Sackgasse Mobilität
11. September 2008 von Spiegelfechter - Drucken
Die Pendlerpauschale und ihre Abschaffung sind ein Politikum, mit dem sich trefflich Polemik betreiben lässt – vor allem, wenn in Bayern Landtagswahlen vor der Tür stehen. Aus diesem Grunde mahnten die Karlsruher Richter in der gestrigen mündlichen Verhandlung auch mehr Sachlichkeit an und riefen alle Seiten zu einer rhetorischen Abrüstung auf. Dies tut auch bitter not, denn die Diskussion um die Pendlerpauschale berührt einige Kernprobleme der Politik, der Ökologie und des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ein Umdenken in der Subventionierung des Individualverkehrs ist bitter nötig, wenn man die Steuerungsfunktion von Steuern und Subventionen ernst nehmen will.
Von den rund 31 Millionen Deutschen, die erwerbstätig sind, fahren 18,5 Millionen mit dem eigenen PKW zum Arbeitsplatz. 11 Millionen davon legen über 10 Kilometer (pro Wegstrecke) am Tag zurück, 4 Millionen sogar über 25 Kilometer. Im ländlichen Raum ist der Anteil der Pendler, die einen PKW nutzen, besonders hoch – dies verwundert kaum, zieht sich der Personennahverkehr doch seit den Privatisierungsplänen der Bahn immer weiter aus der Fläche zurück. Die alte Pendlerpausche kam bei Vollzeitarbeitskräften dann zum Tragen, wenn die Entfernung zum Arbeitsplatz 12 Kilometer überstieg. Dann überstieg die individuelle Entfernungspauschale den Arbeitnehmerpauschbetrag, der jedem zusteht. Da die Bundesregierung immer knapp bei Kasse, und der Abbau von Subventionen in Mode ist, entschied sich die Große Koalition, die Pendlerpauschale zu kappen. Die ersten 20 Kilometer galten fortan als nicht anrechnungsfähig, womit die Zahl derer, die die Pauschale in Anspruch nehmen konnten, sich auf diejenigen begrenzte, die über 32 Kilometer entfernt von ihrem Arbeitsplatz leben. Der Finanzminister rechnete mit Mehreinnahmen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro, aber die Gerichte machten ihm da einen Strich durch die Rechnung. Letztendlich geht es um die Frage, ob der Weg zum Arbeitsplatz für die Sicherung des Erwerbs notwendig ist. Der Bundesfinanzhof sieht dies so, während das Finanzministerium argumentiert, der Weg zum Arbeitsplatz sei nicht rein dienstlich, sondern zum Teil privat, da ja jedermann selber entscheiden könne, wo er wohnt.
Diese Argumentation verkennt indes die Lebensrealität von Millionen Deutschen. Gerade in der Provinz gibt es nun einmal nur wenige Arbeitsplätze in der Nähe der Wohnung. Bei stetig steigenden Mobilitätskosten gerät der Wohnsitz, der mehrere Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt ist, so zu einem Luxus und die wenigsten Pendler sind Wohlstandspendler, die sich im Speckgürtel von Metropolen niedergelassen haben, um die Vorzüge einer Großstadt mit der Idylle auf dem Land kombinieren zu können. Vor allem in strukturschwachen ländlichen Gebieten ist der längere Arbeitsweg zwingend notwendig, um den veränderten Arbeitsstrukturen Rechnung zu tragen. Die Kürzung der Pendlerpauschale trifft daher vor allem diejenigen, die dem Ruf nach „Flexibilität“ Folge leisten und zusätzlich zur Arbeitszeit täglich mehrere Stunden für den Arbeitsweg in Kauf nehmen, um am Wirtschaftsleben teilnehmen zu können. Diese Gruppe ist von den stark gestiegenen Mobilitätskosten auch am stärksten betroffen und eine Kürzung der steuerlichen Absetzbarkeit dieser Kosten träfe sie besonders. Strukturpolitisch stellt sich letztendlich die Frage, ob man die Provinz wirklich austrocknen will und ein Leben in der Provinz nur noch Wohlbetuchten gestattet, die sich den langen Weg in die Wirtschafts- und Produktionszentren leisten können. Steuerkonzepte, die die Kürzung der Pendlerpauschale durch einen erhöhten Arbeitnehmerpauschbetrag kompensieren wollen, laufen daher auch ins Leere. Dies entspräche dem Gießkannenprinzip und nicht der Steuerungs- und Ausgleichsfunktion, die Subventionen haben sollten.
Die Kürzung der Pendlerpauschale trifft den kleinen Angestellten in der Provinz. Sein Nachbar, der ein leitender Angestellter ist, kann darüber vielleicht nur lachen. Er hat nämlich von seinem Arbeitgeber einen privat nutzbaren Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen und ist von der Kürzung nicht betroffen. Zwar sei die Fahrt zum Arbeitsplatz auch für Nutzer von Dienstwagen - laut Gesetzgeber - nicht dem dienstlichen Teil der Nutzung zuzurechnen, aber da eine Neuberechnung der Abschreibungs- und Besteuerungsregeln für Dienstwagen zu kompliziert wäre, nimmt man aus steuerrechtlicher Sicht halt einfach an, es gäbe die 20-Kilometer Neuregelung für Pendler nicht. „Da Weißes als Weiß wahrzunehmen die Einfachheit der Wahrnehmung stören könnte, schreiben wir per Gesetz vor, dass es als Schwarz wahrzunehmen sei.“. So kann man es natürlich auch euphemisieren – einen Passus, der wahrscheinlich direkt aus der Feder der Automobillobby stammt.
54% der zugelassenen Neuwagen sind Dienstfahrzeuge* – wobei spritfressende CO2-Schleudern noch zu einem größeren Teil von Unternehmen gekauft werden und damit steuerrechtlich voll abschreibungsfähig sind. Auf diese Art und Weise „subventioniert“ der Steuerzahler zwei Drittel aller neuzugelassenen PKWs mit mehr als 2 Liter Hubraum, 85% aller Oberklasse-PKWs und 90% aller Geländewagen. Ein Porsche Cayenne Turbo S ist ein solches Ungetüm – er kostet 98.000 Euro, stößt 378 Gramm CO2 aus und verbraucht 17 Liter auf 100 Kilometer. Schreibt man ihn auf sechs Jahre ab, entstehen steuerlich relevante Kosten in Höhe von 22.000 Euro pro Jahr. Zahlt der Fahrer einen Grenzsteuersatz von 40%, so spart er jedes Jahr 9.000 Euro Steuern. Der luxuriöse Lebensstil - von ohnehin Besserverdienden - wird somit vom Steuerzahler bereits in der Anschaffung mit 54.000 Euro bezuschusst. Selbstverständlich sind die Benzinkosten dieses Ungetüms ebenfalls als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Dies ist ökologischer und ökonomischer Wahnsinn.
Umweltminister Gabriel hat sich mit einem Modell hervorgewagt, das die steuerliche Abschreibung vom CO2-Ausstoß des PKWs abhängig macht. Die Benzinkosten eines PKWs würden demnach – je nach CO2-Ausstoß des Modells - nur noch in der Höhe als Betriebskosten absetzbar sein, die bei einem normalen Mittelklassewagen der Golf-Klasse anfallen. Für den Cayenne, der fast dreimal so viel CO2 ausstößt wie ein moderner Golf, könnte man folgerichtig nur ein Drittel der Benzinkosten als Betriebsausgaben geltend machen. Dies greift natürlich in das individuelle Recht, wie ein Betrieb zu führen ist ein. Der Anwalt, der sich ohne Cayenne nicht als vollwertiges Mitglied seiner Zunft sieht und daher Wettbewerbsnachteile befürchtet, kann argumentativ jedoch kaum überzeugen. Auch Jagdausflüge, Segeltörns und gemeinsame Bordellbesuche mit Geschäftspartnern sind steuerlich nicht als Betriebsausgaben absetzbar. Wenn man die Anschaffungskosten von Dienstwagen ebenfalls nach dem Gabriel-Modell handhaben würde, so kämen nach Untersuchungen des Wuppertal-Institutes jedes Jahr genau die 2,5 Mrd. Euro mehr in die Staatskasse, die die „unfinanzierbare“ Pendlerpauschale kostet.
Steuern und Subventionen haben Lenkungswirkung. Von der deutschen Dienstwagenbesteuerung profitieren vor allem deutsche Automobilhersteller, die große Marktanteile in der oberen Mittelklasse, der Oberklasse und im Geländewagensegment haben. Angestellten, denen diese Luxuskarossen zur Verfügung gestellt werden, müssen nicht auf den Benzinpreis achten. Ihnen ist es letztendlich egal, was ihr tonnenschweres Schätzlein so schluckt. Solange die absolute Mehrzahl solcher Automobile als Dienstwagen eingesetzt wird, haben die Automobilhersteller auch kaum Anreize, sparsamere Modelle zu produzieren. Experten schätzen, dass sich die Zahl der weltweit vorhandenen Fahrzeuge bis zum Jahr 2020 nahezu verdoppeln wird. Die Fördermenge für Erdöl wird sich bis 2020 allerdings (je nach Szenario) bestenfalls auf dem momentanen Level halten lassen. 50% der Erdölförderung geht momentan in den Straßenverkehr. Eine stark gestiegene Nachfrage, kombiniert mit einem bestenfalls stagnierenden Angebot, kann bei einem kaum preiselastischem Gut wie Erdöl nur eins heißen – eine massive Verteuerung. Will man – als Gesellschaft und als Industriestandort – auf diese Entwicklung vorbereitet sein, so muss man bereits jetzt gegensteuern und ein Bonus-Malus System etablieren, welches die Nachfrage nach umwelttauglichen Fahrzeugen steigert und die Nachfrage nach „Spritschleudern“ bremst. Früher oder später wird dies der Markt zwar von ganz alleine regeln, aber es ist besser, dann bereits auf diese Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Der US-Dinosaurier General Motors ist von den steigenden Ölpreisen bereits an den Rand des Ruins getrieben worden. Der Hersteller, dessen Produktpalette in den USA zu großen Teilen aus spritfressenden SUVs, Pickups und Vans besteht, musste im letzten Geschäftsjahr Verluste von 39 Mrd. US$ verzeichnen. Die gestiegen Benzinpreise gelten dabei als wichtigster Faktor unter vielen. Der große japanische Konkurrent Toyota, der unter den Herstellern verbrauchsarmer Fahrzeuge einen Spitzenplatz einnimmt, konnte im gleichen Jahr 14 Mrd. US$ Gewinn erzielen. Der Markt für SUVs ist in den USA mittlerweile eingebrochen. Wurden früher bis zu 800.000 Fahrzeuge pro Monat verkauft, sind es heute nur noch 300.000 mit sinkender Tendenz.
Wenn sich Deutschland für die Zukunft wappnen will, ist eine Neustrukturierung der KFZ-Besteuerung unausweichlich. Vor dem Damoklesschwert von Peak-Oil ist die Elektrifizierung des Individualverkehrs eines der wahrscheinlichsten Szenarien. Ein modernes Fahrzeug mit Elektroantrieb benötigt rund 16 Kilowattstunden Strom** für 100 Kilometer und wäre damit bereits jetzt günstiger im Unterhalt, als ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor. Gemessen an der Energieerzeugung in Deutschland, würde ein solches Auto nach Angaben des IFEU- und des Wuppertalinstitutes soviel CO2 ausstoßen wie ein modernes 3-Liter Auto. Selbst, wenn ganz Deutschland mit E-Autos fahren würde, würde dies den Stromverbrauch des Landes nur um 16% steigern – dies ist durchaus vorstellbar. Nur gibt es noch viele Kinderkrankheiten dieser Technik – die Batterien sind zu schwer und zu teuer, die Reichweite ist zu gering und es existiert fast keine Versorgungsinfrastruktur. Dies aufzubauen, wird ein teures Unterfangen. An Alternativtechnologien führt indes kein Weg vorbei – Öl und Gas sind nun einmal endlich. Warum kürzt man nicht bereits jetzt die Subventionen für Spritfresser, wandelt die Pendlerpauschale in eine Steuersubvention um, die ökologische Lenkwirkung hat und investiert das eingesparte Geld in die Forschung alternativer Antriebsmethoden und den Aufbau einer Infrastruktur, um diese nutzen zu können? Die Antwort kennt man in den Ministerien wohl … oder sollte man lieber gleich bei der Automobillobby nachfragen?
* Zahlen von Kraftfahrtbundesamt und Wuppertal-Institut
** Zahlen aus: Christian Wüst - Fahren ohne Feuer
Jens Berger
Quellen:
Hans-Joachim Luhmann - Das Ende der Werbungskosten …
Karl-Otto Schallaböck - Dienstwagen - ein kritisches Kapitel der Pkw-Entwicklung
Christian Wüst - Fahren ohne Feuer
Bildnachweis: Hamburger Jung auf Flickr, Gunnar auf Flickr, Porsche, Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Lancesteronline
Posted in Deutschland, Energie |






































































Wenn man sich die Zahlen so ansieht, darf ich an die Dienstwagen unserer Bank wirklich nicht denken.
Aber wir kleineren Arbeitnehmer müssen eventuell auf unser Jobticket verzichten. Und manchmal verstehe ich wirklich nicht, warum wir uns das alles so bieten lassen.
Das ganze geht auch gegen mein ganz persönliches Rechtsverständnis, aber das hat wohl mit dem dieses Rechtsstaats eh nix zu tun.
Umweltpolitisch finde ich den EU-Kompromiß ganz schlimm, eben weil die Automobilindustrie in Deutschland damit nicht mal gezwungen wird, sich Gedanken über den Kohlendioxidausstoß zu machen, die verschlafenen Entwicklungsjahre werden so auch jetzt nicht aufgeholt. Es ist ja nicht nötig.
Aber der Strom ist ja unendlich…
In letzter Zeit reden immer mehr von den E-Autos als der ultimativen Lösung…und auch hier lese ich nur ganz trocken :
“Selbst wenn ganz Deutschland mit E-Autos fahren würde, würde dies den Stromverbrauch des Landes nur um 16% steigern”
Aber kein Wort dazu, was das bedeutet.
Atomstrom noch und nöcher; denn bis die Solartechnologie und andere “erneuerbare” Energien soweit sind, dass sie auf eine Summe am Gesamtaufkommen des produzierten Stroms kommen über die man nicht schmunzeln muss ist es noch lange hin.
Wir tauschen hier doch nur ein Problem gegen ein anderes aus!
Und ganz ehrlich:
Wenn der Sprit teurer wird, arbeiten mehr im Homeoffice.
Wenn der Strom teurer wird, schreiben dann alle wieder auf Schiefertafeln?
Ich sehe irgendwie keine echten Innovationen…
Wenn man sich mal anschaut wie kompliziert und giftig die Entsorgung der Autoakkus ist, wenn man sieht wie viel Atommüll jetzt schon schlampig deponiert wird…dann ist mir der momentane “E” Hype irgendwie…ungeheuerlich.
Jens, repariere doch bitte den Link: foes.de/de...
Derzeit kommt der als
spiegelfec...
und meldet mit Fug und Recht einen Fehler.
Informativer Artikel, das mit den Dienstwagen wusste ich so noch nicht.
@Christian: Dass wir 2007 bereits 14,2% des Stroms aus erneuerbaren Energien bezogen haben, ist an Dir vorbeigerauscht? Oder worüber “schmunzelst” Du? Derzeit wird in Deutschland jedes Jahr mehr als die Erzeugungskapazität eines grossen AKW an erneuerbaren Energien bereitgestellt. Und Grossprojekte wie die Realisierung der 26GW im Genehmigungsverfahren stehenden oder genehmigten Offshore-Windparks sind da noch nicht mitgezählt. Wenn die Effizienzpläne auch nur halbwegs zum Tragen kommen, läuft das bei ungebremstem Atomausstieg und Stopp der Kohlekraftwerksneubauten bis 2025 eher auf ein Überangebot als auf Mangelsituationen in der Stromerzeugung hinaus.
Ein Ausbau des Elektrofahrzeugbestands und ein Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur hätte viele Vorteile. So würde die Ölrechnung damit direkt reduziert und der CO2-Ausstoss gleich doppelt, nämlich durch die höhere Effizienz der Fahrzeuge und den Anteil erneuerbarer Energien an der Strombereitstellung. Längerfristig könnten mit v2g-Lösungen (vehicle to grid) Schwankungen der dargebotsorientierten und dadurch schwankenden erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenkraft abgefangen werden, denn Millionen oder perspektivisch zig Millionen Elektrofahrzeuge repräsentieren ein gewaltiges Speicherpotenzial.
Endlich, endlich spricht jemand ein kritisches Wort über die hunderttausende von bezuschussten Dienstwagen in unserem Land. Das ist doch der entscheidende Punkt: Während ab der oberen Mittelschicht und aufwärts durch massive steuerliche Subventionsmechanismen gefördert wird, geht es dem gewöhnlichen Pendler finanziell deutlich schlechter. Genau so ist es seit Jahren, und genau so einfach ist es leider auch. Traurig genug, dass sich die Mainstream-Medien solcher Zusammenhänge gar nicht annehmen, sondern nur dumpf die Befürworter und Gegner gegeneinander stellen.
Interessante Infos auch bei demokratie-ist-wichtig.de demokratie...
@Christian
Mobilität “kostet” Energie, so viel ist klar. Energie aus fossilen Rohstoffen ist endlich und wird sich mittel- bis langfristig derart verteuern, dass die ineffiziente Nutzung für den Individualverkehr keinen Sinn mehr macht. Dies ist nur ein Punkt - man denke nur an die Transportkosten, die in unserer globalisierten Wirtschaftswelt anfallen und die ebenfalls nur durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in der Form möglich ist, wie wir sie kennen. Nach meinem technischen Wissensstand ist Strom die einzige Form fossile Brennstoffe zu substituieren, die momentan marktfähig ist. Entscheidend ist daher, wie Strom erzeugt wird. Neben dem großen Potential regenerativer Stromerzeugung, das a² auch schon ansprach, führt für mich kein Weg an der Atomenergie vorbei. Ich weiß, dass diese Meinung momentan nicht konsensfähig ist, aber mir fehlt die Phantasie, zu anderen Schlüssen zu kommen.
@aquadraht
-> Effizienz
Natürlich hast Du recht, wenn Du die hohe Effizienz von Elektromotoren gegenüber Verbrennungsmotoren ansprichst. Sogar mit “Kohlestrom” ist der Individualverkehr mit Strom effizienter, günstiger und umweltfreundlicher, als der Betrieb von PKWs mit Verbrennungsmotoren. Dennoch sollte man diesen Gedanken m.E. auch zu Ende denken und hier führt (s. meine #6) wohl kein weg an der Atomenergie vorbei, wenn wir zeitgleich das Verhältnis Energienachfrage kontra nicht regenerative Rohstoffvorkommen und den CO2 Ausstoß als Parameter in Betracht ziehen. Oder bist Du da anderer Ansicht?
Guter und informativer Artikel vom Spiegelfechter, das alles kann man so nur unterschreiben.. aber visionäre und zukunftsfähige Politik ist leider schwer möglich solange die Zukunft keine Lobby hat. Die steuerliche Finanzierung der dicken Autos brauchen die deutschen Hersteller wie die Luft zum Atmen.. und sie drohen der Politik im Gegenzug mit einem enormen Arbeitsplatzabbau, sollte die Dienstwagenregelung neu gefasst werden..
Ich als Autonarr hätte gern noch ein dickes V8 Coupe gefahren bevor die Preise unbezahlbar sind (die Vorräte an sich halten ja noch ewig), aber selbst ich beginne mich mit dem Gedanken anzufreunden, das kein Weg am E-Auto vorbeiführt.. leider :/
An SF 7:
Ich bin zwar nicht aquadraht, aber ich bin anderer Ansicht. Ist alles eine Frage des politischen Willens. Siehe z.B. hier:
heise.de/t...
@Karsten Bier
Leider besitze ich nicht das technische Know-How, das von Dir verlinkte Modell auf Realisierbarkeit zu prüfen - politisch ist es jedoch höchst problematisch. Solarkraftwerke in der Sahara sind ja nett, machen Europa aber von Nordafrika genau so abhängig, wie von Russland bei nicht regenerativen Energien. Und Russland ist sicher verlässlicher, als es Algerien und Libyen auf absehbare Zeit je sein werden. Ich bin da skeptisch.
@aquadraht
Um es mit den Worten eines Dozenten von QCELLS zu sagen:
“Natürlich ist Solarstrom in Deutschland ohne Subventionen nicht rentabel.”
Und bis es soweit ist, dauert es noch! Das heißt wir bauen zur Zeit noch Ressourcen verschwendende Technologie, auf die der Steuerzahler draufzahlt.
Natürlich soll das irgendwann besser werden und die Quote der erneuerbaren Energien soll bitte bitte irgendwann mal 100 % betragen.
Trotzdem ist der Hype gerade sehr einseitig!
Deshalb poste ich auch genau so polarisiert ;)
Hallo,
vielen Dank an Spiegelfechter für den Artikel.
Leider sind diese beiden Punkte in dem Artikel in direkten Zusammenhang gebracht worden. Meines Erachtens müssten beide Fakten getrennt betrachtet werden.
Über die Notwenigkeit der Abschaffung oder wenigstens ökologischen Umgestaltung der Dienstwagenzuschläge braucht hier nicht weiter zu diskutiert werden. Dass dies erst passieren wird, wenn den Unternehmen der Sprit sogar mit Förderung zu teuer wird oder ein emotionaler Trend zu Umweltschutz entsteht, der sich am Markt verwerten lässt, ist schade aber passt zu dem gelebten Gesellschaftsentwurf.
Zwar könnte man scheinbar rein rechnerisch mit der Abschaffung der einen die andere gegenfinanzieren. Doch das beantwortet nicht die Frage, ob die Pendlerpauschale nötig ist, unabhängig davon wie negativ die andere Subvention zu bewerten ist.
Ich bin der Meinung auf lange Sicht sollte die gesamte Pendlerpauschale eingestellt werden und das Geld sinnvoller –eventuell Ausbau der Infrastruktur und Ausweitung der Bestellung von öffentlichen Nahverkehr in der Fläche – verwendet werden.
Denn diese Pauschale hilft zwar auf kurze Sicht den Arbeitnehmern, trägt aber in der Masse zur Zersiedlung der Landschaft und zu einem großen Teil zum Individualverkehr mit all seinen negativen Folgen bei. Außerdem wirkt sie indirekt wie eine Bezuschussung der Arbeitgeber, da diese den Radius der Suche/Einstellung von Arbeitskräften ausdehnen können, ohne die Mehraufwendungen der Arbeitkräfte zu finanzieren – dies geschieht dann auf Kosten der Gemeinschaft.
Weiterhin bin ich der Meinung, dass es zu einen immer weiteren Verstädterung kommen wird, der man nicht unnötig durch Steuergelder entgegen treten muss. Zumal diese Verstädterung Möglichkeiten eröffnet, das Leben von immer mehr Menschen auch in Balance mit der Natur zu organisieren. Stichwort: Nahverkehr, Ausschöpfung von Leistungsangeboten, zentraler Anfall von Abfällen aller Art – effizientere Entsorgung etc.
Letztlich bin ich für die ersatzlose Streichung der Pendlerpauschale, unter der Voraussetzung einer sinnvollen Verwendung des freiwerdenden Geldes.
…
@Jones … Ich freue mich auf die E-Mobile, endlich kein Gestank mehr und Leistung in allen Drehzahlbereichen direkt am Rad, da wo sie hingehört. Ganz zu schweigen von Rückspeisung der Bremsenergie und anderen Spielereien.
An SF 10:
Ich bin auch kein Experte bzgl. der Technik. Und was das politische angeht, da kennst du dich sicher besser aus als ich. Ich denke jedoch, dass diese Probleme in den Griff zu bekommen wären, wenn es gewollt wäre. Zumindest eher als die durch Atomkraft entstehenden Probleme. Zudem: Von welchem Stoff sind wir denn am meisten abhängig? Das dürfte wohl das Öl sein. Und das kommt nun auch nicht gerade aus politisch stabilen und verlässlichen Regionen. Das stört aber doch auch nicht weiter.
Rein von der militärischen Mächtigkeit betrachtet wären Algerien und Libyen auck andere Kaliber als Russland, denke ich. Und Chirac sagte doch schon so schön (sinngemäß): Ich bin bereit, Atomwaffen gegen Schurkenstaaten einzusetzen, wenn die strategische Versorgung des Westens gefährdet ist. Na denn…
@12 Fred
Yep, diesen Eindruck hatte ich beim Schreiben auch.
Diesen Schluss habe ich auch bewußt offen gelassen. Aus strukturpolitischer Sicht ist die Pauschale sinnvoll, ökologisch nicht. Es ist schwer beides zu vereinen.
Hmmm, ich weiß nicht, ob der Nahverkehr - so sinnvoll er auch ist - immer die erste Wahl ist. Auf jeden Fall ist dies überdenkenswert.
Die Zersiedlung sehe ich so nicht, da die ortsnahen Jobs immer weniger werden. Wenn man diesen Wandel der Beschäftigungsstruktur als gegeben nimmt, führt an einer Subventionierung der Mobilitätskosten m.E. kaum ein Weg vorbei, will man die Fläche nicht entsiedeln.
Richtig - aber machen wir uns nichts vor. Hier herrscht kein funktionierender Markt vor, und der Arbeitnehmer hat eh kein Verhandlungspotential, egal was für Kosten er hat.
Aber auch in den Städten wird dies Auswirkungen haben. Wenn etliche Werktätige in die Städte kommen, werden auch dort die Mietpreise steigen … und damit hat niemand gewonnen. Der Städter nicht, da seine Mieten steigen und der Provinzler nicht, da er trotz des Umzugs weniger verfügbares Einkommen hat.
@13
Du weißt, dass dies im Endeffekt auf einen neuen Imperalismus hinausführen würde. Ich sehe da schwarz. Die “unausweichlichen” Probleme der Atomkraft halte ich auch nicht für wirklich unausweichlich - wenn man es wirklich ernsthaft und vor allem unideologisch angehen würde.
@Spiegelfechter 6,7 : Die Frage ist, was man mit “es führt kein Weg an der Atomenergie vorbei” sagen will. Wenn es darum geht, dass es derzeit schwer denkbar wäre, auf die knapp 12% (bald nur noch 10% und weniger) der Weltstromproduktion, die derzeit aus Kernkraft stammen, auf einen Schlag zu verzichten, ist das zutreffend, auch wenn es sich nur um knapp 2% der Weltenergieerzeugung handelt.Immerhin sind es knapp 440 GW Erzeugungskapazität und ca. 9EJ Jahresleistung, man würde merken, wenn es fehlt. Mehr aber auch nicht. Der Kernkraftanteil ist nicht ausbaufähig, die Erzeugung stagniert seit einem Jahrzehnte absolut und nimmt seit zwei Jahrzehnten relativ ab. Und das wird sich nicht gross ändern.
Es ist nämlich ohne komplette Umstellung der nuklearen Technologien auf derzeit völlig unerprobte und vermutlich sehr teure Reaktoren (Brüter, G4-Technologien) nicht möglich, die nukleare Energieproduktion, für die Brennstoffe nur noch für wenige Jahrzehnte bereitstehen, nennenswert zu erweitern. Dabei wird die ohnehin ökologisch fragwürdige Uranförderung immer CO2-intensiver. Von weiteren Problemen (Entsorgung, Havarierisiken) will ich nicht reden.
Weder technisch noch ökologisch wäre der Verzicht auf Kernkraft ein Problem, und Kernkraft bietet ziemlich exakt für keines der Probleme eine Lösung, nicht für die Klimafragen und auch nicht für Peak Oil. Ich verstehe auch nicht ganz, warum Libyen und Marokko als Sonnen- oder Windstrom- und Russland als Gaslieferanten Probleme darstellen, Kasachstan, Mali und Russland als Uranlieferanten aber nicht.
@Christian: Du wirfst Dinge durcheinander, nämlich Förderung (”Subvention” ist das streng genommen nicht) und Ressourcenverbrauch. Ich finde auch nicht, dass Du pointiert, sondern uninformiert schreibst. Wer behauptet, Kernkraft ausbauen zu können, soll erklären, wo der Brennstoff her- und der Abfall hinkommt. Asse lässt grüssen.
An SF 15:
Klar, Imperialismus ist auch keine tolle Lösung. Muss ja auch nicht sein. Man könnte diesen Ländern den Strom auch einfach abkaufen, so wie das z.B. mit dem Öl auch geschieht.
Aber bzgl. der Unausweichlichkeit würde mich dann doch interessieren, wie du aquadrahts Frage in 17 beantworten würdest: Wer behauptet, Kernkraft ausbauen zu können, soll erklären, wo der Brennstoff her- und der Abfall hinkommt.
@aquadraht
Ich glaube nicht, dass du meinen überschaubaren Kommentar wirklich gelesen hast.
Und egal ob der zitierte Ausdruck der passende ist/war, wir nutzen eine Technologie die weit davon entfernt ist der viel gepriesene Heilsbringer zu sein. Ob es sich nun um Solar-, Wind-, Biomasse- oder sonstige erneuerbare Energie handelt, es treten Probleme an allen Ecken und Enden auf. Was Unterhaltung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer angeht sind diese Technologien noch immer anfällig und ohne irgend eine Form der kurzfristigen Subvention oder sonstiger finanzieller Unterstützung oftmals nicht ein mal rentabel. Von der Verwendung selten(st)er Rohstoffe für die Herstellung mal ganz abgesehen.
Natürlich müssen hier Gelder fließen um die Forschung voran zu treiben damit langfristig betrachtet eben das erreicht wird, was mir viel die Medien schon heute viel zu häufig suggerieren wollen:
Eine rentable und solide Technologie, die uns, unseren Kindern und den folgenden Generationen mal den Arsch retten wird. Zumindest wird sie es…müssen.
Wie man mein unpointiertes und uniformiertes Posting als Aufruf zum Ausbau der Atomkraft verstehen kann ist mir deshalb schleierhaft.
Und um SF und Fred zu zu stimmen: Ich habe mit meinem Kommentar das nicht eigentliche Thema kommentiert. Doch gerade deshalb kommentiere ich ja, weil ich es als zu wenig erörtert empfinde.
@jones
Ich muss jetzt mal die Stimme der Unvernunft sprechen lassen :-). bis vor drei Jahren habe ich noch einen 12-Zylinder 7er gefahren und ganz ehrlich: Es ist spürbar mehr Lebensqualität! Ich musste und muss jeden Tag knapp 100 km (hin & zurück) zur Arbeit fahren und selbst wenn Du mit so einem Wagen im Stau stehst, ist es einfach gemütlicher und angenehmer, als wenn Du in so einer Plastikschüssel sitzt. OK - ich habe den Spass wegen den explodierenden Spritkosten und vor allem den Werkstattkosten dann aufgegeben, zumal sich von 2001 bis 2005 der Wert eines Gehaltes x gleich halbiert hat.
Jetzt fahre ich so eine spritsparende Reissschüssel und ICH HASSE SIE JEDEN TAG! Andererseits liebe ich diese Gurke, wenn ich mal gezwungen bin mit der Ruhrgebietsbahn zu fahren, die teuer, dreckig, verkommen, garantiert IMMER zu spät, stinkend, garantiert mit ungewaschenen Menschen überfüllt (immer zuwenige Wagen), völlig überteuert und in jeder Beziehung schlecht ist.
“Vernünftige” Autos sind wie Astronautenfutter: Man kann damit leben, kann es aber nicht genießen.
@Christian: Was Leute wie du irgendwie nie verstehen ist der Sinn hinter Elektroautos. Das Problem bei solchen Dinge sind die Umbrüche. Jeder Infrastrukturwechsel bedeutet eine immense Hürde. Wenn man also schon weg vom Verbrennungsmotor muss, ist die sinnvollste Lösung eine generische.
Wo die Energie herkommt ist dann letzten Endes egal. Atomstrom, Wasserstofftank mit Generator, Windkraft, Solarstrom, was auch immer. Wichtig ist, dass man nicht in 20-40 Jahren wieder vor dem Problem steht die komplette Infrastruktur wechseln zu müssen und bereits gelöste Probleme erneut für die neue Technologie lösen zu müssen.
Abgesehen davon entlasten E-Autos erheblich den Straßenverkehr von Emissionen, der Wegfall des Getriebes spart Unmengen an Energie und überhaupt: wer einmal so etwas gefahren ist, mag Verbrennungsmotoren nur noch mit einem müden Lächeln bedenken, die haben einfach keine Power …
Ach, und dein Tipp auf Atomenergie ist schlicht quatsch. Die Energiebilanz von Uran liegt inzwischen nur noch bei 1,1, in den nächsten 20 Jahren wird sie unter 1 fallen, weil alle große Vorkommen längst erschöpft sind. Dann werden Atomkraftwerke unterm Strich Energie vernichten. Schon um den Weltanteil an der Energieerzeugung konstant zu halten, müssten jedes Jahr dutzende Atomkraftwerke in Betrieb gehen. Schon bei konstantem Verbrauch machen die bekannten Vorkommen nur noch 100 Jahre Laufzeit aus. Sollte Atomstrom aus dem niedrigen einstelligen Anteilsbereich herauskommen, wären die Vorkommen noch vor dem Öl erschöpft.
Auch abseits der Gefahren ist Atomstrom schlicht keine sinnvolle Lösung. Zu teuer ist er auch, wenn man die Subventionen abzieht. Nicht umsonst gibt es nicht einen privaten Betreiber weltweit, der ohne Subventionen ein solches Kraftwerk hochzieht.
zum Artikel: full ack, jedoch wird bei Dir jens, wie auch bei den beiträgen meiner mitleser, als auch in der öffentlichen diskussion zumeist übersehen, dass die pendlerpauschale eben keine subvention ist. sie ist keine hilfe des staates an die berufspendler, sondern bei der besteuerung sind die ausgaben, die ein erwerbstätiger zur erwirtschaftung des einkommens tätigen muss, vom erzielten einkommen abgezogen. das nennt man werbungskosten und das nettoprinzip und gilt nicht nur hier. es ist und war immer selbstverständlich, dass jemand immer nur das zu versteuern hat, was er quasi als reingewinn übrigbehält, so lautet zumindest der vater des gedanken. die abschaffung der pauschale ist daher und nur deswegen von den obergerichten, die jetzt die sache dem BVerfG vorgelegt haben, als verfassungswidrig angesehen worden. deshalb ist es ja gerade eine frechheit des gesetzgebers dieses prinzip zu kippen. man stelle sich vor, ein unternehmen dürfte die aufwendungen, die es für die erwirtschaftung des gewinns tätigen muss, nicht von der steuer absetzen… ei der daus.
natürlich kann man über den umfang nachdenken um im einzelfall zu entscheiden, welche aufwendungen tatsächlich hätten erfolgen müssen, ob der arbeitnehmer nicht mit dem fahrrad, bus, per pedes oder sonstwie sich zur arbeit hätte begeben müssen, um somit den abzusetzenden betrag genau zu ermitteln. die einzelfallprüfung verschlingt jedoch in der gesamtschau mehr ressourcen an prüfungsaufwand, als durch die geltung einer pauschale verlorengeht.
@Schwitzig
Du sprichst mir aus der Seele, Ich bin zwar mit meinem derzeitigen Opel Astra nicht unzufrieden, aber die Sinne spricht das Auto halt nicht an wie auch. Die einen werden sich freuen wenn E-Motoren flächendeckend für weniger Abgase und Lärm sorgen, Leuten wie mir graut es ein wenig bei diesen Zukunftsaussichten.. Aber nichtsdestotrotz wär ich stolz darauf wenn sich die Menschheit die hart erworbene (auf Kosten von Umweltzerstörung) individuelle Mobilität erhalten könnte, allein der rechte Glaube fehlt mir..
Wird die Fortbewegung wieder zum exklusiven Gut der Reichen?
@Atomdiskussion
Diese Diskussion ist mittlerweile wirklich nur mehr Glaubenskrieg. Die Atomlobby versorgt uns mit Studien nachdem die Vorräte an Uran noch viele Jahrhunderte halten und die Probleme locker zu lösen sind. Die Naturschutzlobby hingegen hält die erneuerbaren Energien für supertauglich um sofort die ganzen AKWs zu ersetzen. Wem also Glauben schenken?
Ich habe mich im Rahmen meiner Magisterarbeit mal damit beschäftigt und bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, das wir keinen verfrühten Ausstieg wagen sollten, da ich den Atomlobby-Papieren mehr getraut habe.. das die erneuerbaren Energien unsere Zukunft darstellen ist keine Frage, aber die schnelle und ausreichende Verfügbarkeit sehe ich noch nicht gegeben. Wenn z.b. die neue Solarzellengeneration mit einer einfachen Kunststoffträgerfläche verfügbar wären, könnte man schon viel eher darüber nachdenken die AKWs abzuschalten. Aber ohne Not einfach abschalten finde ich nicht sinnvoll. Leider ist diese Diskussion nur sehr selten sachlich und ähnlich kontrovers wie Linux vs Windows oder Opel vs VW..
In Italien wurden z.b. die AKWs schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts abgeschaltet, was wiederum dazu führte, dass die Italiener mittlerweile nur noch vom Öl- und Gasimport abhängig sind (abgesehen von ein bisschen Wasserkraft und kleinerer eigener Gasfelder). Ich war dieses Jahr in Lecce am Stiefelabsatz und da hat mir eine ultragrüne Professorin erklärt, dass sie ihr Kohlekraftwerk sofort gegen ein Atomkraftwerk tauschen würde! Begründung: Das macht keinen Dreck ;)
Die energetische Zukunft sehe ich vor allem in dem Ende der großen Konzerne und dem Aufbau eines dezentralen, regionalen Energiemixes. Viele Häuser mit Solarzellen verbunden mit Holzpellet-Heizungen dazu Wind- und Gezeitenkraft und wo es möglich und sinnvoll ist: Biomasse.
Guten Morgen zusammen,
ich möchte zu dem insgesamt sehr guten Artikel einen Punkt anmerken:
Es wird immer wieder (leider auch hier) der Begriff Subvention mit der Pendlerpauschale zusammengebracht. Dies haben vor einigen Jahren bereits die “Reformer” der großen Koalition getan, um gegen die Pendlerpauschle mobil zu machen.
Rein moralisch (ich bin kein Jurist) sehe ich die Kosten für die Fahrt zum Arbeitgeber und zurück (bei mir immerhin über 170km / Tag) als Kosten, die benötigt werden, um meiner Erwerbstätigkeit nachgehen zu können - also wie bereits im Fall von Unternehmen völlig richtig formuliert (!) als Betriebsausgaben. Nach deutscher Gesetzeslage sind diese voll absetzungsfähig (so wie viele andere Betriebskosten). Pendlerpauschale und Subventionen zusammenzubringen ist somit leider “Wasser auf den Mühlen derjenigen”, die der Meinung sind, dass das Einkommen der abhängig Beschäftigten erst einmal dem Staat (bzw. denjenigen, die sich für den Staat halten) gehört.
Jetzt noch ein - so denke ich - interessantes Beispiel zum zweiten Thema, der Dienstwagenregelung:
Ein großes “böses” (ok, ok … nett sind die wirklich alle nicht) Pharmaunternehmen hat kürzlich seine Dienstwagenregelung aus umweltpolitischen und Kostengründen verändert: Mitarbeiter, die besonders umweltschonende (CO-2 Aufkommen) Fahrzeuge fahren, werden bei den Kosten des Dienstwagens entlastet. Diejenigen, die umweltschädlichere Fahrzeuge fahren wollen, müssen “tiefer in die eigene Tasche” greifen. Vielleicht noch keine optimale Regelung, aber ich denke eine richtungsweisende.
Viele Grüße
LL
“Neben dem großen Potential regenerativer Stromerzeugung, das a² auch schon ansprach, führt für mich kein Weg an der Atomenergie vorbei. Ich weiß, dass diese Meinung momentan nicht konsensfähig ist, aber mir fehlt die Phantasie, zu anderen Schlüssen zu kommen.”
Phantasielosigkeit - Zivilisationskrankheit Nummer eins.
Bis auf den letzten Absatz stimme ich Jens Ausführungen voll zu. E-Autos wären zwar besser als die gegenwärtige fossile Mobilität, aber das geht nicht weit genug. Denn die Art der Mobilität ist selbst das Problem:
Die Anzahl der von einer Person in einem Jahr zurückgelegten Wege hat sich in Deutschland in den letzen Jahrzehnten kaum verändert. Menschen bewegen sich wie eh und je zur Arbeit und von dort nach Hause. Sie bringen ihre Kinder in die Kita oder holen sie von der Schule ab. Man kauft ein, besucht Freunde oder sucht einen anderen Ort auf, an dem man seine Freizeit verbringt.
Was sich allerdings stark verändert hat, ist die Anzahl der Kilometer, die ein Mensch zwischen diesen Orten zurücklegen muss. Sie ist doppelt so hoch wie jene, die vor 40 Jahren von einem Westdeutschen zurückgelegt wurde. Das kostet Zeit und Nerven.
Es führt kein Weg daran vorbei, die politisch gewollte Subventionierung und Förderung des motorisierten Individualverkehrs aufzugeben und durch den Ausbau eines preiswerten, flächendeckenden und gut vertakteten öffentlichen Verkehr zu ersetzen.
Das gegenwärtige “Verkehrsregime” ist ein fossiles, dass “Mobilität” mit Kilometerfresserei gleichsetzt, zu Lasten der Steuerzahler und der Umwelt. In der realität ist es “globalisierter Tempowahn”, der uns ideologisch als “Freiheit” verkauft wird.
P.S.: Wie das gegenwärtige “fossile Verkehrsregime” strukturiert ist, habe ich in einem Artikel beschrieben: “Die Luft ist vergiftet”. Im Internet unter:
marx21.de/...
Buchtipp: Winfried Wolf: Verkehr.Umwelt.Klima - Die Globalisierung des Tempowahns, Promedia Verlag 2007. Winfried Wolf ist einer der bekanntesten verkehrsexperten in Deutschland. Sein 1986 erschienenes Buch “Eisenbahn und Autowahn” gilt als Standardwerk der Verkehrsgeschichte. “Verkehr.Umwelt.Klima…” ist das stark erweiterte und grundsätzlich überarbeitete “update”.
Wie eine andere Mobilität aussehen könnte, siehe wikipedia “Sanfte Mobilität”:
de.wikipedia.org/wiki/Sanfte_Mobilität
Ich bin ja was die “Lenkungswirkung” von Subventionen u.ä. angeht sehr skeptisch. Die bundesrepublikanische Erfahrung zeigt doch leider nur zu gut, dass man die “gute” Subventionen (für den kleinen Mann, für die Umwelt) nur in Kombination mit den “schlechten” (für big business, rausgeschmissenes Geld) haben kann. Daran ändert sich auch nix egal wer gerade regiert.
Schönes Beispiel für gut gemeint und schlecht gemacht sind etwa die Subventionen für Solarstrom. Da werden Unmegen von Ressourcen (die in Produktiveres investiert werden könnten) darauf vergeudet in einem sonnenarmen Land wie Deutschland Solarzellen auf die Dächer zu bringen. Sieht gut aus, ist aber ökonomisch und ökologisch vollkommener Blödsinn.
Deutschland ist mittlerweile weltweit größter Abnehmer von den Dingern und der deutsch Steuerzahler subventioniert munter Hersteller aus China und Japan. Und wird noch in 20 Jahren Anlagen subventionieren, die heute gebaut wurden, dann technologisch aber vollkommen überholt sind. Je nach Berechnung wird das für alle bis 2010 installierten Anlagen 60 - 77 Mrd. Euro kosten (http://www.heise.de/tr/Wie-teuer-ist-die-Foerderung-von-Photovoltaik-wirklich–/artikel/108320; heise.de/t...).
Das nur mal als Beispiel. Es gibt sicher auch positivere Fälle. Aber wie gesagt, das eine ist anscheinend nicht ohne das andere zu bekommen. Jeder will ein Stück vom Kuchen und weils in ner Demokratie um Mehrheiten geht, muss man auch das ganze Klientel versorgen. Mal ganz abgesehen davon, dass die mit dem größten Lobbyapart und dem größten Geldbeutel auch etwas einfacheren Zugang zu unseren Gesetzgebern haben (einen aufschlussreichen Artikel zu der Misere mit Fokus auf den Sozialstaat gabs kürzlich in der Zeit)
Aber, da gebe ich dir vollkommen Recht, die Zukunft liegt beim Stromauto. Da wird sich auch einiges tun in den nächsten Jahren. Ganz ohne stattliche Eingriffe. Allein aufgrund der Ölpreise. General Motors etwa entwicklet gerade ein Fast-Nur-Strom Auto, den Volt, er soll 40 Meilen mit einer Bateriefüllung fahren können und 2010 auf den Markt kommen. 40 Meilen ist die Maximaldistanz, die in den USA von den meisten im Durchschnitt am Tag gefahren wird. Danach fährt ein Benzinmotor an, der aber nicht das Auto antreibt, sondern die Baterie auflädt. Das ist immer noch sparsamer. Und wie gesagt. Im Durschnitt wird der Benzinmotor gar nicht benutzt werden. Andere Hersteller (besonders die Japaner) planen ähnliches. Hier ne Story dazu: theatlanti...
Auch mir fehlt etwas die Fantasie mir die schöne neue Elektrowelt ohne Atom vorstellen zu können. Auch wenn ich lieber ohne wäre.
Auch wenn ich bisher noch nie mit “meinen Steuern” argumentiert habe: Ich finde es schon bemerkenswert das ich mit meinen Steuern den Verkehr vor meiner starkbefahrenen Haustüre subventioniere, damit ich, der Schwermtallbelastung sei Dank, vorzeitig wohl die Hufe hochmache. Danke.
In diesen ganzen Diskussionen hört man ganz ganz selten etwas von “einschränken”. Egal ob es sich dabei um Energieeinsparung (damit meine ich nicht diese Quecksilberlämpchen) oder Einschränkung der Mobilität handelt. Was wir haben wollen wir auch nicht wieder loslassen. Wie weit werden wir wohl mit den begrenzten Ressourcen auf diesen Planeten wohl mit dieser Einstellung/Politik noch fahren können? Wenn nicht freiwillig, wie dann werden die Menschen lernen müssen, sich wieder einzuschränken?
Regionaleres Wirtschaften wäre DIE Möglichkeit, allerdings mit Einschränkungen. Nicht das es auch Arbeitsplätze schaffen würde, nein auch die Transportwege würden kürzer und auch vernünftiger. Ich erinnere da gern an Kartoffeln aus Ägypten (ja die haben dort wohl ganz viel Wasser ^^) oder dem Knoblauch aus China. Natürlich widerspräche dieses Wirtschaftsmodell der Systeme von Konzernen. Dies zusammen mit ihrer politischen Macht durch Lobbys würden dies wohl nie zulassen…
Und so geht es weiter mit den Symptomen in einer kranken Gesellschaft…
@Drops: nee, nee. Nur weil jemand auf das einkommen, was er einsetzen muss um überhaupt geld zu verdienen, keine steuern zahlen muss, heißt das nciht, dass Du mit Deinen steuern sein autofahren “subventionierst”. so funktioniert das nicht, vgl. bitte beiträge #22 und #24.
@Drops
Einschränken ist nicht die Lösung. Dadurch werden nur alle ärmer. Bessere Technologie machts!
Und es stimmt nicht, dass was lokal produziert wird immer energieeffizienter ist. Lammfeisch aus Neuseeland hat oft eine bessere Energiebilanz, als das von lokalen Klleinbetrieben, weil die Kleinbetriebe viel weniger energieeffizient produzieren als die Großbetriebe im Ausland.
Es mag zwar herätisch klingen, aber wenns um Energie geht ist big beautifull. Und der Transport per Schifff ist von allen Transportarten der energiesparendste.
uni-giesse...
Zudem ist es illusorisch, zu glauben Deutschland könne auf Selbstversorgung umschalten.
Ich find die Einschränkung der Subventionierung von Firmenwagen sehr ok. Ich hatte in meinem Leben noch keinen. Zeitweise hatte ich geschäftlich Zugang zu Firmen Car Pools. Firmenfahrzeuge tendieren dazu, übermotorisiert zu sein. Und es verleitet dann schon dazu, mit 220 über die Autobahn zu brettern, weil der Sprit eh mit der Firmenkreditkarte getankt wird.
Bemüh mich auch persönlich nicht darum, weil ich einen schwach motorisierten Toyota Corolla für voll ausreichend halte und ich sowieso öffentliche Verkehrsmittel präferiere. Man kann da lesen, doof in die Landschaft starren und programmieren. Selten kommt man auch schon mal mit jemand ins Gespräch.
Gleichzeitig haben wohl auch mehr Leute einen Job mit wechselnden Standorten. Routine-Arbeiten werden halt immer mehr von Maschinen erledigt. Und es gibt prozentual mehr Verhandlungen/Beratung, face-to-face Absprachen, etc. Gleichzeitig läßt sich natürlich in vielen Organisationen mehr mit Video/Telefon-Konferenzen regeln als heute genutzt wird. Da sind bezüglich der technischen Ausstattung die Firmen unterschiedlich weit. Sitz heute relativ oft in sowas. Geht aber nur, falls zwischen den Beteiligten eine etablierte Beziehung besteht. Es ist für sehr viele Produkte unmöglich, Vertrieb über das Telefon zu machen. Da brauchts halt in einer Marktwirtschaft diese fachlich viertelwissenden Vertriebler mit erprobter Vertriebspsyche, die euch so gerne links oder rechts mit 220 km/h auf der Autobahn überholen.
Die Sahara-Solartechnik-Idee sehen aus meiner Sicht viele von euch zu kritisch. Ist doch nicht direkt Imperialismus, wenn man Geschäfte mit einem anderen Land entwickelt. Viele Ländern gelingt es doch heute recht gut, die daraus entstehenenden Gewinne breiteren Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen. Sicher war das in der koreanischen Entwicklung so. Selbst die chinesischen Wanderarbeiter könnten ja in ihren Dörfern bleiben.
In Südamerika gibts die 2 ernsthaftesten sozialdemokratischen Versuche seit immer. Chile und Brasilien. Die Mittelschicht wächst. Ich hab einen sehr offenen Kontakt mit meiner chilenischen ex, die in einer verhältnismässig wirklich nicht reichen Provinzstadt lebt. In Chile gibts seit 1983 einen sehr nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Wo jetzt sämtliche Staatsschulden abbezahlt sind (das was bei uns auf 65% BIP steht), gibts immer mehr Geld für Infrastruktur, Ausbildung und auch Soziales (letzteres in keiner Weise vergleichbar mit D).
Zwar haben Privatschulen nach wie vor einen Vorsprung in der Qualität der Ausbildung, aber auch in öffentlichen Schulen bemühen sich staatliche Stellen darum, die Lehrer zu einem wesentlich moderneren, diskursiveren und psychologisch geschulteren Unterricht zu bringen. Ausserdem werden Privatschulen für immer mehr Familien finanzierbar. Die Privatschulen sind nicht mehr diese widerwärtigen statusorientierten Elite-Verwahranstalten, sondern die kümmern sich massiv um eine Erhöhung der psychologischen und didaktischen Qualität. Sonst schickt da nämlich keiner mehr die Kinder hin.
Hier in D machen sich Eltern heutzutage viel Gedanken um die Ausbildung ihrer Kleinen. Aber tengo que decirles, dass da meine chilenische ex besser beraten ist als mir bekannte deutsche Eltern. Und einkommensmässig gehört sie - zumal als z.Zt. alleinerziehende (nicht meins), arbeitende Mutter eindeutig zu einer Mittelschicht. Sebastián besucht btw. eine Privatschule.
Ein ähnlich sinnvoller Einsatz von Ressourcen aus dem Verkauf von Energie aus Solarstrom kann sich ja auch in Nordafrika ergeben. Warum eingentlich nicht? Hab viel mit Marokanern und Tunesiern zusammengearbeitet, wobei die meist aus einer Art Oberschicht kommen. Aber Chile und Brasilien zeigen, dass mit einer vernünftigen Regierung auch immer mehr Schichten an einer qualitativ hochwertigen Ausbildung teilhaben können. Und um ökonomisch verwertbares Wissen geht es in der Entwicklung von Volkswirtschaften hermanas y hermanos.
In Chile gibts permanent Streit im Bereich Bildung. Zum wichtigen Teil deshalb weil Privatschulen nach wie vor verhältnismässig stark unterstützt werden. Ich find das auch nicht so fair. Gleichzeitig existiert aber ein dynamischer Prozeß, in dem die Regierung immer wieder gegenüber den Forderungen der Lehrergewerkschaften nachgibt, das Thema immer kompetenter diskutiert wird und sich irgendwie alle um Qualitätsverbesserungen bemühen.
@30
Wer oder was hat da Lemmy Caution geschrieben? Klingt mir ja ohne beleidigend werden zu wollen wie ein Test eines Internet-Sprachroboters… ^^
@Drops
wie meinen?
@16 aquadraht
Ich kann die Argumente, die Du bringst, sehr gut nachvollziehen und bin sicher auch kein Verfechter von einer großen Wiedergeburt der Nuklearenergie. In einem Energiemix halte ich sie allerdings als einen Anteil von Vielen durchaus überdenkenswert. Ich gebe aber gerne zu, dass ich auf diesem Gebiet nicht sonderlich fit bin und meine Meinung vielleicht auch ändern würde, wenn ich mich intensiver mit der Materie beschäftigen würde.
Korrigiere mich, wenn ich falsch liege. Aber die größten Uranförderer sind doch Kanada und Australien, zwei zuverlässige Staaten. Außerdem habe ich mal gelesen, dass die Tiefseeförderung ebenfalls eine Option ist, die nicht so schnell versiegen wird.
zum Thema Phantasie : mich dünkt hier fehlt es nicht nur an Phantasie sondern zuerst auch an Wissen und Grundlagenverständnis
das erste Problem des Individual- und auch Massenverkehrs ist heute schlicht Energieeffizienz - das schöne letzte Bild im Artikel sagt alles und mehr
Physikalisch und technisch ist es kein Problem, mit dem Energieequivalent von 1 L Benzin eine Person in der Ebene ein paar hundert (!) km bei akzeptabler Reisegeschwindigkeit zu transportieren, - selbst Fliegen mit ~ Autobahngeschwindigkeit ist zu einem Verbrauch
v < 1l /100km möglich - ob individuell oder im Pulk
wie das Bild deutlich macht, bewegen wir aber nicht Personen, sondern tonnenschwere absurde Stahlskulpturen, das Gewicht der Person spielt beim Verbrauch gar keine Rolle
( das hat im Übrigen nichts mit Komfort zu tun, wie oben behauptet, denn das Gewicht des Lederbezugs oder von mit Luft gefülltem Fußraum etc spielen erst recht keine Rolle )
Solarenergie und Rentabilität : auch in unseren Breitengraden produziert selbst Photovoltaik mehr Energie als zur Produktion u Installation benötigt wird - einen Erntefaktor gibt es immer - u das gilt für alle anderen erneuerbaren um so mehr
( ob es sich auch finanziell lohnt, seine Energierechnung auf Jahre im voraus zu bezahlen ist eine ganz andere, vollkommen a-physikalische Frage, die auf ein schwerwiegendes gesellschaftliches, aber keinerlei ingeneurtechnisches Problem hinweist )
seltene Ressourcen : diese werden nicht so sehr bei den Erneurbaren benötigt ( hier kann man darauf komplett verzichten wenn man mag ) diese werden aber ja zB in der Kernindustrie veheizt … oder auch in Beleuchtungsmiteln uä
Kernkraft, mal von allem anderen abgesehen, was hier scheints nicht verstanden wird, ist : es ist immer rentabler, “Kernenergie” zur Installation von Erneuerbaren zu verwenden, als damit direkt Elektroautos oder sonstwas zu betreiben - ganz genau so, wie es sinnvoller ist, ein Teil des Getreides zur Aussaat zurückzuhalten, als alles komplett aufzufuttern und dann nach dem nächsten noch übriggebliebenen Halm zu suchen, bis keiner mehr da ist
Beispiel : denkt an die kleinen Aludosen, in denen “Energiedrinks” verkauft werden - den Löwenanteil der Herstellungskosten und Energiekosten fallen bei der Produktion der Dose an, ( ein paar Cent )
mit dem gleichen Energie- und Materialaufwand kann man aber auch ein in etwa ebensogrosses Teilstück einer Solarthermikanlage herstellen
dh ein fleissiger Konsument solcher Getränke verbraucht innert 1,2,3 Jahren dieselben Rohstoffe und Energie für Verpackung u Transport von Zuckerwasser, mit der er sich irgendwann den Rest seines Lebens und länger, also auch seine Nachfahren, energetisch versorgen könnte
u dabei ist es eben egal, ob die Energie für die Dose aus KKWs stammte oder sonstwoher : dieser energetischer “Zaubertrick” geht nur, wenn die Energie in erneurbare investiert wird - man kann aus den Dosen kein 2tes KKW bauen, und dann mit Limo weiterlaufenlassen
die heute vorhandene Energie in anderes zu stecken als den Ausbau von erneuerbaren ist physikalisch gesehn absurd, genauso absurd wie das Bild mit dem 2 Tonnen Auto oben - und KKWs sind so ziehmlich das absurdeste in dieser Hinsicht was heute überhaupt noch technisch möglich ist
das solche Diskussionen immer noch breit geführt werden, zeigt eigentlich wesentlich besser als jeder PISA Test, wie schlecht es um Bildung
u Verstandbestellt istOb Fahrzeuge besser mit Strom betrieben werden oder nicht ist dagegen wiederum eine ganz andere Frage, die mit der Energieversorgung nur tangentiell zu tun hat, u die Frage ob man sich lieber allein bewegt oder im Pulk ist im Grunde auch eine andere
@Karsten Bier
->Brennstoffherkunft
Siehe meine #33.
->Abfall
Russland ist groß. Es ist mE Wahnsinn, nukleare Abfälle im dicht besiedelten Mitteleuropa zu lagern. Warum nicht ein gemeinsames IAEO-”End”lager in der weiten Tundra oder einem anderen Gebiet, dass sicher und kaum besiedelt ist?
@20 Schwitzig
Das kann ich nur bestätigen. In meinen jungen Jahren war ich ein leidenschaftlicher Fahrer - ich hatte zwei blitzschnelle Alfas und das war herrlich. Mit dem Alter kam die “Vernunft” und ein großer aber langsamerer 5er BMW. Da ich zu dieser Zeit aber jeden Tag 120 Kilometer pendeln mußte - was mit dem Wagen eine bequeme Freude war - stiegen die monatlichen Benzinkosten langsam auf rund 700 Euro pro Monat an. Und was machte ich? Ich kaufte mir einen Smart-Diesel. Nicht aus ökologischem Bewußtsein, sondern im Rahmen einer Abwägung. Mit dem Smart hatte ich nur noch 200 Euro Spritkosten und die gesparten 500 Euro im Monat waren mir der Luxus, eine große Limousine zu chauffieren nun auch nicht wert. Wenn ich nun irgendwann spaßige und schöne Sachen mache, die ich mir mit 500 Euro weniger im Monat nie leisten könnte, bin ich mit der Entscheidung sehr zufrieden. Ich bereue nichts ;-)
p.s.: Ich habe allerdings auch die Möglichkeit, mir bei Bedarf kostenlos einen Kombi von Freunden oder meinem Vater auszuleihen. Ohne diese Möglichkeit, ginge das mit dem Smart wohl nicht.
Yep! Aber denke auch an die anderen Situationen im Leben, in denen Du nun auch mal unvernünftig sein kannst, da Dein ganzes Geld nicht an der Tanke bleibt ;-)
@21 noamik
-> Infrastruktur
Genau darum ging es mir auch im Artikel. Man darf sich das natürlich nicht so vorstellen, dass man mit einem E-Auto an eine Tankstelle fährt und die Akkus in kürzester Zeit aufladen kann. Es müssten in allen Haushalten und auf den Parkplätzen geeignete Ladeanschlüsse installiert werden, an denen man den Wagen über Nacht (oder ansonsten über mehrere Stunden) aufladen kann.
@22 Jinx
-> Keine Subvention
Ja und nein. Wenn ich mir einen neuen Anzug kaufe, um in meinem Job adäquat auszusehen, kann ich dies auch (m.W. über eine Pauschale) in einem geringen Rahmen steuerlich geltend machen. Ich kann mit aber keinen Brioni-Anzug schneidern lassen und den voll als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Mit dem Arbeitsweg verhält es sich mE ähnlich (ich bin weder Jurist, noch Steuerfachmann). Wenn der Gesetzgeber eine Pauschale einführen würde, so sollte dies eigentlich reichen. Alles, was darüber hinausgeht, ist mE eine Subvention. Ich kann mich da aber auch täuschen.
@23 jones
Fortbewegung nicht, aber der motorisierte Spaß wohl schon. Wer sich mit einem E-Smart zufriedengibt, wird wohl auch in Zukunft “günstig” von A nach B kommen. Wer (ich kann das voll verstehen!) am Wochenende mit dem Sportwagen eine Spritztour machen will, wird dies allerdings teuer bezahlen müssen. So ist das nun einmal mit knappen Gütern. Wein trinken ist ja auch kein Luxus. Wer einen preiswerten Dornfelder trinken will, der kann dies selbst als Minilohnempfänger tun. Wer einen Petrus Jahrgang 90 bevorzugt, muß halt tief in die Tasche greifen. Angebot und Nachfrage halt ;-)
@30 Lemmy
Da hast Du mich wohl etwas falsch verstanden. Es ging mir nicht um das Geschäft an sich, sondern darum, diese Importe politisch (und wohl auch militärisch) abzusichern. Der Energieimport ist etwas anderes als der normale Warenverkehr. Unsere Gesellschaft ist abhängig von Energie. Wenn man die Import nicht diversifiziert und sich von sehr wenigen Ländern abhängig macht, gibt man diesen Ländern einen kaum vorstellbaren Einflußhebel. Wenn Russland beispielsweise eine Ölpipeline schließt, kann man Öl immer noch woanders kaufen. Bei Gas ist dies schon schwieriger. Wenn man nun aber im ebenfalls leitungsgebundenen Stromhandel sich ebenfalls von politisch instabilen Staaten in Nordafrika abhängig macht, wird dies in realiter wohl nur möglich sein, wenn man diese Staaten kontrolliert. Ansonsten ginge man ein hohes Risiko ein. Und hier wären wir dann beim Imperialismus.
Das will ich auch gar nicht in Frage stellen. Meine Argumentation ist eher egozentrisch. Was heißt dies für Europa. Wie steht es mit der Sicherheit der Versorgung?
@Spiegelfechter
Du schreibst über die steuerliche Absetzbarkeit von Dienstwagen (Porsche Cayenne Turbo S): “Der luxuriöse Lebensstil - von ohnehin Besserverdienden - wird somit vom Steuerzahler bereits in der Anschaffung mit 54.000 Euro bezuschusst.”
Hast Du eine ungefähre Idee, was den Steuerzahler die Bezuschussung von Dienstwagen insgesamt kostet? Diese hohen Zahlen lassen fast vermuten, Hartz-IV ist nichts dagegen. Oder täuscht das?
Zwei für mich wichtige Anmerkungen:
Zunächst ist festzustellen, daß im Gegensatz zur laufenden Diskussion nicht die “Pendlerpauschale” in Karlsruhe zur Disposition steht.
Hier sind die Medien einem Kampfbegriff (an deren Streichung) interessierter Kreise vor allem aus der Politik und wirtschaftsnahen “Denkpanzern” wie der INSM aufgesessen. Seit Jahren wird dieser Begriff (lange Zeit zusammen mit der Eigenheimzulage) unter der Überschrift “Subventionsabbau” in den Medien ventiliert, und durch die ständige Wiederholung setzte sich nicht nur der falsche Begriff (das Ding heißt korrekt “Entfernungspauschale”) in den Köpfen fest, sondern auch deren falsche Einstufung als Subvention.
Sogar die Tagesschau berichtete in ihrer Abendausgabe gestern von der “Abschaffung der Subvention”!
Tatsächlich hat das Verfassungsgericht aber gar nicht über die Pauschale zu entscheiden. Die könnte die Politik nach Gutdünken abschaffen und es gäbe keine Probleme - zumindest keine rechtlichen. Mit der Pauschale soll die Abrechnung der Werbungskosten vereinfacht werden, denn die Alternative zur Pauschale wäre, daß die Fínanzämter sich durch Berge von Tankquittungen, Werkstattrechnungen, Fahrtenbücher etc. quälen.
Rechtlich strittig ist die Tatsache, daß die Bunderegierung die Arbeitswegekosten aus dem Katalog der Werbungskosten gestrichen hat! Und das ist gleich mehrfach rechtswidrig.
Zum einen läßt die Definition der Werbungskosten im weiterhin geltenden Einkommenssteuerrecht gar keine Zweifel, daß Arbeitswegekosten Werbungskosten sind.
Und zum Zweiten ist da noch die Ungleichbehandlung der Wegekosten abhängig Beschäftigter mit Privat-PKW oder ÖPNV einerseits und Selbständiger bzw. Angestellter mit Dienstwagen andererseits. Und analog dazu, daß Firmen natürlich auch ihre Ausgaben von den Einnahmen abziehen und nur die verbleibende Summe als Gewinn (Unternehmenseinkommen) versteuern müssen.
DAS ist der Grund, warum die Geschichte überhaupt vor das Verfassungsgericht kam!
*
Das zum einen. Zum anderen ist die Rechnung, wonach die “Pendlerpauschale” wegen des “Arbeitnehmerpauschbetrages” überhaupt erst ab dem 12 (in der ARD wurde vom 14. gesprochen) Kilometer relevant wäre, irreführend und in dieser Kürze falsch. Diese Betrachtung trifft nur für “Arbeitnehmer” zu, die außer den Wegekosten keinerlei Werbungskosten geltend machen können. Liegen jedoch neben den Wegekosten noch Werbungskosten vor, die größer/gleich der Pauschale sind, zählen die Wegekosten schon ab dem ersten Kilometer als steuermindernd!
Das hört sich nach “Jacke wie Hose” an, spielt aber dennoch eine Rolle, da mit dieser Argumentation ja die Wegekosten unter 12 Km als irrelevant eingestuft werden, was sie je nach Situation aber nicht sind. Eine solche Betrachtung soll nur die Streichung der “Pauschale” durch die Regierung als “im Grunde ok, da ohnehin kaum von praktischer Bedeutung” darstellen, und ist damit schon wieder Teil der Argumentation der Rechtsbrecher im Amt, vertreten durch den Finanzminister.
apropos alternative Energiequellen
neuerdings konnte man wieder über die geplante Förderung von Gashydraten lesen. Man konnte lesen, dass deutsche Wissenschaftler eine neue Technik ihrer Förderung aus dem Meerboden entwickelt haben: kurz gesagt Gashydrate raus, CO2 rein.
Dieser Fossilträger soll weltweit vorkommen und deutlich den Bestand an den anderen konventionellen fossilen Träger übersteigen. Angesichts der dabei genannten Gefahren - Freisetzung von Methan und Destabilisierung der Kontinentalhänge - tun sich da aber große Fragezeichen auf.
Was ist davon zu halten?
@Thomas #42: genau das meinte ich. die unverschämtheit des gesetzgebers hast Du sehr differenziert dargestellt und auf den punkt gebracht, was mir nicht gelang.
@Jens (35):
Ich hätte ja nie gedacht, das mal dir zu sagen, aber das klingt für mich sehr nach “arroganter Imperialist”. Warum um alles in de Welt sollen sich die Russen in ihrem Land eine ökologische Zeitbombe einhandeln (die auch noch Millionen Jahre gefährlich ist), nur damit wir weiter schön alle “Errungenschaften” der so genannten Zivilisation haben? Was geht sie an, wie wir unsere Probleme lösen?
Und eins finde ich immer wieder komisch: Diejenigen, die öffentlich laut nach Kernkraft brüllen, weil sie zu fantasielos sind, die Energieprobleme unserer Gesellschaft vernünftig und vor allem zukunftssicher zu lösen, sind immer auch die, die unausweichlichen und hochgiftigen Abfälle gaaaanz weit weg sehen wollen. Ja nicht bei uns lagern, schickt nur den Strom her - aus den Augen, Problem gelöst. Narf.
MfG Jan
Was für ein Sinn Sinn Unsinn: jeder, der sich mit diesem Thema ersthaft befasst, erkennt zumindest, dass Energie und Umpolitik globale Menschenpolitik außerhalb eurozentrischer, amerikanischer und asiatischer Geopolitik sein muss. Die automobilbasierende Industrie ist schon lange zum immobilen Hemmnis und Umweltzerstörer geworden. Die angeblich individuelle Freiheit, findet ihr Freiheitserlebnis im Stau.
Ein globales Energieprojekt zur Nutzung der Sonnenenergie für weltweit alle Menschen wäre technisch problemlos an den entsprechenden Orten auf dieser Erde möglich. Der real exsistierende kapitialistische Wanderzirkus lässt solche Projekte natürlich nicht zu, und so wird dann wenigstens Rückgriff auf realpolitische (ja ja, der alte enttäuschte Revolutionär, von dem diese Wortbildung stammt) Erkenntnisse genommen.
Aus eurozentrischer konzernbasierender Sichtweise wäre doch folgendes am sinnvollsten:
Sämtliche gesetzliche Beschränkungen, die den CO2 Ausstoss betreffen werden abgeschafft, und jeder Europäer und europäische Konzern darf soviel CO2 verballern wie er will. Zumindest in einem gewissen Zeitfenster, so dass eine Wüstenbildung möglich gemacht wird.
Die umweltpolitischen Folgen werden eine gemeinsame europäische Wüstenbildung und flächendeckender Wassermangel sein, wie wir sie schon heute in Spanien, Portugal, Italien, und selbst schon in Teilen Frankreichs beobachten dürfen.
Diese Wüstenbildung ermöglicht dann ein europäisches Sonnenenergieprojekt, welches wir Europäer natürlich ganz auch militärisch absichern können. Ganz ohne Russland, Iran und andere Menschen.
Die Losung für Europa muss also lauten:
Ganz Europa eine Wüste, damit die Elektrokarre und der Wanderzirkus wenigsten noch 100 Jahre weiter rennen kann.
@41 RJ
Oh sorry, das kann ich Dir auch nicht sagen. Alleine die Benzinkosten für Dienstwagen betragen nach den Zahlen des Wuppertal-Institutes 2,5 Mrd. + 33% = rund 3,3 Mrd. Euro. Wie hoch die Abschreibung der Anschaffungskosten bzw. die abschreibbaren Leasingkosten sind, kann ich Dir nicht sagen. Aber es wird sehr viel sein.
Nur für die Richtigkeit:
Zitat:
“54% der zugelassenen Neuwagen sind Dienstfahrzeuge* – wobei spritfressende CO2-Schleudern noch zu einem größeren Teil von Unternehmen gekauft werden und damit steuerrechtlich voll abschreibungsfähig sind.”
Ich vermute mal, dass es sich bei diesen Zahlen um die Neuzulassungen handelt. Die kann man hierzu aber nicht heranziehen, sondern man muss den Pkw- Bestand nehmen. Und der sieht folgendermaßen aus:
Stand 01.01.2007
Gesamtbestand : 41.183.594 Pkw
davon gewerblich zugelassen 4.120.077 Pkw
in Prozent: 10,00 %
Der zweite Teil des Zitats ist sicher nicht falsch, allerdings ist die Mehrheit der Dienstfahrzeuge in den Segmenten der unteren Mittelklasse (21,48%), der Mittelklasse (23,42%) und der oberen Mitteklasse (11,89%) vertreten.
Die Spritfresser, also die Luxusklasse und die SUVs sind mit 1,65% bzw. 4,65% Anteil dabei.
Quelle: Kraftfahrtbundesamt.
Die Firma, in der ich arbeite, bezieht diese Daten vom KBA zu Marktforschungszwecken.
Zitat:
“Vor dem Damoklesschwert von Peak-Oil ist die Elektrifizierung des Individualverkehrs eines der wahrscheinlichsten Szenarien. ”
Stimmt, aber ist das auch wünschenswert? Die Abgase der Elektroatos sind die Schornsteine der Kraftwerke. Und die haben einen schlechteren Wirkungsgrad als ein moderner Dieselmotor, und damit auch eine schlechtere Umweltbilanz. Ein Elektroauto als ökologisches Forbewegungsmittel darzustellen, wie es in vielen Medien zu lesen ist, halte ich für gewagt.
@42 Thomas
Sehr gut dargestellt. Danke.
@45 Jan Kohnert
Ich sehe da den Imperialismus nicht. Das wäre ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Natürlich würden die Russen dies nicht umsonst machen. Wenn ich mir aber die Lager- und Entsorgungsstätten für radioaktive Abfälle in Russland anschaue, so sehe ich hier sogar eine Win-Win Situation. Die Lage ist alarmierend und keinesfalls ökologisch vertretbar. Wenn mit internationaler Finanzierung unter internationaler Aufsicht (nach hohen Standards) dort eine gemeinsame vernünftige Lösung gefunden werden könnte, hätten alles Seiten einen Vorteil und die Umwelt so und so.
Das “unser” Lebensstandard sich nur auf Kosten anderer Regionen halten lässt, ist eine Binse. Natürlich ist dem so. Dies komplett zu ändern, dürfte auch gar nicht möglich sein. Dies etwas verantwortungsvoller zu gestalten, ist allerdings wünschenswert.
Nix Narf. Das ist in allen Bereichen so. Willst Du ein Kohlekraftwerk mitten in der Stadt bauen? Wohl kaum. Eine Müllverbrennungsanlage, eine Kläranlage? Bei diesen Gebäuden geht man aufs Land und auch dort will sie niemand haben. Bei Nuklearabfällen ist selbst das Land nicht geeignet, da muss man schon noch weiter weg von dicht besiedelten Gebieten - und so etwas gibt es in Mitteleuropa nun einmal nicht.
@48 Berlingonaut
Yep, es handelt sich um Neuzulassungen. Diese Zahl halte ich daher für relevant, weil die Automobilindustrie nicht so sehr am Gesamtbestand, sondern eben an den Neuzulassungen interessiert ist. Und diese Wagen finden ja auch nach der Abschreibung oder Leasingdauer den Weg in den Privatbestand. Ich finde es schon höchst bedenklich, wenn ich sehe, dass der absolute Großteil aller Oberklasse- und SUV-Fahrzeuge als Firmenwagen gekauft wird. Wenn man bedenkt, dass die Industrie Milliarden in die Entwicklung dieser Fahrzeuge steckt, wird klar, was möglich wäre, wenn man diese Gelder in die Entwicklung effizienter Fahrzeuge für den Privatbereich stecken würde. Audi, BMW, Mercedes und Porsche verkaufen nun aber einmal hauptsächlich Firmenwagen und haben somit kaum Interesse, umweltverträgliche und sparsame Wagen für den Privatbereich zu entwickeln, da sie ihren Umsatz woanders machen. Gerade eben weil der Anteil der Dienstwagen “nur” 10% beträgt, finde ich das höchst bedenklich (für die Gesellschaft).
@46
Die Wüstenbildung in Spanien ist aber mehr auf die illegale Bewässerung der Erdbeerplantagen zurückzuführen, denn auf CO2 Ausstoß irgendwelcher Fabriken. Die EU subventioniert ja den Mehranbau an Erdbeeren, der zum Raubbau an der Landschaft führt..
@34 Lau Dan
Klasse Kommentar! Es gibt immer wieder neue Sichtweisen in dem Thema, die sich erst nach und nach aufzeigen!
Ein lesenswerter Link zum Thema Peak Oil (am besten die ganze Serie)
fisch-blog...
@51 Spiegelfechter:
Dass diese Spritfresser vorrangig als Firmenfahrzeuge gekauft werden, gerade weil deren Kosten absetzbar sind, halte ich auch für falsch. Hier muss eine Regierung, wenn sie denn bezüglich ihrer Umweltschutzaussagen ernst genommen werden will, voranschreiten. Wollen wir mal abwarten, ob Herr Gabriel sich dieses Mal mit seinem Vorschlag durchsetzt und nicht wieder nur seinen Ruf als Ankündigungsminister unterstreicht, der dann keine Taten folgen lässt. Ich fürchte allerdings, dass die automobile Lobby da ein gewichtiges Wort mitreden wird.
Dabei zeigt sie doch angesichts der jüngsten CO2- Debatte, dass sie es kann. Seitdem per EU-Richtlinie Höchstgrenzen für den CO2- Ausstoß bei Fahrzeugen festgelegt wurden, überbieten sich die Hersteller geradezu mit immer sparsameren Modellen. Manche muss man eben zu ihrem Glück zwingen.
Übrigens waren die technische Voraussetzungen dafür schon lange gegeben, aber leider haben die Hersteller ihre Fortschritte in der Motorenentwicklung lieber in mehr Motorleistung anstatt in Verbrauchsreduktion umgewandelt. Das verkaufte sich bisher halt besser.
Sie schreiben:
“Die alte Pendlerpausche kam bei Vollzeitarbeitskräften dann zum Tragen, wenn die Entfernung zum Arbeitsplatz 12 Kilometer überstieg. Dann überstieg die individuelle Entfernungspauschale den Arbeitnehmerpauschbetrag, der jedem zusteht.”
Sofern der Arbeitnehmer sonstige Werbungskosten abrechnen kann (z.B. Kontoführungsgebühren, Fachliteratur, Reinigungskosten Berufsbekleidung,
Berufsrechtsschutzversicherung), kam die alte Pendlerpauschale schon vor dem 12. Kilometer zum Tragen, je nach Höhe der Werbungskosten sogar ab dem 1. Kilometer
Der Staat zahlt mir keine Subvention, wenn ich mir eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes nehme. Er zahlt ebenfalls keinen Euro, wenn der Beruf ein Auftreten mit Anzug und Krawatte erfordert, ein Outfit das man sonst womöglich niemals tragen würde. Auch ein Familienvater als Einzelverdiener und mit mäßigem Einkommen und ohne extremen Weg zum Arbeitsplatz erhält aufgrund der fehlenden Absetzungsmöglichkeit - keine Steuern, keine Steuerersparnis - keinerlei Subvention.
Warum also sollte der Staat berücksichtigen wie ich zur Arbeit komme? Die Pendlerpauschale als Grundrecht anzusehen, “nur weil der arme Arbeitnehmer” unter dem Benzinpreis leidet, das ist mit Sicher