Die Büchse der Pandora
geschrieben am 02. September 2010 von Spiegelfechter
Als Barack Obama gestern mit kühlem Gesichtsausdruck offiziell das Ende des amerikanischen Kampfeinsatzes im Irak verkündete, machte er in Zweckoptimismus und vermied auf Teufel komm raus, den Eindruck zu vermitteln, die USA hätten den Krieg im Irak verloren. Als Obamas Amtsvorgänger vor nunmehr siebeneinhalb Jahren ohne internationales Mandat die „Operation Iraqi Freedom“ befahl, öffnete er die Büchse der Pandora. Bis auf den Sturz Saddam Husseins konnte kein einziges der amerikanischen Kriegsziele umgesetzt werden.
Der Irak des Jahres 2010 ist kein Leuchtturm der Demokratie, er hat den Nahen Osten nicht wie ein fallender Dominostein mit dem westlich-demokratischen Virus infiziert, die berüchtigten Massenvernichtungswaffen haben sich als Hirngespinnst britischer Regierungsberater herausgestellt und noch nicht einmal das wertvolle Öl konnten sich die Amerikaner unter den Nagel reißen. Der Irakkrieg kennt viele Verlierer, aber nur wenige Gewinner. Neben dem militärisch-industriellen Komplex der den USA und Großbritanniens zählt vor allem Iran zu den Gewinnern des Irakkriegs. Hätten die NeoCons anders gehandelt, wenn man ihnen einen Blick in die Glaskugel gestattet hätte?
Der Krieg wird privatisiert
Wenn alles nach Plan läuft, wird der letzte GI in 16 Monaten den Irak verlassen haben. Momentan befinden sich noch rund 50.000 US-Soldaten im Zweistromland. Offiziell verlassen diese Soldaten ihre Militärbasen nicht und verbleiben nur deshalb im Land, weil anderweitig die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte nicht möglich wäre. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte wird bereits seit mehreren Monaten hauptsächlich von „militärischen Dienstleistern“ vorgenommen. Experten gehen davon aus, dass im Irak rund 180.000 Söldner ihren Dienst verrichten – eine Zahl, die weit über der der regulären Soldaten liegt. Doch das Heer der Dienstleister ist eine Zweiklassengesellschaft. Der Großteil der Söldner sind Iraker, die ihre Arbeit für rund 600 US$ pro Monat verrichten, während die amerikanischen, britischen und südafrikanischen Spezialisten, die bei Unternehmen wie Xe (ehemals Blackwater), DynCorp oder Triple Canopy unter Vertrag stehen, bis zu 800 US$ Sold pro Tag einstreichen.
Die Zahl dieser „Premium-Söldner“ wird mit dem Teilabzug der amerikanischen Armee weiter steigen. Künftig werden beispielsweise rund 7.000 Söldner die Aufgabe haben, die amerikanischen Stützpunkte und Vertretungen zu beschützen. Diese Aufgabe beinhaltet originäre Armee-Aufgaben, wie beispielsweise den Betrieb von Radars, Drohnen und den Vorhalt einer schnellen Eingreifgruppe. Wieviel sich das Pentagon und das State Departement diese Dienste kosten lassen, ist noch nicht bekannt. Vergleicht man jedoch das magere Salär der GIs mit den teils fürstlichen Bezahlungen der Söldner, lässt sich bereits erahnen, dass die USA mit dem Teilabzug in toto nicht sonderlich viel Geld sparen werden.
Ist der Irakkrieg nun vorbei?
Die Mär, dass die letzten GIs nur noch zu Ausbildungszwecken im Irak verbleiben, wird zwar von politischer Seite gerne gestreut, das Militär sieht seine Aufgabe indes anders. In einem Interview mit ABC News erklärte der Oberbefehlshabende der US-Streitkräfte im Irak, General Ray Odierno, dass die Truppenpräsenz vor allem die Einmischung anderer Länder verhindern soll. Der Wink mit dem Zaunpfahl gilt natürlich den Nachbarn in Iran. Bevor der Irak zu einem stabilen politischen System findet, nimmt der Hegemon auf der anderen Seite des Schatt al-Arab eine ebenso bedeutende Rolle für die Stabilisierung oder – je nach Lage – Destabilisierung der Sicherheitslage im Irak ein.
Ob der Irak bald zur Ruhe kommt, hängt somit auch vor allem vom politischen Klima zwischen Washington und Teheran ab. Öffentlich ist man sich zwar spinnefeind, auf informeller Ebene arbeitet man jedoch seit längerem äußerst erfolgreich zusammen. Weder die USA noch Iran haben ein Interesse an einem aufflammenden Bürgerkrieg im Irak und beide Staaten sind auch explizite Gegner der sunnitischen Extremisten von Al Quaida. Auch wenn sowohl die USA als auch Iran sich keinen komplett destabilisierten Irak wünschen, so haben sie dennoch kein Interesse daran, dass der Irak zu stabil, zu selbstständig und zu selbstbewusst wird. Ein starker Irak würde sich von den USA nichts mehr sagen lassen und für Iran zum neuen alten regionalen Konkurrenten werden. Inwieweit die beiden Großmächte überhaupt noch einen direkten Hebel auf die irakische Politik haben, ist jedoch umstritten.
Iran am Drücker?
Seit den Parlamentswahlen im März dieses Jahres befindet sich das Land in einem politischen Vakuum. Die beiden großen politischen Kräfte des Landes, hintern denen die früher verbündeten und heute verfeindeten Politiker Nuri al-Maliki und Iyad Allawi stehen, schaffen es nicht, eigene Mehrheiten zu bilden und lehnen eine Zusammenarbeit ab. Hinter den Kulissen haben sich die USA und Iran derweil bereits auf al-Maliki als gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Doch diese Rechnung haben sie ohne den Wirt gemacht. Wie die Washington Post meldet, wurde im letzen Monat der „Führer einer großen schiitischen Partei“ (damit kann nur der klerikale Muqtada as-Sadr gemeint sein) nach Teheran zitiert, um ihn davon zu überzeugen, al-Maliki zu unterstützten. Doch dieser verweigerte sich, er wolle einen starken Irak mit einer kompetenten Führung, die unabhängig sowohl von Washington als auch von Teheran ist. Ein solcher Irak mag für viele wünschenswert sein, für die USA und Iran allerdings nicht.
Aber auch die regionalen Verbündeten der USA gehören zu den Verlieren. Saudi-Arabien und Ägypten haben ihren Einfluss auf die arabische Welt verloren, das Mitglied der „Achse des Bösen“ Syrien ist stabiler denn je, der Einfluss Irans auf den Libanon und die Hamas größer denn je. Vor allem die Türkei gehört zu den Verlierern. Mit einem Saddam Hussein, der die Kurden im Nordirak mit chemischen Waffen bekämpfte, konnten die Türken wesentlich besser leben, als mit einer selbstbewussten kurdischen teilautonomen Region.
Verheerende Bilanz
Was hat der Irakkrieg den USA gebracht? Auf der Sollseite stehen Billionenkosten, 4.416 tote US-Soldaten, mindestens 97.461 tote irakische Zivilsten, eine destabilisierte Region und eine angeschlagene Weltmacht. Auf der Habenseite steht … nichts. Der Irakkrieg war – wenn man Verschwörungstheorien einmal herauslässt – ein ideologischer Krieg – das große Werk der NeoCons. Bush und seine Spießgesellen öffneten die Büchse der Pandora und was dabei herauskam, war nicht der Siegeszug von Demokratie, Coca Cola, Exxon und CNN, sondern die Destabilisierung einer ganzen Region und millionenfaches Leid. War es das wert, Mr. President?
Jens Berger
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Vielen Dank für diesen fundierten Artikel, der einen kleinen Einblick hinter den Vorhang ermöglicht.
Sehr guter Artikel.
Viel mehr kann man nicht mehr dazu sagen.
Guter Artikel
Der Satz stimmt nicht ganz:
Die “Habenseite” sind die teilweise an den Börsen notieren Tochtergesellschaften großer Militärlieferanten. Der Krieg hat über 1 Billion US gekostet. Diese “Dienstleister” sind nur im kleinem Umfang Kampftruppen, sondern auch strategische Berater, Geheimdienste, Logistiker.
Heute kommen auf jedem Kämpfer fast 100 Dienstleister. Einige der militärischen Dienstleistungsunternehmen verfügen laut eigener Internetseiten über 57.000 employees,
eigene, riesige Truppenübungsplätze und von Kampfhelikoptern, Düsenjets bis zu eigenen Satelliten. Sie sind finanziell die Gewinner. Politisch hast Du recht, es hat nur der Iran gewonnen und kann sich jetzt auf Israel und Afghanistan konzentrieren – darum will Gutenberg die BW abbauen und die “Dienstleister” noch mehr in Anspruch nehmen (müssen).
Ja klar, das Kriegshandwerk wird künftig verstärkt privatisiert. Söhne von Wählern, die in Zinksärgen nach Hause kommen, sind nun einmal politisches Gift. Das Antidot ist teuer und sehr profitabel. Aber das würde ich nicht auf der “Habenseite” buchen, wenn es um eine halbwegs objektive Betrachtung des Irakkriegs geht.
Richtig, darum habe ich Habenseite auch in Anführungszeichen geschrieben.
Die Abschaffung des Staates geht weiter: Gefängnisse werden privatisiert, Straßenbauprojekte, die Bahn (?), jezz auch noch das “Kriegshandwerk”. Wann iss die Judikative dran (die Legislative iss ja auch schon unterwandert, de facto teilprivatisiert)? Schöne neue Welt!
Und wenn dann die Politniks ganz weg und durch private Menetscher ersetzt sind, dann gibt’s auch keine Politikverdrossenheit mehr – und kein Mensch hat mehr – zurück zum Thema – Angst vor Zinksärgen.
Beim Irak-Krieg könnte es sich aber auch um einen Teil eines größeren Planes gehandelt haben, nämlich den in jenem Gebiet wo sich die größten bekannten Öl-und Gasreserven der Welt liegen, systematisch staatliche Strukturen zu zerstören, die auf die Gewinnung und Verwertung dieser Ressourcen Einfluss nehmen oder sie gar als Eigentum beanspruchen könnten? Sollte dies der “Masterplan” sein, dann müsste folgerichtig auch der Iran angegriffen und um eine funktionierende Regierung und Infrastruktur gebracht werden. Wenn sich vom Nahen über den Mittleren Osten bis Zentralasien nur “failed states” von der Art Somalias befänden, dann könnte über die Energie-Ressourcen frei verfügt werden, wenn da nicht noch China wäre…
Sollte dies der Masterplan sein, dann ist er so richtig in die Hose gegangen. Der Irak mag zwar momentan nicht der stabilste Staat sein, in Sachen Öllizenzen ist er jedoch nicht kompromissbereit.
Ob es dazu unbedingt Lizenzen braucht?
Spiegel:
“Die US-Verwaltung im Irak kann keine Angaben über die Verwendung von mehreren Milliarden Dollar aus dem Irakischen Entwicklungsfonds machen. Das Geld stammt unter anderem aus Einnahmen aus dem Verkauf irakischen Öls und war für den Wiederaufbau des Landes bestimmt.”
“Wenn sich vom Nahen über den Mittleren Osten bis Zentralasien nur “failed states” von der Art Somalias befänden,” wäre wohl kaum eine lukrative Ausbeutung der dortigen Rohstoffreserven möglich.
Ja, genau. Und wenn das auch für China gilt kann man damit dessen Wachstum bremsen …
Zum Thema Glaskugel hat Glenn Greenwald vor wenigen Tagen einen lesenswerten Kommentar verfasst: The “nobody-could-have-known” excuse and Iraq.
Auch das dort eingebettete Video eines Interviews mit Dick Cheney aus dem Jahre 1994, in dem er aufzeigt, warum eine Besetzung Baghdads keine gute Idee wäre, ist immer wieder amüsant anzuschauen.
Gibt es denn eigentlich irgendwo eine brauchbare Erklärung was der religiöse Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten ist? Was man so findet geht es hauptsächlich darum wer der rechtmäßige Nachfolger Mohammeds war oder ist, aber gibt es noch mehr Unterschiede?
Besuchen beide Glaubensrichtungen beispielsweise die gleichen Moscheen, pilgern sie Seite an Seite nach Mekka und wo und warum fängt man an sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen? Das wäre vielleicht mal einen Artikel wert, mir leuchtet es nämlich nicht wirklich ein warum sich diese beiden Glaubensrichtungen bis auf Staatsebene bekriegen.
Kannst du dir grob vorstellen wie Christen und Juden
Christen / Juden:
Die einen haben den Messias schon gefunden die anderen sagen er kommt noch bzw ist nicht er
Bei den Muslimen geht es was weiter, das ist aber im groben und ganzen ähnlich:
http://forum.konsulate.de/islam-sunniten-schiiten-t-1915.html
Ergänzung (ich hoffe es stimmt soweit):
Die Schiiten argumentierten ja, der Nachfolger von Muhammad wäre Ali, Gott selbst habe Ali zum Nachfolger ernannt und eben dieses habe Muhammad vor seinem Tod schriftlich festhalten lassen. Allerdings richtete man den deutlichen Vorwurf an die Sunniten, sie hätten eben diese Nachfolgeregelung aus den Korantexten entfernt. Damit stand quasi eine Koranfälschung im Raum (eg. Veränderung des unfehlbaren Gotteswortes).
Diesen Vorwurf “pflegte” man dann wohl über viele Jahrhunderte lang.
Dazu kam noch, dass sich die Schiiten durch zahlenmäßige Überlegenheit der Sunniten nicht mit ihrer “Wahl” durchsetzen konnten.
Die ersten 3 Kalifen waren Sunniten und wurden natürlich von den Schiiten nicht anerkannt (und werden noch heute – z.B. im Muharram – gerne verflucht und als unrechtmäßige Nachfolger beschimpft).
Der 4. Kalif war Schiit – wurde aber 661 n. Chr. ermordet. Nach diesem Vorfall versuchten die Schiiten noch einmal ihr Glück mit 2 schiitischen Kandidaten. Der erste verzichtete freiwillig (Bestechung/Angst?) und der zweite fiel in der Schlacht von Kerbela.
Damit waren dann alle unmittelbaren männlichen Nachfolger von Muhammad “weg”, und die Schiiten hatten keine Möglichkeit mehr, ihren Anspruch auf eine Führerschaft des Islam durchzusetzen.
Soweit ich weiß verweigerten dann die Schiiten jegliche Teilhabe an der weltlichen Herrschaft der Sunniten und pflegten ihr “Konzept” (oder Leitmotiv) von Leiden, Sterben und Märtyrertum (etwas hart ausgedrückt, es geht um Fürbitte und Entschuldigung und dem Teilen von Leid, welches al-Husain in Kerbela erlitt).
Einer der Unterschiede ist auch, dass der Imam als oberster Führer der Gemeinde bei den Schiiten sehr wichtig ist.
In Rechtsfragen sollen die Unterschiede zwischen beiden Gruppen wohl nicht besonders groß sein.
Weltweit haben wohl die Sunniten die Mehrheit (glaub fast 90%). Im Irak sind allerdings die Schiiten in der Überzahl.
Durch die alten Geschichten und 2 gegensätzlichen Konzepte (die Sunniten lehnen halt den Gedanken an Leiden und Erlösungsbedürftigkeit ab) haben sich beide Gruppen immer noch nicht so gerne.
Eine sehr schön anschauliche Darstellung bez. des Unterschiedes zwischen Sunniten und Schiiten bringt der Kabarettist Jürgen Becker.
http://www.youtube.com/watch?v=zo1kBICBm4U&feature=related
Ab 3:40 …
Vielen Dank für den sehr informativen Artikel :-)
Was könnte man konstruktives anmerken außer, dass die Ursachen des dritte Golfkriegs womöglich nicht nur in der Ideologie der neocons zu zu finden sind.
Ich glaube die „wahren“ Ursachen reichen viel tiefer, im Prinzip war dieser Irak Krieg ein Kapitel im geostrategische Machtspiele um die Vorherrschaft über die größten Ölreserven der Welt (Golf Region und eurasisches Becken), und ich bin mir nicht sicher ob die Weltmacht USA sich mit dieser partiellen Niederlage abfinden wird.
Einige möglichen Entwicklungen werden hier aufgezeigt, danach wäre der worst case:
Ein sehr interessanter Artikel, der jedoch einiger Anmerkungen bedarf:
So ganz richtig ist dies nicht. Welches waren wohl die Ziele der Strategen?
- Vergrößerung des US-Kriegsbudgets, erreicht;
- Destabilisierung der Region, erreicht;
- Verhinderung des Euros im Ölgeschäft, erreicht;
- Sicherung von Aufträgen für den Militärisch-Industriellen Komplex auf Jahrzehnte, erreicht;
- Testen neuer Waffensysteme, erreicht;
- Einkreisung des Iran, erreicht;
- dem Russen zeigen, wie weit Kauboi selbst zu gehen bereit ist, erreicht.
- Glorreiche Umerziehung der Iraker, wie es einst bei den Deutschen so prächtig funktioniert hatte, noch nicht erreicht.
- Übernahme der Rohölförderung, noch nicht erreicht.
Somit sind doch die meisten und vor allem die wichtigsten Kriegsziele der Kriegslobby erreicht. Und um die Erreichung der noch ausstehenden Ziele wird das Heer der ständig stationierten Söldnertruppen sorgen.
Das wären runde 24.000 $ im Monat, steuerfrei. Diese drückt der Pentagon zwar ab, davon sehen die Söldner selbst i.d.R. jedoch nur einen Teil – die corporate mafia will schließlich auch bedient werden.
Wurde das überhaupt behauptet?
Aber die USA doch nicht. Die müßten ihren ‘war of terror’ glatt überdenken, sollte sich ihre Al Quaida einst umorientieren. Alle Wege führen schließlich zur Carlyle Group.
Der Einfluß läßt sich im Falle von Saudi Arabien rasch zurück kaufen. Und der Amerikaner engster ‘Verbündeter’ kann mittlerweile tun uns lassen, wie ihm beliebt. Das ist der große Gewinnler…
sondern von Halliburton, KBR, Carlyle Group und Blackwater/Xe. Volle Punktzahl für die Hintermänner des Pleitiers von Harken Energy.
“Hätten die NeoCons anders gehandelt, wenn man ihnen einen Blick in die Glaskugel gestattet hätte?”
Nein, sie hätten nie anders gehandelt.
Ständig Fehler zu machen, ist bei den NeoCons, offensichtlich genetisch (wer sich nicht mit dem genetischen Kramm auskennt, soll sich an “unseren Genetikfachmann” Sarrazin wenden :-)) bedingt.
Sie wollen immer Amerika beschützen, dabei schaden sie ihrem Land mit solchen Aktionen wie der Irak-Krieg.
PS. Eine Glaskugel wäre was für Homo-Sapiens, aber doch nicht für diese NeoCons-Sturköpfe.
Die Söldner hatten schon die ganze Zeit eine Verteidigungs- bzw. Abwehrkonfiguration im Irak.
Um die Armee sogar nur minimal zu ersetzen und um Angriffsfähig sein zu können, bräuchten sie die schwere Artillerie, Hubschrauber, Flugzeuge etc., all das, was die gefluchtete Armee hatte.
Haben all das die Söldner ?
Nein (soweit ich weiß) haben sie nicht.
Deshalb bleibts ihnen nichts anderes als weiter diverse Objekte zu schützen und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, nämlich, Zivilisten umzubringen.
Es ist egal ob die Amis im Irak bleiben oder nicht.
Irak als vereintes Land existiert nicht mehr.
Iraks Kurdistan ist de-facto unabhängig und das kann niemand ändern (Bagdad bestimmt nicht).
Und wir wissen noch nicht, was die Schiiten im Schilde führen.
Also, wenn das so weiter geht, dann bleibt bald (die Iraner werden schon nachhelfen) nur noch ein Bagdadistan.
Die Niederlage im Irak ist für die Amis (meiner Meinung nach) eine noch größere Schmach als Vietnam-Desaster.
Damals hatten sie (Amis) zumindest eine Ausrede, daß Vietkong von der Sowjetunion unterstützt wurde.
Und welche Supermacht stand hinter den Partisanen (bzw. Aufständischen) im Irak ?
PS. Hätte fast vergessen.
Guter Artikel.
Die Zahl der Söldner ist ein wenig hoch gegriffen. Der LA Times Artikel (von dem die Zahlen stammen) schreibt, dass die meisten “Contractors” Küchenhilfen, Reinigungskräfte und Bauarbeiter sind. Der “kriegsreisende”-Artikel hat die pauschal zu Söldnern gemacht.
Die LA Times schreibt aber:
“The number of private security contractors in Iraq remains unclear, despite Central Command’s latest census. The Times identified 21 security companies in the Central Command database, deploying 10,800 men.
However, the Defense Department’s Motsek, who monitors contractors, said the Pentagon estimated the total was 6,000.”
http://articles.latimes.com/2007/jul/04/nation/na-private4/3
Die Zahlen stammen aus dem Jahre 2007 und da seitdem sehr viele US-Truppen abgezogen sind, kann man davon ausgehen, dass auch die Zahl der “Contractors” zurückgegangen ist.
Außerdem würde ich nicht alle “Contractors” als Söldner bezeichnen.
Stimmt, denn viele erbringen Hilfsdienste von Barrackenbau bis Uniformbügeln. Doch laut GAO betrug Anfang 2008 alleine die Anzahl der DoD-Kontraktohren 129.000 vom Geiste Verlassene. Dazu kommen noch die Söldner vom Statedepartment und der Ölindustrie, und die Ziffer 180.000 erscheint in Greifweite.
Der böse, böse Obama; Wirtschaftskrise, Krieg verloren und Sozialismus in den USA eingeführt -> Abwahl
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan…
Der Bush III kann kommen -.-
Bush III ist dann wohl Frau Palin ja?
Dazu fällt mir immer wieder dieses Zitat von Sinclair Lewis ein.
Ohne Haarspalter sein zu wollen:
der Link datiert den Ausspruch auf 1835. Zu diesem Zeitpunkt gab es den Begriff Faschismus noch gar nicht und Sinclair Lewis war noch nicht gebohren.
Ja das ist ein dicker Fehler vom Bildermacher. Das Bild ist trotzdem schön. Das Zitat stammt übrigens aus dem Buch “It Can’t Happen Here” von 1935.
Ooooh, ich kann es mir nicht verkneifen:
ein Bild von der Sarah kann nicht schön sein :-)
Ich weiß, wie es gemeint ist und ich gebe dir da recht.
Ich stolperte einmal über einen Artikel, der auch um 1935 geschrieben wurde, welcher den Faschismus in America zum Thema hatte. Wenn ich mich nicht irre war die Grundidee des Artikels, dass jedes Volk oder Land sein eigenen Faschismus hervorbringen könnte.
Der deutsche Faschismus sei demnach in Amerika so nicht denkbar. (Wir wissen, dass selbst einige Russen den deutschen Faschismus adaptiert haben, ein für mich nicht zu vereinbarender Gedanke) Der Artikel weißt darauf hin, dass es auch in Amerika Faschismus denkbar ist und wenn er dort umgesetzt wird er sich doch so weit vom deutschen Faschismus unterscheiden würde, so dass eine neue Namensgebung nötig wäre: Americanism. Ich denke, in diesem Zusammenhang wurde vielleicht auch dieses Zitat gebracht.
Doch dies ist jetzt schon wieder Off-Topic, denn nicht Gegenstand des – wie ich finde – guten Artikels.
Ich bedaure den amerikanischen Präsidenten. Ich glaube, sein “Yes, we can!” war ehrlich gemeint, doch ist er in ein Scherbenhaufen gesetzt worden in welchem er versucht das Beste daraus zu machen. Er ist bei weitem nicht so stark, wie er es uns glauben lassen will, doch welche Alternative gibt es zu ihm? Gilt nicht noch immer: Jeder, nur nicht Bush?
Der Irak-Krieg ist ein “Reinfall”: die Ziele des Bush jr. sind nicht erreicht worden – zumindest soweit wie ich es beurteilen kann. M. Moore sieht es, glaube ich, anders: amerikanische Firmen sind aktiv und gewinnbringend im Irak aktiv. Es geht um Geld und Macht.
Oh, um Missverständnisse vorzubeugen: dies ist kein amerikanischer Faschismus, dies ist nach meiner Auffassung Kapitalismus, fortgeführt mit anderen Mitteln. Kriege um Öl ist der Anfang, die Kriege ums Wasser werden heftiger geführt werden.
Die USA ziehen sich aus dem Irak zurück und hinterlassen eine Trümmerwüste.
Doch eines hat Bush jr. vollendet, was Bush sen. nicht wagte: Sadam töten.
Der Irak-Krieg ist damit nicht vorbei. Im Gegenteil: er fängt jetzt für die Bevölkerung erst an.
Falsch! Richtig muss es heißen: “…noch nicht gebort”
Ein sehr zutreffender Artikel, einzig dies stößt mir etwas auf:
Welcher Präsident? Obama? Ach komm das ist jetzt ein wenig billig oder? Obama, einer der wenigen Senatoren die von Anfang an gegen den Irakkrieg waren, muß im Endeffekt auch nur ausbaden was Bush ausgeheckt hat. Das alte Spiel eben. Konservative Regierung tut ihr bestes um ihr Land im speziellen und die Welt im allgemeinen zu einem schlechteren Ort zu machen, progressive Regierung muß die Scherben aufräumen und wird dafür von allen gehaßt. Das kann man Obama schwerlich vorwerfen.
Was man ihm jedoch vorwerfen kann ist das Obama sich nicht besonders geschickt anstellt und das Spiel mitmacht.
Nein, man muss das nur wörtlich nehmen. Obama kann man für das eigentliche Stattfinden des Angriffs auf den Irak keine direkte Schuld geben. Aber man kann ihn natürlich nach seiner Meinung fragen, ob es das Wert war.
Und als oberster Feldherr der mit Abstand mächtigsten Militärnation der Welt ist seine Meinung nicht gerade irrelevant und es wäre doch ein Traum, wenn er sich auch nach seiner Wahl noch hingestellt und die Meinung kundgetan hätte, dass das eben auf allen Ebenen ein Riesenfehler und es die Katastrophe eben nicht ‘Wert war’.
Aber auch Obama weiß, dass ihn dann die ultrarechten Astroturfer endgültig öffentlich zerfleischen -> was die USA militärisch tun, kann garnicht falsch sein, weil es nicht falsch sein darf!
Und dass es hier überhaupt nicht um eine bodenständige politische Diskussion über das für und wieder geht, beweisen die Meinungsführer und Hassprediger von Foxnews doch jeden Tag auf’s neue.
Ist so, und wirklich ein altes Lied. Wedekind (passt zum Artikeltitel) 1917:
“Welch ein Frieden uns beschieden, liegt leider nicht in Gottes Hand, es liegt bei Engelland. Die Linke schliesst ihn ab, wir fingen mit der Rechten an zu fechten.”
a^2
Es dürfte ja wohl klar sein, dass damit uns Ex-Präsident Bush gemeint ist. ^^
Das mit der Habenseite verstehe ich auch nicht. Bush & sein Clan hat doch prächtig verdient am Irakkrieg (und tut es immer noch). Das würde ich nicht nichts nennen. Der Satz hätte heißen sollen ‘Auf der Habenseite steht für das amerikanische Volk … nichts’, das wäre richtig gewesen. Da könnte man dann nur ergänzen, dass dieser Krieg zu keinem Zeitpunkt dem amerikanischen Volk ‘dienen’ sollte … na ja, eigentlich überflüssig, so wie ich das sehe hat ohnehin noch kein Krieg irgendeinen Dienst für irgendein Volk erweisen sollen.
Toller Artikel, sehr schön geschrieben mit vielen Hintergrundinfos.
Aber meinen Senf muss ich trotzdem dazugeben:
Den Krieg an sich haben die Yankees ja nicht verloren (Irakische Armee hat kapituliert),
aber den Krieg um den Irak haben sie verloren.
Aber genug der Krümelk*ckerei… ;-)
Bitte weiterso gute Recherche- und Aufklärungsarbeit. (*Applaus*)
@ allesnichtsoder
Die Irakische Armee hat nicht kapituliert.
Sie ist (fast) vollständig, noch vor dem Angriff der Amis, nach hause gegangen.
Die Amis haben lediglich gegen einige versprengte Einheiten gekämpft, die ihre Wohnorte noch nicht erreicht hatten.
Den darauffolgenden Partisanenkrieg haben sie aber verloren.
Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.
Ja, nee is klar
Ich denke, diese „militärischen Dienstleister“, die m.E. eben zu ihrer Höchstform kommen, werden uns in naher Zukunft viel mehr Sorgen als die berüchtigten Bankster bereiten. Das Thema wäre m.E. eigenes Artikels wert.
Im Übrigen, irre ich mich nicht, dass die Billionen, die im Irak und sonstwo verschossen werden, munter zum US-BIP draufgezählt werden?
Von wegen BIP pro Nase und “Wohlstand” der Nation.
Natürlich. Wenn Du morgen einen Unfall baust, trägst Du zum BIP bei. Also Mut & Vollgas für’s Wachstum, für’s BIP :-)
Ich wollte nur mal anmerken, das wir uns Sorgen darüber machen sollten, was die Dienstleister machen werden, falls der Krieg tatsächlich zuende geht.
Eine so geschaffene Kriegsindustrie wird sich ganz zwangsläufig neue Beschäftigungsfelder erschließen. Die Gesetze der Marktwirtschaft gelten auch für Militärdienstleister – Wachstum und Erschließung neuer Märkte.
Wallensteins Traum vom immerwährenden Krieg wird vielleicht bald verwirklicht….
Im nächsten Krieg wird so etwas wie der 11.September nicht mal mehr notwendig sein. Man muss ja nicht irgend etwas politisch begründen. Solange es nicht die eigenen Wähler trifft, ist alles bestens. Traurig, aber so sind die Menschen nunmal.
@Spiegelfechter
Du schreibst:
“Bush und seine Spießgesellen öffneten die Büchse der Pandora und was dabei herauskam, war nicht der Siegeszug von Demokratie, Coca Cola, Exxon und CNN, sondern die Destabilisierung einer ganzen Region und millionenfaches Leid.”
War es überhaupt das Ziel Bushs, im Irak die “Demokratie” einzuführen? Von dem selben Bush, unter dem die Demokratie in den USA massiv eingeschränkt wurde?
Sehr schöner Artikel. Nur eine winzige formelle Kritik: “wie ein fallender Dominostein mit dem westlich-demokratischen Virus infiziert” – das funktioniert als Bild nicht.
Coca Cola & Co. werden im Irak schon ihren Schnitt gemacht haben, da bin ich mir sicher! Gezahlt hat der Steuerbürger, Einnahmen gab’s für private Unternehmen. Same procedure as anytime…
Ich frage mich allerdings, wem diese Söldner im Zweifelsfalle hörig sind – der US-Regierung oder ihrem Arbeitgeber, der sie bezahlt…
Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing …. daran duerfte man sich orientieren koennen.
@SF
Du hast den Krieg aus Volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet, was ja (wenn es überhaupt eine Rechtfertigung gibt) die einzig legitime Begründung für einen derartigen Wirtschaftskrieg ist. Allerdings hat schon die Vorarbeit zu dem Krieg der Bush-Gruppe und ihrem Pudel gezeigt, dass es aus dieser Sicht keinen stichhaltigen Grund gibt, diesen Krieg anzufangen, weshalb ja “Massenvernichtungswaffen” und ähnlicher Mumpitz – übrigens ohne jegliche Folgen für die Agitatoren – erfunden wurden.
Ich denke, dass eine kleine Gruppe Schwerverbrecher wie Bush, Cheney und ähnliches Kroppzeug mit Firmen wie Halliburton & Blackwater einen lukrativen Deal ausgehandelt haben.
Dieser Deal war für die Firmengruppen – auf Kosten der restlichen Welt – sehr erfolgreich und es wurde nahezu jedes Ziel erreicht oder sogar übertroffen. Durch die erst erzeugte desolate Sicherheitslage, sind sogar noch für die Zukunft Märkte erschlossen worden.
Ich denke, dass “Schneemann” hier durchaus richtig liegt:
Wir sollten uns endlich von dem Gedanken befreien, dass wir von Regierungen regiert werden. Es sind in den “westlichen Demokratien” überwiegend Profitorientierte Mafiaclans, die sich den Anschein geben, “Volksvertreter” zu sein. Und ähnlich wie die offiziellen Mafiaorganisationen, sind es keine homogenen Gruppen, sondern Zweckgemeinschaften, die bestimmte Ziele (Profit, Macht) teilen und bei der Wahl der Methoden zur Erreichung ihrer Ziele nicht durch ethische Überlegungen gehemmt sind. Ab und zu hört man mal, was wirklich Sache ist, wie zum Beispiel bei Putin, der dazu meinte: “Wir hätten Massenvernichtungswaffen gefunden.”
Die wirklich interessante Frage ist: Wie werden wir diese Mafiaclans (USA, Europa) los? Solange wir von Verbrechern regiert werden, werden unsere “westlichen Demokratien” auch in Zukunft Verbrechen begehen.
Denn bisher hatten sie damit durchschlagenden Erfolg und konnten ihren Gewinn und Einfluss steigern.
Nanana, schwitzig, nedd so kleinlisch, dess sinn doch Pedidesse, gell?
Ja, frei nach dem Motto: Wer die Gesetze macht, den schützen sie auch vor den Gesetzen.
@schwitzig
Soweit richtig.
Interessanter ist: wie erreichen wir (jeder Mensch) einen Zustand, an dem wir uns selbst regieren? Noch besser einen Zustand, der den Mensch unregierbar macht, weil er frei ist?
Es geht doch nicht allein darum, die Mafia los zu werden, um nicht von “Verbrechern” regiert zu werden. Das entscheidende Argument gegen Deine Idee ist, dass diese “Mafia” systemkonform und systemstützend agiert. Nix mit “Verbrechern”: wenn der Staat die “Dienstleistungen” des militärisch-industriellen Komplexes in Anspruch nimmt, um seine Macht auszuüben, dann muss der Staat kritisiert werden. Damit meine ich nicht eine Kritik seiner Aktivitäten. Sondern eine Kritik und Infragestellung des Staates anhand seiner Funktion.
Was diese “Mafia” so unerträglich macht, ist der Fakt, dass wir heimliche Komplizen sind, solange wir das System, dass den profitorientierten Menschenvernichtungssektor ermöglicht und nutzt, nicht verneinen.
Ich möchte noch ein Ziel nennen, das dieser Krieg erreicht hat: Die Welt ist gefährlicher geworden, und der “Great War of Terror” (Borat) ist in den Augen von vielen die einzige Möglichkeit, den Westen gegen das Böse zu verteidigen. Für die Kulturkrieger hat sich ihre eigene self-fulfilling prophesy bewahrheitet. Für diese Sofasoldaten würde ihr Weltbild zusammen brechen, wenn sich die Konflikte in und mit dem mittleren Osten friedlich lösen ließen. Also arbeiten sie daran, gewaltsame Konflikte heraufzubeschwören, ohne sich dabei ihrer wahren Gründe bewusst zu sein. Tragisch.
Je mehr Leute verstehen, dass es vor allem darum geht, und weniger um irgendwelche absolut vagen geostrategischen Ziele, desto mehr steigen die Chancen, dem in Zukunft besser entgegen zu wirken.
Auf der Habenseite steht vermutlich auch, dass uns George W. Bush seinen persönlichen Groll gegen Saddam Hussein befriedigen konnte und er seinen Kopf durchgesetzt hat.
Hatte Saddam nicht mal ein Attentat auf Papa Bush geplant?
Sehr engagiert und erhellend ist auch folgende, nie gehaltene Rede eines amerikanischen Präsidenten anlässlich des Abzugs der Hauptstreitmacht Amerikas aus dem Irak (von Juan Cole):
> http://www.juancole.com/2010/08/the-speech-a-president-should-give-about-the-iraq-war.html
D.R.
Mission accomplished!
Einer der offensichtlichsten Kriege der von Konzernen geführt wurde. Und auch wie der Kommentator 8 diese Akteure genau nennt: sie haben Milliarden (amerik. billions) dran verdient. Ein nicht mehr in Worten zu fassender Wahnsinn.
Und was wird der Vater des Gedanken bei der sogenannten Transformation der Bürger in Uniform, sprich der Bundeswehr, in Deutschland sein? Weniger parlamentarische Kontrolle um leichter losschlagen zu können, so wie in der neuen Nato-Doktrin definiert. Rohstoffe millitärisch sichern bzw. einzuverleiben. Und nebenbei kann man bei zuviel Unmut auch gleich diese Söldner im Inland gegen die Bevölkerung einsetzen.
Was hat dieser Krieg denn aus Sicht des Iraks gebracht? Die Zahl von amnesty international von ca. 1,1 Millionen Toten, zerstörte Infrastruktur und eine auf tausende Jahre geschädigte Umwelt (besonders den Städten) durch den Einsatz von DU-Munition und und und…
Das Wort Demokratie ist für den Aggressor USA ein hohler Witz, hat dieser doch schon faschistoide Züge angenommen.
Wir haben seit dem Mittelalter nichts gelernt. Söldnerführer hatten die Macht in reichen Städten übernommen und mit den Söldnerarmeen von Wallenstein wurde die allgemeine Wehrpflicht vieler Orts eingeführt, da man nur so dem Unwesen der herumlaufenden Söldnermassen begrenzen könnte.
Heute haben die von den westlichen Politikern gestützten “Dienstleister” weite und sehr profitable Betätigungsräume, z.B. Kolumbien: Der Militärbereich direkt, die Logistik, dem Schutzbereich von Personen und Sachen. Jeder der über 20 amerikanischen Konzerne in Kolumbien beschäftigt zig tausend Söldner und die stehen außerhalb des staatlichem und internationalem Rechts und genau dieses schwebt zu Guttenberg vor. Er will handeln, ohne jedes Mal den Bundestag ausführlich zu informieren.
Die meisten Politiker wissen es und machen nichts – die Integration der Ausländer ist ein Beispiel. Die Regierung duldet vorsätzlich Straftaten auf diesem Gebiet. Das Kosovo ist ein bekanntes Beispiel. Hier halten einige Söldner weibliche Sklaven und gehen selbstverständlich straffrei aus, da keiner sich zuständig sieht.
Mit Verlaub, was du schreibst, ist wirr.
- Die Söldnerheere im 30jährigen Krieg haben Land und Städte geplündert und sind dann weiter gezogen. Am “Macht übernehmen” hatten sie kein Interesse.
- Die Wehrpflicht wurde nach der Französischen Revolution in Frankreich eingeführt und später von anderen europäischen Ländern kopiert.
- Die Zahlen aus Kolumbien erscheinen mir auch etwas übertrieben. Das würde ja bedeuten, die amerikanischen Konzerne hätten in Kolumbien mehr als 400.000 Mann unter Waffen.
- Was die Ausländerintegration und eine “vorsätzliche Duldung von Straftaten” mit dem Thema zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
- Handelt es sich im Kosovo nicht eher um Milizen als um Söldner?
@ Apostata
Die Wehrpflicht hat Iwan der Schreckliche eingeführt (Strelzy).
Die Französische Revolution geschah ca. 220 Jahre später.
Ich lass mich ja gerne belehren, aber lt. Wikipedia waren die Strelizen ein stehendes Heer und die erste Berufsarmee Russlands. Wenn, dann waren noch eher die Legionäre in der römischen Republik Wehrpflichtige, wenn auch nicht im modernen Sinne.
@ Apostata
Ich kritisiere schon seit langem diese Schei..-Wikipedia.
Wikipedia (zumindest was Historie angeht) dient nur der Volksverdummung, mehr nicht.
Die Offiziere bei den Strelzy galten als Berufssoldaten (Offizier – ist auch heute ein Beruf), aber die einfachen Strelzy-Soldaten wurden einberufen und in die (militärische) Pflicht genommen.
Ob das Heer stehend war oder beritten, spielt eigentlich keine Rolle.
Soldat ist ein Soldat.
@Truvor
“Stehendes Heer” bedeutet nicht, dass die Soldaten zu Fuß unterwegs sind, sondern dass sie ständig bereitstehen (im Gegensatz zu Wehrpflichtigenarmee oder einer Söldnertruppe, die erst mobilisiert bzw. angeheuert werden muss).
Wenn dir Wikipedia nicht gefällt, wie wärs dann mit wissen.de? “Ihre Dienstpflicht war lebenslang und erblich.” Das ist doch das glatte Gegenteil von Wehrpflichtigen. Evtl. ist mit “lebenslang und erblich” ja auch nur der Offiziersstand gemeint. Waren die einfachen Soldaten vielleicht so etwas wie Leibeigene?
Vielleicht informierst Du Dich besser, bevor Du so etwas von Dir gibst.
Im Mittelalter ist es sehr wohl zu Machtübernahmen von Söldnern gekommen und als Folge ist die Wehrpflicht entstanden.
Die Verhältnisse in Kolumbien entziehen sich unserer Vorstellungskraft und es geht hier nicht um einige tausend Dienstleister, aber mit der kolumbianischen Armee und Polizei (integriert im System der Dienstleiter) stimmt fast die Zahl.
Im Kosovo beziehe ich mich auf Dienstleister im Auftrag einer amerikanischen Firma. Die weiblichen Sklaven sind von der örtlichen Mafia für 600 – 800$ verkauft wurden an Dienstleister.
Du schriebst: “…mit den Söldnerarmeen von Wallenstein wurde die allgemeine Wehrpflicht vieler Orts eingeführt”. Das bezieht sich ja wohl auf den 30jährigen Krieg. Da mussten Wallenstein & Co. nach der Devise “der Krieg ernährt den Krieg” verfahren. Die konnten mit ihren riesigen Heeren nicht lange an einem Ort verweilen. Sie haben geplündert, was sie erobert hatten und wenn alles leergefressen war, mussten sie weiterziehen. Da blieb kein Raum für eine Machtübernahme.
Ich will ja gar nicht ausschließen, dass sich vielerorts Bürgerwehren gebildet haben, um marodierende Söldner zu vertreiben, aber das hat eben mit Wehrpflicht nichts zu tun.
Die moderne Wehrpflicht entstand in Frankreich nach der Französischen Revolution, damit sich das Land gegen die Koalitionstruppen zur Wehr setzen konnte.
Was ist moderne Wehrpflicht? Schon die alten Ägypter kannten in besonderen Zeiten eine Wehrpflicht als Ergänzung zu dem stehenden Heer. Es ist fasst sinnlose in einem Historikerstreit einzutreten, wann die Wehrpflicht und wo zuerst eingeführt wurde. Fakt ist, daß die Wehrpflicht ein Bestandteil der Demokraktie sein sollte. Die modernen militärischen Dienstleister untergraben mit Hilfe bestimmter Politiker die Demokratie, da sie fasst immer und überall außerhalb des Rechts stehen.
Blackwater hat z.B. 30 Scheinfirmen gegründet und diese sind in komischen Ländern registriert. Wenn wir nicht aufpassen, werden diese unkontrollierbar, wie im Mittelalter die Söldnertruppen.
@ R_Winter
Gute Frage. Ich würde sagen, ein System, bei dem die ganze Armee von vornherein unter Einbeziehung der Wehrpflicht konzipiert ist, inklusive Rekrutierungs- und Ausbildungs-Infrastruktur. In Notzeiten alle Männer an die Waffen zu rufen, zählt für mich nicht dazu, ebensowenig mittelalterliche Bürgerwehren zur Stadtverteidigung.
Meinst du damit, dass eine Demokratie ihre Streitkräfte immer als Wehrpflichtigen-Armee organisieren sollte? Ganz so demokratisch erscheint mir ein Zwangsdienst an der Waffe aber auch nicht. Kaum einer der Rekruten dürfte ihn mit Begeisterung leisten. Nicht ohne Grund schickt die Bundeswehr nur Berufssoldaten nach Afghanistan. Ich könnte mir auch gut eine Demokratie ohne Militär vorstellen.
Da stimme ich dir allerdings zu.
@ Apostata 04.09.10 15:49
Apostata, ich betone noch ein Mal: Die Strelzy wurden als REGULÄRE WEHRPFLICHTIGEN – Einheit bzw. Waffengattung gegründet.
Das, was Du beschreibst, kam einige Zeit später.
Reguläre Armee bedeutet nicht zwangsläufig Berufsarmee.
Die sowjetische Armee (z.B.) war auch eine REGULÄRE WEHRPLICHTIGEN Armee.
1. Hinter der Gründung der Strelzy stand, wie wir heute sagen würden, große Politik.
Der russische Zar verpflichtete (!) die Bojaren, junge und gesunde Burschen, zum Militär-Dienst (das nennt man Wehrpflicht) für den Zaren abzukommandieren.
Auf diese Weise mußten die Bojaren und Fürste ihre Vassalität bzw. Untergebenheit, dem Väterchen-Zar nachweisen bzw. beweisen.
2. Väterchen-Zar hatte, am Anfang, kein Geld um eine, im Kampf noch nicht bewährte (!), Einheit (finanziell) zu unterhalten.
3. Ich brauche nicht bei Wikipedia oder wissen.de reinzuschauen.
Ich lese historische Bücher über Russland, in der Original-Sprache, nämlich in Russisch (beherrsche halt, russische Sprache perfekt. Ich kann nichts dafür :-)).
Und was das für Bücher waren, hhhmmm, ein Traum.
Im allbeliebten Wikipedia fehlt immer irgendwas (Impotenz :-)).
Stelle Dir vor, Wikipedia schreibt einen Artikel über Strelzy, aber vergißt es zu erwähnen, daß die Strelzy, am Anfang, Wehrplichtige waren.
Sowas nennt man “kein Respekt vor dem Leser” (solche, scheinbar unbedeutende, Kleinigkeiten sind manchmal wichtig, wie in Deinem Fall).
PS. Übrigens, russische, wehrpflichtige Soldaten, im 19 Jhr., mußten 25 Jahre lang ihren Militär-Dienst für Väterchen Zar und Mütterchen Russland schieben.
25 Jahre Dienst war in den meisten Fällen auch Lebenslänglich.
@25 Heiko
Das Wort “demokratisieren” steht nicht umsonst für den Einsatz von Invasionstruppen, Folter, Menschvernichtung und Bombenteppiche.
Das haben unsere Freunde die Amerikaner schön mit einer neuen Bedeutung versehen.
Noam Chomsky fasst diese und andere “demokratische” Fehlentwicklungen in (mächtige) Worte.
Quelle
Aber es gilt auch, was einst Meister Degenhardt sang&klampfte.
Super Artikel.
@ Spiegelfechter
Und was wäre die Alternative ? Noch mal 35 Jahre Saddam, oh Gott !!!
a) Er wäre schon ziemlich alt, wenn er noch einmal 35 Jahre herrschen würde.
b) Die jetzige Situation ist noch schlimmer.
c) Wir hatten kein Recht, b) herbeizuführen.
Wirst Du bezahlt oder hast Du Sarrazinische Defizite?
Nein, ich sorge mich um mein Geburtsland.
a. er hätte die Herrschaft seinen Söhnen übertragen
b. wie willst du behaupten, die jetztige situation ist noch schlimmer. An was misst man so etwas ? Gibt es dazu statistiken ?
Und das Recht, Menschen nicht zu helfen, ist unterlassene Hilfeleistung.
Saddam hätte schon 1991 gestürzt werden sollen. Aber ist ja egal, sind ja unten nur Barbaren.
und noch eine frage: warum hasst ihr Iraker ?
Wer hasst hier Iraker?
Das Saddam schon 91 abgesetzt hätte werden sollen, wird glaub ich von keinem gesunden Menschen bestritten.
Aber nochmal: Saddam war schlimm. Andere Diktatoren sind auch schlimm. Sollen wir nun um den Erdball rasen und mal hier, mal da Diktatoren demokratisieren? Sollen wir vielleicht eine Reihenfolge festlegen? Warum sollte Saddam da an erster Stelle stehen? Und und und.
Vorallem, was ändert das daran das sich die Amerikaner in diesem Krieg unglaublich dämlich angestellt und dabei in 7 Jahren mehr Zivilisten auf dem Gewissen haben als Saddam jemals im selben Zeitraum geschafft hätte, ohne sagen wir einen weiteren Krieg mit dem Iran anzufangen?
“Und das Recht, Menschen nicht zu helfen, ist unterlassene Hilfeleistung.”
So sieht die echte Politik aus.
“Saddam hätte schon 1991 gestürzt werden sollen.”
Saddam wurde aus verschiedenen Gründen 1991 nicht gestürzt.
Das größte Problem war, keiner wußte was danach passieren würde.
Es ist sogar möglich, daß die Lage (damals) noch schlimmer wäre als heute.
Lasse uns auch nicht vergessen, daß der Zustand und die Kampfkraft der irakischen Armee 1991, viel besser und höher war als im März 2003.
Die Verlußte der Amerikaner (damit meine ich, an erster Stelle, menschliche Verlußte, sprich: Soldaten) wären bestimmt wesentlich höher gewesen als davor im Kuwait.
Der amerikanische Wähler hätte bestimmt dem Bush-Papa die Glocken abgebissen, wenn die Verlußte zu hoch wären.
Die Bush-Dynastie hätte sich auf jeden Fall von der Politik verabschiedet und zwar für immer.
” ……. : warum hasst ihr Iraker ?”
Du tust uns ein bißchen unrecht.
In diesem Forum tut das bestimmt keiner.
… Respekt davor, dass Sie sich um ihr Land, um ihre Heimat sorgen ! Ihr Glaube jedoch, dass die Bush-Cheney-Bliar -Gang
ihr Land vom Diktator befreien und Demokratie und Freiheit und Wohlstand bringen wollte, ist bodenlos naiv oder einfach nur lächerlich-dumm.
Saddam war schlimm, keine Frage. Andere Diktatoren rund um die Welt sind auch schlimm. Sollen wir die jetzt alle demokratisieren? Mal zynisch gefragt: was war das Besondere an Saddam, im Vergleich zu sagen wir den Staatsoberhäuptern von dreiviertel der afrikanischen Staaten?
Wie war das Gerücht doch gleich? Man nannte es erst Operation Iraqi Freedom nachdem man festgestellt hatte das Operation Iraqi Liberation doch ein wenig zu auffällig wäre?
Im übrigen darf bezweifelt werden das weitere 7 Jahre Saddam auch nur einen Bruchteil der zivilen Opfer gefordert hätten, die der Irak”krieg” zustande gebracht hat. Oder einen Bruchteil der neuen Terroristen. Etc.pp.
Na ja, in Halabja hat ja Saddam auch 5.000 Menchen in fünf Minuten vergast. Die Zahlen der Toten in den Aufständen von 91 nach dem Golfkrieg sind ja auch höher als im Golfkrieg selbst, so viel zu Prognosen.
Ich habe auch aus einer irakischen Quelle gelesen, dass unter Saddam durchschnittlich 150 politische Gefangene jeden Tag ermordet worden. Kann ja mal einer hochrechnen und dann abwägen.
Wer Sarazin für seine Prognosen kritisiert (zu Recht), sollte vielleicht selbst zurückhaltend sein. Der Irak kannte viele Gewaltherrscher, aber sogar Saddam toppt das noch. So viel zu “gibt ja viele diktatoren auf der welt” – Ausrede, (nur unter diesem litten die Iraker und nicht alle anderen auf der Welt).
Und zum Terrorismus kann man da nur sagen, dass die Hemmschwelle für Gewalt im Orient in den letzten hundert Jahren gesunken ist, was auch mit der Militarisierung der Politik dort zu tun hat.
Aber interesiert ja nicht, Hauptsache man behält sein manichäisches Weltbild: Bush’s Krieg war böse, und vorher war alles Friede, Freude Eierkuchen.
Und was das mit Hass auf Iraker zu tun hat ? Es ist wirklich bedauerlich, dass man glaubt, dass Saddam zu behalten, eine wirkliche Alternative für den Irak wäre.
Ach ja, ein Grund für die Zustände heute, ist auch aufgrund des Nichteingreifens der USA in 1991 zurückzuführen. Saddam war schon damals politisch tot, die Jahre danach lebte der Irak mit dieser politischen Leiche im Haus. Wie sehen ein Haus und dessen Bewohner aus, wenn diese mit einer Leiche zusammenleben mussten ?
P.S. Muqtada as-Sadr gilt im Irak als Witz. Noch so ein Beispiel, wie falsch man die Länder des Orients einschätzt.
Nicht mal in Stalins Sowjetunion wurden pro Tag 150 politische Gefangene ermordet (bzw. hingerichtet).
Wie heißt denn diese irakische Quelle, die solchen Schund verbreitet ?
´Nur weil das Ihnen nicht gefällt, ist das kein Schund.
Die Quelel war eine irakische Menschenrechtsorganisation in Baghdad. Ich habe das in einem Bericht eines irak. Kanals 2005 / 2006 gesehen. Das war eine realistische Einschätzung eines Mitarbeiters. Na ja, eine Liste mit 20 Namen von Leuten, die dem Tode geweiht sind, eine Akte mit 10, 15 Blättern, die solche Listen hat, dann ein Schrank mit Akten voller Listen,. Das käme schon hin.
Wieviele sind denn in Stalin’s Lagern gestorben ? Woher die Gewißheit ?
Im übrigen zeigt diese Leichenzählerei, dass hier keine wirkliche Alternative zu Saddam präsentiert wird. Schade Linke !
(hier noch ein paar snuff videos für alle saddam fans: http://www.facebook.com/pages/Saddam-Hussein-Crimes-against-Humanity-/10150098614280648; wenn ich daran denke, dass wir in diesem Horrorfilmen, kommt mir ja das K…)
hat der Iraker nicht recht, sich von allen gehasst und verfolgt zu fühlen ?
http://archive.frontpagemag.com/readArticle.aspx?ARTID=10042
Also knapp 100.000 tote Zivilisten, ein vielfaches an Verletzten und 4500 tote Amerikaner – da hätte selbst ein ausgewiesener Mörder wie Saddam vermutlich länger als sieben Jahre gebraucht. Das ist alles was ihnen diverse Leute zu erklären versuchen.
Ansonsten sollten sie sich mit Vermutungen um meine Einschätzung der Sache etwas weniger spekulativ zeigen. Grundsätzlich hab ich nämlich nix dagegen Diktatoren notfalls(<–ganz, ganz wichtiges Wort) mit militärischen Mitteln abzusetzen. Aber wenn, dann doch bitte mit einem vernünftigen Plan wie das geschieht, was danach mit dem Land passiert und vorallem mit einer Begründung welche nicht von vorne bis hinten erlogen ist.
Womit wir auch bei der Crux militärischen Eingreifens dieser Art wären. Wenn man das angeblich nur nach moralischen Gesichtspunkten sieht (und Diplomatie offenbar versagt), dann muß man die "Demokratisierung" auf die ganze Welt ausbreiten, da gibts nämlich noch so einige andere Diktatoren, die auch furchtbar schlimm sind. Nur einen davon rauspicken geht nicht. Wollen sie dann, meinetwegen den Nordkoreanern, sagen: "ja mei, der Saddam ging schon noch, aber bei Kim-Jong können wir leider nicht helfen"?
PS: Bonusfrage: Meinen sie nicht man hätte Saddam auch stürzen können ohne vorgeschobe, nichtexistente WMDs? Ohne das man einfach mal so mit ein paar “Willigen” losmarschiert und die restlichen Verbündeten ignoriert?
Ohne das man völlig planlos und möglichst fix einmarschiert, nur damit Bush jr. seine Rache bekommt?
Meinen sie nicht man hätte Saddam auch stürzen können ohne vorgeschobe, nichtexistente WMDs? Ohne das man einfach mal so mit ein paar “Willigen” losmarschiert und die restlichen Verbündeten ignoriert?
Ohne das man völlig planlos und möglichst fix einmarschiert, nur damit Bush jr. seine Rache bekommt?
Na ja, Saddam hatte ja eine Reihe von Politikern gekauft, von Haider bis ganz links, siehe Oil for food scandal. das nur nebenbei.
Im übrigen, hätte sich der Westen, die Linke oder Ihr interessiert oder wärt ihr dafür, wenn man von anfang gesagt hätte, dass es darum geht saddam zu stürzen ?
wahrscheinlich nicht. als im Irak 91 die Aufstände losbrachen, waren die Friedensdemonstranten schon längst wieder zuhause (Mission accomplished). Solange regime change keine Option für die Kriegsgegner war, sollten diese aufhören,, von Atlernativen zu sprechen. und Nein: Saddam zu behalten ist keine Alternative. Im übrigen wenn Bush so blöd ist, dass man das dem nicht hätte alleine machen lassen können (so mit Krieg, Wiederaufbau und etc.), hätte es die EU, Schröder, Saddam Chirac es mit nation building nicht besser machen können, warum haben sie sich nicht eingesetzt ? Weil Europa mit Saddam leben konnte.
Ach ja, WMD, diese Resolutionen sollten nur dafür sorgen, dass Saddam seine Nachbarn angreift. Das galt nicht, wenn Saddam in die Flüsse Fässer voller Thalium reingeworfen hätte. Weil Souvernität hieß: Saddam, du darfst keine Kuwaitis kratzen, aber Iraker metzeln. Die WMD im Irak hieß Saddam.
… ich respektiere Ihre Sorge um die Heimat und die Zustände dort während der Diktatur unter Saddam Hussein.
Ihr Glaube jedoch, dass die Bush-Bliar-Koalition ihrem Land Frieden und Demokratie bringen und vom Diktator befreien wollte,
ist naiv oder schlichtweg lächerlich – suchen Sie sich eine der Möglichkeiten aus !
@ Sie
Auch ich sage, wenn die Amerikaner Demokratie hätten einführen sollen, dann hätten sie ein anderes Demos (=Volk) mitnehmen soll. Demokratie erwächst aus dem Volk, d.h. aber nicht, dass Saddam ein Meilenstein der demokratischen Entwicklung ist. Da war der Irak schon vor 1958 weiter, mit einem halbwegs funktionierenden Parlament und der ICP, auch wenn kommunistisch, so doch wenigtens modern, mit einem Anspruch wie ihn hier Volksparteien haben.
Zum Frieden: In dieser unfriedlichen Region braucht es mehrere zum Frieden. Wieso reden Sie nicht mal die Terroristen an, warum sie Iraker köpfen ? Ach so, den Amerikaner kann man das anlasten, aber der Abschaum, der seine Hand am kalten Messerstahl hält, der ist per se unschuldig und nicht zur Verantwortung zu ziehen . Dass die Amerikaner Frieden bringen würden, habe ich nie erwartet, denn der Grund für den Unfrieden fiel mit Saddam weg. Dass aber die arabisch-islamische Welt ihren Abschaum auf den Irak regnen lässt, um Unschuldige zu ermorden. Das hätte ich nicht gedacht. Und ach ja, Saddam war nie sekulär, noch so ein Märchen aus 1001 nacht.
Und Ihr Glaube, dass unter Saddam alles Friede, Freude, Eierkuchen war, und Saddam Schröder wirklich um die Iraker 2002 auf dem Görlitzer Marktplatz war , ist auch naiv oder abwegig – Suchen Sie sich etwas aus ?
Hier noch drei Worte irakisch für sie. hese aku amal. Das heißt. Jetzt (post-saddam) gibt es Hoffnung. Ein Spruch im Irak der letzten Jahre. Soviel zur Fremd- und Eigenwahrnehmung von Problemen, die aber nur die Iraker betreffen. Iraker haben es sich nicht ausgesucht, das Pin-Up Girl für linke Anti-Imperalisten zu sein.
P.S. wenn Sie ein Problem mit den USA und Bush haben, dann ist das ihr Problem und das ist auch in Ordnung, nur lassen Sie den Irak raus.
…
ich denke, dass “iraker” ein SPIEGEL/SPON/BILD-Leser ist -> Diskussion zwecklos.
ich denke, dass “iraker” ein SPIEGEL/SPON/BILD-Leser ist -> Diskussion zwecklos.
ganz bestimmt nicht, der spiegel ist doch genauso anti krieg wie du. Wenn ich an die unseligen Berichte von Bernhard Zand denke, der denkt Saddam war so eine Art arabischer Alcapone.
ne, ne, es ist ganz einfacht: “Iraker” ist Iraker und sieht die Sachen aus der irakischen Perspektive. Für “Iraker” ist Irak kein anti-imperalistisches Pin-Up Girl.
Wie kam der olle Saddi nochmals an die Macht? Ich hab seit vorgestern mein Geschichtsbuch der Nachbarin verliehen, magst mir nicht auf die Sprünge helfen…?
Ja dann sag uns das mal, wie kam saddam an die macht ?
@ iraker
“Nur weil das Ihnen nicht gefällt, ist das kein Schund.”
Es geht nicht darum, ob es mir gefällt oder nicht.
Diese Zahl klingt für mich unrealistisch.
Versuche es mal zusammenzurechnen, wie viele es im Monat wären.
Bei solcher Zahl wären die Amis die Ersten, die einen Mega-Aufschrei gemacht hätten.
Von solchen Zahlen hat aber keiner (bis heute) was gehört.
“Die Quelel war eine irakische Menschenrechtsorganisation in Bagdad.”
Bist Du der einzige hier, der es nicht weiß, für wen die meisten “Menschenrechtsorganisationen” arbeiten ?
Ich möchte Dir einfach empfehlen (in der Zukunft), nicht alles zu glauben, was all diese “Menschenrechtsorganisationen” so behaupten.
Es passiert nicht das erste Mal, daß die “M.-Organisationen” mit irgendwelchen Zahlen manipulieren.
Versuche mich bitte zu verstehen: Ich bin auch Deiner Meinung, daß Saddam ein Blutsauger und eine Ausgeburt der Hölle war, aber ich kenne viel zu gut die Geschichte der Sowjetunion und Nazi-Deutschlands, um Deinen Zahlen keinen Glauben zu schenken.
“Wieviele sind denn in Stalin`s Lagern gestorben ?”
Über 1Million (ca.)
PS. Ich habe irgendwie das blöde Gefühl, daß wir uns hier mißverstehen.
Meinst Du 150 Menschen, die (pro Tag) hingerichtet wurden oder die, die im Gefängnis bzw. Lager (insbesondere, nach Deiner Frage im Bezug auf Stalin) starben ?
Es sind, nämlich, zwei verschiedene Sachen.
Ich bin Iraker, ich kenne die Geschichten, wer wegen was es mit der Geheimpolizei zu tun hatte. Ca. 30 Prozent der männlichen Bevölkerung stand bei Saddam unter Staatsdienst, d.h. die regelmäßige Denunziation Anderer gehörte zum eigenen Überleben.
150 Leute pro Tag, jede kleinere Stadt hatte so ein Gefängnis und in jedem Gefängnis wurde mindestens einmal am Tag gestorben. Bei verschiedenen Geheimdiensten, Staatsgeheimdienst, Parteigeheimdienst, militärischer Geheimdienst etc. Ach ja, bei Saddam konnten sogar Kinder verhaftet, gefoltert und und hingerichtet werden. Damit klar ist, dass unter Saddam nur Unschuldige ermordet worden sind.
Ich habe mit mehreren Irakern über diese Zahlen gesprochen, die hielten sie noch für untertrieben !!!
Im Übrigen hat Saddam Stalin (siehe Schnurrbart) angehimmelt, wäre für mich kein Wunder, wenn Saddam das noch toppen würde (als Ansporn). Saddam ließ es sich sogar in den Siebzigern nicht nehmen, auf einer Reise in die UdSSR auch Georgien und Stalin’s Geburtshaus zu besichtigen.
Und die Angelegenheit, jede Menschenrechtsorganisation als “Kongress für kulturelle Freiheit” anzusehen, hinter dem Uncle Sam (oder CIA) steht, ist ein wenig billig. Das waren keine exil-iraker (wie ich), sondern Leute, die unter Saddam gelebt haben. Aber das sind ja bekannte Denkmuster: hören die Arguemente, kommen die Denunziationen auf.
Es ist schon schade, dass die Leser hier und anderswo sich erst mit dem Irak beschäftigten, als Bush jr. erst dieses Wort in den Mund nahm.
“Wer von Saddam’s Verbrechen nicht reden will, soll von Bush’s Krieg schweigen.”
@ iraker 04.09.10 13:09
OK, OK, OK, ich glaube Dir.
Ich habe einfach keinen Grund Dir nicht zu glauben.
Was die Saddams Bewunderung zu Stalin angeht.
Saddam hätte ihn nie getoppt.
Um Stalin zu toppen, hätte Saddam dann das Intellekt von Stalin besitzen müssen, aber genau das hatte er nicht.
Nicht mal annähernd.
Ich habe auch schon gehört, daß Saddam sich für so eine Art, Schüler Stalins gehalten hat.
Na ja, er war offensichtlich ein sehr schlechter Schüler, wenn er sich, von den Amis, so bescheißen lies.
was wird das denn? Stalin ist aber der coolere Diktator?!
mann, mann
@ Brixius 04.09.10 16:25
“Stalin ist aber der coolere Diktator?!”
Nein, nicht coolere, sondern klugere, um die Welten, klugere.
Es stimmt ja, dass es enge personelle und wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Bushregierung und Unternehmen gab, die vom Krieg profitierten (Cheney war bis 200 Vizepräsident von Haliburton…). Einige scheinen dem eine hohe Bedeutung für die Kriegsentscheidung beizumessen. Mir scheint diese Sichtweise ziemlich beschränkt.
Der SF schreibt von ideologischem Krieg. Das trifft es auch nicht ganz.
Die Kriegsgründe muss man eher in einer Dynamik suchen, die der des Faschismus ähnlich ist.
Meines Wissens hat das noch keiner genau untersucht. Wäre aber wichtig. Die Gefahren, die von den Geschäftsinteressen der Söldnerlobby ausgehen, sind offensichtlich. Aber was macht der prärogative Staat aus neocon think-tanks und unkontrollierten Teilen der Verwaltung eigentlich jetzt? Gibt ja keinen politischen Willen, den zu beschneiden.
Das Beängstigende ist doch: wenn ein Land, das Massenvernichtungswaffen besitzt, schon vor der Krise gegen alle wirtschaftliche und strategische Vernunft Amok lief… was machen die dann eigentlich nach 10 Jahren Stagnation und Massenarbeitslosigkeit?
Die einzigen messbaren Gewinne an diesem Krieg, sind den wirtschaftlichen Verflechtungen zugekommen. Ist es da “beschränkt”, einen Zusammenhang zu vermuten?
Die Theorie von den “Amokläufern” finde ich viel eher weit hergeholt.
Diese beschränkte Sichtweise teilt mittlerweile selbst die konservative Wirtschaftspresse à la Wall Street Journal & Co., nachdem wohl erkannt wurde, wohin dieser Weg führte.
das ist mal wieder typisch jens berger. da werden einfach mal die zahlen vom mainstream, bzgl. der todesopfer, übernommen, wohlwissend, dass es wesentlich mehr sind. na wikiblödia nennt ja ähnliche zahlen aber gut, bleiben wir mal lieber ein wenig mainstream-angelehnt, damit uns einige leser nicht abhauen, bzw., doch noch mal ein blättchen (spiegel? *rofl*) mit ein wenig zaster winkt, weil man nicht gleich ganz so garstig schreibt ;-)
die einen sprechen von mehr als eine million toten, die aggressoren natürlich von fast gar keinen opfern..hehe. letztlich haben beide seiten nicht so das interesse, die wirklichen zahlen wissen zu wollen. ich denke die wahrheit dürfte in der mitte liegen. so um die 600.000-700.000 gesamtopfern. letztlich ist ein toter schon zu viel. aber auch dass scheint niemanden zu stören, denn niemand fordert drastische strafen.
von den früheren opfern – grade kinder, während der früheren sanktionen, wurde von der uno im jahre 2000 folgendes veröffentlicht: UNO-Bericht: Irak-Sanktionen verstoßen gegen humanitäres Völkerrecht
1,5 Millionen Tote zu verantworten. – will ich erst gar nicht anfangen.
und den satz finde ich auch mit am besten:
soso… wieder das wort “VT” also ja? dinge wie siegeszug von cola, exxon usw waren damals VT’s . denn damals waren alle überzeugt von den angeblichen MW. und saddam war ja…und ach gottchen…so ein diktator (den die amis selber zur macht verhalfen als er ihnen noch wohlgesonnen war). jeder der früher behauptete, dass der irak ein rein geostrategisch-und wirtschaftlicher krieg war, und sich dagegen wehrte, als dann noch geblubbert wurde, dass ein saddam angeblich mit der “Bush-Kaida” zusammenarbeitete, weil man verdammt nochmal da rein wollte, der wurde als VT’ler abgestempelt. hier sei auch noch mal an den vorfall erinnert, wie im zweiten golfkrieg eine bezahlte PR-Aktion die stimmung in der bevölkerung drehen sollte, den krieg doch noch hinzubekommen. ein mädchen namens “Nayirah” erzählte da nämlich öffentlich etwas von irakern, die angeblich babys aus den brutkästen schmeissen. letztlich stellte sich heraus, dass dieses 15 jährige mädchen, welches diese aussage tätigte, in wirklichkeit die tochter des damaligen kuwaitischen botschafters in den USA, “Saud Nasir al-Sabah” war und mit richtigem Namen „Nijirah al-Sabah„ heisst. und schwupps, da war die stimmung in der bevölkerung eindeutig…(wir müssen da krieg führen)
war ja auch alles verschwörung oder?
lieber jens, bleibe doch einfach bei deinen leisten. deine themen sind politik und ein wenig wirtschaft (ausser geldsystem, denn da bist du nur ein klassischer mainstream-bwl’er) :-)
der rest, wie kriege, geheimdienste und co, ist irgendwie nix für dich.
@spiegelfechter
Die amerikanischen Neokonservativen haben nie die Gründe für den Angriffskrieg der USA gegen Irak in „Massenvernichtungswaffen“ gesehen, auch nie in der Terrorherrschaft Saddam Husseins, auch nie im irakischen Öl. Richard Perle schrieb am 22. März 2003 unter dem Titel „United They Fall“, „Saddams Terrorherrschaft“ … werde „nicht allein fallen, sondern auch die Vereinten Nationen mit zu Fall bringen. Es werde nicht die gesamte UNO, aber die Vorstellung der UN als das Fundament der „Neuen Weltordnung“ sterben“ („he will take the United Nations down with him. Well, not the whole United Nations. The ‘good works’ part will survive, the low-risk peace-keeping bureaucracies will remain, the looming chatterbox on the Hudson will continue to bleat. What will die in Iraq is the fantasy of the United Nations as the foundation of a new world order.”) So gesehen ist der Irak-Krieg für Handpuppen wie Obama ein großer Erfolg.
Der Angriffskrieg gegen Irak sollte die zivilisierte Idee des Völkerrechts zerstören, damit die „Neue Weltordnung“ auf dem Fundament der kastrierten UNO errichtet werden könnte. Um dieses Fundaments des Völkerrechts nachhaltig und möglichst für die kommende neue Nazi-Barbarei zu zerstören, wurden große Teile des Irak für Millionen Jahre durch viele Tonnen Uranmunition radioaktiv verseucht, alle künftig in Irak lebenden Menschen, Tiere und Pflanzen für tausende künftiger Generationen dem höchsten Risiko genetischer Missbildungen ausgesetzt! Dieser hochverbrecherische Biozid übersteigt noch das ultimative Verbrechen, dass über 1 Millionen Zivilisten im Chaos des Nachkrieges ihr Leben verloren. Vier Millionen Iraker wurden seit 2003 gewaltsam aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben, wurden entweder ins Exil gezwungen oder sind Flüchtlinge im eigenen Land. Jede Institution und jeder wesentliche Bestandteil der gesellschaftlichen Infrastruktur des Irak wurde von der US-Invasion der Barbarenhorden zerstört, die einen terroristischen Soziozid gegen den Irak entfesselt, den Mord an einer ganzen Gesellschaft, einen Vernichtungskrieg wie Hitlers und Himmlers Nazi-Barbarenhorden in Rußland und Polen.
Die Rede der bezahlten Handpuppe Obama ist nichts weiter als feiges Kriechen vor dem Pentagon, einer von psychopathischen Militärs beherrschten Bananenrepublik mit kollektivem Gedächtnisschwund. Kein Wort darüber, dass Obamas Vor-Handlanger Bush einen Vernichtungskrieg führte, der nach internationalem Recht illegal ist, weswegen die komplette Mischpoke, Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleezza Rice wie die damaligen Nazis in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen vor den Internationalen Gerichtshof gestellt müssen (was ja nicht mehr geht).
Wenn Obama in seiner abgefuckten Rede noch Sätze ablassen kann wie: “Die Größe unserer Demokratie besteht in unserer Fähigkeit, unsere Gegensätze zu überwinden, aus unseren Erfahrungen zu lernen und die vor uns liegenden Herausforderungen (Terrorkriege???) in Angriff zu nehmen“, dann beweist das, dass den Amerikanern wirklich der allerletzte Rest Brain rausgewaschen wurde. Es ist unfaßbar: Die US-Regierung haut Milliarden Dollar für Terrorkriege und Milliarden Dollar für die Rettung der Wall Street-Banken raus, während Millionen Amerikanern ihre Jobs und ihre Häuser geklaut werden und ihrem Messias gläubig lauschen! Brainwash total!
Auszug, ohne weiteren Kommentar:
…
http://www.chris-floyd.com/articles/1-latest-news/2016-speech-defect-emissions-of-evil-from-the-oval-office.html
Ich erinnere mich, dass wir in der Schule im Geschichtsunterricht mal über den Irakkrieg von Bush Sr. gesprochen haben, und da kam natürlich die Frage auf, wieso die USA (und deren Alliierte) nicht damals bis Baghdad durch marschiert sind und Saddam abgesetzt haben, wenn der doch so böse ist. Worauf mein Geschichtslehrer erwiderte, die USA hätten damals befürchtet, dass der Irak ohne Saddam entweder auseinander fällt, oder dass dann jemand an die Macht kommt, der noch schlimmer ist.
Und siehe da… Okay, es hätte noch schlimmer kommen können, aber dass die Vorstellung, die Rumsfeld, Cheney und Freunde seinerzeit propagierten, dass die USA als Befreier willkommen geheißen würden, und dass der Irak sich praktisch über Nacht in eine blühende Demokratie nach westlichem Muster verwandelt, gelinde gesagt recht naiv war, war schon vor dem Einmarsch recht offensichtlich.
Ich frage mich immer noch, ob die Neocons wirklich so dumm waren, oder ob sie die Entwicklung einfach in Kauf genommen haben, um dem Militärisch-Industriellen Komplex Geld in den Hintern zu pusten.
Hoffentlich hat die Entwicklung im Irak wenigstens zur Folge, dass beim nächsten Mal, wenn ein US-Präsident irgendwo in der Welt “Freiheit” herbei bomben will, die Medien in den USA nicht mehr so bereitwillig auf den Hurra-Patriotismus-Zug aufspringen, aber ich bin da eher skeptisch.
Die Medien werden es wieder tun!
Sie sind Teil der Macht Mafia, für die 99% der Menschheit nichts anderes ist, als Menschenmatrial.
Ein sehr aufschlussreicher Beitrag, sachlich und nüchtern betrachtet, tja die Bilanz dieses Krieges hätte sich die USA sicher anders vorgestellt.
… zwei Kritikpunkte :
a) das mörderische Vorgehen sollte mensch als Massenmord bezeichnen und nicht als ‘bekämpfen’ !
b) … ein in weiten Teilen kritischer Artikel und dann eine so naiv-dumme Frage!
Das passt wohl nicht zusammen.
Die Kriegstreiber – zu denen die Bush-Cheney-Rumsfeld-Gang gehört gewinnen immmmer und sie interessiert der Ausgang eines Krieges oder dessen Bilanz nicht im geringsten … ihr Ziel ist der permanente Krieg und die damit verbundenen Profite und die daraus wieder erwachsende Macht über eine stetig wachsende Zahl von verelendeten Gesellschaften/ Menschen – wer sich bei diesen Aussagen von mir an G.Orwell erinnert fühlt, liegt richtig , denn genau dahin geht m.E. unsere ‘Reise’ !
gut: Hinweis auf die Privatisierung des Krieges !
Dieser Aspekt ist richtig und wichtig, aber es gilt auch:
Kurt Tucholsky alias Ignaz Wrobel, aus Freiheit, 01.08.1922
Daraus folgt, dass jeder Verantwortung für den Frieden hat. In meinen Augen ist es deshalb eine Schande, dass sich außer DIE LINKE im Bundestag keine andere Partei konsequent gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland ausspricht, die im Endeffekt an Teil des von Dir aufgezeigten Wahnsinns sind.
Danke für den Hinweis auf den Text von Tucholsky !
Mein Gott, der Mann hat in dieser von reaktionären Kräften bestimmten Epoche Dinge geschrieben, für die mensch ihn nicht hoch genug schätzen kann. Leider haben er und andere die braune Pest ( und die Machtübergabe an diese) nicht verhindern können. Möge es unserer Generation gelingen, solch erneuten Wahnsinn zu verhindern. (hmm, klingt etwas sehr pathetisch, aber : … ist die weltweite Lage nicht verdammt ernst ?)
Damals war er unser Verbündeter, da wollen wir über solche Kleinigkeiten hinwegsehen. Und sowohl Rummsfällt als auch Thatcher frei jeglicher Verdachtsmomente illegaler Giftgaslieferungen bewahren. Denn schließlich wurden die Fässer alle pünktlich bezahlt.
Hier ein Interview mit John Pilger, finde ich lesenswert
“Die Fahne schwenken, die Tatsachen fälschen ” .
Zitat:” In direkter Konsequenz der Invasion unter angloamerikanischer Führung sind eine Million Iraker getötet worden”
http://www.zmag.de/artikel/die-fahne-schwenken-die-tatsachen-faelschen
Yep,
John Pilger ist einer der Leute, die ich noch nie ertappt habe, dass sie Blödsinn geredet haben.
Man braucht schier eine eigene Schublade für Leute, die immer recht haben.
@groo
John Pilger kriecht NICHT: „Menschen, die die Wahrheit sagen, wie Avi Schlaim, Noam Chomsky, Tanja Reinhart, Neve Gordon, Tom Segev, Uri Avnery, Ilan Pappe und Norman Finkelstein (haben) diese und andere Mythen widerlegt und einen Staat enthüllt, der die humanen Traditionen des Judentums abgestreift hat, dessen unbeugsamer Militarismus die Summe einer expansionistischen, gesetzeswidrigen und rassistischen Ideologie, genannt Zionismus “, ist. Es scheint” schrieb der israelische Historiker Ilan Pappe am 2. Januar, ” dass sogar die abscheulichsten Verbrechen, wie der Genozid in Gaza als ein Akt der Verzweiflung behandelt werden, die mit keinen Geschehnissen der Vergangenheit – geschweige denn mit irgendeiner Ideologie oder irgendeinem System in Verbindung stehen…. Genauso wie die Apartheid-Ideologie die Unterdrückungspolitik der südafrikanischen Regierung erklärte, hat diese Ideologie – in ihrer simpelsten Varietät – allen israelischen Regierungen in der Vergangenheit und in der Gegenwart erlaubt, die Palästinenser zu entmenschlichen, wo immer sie sind, und zu bekämpfen, um sie zu zerstören. Die Mittel dazu änderten sich von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort, genau wie die Schilderungen dieser Abscheulichkeiten. Aber es ist ein klares Muster (des Genozids).”(…)
Indem Falk diese Situation als “Holocaust im Werden” ( schleichender Völkermord) beschrieb, spielte er auf die Errichtung der Ghettos durch die Nazis in Polen an. Einen Monat lang, im Jahr 1943, hatten die gefangenen polnischen Juden unter Führung von Mordechaj Anielewiz die deutsche Armee und die SS bekämpft, aber letztlich wurde ihr Widerstand niedergeschlagen und die Nazis erzwangen ihre letzte Rache. Auch Falk ist Jude. Der “Holocaust im Werden” von heute, der mit Ben Gurions Plan “Dalet” begann, befindet sich in seinem Endstadium. Der Unterschied ist, dass es heutzutage ein gemeinsames Projekt der USA und Israel ist.(…)
Die Lüge des Schweigens zu brechen, ist keine esoterische Abstraktion sondern eine wichtige Verantwortung, die denen zukommt, die das Privileg einer Plattform haben. Mit der eingeschüchterten BBC fürchtet auch der Journalismus, der lediglich eine heftige Debatte in unbeweglichen, unsichtbaren Grenzen zuläßt, den Vorwurf des Antisemitismus. (…)
Wenn die Dinge so sind, werden wir als zivilisierte Gesellschaft schwinden. Was sich heute in Gaza abspielte, ist die Definition unserer Zeit, die entweder Kriegsverbrechern Straffreiheit aufgrund unseres Schweigens gewährt, während wir den eigenen Intellekt und die eigene Moral verdrehen, oder die uns die Macht gibt, uns zu äußern.
http://www.zmag.de/artikel/leugnung-des-holocaust
So isses. Die Neue Yorker Zeit(ung) hat grad einen zum Thema passenden fremdsprachigen Artikel über die umtriebigen Aktivitäten von Blackwater & Co.:
Jäss, wie känn!
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@ Apostata schrieb am 4. September 2010
Grundsätzlich brauchen wir keine Armee mit Wehrpflichtigen, wenn die Kontrolle durch den Bundestag gegeben ist. Es besteht aber die Gefahr, daß eine kleine Berufsarmee von Politikern gegen die eigenen Bürger leichter eingesetzt wird. Es ist zu bedenken, daß eine moderne Armee pro Kämpfer ca. 100 Leute hinter sich benötigt (abhängig vom Einsatzort). Damit wird der Sektor militärische Dienstleistung gefördert und deren Kontrolle ist kaum gegeben.
Außerdem dürfen Berufssoldaten (wie Beamte) nicht so leicht Kritik äußern, da ein Teil der Bezüge/Pensionen/frühe Pensionierung/Abfindungen für`s “Maulhalten” gezahlt wird.
Der passende Film zum Artikel: State of Play.
Etwas hat der Irak-Krieg für die USA schon gebracht:
Sie haben ihre ganzen hightech Kriegsspielzeuge ausprobieren können.
Die Amis hätten statt in den Irak einzumarschieren, drüberfliegen und 100 Tonnen schwedische Pornomagazine abwerfen sollen. Hätten sie dies dort und in Afghanistan getan, wären das heute wesentlich friedlichere Länder.
Über dir hätten sie ne Tonne Humor abwerfen sollen, dann wärste vielleicht etwas lustiger.
also für israel’s Hardliner liefs gut… aipac und co sind hochmotiviert aus dem iran eine ähnliche erfolgstory zu machen…
Was soll man von einem Artikel wie diesem eigentlich halten?
Nein, ich habe mir nicht die Mühe gemacht, durch alle vorigen 40++ Kommenatere zu lesen, wenngleich ich doch mit #8 eingermaßen D’accord gehen würde.
Was mich hier stört ist wie leider recht häufig beim Spiegelfechter, dass es zwar eine Menge an Informationen aber leider praktisch keine belastbaren Quellen dafür gibt.
Wenn Jens z.B. schreibt: “Hinter den Kulissen haben sich die USA und Iran derweil bereits auf al-Maliki als gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Doch diese Rechnung haben sie ohne den Wirt gemacht.” frage ich mich sogleich: Woher weißt Du das? Warst Du mit dabei im Hinterzimmer oder hast Du es nur irgendwo gelesen? Und wenn ja wo, von wem, mit welchen Interesse hat der Urheber diese Information gestreut…
Insofern muss man sich als Leser schon freuen, dass die unselige Verwendung des bestimmten Artikels zumindest beim Eigennamen Iran hier unterbleibt ( schließlich heißt es ja auch nicht DAS Deutschland oder DAS Merkel, obwohl letzteres vermutlich angemessen wäre ). Wenn wir diesen Lernerfolg in Zukunft auch noch auf “DEN” Irak anwenden könnten, wäre immer ein kleiner Fortschritt erreicht.
Ach ja, die letzte Frage des Artikels geht m.E. an den falschen Adressaten
@ Herr Lazaro
Jens (oder ein Anderer) muß sich nicht unbedingt im “Hinterzimmer” verstecken, um zu erfahren, was die Mächtigen dieser Welt bei ihren “Geheimtreffen” besprechen und einschließlich beschließen.
Es verplappert sich immer irgendjemand und dann gelingt die ganze “Geheim”-Information an die Öffentlichkeit.
Ich glaube, Du hast schon was, von sogenannten Analytikern, gehört.
Also, die Analytiker überprüfen diese Information, nach der möglichen Falle, diese Falle heißt Desinformation und wenn das keine DESA (= Desinformatin) ist, dann darf Jens (oder ein Anderer), diese überprüfte Information, übernehmen (bzw. sich bedienen).
Man muß nur vernünftige (die Analytiker müssen erstmal auch überprüft werden. Unter ihnen gibt es bestimmt Desinformanten) Analytiker kennen (nicht unbedingt persönlich).
Es gibt Experten-Analytiker für Iran, Russland, China etc., na ja, ich glaube Du weißt es schon ohne meine Wenigkeit.
Übrigens, die Geheimdienste beziehen (manchmal) bis zu 90% der Informationen, aus, für alle Welt, zugänglichen, öffentlichen Quellen.
PS. Jens hat bestimmt immer jemanden im Hinterzimmer :-)
ach nur so nebenbei, der bundesgrenzschutz, heute bundespolizei hat wie schon seit jahrzehnten da auch ganz stark seine finger mit drin…