Die Psychotricks der Hartz-IV-Parteien
geschrieben am 26. August 2010 von Spiegelfechter
Wie man aus Opfern Übeltäter macht und aus Übeltätern famose Menschen. Eine Propaganda-Analyse der
Agenda-2010-Politik
ein Gastartikel von Holdger Platta
Vorbemerkung:
Schön wär’s ja: Wenn es um Sachliches geht, spricht der rationale Mensch auf rationale Weise mit anderen rationalen Menschen. Aber schon die Werbe-Industrie setzt da auf andere Mittel. Und auch die Propagandisten der Politik haben in dieser Hinsicht längst schon von der Werbe-Industrie gelernt. Auch sie, die Politiker, wollen Ware verkaufen, und zwar, wie die Brotfett-Hersteller in Deutschland, mithilfe von Psychotricks. Der Werbechef von LINTAS wies mich schon vor vielen Jahren darauf hin: „Wir verkaufen nicht Margarine, wir verkaufen Gesundheit.“ Deshalb die entsprechenden Werbespots dazu: joggende Jungpaare etwa bei herrlichstem Morgenwetter. „Magische Metaphorik“ nennen Werber diese Mätzchen gerne. Man kann auch „faulen Zauber“ dazu sagen. Hinzufügen muß man dann allerdings: fauler Zauber, der wirkt! Und oft – auch dieses gilt für die Politiker – entwickeln die Propagandisten jedweder Couleur sogar Werbetricks, deren Botschaft im genauen Gegensatz zu dem steht, was sie da verkaufen wollen. So beabsichtigen diese „geheimen Verführer“ (Vance Packard) zumeist nur eins: die Leute mit ihren suggestiven Tricks besoffen zu machen. Und so wollen bestimmte Neoliberale den Hungertod des Staates bereits seit längerer Zeit als hochgesunde Schlankheitskur verkaufen. Doch damit konkret:
Erster Teil: zum Begriff „schlanker Staat“
Seit Jahren schon setzen die Neoliberalen aller Hartz-IV-Parteien immer wieder darauf, uns den Abbau des Sozialstaates als etwas ganz besonders Tolles anzudrehen. Sie sprechen vom „schlanken Staat“, den es endlich zu verwirklichen gälte. Und nun sehen wir uns doch zunächst einmal die psychologisch präzis durchkalkulierte Suggestionswirkung dieser Propagandaformel „schlanker Staat“ an. Denn gerade wenn wir uns gegen die verblödende Psychologisierung von Politikbegriffen wehren wollen, müssen wir uns auf die Psychologie einlassen, die solchen Tricks zugrunde liegt. Was kommt uns also ganz spontan bei einer Redewendung wie „schlanker Staat“ in den Sinn? Und: was soll uns da in den Sinn kommen? Welchen Identifizierungssog übt eine derartige Propagandaformel aus?
Ich denke, die erste Feststellung ist: das, was für die meisten Menschen bei Menschen ein Attraktivitätsmerkmal ist – Schlankheit -, das soll durch diesen Vermenschlichungstrick eines bestimmten Politikmodells mit Namen „schlanker Staat“ auch auf diese Politik als attraktives Merkmal übertragen werden. Schon für die alte Vermenschlichungs-Formel „Vater Staat“ galt das ja. Herrschaft und Obrigkeit kamen mit dem Wärmeton einer Kind-Eltern-Beziehung daher. Doch welche Assoziationen löst die Formel „schlanker Staat“ bei uns aus?
Nun, erster Einfall ist vermutlich: „schlanker Staat“, das ist ein attraktiver Staat ohne überflüssige Fettpolster. Staat ist fast so etwas wie ein hübsches Girl in der Model-Welt. „Schlanker Staat“, tatsächlich, bedient damit ein weitverbreitetes Schönheits-Ideal. Der „schlanke Staat“ kann mithalten, auch da, wo es um Ästhetik geht. Na prima!
Zweitens: der „schlanke Staat“, das ist selbstverständlich auch der rundum gesunde Staat. Der Staat mit Idealgewicht, das ein langes Leben sichert. Ein Staat, der auch auf längeren Laufstrecken in der Konkurrenz mit anderen ganz wunderbar mithalten kann. Beiläufig bedient diese Propagandaformel mit ihrer suggestiven Überzeugungskraft also auch ein Fitness-Ideal, mitten in einer Welt des sportiven Wettbewerbs. Wie schön auch dieses!
Und drittens: der „schlanke Staat“, einzig dieser, ist ein Staat, der sich auch wohlfühlen kann in seiner Haut – und mit ihm die Bürgerinnen und Bürger in ihm. Kein Übergewicht, keine Atemnot, gutes Körpergefühl, attraktive Wohlgestalt: ein solcher Staat befriedigt auch jeden Wellness-Wunsch. Kurz: dieser „schlanke Staat“ ist ein Staat der „schönen neuen Welt“ (Aldous Huxley) – ein glücklicher, oder zumindest ins Glück gedopter, Staat. Donnerwetter, ruft man da aus, und für wen, bitteschön, ist das so? Ist das tatsächlich ein glücklicher Staat für uns alle?
Nun, es dürfte nicht überraschen: dieser gutaussehende, dieser supergesunde, dieser rundum zufriedene Staat ist selbstverständlich nicht unser aller Staat. Es ist der Staat für jene, die sich eh schon alles in ihm leisten können (sofern es käuflich ist oder die eigene Macht zuläßt): Glück, Gesundheit und Beauty-Farm, Wellness-Kuren, Fitness-Kuren und Reisen rund um den Erdball. Und außerdem: jedwedes Privileg. Mit anderen Worten: es ist der Staat derer da oben, dieser „schlanke Staat“, aber nicht unser Staat. Es ist der Staat der Eliten, aber nicht der Staat der Armen und Ärmsten. Beweise? – Beweise!
Schon mehr als zehn Jahre ist es her, daß im Deutschen Bundestag ein junger – übrigens schlanker! – Sprecher der FDP ans Rednerpult trat. Wir schreiben den 14. März 1996. Der Redner heißt Guido Westerwelle, damals schon Generalsekretär der FDP. Und seine Proklamation zum „schlanken Staat“ hatte folgenden Wortlaut:
„…die eigentliche Frage bei der Debatte ‚schlanker Staat’
Diesen Satz sollte man wohl zweimal lesen, um dessen Ungeheuerlichkeit ganz zu verstehen:
• ein Repräsentant dieser Demokratie stellt Bürger und Staat in Gegensatz zueinander, dies in einer Demokratie;
• ein Oberliberaler wendet sich gegen „zu viel“ Liberalität;
• ein deutscher Jurist gegen „zu viel“ Rechtsstaat in Deutschland!
Schon dieses begreift man ja kaum. Und was mit „Pflichten“ und „Verantwortung“ des Staates gemeint war, die angeblich überhand genommen hätten, das war von diesem Herrn der FDP schon vorher aufs deutlichste auf den Punkt gebracht worden: der Sozialstaat war gemeint, den es abzuschaffen gälte, die Absicherung der Menschen vor Armut und Not. In den Worten des FDP-Hoffnungsträgers gesagt: Sozialstaat führe zur „Unfinanzierbarkeit“ unseres Gemeinwesens, Sozialstaat, das sei „Vollkasko-Gesellschaft mit Rundumbetreuung“. Schon damals also, 1996: „schlanker Staat“, das bedeutete Aufruf zu einer Politik nach der Maxime: „Regieren wir doch bitte die Menschen unten konsequent in den Hunger hinein!“ In der Tat: fraglos ein „schlanker Staat“, fraglos eine tolle „Schlankheitskur“. Nur mit dem einen kleinen Schönheitsfehler: Schlankheitskur ausschließlich für die Habenichtse!
Und an dieser Fettbekämpfungsfront führen die Propagandisten des „schlanken Staates“ auch heute noch ihren Krieg. Mag der Begriff selber noch so viel Schönes & Gesundes & Glückliches suggerieren. Die Menschen ganz unten sollen bitteschön das ganze Elend, die ganze Krankheit, die ganze Häßlichkeit dieser Staats-Verschlankungs-Idee zu spüren bekommen! Und an dieser Stelle ist – leider – auch unser aller Ex-Bundesverfassungsrichter und Ex-Bundespräsident Roman Herzog zu zitieren. Der nämlich kanzelte, vor gar nicht langer Zeit, in einer Propagandabroschüre der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ den heutigen Staat folgendermaßen ab (Titel dieser Traktätchensammlung: „Mehr Freiheit für Eigeninitiative. Moderner Staat. Schlanker Staat. Chancen für alle“):
„Wir haben <…> so viel Sozialstaat aufgebaut, daß er unsozial geworden ist. Der Staat soll aufhören, die Menschen zu entmündigen. Der übertriebene Staat gründet auf einer Lüge: Angeblich hilft er den Menschen. Aber in Wirklichkeit macht er sie abhängig von staatlicher Versorgung und erstickt so ihre Antriebskräfte. Wir brauchen einen schlanken Staat…“
Schutz der Menschen vor einem Leben weit unterhalb des Existenzminimums nichts anderes als „Entmündigung“? Versorgung der Menschen mit ausreichenden Lebensmitteln nichts anderes als drohende „Erstickungsgefahr“?! – Darauf muß man erst einmal kommen. Ich weiß nicht, was an derartigen Äußerungen verheerender ist: deren furchtbare Dummheit oder deren entsetzliche Inhumanität. Jedenfalls gilt:
Egal, wer in Deutschland das Ideal des „schlanken Staates“ beschwört, in der Konsequenz will er nur eines: die Abschaffung der Sozialstaatsgarantie. Der will, noch deutlicher gesagt, gleich eine ganze Reihe von Grundrechtsartikeln aus unserem Verfassungswerk beseitigen: Artikel 1 (Würde des Menschen) sowie Artikel 20 und 28 (in denen das Sozialstaatsprinzip unserer Demokratie ausdrücklich festgeschrieben worden ist), außerdem die Artikel 14 und 15 (in denen die Sozialpflichtigkeit des Eigentums, auf jeweils verschiedene Weise, unveränderbare Verfassungsforderung ist).
„Schlanker Staat“, dieser Betörungsbegriff ist ein Begriff der Torheit, sonst nichts. Sein Menschlichkeits-Sound, seine humane Bildlichkeit, soll verdummen, nichts sonst. Und die Analyse dieses Begriffs zeigt: Oberliberale entlarven sich mit diesem Begriff als Gegner der Liberalität, und ein Ex-Bundesverfassungsrichter mit ihm als Gegner unserer Verfassung. Was unten schon längst Armenhaus ist, dieser „schlanke Staat“, das ist oben längst schon Tollhaus. Mit Rationalität – ich erwähnte es anfangs schon – hat diese Staatsverschlankungsidelogie jedenfalls gar nichts mehr zu tun. Sie ist ein Werbefeldzug für Spaltung und Entmenschlichung unseres Landes: trotz und wegen seines „menschelnden“ Psychotricks in der Propagandaformel „schlanker Staat“.
Zweiter Teil: zum Begriff „Leistungsträger“
Auch diese Propagandavokabel der Neoliberalen macht sich immer auffälliger in den öffentlichen Debatten breit – und hat sich fast schon durchgesetzt: „Leistungsträger“ nennen sich die Reichen und die Superreichen, die Mächtigen und Pfründeninhaber seit einiger Zeit mit besonderer Vorliebe. Eine einzige Unverschämtheit! Dieser Begriff suggeriert – und das soll er ja auch -, daß alle anderen in diesem Lande nur noch Faulpelze oder Nichtskönner sind. Die Wahrheit ist aber:
Zum Erfolg eines Unternehmens – wie zur Wohlfahrt des Staates insgesamt – tragen immer noch alle mit bei – die arbeitenden Menschen „ganz unten“ auf jeden Fall und vielleicht auch hin und wieder die Spitzen „ganz oben“. Punkt eins. Und Punkt zwei:
Was die Oberen leisten, ist oft nur die Frechheit, daß sie sich vieles leisten: Massenentlassungen, Firmen an die Wand fahren oder ins Ausland verlegen, Steuern hinterziehen oder Schmiergelder zahlen – und eben Unverschämtheiten wie den Begriff „Leistungsträger“, eine anmaßende Selbstbeweihräucherungsvokabel, die vor Eigenlob zum Himmel stinkt. Und des weiteren: was die Oberen leisten, ist oft nur der arrogante Snobismus, sich – dank überfüllter Bankkonten – allzu vieles leisten zu können: von der Luxusjacht über Lustreisen bis zur überflüssigen Vielfliegerei, die unsere Umwelt versaut und von uns Steuerzahlern und Konsumenten auch noch bezahlt wird – allzu bereitwillig oft und kritiklos. Kurz:
Wer weiß, was Begriffe „leisten“ können, weiß auch, was dieser Begriff „Leistungsträger“ leisten soll: ideologisierend und beschönigend und verfälschend das Bewußtsein der Öffentlichkeit manipulieren – im Interesse der Herrschenden. Und übrigens: bis weit in die großen Massenmedien hinein.
Antonio Gramsci, der große italienische Marxist, sprach in diesem Zusammenhang einmal von der „Hegemonie in den Köpfen“ – von der Vorherrschaft, die man durch solche Sprachtricks auch über das Denken der Menschen erringt. Ausschließlich zu dem Zweck, die eigene – auch ganz reale – Vorherrschaft sicherzustellen. Das bedeutet: wenn nunmehr ein Begriff wie „Leistungsträger“ zunehmend in der Öffentlichkeit durchgepaukt wird, dann ist das mehr als nur Durchsetzung eines Begriffs. Das ist auch Kampf um Absicherung weiterer politisch- wirtschaftlicher Vorherrschaft der sogenannten „Eliten“. Und: das ist auch reinste Verdummungsstrategie. Aus Privilegien und Vorherrschaft macht dieses Verblödungswort Leistung und Last.
Dieser Verdummungsstrategie sollte aufgeklärte und aufklärende Wissenschaft ihre Analysen entgegensetzen. Sonst droht, was schon Immanuel Kant, der Königsberger Philosoph der Aufklärung aus dem 18. Jahrhundert, als Folge solcher Nichtaufklärung konstatiert hat: Fortbestand der Unmündigkeit.
Und abschließend aufgespießt: neuerdings bedienen sich die sogenannten „Leistungsträger“ – die Mächtigen und Superreichen – noch eines zusätzlichen Tricks. Sie gemeinden in ihren Begriff von „Leistungsträgerschaft“ (sofern es ihnen in den Kram paßt) durchaus auch noch andere Bevölkerungskreise mit ein – die FDP vor allem die Angehörigen des „Mittelstands“. Der Begriff der „Leistungsträger“ soll dadurch dem Begriff der „Leistungsbezieher“ gegenübergestellt werden. Und dadurch alle arbeitenden Menschen aufgehetzt werden gegen die Arbeitslosen und alle sonstigen angeblich „lästigen“, „überflüssigen“, „parasitären“ „Kostgänger“ des Staates: gegen ALG-II-BezieherInnen also, gegen Niedriglöhner, Aufstocker, Rentner, Kranke undsoweiter. Abschließend noch mehr dazu.
Kein Wunder daher, daß der Bundesvorsitzende des RCDS (Gottfried Ludewig, Jg. 1982, wohnhaft Berlin) allen Ernstes vorgeschlagen hat – einige Monate ist das her, bei Anne Will vor einem Millionenpublikum -, daß „Leistungsbeziehern“ nur noch ein halbes Wahlrecht zustehen solle, den „Leistungsträgern“ aber ein doppeltes! – Damit wären wir wo gelandet?
Richtig: in den Zeiten vor der Demokratie, im Kaiserreich von Wilhelm zwo. Denn da gab es schon einmal ein derartiges Mehrklassenwahlrecht und ergo derartiges Unrecht. Und wo sind eigentlich unsere Massenmedien gelandet, hier die ARD, wenn sie solchen Figuren der bundesdeutschen Jungchristen sogar noch eine öffentliche Plattform für deren verfassungsfeindlichen Unfug zur Verfügung stellen?
Ganz sicher nicht in einer „Leistungsgesellschaft“, sondern in einer Gesellschaft des reaktionär-intellektuellen Niedergangs! –
Noch einmal: die wahren Leistungsträger unserer Gesellschaft, die rackerten sich immer schon unten in unserer Gesellschaft ab. Oben hingegen laufen oft nur noch Imitate von „Leistungsträgern“ herum: Hohlköpfe, bei denen die Gehirne leer sind – wie es ihre Schrottpapiere, die Derivate waren – und nur die Bankkonten noch voll.
Dritter Teil und Schluß: zum Begriff der „sozialen Hängematte“
Früher wurde es einmal „soziales Netz“ genannt, offenbar in Anlehnung an die Sicherheitsnetze, die für Zirkus-Artisten unten über der Manege aufgehängt wurden: gemeint war das System der Gesellschaft, Menschen vor dem Absturz ins soziale Nichts zu bewahren – im Falle der Arbeitslosigkeit zum Beispiel. Und die Erarbeiter des Grundgesetzes haben noch gewußt, wieso sie den Sozialstaat derart zentral in unserer Verfassung abgesichert haben. Sie erinnerten sich noch, daß die Weimarer Republik nicht zuletzt an diesem Mangel an sozialem Rechtsstaat zerbrochen war. Sie hatten begriffen – bis weit in die Reihen der CDU hinein, damals jedenfalls -, daß Menschen der Demokratie verloren gehen und die Demokratie den Menschen, wenn die Demokratie den Einzelnen vor dem völligen Absturz nicht mehr zu bewahren weiß. Aber: lang, lang ist’s her! Und für die Neoliberalen von heute scheint dies alles nur noch kalter Kaffee von gestern zu sein! Hier die abschließenden Beispiele:
Immer häufiger tauschen die Neoliberalen in ihrer Propaganda den Begriff des „sozialen Netzes“ gegen den hämischen Begriff der „sozialen Hängematte“ aus. Und die Neoliberalen wissen sehr genau, weshalb. Wir auch? – Nun, werfen wir ein letztes Mal einen Blick auf diese Propagandasprache! Welche Spontan-Assoziationen kommen uns da in den Sinn – noch bei jedem von uns, so denke ich -, wenn wir den Begriff „Hängematte“ vernehmen?
Erstens: Ich vermute, die erste Assoziation, die sich bei den meisten einstellen dürfte, wenn sie das Wort „Hängematte“ zu hören bekommen, dürfte das der entspannten Untätigkeit sein. Wer in der „Hängematte“ liegt, arbeitet nicht. Er faulenzt herum, ruht, schläft vielleicht sogar (schließlich: er liegt, er sitzt nichtmal!). Kurz: eine durch und durch beneidenswerte Situation!
Zweitens: zumeist ist diese Assoziation behaglicher Freizeit und Untätigkeit aber noch mit einem weiteren Einfall verknüpft: „Hängematte“, das klingt irgendwie nach Ferien, nach Reise. Fast zwangsläufig scheint diese Hängematte in unseren Köpfen ausgespannt zu sein zwischen zwei Palmen, irgendwie klingt „Hängematte“ nach Tropen-Urlaub – jedenfalls die Assoziation südlicher Länder drängt sich auf. Ist ja auch klar: Hängematten pflegt man nicht in seiner Wohnung zu installieren, zumindest in aller Regel nicht, sondern draußen. Und das lohnt sich nur, wenn es das Klima erlaubt. Nicht zuletzt aber: kam eine solche Hängematte nicht schon bei Robinson Crusoe vor, auf seiner fernen Insel im Pazifik? Werben nicht Reiseprospekte, wenn es um Malediven oder Seychellen geht, gern mit dieser Erholungsme-tapher?
Womit drittens unvermeidbar bei diesem Begriff der „Hängematte“ sogar die Bedeutung der Fern- oder Weltreise mitschwingt – und damit sogar etwas wie Luxus. Wer in der Hängematte liegt, irgendwo weit weg, draußen in der Welt, dem geht es in jederlei Hinsicht gut, also auch in finanzieller. Ist schon interessant, wo man landet, wenn man den Suggestionen dieses Begriffes folgt. Bereits jetzt kann man sagen: beim genauen Gegenteil von Wirklichkeit!
Denn: es handelt sich ja bei den Menschen in der sogenannten „sozialen Hängematte“ um Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, die mittlerweile unter elendsten Bedingungen dahinvegetieren müssen, nicht aber um Fernreisende und Nichtstuer aus der Jetset-Welt. Und in Verbindung mit dem Beiwort „sozial“ wird damit aus der elenden Zwangsuntätigkeit der Arbeitslosen geradezu ein asozialer Tatbestand. Die „soziale Hängematte“ deutet die Zwangsuntätigkeit der Arbeitslosen in Faulenzerei um. Diese Propaganda soll einer uninformierten und unbetroffenen Bevölkerung vorgaukeln, den Ärmsten der Armen in der Bundesrepublik gehe es bestens. Und das heißt natürlich: viel zu gut!
Übertreibe ich? Halten die hier wiedergegebenen Assoziationen zum Begriff der „sozialen Hängematte“ einer empirischen Überprüfung Stand? Faulenzertum, Luxus – ist das, im Zusammenhang mit Arbeitslosen und „sozialer Hängematte“, nicht arg weit hergeholt?
Nun, Dirk Niebel, FDP-Generalsekretär, begründete seine Ablehnung der „sozialen Hängematte“ zum Beispiel unter anderem damit (vergessen wir nicht: es geht um das soziale Sicherungssystem der Bundesrepublik, das mittlerweile nichtmal mehr das Existenzminimum der Menschen und Restformen eines menschenwürdigen Lebens zu garantieren vermag!): „Der Fleißige darf nicht dem Faulen helfen!“: deshalb Abschaffung der „sozialen Hängematte“! Da finden wir, aufs klarste ausgesprochen, das angebliche Faulenzertum von SozialhilfebezieherInnen und arbeitslosen Menschen auf den Punkt gebracht! Der Rauswurf aus der Arbeitswelt wird zum Charaktermangel der betroffenen Menschen. Und die richtige Konsequenz aus diesem Charaktermangel Faulheit ist, so Niebel, daß diesen Ärmsten der Armen keinerlei Hilfe mehr zusteht, weil es damit doch an die Geldbörsen der „Fleißigen“ geht. Dies also zu Humanität und Sozialstaatsverständnis der FDP! Und was ist mit der von mir angesprochenen Luxus-Suggestion, die mit dem Slogan der „sozialen Hängematte“ verknüpft ist?
Nun, werfen wir einen Blick auf die Publikationen des Springer-Konzerns! Haben wir da nicht alle noch – aus der „Bild-Zeitung“ – „Florida-Rolf“ in Erinnerung, der aufs genaueste, als Fernurlauber bei Miami sowie als Sozialhilfeempfänger, dem geschilderten Bild des Gesellschaftsausbeuters von unten zu entsprechen schien? Doch schauen wir auch in den Online-Dienst der Springer-Zeitung „Die Welt“ hinein. Da faselt der anonyme Verfasser tatsächlich davon, daß die Sozialhilfe in der Bundesrepublik „allzu üppig“ bemessen sei. „Üppig“, „allzu üppig“? – Da haben wir durchaus die Luxus-Unterstellung. Womit auch dieser Online-Dienst eines angeblich seriöseren Blatts aus dem Springer-Konzern aufs genaueste das Klischee vom Sozialhilfeempfänger als übermäßig verwöhnten Faulpelz bedient.
Wieso all diese Schmähungen?
Nun, ich sehe für diese menschenverachtende Propaganda, die den Menschen in ihrem Elend auch noch Schuld gibt an ihrem Elend, vor allem drei Motive am Werk:
Es liegt zum einen im ökonomischen Interesse dieser neoliberalen Sprücheklopfer, sich den Sozialstaat vom Halse zu schaffen. So oder so: Sozialstaat kostet Geld. Allein dieses wollen diese Herrschaften nicht mehr.
Es dient zum zweiten der moralischen Selbstentlastung. Wenn Charakterfehler der Armen und Arbeitslosen Schuld sind an deren Schicksal, kann es eigener Fehler oder Fehler der eigenen Wirtschafts- und Politik-Eliten nicht mehr sein. Und wenn es im Grunde asoziale Strolche sind, diese Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosen, haben die auch keinen menschlichen Anspruch auf Hilfe mehr. Bestens kann man mit diesen Propaganda-Suggestionen also eigenes Versagen verschleiern.
Und zum dritten soll mit diesem suggestiven Gequatsche von der „sozialen Hängematte“ nicht zuletzt die arbeitende Bevölkerung aufgehetzt werden gegen dieses angeblich unverschämt faulenzende Arbeitslosenheer. Wobei nicht zu übersehen ist: je schlechter es die arbeitenden Menschen haben, desto größer die Chance, daß bei den Arbeitenden diese Propaganda auch verfängt. Wem es an seinem Arbeitsplatz nicht gut geht, der glaubt leicht, daß es der Arbeitslose in Wahrheit doch viel besser hat. Schnell wird da aus der „sozialen Hängematte“ in den Köpfen derjenigen Menschen, die sich bis zum Zusammenbruch abrackern müssen in den Betrieben ihrer Konzernherren, die besonnte Hängematte der Sozialhilfeempfänger am tropischen Badestrand!
Fazit mithin: diese Metaphorik von der „sozialen Hängematte“ macht aus der Zwangsuntätigkeit der Arbeitslosen so etwas wie einen ewigen Urlaub, aus ihrem Elend ein Luxus-Leben. Und auf die Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz oft bei spärlichster Bezahlung und unter menschenunwürdigsten Bedingungen zu schuften haben, wirkt das fast wie Unverschämtheit und Provokation. Die wahren Ausbeuter der Gesellschaft scheinen, aus dieser Perspektive betrachtet, die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft zu sein, nicht aber die sogenannten Eliten in Wirtschaft und Politik. Verkehrte Welt! Psychotricks! Aber so funktionieren die Slogans. Und: so sollen sie funktionieren!
Das bedeutet aber:
Man bleibt wehrlos, wenn man in dieser Hinsicht ahnungslos bleibt. Man muß bei öffentlichen Debatten auch diese untergründigen Psychotricks analysieren. Man kann den Kampf um das Bewußtsein der Menschen nicht gewinnen, wenn man permanent den Kampf um deren Unterbewußtsein verliert. Wir benötigen deshalb dringend eine aufklärerische Psychologie, die sich dieser manipulativen Psychologie unnachgiebig in den Weg stellt, beharrlich und konsequent, mit Einfühlung und Verstand.
Holdger Platta


Dauerkampagne gegen die Faulheitslüge: “Es reicht schon
lange! .. Bekannte Fakten statt endloser Hartz IV-Verleumdungen” ..
http://www.hartz4-im-netz.de/PagEd-index-page_id-135.html
Netzaktion bei Twitter ..
http://twitter.com/Netzaktion
GESAMTÜBERSICHT
http://www.faulheitsdebatte.hartz4-im-netz.de
Öh, hab ich den Artikel schon woanders gelesen? Kommt mir so bekannt vor.
Verstehe. Zweitverwertung: http://www.flegel-g.de/Fremdbeitraege/schlanker-staat.html
“Wir benötigen deshalb dringend eine aufklärerische Psychologie, die sich dieser manipulativen Psychologie unnachgiebig in den Weg stellt, beharrlich und konsequent, mit Einfühlung und Verstand.”
In der Tat, wir sind heute technisch hochentwickelt und geistig unterentwickelt. Wir glauben, von den Dingen um uns abhängig zu sein. Aber es sind heute nicht die Besten unter den Menschen, die jene Welt beherrschen. Warum haben wir dann diesen Glauben, der uns schwach macht vor ihnen (Medien, Konzerne, Parteien, Korrupte)? Wir haben die Alternative, wir sind von Natur aus frei in unserer Wahl, beginnen wir also mit der Wiedergewinnung eines realistischen Menschenbildes. Lasst uns zu einem menschlichen Glauben konvertieren und dadurch Ruhe, Zufriedenheit und Glück finden. Lasst und wieder frei und menschlich sein. Lasst uns einmal zuerst über unser Innerstes sprechen, später über die Außenwelt. In dieser Reihenfolge.
Ein wackerer Mann bildete sich einmal ein, die Menschen ertränken nur im Wasser, weil sie vom Gedanken der Schwere besessen wären.
- Aber das teilst du mit “Anti”deutschlern, “Gegenstandpunkt”-Fans u.v.m.
Vermögensverteilung ist kein Naturereignis, sondern von Menschenhand. Aber der Abwehrschirm einer Gesellschaft kann nicht besser entwickelt sein, als es der Einzelne ist. Mit Gedankenlosigkeit bekommt man eine ebensolche Gesellschaft in der die größten Triebtäter mit ihrer Gier, ihrem Hass, ihrer Lust über die Passiven herrschen.
Will wirklich keinen ideologischen Grabenkrieg beginnen, aber man kann Antideutschen und Gegenstandpunkt nun wirklich nicht vorwerfen, sie wollten den Kapitalismus gesundbeten.
Was wir wirklich bräuchten, wäre eine wirklich objektive Berichterstattung in den Medien. Z.B. in ARD und ZDF, die wir schliesslich nicht für ein Heidengeld für ihre Manipulationsversuche bezahlen.
Super – mehr kann man zu dieser Analyse nicht sagen !!!
Nur leider werden es zu wenige lesen.
Schon mal den Artikel an BILD gesendet ???
Die Antwort, so es eine gibt, wäre spannend ;-)
Danke für diese umfangreiche Analyse. Du sprichst mir aus dem Herzen.
Wir brauchen wieder Grundrechte für alle, nicht die gesellschaftliche und politische Ausgrenzung derer, die das Pech haben, nicht oder nicht genügend Geld verdienen zu können oder dürfen.
Gruß, Frosch
diese “leistungsträgerschaft” umfasst auch jene, die nur ihr “geld arbeiten lassen”, also ein leistungsloses einkommen beziehen, in einer gesellschaft in der augenblicklich ein empörungsreflex einsetzt sobald der verdacht aufkommt, ein faulpelz bekommt was geschenkt.
mir fällt auf, dass den schlagworten, wenn überhaupt, nur sehr negative gegenbegriffe gegenüberstehen:
zukunftssicher
konkurrenzfähig
brückentechnologie
solides wachstum (obwohl, auf betriebsebene: gesund schrumpfen)
globalisierung
fallen mir da spontan ein.
Das große Problem besteht darin, daß der “Mittelstand” durch die ständige Propaganda der Reichen glaubt, auch zu den Priveligierten zu gehören. Dadurch lassen sich Wahlen gewinnen und z.B. die FDP mit an die Regierung kommen.
Die gern verdrängte Realität sieht ganz anders aus. Die Reichen und Superreichen, das sind nicht die Angestellten mit 5-10.000,-EUR im Monat, haben sich durch diesen Imagetransfer Unterstützer für ihre neoliberale, staatsfeindliche Politik herangeholt. Der Mittelstand glaubt, er gehöre zur Elite und setzt so Gesetze durch, die nicht etwas ihm helfen, sondern nur den richtig Reichen. Das sind z.B. die HartzIV-Gesetz, Verringerung des Spitzensteuersatzes, Flattax für Kapitalerträge, Steuerfreiheit für Unternehmensverkäufe. Wenn der Mittelstand begriffen hätte, daß er sich selbst schadet, wenn diese Gesetze durchgesetzt werden, hätte man die extreme Einkommensverschiebung nach oben bremsen können. Gleichzeitig sorgt er auch noch für die Finanzierung dieser Wohltaten der Reichen.
Und das wirklich perfide ist, daß die Armen dieser Gesellschaft als Schmarotzer und Nichtstuer abgestempelt werden. Sie seien es, warum der Mittelstand so hohe staatliche Abgaben zahlen müsse. Dadurch die die Reichen und damit die sie unterstützende Politik dieses Feindbild aufgebaut haben, werden Tatsachen radikal vertauscht. In Deutschland haben die wirklich Reichen eine Abgabenlast von unter 30% ( siehe statistisches Bundesamt). Die Armen müssen von ihren Transferleistungen oder Minimaleinkommen vielleicht wenig direkte Steuern bezahlen. Dafür werden sie aber mit Abgaben zur Sozialversicherung und den indirekten Steuern belastet. Das fängt bei 10,-Euro zusätzlicher Praxisgebühr an und geht über Mehrwertsteuer hin zur Energie- und Mineralölsteuer. Selbstverständlich müssen auch die Reichen diese indirekten Steuer aufbringen, aber in ein viel geringeren Anteil vom Einkommen.
Die wirklichen Schmarotzer dieser Gesellschaft sind die Typen wie Niebel, Westerwelle, Steinbrück, Merz, v.d. Leyen, v. Guttenberg, usw.. Diese suhlen sich in staatlichen Zahlungen, bringen keine oder nur geringe Gegenleistung und haben auch noch die Unverschämheit, sich als Leistungsträger darzustellen. Und dann sie da natürlich die Reichen und Superreichen, die einfach der grundgesetzlichen Verpflichtung von Eigentum nicht nachkommen. Diese Kreise sind es, die einen schlanken Staat fordern, die aber einen sie bevorzugt behandelnden Staat meinen. Aber diese Kreise können nur durch die Dummheit der “Mittelschicht” an der Macht bleiben. Sollte es irgendeiner Partei gelingen, eine Verbindung von Mittelschicht und Unterschicht herzustellen, dann hätten wir wieder eine Chance zu einer sozialen Marktwirtschaft. Amerika ist das nach der großen Depression durch den NewDeal gelungen und es hat die USA zur wirtschaftlichen Supermacht gemacht. Es ist der Mittelstand der für Fortschritt und Innovation sorgt, nicht die Reichen oder die Armen. Die Reichen wollen den StatusQuo erhalten und den Armen fehlen die grundlegenden Möglichkeiten.
Hat doch auch in den USA wunderbar funktioniert :D.
Da hat man den Leuten jahrelang erzählt, daß man den Reichen die Steuern senken muß, damit es allen gut/besser geht. Das sogenannte “trickle down”-Prinzip. Also wenn die Reichen mehr Geld haben, geben sie das auch wieder aus und schaffen so Arbeitsplätze und Einkommen für die Unter-/Mittelschicht. Muhahahahahaha. Und das haben die auch noch geglaubt.
Jetzt sind die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer und die Mittelschicht in der Auflösung ;).
Wie war das noch? Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber!
“Es ist der Mittelstand der für Fortschritt und Innovation sorgt, nicht die Reichen oder die Armen. Die Reichen wollen den StatusQuo erhalten und den Armen fehlen die grundlegenden Möglichkeiten.”
Sagt ein Mann aus der Mittelschicht, gebe ich zu bedenken.
Genau das. Diese Karotte vorm Gesicht funktioniert schon seit Jahrzehnten (auch und besonders gut in den USA).
Dazu kommt der sich auch in Deutschland immer mehr ausbreitende “Tellerwäscher”-Mythos. D.h. alle möglichen Leute glauben das es ihnen , auch wenn es ihnen momentan schlecht geht, später einmal gut gehen wird und sie auch zu den Reichen gehören werden. Deshalb lehnen sie ihre vermeintliche Vorsehung vor Augen alles ab was Vermögen (ausnahmsweise mal) von oben nach unten verteilt. Es könnte sie ja vielleicht, unter Umständen, später mal selber treffen und dann will man natürlich nix abgeben. Das sie natürlich NIE reich sein werden, spielt dabei keine Rolle. Realität ist unwichtig. Die Karotte baumelt und die Leute rennen.
Sehr guter Artikel. Endlich mal ein Gastartikel, der auch sprachlich mit dem Chef mithalten kann.
Besonders passend zum neoliberalen Gewäsch ist ja die sarrazinische Behauptung, dass sich die muslimischen Ausländer anständig integrieren würden, wenn Ihnen die bequeme soziale Hängematte weggenommen werden würde.
was noch fehlte waren die Asozialen und Sozialschmarotzer. bei diesen begriffen denkt nicht nur der normale bildleser, sondern dank massenpropaganda nicht an bankster und politiker, die sich ja nun wirklich im wortsinne unsozial verhalten und auf kosten der arbeitenden bevölkerung sehr gut leben, sondern an diejenigen, die zb durch ihre armut auffallen.
@Holdger Platta
Sehr gute Arbeit. Mir fallen schon seit geraumer Zeit propagandistische Veränderungen des “allgemeinen Sprachgebrauchs” und nebenher auch eine zunehmende Militarisierung der Sprache (z.B. “Kampf gegen [...]) auf und dieser Artikel hat meiner Meinung sehr schön die Systematik und Zielsetzung dieses Umstandes analysiert. Danke!
Denken Sie doch mal an die LTI von Viktor Klemperer.
Sehr guter Artikel!
Der Kampf um die Köpfe der Menschen und deren Unterbewußtsein ist elementar.
Rationalität verliert regelmäßig den Krieg gegen die gefühlte Wahrheit
LOL
“Schlanker Staat” interessanterweise nur wenn “der Staat” in der Pflicht ist, wie Gesundheitsversorgung, Rente und diverse andere öffentliche Aufgaben (Gas, Wasser, Scheiße. Strom) da entdecken Politiker und Behörden auf einmal die “Eigenverantwortlichkeit” des ach so mündigen Bürgers…wenn es aber um Sachen geht wo man diesen gängeln kann, da sind dann diese Politker und Behörden ganz vorne mit dabei, sei es der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (mit dem KJM/jugendschutz.net-Komplex),Computerspiele die einige Politiker-Flachpfeifen als “Killerspiele” bezeichnen, Drogen-, Chemikalien-Gesetzgebung (mit den neuen Änderungen in der ChemVV), Waffen-Gesetz, diverse § im StgB die einen Erwachsenenschutz betreiben (wie z.B. § 131 Gewaltverherrlichung), Arzneimittelgesetz (was auf Nahrungsergänzungmittel ausgedehnt wird) und vieles andere mehr….da heißt es dann auf einmal der ach so mündige Bürger müsse ja geschützt werden und wehe er möchte nicht diesen Schutz, da wird die Sache dann zwangsweise erledigt….
bombjack
FULL ACK
na das ist doch einmal ein artikel…. eins plus
sowas würde man doch mal gerne in unseren “qualitätsmedien” lesen, damit auch eine breite bevölkerungsschicht versteht, was hinter dem neusprech zu verstehen ist…
danke dafür, werde mich bemühen, diesen artikel weiterzuverbreiten
Lieber Holdger Platta,
du hast mit fast allem Recht, was du sagst. Ich selbst versuche mit meinem Blog in die gleiche Kerbe zu schlagen und die Leser auf die Schwachsinnsbegriffe der Neoliberalen und ihrer Anhänger und ihre wirklichen Ziele hinzuweisen. Mit dem letzten Satz deines Beitrags stimme ich allerdings nicht so ganz überein. M.E. brauchen wir aufklärerische Medien viel eher, als eine aufklärerische Psychologie, die es ja in Ansätzen gibt (Kritische Psychologie, Kritische Theorie, Sozialpsychologie nach Erich Fromm usw.). Wie du selbst anmerkst sind es unsere Medien, seien es öffentliche oder private, die das blöde Gewäsch der Neoliberalen, der Freidemokraten, der Christlichsozialen, der Kapitalisten (BDI usw.) völlig unkommentiert wiedergeben oder gar unkritisch wiederkäuen. Was wir brauchen sind kritische und aufklärerische Medien und Pädagogen, die aufdecken, und zum Hinterfragen erziehen.
Liebe Grüße aus der Nachbarschaft
Reneé
‘tschuldigung,
das alles habt ihr euch verdient!
Nicht nur die “Psychotricks der Hartz-IV-Parteien”, sondern im gleichen Maße auch die Vorratsdatenspeicherung, das ELENA-Verfahren, das SWIFT-Abkommen, den elektronischen PERSONALausweis, mehr Nutto vom Bretto, Stabilisierungseinsätze, die kriegsähnliche Zustände generieren, 1.700 Milliarde Euro Staatsverschuldung, eine Parteiendiktatur und viel mehr andere tollen Sachen, die euer Leben so lebenswert machen.
So, und jetzt wünsche ich euch viel Spass beim sinnlosen Debattieren!
Wenn man durch solche Artikel nur einen einzigen CDUSPDFDPGRÜNE-Wähler dazu motivieren konnte, sein nächstes Kreuzchen nicht bei der CDUSPDFDPGRÜNE zu machen, hat sich der Artikel und die Diskussion dazu gelohnt.
Eben, schwitzig, wenn es nicht die Cholera ist, wie wäre es mit der durchaus etwas “humaneren” Pest? Geht es bei diesem und ähnlichen Artikel wirklich nur darum, irgendwelche Wähler dazu zu motivieren, ihre “Kreuzchen” an die richtige Stelle zu platzieren?
Tja, dann macht schön weiter, aber nicht vergessen, der Letzte macht das Licht aus!
Wenn sich diese “aufklärende” Psychologie der Begriffe “die da oben” und “wir hier unten” bedient, dann kann sie mir gestohlen bleiben. Dieses Lagerdenken ist unter Linken und Rechten häufig zu finden, bringt aber gar nichts, außer Hass und einer weiteren Verschwurbelung der Weltsicht.
Unten, Oben, Elite, Reiche… wird hier versucht, den Spieß umzudrehen? Aus den Herrenmenschen Untermenschen zu machen, indem suggeriert wird, dass “die da oben” die wahren Parasiten sind? Das wäre dumm, gefährlich und das Gegenteil von aufklärerisch.
Außerdem möchte ich bemängeln, dass die vorgetragenen Thesen im Stil einer Verschwörungstheorie daher kommen, vermutlich aus Mangel an alternativen Erklärungen. “Die da oben” tun sich alle zusammen um “uns hier unten” dumm zu halten und zu knechten. Dass diese Menschen eventuell wirklich glauben, was sie sagen, dass kommt Herrn Platta nicht in den Sinn. Alles Demagogen!
Herr Platta liegt auch grundfalsch, wenn er meint, alle “hier unten” seien gegen Neoliberalismus und gegen schlanke Staaten. Wie kann man überhaupt so einer Hybris verfallen, die Menschen anhand ihrer politischen Weltsicht in ahnungslos und aufgeklärt aufzuteilen?
Dieser Artikel gehört in die Schublade “Polemiken für Menschen, die bereits den Stein der Weisen gefunden haben, es aber trotzdem gern bestätigt bekommen wollen” (ganz unten).
@memoon,
Du argumentierst hier als aufgeklärter Bürger, der den Ausgleich sucht.
Nobel.
Aber man sollte nicht zu schnell die Schublade VT aufmachen!
Da ich hptschl US-webseiten lese, weil ich glaube, dass da das Epizentrum ist, hier zwei Links, die zZ Furore machen, und genau zum Thema passen:
a) The billionaire brothers who are waging a war against Obama.
http://www.newyorker.com/reporting/2010/08/30/100830fa_fact_mayer
b) ein Artikel dazu von Joe Romm (“The Web’s most influential climate-change blogger.”)
Über die Koch brothers
http://climateprogress.org/2010/08/24/new-yorker-koch-brothers-smithsonian-tea-party/
Solltest du Dir die Zeit nehmen,das zu lesen wirst Du möglicherweise was lernen:
Nämlich, dass es sich hier um ein ‘Syndrom’ im medizinisch-psychologischen Sinn handelt.
Oder anders: Ein ‘Krieg’ der Eliten gegen the rest of us.
Wenn Du, NACHDEM Du die zwei Artikel gelesen hat, immer noch mit VT kommst, wünsche ich dir guten Schlaf auf Deinem bürgerlichen Ruhekissen.
Da steht etliches auf dem Spiel!
Werde Ihren Beitrag unter device Null routen.
Zu mehr taugt er nicht.
Da sagst du sehr viel wahres.
Ein Artikel der sich gegen die “Kampfbegriffe” der “anderen Seite” richtet, selbst aber nur so damit um sich wirft.
Ich finde es ja ohnehin sehr interessant, welches Menschenbild in diesen Köpfen vorhanden ist. Hobbypsychologiemäßig würde ich davon mal in die andere Richtung auf die Menschen, die dieses Bild propagieren, zurückschließen. Denn in der Regel schließt man ja von sich selbst, dem eigenen Charakter, den eigenen Handlungsmustern, usw. auf seine Mitmenschen…
Suggerieren? Klar sagen, denn genauso ist es. Der “Leistungsträger” wäre ohne diejenigen die tatsächlich eine Leistung erbringen eben nix. Denn welche “Leistung” erbringt denn zum Beispiel ein Erbe? Das er/sie da ist und jemandes Kind ist? Das hab ich auch geschafft.
Welche “Leistung” erbringt ein Vorstandschef? Er führt den Konzern zum Erfolg? Er ganz allein? Waren nicht wenigstens noch ein paar tausend Angestellte peripher beteiligt? Ist diese “Leistung” tatsächlich 400x-1000x soviel wert wie die Leistung des Angestellten?
Reichtum – also tatsächlich sehr viel mehr haben, als der Durchschnitt – ist IMMER nur erreichbar durch das ausbeuten von Leistungen anderer. Von daher ist der Begriff Parasit schon ganz richtig, so ideologisch verbrannt er auch sein mag (weswegen ich ihn übrigens nicht verwendet hätte).
Viel besser noch. Die Vielhabenden sind sind die “Meister des Universums”, um mal aus einer Doku über Börsenhändler zu zitieren, die Leistungbringenden aber sind Bittsteller. Und das nennst du Verschwörungstheorie? Ich nenne es Realität.
Es braucht ihm nicht in den Sinn zu kommen. Man kann auch ohne zu kapieren warum es so ist ein grandioser Demagoge sein. Das macht es weder besser noch schlimmer, höchstens noch trauriger. Und ändert nichts daran, das das Verhalten der meisten “da oben” eben verwerflich und menschlich extrem schäbig ist. Überzeugung das Richtige zu tun hin oder her.
Umso dringender die Menschen aufzuklären. Wer sich gegen seine ureigensten Interessen stellt und auch noch mit den eigenen Unterdrückern kollaboriert ist eben ahnungslos. Da braucht man nicht lang zu interpretieren. Immer wieder mit dem Kopf gegen eine Wand zu knallen von der man behauptet sie wäre nicht da, ist schließlich auch kein allgemein anerkanntes Zeichen von Standhaftigkeit, sondern ein Zeichen von fortgeschrittenem Wahnsinn.
Du darfst es gerne Hybris nennen, aber ich erwarte von einem klugen und mündigen Bürger das er sich und andere informiert, FÜR seine Interessen kämpft und sich eben nicht von Propaganda das Hirn verkleistern läßt. Die Masse an Bürgern, könnte durchaus genau diesem Bild entsprechen, wenn sie wüßten das sie es können. Und deshalb müssen sie aufgeklärt werden, nicht weil sie alle zu doof zum leben wären und von uns Weltverbesserlinken die Welt erklärt bekommen müssten.
Mit Wischi-Waschi-Rhethorik von Lagern zu denen man nicht gehören wil, ändert man leider nix an den traurigen Zuständen dieses Landes. Immer schön tolerant der eigenen Entmündigung gegenüber stehen, ist kein Zeichen eines vernünftigen, ausgleichenden Bürgers, als den du dich vermutlich siehst, sondern ein Zeichen von, darf ich es sagen, Unaufgeklärtheit. Dazu kommt noch die wundervolle, implizierte Annahme die eigene Appeasement-Geisteshaltung wäre irgendwie moralisch höherwertig als die der doofen, platten Lagerdenker. Womit wir wieder bei der Hybris wären.
Der Kernaussage des Artikels (Propaganda/Machterhalt durch die Etablierung einer bestimmten Sprache) stimme ich zu, allerdings hätte diesem weniger Emotion und Zuspitzung sehr gut getan.
Man muss nicht persönlich ausfallend werden (“Hohlköpfe, bei denen die Gehirne leer sind (..) und nur die Bankkonten noch voll”) oder die – in der Tat wenig komfortable und kritikwürdige – Situation sozial Schwacher in Deutschland mit mMn völlig übertriebenen Worten schildern (“Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, die mittlerweile unter elendsten Bedingungen dahinvegetieren müssen”) um Hart IV & Co. pointiert und treffend zu kritisieren. Im Gegenteil – mit weniger Schaum vorm Mund und etwas mehr Struktur kämen die zahlreichen richtigen Argumente des Artikels wesentlich mehr zum Tragen als in diesem ziemlich reißerischen Pamphlet. Schade.
@ Holdger Platta
Hier unterschätzt du die Lage:
.
Mit „aufklärerischer Psychologie“ wirst du bei den Menschen nicht weit kommen. Es wäre doch besser, einfach mal mit dem gesunden Menschenverstand anzufangen. Und schon hier wirst du bei einer gar nicht so kleinen Gruppe an „Grenzen“ kommen.
Es gibt sicher einige dieser Hohlköpfe „Oben“. Die sind gerade oft auch in den Medien präsent. Aber ein großer Teil dieser Kapital/ Polit Eliten sind alles andere als Hohlköpfe. Immerhin gelingt es ihnen einen großen Teil der Bevölkerung (auch sog. Bildungsbürger) für ihr „Denken und Handeln“ zu gewinnen oder zumindest sie dabei „Gewähren“ zu lassen.
Ich hatte mich unter deinem vorherigen Gastbeitrag schon mal kurz zu Wort gemeldet, mit dem Hinweis aus welcher „Perspektive“ ich deine Zeilen lese und beurteile. Aus meiner Sicht sind dieser und dein vorheriger Beitrag leider kaum geeignet um aufklärerisch zu wirken. Mehr als verklärte Forderungen (Wunschlisten) oder banale Schuldzuweisungen an andere Gruppen sind leider nicht zu finden. Damit wird man nichts ändern. NICHTS!
Es fehlen die wichtigen Fragen (und Antworten) nach Ursachen dieser gesellschaftlichen Zustände, nach den Besitzverhältnissen an Kapital und Produktionsmittel und vor allem an eigenen Lösungsvorschlägen WIE man diesen Kapitalismus noch zügeln kann! Vielleicht kommt da noch was von dir?
… und machen ihr Ding in aller Stille. Es wäre an den Medien – gäbe es in ihnen nicht allzu viele Feiglinge, Bequeme, Nachplapperer, Bratwurstjournalisten und Schönschreiber – hier Licht in den gülden schimmernden, verbergenden Schummer zu bringen.
Richtig ist: Es bedarf Aufklärer und Vorausdenker. Leider kann ich damit nicht dienen.
Ja, sie machen ihr Ding in aller Stille, – leider sehr erfolgreich in ihrem Interesse.
Die Menschen „hinter“ den Medien sind eben auch nur Menschen, man darf da nicht zuviel erwarten, schon recht nicht seine Hoffnungen darauf setzen.
Ich leider auch nicht. Solche Köpfe gibt es nur sehr wenige in einem Jahrhundert.
Da hast du wohl recht,
es gibt eine sonderbare Schichtung:
Guckst du da.
…Warum 9Live und andere “Gewinnspielsender” seit mittlerweile fast zehn Jahren so schalten und walten können, wie sie das machen, ist vielen Fernsehzuschauer ein Rätsel.
…
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33191/1.html
Hier fragt man sich/ich mich: was geht hier vor sich?
In IQ gerechnet würde ich sagen, dass hier Leute mit IQ 110 solche mit IQ 80 abzocken.
Also vollkommen konform zur sozialdarwinistischen Denke:
Der Schlaue frisst den Dummen.
Es gibt wenig Anlass für die CSU-Anhänger, an dem was zu ändern.
Ob das ‘christlich ist’?
Natürlich nicht!
Daraus ergibt sich ein scheinbar epistemisches Rätsel , das ich dir gerne zum Lösen überlasse.
Ziemlich einfach zu lösen. Meine ich.
Aber man freut sich über Bestätigung.
Probiers!
hallo Holdger,
gut geschrieben!
hier was Ergänzendes:
————————————-
Die Methoden der Propaganda sind ja eigentlich gut aufgearbeitet.
Edward Bernays, Chomsky/Ed Herman, George Lakoff,
Müller/Meinungsmache. …
Narzissmus, Überheblichkeit, Oberfläche/Schein, Status, etwas Vortäuschen,… bilden ein Syndrom, einen Komplex von synergistischen Eigenschaften, die sich gegenseitig stützen und verstärken.
In der Gruppe (zB Bayreuth, Davos, oder anderen elitären Treffen) vernetzen sich die, die so denken, und versichern sich ihrer gegenseitig.
->Socialism of the rich, the beautiful and the powerful.
Allseits bekannt.
Da diese Leute zuallermeist nicht selbst arbeiten, sondern allerhöchstens als Medienkasper oder Manager oder Waffenschieber oder Banker zB, mehr oder weniger sinnhafte Spruchblasen ablassen, einigen sie sich zB gerne darauf, dass ‘Geld arbeitet’, das sozusagen ihr abstrakter Sklave ist.
Dahinter stehen natürlich konkrete Leute, die den Mehrwert schaffen müssen; das wird über den Brücken-Begriff ‘Leistungsträger’ bewerkstelligt, den ein Westerwelle vordergründig ausreichend weit fasst, um auch Wähler zu bekommen.
(interessant fonde ich nach wie vor den Versuch Seehofers/derCSU letzes Jahr, ‘Leistungsträger’ durch ‘Lastenträger’ zu ersetzen. Hat nicht geklappt. Aber es sollte allen klar sein, dass da nicht ohne Hintergedanken passiert ist. der Begriff wurde in CSU-Hinterzimmern als Kampfbegriff entworfen.)
Leider sind die meisten ‘Leistungsträger’ der mittleren Ebene zu beschäftigt, um übers Grosse und Ganze nachzudenken.
Das merkt man immer wieder.
Man hat dazu halt keine Zeit!
Ziemlich irre das!
Der obere Level deligiert und geht ansonsten seinen Hedonismen nach.
So stabilisiert sich das System eben auf dem hässlichem uhnd defekten Niveau, wie wir es haben.
Als ziemlich leistungsfähiges Modell halte ich nach wie vor das von Krysmanski/Domhoff (zB Hirten und Wölfe) oder auch Domhoff.
Jeder kann darüber nachdenken und sich ein genauers ausdenken.
——————
Dazu wäre noch viel zu sagen. Vielleicht melde ich mich nochmal dazu.
——————
Was die HartzIV’ler betrifft:
Unter denen gibt es eine Menge kluger Leute, von denen einige Zeit zum Nachdenken haben, die meisten aber nicht, oder sie sind voller Schuldgefühle, oder haben schlicht aufgegeben. Das wirkt dann unmittelbar zurück: Wer aufgegeben hat, wählt nicht mehr.
Das kreative Nachdenkpotential wäre also da.
Interessant dabei finde ich, dass dieses Potential gezielt zB durch 1€-Jobs zerstört wird, sodass diese Leute möglichst nicht zuviel zum Nachdenken kommen.
(oder den Taxifahrer mit Philosophiestudium machen.)
Aus Sicht des ‘Systems’ ist das abolut logisch.
Sich dagegen zu wehren, gehört ein gewisses rebellisches Potential und Kraft, das die ‘Gegenseite’ prompt diskreditieren und schwächen möchte.
Es ist ja ein Irrsinn, wenn sich jemand, der für fünf Cent denken kann,
sich in Zeiten schwindender Ressourcen in die Tret-Mühle des Konsumismus einspannen lassen soll.
Eigentlich müsste die Konsequenz sein, dass Leute, die mit Wenig auskommen, so wie es eigentlich immer nötiger wird, DANK erhalten.
Freiwilliger Verzicht wäre das Motto für ab sofort bis in die unabsehbare Zukunft, und nicht Pseudo-Leistung, die sich im Kreis dreht und dabei den Planeten vernichtet.
Aber dagegen steht der Neid und die narzisstische Pathologie(!) derer, die im Hamsterrad treten, und es fällt ihnen nichts besseres ein als die, die ein adäquateres Leben führen (wollen), zu desavouieren und zu erniedrigen.
Es bringt nichts, so meine ich, @Holdger Plattner u. a. ordentlich den Kopf zu waschen und sie anschließend noch mit der Shampoo-Flasche in den Regen zu schicken.
Auch mir behagt diese ‘nur Psychologie-Sicht’ ganz und gar nicht!
Gibt es doch Ursachen, daß sich Menschen in Gesellschaften so oder so verhalten.
Niemand ist von Geburt ein ‘Bösewicht’ und handelt so, weil sie nun grundsätzlich nur von Gier und Neid zerfressen wären…
Aber was red ich – scheint ja wirklich so zu sein – daß die meisten hier nur neue Tapete auf die Brille brauchen.
liebe Wat,
jetzt wage ich es wieder mal, mich auf einen Disput mit Dir einzulassen.
Es geht nicht einfach um ‘nur Psychologie-Sicht’.
In guten Zeiten denke ich genau so, in düsteren hege ich den Verdacht, dass es da eine genetische Disposition gibt.
Nature-nurture.
Da ich in der Verhaltensphysiologie sozialisiert wurde, geht mir das einerseits leicht, anderseits schwer über über die Lippen.
Der strukturelle Aspekt, den Du anziehst:
reflektiert genau das.
Wir haben also ein komplexes Gewebe aus Nature(Gene), Nurture(Erziehung) und Struktur(Gesellschaft, Sprache), UND die übergreifende Natur, also unsere globalen Bedingtheiten.
Mein Verdacht ist, dass sich aus dem Urbrei der Gleichheit und des notwendigen Verstehens unserer Bedingtheiten eine recht hässliche Subspezies herausentwickelt hat.
(Mein Standardsatz: Die wurden wohl zu heiss gebadet. Wenn Du den ersten Artikel
über die Koch-Brothers liest, merkst Du vielleicht, was ich meine. Da ist ziemlich alles an Indizien versammelt)
Aber das ist schon min seit 5000 Jahren so.
@Groo
Ja, und was bitte ist noch seit 5.000 Jahre so?
Ganz bestimmt nicht das heiße Badewasser.
Es ist keine Subspezies, dem kann ich einfach nicht zustimmen, auch wenn es auf der Oberfläche so aussehen mag.
Wir werden alle nackt geboren. Alle!
Der gesamte ‘Rest’, genannt Leben, ist ‘Sozialisation’.
Und die verläuft unter bestimmten Bedingungen, in einem jeweils gesellschaftlichen Rahmen.
Das nun wieder auf die schlechten Menschen in der ‘Erziehungs-Umgebung’ allein herunter zu brechen, erscheint wenigstens mir ebenfalls zu oberflächlich.
Es muß also etwas anderes sein.
Und nach mA ist es das auch:
… Hier sage ich jetzt nur ersteinmal Privates Eigentum, daraus resultierende Klassen, Klassenunterschiede…
Ich habe einstweilen nicht den Eindruck, daß sich hier irgendwer für den wirklichen Zusammenhang, die Ursachen für unsere heutigen ‘Eindrücke’ interessiert…
Wie gesagt, sie wollen sich an der ‘Erscheinung’ abarbeiten – also mal wieder fruchtlos mit Windmühlen kämpfen.
Ich kämpfe mal heute nicht gegen Windmühlen – ich würde gern mit Menschen diskutieren, die wissen wollen, WARUM etwas so ist, wie es ist.
(Nicht, daß ich den Stein der Weisen in der Hand hätte, aber einem Grund dafür auf der Spur zu sein, meine ich doch schon)
Die Diskussion können Sie haben.
Mich stört schon lange, daß immer wieder in Blogs – mal mehr, mal weniger gelungen – auf Mißstände in der Gesellschaft hingewiesen wird.
Teils sind das ziemlich akademische, verkopfte Diskussionen, die mit der Lebenswirklichkeit “draußen” nichts oder nur mehr wenig zu tun haben. Und irgendwann ausfransen in ideologische Grabenkämpfe. Von Trollen und Hassbloggern mal ganz abgesehen.
Ich unterstelle den meisten Schreibern dabei absolut ehrenwerte Motive (ehrenwert im Sinne von die Gesellschaft zu einer besseren machen zu wollen).
Nein, ich meine nicht die Trolle – die nuckeln nur am Daumen und wollen beachtet und in den Arm genommen werden ;-)
Mir ist kürzlich die Kritik zu einem Buch in der Süddeutschen aufgefallen. Das Buch ist von Dietmar Hansch und heißt “Sprung ins Wir”.
Ich habe es zugegebenermaßen noch nicht gelesen – aber die Rezension (http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/Produktdetails/Buch+Sprung_ins_Wir+Dietmar_Hansch/5627385.do?extraInformationShortModus=false) klang vielversprechend und deckt sich überwiegend mit dem was ich mir schon lange denke: was menschliches Verhalten anbelangt, ist alles Sozialisation. An die Genetik glaube ich herzlich wenig!
Wir müssen hin zu einem Fach “Persönlichkeitsbildung” in den Schulen.
Das ist meines Erachtens der einzig gangbare Weg, um diese Gesellschaft zu “drehen” ( Da riskier ich an dieser Stelle sogar ein TINA-Bekenntnis ;-) ).
Das wird Generationen dauern; aber es lohnte sich! Davon bin ich überzeugt.
Herzliche Grüße
Sebastian
Die Persönlichkeitsbildung in den Schulen ist ein guter Ansatz aber auch schwierig. Einmal sollte die persönliche Meinungsbildung im der Schule hergestellt werden, in dem fächerübergreifend und lebensnah gearbeitet wird.
Die Schwierigkeit besteht darin, das die Schule im Curriculum thematisch gebunden ist um “standardisiert” bilden zu können. Fehlendes Alltagswissen von Schülern kann in der Schule nur bedingt ausgeglichen werden, sondern wird in der außerschulischen Bildung teilweise effizienter und freier erreicht. Persönlichkeitsbildung findet aber auch über Nebenjobs (Link with the real world) und Vereinsarbeit statt. Dort wird Demokratie und Partizipation gelernt, abseits von Schule und Bildungsstandards sowie PISA-Geschiß.
Es gibt schon so gute Schulformen, die genutzt werden können, allerdings gibt es dafür zu wenig Lehrer und Geld scheint es ja auch nicht zu geben…
Das es sich lohnt davon bin ich auch fest überzeugt :-)
Die Analyse der kapitalistischen Gesellschaft hat ja seinerzeit Karl Marx vorgenommen.
Leider sind durch den Untergang des Realsozialismus 1990 sämtliche kommunistisch geprägte Analysen durch die System-Sieger zum “Tabu” in der öffentlichen Diskussion erklärt worden.
Deine Begriffe “Privates Eigentum, daraus resultierende Klassen, Klassenunterschiede…” weisen m.E. haargenau den richtigen Weg. Man kann diese Begriffe aber nicht mehr verwenden, weil man sofort als “ultralinker Spinner” oder “ewiggestriger Demokratiefeind” etc bezeichnet wird.
Wir können also eine brauchbare und umfassende Gesellschaftsanalyse im allgemein-öffentlichen Diskurs nicht mehr verwenden. Diese Perfidie der Träger des herrschenden Systems ist ziemlich genial, um die Klassengesellschaft für alle Zeiten festzubetonieren.
Schlechtes Wetter ist quasi einfach existent, und die Meteorologen werden kurzerhand zu Scharlatanen erklärt.
@rb
Wenn es nur das Bezeichnen meiner Person ist, damit könnte ich ‘leben’
;-)
Doch, können wir – wir müssen es sogar!
Es eben nur aus dem Abstrakten holen – so ‘gut’ bin ich leider nicht in jeder Tagesform…
Ich kann aber eben auch nicht einfach zugucken, wie sich alle Welt die eigenen Arme abhackt und dann zupacken möchte.
Es geht ja (nur) um die Analyse, nicht um die ‘Projektion’ in die Zukunft.
Zukunft sollten Menschen nicht nach ‘Kochbuch’ gestalten – das kann mE nichts werden.
Aber Ursachenforschung wäre schon toll – und dabei sollte der eine oder andere ruhig gucken, inwieweit die Analyse ‘alter Fahrräder’ auch noch heute gilt.
Btw. Wie macht man sonst Menschen klar, daß das immer(!) noch ein Fahrrad ist, zwei Räder, Lenker, Kette^^
@wat.
OK.
Muss ich also noch dran arbeiten.
Versuchen wir einander, in aller Freundschaft, versteht sich, zu überzeugen.
Habe mittlerweile ein winziges Avatarchen namens Wat in meinem inneren Zoo. Mal schaun, wie es sich entwickelt.
Grüsse
leider ist mein Zentralbeitrag #19 ‘awaiting moderation’.
Also vermutlich nicht sichtbar.
Keine Ahnung wieso.
Der neue Personalausweis wird sowas gottseidank überflüssig machen.
Klasse Artikel .. ich finde mich und meinen Zorn wieder.
Meiner Meinung nach läuft der magersüchtige Staat (Bund/Land/Kommunen) wie der Esel fast jeder Möhre hinterher, wenn man ihm vorhält. Wer die Möhre hat, kann leichter lenken und dirigieren .. und wer Hunger hat, ist mit der Essenssuche beschäftigt. Das macht vieles einfacher und manch ein Opfer lässt sich auch noch “moralisch” rechtfertigen. Je weniger Staat, desto breiter der Weg und desto größer der “Handlungsspielraum”. So einfach ist das mit der Machtverteilung und so erklärt sich aus meiner Sicht
Was würde denn passieren, wenn der Esel ein Recht auf die Möhre hätte und dieses auch noch durchsetzen kann …?
Leider haben einige (viele) sogenannte “Leistungsträger” ein kurzes Gedächtnis, weil sie das bekämpfen, das ihnen erst ermöglicht hat, dass zu werden, was sie sind.
Sie und ihre Eltern haben ihre (Kinder-)Krankheiten nur überlebt, weil es ein ordentliches Gesundheitssystem für Alle gab (mit einem Recht auf Brille, Zahnersatz und ohne Praxisgebühr, ..)
Sie haben Abitur gemacht und studiert, weil es Bildung für Alle das Ziel war.
Der Staat konnte sich das leisten, weil viele Stärkere die Schwächeren getragen haben.
Und des wegen sage ich:
Es gibt die soziale Hängematte.
Sie heißt eigentlich soziale Leistungsträgerhängematte.
Es ist die Hängematte der “Leistungsträger”, :
– die Andere für die Gesellschaft arbeiten lassen, in der sie gerne leben
– die ihre Steuerbelastung klein rechnen und die soziale Steuerzahler ihre Abgaben entrichten lassen
– aus den solidarisch finanzierten – und wirklich staatstragenden – Systemen wie Krankenkasse und Rentenversicherungen verabschiedet haben.
Aber wir sind selbst schuld .. es wurde gewählt und das Ergebnis regiert.
Vor Jahren fiel mir einmal nachfolgender Spruch in die Hände (Urheber unbekannt)
Wissen ist Macht – Macht ist Geld und Geld regiert die Welt.
Also einen Parteispendenfond gründen, viel einzahlen und die Partei, die die sozialste Politik macht, bekommt das Geld. Dank Hotel-Mehrwertsteuersenkung könnte man den Eindruck gewonnen haben, dass dies eine gewisse Chance auf Erfolg haben kann.
@Martin,
Nehmen wir mal an, ein vermögender Leistungsträger legt sich in eine soziale Leistungsträgerhängematte und läßt nur noch sein Geld für sich arbeite. Nehmen wir mal an, der vermögende Leistungsträger in der Hängematte braucht nur 5.000€ im Monat zum Leben (= 60.000€ p.a.) und wegen der Inflation braucht er jedes Jahr 3% mehr zum Leben. Nehmen wir nun an, der Mensch will sein Kapital von 2 Mio. € mal 20 Jahre lang für sich arbeiten lassen und er verleiht seine 2 Mio.€ für 5% Zinsen p.a.
Nun würden ihm seine 2 Mio. € im ersten Jahr 100.000€ Zinsen einbringen, wovon er nur €60.000 verkonsumieren müßte. Im 20. Jahr würde er wegen der Inflation schon 105.000€ ausgeben, aber dafür im 20. Jahr 137.000€ Zinsen bekommen. Der Mann in der Hängematte hätte in den 20 Jahren 1,6 Mio.€ konsumiert. Andererseits hätten ihm seine 5% p.a. auf sein 2,0 Mio.€ -Anfangskapital insgesamt 2,4 Mio.€ Zinsen erarbeitet. Somit hätte er ganz entspannt noch ein Endkapital von 2,7 Mio.€.
Sein Endkapital von 2,7 Mio.€ vor Augen heult nun unser Leistungsträger in der Hängematte hemmungslos los, daß sein 2 Mio. €-Kapital faul und leistungsunwillig ist und ihm nur 5% Zins p.a. erarbeiten, der Staat müsse noch schlanker werdenn noch weniger Sklaven haben, noch weniger Hängematten an Sklaven verteilen und seine als Sklaven arbeitenden Leistungsträger müssten ihn noch mehr kühle Euro-Luft in seiner Hängematte zuwedeln.
Schöner Artikel!
Das Schlimmste an diesem Politikergewäsch ist zum Einen, dass die Gesellschaft gespalten wird, d.h. bereits die Semantik des Wortes “Gesellschaft” in das Gegenteil verändert wird, d.h. dass die “Gesellschaft” nur noch aus der Arbeitnehmerschaft bestehen kann (alle anderen beziehen ja nur Leistungen).
Zum Anderen wird sich die Politik hüten, ihren drastischen Worten auch dementsprechende Taten folgen zu lassen: solange HIVler und Arbeitslose, in Zukunft verstärkt auch Rentner, wählen dürfen besteht immerhin die “Gefahr” die eigene Macht zu gefährden, wobei noch schlimmer die Angst vor US-amerikanischen Verhältnissen sein dürfte. Wer sich die Konsequenzen aus der aktuellen Krise in den USA, die de facto kein soziales Netz hat, für die Erwerbslosen anschaut, kann sich ein Politiker so etwas nicht einmal ansatzweise in Deutschland vorstellen wollen.
Was bleibt? Eine in kleinen verdaulichen Happen erfolgende Beschränkung der HIVler und Arbeitslosen (Chipkarte, Lebensmittelmarken, etc.), und gleichzeitig die Spaltung der Gesellschaft weiter voranzutreiben, wobei sich die feigen Politiker hinter irgendwelchen Koalitionsvereinbarungen, der EU, oder wem auch immer verstecken.
Danke für diesen Artikel, ich werde ihn einigen Leuten weitersenden, die nicht so denken wir ich/wir. dieser artikel faßt viele argumente besser zusammen, als ich es je könnte.
Sicherlich ist Niemand von Geburt an böse….er oder sie wird dazu erzogen. Belege gibt es dazu around the globe.
Ich verfolge diese leidige Propaganda, welche nicht nur von Politikern kommt, sondern auch an Stammtischen erfolgt und in Betrieben, wo sich “hart arbeitende deutsche ehrliche Steuerzahler” abmühen und dann miterleben müssen, wie “diese unnützen und dümmlichen Versager” ihre Steuern auffresssen und versaufen. Ja schlimm sowas.
So oder ähnlich kann man es in den einschlägigen Online-Mainstream Blättern, welche gern von anonymen Kommentatoren besucht werden, nachlesen. Kopfschütteln und Fassungslosigkeit inklusiv.
Womit wir uns schon im Topf der Mischpoke befinden. Was denkt so ein hart arbeitender Bürger? Sicherlich zuerst, das er oder sie zuviel Steuern zahlt und das der H4ler ihnen alles eingebrockt hat. Moment mal! Was war noch gleich mit den virtuellen Börsenprofis, die sich “vertan” haben in ihren Spekulationen? Wer hat auf faule Papiere gesetzt und verloren? Ach ja…es waren die Anderen…..Dann sind da noch die Lobbyisten, welche ihre Interessen über korrupte Politiker durchdrücken. Nicht nur in diesem Land.
Ich pflege meine Stimme nicht zu erheben, nein. Ich rede lieber wenig und möchte dies auch weiterhin tun. Schreiben kann ich aber schon alleine, auch wenn mir dies bei meinen Absagen, die ich wöchentlich bekomme, öfter mal mit der Blume in der Hand angezweifelt wird. Ebenso wie ich alleine über die Strasse gehen kann und – ganz wichtig – was ich mit meinem Geld mache. Sicherlich, ein größerer Teil wird, nach dem, was bisher an mich gezahlt wurde, durch Andere finanziert. Aber dass, was ich in diese Zeit mitbrachte, das gehört mir und wurde hart erarbeitet.
Stigmatisierung und Ablenkung durch öffentliche Zurschaustellung. Die H4ler sind, auch durch die Situation der gewissen Bedeutungslosigkeit in der Bevölkerung und auch, weil sie eine Belastung sind, dem System wie ein Sklave ausgeliefert. Jene, die nicht in dieser Situation ausharren müssen, mögen sich bitte zurückhalten und – wie ich finde – einfach mal den Rand halten und sich setzen. Danke.
Ich würde gerne wieder arbeiten, zu einem fairen Lohn und ohne Befristung. Mit einem Umfeld aus Menschlichkeit und Toleranz, Akzeptanz und gemeinsamen Entscheidungen. Ein Traum…..wie wahr. Was haben die 80er uns doch so schöne Zeiten beschert, Hoffnung aufkeimen und uns froh in die Zukunft blicken lassen.
Zurück zur Realität. Neben Ausweisungen von Roma, Kopftuchverboten und Angriffen durch profilierungssüchtige Goebels-Hetz-Schergen auf hier ansässige Menschen egal welcher Nationalität kommem weitere Anfeindungen gegen hier geborene Deutsche und deren Kinder zum Tragen. Menschen, die man in Ghettos verschleppt hat und sie nun systematisch und öffentlich durch Bertelsmann und A. Springer auspeitscht. Jubelstimmung landesweit. Es ist die Zeit von Brot und Spiele. Tagsüber “hart arbeiten” und sich
erniedrigenlassen, abends dem Pöbel mal so richtig einen mitgeben.Das Thema “soziale Hängematte” wird wie auch “Denn Du bist Deutschland” (1935) oder “Arbeit macht frei”, “Jedem das Seine” usw. weiterhin in diesem Land ausgesprochen werden, ohne dass sich die Leser oder Verfasser deren Tragweite bzw. Auswirkungen bewusst sind.
Ich hoffe für dieses Land und vor allem für Europa eine menschenwürdigere Umgebung und weiterhin Frieden. Ich habe fertig.
@martermo,
Du bist genau so einer, die das Land braucht!
Also lass Dich nicht entmutigen.
(mein einschlägiger Beitrag #19 dazu wurde bis dato gesperrt –awaiting moderation, obwohl ich nichts lästerliches gesagt habe.–wird sich also gut lösen.)
Ich nehme mal an, dass Jens die Zensurrregeln nicht im Griff hat–geht automatisch– auch nicht grade doll.
Die Gegenseite hat längst aufgerüstet, wie man da lesen kann:
“Dark Pools” – die dunkle Seite der Macht
http://derstandard.at/1282273489334/Anonymes-Handeln-Dark-Pools—die-dunkle-Seite-der-Macht
Dein Beitrag ist genau so gut wie der Artikel.
Danke!!
Alle, die sich an solchen Aussagen
stören, haben in einer “gesitteten” Diskussion natürlich recht. Nur darum geht es hier nicht.
Hier geht es um den Krieg von ökonomisch-religösen Fanatikern gegen den Rest der Menschen und das global.
Da kommt man mit Höflichkeit nicht mehr weiter, sondern nur noch mit brutaler (vorerst verbaler) Gewalt. Denn was von den chicago boys und weltweit von deren Anhänger (in Deutsachland die Westerwelles, O. Henkels, die Mietmäuler Hüther, Sinn usw.) verbreitet wird, ist viel brutaler als die zitierten Worte. Denn es vergrößert unmittelbar das Elend der ohnehin schon armen Menschen.
Kritik an den Schreiber: Ich habe in der Mitte aufgehört zu lesen. Nichts gegen den Inhalt, aber das kann man auch wesentlich kürzer fassen, ohne dass dabei die Aussage auf der Strecke bleibt. Einen Zugewinn an Information aufgrund der Länge kann ich leider auch nicht erkennen.
Die Wähler haben sehr wohl verstanden, was “schlank” in der Politik bedeutet.
Westerwelle mit seiner FDP sind auf dem Weg zum politischen Strich zu werden.
Die Umfrageergebnisse von 4-5% zeugen davon. Die dümmsten Wähler haben den Scharlatan Westerwelle erkannt und nur noch einige Nutznießer wählen den gelben Pfahl – nein, gelben Zweig
Ich kann Deinen Optimismus leider nicht teilen – das sind “nur” Umfragen und bis zur nächsten Wahl ist es noch weit.
Und selbst wenn die Umfragen sich tatsächlich so in der nächsten Wahl niederschlagen, was ist denn da gewonnen? 31% würden tatsächlich wieder SPD wählen und gar 19% die Grünen. Schauder!
Bei aller berechtigten Kritik an schwarz/geld (sic), Hartz IV und den Sündenfall der Auslandseinsätze haben wir rot/grün zu verdanken. Und ich habe auch noch nicht das Abstimmungsverhalten beim ZugErschwG vergessen sowie die widerliche Haltung der meisten SPDler Jörg Tauss gegenüber. Neenee, die Umfrageergebnisse stimmen mich alles andere als positiv.
Ja richtig,
die wählen als nächstes olivgrün
Auf dem politischen Strich ist die Lobby-und Klientelpartei FDP doch schon seit 30 Jahren tätig. *höhö* :D
Wir benötigen vielleicht keine Psychologie, lieber Holdger Platta, eher ein neues “LTI” – das große Werk des Sprachforschers Victor Klemperer über die Nazi-Sprache. Nur eben diesmal über die Sprachvokabeln der Neoliberalen, und deren wahre Bedeutung – Vielleicht ist Ihr Text ein Anfang dazu, und es folgt einmal ein Lexikon der neoliberalen Sprache – ähnlich dem “LTI” Victor Klemperers. Darüber schon einmal nachgedacht?
Gruß
Bernie
@Bernie,
Klemperer ist ein gutes Beispiel.
Hab ich schier vergessen.
Aber es geht ja nicht um das Vokabular, sondern um eine gewisse Geisteshaltung, die die Begriffe formen will.
Man könnte das der ‘Rechten’ wie der ‘Linken’ vorwerfen: Begriffe zu verdrehen.
Was aber falsch wäre.
Die einen bemühen sich um Klärung, die anderen um Verwirrung!
Das ist ein Unterschied!
Ich fühle mich nicht imstand, auf die Schnelle dazu ein belastbares Statement abzugeben.
Aber eines ist klar:
Der Kampf um die Lebensumstände beginnt im Kampf um Begriffe –und endet in nackter Gewalt.
Hallo Bernie,
gibt es schon, ist aber noch ausbaufähig:
http://www.neosprech.de
@Jacques Roux
Danke für den Hinweis ;-)
Das mit dem ausbaufähig stimmt schon, und dies schreibe ich ohne die Seite besucht zu haben. Der Grund: Neoliberale erfinden ständig neue Begriffsvokabeln. Ähnlich eben wie einst die totalitären Staaten – NS- und DDR-Diktatur.
Die erfanden auch immer neue Wortvokabeln.
So, und nun speichere ich die von Dir empfohlene Seite, damit ich die in aller Ruhe einmal nachlesen kann.
Grüße
Bernie
“[...]Aber es geht ja nicht um das Vokabular, sondern um eine gewisse Geisteshaltung, die die Begriffe formen will[...]”
Schon, aber dies war schon vor 1933 so.
Der große dt. Dichter Nietzsche (leider von den Nazis auch mißbraucht) formulierte es einmal so: “Die Umwertung der Werte”.
Nichts anderes ist derzeit im Gange.
Man wertet alle bisherigen Werte um bis die absolute Unmoral, nach heutigen Maßstäben, als Moral durchgeht.
“[...]Aber eines ist klar:
Der Kampf um die Lebensumstände beginnt im Kampf um Begriffe –und endet in nackter Gewalt[...]”
Schon, aber dies gilt leider auch für deine Begriffe von “Rechten” oder “Linken” – Mancher heutige “Linke” wäre vor gar nicht allzulanger Zeit als extrem Rechter durchgegangen (Oder warum ist z.B. Sarrazin noch in der SPD, und gilt der Neoliberale Joschka Fischer als “Linker”)?
Was die “Verwirrung” angeht, da bin ich auch anderer Ansicht. Ich denke gerade “Rechte” verwirren uns immer mehr – fängt eben schon damit an, dass die sich als “sozialdemokratisch” oder “links” verkaufen.
Vielleicht sollten wir uns zunächst einmal “die Begriffe zurückerobern”, wie ich irgendwo einmal gelesen habe?
Es ist nämlich wirklich so, was ich schon vor Jahren mit Neoliberalen in Netzforen erlebte, die sind Tatsachenumdreher hochzehn, und nicht allein in der Arbeitsmarktpolitik, wie meine Beispiele mit “links” oder “rechts” bzw. “sozialdemokratisch” zeigen.
Kein geringerer als Albrecht Müller hat dies – so meine ich – einmal bei Nachdenkseiten so geäußert.
So mancher heutige “Linke” gälte früher als Rechts außen……
Gruß
Bernie
@bernie,
tut weh, was Du schreibst
Wer WISSENTLICH Tatsachen verdreht, ist mE ein Psychopath/Soziopath.
kann sein, dass das auf ‘Manchen’ zutrifft; zB Schily.
Leute wie Clement bis Schily verorte ich irgendwo zwischen ‘dumm’ und ‘psychopathisch’.
(Dadurch schaffe ich mir keine Freunde, wie ich gemerkt habe. Muss ich akzeptieren.)
Dumm: ist jemand, der die Folgen seines Handelns nicht absehen kann.
Kriminell: ist jemand, der die Dummheit bzw das Vertrauen anderer ausnutzt, statt sie zu heilen.
Psychopathisch: ist jemand, der andere absichtlich dumm macht.
Eine Links-Rechts Dichotomie ist mir erstmal nicht wichtig.
Meine Kategorien sind andere.
“[...]tut weh, was Du schreibst
die sind Tatsachenumdreher hochzehn
Wer WISSENTLICH Tatsachen verdreht, ist mE ein Psychopath/Soziopath[...]”
@groo
Stimmt, und ich meine dazu gibt es sogar auch mehr als eine Erfahrung – in- und außerhalb der Netzwelt. Als Leseratte empfehle ich Dir folgendes Buch eines, so glaube ich, österreichischen Autors “Mythos Markt” von Walter Otto Ötsch.
“[...]kann sein, dass das auf ‘Manchen’ zutrifft; zB Schily.
Leute wie Clement bis Schily verorte ich irgendwo zwischen ‘dumm’ und ‘psychopathisch’.
(Dadurch schaffe ich mir keine Freunde, wie ich gemerkt habe. Muss ich akzeptieren.)[...]”
Tja, sehen wir gleich. Ist leider so, dass man solche “Freunde” wie du gemerkt hast, immer erst als Nichtfreunde erkennt, wenn es zu spät ist. So mir gegangen, als Ex-BWLer, und vielleicht mein Saulus-zu-Paulus-Erlebnis.
“[...]Dumm: ist jemand, der die Folgen seines Handelns nicht absehen kann.
Kriminell: ist jemand, der die Dummheit bzw das Vertrauen anderer ausnutzt, statt sie zu heilen.
Psychopathisch: ist jemand, der andere absichtlich dumm macht[...]”
Sehe ich gleich ;-)
“[...]Eine Links-Rechts Dichotomie ist mir erstmal nicht wichtig.
Meine Kategorien sind andere[...]”
Alles klar, lassen wir das, es wäre einmal ein Thema für einen Artikel von Jens Berger….
Gruß
Bernie
Wenn große Geldvermögen mehr Zinsen bringen, als die Eigentümer („Leistungsträger“) verkonsumieren, wachsen deren Geldvermögen aufgrund des Zinseszinseffektes exponentiell. Immer mehr Geldvermögen wird immer schneller zu Schulden. Der Zins sorgt für einen permanenten Mangel, der die Verschuldenten zu immer mehr Leistung antreibt. Ständig muß neues Geld in das System geführt werden durch zusätzliche Verschuldung von Konsumenten, Unternehmen oder dem Staat. Die wenigen Netto-Zins-Empfänger („Leistungsträger“werden immer reicher und die vielen arbeitenden Zinszahler („Leistungsträger“) immer ärmer.
Statt der nicht mehr zur Zinszahlung fähigen („soziale Hängematte“) übernimmt der Staat die Zinszahlung und wegen der steigenden Staatsverschuldung werden die Leistungen der nicht mehr zur Zinszahlung fähigen gekürzt, wenn der Staat kaum noch zur Zinszahlung fähig ist. Die noch zur Zinszahlung fähigen („Leistungsträger“) werden durch steigende Steuerlast wegen der steigenden Staatsverschuldung auch in dieses Hamsterrad aller „Leistungsträger“eingebunden. Dieses System ist um Lichtjahre effektiver als direkte Sklaverei oder die Einforderung von Tributen versklavter Länder, hat es doch den Vorteil, dass sich die gemeinsam Versklavten („Leistungsträger“ gegen „soziale Hängematte“) gegenseitig bekämpfen und schwächen.
Der Nachteil ist, daß durch den Zinseszins-Effekt die Verschuldung immer schneller abläuft, weshalb das System den Keim der Zerstörung in sich trägt: der Wachstumszwang der Wirtschaft wird immer härter, der Resourcenverbrauch immer schneller, die Zerstörung der Umwelt immer rücksichtsloser, die Kluft zwischen Arm („Leistungsträger“) und Reich („Leistungsträger“) immer breiter. Das Schneeballsystem bricht spätestens dann zusammen, wenn nicht mehr genug Neuschuldner zur Verfügung stehen. Wenn keine neuen Schuldner („Leistungsträger“) mehr gefunden werden z.B. durch Kollaps des ehem. Ost-Blocks oder Millionen konsumwillige chinesische oder indische Bauern, dann muss die Taste RESET gedrückt werden und das System zurückgesetzt werden.
Das Drücken der RESET-Taste ist höchste Kunst, sie wird eingeleitet mit Rezession, Inflation, lokalen Kriegen, dann folgen deflationärer Kollaps, Hyperinflation oder gleich Weltkrieg.
Holdger Platta hat immer das gleiche Problem: Er (be)schreibt Vorgänge und Zustände zutreffend in derartiger Langeweile und Folgenlosigkeit, dass man es kaum ertragen kann. Ausser für Leser, die mal wieder ihre ohnehin schon gefestigte Meinung bestätigt haben wollen. Und Platta beschreibt sein Problem auch gleich selbst zutreffen: “…Schon dieses begreift man ja kaum….”
Ja, das ist es lieber Holger. Du beschreibst “Psychologie” und “Psychotricks” ohne ein Gefühl dazu zu haben. Die Aneinanderreihung von angelesenen Wissensheiten (keine Weisheiten!), wird genau die beschriebenen Zustände und Prozesse nicht stoppen. Da hilft auch die zwischenzeilige Anbetung des “großen italienischen Marxisten” nix, fast hilflos, wie der Versuch eines Blinden von anderen Blinden einen Miro einzufordern wirkt da der Schlussappell: “wir brauchen… aufklärerische Psychologie, die sich dieser manipulativen Psychologie unnachgiebig in den Weg stellt, beharrlich und konsequent, mit Einfühlung und Verstand”.
95% acc
Ergänzung: was sehr viel mehr als Struktur, Richtung und Gefühl fehlt ist Originalität. Aber vielleicht ist das auch eine deformation professionelle. Schließlich war der Autor mal Journalist.
20 Jahre lang hing mir das Mantra von Deregulierung, Flexibilisierung und Eigenverantwortung zu den Ohren heraus, verstärkt von tausend Papageien in Medien und privatem Umfeld.
Wenn mir jetzt die Kritik am Neoliberalismus ebenso aus den Ohren trifft, zeigt das doch nur, das wir auf einem guten Weg sind.
Faschismus, ick hör dir trapsen.
Wieder die typischen Abläufe der gewaschenen Gehirne.
Weiter oben kommt VT ins Spiel.
Das nächste Mittel, dass gerne genommen wird, ist dann den Autor schlecht zu machen bzw. ihm etwas anzuhängen.
Als nächstes kommt dann “der alte Hut” ins Spiel, siehe unten @ egal
Fehlt jetzt nur noch jemand, der die Diskussion über die Begriffe beginnt und diese in seinem Sinne verdreht und versucht, anderen Sand in die Augen zu streuen. Kommt vielleicht noch weiter unten. Ich werde mal weiterlesen.
Den ganzen Mist könnt ihr euch sparen. Die Wirkung läßt nämlich immer mehr nach.
Magst nicht noch ein büssel psychologische Namensanalyse betreiben? Mit “Platta” läßt sich übrigens ein superbilliger Wortwitz machen. Nein? Oooooch.
PS. Ganz im Sinne der internationalen Völkerverständigung stimme ich dir betreffs der Langatmigkeit sogar zu. Ändert halt nix daran, das der Inhalt des Artikels zutreffend ist. Aber das hast du ja ebenfalls messerscharf erkannt. :P
In gepflegter, rechthaberischer Langatmigkeit wird die Welt untergehen. Es kommt nicht darauf an sie zu interpretieren. Es kommt darauf an, sie zu ändern. Grad daran scheitert die Platta-Methode. Er scheint wenigstens dies “irgenwie” zu “spüren”. Daher wohl auch der (verzweifelte?) Ruf nach einer anderen Psychologie… ja, “irgendwer” wollte mal was unternehmen. Ausser langweilige Artikel schreiben…
Tendenziell stimme ich den Beobachtungen im obigen Artikel zu. Allerdings würde ich davor warnen, diese ganzen negativen Auswirkungen allesamt mit dem Chiffre “neoliberal” abzutun.
Ein Blick zurück in die deutsche Sozialstaatsgeschichte zeigt, dass bereits Walter Arendt (SPD!!!) 1975 von sozialem Wildwuchs und Leistungsmissbrauch sprach. Die Debatte gibt es also schon recht lange.*
Zudem beschleicht mich das Gefühl, dass etwa seit den 70ern die repressiven Maßnahmen des “Sozialstaates” verschärft wurden.
Nein, die “Neoliberalen” sind nicht vom Himmel gefallen. Im Grunde haben alle gesellschaftlichen Kräfte schön dabei zugeschaut. Ganz offensichtlich auch die Gewerkschaften.
Im übrigen braucht es noch nicht einmal wirklicher “Psychotricks”. Am Dienstag, bei Maischberger, da saß eine ältere Dame mit sehr geringer Rente, die nebenher noch arbeiten musste. Die schimpfte auch darüber, mit Leuten gleichgestellt zu werden, die noch nie richtig gearbeitet haben (O-Ton). Gemeint waren damit natürlich die Hartzies. Offenbar braucht der Mensch, je dreckiger es ihm geht, noch eine Sau, der es noch dreckiger geht. Leute, die im gleichen Boot sitzen, werfen sich so gegenseitig über Bord. Nein, bei solchen Instinkten braucht niemand “Psychotricks”. Und “Aufklärung” bringt dort ebenfalls nichts.
Überhaupt … so “aufklärerisch” wie die “Neoliberalen” heute rüber kommen, möchte ich mir jedes Maß an gut gemeinter Aufklärung schon rein präventiv verbitten.
Trotzdem guter Artikel … die Phänomene sind richtig benannt. Ich sehe nur keine wirkliche Lösung für das Problem.
Arbo
* Frank Oschmiansky, Silke Kull, Günther Schmid (2001), “Faule Arbeitslose? Politische Konjunkturen einer Debatte”, http://skylla.wz-berlin.de/pdf/2001/i01-206.pdf .
Man bekommt bisweilen den Eindruck ,
die Propaganda des Kapitals/der neocons
projiziert die eigenen Schwächen , Abgründe und Verkommenheit
auf zu besiegende und zu unterwerfende Gegner .
Ist der Kampf gegen den Terror nicht ein Kampfprogramm ,
das sich gegen andere Länder , andere Kulturen als auch gegen die Mehrheit der eigenen Bevölkerung richtet ?
Ist das “Schlank” heute nicht in erster Linie vom Kapital zu fordern , ist es nicht das Kapital , das radikal adipöse Züge aufweist und dies die Ursache des Beinahekomas war
Und wer liegt tatsächlich in der Hängematte unserer Gesellschaft?
Die die Arbeiten und hohe Abgaben leisten , oder die , die Dank Kapital weitgehend von Arbeit befreit sind und geringe Abgaben leisten ?
In welchen Fällen ist das Geld knapp , und welche Institutionen
bekommen 750 milliarden € , wenn sie sagen sie , brauchen das Geld . wer ist too big to fail ?
Als Erstes: Wieder ein klasse Artikel! Danke dafür!
Aber nun muss doch wieder ein Aber kommen :)
Ich finde es schade, dass die Psychotricks in diesem Artikel in ähnlicher (nicht ganz so starker) Form ebenfalls Verwendung finden, annähernd mantrische Wiederholungen des “Leistungsträger”-Begriffs wirken wie ein “mit Gewalt Niederreden der Leistungsträger” auf mich. Inhaltlich grandios und sicherlich jedem Menschen der sich eher zu “uns heir unten” zählt einleuchtend und motivierend, aber leider ist es für die Eliten das Gleiche Gewäsch wie für “uns” die bild oder die Welt: Gewäsch aus der anderen Ecke der Galaxis. Nicht “falsch”, aber einfach unerreichbar.
Ich weiß nicht mehr wo ichs herhabe, aber ich habe da wieder die Worte im Ohr: “Erklär’ mal ‘nem Dummen, dass er dumm ist. Er wirds nicht begreifen”.
So auch hier, die “Leistungsträger sind nicht dumm, sie zocken ab, ja, aber sie werden intelektuell nicht begreifen können, dass es manchen anderen _wirklich schlecht_ geht, weil sie nicht verstehen was das ist, schlecht gehen, kein Geld haben, keine Möglichkeiten sehen.
Allein aus dem Grund ist dieser Artikel für “die” einfach nur Gewäsch aus der anderen Ecke… Aber von dort haben Sie ja nichts zu befürchten…
@Groo
Der New Yorker Artikel war wirklich sehr interessant, danke. Wer allerdings die Familie Mohn kennt, der wird sich darüber nicht wundern. Anyway. Sowas passiert seitdem es käufliche Medien und Menschen mit viel Geld gibt. Und darum ging es mir mit dem Verweis auf VT auch nicht.
Platta impliziert, dass die “Elite” (er meinte wohl nur die marktliberalen, aber hat sich nicht die Mühe gemacht, die Unterschiede zu sehen) bewußt lügt. Und das halte ich für eine abenteuerliche Idee. Meine These: es ist eben keine Lüge, sondern der feste Glaube an diese Ideen. Man kann diese Dinge “erlernen”. Bei oberflächlicher Betrachtung der Welt kann man sich auch an beliebiger Stelle bestätigt sehen. Und das praktischste an diesem Glauben ist, dass man zu Recht auf dem Haufen Geld sitzt.
Was ist mit den Keynesianern? Finden wir unter den “Eliten” nicht jede Menge davon? Sagen die die Wahrheit, während die anderen lügen? Am Ende hauen sie sich beim Golfspielen auf die Schultern und gratulieren sich zu ihrer Performance? In zwanzig Jahren wechseln sie sich ab, dann dürfen die Liberalen wieder die Guten sein?
Weissgarnix, der Spiegelfechter und jede Menge andere Blogger arbeiten sich an dieser Front ab (mir scheint, WGN, weil es ihm Spass macht und SF weil er es leider wirklich für wichtig hält), obwohl es so offensichtlich eine Sisyphosarbeit ist.
Wenn jemand an einer besseren Welt interessiert ist, dann ignoriert er doch besser die 0,5% “da oben” und kümmert sich darum, unter den anderen 99,5% ein besseres Zusammenleben zu organisieren. Der Streit Keynesianismus vs Neoliberalismus ist der reichen Minderheit ein Geschenk, denn er berührt sie nicht. Oben und Unten ist in beiden Ideologien zwangsläufig vorhanden.
Diese Meinung teile ich – deswegen spreche ich auch oft von der Neolib-Sekte: Es sind Leute, die wie Sektenjünger denken und agieren. Sie vereinigen – wie z.B. Neusprech – viele Orwellsche Ideen miteinander, die sie in ihrer Seilschaft pflegen und den restlichen 99% der Gesellschaft aufzwingen.
Es gibt in dieser Sekte sowohl Opportunisten als auch wirklich Gläubige und genau da läuft Deine Beurteilung ins Leere, denn: Es zählt nur, was hinten herauskommt. Diese Sekte hat die Macht und die Mittel, um die 99% zu verblöden und zu kontrollieren. Wie lange und wie effektiv das funktioniert, zeigt die Geschichte einer anderen Sekte – dem Christentum. Jahrhundertelang vermochten es die Spitzen der Christensekte, das Volk auszubluten, zu verwirren und zu verblöden. Und da fällt Dein Wunsch der 99,5% Widerständler in sich zusammen:
Die Knute der Christensekte wurde nicht durch die 99,5% beseitigt, sondern durch Abtrünnige der Christensekte selbst. Orwellsches Mindcontrol ist sehr effektiv und es ist tatsächlich ein Klassenkampf von Oben nach Unten. Insofern sind Holdger Plattas Ausführungen zu den Methoden und Objekten des Klassenkampfes meiner Ansicht nach angebracht.
Es sind “die da Oben”, die die geistige Gesundheit eines Großteils der 99,5% bewußt ruiniert haben und es weiterhin tun. Das ist keine VT, sondern sichtbare Praxis. Dabei ist es nicht relevant, ob die Typen daran glauben oder aus Opportunismus lügen.
das ist gewiss richtig. die lügen i.r. nicht böswillig bewusst, sondern sind in einer ideologie gefangen, geprägt durch die jeweilige sozialisation.
ich hatte selbst einmal einen bekannten/ freund, der aus diesem milieu der deutschen kapital-elite stammt. wenn er davon sprach, dass er in seinem thailändischem unternehmensteil kinderarbeit zulässt, war das auf personaler ebene nicht durch profitgeilheit motiviert, sondern durch ein ehrliches: “die verhältnisse sind dort so und die familien können dadurch besser leben.” das ist klassenbewusstsein und daher keine lüge, sondern inkorporierte ideologie, die in sich schlüssig und logisch ist. wenn man bestimmte weltanschauliche grundsatzfragen für sich beantwortet hat, ist das eigene denken und handeln auf einer systemischen einbahnstraße solange unterwegs, bis es in einer krise in sich zusammenfällt.
jedes system hat eine evolutionäre funktion. insofern ist ein tumbes “scheiss kapitalismus muss weg” zwar menschlich-emotional verständlich aber ahistorisch. marx hat bespielsweise im kapital eine hohelied auf den kapitalismus gesungen und das aus historisch-ökonomischer sicht völlig zu recht. ähnliches gilt für das christentum u.s.w. erst wenn ein system evolutionär disfunktional wird, schafft es sich quasi selbst ab.
selbstverständlich haben die protagonisten in allen systemen und klassen gesichter, aber sie spielen eben immer nur eine rolle in einem großen spiel. marx nannte das charaktermaske.
man sollte also vorsichtig sein, gesellschaftliche entwicklungen auf einzelne personen zu subsumieren. ob ackermann oder florida-rolf, jeder steht nur symbolisch in einer funktion und ist daher beliebig austauschbar. jeder spielt die rolle, die ihm systemisch zwingend zugewiesen wurde. ein rollen-/perspektivwechsel und damit eine veränderung des bewusstseins ist immer nur im rahmen einer persönlichen krise möglich. daher ist auch terror a la RAF schlichtweg dumm und lediglich tauglich, um repressionssteigerungen zu legitimieren.
nichts desto trotz kann/ muss man ein problem immer aus verschiedenen perspektiven betrachten. daher ist auch ein solcher artikel absolut legitim und notwendig, obgleich er nur ein zwangsläufiges phänomen skandalisiert. über stil und wirkung kann man sich streiten.
und ganz zum schluss: dieses ist die finale krise des real existierenden kapitalismus. er schafft sich gerade auf allen ebenen, insbesondere der ökonomischen selbst ab. sterbende systeme schlagen um sich, werden mit schwindender kraft repressiver und benötigen zu legitimationszwecken unbedingt einen sündenbock. das funktioniert solange, wie dieser sündenbock klar definiert werden kann (“die juden sind unser unglück”). problem diesmal: im zuge der krise wird die menge der ärmsten notwendig immer weiter wachsen. das führt zu persönlichen krisen und möglicherweise bewusstseinswandeln. dann verfängt die neolib-ideologie nicht mehr.
es hat sich bald auskapitalisiert, aber bis dahin: RETTE SICH , WER KANN!
@schwitzig/fugazi
schön argumentiert!
Sicher sind die ‘Eliten’ keine homogene Gruppe.
Die meisten -ich schätze mal 90%- sind, wie Du es nennst, Charaktermasken, und verstehen das ‘System’ wohl nicht, und wollen das auch nicht, weil sie prächtig davon leben.
Nichtmal ein Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma, den man durchaus schätzen kann, rührt an den Fundamenten, sondern kratzt irgendwo herum.
Kann man verstehen.
Ein anderer Fall wäre George Soros, der mE das ‘System’ zumindest in seinen ökonomischen Aspekten versteht.
Die Albrechts wieder sind/waren zwei Krämerseelen, die den Geist der Zeit halt auf ihre Weise rochen und umsetzten.
Politische Köpfe sind/waren das nicht, aber wenns um ‘Banalitäten’ wie Arbeitsrecht und Mindestlohn geht, sind sie es halt doch.
Insofern sind sie Teil des ‘Syndroms’.
Ingvar Kamprad von Ikea ist das schon ein anderes Kaliber.
Noch ein anderes Kaliber sind Koch-brothers, die ich oben mal erwähnt hatte.
Der New Yorker-Artikel ist da wirklich empfehlenswert, weil er tiefe Einblicke liefert.
Da werden dann think-tanks finanziert, die Teabagger-Bewegung gepäppelt, global warming geleugnet, weil es gut fürs Geschäft ist, oder an der Evolutionstheorie herumgekrittelt, weil es die Anhängerschaft zusammenhält.
Bei uns ist das mit etwa Bertelsmann-Stftung/Mohn etwas subtiler, wenn man das subtil nennen kann.
Auf diesem Level lässt man denken.
Liz Mohn hat sich mW bisher nicht durch intellektuelle Brillianz hervorgetan. Man liefert nur die Impulse. Dazu ist nur ein gewisser libidinöser drive ausreichend. Und natürlich eine dicke Börse.
Mietmäuler scheint es genug zu geben.
————
Der interessante Punkt ist mE, dass die politisch denkenden Köpfe unter den ökonomischen Eliten es in Summe zu schaffen scheinen, das ‘System’ weitgehend –nicht ganz!– zu gestalten.
Siehe Joel Bakan ‘The corporation’.
Seine steile These ist, dass sich die heutige pathologische Struktur der Konzerne sozusagen gemäss einem psychopathologischen Muster ihrer Gründer und Betreiber herausevoluiert hat.
Von den Robber Barons bis heute hat es da einige Häutungen gegeben.
(Schlichtere Gemüter nennen das ‘Sachzwänge’.)
Was ohne aktives Betreiben einiger Schlüsselakteure schlecht vorstellbar ist.
Oder evoluiert da ein Muster ohne treibende Subjekte?
Darüber kann man ggf diskutieren.
Das in Bausch und Bogen etwa als VT abzutun, würde ich für falsch halten.
(ich halte VT als ‘mem’ für eine recht leistungsfähige Methode, um unliebsame Überlegungen aus dem von den Eliten tolerierten Diskurs herauszuhalten. Ähnlich der ‘Gutmensch’. Wer diese Meme gedankenlos verwendet, bekommt bei mir automatisch einen dicken Malus. Nicht, dass er komplett diskussionsunfähig wäre, aber dass er bedenkliche blinde Flecke in seiner mentalen Kartographie hat.)
Nur ne ganz kurze Frage, warum werden die Gastartikel alle mit:
“geschrieben am xx x x von Spiegelfechter” geposted?
Loggt ihr euch alle mit einem Account ein?
Anmerkung wegen der Übersichtlichkeit und so.
Wenn unsere Politiker faseln das es in Deutschland nach Leistung geht so ist dies auch Ökonomisch gesehen grundfalsch.Heiner Flassbeck beschreibt diese Idiotie sehr gut in seinem Artikel “Die unendliche Leistungsträgerlüge”.Zu finden hier http://flassbeck.de/Deutsch/Publikationen/Aufsaetze2010.html
neulich im supermarkt steh ich vorm regal und öffne eine schachtel, eine verkäuferin steht hinter mir und sagt, des koschd nur 5 euro 95. des isch doch scheiße hab ich gesagt, und sie sagt: joh, awer sche verpackt.
Sehr guter Artikel!
Der Neoliberalismus hat mittlerweile eine eigene Propaganda-Sprache entwickelt. Mehr dazu:
—>>> http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html
—>>> http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/category/neusprech/
@ Winne2, 28
Richtig. Man kann die Zustände, die das interessierte Publikum ohnehin seit langem kennt, zwar in schöne Worte kleiden, aber das reicht nicht. Das ist mir beim SF schon öfters aufgefallen: Man beschreibt den Istzustand, wortgewaltig zugegebenermaßen, aber an konkrete Schlußfolgerungen wagt man sich nicht heran. Das ist eine Art von Hilflosigkeit, die ich in gewisser Weise auch verstehen kann. Irgendwie haben doch fast alle vor den Tatsachen kapituliert, man hat sich in sein Schicksal ergeben. Niemand glaubt ernsthaft an den großen Wandel, niemand glaubt, etwas ändern zu können. Umso erfreulicher ist, daß im tiefen Süden des Landes gerade der Volkszorn wegen eines milliardenteuren Prestigesprojektes (Stuttgart 21) hochkocht, das keiner wirklich braucht, und mit dem sich einige “Leistungsträger” offensichtlich nur ein Denkmal setzen wollen. Man kann ja von den Schwaben halten, was man will, aber dieser Protest verdient Respekt und vollste Unterstützung. Denn hier zeigt das Volk, daß es etwas ändern will und vielleicht auch kann. Und nur so kann es gehen. Schöngeistige Artikel ohne entsprechende Schlußfolgerungen helfen nicht weiter.
Der Beitrag ist sehr gut geschrieben. Helfen tut aber im wesentlichen mehr Bildung und Interesse der Allgemeinheit und nicht dieses dauernde Desinterese großer Bevölkerungsschichten.
Wenn Desinteresse aus Hoffnungslosigkeit oder erlernter Hilflosigkeit entsteht, kann ich es verstehen. Erzwungene Bürgerarbeit wird wohl kaum Menschen dazu bringen sich einzubringen, weil sie nicht partizipieren, es keine Mitbestimmung gibt. Der Wunsch sich einbringen zu können und dadurch Anerkennung zu erlangen ist denke ich da, wird aber durch bescheuerte Gesetze in der Arbeitslosigket verhindert . Da wird ja verhindert, das Menschen sich in Eigeninitiative irgendwo beteiligen, weil sie dann nicht mehr flexibel genug seien um abrufbar zu sein auf einen Markt den es für sie nicht gibt oder den es nur zu unmöglichen Bedingungen gibt.
Siehste, voll rein getreten.
Der Autor hätte sich auch mit dem Begriff “mehr Bildung” beschäftigen können. Das ist inzwischen ebenfalls ein hirnrissiger Spruch.
Der Begriff ist zwiespältig. Bildung welche nicht versucht Menschen dazu zu befähigen innerhalb eines bestehenden Systems zu bestehen, sondern eine umfassende kritische Bildung sollte gefordert werden.
Bildung die verschleiert, dass sie den Menschen eben nur an die Gegebenheiten anpassen will, ist keine Bildung im kritischen Sinne. Das ist Propaganda. Mehr Bildung ist selber Propaganda wenn es von einer herrschenden Minderheit kommt.
Ein schlanker Staat ist ja nicht so schlecht, wenn es darum geht weniger zu Maßregeln und Gesetze zu verabschieden. Man sieht es am Beispiel der Verkehrsregeln. Den Menschen mehr Eigenverantwortung zutrauen. Das funktioniert nur eben nicht mehr wenn sie, wie Dinge nicht mehr selber steuern können, sie in einem System stecken das sie wenn sie einmal draußen sind , am ausgestreckten Arm verhungern lässt.
Mit welcher Gewandtheit dann argumentiert wird ist wirklich nur Symptom, nicht Krankheit.
Dauerndes Desinteresse ist genauso wie Neolibsprache auch nur ein Symptom.
Das beziehungsgestörte, deutsche Wirtschaftssystem welches sich wie autistisch durch die EU und die Welt bewegt sollte vor sich selber geschützt werden.
Dazu müssen verantwortungsvolle Politiker an die Macht, die nicht dem Volk um nicht verstoßen zu werden Schlechtes als Gutes verkaufen. Dazu sollte offen gelegt werden, was sie tun, mit wem sie das tun und warum sie das tun. Wissenshierarchien müssen abgebaut werden. Auch im kleinen.
weitere Stichpunkte: Patentrecht, Zugang zu Bildung…
Wie ist das denn gemeint? Was glaubst Du denn, wie viele Tote wir heute noch hätten, wenn gerade der Staat nicht immer wieder neue Maßregeln und Gesetze verabschieden würde (Z. Bsp. Anschnallpflicht, Tachoscheiben, Lenk- und Ruhezeiten im Gewerbe usw.)?
Wie bekloppt ein Teil der Mitbürger ist sieht man daran, dass jetzt wieder ein Mordsaufstand wegen ein paar Gewalttäter gemacht wird. Es wird über die armen Kinder gejammert, die ja schließlich beschützt werden müssen. Dabei übersieht der Otto aber, dass die meisten Kinder im Straßenverkehr getötet werden. Das empfindet man dann als normaler Schwund. Nur soviel zu “Verkehrsregeln”
Ich meine damit Formen der Verkehrsregeln wie Kreisverkehr bei dem nicht alles durch Ampeln oder Schilderdwald geregelt wird.
Ich bin auch gegen ein Anschnallgebot. wenn allerdings Kinder verletzt werden, weil sie nicht angeschnallt waren, wäre ich für eine Strafe wegen vernachlässigter Aufsichtspflicht. Die Freiheit zu entscheiden würde ich geben.
Lenk- und Ruhezeiten völliger Zuspruch.
Danke & ACK..
Aber der ganze Artikel liest sich letztlich nur wie ein aktueller Praxistest zu Noam Chomskys “Manufacturing Consent” – dieser beschrieb schon vor langer Zeit die Rolle der Medien in “Demokratien”.
Nein, Ihr werdet nicht darum herum kommen, Bücher zu lesen, wenn Ihr die Welt verstehen wollt.
Es ist eine gerne verschwiegene Tatsache, daß sämtliche ernsthaften kapitalistischen Denker (Denker! – das schließt flachköppende Schaumschläger (Namen verkneife ich mir aus juristischen Gründen..) aus) sich mit Marx befaßt haben: Offenbar hat dessen Analyse des Systems etwas. Andererseits wird der breiten Öffentlichkeit jeglicher vom Imperialismus abweichende Gedanke wahlweise als Spinnerei, verfassungsfeindlich oder weltfremd/überlebt dargestellt.
Dieser geistige Prozess war bemerkenswert erfolgreich, und zwar nicht nur in der Unterschicht (der heute jedes Klassenbewußtsein fehlt), sondern insbesondere unter den Intellektuellen. Wer einige Jahrzehnte zurückblickt, findet eine Reihe linker Köpfe an deutschen Hochschulen – die auch mediale Präsenz hatten. Heute fällt mir da schlicht keiner mehr ein (B. Diederich lehrt afaik in Mexico). Auch die Friedensbewegung ist zusammengebrochen (Übrigens findet sich auch da mediale Manipulation: Immer wieder wurde die Unterwanderung/Steuerung der Friedensbewegung durch Linke (früher) oder Islamisten/Anti-Judaisten (heute) behauptet. Steter Tropfen..)
Prozesse wie dieser stille Rollback des Geistes bewirken schleichende, evolutionäre Änderungen der Gesellschaft – die irgendwann in abrupten, sichtbaren, scheinbar überraschenden Änderungen kulminieren: Wer hätte Mitte der Achtziger gedacht, daß Deutschland fortwährend Interventionskriege führt (..wir verdrängen das gerne: Aber wenn Guttenberg, zu recht, von Krieg spricht, ja dann wir befinden uns in einem Krieg.. Ja: Es ist Krieg!)?
Wird der Verfasser nach der Zahl der Anschläge bezahlt? Diesen elend langatmigen Text würde ein Verfasser mit der Fähigkeit zur prägnanten Ausdrucksweise bequem auf den halben Umfang bringen, ohne dem Inhalt zu schaden. Das würde sogar diesem mehr Kraft geben. Das ist übrigens weder als Zustimmung zum noch als Kritik am Inhalt zu verstehen.
@ Hans: meine güte, dann geh und twitter dir einen, da sind die texte kürzer. es ist wirklich fürchterlich, dass selbst bei guten artikeln- vor allem, wo ist der vergleich bei unseren qualitätsmedien :D – noch gemosert wird. also manchmal frage ich mich wirklich, ob ich nicht doch mit meiner einschätzung richtig liege, dass es hier in deutschland einfach schon zu viele hohlbirnen gibt. die hofberichterstatter nebst der verblödungsindustrie, haben seit jahrzehnten hervorragende arbeit geleistet.
was soll das mit der bezahlung? seit wann schwimmen die macher von unabhängigen medien im reichtum? wie oft hast du denn schon gespendet, bzw, mal den “flattr” gedrückt? aber ein paar cent für die blöd wird schon locker gemacht…die brauchen das auch.
Meine Güte, vielleicht sollten Sie mal realisieren, dass man diesen Artikel durchaus stilistisch verbesserungswürdig finden kann ohne eine “hohlbirne” zu sein oder unkritische Hofberichterstattung toll zu finden.
Ich habe weiter oben ebenfalls moniert, dass weniger Emotion und mehr Struktur dem Artikel (und der Vermittlung seiner Argumente!) sehr gut getan hätten. Ebenso eine daraus resultierende deutliche Kürzung. Inhaltlich finde ich den Artikel gelungen, stilistisch/sprachlich ziemlich schwach – so what?
Ich bezweifele, dass Begriffe wie “soziale Hängematte” von den politischen Eliten mit Absicht eingeführt und verwendet werden. Begriffe wie “soziale Hängematte” befanden sich schon in den Siebzigern in reißerischen Überschriften diverser Käseblättchen. Irgendwann wurden die wegen ihrer Griffigkeit von der Politik adaptiert und in die Diskussion eingespeist. Genauso übrigens wie Linke aus dem “schlanken Staat” den “magersüchtigen Staat” machen.
Diese Assoziation liegt einfach nahe, weil sie ins Bild passt.
Ich glaube nicht, dass Gestalten wie Westerwelle eine eigene Sprache entwickeln, um den Sozialstaat zu zerstören. DA würde man den Westerwelle doch ein wenig überschätzen.
Auch FJS hat die meisten seiner Bonmots von Schriftstellern geklaut, bspw. von Karl Valentin oder Karl Kraus.
fährt eigentlich wer aus dem fränkischen Raum (Würzburg) schon 10. September zur Freiheit statt Angst Demo nach Berlin?
Bitte mit mir Kontakt aufnehmen, falls dies zutrifft ;)
Ich kann nicht fassen, dass diesen Klilscheehaften, dummen Blödsinn Leute hier wirklich ernst nehmen und auch noch beklatschen! “Neoliberal” “Superreiche”…dazu dumme Verschwörungstheorien, die einfach lächerlich sind und dem gebildeten Menschen eigentlich zum Lachen bringen müssten, wenn es nicht so traurig wäre, dass der Verfasser (mal wieder mit Schaum vorm Mund und als einziger Aufklärer vor uns armen unwissenden Schafen) diesen geistigen Müll auch noch ernst meint. Als Psychologe sage ich Ihnen gerne: ihre Grundthese ist schon falsch. Menschen reagieren auf gewisse Begriffe oder Propaganda wie sie es nennen, bei weitem nicht so stark, wie sie annehmen (auf ihre Heuchelei, eben genau solche Propaganda gegen “Superreiche” “Neoliberale” und “die da oben” zu benutzen, muss ich jetzt nicht eingehen). Kein Mensch braucht also diese “neue Psychologie” und den “Kampf ums Unterbewusstsein” (der größte Quatsch ihres wirklich schlechtgeschriebenen “Werks”). Pseudointellektuelles Geschwafel ohne Inhalt ist dieser Artikel – nicht mehr und nicht weniger. Steht nichts drin, außer eine seltsame Verschwörungstheorie. Außerdem ist ihre Analyse des Westerwelle Zitats von 1996 einfach nur falsch. So falsch, dass ich einfach keine Lust habe mich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Außerdem meckern sie und zeigen aber keine Alternativen auf (außer der Ruf nach neuer Psychologie). Dieser Artikel gehört in den Müll…
…..hrhrhr….darum sind sie ja auch “Püschater” !! das sind genau die menschen, die den keller voller leichen haben, aber meinen, leichen aus anderen kellern entsorgen zu müssen, weil ihnen der eigene keller zu viel ist. :-))
ich liebe ja das wort “verschwörungstheorie”. wissen sie werter herr pyjama…äähh psychater, verschwörungstheorien höre ich jeden tag von politikern…vom mainstream….von leuten wie ihnen. darum haben wir ja auch den “Aufschwung XXL”, unter 3 mio. arbeitslose, einen konsum und löhne dass einem schwindelig wird, obwohl irgendwie alles grad anders aussieht, bzw, die fakten was anderes sprechen als unsere bimbespolitik. daher träumen sie ruhig weiter und lassen sie sich sagen, dass nicht der artikel in den oder auf dem müll gehört…..
schönen tag noch :-)
Das Menschen auf Propaganda bei weitem nicht so stark reagieren, insbesondere wenn sie durch ihre Lebenslage von konstruktiver gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind oder es ihnen zumindest schwer gemacht wird darf aber stark bezweifelt werden. Herr Psychologe… gehen sie doch bitte nochmal die Attributionstheorien durch.
Ich bin ab sofort der Kaiser von China.
wie ich schon unter punkt 35 schrieb, kann man sich über den stil und wirkung des artikels streiten. diese hohe emotionalität ist auch nicht meins, aber dass man sich über skandale, wie die verbale entmenschlichung einer höchst heterogenen gruppe der bevölkerung, die in grosso ja wohl nur der bezug von H4 als solche definiert, aufregt sollte doch gerade einem fachmann in gefühlen nicht fremd sein.
die sache mit der verschwörungstheorie – nun ja – kann man so lesen, aber dass sich gesellschaften und in diesen soziale schichten ihre eigene welt konstruieren, ihr sein legitimieren (Ideologie) und, wenn an der macht, auch sprache als herrschaftsmittel einsetzen und das im großen und ganzen ohne darüber zu reflektieren, sozusagen hinter dem eigenen rücken, ist soziologie grundstudium!!! ebenso, dass dies ein zwangsläufiger prozess ist, welcher erst im rahmen einer systemkrise endet bzw. erneuert wird. das nennt sich gesellschaftlicher fortschritt!
auch ich habe bei der personalisierung von klassengegensätzen so meine probleme. andererseits muss man auch dinge beim namen nennen können und wie der begriff des neolib im diskurs geführt wird stellt für mich eher eine metapher für eine totalitäre ökonomistische, auf renditemaximierung um jeden preis ausgerichtete weltanschauung dar.
thema alternativen (inerhalb des system): es soll ja immer noch menschen geben, die das derzeitige gesellschaftssystem für das ende der geschichte halten, fortschritt also inerhalb, mittels reformen. da muss ich sie leider enttäuschen. so etwas hat es noch nie gegeben und wird es auch nie geben. diese missstände lassen sich nicht wegreformieren. sie sind ein sich dynamischer entwickelnder, integraler und notwendiger bestandteil des jetzigen systems. das gilt auch für alle weiteren subsysteme, besonders deutlich bei der weiteren militarisierung der aussenpoltik oder auch der weltweiten ökologischen krise. ein system, dass auf wachstum und auslese angewiesen ist kann gar nicht anders, auch wenn seine protagonisten wie prof. (un)sinn und diverse andere intellektuelle minderleister dies gebetsmühlenartig bestreiten. vielmehr ist eine derartige verschärfung von gegensätzen notwendig um überhaupt zu einer neuen qualität kommen zu können. das ist dialektik.
diese entwicklungsprozesse sollten auf individuell-personaler ebene einem psychologen geläufig sein – wie im kleinen, so im großen.
dies als kleiner diskussionsbeitrag. man muss nicht immer gleich persönlich werden.
Wärest Du tatsächlich Psychologe, wüßtest Du, dass Dein Posting ausschließlich polarisiert und daher absolut nicht diskussionswürdig ist.
Naja, ich bin mal so frei:
Hätte er geschwiegen, wär er Psücholog geblieben. ;-)
Sword: Hat nichts mit dem zu tun, was ich gesagt habe aber vielen Dank für den Input
Brixius: Attributionstheorien reichen bei weitem nicht aus, um solche komplexen Wirkungszusammenhänge zu erklären (wie das bei Theorien eben so der Fall ist – die sind ja schließlich zum vereinfachen da und daher auf die Realität meist nur schwer übertragbar – wie Sie aber sicherlich wissen)
H. Müller: Da sprechen Sie aber gut deutsch! Glückwunsch (ist ihr Name „eingedeutscht“ aus dem chinesischen oder bedeutet er wirklich „Müller?)!
Schwitzig: im Gegensatz zum Artikel, der natürlich vollkommen unpolarisierend daherkommt…
Wie ich sehe können Sie sich alle darüber aufregen, dass ich sagte ich bin Psychologe (muss wohl die latente Angst der Menschen vor Leuten meiner Zunft sein, die da aus Ihnen spricht. Ist man ja gewohnt. Immerhin könnten wir Sie ja sofort analysieren (wie der „deutsche Michel“ so denkt. Toller Begriff übrigens, der ja schon voraussetzt, dass das „normale Volk“ im Gegensatz zu Ihnen dumm ist und die Beeinflussung nicht bemerkt)… Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie glauben weiter an den Blödsinn und halten alle, die anderer Meinung sind für naive Idioten und ich beschäftige mich inzwischen mit der Realität…
@fugazi 35 und 47
Bis zu diesem Absatz (35) Zustimmung. Ich habe mit meinem Kommentar ein wenig den “Anwalt des Teufels” gespielt. Natürlich wäre die Welt schlechter, ohne diesen Blog und solche Beiträge. Aber ich hoffe immernoch, das die Kritik sich vom “Skandalisieren zwangsläufiger Phänomene” zum Skandalisieren der Ursachen bewegt, obwohl es dafür noch keine Anzeichen gibt.
@Fyyff, 17
Vorneweg: Deine politische Einstellung ist mir grundsätzlich sehr sympathisch.
Ich halte den Begriff für Falsch. Symbiose wäre treffender. Die Existenz der Menschen, die aus Kapitaleinkommen leben, ist abhängig von der gesellschaftlichen Legitimierung ihres Eigentums und der Art seines Erwerbs. Will hier jemand am Eigentumsbegriff rütteln? Schön wärs. Diese Gesellschaft akzeptiert ihre Kapitalisten, wünscht sie sich halt nur ein bisschen netter.
Abgesehen davon, ist der Begriff nicht nur ideologisch verbrannt: Es ist meiner Meinung nach niemals legitim, Menschen das Menschsein abzusprechen.
Natürlich ist der Vorsatz eine notwendige Bedingung für die Verurteilung. Insbesondere die moralische. Wenn jemand sich aber “nach oben” gestrampelt hat, dabei (leider! leider!) über Leichen gehen musste und am Ende beklatscht wird, MUSS er doch denken, alles richtig gemacht zu haben. Menschlich schäbig sind die Umstände, die ihn vor die Wahl gestellt haben, ob er über Leichen nach oben oder als sozialer Verlierer zurück in die prekäre Mittelschicht geht. “Menschlich schäbig” ist das Gesetz der Konkurrenz, das bis hinein in die Vorschule reicht. Wir wundern uns über Amokläufer, obwohl unsere Gesellschaft mit jedem “Gewinner” eine Handvoll “Verlierer” produziert.
Keine Sorge: wenn ich davon überzeugt bin, einen Idioten vor mir zu haben, sag ich es ihm auch. Aber es gilt immernoch die Grundannahme, dass jeder Mensch mündig ist. Man muss ihn nicht erst “mündig machen” (sowas geht gar nicht). Man kann also die eigene Meinung kundtun, muss aber immer damit leben , dass der Rezipient in seinem Leben andere Dinge für sich “verstanden” hat, gegen die es mitunter schwer oder unmöglich ist, anzureden. Es ist, meiner Meinung nach, ein schlimmes Misverständnis, zu glauben, dass das Aufklären zu “Aufgeklärtsein” im Kantschen Sinne führt.
Ich auch. Aber es ist nicht leicht. Und das muss man auch verstehen.
Auch der erfolgreiche Parvenü hätte sich durchaus wie ein aufgeklärter Mensch verhalten können. Er wollte es nur nicht, weil die Alternative – eben nicht zu den vermeintlich Erfolgreichen zu gehören – für ihn offenbar nicht machbar ist. Dafür die Gesellschaft verantwortlich zu machen a la “Nicht das Arschloch ist widerwärtig, sondern die Gesellschaft die ihn schuf”, ist doch ein bißchen zu einfach.
Nichts anderes habe ich gesagt. Die allermeisten Leute in Deutschland haben durchaus die Fähigkeit dazu mündige, vernünftige Bürger zu sein. Sie wissen es bloß nicht. Menschen darauf hinzuweisen was ihnen alles erlaubt ist, ist in diesem Sinne eben doch ein “mündig machen”. Das man da teilweise gegen eine lebenslange Indoktrination darüber was man alles NICHT darf angehen muß, ist leider unvermeidlich. Die Emanzipation des Bürgers gegen Staat und Eliten ist eben harte Arbeit. Früher nannte man das Klassenkampf, und eigentlich ist es genau das, aber man hört heute als Progressiver wohl die bösen marxistischen Theorien nicht mehr so gerne , selbst da wo sie zutreffen. Das Los der unterlegenen Ideologie eben. *hier Debatte über kommunistische Diktaturen einfügen, die mit Marxismus soviel zu tun haben wie die CDU mit christlicher Nächstenliebe*
Wie gesagt hätte ich Parasit nicht verwendet. Ich hätte es parasitenartig genannt. Oder parasitär. Das hat nix mit Entmenschlichen zu tun, es beschreibt schlicht die Fakten. Die Oberschicht (jaja, sehr verwaschener Begriff für eine eher inhomogene Gruppe, der Einfachheit wegen bleibe ich mal dabei) erfüllt für die Gesellschaft in ihren jetzigen Form keinen Zweck. Daher kann es keine Symbiose sein, die würde nämlich beiderseitigen Nutzen erfordern.
Im übrigen braucht man da auch noch nicht groß “an den Eigentumsverhältnissen rütteln” wie du das nennst. Es würde schon reichen wenn “Eigentum verpflichtet” wieder als Imperativ und nicht als alleruntertänigste Bitte gelten würde um die Probleme dieses Landes um einiges zu lindern.
Verehrter Spiegelfechter,
einige Ihrer Gastautoren reißen das Niveau Ihres Blogs ganz schön nach unten. Schade um Ihr starkes Blog.
Heißt es nun eigentlich korrekt ‘HartzIV-Parteien’ oder doch eher ‘Blockparteien’ ?
Es heißt “Nationale Front der Hartz-Parteien” (Hartz I-IV!).
@fugazi : irgendwie liest sich ihr Beitrag für mich wie: Völlig egal was, wie und warum gesagt wird. Es geht gegen H4 und deshalb ist dass richtig und gut. Auch wenn es nur gefühlsmässig ist.
Das ist mein Hauptptoblem mit diesen Artikeln. Viele scheinen den Inhalt völlig auszublenden, wenn es gefühlsmassig in die “richtige” Richtung geht und dazu ein paar der bekannten Schlagwörter genannt werden.
Als Beispiel: im vorhergehenden Artikel wurde vom Autor gesagt, dass H4 jede politische Mitgliedschaft (und deshalb politische Mitarbeit) unmöglich macht. Wie wurde nicht beschrieben. Nun kostet die Mitgliedschaft z.B. bei den Linken einem H4 2,50 pro Monat. Die Kritik richtet sich aber nicht gegen die Partei, die be einem Einkommen von weniger als 400 im Monat nicht ganz auf einen Miotgliedsbeitrag verzichtet, sondern gegen die H4 Gestetzgebung die diesen Monatsbetrag nicht übenimmt.
kritik angekommen und ich hatte ja schon ein gewisses unbehagen über den stil des artikels geäußert. nichts desto trotz halte ich eine, wie auch immer geartete fundamentalopposition ggü. einem m.e. inhumamen menschenbild, einer de facto leugnung der menschenwürde, der totalen ökonomisierung menschlichen seins und damit einer pervertierten weltanschauung für wichtig!
wenn knapp 10% einer population (und das ist erst der anfang!!!) von den pseudoeliten als dumm, faul (was ist das überhaupt? – ein relikt des disfunktional gewordenen protestantischen arbeits- und leistungsethos), unfähig ihre kinder erziehen (im sinne des systems, also einer zurichtung zu maximaler verwertungsfähigkeit) und und und difarmiert werden, ist m.e. jede gegenwehr legitim und begrüßenswert, solange sie prinzipiell aufklärerisch ist.
die pseudoeliten sind in ihrer eigenen krise (die auch alle anderen, dank falschen bewußtseins mitgetragen haben) gefangen. sie strampeln! das ist (groß)bürgertum im untergang! sie versuchen einen popanz, einen sündenbock für den michel zu lokalisieren und, wie man sieht, sie schaffen es!
ich glaube nicht, dass dies bewußt geschieht. dies ist ideologie und diese wirkt immer unreflektiert hinter dem rücken.
h4-assi-propaganda ist somit lediglich ein notwendiger reflex auf die eigene angst vor dem sozialen untergang, auf den möglichen (und bald realen) verlust der politischen und ökonomischen macht. und mal ehrlich, es funktioniert doch bislang prima!!!
ein menschenwürdiges dasein (immer kultur- und gesellschaftsgebunden) wird zwischenzeitlich je nach kassenlage von denen diskutiert, die die kassen geleert haben. der plebs applaudiert. ein rein politisch motiviertes lohnabstandsgebot wird zum völlig abwegigen kriterium dafür, was wem zusteht. hier (und nicht nur hier) wird unsere eigentlich gute und von lebensweisen menschen geschriebene verfassung zu grabe getragen.
assi-bashing hat methode, hat eine gesellschaftliche funktion, ebenso wie die mähr von den leistungsträgern, von der arbeitenden, werteschaffenden mehrheit (handys und versicherungen verkaufen – was ein wert, entschuldigung, ich werde polemisch).
lasst euch nicht auf den leim führen! ihr/ wir sind, ob mit oder ohne minder bezahlter arbeit, alle (nur) hartzer!!! und viele von denen, die jetzt noch von oben runterschauen werden in nicht all zu ferner zeit auch dort sein. das ist kein problem fehlenden wohlstands, sondern ein reines verteilungsproblem.
@Holdger Platta, ich finde den Artikel sehr gelungen und möchte mich für die Einsichten bedanken.
Wer durch Propaganda versucht Menschen die Sozialleistungen beziehen zu entmenschlichen, um damit diverse unmenschlichen Gesetze zu legitimieren, spiegelbildlich dazu die Leistungsträger (besser die Oberen 10k) zu „Übermenschen“ und Wohltätern macht – denn ein schlanker Staat wird ja zwangsläufig auch von Spenden dieser Leuten abhängig sein – ist m.E. im Prinzip nicht viel besser als die Faschisten vor 80 Jahren, nur sind halt die Ersatzbegriffe für „Volksschädling“ und „Herrenmensch“ heute nicht mehr so klar verständlich, da haben sie dazu gelernt.
Die Perversität liegt darin, das beide Seiten dieser Medaille noch als dem Gemeinwohl und der Demokratie förderlich verkauft werden, wobei ich die „Krake Bertelsmann Stiftung“ als Vorreiter dieser unseligen undemokratischen Entwicklung betrachte.
Ich bin ein bekennender Fan von Willy Brandt, das damalige mehr „Mehr Demokratie wagen“ in Verbindung mit dem Willen einen funktionierenden Sozialstaat aufzubauen wir für mich glaubhaft und ernst gemeint. Weiter glaube ich, das spätestens seit Birne&Co. (und verstärkt ab 2001) an dem Zerrbild einer Demokratie „gearbeitet“ wird, die „nur“ (im Sinne: soweit man es dem Volke gerade verkaufen kann) noch dazu da ist die Interessen der Eliten durch zu setzten.
Nachtrag: Gerade gefunden, der Text ist alt (1975) passt aber recht gut zu diesem und anderen medialen Themen, die künstlerische Umsetzung ist klasse :-)
Haha,
wenn Du sowas magst, zieh Dir mal George Carlin rein:
Auswahl:
http://www.google.de/search?q=george+carlin&tbs=vid%3A1%2Cdur%3Al&tbo=p&source=vgc&num=10
I think it’s very well done! – THX :-)
Leider ist der Gute schon tot :-(
Einen hab ich auch noch:
Achmed the Dead Terrorist
Die SPD und Schroeder waren die Moerder der Sozialen Sicherheit und der Zukunft unseres Landes sie waren bereit Sozialdemokratische Wählerstimmen zu benutzen, um den verheerendsten Schlag gegen die soziale Sicherheit der deutschen Bevölkerung zu führen, den es – abgesehen von Kriegsfolgen – jemals gab, seit Bismarck die ersten Sozialgesetze auf den Weg brachte, das war – begleitet von großzügigen, reichtumsfreundlichen Änderungen in der Steuergesetzgebung – ein Coup, der dem Kapital in Deutschland direkt und indirekt großen Segen beschert hat – direkt durch Milliarden und Abermilliarden ersparter Steuern und Personalkosten, indirekt durch die auf lange Sicht kaum mehr zu revidierende massive Schwächung der großen Arbeitnehmerorganisationen, nämlich der Gewerkschaften
die nur noch dazu da sind ausgebeutete Mitarbeiter mit fadenscheinigen Ausreden und Bergruendungen zu beruhigen.
Inzwischen egal ob Rechts Links Rot Gruen Gelb Schwarz alles eine homogene Masse die sich selbst bereichert ,Wasser predigt und Wein saeuft. Die einen haben die Rahmenbedingungen zum Abbau des Zivilisierten Sozialstaates und Niedergangs der Mittelschicht geschaffen,die anderen den Plan weiter voran getrieben ..die letzten lapidar ordungsgemaess halbherzig protestiert und gemeinsam Kasse gemacht.
Die wahren Schmarotzer werden hier erkennbar denn es verdoppelten sich die Finanzhilfen, also die direkt ausgezahlten Subventionen. 2008 lagen sie noch bei 5,9 Milliarden, 2009 bei 12,2 Milliarden …direkt in die Taschen der Anteilseigner denn die Bevoelkerung hat ja ” GESPART ”
Ansonsten gibt es nicht den geringsten Anlass zu Glauben der so ertraegliche Zustand fuer die Wirtschaft und der paar wenigen die sich ” Die Maerkte” nennen lassen wuerde sich freiwillig im Einklang zur Demokratie aendern.
Aussage des Wirtschaftskriminalisten Uwe Dolata von Business Crime Control :
“… die Lobby ist zu stark, die hat auch die Politiker im Griff, die sind praktisch nur noch Marionetten…”Wirtschaftskriminalität beginnt da, wo eine korrupte “Elite” in Wirtschaft und Politik, vorgeblich um eines fragwürdigen Wachstums willen, gemeinsam die Ausbeutung der Bevölkerung betreibt.
Wie bringt man Menschen bei, die Unterschiede in der Gewichtung bei Beschreibungen wie “soziales Sicherheitsnetz” und “soziale Hängematte” zu verstehen?
Im Prinzip sind beides Vergleiche bzw. Metaphern.
Diese werden im Deutschunterricht in allen möglichen “Textsorten”* (Z.B. Zeitungsartikel, Kurzgeschichten, Sachtexte, Gedichte, Romane, Dramen, Reden…) untersucht.
Und jetzt ratet mal, was die neueren Forderungen zur Veränderung des deutschen Lehrpläne sind?
Genau.
Keine verschiedenen Textsorten mehr, denn im “Berufsleben” muss man ja kein Drama von Goethe gelesen haben oder auch keine Böllschen Kurzgeschichten und ganz bestimmt keine Morgensternschen Gedichte, dieser geisteswissenschaftliche Quatsch halt, Kultur ohne Mehrwert. Hält junge Menschen nur auf beim Einstieg ins Erwerbs- und Berufsleben. Weg damit.
Verstehen und Erstellen von Sachtexten reicht aus, das ist “berufspraktisch” und daher für Schüler wichtig und angemessen.
Mehr braucht er nicht.
So und ähnlich läuft das mittlerweile in allen Lehrplan-Entwicklungen ab.
Übrigens: selbst die Lehrer fallen auf diesen Quatsch rein. Ein Mathelehrer meinte doch neulich zu mir, dass man Schülern auf dem Weg zum Abitur nicht unbedingt Differential- oder Integralrechnung** beibringen müsse, schon garnicht angehenden Buchhaltern oder Kaufleuten. Die könnten das auch später an der Uni lernen.
??? !!!
Überhaupt ist zu beobachten, dass auch deutsche Schulen immer mehr angelsächsisiert werden: Evalutitis, “Bildung messbar machen”, Lehrer als Manager und Publikumsunterhalter, nur berufsbezogenes Wissen lehren, Verachtung für angebliche intellektuelle, verspinnert-ästhetische Spielereien… Anscheinend hamm die Angelsachsen tatsächlich Angst, “over-educated” zu werden. Ich glaube ja, dass es für die Angelsachsen, den altgermanischen Volksstamm, einfach nicht gesund war, auszuwandern. Für Germanen, oder auch: Deutsche, ist es einfach nicht gesund, die Heimat zu verlassen, denn auf fremdem Boden verkümmert der Intellekt, die Religiosität nimmt zu, die Bildung nimmt ab, Fußball spielen, Autos bauen oder gutes Bier brauen können sie auch nicht mehr und beim Kegeln müssen sie 3 Löcher in die Kugel bohren, sonst klappt das bei denen nicht.
Und selbst bei Weltkriegen gewinnen sie nur mit Mühe, wenn sie sich mit Eurasiern verbünden und im Verhältnis von 4:1 gegen uns antreten. ***
*Seufz, ja ich weiß. Textsorte und Textgattung. Aber jetzt mal auf “Alltagssprache” heruntergebrochen.
** Differential- und Integralrechnung ist in der Mathematik etwa so wichtig wie Kenntnis der rhetorischen Mittel (Metapher, Anapher, Alliteration…) in Deutsch. Das sind unverzichtbare Grundlagen! Sagen sie mal einem Volks- oder Betriebswirt, einem Banker, einem Arzt, einem Statiker, einem Architekten oder einem Ingenieur, Differential- und Integralrechnung seien überflüssige intellektuelle Spielereien. Die werden ihnen schön was Geigen…
*** Für Schnellmerker: Satire.
ein paar links aus meiner Morgenlektüre, die das Thema streifen:
Wealth, Income, and Power
Aktueller update 8/2010 zu den 2005er Daten von Domhoff.
http://sociology.ucsc.edu/whorulesamerica/power/wealth.html
Kommentar dazu mit zusätzlichen Daten:
http://www.philstockworld.com/2010/08/21/who-rules-america/
“Wall Street Psycho:” 15 Signs of Moral & Ethical Pathology, Soul-Sickness.
http://wallstreetwarzone.com/wall-street-psycho-15-signs-of-moral-ethical-pathology-soul-sickness/
(Ich bin also nicht der einzige, der die Lage pathologisiert.)
The Elites Have Lost Their Right to Rule
http://www.zerohedge.com/article/elites-have-lost-right-rule
Fears of Regime Change in New York
http://www.nakedcapitalism.com/2010/08/fears-of-regime-change-in-new-york.html
Das ist der Grund, weshalb ich US-Seiten häufiger lese als deutsche.
DA ist das Epizentrum!
Das braut sich was zusammen!
Viel Spass
Ist Dir nicht auch schon mal der Gedanke gekommen, dass eine mächtige Regierung (bzw. ein System) unter Druck diesen auch “wunderbar” auf die “klassische” Art und Weise ablassen könnte?
Die Zeit, dass meiner einer den Fusel und die Bukowski Romane rausholt ist zum Glück nocht nicht da!
@heldentasse,
verstehe zwar momentan nicht, was das mit Bukowski zu tun hat, aber den ‘Fusel rausholen’ wäre ja schon mal ein Anfang.
Es ist ja so, dass ein Angriff auf den Iran das ultimative Ablenkungsmanöver wäre.
Die Kosten-Nutzenrechner im Hintergrund rechnen das vermutlich penibel durch.
Siehe ‘Nash-equilibrium’
http://de.wikipedia.org/wiki/Nash-Gleichgewicht
Mindestens sollten wir uns bewusst sein, was die Denke der Autisten ist.
‘Beautiful minds’ indeed.
Wir kommen vom Thema ab, aber was soll’s?
Jeder lenkt sich halt anders ab, ich finde Bukowski lesen (den ich leider nur auf deutsch verstehe) und dazu Fusel trinken ist eine wunderbare Mischung!
Vielen Dank für die Info einen hab ich (leider) auch noch:
Israel – Unleaded Gasoline, JP-8 Aviation Jet Fuel, and Diesel Fuel
Ich hoffe die wollen einem nur Angst machen :-(
haha.
This is where the action is.
(I’m afraid)
ein paar links aus meiner Morgenlektüre, die das Thema streifen:
(My comment -with comments- is awaiting moderation. Das kann dauern.
deshalb hier nur die links:)
http://sociology.ucsc.edu/whorulesamerica/power/wealth.html
http://www.philstockworld.com/2010/08/21/who-rules-america/
http://wallstreetwarzone.com/wall-street-psycho-15-signs-of-moral-ethical-pathology-soul-sickness/
http://www.zerohedge.com/article/elites-have-lost-right-rule
http://www.nakedcapitalism.com/2010/08/fears-of-regime-change-in-new-york.html
Viel Spass
Guter Beitrag und passend auf den Punkt gebracht, deren Staat ist schon lange nicht mehr unser Staat, bei denen regiert nur Gier und Geld und dafür gehen sie über Leichen!
Noch mehr Psychologie? Das brauchen wir nun wirklich nicht. Wir brauchen eine schonungslose Analyse, warum so viel suggestive Psychologie überhaupt nötig ist, um die Leute bei der Stange zu halten. Und das ist keine psychologische Analyse, sondern eine wirtschaftliche: Weil es nun mal das Geschäftsmodell dieses Staatswesens ist, dass der größte Teil der Bevölkerung sich zur Vermehrung des Reichtums eines kleinen Teils der Bevölkerung benutzen lässt. Und damit die Leute auch noch arbeiten gehen, wenn die Bedingungen dafür extrem unattraktiv sind, wird der Druck auf diejenigen, die das nicht tun, erhöht – sofern sie nicht genug Vermögen haben, um nicht arbeiten zu müssen. Das ist dann interessanterweise okay. Ein fauler Hund, der ein paar Miethäuser besitzt ist natürlich kein asozialer Abzocker, selbst wenn er den Leuten die Sozialknete aus der Tasche zieht, für die sie auf dem Amt die Hosen runter lassen müssen. Die herrschenden Verhältnisse ändert man doch nicht mit Psychologie! Im Gegenteil! Psychologen sind doch in erster Linie dazu da, nicht-Aushaltbares aushaltbar zu machen. Es geht hier doch nicht um das Glück jedes Einzelnen, sondern darum, dass die Leute alltagstauglich zugerichtet werden.
Lieber modesty
Vorsicht, kein falsches “Entweder-Oder” (leider eine Uraltkrankheit der “Linken”!): wir benötigen in der Tat, wie Sie sagen, Gesellschaftsanalyse (die ich übrigens zumindest ja angedeutet habe: Analyse der Gesellschaftsstrukturen und der ‘objektiven’ sozial-ökomonischen Interessen), wir benötigen dito aber Analyse der seelischgen Prozesse und der Psycho-Tricks (deren Opfer oft sogar die Betroffenen selber werden!). Gegen die jeweiligen Vereinseitigungsgefahren hilft nur ein reflektierendes und reflektiertes “Sowohl-Als auch”. Wenn Sie’s ganz hochtrabend formuliert haben möchten: dialektische Erhellung der Wirklichkeit.
Keine Zeit, das heute zu erläutern. Vielleicht ja bald in einem Artikel für den spiegelfechter.
Lieber modesty
Vorsicht, kein falsches “Entweder-Oder” (leider eine Uraltkrankheit der “Linken”!): wir benötigen in der Tat, wie Sie sagen, Gesellschaftsanalyse (die ich übrigens zumindest ja angedeutet habe: Analyse der Gesellschaftsstrukturen und der ‘objektiven’ sozial-ökomonischen Interessen), wir benötigen dito aber Analyse der seelischen Prozesse und der Psycho-Tricks (deren Opfer oft sogar die Betroffenen selber werden!). Gegen die jeweiligen Vereinseitigungsgefahren hilft nur ein reflektierendes und reflektiertes “Sowohl-Als auch”. Wenn Sie’s ganz hochtrabend formuliert haben möchten: dialektische Erhellung der Wirklichkeit.
Keine Zeit, das heute zu erläutern. Vielleicht ja bald in einem Artikel für den spiegelfechter.
Hört sich ganz nach Eso-Kram an.
Dacht ich mirs doch.
Ihr linken Spinner.
Pfui. Schämt euch.
Bokatov