsystem.
      2. ca. 90 % allen Geldes wird von den Privatbanken geschöpft
      3. Zins und Zinseszinsen sind kein Instrument zur Umverteilung von arm zu reich

      Das abgebildetet Cover zum Artikel ist übrigens der modifizierte Buchumschlag von”Der Dollar Crash” von Ellen Hodgson Brown, dessen Lektüre ich sehr empfehlen kann.
      Weiterhin empfehle ich die Seite von Egon W. Kreutzer oder auch liebeangelamerkel.de.

    47. DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 12:33 - Permalink

      Der großartige Georg Schramm zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=MVRauiWsfB0&feature=related
      Ab 2:09 Min geht es richtig los. Göttlich!

      Nochmal zur Geldschöpfung: Egal wie kompliziert der Vorgang im Detail sein mag, ändert es nicht daran, das all unser Geld geliehen ist. Egal wer es lieh! Selbst wenn Geldschöpfung nur bei Vollmond erlaubt wäre, sind die Geldvermögen das Spiegelbild der Schulden. Beides gehört untrennbar zusammen. Kann jeder nachlesen auf http://www.bundesbank.de

      Schuldenabbau bedeutet folglich Geld vernichten, Schulden machen bedeutet die Geldmenge erhöhen.
      Ab dem ersten geschöpftem Zahlungsmittel sitzt man in der Schuldenfalle, weil Banken mehr Geld zurück verlangen, als sie überhaupt schöpften: der Zins.

      Jahrtausende war Zins nehmen verboten. Selbst bei dem Volk, dem Zins nehmen gestattet war, gab es die sogenannten Jubeljahre, die die exponentielle Dynamik des Zinses entschärfte.

      Andererseits ist der Zins ein Regulator, der sich aber leicht ersetzen lässt. Vgl: Wunder von Wörgl http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgl#Das_W.C3.B6rgler_Schwundgeld_.28Freigeld.29
      Das Experiment war höchst erfolgreich, bis die Staatsgewalt es untersagte. Ich finde diesen Weg sollte man weiter erforschen und testen.

      • Groo schrieb am 21. August 2010 at 19:15 - Permalink

        @DocSnyder

        Bei Schramm sind wir uns einig.
        Gut, dass wir ihn haben.

        Du outest dich als Debitist.
        Erstmal Dein gutes Recht.

        Allerdings bezieht sich die URSCHULD , wenn Du so willst, auf vorhandenen Besitz einerseits,
        und Versprechen von Leistung andererseits.

        Erkennst du die Asymmetrie?
        a) ist Produkt von Macht und Gewalt
        b) ist Versprechen + Risikoprämie.

        So nimmt das Geschehen seinen Lauf!

    48. Groo schrieb am 21. August 2010 at 12:54 - Permalink

      @Keynesianer,

      ich höre dich wohl.

      Allerdings versuche ich, die Fragestellung auf etwas Handhabbares zu reduzierern.

      Das mag letztlich falsch oder dubios sein.
      (jede Theorie geht solange zum Brunnen, bis sie bricht.)

      Meine These (nicht wirklich meine) ist die, dass das ‘Geldsystem’ erstmal ziemlich simpel angefangen hat:
      Macht, Besitz, Schuld, Risikoprämie.

      Die oft vertretene These, dass ‘Schuld’ und ‘Forderung’ sich immer zu NULL neutralisieren, ist mE falsch.
      Hinter der ‘Schuld’/'Forderung’ steht immer die Machtrelation.

      Historisch entsteht die ‘Schuld’ eben durch eine Machtrelation.
      Ich glaube, da bin ich nichtmal mit Heinsohn im Widerspruch.

      Das Interessante ist die Höhe des Zinses, und wer sie einfordert!

      Ganz abstrakt solte der Zins einfach der Preis des Risikos sein.
      Was aber allgemein nicht der Fall ist (think Columbus/Königin von Spanien), weil dafür eine Metrik fehlt.

      Das ‘Risiko’ ist einerseits eine kulturelle Norm, andererseits eine Forderung, d.h., es ist reflexiv!.
      Ein anderer Aspekt ist der ‘Wert’, und seine Beständigkeit über 20-50Jahre.

      Ich muss mir hier wiederholt anhören, dass ich unverständlich bin, also halte ich mich zurück.
      Sehe ich auch irgendwie ein.
      Längliche Theorien des ‘Werts’ –von wem– –für wen– haben hier keinen Platz.

      Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es keine Geldtheorie ohne eine Werttheorie geben kann. Zumindest keine, die ich ernst nehmen kann.

      Die Marxsche Werttheorie ist überholt.
      Sie ist –vorsichtig gesagt– subsumierbar unter ‘basic needs’, und hat zB mit dem Kauf von van Goghs für 100Mio wenig zu tun.

      Genau da steckt das ‘Geheimnis’, das keines ist.

      • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 14:24 - Permalink

        Hallo Groo,

        ich finde gerade nicht, dass Du die Fragestellung auf etwas Handhabbares reduzierst. Das machen in der Regel die Keynesianer. Wir wollen also gar nicht wissen, was das Geld an und für sich ist, wir brauchen weder eine längliche Geldtheorie, noch gar eine Werttheorie.

        Auch die Theorien von Heinsohn und Dottore sind dem Keynesianer schon überflüssig. Was also die Schuld begründet und wie die Machtfrage sich dabei verhält. Das sind alles so philosophische Fragestellungen, mit denen man die Geldpolitik nicht betreiben kann.

        Geldpolitik heißt einfach, dass mit einer restriktiven Kreditvergabe (in der Regel hohe Zinsen) die Güternachfrage abgewürgt wird. Es gibt eine Absatzkrise und Erwerbslosigkeit, die Preise fallen und die Löhne noch zuvor. Umgekehrt können die Banken jederzeit mehr Geld billiger verleihen, dann gibt es Vollbeschäftigung und Boom, aber die Löhne und Preise steigen.

        Brauche ich da jetzt noch eine Philosophie über Wert und Macht?

        Die Notenbank steuert die Konjunktur und wenn wir Vollbeschäftigung wollen, müssen wir für eine expansive Geldpolitik mit steigenden Masseneinkommen und Sozialleistungen sorgen. Wer Geldvermögen hat und von Zinsen leben kann, der ist wie alle Rentiers lieber dafür, mit Hochzinspolitik Massenarbeitslosigkeit und sinkende Preise und Löhne zu verursachen.

        Ganz simpel eigentlich. Mehr muss keiner wissen.

      • Carlos Manoso schrieb am 21. August 2010 at 15:36 - Permalink

        @groo

        Die Marxsche Werttheorie ist überholt.
        Sie ist –vorsichtig gesagt– subsumierbar unter ‘basic needs’, und hat zB mit dem Kauf von van Goghs für 100Mio wenig zu tun.
        Genau da steckt das ‘Geheimnis’, das keines ist.

        Ein van Gogh ist soviel Geld wert, wie jemand dafür bezahlt. Genau genommen haben wir hier vor uns den ursprünglichen Ausgangspunkt des Kapitals, das Geld in der Formel G – W – G’ reduziert auf die beiden Extreme G – G’ , Geld, das mehr Geld schafft. Der van Gogh Käufer kauft den für 50Mio gekauften van Gogh für 100Mio und der van Gogh Verkäufer verkauft den für 50Mio gekauften van Gogh für 100 Mio. So erreicht das Kapitalverhältnis seine fetischartigste Form, der Zuwachs von 50Mio. auf 100 Mio erscheint als eine dem van Gogh irgendwie selbst mysteriös entspringende Eigenschaft.

        Der Gedanke, den Zins zu verbieten, damit das Gesamtsystem (wieder) funktioniert, blubbert immer wieder aus dem unendlichen Ozean des Unwissens.

        Historisch ist das Kreditsystem ureigenste emanzipatorische Schöpfung des industriellen Kapitals. Historisch entstand das moderne Kreditsystem im härtesten Kampf gegen das feudale mittelalterliche Wucherkapital (der Antisemitismus war eine der ideologischen Waffen in diesen Kämpfen). Das mittelalterliche Wucherkapital wurde historisch vom industriellen Kapital in brutalen Kämpfen überwunden und aus den zuvor alles beherrschenden Wucherern wurde zunächst eine durch die Teilung der Arbeit vom industriellen Kapitalisten getrennte, aber dem industriellen Kapital unterworfene Klasse von „dienenden“ Bankiers.

        Historisch behinderte, kontrollierte und beherrschte das Wucherkapital das aufkommende industrielle Kapital wie ein Vampir und wurde schließlich von diesem als modernes Kreditsystem unterworfen. Das zur neuen Macht drängende Kreditsystem entwickelte sich zum mächtigen Hebel der Zentralisation des (industriellen) Kapitals, verwandelte sich „in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale“ (Marx).

        Auf einer höheren Stufe behinderte, kontrollierte und beherrschte das Kreditsystem bald das immer mehr zentralisierter werdende industrielle Kapital und in den noch höheren Stufen wird alles zum Weltkapital, zum „gesellschaftlichen Gesamtkapital“. Die Bewegungen des „gesellschaftlichen Gesamtkapitals“ sind die Bewegungen seiner Bruchstücke und jeder einzelne Kapitalist bildet nur ein mit individuellem Leben begabtes Bruchstück. Die technischen Bewegungen der Bruchstücke erzeugen die Arbeitsteilung der Kapitalisten in industrielle Kapitalisten (Unternehmer), Warenhändler (Kaufleute), Geldhändler ( Bankiers), reine Geldkapitalisten ( Spekulanten) etc. etc.. Unbewußt produziert und reproduziert sich im Zusammenwirken ihrer jeweiligen Funktionen hinter ihrem Rücken das „gesellschaftliche Gesamtkapital“, ein wachsender zerstörerischer Parasit, dessen Lebewesen ein zentrales Nervensystem wächst.

        • Groo schrieb am 21. August 2010 at 16:00 - Permalink

          @carlos Manoso,

          ich lese jetzt nichtmehr zum dritten mal Wetzels Artikel, sondern schwadroniere einfach drauflos.

          Was Du ‘Wucherkapital’ nennst, ist das ‘raffende Kapital’ für die einen, ‘Finanzkapital’ für die anderen.
          Die Begriffe sind mir ziemlich wurst.

          Es geht darum, dass das Geldssystem eine Serie von Metas geschaffen hat, die das Gesamtsystem nahezu undurchschaubar gemacht haben.
          (M1,M2,M3 etc).

          Das ursprüngliche Wesen des Geldes, nämlich –gemäss meiner Banaltheorie– Anspruch auf zukünftige Leistung zu sein, wurde überdeckt durch Abstraktionen: bis zu CDOsquared–.

          Das Zinsnehmen sollten wir separieren, denn es ist ein System der Risikoschätzung, und überformt die Abstraktion des Tauschs via Geld mit einem zeitlichen Faktor, da das Risiko immer in der Zukunft liegt.

          Wieso ist das so?
          You guess!

          Genug, um jeden nachdenklichen Menschen für den Rest seines Lebens in einen Taumel zu versetzen.

          Das kanns ja nicht sein!

          Was zu kompliziert ist, als dass es die überwiegende Mehrheit der Menschen nicht versteht, kann nicht Grundlage einer Gesellschaft sein.

          It is as simple as that!

          • Carlos Manoso schrieb am 21. August 2010 at 17:47 - Permalink

            @groo

            Was Du ‘Wucherkapital’ nennst, ist das ‘raffende Kapital’ für die einen, ‘Finanzkapital’ für die anderen.
            Die Begriffe sind mir ziemlich wurst.

            Groo, zur historischen Entfaltung steht zu den Themen bei Marx fast alles wesentliche. Es sollte klar sein, dass das „Finanzkapital“ für Marx ein grundsätzlich positives Treibmittel der Entfaltung des Kapitals ist.

            Den hier wirklich relevanten Punkt hat Ernst Bloch in „Erbschaft dieser Zeit“ von 1935 angesprochen, als er die Gründe für den Einbruch des Nazismus untersuchte. Bloch bezeichnete damals Deutschland als “Land der Ungleichzeitigkeit”, dem es bis 1933 nicht gelungen war, kapitalistische Entwicklungen erfolgreich in seine Sozialökonomie zu integrieren. Das heißt heute, Themen wie Finanzkapital nüchtern zu debattieren und rational und reflektiert mit ihnen umzugehen.

            Wie jeder weiß, wird aus der Vergangenheit d immer etwas Ungleichzeitiges mitgeschleppt, sofern es nicht transformiert oder verarbeitet wird. Also braucht es lebenswichtig eine lebendige, offene Diskussionskultur. Nur werwill, dass Ungleichzeitiges mitgeschleppt wird, verhindert strikt lebendige offene Diskussionskultur. Deshalb wurde z.B. in Deutschland so was wie Springer etabliert, deshalb gibt es diese strikten Tabus in Deutschland in bezug auf bestimmte Themen.

            Der Nährboden für die Nazis war 1933, dass trotz der wilden 1920er Jahre in Deutschland noch immer feudale Strukturen herrschten, die Bevölkerung sich nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit sehnte, irrationale und romantische Ideologien wucherten, also deutsche Ungleichzeitigkeit herrschte.

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 18:12 - Permalink

              @Carlos M.,

              es freut mich, mich mit so einem gebildeten Menschen wie Dir auszutauschen.

              Was das betrifft:

              Es sollte klar sein, dass das „Finanzkapital“ für Marx ein grundsätzlich positives Treibmittel der Entfaltung des Kapitals ist.

              Würde mir wünschen zu wissen, was er heute darüber denken würde.

              Wie lästert Schopenhauer?

              Dem, der studiert, um Einsicht zu erlangen, sind die Bücher und Studien bloß Sprossen der Leiter, auf der er zum Gipfel der Erkenntnis steigt.
              Sobald eine Sprosse ihn um einen Schritt gehoben hat, lässt er sie liegen.
              Die Vielen hingegen… laden sie sich auf, um sie mitzunehmen, sich freuend an der zunehmenden Schwere der Last …

              Das soll um Himmels willen kein Affront sein, sondern Appell, den Rhythmus der Zeit nicht sklavisch rückzubinden in vergangene Denke, die immer nur vorläufig war/ist.
              Same as it ever was.

              Die Alten würden uns dafür verachten, wenn wir so doof wären, sie zu repetieren, allerdings ebenso, wenn wir sie ignorierten.

        • VoltaireJunior schrieb am 23. August 2010 at 21:58 - Permalink

          @ Manoso

          Wenn man weder von der Geschichte der Finanzen noch von Geldkreisläufen auch nur die leiseste Ahnung hat, sollte man sich noch viel weniger an Marx klammern, denn von dem verstehst Du offenbar noch weniger. Es zieht einem wirklich die Schuhe aus, wenn man diesen Blödsinn liest.

          Das arme Kapital wurde von also von wuchernden Vampiren kontrolliert, die sich schließlich das Kreditsystem unterwarfen? Naja, und wer die wuchernden Vampire waren, kann man dann natürlich bei Marx nachlesen: Die Juden!

          Schon in der Art Deiner Formulierung zeigt sich nicht der nüchterne Wissenschaftler, sondern der von Marx besoffene, antisemitische Ideologe, dem jegliche vernünftige Distanz zur Beurteilung der Geldkreisläufe fehlt.

    49. fugazi schrieb am 21. August 2010 at 13:12 - Permalink

      so, nachdem ich schon ein weilchen leser bin, möchte ich zu diesem thema doch mal meinen senf loswerden.

      zum thema antisemitismus im artikel fällt mir nur ein, dass der autor sich aus irgendeinem grund gezwungen fühlt sich moralisch für seine bankenkritik zu legitimieren – angst vor den “antideutschen” spinnern?

      zum thema krise: m.e. ist das, was nun seit spätestens zwei jahren zu beobachten ist nichts weiter als die offenlegung kapitalister wirkungsmechanismen in eben dem segment, in welchem sich kapitalismus in reinform und unverhüllt manifestiert im finanzystem. kapitalismus ist eben ohne zinseszins nicht möglich da nur so geld zu kapital wird. es geht hier auch nicht um geld sondern um rendite die sich in geldesform bemisst. da dies nun aber mal eine exponentielle funktion darstellt ist die entwicklung der letzten jahre absolut unvermeidlich gewesen und erst der anfang dessen, was da noch kommen wird. das ist kapitalismus in reinform und im endstadium – in autolyse.

      die pseudoeliten sahen/ sehen sich ja sogar gezwungen ihre eigenen, angeblich sakrosankten marktmechanismen auszuhebeln. der kollaps des finzsystems war eben kein marktversagen sondern der ausdruck funktionierender marktmechanismen – was nichts wert ist fliegt eben über kurz oder lang raus. Eine pleite der hre hätte bereits damals zu kernschmelze geführt. nun wird es eben eine andere pleite, vermutlich die von staaten sein.

      das dies notwendigerweise soziale und politische konsequenzen hat, die das bestehende system bedrohen (werden), ist den herrschaften offensichtlich erst da wirklich klar geworden. wie auch immer – aufgeschoben ist nicht aufgehoben. der patient liegt mit ebola auf der intensivstation und das einzige was dieses system tatsächlich kann sind bluttransfusionen in form von liquidität, dank fiat money. oben rein, unten raus. das wird/ kann auf dauer nicht (mehr) funktionieren! und jetzt über regulierungsgesetze und dergleichen zu lamentieren ist m.e. nicht nur überflüssig, sondern irreführend. kapitalismus kann nur so funktionieren, ansonsten gibt es ihn nicht. systeme sind im kern ihrer wirkmechanismen nicht reformierbar.

      über kurz oder lang wird daher eine umfassende verstaatlichung nicht mehr zukunftsfähiger wirtschaftsbereiche (und das sind wohl die meisten) stehen müssen, nicht weil sie eine revolutionäre klasse haben will, sondern weil es keiner mehr haben will. der fall hre verweist hier auf die zukunft.

      über die politischen und sozialen konsequenzen kann sich da so jeder seine gedanken machen.

      so wie ich das sehe, werde ich mal meinen enkeln erzählen können, den Untergang von zwei real existierenden system erlebt zu haben. und das die machthaber mit zunehmendem druck immer repressiver agieren kann man auch in der jüngeren deutschen geschichte nachvollziehen.

      oder wie ich im oktober 98 mit einem freund festgestellt habe: Ein wagon chips und ein wagon bier – zuschauen und, wenn möglich, genießen.

      nichts desto trotz ist natürlich aktiver widerstand nötig!!!

      mit (nicht ganz ernst gemeinten) sozialistischen grüßen oder um ein zitat zu bemühen:

      den sozialismus in seinem lauf hält weder ochs noch esel auf!

      tja, wer hätte das vor 20 jahren gedacht…

      • Groo schrieb am 21. August 2010 at 13:27 - Permalink

        leisten Hedonisten auch Widerstand?

        Wär mir ganz neu.
        Ausser, man schlägt ihnen die Bierflasche aus der Hand.

      • DerFlaschengeist schrieb am 21. August 2010 at 19:23 - Permalink

        der kollaps des finzsystems war eben kein marktversagen sondern der ausdruck funktionierender marktmechanismen

        Sehr schön ausgedrückt. Überhaupt ist der Beitrag imo eine nette Zusammenfassung, der man nicht mehr viel hinzufügen kann. Ein wenig geht aber immer ;)

        oder wie ich im oktober 98 mit einem freund festgestellt habe: Ein wagon chips und ein wagon bier – zuschauen und, wenn möglich, genießen.

        Da musste ich doch erstmal lachen, denn tatsächlich konnte man die Entwicklung wirklich schon hier und da vorhersehen, wenn man nicht alle Signale gewaltsam ignoriert. Trotzdem ist das natürlich keine Lösung, denn wenn das Schiff sinkt, auf dem wir nunmal alle sitzen, dann können wir zwar den Kapitän dafür am Mast aufknüpfen. Gesunken wird aber trotzdem.
        Nichts desto Trotz…mit Bier und Chips ist das natürlich ein wenig angenehmer ;)

    50. Wat. schrieb am 21. August 2010 at 14:20 - Permalink

      @Keneysianer und andere – Anmerkung.

      Thema Vollbeschäftigung:

      Wollen wirklich alle voll arbeiten oder wollen alle voll leben?

      Es ist wohl eine Mischung aus beidem.
      Natürlich würde auch mir gewaltig langweilig, nur einfach so herum zu sitzen.
      Aber Arbeit um jeden Preis – nein, Danke!

      Ich hätte gern etwas von der wahnsinnigen Produktivitätssteigerung ab, die es in den letzten Jahrzehnten gab und weiter geben wird.
      Das fängt bei weniger Arbeit an und hört bei dafür aber trotzdem das Geld (bedingungslos) bestimmt noch nicht auf.

      Aber dazu müßte sich wohl mehr als eine Denkeinstellung ändern.
      So lange die Prod-Steigerung nur von einer Seite ‘abgegriffen’ wird, darf wohl die andere Seite weiter als ‘überzählig’ gelten :-(

      Vollbeschäftigung nach bisheriger Vorstellung ist einfach nmA Quark.
      Es ist doch logisch, daß bei den Steigerungsraten der Produktivität auch mal irgendwann ‘weniger Arbeit’ herauskommt.

      Übrig bleibt die vom Kapital nicht (mehr) verwertbare aber weiterhin gesellschaftlich dringend notwendige Tätigkeit.

      Wer sollte die bezahlen? – der Staat? – woher nimmt er dieses Geld? – von Steuerzahlern? – wer ist das (noch)…

      Geht es im sinnvoll, vernünftig, geht es um Menschen? – Nein, es geht darum den Renditejägern ihre Pfründe zu belassen…

      • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 15:03 - Permalink

        Klar, ich will auch nicht mehr arbeiten, als unbedingt sein muss, um einen menschenwürdigen Lebensstil pflegen zu können.

        Kein Keynesianer ist Arbeitsfetischist und die “Wertkritik” kann ich mir auch sparen. Es geht schlicht und ergreifend darum, dass bei Massenarbeitslosigkeit die lohnabhängigen Arbeiter unheimlich erpressbar sind.

        Meist sind es unsere Marxisten, die das gar nicht verstehen können, was Keynesianer eigentlich immer gegen die Massenarbeitslosigkeit haben. Das muss ich ja schon seit dem Beginn der 80er Jahre erleben, dass mich immer wieder die Marxisten naiv fragen, warum die Leute sich jetzt unbedingt durch Vollbeschäftigung alle ausbeuten lassen möchten.

        Leider und nicht unerwartet bleiben die Marxisten dann die Antwort schuldig, wovon die Erwerbslosen jetzt ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Meine Erklärung dafür, dass die ja nicht so blöde sein können, ist dann diese hier:

        http://www.amazon.de/preu%C3%9Fische-Regierungsagent-Karl-Marx-Innenministers/dp/3839114012/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1261043869&sr=1-1

        Es geht also nicht darum, aus Blödheit unbedingt ständig seine Zeit mit Arbeit vergeuden zu wollen, sondern den lohnabhängigen Arbeitern ihre Erpressbarkeit durch die Kapitalisten zu ersparen. Das sollte eigentlich jeder leicht verstehen.

        Bekanntlich ist auch Vollbeschäftigung genau der politische Zeitrahmen, um niedrigere Wochenarbeitszeiten, mehr Urlaub und früheren Rentenbeginn durchsetzen zu können. Seit den 80er Jahren wird nämlich wieder mehr und länger gearbeitet, trotz aller Wertkritik von den Marxisten. Die Wertkritik scheint da irgendwie keinen Wert zu haben.

        • Groo schrieb am 21. August 2010 at 15:23 - Permalink

          werter Keynesianer,

          einerseits verstehe ich Dich, andererseits nicht.

          ich vermute, dass das von einem hinterlagerten Axiom kommt:

          Einer divergenten Wert-Theorie.

          Die Wertkritik scheint da irgendwie keinen Wert zu haben.

          Können wir uns darauf einigen, dass es um die Marx’sche Wertkritik geht?

          Mit der kann ich nämlich auch wenig/nichts anfangen.

          Die wahre Tiefe der Wertkritik habe ich zB in Lütkehaus’ ‘Nichts’ gefunden.

          Die ist erschreckend genug, und irgendwie Gegenstand von metaphysischem Gelächter.

          Wir können uns erst dann darüber hinausheben, indem wir Normen setzen, die aus unserm tiefsten Innern kommen. –Der faktischen Kraft des Normativen–
          Also irgendwo zwischen/jenseits Kant und Schopenhauer.

          (Der Standardsatz ‘normative Kraft des Faktischen’ ist dermassen daneben, dass ich nichtmal lachen kann. Das Faktische ist immer prä-normativ. Nur ist es schwer erkennbar. Amen.)

          (Bin schon wieder unverständlich, und ertrage die Rüge des Hausherrn mit Fassung)

          • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 16:04 - Permalink

            Werter Groo,

            da muss ich wohl den Hintergrund ergänzen. Die “Wertkritik” ist eine Kritik von Neomarxisten an der “kapitalistischen Arbeit” als “Verwertung des Werts”.

            Die haben nämlich seit Beginn der 80er Jahre nicht den Kapitalismus kritisiert, der zur Unterdrückung der lohnabhängigen Arbeiter die Massenarbeitslosigkeit erzeugt hat. Nein, diese Marxisten mit Robert Kurz im Zentrum, den wir ja schon vom “strukturellen Antisemitismus” her kennen, haben sich damit gegen die Keynesianer gestellt.

            Einmal wären die keynesianischen Einwände gegen die Geldpolitik, mit der die Massenarbeitslosigkeit erzeugt wurde, eine “verkürzte Kapitalismuskritik”. Vor allem aber sei Vollbeschäftigung doch gar nicht wünschenswert, vielmehr solle mit der “Wertkritik” die Arbeit unter den kapitalistischen Bedingungen in Frage gestellt werden.

            Wovon die Arbeitslosen dann bis zur Weltrevolution leben sollten, hat Robert Kurz uns auch nicht verraten. Wie bei Massenarbeitslosigkeit die Erwerbslosen vor Lohnkürzung und anderen Zumutungen geschützt werden sollten, hat Robert Kurz uns auch nicht verraten. Aber als die ZEIT zur Finanzkrise mal wieder Werbung für Marx gemacht hat, da durfte der Robert Kurz auch einen Beitrag leisten.

            http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2009/03/inhalt

            Die “Wertkritik” war also das Geschütz, das die Marxisten gegen die Keynesianer in Stellung gebracht hatten, um dem Kapital bei der geldpolitischen Verursachung von Massenarbeitslosigkeit zu helfen. Daher reagiere ich auf die Frage “Wozu Vollbeschäftigung?” auch meist etwas angesäuert, was die mit Marxismus nicht so sehr vertrauten Leser dann nicht verstehen. Die Werttheorie von Marx ist ein anderes Thema und zu nichts nütze.

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 16:27 - Permalink

              werter Keynesianer,

              ich werde mir das zu Herzen nehmen, und die Kurz/Keynes/Marx-Ecke nochmal durchkämmen, ob ich da was verpasst habe.

              Grüsse

          • Carlos Manoso schrieb am 21. August 2010 at 16:36 - Permalink

            @groo, wie „Keynesianer“ selbst schon andeutet, riecht er rechts streng nach „Blödheit“: „Das sollte eigentlich jeder leicht verstehen“. Äääh, was? Na warum unseren wackeren „Keynesianer“ seit „ Beginn der 80er Jahre … immer wieder die Marxisten naiv fragen, warum die Leute sich jetzt unbedingt durch Vollbeschäftigung alle ausbeuten lassen möchten.“

            Aber halten wir uns nicht allzu lange mit leicht verständlichen Tatsachen auf Der „Keynesianer“ hat den eindeutigen Beweis sowieso schon entdeckt, warum „Marxisten“ gegen „Vollbeschäftigung“ sind;
            http://www.amazon.de/preu%C3%9Fische-Regierungsagent-Karl-Marx-Innenministers/dp/3839114012/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1261043869&sr=1-1

            Karl Marx war Agent der preußischen Regierung! Wir alle sitzen einer globalen Verschwörung aller Historiker seit 150 Jahren auf! Als Schwager des preußischen Innenminister unterwanderte Charly Marx zersetzend die Erste Internationale bis rauf zur Vierten Internationale!

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 18:51 - Permalink

              @carlos M.

              habe ich auch nicht verstanden.
              habe den amazon-Kommentar gelesen, mich am Kopf gekratzt, ob ich da was verpasse, und bin zum Schluss gekommen, dass — wohl eher nicht –.

              Was nicht heissen soll, dass ich ‘Keynesianer’ vollkommen ignoriere.

              Das sollten wir in einer diffusen Materie wie der vorliegenden auch nicht machen, sonst werden wir Opfer der Orthodoxie, die -ähem- nachgewiesenermassen gemeingefährlich ist.

              Also: Scheuklappen runter, Ohren auf. Selber denken.

            • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 19:22 - Permalink

              Bei Google-Books lässt sich das Buch übrigens fast komplett umsonst lesen. Alternativ halt den Mehring, der hat in seiner Marx-Biografie zwischen den Zeilen immer mal wieder einiges angedeutet, wenn man die Lobhudeleien im Vordergrund zu überlesen vermag, von wegen großes Genie und so.

              Warum unsere neoliberalen Kampagnenblätter wie SPIEGEL und ZEIT auch immer wieder den großen Denker Karl Marx loben, ist dann ja auch für diejenigen erklärt, die von selber daran keinen Anstoß genommen haben.

              Und ja – die Historiker. Da erinnere ich an die “Erklärung” sämtlicher Wirtschaftskrisen durch unsere Historiker. Seit mehr als 150 Jahren nur dummes Geschwätz und kompletter Unsinn. Vollständig lachhaft, wenn auch im Einklang mit der herrschenden Lehre der VWL.

              Aber das kann ja nicht sein, dass die Historiker von nichts etwas wissen und sich dabei gegenseitig quellenkritisch zitieren. *Grins*

            • VoltaireJunior schrieb am 23. August 2010 at 22:04 - Permalink

              Falsch Manoso! Marx war Agent von Lord Palmerston. Sein Führungsoffizier war Bentham. Nicht mal das weißt Du! :-)

              Vielleicht sitzt Du ja nur der Verschwörung aller marxistisch – leninistischen Historiker auf?

              Also, wer im Glashaus sitzt, sollte lieber nicht mit Steinen schmeißen.

        • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 20:46 - Permalink

          Es geht schlicht und ergreifend darum, dass bei Massenarbeitslosigkeit die lohnabhängigen Arbeiter unheimlich erpressbar sind.

          Meist sind es unsere Marxisten,

          Nun laß mal bitte die ‘Grabenkämpfe’, das bringt uns alle schon gar nicht weiter.

          Ich weiß, daß es viele gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen, als wieder richtig arbeiten gehen zu dürfen.

          Aber philosophieren wir doch mal ein bisken ‘rum:

          Wollen diese (wir) das, weil nun jede Arbeit so umwerfend toll ist, oder wollen wir es müssen, weil ‘Arbeit’ eine Art ‘Exklusionsgebot’ ist?
          Weil Geld verdienen müssen, nun einmal hier die einzige Möglichkeit ist, sich mit Lebensnotwendigem zu versorgen? Wie ich in #34 schrieb, wir brauchen Lebensmittel, nicht Geld, das kann ich nicht essen. Merken wir spätestens bei einem Währungsschnitt.

          Ich weiß, daß ein bGE im Wortsinn von völlig bedingungslos hier nicht möglich ist und daß ein Hr. Werner nur die Sozialkosten aus den Arbeitskosten heraus haben will…
          Aber egal, mit einem bGE wie auch immer geartet, schippen sie sich genauso ihr Grab, ist ein prima Testlauf für Menschen, die Zeit und wenigstens eine klitzekleine Absicherung ohne Gängelei haben.
          Wir werden nicht nur Däumchen-drehen :-P

          Es geht einfach um mehr, als ein verrottetes System retten zu wollen, ein System für das Du wohl die Kristallpaläste für die einen und die (gut bezahlten) Dienstleistungsjobs für die anderen forderst…
          Nix, sollen ‘die’ sich ihre Hütte selbst putzen.

          Diese Geldfixierung ist wirklich wie der Tanz um das Goldene Kalb.
          TINA eben.

          • Groo schrieb am 21. August 2010 at 21:30 - Permalink

            ach Wat,
            wie liebe ich Deine bodenständige Weiblichkeit ;)

          • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 22:54 - Permalink

            Niemand will Voillbeschäftigung, weil Arbeit für Arbeiter so was tolles wäre. Sondern weil die Arbeiter bei Vollbeschäftigung nicht erpressbar sind. Die Kapitalisten haben es mit der geldpolitisch erzeugten Massenarbeitslosigkeit geschafft, dass heute Leiharbeiter für weniger Geld härter schuften müssen, als in meiner Schulzeit vor vierzig Jahren für einen Ferienjob gezahlt wurde.

            Es geht einfach um mehr, als ein verrottetes System retten zu wollen, ein System für das Du wohl die Kristallpaläste für die einen und die (gut bezahlten) Dienstleistungsjobs für die anderen forderst…
            Nix, sollen ‘die’ sich ihre Hütte selbst putzen.

            Hahaha. Die benutzen die Massenarbeitslosigkeit mit Erfolg, um sich wieder ganz billige Dienstsklaven und willige Sklavinnen zu halten. Bei Vollbeschäftigung ginge das nicht, weil da jeder dem Chef den Vogel zeigen kann, wenn der Lohn nicht stimmt oder die Arbeitsbedingungen.

            Seit dreißig Jahren Massenarbeitslosigkeit kommen die Arbeiter angekrochen und machen noch kostenlos Überstunden, Akademiker arbeiten umsonst nach dem Diplom als Praktikanten, die SPD hat für Erwerbslose 1-Eurojobs eingeführt…

            Und warum war das alles möglich? Weil da die Marxisten gegen die Keynesianer standen und behauptet haben, die Keynesianer wollten nur das System retten und alles, was nicht gleich die Weltrevolution ist, wäre Systemstabilisierung. Die Kapitalisten lachen sich krumm über ihre marxistischen Revolutionsträumer und nutzen jede Krise, um die Löhne weiter zu drücken und die Armen noch ärmer zu machen.

            Die Weltrevolution kommt so schnell nicht, aber eine expansive Geld- und Finanzpolitik ließe sich durchsetzen. Da würde es zur Verhinderung der nächsten Krise schon reichen, den Leuten zu erklären, wie die wieder mit der Geldpolitik erzeugt wird. Statt die Wertform zu studieren.

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 23:10 - Permalink

              @keynesianer,

              kann ich alles unterschreiben.
              Verstehe nur Deinen Unterbau nicht.

              (PS: ich arbeite in einer recht windstillen Ecke–was Arbeitsbedingungen betrifft– in der Wissenschaft. Es ist mir aber sehr wohl bewusst, wo so im Grossen und Ganzen der Wind herweht. Da bin ich aber leider in der Minderheit. Bis auf die Doktoranden, die zT eine ordentliche Wut haben.)

              Meine Bedenken gegenüber dem Keynesianismus habe ich ja schon geäussert –deficit spending under conditions of necessary degrowth, discounting the future etc– und der Marxismus spielt in meinem Metier sowieso keine Rolle.

              Also was tun?

            • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 23:11 - Permalink

              Naja, nun geh mal zu Beginn erstmal davon aus, daß ich erst so knapp seit 20 Jahren ungefragt zu diesem ‘Laden’ hier gehöre… und von Anbeginn hier Massenarbeitslosigkeit in Dimensionen herrscht, die Du Dir nicht einmal theoretisch vorstellen kannst – hier sind Dr. rer. nat im
              1-Euro-Job!
              (kann ja nicht jeder Kanzler werden (wollen))

              Anschließend wäre es immer noch gut, wenn Du das Gehacke mal sein läßt, was unproduktiveres kann ich mir nämlich noch weniger vorstellen, als Du vielleicht.

              Kapitalismus funktioniert nunmal über Knappheit, C’est la vie.

              Vielleicht würde es einfach weiterführen, wenn ‘wir’ ohne Etiketten von Keneysianer, Marxisten, Gesellianer, ‘Senf’ern und was weiß der Fuchs, was es alles noch so gibt, gucken, was ‘geht’.

              Wenn Du meinst, daß Dein Vorschlag einbringbar ist, was ich zwar nicht sehe, dann nur zu – ich werd mich sicher nicht dagegenstellen.

              Genausowenig, wie ich ein richtiges bGE für völlig illusorisch halte.
              Nichtsdestotrotz, fordern kann man ja, sieht dann vielleicht jeder selbst, was vernünftig wäre, hier aber ‘nicht geht’.
              Nannte man früher einmal: learning bei doing *heiligenschein*

              Ich würde es aber sehr begrüßen, wenn wir Menschen darüber hinaus auch erklären, daß sie sich nicht einreden lassen sollen, ‘überflüssig’ zu sein, nur weil ihre ‘Arbeitsleistung’ nicht ‘verwertbar ist’.
              Und das nicht nur denen, die meinen ‘überflüssig’ zu sein; sondern auch denen, die es noch nicht sind!

            • Keynesianer schrieb am 21. August 2010 at 23:37 - Permalink

              @Wat.

              Naja, nun geh mal zu Beginn erstmal davon aus, daß ich erst so knapp seit 20 Jahren ungefragt zu diesem ‘Laden’ hier gehöre… und von Anbeginn hier Massenarbeitslosigkeit in Dimensionen herrscht, die Du Dir nicht einmal theoretisch vorstellen kannst – hier sind Dr. rer. nat im
              1-Euro-Job!

              Seit Anfang der 80er Jahre, als die (Neo)Marxisten (West(CIA)) den Keynesianern in den Rücken gefallen sind, reagiere ich empfindlich auf gewisse Positionen, bitte um Entschuldigung. Die Neomarxisten waren völlig an der Leine des Systems und sind es bis heute. Man hat die also gezielt gegen keynesianische Positionen in Stellung gebracht. Nach einigen Jahren Lebenserfahrung habe ich dann mal einen inzwischen kundigen Blick auf die Bio von Marx geworfen…

              @Groo

              kann ich alles unterschreiben.
              Verstehe nur Deinen Unterbau nicht.
              …
              Also was tun?

              Weiß jetzt nicht, was Du mit Unterbau meinst. Was tun? Was mich betrifft, ich schreibe seit kurzem Bücher und schon seit 10 Jahren rege im Internet, um den Leuten die Geldpolitik zu erklären. Ob es was bringt, weiß ich auch nicht. Werde aber jedenfalls dabei bleiben.

              Wenn die Leute mal kapieren, dass Krisen schlicht und ergreifend absichtlich erzeugt werden, dass man die jederzeit beenden kann, dass selbst Vollbeschäftigung jederzeit möglich wäre, nur halt mit etwas Inflation, dann werden sich Krisen nicht mehr so leicht inszenieren und instrumentalisieren lassen. Hoffe ich jedenfalls.

              Ist ja wirklich ein Witz, wenn man sich auskennt und schaut, was da in den Geschichtsbüchern steht und an den Unis als VWL gelehrt wird.

            • Groo schrieb am 22. August 2010 at 00:58 - Permalink

              @keynesianer,

              Weiß jetzt nicht, was Du mit Unterbau meinst.

              (—Erstmal das, dass mich Dein Nick irritiert.—=durchgestrichen)

              Ich schätze Keynes als Mensch über alle Maßen, aber Keynes und degrowth (was beim Hausherrn hier kein Thema ist, aber für mich schon) ?
              Das passt irgendwie nicht.

              Wie können wir uns da einigen?

              Das ist, was ich ‘Unterbau’ nenne:

              What this world needs is a good two dollar room and a good two dollar broom

            • Keynesianer schrieb am 22. August 2010 at 08:50 - Permalink

              @Groo

              Das war der zweite der Mühlsteine, zwischen denen die Keynesianer zerrieben wurden. Auf der einen Seite die Marxisten, die alles, was nicht gleich die Weltrevolution war, als Systemstabilisierung verteufelt haben, auf der anderen Seite die Ökos, die mit blankem Entsetzen auf den Vorschlag der Keynesianer reagierten, Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit einfach durch eine expansive Geldpolitik zu beenden und durch mehr Wachstum für Vollbeschäftigung und gute Löhne zu sorgen.

              Und das war kein Zufall, dass die Ökobewegung genau zum selben Zeitpunkt groß hochgepusht wurde, als Volcker die Zinsen auf 20 Prozent trieb, um eine weltweite Rezession und eine bis heute anhaltende Massenarbeitslosigkeit zu erzeugen.

              Für die Anhänger des Degrowth ist vermutlich die Agendapolitik mit Lohnkürzung und Sozialabbau auch kein Problem. Beides sorgt für weniger Massenkonsum und eine Wirtschaftskrise wegen fehlender Kaufkraft und Nachfrage. Da wird doch die Umwelt geschützt, gell? Sorry, aber da platzt mir manchmal die Hutschnur. Jedenfalls war das alles schön aufeinander abgestimmt, was die Herrschenden sich da für ihre Schäfchen haben einfallen lassen, den Neomarxismus und die Ökobewegung, um durch restriktive Geldpolitik ungestört Rezession und Massenerwerbslosigkeit erzeugen zu können.

              Vollbeschäftigung würde langfristig auch zum Degrowth führen, nämlich über die sinkende “Arbeitsmotivation” bei Vollbeschäftigung. Aber da müsste man ja erst mal für das böse Wachstum sein, um die Massenerwerbslosigkeit zu beenden. Da weigern sich die Ökos seit dreißig Jahren.

            • Brixius schrieb am 23. August 2010 at 12:22 - Permalink

              Wenn die Technik womit eine Steigerung und Steigerung und Steigerung welche nichts verbraucht und wir damit den Planeten nícht kaputt machen, es nicht auf einer anderen Seite die wir hier nicht so gut sehen, kleine Menschlein für diese Steigerung draufgehen, dann sagen die Ökos ja zu der Idee…

    51. LAM schrieb am 21. August 2010 at 14:34 - Permalink

      der Spiegelfechter bei http://www.liebeangelamerkel.de

    52. Groo schrieb am 21. August 2010 at 14:45 - Permalink

      werte Wat,

      Ich hätte gern etwas von der wahnsinnigen Produktivitätssteigerung ab.

      Produktivität in was?

      Diese Produktivitätsmetrik gehorcht eben dieser ‘economy of scale’ und dem Rattenschwanz an sonstigen Metriken.

      Sobald man sich darauf einlässt, unterwirft man das, was man tut, deren ‘Wert’messer.
      Und dagegen sträubt sich was in mir.

      Schaffe ich einen ‘Wert’, wenn ich hier kommentiere, oder vergeude ich meine Zeit?

      Weder Jens noch Wetzel noch Du noch ich schaffen ‘Werte’ im Sinn der Geldlogik.
      Also wieso machen wir das?

      Erstmal sind wir schizophren aus deren Warte.

      Alles, was nicht monetarisierbar ist, hat keinen ‘Wert’.
      Es sind diese simplen Sachverhalte, die uns umtreiben sollten.

      • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 20:16 - Permalink

        Es sind diese simplen Sachverhalte, die uns umtreiben sollten.

        ‘Tun’ sie mich ja auch (um-)treiben.

        Das ist wie mit dem schon lange wertmäßig abgeschriebenen Wohnzimmerschrank – wird ne Versicherung niemals begreifen, daß das trotzdem noch ein etwas ist, in das ich etwas (wie vorher) hinein legen kann :-)

        Nicht jeder Gebrauchswert hat eben einen Wert/Tauschwert…

        Übrigens, Du schaffst für mich schon ‘nen ‘Gebrauchswert’, Deine Denkfetzen sind so uninteressant nun wieder nicht – ich brauch nur manchmal eine Weile, bis ich so zum eigentlichen Sinn vorstoße, das ist aber auch bei anderen Beiträgen nicht unbedingt ‘Neuland’ für mich ^^

        • Groo schrieb am 21. August 2010 at 21:40 - Permalink

          Übrigens, Du schaffst für mich schon ‘nen ‘Gebrauchswert’,

          Danke.

          Ich habe mir dafür ja schon etliche Watschen abgeholt, dass ich ins Abstrakte und Unverständliche abdiffundiere.

          Mir ist das selber garnicht bewusst.

          Man filtert und filtert, und glaubt die Essenz zu haben, und dann hört man:
          Was soll Das?

          Macht mich glatt zwei Tage sprachlos ;)

    53. DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 15:16 - Permalink

      @ Lada

      Als Antwort auf DocSnyder: Es gibt noch nen anderen Weg, 12 Hosenknöpfe zurückzuzahlen, obwohl du nur 10 bekommen hast: Du gehst von der Prämisse aus, dass alles auf einmal zurückgezahlt werden musst. Dem ist aber nicht so. Wenn ich heute 5 zurückzahle, die Bank dann was bei mir kauft für 5 Knöpfe, ich weitere 5 Knöpfe Kredit abzahle und die Bank wieder was bei mir kauft, dann hab ich wiederrum Geld, um auch die Zinsen zu bedienen. Da muss nix weiter wachsen.

      Wenn ich allein das Recht habe Zahlungsmittel auszugeben und alles Zahlungsmittel durch mich geschöpft wurde – ich aber gleichzeitig mehr zurück verlange als ich selbst zur Verfügung gestellt habe, funktioniert es nicht.

      Es ist völlig egal ob ich alles auf einmal zurück verlange, oder erst innerhalb von 100 Jahren! Ich will mehr zurück, als ich überhaupt geschöpft habe d.h. als überhaupt existiert. Das geht nicht. Es geht nur, wenn sich ständig neue Schuldner finden. Wie in einem Schneeballsystem. Und deswegen springt der Staat auch ein und verschuldet sich bereitwillig. Er schöpft damit indirekt Geld. Er tut zwar so als ob er das ungern macht, aber es wird sich immer ein Grund finden sich weiter verschulden zu müssen. Sei froh das er das macht. Wenn er es nicht mehr kann, weil seine Bürger nichts mehr haben, dann geht hier das Licht aus. ;)

      Du musst übrigens unbedingt unterscheiden, ob die Bank gerade Geld schöpft also neues Geld entsteht und die Geldmenge steigt, ODER mit dem bereits umlaufenden Geld Geschäfte macht. Das ist ein ganz großer Unterschied!!!

      Alles Geld ist geliehen! Alles Geld wurde per Kredit dem Markt zur Verfügung gestellt. Deswegen würde alles Geld verschwinden, wenn alle Schulden getilgt würden. Und es würde noch das Geld für den fälligen Zins fehlen, weil dieses Geld überhaupt nicht existiert.

      • Groo schrieb am 21. August 2010 at 16:32 - Permalink

        Es ist völlig egal ob ich alles auf einmal zurück verlange, oder erst innerhalb von 100 Jahren!

        Nein!

        Du kannst nur solange was verlangen, als das belief-system konstant ist!

        Du outest dich da als Geld-Metaphysiker.
        Ziemlich brüchig, meinst Du nicht?

        Vertrauen, Glaube, Gesellschaftssystem.
        Ohne das hat ‘Geld’ keinen ‘Wert’.

        OK?

        • DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 19:54 - Permalink

          Ich kann deinen Einwand nicht recht nachvollziehen. Das man von einer Sache nie mehr zurück erhalten kann, als man geschaffen hat erscheint mir unumstößlich.

          Der Monopolist der Geldschöpfung (als Synonym für den Bankensektor) kann nicht mehr Zahlungsmittel zurück verlangen, als er zur Verfügung gestellt hat.

          Das würde nur gehen, wenn jemand zusätzlich illegal Zahlungsmittel fälscht und damit tilgt, oder man tilgt alte Schulden mit neuen.

          Wir reden wahrscheinlich aneinander vorbei. Ich beziehe mich ausschließlich auf das gesetzliche Zahlungsmittel und dessen Gesetzmässigkeiten.

          • Groo schrieb am 21. August 2010 at 20:47 - Permalink

            @doc

            ich will damit nur sagen, dass ‘Geld’ normativ, und nicht physisch ist.

            zB löse ich die Frage, ob ‘Geld’ unkaputtbar ist, wie manche meinen, durch ein Gedankenexperiment, wo ich den ganzen Planeten in die Luft jage.
            Mitsamt den goldbugs.
            Woraus logisch zu schliessen ist, dass alles, dem wir Menschen einen ‘Wert’ zuweisen, normativ ist.
            Dann kürze ich den ‘Herrn’ weg: Hats gegeben, hats genommen.

            Und siehe da: Es bleibt nur noch als ‘Wert’ übrig, was wir einer Sache jeweils als ‘Wert’ zuweisen.

            Wahlweise blase ich Kalifornien in die Luft (Erdbeben), um zu sehen, was als ‘Wert’ vernichtet wird, und wie die Menschheit (Rückversicherer) darauf reagiert.

            Schluss: ‘Wert ist temporär’. Zeitgebunden.

            Der Basis’wert’ sind die basic needs, also was zum Überleben nötig ist.
            Alles andere sind erstmal Lufbuchungen.
            (Pakistan)

            Die Wertspeicher sind wir Menschen.
            Ob das quantifizierbar ist, da bin ich mir schon nicht mehr sicher.
            Da sind wir sofort bei tief ethischen Fragen, an die ich mich kaum rantraue.

            OK?
            So denke ich halt mal.

            Think big.
            Then be humble.

            • DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 21:49 - Permalink

              Das ist schon sehr abstrakt ;)

            • Groo schrieb am 21. August 2010 at 23:18 - Permalink

              Das ist schon sehr abstrakt ;)

              yep.
              Verkrieche mich ja schon wieder.

              Konkret sind die Waffen.
              Bin nach wie vor ein friedliebender Mensch, der glaubt, durch Nachdenken mithelfen zu können, die Welt zu verbessern.

              Kann sein, dass das ein Fehler ist.

            • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 23:23 - Permalink

              Bin nach wie vor ein friedliebender Mensch, der glaubt, durch Nachdenken die Welt verbessern zu können.

              Kann sein, dass das ein Fehler ist.

              Bestimmt nicht, es müßten nur mehr werden, die nachdenken (wollen).

              Wir Frauen reden halt beim nachdenken – wir sind erst ‘gefährlich’, wenn wir nicht mehr reden… ;-)

            • Vogel schrieb am 23. August 2010 at 22:54 - Permalink

              Bestimmt nicht, es müßten nur mehr werden, die nachdenken (wollen).

              Wenn Du da nich einen groben Scherz gemacht hast?

            • Wat. schrieb am 23. August 2010 at 23:04 - Permalink

              @ Vogel

              Ob ich da einen groben Scherz machte?

              Es war zumindest nicht meine Absicht.

              Wenn jemand anfängt (nachzu-)denken, schlägt er hoffentlich nicht gleich einem anderen die Birne ein.
              Derjenige will nicht nur ‘weg haben’, derjenige überlegt vielleicht auch was ‘kommen soll’.

      • Lada schrieb am 22. August 2010 at 15:08 - Permalink

        Es macht in meinen Augen keinen Unterschied, ob in meinem Beispiel das Geld neu geschaffen wird, oder schon vorhanden ist.
        Was ändert sich denn, wenn das Geld im Beispiel erst entsteht? Du hast 10 Einheiten neu geschaffenes Geld erhalten, musst aber aufgrund der Zinsen 12 zurückzahlen. Klar, wenn du denkst 12>10 , dann sieht das so aus, als ob du das nicht zurückzahlen kannst. Aber wenn du es stetig abbezahlst und das Geld weiterläuft, wieso solltest du es nicht abbezahlen können? Du kannst im Beispiel auch 12 Einheiten Schulden mit 10 Einheiten Geld abbezahlen, ganz einfach, weil es ein Kreislauf ist.

    54. Bernd van Straelen schrieb am 21. August 2010 at 15:44 - Permalink

      Wenn ich allein das Recht habe Zahlungsmittel auszugeben und alles Zahlungsmittel durch mich geschöpft wurde – ich aber gleichzeitig mehr zurück verlange als ich selbst zur Verfügung gestellt habe, funktioniert es nicht.

      Man muss hierbei strikt zwischen “Geld” und “Ansprüchen auf Geld mit unterschiedlicher Fristigkeit” unterscheiden.

      Und deswegen springt der Staat auch ein und verschuldet sich bereitwillig. Er schöpft damit indirekt Geld.

      Der Staat (die Zentralbank einmal hier ausgenommen!) schöpft überhaupt kein Geld sondern verschuldet sich stetig zunehmend, um “überschüssige” Ersparnisse wieder in den Geldkreislauf zurückzuführen, also um den Geldkreislauf (gleichmäßiger Geldkreislauf = ständige Nachfragewirksamkeit des Geldes = kontinuierlicher Güterabsatz) weitgehend aufrechtzuerhalten.

      Wenn er es nicht mehr kann, weil seine Bürger nichts mehr haben, dann geht hier das Licht aus.

      “Er” kann es dann nicht mehr wenn überwiegend die reichen Bürger ihm nichts mehr leihen wollen und lieber die Liquidität des Geldes bevorzugen (Liquiditätsfalle).

      Deswegen würde alles Geld verschwinden, wenn alle Schulden getilgt würden.

      Die Schulden können im volkswirtschaftlichen Maßstab keinesfalls und nirgends getilt werden.
      Wovon denn?
      Im volkswirtschaftlichen Maßstab ist nur eine Vermögensverkleinerung in der Lage, Schulden wirklich abzubauen!

      Mit freundlichem Gruß

      Bernd van Straelen

    55. DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 15:46 - Permalink

      Sag ich doch ;). Und natürlich schöpft der Staat kein Geld – sondern nur indirekt in dem er sich bei Banken verschuldet. Im Ergebnis steigt die Geldmenge …

      Und natürlich ist es volkswirtschaftlich Wahnsinn Schulden zu tilgen, also absolut zu tilgen, denn die Geldmenge würde sich verringern. Und da würden sich einige Milliardäre sicher grämen …

    56. Carlos Manoso schrieb am 21. August 2010 at 19:28 - Permalink

      @groo #44

      Würde mir wünschen zu wissen, was er heute darüber denken würde.

      Um die Wahrheit zu sagen, wünschen sich viel zu viele zu wissen, was sie heute darüber denken würden, wenn sie wissen würden, was sie heute wissen, aber früher nicht wussten.

      Wenn zum Beispiel Marx seine alten Sachen heute noch mal lesen müßte, würde es ihm nicht anders ergehen als jedem, der seine alten Sachen nochmal liest. Marx würde schon nach wenigen Seiten nervlich völlig fertig sein wegen seiner völligen Unverständlichkeit, er würde die Schuld heulend darauf schieben, er sei damals noch im hegelianischen Banne gestanden. Völlig fassungslos und total geschafft würde Marx über seine völlige Metaphysiklosigkeit den Kopf schütteln. Deprimiert aufstöhnend würde sich Marx in Grund und Boden schämen wegen seiner unfaßbar unpsychologischen Argumentation. Das Schlimmste naht aber noch und wegen seiner rein ökonomischen Fundierungen würde Marx in langes tiefes Seufzen versinken bis in Ewigkeit und nichts mehr von sich wissen wollen.

      In WordPress aber würde Marx eintippen: So ging ich wieder hinaus mit meinem Freunde Schopenhauser und wir weinten beide bitterlich … bis … ja bis wir auf Herrn Nietzsche trafen, der schon alles wußte.

      • Groo schrieb am 21. August 2010 at 20:29 - Permalink

        Haha!

        Naja.
        Nicht ganz.

      • VoltaireJunior schrieb am 23. August 2010 at 22:11 - Permalink

        Jaja der Schopenhauser!

        Vielleicht sollte Manosos Carlos, der Kasparhauser des Marxismus sich lieber erschießen lassen, statt sich nun auch noch in Satire zu versuchen. Denn der Schuß geht leider bei ihm auch nach hinten los.

        • carlos manoso schrieb am 24. August 2010 at 00:56 - Permalink

          @VoltaireJunior, vielleicht sitzt einfach schon zu lange der Verschwörungswelt der LaRouche-Sekte auf, einer CIA-Kreation, für die der Glaube, auch Karl Marx sei Agent eines gewissen Lord Palmerston gewesen, scheinbar irgendwie höchste kultische Bedeutung hat.

          Über deinen Sektenguru Lyndon LaRouche, heißt es: „Ab 1973 vollzog er eine Wendung nach rechts und begann, ein Gebäude von Verschwörungstheorien zu konstruieren. Als Hintergründe dieser Wende nach rechts werden das Scheitern seiner Ehe und seine frauenfeindlichen Einstellungen vermutet. Ideologisches Bindeglied ist vor allem eine abenteuerliche weltweite Verschwörungstheorie. Die “Briten” sind… verantwortlich für die meisten Übel in der Welt. So steckt die britische Königsfamilie – laut LaRouche – nicht nur hinter Greenpeace, sondern “die Queen organisiert den internationalen Drogenhandel”.Ein anderer Oberverschwörer ist für die LaRoucheleute der von ihnen so bezeichnete “Judenbengel” Henry Kissinger, der ein “britischer Agent” sei.“
          King, Dennis: “Lyndon LaRouche and the New American Fascism”

          Jaja der Schopenhauser!
          Vielleicht sollte Manosos Carlos, der Kasparhauser des Marxismus sich lieber erschießen lassen, statt sich nun auch noch in Satire zu versuchen. Denn der Schuß geht leider bei ihm auch nach hinten los.

          Jaja, „Ein einzelner irrationaler Mensch ist noch nicht per se ein Faschist, sondern geht höchstens seinen Mitmenschen auf die Nerven. Irrationalität in organisierter Form oder als Haufen gehört aber sehr wohl in die Vor- oder Nachgeschichte des Faschismus, vor allem dann, wenn er Andersdenkenden durch Gewalt und Terror aufgezwungen werden soll.“
          http://www.solidaritaet.com/neuesol/2007/16/wurzeln.htm

    57. Linus schrieb am 21. August 2010 at 19:46 - Permalink

      Eine kurze Überschlagsrechnung zu Deutschland aktuell:
      Die Geldmenge M3 liegt derzeit bei 10 Billionen. Dies entspricht ziemlich genau den offenen Schulden. Bei durchschnittlich 2,5% Zinsen ergibt sich eine jährliche Zinslast von 250 Milliarden.
      Das nominale BIP liegt derzeit bei 2,5 Billionen. Für nachhaltiges Wirtschaften müssen wir die Schulden aus Wachstum bezahlen, andernfalls geht es an die Substanz. Also brauchen wir 10% BIP-Wachstum (nominal).
      Derzeit schaffen wir aber gerade mal 3%. Fehlen 7%, die durch weitere Verschuldung, also Substanz gedeckt werden müssen. Das ist das, was Jahr für Jahr an Substanz an die Geldschöpfer fließt.

    58. DocSnyder schrieb am 21. August 2010 at 19:58 - Permalink

      Oder es wird bei der Bevölkerung gekürzt, vornehmlich bei den Schwächsten nur für den Schuldendienst und ein Schneeballgeldsystem. :(

    59. WhiteHaven schrieb am 21. August 2010 at 23:32 - Permalink

      In diesem Zusammenhang ist die Wortwurzel des Wortes “reich” sehr interessant:
      Reich, < althochdeutsch "rikhi", englisch "rich", gotisch "reiks" < germanisch "rikja" zu germanisch "rik" = "Herrscher" ! übrigens ist das Wort verwandt mit dem Wort: Recht.
      Ich denke das erklärt doch so einiges. U.a. das man so gerne in allen Justizsystemen dieser Welt so gerne "die Großen laufen lässt und die Kleinen hängt!"
      Deshalb entweder "Reichtum für alle!" oder eben Reichtum begrenzen bzw verteilen.
      Zum Schluss noch ein Brecht Zitat, leicht modifiziert: “Armer Mann (Knecht) trifft reichen Mann (Herrscher) und sehn sich an. Da sprach der Arme (Knecht) zum Reichen (Herrscher). Wär ich nicht arm (Knecht), wärst du nicht reich (Herrscher)!”

      • Wat. schrieb am 21. August 2010 at 23:36 - Permalink

        Genauso.
        Reich ist der Gegenpart von arm.

        Wohlstand ist etwas anderes – und heißt wohl nur: gut leben…, das sollte für alle möglich sein (natürlich überall)

      • na sowas schrieb am 22. August 2010 at 00:44 - Permalink

        …da kenn ich meinen Brecht ein wenig anders,
        liegt vielleicht an der Übersetzung.

        Reicher Mann und armer Mann
        standen da und sah’n sich an,
        Da zog der Arme ‘ne Pistole
        “Nu rück mal raus die verdammte Kohle!”

        …
        Se reúnen en la fogata Buenas noches ☀

    60. Keynesianer schrieb am 22. August 2010 at 11:18 - Permalink

      Dem Verfasser dieses Artikels hier, Wolf Wetzel, möchte ich noch ein großes Lob für seinen Text über die Antideutschen im folgenden Link zukommen lassen. Damit er nicht meint, ich wollte ihn hier nur niedermachen.

      http://www.gegeninformationsbuero.de/frameset.html?/antidoitsch/antidoitsch.html

      Diese Darstellung und Analyse ist wirklich einwandfrei und erstklassig, besonders der Schluss. Unbedingt allen Interessierten an dem Thema zur Lektüre empfohlen.

      • VoltaireJunior schrieb am 23. August 2010 at 22:18 - Permalink

        Habe Deine Empfehlung gerade mal aufgenommen und kann Dir nur zustimmen. Der von Dir verlinkte Text ist wirklich erstklassig! Jetzt frage ich mich nur noch mehr, wieso der Schuster nicht bei seinen Leisten geblieben ist und sich so aufs antisemitische Glatteis begeben hat mit seinen dummen Bankentext hier?

    61. Ludowika schrieb am 22. August 2010 at 11:58 - Permalink

      Schön, dass unter den deutschen Bloggern mal wieder jemand Gesicht gegen den in letzter Zeit im linken politischen Spektrum grassierenden Antisemitismus zeigt ! Und was diesen unappetitlichen Kapitalismus anbelangt: Da erleben wir beim Spiegelfechter sicher bald die Überraschung, dass er konsequenterweise auf seinen Seiten die üblen (da marktorientierten) Werbe-Ads deaktiviert.

      • Golda Meir schrieb am 22. August 2010 at 13:14 - Permalink

        @Ludowika

        Schön, dass unter den deutschen Bloggern mal wieder jemand Gesicht gegen den in letzter Zeit im linken politischen Spektrum grassierenden Antisemitismus zeigt ! Und was diesen unappetitlichen Kapitalismus anbelangt: Da erleben wir beim Spiegelfechter sicher bald die Überraschung, dass er konsequenterweise auf seinen Seiten die üblen (da marktorientierten) Werbe-Ads deaktiviert.

        Schön, dass sich auch mal wieder ein tief gequältes deutsches Seelchen so wohlig zickig eingerichtet hat in der Schönen Neuen Welt des Dualismus der Rödelheimer Insel.

        „Rödelheimer Insel fällt kampflos an den Mossad“
        http://problemchild.blogsport.de/2008/05/03/roedelheimer-insel-faellt-kampflos-an-den-mossadmossad/

        Wenn Hr. Wetzel stoisch feststellt: „Die Unterscheidung in ›gutes‹ und ›böses‹ Kapital ist also im besten Falle dumm, im schlechtesten Falle antisemitisch“, ist das auch nur halb richtig, denn diese Art der Aufspaltung in Gut und Böse ist nicht antisemitisch sondern im schlechtesten Falle zionistisch.

        Ludowika, gerade vom linken Spektrum könnte dieser höchst unkritische Begriff „Antisemitismus” aus seiner dualistischen Verengung gelöst und befreit werden. Leider können aber manche Kreise, die ihn anscheinend gern als politisches Machtinstrument unverzichtbar halten, nicht auf ihn verzichten (= nicht auf die damit verbundenen Elemente der Einschüchterung und Gewaltandrohung).

        Vermutlich lbesteht diese unappetitliche Einschüchterung und Gewaltandrohung einfach nur darin, das Schicksal der zeitweiligen Ausprägung eines Staates mit dem Schicksal der ganzen Welt zu identifizieren und das Schicksal der Welt vom Schicksal der zeitweiligen Ausprägung eines Staates abhängig zu machen, d.h. die Methode A.H..

      • Stefan K. schrieb am 22. August 2010 at 13:41 - Permalink

        üblen (da marktorientierten) Werbe-Ads deaktiviert

        dafür reicht doch schon ein Adblocker im Browser) – man muss ja nicht gleich militant werden, nur weil einem einige Dinge nicht passen

    62. antonym schrieb am 22. August 2010 at 13:46 - Permalink

      Ach der Antisemitismus… das ist doch nun wirklich schon lange her. Klar ist es eine Schande dass in D-Land die Synagogen immer noch Polizeischutz brauchen. Aber sollen sich wirklich die Linken dafür die Schuld in die Schuhe schieben lassen?

      Und ist der anti-muslimische Rassismus, der nach genau den selben Mustern wie der alte Antisemi arbeitet und in den letzten paar Jahren der Kriege Millionen Todesopfer und Flüchtlinge gefordert hat nicht eigentlich wichtiger?

      Gerade das als “Philosemitismus” daherkommende Verständnis gegenüber den Kriegstreibern und Militärdiktaturen und den sie finanzierenden Banken ist das Problem, nicht ein paar Spinner der klassischen nationalen Rechten des letzten Jahrhunderts.

    63. robert schrieb am 23. August 2010 at 16:43 - Permalink

      Hat der gute Jens jetzt plötzlich gemeint, einem antideutschen Autoren Platz einräumen zu müssen? Dieses Lied von einer verkürzten Kapitalismuskritik ist nichts neues. Man kennt sie unter dem tollen Namen “struktureller Antisemitismus”.
      Allerdings halte ich solche Begriffe für Unsinn:
      Denn es besteht ein großer Unterschied zum Bankwesen: Ein Jude wurde verfolgt, nur allein aus der Tatsache, dass er ein Jude ist. Egal was er getan hat oder eben nicht. Antisemitismus ist eine kranke Vorstellung.
      Nehmen wir jetzt den Banker: Wenn einer Milliarden an der Börse verzockt, dann kritisiere ich ihn nicht, weil er Banker ist, sondern wegen dem, was er getan hat. Welche religion, welche Hautfarbe usw. er hat, spielt dabei KEINE Rolle.

      by the way: die argumentation, warum die HRE rettungswürdig gewesen sein soll, finde ich sehr dürftig. man muss bedenken: die ausfallsumme hätte sich auf viele schultern verteilt. und die deutsche bank, einer der hauptgläubiger der HRE, hätte den schock locker verkraftet.

    64. jo.breitner schrieb am 24. August 2010 at 14:17 - Permalink

      Auf die zwielichtige und hochexplosive Rolle der Banken (bspw. Bank of England mit dem Judenhasser Montagu Norman und Deutsche Reichsbank mit dem Hjalmar Schacht) im Zeitraum 1900-1945 geht der Wirtschaftswissenschaftler Guido Giacomo Preparata in seinem 2005 auf englisch und vier Jahre später auf Deutsch erschienenen, sehr empfehlenswerten Buch “Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten” ein. Spannend zu lesen, aber auch teils sehr nüchtern-akademisch und schwierig zu begreifen (komplexe Ökonomie halt), aber immer erkenntnisreich. Von Hitler an sich handelt das Buch eigentlich nur am Rande, mehr von den Leuten aus dem anlgo-amerikanischen Imperium, die ihn unterstützt haben, um ihn als Gegengewicht zu den Russen im Osten aufzubauen (was ja auch super geklappt hat). Im Nachwort (das der deutschen Ausgabe exklusiv vorliegt!) schildert Preparata, wie ihm im Zeitraum 2005-2008 seine Professur an der Uni Washington, aufgrund seines Buches, in einem schmierigen und nicht-koscheren Vorgang verweigert wurde (trotz der zahlreichen akademischen Fürsprecher…) – ohne wirkliche inhaltliche Gegenargumente – und ihm teilweise auch infam “Antisemitismus” unterstellt wurde. Lest es einfach selbst und macht euch euer eigenes Bild (die Quellen von Preparata sind übrigens überzeugend und überraschen durch eine “wasserdichte” Bandbreite). Ich hatte nach dem Lesen eine Gänsehaut.

      Preparata, ein italienisch-amerikanischer junger Professor (aus meiner Sicht ein pazifistischer Anti-Imperialist und Anti-Faschist, so man Vor- und Nachwort zugrundelegt; obwohl ich solche Schubladisierungen eigentlich nicht mag; Hitler und Co.s Verbrechen werden in seinem Buch jedenfalls nicht verharmlost, sondern alle Opfer auf allen Seiten beklagt und die Sinnlosigkeit der Kriege aufgezeigt) ist vor ca. zehn Jahren mehr durch “Zufall” auf die brisante Thematik gestoßen, als er sich mit dem Wirtschaftssystem im Dritten Reich im Rahmen von eigenen Seminaren befasste und dann nach und nach in den Quellen “entdeckte”, wer da im Hintergrund welche Fäden zog (bzw. wohl immer noch zieht).

      Eine ausführliche Rezension des Buches findet sich hier.

      Seite des Verlags.

    65. jo.breitner schrieb am 24. August 2010 at 14:49 - Permalink

      @robert:
      Dieses Lied von einer verkürzten Kapitalismuskritik ist nichts neues. Man kennt sie unter dem tollen Namen “struktureller Antisemitismus”.
      Allerdings halte ich solche Begriffe für Unsinn:
      Denn es besteht ein großer Unterschied zum Bankwesen: Ein Jude wurde verfolgt, nur allein aus der Tatsache, dass er ein Jude ist. Egal was er getan hat oder eben nicht. Antisemitismus ist eine kranke Vorstellung.
      Nehmen wir jetzt den Banker: Wenn einer Milliarden an der Börse verzockt, dann kritisiere ich ihn nicht, weil er Banker ist, sondern wegen dem, was er getan hat. Welche religion, welche Hautfarbe usw. er hat, spielt dabei KEINE Rolle.

      Exakt.
      “Anti-Semitismus” ist ein codiertes Wort, das im Endeffekt nichts taugt. Nicht im Sinne der Aufklärung. Der Begriff meint etwas, aber er SAGT es nicht ein-deutig (z.B. das man Angst vor Juden hat oder sie hasst, das will man doch mit dem Begriff ausdrücken, nicht wahr? Nun, und warum SAGT man das nicht genau so, wenn man ein-deutig verstanden werden will? *rhetorisch frag*). Es gibt keinen Semitismus im Sinne von reiner Judenbezogenheit. Im strengen Sinne ist ein “Anti-Semitist” ein Verachter der semitischen Sprachgruppen. Aber niemand weiß, was ein “Anti-Semit” ist….Wer das für Wortklauberei hält, sollte sich doch mal fragen, warum der Begriff “Anti-Semitismus” noch immer als Totschlagargument funktioniert (leider) und von Broder und Co. in selbstherrlicher Manier gern benutzt wird…


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