Finanzkrisen-Populismus
geschrieben am 06. Oktober 2008 von Spiegelfechter
Die Finanzkrise ist ein komplexes Themenfeld. Ihre Ursachen und die Systematik der Krise sind selbst unter Fachleuten umstritten. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf eine Gesellschaft, die ihre Versorgungssysteme bereits zu signifikanten Teilen auf die Finanzmärkte ausgelagert hat, sind jedoch monumental. Die Plebs will nun Köpfe rollen sehen und ihr Erspartes in Sicherheit wissen. Nichts einfacher als das, so denkt man sich in Berlin. Bauernopfer werden der Meute zum Fraße vorgeworfen und es wird munter mit Billionen-Garantien um sich geschmissen, die weder ernst zu nehmen sind, noch je eingehalten werden können. Symptome werden wieder einmal oberflächlich kuriert, während die Ursachen der Krise ausgeblendet werden. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Wer dachte, dass die GröKaZ (Größten Koalitionäre aller Zeiten) ausgerechnet bei der Bekämpfung der monumentalen Finanzkrise, die nun auch über Europa hinweg zieht, ein besseres Bild abgeben würden, als bei den vermeintlich „großen“ Streitthemen unserer Zeit, der leidet entweder unter kognitiven Dissonanzen oder ist bereits ein Opfer des PISA-Schocks. Um wenigstens den verblödeten Teil der potentiellen Wählerschar hinter sich zu bringen, üben sich die GröKaZ derweil in gepflegtem Populismus.
Finanzminister Steinbrück gibt in Berlin ein erbärmliches Bild ab. Der Großneffe des Gründers der Deutschen Bank fiel in der Öffentlichkeit stets nur durch sein selbstaffirmatives Credo, die Neuverschuldung des Bundes im Jahre 2000 plus X auf Null zu bringen, auf. Steinbrücks Vertrauen in die deutsche Finanzbranche war stets unerschütterlich – weshalb er lieber das Sparschwein der Nation wurde, als die Finanzmärkte zu regulieren. Mit solchen Reformen machte man sich in der Talkshowrepublik nämlich keine Freunde. Der Markt ist eine heilige Kuh, der Markt reguliert sich selbst und wer in diesen Mechanismus eingreifen will, gefährdet, wenn schon nicht den heiligen Aufschwung, dann doch zumindest die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Finanzindustrie. Da Minister selten Ahnung von ihrem Fachgebiet haben, wird die eigentliche Arbeit in den Ministerien von Staatssekretären und leitenden Ministerialbeamten gemacht. Ein solcher Staatssekretär ist Jörg Asmussen. Er saß als Vertreter des Finanzministeriums bereits im Aufsichtsrat der IKB, hat sich also bereits im Vorfeld als Leuchtturm der Inkompetenz in den Wirren der Finanzkrise profiliert. Als Belohnung für die imponierende Leistung, nicht entdeckt zu haben, dass die IKB mit einem Drittel ihrer Bilanzsumme über Offshore-Zweckgesellschaften im internationalen Finanzkasino va banque gespielt hat, wurde Asmussen von Steinbrück erst im Februar in das Amt des Staatssekretärs gehievt. Asmussen war es auch, der für das Finanzministerium den „Rettungsplan“ der Hypo Real Estate (HRE) ausarbeitete.
Deutsche Bank Chef Ackermann wollte lieber eine Verstaatlichung der HRE initiieren. Eine staatliche Abwicklung der Bank wäre ein durchaus überlegenswerter Gedanke gewesen, da die Bank nicht etwa im Kern marode ist, sondern wegen mangelnder Fristenkongruenz die kurzfristige Refinanzierung ihrer größtenteils langfristigen Forderungen nicht wahrnehmen kann. Mit einer geordneten Abwicklung im Rahmen einer staatlichen Auffanglösung wäre dem Steuerzahler wohl kein Schaden entstanden. So viel Sozialismus war den Herren des Finanzministeriums aber ungeheuer. Asmussen ließ seinen ehemaligen Mentor Axel Weber, der aufgrund Asmussens Empfehlung von Hans Eichel zum Bundesbankpräsidenten ernannt wurde, und den BaFin-Chef Jürgen Sanio ein alternatives Konzept erstellen. Weber und Sanio attestierten persönlich, dass eine Bereitstellung von Liquidität in Höhe von 35 Mrd. Euro die Finanzierung der HRE-Bankengruppe mittelfristig sicherstellen würde. Zusammen mit der privaten Finanzwirtschaft wurde so ein Sicherheitspaket geschnürt, das den Staat einen Großteil der Risiken überträgt, ohne eine Gegenleistung seitens der „geretteten“ Bank vorzusehen. Als Sicherheiten waren die Aktien der Tochterbanken und „Problempapiere“ im Nennwert von 42 Mrd. Euro vorgesehen, die bei der EZB im „fairen“ Wert von 15 Mrd. Euro hinterlegt wurden.
Während Steinbrück munter von Abwicklung palaverte, zogen alarmierte Banken ihre Kreditlinien bei der HRE zurück, um Schlimmeres zu vermeiden. Der Teufel steckt bekanntlich oft im Detail und aufgrund der gezogenen Kreditlinien weitete sich der Liquiditätsbedarf der HRE plötzlich auf mindestens 50 Mrd. Euro aus. Dies „entdeckten“ dann auch Prüfer der Deutschen Bank bei einer internen Prüfung. In einer Zeit, in der selbst gesunde Banken gesunden Banken nicht über den Weg trauen, haben Worte wie „Abwicklung“ eine verheerende Wirkung. Minister Leichtfuß war sich über die Bedeutung seiner unbedachten Worte vielleicht gar nicht im Klaren. Nun hatte der HRE-Rettungsplan sein Schlamassel und da die privaten Banken eigene Gelder zur Verfügung stellen und nicht munter mit Steuerzahlermilliarden herumwerfen, kündigten sie das Gentlemen-Agreement, das eine Woche zuvor zwischen Asmussen und Ackermann besiegelt wurde. Natürlich war ihnen klar, dass der Staat weitere Garantien geben würde, da niemand die HRE kollabieren lassen wollte. Über die Details, wie den Privatbanken das „zusätzliche“ Engagement in Höhe von 15 Mrd. Euro schmackhaft gemacht wurde, schweigen die Beteiligten bis jetzt. Es wird vermutet, dass die Einlagerichtlinien der EZB gelockert wurden, so dass die Banken sich diese 15 Mrd. Euro über die Auslagerung von „Problempapieren“ bei der EZB refinanzieren können. Wie sich dies bilanzrechtlich auswirken wird, ist derweil noch offen.
Steinbrück ist derweil vom Management der HRE bitter enttäuscht und will Köpfe rollen sehen. Die Dilettanten im HRE-Management sind sicher auch von Steinbrück bitter enttäuscht und würden gerne seinen Kopf rollen sehen, aber dies wird freilich nicht passieren. In Deutschland treten Minister wegen Dingen wie Putzfrauen oder Einkaufschips zurück – das Verbrennen von Steuermilliarden ist da eher eine Bagatelle. Warum fordert niemand die Köpfe von Weber und Sanio? Immerhin haben sie laut eigener Aussage den Liquiditätsbedarf auf 35 Mrd. Euro testiert. Haben Bundesbank und BaFin etwa gar nicht in die Bücher der HRE geschaut, wie es die Analysten der Deutschen Bank wohl getan haben? Zuzutrauen wäre es den staatlichen Aufsehern und Bankern. Warum fordert Steinbrück nicht den Kopf von Asmussen, der sich für den desaströsen „Rettungsplan“ von Anfang an verantwortlich zeigte und die „Lücken“ ebenfalls nicht erkannte? Wenn Steinbrück es mit seiner Forderung nach rollenden Köpfen ernst meinen würde, müsste er seinen eigenen Kopf fordern. Die publikumswirksame Forderung nach rollenden Köpfen lenkt derweil nur von den Ursachen der HRE-Krise ab. Wie konnte eine deutsche Bank, die von der BaFin kontrolliert wird, urplötzlich so gravierende Liquiditätsengpäße feststellen? Dass die „Problemtochter“ DePfa mit einer Eigenkapitalquote von 0,6% vom Geldmarkt abhängig ist wie der Junkie von der Nadel und bei Turbulenzen auf dem Geldmarkt ernste Refinanzierungsprobleme bekommt, war auch der BaFin nicht unbekannt.
Während Steinbrück den Bad Cop gibt, der Köpfe rollen sehen will, darf seine Chefin sich liebevoll ums Volk kümmern. „Ihre Gelder sind sicher“, so ließ sie gestern verlauten, um einen Bank Run zu verhindern. Der Staat würde sämtliche privaten Einlagen garantieren. Wie sie sich dies konkret vorstellt, ließ die Merkelin selbstverständlich offen. Einlagen bei allen Instituten sind gesetzlich bis zu einer Höhe von 20.000 Euro zu 90% staatlich abgesichert. Die Einlagen bei den Genossenschaftsbanken und Sparkassen, letztere haben immerhin eine Bilanzsumme von 3.600 Milliarden Euro, sind ohnehin vom Staat in voller Höhe garantiert, da er im Falle des Zusammenbruchs einer Sparkasse letztendlich für alle Verbindlichkeiten und Einlagen haftet. Bei den Privatbanken springt in einem solchen Falle der Einlagensicherungsfonds ein – da dieser aber bereits aufgrund der Lehman-Brothers Pleite bis ans Ende seiner Leistungsfähigkeit strapaziert wurde, kann man im Falle des Kollapses einer Großbank wohl kaum auf ihn zählen, zumal alle Zahlungen, die über die Reserven des Fonds hinausgehen, nur fakultativ sind.
Käme es zu einem kollektiven Bankencrash in Deutschland, könnte der Bund seine Garantien gar nicht einlösen. Woher sollte er das Geld nehmen, wenn es keine Bank gibt, die verbriefte Staatsschulden emittieren kann und es erst recht keinen solventen Käufer für diese Papiere gibt, da durch den Bankencrash keine frei verfügbaren Sichteinlagen mehr vorhanden sind, mit denen man diese Papiere kaufen könnte. Merkels warme Worte sind nichts als heiße Luft. Ohne ein entsprechendes Gesetz kann die Regentin ohnehin keine staatlichen Garantien versprechen. Und dem Parlament liegt weder ein solches Gesetzesvorhaben noch die Ankündigung eines solchen vor. Merkel gefällt sich als Populistin, die auf komplexe Probleme einfache Antworten gibt, die nicht realisierbar sind.
Unkonventionelle Wege, die Liquiditätskrise der Banken zu beheben, denken derweil die Spanier an. In Spanien kursieren aufgrund von Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften rund ein Drittel aller 500 Euro Scheine der europäischen Währungsgemeinschaft. Würde dieses Schwarzgeld auf ordentliche Konten eingezahlt, hätten die Banken auf einem Schlag 54 Mrd. Euro als Liquiditätsspritze. In Deutschland wird die Schwarzgeldmenge auf 350 Mrd. Euro geschätzt. Warum sollen Handwerker, Luden und Drogendealer nicht die Leistungselite der deutschen Finanzwirtschaft retten? Gegen ein entsprechendes Amnestiegesetz wäre man dazu sicher bereit. Und der Gesetzgeber ist sich bekanntlich für keine Dummheit zu schade.
Jens Berger
Kategorien: Wirtschaft
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Die Bilder von Angela Merkel und Steinbrück passen optimal zur Politik die momentan in Deutschlan herrscht… sehr gut…weiter so…
Die Politik ‘garantiert’ den “Sparerinnen und Sparern” die Einlagen.
Sollte der Garantiefall eintreten, wird halt der Steuerzahler belastet, damit “Sparerinnen und Sparer” wieder zu ihrem Geld kommen.
Die Bürgerinnen und Bürger garantieren sich also ihre Einlagen selbst.
Köstlich! Oder perves?
Nein, eben Politik – dummdreiste.
Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen wird landauf, landab gefordert. Dazu bedarf es aber bei den Verantwortlichen des Handelns nach Treu und Glauben.
Was wir dagegen tagtäglich erleben ist Lug und Trug.
Eine so verferkelte Gesellschaft ist auf Dauer nicht überlebensfähig.
http://www.faz.net/s/Rub0A1169E18C724B0980CCD7215BCFAE4F/Doc~E06B8F3D31C31455CBEA0458824207E7A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28858/1.html
Auch ein guter Artikel hier, der deine guten Beobachtungen Jens, noch aus einem anderen Aspekt her ergänzt. Der gegenseitige Klassenkampf zwischen den nationalen Börsenzentren untereinander, hat bei allem wirklichen Populismus, auch einen sehr realen Hintergrund.
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57354?PHPSESSID=2kg9iq899l2j4n1o16kqpfpne2
Sehr konzise Analyse, danke dafür :)
Das moderne Banking hat sicher eine Phase der widerwärtigsten Selbstbeweihräucherung und Lügen, an die irgendwann jeder geglaubt hat, hinter sich. Erinnert mich ein bischen an die Software um das Jahr 2000. Arschtritte gehören definitiv verteilt.
Ich frag mich nur, was die lieben Politiker nun machen sollen? Jetzt geht es doch erst mal darum, die Krise irgendwie kurzfristig abzudämmen.
Neue staatliche Regulierungen, um diese von der Kombination ihrer Verantwortlichkeit mit der ihnen zugestandenen Freiheit sicher überforderten Hajopeis in Zukunft auf dem Boden der Tatsachen zu halten, sind sicher notwendig, werden aber vernünftigerweise mittelfristig konzipiert. Daran sollte man dann Steinbrück messen.
@SF
ich denke das problem sitzt tiefer. in einer vernetzten finanzwelt, wo keiner weiss und/oder keiner genau sagt was wo in den bilanzen steht wird es unmöglich exakte voraussagen zu machen. selbst dei jetzt “entdeckten” 50 milliarden gelten an sich nur für 2008. was in 2009 sein wird weiss man nicht und der anfang von 2009 ist nur drei monate weit weg. das wäre eine normale quartalszahl. an sich.
politik ist damit überfordert. zur überforderten politik gehören staatssekretäre, egal wie tief sie im sumpf, sorry, thema, sind. es bedarf eigentlich einer gesamt globalen zusammenarbeit inkl. der aktuellen bankmanager, die alles auf den tisch legen. da geht nicht von heute auf morgen, aber von heute auf morgen muss politik lösungen finden.
bei der “lösung” HRE vom weekend stand sogar die uhrzeit fest. öffnung der börse in tokyo.
@misterL
Nun, man kennt die Termine und die Summen der nötigen Refinanzierungen sogar sehr genau. Das Problem ist vielmehr, dass man nicht weiß, ob man zu diesem Zeitpunkten die Summen auch bekommt. Man kennt auch die Zeitpunkte und die Summen der Liquidiätszuflüße und da diese zu m.W. 2/3 aus der öffentlichen Hand (Pfandbriefe) kommen, sind dies durchaus sichere Zuflüsse. Rund 350 Mrd. werden m.W. in den nächsten fünf Jahren fällig – aber es kommt ja auch die gleiche Summe (round about) rein – nur halt später (in diesem Zeitraum), als die Refinanzierung getätigt werden muss.
Das die Politik maßlos(!) überfordert ist, stimmt indes. Alleine Steinbrücks Dummschwall über eine Abwicklung hat die HRE von wichtigen Finanzströmen (u.a. der FED!) abgeschnitten.
Nachdem man seit Jahrzehnte die reine Marktlehre predigt, kann man halt jetzt nicht Verstaatlichungen durchführen. Schon gar nicht mit der LINKEn im Nacken.
Was umso verwunderlicher ist, da die USA dieses rel. gnadenlos tun. Dass Steuergelder eingesetzt werden, um den “Systemkollaps” zu verhindern (was immer das auch sein soll) ist vlt. richtig, aber wieso zur Hölle bekommt der Bürger dann nicht seinen fairen Anteil in Form von Vergesellschaftungen? Stattdessen werden Mrd. benutzt, um das Hamsterrad weiterdrehen zu lassen…
Meine Frage als Laie: Was geschieht mit den jetzt eingesetzten Steuergeldern, wenn der Fall eintreten sollte, dass sich das System wieder fängt und private Banken und Manager wieder agieren wie vorher? Sehen wir das je wieder? Oder brauchen wir dann HARTZ V und Ackermann I?
@Blockpartei
Ja, das HRE-Geld sehen wir sicher wieder. Höchstwahrscheinlich sogar in voller Höhe. Außer – das will ich nicht ausschließen – Ackermann, Steinbrück und Co denken sich noch weitere “Ork-Teufeleien” aus, die den momentanen Finanzierungsplan wieder ungültig machen.
@SF
eben, man weiss nicht genau, ob man die notwendigen summen bekommt und falls nicht, wer womit einspringt. die zukunft ist also ungewiss. damit ist nachhaltiges operieren an sich unmöglich. erst recht, wenn man für die “zwischenlösung” nicht einmal 24 stunden zeit hat.
Ok, danke… Aber wie kann man sich das vorstellen? Füllen die betroffen Kreditinstitute – stumpf gesagt – ein paar Überweisungsträger aus; Verwendungszweck: “Die Mrd. mit bestem Dank zurück an die BRD” oder erfolgt die Rückzahlung in Form von verbilligten Krediten, höheren Zinsen für Einlagen o.ä.? Ich bin da leider unwissend. Bei solchen Summen hört meine Vorstellungskraft auf.
Interessant auch die Reaktion aus Island und die Kritik der EU an die deutsche Adresse:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/staatlichegaranitien100.html
Es tut einfach gut eine punktgenaue Analyse zu lesen Herr Berger. Chapeau!
Notenpresse, Inflation?
Nur zur Geschichte mit dem Schwarzgeld. Das ist völliger Unsinn. Das wäre nämlich nur plausibel, wenn dieses sogenannte “Schwarzgeld” bei den betreffenden Leuten bisher unter der Bettdecke zu finden gewesen wäre. Ich denke aber nicht, dass es sich bei diesen Leuten mit “Schwarzgeld” um Geldscheinsammler handelt. Mit andere Worten: Das Geld ist in der Zirkulation, nur halt nicht versteuert. Der eine oder andere wird dabei sein Geld schon längst verzockt haben. Vielleicht bei Lehman. Dieses Beispiel – ich habe es jetzt nicht recherchiert – dokumentiert also bloss den völligen Unverstand der Leute, die solche Vorschläge machen. Vielleicht schmeisst aber ja der liebe Gott bald Hirn vom Himmel – es darf auch Schwarzhirn sein. Daran fehlt es – in der intellektuellen Zirkulation.
Gruss Frank
@Blockpartei
Es wurde (siehe den verlinkten Brief von Weber und Sanio) ja eine Zweckgesellschaft gegründet, die die Sicherheiten/Garantien erteilt. Wenn sich der Sturm (irgendwann einmal) gelegt hat und die HRE abgewickelt wurde (darauf läuft es jetzt hinaus), hat die Zweckgesellschaft ein Saldo, das sich von der Einlagesituation unterscheidet. Wenn sie Gewinn machen sollte, wird das Geld wohl (ich vermute das) in festgesetzten Verhältnissen an die Bundesbank und an die teilnehmenden Privatbanken ausgeschüttet werden, wenn sie Verlust macht (bei ihrer Auflösung) springen Banken und Staat ein und müssen dies verrechnen also abschreiben.
@Gebinitit
Geht nicht, wenn niemand da ist, der das Geld drucken will. Wenn der Staat sich verschulden will und es gibt niemanden, der die Staatspapiere kaufen kann, gibt es auch keine Notenpresse.
@Frank
-> Schwarzgeld
Natürlich ;-)
Dies war ja auch ironisch gemeint.
Ja, überall Unfähigkeit hoch drei.
Leute mit mehr Ahnung sind in den letzten Jahren systematisch aus den verschiedenen Posten entfernt worden, fing mit der Generalreinigung 1999 an, als Lafontaine rausgemobbt wurde, Flassbeck und Noe folgten. Stattdessen kam eben Sparhans Eichel, der auch gleich Asmussen zu seinem Intimus machte. Setzte sich dann unter Steinbrück fort.
Steinbrück wird aber vermutlich so schnell nicht verschwinden, egal wie viel er anrichtet.
Steinmeier und Müntefering brauchen ihn ja, um den Agenda Kurs fortzuschreiben und weiter durchzusetzen.
Die Haare unseren Wirtschaftministers und Ex-CSU-Müllermeister werden übrigens auch immer weißer…man vergleich das 2005 Foto auf Wikipedia und den Auftritt bei Anne Will kürzlich.
Ich tippe mal auf Stress und dezente Überforderung. ;)
Was uns in den kommenden Stunden, vielleicht auch Tagen aufgezeigt wird ist ein eventueller Todessturz des unkontrollierten, weltweiten Finanzsystems. Für Wirtschaftswissenschaftler die neben ihrer Utopie einer regulierbaren Geldmenge Kenntnis in den Flügelschlägen von Spekulationen, Gerüchten und dem letztendlichen Funktionellem des weltweiten Tradingsystems haben muss folgendes Statement einen nie zuvor gespürten Schock auslösen: http://www.msnbc.msn.com/id/21134540/vp/27045406#27045406
Wer diese Krise als “Bewältbar” darstellt, der muss sich wirklich einmal mit den zuletzt diskutierten Kritiken in Jens Artikeln beschäftigen. Eines steht fest: Die Kreditnachfrage wird dramatisch zusammenbrechen und die Versprechen der Regierungen sind Lügen!
Hier für euch zusammengefasst die Beschreibung der Größendimension, auf welche sich Bundeszanzlerin Merkel und Herr Steinbrück eingelassen haben.
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/10/die-alchimisten-des-21-jahrhunderts.html
Wer hier einen Ausweg durch das Eingreiffen des Staates sieht, der sollte sich eine Flasche Whiskey kaufen und
einen Hollywood typischen Abend des Vergessens starten. Der Kater wird eh keine Zeit zum Atmen lassen.
Soeben erhielt Ford ein downgrade auf CCC, was für das Unternehmen faktisch den sicheren Abverkauf bedeutet. Alleine diese Bewertung dürfte Morgen für ein unaufhaltbares Durchgreifen auf die Realwirtschaft sorgen. Noch dazu kommt die in den
kommenden Tagen für Ensetzen sorgende Prognose der Allianz. Gekoppelt an die Versicherung “der Krise” wird es euch dann nicht wundern.
Ebenfalls hat der Templeton-Fund mit seiner Veröffentlichung der Emerging Markets zum heutigen Kursverfall begetragen und ein Rad in Gang gesetzt, welches für nie zuvor gekannte abverkäufe der Hedgefondanteile sorgen wird. Türkei, Südafrika, Indien und China sind faktisch tote Anlagen für deren Anteilseigner geworden.
Um es mal für jeden weiteren Kommentar über Rettungsversuche und trotzenden Märkten vorwegzunehmen:
Das Ende der Kreditexzesse, Gelderschaffung ohne Wertschöpfung, Spekulation statt Produktion, zukünftiger Rohstoff- und Energiemangel (Peak Oil-Gas-Uranium) und ein dramatischer Klimawandel als deutliche Warnungen vor einem “Weiter so”! „Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler.“ Kenneth Boulding
Mein Uhrgroßvater hat es miterlebt, mein Großvater hat es miterlebt und auch wir werden es nun erleben. Was hier in den kommenden Wochen diskutiert wird, das dürfte vor Allem für Ratlosigkeit sorgen. Verantwortliche wie bei der HRX in Herrn Funke zu suchen ist “Frass für den Pöbel”. Eine Medienshow wie sie selbst bei den Globalplayern der Wirtschaftsprüferkonzerne tägliche Gangart ist. Show, Show, Fair Value!
Wir werden unseren Fair Value bekommen, soviel steht fest!
Das wird natürlich einer z.T. übertriebenen Vertrauen in die völlig unkontrollierte Kräfte des Marktes einen Schlag versetzen. Nur stellt das eben nicht die Marktwirtschaft insgesamt in Frage, wie manche hier gaben.
Heftige Bankenkrisen sowie Rettungsaktionen und institutionelle Änderungen durch den Staat hat es in der Geschichte der Marktwirtschaft immer gegeben. Sogar unter der recht extrem markt-libertären Pinochet-Diktatur hats 1983 einen ähnlichen bailout gegeben. Es folgte ein Wandel. Nur eben kein radikaler.
erstmal vielen dank für dieses blog, als neu kommentierender bin ich dankbar für jede art der gegenöffentlichkeit, jenseits von anne will, spon und konsorten.
zum thema: man kann ja unendlich (also bis 2.00h wenn in tokio die börse neu eröffnet) diskutieren, ob der hre-”rettungsplan” etwas bewirkt; fakt ist doch, dass steinbrück, merkel und wer auch immer sich noch berufen fühlt, garantien formulieren kann, bis der arzt kommt, sollte das vertrauen der “normalen” bürger in ihre bank/sparkasse/genossenschaftsbank abhanden kommen, ist die messe gelesen. ohne verstaatlichung der gefährdeten finanzinstitute wird es keine lösung geben; solange diese institute den staat versuchen zu erpressen, weitere unbegrenzte bürgschaften abzugeben, wird sich nichts ändern
Ja die Merkel….
klar ists populistisch, aber wenns hilft! ;)
Die haben doch alle nur Angst, dass morgen früh alle Rentner in ihre Sparkasse gehen und sagen: “Geben sie mir mal bitte das Geld von meinem Sparkonto, ich legs lieber unters Kissen”.
Also ich stell mir das so vor: Die Merkel streicht dem kleinen zitternden Sparer übers Haupthaar und flüstert:
Ich möchte an dieser Stelle auch mal auf die sehr interessanten Koinzidenzen der letzten Tage hinweisen, was bei Paranoikern wohl zu gewissem Ich-hab’s-Euch-gesagt-Nicken führen wird:
Pre-Bank-Run-Testtlauf: Geld erst ab Mittag
Schäuble fingert uns das Grundgesetz aus der Tasche: Bundeswehr im Inneren
Also, ich weiß ja nicht was ihr gerade vor Eurem inneren Auge seht, ich sehe vom Panzer gestoppte, bekrückstockte Rentner auf dem Weg zum Kassenschalter :-).
YMMV, Greets
@sf
GröKaZ……:-):-) :-)lol…..endlich ist der richtíge Ausdruck gefunden!
Wie, immer, Du ersparst mir den Kauf teurer Zeitungen…aber das nur nebenbei.
Hier hab ich einen kleinen, neuen Tucholsky gefunden. Komprimiert, prägnant und wirksam!
Aus dem Anne-Will Blog vom Sonntag, dem 6. 10 schreibt oder besser fragt ein gewisser Jürgen(vielleicht Künstlername?!) genial:
Darauf habe ich mir am Sonntag mal wieder einen guten Cognac genehmigt, und ich denke diese “Frage von Jürgen” kann man doch mal den “Experten” (GröKaZ) stellen. Oder?!
Glück Auf
carlo
Hallo Zernichter,
ich sehe in meinem Palantir da eher eine freundliche Panzerbesatzung die den Sparkassendirektor freundlich aber bestimmt bittet ihr doch jetzt ihre Ersparnisse aus dem Tresor zu holen, da sie sonst ihren, wennauch etwas unhandlichen aber immens durchzugskräftigen, eigenen Schlüssel einsetzen müßte… ;-)
Es geht auch andersrum….
Gruß…
Das Gegenteil ist der Fall! Wenn man sich wirklich beliebt machen will, schimpfe man auf die Märkte! Das hat Steinbrück ja auch schon munter getan, als er Nokia “Karawanenkapitalismus” vorwarf, weil die ihre Handys partout nicht mehr von echten Teutonen zusammenstecken lassen wollten. Auch seine Statements zu den Ursachen der Finanzkrise (selbstverständlich auch gänzlich undeutsch) hauen in diese Kerbe.
Jo, aber war der Leichtfuß nicht lediglich der Sprecher Albig, oder möchte ich das nur glauben?
Aus den Gründen, die du gerade angeführt hast, kann es da zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gekommen sein.
Natürlich nicht.
Ist das, was Irland gemacht hat – formal zweimal das BIP garantieren -, wirklich handfester? Es geht gerade darum, zu verhindern, dass die Sparer abheben. Und zwar dadurch, dass der Staat versichert, sich ‘voll zu engagieren’.
Sehe ich das richtig das das (Ex)Bankengeschäft ja darauf aufbaut nicht wertgedeckte Währung aufzublasen. Also Geld in Dinge zu investieren von welchen ich nicht runter beißen kann, drin wohnen oder Frauen beeindrucken kann. Anscheinend leben viele Staaten (auch Länder und Kommunen) von Geld das sie niemals zurückzahlen (wem auch immer) werden, oder?
Jetzt stellt sich für mich die Frage wie weit greift dieses Spielgeld in das reale Wertesystem ein.
Gar nicht weil ich morgen für eine Stunde Holzhacken immernoch einen Laib Brot bekomme? Oder ist das Schmiermittel weg mit dem wir unserer Wohlstand sicherten?
Gibts irgendein Szenario wenn Angie, Peer und Joe keine (wie auch immer) anständige Lösung finden?
Erst mal gäbe es doch mehr Inflation, oder? Und wenn ja wird das ausschauen wie in den 20ern mit Waschkörben voller Geld und einem Zigarettenschwarzmarkt wie nach dem Krieg?
Gut meine Ersparnisse wären dann weg.
Ist es richtig, dass die Hypotheken in den USA zum großen Teil rückgriffsfreie Kredite sind, für die die Kreditnehmer nicht mit ihrem Einkommen, sondern mit der beliehenen Immobilie haften ? Ist es dann nicht Betrug der Kreditnehmer, wenn die Immobilie mit dem 1,2 fachen des geschätzten Wertes beliehen wurde? An den Ursachen in den USA wird sich doch nichts ändern. Es soll um jeden Preis mehr konsumiert werden. Die Steuersenkungen im Frühjahr für 150 Milliarden Euro waren dann doch nichts anderes als die Fortbesetzung des Selbstbetruges? Ist die Krise nicht erst dann vorbei, wenn das Handelsbilanzdefizit abgebaut ist? Also der Gürtel in den USA enger geschnallt worden ist. Muß dann nicht der Rest der Welt mehr konsumieren?
@Karl Heinrich
Ach nun komm – diese kryptokapitalismuskritischen Duselein sind doch wohl eher dem Umstand geschuldet, dass er als ehemaliger MP von NRW dieses Feld nicht dem großen Arbeiterführer Rüttgers überlassen konnte. Außer heißer Luft war in diesem Zusammenhang aber auch nichts von ihm zu hören.
Bei allen anderen Gelegenheiten betet er fromm sein Gebet von der Dreieinigkeit von Markt, Freiheit und Glückseligkeit für alle Ewigkeiten.
Nein. Sie machen Personen und Charaktereigenschaften verantwortlich. Wenn sich jemand über gierige Banker jenseits des Atlantiks echauffiert, hat er die Krise nicht einmal im Ansatz verstanden.
Ich habe es so in Erinnerung, dass beide mit diese Äußerungen glänzten. Aber gut, dass Du es sagst. Warum fordert Steinbrück nicht auch den Kopf von Albig? ;-)
OK, das stimmt. Aber dann sollte sich Steinbrück erst recht mit seinem gespielten Zorn zurückhalten.
Nein, es ist genau so dämlich und genau so unrealistisch.
Na klar geht es darum.
@klml
Dies ist die 1. Mio Euro Frage ;-)
Nein, eine Dystopie á la Balde-Runner, Mad-Max oder Klapperschlange wird es nicht gleich geben, wenn das Bankensystem implodiert. Die Wirtschaft würde sicher in eine Rezession und wohl auch in eine Depression schlittern – alles nicht schön, aber auch alles nicht katastrophal. Wer auf finanzmarktnahe Produkte zur Altersvorsorge gesetzt hat, kann dann sein Alter “in der Platte” verbringen – es gibt schlimmeres. Statt des schicken Kabrios gibt´s dann halt einen Dacia und dies auch nur alle 5 Jahre und der Urlaub geht an die Ostsee und nicht in die Südsee … don´t panic ;-)
Unwahrscheinlich – da in diesem Falle ja weniger Gelder neu auf den Markt kommen, als “verbrannt” werden und die allgemeine Konsumneigung so wie die Kaufkraft sinken, wird es eher zu einer Deflation kommen – was problematischer ist, als eine Inflation über normal.
Auch dies ist unwahrscheinlich, da das Geldsystem erstaunlich stabil ist und ich keinen großartigen Grund sehe, warum sich dies ändern sollte. Schwarzmärkte kommen immer dann, wenn man für Geld nichts mehr bekommt oder der Geldkreislauf reglementiert wird (so wie bei der Freiwirtschaft). Schau Dir die Great Depression in den USA in den 30ern an. Trotz eines Zusammenbruchs des Finanzsystem hat es keine nennenswerte Störung des Geldsystems gegeben.
Das ist richtig.
@Frage
Jein – richtig ist, dass es für die Erteilung dieser Kredite keine besonderen Sicherheiten gab, was im Insolvenzfall aber aufs gleiche hinausläuft.
Warum sollte dies ein Betrug sein? Sie haben eine Vertrag abgeschloßen, bei dem beide Seiten die Rahmenbedingungen kannten und der nicht sittenwidrig war.
Das sehe ich anders – die USA sind diesbezogen eher eine Art Anti-Deutschland. Die Binnenwirtschaft ist das A und O der USA. Der amerikanische Konsum ist übrigens genau so krisenfest, wie der deutsche Export – wir sollten uns da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Nein, warum?
Nein, der Rest müßte dann weniger exportieren, oder die USA müssten mehr exportieren. Letzteres ist nur bei anhaltend schwachem Dollar wahrscheinlich und selbst dann würde der Dollar automatisch wieder steigen und ersteres ist im Falle einer US-Depression ausgeschloßen.
@SF
Geizkragen! Wo alle nur noch in Mrd oder Billiarden reden bietest Du mir eine lächerliche Million;)
Also Zeit für neue Werte; FKK Urlaub in Stralsund anstatt Pelz-Pret-a-Porter an der Riviera, eh viel schöner
Ich hab keine Panik, bin nur neugierig was da so alles Neues kommen wird.
Mh okay.
;) Hab den hint schon verstanden. Auch wenn ich in meinen jugendlichen Träumereien von wirklich freien Finanzmärkten nie diese komische Gsellsche Konsumverpflichtung verstanden habe.
Ok macht mir jetzt nicht viel, auch wenn es mir um die Oma verdammt leid tut die Ihr vom “Haushaltsgeld Abgespartes” in “sichere” Lehmannpapiere gesteckt hat und jetzt nicht nur Geld, sondern viel schlimmer, das Gefühl von “Geborgenheit im Neoliberalismus” verloren hat.
guten8
@Vorticon:
Das hast du sehr schön formuliert :-)
Ich hätte da aber noch Klärungsbedarf:
Wie freundlich ist die Panzerbesatzung? Finden sich Krückstockreste in der Kette?
Bist du sicher, dass deine Gutmensch-Darstellung der Realität stand hält? Ich meine, selbst BW-Manövriermasse wird doch nicht nur ihren Teil aus dem konsequent geöffneten Tresor einheimsen *eg*.
A palantír is a dangerous tool. Do not use it again.
Greets
Diese Frage kann man ja nicht nur an die Regierung als auch an alle öfters stellen:
Ganz blöd gefragt: Wie kann eigentlich jemand (der Staat), der selbst bei den Banken mit einer Billion verschuldet ist für ebenselbige bürgen?
Tja…..wie? (nur schonmal: 1871 Kriegsanleihen die liefen noch, und waren zinsmäßig einträglich aber 1914 Kriegsanleihen, 1919 Kriegsanleihen out, 1933 wieder Kriegsanleihen, 1945 komplett alle als wie auch Spareinlagen out) Jürgen weis mehr!
Man könnte dabei ja meinen, es sei der deutsche Pöbel der sein Geld immer wieder für Gewalttaten rausschmeisst….oder?!
Oder wie schonmal zwischen den Kriegen einfach Gelddrucken und der Sache ihren Lauf lassen….ich habe berechtigte Bedenken daß die Regierung dies auch 2008 im Notfall vorhat…..wers besser weiss soll was sagen.
glück auf
carlo
Kleine Korrektur: Einlagen bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind nicht automatisch vom Staat garantiert. Für die Sparkassen gilt die Gewährträgerhaftung schon seit einigen Jahren nicht mehr und Einlagen bei Genossenschaftsbanken waren noch nie vom Staat abgesichert.
Lieber Ose!
Nachden katastrophalen Verwirrungen, frage ich Dich klar und deutlich:
Wieweit darf man privatisieren, also im eigentlichen lebensbedingliches in Hände geben deren Interesse ( übrigens…..Zins heißt auf französisch “interet”) nur auf Vermehrung von irgendwann mal kriminell erworbenem Besitztiteln, sitzt?
Als Atheist biete ich Dir an…Bete doch zugleich zum Teufel..aber zum evangelischen. Der katholische Teufel und der jüdische Teufel sind doch beide im zweiten Weltkrieg gestorben. So wie Götter das machen. Jetzt seid Ihr drann…..nützt Eure Chance…..
Lieber Ose….was immer das sein mag. … im Darwinschen Sinne:
Der Internationale Gewerkschaftsbund hat den heutigen 7. Oktober zum Welttag für menschenwürdige Arbeit ausgerufen. Aus diesem Anlaß legt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen erstmals eine Broschüre mit konkreten Zahlen für den Anteil von Niedriglohnbeschäftigten im wirtschaftlich starken Hessen vor. Nach Angaben des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen ist der Niedriglohnsektor seit Mitte der 90er Jahre in dem bislang CDU-regierten Bundesland auf rund 19 Prozent angewachsen, bundesweit sogar auf rund 22 Prozent. Erfaßt wurden abhängig Beschäftigte in Vollzeit-, Teilzeit- und Minijobs. Vor dem Hintergrund, daß man die Region zwischen Kassel und Heppenheim keineswegs als Armenhaus Deutschlands bezeichnen könne, sei dies ein erschreckender Befund der Lohnspreizung, so der DGB-Vorsitzende in Hessen Stefan Körzell beim Pressegespräch am Montag in Frankfurt am Main. Das hessische Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigen liege rund 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Körzell forderte eine nun zu bildende »rot-grüne Landesregierung mit Tolerierung der Linken« auf, im Bundesrat einen Antrag für einen gesetzlichen Mindestlohn einzubringen. Die CDU-Landesregierung unter Roland Koch habe diese schon seit langem bestehende Forderung der Gewerkschaften beständig ignoriert. Kai Eicker-Wolf, Referent für Wirtschaftspolitik beim DGB Hessen, betonte, ein von den Gewerkschaften geforderter Mindestlohn von 7,50 Euro müsse nach seiner Einführung schnellstens in Richtung neun Euro erhöht werden. Die vom IAQ errechnete »Niedriglohnschwelle« liege für Westdeutschland bereits bei 9,61 Euro pro Stunde, im Osten bei 6,81 Euro pro Stunde. Gesetzliche Mindestlöh ne in Irland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien liegen bereits alle über acht Euro, Luxemburg führt mit 9,08 Euro.
Die derzeitige Realität in Hessen ist nach Körzells Einschätzung düster: Nach unten gebe es für die Unternehmer »keine Anstandgrenze«, nicht einmal drei Euro pro Stunde seien garantiert. Auch Tariflöhne lägen in einigen hessischen Betrieben, in denen man keine gewerkschaftliche Kraft entwickeln könne, unterhalb des vom DGB geforderten Mindestlohns. Kündigen könne man diese Verträge jedoch nicht, »sonst kommen christliche Gewerkschaften mit den von Arbeitgebern diktierten Löhnen – und das wollen wir nicht«, schilderte Körzell das Dilemma, in dem sich der DGB befindet. Im Bereich Floristik beträgt der Tariflohn 5,94 Euro pro Stunde, die unterste Tarifgruppe in der Systemgastronomie erhält nur 7,05 Euro. Unterlaufen würden solche Tarife vielfach im Sicherheits-, Reinigungs- und Dienstleistungsgewerbe von sogenannten christlichen Gewerkschaften.
Diese Politik hat skandalöse Auswirkungen: Busfahrer arbeiteten häufig in Tag- und Nachtschichten für insgesamt 1100 Euro monatlich, oft in zwei verschiedenen Betrieben. Ob vorgeschriebene Ruhezeiten eingehalten würden, sei so nicht mehr überprüfbar. Überwiegend Frauen sei gekündigt worden, nun müßten sie mitunter zwei Minijobs ausführen, meist zu sehr frühen und späten Tageszeiten. Rund 26 Prozent der weiblichen Beschäftigten in Hessen arbeiteten zu Dumpinglöhnen, bei den Männern liege der Anteil bei 13 Prozent. Die Begründung für die Ausweitung des Niedriglohnsektors sieht Körzell unter anderem in den verschärften Zumutbarkeitsregeln nach Hartz IV sowie in der Privatisierung des öffentlichen Sektors.
Vielleicht wär das mal was für Dich!? Ist halt Hart—so wie Brett-Hart……aber…das ist ..Film oder bei den Flippers…..was anderes kennt ihr ja nicht.
Wenn wir mal anfangen die Vergangenheit der Sozialdemokratie in Deutschland zu recherchieren, dann wird wohl von Eurem Verein wenig Substanz übrigbleiben……sagts mir selber……..damals ham wir euch doch auch nach 1945 in die Kommunistische Partei aufgenommen. Ihr seid Verlohrene und Verräter
Werdet besser—-Ihr SSozialdemokraten,,,warn ja einige dabei
Glück Auf
carlo
@SF
Öhm – sorry, aber das entspricht in Deutschland seit ca. 2000 immer weniger der Lebensrealität, was unter anderem der kontinuierlich wegbrechende Binnenmarkt und die überwiegend mit Finanzierungen erworbenen Güter belegen. Tatsächlich ist es auch in der Mittelschicht mittlerweile immer verbreiteter, Kredite zum Ausgleich des Dispos (!) aufnehmen zu müssen. Der in sich europaweit zusammenbrechende Automarkt spricht übrigens eine deutliche Sprache, speziell wenn man bedenkt, dass die Autoneuverkäufe in Deutschland letztes Jahr zu 13% auf Eigenkäufe der Automobilindustrie selbst (!) zurückzuführen waren und dennoch katastrophal waren. Auch im direkten Umfeld springt mich das Elend immer deutlicher an: Ich kenne Leute, die in sklavenähnlichen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten und die Umstände werden kontinuierlich schlechter. Im Einzelhandel z.B. gibt es kaum noch Vollzeitstellen – kein Witz – sondern vorwiegend 400 Euro-Jobber. Bzw. 325 Euro-Jobber, die den Vorteil haben, dass sie Lückenbüsserüberstunden machen können, ohne dass die Gefahr besteht, dass Arbeitgeberanteile abgeführt werden müßten. Deren “Verdienst” wird übrigens Cent-genau mit Nutten-Peter-IV verrechnet. Deine Darstellung der Wohlstandseinschränkung kann ich nicht teilen, denn ich erwarte eine Armutsverschärfung. Der Begriff passt meiner Ansicht nach besser.
Hm. Ich sehe erstmal nur eine Bürgschaft ohne jede Sicherheit. Nehmen wir eine steigende Inflation an, ist selbst der Liquiditätsfall – den ich Angesichts der Lügen der letzten Jahre für eine weitere erlogene Hoffnung halte – ein Verlustfall. An eine ausgeglichene Bilanz kann ich da keinesfalls glauben. Übrigens “glauben”: Wie lächerlich macht sich eigentlich ein Zahlenbasiertes System, dessen Gleichniswerte nicht durch Berechnung, sondern durch “Glauben” (siehe Börsengewimmer) zustande kommen. Wo genau ist da noch der Unterschied zur Alchemie?
Ich denke, dass uns in den nächsten Jahren eine gewaltige Geldumverteilung von unten nach oben erwartet und dass sich genau _nichts_ bessern wird – zumindest nicht für die Allgemeinheit. Bessern wird sich einiges für die 10% Oberschicht, die dann wahrscheinlich zusätzliche 3 Jahrhunderte bräuchte, um das akkumulierte Geld auszugeben. Es gibt keine Revolution, es gibt keine Änderung, es wird kein neues Finanzsystem geben, vielleicht gibt es ein paar Kriege und dem oben schwimmenden Dreck wird es wie immer gut gehen, während die wachsende Masse der Besitzlosen zunehmend separiert werden wird. An große Katastrophen glaube ich nicht – nur an systematisches Elend.
@SF
irgendwo oben zum thema inflation und das es sie nicht gäbe. selbstverständlich gäbe es inflation im sinne von exorbitant steigenden preisen für echte waren des alltages eben weil so wenig echtes geld vorhanden wäre, das aber als tauschmittel weiterhin bestand hätte.
Carlo,
das ist ja sehr interessant ;)
Aber was hat das mit meinem Beitrag zu tun? Ich habe lediglich auf einen Fehler im Beitrag hingewiesen – macht mich dass schon zum Sozialdemokraten oder Gottes-/Teufelsanbeter?
Da komm ich nicht mehr mit…
Ist es eigentlich sonst noch jemand aufgefallen, dass die Bertels-Euro-Lobby gerade kräftig die Medien-Trommel rührt für die These: Wenn wir noch mehr Vernetzung in Europa hätten, dann wäre das alles nicht passiert (und wir hätten keine Banken”krise”, ja, sicher…). Interessant, wie manche alles zu ihrem Vorteil umdeuten können, gestützt durch “Experten” in den öffentlich-rechtlichen Kanälen.
Wundert sich: demokratie-ist-wichtig.de http://www.demokratie-ist-wichtig.de
thema “solvent”.
island ist nicht deutschland und 300.000 einwohner habe eine andere wirtschaftskraft als 80 millionen. deswegen dient es nicht als vergleich. gleichwohl dokumentierte der beitrag von der ftd.de aus island, dass staatsbankrott eben doch möglich ist.
noch einmal als hinweis: das soll keine panikmache meinerseits sein. es zeigt aber auf wie radikal ggf. ein staat einzugreifen bereit muss (müsste) statt ggf. wachsweicher sicherheitsgarantien abzugeben oder sich vor vermeintlich schädigender deregulierung unentwegt zu drücken.
Was hat die Lehman-Brothers Pleite mit dem Einlagensicherungsfond zu tun? Lehman-Brothers war doch eine Investmentbank – die per Definition doch keine normalen Konten führt. Ausserdem ist lehman-Brothers doch ein US-Amerikanisches Unternehmen dessen Zusammenfall mit einem deutschen Einlagensicherungsfond doch nichts zu tun haben sollte? Bitte um Aufklärung!
@ otti #2
“Die Bürgerinnen und Bürger garantieren sich also ihre Einlagen selbst.”
Habe das Gleiche gedacht. Aber wie hat es unsere Kanzlerin ausgedrückt, “die Bundesregierung” garantiert das.
Besonders toll dran bei dieser Garantie wären diejenigen, die ihre Steuer zahlen und ihr Geld ansonsten ausgeben, ohne was anzusparen. Aber für mich ist das alles bloß Gerede, denn wer soll sich darauf verlassen?
Von Bankrettung proftieren Einleger und Aktionäre
Wenn eine Bank wie die HRE gerettet wird, so sichert man nicht nur die Einlagen sondern auch den Wert der Bank, d.h. den Wert der Aktien. In Medien/Politik werden beim Thema Bankrettung nur die Einleger erwähnt. Sollte man der (ich denke: sehr vernünftigen) Meinung sein, dass tatsächlich nur die Sparer Schutz verdienen, aber nicht die Trottel, die trotz über einem Jahr Finanzmarktkrise noch Aktien einer Bank halten – in dem Vertrauen, dass im Zweifelsfall der Staat es richtet -, dann sollte ein Weg gefunden werden, wie man nur die Sparer rettet.
Vorschlag: Staat übernimmt Kreditlinien – Aktionäre bekommen 0 EUR pro Aktie
Könnte der Staat, ohne zu verstaatlichen (nicht das ich das ablehne), nicht allen Besitzt und Schuld der Bank übernehmen, die Aktionäre mit 0 EUR pro Aktie auszahlen und die Bank einem neuen Besitzer übergeben, der bereit ist, die nötige Einlage zu leisten. Letzterem könnte man noch auferlegen das Gros der Arbeitnehmer zu übernehmen. Das obere Management würde, um neoliberales Neusprech zu bemühen, freigesetzt.
Kennt sich hier jemand hinsichtlich der Machbarkeit eines solchen Vorgehens aus?
denkt und fragt Lars
Und zu der Höhe der fehlenden Liquidität bei der Hypo Real Estate: die ist mir natürlich nicht bekannt.
Aber wenn ich lese, dass am 29.09.2008 ein Blogger nach einen Blick in die offenbar allgemein zugänglichen Unterlagen die fälligen Verbindlichkeiten der HRE mit 68 Mld. angibt
http://www.weissgarnix.de/?p=532
so fehlt mir zwar der Sachverstand, dies zu überprüfen, aber dass er näher an der Wahrheit war als die Bundesbank, die BaFin und das MfF fehlt sogar mir auf.
Was ich in dieser Krise besonders bemerkenswert finde: wie schon jetzt der Boden für ein “Weiterso” in der Zeit danach bereitet wird. Immer mehr verschiebt sich der Kritikfocus auf die Unfähigkeit der Politik bei der Bewältigung der Krise und das “menschliche Versagen” einzelner Manager.
Oder zum Beispiel ein solcher Kommentar
http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Christian-Sch
Die Garatie der Bundesregierung für alle privaten Spareinlagen ist ja blos eine “politische Erklärung”. Wenn es zum Schlimmsten kommen sollte, ist die natürlich das Papier nicht Wert auf dem sie noch nicht mal steht. Das ist klar, das wissen die selber und das weis jeder, der bis 3 zählen kann.
Trotzdem ist diese Garantie richtig.
Weil es hält “Lieschen Müller” und die alte Oma davon ab, zur Bank zu laufen und in Panik ihr Geld vom Konto abzuheben und in der Matratze zu verstauen. Weil wenn das nur ein relativ geringer Teil der Leute machen würde, dann stünden wirklich eine ganze Reihe von eigentlich gesunden Banken vor dem Ruin und wir hätten tatsächlich den Zusammenbruch des ganzen Bankensystems.
Die Leute, die die Lage durchblicken, wissen, dass sie alles nur noch viel schlimmer machen würden, wenn sie zur Bank laufen und ihr ganzes Geld abheben (und dass das eh nicht viel bringen würde). Und der Rest soll eben durch die Garantieerklärung der Regierung davon abgehalten werden. Das ist doch vernünftig.
Abgesehen davon, ist das zwar nur eine “politische Erklärung”, aber trotzdem würde das die Regierung im Falle eines Bankenkonkurses unter Druck setzen, ggf. verlorene Spareinlagen zu ersetzen, so weit das möglich wäre.
@Sukram71
natürlich ist es wichtig die gemüter zu beruhigen bevor auf der seite noch etwas noch dümmers passiert. gleichwohl muss politik wie wirtschaft deutliche zeichen setzen, die mehr sind als waage versprechungen zur beruhigung und die jeweiligenb brände löschen.
ich lese bisher nichts von seiten der aktiven bankmanager, dass sich von riskanten geschäftsmodellen verabschieden wollen. warum sind ackermann & freunde so schweigsam?
Emnid says (01.10.08):
CDU/CSU 34% || SPD 25% || GRÜNE 10% || FDP 12% || LINKE 14% ||Sonstige 5%
Befragte 3.619 Zeitraum 22.09-29.09
Zur Erinnerung die Bundestagswahl 2005:
CDU/CSU 35,2% || SPD 34,2% || Grüne 8,1% || FDP 9,8% || LINKE 8,7% || Sonstige 3,9%
Ich kann ja wirklich nur hoffen, dass dieser Vorgang nächstes Jahr nicht aus den Kurzzeitgedächtnissen unserer lieben Wählerinnen und Wähler entschwunden ist. Die Erkenntnis, dass unsere Regierung ein sehr hohes Maß an Inkompetenz, (oder ganz einfach lobbyverseucht ist) springt einem ja quasi mit nacktem Arsch ins Gesicht. Forsa hat 1+2% Unterschiede, und Infratest dimap ermittelte eher ein dickes plus für die FDP. Wie dem auch sei, die beiden Großen bekommen nächstes Jahr mächtig einen vor den Latz, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Man darf gespannt sein, ob die anderen Parteien mit einer 15% starken LINKEN immernoch vollkundig tönen: “Nee, Nee mit den SED-Schergen nicht!” Anhand der Umfragewerte für die FDP müsste man auch fast glauben die würden fantastische Oppositionspolitik betreiben. Ok, das sind wohl einfach unglückliche CDU Wähler! Fällt mir auch irgendwie nix zu ein. Die Koalitionsverhandlungen 2009 werden ein RIESENSPASS!
http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm
In unserer Hauptsparkasse gehts es rund.. sehr viele Leute warten dort um an den Bank Schalter zu kommen un ihr Geld abzuheben… ALLE Geldautomaten sind ausser Betrieb. Ein Kollege von mir musste eben 1 Stunde warten bis er an der Reihe war.
Und ich glaube auch nicht, dass die Bereitschaft zur Zeit besonders groß sein dürfte, sein in bar vorhandenes Schwarzgeld auf Girokonten einzuzahlen, wenn die Lage schon so ist, dass sich die Regierung zu einer Garantieerklärung für Sparkonten veranlasst sieht.
Ich heb mein Geld nicht von der Bank ab. Aber ob ich nun grade jetzt meinen dicken Koffer voller Bargeld einzahlen würde, ist dann vielleicht doch was anderes … :)
Ne Amnestie für Drogendealer ist wohl leicht außerhalb des politisch vorstellbaren … :)
Und selbt der bescheuerteste Drogendealer wird wohl ganz sicher nicht darauf vertrauen, dass solche Gelbewegungen dann später nicht zur Strafverfolgung heran gezogen werden … :)
Selbst als Schwarzarbeiter oder Steuerhinterzieher wäre ich mir da ja nicht so sicher. Auch wenn die drei Gesetze machen würden.
sehr guter Artikel, sowohl inhaltlich als auch vom Ausdruck her…
Eines habe ich allerdings doch zu bemängeln… bitte im letzten Abschnitt das “h” in “währe” weg…
Jens, Du wirst zu oft gelesen, um Dir solche Schnitzer durchgehen zu lassen ;).
@49 misterL:
“ich lese bisher nichts von seiten der aktiven bankmanager, dass sich von riskanten geschäftsmodellen verabschieden wollen. warum sind ackermann & freunde so schweigsam?”
Ich glaube, die sind zur Zeit schon dabei sich mit allen Mitteln davon zu trennen, weil es ja gerade jetzt ein so unglaublich riesiges Verlustgeschäft ist, dass es ganze Banken in den Ruin treibt. Im Moment muss man die, glaub ich, nicht davon überzeugen, das Risikogeschäfte sch***e sind. :)
Jetzt muss man die angeschlagenen Banken retten. Wenn die Finanzkrise überstanden ist, und wir zwischenzeitlich nicht zur Naturalwirtschaft übergegangen sind, wird man denen wohl Fesseln anlegen. Bei dem Abgund in den man zur Zeit teilweise schaut, hat das sicher auch der Letzte begriffen. Das ist im Moment aber nicht das Dringlichste.
@51 Dimi:
Da sieht man, wie wichtig diese Beruhigungspille der Regierung ist. Diese Garantieerklärung ist kein Populismus, sondern notwendig und sinnvoll. Was soll man auch sonst machen?
Auf der andern Seite könnte natürlich gerade erst so eine Garantieerklärung für Spareinlagen die Bürger auf die Idee bringen, dass ihre Spareinlagen nicht sicher sind. Erst Recht wenn dann überall darüber berichtet wird, dass die im Ernstfall nicht viel Wert ist. Aber wie mans macht, macht mans falsch und hinterher ist man immer schlauer.
@Sukram71 #54
in einer sache widerspruch. zur emotinalen dringlichkeit in sachen beruhigung gehört auch eine klare positionierung der und gegen die feinen schweigsamen gesellschaften aus den hinterzimmern. wo der eindruck entsteht, es geht den weder an den sauberen kragen noch wird sich etwas ändern wird sich keine bessere gemütslage breitmachen. das ist, auch wenn es nach rache klingt, die kehrseite bei der entspannung der emotionen.
es geht auch ums selbstverständnis. da fehlt es noch immer.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/nachrichten/handel-mit-zertifikaten-zeitweise-ausgesetzt;2046505
schon fast ein witz.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate-hintergrund/
@31 Spiegelfechter
Zitat (Freddie Mac und Fanny Mae): “Ein Hintergrund der Rettungsaktion ist, dass nach Daten von Juni 2007 China und Japan zusammen mehr als 2 Bio. US-Dollar an Anleihen der beiden Hypothekenbanken hielten, Investoren mit Sitz auf den Kaimaninseln, typischerweise Hedgefonds, hielten weitere 740 Mrd. US-Dollar.” Quelle Wickipedia Subprimekrise 2007/2008.
Ich glaube das die Krise Systemimmanent ist. Und an dem riesigen Handelsungleichgewicht zwischen den USA und Asien hängt. Solange diese gegenseitige Abhängigkeit weiterbesteht wird die Krise weitergehen.
@33 klml
Machen wir uns mal da nichts vor – die Papiere, die Privatkunden halten konnten, die beim Lehman-Crash wertlos wurden, sind Aktien und Zertifikate, also beides riskante(!) Papiere, die ganz sicher nichts für die Oma sind. Wenn die Oma so etwas doch halten sollte, ist das eher ein Fall für den Anwalt, da sie offensichtlich von ihrem Bank-/Vermögensberater schlecht beraten wurde.
@34 carlo
Das geht schon – der Staat hat ein unglaublich regelmäßiges Einkommen (Steuern), trotz aller neoliberalen Ausverkäufe immer noch große Werte als Sicherheit und er ist (das erstaunt Dich jetzt sicher) nicht so sehr verschuldet, wie Du denken magst. Übertragen auf eine Privatperson, hat er rund 8 Monatsgehälter Schulden – so viel ist das nicht, da kriegt er schon mal einen Kredit in Höhe von weiteren 8 Monatsgehältern. So viel zur Theorie – in der Praxis (siehe Text) würde das aber nicht funktionieren. Das ist aber auch gar nicht geplant. Es handelt sich hierbei nur um eine politische Aussage ohne echten Wert.
@ 51 Dimi:
In unserer Hauptsparkasse gehts es rund.. sehr viele Leute warten dort um an den Bank Schalter zu kommen un ihr Geld abzuheben… ALLE Geldautomaten sind ausser Betrieb. Ein Kollege von mir musste eben 1 Stunde warten bis er an der Reihe war.
Es ist allerdings möglich, daß sehr viele Leute dort warten, gerade WEIL die Geldautomaten außer Betrieb sind. Sowas ist schon vor der Finanzkrise in unregelmäßigen Abständen vorgekommen. Da gab es dann ebenfalls Schlangen und es ging rund, erst recht am Monatsanfang. :-)
Dein Kollege oder du selbst, sollten heute nachmittag oder morgen früh der Sparkassenfilliale einen erneuten Besuch abstatten und nachsehen, ob es dann immer noch rund geht. Könnte aufschlußreich sein… ;-)
@ 54 Sukram71:
Zitat aus dem Artikel des SF
[...Die Einlagen bei den Genossenschaftsbanken und Sparkassen, letztere haben immerhin eine Bilanzsumme von 3.600 Milliarden Euro, sind ohnehin vom Staat in voller Höhe garantiert, da er im Falle des Zusammenbruchs einer Sparkasse letztendlich für alle Verbindlichkeiten und Einlagen haftet...]
Da hat der SF recht!
Die Erklärung der Bundesregierung ist in diesem Punkt ungenau. Ebenso weil völlig unklar ist, wie eine solche “Garantie” umgesetzt werden soll. Daß Merkel & Co. erklären, sie würden für die Spareinlagen garantieren, würde im Falle eines Falles kaum einklagbar sein, da sie ohne rechtliche Grundlage abgegeben wurde und deshalb eine Seifenblase ersten Ranges darstellt, die höchstens die vollkommen Ahnungslosen, respektive Gutgläubigen beruhigen kann.
Die Erklärung dient also weniger dazu, den aufgeschreckten Hühnerhaufen “Finanzwirtschaft” zu beruhigen, sondern soll – wie in der Vergangenheit schon mehrfach von “uns Angie” praktiziert – politische Handlungsfähigkeit, respektive Entschlossenheit simulieren.
Vor nicht allzulanger Zeit, hat “uns Angie” netto und brutto nicht auseinanderhalten können oder wider die Gesetzeslage behauptet, die Energiekosten würden bei Hartz IV komplett übernommen.
Inwieweit “Omi” riskante Papiere oder in nennenswertem Umfang Einlagen hält (jenseits von solchen, die man in die Schuhe packt), wäre noch zu klären. In den letzten Jahren sind die Einkommen gesunken, ebenso die Renten. Hierzulande sind die Bedingungen der Kreditvergabe nicht so gnadenlos aufgeweicht worden, wie bspw. im angloamerikanischen Raum. Diejenigen, die sich durch Angies Gerede beruhigen lassen würden, verfügen kaum über die Mittel, größere Spareinlagen anzuhäufen.
@misterL
Das glaube ich noch nicht einmal – der Grund ist die Globalisierung. Du siehst ja anhand der Rohstoffpreise (u.a. Öl), wie sehr diese in den Keller fallen, wenn der Wachstum auch nur bedroht ist. In einer Krise würden sie (Kaufkraft fehlt) wohl implodieren. Das gleiche gilt auch für Lebensmittel etc. pp.. Die Sachen werden im großen Maßstab produziert und haben nur dann einen Wert, wenn sie verkauft werden. Wenn die Käufer plötzlich weniger zahlen wollen oder können, sinken die Preise.
@42 misterL
-> Island
Das ist mein heutiges Thema ;-)
@43 knt
Es geht hierbei um die deutsche Tochter und diese hat in den Einlagensicherungsfonds eingezahlt und ist somit auch ziehungsberechtigt.
@45 Lars
Dein Vorschlag könnte kommen, wenn der jetzige Plan scheitert. Alle Aktien der Tochterbanken sind bereits als Sicherheit an die Geldgeber des Plans übertragen wurden. Die Aktie der Holding (die im Sax notiert ist), ist also im worst case gar nichts wert, da die Holding ja nichts mehr besäße. Im Falle eines Scheiterns gehen die Aktionäre daher komplett leer aus, während der Staat (und das private Konsortium) die Aktiva besitzt. Das wird leider in den Medien auch immer wieder falsch dargestellt.
@46 Sulukol
Der verlinkte Artikel ist ja nicht schlecht, nur begeht der Autor den Fehler einen Quartalsbericht, der bereits über 2 Monate alt ist, als Maßstab zu nehmen. Man muß davon ausgehen, dass HRE bis dato alle Verbindlichkeiten bezahlt hat. Die 50 (oder was auch immer) Milliarden sind für zukünftige Zahlungen gedacht. Die 68 Mrd., von denen die Rede ist, sind also sicher zu einem großen Teil bereits refinanziert.
@J. Berger
Iiiek – mein “Lieblingsfehler” ;-)
Danke
@SF.
ja, die ölpreise purzeln und wie wird es gewertet in den wirtschaftsmedien? oh schreck, die preise fallen. wo kommt der preisverfall an? kaum bei der tanke. ob es über sinkende produktonskosten irgendwann beim verbraucher ankommt? waage – sehr waage. die erdgaspreise steigen im oktober nicht, nicht weil die preise für öl fallen, sondern weil das kartellamt (war es das?) im kuhhandel auf klagen verzichtet und die erhöhung dafür im dezember kommt.
nein nein. es wir inflation geben bei den produkten des alltages. das brözchen ist vom globalen markt kaum betroffen und den grossen schnitt (bei energie und rohstoffen) macht wer anderes.
@62 SF
Ich hab nur von einem Fall gelesen wo ein Oma wirklich direkt Lehman gekauft hatte: Bidermann und die Brandstifter oder evtl genauso wenig Mitleid wie mit dem rosenheimer Bauern der anno 1999 alles in EMTV investieret aber nicht mal wusste mit was die Handeln. Das mit Oma und Lehman ist ja indirekter gemeint.
Die gute alte Lebensversicherungen oder sonstige sichere Investitionen, oder was soll die Oma sonst kaufen, werden sicher nicht mehr das ausschütten (können) was in der Police und im Prospekt steht, weil der Herr Investmentbanker das Geld leider, genau bei Lehmann, verzockt hat.
PS: @62 SF 43 war ich nicht, das war knt, will mich ja nicht mit fremden Federn schmücken
@67 klml
Das mag jetzt zynisch klingen – aber wer keine Ahnung von der Materie hat, sollte das gute alte Sparbuch oder meinetwegen Festgelder nehmen und die Finger von hochriskanten Anlageformen lassen. Ein guter Bankberater würde sich dieser Aussage sicher anschließen. Wenn jemand 8% (Lehman Zertifikate) garantiert(!), kann damit etwas nicht stimmen, da ein “Mehr” an Rendite immer(!) über ein “Mehr” an Risiko eingekauft wird. Man soll dem Michel da auch keinen Sand in die Augen streuen – Aktien und Zertifikate sind hochriskant und auch Fonds sind nicht so sicher, wie es scheinen mag. Zur Not gibt es ja immer noch die guten alten Bundesschatzbriefe, die momentan zwischen 3,5 und 4% Zinsen bringen – damit kann sich Oma wenigstens gegen die Inflation abschirmen.
@SF # 68
ein bänker, der seine “eigenen” produkte nicht versteht, sollte diese produkte schlicht nicht verkaufen. falls doch, so sollte der bänker vorher sich und seine michelberater gründlichst weiterbilden. als andere ist gröbst fahrlässiger umgang mit fremden eigentum, das im vertrauen auf höchste kompetenz ausgehändigt/überlassen wird. egal ob es vom michel kommt oder vom wirtschaftsexperten.
oder machst du vor einem arztbesuch ein studium der medizin von 3-4 semester? ;-)
@misterL
Ganz richtig!
Nein – es gibt aber Leute, die gehen zu einem Arzt und es gibt Leute, die gehen zu einem Wunderheiler, der mit Lichtwurzeln etc. pp. arbeitet. So ist es bei den Finanzen auch – wer einen Towaboo-Heiße Luft Verkäufer von AWX (echtter Name ist der Redaktion bekannt ;-)) seine Ersparnisse anvertraut, der ist selbst schuld. Und wer (Sendung Anne Will) das Studium seiner Kinder mit Lehman-Zertifikaten finanzieren will, der gibt seinen Kindern, wenn sie an Leukämie erkranken, auch Wunderpillen von Dr. Rath – ja, zynisch. Ich weiß.
@59 Fiend_THeyde:
“Ebenso weil völlig unklar ist, wie eine solche “Garantie” umgesetzt werden soll. Daß Merkel & Co. erklären, sie würden für die Spareinlagen garantieren, würde im Falle eines Falles kaum einklagbar sein, da sie ohne rechtliche Grundlage abgegeben wurde und deshalb eine Seifenblase ersten Ranges darstellt, die höchstens die vollkommen Ahnungslosen, respektive Gutgläubigen beruhigen kann.”
Diese “Garantie” wurde ja gerade deshalb abgegeben, damit die niemals umgesetzt werden muss. Deshalb wäre es widersinnig die Umsetzung näher zu erläutern. :)
Im Gegenteil: Man malte den Teufel an die Wand, den man doch verhindern will.
Und wenn die “vollkommen Ahnungslosen, respektive Gutgläubigen” davon abgehalten werden, ihr Geld von der Bank abzuheben, dann ist ja schon was gewonnen. Oder räumt man als “Ahnungsvoller und Mistrauischer” besser sein Konto leer? – Nein.
Und das ist ja auch vernüftig. Weil was nuzem einem denn dreisigtausend Euro Bargeld zu Hause? Das wäre aber recht sicher der Ruin für alle Banken und ganz Deutschland.
Wenn die Bild also schreibt: “Ihr Sparbuch ist sicher!” dann ist das im Zweifel gut für alle. In diesem Fall wirklich. Weil wenn das alle glauben, dann ist es sicher(er).
Das ist nicht zynisch, das ist gesunder Menschenverstand, wer Motorradfahren geht weiss das es Risiken gibt, und das je höher die Spassrendite ist das Riskio mitgeht, und jetzt haben wir gerade eine lange Ölspur in der ganz viele wegschliddern.
Ein Oxymoron.
Das haben doch schon so viele gemacht und es hat immer gut funktioniert, gestern waren wir alle die Volksrasse, die Volksinternationale oder heute die Volksaktie und immer sind wir fleißig mit marschiert, früher nach Westen, heute zur WestLB.
Aber außer den “guten alten Bundesschatzbriefe”n galt sowas wie ein Lebensversicherung als das Investment des kleinen Michels. Würdest Du diese als risikoreich bewerten? Was sie indirekt ja doch sind.
@SF
nur weil bei einem arzt das schild arzt hängt, macht ihn das noch nicht zum guten arzt. so gilt das auch für den anlageberater von wem auch immer. der punkt an der sache ist, dass es bei diversen jobs (völlig unbegründet) grundsätzlich einen vertrauensvorschuss gibt. den bekommen ärzte, den bekommen banken. das problem an dem punkt ist, man kann nur mit eigener kompetenz/erfahrung rechtzeitig erkennen, ob der verschuss berechtigt ist. das fehlen dieser kompentenz dann im umkehrschluss in einen vorwurf zu wandeln, weil der vorschuss missbraucht wurde ist nicht nur zynisch. es kaschiert unter umständen (ggf. kriminellen) vorsatz und macht aus opfern täter. es entschuldigt quasi das (ggf. kriminelle) system.
so als marketinggängiger erinnerungsposten. wer macht noch einmal einen auf “die beraterbank” im sinne von wir denken an alles, was sie nicht tun, weil sie keine ahnung haben? ;-)
In der Zeitung lese ich, viele würden jetzt aus Angst vor der kommenden Rezesion ihr Geld bunkern, nichts mehr ausgeben und Anschaffungen verschieben. Dann ist aber genau *das* der Auslöser der Krise, die dann um so heftiger und schneller kommt.
Im Idealfall sollten sich alle ganz normal verhalten wie bisher. Also Urlaub machen, Sachen kaufen, Ausgaben tätigen wie bisher.
Dafür ist Vertauen notwendig, das aber von den ganzen Horrormeldungen in den Zeitungen (verständlicherweise) untergraben wird. Dem soll diese “Garantie für Spareinlagen” entgegenwirken. Es ist also m. E. im Grunde alles reine Psychologie.
Bye für heute. :)
@sukram71
Ich denke, dass man das auf die Geldverteilung in der Gesellschaft herunterbrechen muss. Nehmen wir mich als Beispiel: Noch um 2001 war ein wirklicher Gutverdiener, heute kriegt man für das Geld fast nichts mehr, es sei denn, man kauft sich ständig neue Monitore. Effektiv würde ich die tatsächliche Inflation bei jährlich 10%, bei Geringverdienern eher noch 15 bis 20% ansiedeln.
Weite Teile der Mittelschicht sind schon weggebrochen und brechen immer mehr weg. Die Unterschicht hat mittlerweile ein existenzielles Ernährungsproblem. Es ist mittlerweile in vielen Banken üblich, Kredite zum Ausgleich des Dispos zu vergeben – selbst bei Summen um 1000 Euro herum. Die meisten Leute haben mittlerweile kein Geld mehr, dass sie sparen können, sondern kommen bestenfalls mit Ach und Krach um die Runden. Demzufolge werden sie auch nicht viel bunkern oder verschieben können, es sei denn, sie wollen abnehmen.
Und zum Bankrun: Da geht es darum, die Gelder derjenigen zu behalten, die noch nicht ruiniert sind, um sie hin und her zu schieben – jeweils mit Gewinn natürlich. Dass das nicht funktionieren kann, lernt man in der vierten Klasse. Das System der Banken mit exponentiellen Wachstum ist einfach Mumpitz und wenn man es schon favorisieren will, sollte man wenigstens den Schneid haben, es alle 60 Jahre völlig zu zerstören, damit ein neuer Schweinezyklus beginnen kann. Wir hingegen lassen die Leiche zucken, aber irgendwann sind die Batterien für den Strom, den wir zum Zucken lassen benötigen, leer.
Ich persönlich denke, dass das System vor die Wand gefahren werden sollte, damit man auf den Trümmern ein neues aufbauen kann, das nicht mit diesen Logikfehlern dazu verdammt ist, zyklisch kaputt zu gehen. Damit meine ich nicht die Gsell-Religiösen, sondern eine Hoffnung, dass es möglich ist, Menschenverachtung und Nutzwerte aus einer Gesellschaft herauszuhalten.
In einer ethischen Gesellschaft haben diese Eigenschaften nichts zu suchen.
@schwitzig
wie wahr. es ist aber noch nicht wirklich in den medien angekommen, dass im mittel jede form von entlastung in steuerform durch belastung in abgabenform oder privatisierter vorsorge plus mwst die sparoptionen reduzierte und/oder auf null brachte.
sonderausgaben sind dann im mittel üblicherweise in irgendeiner form kreditfinanziert. so sortieren sich fein säuberlich steigende finanzmittel auf der einen und reduzierte barmittel dort. ein wesentlicher teil der real-wirtschaft lebt von umherlaufenden zinsleistungen, nicht vom umlaufenden bargeld. das system kracht gerade. und was passiert? es wird saniert und repariert, auf das es am leben bleibe.
Dem US-Abgeordneten Ron Paul sollte man in diesen Tagen besonders zuhören! Er hielt nach der Verabschiedung des Bailout-Planes eine Ansprache in seinem eigenen Blog und zeigt selbst für Laien verständlich was der USA nun wiederfährt.
http://baumhaus-08.blogspot.com/2008/10/us-kongressabgeordneter-ron-paul.html
Hab gerade einen großartigen Film gesehen, der die Misere des Finanzwesens doch sehr anschaulich auf den Punkt bringt. Der Zusammenbruch ist unausweichlich und kann höchstens verschoben werden. Die Frage ist nur, was man daraus macht. Die meisten Zusammenhänge kannte ich schon vorher (vor allem dank “1 Billion Dollar” von Andreas Eschbach), aber so versteht es wohl jeder: http://video.google.de/videoplay?docid=6433985877267580603
@all
kann mir einer Helfen, wie das ganze “historisch” abgelaufen ist ? Sind die Hypothekenbanken in US/GB auf die Idee gekommen die Schulden als CDOs weiterzuverkaufen (und deshalb laxere Standards bei der Vergabe zugelassen haben) und dann sind die Investmentbanken auf den Zug aufgesprungen, oder waren die ganzen CDOs ein Idee der Investmentbanken ?
Es macht doch überhaupt keinen Sinn sich jetzt darüber zu streiten ob die Regierung es bezahlen kann oder nicht. Die meisten Menschen handeln nicht rational, daher ist es Richtig zumindest diesen Menschen die Angst zu nehmen ihr Geld zu verlieren. Sollte die Masse wirklich ihr Geld abheben, dann hat sich das überleben für Deutsche Banken wohl erledigt und Deutschland hat ganz andere Probleme als irgend ein Bürgschaftsversprechen.
Ich bin kein Fan von Massenmanipulation auf diese Art. Aber wenn’s ausnahmsweise mal was nützt…
@Baumhausbesitzer
Iieek! Ron Paul! Ron Paul ist ein Libertärer, der den Kindern die Schulen wegnehmen will ;-)
Nee mal im ernst – Ron Paul ist ein Internetphänomen und hat von Volkswirtschaft nicht die geringste Ahnung. Man könnte ihn als den politischen Arm der VT-Szene bezeichnen. Sehr seltsam das *wunder*
@Anindo
Dieses Filmchen wird auch nach dem tausendsten Posten nicht besser. Kompletter Unfug *kopfschüttel*
@Mason
Initiator dieser tollen Idee waren Investmentbanken und PE-Fonds. Die Hypothekenbanken haben diesen Markt allerdings nur zu gerne bedient.
@Johannes
Hast ja recht, trotzdem finde ich es albern, da ich nicht sehe, dass notwendige Reformen (ausnahmsweise mal im eigentlichen Sinne des Wortes) angestrebt werden. Man belässt es bei billigem Populismus und der Michel ist froh … bis das nächste Gewitter kommt.
Ich lese nicht wenig zum Thema Finanzkrise, doch eines vermisse ich bis heute, nämlich die Frage, wer die Gewinner der Krise sind.
@ralphs
Das wird daran liegen, dass es relativ wenig Gewinner gibt ;-)
ein gewinner scheinen die sparkassen zu werden. im radio hier wurde von einer relativ kleinen sparkasse berichtet die in den letzten 1-2 wochen neueinlagen verbuchen konnte von neukunden, die ihre konten bei privatbanken aufgaben. wert: 15 millionen euro. nicht viel bei den heute üblichen zahlen aber sehr viel für eine eher ländliche sparkasse.
@misterL
Yep, das stimmt allerdings. Wenn man es etwas theoretischer sieht ist der “Anti-Neoliberalismus”, so es so etwas überhaupt gibt, sicher auch ein Gewinner.
noch ein gewinner (bitterer sarkasmus) sind die pensionäre in den usa. 2 billionen US$ haben die pensionskassen in den letzten 15 monaten verloren. 133 milliarden US$ jeden monat seit der finanzkrise. pro tag also 4,5 milliarden US$…
die HRE hätte für ihre übergangsrettung nur 11 tage den cashflow haben müssen…
(nun stimmt es… ;-))
@misterL
Ich warte ja nun noch darauf, dass die Riester-Rente rückgängig gemacht wird.
@SF
der “anti-neoliberalismus” ist klassisches handwerk einer bank. ;-)
ich gebe zu, ich bin in riester nicht sehr fit. es könnte falsch sein, was ich da jetzt schreibe. bitte also um korrektur der fachleute.
warum sollte das der staat tun? es sichert steuereinnahmen in der zukunft bei den kommenden rentnern und für den fall des vorzeitigen ablebens kassiert der staat die rente einfach ganz ein.
@ Spiegelfechter 90.
Vielleicht führen Sie dann “Bundesschatzbrief-Riestern” ein. Währe doch nen Win-Win Geschäft für Staat und Bürger die es sicher möchten. Zusammen mit den Zulagen sollte die Rendite noch nicht mal so schlecht sein. Jedenfalls besser als die 3,3%, die der in Finanztest am Besten abgeschnittene DWS Riester Fond-Sparplan erwirtschaftet, wenn der Kapitalmarkt mit ca. 9% jährlich wächst. (Beim Zugrundelegen einer realistischen Lebenserwartung und wenn man die Zuschüsse nicht als Rendite betrachtet)
@Spiegelfechter
Naja, ich sehe in dem Film jedenfalls mehr Wahrheit als in deinen letzten Ergüssen, die leider keineswegs einen Hauch von Objektivität oder gar linkem Bewusstsein inne hatten, sondern bloß ein Spende-Appell an die Regierungen waren, um möglichst selber aus den Fehlinvestitionen glimpflicher rauszukommen. So kam es mir jedenfalls vor.
@Anindo
Das ist Dir unbelassen – ein jeder sehe seine Wahrheit dort, wo er sie vermutet.
Ui ui ui – linkes Bewusstsein, heißt also keine Ahnung vom Finanzsystem zu haben? Kein Wunder, dass “Linke” in Finanzdingen einen eher zweifelhaften Ruf haben. Da hält man dann schon eher die “Wahrheit” der rechten Rattenfänger um Ron Paul für besser? Fein, viel Spaß dabei ;-)
So so – seltsam ;-)
Spiegelfechter, Deine VT-Paranoia ist lächerlich! Zu behaupten, Ron Paul hätte keine Ahnung von Volkswirtschaft, halte ich für ein Gerücht – ein Gerücht eines Möchtegernschreibers und Provokateurs, der über Populismus und Populisten schreibt, selbst aber keinen Deut besser als diejenigen ist, die er ständig “analysiert” und kritisiert. Unverschämt und sinnlos, ihn in die Ecke der rechten Rattenfänger zu positionieren – das ist pure, blasphemische Desinformation!
Dr. Ron Paul, der auch im Rennen um die US-Präsidentschaft war, ist wenigen bekannnt, vor allem in Deutschland, weil er von der “freien” Presse stets “ignoriert” und demontiert wurde. Ein Mann mit Rückgrat, ein Mann der sich u.a. für eine Welt ohne Kriege, eine nachhaltige Geldpolitik und eine verfassungskonforme Regierung der USA einsetzt, ein Mann der klaren, ehrlichen Worte. Er ist nach wie vor Mitglied des US-Repräsentantenhauses, früher hat er als Gynäkologe mehr als 4000 Babys entbunden.
Du musst, Spiegelfechter, noch viele, sehr viele Artikel schreiben bis Du das Level eines Ron Pauls erreicht hast – nicht nur in intellektueller Hinsicht. Mit einigen Deiner Kommentare hast Du Dich vollends diskreditiert, mit Sicherheit nicht nur bei mir.
Im Übrigen, meine Freunde von den NachDenkSeiten empfehlen den Lesern das Buch mit dem Titel “Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush” von Vincent Bugliosi. Ich habe dieses Buch bereits gelesen und kann es wirklich jedem empfehlen, auch Dir, Spiegelfechter. Manche “Verschwörungstheorie” erscheint nach dem Lesen dieses Buches realer als die Realität, vor allem wird vom Autor, seines Zeichens Staranwalt, plausibel dargestellt, dass für die USA Kriege nicht ultima ratio sind/waren, sondern vorrangiges Ziel ihrer orwellschen Politik. Ergänzend zu diesem Buch kann ich noch die auf Google-Video befindliche Dokumentaion “Why we fight – war sells” empfehlen – eine Dokumentation über militärisch-industriellen Komplexe, über Kriege, die der ganzen Welt als “Befreiung”, “friedenssichernde Maßnahmean”, “Krieg gegen den Terror” und nicht zuletzt als “‘humanitäre Hilfe” verkauft werden – die letzten mit Beteiligung der Deutschen Bundeswehr (Irak, Afghanistan).
@Alexe
Autsch! Getroffene Hunde bellen?
p.s.: DU mußt mir nichts empfehlen. Dies ist ein privater Blog. Keiner zwingt Dich ihn zu lesen – Adios Muchacho ;-)
@ralphs, #85
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/422373.html
Ich verliere dagegen vor lauter Gegackere zum Thema zunehmend die Lust, noch was dazu zu lesen oder zu hören. Mit wenigen Ausnahmen
@Alexe Nr. 96:
“[...] Dokumentaion “Why we fight – war sells” empfehlen -[...]”
Wobei ich mir spontan die Frage stelle welche Aussage Du der Doku entnimmst. Vielleicht bist Du so nett das etwas zu erläutern, denn ich verstehe leider nicht so viel von Ökonomie und so was.
Hallo Spiegelfechter,
erstmal vielen Dank für Deine interessanten Artikel, sind immer sehr lesenswert!
Kannst Du in aller Kürze erklären, warum der Film, auf den Anindo verwies, Unfug ist?
Stellt er nicht in komprimierter Form das dar, was in “Modern Monetary Mechanics” der FED genau beschrieben wird? Muss ja keine lange Erklärung sein, es würde schon die Antwort auf die Frage reichen, warum die Regierungen sich Geld gegen Zins leihen statt es selbst herauszubringen. Bis zum Gegenbeweis stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass das Zinssystem zwangsläufig zum Kollaps führen muß. Dass Geld nicht “arbeiten” kann, ist mir persönlich schon so lange klar, solange ich denken kann, und daher sind Leute, die sowohl Zinsen einstreichen als auch gleichzeitig die umlaufende Geldmenge bestimmen, einfach unethisch handelnde Abzocker.
@Georg Ott
Dieses Filmchen wurde hier schon mehrfach “besprochen” – u.a. hier.
Um es ganz kurz zu machen: Wenn Regierungen ihre Schulden selbst drucken, so erzeugt dies Inflation, da dieses Geld auf dem Markt bleibt und nicht wieder über die Zentralbanken vernichtet wird, wenn der Kredit abbezahlt ist. Ob der Staat dies nun über eine Zentralbank, eine Privatbank, sein eigenes Finanzminsterium oder sonst wie macht, ist eigentlich egal.
Geld kann nicht arbeiten – das ist klar. Der Film begeht den großen Fehler nur neues Geld zu betrachten. Geld ist nicht gleich Schuld. Ein “klassischer” Fehler des Debitismus, der wissenschaftlich übrigens nicht anerkannt ist. Dies ist ähnlich wie bei der Evolutionsbiologie und dem Kreationismus. Beide Seiten reden aneinander vorbei, die eine vertraut auf die Wissenschaft, die andere auf Gott. Wer soll da richten? ;-)
@all
Weiter Beiträge zu Debitismus und ähnlichen Themen bitte ins Forum und nicht(!) in die Kommentare. Dort werde ich sie in Zukunft löschen – das habe ich letzte Woche schon angekündigt. Es kann nicht angehen, dass unter jedem(!) Wirtschaftsartikel über diesen Quatsch (sorry, das ist meine Meinung dazu) diskutiert wird. Alles wiederholt sich ständig. Daher bitte ins Forum damit.
Spielverderber :-)
Wenn es einen schon interessiert, dann leiste gefälligst Überzeugungsarbeit. Bei 83.000.000 Deutschen brauchst Du dafür nur rund 22739 Jahre, wenn Du 10 am Tag überzeugst…
Also. Hab dich nicht so…
Nachtrag an den spiegelfechtenden Spielverderber:
Bei uns ist doch auch ein Graphikdesigner. Schreib doch einfach mal ein nettes Manuskript zu “Grundlagen der Ökonomie für Einsteiger”. Ich bekniee den dann eine Animation daraus zu machen. Die kannst Du dann veröffentlichen und alles wird gut ;-)
@Michael
Na Du bist mir lustig ;-)
Dies ist doch kein Überzeugerblog. Wer an den Quark glauben will, soll es tun. Ein jeder soll nach seiner Facon glücklich werden. So lange man mir den Blog nicht vollmüllt, kratzt mich das nicht. So und jetzt Ende mit diesem Thema. Basta ;-)
Danke für die Antwort. Ich respektiere Deinen Wunsch, hier darüber nicht zu diskutieren, nur abschliessend dazu: Das “Glauben” überlasse ich lieber der Kirche und den Wissenschaftlern. Die sind wenig auseinander :-)
Alles Gute!
@Georg Ott
Wer sollte dem widersprechen? ;-)
Vielen Dank Herr Berger. Das war mal wieder ein hervorragender Beitrag. Ich hab den auch gleich mal bei mir verlinkt.
Die Garantieerklärung von Frau Merkel wird letztendlich dafür stehen, dass sie bei Räumung aller Konten von Seiten der Sparer, die Geldpresse anwerfen lassen wird, damit mit den neuen Scheinen die Löcher der Banken wieder aufgefüllt werden können. Dies würde zur Verhinderung einer Deflation geschehen. Würden jedoch die Sparer ihr zu Hause aufbewahrtes Geld wieder in Umlauf bringen, käme es zu einer Inflation.
Was bleibt ihr eigentlich anderes übrig, als den Menschen erst mal zu erzählen, dass alles sicher ist und dass man ihr ruhig vertrauen kann. Sowohl Deflation als auch Inflation lassen sich doch nur vermeiden, wenn Deutsche weiterhin Geld ausgeben ohne Angst vor schlechten Zeiten und wenn sie noch dazu schön brav Geld auf der Bank liegen lassen, meinen Sie nicht?
http://blog.ebook-insel.de/2008/10/05/wohin-fuhrt-die-finanzkrise/
doch schon…
und viel erfolg
meldung von heute ftd.de (09.08.2008)
Wofür die Bänker das Geld brauchen:
Krisenbanken Dexia und Fortis: Luxusparty in Monaco
http://www.zeit.de/dpa/2008/10/11/iptc-bdt-20081011-136-dpa_19189188.xml
(ohne Kommentar)
Hurra, man kann den Banken wieder trauen!
Mr. Dawes: Ah, Vater, das sind die Kinder von Banks. Sie wollen ein Konto eröffnen.
Mr. Dawes (Snr): Oh, wollen sie das, mein Junge? Exzellent. Exzellent. Wir können immer Geld gebrauchen, das in der Bank arbeitet, nicht wahr, Junge? – Du hast also 2 Pence? Kann ich sie sehen?
Michael: Nein. Damit möchte ich Vogelfutter kaufen!
Mr. Dawes (Snr): Blödsinn, Junge! Füttere die Vögel, und was kriegst Du? Fette Vögel!
Aber wenn du deine 2 Pence investierst
Weise, in die Bank,
Sicher und vernünftig
Werden die so investierten 2 Pence
sich bald vermehren
und dieses Jagdfieber wird dich ereilen
während dein Vermögen wächst
in den Händen der Direktoren
die es anständig investieren
Mr. Banks: Darf ich, Sir?
Mr. Dawes (Snr): Machen Sie nur, Banks.
Mr. Banks: Sieh mal, Michael, du wirst Teilhaber an …
Eisenbahnstrecken quer durch Afrika
Mr. Dawes (Snr): Genau!
Mr. Banks:
Staudämme am Nil
Mr. Dawes (Snr): Die Schiffe. Erzählen Sie ihm von den Schiffen!
Mr. Banks:
Flotten von Ozean-Riesen
Mr. Dawes (Snr): Mehr, erzählen Sie ihm mehr!
Mr. Banks:
Majestätische, selbst-bewässernde Kanäle
Mr. Dawes (Snr): Oh, das befeuert die Vorstellungskraft!
Mr. Banks:
Plantagen von heranreifendem Tee
Bank Direktoren:
2 Pence, sorgsam, sparsam, etragreich investiert
Mr. Dawes (Snr):
Um genau zu sein …
Bank Directors:
In der “Dawes, Tomes Mousley, Grubbs, Fidelity Fiduciary Bank”
Mr. Dawes (Snr): Sehr gut, mein Junge, und jetzt gib mir das Geld!
Michael: Nein, mache ich nicht! Ich will Vogelfutter kaufen.
Mr. Dawes (Snr): Banks!
Mr. Banks: Ja, Sir. Sieh mal, Michael:
Wenn du deine 2 Pence auf ein Konto legst
Mr. Dawes (Snr): Weiter!
Mr. Banks:
Dann wirst du bald sehen
Mr. Dawes (Snr): Erzählen Sie ihm mehr!
Mr. Banks:
Dass es halbjährlich als stattlicher Kredit erblüht
Bank Direktoren:
Und du wirst diesen Sinn für Größe erlangen
während dein Einfluß wächst
in dem Schichten der Hochfinanz
die der Kredit nunmehr regiert
Mr. Dawes (Snr) & Direktoren:
Du kannst erstrangige und zweitrangige Hypotheken kaufen. Denke an Zwangsversteigerungen! Anleihen, Pfänder, Dividenden, Aktien. Konkurse. Notverkäufe. Gelegenheiten. Jegliche Art von privaten Unternehmen. Schiffswerften. Rohstoffe. Kohlengruben. Gerbereien. Unternehmenszusammenschlüsse. Banken!
Mr. Dawes (Snr): Solange die Banken Englands stehen, steht England. Oh, oh, oh, oh! Sobald die englischen Banken fallen, fällt England!
Mr. Banks: Siehst du Michael? Alles nur wegen…
Bank Direktoren:
2 Pence, sorgfältig, verantwortungsvoll investiert in die
“Dawes, Tomes, Mousley, Grubbs, Fidelity Fiduciary Bank”
Mr. Dawes (Snr): Willkommen in unserer glücklichen Investoren-Familie.
Michael: Geben Sie mir mein Geld zurück! Geben Sie mir mein Geld zurück!
Mr. Banks: Michael, benimm dich.
http://www.weissgarnix.de/?p=610
Wer hat den (deutschen) “Rettungsplan” ausgearbeitet? Asmussen, Ackermann & Co.! Na, dann kann ja nichts schiefgehen. ;-)
Die “giftigen” Papiere werden in der Bilanz verschoben und schon sind sie nicht mehr sichtbar = inexistent. Was “der Markt” nichts weiß, macht ihn (jedenfalls kurzfristig) nicht heiß. Die Methode, faule mit guten Krediten zu mixen, wird also auf anderer Ebene quasi wiederholt. Wenn die Banken über die Pläne “erleichtert, begeistert” oder sonstwie “positiv gestimmt” sind, dann kann nur was faul sein.
@Fiend_THeyde
Was war denn sonst zu erwarten? ;-)
Die Nachricht des Tages ist f+r mich diese:
http://www.ftd.de/koepfe/:Analyse-von-Handelsmustern-Wirtschafts-Nobelpreis-f%FCr-Bush-Kritiker/425458.html
Mal sehen wann das in der Politik ankommt….
@ 113 misterL:
Nichts anderes war zu erwarten! ;-)
Was das ankommen in der Politik betrifft: die derzeitige Politikerkaste ist hoffnungslos mit der Finanzwirtschaft verbandelt. Zuviele, die direkt oder indirekt von den Zockern profitieren. Die werden niemals zugeben, sich geirrt zu haben oder gar Konsequenzen ziehen. Lieber werden die Steuerkassen geplündert.
Gestern durfte unsere Monarchin in “Was nun, Frau Merkel” im ZDF Legenden verbreiten, wie die, daß sie sich seit 2001 für schärfere Regeln eingesetzt habe, aber “die Banken hätten diese nicht gewollt”. Das Merkel merk(el)t nicht, daß diese “Erklärung” nur in ihrer abgeschlossenen Phantasiewelt nachvollziehbar ist.
Besonders absurd waren ihre “Erläuterungen”, wie es zur Finanzkrise in den USA gekommen ist. Endgültig entlarvend, daß die Frau tatsächlich keine Ahnung hat, war der folgende Satz: “wir leihen den Banken das Geld nicht, sondern stellen es ihnen gegen eine Gebühr zur Verfügung” (!!!)
Die “Journalisten”, die Angie die Stichworte vorgeben sollten, machten übrigens eher böse Miene zum bösen Spiel und schauten recht finster drein. Nachfragen waren wohl nicht gestattet (da kann Angie richtig sauer werden, wenn sie jemand von der Seite fotografiert oder durch Fragen ihre Ahnungslosigkeit bloßstellt). Es ist davon auszugehen, daß sich der eine Herr “Journalist” durchaus bewußt war, daß Merkels Behauptungen, sie habe sich schon immer, spätestens aber seit 2001, für schärfere Regeln eingesetzt, nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Umso schlimmer, daß er die Klappe hielt, respektive Angie munter drauflosschwatzen ließ.
@Fiend_THeyde #114
Letzteres (Dein letzter Absatz) zeigt der kümmerlichen Zustand unserer unabhängigen Medien. Jeder Bockmist wird ungefiltert zugelassen. Geht man davon aus, dass 90% der Zuschauer/Zuhörer/Leser nicht bereit sind, sich anderweitig zu informieren, müsste man sich ethisch unbedenklich auf die Seite der Abzocker schlagen.
Alles, was von Seiten des Staates derzeit angestoßen wird, ist nichts anderes als eine Verlagerung der Schulden innerhalb des Systems. Man nimmt sie privaten Akteuren ab und schichtet sie zur Allgemeinheit, die durch den Staat repräsentiert wird, um. Dadurch sind die Schulden nicht weg. Können sie ja auch gar nicht sein, denn die Schulden des einen ist immer das Guthaben des anderen. Systemisch gesehen: Die Guthaben von uns allen.
Wenn die Schulden nun also zu großen Teilen beim Staat ankommen, gibt es keinen nächsten, an den sie weiterzureichen wären, falls Papa Staat selbst an die Verschuldungs-Grenzen kommt. Und dies ist durchaus zu erwarten. Zerplatzendes Vertrauen einerseits bei gleichzeit steigender Schuldenlast andererseits bei einem grundsätzlich weiterhin auf exponentielles Wachstum setzendes System: Das Thema Finanz- und Wirtschaftskrise hat grade erst begonnen.
These: In wenigen Jahren werden wir neue Währungssysteme erleben, die versuchen werden, manche zerstörerischen Grundregeln der bisherigen Systeme zu überwinden. Aber wie die Fahrt bis dahin aussieht, läßt sich schwer sagen.
@All
Was hat der Chef der Chinesen Wen Jiabao unserer Chefin voraus? Unsere Cheffin hat den Export nach China im Kopf und der Chef der Chinesen die eigene Produktion fürs eigene Volk.
@misterL
Er ist Kommunist ;-)