Bildung und Integration
geschrieben am 07. September 2010 von Spiegelfechter
ein Gastbeitrag von Detlef Reimers
Das Thema Bildung ist für die Bürger unseres Landes ein Dauerbrenner, denn eine gute Schulund Berufsausbildung wird zu Recht als Voraussetzung für ein gutes Leben der jungen Generation angesehen. Die Politik übt sich hingegen lediglich in vollmündigen Ankündigungen und Erklärungen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber für die bundesdeutsche Bildungslandschaft ein heilloser Bildungsflickenteppich. Durch den zwischen Bund und Ländern beschlossenen veränderten Finanzausgleich hat sich die Bundesregierung weitgehend aus der Bildungspolitik zurückgezogen. Vor diesem Hintergrund agiert die jetzige Bildungsministerin Schavan mehr oder weniger erratisch, in den wesentlichen Fragen aber zumindest nicht im Interesse der Mehrheit der betroffenen jungen Generation. Die Länder veranstalten weiterhin ihr Bildungsränkespiel um Macht und Geld, wobei hier das gleiche Parteibuch nicht gleichzusetzen ist mit gleichen Bildungszielen.
Elitenförderung statt Allgemeinbildung
Fast alle Projekte laufen auf eine klare Elitenförderung und einer seit über zwei Jahrzehnten systematischen Vernachlässigung der allgemeinbildenden Schulen hinaus. In allen Bundesländern gibt es eine immerwährende Konstante, die Schulen werden entsprechend ihrer Bismarckschen Hierarchie mit Geldern versorgt, was letztlich systematisch zum Aussterben der Hauptschulen führen musste. Gleichzeitig sind die klassischen Hauptschüler selbst aber nicht ausgestorben, nur fallen sie unter den neuen Bedingungen genauso unter den Tisch wie die in die Gymnasien strömenden klassischen Realschüler. In beiden Fällen sind hohe Durchfallsraten vorprogrammiert. Dies ist bildungstechnisch das berühmte Spiel “Reise nach Jerusalem”, den letzten beissen die Hunde.
Der verständliche elterliche Wunsch nach höherer Bildung ihrer Kinder trifft auf ein unter massivem Geldmangel, schlechter werdender Lehrerversorgung und völlig ziellosen, wie endlosen Abfolgen von fragwürdigen Bildungsversuchen ächzendes Schulsystem. Die konservativen Bundesländer lehnen auch nach 30 Jahren immer noch eine allgemeine Gesamtschule ab, anders als alle ihre Parteifreunde im europäischen Ausland. Nirgendwo ist Bildungspolitik so sehr Ausdruck ideologischer Verbohrtheit und Grabenkämpfe wie in Deutschland.
Seit Jahren werden Schulen nur mangelhaft renoviert, in den ländlichen Gebieten werden weiterhin Dorfschulen geschlossen und die Schüler mit Bussen schon in frühem Alter z.T. 20 Kilometer in die nächste Dörfergemeinschaftsschule gefahren. In den Städten hat derselbe Prozess stattgefunden, ortsgebundene Schulen wurden ersetzt durch immer größer werdende Monsterschulen, Eltern fahren ihre Kinder häufig dorthin, die alten Schulen werden geschlossen.
Die Wurzeln der Bildungskatastrophe
Diese Entwicklungen haben ihre Entsprechungen in der fortlaufend weitergeführten Zentralisierung aller Verwaltungsstrukturen, auf Kreisebene, Länderebene und auf Bundesebene. Das bis heute ungebremste Anwachsen vieler behördlicher Strukturen, gerade auch im Bildungsbereich setzte fast genau zu der Zeit ein, als die Politik sich nach den Siebziger Jahren der Bildungsreformen immer deutlicher an den Maßgaben der Wirtschaft orientierte und danach die Mängelerscheinungen wie zu grosse Klassen, zuwenig Förderung, Rücknahme von Bildungszugängen über den zweiten Bildungsweg, Einführung des Numerus Klausus, Kappung des Bafögs u.ä. immer mehr zu Tage traten. Dies ist bis heute so geblieben, ja vieles hat sich durch Ansammlung fundamentaler Probleme potenziert. So ist heute Bildungspolitik in weiten Teilen zu einer besseren Mängelverwaltung mit erhöhtem Bürokratieaufwand verkommen. Bis auf wenige Bildungspolitiker, die meist nicht lange ihr Amt behielten, haben die meisten sich reibungs- und profillos in diesen Apparat eingefügt.

Die dann im Rahmen der Pisatests einsetzende Evaluationswut schuf weitere Verwaltungsstellen, Forschungsinstitute und Einrichtungen, die ihrerseits allesamt nicht an Lösungen, sondern an Messungen und zufliessenden Geldern interessiert waren. Der Messwahn macht auch innerhalb der Bildungseinrichtungen und zwischen ihnen keinen Halt, er wächst und gedeiht munter weiter, ohne dass Wesentliches angepackt und zum Besseren verändert wird, man misst dies aber besser.
Wie widersprüchlich und planlos diese länderorientierte Bildungspolitik in Zeiten der sogenannten Flexibilisierung der Arbeitsplätze und der eingeforderten Mobilität der Bürger ist, zeigen mittlerweile nicht enden wollende Beschwerden von Bürgern, die mit wechselnden Arbeitsplätzen durch Umzug Ländergrenzen überschreiten und ihre Kinder umschulen mussten. Viele berichten anhand geradezu grotesker Beispiele, mit welchen Problemen sie und ihre Kinder konfrontiert werden.
Einwanderer strömen in die Schulen
Während all dieser Entwicklungen hat sich aber gleichzeitig ein weiteres Problem immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geschoben, das deutlich zu Tage tretende Zurückbleiben der Kinder aus Einwanderfamilien und hier insbesondere bei den türkischen Familien. Über Jahrzehnte wurde von Politikern schlicht negiert, dass wir das klassische Einwanderungsland im Herzen Europas sind. Man hat zu Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs billige Arbeitskräfte ins Land gelockt aus europäischen Ländern und der Türkei, mit der Maßgabe, dass sie nach Jahren getaner Arbeit doch bitte wieder ins Herkunftsland zurückgehen mögen, da man sie nicht mehr brauche. Wie wir alle wissen, haben es sich die meisten aber anderes überlegt.
Mittlerweile in der zweiten Generation hier lebend, kamen zu Zeiten der Auflösung des sozialistischen Staatenblocks über zwei Millionen, häufig besser ausgebildete, Russlanddeutsche ins Land – zusätzlich zu den vielen Einwanderern aus dem osteuropäischen Raum. Bundeskanzler Kohl konnte damit weitere Wahlen gewinnen, so wie es Adenauer in den 50er Jahren ihm schon mit den Kriegsgefangenen vorgemacht hat. Die heutigen türkischen Jugendlichen kommen aus Familien, die meist in der dritten Generation hier leben.
Deutschland gegen den Rest der Welt
Das Entstehen von Ausländerbezirken und die offizielle Ablehnung einer Steuerung der Einwanderung nach Bildungs- und sozialen Kriterien war noch in den 90er Jahren Teil der offiziellen Politik, wie Christoph Butterwegge es schon 1993 in seinem Buch “Europa gegen den Rest der Welt” feststellte:
Überdies ergibt sich aus dem wachsenden Drang der deutschen Schüler zum Gymnasium bzw. Studium, daß sich immer weniger Deutsche zu Handwerkern oder Facharbeitern ausbilden lassen wollen. So ist ein Mangel an Nachwuchskräften in diesen Bereichen vorhersehbar. Eine gezielte Zuwanderung von Ausländern liegt daher im allgemeinen Interesse. Doch muß dabei dem Wunsch der Arbeitgeber widerstanden werden, nur bereits ausgebildete Kräfte hereinzulassen, denn das würde die Entwicklungsländer geradezu der Menschen berauben, die sie für das Funktionieren und die Fortentwicklung ihrer Wirtschaft brauchen. Vielmehr sollte die vorhandene Ausbildungskapazität in Deutschland genutzt werden, um junge ausbildungswillige und -fähige Männer und Frauen aus der dritten Welt beruflich zu qualifizieren und ihnen dann freizustellen, ob sie hierbleiben oder mit ihren hinzugewonnenen Fähigkeiten nach Hause zurückkehren wollen.
Liselotte Funke (damals stellvertr. SPD-Vorsitzende) aus dem Vorwort
Nun einige der Kernaussagen Butterweges:
Vorteile für Industrieländer:
1. Defizite an Arbeitskräften werden dort, wo sie bestehen, ausgeglichen (“billiges Reservepotential”).
2. Im Aufnahmeland werden Arbeits- und Sozialversicherungseinkommen erzielt.
und weiter unter Berufung auf Hans Dietrich von Loeffelholz:
Jedenfalls für die BRD, wahrscheinlich aber auch für andere westliche/nördliche Aufnahme-Industriestaaten gilt, daß Ausländer (…) auf dem Wege über ihre Beteiligung am Erwerbsprozeß zum wirtschaftlichen Wohlstand im Inland beitragen: zum Volkseinkommen, zur Rentenversicherung, durch Überschuß von Steuer- und Abgaben-Einnahmen gegenüber in Anspruch genommenen Leistungen, Einsparungen bei der Ausbildung von Humankapital u.a.m. (…)
Darüber hinaus blieben die Ungleichheiten im Prozeß der Einwanderung im wesentlichen – wenn auch im Laufe der Jahre modifiziert – bestehen und betreffen so nicht nur die erste, sondern auch die folgenden Generationen der Einwanderer. Und schließlich ist dieser Sachverhalt nicht (in erster Linie) durch sog. subjektive Defizite der Betroffenen verursacht, also im Prinzip selbst verschuldet, sondern vor allem auf Phänomene und Prozesse sozialer Diskriminierung zurückzuführen.
Im Kontext der Ansiedelungspolitik schreibt er:
Zur Umsetzung dieser Zielsetzung können zunächst Maßnahmen beitragen, die eine plurale
und kluturautonome Integration der Einwanderungsminderheiten fördern. In dieser Hinsicht sind die gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge von Bedeutung, die im Prozess der Immigration von und zwischen den jeweiligen Immigranten(gruppen) entwickelt werden. Sog. Einwanderungskolonien erleichtern (zumindest unter bestimmten Voraussetzungen) den Betroffenen eine aktive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Lebensbedingungen und die Entwicklung von “Mischkulturen” bzw. “Zwischenwelten” und tragen so dazu bei, Prozesse der Identitätsbildung, der Integration und der Handlungsorientierung zu fördern. Hierzu ist es allerdings erforderlich, daß die verschiedenen Ausprägungen der Einwanderungskolonien von denpolitischen, sozialen und kulturellen Institutionen der Aufnahmeländer anerkannt sowie materiell und ideell unterstützt werden.
Ich habe diese Passagen hier angefügt, um die damals geltenden Paradigmen darzustellen, die im wesentlichen auch die Ära Schröder bestimmten und bis heute in weiten Teilen der Politik wirkmächtig sind. Sie sagen viel aus über die Ziele und die eigentlichen Triebkräfte hinter der so glorreich dargestellten Ausländerpolitik. Viele Einschätzungen haben sich schlichtweg als falsch erwiesen und die Richtungsentscheidungen bezüglich der Ansiedelung ist ebenfalls eine der großen Ursachen für die augenblickliche Problemlage. Auch heute noch ist Butterwege ein soziologischer Ankerman mit großem Wirkungsfeld (siehe aktuell Klimapolitik). Zusätzlich sind kulturelle Komponenten damals sträflich ausgeklammert worden.

Geht´s noch?
Die nur zaghafte Abkehr und Neuorientierung der Politik, aber auch der beruflich Involvierten wie Lehrer, Sozialarbeiter und viele mehr bildet den Kern der heutigen Auseinandersetzung. Anette Schavan redet wiederum fast ausschließlich von einer sich entwickelnden Zuwanderermittelschicht und von ebenfalls sich entwickelten Eliten, also das gewohnte. Auf die Problemkinder wird im Nachsatz mit erhobenem Zeigerfinger die Bereitschaft zum Erlernen der deutschen Sprache angemahnt und Integrationswillen eingefordert, das war’s dann schon. Herr Wowereit ist gerade eigenfüssig durch Kreuzberg gegangen, um sich “ein Bild zu machen” und “hat mit den Menschen dort gesprochen”. Was soll man dazu jetzt eigentlich sagen, im Neudeutsch villeicht: Merkbefreiung oder: Geht’s noch?
Die Kernaussagen des aktuell vehementesten Kritikers Sarrazin sind, dass die Zugewanderten (auch durch die sehr hohe Zahl der Familienzusammenführungen) den Staat deutlich stärker und dauerhaft belasten, anstatt sie zu entlasten, dass aufgrund kultureller Besonderheiten muslimischer Einwanderer die Probleme wie Kriminalität und Arbeitslosigkeit hier besonders krass hervorstechen und dass es hier einen verbreiteten Unwillen zur Integration in die deutsche Gesellschaft gäbe. Dies ganze wird noch bristanter, weil die Weltmacht USA (und auch Deutschland) einen dauerhaften Krieg gegen den islamistischen Terror führt und fundamental islamistische Organisationen, sowie wahabitisch orientierte, sehr zahlungskräftige Hintermänner über einen forcierten Moscheenbau Ängste bei der Bevölkerung vor einer zukünftigen Islamisierung Deutschlands schüren.
Was sollte man also tun, was muss geändert werden, damit wir nicht – wie in Frankreich augenblicklich die Zigeuner – bei uns vielleicht bald Türken in die Türkei abgeschoben werden? Oder sollte der Staat dies vielleicht doch ins Auge fassen?
Interssierte Mädchen und abgehängte kleine Paschas?
Um beim letzten anzufangen, dies ist bei den meist hier Geborenen sicherlich überhaupt keine Lösung und außerdem schlicht gesetzwidrig. Für mich ist aber aus eigener Erfahrung als Lehrer der kulturelle Aspekt der zentrale und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Im Unterricht habe ich immer wieder die Erfahrung machen können, dass türkische Mädchen ihre männlichen Mitschüler meist deutlich in ihren Schulleistungen hinter sich lassen und auch viel soziales Engagement zeigen. Sie haben eine deutlich höhere Lust und Bereitschaft, sowohl die deutsche als auch andere Fremdsprachen zu lernen. Darauf aufbauend entwickeln sie folgerichtig eine viel größere Fähigkeit, sich verbal auszudrücken und mit anderen Schülern zu kommunizieren. Ich habe über die Jahre über diesen Sachverhalt meine eigene Statistik geführt.
Wie sieht es zu Hause bei den Familien aus? Meist hilft nur die Tochter und übernimmt wichtige Aufgaben zur Unterstützung der Mutter (Geschwister wecken, waschen, Frühstück machen, falls Mutti arbeiten ist, usw.). Die Söhne kennen diese Art von Verpflichtungen nicht, sie sind konsequenterweise schon in ihrer Jugend kleine Paschas, sie können sogar ihrer manchmal deutlich älteren Schwester Befehle erteilen. Bei Hausbesuchen oder Gesprächen übersetzt meist die Tochter ihre Mutter oder ihren Vater. Männliche Geschwister beteiligen sich kaum und werden als besondere Spezies herangezogen und von den Eltern bevorzugt behandelt. Als wichtigste Aufgabe übernehmen sie den “Schutz” ihrer Schwester. Bildungshungrige und selbstbewusste muslimische Mädchen müssen sich also ihre Bildung meist gegen die Familientraditionen erkämpfen. Dieser Befund ergibt sich auch im beruflichen Bereich. In türkischen Mittelstandsfamilien herrscht tendenziell eine liberalere und auch deutlich unterstützendere Haltung in Bezug auf elterliche Förderung und Bildung, weshalb hier auch die Jungen schulisch besser abschneiden und sich dem allgemeinen Leistungsniveau anpassen.
Wenn man mit türkischen Jungen und Mädchen (am besten getrennt) über ihre eigene Lebensplanung spricht, kommt meist direkt der Konflikt mit den Eltern zur Sprache, denn hier steht die klassische, versprochene und ausgesuchte Ehe der Elterngeneration gegen die selbst gewählte Ehe aus Liebe. Direkt damit verbunden ist der Wunsch der Eltern, dass ihre Tochter (und auch ihr Sohn) die ihnen vorbestimmte und keine selbst gewählte Position in der Ehe einnimmt. Eine der größten Bollwerke (ähnlich wie bei den Christen oder Juden) ist in dieser Kernfrage der Islam.
Solange der islamische Geistliche direkt bis in die Familie hineinwirken kann, verfügt er über die Macht und Autorität, um auch in anderen Fragen seinen Einfluss geltend zu machen. Würden also im Umkehrschluss diese starren und auch manchmal archaischen Strukturen aufgebrochen, würde im Verlaufe der nächsten Generationen im türkischen Kulturkreis eine Öffnung und Liberalisierung stattfinden, die sich der deutschen Gesellschaft ohne Aufgabe ihrer Sitten und Kultur annähern und öffnen kann. Diese Entwicklung findet man aber eher in Istanbul, als in türkischen Stadtteilen deutscher Großstädte.

Was könnte man besser machen?
Ich sehe deshalb die gezielte, früh einsetzende Förderung der jungen türkischen Mädchen und die offene Auseinandersetzung mit überholten Vorstellungen bezüglich ihrer Rolle als ganz wesentlichen Aspekt in dieser Auseinandersetzung. Nun wäre es aber völlig falsch, würden die türkischen Jungen einfach zurückgelassen, denn das besonders hier ausgeprägte Gewaltpotential ist zu grossen Teilen ihrer zunehmend schwindenden Rolle und Macht über das andere Geschlecht zuzuschreiben. Sie müssen gleichsam herangeführt werden an ein neues männliches Rollenverständnis. Wichtig ist hierbei aber, dass kein Gender Maimstreaming für junge Türken durchgeführt wird, das wäre geradezu kathastrophal.
Im Gegenteil, ob Junge oder Mädchen, sie müssen beide in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden. Über das Spiel und den Unterricht könnte aber behutsam unter Berücksichtigung der persönlichen Begabung und Interessen ein neues Selbstwertgefühl entwickelt werden, dass sich an der Person und nicht an religiös motivierten Strukturen orientiert. In diesem Zusammenhang sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass gerade in traditionell religiösen Familien das Erlernen der deutschen Sprache als Angriffstor der fremden gegen die eigene Kultur angesehen wird und die Abwehr direkt mit der Ausprägung dieser Haltung zusammenhängt. Ähnliche Prozesse (wenn auch nicht so in der Öffentlichkeit diskutiert) finden seit langem auch in den westlichen jüdischen Gemeinden statt. Wie auch in früheren großen jüdischen Einwanderungswellen, so findet dort auch jetzt ein immer wiederkehrender Kulturkampf zwischen orthodoxen Juden (meist aus dem Osten) und den eingesessenen, eher liberal enigestellten Juden statt. In vielen Gesprächen mit eingewanderten jüdischen, meist russischen Jugendlichen haben sie mir über diese Konflikte berichtet, ich war nicht selten über die Heftigkeit erstaunt. Anders als beim muslimischen fehlt aber im jüdischen Kulturstreit die politische Komponente und er wird meist auch nicht nach aussen getragen.
Die größten Probleme bezüglich Bildung, Beruf, Arbeitslosigkeit und Kriminalität finden sich in städtischen Bezirken mit überwiegend türkischen Bewohnern. Die Bundesrepublik hat eine auf alliierte Verordnungen zurückgehende Praxis der Tabuisierung der Kriminalitätsraten und anderer soziologischer, statistischen Zahlen betrieben, exekutiert durch jahrzehntelange Fortführung der Beschlüsse in den Innenministerkonferenzen. Bis heute wirkt diese Praxis nach und auch in den aktuellen Debatten hantierten beide Seiten mit nicht klar überprüfbaren Zahlen, da die Angabe “Migrant” z.b. bei der polizeilichen Erfassung von Straftaten für die Beamten nur freiwillig ist, was verzerrend wirkt. Darüber hinaus gibt es keine verbindliche, einheitliche Regelung zwischen den Ländern. Aus eigener Erfahrung habe ich über die Jahre die Folgen verfehlter Ansiedelungspolitik von Einwanderern erleben können. Wenn deutsche Schüler zur Minderheit im eigenen Land werden, treten neue und spezifische Probleme in Erscheinung bzw. alte verstärken sich, hier kommt sozusagen alles zusammen.
Das von zuhause mitgebrachte und angesichts der deutlichen Mehrheit verstärkte Dominanzverhalten männlicher Jugendlicher richtet sich jetzt offen gegen die deutsche Minderheit. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf den Schulhöfen und in den Straßen. Diese verstärkt auftretenden asozialen und gewalttätigen Verhaltensmuster erzürnen und verletzen die Volksseele und finden sich deshalb auch bevorzugt wieder in den Schlagzeilen der Medien.
Sozialarbeit im Klassenraum
Meine Erfahrung in Klassen ist, dass ab ca. 20% Ausländeranteil die Situation beginnt umzukippen, was dazu führt, dass ein Grossteil der Stunden nicht mehr Unterricht ist, sondern schlicht Sozialarbeit im Klassenraum. Einher geht hiermit ein absolut herrschender Gruppenzwang und ein sehr diskriminierendes Ausgrenzungsverhalten gegenüber andersartigen Schüler, wobei es schon reicht, als Mitschüler andere Meinungen zu vertreten. Dies wird sofort als Unwille umgedeutet, sich nicht unter die dominante Gruppe unterordnen zu wollen, untergräbt die Leitwolfautorität und wird sofort massiv bestraft. Lernen ist in solchen Klassen nicht mehr das Ziel des Unterrichts, es wird glatt bekämpft im Extremfall – hier geht es um Zuschaustellen von Rangstufen und um Unterwerfungsrituale. Zu massiven Problemen kommt es dann spätestens am Tag der Zeugnisausgabe, dann bricht alles auf – auf Seiten der betroffenen Schüler und ihrer Eltern. Zwar hat sich bei deutschen Eltern eine häufig affektive, nicht immer sachlich begründete Verteidigungshaltung in Bezug auf ihre Kinder eingebürgert (in meiner Generation waren die Eltern ihren Kindern gegenüber meist skeptischer), dies Phänomen wird aber zum massiven Problem bei türkischen Eltern angesichts schlechter Noten ihrer Kinder – insbesondere ihrer Jungen. Hier greift man als Lehrer sinnbildlich die Beurteilungskompetenz der Eltern durch Notenvergabe an.
An diesen Beispielen wird schon deutlich, wie wichtig es ist, dass gerade auch die Eltern gut Deutsch sprechen und lesen können, denn nicht selten wird auch schon mal gesagt, man hätte etwas nicht richtig verstanden. In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein ähnliches, noch verstärkt auftretendes Problem bei den Sintis (hauptsächlich in Deutschland angesiedelt) hinweisen. Ihre jahrtausendalte Tradition beruht auf einigen zentralen Tabus (als Bestandteil ihrer Kultur). Dazu gehört das Verbot, ihre Sprache an andere weiterzugeben. Ihr kulturelles vedisches Erbe darf also nur innerhalb der Sippe an die folgende Generation und dies auch nur mündlich wiedergegeben werden. Das führt zu erheblichen behördlichen und schulischen Problemen im Umgang mit Sintis, da es keinen offiziellen Übersetzer gibt, für den Fall dass sie kein deutsch sprechen.
Eine vergleichbare Tradition aufgrund der sunnitischen Unterdrückung ist bei den Schiiten und den Suffis verbreitet, um Verfolgung zu entgehen und die eigene Kultur zu wahren. In islamistischen und wahabitischen Kreisen wird dies nicht selten zum Zwecke der Täuschung verfälscht. In deutschen Zeitungen und in der Öffentlichkeit wird dies allzu leichtfertig oder bewußt auf alle Muslime übertragen, was das Misstrauen schürt. All diese Beispiele zeigen aber, wie ungemein wichtig die Beherrschung der deutschen Sprache für alle diese Bevölkerungsgruppen ist.
Jede Form von Ghettobildung war und ist auch ohne Ausländer schon höchst problematisch, was man am Beispiel Köln exemplarisch sehen kann. Die dort gebildete “Bürgerinitiative” aus meist rechtsheinischen deutschen Kölnern wendet sich im wesentlichen gegen einen deutsch-türkischen, linksrheinischen Stadtbezirk, durch den sie gehen müssen, weil sich dort die meisten Kölner Behörden und Ämter befinden. Hier geht es also nicht um den Bezirk, in dem fast nur türkische Einwohner leben, das ist nämlich ein anderer. Sie wollen (wie rechtsrheinisch gewohnt) mit “denen” überhaupt nichts zu tun haben. Dies ist dasselbe Abgrenzungsproblem, dass sich zwischen bekannten sozialen Brennpunkten wie z.B. Marzahn/Berlin oder Steilshoop/Hamburg und den angrenzenden Bezirken ausbildet. Der Trend zur Abgrenzung wird in Berlin ja schon in entsprechenden Stadtteilzeitungen beredt beschrieben, TAZ-Redakteure und örtliche Politiker inbegriffen, sie wollen ihre Kinder nicht mehr auf solche Schulen geben. Ad hoc lässt sich hier nichts machen, als durch massives Gegensteuern und Personaleinsatz (Streetworker, Sozialarbeiter, Polizisten, Judendzentren, Ganztagsschulen, Kindergärten, Gemeinschaftsprojekte, kulturelle Begegnungen u.a.).
Mittel- und langfristig muss der Staat es aber schaffen, solche türkischen Bezirke wieder mit deutschen Familien zu vermischen. Das kostet Geld und es wird nicht ohne Konflikte und Widerstände auf beiden Seiten zu bewerkstelligen sein. Die dabei geführten Auseinandersetzungen und Begegnungen könnten aber den Anfang bilden, ein Keim sein für ein zukünftiges, gedeihlichesNebeneinander zwischen Deutschen und Türken.
P.S. Wie im normalen Leben vermeide ich möglichst Begriffe wie “…mit Migrationshintergrund”
Detlef Reimers
Detlef Reimers war 22 Jahre lang Lehrer. Er unterrichtete sowohl an vier Hamburger Gymnasien als auch an zwei Gesamtschulen mit einem hohen Migrantenanteil.

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Also Herr „Spiegelstürmer“…
In Ihren viel zu langen, als auch verworrenen, Artikel über Bildung in Deutschland haben Sie so ziemlich alles zusammen und durcheinander geworfen was wöchentlich Medial thematisiert wird. Angefangen von der Bildungshoheit der Bundesländer über Länderfinanzausgleich hinüber zu intellektuellem Potential zugereister und zum Schluss jene profane Feststellung das der Staat was gegen türkische Abschottung tun muss. Einerseits beklagen Sie ein, paar Kommentare vorher in Thilos Weltbild, jene populistische Sicht eines „Thilos“ und geben sich durch Vortäuschung kompetenten Hintergrundwissens Mühe den Eindruck einer korrektiven Richtigstellung zur Widersprüchlichkeit dessen zu vermitteln – andererseits jetzt Ihr eigener Artikel der jedoch genau zum Schluss in die gleiche Kerbe haut das etwas gegen abgeschottet und bildungsferne meisst türkische Migranten getan werden müsse? Immer wenn man selbst was schreibt ist das eigene Hemd näher als die Hose seines Gegenübers. Und bitte verdichten Sie die Kernaussagen in Ihren Artikeln. Ein „zu viel“ an Information und Inhaltsfülle macht aus einer Aussage, einem Anliegen – ein Werk der Zerstreuung welches sich seiner Verbindlichkeit zu entziehen versucht. Grüsse Susi…
Werte Susi Bibelmaus,
leider muss ich Ihre Lesekompetenz doch stark anzweifeln. Zum Einen ist der Artikel unmissverständlich als Gastartikel ausgewiesen, zum Anderen kann ich nicht wirklich verstehen, was sie da in den Artikel hineininterpretieren. Aber sei es drum, Grüße, der Spiegelfechter
Herr Spiegelstürmer, Sie haben jetzt nicht wirklich meinen Kommentar gelöscht???
Wenn der Artikel von Herrn D. Reimers zu lang und verworren ist, was soll man dann über den susi bibelmaus Kommentar sagen?
Vielleicht ist der Artikel einen Tick zu lang, vor allem die Zitate hätte er etwas kürzen können, als verworren empfinde ich ihn aber nicht. Hier spricht jemand, der mit der Materie unmittelbar konfrontiert wurde und nicht davon laufen oder wegsehen konnte, wie so viele es tun. Mit einer Tabuisierung der Kritik an fremden Kulturen ist am Ende niemandem gedient.
@Spiegelfechter: Da ich selbst einen WordPress-Blog betreibe weiß ich, warum am Anfang des Artikels auch bei Gastautoren “geschrieben … von Spiegelfechter” steht. Ich vermute aber, dass die vielen hastigen Internet-Querleser (wie susi bibelmaus) das nicht wissen und es hier Missverständnisse gibt. Vielleicht solltest du diese Gastautoren doch in WordPress quick&dirty anlegen, man kann dann ja unter dem Artikel den Autor wechseln, wenn du verstehst was ich meine. Es muss der eigentliche Autor sich also nicht unbedingt mit der technischen Seite von WordPress herumschlagen und trotzdem kann oben “geschrieben von D. Reimers” stehen.
ein in gewissen teilaspekten sehr interessanter artikel, der aber meiner meinung nach nicht weit genug geht, bzw. das eigentliche bildungsproblem leider nur in der einführung leicht streift.
wäre es nicht besser, sich erst einmal um das generelle problem schule zu kümmern, anstatt sich zu überlegen wie wir erst einmal möglichst jeden mit unserem derzeitigen schulsystem belästigen können?
die wichtigste bildungsfrage wäre also meiner meinung nach die systemfrage (in bezug auf das schulische system ;) ). dazu gehören unter anderem, die arbeitszeiten von lehrern (die mMn. dringend runter müssten, auf 20 schulstunden + 2 zbv, oder so ähnlich), die klassengrößen (ich denke alles über 20 leute pro klasse verhindert effektiv die geforderte individuelle betreuung), die zeit des gemeinsamen lernens usw.
ich denke erst wenn wir wieder ein funktionierendes schulsystem haben, können wir uns daran machen zu überlegen wie wir auch problemfälle in die schulen integrieren und ihnen ordentliche bildung verschaffen. letzteres sehe ich aber eher als ein gesellschaftliches denn als schulisches problem an.
Sehr richtig! Allerdings pumpt Frau Schavan die Milliarden lieber in die Eliteförderung von “Leuchtturmprojekten” und in ausgerechnet die Unis, die sowieso schon gut laufen und daher am wenigsten Hilfe benötigen.
Aber dabei geht’s auch garnicht darum, das marode Bildungssystem zu kitten, sondern schlicht und ergreifend um Selbstinszenierung.
(Viel) mehr Lehrer einstellen, um diese zu entlasten und gleichzeitig die Klassengröße zu verringern. Gepaart mit einer ständigen Förderung und Weiterbildung der Lehrer und einer (wichtig!) Leistungskontrolle die mehr ist, als diese Witzveranstaltung alle paar Jahre, wenn die nächste Beamtenbesoldungsstufe ansteht. Viele Probleme wären gelöst, aber dafür ist halt kein Geld da.
ich fände es außerdem genauso wichtig den Schulkindern Frühstück und/oder Mittagessen bereit zu stellen, außerdem kostenlose Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag – was den Ganztagsschulen in Frankreich ähneln würde, und evtl. sollte man sogar Schuluniformen einführen, um den allgemeinen Wettbewerbsdruck zumindest von den Kindern möglichst fern zu halten
+ eine sechsjährige Grundschulzeit hätte imo auch einen positiven Effekt
Gefühlt mag das stimmen. Nur empirisch belegt ist das keineswegs. Siehe etwa auf die Schnelle: Wilber/Rost: Große Klassen – kleine Leistung?, in: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 1999
stopp. hier hat man die leistungsfähigkeit von klassen untersucht (wie auch immer man das angestellt hat, bzw. überhaupt zu empirischen schlussfolgerungen kommen möchte und wie auch immer dort leistung definiert wird)
ich berufe mich hier aber auch auf aussagen von mir bekannten lehrern (u.a. meiner mutter). und da ist immer wieder folgende grundaussage festzustellen. je größer die klassen, desto weniger können die lehrer auf die schüler und ihre probleme eingehen.
und um das rauszufinden brauch ich keine großartigen internationalen studien, sondern einfachste mathematik: wo hat der lehrer mehr zeit pro schüler in 45 minuten? in einer 20köpfigen oder in einer 30köpfigen klasse?
und welcher schüler wird wohl früher oder später besser im unterricht zurechtkommen? der mit mehr oder der mit weniger betreuung?
@MWi
Ich kann Ihnen hier nur Recht geben. Meine persönliche Statistik zeigt folgendes:
80er Jahre: ca. 7-8 Klassen (210-230 Schüler/innen)
90er Jahre und später: ca. 11-12 Klassen (300 – 320 Schüler/innen)
Zusätzlich wurden in den 90er Jahren eingeführt Vierteljahresnoten, nicht offizielle Zwischennoten aber Zwischenstandsnoten.
Diese Entwicklung finden Sie genauso (teils noch viel extremer) in Sozialämtern u.ä. Einrichtungen.
Dieses Zitat ist aus der von Ihnen verlinkten Studie entnommen und weist doch ganz gut auf das Problem hin das es dabei gibt…
besonders auf die Sozialformen des Unterrichtes sei hierbei hingewiesen und anhand der strukturellen Probleme welche von D. Reimers genannt wurden bedacht.
edit. die Studie wurde in Kanada durchgeführt… wirklich nur auf Geschichte bezogen. Ein weiteres Problem sehe ich im ganzen Versuchsaufbau, aber das Zitat das von der Studie selber kommt reicht denke ich.
OT: Sag mal Alter, kannst du dich auch um dein reales Leben kümmern? Zig Leute versuchen dich zu erreichen und du reagierst seit Wochen auf keinem Kanal, das kann echt nicht wahr sein. Ruf mich an. Bitte.
@Jens: Sorry für den off-topic-Müll, kommt nicht wieder vor.
:-D das hab ich auch noch nicht gesehn…
da fällt mir ein, ich muss weg :-)
aber da fehlt noch was
Die unerfüllbaren Forderungen der Integration:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9439964/Die-unerfuellbaren-Forderungen-bei-der-Integration.html
Die Politik hat sicherlich, auch ohne es zu ahnen, Fehler gemacht in der Ausländerpolitik . Die Frage ist aber, ob sie letztlich überhaupt eine Chance hatte oder hat, gegen die kulturellen Barrieren die der Integration in Familien mit starren und archaischen Strukturen entgegenstehen.
Was der Artikel unter dem Punkt “Was könnte man besser machen” beschreibt, wirft auch die offizielle Politik wieder aktuell in die Debatte:
Außerdem stehen nötige Ressourcen nicht zur Verfügung.
interessanter in dem artikel finde ich eher die aussage, dass man nichts weiter machen kann / will / möchte, da es nicht finanzierbar sei.
natürlich gibt es vernünftige vorschläge, die uns in der bildungsfrage schon im allgemeinen weiterhelfen, natürlich kosten die auch einiges. aber hier stellt sich einzig und alleine die frage: sind wir bereit nicht nur für banken, sondern auch für unseren nachwuchs milliarden auszugeben, oder wollen wir weiterhin immer mehr den internationalen anschluss in sachen bildung verlieren? (jepp, sehr polemisch, musste jetzt aber gerade sein)
kitaplätze für jeden sollten nicht nur ein utopischer wunschtraum sein, sondern realität, wie sie bis ’89 zumindest in einem teil des landes vorherrschte. dort hätte auch der staat die möglichkeit, vor allem zugezogene kinder auf die schule besser vorzubereiten.
was an den schulen bzw. in den ländern derzeit gemacht wird ist kopfloser aktionismus, der zu nichts gutem führen kann. wenn ich höre, dass die 1. bis 3. klasse in berlin inzwischen zusammen unterrichtet wird, oder dass der neueste bildungpolitische clou so ausschaut, dass die schüler sich den stoff eines kompletten schuljahres ausschließlich selbst in gruppenarbeit beibringen sollen (der lehrer übernimmt nur noch eine organisatorische rolle) frag ich mich, welcher bildungsferne politiker / bildungsforscher da gerade mal wieder zu viel freizeit hatte.
Für Milliarden kann da nen Bahnhof durch irgendwelchen Gips gebaut werden, aber kulturelle Arbeit an Schulen, das geht ja gar nicht…
Das es nicht Knall auf Fall geht ist ja klar aber angefangen werden muss ja mal.
Für eine Stunde Flugzeit von nem Tornado kann man wahrscheinlich drei Sozialpädagogen (unterbezahlt) ein Jahr an ner Schule arbeiten lassen. Son Quatsch, das würde nicht gehen. Das die Pädagogik nicht alles ausbügeln kann, was politisch, gesellschaftlich krumm liegt ist klar.
Entschuldigung, …hatte nicht gesehen das dies ein Gatsbeitrag war. Dann nehme ich den ” [...]stürmer” auch wieder zurrück. Susi
Der Beitrag ist ein Ärgernis. Ich will dem Autoren seine wichtigen Erfahrungen im Schuldienst gar nicht abstreiten (NB: dass Mädchen besser lernen als Jungs und in der Schule bessere Noten erzielen, gilt für die “deutsche” Mehrheitsgesellschaft AFAIK in gleicher Weise). En Beispiel für den Tenor, der mich ärgert: sehr verräterisch ist für mich die Art, wie das Butterwegge-Zitat missgedeutet wird:
“Zur Umsetzung dieser Zielsetzung können zunächst Maßnahmen beitragen, die eine plurale und kluturautonome Integration der Einwanderungsminderheiten fördern.”[...]
Der Autor macht daraus ein Plädoyer für Ghettobildung. Worauf das Zitat aber m.E. eher hinweist, ist, dass eine faire Integration nicht ohne die aktiv praktizierte Anerkennung und Förderung der kulturellen Besonderheiten der Eingewanderten auskommt. Natürlich bilden MigrantInnen ihre eigenen Gemeinschaften, sie teilen ja auch gleiche oder ähnliche Erfahrungen vor ähnlichem kulturellen Hintergrund. Deutschland ist das Land der Vereinsmeier, wo ist da das Problem?
Man kann das an der Kopftuchfrage sehr schön aufdröseln. Für die einen ist das Kopftuch Symbol antifeministischer Unterdrückung. Für die anderen selbstbewusster Ausdruck einer Minderheitenidentität. Irgendwie ist es immer beides, aber ich denke, es ist Letzteres, worauf die fremdenfeindlichen Attacken reagieren. In meinem Heimatdorf gibt es wegen industrieller Infrastruktur Gastarbeiterzuwanderung stärkeren Ausmaßes seit den 60er Jahren. Türkenfeindlichkeit kam nach meiner Beobachtung erst auf, als türkische Familien zunehmend nicht mehr zur Miete wohnten, sondern sich Häuser zu kaufen begannen – von alteingesessenen Familien, deren Kinder kein Interesse am Erbe haben, da sie längst weggezogen sind. Man kann aber keine Einwanderung in großem Umfang praktizieren und erwarten, dass das keine kulturellen Konsequenzen hat.
Wie auch immer man das mit dem Kopftuch beispielsweise also sieht, man liegt immer falsch, wenn man den Kopftuch tragenden Frauen nicht das Recht (und die Fähigkeit) zuspricht, selbst darüber zu entscheiden, wie sie sich kleiden, woran sie glauben und wo sie zugehörig sein wollen. Indem man Menschen, Kulturen, Gemeinschaften Nachholbedarf in Sachen Werte, Anpassung etc. nachsagt, entwürdigt man sie immer schon. Das ist keine Basis.
Es ist das über statt mit Migranten reden, das grundsätzlich falsch ist, weil es in ein “die” und “wir” einteilt, wo es nur ein “wir” geben kann, das alle einschließt. Warum sollen “Türkenghettos” problematischer sein als “Deutschenghettos”?
Der Beitrag ist da leider wie viele andere völlig unausgegoren und scheint Integration als eine Art Übernahme einer unausgesprochenen deutschen Kulturnorm zu verstehen – Leitkultur eben -, an deren Festlegung die MigrantInnen aber eben nicht mitwirken dürfen. Man kann aber zu Familien, die seit mitunter drei Generationen Teil unserer Gesellschaft sind, nicht sagen, sie gehörten nicht dazu, egal, wie gut ihre Mitglieder Deutsch können oder woran sie glauben.
Damit will ich nicht sagen, dass es keine Probleme gibt, ich will nur andeuten, dass
sie sich nicht lösen lassen, wenn man keinen Respekt voreinander hat.
Es stimmt, generell passen sich Mädchen in unserem Schulsystem meist besser an, bei Jugendlichen aus Kulturen mit patriarchalen Traditionen ist dieser geschlechtsspezifische Unterschied aber erheblich stärker ausgeprägt und wird zum echten Problem für den (oder gar die) Pädagogen (Pädagogin). Wer diesen Unterschied nicht erkennt, kennt vermutlich die Unterrichtspraxis nicht mal aus Fernsehberichten.
Warum soll der Autor die Ghettobildung fordern? Ich erkenne das nicht, im Gegenteil. Zitat:
Dann schreibst du “Indem man Menschen, Kulturen, Gemeinschaften Nachholbedarf in Sachen Werte, Anpassung etc. nachsagt, entwürdigt man sie immer schon. Das ist keine Basis.”
Forderst du ein Kritikverbot an fremden Kulturen? Das können nur Leute fordern, die den Problemen, die durch Inkompatibilitäten zwischen Kulturen entstehen, aus dem Weg gehen können. Übrigens ist der Autor aus meiner Sicht nirgends respektlos gegenüber fremden Kulturen. Nenne mir bitte dafür Zitate aus dem Artikel.
Teilweise Zustimmung, auch wenn ich einige Teilaspekte ehrlich gesagt überflüssig finde (Spezialtraining für junge Deutschtürken um ihnen die Mysoginie auszutreiben? Also bitte. Das kommt von allein mit mehr Bildung.)
Viel wichtiger wäre es den Bildungsblödsinn endlich zu beenden. Förderale Strukturen sind bei vielen Dingen gut und wichtig, aber bei der Bildungen schießen sie uns in den Fuß. Und ja, hier könnte man mal was von der DDR lernen. Ein einheitlich, bundesweites Bildungssystem mit einheitlichen Lehrplänen und vom Bund bezahlt. Das wäre effektiv und vermutlich günstiger als 16 Kultusministerien mit Anhang, die alle 2 Jahre irgendeinen neuen Käse ausbrüten, um sich ja gut im PISA-Rennen zu platzieren. Aber ich weiß schon…pfui DDR. Da kam nie was gutes her. Komisch nur das Finnland welches das DDR-System in etwa übernommen hat, im tollen PISA-Quark besser dasteht.
Oh, da sind unsere lieben Emanzen aber anderer Meinung, unterstellen sie doch sogar mir dieses komische Wort. Und als strohblonder Hochschulabsolvent sollte ich da doch eigentlich unverdächtig sein ;-)
“Emanzen” wollen noch ganz andere Dinge. “Ey jetzt sind wir mit unterdrücken dran” ist da noch das harmloseste. Aber ich schweife ab und das gehört nun eindeutig nicht zum Thema Bildung hier. :D
PS: Und wieder sieht man wie man Fehler macht, wenn man ein Wort oft genug falsch geschrieben sieht. Aber wenigstens hab ich durchs Nachschlagen von Misogynie noch das schöne Wort Misandrie gelernt. Hat der Fehler also doch was gebracht, vom erkenntnistechnischen Standpunkt her.
Mich würde mal interessieren, was Dir, lieber Jens, an diesem Beitrag “Gästebeitrag-würdig” erscheint. Dass eine Lösung vorgeschlagen wird?
Nein, ich finde die Analyse, die aus jahrelanger beruflicher Erfahrung gespeist wird, vor allem deshalb wertvoll, da sie den Finger auf eine Wunde legt, die vor allem von uns Linksliberalen gerne ignoriert wird. Wenn wir aber diese Diskussion verweigern, wird sie halt von den Rechten geführt und was dabei herauskommt, kannst Du Dir denken. Ich finde es wichtig, dass diese Debatte geführt wird und würde mir wünschen, dass sie auch von den Vernünftigen aufgegriffen wird und aus der Schmuddelecke herauskommt. Leider bin ich auf diesem Gebiet komplett unbeschlagen und verlasse mich da gerne auf Autoren, die auch kompetent auf diesem Gebiet sind.
Richtig. Vor allem, ist es wichtig, dass man bei diesem Thema sachlich bleibt und auch wirklich die Dinge beim Namen nennt. Die Probleme nämlich werden dadurch nicht geringer, indem sie tabuisiert, weil man es für politisch unkorrekt hält darüber zu reden. Genauso wenig verschwinden sie aber auch, wenn man nur mit dem Finger drauf zeigt und erwartet, dass ‘die da’ sich drum kümmern und anständige deutsche Bürger werden.
Was wir brauchen sind mehr Menschen und Institutionen, die die Brücke schlagen können und diese Brücken müssen zahlreich und überall vorhanden sein, denn es gibt einfach gewisse kulturelle Unterschiede, die sich nie so richtig einebnen lassen. Es sei denn man erwartet, dass sich die Menschen assimilieren, aber das hat mit integrieren nichts mehr zu tun…
Toller Beitrag, den ich nur unterschreiben kann. Ich bin in einem solchen Viertel groß geworden und lebe hier immer noch, und Vieles hat sich irgendwie nie verändert, die Probleme sind aber mit den Jahren immer akuter geworden. Jeder, der die Augen offen hat, sieht das auch, aber es scheint politisch gewollt zu sein, dass man die Menschen sich selbst überlässt, um danach sie an den Pranger zu stellen, dass sie unwillig seien.
In diesem Land ist es jedenfalls schwer sich als Ausländer wirklich dieser Gesellschaft zugehörig zu fühlen. Mir ist das nach 20 Jahren, mit deutscher Staatsbürgerschaft, immer noch gelungen, dass mir dass mir andere Ausländer da schon irgendwie sehr viel näher liegen, als die deutsche Gesellschaft.
Da liegt der Hund begraben und solange das so ist, wird Deutschland weiterhin massive Probleme mit der Intergration von Ausländern haben.
“In diesem Land ist es jedenfalls schwer sich als Ausländer wirklich dieser Gesellschaft zugehörig zu fühlen. Mir ist das nach 20 Jahren, mit deutscher Staatsbürgerschaft, immer noch gelungen, dass mir dass mir andere Ausländer da schon irgendwie sehr viel näher liegen, als die deutsche Gesellschaft.”
Ich denke mit dieser Passage ist eines der wichtigsten und schwierigsten Probleme der deutschen Integrationsthematik treffend auf den Punkt gebracht.
Und ich leg da noch einen drauf und sage:
In diesem Land ist es selbst für gebürtige Deutsche mit generationenübergreifendem deutschen Hintergund manchmal unsagbar schwer sich dieser Gesellschaft zugehörig zu fühlen. Und selbst mir, als urdeutschstämmigen Deutschen sind zu Teilen viele Ausländer und auch Zuwanderer näher(!) als so manch miefiger urdeutscher Vorstadthäuschensproß, der sein nationales Erbe allein schon in der Zuwanderung Fremder gefährdet sieht. 3x näher sowieso als Demagogen wie der unsägliche “Wahrheiten”erzähler oder Broder und Konsorten.
Liegt es also wirklich an uns Menschen die wir uns in dieser Gesellschaft nicht wohl fühlen oder nicht doch eher an der menschenfeindlicher Ausrichtung dieses Gesellschaftssystems?
Ich finde die Ansatzpunkte des Gastautors durchaus überdenkenswert, aber auch von einem gewissen Wunschdenken geprägt.
Wir leben in einem System, welches sich systemimanent in immer größeren Maße sozialdarwinistischen Leitmotiven verschreibt und diese durch jegliche Alltagsnorm fordert und fördert.
Solange es aus diesem Strudel keinen Ausweg gibt, kann man das Schulsystem umbilden, mit Geld vollpumpen und qualitätiv an höchste Standards anpassen, es wird letztendlich aus der gesellschaftsselektiven Auswahlmaschine kein pluralistisches, sozial kompetentes System machen, welches für alle die gleichen Chancen bietet (bieten kann).
Insofern ist das Schulsystem ebenso nur ein Symptom, wie das Sozialgefüge mit der Gesundheits- und Rentenproblematik oder die innere und äußere Sicherheitspolitik und das Wirtschafts- und Versorgungsgefüge.
An jeweils einzelnen Stellschrauben zu drehen, bringt effektiv nicht das gewünschte Ergebnis. Egal wie man es berechnet, man kann es immer wieder auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterbrechen:
Die komplette gesellschaftliche Neuausrichtung innerhalb der grundgesetzlichen Grenzen.
MfG
Thomas
@ Detlef Reimers
Soweit ich das beurteilen kann, bringt der Artikel einige gute Sachen auf den Punkt. Meine Tochter ist Sprecherin eines Gymnasiums mit 900 Schülern, eine von weniger als 15 Nicht-Deutsch-Muttersprachlerinnen auf der Schule. Mein ganz konkreter (lokaler) Eindruck ist -anders als das in dem Artikel scheint-, dass seit ca. 3 Jahren große Verändeungen als Teil eines durchdachten Plans sichtbar energisch angegangen werden und der Tanker ganz konkret sichtbar bereits umsteuert.
Meines Erachtens sind die Schlüssel a) der Ausbau zu Ganztagsschulen mit Mittagessen (mehr Tagesstunden) und b) mehr Personal, aber nicht mehr Geld pro Person. Die erforderlichen zusätzlichen Personalstunden werden generiert, indem c) die Gesamtstundenzahl bis zum Abitur gleich bleibt, d.h. die Schuljahre bis zum Abitur um ein Jahr gekürzt werden (entrümpelt werden). Die Schulen im Umkreis konzentrieren sich d) flexibel auf bestimmte Angebote/Fächer, dazu werden sie auf kurzem Wege flexibel neu gegliedert. So können auch die Schülerzahlen pro Klasse/Kurs flexibel reguliert werden. Die Bürokratie wird zurückgedrängt, indem e) Entscheidungen vor Ort eigenverantwortlich abgestimmt werden und f) die Bürokratie nur noch unterstützende Funktionen behält. Die Eltern sind nach meiner Beobachtung wegen der schnellen Eigendynamik des Veränderungsprozesses meistens konservative Bremser, weil sie sich nur für ihren kleinen Ausschnitt ihres behüteten Lieblings interessieren, den sie möglichst lange infantil halten wollen, weil sie selbst häufig schlicht infantil geblieben sind. Am schlimmsten treibt es die akademische Nach-Apo-Generation, die völlig ahnungslos ihre verblichenen Protestformen nostalgisch auspackt, um konservativ zu bremsen und ihren verwöhnten Lieblingen das vermeintlich Gute aufzuzwingen, nur um sich selbst so richtig toll zu fühlen. Also muss g) die Vertretung der Schüler an bremsenden Eltern vorbei agieren!
An @carlos manoso:
Ich habe mich hier zurückgehalten, da ich mehr von anderen Bloggern erwartet hatte. So ziemlich alles, was Sie aufführen, gehört auch für mich uneingeschränkt unterstützt und gefördert. Mein Ausflug auf die Bildungsbürokratie sollte hierfür auch ein Hinweis sein. So ziemlich alle nord- und westeuropäischen Länder bieten den Schulen mehr bis viel, viel mehr Eigenständigkeit in sehr wesentlichen Bereichen. Das hat durchweg nur positive Auswirkungen auf fast alle schulischen Belange und verringert in Folge auch die Integrationsprobleme bei Ausländern.
Zur APO-Generation: Dies möchte ich ohne Umschweife auf Teile der Lehrerschaft erweitern, denn auch hier war und ist die Frontstellung gar nicht viel anders. Dies ist Teil der innerschulischen Diskussionen, auch dort ändert sich vieles erst über Jahre und die eigene Bildungsphilosophie steht nicht selten konträr zur Realität. Vor 10 Jahren wurde ich für meine hier vertretene Meinung noch sehr stark angegangen und sogar zwangsversetzt.
Zur Zeit erleben wir aber genau das Gegenteil. Die Stadtentwicklung – insbesondere in Berlin – geht den direkten Weg der Segregation, statt der Integration verschiedener sozialer Schichten.
Die Aufwertung von innenstadtnahen Kiezen, der eine gute Durchmischung und somit ein attraktives Lebensumfeld zugrunde liegt, hat genau die Vertreibung derjenigen zur Folge die es nicht schaffen ihr Einkommen zu steigern, obwohl sie zur Attraktivität beigetragen haben – die Folge ist, die Viertel werden in ihrer sozialen Struktur homogener und zudem interessanter für Immobilienspekulanten, was eine weitere Steigerung der Mietpreise zur Folge hat, da sich die Investitionen – meistens lediglich den Erwerb der Immobilie betreffend – wieder armotisieren müssen.
Zum Teil liegen die Kaltmieten bei Neuvermietungen mittlerweile zu 90% über dem Mietspiegel – aktuell im Friedrichshain – , was sich direkt auf Absprachen der großen Immobilienbesitzer zurückführen lässt und als direkter Angriff auf die soziale Struktur des Kiezes zu werten ist. Für Neukölln wird sich dieses Problem mittelfristig auch stellen.
Klar müssen sich Investitionen lohnen, doch wenn diese sich im reinen Besitz und möglichst hoher Rendite äußern, ohne die Wohnqualität zu steigern, dann ist das auf ein direktes Versagen der Verbesserung der Lebensumstände für alle Einkommensschichten der Stadtentwicklungspolitik zurückzuführen.
Sie haben recht, nur eine verbesserte Bildung bringt nichts, die Veränderung der Gesellschaftspolitik muss in den Köpfen der Executive beginnen und aufhören jedes Leben monetär oder nach Nützlichkeit für die Gesellschaft bewerten zu wollen – letzteres wär eh zu komplex, um es auf einige Schlagworte herunterbrechen zu können.
Wichtiger Beitrag. Die ganze Bildungsdebatte lässt sich sinnvoll nur weiterführen, wenn der Aspekt des Neoliberalismus mitgedacht wird. Dazu gehören die Mietpreis- und Segregationsentwicklungen genauso wie das Elitedenken, das dazu führt, dass in Hauptschulen (o.ä.) die durchschnittliche Klassgröße immer noch 30 Schüler beträgt, obwohl man seit mindestens 20 Jahren weiß, dass die Hälfte sinnvoll wäre. Dazu der alltägliche Rassismus: Versuchen Sie aktuell mal, mit einem türkischen Namen in Kreuzberg eine Wohnung zu bekommen: Bei der üblichen schriftlichen Selbstauskunft ist bei einem “Özgül” etc. in der Regel schon Schluss. Die Türken hier sind auf Parallelgesellschaften teilweise geradezu angewiesen.
Ich vermute, daß der Autor in den nächsten 3-4 Tagen hier viel Kritik bekommen wird, ich persönlich, finde aber seine Meinung sehr wertvoll, weil er, so zu sagen, über zwei Jahrzehnte Live dabei war.
Ich glaube, nach 22 Jahren als Lehrer hat er “einiges” an Erfahrung gesammelt.
PS. Wird der Autor auch mitdiskutieren ?
Davon bin ich überzeugt
update: Ja
Sehr langer Artikel und es werden viele Probleme was Integratio und Bildung angeht dargelegt, dass macht es schwer über einzelne Punkte zu diskutieren. :-/ Teilweise stimme ich dem Artikel zu, wenn auch nicht aus eigener Erfahrung, aber dennoch ist auch viel Schwarzmalerei betrieben oder es fehlen positive Beispiele. Vielleicht auch leicht gefrustet nach 22 Jahren in “chaotischen” Klassen ;-). Auch Herr Reimers beruht sich nur auf persönliche Erfahrungen und eigene geführte Statistiken aber wenn Herr Wowereit seine Erfahrungen mit einer Floskel untermalt, heißt es: “gehts noch”. (hab es übrigens auch bei Anne Will gesehen ;-))
Sich auf eigene Stastistiken berufen und überhaupt keine öffentlichen anzuführen ist ein wenig dreist.
Außerdem bin ich weiterhin der Meinung, dass neben der Integration, also grob formuliert: Ausländer unters “deutsche” Volk mischen, auch ein Nebeneinander möglich sein sollte, schonmal jemand in Chinatown gesen in New York oder in Hamburg gibt es auch einen kleinen Chinatown. Menschenrechte und Gesetze müssen natürlich überall geachtet und geschützt werden, aber ansonsten ist doch so was auch bei Türken vorstellbar, im Prinzip gibt es das schon nur sind dort die Bildungsprobleme besonders groß und viele Kinder/Jugendliche haben keine Hoffnung dort jemals wegzukommen. Aber hier fehlen im Artikel Lösungswege, ich zumindest finde nur Lösungsansätze, die aber nicht neu sind. Natürlich muss dort was passieren ansonsten haben wir wirklich irgendwann in manchen Städten Verhältnisse wie in Paris.
und noch was zu Manul, du sprichst hier das imo größte Problem an, aber auch hier besteht eine Wechselwirkung: Oft haben “Deutsche” das Gefühl, dass kein Integrationwille bei Ausländern vorhanden ist und dass merken Ausländer natürlich und verhalten sich dann auch oft genau so wie erwartet, was natürlich eigentlich jedem schadet. Was ich sagen will ist, dass beide Parteien sich deutlich offener begegnen müßten und dass kann nicht die “Integrationspolitik” und/oder “Bildungspolitik”, seien sie noch so “gut”, alleine schaffen.
edit: noch ein nettes interview mit Frau Akyün:
http://www.stern.de/panorama/deutschland-schafft-sich-ab-frau-akyuen-lohnt-sich-sarrazins-buch-1601090.html
Wenn man das von Clinton in den USA eingefuehrte Sozialsysyem uebernehmen wuerde, waeren schon viele Probleme geloest, aber die Migrationsindustrie ist analog zur Pharmaindustrie manchmal gar nicht an einer Heilung interessiert.
Sollte natuerlich Sozialsystem heissen (Rotwein ermuedet).
Marta: der Rotwein scheint bei Dir schon mehr angerichtet zu haben. Die Vereinigten Staaten haben eine Haftquote, die die der stalinschen UdSSR übertrifft. In Neukölln schiebt meine Tochter ihren Kinderwagen spazieren, in vergleichbaren Vierteln in Miami, San Diego etc. gehen sogar die Eingesessenen ungern auf die Strasse.
Das tolle Beispiel, die Sozialunterstützung zu verweigern, findet stets der selbe Abschaum toll, die Broder, Heinsohn, Sarrazin. Man sollte jeden davon mal in einem solchen Gebiet abwerfen und ein paar Monate später die traurigen Überreste aufsammeln.
a^2
Ach Marta, ich bin HartzIV-Empfänger.
Tu mir einen Gefallen, ja? Nimm dein Rotweinglas, zerschlag es und schluck die Scherben runter.
Wieso besuchen sie nicht einfach mal bei ihrem nächsten Sommerurlaub Brasillien und gehen in die Favelas – da steht ihr tolles Sozialsystem in voller Blüte. Allerdings glaube ich nicht, dass oder jemand anderes noch von ihnen lesen würde, denn wenn die Jungs da fertig sind mit ihrem “Minijob” braucht man sie nicht mehr und sie bekommen ein paar Freunde aus Blei als Urlaubsmitbringsel.
Sie meinen also, wenn wir die Arbeitslosen dazu zwingen, in ihren Autos (so sie denn eins haben) oder im Zelt zu übernachten, wird das die Probleme lösen?
Oder daß wir ihnen die medizinische Versorgung versagen?
Ich bin normalerweise nicht sonderlich mißgünstig veranlagt, aber Leuten wie Ihnen wünsche ich wirklich, daß sie mal ihre eigene Medizin kosten müssten. Mal sehen ob Sie dann immer noch so begeistert vom “Sozialsystem” der USA wären.
Fakt ist – Vollbeschäftigung gibt es seit 50 Jahren nicht mehr und sie lässt sich auch nicht mehr erreichen. Eher das Gegenteil ist der Fall, wir werden noch mehr Arbeitslose kriegen (was die Industrie freut – fallen die Löhne dadurch doch noch weiter), jedenfalls solange wir dieses System nicht grundsätzlich in Frage stellen.
An @Truvor: Ja, ich bin gerne dabei, ich möchte nur nicht zusehr die Debatte bestimmen. Deshalb hier nur ein paar Gedanken:
An @ralf20: Doch, Butterwege meint es so und es ist aus seiner Sicht auch logisch. Er spricht selbstverständlich nicht von Ghettos, aber – sowohl vom Herkunftsland aus, als auch aufs Einwanderungsland bezogen – von Kolonien, die er kulturell spezifiziert. Dies erschließt sich aber erst richtig aus dem Gesamtkontext des Buches. Ich habe auch extra die Ghettobildung als solche angesprochen, nicht nur bezogen auf Ausländer, sondern selbstverständlich ebenso auf soziale Gruppen. Falls Sie aus meinem Artikel einen mangelnden Respekt gegenüber Ausländern oder eine subtile Art kultureller Domestizierung herausgelesen haben sollten, so kann ich Ihnen versichern, dass ich beides nicht gutheisse. Ihre Beobachtung an ihrem Wohnort in Hinblick auf den Hauskauf und die Reaktionen darauf kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Es weist deutlich auf mangelnde Toleranz und Akzeptanz der deutschen Nachbarn hin.
An @Manul: Sie geben hier Ihre betrüblichen, langjährigen Erwahrungen mit ihren deutschen Mitbürgern wieder und leider ist dies der zumeist nicht angesprochene Teil der Integrationsproblematik. Als Musiker wüsste ich zumindest eine kleine Möglichkeit, mehr freundschaftliche und respekvolle Begegnung miteinander zu fördern: Das gegenseitige Kennenlernen mit Hilfe der Kultur, dazu zählt Musik und Tanz unzweifelhaft dazu wie auch für viele das Essen. Letzteres muss sich aber nicht nur auf Restaurants beschränken, sondern z.B. im Rahmen eines Strassenfestes könnte man selbst zeigen, was man alles zu bieten hat. Kinder unterschiedlicher Kulturkreise könnten voneinander neue Spiele kennenlernen usw. Das sind Dinge, die ich für ungemein wichtig halte neben all den administrativen und schulischen Dingen.
@ Reimers
” …… , ich möchte nur nicht zusehr die Debatte bestimmen.”
Keine Bange Herr Reimers, einige Kommentatoren hier, sind so Scharfzüngig, es ist sogar möglich, daß Sie Ihren alten Stock brauchen würden :-)
“Ich sehe deshalb die gezielte, früh einsetzende Förderung der jungen türkischen Mädchen ……. ”
Ich glaube nicht, daß solche Förderung was bringen würde, da diese Mädchen ihr (späteres) erwachsenes Leben (in den meisten Fällen) sowieso nicht alleine bestimmen können, sondern ihr Leben wird von den “Paschas”, erst vom Vater, danach von Ehe-Mann, bestimmt.
Ein Beispiel: Eine bekannte, von mir, Kasachin war eine der besten und talentiertesten Studentinnen in Konservatorium.
Nach dem Abschluß kehrte sie in ihr Heimatdorf (Aul) zurück und wurde gleich von ihrem strengreligiösen Vater verheiratet.
Es war ihm egal, daß sie talentiert ist.
Er hat es so entschieden und sie mußte sich seinem Willen fügen, Basta (4 Jahre-Ausbildung umsonst).
Unsere Ideen und darausfolgende Vorschläge zu Integration werden nicht viel bringen, solange die Familie bzw. Familienoberhäupter das Sagen haben.
Truvor: Das Familienoberhaupt hat vielleicht im kasachischen Dorf das Sagen. Die meisten türkischen Jugendlichen lassen sich nur begrenzt von den Eltern reinreden. Das ist manchmal gut und mitunter auch weniger gut, wenn die Kids, und da überwiegend die Jungen, auf der Strasse abhängen usw.
Ich muss auch ein paar kritische Anmerkungen bezüglich des Artikels machen, den ich schon sehr informativ fand, aber ..
Vielleicht nicht so wichtig, aber in Marzahn gibt es wenn, dann eher Russen als Türken, und auch davon so viele nicht. Es gibt in Marzahn und Hellersdorf allerdings wohl einige Blöcke, wo sich Russen etwas zusammenballen. Das kann, muss aber nicht Absicht sein. Leute, die sich kennen, informieren sich über freiwerdende Wohnungen, eventuell ziehen auch Deutsche wegen “denen” eher weg und so.
Ich finde übrigens nicht, dass 20% ausländische Kinder schon ein Problem sind, es sei denn, es wären alles Problemkinder. Meine jüngeren Kinder sind erst in Kreuzberg (SO61), dann in Tempelhof auf die Primarschule gegangen. Auf der Kreuzberger Grundschule betrug der Anteil der Nichtdeutschen knapp zwei Drittel, die gute Hälfte der Schüler waren Türken, in Tempelhof waren es 55-60% Nichtdeutsche und 40-45% Türken.
Allerdings war die Struktur anders: In Tempelhof war ein grosser Teil der Türken als “Schulflüchtlinge” aus Kreuzberg (v.a. SO36), Neukölln, Wedding etc. gekommen, einige waren bloss in Tempelhof oder Mariendorf gemeldet, lebten tatsächlich noch in jenen Bezirken. Die Kinder aus den Klassen unserer Kinder waren oft bei uns zu Hause, keiner von denen sprach kein oder schlechtes Deutsch, und von den Eltern nur sehr wenige, obwohl darunter einige waren, die nicht oder nicht gut lesen und schreiben konnten.
Die Kreuzberger Grundschule am Marheinekeplatz war aber auch keine Ghettoschule gewesen. Die Umschulung der Kinder war umzugsbedingt, keine Schulflucht. Ein paar besorgniserregende Entwicklungen gab es da allerdings schon, so, dass sich unter den über 10jährigen die ersten Gangs zu bilden schienen. Im Jahrgang unseres Sohnes war aber der grösste Troublemaker ein deutscher Junge mit afroamerikanischem Vater, der bei seiner Mutter aufwuchs, ein nettes Kind an sich, aber im Verhalten vor allem in der Schule eine Katastrophe. Dass Jungen mehr Schulprobleme hatten als Mädchen, haben wir auch bei unseren Kindern bzw. dem Sohn erlebt.
Natürlich ist die Schulsituation in den Bezirken, aus denen auch die Migranten, die es sich leisten können, wegziehen, teilweise trostlos. Da muss auch etwas geschehen, bildungs- wie sozial- und stadtentwicklungspolitisch. Wenn ich mir die Erhebungen zur Situation der Migranten ansehe, sehe ich zwar genug Gründe zu Besorgnis und Bedarf für Verbesserungen, allerdings keinen Grund für allzulaute Alarmrufe. Zweifellos hat die Migranten als schwächstes Glied die Sozialabbaupolitik am härtesten getroffen, und Deutschland leistet gerade im Primarschul- und Sek-I-Bereich im OECD-Vergleich Unterdurchschnittliches. Aber die immer wieder im Fokus der “Integrationsdebatten” stehenden Türken sind die Gruppe mit dem höchsten Grad von Bildungsaufstieg im Generationenvergleich.
Das heisst nicht, dass man Probleme wegdiskutieren will oder sollte. Eine flächendeckende Einführung der Ganztagsschule fände ich ebenso sinnvoll wie die Ausdehnung der Vorschulbetreuung, wobei auch ein obligatorischer Kindergarten nicht so verkehrt wäre.
Schulen mit 20% Migrantenanteil oder weniger werden wir aber nicht kriegen, da der Migrantenanteil an den Schülergenerationen schon bei 40% liegt, in den Ballungen noch grösser.
naja, viel zu lang, a^2
@ aquadraht
“Die meisten türkischen Jugendlichen lassen sich nur begrenzt von den Eltern reinreden”.
Ja, vielleicht solange sie noch in der Schule sind, irgendwann werden sie aber erwachsen.
Ich persönlich (vielleicht irre ich mich, bin halt kein Fachmann in dieser Frage) habe noch nie gehört (zumindest aus meinem Bekanntenkreis), daß ein Muslime gegen seine Familie vorging.
Ausgestossen, von der Familie, zu sein, ist das schlimmste für sie.
An @aquadraht:
Sie haben sicherlich Recht, dass eine Zahl wie 20% nicht immer die erwähnten Folgen hat. Die Lebensbedingungen spielen hier ebenfalls eine große Rolle. Es war auch meine einzige Zahl im Text.
Meine Erfahrung mit russischen Einwanderern war übrigens, dass die Mehrheit der Jugendlichen gar nicht nach Deutschland wollte (sie waren in der Regel 14-17 Jahre alt), sondern ihre Eltern. Hier liegt aus meiner Sicht also noch ein Sonderfall vor.
@ Reimers
“Meine Erfahrung mit russischen Einwanderern ……. ”
Meinen Sie die Russen oder Russlanddeutsche ?
Falls Sie, im obigen Satz, die Russlanddeutsche meinen, dann würde ich Ihnen teilweise (in Ihrem Satz “… dass die Mehrheit der Jugendlichen gar nicht nach Deutschland wollte …”) zustimmen, aber nur teilweise.
z.B. Ich komme aus einer (zu etwa 85%) deutschen Gemeinde aus der ehemaligen Sowjetunion.
In den deutschen Familien (in einigen mehr, in anderen weniger) wurde auch Deutsch (selbstverständlich kein Hoch-Deutsch, sondern Küchen-Deutsch in verschiedenen Fassungen bzw. Alt-Deutschen Dialekten) gesprochen (meine Groß-Eltern beispielweise, konnten kaum Russisch), gebetet, gefeiert, geheiratet, beerdigt etc.
Mit anderen Worten: Wir hatten (und haben) uns immer nur als Deutsche gefühlt.
Ich kenne aber niemanden aus meiner Gemeinde (egal ob Erwachsene oder Kinder/Jugendliche), der/die nicht nach Deutschland ausreisen wollte.
Es bedeutet auch nicht, daß wir mit unserem Leben dort unzufrieden waren.
Wir hatten auch ganz gute Beziehungen mit allen anderen Volksgruppen gehabt.
Aber es ist nun mal die Zeit gekommen und wir sind halt (als es erlaubt wurde) allesamt nach Deutschland ausgereist.
Es gibt aber auch eine andere (sagen wir so) Art von Russlanddeutschen.
Es sind Russlanddeutsche, die (nach dem Krieg) unter den Russen (und anderen), in russischen Gemeinden aufgewachsen sind.
Sie fühlen sich auch mehr als Russen und ihre Nostalgie, nach Mütterchen-Russland, ist manchmal echt Herzzerreißend.
Ich kannte ein paar von ihnen, sie wußten nicht mal zu welcher Konfession sie gehören, einer mußte sogar seine Großmutter anrufen, um zu erfahren, daß er ein Lutheraner ist.
Sie machen, so weit ich weiß, die Mehrheit der Russlanddeutschen in Deutschland, aus.
Und daß unter dieser Gruppe der Russlanddeutschen, Jugendliche gab (und gibt), die nicht nach Deutschland ausreisen wollten, da glaube ich Ihnen, voll und ganz.
An @Travor:
Dies habe ich sowohl bei etwa der Hälfte der jüdischen Einwanderer gemacht (Westsibirien, jetzt-Kasachstan, Zentralrussland) und mehrheitlich bei der Gruppe von Russlanddeutschen, die Sie ansprechen. Viele hatten dort ihre Freunde, ihr Lebensumfeld und ihre Eltern hatten eine Sehnsucht nach der ihnen zwar unbekannten, aber ersehnten deutschen “Heimat”, bzw. einem besseren Leben.
Zur Kriminalität Jugendlicher:
“Für mich ist auch immer wieder erstaunlich, dass wenig bekannt ist, wie relativ wenige Jugendliche und Heranwachsende in der Bundesrepublik inhaftiert werden. Nach einer dreitägigen Veranstaltung über Jugendgewalt, in der auch über Kriminalitätsfurcht und die Rolle der Medien bei der Skandalisierung der Jugendlichen als immer gewalttätiger informiert und diskutiert wurde, habe ich in Köln das Publikum gefragt, wie hoch denn ihrer Schätzung nach die Zahl der Jugendlichen aus Köln ist, die zur Zeit inhaftiert sind: über 1000, zwischen 500 und 1000, zwischen 100 und 500 oder unter Hundert? Zwei Drittel der Anwesenden schätzten 500 und mehr. Nur ein einziger hat richtig gelegen und für “unter 100″ plädiert. In einer Millionenstadt wie Köln sind zu einem beliebigen Stichtag ca. 60 Jugendliche und Heranwachsende in Haft. Sozusagen drei Schulklassen. Die Zahlen aus den skandinavischen Ländern zeigen, dass auch diese Haftzahlen in der Bundesrepublik weiter reduziert werden könnten. Das zeigt sich beispielhaft an der Entwicklung der Zahl der inhaftierten nichtdeutschen Gefangenen.”
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=121
Ja, auch türkische Jugendliche werden drogensüchtig. Und machen ihren Eltern grossen Kummer.
der Link geht leider nicht…
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1214
“Es wäre anlässlich des 8. Mai natürlich möglich gewesen, daran zu erinnern, dass es die Nationalsozialisten waren, die mit dieser Form der polizeilichen Statistik, einer Tatverdächtigenstatistik, öffentlich über die Kriminalitätsentwicklung zu informieren begannen. Davor waren es die Verurteiltenstatistiken der Gerichte, mit denen man sich über die Kriminalitätsentwicklung verständigte. Was nur logisch ist: Es sind allein die Gerichte, die Kriminalität durch ihre Urteile feststellen dürfen. Doch die viel kleineren Fallzahlen der Gerichtsstatistiken eignen sich weniger zu Dramatisierungen. Und genau um solche interessengeleitete Dramatisierungen geht es regelmäßig, wenn die PKS vorgestellt wird – selbst wenn die Zahl der angezeigten Straftaten zurückgeht, wie es 2006 zum wiederholten Mal der Fall war. ”
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10940
Danke, guter Artikel
Link funktioniert bei mir nicht.
Gruß
H. Müller
ist der zweite Link beim ersten fehlt die letzte Zahl
Gerade von der linken Seite des politischen Spektrums würde ich eigentlich grundsätzlichere Kritik am durch den Industriekapitalismus pervertierten Bildungs- und Integrationsbegriff erwarten, so irgendwo auf der Linie von Erich Ribolits.
An @twex: Die Debatte über den Zusammenhang von Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft ist ohne Zweifel unbeding notwendig, aber in jeder konkreten Situation wie Unterricht, Sozialarbeit u.ä. sicherlich zweitrangig gegenüber der aktuellen Tätigkeit. So kann man z.B. auch Psychologen als reine “Feuerwehrmänner” oder “Flickschuster” im System bezeichnen, das würde aber ihre notwendige Arbeit nicht würdigen und selbst wieder nur einen Teilaspekt ausleuchten. Ich wollte mich im Artikel möglichst auf das Titelthema beschränken.
Für den stolzen Jugendlichen ist es wohl doppelt schwer wenn er einer der Bildungsverlierer ist, weil dann sein Weltbild vom Versorger der Familie nicht mehr funktioniert. Vll ist es deshalb für Jungen aus der muslimischen Richtung schwieriger als für hedonistische oder konforme andere Jugendliche. Das Problem bei mangelnder Integration, weniger Bildung auch nicht an der Gesellschaft partizipieren zu können haben aber alle Betroffenen. Ob das nun linke Solidarität fördert?
mal was zur -ähem- ‘Auflockerung’:
Aus einem Anti Muslim-Forum
Am anderen Ende zerlegt Luebberding Klaus von Dohnanyi, wenn der von ‘social race’ schwadroniert, ohne den Begriff und seine Tücken weiter zu kennen:
->Bei weissgarnix
Wenn mich jetzt jemand fragt, für wessen ‘Argumente’ ich weniger Sympathien haben soll, tue ich mich echt schwer.
Dohnanyi sollte es zumindest besser wissen.
Und was Sarrazin betrifft, hätte er vielleicht seine Banklehre zuende machen und in seinem Metier nach dem Rechten schauen sollen, bevor er sich in Sachen einmischt, von denen er menschlich und fachlich noch weniger versteht.
Polemik Ende.
———-
Ansonsten. Herr Reimers, ich habe ihren Artikel mit Gewinn gelesen!
Grüsse
Genau das tat er).
Kultur beinhaltet ja in erster Linie, die Weitergabe von Moral und Ethik in verschiedensten Formen – baulich, literarisch, institutionell, strukturell, usw. – an die folgenden Generationen.
Was aber passiert, wenn eben diese Kultur nicht mit Leben gefüllt werden kann und reine Theorie bleibt, weil die gesellschaftliche Teilhabe, z.B. in Form von Wahlbeteiligung, dauerhafter Aufenthaltserlaubnis oder einem auskömmlichen Einkommen nicht erwünscht ist?
Die betreffenden Menschen werden sich auf die Wurzeln der eigenen Kultur zurückziehen, z.T. auch regressiv, und das als bekannt Funktionierende weiterhin vermitteln.
Diese Ablehnung, welche sich auch als Demütigung verstehen lässt, wird eine ähnliche Reaktion nach sich ziehen. Das sind allzu menschliche Verhaltensweisen, die nur von “Psychopathen” nicht verstanden werden.
Jetzt, nach Dekaden dieser Art von Politik, wird es natürlich nicht leichter die betreffenden Menschen zu erreichen, denn es hat sich in vielen Köpfen schon ein Bild festgesetzt, welches schwer zu ändern ist.
Letztens sprach ich in mit einem türkischen Berliner, der mich doch tatsächlich auf eine rassistische Haltung teste, aber nicht im mindesten realisierte, dass er nur nach einer Bestätigung seiner Sichtweise suchte und selbst in eben den Kategorien dachte, die er bestätigt wissen wollte – nur so als Beispiel für die oben genannte These.
Den Verdacht habe ich auch.
Die oberen drei Zitate kann man problemlos als Regressionsphänomene interpretieren.
Hier steht jemand in der Ecke, und kickt mit dem zurück, was er hat.
Im langen thread zum Thema habe ich versucht, darauf hinzuweisen, dass das islamisch/muslimische Denken auf männlichen Stolz ausgerichtet ist, während das ostasiatische im Vergleich auf Anpassung ausgerichtet ist.
Das würde viel, wenn nicht das Meiste von dem erklären , was man etwa beim Vergleich Vietnamesen-Türken aus den Statistiken lesen kann.
Damit beanspruche ich nicht die letzte Erklärung! Es ist eine verteidigbare These. Wenn sie fällt, ziehe ich sie gerne zurück.
Der rasant unterschiedliche Schulerfolg von türkischen Buben und Mädchen, TROTZ der familiären Pressionen gegen die Mädchen sollte doch jedem die Augen öffnen, sollte man meinen.
Jedes genetische Argument muss sich da lächerlich machen.
Kluge Politiker müssten das erkennen, aber die leben offenbar auf einem anderen Planeten, oder sind narzisstische, selbstdarstellerische Soziopathen.
(dreifach genäht hält besser ;) )
Grüsse
In diesem Punkt kann ich Ihnen voll und ganz zustimmen. Der Stolz ist die vorherrschende Grundhaltung. Ein Beispiel mit einem 15 jährigen Ägypter, der im Unterricht über mich verletztende Bemerkungen Mitschülern gegenüber machte. Ich habe ihn nicht direkt zur Rede gestellt, sondern ihm sehr eindringlich vermittelt, wie tief er gerade meinen Stolz verletzt habe. Frappierende Reaktion: Schweigen, Annahme meiner deutlichen Worte und darauffolgendes Grüßen meiner Person auf dem Schulhof und außerhalb von mir nicht persönlich bekannten ausländischen Schülern. Das sprach sich schnell herum und wurde von ihnen von einem Deutschen erwartet und respektiert.
Ich habe viele Jahre in dem Stadteil mit der (damals) höchsten Quote an Türken gewohnt, und zwar mitten in ‘Klein-Istanbul’, wie es (natürlich) hieß. Im Rückblick eine sehr schöne Zeit, ich kannte sehr viele Leute persönlich, was in den ‘deutschen’ Stadtteilen, in denen ich seit langem wohne, nicht mehr so ist. Allerdings war es nötig, für die tägliche ‘Nahrungssuche’ ein paar Worte türkisch zu lernen ;). Was auffällig war ist, dass es in diesem Stadteil um Größenordnungen entspannter und konfliktärmer zuging als in denjenigen Stadtteilen, in denen es zwar viele, aber nicht überwiegend Türken gab. Auch übertriebenes ‘Macho’-Gehabe war in ‘Klein-Istanbul’ nicht augenfällig, ganz im Gegensatz zu den eben erwähnten anderen Stadtteilen. Was ich insgesamt in die Diskussion stellen möchte ist, ob es nicht die völlig falsche Richtung ist, Deutsche und Türken mittels gleichmäßiger ‘Durchmischung’ zu ‘zwangsintegrieren’. Vielleicht ist die Idee von türkischen ‘Chinatowns’ wie oben schon einmal erwähnt viel besser. Türkische Schulen mit Deutsch als erster (verpflichtender) Fremdsprache. Das wäre imho viel sinnvoller, als verzweifelt in unterfinanzierten Hauptschulen mit deutschprachigem Lehrpersonal zu versuchen, der deutschen Sprache nicht mächtigen Schülern zu einem Abschluss zu verhelfen. Die ‘Ghettoisierung’ überwiegend türkischer Stadtteile ist aus verschiedensten Gründen (und anfänglich genau so gewollt) nach mittlerweile 50 Jahren fester Bestandteil der deutschen ‘Städte’-Kultur.
Ja und es ist seit 50 Jahren zum kotzen!
@drummy-b
Ich glaube nicht.
Ich habe viel mit Chinesen/Koranern/Japanern/Indern zu tun, wenig mit Türken.
Wie gesagt ist meine These, dass das ostasiatische Denken/Verhalten sehr viel mit Konfuzianismus/Buddhismus zu tun hat, was eine Kultur der Anpassung ist, mit der sich die Europäer, wenn sie zuhause sind, offenbar leichter tun.
Was hinter den Kulissen vor sich geht, ist eine andere Sache.
Im Arabischen ist das Vertrauen in den Handschlag eine Frage der Ehre.
Wer da als Westler einen Vertrag mit Kleingedrucktem verlangt, beleidigt.
(mal die wichtige Geschlechterfrage aussen vor. Aber man begegnet sich erstmal in solchen Vertragsgeschichten von Mann zu Mann.)
Da reibt sich was.
Ich möchte nicht genau festmachen, WAS das ist.
Ich glaube, es ist gut, das etwas im Diffusen zu lassen.
Wie weit, weiss ich nicht. Nicht, dass ich keine Position hätte.
Hängt von der Situation und vom Gegenüber ab.
Wer jemand anderen versucht, restlos zu erklären, beraubt ihn der Menschlichkeit, der Maske, was Du willst.
Oft lese ich “nur” von den technischen Problemen einer Integration von
Migranten.Die mentalen Unterschiede kommen oft zu kurz oder werden den
Migrantensogar zur Last gelegt.Da fällt mir nur “bla-bla” ein.
Ein Anfang wäre getan, wenn die Deutschen ihre Schuld nicht auf ihre Kinder übertragen würden und endlich an ihrem Selbstbewusstsein arbeiteten.
Dann sollten die Deutschen lernen, einander zu vertrauen und aufeinander zu zugehen. Viel Angst rührt auch daher, dass sich die Deutschen ja selbst nicht über den Weg trauen, außer natürlich in Extremsituationen. Aber dass machen selbst China und Indien. Also kein Grund, mit gestählter Brust durch die Gegend zu laufen.
Aber im Ernst:
Es ist schwer, als
Migrantohne elitären Background durch die deutsche Bildungslandschaft zu kommen. Es wabern einem immer diverse Ängste entgegen. Woher diese kommen, kann ich schwer sagen. Man spürt sie aber. Selbstbewusstsein in Sprache und Ausdruck werden selten geduldet.Nach dem Motto: Was bildet sich der eigentlich ein???
Ich sitze nun schon eine halbe Stunde an diesem Text, weil ich immer wieder dazu neige, verletzend zu sein. Das geht natürlich nicht.
Um es vielleicht auf den Punkt zu bringen: Nach 15 Jahren habe ich dann doch meinen Realabschluss gemacht und zwar mit Bestnote. Jetzt geht es an ein Fachabitur. Danach kommt ein Fachstudium oder Auswandern.
Keine Ahnung, was hier in Deutschland abgeht, ich jedenfalls habe keine Lust, mich in diesem Räderwerk von Unterordnung und Abhängigkeit zu begeben.
Vielleicht muss man Deutscher sein, um unbewusst in ein solches Leben hinein zu gleiten, also, ganz unbemerkt von seinen natürlichen Bedürfnissen.
Um es im hier postulierten
Migrantenslangzu formulieren, denn das scheint hier jeder zu verstehen:Ich meine, was wollt ihr? Leute, die Schrauben bauen können und sich im Mikrokosmos von C++ bewegen können oder selbstbewusste Individuen, die sich mannigfaltig bewegen und nicht vergessen, was es heißt, Mensch zu sein.
Deutschland ist ein kaltes Land. Spontanität und Lebenslust gelten hier als jugendliche Naivität. Wer hat sich schon mal mit Pädagogen unterhalten? Und diese Leute, angezüchtet an deutschen Hochschulen und Fachhochschulen wollt ihr dann auf die nächste Generation loslassen? Heide Witzka Herr Kapitän.
Generation 76 dreht Deutschland ebenfalls den Rücken. Alles andere ist sich dahingeben in schlechte Lebensqualität und verrückte Automatengesellschaft.
Komisch nur, dass es keine Debatte über Lebensqualität in Deutschland gibt. Auch die Debatte über massiven Brain-Drain findet nur in den War-Rooms diverser Sozial-Architekten statt.
mundus vult decipi
Naja.
Hängt davon ab, wo Du bist.
Ich würde das nicht an einem ‘deutschen Naturell’ festmachen.
Da gibts 100 Regionen und noch feinere Unterteilungen.
Was mich manchmal nervt, ist, wenn jemand meint, dass die USA das Land der Freien sind
Kanada sowieso einfach nur weit und offen ist, Neuseeland das Traumland, Australien sonstwas.
Haben vielleicht die Türken und Italiener von Deutschland in den 60ern ähnlich gedacht?
Es ist der Traum, den Du in das neue Land trägst, und irgendwann sehnst du Dich nach Deinem Germany oder sonstwas, baust dann Dein kleines Ghetto und suchst Gleichgesinnte, wenn Dein Traum enttäuscht wird.
Dann bist du wieder am Anfang. Oder schlimmer. Musst nämlich Deine Heimat neu bauen. Meist schlechter als die Verlassene.
Hängt von Deinem Naturell ab, würde ich sagen.
In den meisten Fällen geht es NICHT gut, –ist meine Einschätzung– und Du fängst an, Dich selbst zu belügen.
World citizen. Was hab ich das schon gehört?
Die sachte Tragödie des Heimatverlusts überspielen.
Das macht die Sache so schwierig.
Vielleicht sollte jeder mal das Land verlassen, damit er weiss, was es heisst, zuhause zu sein,
UND was es heisst, ein Fremder zu sein.
Nicht als 2-Wochen-Tourist, oder im sichern Wissen, jederzeit wieder zurückzugehen. Das ist nämlich ein rasanter Unterschied!
ich denke hier haben beide Seiten Vorurteile (auch die haben irgendwo ihre Gründe), du bist nun schon gefrustet und willst dich schon gar nicht mehr “integrieren”:
. Obwohl du schon eigentlich integriert bist. ;-) It’s too late. :P
Das ganze könnte auch ein “Kulturschock” sein, in Deutschland wird halt gern gejammert auf möglichst hohem Niveau und deutsche sind nicht so herzlich offen sondern grundsätzlich erstmal misstrauisch, man könnte es typisch deutsche Mentalität nennen. Aber hast du gute Freunde gefunden, dann sind es auch “richtig” gute. Man lernt damit umzugehen, in Amerika ist es z.B. genau anders rum: “How are you?”… small talk everywhere, alle tun immer übertrieben so als wär alles super etc pp, andere Kultur halt.
Und wenn du sagst:
Dann gibts es viele Lehrer die man auf deine Generation losgelassen hat oder auf meine oder auf die vom SF (wenn eine generation so ca 10 jahre sind) oder welche auch immer, alles nicht soooo schlimm. Hey früher gabs noch die Prügelstrafe in der Schule. ;-)
Aber die “Lebensqualität” ist doch nicht so schlecht, es liegt eher an der Einstellung zum Leben, bei so manchen Menschen in Deutschland bin ich mir nicht sicher ob sie arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten. Aber auch Lebenslust findet man genug, wie gesagt life is life, na na na na. :D
@DerFleischermeister
Dieses unsere Deutschland ist nun mal auf dem seltsamen Trip, Gefühle von Fremdheit, Gefühle von Exil, zu verstärken, um umso schamloser das hohe Lied der Integration zu heulen.
Die Einwohner dieses unseren kalten Landes drücken ihre Unsicherheit über sich selbst gerne in der heuchlerischen Selbstgerechtigkeit ihrer Urteile aus. Wenn diese Deutschen sich selber sicher wären, ließen sie Anderen ganz locker die Freiheit, aber weil sie sich selber innerlich extrem unsicher sind, ersetzen sie ihre mangelnde eigene Festigkeit durch um so härtere Härte gegen die Anderen. Irgendwie brauchen die Deutschen ihr geliebtes „Räderwerk von Unterordnung und Abhängigkeit“, um sich so richtig deutsch zu fühlen. Sie brauchen halt ihre spezielle Art von schwüler “Heimat”.
So, hoffentlich reicht das erstmal! Nee?
Also gut, wenn es noch nicht reicht: Der Kenner erkennt das barbarische Kulturstadium, in dem die Deutschen in ihrer Endlosschleife festhängen, an ihrer perversen Neigung zum Ver-Urteilen, dem verbissenen Suchen nach Fehlern am Andersdenkenden, speziell aber an dieser unzivilisierten deutschen Manie, dem Anderen seine kleinen und großen Fehler unter die Nase zu reiben, um ihn blöde triumphierend meinen demütigen zu können.
Die deutsche Industrie und die deutsche Politik haben eine lange Tradition des Einsatzes ausländischer Arbeiter in Industrie und Bergbau. Zunächst hießen sie “Fremdarbeiter”, dann “Gastarbeiter”. Die meisten Fremdarbeiter wollten nach dem Krieg zurück zu ihren Familien im Ausland. Viele Gastarbeiter holten ihre Familien nach Deutschland.
Auch die DDR setzte Arbeitskräfte aus dem (sozialistischen) Ausland ein. Die wären alle wieder zurückgeschickt worden, wenn da nicht die Wiedervereinigung dazwischen gekommen wäre.
Viele Italiener, Spanier, Portugiesen und Griechen kehrten freiwillig in ihre Heimat zurück. Warum? Die Türken und Araber in Deutschland werden immer mehr. Was ist der Grund?
Warum?! Das muss irgend ne Krankheit sein oder? Das geht doch nicht. Das ist verdammt unser Land und wenn ich höchstpersönlich die Grenze bewache!
Und überhaupt wenn einer von denen meiner Tochter anpackt… ich dreh hier noch durch. Überall sind sie, krabbeln auf mir rum. Ihre Gedanken sind schon in meinen Kopf gekrochen. Wenn ich noch einmal Integration höre, brenn ich ne Dönerbude nieder!
Kommt Integration nicht auch von Eindringen? Vergewaltigungsgeruch in der Luft. Meine Familie, mein HabundErbgut. Das ist das Ende
das doch Quatsch, du kannst doch nicht “Gastarbeiter” die 10 Jahre in Deutschland gearbeitet haben wieder nach Hause schicken weil plötzlich weniger Arbeit da ist. Es ist ist doch völlig in Ordnung, dass die inzwischen “Integrierten” ihre Familie nach geholt haben. Das lag nicht an der Wiedervereinigung alleine.
google mal Carsten Penkella :-)
hab’ ich da was verpasst?
ich gebe ja jedem immer den benefit of the doubt.
Neuer Post, neues Glück.
Möglicherweise eine uneffektive Strategie.
Wir haben Volksfest hier, und die Ökonomie verlangt für jeden Schuss von mir 50cent.
Dann darf ich wieder.
Die Schiessbude ist eine art Modell einer Meinungsökonomie, wie die Wetttheoretiker meinen.
Kein Geld: keine Meinung möglich.
Aber andererseits:
Harte (Pseudo-)Konsistenzen auf harte (Pseudo-)Konsistenzen getürmt führen in den Elfenbeinturm.
(–ähem– ‘Pseudo’ habe ich schnell nachgetragen, um den Sinn zu retten.)
Nur so ein Verdacht.
Naja hab das auch gerade erst gemacht, weil ich die Seite so komisch fand. Der Carsten ist wohl schon länger am schaffen, wer oder was fürn Produkt das auch immer ist.
Welche Intention hab ich nicht ganz verstanden, aber der Kommentar und die Berichte die es zu dem Namen gibt sind ausreichend.
@brixius,
mein letzter post war zB etwas verquollen.
Aber ich hatte keine ‘Editierberechtigung’ mehr.
Das stimmt mich dann wieder gnädig gegen allem möglichen, was man so liest.
Die Wiederholung machts!
Grüsse
jou :-) editiertes schießen ist schon klasse
Penkella Logik ist außer Konkurrenz
Ja, was ist der Grund?
Kann es sein, dass Deine Zahlen nicht stimmen?
Haben wir jetzt eine Netto-Abwanderung (von Türken) oder nicht?
Last time I checked ist die Netto-Quote bei Türken ca 10K/Jahr AUSWANDERUNG.
Die bösen Buben bleiben natürlich alle hier, um Sarrazin zu bestätigen.
ich könnte mich ja notfalls breitschlagen lassen, wenn jemand sagen würde, dass D.land ein Bildungs -Auswanderungsland ist. Das würde aber direkt auf den strategischen IQ unserer Politikerkaste zurückzuführen sein, die fröhlich an ihrer self-fullfilling Untergangs-prophesy arbeiten, die wesentlich dramatischer wirkt, als der Dummschwatz, den Klein-Banker-Sarrazin sich so als ‘Kausalität’ zusammenhalluziniert.
Und dass Griechen und Portugiesen neuerdings freiwilig in die Heimat zurückkehren?
Ein Wand mit regional bis zu 70% struktureller Arbeitslosigkeit wird zum Einwanderungsland.
Halllooo. Der turnaround ist geschafft!
Da würde die Börse ja durch die Decke gehen!
Da würde ich Griechenland-Anleihen ohne Ende kaufen!
Also bitte, bring meine Anlagestrategie nicht durcheinander!.
S-Zyniker sein ist ja schon recht, aber bittschön ein paar Fakten, die irgendwie so ins Grosse & Ganze passen, sonst ist das fast Sarrazin-Niveau!
Ein
Wand=Land.sorry.
man ist ja als Deutscher pingelig.
Hab’ ich noch was vergessen?
Welcher (bürgerliche) Deutsche (mit deutschem Hintergrund) meint es denn wirklich ehrlich, geschweige denn “gut”, mit “unseren” Türken?
Ist es denn besser für die Mehrheit der jungen Türken in Deutschland, die stolz darauf sind, Türken zu sein, hier zu bleiben, anstatt in ihre Heimat zurückzukehren?
Ist es nicht eher eine spiegelverkehrte “Deutschland, Deutschland über alles”-Einstellung, so zu tun, als ob Türken, Araber und andere Ausländer zu uns kommen, weil sie Deutschland und die Deutschen so toll finden?
(Muslimische) Türken und Araber in Deutschland werden von der Mehrheit der Deutschen immer diskriminiert werden. Ist das das “Nazi-Gen” in uns?
Zu Loeffelholz:
Das war/ist offensichtlich eine Fehlentscheidung.
Besonders in Hinsicht auf Russlanddeutsche – hab’ schauderhafte Erfahrungen damit. In manchen Gegenden wurden Russlanddeutsche in freigewordene Kaserne eingesiedelt – weit und breit keine Arbeit zu finden, die meisten leb(t)en von Sozialhilfe bzw. HIV, schwätzen miteinander nur Russisch, hören nur russische Lieder an, gucken nur russisches Fernsehen, saufen billiges Wodka und sind nach 10 oder gar 20 Jahren in Deutschland nicht mal der deutschen Sprache mächtig.
Die junge Generation, die in solcher Umgebung aufgewachsen ist, tut mir echt leid.
Wen/was denn zu entlasten? DEN Staat oder DIE Zugewanderten?
Ähmm, gilt es nicht für alle Mädchen, ob nun türkisch, deutsch oder russisch bzw. russlandstämmig? Meines Wissens – Ja.
Ich bin zwar kein Pädagoge, aber meiner Erfahrung nach formt soziale Umgebung die Kinder wesentlich stärker als die familiäre Umgebung. Wenn sie also in “kultureller Tradition” zu kleinen Paschas erzogen werden, dann liegt es eher an kulturellen Gettos, in denen sie sozialisiert wurden – siehe meine Bemerkung zu Loeffelholz oben.
Guter Anfang. Differenzierung tut Not!
Na ja, das ist eben mit “türkischen” Einwanderern so – alle, die aus der Richtung kommen, sind Türken ;p
Von daher wird es ein schweres Unterfangen sein,
Die meisten Deutschen wissen immer noch nicht, dass viele Türken in Deutschland keine Türken sind, sondern Kurden. Auch die alevitischen Türken sollte man nicht unbesehen mit den “Mehrheits”-Türken in einen Topf werfen.
@Carsten,
kann schon sein, dass ‘die meisten’.
Die meisten US-Amerikaner finden Afghanistan nicht auf der Landkarte.
Was sagt uns das exactly?
Dass die Amis einen unterirdischen IQ haben?
Können wir uns einigen, dass ‘Ignoranz’ ein schwerer kultureller Defekt ist?
Bei allen Betroffenen.
zu 1: Den Sozialetat nach Aussage von Sarrazin.
zu 2: Generell richtig, aber hier haben mich immer wieder insbesondere die türkischen Mädchen beeindruckt mit ihrem besonderen Engagement. Bei den meisten deutschen Mädchen fehlt dieser ausgeprägte familiäre Hintergrund (Hilfe zu Hause, der Drang auszubrechen usw.).
zu 3: Im Falle türkischer Kinder und Jugendlicher muss ich Ihnen hier klar widersprechen. Die bei weitem stärkste Prägung erfahren sie im Familienverband, alles andere kommt danach.
Herr Reimers,
ich stimme mit Ihnen überein und möchte nur noch meine Vermutung wiederholen:
meine Worte w.o.:
Mädchen sind allgemein ‘bildungsfähiger’ im schulischen Kontext. (Nicht nur türkische, sondern das gilt ganz allgemein.)
Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist ihr Kontext breiter. Ich bin mir da unsicher.
‘Buben’ sind eher orientiert nach anderen Rollenmodellen.
Vater oder Gruppe.
Stimmen Sie damit überein?
Bin neugierig!
Gute Nacht erstmal
An @Groo: Ja, im wesentlichen stimme ich hier mit Ihnen überein, was ich mit dem “Beschützer” auch ausdrücken wollte. Wenn man das Selbstbild aber (im Einzelgespräch) aber genauer hinterfragt, zeigt sich gleichsam auch ein widersprüchliches Bild, da ihnen schon bewusst ist, dass dieses Bild bröckelt, insbesondere angesichts der meist besseren Leistungen der Mädchen. Gerade weil sie innerlich zweifeln, kehren sie es einige überzogen heraus, andere beginnen, sich umzuorientieren.
Ist ja auch kein Wunder nach Jahrzehnten ungebremsten Männerhasses, bei manchen auch “Feminismus” gennant. Mit Gleichberechtigung und Emanzipation hatte das doch nicht mehr viel zu tun.
Vor wenigen Jahrzehnten noch waren die Bildungsverlierer kath. Mädchen aus dem ländlichen Raum – heute sind es Jungs im Allgemeinen und im Speziellen diejenigen mit Migrationshintergrund. Beim Versuch die Benachteiligung der Mädchen im Bildungssystem auszugleichen, ist man weit über’s Ziel hinausgeschossen.
Als unsere ehemalige Ministerin “für alles außer Männer” Zensursula v.d. Leyen in einem Interview gefragt wurde, ob ihr die oben erwähnte Entwicklung nicht zu denken gäbe, antwortete sie sinngemäß daß sie an dieser Entwicklung nichts Schlimmes erkennen können, wäre es umgedreht, “würde kein Hahn danach krähen”. Und das in völliger Verleugnung der Tatsache, daß eben doch “ein Hahn danach gekräht hat”.
Wenn hier nicht endlich umgedacht wird und Mädchen als auch Jungen gleichermaßen gefördert werden wo nötig, dann stehen uns noch düstere Zeiten bevor.
weiterhin fehlen Frauen in den Naturwissenschaften, sei es bei Informatik und Ingenieurswesen, dort haben sie es nicht leicht Fuß zu fassen. Ich wüder das eher differenziert sehen Herr swenske ;-) aber in manchen Punkten gebe ich dir durchaus recht.
@ Gideon
Oh, sie hätten/haben es bei all der Förderung sogar sehr leicht. Fragen Sie doch mal ein paar Ingenieurs- oder Informatikstudenten, was die Ihnen zur Förderung ihrer Kommilitoninnen erzählen können.
Aber trotz all der Förderung wollen einfach kaum Frauen Informatik, Maschinenbau etc. studieren. Fragen Sie mich aber bitte nicht warum.
Ein Grund ist mit Sicherheit immer noch das alte Denken, daß Männer für das Familieneinkommen zu sorgen haben. Deswegen richten Männer ihre Ausbildung immer noch vornehmlich nach Brufschancen und Verdienstmöglichkeiten aus, weil sie genau wissen, daß sie ansonsten Schwierigkeiten haben werden, eine Familie zu gründen.
Sobald Kinder in’s Spiel kommen, bleiben immer noch fast ausschließlich die Frauen zu Hause – und das bestimmt nicht, weil sie jemand dazu zwingt. Eine häufig gehörte Begründung ist, daß der Partner über das höhere Einkommen verfügt. Und damit wären wir wieder am Anfang.
Auf diesem Feld ist von Gleichberechtigung noch nicht viel zu sehen und das wird auch so bleiben, bis Männer dieses Spiel entweder nicht mehr mitmachen wollen oder Frauen vermehrt dazu bereit sind, die Last und Verantwortung des alleinigen “bread winners” zu tragen.
An @SwENSkE:
Ich möchte hier einmal eine – zugegeben – sehr gewagte These formulieren: Es macht nicht unbedingt Sinn, bei der Formulierung von Bildungszielen auch immer eine geschlechtliche Gleichverteilung bezüglich der Bildungs- und Berufspräferenzen anzustreben. Wert sollte dagegen darauf gelegt werden, in der Ausbildung jede Form von geschlechtsspezifischen Deutungen oder Vorurteilen zurückzudrängen (typisches Bsp, hierfür: Frauen könnten nicht abstrakt denken – daher weniger Interesse an Naturwissenschaften. Aber auch: Frauen könnten sich besser artikulieren und besser kommunizieren – daher Bevorzugung von Geisteswissenschaften).
An @SwENSkE und @Gideon:
Ich wäre der letzte, hier einiges nicht kritsch zu beurteilen. Ich war an einigen Planungen und Projekten aktiv beteiligt, mochte mich aber nicht für eher populistische Projekte hergeben. Versuche mit Geschlechtertrennung haben sich meist nicht bewährt, ebenso nicht Bemühungen zu mehr verstärkte Praxisbezogenheit.
Beispiel Mathe/Physik: seit den 80er Jahren bis jetzt ca. Halbierung der Studentinnenzahlen.
Andererseits Erfahrungen: (Hamburg) Eine meiner Schülerinnen war nach Aussage mehrerer Chemielehrer eine Überfliegerin in diesem Fach – einfach superbegabt. Sie hat bis zum 4. Semester durchgehalten und war das ewige Männermobbing im Studium und den Praktika leid. Sie wurde Assistentin eines Anwalts.
(Kiel) eine Kommilitonin (Ozeanographie) war erste Studentin in diesem Fach überhaupt und sollte zum Schwimm- und Tauchtraining nicht zugelassen werden, weil angeblich zu schwer. Sie setzte sich aber selbstbewusst durch. Sie ist (summa cum laude) anerkannte Professorin in diesem Fach in Rom.
Das angesprochene Problem der geringen Akzeptanz naturwissenschaftlicher Fächer ist aber weiterhin vorhanden und ein vorwiegend westeuropäisches Problem.
so isses
@swenske, ich bin bioinformatikstudent und hab genug gesehen an meiner Uni. Förderung hin oder her, Reimer muss ich hier zustimmen.
@ Reimers & Gideon
Kein Mensch streitet ab, daß es dieses “alte” Denken immer noch gibt und das Frauen in manchen Bereichen immer noch einen schweren Stand haben.
Mit Begriffen wie Mobbing wäre ich aber dennoch sehr, sehr vorsichtig.
Das kann aber die extrem niedrigen Zahlen an Studentinnen in bestimmten Studiengängen nicht erklären – schließlich steht auf der anderen Seite eine massive Förderung – um nicht zu sagen Diskriminierung der männlichen Studenten. Das sich sowas auch nicht gerade positiv auf das Geschlechterverhältnis auswirkt und auch zu Spannungen führt, dürfte klar sein.
Hr. Reimers spricht ja selbst an, das es sich hier um ein rein westeuropäisches Problem handelt. Gerade in Ländern, denen sonst ein lascher Umgang mit der Gleichberechtigung vorgeworfen wird, gibt es dieses Problem nicht. Da finden sich mehr als genug Studentinnen in naturwissenschaftlichen Studiengängen.
@Reimers
LOL! Doch, dass können sie:
http://www.handout.de/downloads/HegelWerdenktabstrakt.pdf
Sicherlich ist i.a. beides falsch – Frauen sind auch Menschen und unterscheiden sich untereinander hochgradig. Nicht wenige sind jedoch zu formallogischem Denken durchaus fähig, manche auch stotterig, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel ;)
Allerdings werten Frauen formallogisches Denken und dessen Ergebnisse idR nicht so hoch auf, weil sie von der Natur her in ihrer Wahrnehmung nicht so reduktionistisch und verbohrt wie die Männer sind. Bei Männern gilt eine gelungene Denkkonstruktion nicht selten für realistischer als die Realität selbst. Frauen sind dafür nicht so anfällig.
Jep!
In Sowjetunion waren Fakultäten für Chemie, Medizin und Pädagogik fast ausschließlich von Frauen belegt – da wurden Männer schief angesehen, wenn sie diese Fächer belegten.
======
Was mir noch zu der “Türken”-Diskussion aufgefallen ist – warum spricht/schreibt denn keiner von den Italienern? Meines Wissens schneiden sie in Hinsicht auf Bildung und Integration noch schlechter als die “Türken” ab. Liegt es womöglich daran, dass Italiener keine Moslems sondern fromme Christen und Europäer sind?
Und noch was fällt mir grad’ ein. In meiner Schulzeit habe ich nach Umzug meiner Familie paar Jahre in Kasachstan verbracht. Da waren auch sehr viele “Türken” anwesend (eigentlich waren es auch überwiegend Kurden gewesen). Exakt das gleiche Bild wie in D, obwohl sie keine sprachliche Probleme hatten – beherrschten sowohl russisch a.a. Kasachisch. AUf Bildung legten sie allerdings gar keinen Wert – nur einzelne haben es bis zu mittlerer Reife gebracht. Es sind aber nicht “die Gene”, sondern schlicht Stellenwert der Bildung in ihrer Kultur.
“Mittel- und langfristig muss der Staat es aber schaffen, solche türkischen Bezirke wieder mit deutschen Familien zu vermischen. Das kostet Geld und es wird nicht ohne Konflikte und Widerstände auf beiden Seiten zu bewerkstelligen sein. Die dabei geführten Auseinandersetzungen und Begegnungen könnten aber den Anfang bilden, ein Keim sein für ein zukünftiges, gedeihlichesNebeneinander zwischen Deutschen und Türken.”
Auf welcher rosaroten Wolke schwebt der Autor bei seiner Aktions-Prognose?
Guter Artikel – aber das Schluss-Resumé ist ja wohl jenseits der Realität..
Ich denke eher – Linke, Kommunisten, Anarchisten, vom SF in die rechte Ecke zitierte Infokrieger & APO’s – sie alle müssen durch diese Problemviertel maschieren – hier die Massen aufsaugen und einen Generalstreik – der ruhig mehrere Wochen anhalten darf – vom Zaun brechen!
Die Banken wie die Medien-Zentralen besetzen..;)
In meinen Augen realistischer, als immer noch an einen fähigen Staat zu glauben, der hier regelnd eingreifen kann..^^
Ein höchst kompetenter Artikel, der die Bildungsmisere anspricht und ihre Ursachen aufzeigt, aber auch die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen, unter denen Bildung in Einwandererfamilien stattfinden muss.
Danke für diese brauchbare Zusammenfassung.
Die Kitaforderung ist, falls sie eines Tages realisiert werden sollte, das Tor für das Ende jeder Beziehungsbildung zu den Eltern und dürfte den Anteil an gestörten Kindern und Jugendlichen noch einmal nach oben schnellen lassen. Die Bindungstheorie legt hier klare und deutliche Aussagen vor.
Kinder, die bereits im Alter von einem Jahr aus der Familie herausgenommen werden oder abgeschoben werden, werden Entwicklungsprobleme bekommen. So einfach ist das.
Einwanderer sollen irgendwie alles Leisten? Einwanderung ist keine Einbahnstraße. Der Deutsche muss seine Einwanderer auch begrüßen und willkommen heißen.
Genauer:
Das läßt sich auch mühelos im Alltag der kapitalistischen Gesellschaft erleben, in der Zurschaustellung von Geldvermögen und Besitz oder Titeln und Positionen. Auch und insbesondere in der Diskriminierung von Einwanderern. Wieso sollten Kinder anders oder besser sein als die Gesellschaft in der sie leben?
Genau das was hier Vorgeworfen wird, wird doch in der Gesellschaft als “Werte” vorgelebt.
Hinzu kommen Gängelungen, die auf Zwangsmaßnahmen setzen. Da wird in Einwanderungstests erstmal die Toleranzgrenze für Sexuelle Perversionen abgefragt oder geprüft in wie weit ein Mann Gewaltbereitschaft mitbringt gegenüber seiner Frau.
Das ist so dermaßen lächerlich. Wer glaubt das so erniedrigte Menschen sich noch aufrichtig eingliedern wollen in ein Land, das so dermaßen auf sie herabblickt?
Wer von Einwanderern Respekt einfordert, muss diesen erstmal selbst geben können. Integration der Muttersprachen in die Schulen, deutsch als Fremdsprache für Einwanderer. Weitergehende Integration durch gesellschaftliche Öffnung für Einwanderer und Integrationsverweigerung nicht mit Zwängen begegnen sondern mit geduldiger Einladung. Vor allem: Kulturelle und Religiöse Integration durch Schaffung von mehr Selbstbewußtsein durch mehr Moscheebauten und dabei kann eine Beteiligung des Staates auch nicht schaden.
jetzt mal langsam, die Ursache der Bildungsmisere ist nicht das “Problemkind” Integration, das hat der Autor so auch nicht gemeint, denke ich. Die Bildungsmisere betrifft ja nicht nur unsere schlecht integrierten Einwanderer. Ich sehe nicht, das Reimers Ursachen für die Bildungsmisere anführt.
Es fällt mir schwer ihrem Kommentar zu folgen.
nennt der Autor einen Absatz seiner Ausführungen. Aber über Bildungsmisere spricht er nicht?
MFG
er jammert über den Verwaltungswahn, über den Messwahn, über die zu starke Orientierung an der Wirtschaft und darüber, dass sich nichts getan hat, aber soweit kann das jeder zusammenfassen. :-/
Ok, dann hat er halt die Ursachen angeführt, aber die waren ja nun schon seit langem bekannt, deswegen ist der Artikel nun wirklich nicht so super.
Wer bestimmt eigentlich, ob ein Land ein “Einwanderungsland” ist oder nicht? Die klassischen Einwanderungsländer sind doch wohl die USA und Kanada, Australien und Neuseeland? Dort wurde die ursprüngliche Bevölkerung nicht gefragt, ob sie die Einwanderer (besser: Eroberer) willkommen heißen wollte. Inzwischen sind die Ureinwohner (teilweise ausgerottet) und an den Rand gedrängt.
In Mittel- und Südamerika herrschen die Eroberer und Einwanderer mehr oder weniger über die indianischen Völker. Hier gibt es aber auch teilweise erfolgreiche Gegenbewegungen.
In Asien ist die Kolonisierung durch europäische Invasoren gescheitert, auch in Afrika.
Eines der erfolgreichsten Eroberer-Völker ist übrigens das türkische Volk. In Kleinasien haben sie sämtliche dort lebenden Völkerschaften zurückgedrängt. Das Osmanische Reich war “die” muslimische Weltmacht.
Moment….ich komm gleich drauf…mmmh…eine Sekunde.
Lautet die Antwort: Sie?
Was hab ich gewonnen?
Das haben wir (und die anderen westlichen Industrienationen, die praktisch alle versuchen, sich irgendwie abzuschotten) selbst so bestimmt – indem wir auf Kosten (nicht nur) der dritten Welt unseren Wohlstand aufgebaut haben.
Wäre ich in einem Land geboren, in dem ich weniger Chancen hätte als z.B. in einem der Länder, die ihren Wohlstand auf der Plünderung der Ressourcen meines Landes aufgebaut haben, würde ich auch auswandern.
Jedenfalls würde ich nicht auch noch meine Arbeitskraft als Billigproduzent für die westlichen Wegwerfgesellschaften ausbeuten lassen.
wir ossis hatten es vielleicht nicht so sehr mit der direkten demokratie, aber gestört waren wir auf grund unseres knidergartenaufenthaltes sicherlich nicht ;)
theorien hin und her, manchmal sollte man aber auch in der praxis nachschauen was so funktioniert und was nicht und da sieht man halt, dass die nordischen länder sich am ddr schulsystem orientieren, bzw. dieses ganz bewusst kopieren. und wenn man sich dann anschaut, wo diese länder im internationalen vergleich liegen, kommt man wohl zu dem schluss, dass doch nicht alles so schlecht gewesen sein kann, bzw. in sachen kitas sein könnte.
Dann frage ich mich, wieso die Fremdenangst insbesondere wohl im Osten vertreten ist und eine allgemein höhere Gewaltbereitschaft vorhanden zu sein scheint.
Das betrifft nicht jeden. Oft werden solche Frühstörungen noch abgefangen sebst wenn sie zu Entwicklungsdefiziten führen.
Der Sinn war seit jeher in totalitären Regimen die Kinder den Eltern zu entfremden und an das Kollektiv zu binden. Frühstmöglich also Einfluss auf die Entwicklung körperlich und insbesondere geistig nehmen zu können.
Unter diesem Aspekt wird auch hierzulande eine Einführung durchdacht. Denn diese ganze Grundidee Kinder bereits im Vorschulalte in die Mühlen des Staatssystems zu verarbeiten ist nichts anderes als das Zurechtstutzen der Familie und des Nachwuchses für den kapitalistischen Verwertungsbetrieb und die Anpassung an das Kollektiv. Individualismus ist zwar noch erlaubt, aber sobald dieser eine oppositionelle Alternative darstellt unerwünscht.
Das hat natürlich ünerhaupt nichts mit der höheren Arbeitslosigkeit, den nirdrigeren Löhnen und der größeren Armutsgefahr zu tun. Nein, ganz sicher nicht, das muß an der Vorschulbetreuung liegen (die es bereits seit 20 Jahren nicht mehr gibt).
Je weniger Chancen einem die Gesellschaft bietet, desto höher die Gefahr, daß nach Sündenböcken gesucht wird. Hitler wäre ohne Weltwirtschaftskrise und die Lasten duch den Versailler Vertrag niemals an die Macht gekommen.
Was die “allgemein höhere Gewaltbereitschaft” betrifft – dafür haben sie doch bestimmt Zahlen, oder?
Ich wusste gar nicht, daß die skandinavischen “Regime” totalitär sind :D :D :D
Von Muss ist hier keine Rede. Es ist ein sehr wichtiges unterschätztes Puzzleteil aber sicher nicht alles, wie sie richtigerweise ergänzen. Nur sprach ich gerade nicht von Verteilungsgerechtigkeit, Chancenarmut etc sondern von den vorhandenen Risiken der viel zu frühen Kinderbetreuung in derzeit zunehmend schlechter mit Personal besetzten Einrichtungen.
Kinder brauchen ihre Eltern als Bezugsinstanz. Das ist unbestritten. Wenn Kinder zwangsweise von den Eltern getrennt werden in jungen Jahren wiegt jedes weitere Risiko um so schwerer. Das hab ich mir nicht ausgedacht, sondern ist Konsens in der Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie.
Mit dem deutlichen Unterschied: Eine sozial und emotional gefestigte Persönlichkeit käme selbst unter den widrigsten Umständen kaum auf die Idee an einem Sündenbocktreiben teilzunehmen. Es liegt also hier schon ein Persönlichkeitsdefizit zugrunde, das aus Unsicherheit, Angst, emotionalen Entbehrungen und deren traumatischer Manifestationen gespeist wird und durch Projektion also Externalisierung dieser Konflikte auf Sündenböcke ihren Ausdruck findet.
Die Angst vor der Auseinandersetzung mit sich Selbst, dem eigenen entleerten Ich und unterdrückten Bedürfnissen führt zwangsläufig in eine feindbildorientierte Weltanschauung. Diese traumatisierten neurotischen Charakterstrukturen werden insbesondere durch den frühkindlichen Terror fehlender Bindungs- und Liebeserfahrungen in den ersten Lebensjahren gelegt.
Die skandinavische Kultur und die dortige Vorgehensweisen sind mir nicht detailiert geläufig.
Konkret jedoch sprach ich von totalitären Staaten und ihren Versuchen den perfekten Untertan zu produzieren. Sie argumenteieren also an meiner Aussage vorbei.
Das war jedoch ein eher unbedeutender Aspekt der Einrichtung von Kitas – es wurden vielmehr dringend Arbeitskräfte für den Wiederaufbau und die Weiterentwicklung benötigt, weshalb die “soz. Frau” von der Vollzeittätigkeit Kinderziehung freigestellt werden musste, um der Erwerbsarbeit zur Verfügung stehen zu können.
Würde Ihre Meinung zutreffen, dann hätte es keine evangelischen oder katholischen Kindergärten in der DDR gegeben bzw. wären nicht unterstützt worden- so war es aber nicht.
Klar ist dagegen, dass Strukturen des ehemaligen Hauptfeindes zur gesellschaftlichen Umbildung genutzt und mit neuen Inhalten gefüllt wurden – aber das nur am Rande.
@ Hannzi
Das trifft nur für die ersten beiden Jahre zu) – zudem entsteht der perfekte Untertan in der Familie. Frühe Demütigungen durch die Hauptbezugspersonen und emotionale Vernachlässigung sind dafür verantwortlich. Das heißt, nicht die Quantität der zusammen verbrachten Zeit ist entscheidend, sondern die Qualität.
Detailkritik:
Im Folgen führst du keine unterschiedlichen Länderinteressen, sondern in allen Ländern gleiche Trends auf. Daher: Meintest du …unterschiedliches Parteibuch… unterschiedliche Bildungsziele?
Ich wäre ja für eine Regelung, die über das Schweizer Minaretterbot hinausgeht: generelles Verbot von Moscheeneubauten! :(
Bist du bescheuert? Kennst du deutsche Moscheen? Die hässlichsten der hässlichen Gebäude in Gewerbegebieten. Der Islam wird erst gleichberechtigt in Deutschland angekommen sein, wenn ein paar tausend repräsentative Moscheen neu errichtet wurden.
Was soll denn die Diskreditierung der saudischen Geldgeber als “Hintermänner”? Sind die reichen amerikanischen Juden, die in den 90ern in der Ex-SU Synagogen finanzierten, auch Hintermänner? Ist der Wahabismus generell böse?
Richtig ist, dass der Bau von Moscheen Ängste in der autochtonen Bevölkerung schürt. Die wertenden Begriffe erwecken aber nicht den Eindruck, dass du dies einfach nur konstantieren wolltest.
Zu dem wachsenden Wasserkopf als Wurzeln der Bildungskatastrophe: klar, dass der Lehrer die Schulbürokratie beklagt. In einer Bürokratie will jeder Teil der Verwaltung immer so viel Macht wie möglich und hält die anderen Ebenen für unproduktiv. Gib mal Butter bei die Fische.
Detailantwort:
zu 1: Es gibt z.B. CDU-Bundesländer, die in Teilen ihrer bildungspolitischen Ausrichtung sich durchaus von anderen CDU-Bundesländern unterscheiden oder auch von der bundespolitischen Ausrichtung.
zu 2: Die Erörterung wäre aus meiner Sicht ein lohnendes, ganz eigenes Thema. Nur soviel zu meiner persönlichen Meinung hierzu: Ich unterscheide hier bewusst und nehme auch in Kauf dafür kritisiert zu werden. Insofern war meine Formulierung als Hinweis zu verstehen. Ich denke aber nicht, dass wahabitische Muslims per se oder gar überwiegend böse sind.
zu Moscheen: Doch, ich wollte hier ausschliesslich die Ängste der Bevölkerung ansprechen. Ich bemühe mich allgemein um Ausgleich und Verständnis.
zur Bürokratie: Ich habe Butter bei die Fische gemacht, deshalb der Artikel. Unter den Kollegen wurde immer fein unterschieden zwischen der an der “Front” tätigen Beamtenschaft und der “verwaltenden” Beamtenschaft.
ich spar mal die quote aber die letzten 3 Absätze sind einfach nicht wahr und spiegeln nur zu 100% deine Meinung wieder. Keine Einzige Moschee schürt irgendwelche Ängste, da macht mir so manche Kirche mehr Angst, wer weiß was da so manchem Jungen schon passiert ist. Findest du die Kirchen in Deutschland sindrepräsentativ für die kat. oder evangel. Religion. :-/ Das doch letztendlich auch völlig egal solange alle Seiten damit leben können.
Jetzt machst du die Bedeutung von Moscheen an ihrem aussehen fest, also das Gelaber nimmt dir doch keiner ab.
Letztlich sind nicht die Armeen von Ausländern Schuld an der Misere, sondern, wenn ich das mal schreiben darf, die Sozial- und Wirtschaftspolitik der jeweiligen Regierungen.
Es macht mir Sorgen zu erleben, wie die selben “Feindbilder” aufgebaut werden, die uns [Welt] schon einmal in eine grauenvolle Misere gebracht haben.
Ich sage das sehr gern, auch wenn ich mich vielleicht etwas zu sehr aus dem Fenster lehne, es sind die selben Personenkreise, die uns wieder in die Hölle schicken.
Deutschlands Oligarchie fürchtet nichts mehr als Veränderung. Dies als Vorsatz wurde jeglicher “Fortschritt” im Keim erstickt.
Wir führen Krieg gegen muslimische Länder und machen uns über deren Glauben lustig. Was wäre bitte sehr eine angemessene Reaktion dieser Länder und vor allem, was wäre unsere [prophylaktische] Reaktion darauf?
-Entwicklung gestoppt
-geteilt und geherrscht
-Thema verfehlt
-zum Kriege gerüstet
-sublimiert
-in Sektiererei hängen geblieben
-FAIL
Der Autor schildert in seinem Artikel den selbst erlebten Ist – Zustand eines Bildungssystems, das keine Antworten auf viele drängende Fragen, u. a. auf Fragen der Integration, zu bieten hat. Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen, ist verdammt schwer.
Ich sehe es so: In der Regierung verschließt man mehr oder weniger die Augen vor den knallharten Tatsachen. Das ist schon eine ganze Weile so, aber es wird der Tag kommen, wo das ganze Wegsehen nicht mehr ausreicht. Ich bin jetzt schon gespannt, welche neuen Ideen man dann auspackt.
Nun ist das Problem aber auch nicht gleichmäßig über das ganze Land verteilt. In ländlichen Gebieten gibt es teilweise fast keine Migranten. Die großen Städte wiederum sind echte Brennpunkte.
Und man kann tatsächlich bei der Integrationsbereitschaft Unterschiede ausmachen. Ich kenne Rußlanddeutsche, die extrem hart arbeiten, weil sie den festen Glauben haben, daß man es in Deutschland “schaffen kann”. Das erstaunt umso mehr, da selbst viele Deutsche genau daran nicht mehr glauben. Also das weiter oben angesprochene Bild vom wodkasaufenden Russen ist so auch nicht richtig.
Lassen Sie ihnen die Illusion, sie werden es noch früh genug merken, daß es praktisch niemand “vom Tellerwäscher zum Millionär” bringt. Selbst die Amis wachen langsam auf und merken, daß sie jahrzehntelang einer Lüge aufgesessen sind.
Warum auch?
Die Löhne sinken seit Jahren, die Arbeitslosigkeit steigt, die Staatsverschuldung abenfalls und die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander.
Generalisierungen sind immer falsch – es gibt die “wodkasaufenden Russlanddeutschen” aber durchaus. Die Integrationsprobleme von vielen Russlanddeutschen sind auch nicht geringer als die von Türken. Das Problem mit der Intergration liegt nicht (oder nur zu einem geringen Teil) an der Herkunft, sondern an der Schicht aus der die Menschen stammen. Wenn man ihnen Bildung ermöglicht, bleibt von den Problemen meist nicht mehr viel übrig. Aber das ermöglichen wir ja nicht mal deutschen Kindern aus der Unterschicht.
In Deutschland gehen nur noch 36% eines Jahrgangs auf Unis oder FHs – das ist einer der niedrigsten Werte in ganz Europa. Das veranschaulicht das Problem ganz gut, denke ich. Nur wer Geld hat, kann sich in Deutschland noch Bildung leisten.
@ SwENSkE
“Lassen Sie ihnen die Illusion, …….”
In meinem Bekannten,- Verwandten,- Freundeskreis kenne ich niemanden, der/die irgendwelche Illusionen hätte, es sind eher alles Pragmatiker.
” …… sie werden es noch früh genug merken, …….”
Wir (ich, meine Verwandte, Freunde, etc.) leben schon seit 20 (und länger) Jahren in Deutschland.
Das, was hier zu merken gibt/gäbe, haben wir schon längs gemerkt.
” …… , daß es praktisch niemand “vom Tellerwäscher zum Millionär” bringt.”
Sowas dachten wir von Anfang an nicht.
Mit “schaffen kann” hat Andre aus H. vielleicht was anderes gemeint ?
Und zwar, bei uns sagt man: “Wir haben es in (hartem) Russland (bzw. SU) geschafft und überlebt und in Deutschland schaffen wir es allemal”.
Lieber Detlef Reimers
Ihre „dichte Beschreibung“ Hamburger Erfahrungen erinnerte an Vergleichbares aus der NRW-Gesamtschulpraxis 1990-2005: das Schlußkapitel im Buch „Bildungsgeschicht/n“ von Dr. Wilma Ruth Albrecht (Aachen 2006 http://www.shaker.de/de/content/catalogue/index.asp?lang=de&ID=8&ISBN=978-3-8322-4897-0 ).
Dort auch, auf was Sie in Ihrem informativem Kurzbericht verzichteten: statistische Daten und politikwissenschaftliche Analysen zur Macht-, Bildungs- und Einwandererfrage
Gruß
ZeitGenossin
Danke für Ihren Hinweis, hab’s mir zum Lesen gesichert.
Auch der Spiegelfechter und sein Gastautor schrecken vor dreisten Fotomontagen, die ein Gruppenbild in eine Lernfabrik verwandeln, nicht zurück, um ihre Argumentation zu illustrieren. ;)
@ groo, Zitat vn Ihnen
“Im langen thread zum Thema habe ich versucht, darauf hinzuweisen, dass das islamisch/muslimische Denken auf männlichen Stolz ausgerichtet ist, während das ostasiatische im Vergleich auf Anpassung ausgerichtet ist.”
Kann ich bestätigen und auf der Habenseite der Chinesen und Vietnamesen hinzufügen:
1. Anpassung wird nicht als Schwäche angesehen sondern als Stärke, wodurch man in der Fremde erfolgreicher ist.
2. Stolz ist gut aber auf die eigene Leistung und nicht als billige Nummer wie “Stolz aufs Vaterland, Religion etc.”.
3. Frauen sind gleichberechtigt.
Mir fielen noch 10 weitere Punkte ein. Ich bin seit 30 Jahren mehrere Monate p.a. in Südostasien unterwegs. Mein Schwager ist Türke.
Da in BRD die Bildungsangebote für Asiaten, Türken, Russen u.a. identisch sind, verstehe ich die zusätzliche deutsche Bringschuld gegenüber Problemgruppen nicht. Ist die moralisch oder eher praktisch? In beiden Fällen sollte man die Deutschen motivieren anstatt zu zwingen.
Mir scheint aber, die haben die Schnauze voll von Beschimpfungen, sie würden nicht genug tun und zahlen.
Das ist Quatsch. Diesen Pseudo-Stolz gibt es überall, in (Südost-)Asien genauso wie im Rest der Welt.
ROFL
In Südostasien? Hahahahahahahahaha. Selten so gelacht.
Sie kommen dort nicht viel rum, gelle?
Die Frauen in den Großstädten sind dort sicher ebenso emanzipiert wie Frauen in Istanbul, Teheran oder Dubai. Aber auf dem Land sieht’s genauso düster aus wie in Anatolien!
Was Bildung bzw. Armut so alles ausmachen können, nicht?
Zu
Da hat sich in Ostasien wohl mächtig was geändert.
Ist schon etliche Jahre her, da war ein japanischer Gastprofessor+Gattin am Institut, wo ich damals war.
Es gab mal eine Einladung zu ihnen nach Hause.
Die Frau hat gekocht, die Speisen reingetragen und wollte dann wieder in die Küche zurück.
Erst auf Nachdruck seitens der (deutschen) Gäste hat sie dann am Tisch platzgenommen.
Sowas wird es heute sicher nichtmehr geben, und kaum jemand mag das heute noch glauben.
Aber das ist grade 25Jahre her.
Es kann sich also schon was ändern!
@groo
Meinen Sie das eigentlich ernst? Sie berichten von EINEM Erlebnis mit einem JAPANISCHEN Paar, vergleichen es mit den Ausführungen von klaus58 zu CHINESEN UND VIETNAMESEN und kommen dann zu dem Schluss “Da hat sich in Ostasien wohl mächtig was geändert.”
Soll ich jetzt kontern mit einer Anekdote über zwei Griechen von vor 30 Jahren und einem Exkurs über die Niederlande heute, um dann zu schlussfolgern, es habe sich ganz schön was geändert “in Europa”?
Differenzierung tut nicht nur in Sachen Türken und Araber Not.
ist in Verbindung mit #31 unten zu verstehen.
Ansonsten laufen um mich täglich soviel Japaner, Inder, Chinesen, Koreaner …rum, dass ich da eher wenig Nachhilfe brauche.
@groo
Ja, so ist es in Japan Sitte und so zeigt die Frau dem Mann ihren Respekt, aber unter der Oberfläche führt sie vielleicht den Mann, vielleicht aber auch nicht, je nachdem. Nietzsche hat es ja völlig richtig beschrieben: „Das Glück des Mannes ist, ich will; das Glück der Frau ist, er will“, d.h. wenn der Mann nicht will, will die Frau; wenn der Mann will, will die Frau auch.
Übrigens gilt das in vielen Ländern und wenn du erleben willst, was eine wirklich emanzipierte Frau ist, so kannst du es am besten bei iranischen oder arabischen Frauen lernen.
@groo
“Ansonsten laufen um mich täglich soviel Japaner, Inder, Chinesen, Koreaner …rum, dass ich da eher wenig Nachhilfe brauche.”
Pardon, aber den Eindruck habe ich wirklich nicht – zumal ich mich frage, warum Sie dann auf eine 25 Jahre alte Anekdote zurückgreifen.
um darauf hinzuweisen, dass sich da was geändert hat, und im Rückschluss, dass sich auch -innerhalb einer Generation- was ändern kann.
Das sind ja schon tiefsitzende Gewohnheiten, die in Japan im Shintoismus wurzeln, wo es heisst, dass jeder seinen Platz hat, und den auszufüllen hat.
Klingt vielleicht banal, finde ich aber nicht.
Ich plädiere dafür, dass man voneinander was lernt.
ZB wäre es ganz gut gewesen, wenn der Westen etwas vom japanischen Ringi-System, also dem System der bottom-up — top-down Konsensfindung in Firmen übernommen hätte.
Das Gegenteil ist der Fall!
Aber das würde hier etwas zu weit führen.
Ein guter Artikel, jedoch möchte ich einiges klarstellen, ergänzen!
Ich bin in Marzahn groß geworden und dort auch zur Grund- und Gesamtschule gegangen. Türken war dort zu meiner Zeit (1992-2002) so gut wie gar nicht anzutreffen, dafür aber im Durchschnitt 3-4 Russen in der Klasse, die zumeist die Sache sehr erst genommen haben und sich bemüht haben mitzukommen. Spezielle Förderung gab es nicht, und deshalb waren sie auch teilweise schlechter als die Mitschüler, aber mitnichten absolutes Schlusslicht. Das Bild was kommuniziert wird stimmt also nicht ganz, zumindest in einer Gesamtschule. Auf einer Hauptschule sieht das Bild dann leider schon deutlich anders aus.
Die hier im Artikel zitierten Verhaltensweisen der Schüler gibt es sehr wohl auch bei deutschen Schülern, je nach dem aus welchen Elternhaus sie kommen. Sprich die Eltern sind Schuld wenn das Kind im Sozialverhalten versagt und genau an dem Punkt muss man mit “Zwangsmaßnahmen” ansetzten. Für solche Fälle gab es zu meiner Zeit/Schule, einen Schulpsychologen der seine Arbeit relativ gut gemacht hat und die Eltern auch mit einbezogen hat. Weigerten sich die Eltern wurde das Jugendamt informiert und alles daran gesetzt das Fehlverhalten zu korrigieren. Schulverweise gab es keine. Leider hat dies nicht jede Schule zur Verfügung.
„Der“ Deutsche tut sich damit auch sehr schwer, schließlich hat man schon genug Gewalt an Ausländern und dem eigenen Volk verübt und Eltern wird häufig auch keine Hilfe gewährt, insbesondere dann nicht wenn sie nicht zu den “Leistungsträgern” zählen. Der Asoziale beschimpft die Hilfesuchenden als asozial. Auch im Jugendamt, von den regelmäßigen Skandalen mal ganz abgesehen.
Das dies auch bei der „oberen“ Mittelschicht/Elite zutage kommt wird leider in den Medien nicht allzu oft thematisiert da dort die Konsequenzen den Einzelnen und nicht die Gruppe treffen. Dort äußert sich das Fehlverhalten auch nicht in der Schule, sondern vielmehr im Drogenkonsum, die “teurere” Alternative um sich selbst besser und scheinbar erfolgreicher als Andere zu fühlen. Was dem einem seine Position in der „Gemeinschaft“ Schulklasse ist, ist dem anderen sein Rausch, je nach finanzieller Lage. Auf den Einzelnen ist verzichtbar, auf die Integrationsgruppe nicht, da letzterer mehr Kosten verursacht.
Beides sind direkte Konsequenzen aus dem Leistungsdruck an denen die meisten Menschen zerbrechen weil zwangsläufig Menschen aussortiert werden müssen (Das Thema Vollbeschäftigung wurde hier im Block schon zur Genüge behandelt). Depressionen und Suizide kommen nicht von ungefähr. Vor allem bei Jugendlichen spielt das eigene Ansehen und die Hoffnung auf ein (unglaublich) konservatives Leben eine absolut zentrale Rolle.
Lehrer tun zwar ihr bestes, jedoch sind aus meiner Erfahrung heraus auch gut ¼ aller Lehrer schlichtweg im falschen Job. Die Aussicht auf einen Verbeamtung und ein Gutmensch-denken führen nicht automatisch zu einem gutem Lehrer. Viele besitzen nicht die Fähigkeit ihr Durchsetzungsvermögen zu zeigen oder sind oft schlecht vorbereitet. Oftmals wird sich dann auch noch auf überflüssige Diskussionen eingelassen wo man als Lehrer immer das nachsehen hat. 30 Leute im Raum finden mehr Argumente als ein Einzelner. Disziplin ist dann nicht aufrecht zu erhalten. Das Potenzial der Schüler wird (un)bewusst aus Rache mit schlechten Noten bestraft, was wiederum noch mehr Diskussionen zufolge hat (am Ende mit dem Eltern), wie hier im Artikel auch beschrieben.
Sozialstunde kann auch ein Problem des Lehrers sein. Das dies aber mit steigenen Ausländeranteil zunimmt ist durchaus verständlich. In diesem Fall würden deutlich kleinere Schuhlklassen sehr wohl etwas bringen.
Insofern kann man den Autor nur zustimmen. Die Gräben sind tief, das Bildungsmodell der DDR das von anderen Ländern erfolgreich übernommen wurde wird aus ideologischen Gründen abgelehnt. Es gibt zu viel Verwaltung und Studien. Eine Bundesebene die lieber mediengerecht die Innovation der Elite fördert, Auswahlverfahren noch vor Schulbeginn, Eltern die ihre Kinder schon vor Schulbeginn auf eine Schule schicken usw…
Deutschland vergeht sich an der Jugend. Und wer keine Jugend hat der hat auch keine …
An @Mikadoapler:
Danke für Ihren Beitrag. Sie sprechen natürlich einen wichtigen Punkt an, den ich bei meiner Schwerpunktsetzung nicht so sehr berücksichtigt habe, das Verhalten und Zurückbleiben deutscher Schüler. Es gibt hier, wie auch bei den ausländischen Schülern, eine direkte Verbindung zur familiären und sozialen Lage, was bitte nicht als stigmatisierend missverstanden werden sollte. Es ist mir bewusst und bekannt, dass auch Lehrer mit Noten “strafen”, was schließlich immer den bekannten negativ verstärkenden aud ausgrenzenden Effekt hat. Darüber hinaus werden Sie in der Lehrerschaft ebenfalls teils merkwürdige Vorstellung von “Begabung und Lernen” finden, ebenso wie im entsprechend titulierten wissenschaftlichen Zwischenbericht. Ich persönlich bin deswegen z.B. kein glühender Verfechter starker Außendifferenzierung durch vielfache Kursniveaus z.B. an integrierten Gesamtschulen, da hierdurch das Ergebnis meist vorweggenommen und die eigentliche Durchlässigkeit hier wieder eingeschränkt wird, genauso wie durch schulische Trennung von gemeinschaftlich aufgewachsen Kindern. Aus meiner Erfahrung wirken z.B. bei den Hauptschülern die geringen Ausbildungs- und Berufschancen bis auf Klassenstufe 7-8 zurück, was ebenfalls direkt negativ auf die Lernleistung/motivation sich auswirkt. Der erste Schritt späterer gesellschaftlicher Stigmatisierung von Gruppen geschieht deshalb aus meiner Sicht in einem Schulsystem, das versucht, immer früher zu trennen und damit diese Gruppen selbst erzeugt.
@ 29 SwENSKE
Ja, auch in Südostasien gibt es diesen Pseudo-Stolz (treffender Begriff von Ihnen), und bei diesen Menschen besteht eine ähnliche Blockade, sich selbst zu verbessern und anzupassen. Schwerpunkte sind die muslimischen Gebiete in Südthailand, Südphilippines,
Xinjiang. Aber auch bei unreligösen Machos erkennt man borniertes Großsprechen.
Frauen:
Ich hatte mich 1995 gewundert, wie viele Frauen mir in chinsesischen Fabriken entgegenkamen mit der Ankündigung: “Das ist unsere Managerin, technische Leiterin etc..”
Chinesen, die sich vor Frauen großspurig verhalten, werden von diesen ausgelacht. In den Büros sitzen heute viel mehr Frauen als Männer und verdienen das 2-3 fache der männlichen Fabrikarbeiter. Mein Hauptlieferant hat gerade den “general manager” gegen eine Frau ausgetauscht (Ausländerin aus Taiwan).
Kommen Sie gerne mal mit – ein Realitycheck ist immer besser als Traum- oder Wunschdenken.
Zur Sprachentwicklung:
An den Problemen in Frankreich ist leicht abzulesen, dass dort kein Sprachproblem besteht, weil fast alle französisch sprechen. Man kann sich also muttersprachlich gegenseitig beleidigen. Ich stelle mir gerade eine TV Talkrunde vor, in der nicht die üblichen Unverdächtigen “Integrierten” vorgezeigt werden, sonden die Problemfälle:
Eine gerade eingewanderte Kurdin, ein Arabermacho, ein gestern eingereister Iman – und alle sprechen ganz locker ihre Hirngespinste in die Kamera in perfektem Deutsch.
Die Ablehnung der Deutschen gegen höhere Integrationskosten würde noch einmal um 10% steigen.
@klaus58
Chinesen habe ich fast zwei Jahre lang non stop erlebt und wenn man auf alles neugierig wie auf eine Wundertüte ist, passieren ja unglaubliche Sachen. Eine junge Chinesin lud uns mal zum Essen ein und mit ein paar Chinesen saßen wir in ihrer Wohnung auf dem Boden mit lauter Essenschälschen unter Wäscheleinen, an denen ihre rosa Unterhöschen baumelten (allesamt Liebestöter). Im Bus voll lauter Chinesen kuschelte sich eine verheiratete Chinesin heftig an mich und kraulte hingebungsvoll meine Haare, was Chinesen offenbar als Beitrag zu einer harmonischen Stimmung gleichmütig mit Sympathie ansehen. Unter Erotik verstehen sie scheinbar was völlig anderes als wir. Vielleicht liegts auch daran, dass ich immer über meine eigene Frau schwärmte. Jedenfalls sind Chinesinnen ganz nüchtern, praktisch, immer auf dem Boden, geborene Manager und ganz ausgekochte Unternehmer. China ist natürlich der Mittelpunkt der Welt und die Ausländer Barbaren. Dabei sind sie viel offener und neugieriger als man glaubt, sie reden ganz offen und wollen alles wissen, offenbar kennen die Gebildeten die reichhaltige erotische chinesische Literatur (unter Mao verboten) wie ein Gebetbuch (ist für Europäer extrem gewöhnungsbdürftig, da nun wirklich Hardcore), ein Buch wie Lady Chatterley können selbst gebildete Chinesinnen nur halbwegs entschlüsseln, wenn sie schon in der Verbotszeit in die Schriften Buddhas reinschnuppern konnten.
Letztlich erwarten Chinesen, daß sich Fremde in ihre Welt integrieren und wenn Fremde es nicht wollen, sind sie so höflich, es ihnen nicht auch noch zu sagen, denn das würde ja eh nichts nützen, weil es ja Barbaren sind.
Das habe ich doch gar nicht bestritten, aber das ist ein reines Stadtphänomen. Ein Phänomen der gebildeten, urbanen Mittel- und Oberschicht. Das ist aber in Asien immer noch eine kleine Minderheit. Gehen Sie mal auf’s Land und sehen Sie sich bitte dort um. In China gibt es ganze Dörfer (teilweise Landstriche), in denen KEINE jungen Frauen zu finden sind. Das ist Folge der Ein-Kind-Politik – und da nur ein Kind erlaubt war, musste das eben ein Sohn sein.
Und diese Phänomen der gut ausgebildeten, emanzipierten und urbanen Frauen finden Sie eben nicht nur in Asien, sondern genauso in Istanbul, Teheran oder sonstwo in hauptsächlich islamischen Ländern. In Indien z.B. ist es kein bißchen anders – in den Metropolen gut ausgebildete, emanzipierte Frauen – auf dem Land (oder bei der städtischen Unterschicht) ist davon nichts zu sehen. Wenn sich eine Familie die Schulgebühren überhaupt leisten kann, dann wird der Sohn zur Schule geschickt.
Das alles hat nicht das geringste mit dem Kulturkreis oder der Religion zu tun, sondern alleine mit Bildung und Einkommen (sprich: Armut).
Und nur nebenbei – ich habe mir selbst ein Bild gemacht.
Und zum Thema Realitätscheck und Wunschdenken – den Ball spiele ich Ihnen gerne zurück. Sie sind in Ihren bornierten Vorurteilen gegenüber der muslimischen Welt so verhaftet, daß ich Ihnen noch so viele Argumente (selbst aus erster Hand) bringen könnte ohne Ihre vorgefasste Meinung auch nur ins Wanken zu bringen.
,,Wie sieht es zu Hause bei den Familien aus? Meist hilft nur die Tochter und übernimmt wichtige Aufgaben zur Unterstützung der Mutter (Geschwister wecken, waschen, Frühstück machen, falls Mutti arbeiten ist, usw.). Die Söhne kennen diese Art von Verpflichtungen nicht, sie sind konsequenterweise schon in ihrer Jugend kleine Paschas, sie können sogar ihrer manchmal deutlich älteren Schwester Befehle erteilen. Bei Hausbesuchen oder Gesprächen übersetzt meist die Tochter ihre Mutter oder ihren Vater. Männliche Geschwister beteiligen sich kaum und werden als besondere Spezies herangezogen und von den Eltern bevorzugt behandelt. Als wichtigste Aufgabe übernehmen sie den “Schutz” ihrer Schwester. Bildungshungrige und selbstbewusste muslimische Mädchen müssen sich also ihre Bildung meist gegen die Familientraditionen erkämpfen. Dieser Befund ergibt sich auch im beruflichen Bereich. In türkischen Mittelstandsfamilien herrscht tendenziell eine liberalere und auch deutlich unterstützendere Haltung in Bezug auf elterliche Förderung und Bildung, weshalb hier auch die Jungen schulisch besser abschneiden und sich dem allgemeinen Leistungsniveau anpassen.”
Problem präzise erörtert. Bitte unterrichten Sie auch Herrn Sarrazin darüber, warum wir Moslems meistens nicht Integrationsfähig sind. Er möge seine Gentheorien nochmal überdenken.
@ Harun
Ich bin Ihrer Meinung, dass die Gendebatte nichts bringt, sogar wenn etwas dran wäre.
Deshalb wird daber das von Ihnen beschriebene Macho-problem nicht kleiner. Und auch religiöser Dogmatismus und kulturelle Integratonshindernisse bleiben gleich.
Also frei nach den alten Römern: “Wanderer kommst Du in ein mordernes säkulares Industrieland, mach’s wie die Einheimischen.”
Anderenfalls: “Finde Dich mit den Nachteilen ab, ohne die Einheimischen aufzufordern, sich Deinen Denkweisen anzunähern.”
Man stelle sich die Mallorcadeutschen vor, wie sie angewidert in spanischen Integrations- und Sprachkursen sitzen und diese abbrechen, wenn Ihnen dadurch keine vom spanischen Staat bezahlten Urlaubstage gestrichen würden.
@carlos
Stimmt, die Chinesinnen sind im Vergleich zu Deutschen äußerst verklemmt, das wirkt albern und ungeil, geht aber vorrüber, sind noch Überbleibsel der kommunistischen Ära. Ich mache mir immer einen Jux daraus, und dann lachen Männlein und Weiblein im Büro oder beim Essen darüber. Gar nicht lustig wäre es es, wenn mir bei gleichen Scherzen unter Muslimen einer oder meherere an die Gurgel springen.
Integration in China ist natürlich genauso gefragt wie überall, wenn man im Ausland leben möchte.
Oder was wollten Sie damit sagen?
Was aber in China auffällt: Alles Neue ist eher ausländisch und Vorbilder sind Taiwan und Singapur hinsichtlich Umwelt und Sozialverhalten. “Deutsche” Zuverlässigkeit und Technik wird ebenfalls hoch geschätzt.
Hat man Sie schon als Barbaren behandelt oder bezeichnet? Falls ja, empfehle ich einen selbstkrischen Blick. Ich denke da an Amerikaner, die sich am Essenstisch angewidert die chinesischen Speisen ansehen. Solche US Barbaren vermissen Hamburger & Ketchup.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4027/bildung-und-integration#comment-83300
Die ersten beiden Jahre sind besonders entscheidend . Auch danach ist jeder Tag, den Kinder über einen Trennungsprotest hinweg von Eltern getrennt werden ein Baustein der Verunsicherung.
Ich weise auch darauf hin, das ich ausgehend von der Forderung einer verpflichtenden Kita Aufnahme zum ersten Lebensjahr diesen Diskurs aufnahm.
Ihrer Differenzierung stimme ich teilweise zu.
Dennoch vernachlässigen Sie den Willen und die Bedürfnisse der Kinder auf die in solch einer gesellschaftlich organisierten Verwaltungsinstitution “Kindertagesstädte” keine Rücksicht mehr genommen werden wird. Insbesondere schon aus der Unmöglichkeit mit 2-4 Betreuungsperosnen 20-40 Kinder zu betreuen. Gerade während des ersten Lebensjahres sind zwei Kinder pro Person gerade noch tragbar, wenn es denn unausweichlich sein muss. Schädlich bleibt es in viel zu vielen Fällen allemal.
Abgeschoben werden in eine möglicherweise für das Kind unbeliebte Kindertagesstätte halten Sie also nicht für eine Demütigung und emotionale Vernachlässigung der Kinder? Diese unter Kostendruck stehende institutionelle Verwaltung öffnet doch Tür und Tor für emotionale Vernachlässigung! Die Grundidee ist einfach nicht tragbar!
Natürlich ist die Qualität der Beziehung zum Kind ausschlaggebend. Trotzdem bleibt das gesteigerte allgemeine Risiko einer Bindungsstörung und anderer Entwicklungsprobleme vorhanden bzw. wiegt jedes weitere Risiko bei Trennungserfahrungen durch erzwungene Aufenthalte in Kindertagesstätten ungemein schwerer.
Davon unabhängig wären sicher die Fälle zu beleuchten, bei denen Kinder tatsächlich in einer solchen Einrichtung besser aufgehoben wären. Das führt uns aber zur allgemeinen Fürsorge der Allgemeinheit für das Individuum. Hier wird zwar viel Getönt aber doch eher gekürzt als Investiert. Das zeigt nicht zuletzt die desolate Situation der Kindertagesstädten mit ihrer viel zu gringen Personalausstattung.
MFG
Ich möchte zur Problematik “Deutsche in der Minderzahl” hier den Film “Kampf im Klassenzimmer” von Nicola Graef & Güner Balci vom WDR (2010) empfehlen. Er zeigt die spezifischen Probleme an einer Essener Hauptschule ziemlich eindringlich:
> http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5288502
Hier werden meines Erachtens nach in vielfacher Hinsicht (sehr strikte elterliche Erziehung, sehr autoritäre Väter, Einwirkung auf die Schule, Probleme der kulturellen Hegemonie, Dominanzverhalten, Sport-/Schwimmproblematik, Segregation u.ä.) die hier diskutierten Probleme deutlich aus Sicht von deutschen und ausländischen Schülern und Schülerinnen, sowie von Lehrern.
Herr Reimers,
ich habe nur die ersten fünf Minuten angeschaut (wg Internetbandbreite), aber ich kenne mehrere halbdokumentarische Filme aus Frankreich und USA zum Thema.
Ehrlich gesagt, halte ich das manchmal nicht durch, v.a. wenn es keine Aussicht auf ein ‘happy end’ gibt, die Lehrer zermürbt werden, die Biographien sich trostlos entwickeln.
Trotzdem eine Idee:
Was halten Sie davon, wenn Erwachsene Dritte -Vertrauenspersonen aus den jeweiligen Gruppen- immer wieder mal bei solchen Unterrichten dabei wären, und sich das hinten ruhig sitzend anschauen würden.
Danach berät man das.
Wie würden die Schüler reagieren?
Ich kann mir gut vorstellen, dass Lehrer oft am Ende ihrer Kräfte/Weisheit sind, und sie selbst ja sozusagen Teil der Gruppendynamik sind.
Man kennt sich.
Die Schüler selbst verbunkern sich in ihren Cliquen, und es fehlt ihnen ja auch die Lebenserfahrung, wie sie sich in einem grösseren Kontext einen Reim draus machen könnten.
Nur so eine Idee.
Wir wollen ja weiterkommen!
An @groo:
Dies ist ein grundsetzliches Problems des Medium Films im Zusammenhang mit Dokumentationen. Was sich aber über die Generationen bis heute stark verändert hat ist, dass Jugendliche heute meist ohne große Probleme Auskunft geben (gut zu erkennen ist hier im Film z.B. das Leitwolfverhalten bei den Jungen, bei den Mädchen antworten mehr) und das zeigt der Film. Deshalb teile ich Ihre Aversion gegen diese Art von Doku nur zum Teil.
Die Aussichtslosigkeit, die Sie wahrnehmen ist meiner Meinung nach ein persönlicher Reflex, den wir wohl alle verspüren, aber insbesondere vor dem Hintergrund der jahrelangen Tatenlosigkeit der Verantwortlichen an diesen Entwicklungen. Im Film wird dies mehrfach von der Lehrerin geschildert, die in ihrer Anfangszeit bei einem noch viel geringeren Ausländeranteil von Freundschaften und eher kleineren Problemen in der Rückblende berichtete.
Ich habe in meiner Zeit sehr häufig Eltern eingeladen, einmal Mäuschen im Unterricht zu spielen – es war eine Handvoll, die kam, diese hatten aber danach eine andere Sicht auf viele Dinge. Die anderen ahnten, was sie in Problemklassen erwartete und dass danach die gemeinsamen Gespräche anders verlaufen würden. Darum geht es, nicht wegsehen, sondern genau hinsehen, auch wenn’s wehtut.
@Herr Reimers
Da bin ich einverstanden.
In meinem damaligen Umfeld (Bayern) –BLLV– Grundschulrektoren und engagierte Lehrer, Gymnasium, BOS und was es da sonst noch gibt, war die Lage zugegeben etwas anders: Ausländerquote <20%.
Trotzdem war ein Trend spürbar, der mE für die Lehrer stressig war/ist, aber nicht das Niveau von Problemzonen erreicht.
Wenn ich mir ECHTE Problemzonen vorstelle, kapituliere ICH–als Nicht-Lehrer leicht. Weil ich einfach nicht verstehe, wie man das schaffen kann.
Muss ich zugeben.
Als Nicht-Lehrer kann man sich solcherlei Sensibilitäten leisten, ohne den Lehrern um gotteswillen etwas vorzuwerfen, aber möchte doch die Frage stellen, was sie da machen!?
Meine Intention war die:
Wie kann man sinnvoll/fruchtbar diese Sensibilität, die es in gewissen Kreisen durchaus gibt, für das Erziehungssystem wirksam machen?
Ich kenne solche Kampfzonen wie Berlin/Köln oder sonstwo nur aus Filmen, ahne das aber wie einen Sturm.
Was tun?
NB: in den Speckgürteln von München scheint mir eher der Nachwuchs unserer 'Elite' das Problem zu sein. Ein 'Oberschichten'problem!
Durchaus ähnlich 'asozial' wie die 'Unterschicht'. Was die natürlich merkt!
@ reimers
ich fand den film schon recht deprimierend, weil man sah, wie tief die gräben sind.
eines ist mir aber bewusst geworden, als die sehr engagierte lehrerin davon sprach, dass einer ihrer türkischen schüler öfters blau und grün geprügelt würde. was wäre los gewesen, wenn dies ein deutscher schüler gewesen wäre? da wäre (hoffentlich) zumindest das jugendamt gerufen worden…bei diesem schüler scheint man es als teil der “kultur” der hrkunftsfamilie hinzunehmen?
An @Jule:
Hier sprechen Sie einen der am meisten ausgeblendeten Teil in der öffentlichen Debatte an, den Umgang gerade der Jugendämter mit äusländischen Problemfamilien. Hier existieren im Vergleich zu den schon oft sehr schwierigen und schwer aufzubauenden Beziehungen Eltern – Lehrer nach meiner Erfahrung noch viel massivere Defizite. Jugenämter scheuen sich häufig, bei vergleichbarer Problemlage in ausländischen Familien tätig zu werden. Man muss hier selbstverständlich auch sehr vorsichtig sein, aber – anders als bei deutschen – wird dort deutlich häufiger faktisch massive elterliche Gewalt geduldet.
Diese Sendung ist zeigt villeicht Tatsachen, aber keine Ursachen auf. Es ist eine verklärende Form der Auseinandersetzung mit dem Thema. Den Machern würde ich keine tendenziöse Absicht unterstellen, sie berichten was sie sehen. Es ist nur zu wenig und kurzsichtig Beobachtungen ohne Erklärungen abzuliefern.
Ansonsten ist die Hauptschule Hort für Problemkinder. Man darf sich nicht wundern, das Probleme entstehen wenn Problemkinder auf engstem Raum zusammengepfercht werden.
Wieso mir subjektive Aussagen der Kinder an dieser Schule jetzt viel mehr sagen sollen als der obige Bericht, weiß ich nicht.
Für einen umfassenden Ausblick ist diese Sammlung von Interviews nicht geeignet.
lol.
entweder kann hier jemand nicht lesen, oder er versteht absichtlich falsch, oder er ist einfach nur dämlich. vielleicht sogar ausländer ;=)
Bin ich gemeint? Kommt so rüber …
Mein Kommentar ist eine Antwort auf
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4027/bildung-und-integration#comment-83325
und bezieht sich auf den dort erwähnten Bericht.
Hallo,
interessanter Artikel. Es gibt ja einige Leute, die sich Gedanken machen, was für Ursachen etwas hat, was für Folgen, beobachten und analysieren und das Beste wollen, ein friedliches, respektvolles, erkenntnishaltiges, aufrichtiges und bereicherndes Zusammenleben. Aber solange die jeweilige Regierung (und die meinungsbeeinflussende Medienlandschaft) da nicht mitmacht und eben dieses Ziel ernsthaft verfolgt, wird sich die Situation wohl eher weniger ändern. Die Kinder sind meist zu jung, um ihre Lage wirklich beurteilen zu können und Probleme auf deren tatsächliche Ursachen zurückführen zu können und nützliche Handlungsalternativen ableiten zu können. Die Erwachsenen hingegen oft schon so vorgeprägt, dass sie sich um viele Sachen (auch ihre eigene Einstellung betreffend) gar keine Gedanken machen, obwohl sie die Möglichkeiten hätten Dinge zu erkennen und zu ändern.
Zu Köln muss ich sagen, dass ich den hohen Ausländeranteil (so wie ich es hier erlebe) als großen Vorteil sehe. In den U-Bahnen und auf den Straßen sind so viele verschiedene Menschen, dass es mir hier noch nie begegnet ist, dass ein Mensch wegen seinem anderen Erscheinungsbild beschimpft wurde (Oder habe ich etwa einfach nur Glück, hier nie bei solchen Geschehnissen dabei zu sein?). Etwas, das in anderen Städten (früher in vielen verschiedenen Städten mit eher Aussehensgleichen Bewohnern erlebt) leider allzu oft alltäglich passiert (schon, wenn entsprechender Mensch nicht der aktuellen Kleidermode entspricht, muss also nicht mal an einer anderen Hautfarbe liegen). Meine Theorie dazu ist, dass man hier wegen der großen Abweichungen im Erscheinungsbild der Menschen niemanden zum Beschimpfen herausgreifen kann, da man sonst so gut wie jeden beschimpfen müsste, da sich alle sichtlich voneinander unterscheiden.
@Hannzi
Das Problemkind produziert nicht die Schule, sondern die Eltern.
Ich bin nicht dafür, den Eltern zwangsweise ihre 1-jährigen Kinder zwecks Umerziehung in Deutschen Krippen und später Kitas wegzunehmen.
Die sollen so erziehen wie sie wollen und das entsprechende Resultat akzeptieren:
Keine Chance in einem modernen Industrieland.
Alternativ:
So erziehen wie erfolgreiche Einwanderergruppen (die eine wirkliche Bereicherung für unser Land sind).
Die Schule ist Abbild der Gesellschaft. Wenn die Gesellschaft ein Problem hat, dann bildet sich dieses auch in der Schule ab. Das kann man nicht in Kategorien von einander aussondern.
In Krippen wird ja nicht rigoros umerzogen, sondern der übliche Zeitgeist weiutergegeben. Das muss man nicht Umerziehung nennen, sondern ist eine Folge das “vorherrschende Gedanken” immer ihren Weg ins gesellschaftliche Kollektiv finden.
Bei meiner Kritik an der Idee der systematisch zwangsweise eingeführten Kindertagesstätte geht es nur und ausschließlich von Entwicklungspsychologischen Risiken aus.
Was eine Bereicherung ist, entscheiden dann Leute, denen Geld als einziges Bewertungskriterium für menschliches Miteinander genehm ist? Die einfältig über den letzten Cent eine Mahnung schreiben?
Gesellschaftlicher Gewinn drückt sich nicht nur in Geldgewinn aus. Zwischenmenschlicher Gewinn ebenso wenig. Das schert die Geister des Kapitalismus bekanntlich ja nicht und genauso wenig ihre eifrigen Helfershelfer von der heuchelnd moralischen Aussortierungsrampe.
___
Kinder von Einwanderern in Deutschland in hohem Maße keine Chance hätten, ist so nicht richtig. Sie haben Möglichkeiten und diese werden auch genutzt.
Für eine Darstellung der Situation ALLER Einwanderer die Hauptschule heranzuziehen ist schon eine selektive Auswahl der Betroffenen und KANN NUR ein mittelmäßig bis schlechtes Bild abgeben.
Genauso könnte ich Hauptschüler ohne Migrationshintergrund nehmen, also primär Deutsche Kinder und behaupten, das dieser Teil stellvertretend für alle Deutsche stünde. Es ist definitiv nicht so, daß gebildete Einwandererfamilien Problemkinder produzieren.
Genauso wie in Deutschland deutsche Kinder betreffend, daß die Arbeiterklasse und Hilfsarbeiterklasse weniger Chancen hat aufzusteigen. Das liegt sicher auch an Fähigkeiten, die eben oft im gehobenen Einkommenssegment erkauft werden können oder gerade selbst dazu führen das das gehobene Einkommenssegment erworben werden kann. Durch höheres Bildungsniveau der Eltern und weniger sozialen Distreß allgemein ermöglicht werden können.
Die Abgrenzung nach unten hat besondere Tradition in Deutschland und wurde in der Vergangenheit nur zeitweise bedingt aufgeweicht, als die gesellschaftliche Teilhabe und Einkommensgerechtigkeit noch besser verteilt war, bezog sich dabei primär auf Mittelstandsschicht, die es noch nicht nötig hatte sich vom Arbeiter per se abzugrenzen, da die Einkommen (leider) als Bewertungskriterium in der Partnerwahl entscheidend sind und die gesellschaftliche Schichtzugehörigkeit besonders mitbestimmen.
All diese Faktoren spielen für Einwanderer ebenfalls eine Rolle nur sind diese noch zusätzlich durch Sprachhemmnisse, abweichende weltanschauliche Gründe, Diskriminierung und Bildungsdefizite gebremst. Da also der Großteil Einwanderer Arbeiter und Hilfsarbeiter waren, tritt dieser Zustand verglichen mit den deutschen Arbeitern deshalb verschärft zutage. Hier mit gängelnden Zwangsmaßnahmen anzusetzen ist völlig sinnlos, denn gerade diese Form der Zwangsangleichung wird unter anderem, ich finde zu Recht, als Angriff auf die Souveränität über das eigene Leben zu entscheiden gesehen. Es würde zu einem vermehrten Rückzug aus der deutschen Gesellschaft führen und zeigt sich auch in der ablehnenden Haltung vieler Einwanderer gegenüber dem Deutschtum. Respekt ist etwas anderes als aufgezwungene Assimilation.
Es ist reines Vorurteilsdenken wenn hier jetzt krude Thesen aufgestellt werden und Menschen weils so einfach ist in die Tonne getreten werden nur weil einzelne zu faul und ängstlich sind sich mit den Tatsachen der Wirklichkeit auseinanderzusetzen.
@ Gastautor Detlef Reimers
Dank Ihnen besonders für Ihren zweiten erfahrungsbezogenen Kommentarteil einschließlich Warnhinweisen auf überbürokratisch-gutmenschige “positive Diskrimimnierung” bildungsinteressierter “türkischer” Schülerinnen durch “Quotierung” … und bei dieser Gelegenheit auch für Ihren Grundblues als YT-Hörprobe http://www.youtube.com/watch?hl=en&v=7stTfblzHoQ&gl=US – mögen auch andre mal reinhörn
Gruß
ZG
Was mich diese Wortverdreherei ankotzt.
Wer “Gutmensch” schreibt, benutzt die Sprache der rechten Faschisten.
Es kotzt nur noch an das wider besserer Erkenntniss einfach auf der Welle mitgeschwommen wird. Der Einzelne meint es ja nicht böse … er meint ja sogar oft was anderes spielt aber keine Rolle. Wer der Sprache folgt, der verinnerlicht die Gedanken und Assoziationen.
Aber wirkt ja alles nicht, nä? Wie die Werbung, die kostet Milliarden, betrifft auch alle .. ausser den, den man gerade befragt.
Ach was, lasst Euch mal nur Eure Sprache nicht von den “Rechten” diktieren. Das Wort “Gutmensch” stammt – in seiner eigentlichen Bedeutung – m.W. von Wiglaf Droste und hat nichts mit PI-Rechtstümelei zu tun. Ich lasse mir das Wort nicht verbieten ;-)
@Hannzi
@Spiegelfechter
Seh´ ich ähnlich wie Spiegelfechter.
Nur mal´n paar Beispiele: In seiner „Kritik der öffentlichen Meinung“ (1922) kritisierte Ferdinand Tönnies auch jede „Gefühlspolitik“ ohne Scheu und wußte, daß das Wort schon Anfang des 19. Jahrhunderts gegen demokratische Bestrebungen benützt wurde. 1994/95 wurde „Gutmensch“ in der heutigen und oben angewandten Bedeutung kritisch-sarkastisch in den beiden „Wörterbüchern“ von Bittermann, Henschel, Droste als Buch(reihen)titel verwandt. Wilma Ruth Albrecht kritisierte in ihrer Studie zur „Bildungsmisere“ (2006) auch „jene halbgebildeten ´Gutmenschen´“, die sich im Staatsapparat „gern weitere professionelle Tätigkeitsfelder erschlössen“, zum Beispiel als Betreuungspersonal ihrer Zuwanderungsklientel(e).
In der Deutschschweiz wird nicht von Gast-, sondern von Fremdarbeitern geredet ohne daß irgendwer sich dran stößt, Sie würden, wenn Sie von „Gastarbeitern“ sprächen, gleich als Deutscher erkannt (und belächelt).
Die Beispiele zeigen: es kommt zunächst immer auf die Inhalte des Gesagten an. Und wer über diese nicht reden will mag´s vorziehn sich an einzelnen Worten hochzuziehn …
Genau. Richtig. Einzelne Worte bedeuten nichts. Deshalb macht sich auch landauf landab jeder Agitator die Mühe seine Dämagogie in schöne Euphemismuspäckchen zu verstecken. Weil das ja nichts bedeutet, das einzelne Wort.
Schon klar. Und wenn Gaskammern Duschen hießen, dann war das auch ohne weitere Bedeutung. Ist ja nur ein anderes Wort…
Es geht gar nicht um das Wort sondern was es letzten Endes bezweckt: Die Diffamierung von Altruismus, moralischer Bedenken und Einstellungen und dem Bemühen eine moralische Linie in gesellschaftskritischer Auseinandersetzung zu vertreten.
http://neusprech.org/
Auch nur einzelne Begriffe…
An @Klaus58 und @Hannzi:
Die Kita ist sicherlich ein sehr neuralgischer Punkt, was nicht zuletzt durch die aktuelle Aussage von Frau von der Leyen noch einmal deutlich wird. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Bewertungen ziehen sich auch quer durch unsere Gesellschaft, mich selbst eingeschlossen.
Die jetzige Betonung auf “Zwang” und die Festlegung auf “nach 1 Jahr” scheinen mir persönlich aus vielerlei Gründen bedenklich zu sein. Einige der hier schon geäußerten Gründe teile ich auch, bin aber nicht ganz so rigoros. Ich habe mir zu Zeiten der DDR dort selbst Kindergärten und Kitas angesehen und mit vielen dort gesprochen. Der wesentliche Unterschied zu dem hiesigen Kitas war doch, dass dort hauptsächlich Betriebskindergärten und Kitas existierten. Diese ermöglichte es den Müttern, ihre Kleinkinder in Pausen zu stillen oder bei Problemen vorbeizuschauen. Ich weiss nicht, inwieweit unsere nördlichen Nachbarn ein ähnliches Modell praktizieren, bei uns jedenfalls nicht und da fangen bei mir schon die Bedenken an.
Selbstverständlich ist aus Sicht türkischer Eltern mit sehr traditionellen Erziehungsvorstellungen diese offizielle Marschrichtung ein massiver Eingriff in ihre Erziehungshoheit, sowie ihre kulturelle Autonomie und wird sicherlich noch für entsprechende Reaktionen sorgen. Die erziehungs- und bindungstheoretischen Erkenntnisse sollten allemal berücksichtigt werden, was aber vor dem Hintergrund der heutigen Kitaversorgung und Ausgestaltung wohl kaum realisierbar ist. Und außerdem: Wer ist denn bereit, dafür zu zahlen – Bund, Länder?
Mich würden bei dieser Frage insbesondere auch die weiblichen Stimmen interessieren, denn sie wären in jedem Falle zuallererst betroffen.
Solche Sätze bringen mich regelmäßig auf die Palme.
Ich will mal zu Ihren Gunsten annehmen, das der Satz pragmatisch und nicht ideologisch gemeint ist, denn Sie haben insofern recht, daß Kindererziehung leider immer noch in erster Linie in Frauenhand liegt.
Ich halte den momentanen sowieso für den komplett falschen Ansatz. Da geht es doch nur darum, den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt noch mehr anzuheizen und die Löhne durch verschärfte Konkurrenz noch weiter zu drücken.
Der richtige Ansatz wäre, endlich dafür zu sorgen, daß a) nicht mehr vorwiegend Männer für das alleinige Familieneinkommen verantwortlich sind (das erfordert ein Umdenken bei vielen Männern aber vor allem bei den Frauen) und b) die Arbeitswelt so gestaltet wird, das Eltern (und zwar beiden – auch bzw. gerade im Trennungsfall) genug Zeit bleibt, sich um ihre Kinder zu kümmern, und sie trotzdem genug verdienen, um die Familie angemessen zu versorgen.
Wenn diese beiden Punkte in die Realität umgesetzt sind, spricht auch nichts mehr gegen eine frühere “(Vor-)Schulpflicht”. Einhergehen müsste allerdings auch eine Änderung des momentanen dreigliedrigen Schulsystems und der “Sortierung” nach vier Schuljahren.
An @SwENSkE:
Danke, ich hab damit gerechnet, möchte deshalb bestätigen, dass ich dies pragmatisch gemeint habe.
Wenn Sie den Machtkampf wollen den Männer austragen, dann erstreiten Sie sich was sie haben wollen.
Männern wird auch nichts geschenkt, also bewegen Sie ihren Frauenhintern und legen Püppchengehabe und mädchenhafte Entrüstungstiraden ideologischer Kleinkariertheit ab und ziehen in den Geschlechterkrieg. Oder sind Sie schon mitten drin?
Nehmen Sie ihre “Eigenverantwortung” wahr. Wenn Sie keine Kindererziehung wollen, dann schaffen Sie sich eben keine an.
Wenn sie einen Steigbügelhalter wollen, der ihnen noch Haushalt und Erziehung abnimmt und sie zusätzlich noch aushält, dann suchen Sie sich so einen Mann. Die gibts. Sind meistens Solo. Da klafft wohl zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Lücke.
PS:
Entschuldigen Sie bitte diese völlig OT “Satire” verehrter Spiegelfechter.
Diese Entrüstungsheuchelei der sogenannten emanzipierten Frau ist eben eine schwere Herausforderung für so Mannches Nerven und gelegentlich ein Ventil.
@Hannzi
Meine Ansicht:
“So erziehen wie erfolgreiche Einwanderergruppen (die eine wirkliche Bereicherung für unser Land sind).”
Ihr Komentar:
“Was eine Bereicherung ist, entscheiden dann Leute, denen Geld als einziges Bewertungskriterium für menschliches Miteinander genehm ist? Die einfältig über den letzten Cent eine Mahnung schreiben?”
Bereicherung läßt sich nicht objektivieren und ich meinte das selbstverständlich nicht nur finanziell.
Was bereichernd ist für unser Land ist eine Bauchentscheidung seiner Bürger, die dann zu einer mehrheitlichen Meinung führt. Die andersdenke Minderheit (vielleicht Sie eingeschlossen) muß das akzeptieren. Ich freue mich schon über ein freundliches Lächeln, weltoffene Denkweisen, friedensstiftende Maßnahmen.
Arabische Machos, vehüllte Gestalten, dogmatisch-religiotes Denken gehören nicht dazu.
Und da nutzt auch keine (endlos wiedergekäute) Analyse woher das kommt.
Machen Sie jetzt auch eine Satire? Wir sollen uns von einer Sarrazinischen Mehrheit kommandieren lassen? Bitte nicht …
Zu Nr. 40 Hannzi
schrieb am 9. September 2010 at 17:42
„Im Deutschen lügt man wenn man höflich ist“ (Goethefaust I/6771). Deshalb keine Antwort: Ich bleibe höflich und lüge nicht.
@Hannzi
“Machen Sie jetzt auch eine Satire? Wir sollen uns von einer Sarrazinischen Mehrheit kommandieren lassen? Bitte nicht”
“One man one vote” ist keine Satire, sondern entspricht meinem ernsthaften Demokratieverständnis. Sie könnten tatsächlich von völlig verblödeten Bürgern überstimmt werden.
Alternativ: Wir werden von Ihnen und Ihrer Minderheitenmeinung kommandiert.
Ich erinnere mich noch gut an die 68er Altlinken, die mit ihrem höheren Bewußtsein und ihrer Verweiflung über die “dumme” Mehrheit von einer Räterepublik faselten (in dessen Rat sie an entscheideder Stelle sitzen würden).
Diese Verzweiflung lese ich auch in einigen stramm antikapitalistischen (menschenfreundlich angehübschten) Kommentaren hier.
Das mag ja sein, daß Sie der Demokratie und der Stimme des Individuums alles unterwerfen wollen, auch Menschenrechte, Bürgerrechte, Freiheitsrechte, Eigentumsrechte, Asylrecht, Minderheitenschutz, Antidiskriminierungsgesetze, Religionsfreiheit und so weiter.
Ich verstehe Ihre Kritik und Ihre Sehnsucht nach einer Diktatur der Masse. Dann wäre alles schön stromlinienförmig und jeder, der der Mehrheit, der sie sich wohl zugehörig fühlen, nicht mehr gefällt, kann dann getrost mit einer simplen Abstimmung entrechtet werden und verschwindet, auf welche Art auch immer.
“Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten.”
Theodor W. Adorno
Mein Vorschlag:
Wenn Sie etwas gegen grundsätzliche und unveräußerliche Menschenrechte haben; Insbesondere wenn Menschlichkeit und Altruismus sie anekelt, dann gehen Sie zu einem Therapeuthen.
@Detlev Reimers
Super Artikel – full ack!!
Ergänzung: Meine Frau hat früher (70-iger, 80-iger) mit Begeisterung am Integrationsunterricht für italienische und griechische Kinder durch muttersprachliche (sehr engagierte, sehr gute) Lehrer an der Grundschule teilgenommen, ihr Part: Deutschunterricht. Eines Tages hat sie dann erfahren: Das ist nicht für die Integration gedacht, nur für eine gewisse Grundbildung in der Muttersprache (und nebenbei ‘n bisschen Deutsch) für die spätere, leichtere “Rückführung” und den Wiederanschluss an die Schule im Heimatland!!
Wie war das noch: Wir riefen (Gast)Arbeiter doch es kamen Menschen!
Und gerade (wir) die Linksgrünliberalsozialen – wir haben doch tatsächlich gedacht, Multikulti iss Pizza, Gyros und Sirtaki. M.W. kein Land gibt soviel für Integration aus und legt so viele Programme auf wie die BRD – mit so wenig Effekt: Ideologie gepaart mit föderalem Duodezfürstentum, Ergebnis: Siehe Dein Artikel.
@Detlev Reimers
Der Satz hat mich noch’mal angezündet, Beispiel: Warum heißt das halbe Ruhrgebiet Koslowski, Scymaniak, Wrobel? Weil die zwischen 17 und 18hundert einwandernden, teils gerufenen Polen als Helfer beim Aufbau der Bergwerke und der Hütten – bei der beginnenden Industrialisierung – als fleißige Arbeitskräfte hochwillkommen waren, die haben schwere Drecksarbeit geleistet. Na also: Das (Gast)Arbeiterproblem hatten wir doch schon ‘mal!
Wer auf die Landkarte guggt sieht: Deutschland im Herzen Europas, jeder der von A nach B oder von C nach D will muss hier durch – und viele haben Kegel hinterlassen oder sind hiergeblieben, schon immer! Das was die Konservativen darüber gedacht haben war schon immer: Humankapital, zur willfährigen Verfügung und Rücktransport nach getaner Arbeit – auf die Landkarte und in die Geschichte haben die nie geguggt. Und nachgedacht erst recht nicht.
An @Vogel:
Danke. Sie haben aus meiner Sicht völlig Recht. Teile der Politiker sind sicherlich auch deshalb augenblicklich so “pickiert”, wenn ihnen Versagen vorgeworfen wird, weil sie sich in Ihrer Grundhaltung, die Sie in Ihrem Blog richtig beschreiben, ertappt fühlen und jetzt wild um sich hauen. Die Erfahrung Ihrer Frau legt aber auch den Finger in die Wunde bezüglich der Doppelzüngigkeit des “Multikulti-Begriffs”. Immer, wenn Politik für sich irgendeine Moral anstelle von Rationalität in Anspruch nimmt, sollten die Bürger besonders wach werden.
Ich möchte mich an dieser Stelle einmal für die vielfältigen, informativen und sachlichen Blogs bedanken. Ich habe dadurch wieder Einiges dazu gelernt.
@Hannzi
Immerhin hatten Sie eine ganze Weile eine gute Streitkultur durchgehalten ohne die in diesem Forum immer schnell geäußerten “Troll”vorwürfe oder sonstige Herabwürdigung Andersdenkender. Zu Ihren Absätzen:
“Das mag ja sein, daß Sie der Demokratie und der Stimme des Individuums alles unterwerfen wollen, auch Menschenrechte, Bürgerrechte, Freiheitsrechte, Eigentumsrechte, Asylrecht, Minderheitenschutz, Antidiskriminierungsgesetze, Religionsfreiheit und so weiter.”
Die o.g. Rechte entspringen der Aufklärung und Demokratiebewegung und nicht Einzeltätern. Menschenrechte ändern sich – sind also nicht in Stein gemeißelt. Ohne Rechtegeber sind sie allerdings ziemlich nutzlos wie man in diesbezüglichen Problemländern sieht.
“Ich verstehe Ihre Kritik und Ihre Sehnsucht nach einer Diktatur der Masse. Dann wäre alles schön stromlinienförmig und jeder, der der Mehrheit, der sie sich wohl zugehörig fühlen, nicht mehr gefällt, kann dann getrost mit einer simplen Abstimmung entrechtet werden und verschwindet, auf welche Art auch immer.”
Ja; denn das Selbstbestimmungsrecht gilt auch für Gruppen – daher rührt das demokratische Mehrheitsprinzip.
“Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten.”
Theodor W. Adorno”
Adorno hatte, Sie und wir alle haben die Freiheit, den “bösen” Demokraten zu entlarven und abzuwählen.
Adorno hätte sich nicht vor der Mehrheit ängstigen sollen, sondern vor selbsternannten linksfaschistischen, militanten Weltbeglückern. In jener Zeit dachte man nur an den Rechtsfaschismus der Nazis.
“Mein Vorschlag:
Wenn Sie etwas gegen grundsätzliche und unveräußerliche Menschenrechte haben; Insbesondere wenn Menschlichkeit und Altruismus sie anekelt, dann gehen Sie zu einem Therapeuthen.”
Die Vermutung von Geistekrankheit haben Sie sich bis zum Schluß aufgespart – Danke!
Gerne lasse ich Ihnen das letzte Wort – kann auch Beschimpfung sein.
Klaus58: Sie sind eine Heulsuse. Lesen Sie Ihren pöbelnd-polemischen Artikel noch einmal mit den Augen der Anderen, und auch die absolut nicht persönlich angreifende Antwort Hannzis. Sie beanspruchen für sich das Ausleben der primitivsten Stereotype (ihre Bemerkungen über China waren so unterirdisch, dass ich mehrfach eine Antwort erwog, es aber lieber sein liess, da ich cholerischer bin als Hannzi), und bei einer treffenden Kritik, dass Sie nämlich Grundwerte der Verfassung preisgeben wollen, wenn eine Mehrheit so denkt wie Sie, heulen Sie los. Sie sind genau so, wie man sich Konservative (jedenfalls eine bestimmte Spielart davon) in seinen Vorurteilen vorstellt.
a^2
Hmm, wir leben schon in einer bedenklichen Zeit, wenn Ochlokratie-Fetischisten wie Sie sich für die einzig wahren Demokraten halten…
ich habe so das Gefühl, dass Hannzi und klaus aneinander vorbeireden, Zum Demokratieverständnis gehört nunmal auch die Verfassung und die kann auch eine Mehrheit im Volk nicht einfach so aushebeln.
von Hannzi
Das hier wird also definitiv nicht so einfach passieren aber das hat klaus wohl so auch nicht gemeint.
w/e viel Spass beim bashing. :D
@Gideon
Unsere Verfassung ist mit 75% Mehrheit änderbar oder wir fangen noch mal’ an mit einer verfassungsgebenden Versammlung.
Wir können doch bei Wahlen oder der mehrheitlich gewünschten direkteren Demokratie hinterher nicht in gute und schlechte Wähler unterscheiden und das “unpassende” Ergebnis vom Tisch wischen. Die Linken leiden zu sehr unter rechten Wählern anstatt das Ergebnis zu akzeptieren, Beispiel: der Aufschrei nach dem Schweizer Minarettverbot.
Zu China: Die Kritik ist lauter als bei ähnlichen Mißständen in anderen Ländern. Dabei verbessern sich die Chinesen schneller als man am Ist-Zustand rummeckern kann.
Zu den Menschenrechten: Die Durchsetzung scheitert in den Problemländern an der Armut und dogmatischen und religiösen Denkblockaden, Beispiele: Afrika, Nordkorea, Kuba, Saudi Arabien.
75% Mehrheit ist für mich zumindest nicht “so einfach”.
Menschenrechte scheitern in den Problemländern?
Ich Bitte Sie! Menschenrechte scheitern am Willen zur Macht über andere. Dabei ist es egal wer die Herrschaft inne hat. Sobald ein Souverän (oder Individuum) anfängt über das Wohl und Wehe eines Individuums zu entscheiden und dies notfalls auch mit Gewalt durchsetzen will, sind Menschenrechte gefährdet oder bereits verloren. Das gilt auch für die Stimme der Mehrheit. Jede Mehrheitsentscheidung ist Gewalt am Willen der Minderheiten.
Menschenrechte sind an keine Gesetze gebunden, sondern verstehen sich von selbst, leiten sich aus den Grundbedürfnissen des Menschen ab. Sie sind nicht abschaffbar.
Ehe Sie die Denkblockaden bei anderen suchen, sollten Sie Ihre eigenen auf den Prüfstand stellen.
@Gideon
Welchen Prozentsatz hätten Sie denn gerne? Ich finde die 75% ok. und akzeptiere ansonsten einfache Mehrheiten egal wie links/rechts, dumm, zugewandert, krank, psychologisch therapiebedürftig, sogar gesund etc..
wo steht, dass ich 75% für nicht angemessen halte, ich wollte nur klarstellen, dass es nicht so einfach ist das grundgesetz zu ändern. Außerdem sind auch im Grundgesetzt manche Gesetze unveränderbar. Letztendlich könnte bei bundesweiten Bürgerentscheiden das Verfassungsgericht eingreifen und die Änderung für ungültig erklären somit ist es also durchaus möglich, dass sich eine Institution der Mehrheit nicht beugen muss, denn genau das ist auch eine Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts.
Man kann und darf nicht zwischen guten und schlechten Wählern unterscheiden, das ist klar, aber man kann serwohl zwischen vernünftigen und unvernünftigen oder gar grundgestzwidrigen Entscheidungen differenzieren. (wollte nicht nochmal unterscheiden schreiben. ;-))
@Gideon
Ihr Hinweis ist richtig. Man könnte vor Volksabstimmungen das Bundesverfassungsgericht die Fragestellung prüfen lassen und die verfassungsgemäße Akzeptanz der Entscheidung.
Ich zähle weiterhin auf unsere 3. Macht im Staate = weise Richter.
Ich muss mal auch meinen Senf dazugeben besonders zum Absatz “Interessierte Mädchen und abgehängte kleine Paschas?”. Hier behauptet der Autor der Islam wäre ein “Bollwerk” und islamische Geistliche (Wer den bitte? Und haben sie sich mit denen unterhalten?) würden direkt in die Familie hinein wirken. Dies ist mitnichten so. Im Islam ist Bildung ein hohes Gut und ein frommer Moslem sollte immer als gutes Vorbild zu dienen.
Vielmehr ist es so, dass diese sich aufgrund des “weltlichen Misserfolges” (aufgrund ihrer schlechten Bildung da sie meist als billige Hilfskräfte geholt wurden und der alltäglichen Diskriminierung) und in ihre kulturelle Traditionen (keineswegs mit dem Islam gleichtu setzen), Religion, Werte und Familie zurückziehen. Und das in einer (Ellenbogen) Gesellschaft immer weniger zählen.
Auch muss festgestellt werden, dass das derzeitige Schulsystem Mädchen eindeutig begünstigt und Jungs benachteiligt. Gerade männliche Jugendliche “Migranten” = “Kanacke” (Die meisten sind in Deutschland geboren und aufgewachsen) sind die meist diskriminierte und gehasste Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Keiner wird mit mehr Groll und Verachtung begegnet. Dies hat sich mittlerweile zu einem richtigen Feindbild entwickelt. Wenn diese merken, dass sie aufgrund ihrer Herkunft und Verhältnisse weniger Chancen und Möglichkeiten haben entsteht Frust. Zudem Frust kommt noch ein großer Druck der vom Elternhaus und der Gesellschaft kommt. Sie müssen Erfolg in der Schule haben um später einen erträglichen Beruf ausüben zu können um Geld zu verdienen um damit eine Familie ernähren zu können. Und wehe der Sohnemann wird von der Lehrkraft abgestraft dann gibt es zu Hause heftige Prügel.
Nur ein Einblick in die Lebenswirklichkeit dieser “Kanacken” zu denen ich auch gehöre und oft als solcher bezeichnet wurde.
Jepp, hab da gerade noch ne Studie zu gefunden. (Bildungsmotivation bei türkischen Familien stark)
Mir persönlich ist es überhaupt nicht erklärlich warum ich mir überhaupt darüber Gedanken machen muss, welche Person aus welchem Land und mit welchem kulturellen Hintergrund in diesem Land leben möchte, oder lebt und wie man diese Personen am besten integrieren kann.
Das ist doch überhaupt nicht das Thema. Mit dieser Art von Diskussion wird nur versucht, das eigentliche Problem zu kaschieren. Das Problem macht sich leider nicht so leicht an Rassen,Religion,Kultur oder Sprache fest, es ist viel banaler…..
Ich wundere mich langsam überhaupt nicht mehr, warum es in Deutschland möglich ist, absolut nichts zu leisten und der Solidargemeinschaft dabei ununterbrochen auf der Tasche zu liegen.
Die Diskussionen in der Öffentlichkeit, speziell von Politikern zeigen ganz deutlich, dass jeder von allen Seiten Rückendeckung bekommt, wenn er wieder einmal irgendeine geringe oder große Chance oder Weiterbildungsmaßnahme “verpasst” hat, oder weil kulturelle oder religiöse Hintergründe es ihm nicht ermöglichen sich seinem Umfeld ausreichend anzupassen.
Glücklicherweise hat Thilo Sarrazin in seinem Buch genügend Angriffspunkte geliefert, damit in der Öffentlichkeit die Kernaussage seines Buches (ich habe es gelesen) erst gar nicht zur Sprache kommt.
Ich selbst stelle mir schon seit vielen Jahren eine Frage:
Warum kann ich in Deutschland jede Unterstützung erhalten und muss dafür nichts tun? Oder anders gefragt: Warum wird meine Unterstützung nicht gekürzt oder ganz gestrichen, wenn ich nachweislich Auflagen, Anforderungen, Angebote, etc. nicht erfülle.
Wenn ich in Deutschland nur falsch parke, muss ich dafür bezahlen. Wenn ich nicht rechtzeitig Steuern bezahle, muss ich Säumnisszuschlag zahlen,etc. (Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen)
Wenn ich aber hartnäckig, weder die Landessprache lerne, noch mir Arbeit suche oder jedes Arbeitsangebot verweigere, wenn jede Weiterbildung oder Ausbildung zum Scheitern verurteilt ist oder gar nicht erst angetreten wird, weil mir entweder die schulische Ausbildung oder die Kenntnisse der Landessprache fehlt, wenn ich bereits in der Schule hartnäckig die regelmäßige Teilnahme am Unterricht verweigere… (auch hier lässt sich die Liste beliebig fortsetzen)…..
WARUM
WIRD DANN MEIN MANGELNDER PERSÖNLICHER EINSATZ FÜR MEINE ZUKUNFT, MEINE FAMILIE, MEIN LAND NICHT ENTSPRECHEND GEWÜRDIGT ???
WARUM ERHALTE ICH TROTZDEM NOCH DEN VOLLEN SATZ AN FINANZIELLER UNTERSTÜTZUNG, KRANKENVERSORGUNG, RENTE??
Das ist für mich die Kernaussage des Buches. Und das ist die Frage die nicht nur mich, sondern viele beschäftigt, die jeden Tag dafür arbeiten müssen, das immer mehr ungestraft, immer weniger tun !!!!
In meiner eigenen (angeheirateten) Familie gibt es viele, die seit über 20 Jahren von Hartz IV und ähnlichem leben.
Alle eigenen Versuche diesen Personen dauerhaft eine Arbeit zu besorgen, sind am Verhalten derjenigen gescheitert…unpünktlich, großspurig, anmaßend seien nur einige Adjektive die in diesem Zusammenhang passen.
Was aber immer funktioniert, ist die Organisation von Nebenjobs (ohne Steuerkarte und Anmeldung). Ich weiß aus realen Erfahrungen (Familie und deren Freunde), das ein Großteil des vom Staat erhaltenen Geldes in Alkohol, Zigaretten, Geldspiele und Unterhaltungselektronik umgesetzt wird. Die zahlreich vorhandenen (und ständig mehr werdenden) Kinder werden massivst vernachlässigt. Die “Eltern” beschweren sich ständig darüber, das sie nichts vom Leben haben und ihre Kinder einfach zu teuer sind, weil sie z.B.. am liebsten viel Milch trinken statt Wasser.
Diese Familien werden nicht nur ununterbrochen vom Staat unterstüzt, sondern erhalten noch zusätzlich soziale Betreuung, damit die Kinder wenigstens regelmäßig zur Schule gehen.
Und als wenn dieses nicht schon schlimm genug wäre, wird man von diesen Personen auch noch dafür ausgelacht, das man jeden Tag pünktlich zur Arbeit fährt und bis zum nun neuen Rentenalter für andere arbeiten geht.
2 Erwachsene und 5 Kinder erhalten monatlich mehr Unterstützung als ich jemals verdienen werde. Und doch muss ich jeden Monat einen großen Teil meines Lohnes
für diese Personen abgeben, die mich dafür auch noch auslachen.
Ist das, das Solidarprinzip, wofür mir jedes Jahr mehr von meinem Lohn abgezogen wird?
Brauchen Sie auch nicht. Meinungsfreiheit heißt nicht das man zu jedem Thema eine Meinung haben muss. Man KANN eine Meinung haben, muss es aber nicht.
Für den normalen Bürger, der sich nicht am moralisierenden Entrüstungszirkus beteiligen will, der nicht wegen angeblichem “WIR ZAHLEN FÜR DIE” Zeter und Mordio schreien muss, den braucht diese Diskussion nicht interessieren.
Entschuldigung, Rassen beim Menschen gibt es nicht. Ich bitte Sie!
Das stimmt so nicht. Sie müssen Anspruchsberechtigter Bürger nach den entsprechenden Gesetzen für die entsprechende Transferzahlung sein.
Das heißt bei Hartz4:
Sie müssen arm genug sein.
Sie dürfen nicht mit einem Menschen liiert sein, der ausreichend Geld verdient.
Sie müssen erreichbar sein.
Sie dürfen nicht verreisen.
Sie müssen jeden Besitz veräussern.
Sie müssen ihr Vermögen, das Erbe, die Familienerbstücke, jeden materiellen Wert aufbrauchen bis hin zum Veräußern von KFZ und Eigenheim. Sie können nicht mehr umziehen müssen eine bestimmte Wohnungsgröße zu einer niedrigen Miete akzeptieren, müssen sich für Heizkosten rechtfertigen, müssen jeden Job annehmen, auch wenn sie in ihrem Beruf arbeit suchen. EtcEtcEtc …
Warum erhlaten Menschen in diesem Land diese Leistungen? Weil Empfangsberechtigte Personen sonst nicht mehr Leben können. Geld ist für einen MEnschen ohne Vermögen kein Kapital und kein Eintritt ins Schlaraffenland, es sind keine Sparbeiträge und keine Geschenke, ES HANDELT SICH UM DIE LEBENSGRUNDLAGE! Die elementarsten Überlebensbedürfnisse werden davon finanziert und für sonst ist diese Zahlung im Falle von Hartz4 nicht gedacht!
Oder anders gefragt: Warum wird meine Unterstützung nicht gekürzt oder ganz gestrichen, wenn ich nachweislich Auflagen, Anforderungen, Angebote, etc. nicht erfülle.
Wer seine Auflagen nicht erfüllt, wird sanktioniert. Wer Anforderungen nicht erfüllt erhält keine Leistungen. Wer keine Angebote annimmt, wird sanktioniert. Trollen Sie eigentlich nur oder sind sie bezahlter Schmierfink, der hier einfach mal unhaltbare idiotische Thesen absondert an letzter Stelle?
Sie gehen arbeiten für IHREN Lebensunterhalt.
Das Sie für Transferleistungen und Versicherungsleistungen Ihren anteiligen Beitrag zahlen und gleichzeitig für Sie selbst Ansprüche erwirtschaften, versteht sich in einer Solidargemeinschaft von selbst.
Arbeitslosigkeit ist eine Strafe, für die Menschen nichts können. Arbeitslosigkeit macht Krank und Krankheit führt in die Arbeitslosigkeit. Arbeit ist für die überwiegende Mehrheit der Menschen eine Sinnstiftende Tätigkeit, elementares Bedürfniss. Nicht arbeiten zu dürfen, ist in den allerwenigsten Fällen eine freiwillige Wahl. Ungestraft immer weniger tun nur Menschen, die von ihren Zinseinkünften leben und andere Menschen für sich arbeiten lassen. Sicher niemand, der soziale Leistungen wie Hartz4 erhält.
Natürlich, jeder kennt solche Beispiele. Da Menschen bekanntlich über fünf Ecken jederzeit mit jedem Menschen bekannt sind, ist davon auszugehen das in einer sozialen Gesellschaft Jeder irgendwo jemanden kennt.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß einige Menschen ein Verhalten an den Tag legen, das sie für den Arbeitsmarkt untauglich macht. Was im einzelnen der Auslöser dafür ist, sollten Experten analysieren und kann manchmal behandelt werden, oft aber auch nicht. So wie es in jeder Schicht ätzende unsoziale Menschen gibt, gibt es sie eben auch in der Unterschicht, die es besonders schwer hat diese negativen Charakterzüge zu verbergen. So What?
Ich glaube zunehmend das sie ein bezahlter Schmierfink oder ein Hobbytroll sind. Diese pauschalen massierten Klischees sind gar nicht mehr ernst zu nehmen. Haben Sie irgendeine Ausbildung? Sind Sie in irgendeiner Weise in der Lage andere Menschen zu verstehen?
Och und wenn eine so dermaßen neben der Spur stehende Person sie auslacht, dann verunsichert Sie das? Warum?
Sie gehen im übrigen nicht für andere Arbeiten sondern um für sich selbst Rechnungen zahlen zu können. Sie können das aber auch lassen, wenn sie wollen. Dann melden Sie sich bei Hartz4, das ist in Ihren Augen ja so ein geiles Leben?!? Warum ergreifen Sie nicht die Chance endlich den Sack in der sozialen Hängematte baumeln zu lassen? Zu feige? Oder ist doch nicht so viel dran an ihrer Überbewertung der Leistungshöhe?
Sie können nicht IHR Einkommen mit dem einer ganzen Familie vergleichen. Sie Müssen IHR EINZELNES einkommen mit dem Einkommen EINES Hartz4 Empfängers vergleichen. Diese Person hat Anspruch auf:
359 Lebenshaltungskosten
45qm Wohnung, aktueller Mietspiegel unterstes Preissegment
angemessene Heizkosten
Das ist für einen Alleinstehenden also zwischen 550 – 700 Euro. Nicht mehr, keinen Cent!
Sie gehen arbeiten, verdienen das doppelte?
Dann gehts ihnen doppelt so gut wie einem Hartz4 Empfänger.
Bei Hartz4 wird jede Person einzeln berechnet und eine Bedarfsgemeinschaft ist kein Spielplatz sondern da wird knallhart gespart.
Wenn sie also Familie haben werden sie weniger Steuern zahlen, sie werden Erziehungsgeld und ‘Kindergeld erhalten. Viele Gutverdiener erhalten mehr Kindergeld als Hartz4 Empfänger im ganzen Monat zum Leben erhalten inklusive KDU. Ganz wohlbetuchte haben sogar das Recht mehr fürs Kind zu erhalten als eine ganze Hartz4 Familie aus ihrem Beispiel.
Wieso werden eigentlich in Behauptungen wie den Ihrigen nicht einmal jene Leistungsempfänger kritisiert, die diese Leistungen gar nicht nötig hätten?
___
Nein. Das Problem ist vielmehr anders gelagert. Der Rückgang gut bezahlter Arbeitsplätze und die Prekarisierung der Arbeitswelt ist einer der Hauptgründe. Hinzu kommt ein größerer Empfängeranteil durch zunehmende Rationaliseirung in allen wirtschaftsbereichen. Weiterhin verantwortlich für den Anstieg Ihrer Beiträge sind der Rückgang der Beiträge der gutverdienenden durch stetig sinkende Steuern für Spitzenverdiener und Unternehmen.
Ein Ausweg wäre theoretisch wenn die Arbeitszeit einer Maschine mit derselben Soziallast belegt würde wie die der menschlichen Arbeitskraft. Dann würde es mehr Arbeitsplätze geben, gleichzeitig würden von der gestiegenden Produktivität das gesamte soziale Netz profitieren.
Nein, ihre Klischeeüberbordende Pseudokritik ist nicht sehr substantiell. Sie ist nichts als das aufzählen von Vorurteilen, Aburteilungen und moralisierendem Zeigefinger.
Ich glaube nicht das Sie echt sind, das geht gar nicht das ein Mensch so komplett reaktionär sein kann… O-o
@55. Hannzi
Deinen moralischen Ausgangspunkt kann ich nachfühlen im Rahmen von Familie- und Freundeskreis. Nun motiviere mich mal, außer für diese mitzuarbeiten für von mir unerwünschte Zuwanderer Steuern zu zahlen.
Moral und Solidarität sind persönliches Gefühle, die man nicht verordnen kann. Wer beliebt sein möchte, muß sich beliebt machen oder die Abneigung der Anderen akzeptieren.
Was soll ich mich mit einem borniertem Religioten abgeben in meiner begrenzten Freizeit?
Integration muß sich lohnen – für die Mehrheitsbevölkerung.
@klaus58
Deine Intelligenz scheint wirklich nicht weit entwickelt zu sein, rainer58. Ohne Zuwanderung geht dein so geliebtes Deutschland noch schneller den Bach runter, denn wie stellt es sich eine schrumpfende deutsche Erwerbsbevölkerung eigentlich vor , die dann immer überdimensionierter werdende Infrastruktur (Autobahnen, Strassen, Flughäfen, Schulen, Universitäten etc. etc. )überhaupt zu finanziell erhalten? Und wie stellt es sich eine schrumpfende alternde deutsche Bevölkerung eigentlich vor, den beschleunigten Wertverfall von Häusern Wohnungen etc. in Deutschland aufzuhalten, den absehbar kommenden Verfall ganzer Randregionen und die Konzentration auf Kernregionen. Wenn die deutsche Gründergeneration verstorben ist, werden hunderttausende ihrer (übrigens architektonisch grauenhaften) Neubausiedlungen für immer leerstehen und schlicht verrotten wie die Goldgräberansiedlungen in den USA des 19. Jhdts..
Deutschland ist ja schon heute für Immigranten kaum noch attraktiv. Die Zuwanderung aus der Türkei geht seit acht Jahren kontinuierlich zurück, u.a weil die Türkei zu einer schnell wachsenden Wirtschaftsmacht geworden ist. . Im Jahr 2008 kamen nur noch ca. 24.000 Zuwanderer aus der Türkei. Der EU-Beitritt der Türkei wird für die Türkei immer unattraktiver, aber für die EU wird der Beitritt der Türkei immer dringender, u.a. weil sie immer weniger Nettozahler haben, um die „Osterweiterung“ zu finanzieren.
Hast du dir schon mal überlegt, weshalb im Jahr 2008 allein aus Polen ca. 120.000 Zuwanderer und aus Rumänien ca. 44.000 Zuwanderer nach Deutschland kamen? Die Zahl der Zuwanderer aus Polen wird angesichts des Booms in Polen schnell abnehmen, genauso wie die Zuwanderungen aus Russland in 2008 auf knapp über ca. 20.000 geschrumpft sind, weil Russland selbst immer attraktiver wird.
Deine Einstellung, lieber Rainer, ist leider für dieses unser Deutschland so typisch und ist exakt mit ein Grund für das heutige Mega-Debakel. Die deutsche Industrie hat vor Jahrzehnten massenhaft billigste Arbeitskräfte importiert und die Folgekosten (im sozialen Bereich) auf die Allgemeinheit abgewälzt; der deutsche Staat hat jahrzehntelang ebenfalls an der Integration gespart und damit rechts Wählerstimmen gewonnen. Jetzt hat sich gewaltiges Problem für die gesamte deutsche Gesellschaft aufgebaut, das ja inzwischen nur nur die Nachfolgegeneration der Immigranten betrifft, sondern auch die desaströse Integration der deutschen Unterschichten. Es bedarf allergrößter Anstrengungen, um die Fehler zu beheben, falls das überhaupt noch für die kippende deutsche Gesellschaft möglich ist.
In einem Satz wird hier Solidaität und Moral auf Freunde und Familie begrenzt im Nächsten aber dann doch wieder auf den Nationalstaat ausgeweitet. Ja was denn nu?
Solidarität mit wem? Der Familie die man aushalten muss/will oder dem Staat und allen Leuten die dort wohnen oder nur mit denen die arbeiten? Dann geht es auch gegen einen Haufen Ansässige. Angst vor Abstieg oder wie? Wer hat die nicht! Hilft dann das nach unten schauen oder das nach oben schauen?
Also wenn ein Familienmitglied in dem Staat sich nicht “lohnt” wird es eben rausgeschmissen. Alles nachvollziehbar aber eben menschlich daneben.
Hannzi hat die Erziehungsmethoden doch schon gut dargestellt. Wieso dann jetzt dieses Unverständnis. Als ob das nicht reicht oder was!
Das ist Ihnen unbenommen.
Nun motiviere mich mal, außer für diese mitzuarbeiten für von mir unerwünschte Zuwanderer Steuern zu zahlen.
Sie haben überhaupt nichts zu entscheiden. Es gibt Gesetze und die sind verbindlich. Für Einwanderer wie sie korrekterweise fordern, genauso jedoch für Sie. Fertig aus. Sie zahlen weil die Mehrheit das so will, die Gesetze es so wollen, der Staat so konstruiert ist. Sie profitieren von diesen Gesetzen, also sind sie als Bürger auch genauso verpflichtet. Ob sie das wahr haben möchten oder nicht interessiert keinen.
Das ist wohl richtig. Deshalb können sie nicht erwarten, daß Einwanderer mit völlig anderen Moralvorstellungen in völliger “Borgassimilation” zum Deutschtum wechseln. Das ist in Einzelfällen durchaus möglich, in anderen Einzelfällen unmöglich, in der Mehrheit aller eingewanderten Bürger ist ein gediegenes Mi8teinander im Nebeneinander erreicht worden und das ist gut so.
Sie sind sehr unbeliebt bei vielen Bürgern und insbesondere bei Eingewanderten ist Ihre Ansicht nicht gerade hoch im Kurs. Wieso erfüllen Sie nicht erst einmal selbst die Anforderungen, die Sie stellen?
Ist ihnen der Verhaltenstheoretische Zusammenhang zwischen Poitischer Haltung und religiöser Weltanschauung eigentlch bekannt? Ihre persönlichen Dogmatischen Ansätze können mit jedem fanatisierten Religionsanhänger mithalten. Ich empfehle auch in diesem Punkt ersteinmal Ihnen selbst vom Fanatismus abzulassen, bevor Sie anderen Fanatismus unterstellen. Mir fällt dazu ein Titel ein “Fanatiker sind immer nur die Andren!”
Genauso wie das Wirtschaftssystem? Genauso wie die Politik? Labern sie doch keinen Unsinn. Ihr gekrächtze ist genau dann politische Agenda wenn sich mächtigste Interessen mit ihren zusammenschließen. Wenn der Faschismus in der Mitte Sündenböcke braucht, dann wird man sich auf Menschen mit Ihrer Meinung besinnen, denn dann braucht man eine neue Hetztruppe um die Verantwortungen auf die Sündenböcke zu lenken. Sie fallen gerade darauf herein. Anstelle die Realität zu sehen, suchen sie sich mit ihrem Tunnelblick nur Stückchen aus, die gerade so ihren eigenen Wunschvorstellungen entgegenkommen und gleichzeitig verhindern das sie die Wirklichkeit sehen.
Mit fruendlichen Grüßen